Sin Roswell

Web Novel Deutsch

Kapitel 145

Ich bin wiedergeboren und der Tag der … ?

Sina versuchte irgendwie ihre Flügel zu kontrollieren, aber keine Chance. Wäre sie am Anfang damit geboren, wäre es eine andere Sache gewesen, aber so? Als würde jemandem ein dritter Arm wachsen, kontrollieren könnte er ihn nicht sofort.

Frustriert gab Sina mit ihren Versuchen auf und versuchte zumindest das Gleichgewicht wieder zu erlangen. Mel war so freundlich gewesen und hat alle Möbel so umgestellt, das Sina ihre Übungen machen konnte.

Irgendwann klopfte es an der Tür und Sherry erschien mit mehreren Anziehsachen auf dem Arm. „Hi… wie geht es dir?“ fragte Sherry schüchtern.

„Ohne Flügel… würde es mir besser gehen.“ kommentierte Sina nur. „Aber… damit könntest du doch nun fliegen oder? Ich meine… bei dieser Größe?“ versuchte Sherry sie aufzumuntern.

„ Vermutlich… schon, aber ich habe keine… Kontrolle über diese Flügel. Ich kann alles fühlen, was mit ihnen passiert und scheinbar reagieren sie auf gewisse… Gefühle, die ich habe, aber ansonsten? Nicht mal flattern oder so, sie hängen einfach runter.“ war Sina frustriert.

„Lass den Kopf nicht hängen. Das passt überhaupt nicht zu dir, du brauchst einfach nur die nötige Zeit.“

„Was denkst… du über mich und meinen Flügeln?“

„Am… Anfang, als ich sie gesehen habe, war ich schockiert gewesen, aber nun? Ich sehe es schon vor Augen, wie du die Monster aus der Luft holst oder… mich bei der nächsten Entführung aus der Luft rettest.“ spielte Sherry auf einen Satz von Sina von früher an.

„Ich… verstehe. Was ist… das für eine Narbe da an deinem Hals?“ fragte Sina und Sherry berichtet ihren Kampf gegen Kain.

„Er kann sich glücklich schätzen, dass du ihn getötet hast. Ich hätte ihm keinen so schnellen Tod gewährt.“ ging bei Sina der Beschützerinstinkt durch.

„Zuerst habe ich mich über diese Narbe geschämt und wollte sie irgendwie verstecken, aber… dann dachte ich an dich. Du würdest dich doch auch nicht vor solchen… Unannehmlichkeiten verstecken oder? Ok, deine Flügel kann man nicht unbedingt verstecken wie eine Narbe, aber ich würde sie schon mit einem gewissen Stolz zeigen. Du hast sie doch erst bekommen, als du den Vampirkönig Acula getötet hast.“

„ … Meinst du nicht, dass die Menschen sich davor fürchten werden?“

„Warum sollten sie es denn? Du hast doch nichts falsch gemacht oder? Bei den vielen Heldentaten, die du bisher bewältigt hast, glaube ich, man wird dein neues Aussehen schon akzeptieren.“

„Sherry… ach nichts… Sind das die neuen Klamotten für mich?“

„Ja, ich habe mehrere Überlegungen angestellt, wie ich die Hemden anpassen soll und ich bin mit den… Lösungen eigentlich zufrieden.“

Sherry half Sina aus dem Schlafrock raus zukommen und gab Sina neue Unterwäsche, dann eine schwarze Stoffhose und zuletzt ein schwarzes Hemd, dabei erklärte Sherry, wie Sina es anziehen konnte, ohne das die Flügel Probleme machen werden.

„Du musst damit leben, dass in den Hemden immer ein Loch sein wird für deine Flügel. Ich habe ein paar Ideen, wie ich das Problem eventuell lösen könnte, aber da muss ich noch an der Umsetzung arbeiten.“ erklärte Sherry. Sina hielt immer noch das Hemd in der Hand und starrte es an.

„Sina? Soll ich dir helfen?“ fragte Sherry, aber Sina schüttelt nur den Kopf und lächelt Sherry an. „Nein, ich werde das schon schaffen. Mir ging nur durch den Kopf, was für eine tolle Freundin ich habe.“ und bei Sherry klingeln die Alarmglocken. „Was ist los?!“

„Nichts… also ich hatte eben unsere vergangenen Abenteuer vor Augen und dachte an das erste Treffen das wir hatten und wie du vor den Orks weggerannt bist.“ grinste Sina traurig.

„Ah… das werde ich nicht vergessen können, wie auf einmal eine fremde Frau vor mir gelandet ist und mich gerettet hat.“ grinste Sherry.

Sina zog das Hemd an und hatte keine Probleme nach Sherrys Anleitung, es überzuziehen. Die Heldin schaute sich im Spiegel an und war etwas sprachlos geworden. Komplett schwarze Kleidung mit den schwarz-roten Flügeln wirkte es irgendwie sehr passend.

„Danke…“ flüstert Sina nur, dabei spannten sich ein bisschen ihre Flügel. „Sina? Kannst… du mir ein Lied spielen? Ich weiß nicht warum, aber ich habe deine Musik irgendwie gehört.“ bat Sherry um einen Gefallen.

„Ah? Klar, ich muss überlegen, welches am besten passt.“ ging Sina mit etwas unsicherem Stand auf ihr Klavier zu und nahm Platz. Sherry setzte sich auf das Bett und wartete. Sina hat sich für ein Lied entschieden und spielte „The moments we shared… i miss them“ von Jacoo.

Irgendwie haben beide Damen vergessen die Tür vom Zimmer zu schließen, so dass es wieder jeder mitbekommt. Sherry hat Louis im Flur gesehen, aber ist immer noch sauer auf ihn, mit der Aktion von gestern und ist einfach an ihm vorbeigegangen.

Als Sina zum Ende kam, stürmte Sherry mit Tränen raus ohne Abschied, Sina schaute nur hinterher und seufzte. „Vermutlich… ist es wirklich das beste…“

„Seid ihr euch sicher?“ sprach auf einmal ein Mann und Sina konnte es Louis zuordnen. Die Tür war offen, aber scheinbar wollte Louis nicht reinkommen.

„Nein, eigentlich nicht, aber auch ich muss… gewisse Entscheidungen treffen oder? Falls es dich beruhigt, aber ich verzeihe es dir, dass du mir im Kampf gegen Acula helfen wolltest. Du kannst nichts dafür, dass der Vampir dich in diesem Moment als Köder benutzt hat.“

„ … “

„Beim dunklen Gott… ich würde es immer und immer wieder machen, hörst du?! Wenn du mir egal wärst, hättest… du es schon mitbekommen und ich bin nicht die Person, die sich zurückhält!“

„Das… stimmt allerdings…“

„Deswegen hör auf dir Schuldgefühle zuzuschieben, die überhaupt nicht nötig sind! Du bist doch auch zwischen Prashi und Justus gesprungen und hättest dein Leben gegen den Mistkerl gegeben! Manche tun es aus Pflicht, andere aus Freundschaft oder ähnliches.“

„ … “

„Ich warne dich, wenn du wieder anfängst zu einer emotionslosen Puppe zu werden, werde ich dir einen Arschtritt verpassen, da wirst du auch im nächsten Leben nicht sitzen können!!“

„Ich habe… verstanden. Gibt mir ein bisschen Zeit, dass ich es mir selber verzeihen kann.“

„Gut, sonst sage ich Prashi, wie sie mit dir umgehen soll!“

„Was… hat Prashi damit zu tun?“

„Hat sie nicht mit dir geredet?“

„Nein… bisher noch nicht…“

„Meine Fresse…“

Es wurde Abend, Suki hat inzwischen den Tee bei Sina vorbeigebracht und sah, wie Sina mehrere Briefe geschrieben hatte. „Sollte… irgendetwas vorfallen, macht die Briefe auf, ok?“ wies Sina an und Suki nickte, aber sie ahnte, was wohl der Inhalt der Briefe war.

Dann war es soweit, alle Personen, mit denen Sina in der Vergangenheit zu tun hatte, waren im Wohnzimmer, dieselben vom Vortag. Sina selbst hatte Mühe gehabt, die Treppe herunterzugehen, weil sie noch leichte Gleichgewichtsprobleme hatte und ihre Flügelspitzen über den Boden gezogen werden.

Als sie das Wohnzimmer betrat, waren die Blicke ihr sehr unangenehm, aber sie zog es nun durch. Sie schaute auf die Tafel, wie ihre Freunde alles über sie zusammengetragen hatten und ihr fielen die Aussagen ein, die die Vampire ihren Freunden gegeben hatten.

Sina schaute alle Gesichter an, während sie nichts sagen. Sie brauchten auch nichts zu sagen, denn Sina wusste Bescheid, was sie eigentlich wissen wollen. Sie nahm einen tiefen Atemzug, bevor sie anfing.

„Ich weiß nicht, wie ich starten soll, also fange ich am besten von vorne an. Alle kennen die Geschichte, das der letzte beschworene Held vor 2000 Jahren mit der Allianz die Dämonen auf Deymonlia eingesperrt hat.

In all der Zeit hat ein neuer Dämonenkönig mit seinen Magiern versucht die Barriere zu brechen, aber ohne nennenswerten Erfolg. Bis vor 147 Jahren ein spezieller Dämon geboren wurde. Dieser Dämon… zeigte keinerlei Anzeichen von dämonischen Merkmalen und wurde sofort mit einem Spezialprogramm ausgebildet…

Während dieser… Dämon ausgebildet wurde, schaffte der Dämonenkönig es, Risse in die Barriere zu reißen und arbeitete weiter an dieser Magie, bis der Tag kam, wo die Ausbildung des Dämons zu Ende war.

Dieser Dämon bekam einen… speziellen Auftrag und konnte mit Hilfe des Dämonenkönig die Barriere durchqueren. Er lief durch den alten Verbindungstunnel nach Alliancia und… naja.

Den Rest kennt ihr ja alle. Was ich damit sagen möchte ist… das ich tatsächlich ein Dämon bin.“

„ … Warum hast du es… verheimlicht?“ fragte Christopher als erstes, um die Stille zu brechen, als Sina tatsächlich bestätigt, was sie ist.

„Die Dämonen und die Bewohner von Alliancia haben sich immer und immer wieder bekriegt. Auch wenn viel Zeit vergangen ist, musste ich doch annehmen, dass ich nicht freundlich aufgenommen werde und sogar eine… weltweite Panik auslöse, wenn auf einmal wieder Dämonen auf der Bildfläche erscheinen.“ erklärt Sina es sachlich.

„Aber… hast du nicht gesagt… das dein Vater dein Anführer ist? Wäre… das dann nicht?“ stottert Mariel.

„Hmm… es ist Zeit, dass ihr diese… Brillen aufsetzt und euch ein Bild von meinem Status macht, vielleicht beantwortet es viele Fragen direkt.“ schlug Sina vor. Die Anwesenden setzten sie auf, während Sina ihre Ohrringe abnahm, denn nun konnte man ihre originalen Werte sehen.

„Bei der Göttin… wenn du wirklich die Tochter des Dämonenkönigs bist, dann bist du eine Prinzessin! “ entfuhr es Castien.

„Das stimmt. Mein Vater oder auch Dämonenkönig Mephisto war es, der mich durch die Barriere hinausbefördert hat. So sieht er aus. Illusion: Dämonenkönig Mephisto.“ zaubert Sina und ihr Vater erschien neben ihr. Er war einen ganzen Kopf größer als Sina und strahlte diese unheimliche Aura aus, die Sina von ihm kannte.

Die Gäste fingen alle sofort an zu schwitzen durch diese Aura, auch wenn es nur eine Illusion ist. „Diese Aura… irgendwie kommt sie mir von Acula bekannt vor.“ murmelt Melaine. Sina schnipste mit dem Finger und die Illusion verschwand wieder.

„Ähnlich ja, aber die von Acula war definitiv viel schwächer als die von meinem Vater. Wenn sie miteinander gekämpft hätten, wäre Acula der klare Verlierer gewesen.“ korrigierte Sina die Aussage.

„Sina… ich weiß… dass du dich in unserem Duell zurückgehalten hast, aber… wie viel Prozent hast du mir wirklich damals verpasst?“ wollte Thomddir wissen.

„Ungelogen? Der Erste 10%, der Zweite 15% und der letzte 17%. Meine Stärke hat nach unserem Duell nochmal drastisch zugelegt, aber hätte ich wirklich mit meiner gesamten Kraft angegriffen, wäre dein Kopf vom Körper getrennt worden.“ sagte Sina die Wahrheit.

„Hast du dich auch in meinem Duell zurückgehalten?“ fragte Louis und Sina schaute weg, dann nickte sie nur.

„Es gab wirklich nur sehr wenige Momente, wo ich alles gegeben habe. Gegen die Armee der Untoten, im Kampf gegen Ludwig Kelmont, gegen die Armee von Osnain und die Hydra und letztendlich bei den Vampiren Justus und Acula. Wobei letzterer hat mich im geschwächten Zustand angegriffen.“

„Was… ist dieser Segen des Dunklen Gottes?“ hakte Neia nun. „Da… bin ich mir selber nicht so sicher. Mein Vater hat ebenso den Segen, aber dadurch habe die spezielle Fähigkeit „Schnelles Lernen“ bekommen. Egal ob es Waffen, Resistenten oder normale Fähigkeiten sind, ich kann sie schneller aufleveln, als jedes normale Lebewesen auf der Welt.“ versuchte Sina es zu erklären.

„Wow, unsere Herrin ist die Prinzessin der Dämonen?“ „Krass, kein Wunder das keiner gegen sie eine Chance hat.“ strahlten die Vampire Sina an. „Erm… danke? Aber ich wurde nur so stark, weil… ich Spartus als Kampflehrer hatte.“ wirkte Sina düster.

„Er war dein Kampflehrer? Was hat er dir denn angetan, dass du so einen extremen Hass auf ihn hast?“ kam die Frage von Falko und man sah Sina an, dass sie sich lieber die Zunge abbeißen würde.

„Ich… versuche es euch zu zeigen. „Illusionen: Kindheit“.“ aktivierte Sina ihre Fähigkeit, unsicher ob es so funktioniert, wie sie es gerne hätte.

Vor den Leuten erschien ein großes Bild und sie sahen, wie immer Schläge auf das Bild kamen, bis Christopher darauf kam. „Es wird durch deine Augen gezeigt oder? Das was du erlebt hast?“

„Richtig…“

„Na kleines Mädchen? Scheinbar hast du es nicht geschafft, deine Strecke frühzeitig abzulaufen, also… muss ich dir wieder was brechen.“ sprach ein blauer Dämon mit Flügeln. „Du Mistkerl, du hast mir doch diese Falle gestellt!“ wehrte sich eine mädchenhafte Stimme… Aber der Dämon schlug ihr sofort ins Gesicht und trat dann aufs Knie, das sofort gebrochen wurde. Sina schrie laut auf und wurde wieder ins Gesicht geschlagen.

Das Bild änderte sich und eine ähnliche Szene zeigte, diesmal wie sie mit unterschiedlichen Magiearten beschossen wurde. Wieder ein anderes Bild, wie sie von kleinen Dämonenkindern zusammengetreten wird und Spartus dahinter dreckig lachte. Es kamen weitere Erinnerungen, die Sina erlebt hatte, eine nach der Anderen.

Alle weiblichen Personen fingen an zu weinen, als sie… das Elend von Sina sahen, was man ihr immer und immer wieder antat. Onesta hat früh seine Augen geschlossen und versuchte es auszusperren, denn das war für ihn zu viel. Thomddir presste seinen Mund stark zusammen und einige Männer schütteln nur angewidert den Kopf.

Dann schnipste Sina wieder mit dem Finger und der Zauber löste sich auf. „Das war meine „tolle“ Kindheit. Ich habe nicht alles gezeigt, denn es… gab auch extreme Fälle und das ist der Grund, warum ich… so stark geworden, so kaputt geworden bin und so einen Hass auf Spartus habe. Sollte Spartus irgendwie mir über den Weg laufen, wird niemand, auch nicht mein Vater mich daran hindern ihn zu töten.“

„Das erklärt auch deine Fähigkeit „Bizarre Gedanken“. Einige Wahnsinnige… haben sie auch, aber daran zerbrechen sie meist, aber du scheinst sie ja irgendwie unter Kontrolle zu haben.“ meinte Kunz.

„Entweder ich habe sie unter Kontrolle oder meine Vernunft hält mich zusammen, aber es lässt sich nicht abstreiten, dass viele meiner Entscheidungen die ich gefällt habe, sehr extrem sind, zumindest in eurem Aspekt.“ stimmte Sina ihm zu.

„ … Was ist das für ein Auftrag, den du von deinem Vater bekommen hast?“ fragte Ma Shi nun eine sehr wichtige Frage.

„ … Die Barriere wird in den nächsten Jahren zerstört und es wird wieder ein Krieg ausbrechen zwischen den Dämonen und euch. Meine Aufgabe… ist es… dass ich euer Vertrauen bekomme und… wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, den Dämonen zu helfen, ein Friedenspakt mit euch zu verhandeln.“ berichtet Sina und alle starrten sie ungläubig an.

„Eh… entweder habe ich was an den Ohren, aber die Dämonen wollen einen Frieden mit Alliancia? Aber warum muss denn dafür ein Krieg entstehen? Kannst du es nicht verhindern?!“ stottert Erilag.

„Mein Vater meinte, wir hätten eine Fraktion, die sich nichts lieber wünscht als euch Tod zu sehen und die will er über den Krieg loswerden. Diesbezüglich weiß ich nicht mehr darüber, mein Vater hat mir immer… nur das nötigste mitgeteilt.“ erklärt Sina.

„Aber kannst du denn den Krieg nicht verhindern?“ hakte Erilag nochmal nach.

„Nein… oder besser gesagt, ich bin nicht in der Position, um den Dämonen was zu befehlen. Ich mag die Tochter des Königs sein, aber nur das Wort des Dämonenkönigs zählt, ein ähnliches System wie im Kaiserreich Osnain. Wer nicht auf meinen Vater hört, wird kurzerhand getötet. In dieser Position ist er sehr gefestigt und keiner wird ihm widersprechen… Ich kann versuchen zu vermitteln, aber selbst ich weiß nicht, ob mein Vater auf mich hören wird, wenn ich daran denke, was er mir zuletzt angetan hat.“

„Und was genau?“ fragte Prashi. Sina seufzte nur und benutzt ihre Magie wieder.

Es entstand wieder ein Bild vor den Leuten und sahen alle den Kampf von Sina gegen die Dämonengeneräle. Wie ihr Vater ihr alle Waffen weggenommen hat und ihr die Regeln erklärt hat. Alle staunten, wie die Dämonengeneräle Sina regelrecht… zusammengeschlagen haben und am Ende Sina trotzdem siegte, dazu die Ansprache des Dämonenkönigs. Das Bild verschwand wieder und eine beklemmende Stille folgte.

„Eine… Vertrauensbasis zwischen Tochter und Vater… existiert nicht wirklich, deswegen habe ich meine Zweifel, ob ich irgendwie auf meinen Vater einreden kann.“ murmelt Sina.

„Du hast… uns noch nicht alles erzählt oder?“ fragte nun Louis und Sina schaute ihren Freund verwundert hat. „Wie… meinst du das?“

„Diese Musik die du gespielt hast… das Schachspiel und die anderen Spiele die du den Kindern beibringst. Deine Waffen und exotische Kleidung, das sind alles Ideen von dir und nicht von den Dämonen.“ sagte Louis und Sina nickte.

„Held… der Dämonen und dein Segen. Ich stamme aus einer Blutlinie, wo mein Vorfahr ein beschworener Held aus einer anderen Welt war und den Segen der Göttin hatte. All deine Ideen und Pläne, die stammen immer nur von dir oder? Was… ist das eigentliche Geheimnis bei dir?“ ging Louis auf den Punkt ein.

Alle starrten Sina an, die ebenso sprachlos war. Damit hat Sina nun wirklich nicht gerechnet, nicht das Louis verwandt mit einem beschworenen Held ist, sondern das er ein weiteres Geheimnis bei Sina gefunden hat. Alle sahen ihr an, das Sina schwer am Überlegen war und dann seufzte.

„Selbst mein Vater kennt dieses Geheimnis nicht, wobei ich ihm… zutraue dass er eine Vermutung hat. Ja ich habe ein Geheimnis… Ich stamme tatsächlich aus einer anderen Welt.“ ließ Sina nun die Bombe platzen.

Alle dachten, dass es nicht mehr zu toppen war. Denn das Sina ein Dämon sein könnte, hatten sie alle geahnt, aber dass sie nun auch aus einer anderen Welt kommt?

„Bevor ihr los fragt, lasst es mich erklären. Ich bin in der anderen Welt ein Mensch gewesen und kann mich weder an meinen Namen noch Familie oder ähnliches erinnern, nur das… mein letzter Wissensstand der war, dass ein Blitz auf mich einschlug, der mich getötet hat. Irgendwann wachte ich… in einem Kokon als Baby auf und mein zweites Leben als Dämon begann. Ich… muss fest annehmen, dass der dunkle Gott meine Seele aus der einen Welt in diese Welt transportiert haben muss.

Der… ursprüngliche Plan vom dunklen Gott war es gewesen, dass ich den Dämonenkönig vor den beschworenen Held beschützen soll, damit die Dämonen den nächsten Krieg gewinnen, aber mein Vater spielt das Spiel irgendwie nicht mit und strebt einen Frieden an, den ich befürworte, nur… die Art und Weise darüber lässt sich streiten.“ lächelt Sina unsicher.

„Danke… das du uns in das Geheimnis eingeweiht hast.“ nickte Louis.

Auf einmal stand Ma Shi auf. „Sina… ich… bin mir nicht sicher, wie ich mit den Informationen umgehen soll, aber… ich muss dir in dieser Beziehung danken, dass du uns die vielen Informationen gegeben hast. Du hättest auch einfach verschwinden und uns ratlos zurücklassen können, aber scheinbar hast du deine Entscheidung getroffen.“ verbeugte sich Ma Shi vor Sina, die aber nichts sagte.

„Was… hast du nun vor?“ fragte Sherry unsicher, sie war die ganze Zeit still gewesen.

„Nun… da ich ja ein Feind für Alliancia bin, werde ich natürlich untertauchen, ein gemütliches Zuhause suchen und warten bis die Barriere zerstört wird, damit ich wieder… in meine Heimat zurückkehren kann. Meine Mission… ich habe versagt und sehe keinen Grund… weiter daran zu arbeiten.“ sagte Sina mit fester Stimme. Diesen Entschluss hat Sina gefällt, als sie mit Mel das Gespräch hatte.

Alle schauten sich gegenseitig an, ob Sina es ernst meinte… als die Vampire aufstanden. „Nimm uns mit!“ „Genau, ihr seid immerhin unsere Herrin!“

„Nein, ihr bleibt hier und genießt das neue Leben, dass ihr euch mühevoll aufgebaut habt.“ lehnt Sina es ab, als Suki sich meldet. „Dann nehmt mich mit, ihr braucht immerhin eine Haushälterin und Dämonen haben in der Vergangenheit öfter mit Tiermenschen zusammengearbeitet!“

„Nein, du bleibst hier und passt auf die Villa auf. Ich habe… alles vorbereitet, dass ihr bis zu eurem Lebensende hier leben könnt.“ lehnte Sina es ebenso ab und wieder war ein Schweigen im Raum entstanden. Suki und die Zwillinge fingen an zu weinen, als Christopher sich meldet.

„Ich wusste nicht, dass du ein Feigling bist.“

„Huh?!“ staunte Sina.

„Da muss ich Christ recht geben. So was wie wegrennen, verstecken und ähnliches wäre mir bei dir nie in den Sinn gekommen.“ stimmte Falko ihm zu und Sina starrt ihn nun an.

„Sina die Verteidiger rennt weg. DAS wird niemand in Alliancia glauben, die den Kampf gegen die Untoten und so weiter gesehen haben. Eher würdet ihr lachend in die Waffen euer Feinde springen.“ sagte Castien. Die anderen stimmten den Aussagen zu und Sina wusste nicht, was sie dazu sagen sollte.

„Warum fragst du uns nicht einfach um Hilfe bei deiner Mission? Du hast klar gesagt, dass du den Krieg vermutlich nicht verhindern kannst, aber du hast auch angeboten zu vermitteln. Also besteht doch irgendwie Hoffnung!“ kommentiert Mariel dies.

„Eh?! Aber ich bin doch ein Dämon?!“ war Sina nun fassungslos.

„Na und? Du bist doch auch Abenteurerin oder? Interessanterweise haben die Gründer der Abenteurer sich irgendwie was dabei gedacht, dass selbst Dämonen sich ihnen anschließen können. Es gibt nirgends und an keiner Stelle einen Absatz der verbietet, das Dämonen ebenso Abenteurer werden können! Damit bist du nicht mal ein Feind für uns!“ bedrängt Prashi nun Sina.

Sina war nun hoffnungslos überfordert. Sie hat sich auf einen Kampf eingestellt, Beschimpfungen und ähnliches, dass sie sofort flüchten muss.

„Wir waren nie… gegen dich gewesen, wir wollten eigentlich nur, dass du uns komplett vertraust und nicht das Gefühl vermittelst, dass wir dir jederzeit in den Rücken fallen, weißt du?“ brummte Falko.

„Wegen deinen Flügeln habe ich eine passende Idee, aber wenn du jetzt einfach abhaust, werden wir überhaupt nicht wissen, ob die Idee funktioniert!“ beschwert sich Neia.

„Außerdem, das was du uns erzählt hast, das bleibt auch unter uns. In dieser Hinsicht… waren wir uns irgendwie alle einig.“ sagte Kunz und alle nickten.

Sina ging mehrere Schritte nach hinten und alle sahen, das Sina nasse Augen hatte, dazu schienen ihre Gefühle im Gesicht leicht außer Kontrolle zu geraten.

„Oh oh… gleich rennt sie wohl wirklich weg.“ murmelt Christopher.

Auf einmal stand Sherry auf, die nach ihrer Frage still war. Alle schauten sie an und auch Sina. „Sina… fällt es dir so schwer… zu akzeptieren, dass wir dir helfen wollen?“ fragte Sherry und ging langsam auf Sina zu.

„Aber…“ wollte Sina irgendetwas sagen, aber verlor ihre Worte wieder. „All das was du uns gezeigt hast, deine Kindheit und wie man versucht hat dich zu brechen… Ich kann es verstehen, warum du uns nicht vertrauen kannst. Nach so einer langen Zeit, immer und immer wieder versuchte man dich zu töten, zu brechen und anderes, da ist es wirklich normal, dass man irgendwann auf den Gedanken kommt, jederzeit ein Messer in den Rücken zu bekommen.“

Sherry ging wieder ein paar Schritte weiter auf Sina zu, die nun ihren Tränen freien Lauf ließ. Für die anderen war es herzzerreißend, denn Sina hat noch nie vor ihnen geweint. Einige dachte sogar, dass sie es verlernt hat bei dieser Kindheit.

„Warum gibst du uns nicht wenigsten eine Chance es zu versuchen hmm? Ist es… so unvorstellbar für dich?“ drängte Sherry weiter und ging ein paar größere Schritte auf Sina zu, die aber nur den Kopf schüttelt.

„Ich… habe dir versprochen dir was wichtiges zu sagen, denn du bist schuld daran weißt du das?“ war Sherry nun bei Sina angekommen und sie schaute Sherry weinend in die Augen.

„Ich habe mich in dich verliebt.“ und küsste Sina. Das war nun unerwartet für alle Beteiligten. Die meisten wussten, das Sherry in Sina verliebt war und nur wenige kannten das Versprechen, das Sina und Sherry sich an einem Abend gegeben hatten.

Aber mit dieser Aktion gingen die Flügel von Sina sehr weit auf und Sherry umarmte die Dämonin fest beim Küssen. Irgendwann hörte Sherry mit dem Küssen auf.

„Dafür musst du die Verantwortung übernehmen…“ lächelt Sherry schüchtern und nun weinte Sina laut und fiel auf ihre Knie. Sherry umarmte Sina und hielt sie fest.

„Puh… damit hat Sherry fürs erste verhindert, das Sina verschwindet.“ murmelt Prashi.

Kapitel 144

Ich bin wiedergeboren und musikalischer Tag?

Am nächsten Morgen wurde Sina wach und stellte fest, dass sie alleine im Bett war. Der Handspiegel vom Vortag lag immer noch an ihrer Seite und sie nahm ihn, um nochmal ihre Augen zu sehen.

„Warum… ist das alles passiert?!“ und Sina warf den Spiegel gegen die Wand, der sofort zu Bruch ging. Sie richtete sich wieder vom Bett auf und versuchte ihre Flügel zu inspizieren, aber es fiel ihr sehr schwer, zumal sie keine Kontrolle über ihre Flügel hatte.

Die Heldin konnte aber die Flügel berühren und spürte es sogar, wie ihre Finger darüber wandern, dann kneift Sina sich vorsichtig einmal leicht in das Flügelmembran und es tat ihr weh. Auf einmal klopfte es an der Tür und wird von Suki geöffnet, die ein Tablett in der Hand hielt.

„Einen schönen guten Morgen Herrin. Ich habe… mitbekommen das ihr wach seid und bringe euch das Frühstück.“ grüßte Suki.

„ … Morgen…“ murmelt Sina nur und Suki stellte das Frühstück auf den Tisch, denn sie fürchtet, das Sina nicht unbedingt in guter Stimmung war.

„Wenn ihr was braucht, ruft einfach. Ich werde in Hörweite sein.“ verbeugte Suki sich und verließ das Zimmer. Sina seufzte und versuchte aufzustehen, aber hatte direkt Gleichgewichtsprobleme mit den Flügeln. „Es… wird immer schlimmer…“ fluchte Sina und lehnte sich an die Wand.

Ihre Flügelspitzen werden auf dem Boden hinter hergezogen und Sina fand das Gefühl sehr unangenehm, aber sie schaffte es nicht, ihre Flügel hochzubekommen. „Super… nun muss ich lernen, wie ich die Flügel kontrolliert bekomme…“ war Sina nun sehr genervt.

Irgendwie schaffte sie es zu dem Stuhl vor dem Tisch mit dem Essen zu gelangen aber… „Wie setzte ich mich nun?!“ verlor Sina langsam die Geduld mit den Flügeln. Sie drehte den Stuhl so um, dass die Rückenlehne an der Seite war und setzte sich darauf, anschließend gab sie einen schweren Seufzer von sich.

„Ich würde sie mir abschneiden, aber da wird meine Fähigkeit „Regeneration“ mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mir einen Strich durch die Rechnung machen…“ murmelt Sina und nahm das Frühstück.

Dann fiel Sina ein, dass ihr gegenüber ein großer Spiegel war und schaute rein. Ihre Flügel waren groß, größer als sie es von den anderen Dämonen kennt, vor allem hatte keiner so ein rotes Flügelmembran wie sie es hatte.

Sie spürte, dass sie nicht mehr alleine im Raum war und Mel erschien neben Sina. „Herrin… ich muss euch was berichten.“ „Dann… leg los.“ sagte Sina, die Schlimmes ahnte.

„Mit eurer letzten Aussage von gestern, haben alle Gäste über eurer Geheimnis diskutiert.“ fing Mel an, wurde aber Sina unterbrochen.

„Warte, welche Aussage?!“ reagierte Sina etwas panisch. Sie kann sich nur daran erinnern, dass sie ihre Flügel gesehen hat und wieder in Ohnmacht gefallen ist.

„Wieso habe ich doch nun Flügel?“ war eure Aussage. Eure Freunde hatten ein paar… Theorien gehabt bezüglich eurer Flügel, aber dies haben sie alles über den Haufen geworden, nachdem sie euch so gehört haben. Denn damit habt darauf hingewiesen, dass ihr… wisst, warum ihr die Flügel habt.“ berichtet Mel und Sina fiel mit ihrem Kopf auf den Tisch, das man nicht überhören konnte.

„Nein… das… darf doch nicht wahr sein…“ erkannte Sina das Problem.

„Leider doch. Scheinbar haben die Vampire, gegen den eure Freunde gekämpft haben, ihnen viele Hinweise zugesteckt und letztendlich war es Acula persönlich gewesen, der den wichtigsten Hinweis gegeben hat.“

„Dann… kennen sie mein Geheimnis?!“

„ … Mit der Diskussion von gestern und allen Information, die sie über euch kannten und ihr ihnen früher immer gegeben habt… muss ich das annehmen. Letztendlich wollen sie es von euch persönlich erfahren.“

„Dann… habe ich versagt.“ war Sina am Boden zerstört. Sie überlegte fieberhaft, wie sie aus der Affäre einen Vorteil ziehen kann. Aber egal wie sie es dreht und wendet, dafür müsste sie alle Personen töten, die das Geheimnis kennen und das wird sie nicht machen! Sie haben Sina das Leben gerettet und… die unterschiedlichen Gefahren und Reisen haben auch ein Band der Freundschaft geknüpft.

„Ihr müsst damit rechnen, dass sie mit euch sprechen wollen und werden euch… nicht gehen lassen, bis ihr ihnen euer Geheimnis preisgegeben habt.“ berichtet Mel unbarmherzig weiter.

„ … Danke das du mich darüber informiert hast.“ musste Sina Mel letztendlich doch loben, denn ohne dieses Wissen… wüsste sie nicht, wie das Gespräch begonnen hätte.

„Das ich mein Eid an euch… aber auch die Freundschaft. Dank euch… sind meine Augen geöffnet worden und ich kann nicht zulassen, dass man euch was antut.“ nickte Mel.

„Wo… ist Sherry eigentlich?“ traute Sina sich fast nicht zu fragen.

„In ihrem Zimmer und schneidert euch passende Sachen, denn mit den Flügeln benötigt ihr komplett andere Kleidung.“

„Huch? Sie… hat keinen Abstand von mir genommen?“ wundert sich Sina.

„Nein, sie war es letztendlich, die den anderen an den Kopf geworfen hat, was sie denn letztendlich gegen euch tun sollen, selbst wenn ihr ein Dämon seid und hat die Nacht bei euch geschlafen.“

„ … Treu bis zum Ende hm? Dann nehme ich an, dass ich dank ihr diesen Schlafrock trage?“

„Mit Hilfe Mariels und mir haben wir es euch angezogen. Es ist nicht so… das die Gäste gegen euch sind…“ und Mel berichtet Sina, was sie am Vortag erfahren hat. Sina zeigte keine Regung im Gesicht und hörte es sich in Ruhe an bis…

„Oh… beim dunklen Gott… dann habe ich sie alle angegriffen, weil ich dachte sie wären Spartus?! Wie kann ich ihnen dann noch in die Augen schauen?“ nagte nun ein sehr schlechtes Gewissen an Sina.

„Bedenkt, dass ihr einen Fiebertraum hattet… Wonach seid ihr eigentlich süchtig gewesen? Laut ihrem Bericht hättet ihr Unmengen an grüner Flüssigkeit übergeben.“ fragte Mel.

„Gift… hauptsächlich Gift musste ich nehmen, aber dank diesem…. GNNRRGH… Vampir Justus bekam ich eine Giftimmunität und das wäre schon eigentlich mein Todesurteil gewesen. Ich hatte keine Bedenken gehabt, mich zu töten, damit auch Acula stirbt…“ und musste aber feststellen… das sie nun „Clean“ war und somit kein Suchtproblem mehr hatte… „Eher kommt mein Vater vorbei und bietet mir die Freundschaft an, ich werde vermutlich immer noch nach Gift gieren.“ dachte Sina sarkastisch.

„Letztendlich haben eure Freunde alles daran gesetzt, dass ihr hierher kommt, trotz der vielen Problemen, die sie mit euren Flügeln hatten.“ beendet Mel ihren Bericht und Sina wusste nicht, was sie dazu sagen sollte. Klar, Sherry hat da etwas angedeutet, aber nun verstand Sina es besser.

„Herrin… was habt ihr nun vor?“ fragte Mel nun vorsichtig, aber Sina schüttelt nur den Kopf. „Ehrlich? Ich habe wirklich keine Ahnung. Nun bin ich wirklich… überfordert mit der Situation…“

„Vielleicht kann ich euch ein bisschen aufmuntern. Vor ein paar Tagen haben ein paar Schreiner ein… Klavier gebracht. Wir haben es in euer Musikzimmer gestellt, aber ich kann es euch hochbringen.“ grinste Mel unsicher.

„Huch? Ja… warum nicht…“ nahm Sina das Angebot niedergeschlagen an und Mel verschwand. Auf einmal klopfte es wieder an der Tür und Neia öffnete sie, dahinter stand Louis.

„Können… wir reinkommen?“ fragte die Magierin und Sina nickte nur. Beide Abenteurer kamen rein und schlossen die Tür.

„Wie… geht es dir?“ fragte nun Louis nach ihrem Zustand. „Beschissen wäre das nächste Wort, was mir einfällt…“ bekam er als Antwort zu hören.

„Ich nehme an… das Mel dir alles berichtet hat.“ sagte Neia und sah es in den Augen von Sina, dass sie Bescheid wusste. Sina drehte den Kopf zur Seite, als würde sie sich schämen. „Ja… sie hat mich… auf den neuesten Stand der Dinge gebracht…“

„Dann… weißt du auch, dass wir miteinander reden müssen.“ wirkte Louis ebenso niedergeschlagen und konnte Sina ebenso nicht in die Augen schauen.

„ … Vermutlich schon…“ murmelt Sina. „Es ist für uns alle nicht einfach, aber wir würden wirklich von dir die Wahrheit wissen, das Recht solltest du uns doch zugestehen oder? Nach allen … Gefahren die wir zusammen erlebt haben?“ setzte Neia Sina ein bisschen unter Druck, diese seufzte aber nur.

„Vermutlich… hast du recht. Können wir… das heute Abend dann besprechen? Ich… hoffe das ich mein Flügelproblem bis dahin kontrolliert bekomme…“ schaute Sina ihnen immer noch nicht in die Augen. Neia und Louis schauten sich an und nickten sich zu.

„Kein Problem, lass dir ruhig Zeit.“ versuchte Louis Sina… zu beruhigen. „Gibt es… eine Möglichkeit auch ohne eine Fähigkeit den Status einer Person zu sehen?“ fragte Sina auf einmal.

„Erm… glaube in der Gilde gibt es spezielle Brillen, warum?“ wundert sich Neia. „Bringt so viele mit wie es geht… dass… könnte meiner Erklärung vielleicht ein bisschen helfen…“ erklärte Sina.

„Das können wir schon organisieren… Wir lassen dich dann wieder alleine.“ verabschieden sie Neia und Louis. Sina legte wieder ihren Kopf auf den Tisch, als wieder die Tür aufging und Mel das Klavier in das Zimmer schweben lässt.

„Hier ist das Klavier!“ rief Mel freudig und schloss die Tür mit ihren Geisterkräften. Sina war… erstaunt, wie schön das Klavier geworden ist. Überall waren unterschiedliche Muster eingraviert. Der Geist stellte das Klavier an die Wand und ließ Sina mit dem Stuhl zum Klavier schweben.

„Hmm, daran könnte ich mich schon gewöhnen.“ dachte Sina. Die Heldin wurde vorsichtig vor dem Klavier abgestellt und Sina streichelt mit ihrer Hand über das Holz.

Dann klappte sie die Verrieglung auf und sah alle Klaviertasten. Sie betätigte eine Taste und hörte sich den Klang an. „Das… ist perfekt!“ lobte Sina die Schreiner.

„Und was werdet ihr spielen?“ fragte Mel neugierig und Sina musste nun über den Geist schmunzeln. Am Anfang gegeneinander gekämpft und gegen den ihren Willen zum Diener gezwungen, sitzen sie gemeinsam im Zimmer und wollen nur der Musik lauschen.

Sina atmet tief ein und aus, legte dann ihre Hände auf die Tasten und fing… „My Heart will go on“ zu spielen. Erst war Sina sich unsicher gewesen, ob es funktionierte, aber dank des Systems auf der Welt konnte sie es ohne Probleme spielen. Dann spielte Sina „Amélie“.

Mel lauschte der Musik und öffnete leicht die Zimmertür, ohne das Sina es sieht. Jeder Gast in der Villa… hatte seine eigenen Gedanken bis alle auf einmal die Musik, die Sina spielte, hörten.

Louis stand im Flur und hatte sich über die Aktion von Mel gewundert, bis die Musik ihn ergriff. Er lehnte sich an die Wand und ließ sich herunterrutschen, bis er saß, dann lauschte er der Musik. Der Schwertheilige wusste, das Sina Musik spielte mit Mel und den Vampiren und hat selten mitbekommen, was sie in ihrem Zimmer veranstalten, aber nun?

Er schämte sich, dass er Sina nicht wirklich in die Augen schauen konnte, zusätzlich belasten ihn noch weiterhin die Schuldgefühle, aber die Musik… die er zu hören bekam, war voller Traurigkeit, dass es ihm schwerfiel, die Tränen zurückzuhalten.

Suki war in der Küche und bereitete den Lieblingstee für Sina. Sie hat der Herrin unterschiedliche Teesorten gekocht und ihr Gesicht dabei beobachtet, ob er schmeckte oder nicht und bei einem schien es Sina wohl am besten zu schmecken.

Ohne das Sina es wusste, hat Suki dann immer zu… „schlechten“ Zeiten immer ein und den selben Tee serviert und danach ging es Sina öfters besser, bis Suki die Musik hörte und anfing zu tränen. „Herrin… bitte verlassen sie uns nicht…“ murmelt Suki, die auf einmal böses ahnte.

Nun spielte Sina das traurige Lied „Isolation“. Wenn Mel weinen könnte, hätte sie es getan.

Erilag und Thomddir waren in ihrem Zimmer und stoßen gemeinsam über den Tod von Dragos an sowie über den Heldenmut von Dezeal, als sie die Musik hörten. Sofort wurden sie davon ergriffen und es war Thomddir, der ungehemmt seinen Tränen freien Lauf ließ. Erilag wollte ihn trösten, aber… er saß nur da und hatte auf einmal seine eigenen traurigen Gedanken.

Melaine saß im Zimmer von Neia und kuschelt mit ihrem Wolf, als sie die Musik hörte und sofort weinen musste, denn sie sah nun ihren anderen Wolf vor Augen. Ihr Wolf merkte sofort den Stimmungswechsel und versuchte Melaine zu beruhigen.

Das nächste Lied war „It´s hard to say goodbye“. Sina kennt all diese Lieder aus ihrer alten Welt und spielte sie direkt auf ihrem Klavier.

Sherry war bei ihrer Arbeit sehr unkonzentriert und mit der Situation überfordert, dabei wollte sie doch nur die Hemden ändern, damit Sina sie anziehen konnte… Bis die Musik bei ihr ankam. Sie lauschte und wusste sofort, dass es Sina war, die da spielte. Ohne es zu merken, liefen ihr die Tränen und… bekam das dumme Gefühl, als wäre es ein Abschiedslied. Mit neuer Motivation konzentrierte sich Sherry auf ihre Arbeit.

Falko und Christopher saßen unten auf der Treppe und ließen die Musik auf sich einwirken. Unbewusst waren sie in der Nähe des Zimmers von Sina gewesen, weil sie nichts zu tun hatten und lauschten der Musik. Sie waren nicht so nah am Wasser gebaut, aber die Musik… brachte sie dazu, nachzudenken.

Neia hatte sich in die Gilde teleportiert, um den anderen Bescheid zu geben, dass es ein Gespräch am Abend gibt und versucht so viele Identifikation-Brillen zu organisieren wie möglich. Leider verpassen die Magierin, die Zwillingsvampire, aber auch Kunz, Mariel, Onesta und Castien sowie Prashi und Ma Shi die Musik von Sina.

Sina hörte auf zu spielen und drehte sich zu Mel um. Ohne zu wissen wieso, wusste Sina, dass Mel versuchte zu weinen. „Herrin… warum sind diese Lieder so traurig?“

„Weil ich mich so fühle. Mit Musik kann man seine Gefühle vermitteln.“

Kapitel 143

Ich bin wiedergeboren und die Suche nach der Wahrheit?

Alle Personen haben diesen Satz von Sina gehört und sitzen nun entgeistert wieder im Wohnzimmer. Sherry hat Sina noch zugedeckt, aber.. ihr fiel dazu nichts ein. Niemand hat mit so einer Aussage gerechnet.

Christopher scheint sich den Mut gefasst haben und stand wieder vor ihnen. „Das… war nun unerwartet. Ich habe eigentlich mit vielem gerechnet, aber nicht, das Sina… wusste, was es mit den Flügeln auf sich hat. Persönlich habe ich nichts gegen Sina und bin ihr auch in vielen Dingen dankbar, aber…

Wenn ich an die Aussage von Acula denke, die er in der Empfangshalle geäußert hat, habe ich mir schon ein paar Gedanken gemacht, aber dies beiseite geschoben, weil ich vermutet habe, dass der Vampir einen Keil zwischen uns treiben will.“

Nun meldet sich Louis: „Ich… habe euch nicht alles erzählt im Kampf gegen Jasper… Er war felsenfest davon überzeugt… das Sina kein Mensch ist und das die… Götterbestie in der Vergangenheit, wo ein Dämon und ein Mensch gemeinsam dagegen gekämpft haben, noch am Leben wäre.“

„Bitte? Die Götterbestie soll noch leben?!“ staunte Melaine und Louis nickte. „Zumindest begründet er es damit, wäre sie getötet worden, dann hätte jeder so eine Anzeige bekommen, wie es bei Titanus der Fall war, ist es aber nicht. Die Herrscher… können gewisse Informationen unterdrücken, aber so eine Anzeige, die jeder bekommt? Da… muss ich Jasper dann leider doch zustimmen, dass etwas faul an der Geschichte ist, zumindest ob es getötet wurde.

Auf jeden Fall soll Sina einer Rasse angehören, die ich… wir aufs Blut bekämpfen würden, wenn wir ihr Geheimnis kennen, darüber war er sich sehr sicher gewesen…“ murmelt Louis niedergeschlagen.

„Sina ist nun… wirklich eine geheimnisvolle Person, aber ich habe ihre Menschlichkeit nie infrage gestellt.“ strich Ma Shi besorgt seinen Bart.

„Leute, es hilft nichts, dazu müssen wir sie befragen.“ brummte Falko, aber Neia mischte sich nun ein. „Ihr kennt alle Sina und… sie hat ein sehr gutes Talent uns zu manipulieren. Ich will nicht behaupten, dass es feindliche Absichten waren oder so. Immer wenn ich versucht habe gewisse… Information aus ihr herauszukitzeln, schaffte sie es immer, dass ich unbemerkt das Thema gewechselt habe… so wie in einem Schachspiel.“

„Die einzige Chance Sina festzunageln ist, dass wir ihr keine Chance geben sich herauszuwinden, doch ist es denn möglich?“ dachte Christopher laut.

„Warum… geht ihr gegen Sina so hart vor?“ fragte Sherry auf einmal, weil sie ihren Ohren nicht trauen will.

„Sherry… nichts für ungut. Jeder hat seine Geheimnisse und es steht ihm sogar das Recht zu, aber… bei Sina sind es zu viele Geheimnisse, wo man sich nun doch fragen muss, ob sie… nicht doch gefährlich werden könnten. Es ist ihre Stärke als Person, aber auch die anderen Talente, die uns immer wieder ins Staunen bringen.“ erklärt Neia vorsichtig.

Christopher holt die Tafel aus dem Nebenraum und wischt die Namen der Vampire weg. „Ich möchte gerne ein Profil von Sina erstellen und brauche eure Hilfe. Was wissen wir über sie, was haben wir über sie gehört und was hat sie selber davon bestätigt? Ich will Sina gerne besser verstehen und dieses Misstrauen, was sich in mir angesetzt hat, wieder loswerden. Denn ich halte Sina weiterhin für eine Person, der man vertrauen kann, aber sie sollte uns dann auch ebenso vertrauen können.“

Die Personen im Wohnzimmer schauten sich gegenseitig an und Mariel fing damit an, über Sinas Kindheit zu erzählen, dass sie direkt zum Training gezwungen wurde und keine wirklichen Freunde hatte.

Das sie einen Todeskampf durchziehen musste ohne Waffen und durfte ihre Gegner nicht töten und das ihr Vater sogar stärker sei, als sie selber. Bei dieser Aussage grübeln nun die SSS-Abenteurer.

„Wenn… ihr Vater wirklich stärker ist, dann hätten wir doch von ihm gehört. Sina konnte es mit Acula aufnehmen, wie stark ist dann ihr Vater?!“ murmelt Thomddir. Sherry sagte bei der Aktion nichts und ist in ihrer eigenen Gedankenwelt vertieft.

„Ah… mir fällt ein, ich habe sie nach ihrer Heimat gefragt, aber sie wüsste nicht, wie man zurückkehren könnte.“ erinnert sich Onesta an den einen Abend.

„Hmm… sie hat viel von ihrer Kindheit erzählt, aber wo ihre Heimat liegt da macht sie irgendwie immer einen Bogen herum, als wäre es ein Problem.“ Erilag

„Ansonsten hat sie das Schachspiel mitgebracht und andere Spiele, die sie den Kindern im Waisenhaus beigebracht hat. Dazu die Musik, die sie spielt und soll auch eine wunderschöne Stimme beim Singen haben.“ Ma Shi

„Wir können leider nichts dazu sagen, denn ihre Werte haben sich immer noch ununterbrochen geändert.“ „Wir haben uns auch nie Gedanken darüber gemacht, dass sie kein Mensch sein könnte.“ Tio/Mio

„Da wäre noch dieser Spartus wenn ihr euch erinnern könnt. Sie schien geradezu besessen nach ihm zu sein.“ Thomddir

„Vergiss nicht die Illusionsmagie, die sie eingesetzt hat!“ Melaine

Christopher schrieb das alles auf die Tafel und versuchte ein System zu behalten. Was Sina selbst erzählt hat, hat er unterstrichen und was alle erlebt haben, bekam zwei Striche darunter. Zusätzlich werden die Aussagen aufgenommen, die die Vampire ihnen erzählt haben und das sie definitiv kein Mensch ist.

„Hmm… wenn ich ehrlich bin… sind das alles Dinge, die wir wissen und nicht anzweifeln oder? Nur woher sie kommt ist eher das eigentliche Problem.“ murmelt Christopher, als Neia wieder was eingefallen ist.

„Warte… eine Aussage fehlt… erinnert ihr euch noch, als Acula fast ausgeflippt ist über den Tod von Justus? Da war dieser eine Satz gewesen, bevor er den Boden zertrümmert hat… Melaine und Thomddir waren da schon bewusstlos gewesen, aber ihr drei Herren habt ihn doch ebenso gehört…“ wirkte Neia nun etwas ängstlich.

Louis, Falko und Christopher grübeln nun selber, was Neia meinte, als Louis es wieder einfiel und nun verstand, warum Neia anfing zu zittern…

„Dann werde ich das dämonische Miststück selber erledigen…“ flüstert Louis und im Raum wurde es wieder totenstill…

Christopher und Falko fielen ebenso der Satz ein und Christopher versuchte mit all den Informationen eine Verbindung zu finden.

Es dauerte mehrere Minuten, dann sprach er es aus… „Ich muss annehmen… das Sina ein Dämon ist.“ Sherry hielt sich die Ohren zu und wollte es nicht wissen, dabei fing sie an zu tränen.

„Nichts für ungut… aber… die Barriere von Deymonlia steht doch noch oder? Wenn sie wirklich eine Dämonin sein soll, kommt sie entweder aus Deymonlia oder aber ihre Eltern waren noch außerhalb von Deymonlia, bevor die Barriere erschaffen wurde. Wenn die Barriere weg wäre, hätten wir das bestimmt alle mitbekommen.“ warf Mariel ein.

„Hmm… sie hat einen Vater und mehrere Geschwister, deren Zustand ihr aber unbekannt ist… Wieso hänge ich so an dem Vater? Er ist ein Anführer und der stärkste von allen… wenn man das… mit Dämonen kombiniert… kenne ich nur eine Person, die der Vater sein könnte…“ brummte Falco.

„Du willst jetzt nicht sagen, das Sina die Tochter des Dämonenkönigs ist oder?“ zweifelt Castien nun doch sehr.

„Ich will nichts sagen, aber ich sehe es einigen an, die die selbe Idee haben und spreche es als erstes aus. Ob… da was dran ist, kann… Sina nur letztendlich bestätigen.“ wehrte Falko sich.

„Wenn Sina wirklich ein Dämon „wäre“, dann entspricht das aber nicht der Natur der Dämonen. Sie hätte nicht die Untoten aufgehalten, sondern vermutlich eher unterstützt. Sie hätte die Königskinder vermutlich eher getötet, als beschützt und lebend zum Königreich zurück gebracht. Sie wäre nicht mal eine Abenteurerin gewesen und Osnain hätte einen Krieg mit Efrana geführt, während Tuzato sich wieder zurücklehnen kann!“ wurde Prashi nun etwas laut, denn sie will nicht glauben, dass Sina wirklich ein Dämon ist.

„Und es hätte nicht mal das Gespräch, was wir nun führen, existiert… Titanus würde lebend auf Alliancia herumtrampeln und der Vampirclan weiter seinen Machenschaften nachgehen.“

„Nun… Sina ist in vielen Dingen zwar eine sehr widersprüchliche Person, nur… es klingt ein bisschen einleuchtend, wenn sie ein Dämon ist, auch wenn sie keinerlei dämonische Merkmale hat. Sie hat die Stärke dafür und wir dürfen auch nicht ihre Magie vergessen. Eine Magieart, die man laut Neia nicht erlernen kann.“ meint Christopher.

„ … Und… was wollt ihr nun machen, wenn Sina wirklich ein Dämon ist?“ fragte nun Sherry und es herrschte wieder Stille im Raum.

„Wollt ihr sie bekämpfen weil sie „eventuell“ ein Dämon sein „könnte“? Ich dachte, sie wäre eine Freundin für uns alle!“ schniefte Sherry und keiner sagte noch was.

„Ihr könnt das weiter ohne mich bereden, ich gehe zu Sina und werde auf sie aufpassen!“ verschwand Sherry. Man hörte wie sie die Treppe hoch rennt und wie eine Tür zufiel.

„Wollt ihr etwas dazu beitragen Mel und Suki?“ fragte Neia beide Damen, die bisher nur stumme Zuschauer waren.

„Bedaure, aber Lady Sina ist meine Herrin und selbst wenn sie ein Dämon „wäre“ bleibt sie weiterhin meine Herrin.“ antwortet Suki kurz angebunden. „Ich weiß von nichts.“ stöhnte Mel und verwand, damit hat sie sich nun sehr verdächtig verhalten.

„Es bringt nichts weiter darüber zu diskutieren, denn letztendlich muss Sina es bestätigen, aber damit hätten wir etwas, womit wir sie konfrontierten können.“ meint Christopher am Ende.

„Aber in einem hat Sherry recht, was machen wir… wenn sie wirklich ein Dämon ist? Ich… will es mir nicht mal vorstellen, gegen sie zu kämpfen!“ sagte Kunz es sehr ernst.

„Wir hätten vermutlich auch gemeinsam nicht die Chance… dafür das sie letztendlich gegen Acula mithalten konnte, während wir es nicht mal ansatzweise konnten…“ murmelt Melaine.

„Leute… lasst uns einfach erst das Gespräch mit Sina suchen. Ich glaube nicht, dass… es zur Gewalt kommen wird. Sina kann böse werden, aber sie hat auch nie wirklich die Hand gegen uns erhoben außer wir haben uns mit ihr duelliert.“ schlug Louis vor, der lange still gewesen war.

Sherry lag neben Sina im Bett und musste fürchterlich weinen. „Ich… verstehe die Welt nicht mehr…“ murmelt Sherry, während Sina am schlafen war. „Was soll ich machen… wenn du wirklich ein Dämon bist?“

„Nun bin ich… ein bisschen enttäuscht von dir.“ stöhnte jemand hinter Sherry. Sie drehte sich um und sah Mel schweben.

„Wi… wieso?“ stottert Sherry und Mel wirkte, als müsste sie seufzen. „Ihr liebt sie oder?“ fragte Mel und Sherry nickte.

„Ist… es denn so schlimm, wenn sie ein Dämon wäre oder ein Vampir? Vielleicht auch eine Rasse einer untergegangen Zivilisation oder sogar eine Dienerin der Göttin oder des dunklen Gottes? Ich meine vernommen zu haben, dass es Sina egal war, welche Rasse ihr Partner sein soll, sollte es dir dann nicht auch… egal sein?“

„Aber Dämonen sind doch… immer unsere Feinde gewesen…“

„Und?“

„Wie… und?“

„Wie lange bist du mit der Herrin nun unterwegs? Von allen anwesenden Personen im Haus bis du die Person, die sie am längsten begleitet hat und euch scheinbar am meisten vertraut. Sie hat euch vor den schlimmsten Gefahren herausgehalten und trotzdem hat die Herrin euch die besten Lehrer organisiert, damit ihr euch verteidigen könnt.“

„ … “

„Letztendlich… sollte es euch ebenso egal sein, welcher Rasse sie angehört oder? Soll sie doch ein Dämon sein, dann wird eure Beziehung… bestimmt ziemlich spannend werden.“ kichert Mel auf ihre unheimliche Art und Weise.

„Nun… wirst du wirklich unheimlich…“

„Ich glaube… das die Herrin euch ebenso liebt, nur weiß sie es nicht. Niemand legt sich so ins Zeug, wie die Herrin es für euch tut und… ihr könnt sagen was sie ihr wollt, aber das geht über die Freundschaft hinaus.“

„Eh?!“

„Schlaf die Nacht mit ihr und hört auf darüber nachzudenken, denn sonst bekommt ihr Augenringe und das würde euer schönes Gesicht nun doch verunstalten.“

„ … Danke… vielleicht sollte ich das wirklich tun…“

Kapitel 142

Ich bin wiedergeboren und mein größter Fehler?

Im Wohnzimmer war es noch nie so voll gewesen wie jetzt. Suki hat zwar die Möbel umgestellt, aber trotzdem wirkte der Raum sehr klein wenn:

Louis, Neia, Christopher, Falko, Thomddir, Melaine

Kunz, Mariel, Erilag, Onesta, Castien

Ma Shi, Prashi, Tio/Mio sowie Sherry und Suki anwesend sind.

Einzig Mel hat keine Probleme damit. Die Hausdienerin wollte die Stühle aus der Küche holen, aber stattdessen hat sie große Sitzkissen gebastelt, wo zumindest die Zwerge und Melaine sich einkuscheln. Die SSS-Abenteurer haben sich abgesprochen, dass Christopher die Erklärung abgeben soll, was ihm nicht wirklich behagte.

Nun stand er vor der Menge, die ihn alle anschauten. „Bevor… ich anfange, würde ich gerne von euch wissen, Mio und Tio. Kann das Blut eines Vampirkönigs solche Veränderungen verursachen? Sina bekam bei ihrer… letzten Aktion eine geringe Menge Blut von Acula in ihrem Körper.“

„Tut mir leid, aber das wissen wir nicht. Wir wissen zwar, das unser Blut eine heilende Kraft hat, aber die älteren geborenen Vampire müssen schon ziemlich über ihren Stolz springen, damit sie es abgeben.“ „Vor allem… unser Vater hätte in diesem Leben nicht auch nur ansatzweise sein Blut einem… „Vieh“ gegeben. Wie das bei unseren Verwandten ist, wissen wir nicht.“ erklären die Zwillingsvampire abwechselnd.

„Hmm, schade. Ok dann fange ich an…“ beginnt Christopher mit der Erzählung:

Die Reise nach Tuzato und wie Sina das Problem mit den Grenzwachen gelöst hat, Ma Shi schlug sich mit beiden Händen ins Gesicht und musste seine Tränen unterdrücken…

Das der Vampir Jasper sie in der Nacht aufgesucht hat und von Sina vermöbelt wurde, wo dann einige Abenteurer schmunzeln mussten.

Wie sie von dem vampirischen Hausdiener ins Schloss geführt und von dem Schlossherren Acula begrüßt wurden und gegen ihre Willen zum Spiel gezwungen wurden. Ab dort erzählt jeder SSS-Abenteurer seinen Kampf.

Dragos, der von Thomddir besiegt wurde, Falkos Kampf mit dem Axtkämpfer Warren, Christopher mit der verrückten Vampirfrau Karlene, Neia die sehr ausführlich den Kampf gegen Fae beschrieb.

Melaines Kampf gegen Tallon und wie sie ihren Wolf verloren hat, aber die Anwesenden waren viel mehr über die Einstellung des Vampirs erstaunt. „Bevor… er gestorben ist, sollte ich euch sagen, das es ihm leid tut.“ sagte Melaine zu den Zwillingen, die sehr schweigsam waren.

„Tallon hat noch nie eine Person getötet und ist stolz auf uns?“ „Aber warum… ist er uns dann immer aus dem Weg gegangen?“ fielen die Tränen von Mio und Tio.

„Das… kann ich nicht sagen, aber es war ihm scheinbar sehr wichtig gewesen, wenn es seine letzten Worte waren.“ schluckte Melaine. Prashi und Sherry nahmen sich je einen Vampir zur Seite und trösten sie.

Dann erzählte Louis sein Kampf gegen Jasper und das er seine Probleme mit Jasper hatte im Gegensatz zu Sina, dabei verschwieg er aber das Gespräch und die Andeutungen, die Jasper öfters gemacht hatte.

„Wenn ich den Zeitablauf richtig verstanden habe, wurdet ihr dann in der Stadt angegriffen oder?“ überlegte Louis laut und die anderen Abenteurer nickten ihm zu.

Suki hat mit Mel die Villa verteidigt und hatten scheinbar keine nennenswerten Probleme gehabt im Gegensatz zum Angriff in der Gilde. Kunz und Castien erzählten aus ihrer Sicht, wie der Kampf verlaufen ist und das Castien für eine Information fast gestorben wäre.

Dann schauten alle Sherry an, die nur seufzte. Sie berichtete von dem Kampf gegen den Anführer Kain, aber verschwieg ihnen, dass sie Hilfe von ihrem Schwert hatte. Dann zog sie ihre Kleidung am Kragen ein bisschen runter und man sah eine große Narbe.

„Das… war der letzte Schlag von diesem Kain gewesen. Ich habe zwar sein Herz durchstoßen, aber scheinbar hatte er irgendwie noch die Kraft gehabt, mir diesen Schlag zu geben bevor er sich in Asche verwandelt hat. Mit letzter Kraft wollte ich mich noch selber heilen, aber…“ hörte Sherry mit der Erklärung auf und die Vampire übernahmen es.

„Wir haben sie bewusstlos und blutend vorgefunden und die gesamte Gasse war total zerstört gewesen, also haben wir sie sofort mit Erster Hilfe versorgt und zur Gilde gebracht.“ „Genau, dank Mariel, Ascal und dem Gildendoktor ist sie irgendwie noch dem Tod entkommen, aber hat dafür nun diese große Narbe, die schräg über ihren Körper geht.“

„Dafür hat sie aber den stärksten erschaffenen Vampir nach Ludwig Kelmont getötet!“ „Kain war nämlich ein SSS-Monster und für viele… Attentate zuständig, die er im Auftrag unseres Vaters getätigt hat.“ lobten die Zwillinge ihre Freundin, die nun einen roten Kopf bekam.

„Nun, scheinbar sollten wir überlegen, dass Sherry ebenso in die S-Liga kommt, wenn sie es mit einem solchen Kaliber aufnehmen kann.“ grinste Thomddir. „Mit der neuen Änderung? Definitiv.“ stimmte Falko zu, aber Ma Shi schaute sie nur verwundert an.

„Ah… ich habe vergessen, das Buch abzugeben.“ meldet sich Neia und bekam von den SSS-Abenteurern böse Blicke. Sie klärten Ma Shi über die Änderung in der Aufnahme auf und er fand die Idee gut.

„Nun, hier sind ja genug Abenteurer anwesend die in der S-Liga sind, wer ist dafür dass Sherry eine Chance verdient?“ fragte Ma Shi in die Runde und alle hoben ihre Hände hoch, sogar die, die keine Abenteurer sind.

„Eh?! Aber muss ich nicht…“ wollte Sherry widersprechen, aber eine Hand fiel auf ihre Schulter. Es war die von Thomddir, er stand sehr nah an ihrem Gesicht. „Du schaffst das schon, immerhin bist du doch die Gefährtin von Sina oder? Da solltest du ja kein Problem mit einem S-Auftrag haben.“ grinste er sie an und Sherry musste nun doch schwer schlucken.

„Dann wäre das geklärt, wenn ich das Buch dann vielleicht haben dürfte? Es war sehr leichtsinnig von euch Neia, es in eurem Inventar zu vergessen.“ kommentierte Ma Shi nur und Neia hatte einen roten Kopf, aber gab ihm das Buch.

In der Zeit erzählte Christopher die Geschichte weiter, betonte aber, dass er den Kampf mit Sina und Justus leider nicht wiedergegeben werden kann, nur dass das Schloss immer am rumpeln war.

Wie sie sich für den letzten Kampf vorbereitet haben und dann gegen den Schlossherrn Acula gekämpft haben… man sah den SSS-Abenteurern an, dass sie sehr schwer daran zu kauen hatten, denn Acula hat einen nach dem anderen ohne große Schwierigkeiten fertig gemacht.

„Es war wie Tag und Nacht gewesen, die Kinder konnten wir zwar relativ knapp besiegen, aber Acula? Keine Chance, der war wirklich ein SV-Monster vom Feinsten gewesen.“ schüttelt Christopher frustriert den Kopf.

Als Acula dann gegen Neia vorgehen wollte, bebte das ganze Schloss und Acula war erzürnt gewesen, dass Justus ebenso verloren hatte und zerstörte den Thronsaal um schneller an Sina zu kommen.

„Ab dort haben wir uns in Gruppen aufgeteilt, denn Melaine und Thomddir wurden von ihm bewusstlos geschlagen, also hat Falko auf sie aufgepasst, während ich wieder hochgeklettert bin um an das Elixier zu kommen, was wir extra für Sina aufbewahrt hatten. Den Rest müssen Louis und Neia weitererzählen.“

Der Schwertheilige und die Elementarmagierin schauten sich an und so übernahm Louis die Erklärung.

Wie sie sich sofort auf den Weg gemacht haben, aber mit einer gefährlichen Aura konfrontiert wurden, so das Neia einen Schutz auf sie zaubern musste. Anschließend betraten sie den Kampf zwischen Acula und Sina.

Man sah ihm an, das Louis ein sehr großes Problem hatte, weiterzuerzählen, also übernahm Neia es. „Sobald wir den Raum betreten hatten, wollte Acula… Louis töten, nur hat Sina den Todesschlag abgefangen und hatte ein sehr großes Loch im Bauch gehabt… wo man durchschauen konnte…“

Scheinbar wird Louis mit Schuldgefühlen geplagt, aber es war Sherry die ihn etwas beruhigt. „Louis, scheinbar sah Sina einen Freund in dir, sonst hätte sie dich nicht beschützt. Sie… hat ihre brutalen Seiten, keine Frage, aber für ihre Freunde springt sie nun wirklich in tödliche Gefahren. Es ist nicht DEINE Schuld, das Acula so einen verdorbenen Charakter hatte und dies ausnutzte.“

„ … Danke.“ nickte Louis. Ab da übernahm Louis die Erklärung weiter, der wieder versucht hatte, gegen Acula anzukommen, damit Neia zu Sina kommen kann, aber Acula hat Louis einfach beiseite geschlagen und wollte Neia töten, als Sina wieder in den Kampf eingriff und in Augenhöhe mit ihm gekämpft hat, trotz der starken Bauchwunde.

Das Sina von Neia verlangt hat, den stärksten Lichtzauber einzusetzen und Acula den Plan durchschaut hat, als… Sina ihre Magie eingesetzt hat. Die, die Illusionsmagie von Sina nicht kennen, war es komplett neu gewesen zu hören, dass selbst Sina zaubern kann.

„Sie hat einfach die Magie von Neia verschwinden lassen und damit Acula in eine Falle gelockt…“ schüttelt Louis den Kopf, als würde er es selber nicht glauben wollen. Als Sina es dann geschafft hat den Vampir in den Kreis zu bekommen, hat sie ihn vor Ort mit einem Schwert festgesetzt und sich selber an dem Vampir festgehalten, so dass beide die Magie abbekamen.

Sherry fing an zu weinen, als sie es hörte. Für sie war es ein De ja-vü, denn diese Szene kann sie sich wirklich bildlich vorstellen und auch die Zwillingsvampire.

„Da… Sina so einen Schritt gegangen ist, musste sie scheinbar selber mit ihren Kräften am Ende gewesen sein. Erst ein Kampf gegen Justus und dann direkt gegen Acula mit dieser Wunde?“ murmelte Louis. Dann übernahm Christopher weiter, denn ab diesen Punkt waren wieder alle Abenteurer zusammen.

„Beide bekamen die Magie voll ab… Sina komplett schwarz verbrannt und Acula war nicht wieder zu erkennen und fiel zu Boden, Sina dagegen war… wie im Turnier noch bei Bewusstsein, als Acula sie von hinten angegriffen hat und in ihren Hals biss.“ schildert Christopher die Situation und den letzten Akt den Sina getan hat…

Sich selber mit dem Schwert in die Brust gestochen und das Herz von Acula zerstört. Es war eine Totenstille im Raum, denn diese Information musste jeder erst verarbeiten. Nun war es Mio, die Sherry tröstete, die ungehemmt ihre Tränen fließen lies und nun verstand, warum eine Narbe an der Brust von Sina war, aber auch am Bauch.

„Sina lag im Sterben, aber wir konnten ihr rechtzeitig das Elixier zum Trinken geben und sie hat es überlebt… nun fingen die Probleme erst richtig an.“

Wie Sina auf einmal Anfing diese grüne Flüssigkeit zu übergeben. Danach konnten sie Dank der Hausdiener das Schloss wieder verlassen, dabei erzählte Christopher NICHT, was der Butler ihnen über die neuen Clanführer, nämlich Tio und Mio, erklärt hat, denn das ist eine Geschichte für später.

Das sich auf dem Weg zu ihrer alten Lagerstelle Sina nochmal übergeben hatte und extrem hohes Fieber hatte. „Wie eine Süchtige auf Entzug und wir wussten nicht mal, was ihr fehlte.“ wirkte Christopher traurig.

Der Kampf gegen Sina, als sie ihren Fiebertraum hatte und die Abenteurer alle angegriffen hat und immer wieder laut und hasserfüllt Drohungen an Spartus gerichtet hat und ihre Illusionsmagie wieder eingesetzt hatte.

„Diese Illusionen… wäre Sina nicht so geschwächt gewesen vom Fieber… das hätte übler ausgehen können…“ murmelt Thomddir und Christopher bestätigte dies, denn er war wirklich dem Tode nah gewesen, als Sina schreiend vor Schmerzen zu Boden fiel und Christopher die Chance nutze, um sie zu betäuben.

„Im Kampf hat sie sich immer wieder übergeben, aber danach ging es Sina besser, zumindest glaubten wir es, denn das Fieber ging zurück.“

Und dann kam das eigentliche Drama. Als sie im Dorf ankamen, bekamen sie sofort eine Gaststätte, wo sie Sina unterbringen konnten, aber am Abend… Christopher gab sich Mühe, es nicht zu detailgetreu zu erzählen, aber dort sind ihr die Flügel gewachsen.

In Panik haben die Abenteurer versucht, alles zu verheimlichen und Sina aus dem Dorf zu schaffen, damit es ein Geheimnis bleibt. Sie sind an mehreren Rittergruppen vorbeigefahren und Louis hat es irgendwie geschafft, dass sie ohne Probleme wieder durch die Grenze reisen konnten, obwohl man nach Sina verlangt hat.

„Und nun sind wir hier.“ beendet Christopher. Es war sehr spät Abends gewesen, die Geschichte hat sich in die Länge gezogen. Suki hat mehrmals neue Getränke besorgt sowie kleine Naschereien, so dass sie sich alle konzentrieren konnten.

„Deswegen seht ihr alle so aus, als wärt ihr zehn Jahre älter geworden.“ „So was laugt einen nun wirklich aus.“ kommentieren die Zwillinge, aber die SSS-Abenteurer ignorierten dies.

„Ich… spreche jetzt nur für mich als Gildenmeister, aber… Was ihr geschafft habt, damit meine ich alle Abenteurer im Raum die an den Kämpfen beteiligt waren, ich bin stolz auf euch.

Ihr habt einen Vampirclan erfolgreich besiegt und viele Massenmörder von dieser Welt getilgt. Ihr habt es sogar geschafft, alle zu überleben! Ihr habt nicht einen Moment gezögert, euren Kameraden in höchster Not zu helfen. Ihr habt sogar die Neutralität bewiesen.

Es tut mir für Mio und Tio leid, aber sie selbst werden einsehen, dass es das Beste war, ihre Familie aus der Welt zu schaffen.

Ihr könnt alle auf euch stolz sein, ein Abenteurer zu sein. Ihr habt bewiesen, was es heißt, ein Abenteurer zu sein.“ stand Ma Shi auf und hielt eine Rede.

„Ich möchte nicht behaupten, dass wir in Fanfoss die aufgeschlossensten Abenteurer sind, aber irgendwie… haben wir es geschafft, Mio und Tio in die Gesellschaft zu intrigieren und… wenn weitere Vampire ebenso daran interessiert sind, werden wir ihnen helfen.

Deswegen glaube ich auch fest daran, dass wir das Problem mit Sina ebenso bewältigen können mit ihrem neuen Aussehen. Immerhin hat sie ja das Projekt mit den Vampiren gestartet, dann wird sie auch den einen oder anderen Vorschlag im Kopf haben, wie wir das mit den Flügel regeln werden.“

„Noch… weiß sie das mit den Flügeln vermutlich nicht…“ kommentiert Melaine, aber verstand, was Ma Shi ihnen sagen will.

Auf einmal kam Mel von der Decke herunter. „Herrin zeigt Anzeichen des Erwachens.“ stöhnte der Geist und Sherry war die erste Person die aus dem Sessel flog und zu Sinas Zimmer stürmte, der Rest folgte ihr ebenso chaotisch nach.

Sherry riss die Tür vom Schlafzimmer auf und ging an die Bettseite von Sina. Sina stöhnte leicht, als hätte sie Kopfschmerzen, dann öffnete sie ihre Augen. Das Herz von Sherry rutschte in die Hose, als Sherry zwei unterschiedliche Augenfarben sah, vor allem weil der Raum noch dunkel war und das rote Auge leuchtete.

Aber das ignorierte Sherry erst mal und nahm eine Hand von Sina. „Hey… wie geht es dir?“ flüstert Sherry unsicher zu Sina.

„Wo… bin ich?“ flüstert Sina zurück und schloss wieder die Augen. Die anderen waren nun ebenso im Raum und wollten das… Spektakel um nichts in der Welt verpassen, dabei schnipste Neia das Zimmer mit einer kleinen Leuchtkugel etwas heller.

„Du bist wieder zu Hause. Du hast es geschafft.“ flüstert Sherry und streichelt Sina an der Wange. Scheinbar war es für Sina ein gutes Gefühl, denn unbewusst ging ein Flügel leicht nach oben.

„Ich… dachte wirklich… dass ich sterbe…“ flüstert Sina zurück und hatte ein leichtes lächeln im Gesicht.

„Die anderen haben dich im letzten Moment gerettet und dich sofort wieder nach Hause gebracht, du solltest ihnen später danken.“ grinst Sherry.

„Das… sollte ich wirklich tun… Wieso… fühlt sich mein Rücken so komisch an?“ murmelt Sina und nun kam der Moment, wo jeder wissen will, wie Sina reagiert. Sina wollte mit ihrer Hand nach hinten greifen, wird aber von Sherry aufgehalten und Sina schaut Sherry verwundert an.

„Erm… warte. Da ist etwas… was du wissen musst.“ übernahm Sherry das Problem. „Schnell gebt mir einen Handspiegel!“ warf Sherry noch den anderen Abenteurern zu. Sina versuchte mit ihrem Kopf in den Raum zu schauen und sah alle bekannten Personen… und wundert sich, dass alle so gestresst wirkten.

Was Christopher vergessen hatte zu erwähnen, ist das die Augenfarben von Sina sich ebenso geändert haben. Eine Augenpupille war blau, die andere rot.

„Huch? War… ich dem Tod so nah?“ versuchte Sina zu scherzen, aber scheinbar war es doch etwas Ernsteres, aber sie kommt nicht darauf. Prashi hat Sherry einen Spiegel in der Hand gedrückt und Sherry selbst atmet einmal schwer ein und aus.

„Du musst jetzt stark sein. Nachdem… du Acula getötet hast, hat sich bei dir was verändert, deswegen schau dich im Spiegel an.“ erklärte Sherry vorsichtig und Sina tat es. Sie sah sofort, das ein Auge rot wurde.

„Aber… wieso?“ wundert sich Sina. „Ist es das gleiche wie bei Titanus?“ und dann ging ihr ein Flügel komplett hoch vor Aufregung und das sah Sina im Spiegel. Sofort wollte sie sich umdrehen, aber musste mitten drin stoppen, weil ihre Flügel es behindern.

Nun wirkte Sina geradezu panisch, ein ungewohntes Bild von Sina, aber irgendwie schaffte sie es, dass sie ihre Flügel nun sehen konnte, in dem sie sich auf dem Bett aufrichtete. Und dann kam der Satz, der alles veränderte:

„Wieso habe ich nun doch Flügel?“ und fiel ohnmächtig nach hinten.

Kapitel 141

Ich bin wiedergeboren und meine Rückkehr in Fanfoss?

Die Kutscher treiben die Pferde ans Limit und erreichen Fanfoss ein paar Tage früher als erwartet, die Nerven der Abenteurer liegen blank. Neia zaubert wieder den Zauber, wo sie miteinander sprechen können.

„Wir erreichen endlich Fanfoss… Wie sollen wir weiter vorgehen?“ fragte Neia und alle starren Christopher an, der nur schwer seufzte.

„Ich schlage vor, dass einer von uns in die Gilde geht und alle wichtigen Personen zur Villa holt, während der Rest direkt zur Villa fährt und Sina in ihr Zimmer verfrachtet. Sherry… soll sich dann um den Rest mit ihr kümmern. Außerdem sollten wir warten, bis auch wirklich alle Personen da sind, bevor wir unsere Geschichte erklären, ich möchte Ungereimtheiten vermeiden.“ schlug Christopher vor.

„Dann gehe ich in der Gilde. Du bleibst besser bei Sina, sollte doch etwas passieren Doktor Christopher.“ brummte Falko grinsend, während sein Freund die Augen rollt. Die Kutschen fuhren in die Stadt rein und die Abenteurer stellten fest, dass sehr viele Abenteurerpatrouillen herumlaufen.

„Muss hier scheinbar heiß hergegangen sein. Kann mich nicht erinnern, dass beim letzten Mal so viele Patrouillen herumgelaufen sind.“ kommentiert Thomddir.

„Stimmt, der Vampir hat doch gesagt, dass seine Meuchelmörder versagt haben oder? Darüber sollten wir uns aufklären lassen.“ meinte Louis.

Die Kutschen fuhren so nah wie möglich an die Gilde und setzen Falko ab, der sich sofort zur Gilde aufmachte, während die Kutschen nun zur Villa fuhren.

Es dauerte nicht lange, da betrat Falko die Abenteuergilde. Sofort drehten sich alle Abenteurer zu dem Neuankömmling um und hatten ihre Hände an den Waffen.

„Err… beruhigt euch…“ hob Falko die Hände hoch. „Falko?!“ rief eine weibliche Stimme und Falko drehte seinen Kopf zu der Stimme. Es war Prashi die angerannt kam.

„Du bist es tatsächlich! Wo sind die anderen?!“ fing Prashi sofort mit der Befragung an und die Abenteurer schlossen sich ihr an. Falko war es nicht gewöhnt von so einer Menge bedrängt zu werden und bereute, dass er den Job angenommen hat.

„Leute, beruhigt euch! Die anderen fahren gerade zur Villa, weil sie total erschöpft sind, aber ich kann euch beruhigen, wir haben den Kampf gewonnen und es ist niemand gestorben!“ sagte Falko und die Abenteurer jubeln laut auf.

„Bei der Göttin… sie hat unsere Gebete erhört…“ murmelt Prashi erleichtert. „Was ist denn hier passiert? Hier rechnet ja jeder mit einen Angriff.“ hakte Falko nach.

„Wir wurden auch angegriffen und… beinahe wäre Sherry dabei gestorben, als sie gegen den Anführer der Vampire gekämpft hat, ihn aber besiegte.“ berichtet Prashi. Falko riss erstaunt seine Augen auf, denn das Sherry dazu in der Lage war, da muss sich ihr Potenzial nochmal immens gesteigert haben.

„Verstehe… Es ist wichtig, dass ich mit dem Gildenmeister spreche.“ sagte Falko es mit einer Stimme, die keinen Aufschub duldet. „Folge mir.“ nickte Prashi und führte Falko ihr zum Büro.

Statt zu klopfen ging Falko direkt in das Büro rein, wo Ma Shi mit Ascal ein Schachspiel spielte. „Ihr gehört auch zu den Personen, die nicht an die Tür klopfen oder?“ kommentiert Ma Shi trocken.

„Ich habe es auch ein bisschen sehr eilig. Ihr müsst sofort mit Mio und Tio zur Villa kommen wie du auch Prashi. Es… gibt gewisse Probleme, die wir unbedingt klären müssen.“ brummte Falco und Ma Shi hob verwundert seine Augenbrauen.

„Probleme? Ist denn jemand gestorben?!“ fragte Ascal für Ma Shi und Falko schüttelt den Kopf. „Nein, alle sind am Leben und wir haben erfolgreich gegen den Vampirclan gewonnen. Ich kann nicht in die Details gehen, nur… es betrifft Sina und den Rest erklären wir in der Villa.“

„Sina? Ascal, kannst du in meiner Abwesenheit auf die Gilde aufpassen? Es ist scheinbar doch sehr ernst. Prashi, such die Zwillinge auf und dann gehen wir gemeinsam zur Villa.“ befahl Ma Shi.

Die Kutschen haben während der Zeit die Villa erreicht und stellten sich so nah wie möglich ans Tor. Die Männer stiegen aus der Kutsche und wollten schon zur Kutsche der Damen gehen, als Sherry angerannt kam.

„Ihr seid endlich da!“ rief sie glücklich, aber als Sherry die betroffenen Gesichter der Männer sah, wusste sie sofort, dass etwas nicht stimmte. „Was ist passiert?!“

„Erm… keine Sorge, es ist niemand gestorben.“ beruhigte Louis sie und ihm fiel auf, dass eine Narbe am Hals zu sehen war, die aber durch ihre Ausrüstung versteckt wurde. Sherry sah es an seinem Blick und hielt sich eine Hand am Hals.

„Das… habe ich im Kampf gegen einen starken Vampir bekommen, nachdem ich ihn getötet habe…“ scheint Sherry es peinlich zu sein. „Aber das ist unwichtig, wo ist Sina?“

„Sie ist momentan bewusstlos, wir werden sie gleich in ihr Zimmer tragen. Wer ist denn momentan noch in der Villa?“ beantwortet Christopher die Frage.

„Eh?! Eh… nur die Höllenschwerter, also Kunz, Onesta, Mariel und Erilag. Warum?“ wundert sich Sherry.

„Kann man ihnen vertrauen?“ ignoriert Christopher die Frage und Sherry nickte. „Aber natürlich! Wir haben mit ihnen gemeinsam ein paar Abenteuer gemeistert und sie haben bei der Verteidigung gegen die Vampire in der Stadt geholfen!“ nahm Sherry ihre Freunde in Schutz.

„Dann ist es kein Problem.“ murmelt Christopher und öffnet die Tür der Kutsche von den Damen. Sherry sah sofort, das Sina in einer Decke auf dem Boden liegt und Neia sowie Melaine sehr müde aussahen. Sie wollte sofort zu ihrer Freundin gehen, aber wird von Louis aufgehalten.

„Warte einfach, ok? In dieser Sache musst du uns vertrauen.“ bat Louis, als er den wütenden Blick von Sherry abbekam.

„Thomddir, kannst du Sina tragen? Ich habe keine Lust nach einer Liege zu suchen, die wir scheinbar im Dorf vergessen haben…“ bat Christopher und der Zwerg nickte nur. Gemeinsam mit Melaine zog der Zwerg Sina heraus und trug sie auf beiden Armen wir eine Prinzessin.

„Wenn du mir nochmal das Zimmer von Sina zeigen könntest?“ fragte der Zwerg freundlich Sherry, die sich nicht von der bewusstlosen Sina abwenden konnte. An der Eingangstür standen nun auch Suki mit den anderen Abenteurern, weil sie gemerkt haben, dass etwas nicht stimmte.

„Erm, ja folge mir.“ versuchte Sherry sich zu konzentrieren und der Zwerg folgte ihr. Sofort machten die anderen Platz an der Tür und schauten verwundert Sina an. Nicht das es… ein ungewohnter Anblick war, aber so wie die SSS-Abenteurer aussehen, muss einiges passiert sein.

Alle folgten Thomddir und hatten viele Fragen, aber vorerst hielten sie sich zurück, als sie im Schlafzimmer von Sina angekommen sind. Thomddir legte Sina auf das große Himmelsbett und wollte schon an der Decke die Knoten öffnen, als Christopher ihn daran hinderte. Der Zwerg schaute ihn erstaunt an, aber dieser schüttelt nur den Kopf.

„Lass mich das… erklären, bevor es zu einer Diskussion kommt. Wenn ich das richtig sehe, sind alle anwesenden Personen bestens mit Sina bekannt?“ fragte der Dungeonfarmer in die Runde, damit meinte er mehr die Höllenschwerter, denn über Sherry und Suki machte er sich weniger Sorgen.

„Das ist richtig, wir haben mit Sina eine Expedition geführt und sie hat speziell uns gebeten, bei der Verteidigung gegen die Vampire zu helfen.“ beantwortet Kunz die Frage.

„Ok, dann möchte ich euch um folgendes bitten. Egal… was ihr jetzt zu sehen bekommt, behaltet es für euch ok? Wir werden es euch erklären, wenn… Falko mit dem Rest kommt, aber bis dann bitte ich euch einfach nur von jeglicher Befragung abzusehen.“ bat Christopher und machte Sherry damit am meisten nervös.

„Christopher, was ist passiert?“ verlangte Sherry zu wissen. Christopher öffnet die Knoten an der Decke und nahm sie herunter. Alle Personen wundern sich über dieses „Kleidung“ die Sina trug, als Christopher sie hoch hob und ein Teil der „Kleidung“ sich als… ein großer Fledermausflügel entpuppt.

Sofort reagierten sie alle geschockt und Sherry traute ihren Augen nicht. „Louis, hilft mir mal, wir müssen den anderen Flügel ebenso freibekommen.“ bat Christopher um Hilfe. Beide Männer hoben Sina hoch und… befreiten den anderen Flügel. Nun fielen zwei sehr große Fledermausflügel vom Bett herunter, während Sina seitlich lag und immer noch bewusstlos war.

„Wir sollten das Bett weiter von der Wand wegschieben, die Flügel bekommen dort schon fast einen Knick.“ zeigte Thomddir auf das Problem. Louis und Christopher gingen vom Bett weg und Thomddir zog das Bett weit genug, dass die Flügel nun ruhig auf dem Boden liegen.

„Aber… was ist denn passiert?!“ fand Sherry zuerst die Sprache wieder. Sie traute immer noch ihren Augen nicht, dass ihre Freundin nun Flügel aus dem Rücken gewachsen sind.

„Hrm… ich habe eine Vermutung, aber ich will gerne die Meinung von Mio und Tio wissen, denn die Flügel sind ihr gewachsen, nachdem sie fast mit ihrem Selbstmord Acula getötet hat.“ berichtet Christopher, was er nun bereute, denn Sherry packte ihn am Kragen und zog ihn zu ihr ans Gesicht.

„Was meinst du mit „Selbstmord“?!“ wirkte Sherry panisch und Christopher war über ihre Kräfte erstaunt. „Sherry! Beruhige dich, wie ich eben darum gebeten habe, wir werden es erklären, wenn alle da sind! Sina ist momentan bewusstlos, mehr nicht. Sie wird schon wieder aufwachen!“ musste Christopher sie beruhigen.

„Auf dieser Erklärung bin ich nun wirklich gespannt. Ich habe noch nie gehört, das einem Menschen Flügeln gewachsen sind.“ kommentiert Mariel.

„Suki? Kannst du dich darum kümmern, dass die Herrschaften irgendwie in der Villa untergebracht werden? Der Rest darf das Zimmer verlassen außer Mariel!“ sprach Sherry mit nassen Augen.

„Natürlich, wenn sie mir bitte folgen würden?“ bat Suki es mit einem Ton ohne Widerrede. „Was hast… du denn vor?“ fragte Mariel.

„Sina von den kaputten Kimono entkleiden und sie waschen. Ich will nicht wissen, wie lange sie in diese Decke eingewickelt war. Vermutlich hat Herrin Neia mit ihrer Magie ein bisschen was gegen die Hygiene getan, aber so kann sie bestimmt nicht bleiben.“ sagte Sherry es mit einer ernsten Stimme.

„Ihr habt die Dame gehört, raus aus dem Zimmer!“ half Melaine und alle verließen das Zimmer. Mel hat das Gespräch gelauscht und hat scheinbar mehrere Eimer mit frischen Wasser und Seife vor der Tür gestellt. Mariel nahm es in das Zimmer und schloss die Tür, dann fing Sherry an zu weinen.

„Sina… was ist denn nun schon wieder passiert?“ schniefte sie laut und wird von Mariel getröstet. Als Sherry sich ein bisschen beruhigt hat, rief sie nach Mel. „Ihr habt nach mir gerufen?“ stöhnte der Geist.

„Wir… brauchen wohl deine Hilfe, kannst du Sina irgendwie zum schweben bekommen, damit wir mit der Arbeit starten können?“ fragte Sherry und Mel nickte nur.

„Nichts für ungut, aber hat denn die Villa überhaupt noch Platz für so viele Personen?“ fragte Melaine die Katzenfrau.

„Nein, aber ich finde schon eine angenehme Lösung.“ meinte Suki nur. Sie lässt ihre Provokationen, denn sie hat gemerkt, dass ein Wolf fehlte.

„Hmm Thomddir kann doch mit mir im Zimmer schlafen, wir Zwerge sind es gewöhnt auch mal auf dem Boden zu schlafen.“ bot Erilag seine Hilfe an und aus Thomddirs Auge kam ein kleiner Stern.

„Oh, eine prächtige Idee.“ stimmte Thomddir ihm zu.

„Hmm, Onesta hast du ein Problem, wenn du bei mir schläfst und dein Zimmer zur Verfügung stellst?“ fragte Kunz seinen Kameraden. „Aber keinesfalls, nur… eine Matratze oder ähnliches würde ich gerne haben.“ kam der Magier ihm entgegen.

„Melaine, du schläfst bei mir und auch dein Wolf kann natürlich mit ins Zimmer.“ sagte Neia es zu Melaine, in ihrem Ton duldet sie keinen Widerspruch von der Wolfsfrau. Sie sagte nichts, aber nickte nur.

„Dann nehme ich das freie Zimmer mit Falko. Schön das wir das Problem so schnell lösen konnten.“ nickte Christopher zu den anderen Abenteurer.

„Ich danke euch für eure Kooperation. Ich werde mich sofort darum kümmern, dass niemand auf dem Boden schläft.“ verschwand Suki um Matratzen und weitere Lebensmittel zu kaufen.

Sherry und Mariel ignorierten die Gespräche vor der Tür und zerschnitten das restliche Kimono von Sina, während sie von Mel in der Schwebe gehalten wird. Sherry fiel es sofort als erstes auf.

„Schau mal… am Bauch. Es sieht doch aus wie eine Narbe oder?“ wundert sich Sherry und Mariel begutachtet sie ebenso.

„Du hast aber sehr gute Augen. Ich hätte das überhaupt nicht gesehen, dass muss eine ziemlich üble Verletzung gewesen sein. Aber wieso ist jetzt auf einmal eine Narbe dort? Sina hatte doch schon schlimmere Verletzungen gehabt oder?“

„Hmm… hier an der Brust auch, aber sie ist viel kleiner. Keine Ahnung, aber scheinbar kann die Fähigkeit „Regeneration“ doch nicht alles ohne bleibende Spuren heilen.“

„Du kennst Sina sehr gut, wenn dir das alles auffällt. Wie geht es dir jetzt eigentlich?“

„Besser… aber diese Flügel haben mich dann doch umgehauen, vor allem… sie sind so groß?“

„Warten wir einfach, was die anderen zu erzählen haben.“

Sina wurde entkleidet und komplett gewaschen, nur an den Flügeln trauten sie sich nicht ran und Mariel stellte das nächste Problem fest. „Eh… was ziehen wir ihr an?“

Aber scheinbar hat Sherry sich schon Gedanken darüber gemacht, denn sie holte aus ihrem Inventar einen großen Schlafrock und eine Schere und bearbeitete die Rückseite.

„Das sollte am Anfang reichen, aber über ihre zukünftigen Klamotten mache ich mir ehrlich gesagt keine Gedanken.“ meinte Sherry nur.

„Wenigstens stehst du weiterhin treu zu Sina.“ lächelt Mariel Sherry zu, die rote Wangen bekam.

Gemeinsam zogen die Damen ihr den Schlafrock an und Mel ließ sie dann wieder auf das Bett fallen, anschließend deckten sie Sina noch zu.

„Endlich geschafft… das sollte Sina helfen, sich besser auszuruhen.“ murmelt Sherry noch, als an der Tür geklopft wird. Mariel und Sherry haben scheinbar die Zeit vergessen und Mel öffnete die Tür.

Da stand Louis der fragte: „Falko hat die anderen mitgebracht, sie sollen sich Sina kurz anschauen, dann wollen wir im Wohnzimmer alles erklären, wäre es wohl möglich?“

Sherry gefiel es nicht, das Sina eine Attraktion geworden ist, aber mit den Flügeln muss man es leider selber gesehen haben, sonst wird man dem keinen Glauben schenken. „Lass sie rein…“ sagte Sherry nur und Mel schwebte zur Seite. Tio und Mio kamen zuerst rein und bekam große Augen, als sie die Flügel sahen.

„Wie… cool ist das denn?!“ „Wow, die Herrin hat Flügel?!“ riefen sie glücklich und rannten auf die Flügel zu, scheinbar haben sie weniger ein Problem über die Veränderung, aber es traf nicht unbedingt auf Ma Shi, Prashi und Castien zu, die sich ihnen ungefragt angeschlossen hatten .

„W… sind das denn für Dinger?!“ stottert Prashi und hielt eine Hand vor den Mund. Ma Shi und Castien sagten nichts, aber scheinbar haben sie ebenso schwer zu schlucken.

„Es sind Flügel einer Fledermaus, die nach dem Kampf gegen Acula gewachsen sind.“ erklärt Louis.

„Mio? Irgendwas stimmt nicht.“ „Stimmt, ihre Werte verändern sich immer neu wenn ich sie analysiere.“ murmeln die Zwillinge miteinander, während sie die Flügel begutachten.

„Was meint ihr?“ hakte Sherry nach, die es mitbekommen hat und die Zwillinge schauten sie an, als Mio es versuchte zu erklären.

„Nun… ihre Rasse wird nicht mehr angezeigt und alle ihre Attribute, Fähigkeiten und sonstiges verändern sich immer neu. Mal sehen wir ein paar Titel mehr, mal weniger.“

„Genau, vor allem ihre Zahlen spinnen. Neia hatte wohl damit recht gehabt, dass die Herrin ihre Werte fälscht, denn sie sind nun außer Kontrolle.“ fügte Tio hinzu. Mel hat bei der ganzen Aktion, seit Sina zurückgekehrt nicht viel gesagt, denn sie kannte das Geheimnis, wird ihnen aber auch nicht in irgendeiner Form helfen, sie darüber aufzuklären, wie sie es geschworen hat.

„Hmm, es bringt nichts. Es ist ein weiteres Geheimnis, was nur Sina erklären kann. Lasst uns nun ins Wohnzimmer gehen, damit Sina nun ihre Ruhe hat.“ merkte Louis an und alle stimmten ihm zu.

Nebengeschichte 6.

Ich bin wiedergeboren / Nebengeschichte 6

„Erm, nichts für ungut, aber ist dieser Bericht… nicht ein bisschen zu spät bei uns angekommen?“ wirkte Simon ein bisschen säuerlich, als ein Soldat im Thronsaal dem König Friedrich davon berichtet hat, das Sina nach Tuzato gereist ist.

„Ich muss mich entschuldigen, aber wir… hatten unsere Probleme.“ entschuldigt sich der Soldat und selber der König hob nun eine Augenbraue hoch.

„Hoffentlich habt ihr das Problem nun gelöst, sonst müssen andere eure Aufgaben übernehmen.“ kommentierte der König nur. „Ansonsten dürft ihr gehen.“ Der Soldat salutiert vor dem König und… rannte mehr als ging aus dem Thronsaal.

„Was hat Sina nun wieder vor? Will sie nun Tuzato auf den Kopf stellen oder worauf darf ich mich einstellen?“ entgeistert es dem König.

„Ich glaube, das Sina nichts unvernünftiges machen wird. Soweit ich weiß, geht sie wieder ihrem Abenteuerdasein nach und macht vermutlich dort ihre Arbeit. Ist… natürlich ein bisschen schwer nachvollziehbar, wenn man bedenkt, welche Probleme Lady Sina und Tuzato haben.“ meinte Simon.

„Hat sie schon mal was vernünftiges gemacht?“ brummte Friedrich und die anderen Herren mussten ihm leider zustimmen…

Auf einmal leuchtete der Thronsaal und zwei große weiß leuchtende Kugeln erschienen. Alle Männer zogen ihre Waffen und halten sich für einen Angriff bereit, als die Kugeln sich auflösten und zwei Personen raus fielen.

Beide landeten hart und gaben einen leichten Schmerzruf von sich. Es war ein Mädchen und Junge im Teenager alter, aber das hindert Simon und Friedrich nicht daran, ihre Schwerter vor ihre Gesichter zu halten.

„Wer seid ihr?“ verlangte Simon zu wissen und beide hoben erschrocken ihre Hände hoch. „Tut uns nichts! Wir… wurden von der Göttin geschickt!“ stottert es aus dem Mädchen heraus und die Männer wirkten nun sehr misstrauisch.

„Wirklich. Die Göttin sagte, ihr sollt unseren Status überprüfen, denn wir haben ihren Segen!“ warf der Junge ein.

„Werdet ihr denn solange brav sein?“ fragte Simon, der nun keine Gefahr von ihnen spürte. „Ja, sicher, nur… tun sie uns nicht weh!“ sagte das Mädchen ängstlich.

„Simon, hol sofort einen Soldaten, der das überprüfen kann.“ befahl der König. Simon salutierte und ging sofort auf die Suche. Der König hat sein Schwert wieder in seine Schwertscheide zurückgesteckt und Friedrich hat einen Abstand zu ihnen genommen, damit sie sich beruhigen, aber das Schwert behielt er weiterhin in der Hand.

„Solange mein Mann auf der Suche ist, könnt ihr euch schon mal vorstellen. Ich bin es nicht gewohnt, dass man einfach so in meinem Thronsaal erscheint.“ strahlte König Karl seine Autorität aus.

„Ich… ich heiße Amy Reed und komme aus Amerika!“ stellte sich das Mädchen vor. „Mein Name ist Matthieu Gagnon und bin in Frankreich geboren.“ fügte der Junge bei der Vorstellung bei.

„Hmm? Solche Orte kenne ich nicht.“ brummte Friedrich. „Wir kommen aus der anderen Welt. Die Göttin hat uns… in ihr Reich? beschworen und uns gebeten, die Welt Gaia vor einer Gefahr zu beschützen.“ erklärte Amy sich.

„Aha und… vor welcher Gefahr genau?“ musste der König schmunzeln. Die Welt Gaia war schon immer voller Gefahren.

„Das Siegel, das die Dämonen an ihre Welt bindet, bricht bald und es wird wieder zu einem Krieg gegen sie kommen.“ sagte Matthieu mit einer ernsten Stimme. Beide Männer schauten die Kinder verdutzt an und mussten auf einmal lachen.

„Scheinbar ist es doch nicht so einfach sie darüber zu überzeugen.“ murmelt Matthieu dies zu Amy, die ihm zustimmte.

„Aber wir… haben momentan auch keine Chance gegen sie. Ich habe ihren Status überprüft und… besser es kommt nicht… zu einem Kampf.“ flüstert Amy.

Auf einmal stand Simon mit mehreren Soldaten hinter ihnen. „Das sind die Kinder, überprüft nun ihren Status.“ befahl Simon und die Soldaten salutierten.

„Eure Majestät, General Simon… sie haben beide den Segen der Göttin.“ sagte einer der Soldaten und die anderen stimmten ihm zu.

„Aber… wie ist das möglich?“ nahm der König wieder Platz auf seinen Thron. Wir kennen die Ursache nicht, aber die Göttin meint, dass das Siegel oder die Magie an Kraft verliert und die Dämonen arbeiten daran es zu zerstören.“ stand Amy vom Boden auf und erklärt es dem König.

„Und wenn das Siegel gebrochen wurde, dass es vermutlich der größte Krieg aller Zeiten sein wird. Deswegen sollen wir… die Herrschenden über die Gefahr informieren, damit sie frühzeitig mit ihren Vorbereitungen anfangen können.“ fügte Matthieu zu.

„Wer ist wir?“ hakte Simon nach. „Eh… da waren noch zwei andere Personen. Ich kenne ihre Namen nicht, aber sie werden vermutlich ebenso in ein anderes Reich geschickt. Warum wir… zu zweit hier sind, weiß nur die Göttin.“ war Amy ebenso verwundert.

„Hmm… das wäre das Kaiserreich Osnain und die Theokratie Tuzato. Ersteres… wäre kein Problem, aber Tuzato?“ brummte Friedrich, der sein Schwert wegsteckte.

„Wie sollen wir das verstehen?“ hakte Matthieu nach, aber es war der König, der darauf antwortet. „Ob eure Geschichte wahr ist oder nicht, aber wir werden das überprüfen. Auf deine Frage zurückzukommen, momentan sind alle Reiche… mehr oder weniger mit Tuzato zerstritten, dass wohl möglich sogar ein Krieg gegen sie geführt wird. Dank gewisser… Personen haben wir einerseits wieder einen Frieden, anderseits haben sich die diplomatischen Beziehungen sehr verschlechtert.“

„Aber wir müssen gemeinsam gegen die Dämonen arbeiten!“ wandte Amy ein. „Vielleicht, vielleicht auch nicht, aber ich muss das mit meinen Beratern abklären. Ich werde euch Zimmer zur Verfügung stellen, damit ihr zumindest eine Bleibe habt.“

„Vielen Dank eure Majestät.“ verbeugte sich Matthieu vor dem König, wie er es mal in den Bücher gelesen hat.

„Soldaten, bringt sie in ihre Zimmer, eure… Reise muss vermutlich anstrengend gewesen sein.“ befahl der König und die Soldaten salutierten. „Ah, wir müssen euch noch eine Warnung mitteilen!“ fiel Amy noch was ein.

„Ich höre?“ gab der König die Erlaubnis zu sprechen. „Auf dieser Welt wandelt ein Teufel, der vermutlich sogar eine größere Gefahr darstellt als die Dämonen!“ berichtet Amy.

„Und… was soll ein Teufel sein?“ wundert sich Simon. „Er ist ein Gegenpart der Götter. Die Göttin selbst konnte es ebenso wenig erklären, nur dass er auf dieser Welt existiert und vermutlich Probleme machen wird.“ erklärt Matthieu.

„Warte, du willst uns sagen, das etwas mächtiges wie ein Gott auf unserer Welt herumläuft?!“ war Simon misstrauisch, aber beide Helden nickten. „Aber wir sollen uns auf die Gefahr mit den Dämonen konzentrieren.“ fügte Amy noch zu.

„Verstehe. Danke für die Warnung. Ihr dürft nun gehen.“ beendet der König das Gespräch.

Amy und Matthieu wurden aus dem Thronsaal fortgeschafft und der König war wieder alleine mit Simon und Friedrich. Der König rieb sich am Kopf, als hätte er starke Kopfschmerzen bekommen.

„Was… haltet ihr davon?“ fragte der König. Simon war von den fehlenden Information von Friedrich aufgeklärt und wiegelt seinen Kopf.

„Nun… wir sollten die Verbindungstunnel nach Deymonlia aufsuchen, wenn sie denn noch existieren nach den vielen Erdbeben und uns selber ein Bild davon machen.“ meinte Simon, während Friedrich selber noch am überlegen war.

„Sprich dich aus, was denkst du Friedrich?“ forderte der König.

„Ich… kann mir keine Meinung darüber bilden. Das ist für mich das erste Mal, dass wir… „beschworene Helden“ vor uns haben, ich dachte immer, sie würden von uns aus beschworen, aber mit dem Segen der Göttin? Glaube, ich werde mich in den Geschichtsbüchern schlau machen, wie das früher immer passierte, aber was wir wirklich machen sollten, ist mit Lady Sina darüber sprechen, was sie davon hält. Vielleicht hat sie ja ein paar kreative Ideen, ich meine… sie hat schon ungewöhnlichere Ideen gehabt.“ brummte Friedrich.

„Dann hoffen wir mal, dass sie bald wieder aus Tuzato kommt oder wir kriegen es mit, wenn sie sich dort austobt…“ murmelt der König nur.

„Eh… könnt ihr euch nochmal wiederholen? Ich habe euch nicht richtig verstanden.“ sagte Kaiserin Emilia zu dem Offizier, der vor ihr stand. Im Thronsaal war auch General Lion anwesend und musste die Nachricht von eben noch verdauen.

„Natürlich. Reichskanzlerin Sina wurde beobachtet, wie sie die Grenze nach Tuzato überquerte. Seitdem herrscht in dem Reich überall… mehr oder weniger ein Ausnahmezustand. Es werden überall Ritterorden ausgesendet, aber deren Auftrag ist uns leider unbekannt.“ berichtet der Offizier wieder.

Emilia schlug sich beide Hände in Gesicht und musste einen Seufzer unterdrücken. Lion kann es ihr nachfühlen.

„Und… wann genau ist es passiert?“ hakte Emilia weiter und nun bekam der Offizier einen Schweißausbruch.

„Erm, vor gut einer Woche?“ sagte der Offizier nervös. „Wollt ihr uns auf dem Arm nehmen? Wieso erfahre ich das so spät?!“ schimpfte Emilia nun.

„Ich muss mich entschuldigen, aber diese Frage kann ich leider nicht beantworten. Diese Nachricht bekam ich heute auf meinen Tisch und bin sofort zu euch geeilt, als ich den Bericht gelesen habe.“ verbeugte sich der Offizier entschuldigend.

„Ihr solltet das Nachrichtenproblem angehen General Lion.“ kommentiert Emilia nur und Lion seufzte nun über die zusätzliche Arbeit.

„Natürlich Kaiserin Emilia. Ich werde dafür sorgen, dass… die Soldaten ihre Aufgaben wieder etwas ernster nehmen.“ verbeugte sich der General und schickte den Offizier raus.

„Was hat Sina nun diesmal angestellt?!“ ging Emilia direkt auf das Problem an.

„Ich… weiß es nicht. Scheinbar herrscht dort… eine gewisse Unruhe, aber mehr wissen wir scheinbar auch nicht.“ beruhigte Lion die Kaiserin.

„Die aber scheinbar mit Sina zu tun haben!“

„Können wir das denn… mit Gewissheit sagen? Selbst sie wird ihre Position nicht vergessen, welche sie vertritt… hoffe ich zumindest.“

„ … Wenn ihr das schon denkt… Sagt den Soldaten an der Front, dass sie aufmerksamer sein sollen. Ich will nicht durch irgendwelche… Überraschungen mit Tuzato konfrontiert werden!“ befahl Emilia.

Als auf einmal zwei weiße leuchtende Kugeln in ihrem Thronsaal erschienen. Lion zog sein Schwert und und stellte sich schützend vor die Kaiserin, während Emilia den geheimen Schalter für Hilfe aktivierte.

Die Kugeln lösten sich auf und zwei Teenager fielen heraus, ein Junge und ein Mädchen. Sie landeten hart auf dem Boden, in der Zeit stürmten eine große Anzahl von Soldaten den Thronsaal und umringten die beiden Personen. Sie hielten ihre Waffen vor ihnen und beide hoben ängstlich ihre Hände hoch.

„Wer seid ihr? Erklärt euch!“ verlangte General Lion Auskunft von ihnen. Die Kinder drehten ihre Gesichter zu Lion und der Junge machte scheinbar den ersten Schritt.

„Oi, behandelt man so die Helden?!“ wurde aber eines besseren belehrt, als er ein Schwert an die Wange bekam. „Erm… mein Name ist Davino Buccheri und ich komme aus Italien.“

„Mein Name ist Miyu Yatsumi und komme aus Japan.“ stellte sich das Mädchen ein bisschen höflicher vor, aber man sah ihr an, dass sie Angst hat.

„Tut mir leid, aber ich kenne diese Orte nicht mal und was faselt du von Held?“ setzte Lion sie mehr unter Druck.

„Wir wurden von der Göttin aus unserer Welt hierher versetzt.“ antwortet Davino nur, aber Miyu war etwas ausführlicher.

„Erm… wir kommen alle aus einer anderen Welt und wurden von der Göttin hierher… beschworen, weil eurer Welt mehrere Gefahren drohen. Ihr sollt unseren Status überprüfen, denn der Segen der Göttin soll… scheinbar nur auf beschworenen Helden sein, zumindest hat die Göttin es von sich aus behauptet.“

„Huh? Kann einer von euch das bestätigen?“ fragte Lion, denn er wusste, dass einige der Soldaten die Fähigkeit der Analyse beherrschten.

„Ja, es stimmt was sie sagen. Sie haben den Segen der Göttin.“ bestätigt ein Soldat.

„Nehmt die Waffen herunter.“ befahl Kaiserin Emilia, die nun neben Lion stand. Die Soldaten zogen ihre Waffen ein und nahmen einen großen Abstand von den Kinder, aber waren trotzdem noch nah genug, um eingreifen zu können.

Davino und Miyu trauten ihren Augen nicht, dass jemand scheinbar in ihrem Alter so eine starke Autorität ausstrahlte.

„Ich bin Kaiserin Emilia, Herrscherin Osnain. Wenn es stimmt, was ihr von euch behauptet, will ich mehr darüber erfahren!“ stellte Emilia sich vor.

Lion war stolz auf seine Kaiserin, dass sie sich so schnell an die Situation gewöhnen konnte und es nun selber in die Hand nahm.

„Eh? Das soll ich glauben? Ihr seid doch nicht älter als 16-17 Jahre so alt wie ich.“ kommentierte Davino, aber damit hat er sich selber keinen Gefallen getan, denn er spürte nun von jedem Soldaten die Todesblicke. Miyu verfluchte schon die Göttin, dass sie den Jungen mit ihr zusammen gesteckt hatte.

„Es ist mir egal ob du es glaubst oder nicht, aber wenn dein Benehmen sich nicht bessert, kannst du ruhig meine Folterknechte kennenlernen, denn DIE werden dir definitiv Respekt beibringen.“ drohte Emilia.

„Ich merke schon, dass die Reichskanzlerin einen schlechten Eindruck auf euch hinterlässt…“ murmelt Lion, hielt aber sofort den Mund, als Emilia ihn warnend anschaute.

Davino hielt sofort den Mund, denn er wusste nicht, ob sie blufft oder nicht, aber die Männer scheinen es ihr jedenfalls zu glauben. „Am besten ich übernehme das Reden, denn ICH will nicht die Folterknechte kennenlernte.“ flüstert Miyu warnend auf ihn ein. Davino nickte nur, aber man sah, dass es ihm nicht passte.

„Ich… entschuldige mich für das Verhalten von meinem Freund. Wir stammen wie gesagt aus der anderen Welt und… sind es nicht gewohnt, auf einmal aus unserer Umgebung gerissen zu werden und dann… mit Waffen vor unserer Nase begrüßt zu werden.“ stand Miyu auf und entschuldigt sich nach japanischer Art.

„Aha? Ich bin es ebenso nicht gewohnt, das Kinder einfach in meinem Thronsaal erscheinen und ich von einigen ein mangelndes Benehmen ertragen muss. Aber sagt mir von den Gefahren, die ihr angesprochen habt.“ nahm Emilia auf dem Thron platz.

„Die Göttin schickte uns, damit wir euch vor dem kommenden Krieg gegen die Dämonen warnen. Die Magie, die sie an ihren Ort bindet, wird schwächer und die Dämonen sollen sie scheinbar schon manipulieren.“ erklärte Miyu und es wurde sehr still.

„Dämonen? Es fällt mir schwer zu glauben, dabei haben wir schon genug andere Probleme.“ warf Lion ein, aber Miyu widerspricht ihm.

„Ich kenne die anderen Probleme nicht, aber wenn die Göttin uns schickt, solltet ihr… es nicht wenigsten nachprüfen? Die Göttin rechnet fest mit einem Krieg, vermutlich sogar größer als es in der Vergangenheit der Fall war.“

„Hmm… Wenn ich mich richtig erinnere liegt der Verbindungstunnel im Königreich Efrana oder?“ fragte Emilia ihren General.

„Das stimmt Kaiserin Emilia, daher… ist eine Überprüfung leider nicht so ohne weiteres möglich ohne dass wir den Frieden gefährden…“ dachte Lion laut nach, aber nun mischte sich Davino ein.

„Es waren noch zwei weitere Personen mit uns dabei, als wir mit der leuchtenden Figur gequatscht haben. Sie meinte, dass sie uns in alle Reichen schicken wird, aber… warum ich mit Miyu hier bin… kann ich nicht erklären.“

„Warte… insgesamt vier Helden hat die Göttin auf diese Welt geschickt? Wie schlimm wird denn dieser Krieg werden?“ hakte Emilia nach.

„Zumindest können wir mit dem König in Kontakt kommen, wenn bei ihm ebenso Helden erscheinen, aber ich mache mir mehr Sorgen, wenn auch einer in Tuzato erscheint.“ sagte Lion.

„Ich… kenne nicht die Gründe, warum ihr mit Tuzato ein Problem habt, aber wir müssen uns frühzeitig auf diesen Krieg vorbereiten.“ warnte Miyu und Lion musste schmunzeln, was sie ein bisschen verwundert.

„Ah… das könnt ihr nicht wissen, aber unsere Armee… wurde mehr oder weniger vernichtend zerschlagen. Das was wir als „Armee“ bezeichnen ist der kümmerliche Rest davon. Wir sind erst im Wiederaufbau und… wenn wir wieder im alten Glanz strahlen sollen, wird es vermutlich mehrere Jahrzehnte benötigen.“ erklärte General Lion.

„Dann seid ihr aber ziemlich am Arsch…“ merkte Davino an, aber bekam einen Klaps auf die Schulter von Miyu.

„Nun, man kann es feiner Ausdrücken, aber das stimmt und momentan herrscht auch eine Kriegsstimmung gegen Tuzato, die bei dem Mord gegen unseren ehemaligen Kaiser mitgeholfen haben, deswegen… ist eine Allianz zwischen uns und ihnen… sehr schwierig.“ erklärte Lion weiter.

„Aber ohne die Hilfe aller Reiche müssen wir damit rechnen, dass wir stark im Nachteil gegen die Dämonen sind und scheinbar sind die nicht das größte Problem.“ wandte Miyu ein.

„Wie jetzt? Es gibt sogar noch ein größeres Problem als die Dämonen?“ hakte Emilia nach und Miyu nickte.

„Das ist richtig. Ein Teufel soll auf der Welt wandeln und soll sogar stärker sein als der Dämonenkönig. Die Göttin bat uns nur, dass wir uns mit den Dämonen beschäftigen, aber wenn eine noch größere Gefahr auf der Welt ist, wie können wir dies ignorieren?“

„Erm… was ist ein Teufel?“ fragte Kaiserin Emilia, weil sie mit dem Wort nichts anfangen kann und Lion wirkte ebenso ratlos.

„Das ist der Gegenpart eines Gottes. Die Göttin hatte eine Vermutung, was es mit dem Teufel auf sich hat, wollte es uns aber nicht mitteilen.“ erklärte Miyu es ihnen.

„Bitte? Etwas mächtiges wie ein Gott läuft auf unserer Welt herum? Was sollen wir denn dagegen machen? Es gibt schon genug gottgleiche Kreaturen auf der Welt, da brauchen wir nicht noch weitere solche Monster!“ wirkte Emilia nun sauer.

„Na ja… eines dieser gottgleichen Kreaturen wurde getötet oder? Vielleicht ist die Lage doch nicht so hoffnungslos wie es scheint.“ beruhigte Lion die Kaiserin.

„Meinst du wirklich, dass „sie“ es mit dem Teufel aufnehmen kann?“ starrte Emilia ihren General an.

„Nun… ich werde meine Hand nicht ins Feuer legen, aber ausschließen will ich es nicht.“ kommentiert Lion es nur.

„Hmm… was sollen wir nun mit den beiden Helden machen? Auf so was habe ich mich nicht vorbereitet.“ überlegte Emilia laut.

„Selbst euer Vater wäre ratlos gewesen. Ich empfehle euch, dass wir ein Gespräch mit dem König aus Efrana aufsuchen und noch dringender, dass wir mit der Reichskanzlerin sprechen, sie muss ebenso aufgeklärt werden und… kann uns bestimmt weiterhelfen.“ rät Lion.

„Scheinbar muss diese Reichskanzlerin eine ziemlich einflussreiche Person sein.“ flüstert Davino zu Miyu, die ihm zustimmen musste.

„Wachen, ich will das ihr den… Helden Zimmer zuweist, wo sie sich erst mal zurückziehen können. Alles weitere werde ich in den nächsten Tagen verkünden.“ befahl Emilia den Soldaten.

„Eh…? Ihr kauft uns das einfach so ab?“ wundert Davino sich, aber Miyu stammt aus einer Yakuza-Familie und verstand die Entscheidung der Kaiserin. Sie werden unter Beobachtung gestellt und können froh sein, dass es nicht schlimmer ist.

„Ich danke für eure Großzügigkeit.“ verbeuge Miyu sich, und flüstert Davino zu: „Halt einfach mal den Mund, wir können froh sein, dass wir nicht in den Kerker geworfen werden! Ich erkläre es dir später!“ Davino bekam einen roten Kopf, aber hielt sich an ihren Rat.

Die Soldaten führen die beiden Helden raus und Emilia war nun mit Lion wieder alleine.

„Wie schnell können wir Sina kontaktieren?“ fragte Emilia nur noch.

„Wenn sie… immer noch in Tuzato ist, kann ich es leider nicht beantworten, aber kontaktiert doch Gräfin Sherry, vielleicht kann sie ja helfen.“ schlug Lion vor.

„Eine ausgezeichnete Idee!“

Kapitel 140

Ich bin wiedergeboren und die nächsten Probleme?

Die Kutscher sahen alles anders als gut gelaunt aus, aber fügten sich den Anweisungen der Abenteurer. Thomddir verfrachtet Sina in eine Kutsche, während Louis den Wirt über die Schäden auszahlte. Aber es kamen schon die ersten Probleme. Sina musste man auf den Boden der Kutsche legen, weil die Sitzbänke nicht zum liegen geeignet waren.

„Dann kommt dein Wolf halt zu uns rein!“ löste Falko das Problem und Melaine sowie Neia mussten es sich… mehr oder weniger auf den Sitzbanken bequem machen. Aber…

„Wir haben keinerlei Erfahrung über Nacht zu kutschieren. Wir können zwar ein Licht anmachen, aber die Pferde sind nicht dafür trainiert.“ wiesen die Kutscher auf das nächste Problem hin. Die Abenteurer wurden merklich langsam ungeduldig, dass sie immer noch im Dorf waren.

„Fahrt solange wie ihr könnt, Hauptsache wir sind weg von Dorf. Wir werden dann gemeinsam eine Lagerstelle aufsuchen und euch beschützen… nur fahrt endlich!“ war Christoper gereizt und endlich fuhren die Kutschen los.

In der Kutsche wo alle Herren drin waren und nun zusätzlich den Wolf bei ihnen haben, kam ein kollektiver Seufzer aus ihnen raus und der Wolf hechelte nur.

„Ich weiß nicht warum, aber irgendwie ist das jetzt alles anstrengender als der Kampf gegen die Vampire.“ murmelt Christoper.

„Kein Wunder, da waren wir auch in unserem Element, aber die Situation mit Sina jetzt?“ stimmte Falco ihm zu.

Thomddir hatte scheinbar die Ruhe weg und fing an zu schnarchen und bekam neidvolle Blicke, aber Louis war wieder in Gedanken.

„Illusionsmagie… mit was will Sina uns denn noch alles überraschen?“ Louis

„Stimmt, wo du das ansprichst, aber Neia meinte, selbst sie könnte so eine Magie nicht und wusste auch nicht, ob man es erlernen kann, auch wenn sie davon gehört hat.“ Christoper

„Sina hat es im Kampf gegen Acula eingesetzt, indem sie die Magie von Neia verschwinden ließ um ihn dorthin zu bekommen.“ Louis

„Und im Wald, als sie ihre Doppelgänger erschaffen hat…“ Falko

„Sobald… sie wach ist und… wie auch immer das mit ihren Flügeln endet, sollte sie es uns erklären. Das sollte sie uns schuldig sein bei der ganzen Aktion, die wir nun wegen ihr haben.“ Louis

„Auf die Erklärung bin ich ebenso gespannt, aber ich frage mich vielmehr, wie es mit Sina zukünftig weitergehen wird. Mit diesen Flügeln wird sie… vermutlich Probleme in der Gesellschaft bekommen.“ Christoper

„Ah… was mir einfällt, aber glaub ihr, das Mio und Tio wissen, was mit Sina passiert ist? Du vermutest doch, dass es an dem Vampirblut liegt Chris.“ Falko

„Es ist für mich die logischte Erklärung. Das Elixier hat keine Nebeneffekte, sonst müssten mir ebenso solche unerwünschten Nebeneffekte haben, sooft wie ich sie schon getrunken habe.“ Christoper

„Dann musst du ja ziemlich oft in Lebensgefahr geschwebt haben…“ Louis

„Öfters als ich zählen kann. Bekannte Dungeons sind keine Probleme, aber wenn du auf unbekannte triffst? Du kannst noch so gut vorbereitet sein, irgendetwas übersiehst du immer.“ Christoper

„Vielleicht solltest du eine nicht so gefährliche Sache annehmen…“ Falko

„ … Und was war das mit den Vampiren oder Titanus? War das… ungefährlicher hmm?“ Christoper

„Na… das kann ich leider nicht abstreiten…“ Falko

Neia überprüfte immer wieder den Stand der Dinge bei Sina. Sie konnte nur… am Gesicht nachsehen, denn der Rest ist durch die Decke eingewickelt.

„Und? Wann wird Sina aufwachen?“ fragte Melaine.

„Keine Ahnung, aber wenn ich raten müsste, braucht sie nun ihre Ruhe um wieder Energie zu sammeln. Erst der Entzug und dann die Flügel? Ich kann mir die Schmerzen nicht mal annähernd vorstellen…“ wirkte Neia traurig.

„Hoffe das Sherry keinen Schreck bekommt.“

„Ach die liebe Güte, das habe ich nun komplett verdrängt. Wie soll es denn nun weitergehen?!“

„Eh… ist es möglich, dass wir mit den anderen in der Kutsche reden können? Das sollten wir vielleicht besprechen.“

Neia nickte und murmelte einen Zauber, auf einmal sah man an einem Fenster die Gesichter der Männer sowie den schlafenden Zwerg.

„Ist was passiert?!“ fragte Christoper sofort, als er Neia und Melaine sah, aber die Magierin beruhigte ihn wieder.

„Alles in Ordnung, Sina schläft weiterhin brav. Wir wollten mit euch über die nächsten Schritte reden.“ erklärte Neia.

„Stimmt, bisher wollten wir nur schnell weg von dem Dorf.“ Falco

„Ich schlage vor, dass wir zurück nach Fanfoss zu der Villa von Sina reisen. Dort haben wir genug… Leute um uns, die uns bei dem kommenden Problemen mit Sina helfen können.“ Louis

„Das heiß, wir müssen irgendwie über die Grenze kommen? Hoffentlich machen die Wachen diesmal nicht so viele Probleme wie letztes Mal.“ Christoper

„Müssen wir irgendwie regeln, wenn es wirklich zum Problem kommt. Ansonsten schlage ich vor, dass wir die Pausen nutzen, solange wir sie noch haben.“ Melaine

Die Kutscher reisten soweit wie sich trauten, aber als es Nacht wurde, weigern sich die Pferde weiter zu gehen. Wie versprochen bauten die Abenteurer ein Nachtlager auf, sodass sie alles im Blick hatten.

Neia und Christoper flößen Sina eine Suppe ein, damit sie sich besser erholen kann, ansonsten wurden die Kutscher von Louis aufgeklärt, dass das nächste Reiseziel Fanfoss sei.

Die Reise ging weiter für die Kutschen und unterwegs trafen sie auf mehrere große Truppen von Rittern. Die Kutschen wurden nicht angehalten, aber die Abenteurer waren sehr sehr nervös bei der Aktion und gaben in dieser Zeit keinen Murks von sich. Als es dann vorbei war, seufzten alle gemeinsam vor Freude…

Bis sie an der Grenze ankamen.

„Wir wünschen mit Lady Sina zu sprechen!“ verlangte der gleiche Ritter vom letzten Mal nach Sina.

„Na super… wer will das klären?!“ fragte Falko und alle Männer schauten sich an, dann schluckte Louis einmal und stieg aus. „Meinst du nicht… das Christoper das klären sollte?“ dachte Thomddir laut, aber Louis schüttelt nur den Kopf.

Er ging auf den Ritter zu und stellte sich vor mit der Abenteurerkarte. Sofort genoss er den Respekt von dem Ritteroffizier und er… wirkte nun nicht mehr so streng.

„Es ist… eine Ehre mit so einer starken Persönlichkeit zu sprechen.“ war der Ritter sichtlich gerührt sowie sein Gefolge.

„Keine Ursache. Weswegen wollt ihr denn Lady Sina sprechen? Ihr geht es… momentan nicht so gut, nachdem sie im Kampf verletzt worden ist.“ sagte Louis es nervös.

„Unsere Heiligkeit, Papst Silvester, wünscht ein Gespräch mit Lady Sina als Abenteurerin. Er möchte gerne mehr über das Vampirproblem wissen. Seit… eurer Ankunft sind unsere Ritterorden dabei, alle Vampirnester auszuräuchern, aber wir glauben, dass wir einige noch übersehen haben.“ erklärte der Ritter sich.

„Ah… ich verstehe. Nun ich kann berichten, dass wir den Vampirkönig Acula und seine Kinder besiegen konnten, doch es hatte seinen Preis, versteht ihr?“ antwortet Louis geheimnisvoll.

„Bei der Göttin, dass sind gute Nachrichten, aber was hat es mit dem Preis auf sich?“ wundert sich der Ritter.

„Lady Sina, unsere Kameradin, wurde im Kampf schwer verletzt und wir wollen sie so schnell wie möglich nach Efrana zu einem bestimmten Heiler bringen, dem wir vertrauen.“ log Louis nun.

„Huch? Wir haben ebenso speziell ausgebildete Heiler und können Lady Sina ebenso helfen!“ wand der Ritter nun ein, aber Louis schüttelt den Kopf.

„Ich… halte es nicht für eine gute Idee, Lady Sina gegen ihren Willen von einem fremden Heiler untersuchen zu lassen. Scheinbar hat Lady Sina und euer Vaterland… gewisse Differenzen und ich als neutrale Person muss dann doch euer Angebot ablehnen, denn ich will keinen Krieg hervorrufen. Ich persönlich habe nichts gegen euch oder eure Theokratie, denn ich bin nur… ein einfacher Abenteurer der seiner Berufung nachgeht.“ lehnte Louis das Angebot ab und sah, dass der Ritter nun ein Problem hat.

„Ich verstehe… aber man hat uns deutlich zu verstehen gegeben, dass unsere Heiligkeit wirklich mit Lady Sina sprechen will.“ wirkte der Ritter nun verzweifelt.

„Nichts für ungut, aber… ihr habt doch nicht die letzte Begegnung mit Lady Sina vergessen oder? Was glaubt ihr, was passiert, wenn Lady Sina gegen ihren Willen zu jemanden gebracht wird? Der König sowie die Kaiserin scheinen… ihre rücksichtslose Art und Weise zu akzeptieren, weil sie genau… wissen wie es enden wird, wenn sie etwas gegen Lady Sina machen werden.

Es sind keine Märchen was man über sie erzählt. Sie hat drei Armeen auf Alliancia besiegt, wollt ihr… wirklich herausfinden, was passiert, wenn Sina ihrer Wut freien Lauf lässt? Ich persönlich nicht, denn ich bin nicht mal in der Nähe und ich habe schon meinen Kampf mit ihr gehabt.“ sprach Louis auf den Mann ein.

„Eure Heiligkeit muss einfach akzeptieren, dass jetzt aktuell keine Unterredung mit Lady Sina möglich ist. Ich kann mich mit meinen Freunden, die übrigens auch alle den Rang SSS haben, zusammensetzten und alle Informationen zusammenschreiben, mit denen ihr arbeiten könnt, aber mehr ist da nicht drin.“ bot Louis nun eine Lösung an. Als der Ritter die Information bekam, dass die anderen Reisenden in den Kutschen ebenso den Rang SSS haben, bekam er einen Schweißausbruch.

„Sir… ich glaube, es ist das beste, wenn wir sein Angebot annehmen. Wenn… sie alle ihre Meinung mit Waffen zum Ausdruck bringen… wird es diese Grenzstation nicht mehr geben.“ flüstert einer der Ritter dem Offizier ins Ohr.

„Keine Sorge, Lady Sina ist wirklich eine Ausnahmeperson unter uns Abenteurern, sie… dehnt „Neutralität“ sehr weit aus…“ versuchte Louis die Männer zu beruhigen.

„Nun… scheinbar haben wir keine Wahl. Benötigen sie lange für ihren Bericht?“ kam der Ritteroffizier zu einem Entschluss.

„Keine Sorge, Neia die Elementarmagierin kann das mit ihrer Magie schnell aufschreiben, ihr werdet nicht lange warten müssen.“ erklärt Louis.

„Dann… beeilen sie sich. Es ist heute nicht viel los, aber… ich möchte keine weiteren Schwierigkeiten bekommen…“ murmelt der Ritteroffizier nur noch. Louis verbeugte sich dankbar vor ihm und ging zur seiner Kutsche. Er klärte den anderen Männer den Stand der Dinge und alle Abenteurer gingen gemeinsam zu der Kutsche der Damen.

Melaine schob ein Fenster runter und sowohl sie als auch Neia wirkten sehr nervös. Louis beruhigte sie und wiederholt seine Erklärung. Neia wirkte nun dafür genervt, dass man ihre Magie für so eine Aktion missbrauchte, aber sie spielte das Spiel mit.

Gemeinsam sammeln sie alle ihre Erfahrung, was sie über das Schloss erfahren haben und sowie den Standort, dazu eine Liste über die Namen der gestorbenen Vampire.

„Meinst du, es ist eine gute Idee? Dort sind doch noch… die anderen Vampire.“ flüstert Melaine nun, aber Falko brachte es auf den Punkt.

„Ich bezweifele, dass sie noch dort sind. Wenn der Butler nicht gelogen hat, werden sie irgendwo eine Versammlung haben und… ihr Ding durchziehen. Deswegen mache ich mir darüber relativ wenig Gedanken. Sollen sie doch das Schloss auf den Kopf stellen.“

„Sehe ich ebenso.“ stimmte Christoper zu. Nachdem der Bericht zu Ende geschrieben wurde, gingen die Männer wieder zu ihrer Kutsche und Louis ging mit dem Bericht auf den Offizier zu. Dieser nahm ihn dankbar an und überflog ihn und riss dabei erstaunt seine Augen auf.

„Bei der Göttin, ihr habt Jasper getötet? Die anderen Namen sagen mir nichts, aber wenn sie alle in ein und demselben Clan waren, habt ihr ihnen einen sehr schweren Schlag verpasst. Ich… danke nicht nur für mich, sondern auch im Namen Tuzato, dass ihr diese Brut ausgelöscht habt.“ verbeugte sich der Ritter vor Louis.

„Keine Ursache, dafür sind wir hergekommen. Lady Sina war es gewesen, die uns alle eingeladen hat, um diesen Clan… mehr oder weniger „auszulöschen“ erklärte Louis.

„Dabei… hört man so viel schlechtes über Lady Sina, dass sie im Hintergrund die Fäden für einen Krieg gegen uns zieht, aber das widerspricht sich komplett, wenn sie extra in unser Reich reist und Vampire tötet.“ wundert sich der Ritter.

„Glaubt mir… Sie schafft es immer wieder uns mit ihren… Aktionen ins Staunen zu bringen. Ihr könnt wirklich froh sein, wenn ihr sie nicht aus nächster Nähe erlebt, dass… wird eurem Herz auf Dauer nicht guttun.“ weihte Louis den Ritter in ein Geheimnis ein.

„Ich wünsche ihnen eine angenehme Reise und möge der Segen der Göttin euch gewiss sein.“ verabschiedet sich der Ritter. Louis bedankte sich wieder bei dem Ritter und ging in seine Kutsche. Die Kutschen kamen wieder in Bewegung und als sie die Grenze hinter sich haben, fiel Louis erschöpft in sich zusammen.

Der Wolf von Melaine legte seinen Kopf auf den Schoß von Louis und starrte ihn fröhlich an. „Gute Arbeit. Es hat zwar etwas länger gedauert, aber wir sind erfolgreich durchgekommen.“ lobte Christoper und Falko sowie Thomddir stimmten ihm zu.

„Ich habe… mich noch nie… so erschöpft gefühlt. Da kämpfe ich lieber um den Tod als das ich nochmal so eine Aktion mache…“ murmelt Louis.

„Oh, glaub mir. Wenn du mal in eine Beziehung kommst, wird dir das eben wie ein Klacks vorkommen.“ grinste Falko ihn wissend an, aber Louis ist eingeschlafen.

„Nun sollten wir keine Probleme mehr haben.“ meinte Thomddir nur, aber das Schicksal hat andere Pläne.

Kapitel 139

Ich bin wiedergeboren und was passiert mit mir?

Am nächsten Tag haben die Abenteurer Sina an die Liege gebunden und Christoper hat einen Tragesack für die Schwerter von Sina zur Verfügung gestellt, die nun von Thomddir getragen werden. Die verbrannten Hände vom vorigen Tag hat Neia wieder geheilt.

„Das Fieber… ist gesunken, aber scheinbar hat sie irgendwelche Schmerzen. So blass und verschwitzt wie sie ist?“ überlegte Neia laut und auch Christoper schaute nach ihr.

„Wir sollten im Dorf eine Unterbringung für sie suchen. So können wir Sina nicht transportieren, vielleicht haben die Dorfbewohner Kräuter, die ich mixen kann. Es bringt nichts sie zu heilen, wenn wir die Ursache nicht kennen.“ meinte Christoper.

„Meinst du… sie werden uns so was zur Verfügung stellen? Ich denke nur an die Aktion von Sina vom letzten Mal.“ murmelt Melaine und schon kamen die ersten Probleme auf die Abenteurer…

„Wir werden schon eine Lösung finden. Wenn sie sich nicht überreden lassen, bezahlen wir halt ein bisschen mehr.“ munter Falko die anderen auf.

Aber scheinbar haben die Abenteurer sich unnötigerweise Sorgen gemacht, denn sie wurden von den Dorfbewohnern jubelnd empfangen.

„Ihr habt uns von den Vampiren befreit!“ jubelt einer der Männer. „Endlich sind wir keine Blutspender mehr!“ „Unsere Kinder wurden alle befreit und sind wieder bei ihren Familien dank euch!“

„Eh?“ wunderten sich die Abenteurer. Eine sehr junge Dame kam zu ihnen und erkläre es: „Ein Butler hat uns alle befreit und… uns hier abgesetzt, anschließend hat er uns erklärt, dass wir uns keine Sorgen mehr bräuchten und das ihr der Grund seid.“

„Ah… ich verstehe.“ nickte Louis. „Unsere Freundin hier ist schwer krank, habt ihr nicht ein Gasthaus oder ähnliches?“

„Oh, natürlich haben wir das. Folgt mir einfach!“ meldet sich einer der Dorfbewohner und führte die Abenteurer zu einem Gasthof. Der Wirt bereitete sofort ein Zimmer für Sina vor und sie wurde dann umgelagert.

„Was hat die Kleine? Fehlt ihr was?“ fragte der Wirt. Christoper nahm den Mann zur Seite und fragte ihn nach bestimmten Pflanzen und Kräutern, die er später bekam. Daraus mixte er eine Medizin und flößte sie mit Neia gemeinsam Sina ein.

„Nun… hoffen wir einfach das beste. Mehr kann ich nun auch nicht tun.“ sagte Christoper, als er mit Neia das Zimmer verließ. Louis und Falko waren im Esszimmer, während Thomddir die Kämpfe gegen die Vampire draußen erzählte, nur Melaine fehlte.

„Wo ist die Wolfsfrau?“ wundert sich Christoper und Louis antwortete: „Sie… sucht eine passende Stelle für ihren verstorbenen Wolf und will sich dann nochmal von ihm verabschieden.“

„Ah…“ nickte der Dungeonfarmer verständnisvoll und gesellte sich nun zu den anderen Männern. Neia setzte sich an einen anderen Tisch und ließ sich mehr oder weniger auf den Stuhl fallen.

„Bin ich froh, dass die Kutschen noch hier sind, sonst wäre es eine sehr… lange und anstrengende Reise zurück nach Fanfoss…“ murmelt Neia.

Die Abenteurer hatten sich nicht viel zu erzählen, alle waren mit ihren eigenen Gedanken beschäftigt. Thomddir erzählte seinen Kampf mit einer Lautstärke, dass selbst sie es mitbekamen.

„Wenigsten hat der Brecher eine Sorge weniger im Leben.“ brummte Falko und musste schmunzeln, als er seinen Kampf wieder vor Augen hatte.

Es wurde spät am Abend, als Melaine wieder kam und alle Abenteurer gemeinsam ihre Mahlzeit nahmen, danach unterhielten sie sich wieder.

„Hoffentlich wacht Sina wieder auf, sonst haben wir ein Problem, sie über die Grenze zu bekommen.“ Falco

„Meinst du, dass sie wieder Schwierigkeiten machen werden? Die Drohung vom letzten Mal konnte man ja nun nicht wirklich überhören.“ Christoper

„Wir müssen sogar damit rechnen! Die Dorfbewohner haben mir erzählt, dass überall Ritterorden Jagd nach Vampiren machen. Bisher waren sie noch nicht hier, sie haben es durch fahrende Händler mitbekommen. Scheinbar nimmt man die Information über die Vampire sehr ernst.“ Thomddir

„Hmm, hoffentlich bekommen wir keine Probleme mit ihnen, nicht das ich mir über einen Kampf Sorgen mache.“ Melaine

„Wenn Sina mehrere Armeen besiegen konnte, dann können wir das erst recht!“ Thomddir

„Vergiss bitte nicht, dass wir eine neutrale Funktion haben!“ Neia

„Stimmt. Sollten wir mit ihnen in Kontakt kommen, werden wir das friedlich klären. Es muss nicht auf die Art und Weise gemacht werden, wie Sina es gerne vorzieht.“ Louis

„Ich freue mich schon wirklich darauf, meinen Freunden in den Bergen über den Tod von Dragos zu berichten, dann wird gefeiert, bis das Bier ausgeht!“ Thomddir

„Allgemein… haben wir es doch irgendwie geschafft, die Welt wieder etwas sicherer zu machen oder? Wie viele Leben sind durch diese Vampire in all der Zeit gestorben? Kann man die Zahl überhaupt aussprechen?“ Christoper

„Ich will darüber nicht wirklich nachdenken. Sobald ich Louis in Fanfoss abgesetzt habe, soll Prashi sich weiter um ihn kümmern…“ Falko

„Hmm? Was hat Prashi damit zu tun?“ Louis

„Das wirst du schon selbst feststellen müssen. Vergiss nicht, dass sie dir was Wichtiges anvertrauen wollte, sonst hättest du ihr nicht das Versprechen gegeben, lebend zurückzukommen.“ Christoper

„Ah… das habe ich nun wirklich irgendwie verdrängt…“ Louis

„Lass sie das bloß nicht hören…“ Melaine

„AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAARGGGGGGGGGGGGGGGGGGGGGGGGHHHHHHHHHHHHHHHHHH!“ schrie eine Person über ihnen. Sofort sprangen die Abenteurer von ihren Stühlen runter und rannten in das Zimmer von Sina.

Als die Tür offen war, sahen alle, das Sina auf dem Boden lag und mit ihren Fäusten auf den Boden schlug. Neia wollte sofort zu ihr gehen, aber es war Louis, der sie aufhält. Die Magierin wollte sofort nachfragen, aber sah es nun auch…

Sina trug immer noch das zerrissene Kimono, aber diese Wölbungen die sich auf ihrem Rücken bildeten konnte man nicht übersehen. Wieder schrie Sina laut auf und man sah nur weiße Augen. Die Wölbungen wurden immer größer und größer, ihre Haut auf dem Rücken bekam blutige Risse…

„Bei der Göttin… was passiert da?!“ flüstert Thomddir, der seinen Augen nicht traute. Sina schlug nun mit einer Faust so gewaltsam auf den Holzboden und ein großes Loch entstand.

Dann passierte es. Ihre Haut, die die… Wölbung verdeckte, platzte auf und zwei riesige fledermausartige Flügel erschienen. Blut spritzte überall in den Raum und die Abenteurer trauten ihren Augen nicht, was eben passierte, aber scheinbar hörte es nicht auf!

Die Flügel wurden immer größer und die Flügelmembranen nahmen eine rötliche Farbe an. Es verging einige Zeit und dann fiel Sina bewusstlos auf den Boden. Ihre… „Flügel“ berührten beide Wandseiten und sind noch nicht mal ausgestreckt.

„Glaube… nun ist es vorbei?“ flüstert Louis. Keiner von ihnen traute sich, sich Sina zu nähern, als Christoper schwer schluckte und auf Sina zuging. Dabei achtet er darauf, dass er ihr nicht auf die Flügel tritt und überprüfte die Lebenszeichen von Sina.

Sie atmet nun wieder regelmäßig, nur ihre Haut ist komplett nass verschwitzt. Christoper öffnete abwechselnd ihre Augen und beim rechten Auge musste der Dungeonfarmer nach Luft schnappen.

„Was ist los?!“ merkte Falko sofort die Veränderung bei seinem Freund. „Ihre… rechte Augenfarbe ist komplett rot geworden…“ berichtet Christoper.

„Aber ansonsten geht es ihr… gut?“ fragte Melaine, aber Christoper schüttelt den Kopf. „Ehrlich? Wenn einem Menschen auf einmal Flügel wachsen, weiß ich nicht mal, ob man es als gut oder schlecht bezeichnen kann. Irgendetwas ist passiert und ich verstehe es nicht!“ war Christoper wütend.

Auf einmal hörten sie mehrere Schritte im Flur kommen. „Oh oh, wenn der Wirt das hier sieht, bricht eine Panik aus.“ murmelt Thomddir und Louis gingen raus um den Mann und weitere abzufangen. Man hörte sofort das Palaver im Flur, aber scheinbar konnte Louis verhindern, dass der Wirt ins Zimmer kommt.

Die Abenteurer gingen in Sinas Zimmer rein und schlossen die Tür zu, zusätzlich stellte sich Thomddir in den Weg.

„Was sollen wir nun machen? So wie Sina jetzt aussieht, können wir sie nicht hierlassen!“ kam Thomddir auf den Punkt.

„Melaine? Hol die Kutschen, wir müssen Sina sofort von hier wegbringen. Sollten die Kutscher sich querstellen, lügt ihnen vor, dass es ein Befehl von Sina ist.“ befahl Christoper und die Wolfsfrau nickte. Thomddir lässt sie nach draußen und schloss sofort wieder die Tür, man hörte immer noch das Palaver im Flur.

„Hoffentlich bekommt Louis das geregelt.“ murmelt Falko. Christoper fasste nun die Flügel von Sina an und untersuchte sie.

„Und? Sind es wirklich Flügel einer Fledermaus? Ich meine… so wie sie aussehen?“ wirkte Neia sehr verunsichert.

„Scheinbar. Ich bin kein Tierexperte, aber jeder von uns hat schon mal eine Fledermaus gesehen und es lässt sich nicht abstreiten, dass die Flügel von Sina einer Fledermaus am ähnlichsten sind… Es ist nur eine… dumme Idee, aber kann es sein, dass das Blut von diesem Vampirkönig, das in Sina gelangte, es ausgelöst haben kann? Das… ihr dadurch Flügel gewachsen sind?“ diagnostiziert Christoper seinen Patient.

„Davon hätte ich aber gehört! Das Blut soll eigentlich nur heilende Kräfte haben!“ widersprach Neia heftig.

„Neia? Sei ehrlich. Hast du jemals in der Geschichte gehört, das ein so alter Vampir, nein… Vampirkönig getötet wurde? Wie viele von ihnen existieren denn überhaupt auf der Welt? Viele halten sie sogar nur für eine Legende, aber wir wissen es besser.“ beruhigte Christoper sie.

„Hm… Entschuldigung, ich… das alles geht über mein Verständnis.“ entschuldigt sich die Magierin und Falko legte eine Hand auf ihre Schulter zur Beruhigung.

„Glaub mir, nicht nur dir. Hier ist eben was passiert, das keiner erklären kann und Christoper versucht auf seine Art und Weise es auf den Grund zu gehen mit… Beweisen die wir überhaupt nicht haben.“ sagte Falko.

„Wie sollen wir sie denn raus tragen mit den Flügeln? Ich habe schon einige… Vögel und andere Tiere gesehen, sogar Monster, aber wenn ich ehrlich bin, sind das die größten Flügel, die ich je in meinen Leben gesehen habe…“ meldete sich Thomddir.

Christoper war scheinbar mit seiner Untersuchung fertig und versuchte vorsichtig die Flügel zusammen zu klappen. Es ging bis zu einem gewissen Maße, aber als er sie komplett zusammen klappen wollte, stöhnte Sina auf einmal auf. Sofort ließ der Dungeonfarmer die Flügel wieder los und sie nahmen ihre alte Form wieder an.

„Und… wenn wir sie einwickeln wie bei einer richtigen Fledermaus?“ schlug Neia vor und bekam ein Lob von Christoper.

„Das wäre eine Idee! Aber…“ schaute sich Christoper seine Situation an. Er müsste Sina irgendwie auf den Rücken bekommen, damit es klappt. Auf einmal klopfte es an der Tür: „Ok, die Leute sind wieder weg.“ rief Louis durch die Tür.

Der Zwerg ließ den Mann herein und berichtet ihnen den Stand der Dinge. „Den Schrei, den Sina von sich gab, hat das komplette Dorf auf den Kopf gestellt. Ich konnte die Leute soweit beruhigen, dass unsere Freundin schreckliche Schmerzen hat und wir sie versorgen, aber… wundern würde es mich nicht, wenn sie sich selber überzeugen wollen.“

„Dann ist es eine gute Idee, das Melaine die Kutschen holt.“ brummte Falko und Louis hob eine Augenbraue hoch.

„Wir müssen hier weg. Sobald diese Dörfler Sina so vorfinden, bekommen wir erst richtige Probleme und wenn die Scheiße so richtig losgeht, holen sie sogar diese Ritterorden.“ kam Christoper direkt auf den Punkt.

„Ich verstehe… irgendeine Idee, wie wir Sina dann in die Kutsche bekommen?“ fragte Louis. „Verdammt und zugenäht, wieso muss ich immer das Denken übernehmen?!“ schimpfte Christoper ungewohnt.

„Nun… du scheinst zumindest das Problem anzugehen, außerdem… warst du doch in unserer Gruppe immer der Planer oder?“ beruhigte Falko ihn und Christoper seufzte nur.

„Ok, gut… ich habe eine Idee. Louis und Falke, packt sie ihr unter den Armen und hebt sie vorsichtig hoch. Ich werde versuchen die Flügel um sie zu wickeln wie Neia es vorgeschlagen hat.“ befahl Christoper und die beiden Männer kamen zur Hilfe.

Mit ein bisschen Mühe konnten sie Sina hochheben und Christoper schaffte es, ihre großen Flügel um ihren Körper zu wickeln. Als es soweit war, schnappte er eine große Decke aus seinem Inventar und legte diese um Sina, anschließend verknotet er sie, damit sie nicht wieder aufklappten.

„Puh… damit sollte das Transportproblem gelöst sein.“ murmelt Christoper schwitzend, während Sina auf dem Boden eingewickelt schlief.

„Aber scheinbar geht… es ihr wieder besser. Atmung ist gleichmäßig und hat scheinbar keine Schmerzen mehr. Sie hat ihren Entzug… überstanden und den Grund… für diese Schmerzen kennen wir nun.“ untersuchte Neia sie am Gesicht.

Es klopfte wieder an der Tür und Melaine meldet sich nun. „Die Kutschen stehen bereit, es hat ein bisschen gedauert, weil so viele Personen die Straße blockiert haben!“

„Dann nichts wie los, Thomddir du trägst sie.“ befahl Christoper und der Zwerg nickte.

Kapitel 138

Ich bin wiedergeboren und habe einen Fiebertraum?

Die Abenteurer haben das Nachtlager wieder aufgebaut und mehrere Fallen verteilt, so glaubhaft der Butler auch war, aber sie trauten den anderen Vampiren nicht und haben mehrere Wachen aufgestellt.

Alle wirkten sehr besorgt und schauten immer nach Sina, aber ihr Fieber ist nicht besser geworden, hat aber zu ihrer Erleichterung keine weitere grüne Flüssigkeit von sich gegeben. Sie haben sich darauf geeinigt, das Neia immer geweckt wird, damit sie neues Eis beschwören kann, zusätzlich hat Christoper ein fiebersenkendes Mittel in Sina eingeflößt, aber es hat scheinbar keine Wirkung.

„Wenn… ich diese Flüssigkeit, die Sina ausgespuckt hat, analysieren könnte, vielleicht finde ich dort den Grund für ihren Entzug, aber ohne die nötige Ausstattung? Keine Chance.“ sagte Christoper traurig.

Es war spät in der Nacht, als Sina von einer Stimme wach wurde…

„NA kleines Mädchen? Hast du schon wieder deine Übung vergeigt hmm? Dafür wirst du bestraft weißt du?“ sagte eine bekannte dämonische Stimme.

Sina wurde sofort wach und hatte hasserfüllte Augen. „Spartus! Wo bist du?!“ knurrte Sina, dabei ignorierte sie die Eiswürfel um sich und warf die Decke von sich. Sie stand unter Schmerzen auf und nahm ihre Schwerter vom Boden. Im Fiebertraum sah sie das Nachtlager nicht wirklich sondern… das sie wieder in der Grube war.

„Ah ha ha ha. Schau doch mal an wo du wieder gelandet bist! Du weißt, wie das Spiel funktioniert, diesmal habe ich ein paar… nette Fallen in der Grube eingebaut. Du hast zehn Minuten Zeit daraus zu kommen!“ lachte Spartus in Sinas Kopf.

„Macht daraus fünf, denn wenn ich dich finde wirst du es bereuen was du mir angetan hast!“ brüllte Sina und rannte in den Wald. In ihrer Sicht war sie im Labyrinth, wo sie öfters… rein geworfen wurde zu Überlebenszwecken.

Louis und Christoper hatten in dieser Runde die Wache und sprangen auf, als Sina gebrüllt hat und von ihnen weglief. „Das war doch Sina! Los ich weck die anderen, du fängst sie wieder ein!“ befahl Christoper. Louis nickte und rannte Sina hinterher.

Sina sah sich im „Labyrinth“ um und ging ungebremst ihren Weg, als sie sich auf einmal übergeben musste, ein großer Schwall der giftigen Flüssigkeit fiel auf einen Baum, die den Baumstamm sofort durchfraß und den Baum fällte.

„Du elender Scheißkerl! Was hast du mir angetan!“ brüllte Sina und hörte wieder die Stimme in ihrem Kopf. „Ich weiß nicht was du meinst, vielleicht habe ich das Gift das du immer nimmst… austauschen lassen? Wollen wir doch mal sehen, wie weit du kommst unter diesen Schmerzen!“ und Sina hörte lauter Gelächter, was sie nur noch mehr reizte.

„Sina! Warte!“ rief Louis. Sina drehte sich um… und schlug nach Louis! Denn sie sah nicht wirklich ihren Abenteurerfreund Louis, sondern Spartus, der auf sie zeigte und sein Gesicht höhnisch verzogt. Louis konnte dem Angriff rechtzeitig ausweichen und wollte wieder rufen, aber…

„Du wirst sterben Spartus!“ knurrte Sina hasserfüllt und Louis zog nun sein eigenes Schwert zur Verteidigung. „Warte! Ich bin es, Louis!“ rief er, aber scheinbar kam es bei Sina nicht an. Er sah in ihren Augen, dass sie ihn nicht erkennt.

Sina schlug mehrmals nach Louis, aber scheinbar ist Sina so stark geschwächt, dass er damit keine Probleme hatte. „Wenn ich dich erst mal erwische, werde ich dich schön langsam töten Spartus!“ drohte Sina weiter.

„Verdammt, wach auf! Ich bin nicht dieser Spartus!“ brüllte Louis Sina an. Sie wollte ihn wieder angreifen, aber auf einmal musste sie sich wieder übergeben. Der Schwertheilige nahm sofort Abstand, als Sina diese grüne Flüssigkeit nach ihm ausspuckte.

„Beruhige dich doch Sina! Du bist krank, du musst dich ausruhen!“ versuchte Louis Sina zu beruhigen, aber was Sina hörte war nur: „Was ist los? Schwächelst du etwa? Ich wusste schon immer, dass du ein Schwächling bist.“ sah Sina Spartus in Louis.

Auf einmal wurde die Nacht hell, Neia hat einen Zauber aktiviert, dass jeder den… „Kampfplatz“ sehen konnte. Thomddir, dessen Arme von Neia geheilt wurden und Christoper rannten nun auf Louis zu.

„Was ist los?!“ verlangte der Zwerg zu wissen, aber da griff Sina ihn an und er riss erschrocken seine Augen auf. Louis fing den Angriff mit seinem Schwert ab und klärte die anderen schnell auf.

„Keine Ahnung, aber sie hat einen Fiebertraum und hört auch nicht auf mich!“

„Noch mehr von euch? Ich finde schon heraus, wer der richtige Spartus ist und dann töte ich dich!“ fluchte Sina die Männer an.

„Oh oh, wir müssen sie ganz schnell beruhigen, sonst bringt das Fieber sie um!“ warnte Christoper. „Dann tue was, auf mich hört sie nicht!“ strengte Louis sich an. Auf einmal schaute Sina nach oben und sprang nach hinten, ein Pfeil mit einem dicken Kopf flog vorbei. Die Männer hörten jemanden oben fluchen.

Falko hat mit einen Kopfnusspfeil versucht Sina umzuhauen, aber ihre Instinkte haben sie vor einer Gefahr gewarnt und ist rechtzeitig aus seinem Angriff raus gesprungen.

„Kannst du nicht irgendwas machen Neia?!“ wirkte Melaine beunruhigt und sie schüttelt nur den Kopf. „Leider nein. Ich habe schon mehrere Zauber wie „Schlaf“ auf sie gewirkt, aber es passiert einfach nichts!“ sagte Neia frustrierend.

„Du warst schon immer ein Feigling gewesen Spartus!“ schrie Sina die Männer an. „Aber da du ja scheinbar dich hinter einer Illusion versteckst, kann ich das Spielchen ebenso machen! Illusion: Doppelgänger!“ rief Sina und auf einmal erschienen acht weitere Sina, die man nicht unterscheiden konnte. Alle hatten das bösartige grinsen am Gesicht.

„Eh… das ist jetzt aber neu.“ murmelt Thomddir, während er versucht, die neue Situation zu analysieren. Alle nahmen eine Kampfhaltung ein und sagten dann gleichzeitig: „Schwertwirbel.“

„Bei der Göttin, wenn wir nicht wissen, welche die Echte ist, rennt!“ brüllte Christoper verzweifelt und zog die anderen Abenteurer mit.

„Was ist denn nun los? Seit wann kann Sina Magie benutzen?!“ staunte Falko, der in einem sicheren Abstand mit Neia und Melaine stand. „Es… sind nur Illusionen, aber wenn man nicht weiß, welche die richtige Sina ist, kann das tödlich werden, kein Wunder das die anderen von ihr wegrennen!“ kommentierte Melaine, während Neia grübelt.

„Das ist… nicht möglich, wieso kann sie Illusionen erschaffen? Selbst ich kann es nicht.“ dachte Neia und kam zu einen Entschluss.

Sie aktivierte mehrere Eisbälle und schoss auf die wirbelnden Duplikate. Alle schauten gleichzeitig hoch und griffen die Bälle an… die Illusionen verschwanden und wurden von der Magie aufgelöst und einzig Sina stand, die tatsächlich den Eisball zerschnitten hatte.

„Was kommt noch Spartus?! Erst wirfst du mich in die Grube, tauscht meine Medizin aus, setzt Bogenschützen gegen mich ein und nun Magier? Hat das mein Vater wirklich bewilligt?!“ schrie Sina schwer atmend.

„Wer ist dieser Spartus eigentlich?“ wundert Falko sich, aber die anderen schütteln nur die Köpfe. Sie wussten nur eins, das Sina diese Person um jeden Preis töten wird, so hasserfüllt wie sie jedes mal schreit.

„Hier, nehmt diese Beutel und versucht es ihr irgendwie ins Gesicht zu werfen. Wenn sie das einmal tief einatmet, „sollte“ sie eigentlich bewusstlos zusammenbrechen.“ gab Christoper dem Zwerg und Louis ein paar Beutel.

„Sollte? Wieso höre ich da einen Haken?“ wundert sich Thomddir und Louis musste ihm zustimmen. „Weil ich nicht weiß, ob es bei Sina funktioniert. Sie… scheint ja irgendwie auf vieles nicht wirklich zu reagieren!“ erklärte der Dungeonfarmer.

„Ah… das leuchtet ein.“ stimmte Louis ihm zu. Sie hatten sich den Plan gemacht, Sina von mehreren Seiten aus anzugreifen. Wenn Sina sich einem widmet, soll er die Rolle des Köders spielen.

„Komm raus Spartus! Ich weiß das du hier bist!“ schrie Sina wieder in ihrem Wahn und man hörte sie sich wieder übergeben. „Jetzt!“ rief Christoper und Louis sowie Thomddir rannten los.

Falko versuchte wieder mit seinem Spezialpfeil nach Sina zu schießen, aber diesmal fing Sina den Pfeil mit der Hand auf und warf ihn in seine Richtung. Sofort sprang er zur Seite, während er Melaine und Neia mit sich riss. Der Pfeil flog an ihnen vorbei und zerstörte einen dicken Baum hinter ihnen.

Sina sah alles in ihrem Fiebertraum, wie ein Teil des Labyrinths zerstört wird und wie Dämonen panisch herumrannten, dann sah sie Spartus auf sie zurennen. „Oh? Der Feigling will sich mir stellen?“ rief sie höhnisch Christoper zu. Er gab einen stummen Fluch ab, dass er ausgerechnet die Aufmerksamkeit bekam, aber spielte nun den Köder.

„Genau, ich bin Spartus! Greif mich doch an, wenn du dich traust!“ provozierte Christoper die kranke Sina und scheinbar erreichten seine Worte Sina, denn ihr Augen wurden zu schlitzen und der Blick, den sie ihm zuwarf… tödlich.

Als Christoper glaubte nahe genug an Sina zu sein, warf er einen leeren Beutel als Ablenkung nach Sina, aber sie stand auf einmal vor ihm wie es bei Acula der Fall war und trat ihn mit ihrer Kraft in den Oberkörper. Sofort wurde sein Brustkorb zertrümmert und er krachte gegen einen Baum. Auf einmal musste er heftig Blut spucken, dabei merkte er nicht, wie Sina sich ihm genähert hat.

„Huch? Was ist los Spartus? Hat dieser kleine Angriff dich schon umgehauen? Ich hatte mehr erwartet, aber… wenn ich ehrlich bin? Nichts mehr als deinen Tod wünsche ich mir!“ war Sinas Stimme unheilvoll und er sah, wie ihre Klinge auf ihn zuflog. Damit hat Christoper nicht gerechnet, dass er von Sina getötet wird…

Als Sina aufschrie und neben ihn hinfiel. Christoper schaute sofort, ob jemand hinter Sina jemand stand, aber da war keiner, nur Sina schrie aus vollen Halse.

„Ah… mein Rücken!“ und schlug mehrmals auf den Boden. Die Chance nutzte Christoper und warf ihr den Beutel ins Gesicht. Er platzte sofort auf und Sina nahm einen tiefen Atemzug von dem Pulver und fiel in sich zusammen.

„Bei der Göttin…“ seufzte Christoper am Baum anlehnend. Louis und Thomddir kamen nun auf ihn zugerannt und klugerweise nahm der Zwerg sofort die Schwerter von Sina weg, auch wenn er es unter Schmerzen machen musste, denn alle wussten, das Sina lebendige Waffen benutzte.

„Geht es dir gut?“ frage Louis und Christoper schaute ihn nur an. „Sehe ich so aus? Ich dachte das Karlene und Acula mir einen nahen Tod verpasst haben, aber das hat Sina nun noch näher geschafft…“ und wurde selber bewusstlos.

Neia heilte die Verletzung von Christoper, sodass er sich wieder einigermaßen bewegen konnte und zauberte Sina einen Spruch zu, dass sie schwebte.

„Was eine Nacht. Bin ich froh… das Sina so geschwächt war, es hätte auch anders ausgehen könnten.“ murmelt Falko, der Christoper beim Gehen half.

„Wer Spartus auch ist, aber ist scheinbar ein wichtiger Teil im Leben von Sina. So ein Hass… was auch er ihr immer angetan hat, aber scheinbar wird sie sehr unvernünftig.“ sagte Louis, aber Thomddir schüttelt den Kopf.

„Du darfst nicht vergessen, dass sie einen Fiebertraum hatte. Ich kannte Zwerge, die haben verdammt viel Chaos angerichtet. Wir sollten uns überlegen, sie an der Liege festzubinden, denn sollte… das in einer Stadt passieren, haben wir ein schweres Problem.“ sagte Thomddir seine Meinung.

„Aber ihr Fieber… ist scheinbar ein bisschen runtergegangen. Vermutlich hat sie nun alles Gift aus ihrem Körper ausgespuckt.“ überlegte Melaine laut.

„Dann hoffen wir, dass es nun endlich besser wird. Ich brauche echt meine Ruhe…“ hoffte Neia, aber… es wurde noch schlimmer.

Kapitel 137

Ich bin wiedergeboren und die Nachwirkungen des Vampirkrieges

In Alliancia:

Alle Vampire, die von Acula erschaffen wurden, wussten sofort dass ihr Meister gestorben ist. Das Band was beide verbunden hatte, wurde getrennt. Die stationierten Vampire in Alliancia schauten sich alle ungläubig an und waren überfordert. Sie hätten nie im Traum gedacht, dass ihr Meister getötet werden kann. Sie zogen sich alle zu ihren Standorten zurück. Es gab für sie keinen Grund mehr, die Befehle des… Meisters zu befolgen.

Abenteuergilde von Fanfoss:

Tio und Mio waren bei Sherry, die noch im Schlaf auf dem Bett im Krankenzimmer lag, als beide es spürten. Sie griffen sich gleichzeitig ans Herz und schauten sich an und fingen laut an zu weinen, das Prashi angerannt kam.

„Was ist los?!“ verlangte sie sofort zu wissen, aber die Zwillinge schütteln nur ihre Köpfe und umarmten sich. Es dauerte viele Minuten, bis sie sich halbwegs beruhigt haben, dass sie vernünftige Antworten geben konnten. Nun waren auch Ma Shi und die anderen Abenteurer, die gegen die Meuchelmörder gekämpft haben, anwesend.

„*snif* Vater… wurde getötet.“ murmelt Tio. „Die… SSS-Abenteurer konnten ihn besiegen.“ flüstert Mio weiter. Sie haben damit gerechnet, dass ihr Vater vielleicht getötet werden kann, trotzdem war es für sie ein Schock, dass jemand so starkes wie ihr Vater besiegt werden konnte. Acula… hat immer diese Art von Unbesiegbarkeit ausgestrahlt und nun müssen… sie ihre Gefühle in den Griff bekommen, denn wenn ihr Vater tot ist, sind ihre anderen Geschwister ebenso gestorben.

Die Anwesenden rissen erstaunt ihre Augen auf, aber Prashi verstand, dass die Zwillinge nur bedingt ihre Freude teilen konnten und umarmte sie tröstend.

„Keine Sorge, auch… wenn ihre eure Familie nun verloren habt, so habt ihr immer noch eure Freunde.“ flüstert Prashi ihnen ins Ohr und nun weinten die Zwillinge sich bei Prashi aus. Die anderen Anwesenden verließen den Raum, damit die Zwillinge und Prashi mit Sherry alleine waren.

„Dann… haben wir Abenteurer den Krieg gewonnen oder?“ fragte Onesta nun vorsichtig. „Das müssen wir annehmen. Ich sehe keinen Grund, warum Mio und Tio uns anlügen sollten, es hat sie ja ziemlich mitgenommen.“ antwortete Kunz.

„Sag… waren die Symbole auf ihren Händen schon immer dort gewesen?“ frage Castien, als ihm auffiel, das bei Tios linke Hand und Mios rechte Hand ein Symbol war, was er nicht entziffern konnte.

„Nein, nicht wirklich, aber wir können sie auch später dazu befragen. Gestehen wir ihnen die Trauer.“ meinte Ma Shi und alle Abenteurer waren damit einverstanden, ansonsten wurde dafür gesorgt, dass alle Gilden informiert wurden, dass die SSS-Abenteurer erfolgreich gegen einen Vampirkönig gesiegt haben.

Irgendwo auf der Welt:

Eine Frau und ein Mann genossen ein Glas mit roter Flüssigkeit, als sie spürten, wie Acula gestorben ist. Sie starrten sich beide an und fingen laut und lange an zu lachen.

„Ausgerechnet er stirbt als erstes?“ kichert die Frau mit den roten Augen und der Mann nickte ihr zu. „Scheinbar… hat unser großer Bruder einen Gegner gefunden, den er… wohl unterschätzt hat.“ schmunzelt der Mann.

„Was meinst du, sollen wir ihn rächen?“ fragte die Frau grinsend, aber der Mann schüttelt nur den Kopf. „Aber nein liebe Schwester, daran ist er selber schuld. Ich finde… wir sollten uns bei dem Sieger „bedanken“.“ schlug der Mann vor.

„Eine… interessante Idee. Wir sollten überprüfen, wer nun seinen Clan kontrolliert.“ stimmte die Frau zu und der Mann nickte.

Im zerstörten Schloss.

Louis hat eine Decke über Sina gelegt und ihre Waffen haben sie auf ihr gelegt. „Was für ein Kampf. Ich kann es mir nicht vorstellen, wie sie gegen diesen Vampir gekämpft hat.“ schüttelt Thomddir den Kopf.

„Selbst wenn ich es euch erklären würde, aber… Sina konnte mit dem Mann mithalten, trotz der Wunde, die sie durch mich erhalten hat…“ murmelt Louis niedergeschlagen, aber Neia tröstet ihn.

„Wir wussten doch nicht, das Acula so verdorben war und dies ausnutzte. Wenn es dir so auf dem Gewissen lastet, entschuldige dich einfach bei Sina, wenn sie wieder wach ist. Ich glaube, sie… wird ihren üblichen Kommentar dazu abgeben, aber dir verzeihen, sonst hätte sie dich nicht gerettet.“ schlug Neia vor und Louis nickte nur.

„Was… hat Sina da ausgespuckt? Es ätzt sich noch immer in den Boden.“ fragte Falko seinen Freund Christoper, die gemeinsam die Flüssigkeit beobachten.

„Ehrlich? Keine Ahnung. Es macht den Eindruck, als wäre es Säure, aber… vielleicht sollten wir Sina das fragen, vielleicht hat sie eher eine Ahnung.“ meinte Christoper nur.

„Nun… mein Wolf sucht sich gerade einen Weg zu uns, wie sehen denn nun unsere Pläne aus? Wollen wir wieder warten bis Sina aufwacht? Ich meine… Thomddir kann seine Arme nicht benutzten und mir dreht sich immer noch… mehr oder weniger der Kopf.“ fragte Melaine.

„Eine gute Frage, mich interessiert, ob die anderen Vampire, die wir hier getroffen haben, uns Probleme machen werden.“ stimmte Thomddir zu.

„Keine Sorge, wir werden keine Hand an euch legen.“ sprach eine männliche Stimme hinter ihnen. Die Abenteurer drehten alle ihre Köpfe zu der zerstörten Tür und sahen den Butler, der sie ins Schloss geführt hatte.

„Wie sollen wir das verstehen? Wir haben euren Meister getötet, wollt ihr keine Rache oder so üben?“ hakte Falko misstrauisch nach, aber der Vampir schüttelt nur den Kopf.

„Nein. Wer unseren Herrn besiegen kann und auch seine Kinder, gegen den werden wir keine Chance im Kampf haben. Wie ich am Anfang schon betont habe, wir sind nur für die Hausverwaltung zuständig und haben keine… nennenswerte Kampferfahrung.“ erklärte der Butler.

„Wir können also einfach so raus spazieren?“ wirkte selbst Louis verwundert und der Butler nickte. „Ich kann euch für die liegende Dame eine Trage besorgen und den Weg nach draußen zeigen, dass… ist das mindeste was ich persönlich für euch tun kann.“ bot der Vampir an.

„Kann… es sein, dass du gegen deinen Willen zum Vampir wurdest?“ fragte nun Melaine und wieder nickte der Butler.

„Das ist richtig. Meister Acula liebte starke erschaffene Vampire über alles, aber er wusste auch, dass er gewisse… Personen braucht, die unseren Clan verwalten und hat auch einfache Menschen zu Vampiren verwandelt. Einige haben sich angeboten, aber mein Herr war ein grausamer Mann und nahm sich lieber was er wollte. Ich gehörte zu den Opfern und habe mich meinem Schicksal ergeben, aber ich habe immer zu der Göttin gebetet, dass… ein Held kommen und ihn besiegen soll.“ erklärte der Butler weiter.

„Dann sollten wir verschwinden… bevor einige Vampire es sich anders überlegen.“ schlug Christoper vor. Einige der Abenteurer waren immer noch misstrauisch, aber letztendlich wollten sie alle aus der Gefahrenzone raus.

„Wenn… ihr mir die Frage erlaubt, aber Herrin Tio und Mio leben in Fanfoss oder?“ fragte der Butler die Abenteurer. Sie schauten sich alle gegenseitig an und es war Neia, die die Frage beantwortet.

„Ja, warum wollt ihr das wissen? Hegt ihr immer noch an der Aufgabe eures Meisters sie zu töten?“ verlangte Neia zu wissen, aber der Butler schüttelt nur den Kopf.

„Mitnichten, mit dem Tod sind alle seine Befehle nichtig geworden. Normalerweise… übernimmt dann das älteste Kind die Führung, nur… habt ihr sie alle getötet oder? Damit sind Mio und Tio nun unsere Clanführer.“ erklärte der Butler und die Abenteurer haben ihre Sprache verloren.

„ … Habe ich das… richtig verstanden, dass die Zwillinge nun den Clan führen werden? Wissen sie das denn?“ glaubte Thomddir dem Butler nicht so wirklich.

„Hmm, ich bezweifele es. Wenn man es genauer betrachtet, wären sie als allerletzte Clanführer geworden, weswegen man ihnen das vermutlich nicht beigebracht hat. Aber ich glaube, dass wir unter ihnen besser aufgehoben sein werden, als bei den… anderen Kindern des Meisters, außer Lord Tallon.

Er sah keinen Sinn darin gegen die Humanoiden zu kämpfen und wollte eher in Harmonie mit ihnen Leben, aber auch seine Position… hätte wenn überhaupt Zeit benötigt, um Clanführer zu werden. Einzig Lord Justus wäre in der Lage gewesen Meister Acula vom Thron mehr oder weniger zu stoßen, aber bei der Göttin, dass es dazu nicht mehr kommt, ist wirklich ein Segen, denn unter der Herrschaft von Justus… wäre ein regelrechter Krieg zwischen den Vampiren und gegen die Menschen, Elfen, Zwerge und Tiermenschen ausgebrochen.“ war der Butler scheinbar aufrichtig dankbar.

„Aber… gibt es denn keine Probleme? Tio und Mio haben Sina, der Frau auf dem Boden, ihre Loyalität versprochen.“ klärte Neia auf und der Butler riss seine Augen auf.

„Oh… das… ist nun unerwartet.“ murmelt der Butler und war am grübeln. „Wenn… ich ehrlich bin? Ich weiß es nicht. Diese Information ist neu für mich. Wenn man es eng sehen will, dürften wir nur auf Herrin Tio und Mio hören, aber wenn sie Befehle von Lady Sina empfangen… ist sie dann nicht unsere Anführerin? Am besten ich bespreche es mit den anderen. Alle Vampire werden sich an einem Ort versammeln und dann können wir das in Ruhe besprechen.“ meinte der Butler nur, als er von den Abenteurern ging.

„Oh oh, das… wird Sina nicht unbedingt begeistern, wenn sie nun einen Vampirclan leiten darf.“ murmelt Christoper und die anderen stimmten ihm zu.

Der Butler hat eine Liege besorgt und brachte auch den Wolf von Melaine zurück, die ihn sofort umarmte. Anschließend wird Sina von Louis und Christoper getragen und der Butler führte sie aus dem Schloss heraus.

Als sie im Innenhof ankamen, standen sehr viele Vampire, die als Hausdienerin und Butler gekleidet waren, aber auch einige waren normal gekleidet. Sie starrten die Abenteurer alle mit ihren roten Augen an, dann aber knieten sie sich alle vor ihnen nieder und verbeugten ihre Köpfe.

„Wa… was ist hier los?“ verlangte Falko zu wissen und der Führer erklärte es ihnen. „Es ist eine Art „Danke“ zu sagen, dass ihr uns von Meister Acula befreit habt. Einige werden… es ein bisschen anders sehen, aber es ist unwichtig. Wir haben alle den Kampf von Lady Sina gegen Justus gesehen, aber auch Meister Acula und… als hätte nicht ein Mensch gegen einen Vampir gekämpft, sondern Monster gegen Monster.“ meinte der Butler.

Was die Abenteurer so nervös machte, war diese Stille, als wäre sie eine trügerische Seite. Aber wie der Butler es ihnen gesagt hat, keiner von ihnen zeigte Anzeichen von einem Angriff. Als sie am Tor ankamen, waren die letzte Worte des Butlers: „Ich danke ihnen nochmal, dass sie unseren Meister Acula getötet haben. Damit haben sie die Welt sicherer gemacht, aber… ich muss euch trotzdem warnen. Es ist das erste Mal, dass ein Vampirkönig getötet wurde und… Lady Sina, aber auch ihr, werdet nun die Aufmerksamkeit der anderen Vampirclans bekommen.“

„Bitte? Müssen wir nun täglich über die Schulter schauen?!“ kam es entgeistert aus Melaine, aber der Butler schüttelt nur den Kopf. „Ich kann euch beruhigen, wir waren der aktivste Vampirclan auf der Welt, während die anderen lieber im Geheimen agieren.

Ich… will euch keine Versprechungen machen, denn ich kenne die anderen Clans nicht so genau, aber ihr werdet nicht wirklich um euer Leben fürchten müssten. Es würde mich nicht wundern, wenn sie euch sogar danken, dass Meister Acula getötet wurde.“

„Dann bin ich ja beruhigt…“ brummte Falko sarkastisch, während er und die anderen Abenteurer weitergingen. Sie entfernten sich immer weiter vom Schloss bis Thomddir sagte: „Ich… kann immer noch nicht glauben, dass wir das überlebt haben und das noch am gleichen Tag, auch wenn es langsam dunkel wird, aber trotzdem.“

Die anderen verstanden, was er meinte. Alle bekamen das Gefühl als hätten sie Tage gekämpft und waren auch dementsprechend… etwas Müde. Sie hatten alle nicht wirklich viel zu erzählen und schauten immer wieder nach Sina, die immer noch am schlummern war als…

Auf einmal hustete Sina sehr schlimm, als würde sie keine Luft bekommen. Louis und Christoper legten sie sofort auf den Boden und Christoper überprüfte ihren Zustand, dann packte er Sina am Kopf und drehte sie zur Seite. Sina hustete wieder eine große Menge grüner Flüssigkeit aus dem Mund, was wieder auf dem Boden ätzte und Melaines Wolf fing an zu bellen und winseln, als Rauch von der Flüssigkeit hochkam.

Aber am schlimmsten fand Christoper wie heiß Sina war. Er fasste ihre Stirn an und seine Hand wurde fast verbrannt. „Verdammt, irgendwas stimmt mit Sina nicht, sie glüht ja geradezu!“

Neia wollte ebenso überprüfen, als Melaine sich meldete: „Wir müssen Sina von… dieser Flüssigkeit wegtragen, mein Wolf meint, dass es ein tödliches Gift sei!“ und ihr Wolf gab ein wimmern von sich. Sofort packten Christoper und Louis die Griffe der Liege und trugen Sina weit genug weg von dieser Flüssigkeit.

Sie erreichten ihre alte Lagerstelle wieder und Neia zauberte auf alle einen Zauberspruch, dass die Vergiftung, sollte jemand davon betroffen sein, aufgehoben wird. Dann überprüfte sie Sina. Sina lag weiterhin auf der Liege, aber sie schwitzte sehr stark am Gesicht und strahlte eine Hitze aus.

„Ich weiß nicht was sie hat, aber das ist kein normales Fieber!“ meinte Neia und zaubert mehrere Eiswürfel um Sina, aber es dauerte nicht lange, da waren sie schon wieder weggeschmolzen.

„Was… hat sie denn nun?!“ brummte Falko unsicher und Christoper grübelte. Von allen Abenteurern hat er die höchsten „Erste-Hilfe“ Fähigkeiten und könnte mit einem Arzt aus der anderen Welt konkurrieren.

„Ihr Körper kämpft gegen irgendetwas an, aber warum? Es hätte sie durch das Elixier, was ich ihr gegeben haben, davon heilen müssen.“ murmelt Christoper.

„Eben, zumal… diese Symptome wirken auf mich, als fehlt dem Körper sogar etwas. Hat es was mit dieser grünen Flüssigkeit zu tun, die sie immer ausspuckt?“ überlegte Neia ebenso mit.

„Eine Frage… Sina hat doch mit einem Schwert sich selber und Acula verletzt oder?“ meldete sich nun Thomddir und die anderen Abenteurer nickten ihm zu.

„Richtig und… genau, dort am Schwert war auch das Blut von diesem Vampir. Neia, hast du nicht vor kurzem erklärt, das Vampirblut eine heilende Wirkung hätte?“ fragte Melaine.

„Stimmt, aber es hätte dann die gleiche Funktion wie das Elixier.“ bestätigte Neia. Sie zaubert wieder eine neue Eiswürfel, um das Fieber zu senken, dabei verzog Sina schmerzvoll das Gesicht.

„Nein, es fehlt ihr definitiv was. Es sind die Symptome eines Süchtigen, der auf Entzug ist. Hat Sina irgendetwas während der Reise immer genommen?“ fragte Christoper und schaute dabei Neia und Melaine an.

„Erm… ja sie hat diese komischen Kaublätter immer genommen. Ich habe danach mal gefragt, aber sie meinte nur, dass es ein Tick von ihr wäre und sie unheimlich schmecken sollen.“ sagte Melanie und ihr Wolf bellte es zu Bestätigung.

„Dann ist in diesen Blättern irgendein Wirkstoff, der ihr nun fehlt. Ich kann leider nicht an ihr Inventar ran kommen und habe auch… keine Gegenstände, die es mir ermöglichen!“ antwortet Christoper frustriert.

„Verdammt, sie hat zu viele Geheimnisse, vielleicht hätte ich doch ein bisschen mehr nachfragen sollen.“ fluchte Louis.

„Es bringt nichts. Lass uns das Lager wieder aufschlagen und die Nacht überstehen, im Dunkeln werden wir ohnehin nicht weit kommen. Dann werden wir Zwei-Mann Wachposten aufstellen, einer der auf Sina aufpasst und der andere… vor möglichen Hinterhalten.“ meinte Falco, damit sie etwas zu tun haben.

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