Sin Roswell

Web Novel Deutsch

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Kapitel 58

Ich bin wiedergeboren und auf der Flucht?

„Sina? Wieso vergiftest du dich selber?“ war Ralph der Erste, der diese Frage stellte. Nun, wenn man bedenkt, dass die Kinder gesehen haben, wie schnell der Baron gestorben ist und Sina dann freiwillig selber den Tee trinkt, ist das eine relativ normale Frage.

„Als ob irgendein Gift stark genug auf der Welt ist, dass mich töten könnte.“ bekam Ralph als Antwort von Sina.

„Oder dein Tee war nicht vergiftet.“ kommentiert Themba gereizt. Die Prinzessin weiß momentan nicht, was sie machen soll.

Dann kamen auf einmal der Butler mit der Hausdienerin, die beide eine Waffe hielten. „Wir können euch nicht lebend gehen lassen!“ erklärt der Butler.

„Ho? Euer Herr ist doch tot, seid ihr so loyal, dass ihr ihm in den Tod folgt? Ausgerechnet Baron Schmu, der die Prinzessin und den Prinz mit Gift töten wollte?“ fragt Sina sarkastisch.

„Ihr versteht das nicht. Wenn wir euch nicht töten, werden die anderen unsere Familie töten!“ schrie die Hausdienerin.

„Wer sind die anderen?“ mischte sich die Prinzessin Themba ein, aber die Hausdienerin schüttelt nur den Kopf.

„Kinder, schließt eure Augen.“ antwortete Sina und ging zu den beiden Personen hin. „Warte, du brauchst es…“ rief Themba, aber Sina hatte ihr Werk schon beendet, indem sie beiden einfach das Genick gebrochen hat.

„ … Du Mörderin. Man hätte es auch anders klären können!“ schimpfte Themba nun, selbst Ralph wirkte geschockt über die Kaltblütigkeit von Sina.

„Nein, sie hätten alles versucht uns zu töten, man hat es in ihren Augen gesehen. Wer die anderen auch sind, sie hatten mehr Angst vor ihnen als vor mir. Außerdem habe ich uns damit nur Zeit verschafft, die wir brauchen. Wach auf Nervi, das ist eine brutale Welt in der du und dein Bruder leben!“ erklärt Sina.

„Aber…“ wollte Themba was sagen, wird aber von Sina unterbrochen. „Was weiß du genau über das Leben hier draußen? Im Grunde nichts. Du hast die anderen Waisenkinder gesehen und Ralph wird auch einiges erlebt haben. Meine Freundin wurde von einer Untergrundorganisation entführt und ich musste bei ihrer Befreiung Menschen foltern und töten. Das Leben ist kein Ponyhof!“ schimpft Sina nun auf Themba ein, die nun Tränen in den Augen hat.

„Schwester Sina, ich glaube, wir sollten die Diskussion woanders führen.“ versuchte Ralph ein Rettungsseil in den Streit zu werfen.

„Ok, verlegen wir die Diskussion auf ein anderes Mal. Verschwinden wir!“ befiehlt Sina und alle verließen die Villa.

Als sie wieder draußen waren, fragte Alwin: „Und was machen wir nun?“

„Wir gehen in eine Gaststätte und essen erst mal. Danach können wir immer noch überlegen. Ach ja, Nervi gib mir deinen Ring. Ich werde ihn erst mal wieder aufbewahren…“ aber Themba schüttelt nur ihren Kopf.

„Ich kann meinen Ring nicht einer Mörderin geben…“ und dann wird sie von Sina grausam gepackt.

„Langsam verliere ich wirklich meine Geduld. Ich weiß nicht warum man dir an die Kehle will und langsam ist mir das wirklich egal. Ich erkläre dir, warum ich den Ring wieder haben will. Dieser Ring ist der einzige Beweis, wer ihr seid. Wenn dieser Ring verloren geht, seid ihr nichts als normale Kinder. Man würde euch nicht mal in die Burg eures Vaters lassen. Ist das nun bei dir angekommen?“ teilt Sina es durch ihre Zähne mit und Themba nickte weinend.

„Lass meine Schwester in Ruhe! Du tust ihr weh!“ klopfte Alwin an der Seite von Sina. Sie seufzte nur und ließ Themba los.

„Sina, du solltest etwas nachsehen haben mit der Prinzessin Themba. Für sie ist das alles vollkommen unbekannt. Du kannst nicht erwarten, dass sie auf deiner Welle ist.“ schützt Ralph die Prinzessin, die wieder ein leichtes Herzklopfen hatte.

„Ist schon gut. Ich habe schon verstanden. Sina versucht auf ihre Art und Weise uns zu beschützen… Hier, nimm den Ring…“ reichte Themba den Ring an Sina weiter.

„So, nun gehen wir essen.“ nickte Sina den Kinder zu, obwohl sie alle keinen Hunger hatten nachdem, was in der Villa passierte.

Später saßen alle in einer Gaststätte und Sina bestellte für die Kinder nur eine leichte Suppe mit Brot, während sie für sich eine etwas größere Portion bestellt.

„Ihr solltet was essen, der Hunger wird sonst gnadenlos zuschlagen.“ teilt Sina allen die Information. Ralph musste schwer schlucken, aber schaffte es, die Suppe langsam zu essen.

„Was sollen wir nun machen Schwester?“ fragte Alwin, der selber die Suppe langsam isst. Einzig Themba weigerte sich zu essen und wirkte nur hilflos.

„Ich weiß es nicht. Ich dachte wirklich, das Baron Schmu uns hilft, aber das er uns töten wollte, heißt für mich nur, dass ich keinem Adeligen vertrauen kann…“ und Themba ließ den Kopf hängen und weinte.

Ralph schaute niedergeschlagen die Prinzessin an und überlegte, wie er sie trösten könnte. Dann versuchte er mit Sina in Augenkontakt zu kommen, aber irgendwie ignoriert sie es.

„Sina, was würdest du als Prinzessin in so einer Lage machen?“ versuchte Ralph mit einer cleveren Frage Sina zu ködern.

„Du bist aber in ganz Schlauer, Ralph.“ anerkennt Sina Ralphs Frage. „Was würde ich machen. Nun, ich kann niemandem vertrauen außer meiner Familie. Also muss ich irgendwie wieder nach Hause kommen.“

„ … Wie weit ist es denn bis zur Hauptstadt?“ murmelte Themba und versuchte ihre Tränen wegzuwischen.

„Keine Ahnung, war bisher nicht dort gewesen. Ralph?“ schaute Sina den rothaarigen Junge an.

„Ich war auch noch nicht dort, aber ich kann mich erkundigen.“ schlägt Ralph vor. „Dann tue es einfach mal, es schadet ja nicht es zu wissen.“ nickt Sina.

Ralph beugte sich zu Themba und flüstert ihr ins Ohr: „Du solltest versuchen, Sina zu überzeugen, dass wir euch bis zur Hauptstadt begleiten sollten.“ und dann verschwand Ralph aus der Gaststätte.

Themba wurde rot im Gesicht und Sina rollt ihre Augen.

In der Zwischenzeit in der Villa von Baron Schmu:

Verhüllte Männer betraten die Villa und fanden nur das Personal tot vor sowie Baron Schmu. Einer der Männer schüttelt nur den Kopf und zeigt auf die Tassen.

„Amateure, warum haben sie nicht einfach auf uns gewartet.“ fluchte einer der Männer.

„Weiß man denn, wer die Begleiter sein sollen?“

„Nein, aber sie müssen außergewöhnlich sein, wenn sie eine Gruppe voller Meuchelmörder töten können und die Falle des fetten Barons bemerken.“

„Sie dürften nicht allzu weit gekommen sein. Vielleicht sind sie noch in der Stadt.“

„Dann sucht sie! Eine Prinzessin und Prinz dürften in der Menge doch auffallen!“

In der Gaststätte überlegte Themba fieberhaft, wie sie Sina überzeugen könnte. Sina und Alwin waren noch am Essen und Sina sah nicht so aus, als würde sie Themba in irgendeiner Form helfen.

„Nun, wenn ihr zu keinem Entschluss kommt, kann ich euch auch im Waisenhaus abgeben, dann reisen Ralph und ich wieder zurück nach Fanfoss.“ merkte Sina an.

„Nein, nicht. Warte…“ reagierte Themba geschockt, was Sina ihr offenbarte.

„Es tut mir leid, wie ich euch genannt habe.“ fing Themba an und hatte die Aufmerksamkeit von Sina.

„Ich… bin das nicht gewohnt, dass Menschen einfach so getötet werden…“

„Vermutlich nicht.“

„Baron Schmu war wirklich meine größte Hoffnung gewesen, aber dass er mich und Alwin versuchte zu vergiften…“

„Nun, in meinen Augen sind die meisten Adeligen Parasiten, die den Titel von ihren Vorfahren bekommen haben und nicht durch ihre eigene Leistung. Die meisten benehmen sich wie Kleinkinder, denen die Macht zu Kopf gestiegen ist.“

„ … Ich… brauche eure Hilfe… Nein, wir brauchen eure Hilfe.“

„Und was genau soll ich tun?“

„Kannst du mich und Alwin beschützen, bis wir zu Hause angekommen sind? Alleine sind wir nicht in der Lage. Überall sind Feinde die uns töten wollen und… wir sind keine Kämpfer wie du.“

„Ich bin eine Abenteurerin falls du es noch nicht wusstest. Wir sind nicht wirklich auf einer Ebene, dass wir uns als Freunde betrachten und ich euch den Gefallen tue.“

„ … Ich kann dich bezahlen.“

„Ho? Wie viel denn?“

Themba durchwühlte ihre Tasche, aber dann fiel ihr ein, dass sie überhaupt kein Geld hatte.

Alwin legte eine Bronzemünze auf den Tisch. „Mehr habe ich leider nicht.“ entschuldigt er sich.

„Hmm, ok. Mit der Belohnung kann ich leben.“ nickt Sina.

„Eh?!“ wundert Themba sich.

„Nun, ich nehme euren Auftrag an. Sobald Ralph wiederkommt, reisen wir direkt los. Solltest du dir zu viele Gedanken machen über die Belohnung, kannst du auf der Reise darüber nachdenken, warum ich dies so gemacht habe.“ erklärt Sina mit einem leicht freundlichem lächeln.

Es dauert nicht lange und Ralph kam mehr oder weniger hereingestürmt. „Schlechte Neuigkeiten. Ich habe verhüllte Männer am Anwesen des Barons gesehen.“

„Was wolltest du denn dort? Ich bezweifele, dass der Baron dir in irgendeiner Form noch was sagen könnte.“ teilt Sina es sarkastisch mit.

„Ich weißt es nicht, irgendwie bin ich dort hingekommen. Ich weiß aber nun wie man in die Hauptstadt kommt.“ keuchte Ralph.

„Setzt dich hin und komm wieder zu Atem. Die Männer werden nicht so dumm sein und hier einen Angriff starten. Außerdem kennen die uns nicht mal, also halten sie nur Ausschau nach Nervi und Alwin.“ beruhigt Sina den Jungen.

„Erm… Ok?“ wundert sich Ralph. „Wie seid ihr zu einer Entscheidung gekommen?“

„Nervi hat mich als Abenteurerin eingestellt. Der Auftrag geht solange, bis sie bei ihrem Vater, dem König, lebend angekommen sind.“ erklärt Sina.

„Echt? Cool, dann geht das Abenteuer ja weiter!“ freute sich Ralph. Themba wusste nicht, wie sie reagieren soll, aber irgendwie ist sie auch glücklich, das Ralph weiterhin in ihrer Nähe ist.

„Nun dann Reiseführer. Dann erkläre uns den Weg.“ nickte Sina.

„Nun, es gibt drei Wege… Eigentlich zwei. Die eine Möglichkeit ist, dass wir zu Fuß reisen, aber das ist der längste Weg und wir werden vermutlich zwei Wochen brauchen. Die andere Möglichkeit ist, wir suchen eine Hafenstadt auf und lassen uns per Schiff transportieren, dürfte aber die teuerste Wahl sein.“

„Und was ist die Dritte?“

„ … Das wäre der schnellste Weg, aber wir müssten durch eine alte Mine reisen, die gerüchteweise voller Orks sein soll.“

„Weißt du wo sie liegt?“

„Wieso willst du diesen Weg nehmen? Das ist der gefährlichste!“

„Nun, wenn hier die Männer sind, werden sie ebenso die Wege absuchen, die du uns gerade aufgesagt hast. Sie werden am wenigsten erwarten, dass wir die Mine nehmen und selbst wenn sie dort auch nachschauen, müssten sie ebenso an den Orks vorbei.“ erklärt Sina die Lage.

„Aber…“ versuchte Themba bei der Entscheidung mitzuwirken.

„Eine Landreise können wir vergessen, das haltet ihr nicht aus und die Reise mit dem Schiff bin ich mir nicht sicher, was die Meuchelmörder planen würden. Aber gegen Orks werden wir keine Probleme haben.“

„Als ob wir eine Wahl hätten… dann reisen wir zur Mine.“

Kapitel 57

Ich bin wiedergeboren und erlebe einen Giftanschlag? (LoL)

Themba wusch sich als nächstes und wirkte sehr deprimiert, vor allem wusch sie sehr lange ihren Brustbereich. Eine ihrer Hausdienerinnen hatte gesagt, dass kommt schon, man müsste sich nur gedulden. Aber Sinas… waren gigantisch.

„Vielleicht sollte ich mehr Milch trinken…“ murmelt Themba. Danach wuschen sich Ralph und Alwin gemeinsam, weil es einfach Kerle sind und sich endlich hinlegen wollten.

Die Nacht war ruhig, aber nicht überall…

Burg Ryre, Zimmer des Kanzlers:

„Bitte WAS?! Die Kinder sind entkommen?“ fluchte Kanzler Thorgil während vor ihm eine verhüllte Gestalt stand.

„Nun, wir haben nicht erwartet, dass andere Zeugen vor Ort waren und in der Lage sind, die gesamte Gruppe auszulöschen.“ entschuldigt sich der Assassine.

„Ich habe euch den perfekten Ort gegeben und verdammt viel Gold gezahlt und ihr bekommt es nicht gebacken, zwei Kinder und Zeugen zu töten?“ antwortet der Kanzler mit rotem Kopf.

„Keine Sorge, wir werden sie schon finden. Außerdem, selbst wenn sie bei irgendeinem Adeligen unterkommen, ihr habt doch sowieso die Unterstützung vieler Adeliger und diese kennen euren Plan ebenso.“ beruhigt der Assassine den Kanzler.

„Dann seht zu, dass ihr es schnell erledigt. Der König wurde von mir informiert, dass die Kinder tot sind und nun trauert er alleine im Thronsaal! Der Verlust der Königin war schon schwer für ihn, aber nun dürfte ihm das Herz gebrochen sein, wenn seine Kinder ebenso tot sind. ABER das geht nur, wenn sie RICHTIG tot sind und nicht irgendwo herumlaufen!“

„Wir würden gerne mehr Meuchelmörder einsetzen, aber aus irgendeinen Grund… sind in letzter Zeit viele gestorben bei ihren Aufträgen.“ wundert sich der Assassine.

Mel spielte im Keller am Schlagzeug und musste niesen. Ein Geist der niest, selbst Mel wundert sich und spielte wieder weiter.

„Tut was ihr tun müsst, aber kommt mir erst wieder unter die Augen, wenn ihr mir die Nachricht über den Tod der Kinder bringt!“

Am nächsten Morgen wachte Sina auf und sah alle Kinder schlafen. Sie nutze die Zeit sich umzuziehen und bekam das Gefühl beobachtet zu werden und tatsächlich, Nervi war ebenso wach.

„Milchkuh.“ kommentiert sie nur und bei Sina bildete sich eine Zornesader. Dann grinste Sina und sagte: „Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.“ und dies regte Themba tierisch auf. Nicht lange und Ralph sowie Alwin wachten ebenso auf und sahen nur, wie Sina am grinsen war und Themba einen roten Kopf hatte.

„Da nun alle wach sind, der folgende Tagesablauf. Erst gehen wir alle frühstücken und suchen dann das Waisenheim, damit ich die Lieferung abgeben kann. Anschließend suchen wir Baron Schmu auf und übergeben ihm dann Nervi und Alwin. Dann sind alle wieder glücklich und können ihrem Leben wieder nachgehen.“ erklärt Sina in ihrem Cowboy-Outfit.

„Ich kann es kaum erwarten dich los zu werden…“ kommentiert Nervi. „Beruht auf Gegenseitigkeit.“ antwortet Sina zurück. Ralph verdrehte nur seine Augen und Alwin war mit dem Anziehen noch beschäftigt.

Sie frühstückten alle gemeinsam und bekamen von dem Wirt die Wegbeschreibung zum Waisenhaus, danach machten sie sich auf den Weg.

„Irgendwie ist das ein anderes Gefühl so durch die Stadt zu gehen.“ murmelt Themba. „Warum haben wir das früher nicht genauso gemacht Schwester?“ fragte Alwin. „Weil wir was besonderes sind und es böse Menschen gibt, die uns was antun wollen, so wie die im Wald. Deswegen werden wir von den anderen isoliert.“ erklärt Themba.

„Bei mir klopfen die bösen Menschen abends immer an der Tür, aber meine Mädels kümmern sich um sie. Ich muss ihnen ja auch irgendwie dankbar sein, dass sie meinen Vampirmädchen die Nahrung bringen.“ kommentiert Sina.

„Eh?“ Themba schaut dabei Ralph an, der nur die Schulter zuckt. „Ich weiß nicht ob es stimmt, aber die Monstervilla von Sina ist bekannt. Dort leben zwei Vampire und ein Hausgeist, dazu eine bekannte mörderische Hausdienerin mit dem Pechvogel des Königreiches.“ teilt Ralph es nüchtern mit.

„Wieso heißt mein Zuhause Monstervilla?“ wundert Sina sich. „Keine Ahnung, die Erwachsenen fingen damit an. Die meisten warten nur darauf, was ihr als nächstes bei euch wohnen lasst.“ verteidigt sich Ralph.

„Ein Dämon, ein Drache, ein Echsenmensch und wenn Roboter auf dieser Welt existieren, dann von dem auch einen. Habe ja genug Zimmer.“ scherzt Sina, aber Ralph war sich da nicht so sicher.

Es dauerte nicht lange und sie fanden das Waisenhaus. Kinder spielten herum, ältere Kinder saßen in der Ecke gelangweilt. „Wie wäre es wenn du ihnen die Spiele beibringst Ralph?“ schlägt Sina vor und Ralph nickte begeistert. „Nimm die anderen zwei mit. Dann können sie noch etwas mehr von der Welt lernen.“

„Au ja, komm Alwin, ich kenne noch ein paar Spiele mehr.“ und Alwin nickt begeistert und Themba seufzte nur.

Sina auf jeden Fall suchte nach einer Schwester und wurde fündig, wie sie gerade eine Rede vor einer Gruppe Kinder hält. Die Kinder machten auf Sina nicht unbedingt den Eindruck, als hörten sie zu, also unterbricht sie den Disput.

„Schwester? Grüße euch, mein Name ist Sina. Ich wurde von dem Waisenhaus aus Fanfoss geschickt.“ grüßte Sina. Die Schwester unterbrach ihre Rede und wirkte etwas verärgert über die Unterbrechung.

„Fanfoss? Wir hatten schon lange keinen Kontakt mehr mit dem Waisenhaus.“ runzelt die Schwester die Stirn.

„Ich bringe viele Anziehsachen mit und soll Schwester Mirande einen Brief überreichen. Ihr seid nicht zufällig Mirande?“ rät Sina.

„Doch das bin ich. Ok, ihr dürft wieder gehen Kinder, aber ich komme wieder und fahre da fort, wo ich unterbrochen wurde! Wir gehen beide dann in mein Büro.“ drohte sie den Kinder und zeigte Sina den Weg.

Im Büro war es ziemlich chaotisch, das komplette Gegenteil als bei Schwester Anna. „Entschuldigung die Unordnung, aber da ich hier alleine arbeite bleibt vieles auf der Strecke.“ entschuldigt sich Mirande.

„Nicht schlimm. Ich kenne jemand, der kann das noch toppen.“

„So schlimm? Ok, was kann ich für euch tun?“

„Hier, diesen Brief sollte ich wie ein mein Auge hüten und ihn euch von Schwester Anna persönlich überreichen.“

„Hm? Ok, dann scheint es ja was ernstes zu sein… Hmm… Hmm… Oh? Verstehe, vielen Dank für den Brief, das sind wirklich gute Neuigkeiten.“

„Neben dem Brief habe ich mehrere Kisten mit Wäsche mitgebracht. Wo soll ich sie hinstellen?“

„Erm, nicht hier… Ich weiß wo. Folgt mir.“ und Mirande führt Sina in ein Nebenzimmer, dass genauso chaotisch aussieht.

„Seid ihr sicher?“ fragt Sina zweifelnd. „Keine Sorge, ich bekomme bald Unterstützung auf die ich viele Jahre gewartet habe. Stellt die Kisten ruhig dahin wo Platz ist.“ erklärt Mirande und Sina zuckte nur die Schulter.

Sina stapelte die Kisten auf einander und zuletzt den Sack, wo die königlichen Klamotten drin waren. Die Heldin der Geschichte grübelte scheinbar nicht lange und lege den Sack zu den Kisten, mit einem sadistischen Grinsen.

„Ok, das wäre alles. Ich bin froh, dass ich euch helfen konnte. Sag, wisst ihr wo das Anwesen ist von Baron Schmu?“ fragte Sina.

„Dieses widerliche Schwein? Was willst du denn von dem Penner?“ fragte Mirande mit einem düsteren Gesicht.

„Eh… Ich muss bei ihm auch was abliefern. Sollte ich irgendwas über ihn zu wissen?“

„Ja, dieser Penner versucht seit langem gegen das Waisenhaus und anderen ärmeren Bewohnern vorzugehen. „Reinhaltung der Stadt“ nennt er das. Bisher konnte der Bürgermeister immer seinen Einspruch einlegen, aber die Stadt ist auch sehr arm. Es würde mich nicht wundern, wenn der Bürgermeister irgendwann nachgibt.“ schüttelt Mirande traurig den Kopf.

„ … Wisst ihr, ob er ein Freund der königlichen Familie ist?“ wundert Sina sich.

„Er? Im Leben nicht, aber als sein Vater noch gelebt hat war er es zumindest. Irgendwas muss der Alte bei seinem Sohn verpasst haben, dass so ein Ekel nun an der Macht sitzt. Aber Baron Schmu ist kein Einzelfall. In anderen Städten gibt es ebenso Adelige, die den gleichen Gedanken haben. Einzig der König ist der Vernünftige und tut was für das Volk.“ gab Mirande ihre Meinung zum Besten.

„Ich verstehe. Es hilft alles nichts, ich muss zu ihm hin.“ seufzte Sina nur und Mirande erklärt den Weg zu seiner Villa. Anschließend begleitet die Schwester Sina nach draußen und staunte, was die Kinder alle machten.

Sina hatte Ralph Kreide sowie Seile gegeben und nun spielten alle Kinder Seilhüpfen, Schere-Stein-Papier und andere Spiele. Ralph sah man mit den anderen älteren Kindern sprechen, scheinbar redet er auf sie ein, das Schicksal selbst in die Hand zu packen und den jüngeren Geschwistern zu helfen.

Alwin spielte mit den anderen Kindern das Seilhüpfen und Themba schmollte scheinbar am Eingang, aber man sah ihr an, dass sie auch gerne mitmachen würde.

„Was bei der Göttin ist hier los?“ wundert sich Mirande. „Ich habe ein Kind von dem anderen Waisenheim mitgebracht, der mir den Weg zu dieser Stadt gezeigt hat. Ich habe ihm gesagt, dass er die Spiele den Kinder hier beibringen soll, die ich ihm auch beigebracht habe. Schaut doch wie viel Spaß sie haben. Nur ein bisschen Kreide und Seile und schon kann man die Langeweile vertreiben.“ erklärt Sina.

Ralph sah Sina mit der Schwester kommen und beendete seine Rede mit: „Überlegt euch selbst, was ihr davon haltet. Ich war genauso wie ihr, bis… mir jemand die Augen geöffnet hat. Lasst nicht zu, dass ihr genauso endet und auf der Straße landet!“ und die älteren Kinder wirkten zumindest nachdenklich.

„Schwester Sina, ich habe ihnen alles beigebracht, wie du es mir aufgetragen hast. Sie werden die nächste Zeit alle beschäftigt sein.“ grüßte Ralph.

„Das hast du gut gemacht. Nun sollte Schwester Mirande etwas Luft haben.“ grinst sie die Schwester an.

„Ich weiß zwar immer noch nicht, was hier los ist, aber das ist ein gutes Zeichen. Vielen Dank euch beiden.“ verbeugte sich Schwester Mirande glücklich.

„Nun denn, gehen wir den Baron aufsuchen. Hol mal Alwin und Nervi, wir wollen sie nicht all zulange warten lassen.“ und Ralph stürmte los. Sina verabschiedete sich noch von Mirande und drückte ihr die Daumen, dass sie weiterhin genug Energie hat, bis die Verstärkung eintrifft.

Es dauert ein bisschen, bis Ralph es geschafft hat, Alwin von den Spielen zu trennen und Themba kam scheinbar von selber, als sie sah, das Sina zum Aufbruch bereit war.

Alle waren dann auf der Straße und Sina fragte Themba nach Baron Schmu: „Sagt, ist Baron Schmu wirklich ein Freund der Familie?“ und sah Themba nur nicken. „Weißt du ob es ein älterer Herr war oder sein Sohn?“ und Themba schaut Sina verwundert an.

„Wieso fragt ihr? Ich weiß, dass Baron Schmu ein alter Mann war, der mir früher immer ein Geschenk gemacht hat.“ erklärt Themba.

„Ah.. Dann muss ich dir die Nachricht vermitteln, dass er verstorben ist und sein Sohn diesen Titel übernommen hat.“ teilt Sina es mit.

„Oh… Schade das ich das nicht mitbekommen habe. Seinen Sohn kenne ich auch, nur habe ich mit ihm weniger was zu tun gehabt. Ich weiß sowieso nicht so richtig, wer mit wem bei meinem Vater auf gutem Fuß steht. Ich glaube, dass der Sohn mir ebenfalls helfen wird.“ meint Themba nur.

„Wenn du meinst?“ kommentiert Sina es nur.

Einige Zeit später standen sie vor einem Tor, da hinter eine große Villa. Sina machte sich laut bemerkbar und ein Butler erschien.

„Wie kann ich euch helfen?“ fragte er.

„Darf ich vorstellen, ich bin Prinzessin Themba und das ist mein Bruder Alwin. Ich wünsche mit eurem Herrn zu sprechen.“ und zeigt dem Butler den Familienring, den sie von Sina wiederbekam.

„Das Zeichen des Königs, aber… eure Kleidung passt nicht wirklich zu euch?“ wundert der Butler sich.

„Reine Vorsichtsmaßnahmen, da steckt nicht mehr dahinter.“ erklärt Sina das Problem und hielt ihm ihre Abenteurerkarte vor die Nase. Der Butler musste schwer schlucken, als er sah, mit wem er es zu tun hatte.

„Ah Entschuldigung, wo sind meine Manieren. Ich werde euch natürlich zu meinem Herrn bringen. Folgt mir, ich bringe euch in das Gästezimmer.

Etwas später saßen alle im Gästezimmer und warteten auf den Baron. „Damit ist unser Abenteuer schon wieder zu Ende oder Prinzessin Themba?“ versuchte Ralph ein Gespräch zu starten.

„Kann nicht schnell genug zu Ende sein.“ kommentierte sie erst, aber als sie Ralph traurig sitzen sah fügte sie hinzu: „Aber trotzdem danke, dass du mich und meinen Bruder versucht hast zu beschützen.“ mit einem lächeln. Ralph freute sich über ihre Worte und auch Alwin lächelt.

„Sag Schwester, warum nimmst du ihn nicht zu deinem Mann?“ fragte er unbedacht und alle gaben ein „Pfff“ ab. Sina hielt sich eine Hand vor den Mund, damit sie nicht laut loslachte. Ralph und Themba dagegen bekamen einen hochroten Kopf. „Hab ich was falsches gesagt?“ wundert sich Alwin.

Die Frage wird nicht mehr beantwortet, als ein dicker verschwitzter Mann mit Koteletten und eine Hausdienerin, die ein kleinen Wagen mit Tassen und Tee transportiert, erschienen.

„Willkommen in meinem Haus Prinzessin Themba und Prinz Alwin. Wie kann ich euch helfen? Warum seid ihr in dieser Aufmachung und wo ist eure königliche Garde? Fragen über Fragen, aber ihr müsst mir zustimmen, dass alles für mich ein bisschen merkwürdig ist.“ plumpste der dicke Baron in seinen Sessel, während die Maid die Tassen verteilte. Nur als sie den Tee in die Tassen goss, wirkte sie… nervös und Sina wunderte sich warum.

„Baron Schmu, ich muss euch danken, dass ihr uns in euer Haus lasst. Ich fasse mich kurz. Mein Bruder und ich waren auf dem Weg zurück zur Hauptstadt und fuhren durch den Dunklen Wald. Es dauerte nicht lange und wir wurden von unbekannten verhüllten Männern angegriffen. Mein Bruder und ich flüchteten in den Wald, bis wir auf diese Personen trafen, die uns das Leben gerettet haben.

Aus reiner Vorsichtsmaßnahme tragen wir die bürgerliche Kleidung zum eigenen Schutze. Auf meine Bitte hin, habe ich die Heldin hier gebeten, mich zu euch zu begleiten, weil ich weiß, dass eure Familie ein Freund von meinen König ist. Ich habe erst vor kurzem erfahren, dass eurer Vater verstorben ist und drücke mein tiefes Beileid aus.

Aber ich glaube daran, dass ihr mir und meinen Bruder in höchster Not bestimmt helfen werdet.“ beendet Themba ihre Erklärung und Alwin nickte nur.

„Du liebe Zeit, da habt ihr aber schreckliches durchmachen müssen. Ich werde sofort dem König Bescheid geben, dass ihr bei mir sicher seid. Kommt, trinkt doch erst mal den Tee. Er wirkt beruhigend und mildert den Stress.“ schwitzte Baron Schmu.

Prinzessin Themba nickte und wollte schon nach dem Tee greifen, als Sina sie unterbricht: „Warte mit dem Tee.“ mit einer Stimme, die keinen Widerspruch duldete. Themba schaute verwundert auf.

„Ist was nicht in Ordnung mit dem Tee?“ wirkte der Baron nun sehr nervös.

„Könnt ihr mir den Gefallen tun und den Tee von Themba trinken?“ lächelt Sina den Mann an. Baron Schmu und seine Hausdienerin verhielten sich schon die ganze Zeit verdächtig, aber nun wirkte Mann, als würde er ertappt.

„Wie… wie meint ihr das?“ stottert Baron Schmu.

„So wie ich das gesagt habe, trinkt den Tee den man uns serviert hat.“ und Sinas Lächeln wurde nur breiter und düster. Selbst Ralph ahnte, das bald was schlimmes passieren wird.

„Es… tut mir leid, aber auf diesem Tee bin ich leider allergisch. Ha ha ha, aber er kam bei den Gästen bisher immer gut an.“ Baron Schmu holte ein Tuch aus seiner Westentasche heraus und trocknete sein Gesicht.

„Echt? Welch ein Zufall. Dann kann doch bestimmt eure Hausdienerin ihn kosten oder?“ behält aber weiterhin den Baron im Blick.

„Meine Herrin, ich bin zu unwürdig, als das ich diesen kostbaren Tee trinken könnte.“ wehrte sich die Hausdienerin sehr verängstigt.

„Sina, was ist los? Was stimmt mit dem Tee nicht?“ wird Themba nun selber nervös.

„Nun, ich habe mich ein bisschen über den Fettsack hier umgehört. Er wird vom Volk nicht wirklich geliebt. Zusätzlich das Verhalten, dass sowohl er als auch seine Hausdienerin sich sehr verdächtig verhalten und sich weigern den Tee zu trinken, muss ich annehmen, dass der Tee nicht das zu sein scheint, als er sein sollte.“ erklärte Sina.

„Was wollen sie damit andeuten?!“ schimpfte Baron Schmu und Sina nahm die Tasse von Themba und stand dann auf.

„Nichts, nur dass ich nun doch etwas ungeduldig werde.“ kommentiert Sina und ging mit der Tasse zum Baron. Er wurde regelrecht panisch und wollte aufstehen, aber Sina hindert ihn mit ihrer Kraft und zwang ihn, denn Tee zu trinken. Die Hausdienerin schrie und rannte aus dem Zimmer heraus.

Als die Tasse mehr oder weniger leer war, ließ Sina vom Fettsack ab und beobachtet, wie der Tee auf ihn wirkte. Der Baron schnaufte und hustete schwer, in seinen Augen war blanke Panik zu sehen.

„*hust* Ihr… werdet damit nicht durchkommen! Arghhh…“ versuchte der Baron noch zu drohen, aber scheinbar wirkte der Tee ziemlich schnell. Er gurgelte stark, grüner Schaum kam aus seinen Mund. Die Kinder reagierten geschockt, was sie zu sehen bekamen.

Dann fiel der Baron tot zur Seite. „Tja, das war mal euer Familienfreund. In dem Tee war Gift drin.“ kommentiert Sina.

„Aber… warum?! Wieso habt ihr ihn umgebracht?!“ schrie Themba fast und Alwin klammerte sich an ihr.

„Warum er euch umbringen will weiß ich nicht, aber scheinbar ist der Mordkomplott auf euch größer als gedacht, dass selbst eure Familienfreunde daran beteiligt sind. Dürfte vermutlich was gegen euren Vater sein. Hab gehört, dass er nicht unbedingt bei dem Adel beliebt ist.“ erklärt Sina.

„Aber wie konntet ihr ihn umbringen? Habt ihr denn keine Gefühle?!“ verlangte Themba nach Antworten, aber der Raum wurde spürbar kälter.

„Ich habe Gefühle, aber dieser Fettsack wollte uns umbringen, also gab ich ihm seine eigene Medizin zu schmecken. Macht euch nun lieber Gedanken, was ihr nun tun wollt.“ antwortet Sina kalt.

„Schwester, was sollen wir tun?“ fragte Alwin den Tränen nah und Themba wusste selbst nicht, wie es weiter gehen soll.

„Überlegt nicht allzu lange, es dürfte hier bald ziemlich viel Stress geben, wenn wir nicht langsam verschwinden.“ versuchte Ralph es gelassen mitzuteilen, aber er war selbst am zittern.

Sina trank in der Zeit ihren eigenen Tee und musste würgen. „Widerlich, da habe schon besser schmeckenden Gifttee getrunken.“ und erntete nur Unglauben.

Kapitel 56

Ich bin wiedergeboren und der Putsch findet statt?

Die Gruppe fand schnell die Kutsche und stellten auch schnell fest, dass niemand den Angriff überlebt hat. Die Meuchelmörder haben wohl ihre getöteten Kameraden mitgenommen und somit keine Spuren hinterlassen.

„Hmm, sie haben sauber gearbeitet.“ kommentiert Sina das Gemetzel und begutachtet die toten Ritter.

„Oh nein, was sollen wir nun tun Schwester?“ fragt Alwin, der Panik bekam, aber von Themba getröstet wird.

„Keine Angst, ich lasse mir was einfallen.“ und schaut dabei Ralph an. Dieser überlegte kurz und ging zu Sina.

„Schwester? Was hast du vor?“ fragte Ralph vorsichtig.

„Nun, es hängt ganz davon ab, was Nervi möchte. Wir dürfen auch unseren Auftrag nicht vergessen, wie du weißt.“ dachte Sina laut nach und spielte an ihrem Hut.

„Sina, die beiden kennen das Leben draußen nicht. Prinzessin Themba gibt sich zwar nach außen hin stark, aber sie ist in Wirklichkeit hilflos. Sie schöpft ihre Kraft nur, weil sie ihren Bruder beschützen muss.“ erklärt Ralph und Sina seufzt.

„Nervi, wir sind auf dem Weg zur Stadt Siediff, hast du dort irgendeinen Familienfreund oder ähnliches?“ bot Sina ein Angebot an.

„Huh? Eh… Baron Schmu ist ein Freund der Familie! Er kann uns zumindest aufnehmen!“ sah Themba eine neue Hoffnung.

„Ok, dann begleitet uns und wir setzen euch dann bei ihm ab.“ nickt Sina. „Aber nicht mit diesen Klamotten. Ihr seid gerade mal einem Mordanschlag entkommen. So erkennt jeder, wer ihr seid.“

„Aber wir haben sonst keine außer die die wir anhaben…“ teilt Themba die Information mit. Sina überlegte kurz und holte aus ihrem Inventar einen Sack heraus.

„Hmm, hier zieht euch das an und steckt eure Klamotten da rein. Euen Schmuck nehme ich euch ab, den bekommt ihr beim Baron wieder. Ein Bauernmädchen mit Schmuck passt ja nicht wirklich.“ nickte Sina zu sich.

„Wir sollen diese Klamotten anziehen?!“ schrie Nervi fast, aber Ralph mischte sich ein. „Keine Sorge, sie sind gewaschen und waren für die anderen Waisenkinder gedacht. Ertragt es solange bis wir bei eurem Freund sind, sonst lässt Sina euch vermutlich hier.“

Alwin schaut sie ebenso an und Themba gab den Konflikt auf und nickte. „Lasst euch aber nicht allzu viel Zeit, wer weiß, was hier noch so alles im Wald kreucht und fleucht.“ warnte Sina.

Nach einiger Zeit kamen Alwin und Themba wieder zurück. Sie wirkten nun wie Kinder vom Lande und Sina musste über Thembas Haube lachen.

„Was lacht ihr? Ihr habt uns doch diese Klamotten gegeben!“ schimpft Themba, die es peinlich findet, diese Sachen zu tragen.

„Aber sie passen uns doch Schwester?“ wundert Alwin.

„Egal, ich nehme dann mal den Sack wieder und euren Schmuck… Hm ist ein Familienring mit eurem königlichen Wappen oder?“ fragt Sina mit Tränen in den Augen.

„Das ist richtig, nur die königliche Familie trägt ihn und man kann diesen Ring auch nicht nachmachen.“ erklärt Themba.

„Ok, dann stecke ich das mal alles wieder ins Inventar. Ralph, weißt du wie wir von hier aus weiter nach Siediff kommen?“ stellte Sina die Frage.

„Ja, das ist kein Problem. Wir brauchen einfach nur der Straße zu folgen.“ nickt Ralph. „Na dann. Zeigt mal, wie gut eure Ausdauer ist Nervi und Alwin.“ grinst Sina.

Zur gleichen Zeit in der Hauptstadt Bamtin in der Burg Ryre:

Kanzler Thorgil betrat den Thronsaal, wo auch der König Karl-Horst residierte. „Alle Wachen, sofort raus! Ich muss mit dem König alleine sprechen!“ Die Ritter salutieren und der König hob verwundert seine Augenbraue. Als der letzter Ritter den Raum verließ und die Tür schloss, kam Thorgil direkt zum Punkt.

„Mein König, ihr müsst jetzt stark sein. Ich überbringe euch leider schlechte Nachrichten.“ ließ Thorgil seinen Kopf hängen.

„Was ist passiert?“ fordert der König zu Erfahren.

„Eure… Kinder wurden beim Transport von Ensburg nach Siediff im „Dunklen Wald“ von Monstern angegriffen.“

„ … Bitte WAS?!“

„Ich habe die Meldung von einem sterbendem Ritter erfahren, der mit einem Meldezauber ausgerüstet war. Ein großes schwarzes Monster griff die Kutsche an und tötete alle Leibwachen.“

„Aber…“

„Ich habe eine Gruppe raus geschickt, die sofort den Ort untersuchen sollen und habe auch keinen Kontakt mehr zu dem Ritter, weil er vermutlich gestorben ist. Aber er hat ganz klar mitgeteilt, dass eure Kinder bei dem Angriff… ums Leben gekommen sind…“

„ … “

„Mein König?“

„Verschwindet, ich will heute niemanden mehr sehen!“

„Jawohl mein König.“ und Thorgil verließ den Thronsaal, wo ein gebrochener Mann saß.

„Nicht mehr lange und ich nehme seinen Platz ein.“ dachte Thorgil grinsend.

Die Gruppe von Sina musste immer wieder eine Pause einlegen, weil die Prinzessin sowie Alwin das lange wandern nicht gewöhnt sind.

„Himmel, wenn ich wüsste, wie man reitet, hätte ich nach den Pferden gesucht, aber nein…“ offenbart Sina, wie nervig sie die Pausen findet.

„Entschuldigung dass ich und mein Bruder nie wirklich raus durften.“ meldet sich Themba.

„Tja, das ist wohl der Nachteil einer behüteten Kindheit.“ kommentiert Sina.

„Was wisst ihr denn schon. In eine Familie geboren zu werden, wo man keine Wahlmöglichkeiten hat… Mein Bruder wird in der Zukunft der König und ich werde mit irgendjemandem verheiratet und soll Kinder zeugen.“ beklagt Nervi sich.

„Du tust mir auch so leid. Was soll Ralph oder die anderen Waisenkinder sagen? Ihnen wurde das wichtigste in ihrem Leben weggenommen und sind auf die Almosen anderer Erwachsener angewiesen.“ meint Sina.

„ … “ „Schwester? Was sind Waisenkinder?“ fragt Alwin und Ralph erklärt es für ihm. „Das sind Kinder, die keine Eltern haben und somit für sich selbst sorgen müssen. Die Eltern… haben sie entweder abgegeben oder sind gestorben. Ich selber bin auch ein Waisenkind und lebe in einem Waisenheim mit vielen anderen Waisen.“

„Echt? Bist du denn nicht einsam? Ich bin froh, dass ich Papa und meine Schwester habe. Mama ist bei meiner Geburt gestorben.“ erklärt Alwin.

„Sicher bin ich einsam, aber ich habe meine anderen Geschwister. Wir helfen uns gegenseitig.“ lächelt Ralph traurig.

„Nun, sobald wir die Stadt erreichen, gehen wir zuerst ins Waisenhaus, damit der Auftrag erledigt wird, anschließend suchen wir den Baron Schmu auf.“ erklärte Sina die Pause für beendet und Nervi stöhnte.

Einige Stunden später sahen sie aus der Ferne die Stadt Siediff und die Kinder konnten ein leichtes lächeln aufbringen, aber es wurde auch schon langsam dunkel.

„Hmm bei der Reisegeschwindigkeit, schaffen wir es nicht bis zur Stadt. Ihr habt die Wahl, entweder wir sputen uns oder wir übernachten im Freien.“ überlegte Sina und schaut dabei Nervi und Alwin an, die wieder außer Puste sind.

„Ich könnte Alwin tragen, dann sollte es schneller gehen.“ bietet Ralph seine Hilfe an und Themba blickte danken auf.

„*keuch* Wir schaffen das bis in die Stadt! *keuch*“ schnaufte Themba nach Luft und Sina hob misstrauisch nur eine Augenbraue.

„Wehe du brichst mir zusammen unterwegs, denn ich werde dich nicht tragen.“ erklärt Sina die Lage und Themba reagierte nur wütend und stampfte die Straße runter.

Gegen Abend erreichte die Gruppe die Stadttore. Themba wird von Ralph getragen und Alwin lief neben ihm her. Die Torwachen hielten sie auf und verlangten den Grund für den Besuch der Stadt, Sina zückte aber nur ihre nagelneue Abenteurerkarte und hielt sie der Wache vor die Nase. Dieser staunte nicht schlecht, welchen Rang Sina hatte und ließ sie ohne weitere Probleme in die Stadt.

„Haben wir es so eben noch geschafft, aber das Waisenheim oder den Baron aufzusuchen ist es zu spät. Wir werden in einer Gaststätte für heute übernachten. Vor allem sollten die Kinder etwas frischer aussehen.“ kommentiert Sina die Lage.

„Sie sind es nicht gewohnt so lange Strecken zu laufen.“ verteidigt Ralph die beiden, während Themba auf seinem Rücken schläft. Man musste Ralph schon loben, dass er es schaffte den letzten Rest der Strecke die Prinzessin zu tragen.

Sina kneift Themba an die Wangen und sie wurde wieder wach, mit verträumten Augen. „Hey! Das tut weh!“ und rieb sich die Wangen.

„Aufstehen Nervi, wir werden heute erst mal hier übernachten und uns dann morgen um den Rest kümmern. So könnt ihr ja nicht dem Baron vorgestellt werden, Ring hin oder her.“ grinst Sina.

Sina fand schnell eine Gaststätte und wird vom Wirt gefragt, wie viele Betten benötigt werden. „Ein Zimmer mit vier Betten bitte.“ erklärt Sina, aber die Prinzessin mischt sich ein.

„Zwei Zimmer mit zwei Betten. Ich kann doch unmöglich mit Bürgern zusammen schlafen.“ erklärt Themba und der Wirt hob eine Augenbraue.

„Planänderung, ein Zimmer mit drei Betten und einen Schlafplatz im Stall für das Fräulein hier.“ und der Wirt grinste genauso dreckig wie Sina.

„Eh?! Aber…“ reagiert Themba schockiert. „Nervi, ich muss das bezahlen oder kannst du dein Zimmer selbst bezahlen?“ „ … Nein. Ich schlafe mit euch…“

„Warum nicht gleich so. Abendessen bitte dazu und wehe ich höre irgendwelche Klagen!“ warnt Sina die verwöhnte Prinzessin. Der Rest verlief ohne Zwischenfall. Während Alwin sich über das Essen freute, konnte man am Gesicht der Prinzessin ablesen, was sie davon hielt, aber sie will die Warnung von Sina nicht herausfordern.

„Ich gehe mich noch eben waschen und ihr solltet das ebenso tun. Keine Streitereien wer als nächstes kommt, sonst werfe ich euch alle drei in die Wanne.“ und Sina machte sich auf den Weg ins Badezimmer.

„Himmel, ist die Frau anstrengend…“ stöhnte Themba, aber Alwin, ihr eigener Bruder verteidigt sie. „Sie ist eigentlich ganz nett. Während Bruder Ralph dich getragen hat, hat sie mit mir gespielt.

„Eh?“ wundert Themba sich. „Prinzessin Themba, ohne euch persönlich anzugreifen, aber ihr solltet vielleicht überlegen, wie Sina die Welt sieht. Ihr solltet wissen, dass sie auch eine Heldin ist.“ erklärt Ralph.

„Diese Frau ist eine Heldin? Davon wüsste ich aber!“ reagiert Themba in Unglauben. „Sina die Verteidigerin wird sie auch genannt, weil sie eine Armee voller Untoter aufgehalten hat und einen Skelettdrachen zerstörte.“ erklärt Ralph geduldig.

„Die Sina? Die Sina die mich fertig macht? Das ist die Heldin? Irgendwie habe ich sie mir anders vorgestellt…“ antwortet Themba geschockt.

„Nun, ich glaube, wir haben alle so unsere Vorstellungen, aber nun wisst ihr, warum sie sich so wenig Gedanken macht über Meuchelmörder oder andere Problemen. Sie tötet sie einfach und lebt ihr Leben.“ nickte Ralph.

„Ist Sina so stark?“ fragt Alwin. „Viel stärker. Vermutlich könnte nicht mal die königliche Armee sie aufhalten.“ erklärt Ralph grinsend und die Tür vom Zimmer öffnete sich wieder.

Eine frisch gewaschene Sina in einem langen Schlafrock, „Made by Sherry“ was ihre Figur etwas betont, betrat den Raum.

„Badezimmer ist frei, der nächste sollte sich nun waschen gehen.“ und wundert sich wieso Ralph und Nervi sie so anstarren.

„Hab ich was im Gesicht?“

Kapitel 55

Ich bin wiedergeboren und habe eine königliche Begegnung?

„Solange die Ritter kämpfen, müssen wir flüchten. Wenn ich Drei sage, öffne ich die Tür und wir rennen gemeinsam in den Wald!“ erklärt Themba und ihr Bruder nickt. Sie stellt sich vor die Tür und gab mit ihren Fingern das Zeichen. Eins… Zwei… Drei! und riss die Tür auf.

Überall kämpften Personen gegeneinander, aber die Kinder ignorierten sie und rannten Hand in Hand in den Wald. „Was macht ihr da! Bleibt in der Kutsche!“ rief noch einer der Ritter, aber dieser hatte selber Probleme.

Die Meuchelmörder haben die Kinder natürlich flüchten sehen und die, die nicht im Kampf waren, rannten ihnen hinterher.

Ohne einen Plan rannten die Kinder einfach durch den Wald. Der Abstand der Verfolger war noch groß, aber Themba wusste selber, dass sie bald eingeholt werden, wenn nicht irgendwer zu Hilfe kommt, bis…

Alwin stolperte über einen Ast und fiel zu Boden, Themba schrie nach ihrem Bruder. „Schnell, wir dürfen nicht stehen bleiben!“

„Aber Schwester… ich glaube, ich habe meinen Knöchel verrenkt!“ stöhnte Alwin und hielt sich am Fuß.

In der Zeit hatte ein Meuchelmörder sie eingeholt und lachte dreckig. „Nichts als Ärger macht ihr, dabei sollen wir euch schnell und schmerzlos töten… Aber so eine hübsche Prinzessin hat man nicht alle Tage.“

„Schwester…“ bekam Alwin Angst und krallte sich in den Arm von Themba. „Es ist schon gut, ich lasse mir was einfallen!“ tröstet sie ihn, ist aber selber in Panik.

Der Meuchelmörder holte sein Schwert heraus und zeigte kein Mitleid in seinem verhülltem Gesicht, bis…

Ein Stein seinen Kopf traf. Dieser unvorhergesehene Angriff brachte ihn zum Wanken und ein großer Junge mit roten Haaren stellte sich schützend vor Themba und Alwin.

„Lass sie in Ruhe, du Bandit!“ raunzte der Junge mit einem Dolch in der Hand.

Einige Minuten vorher:

„Hmm, es ist tatsächlich sehr düster, man sieht noch so eben die alte Straße.“ kommentiert Sina und Ralph nickt.

„Aber noch hell genug, dass man keine Fackeln braucht.“ erklärt Ralph, dann hörte er etwas.

„Ist was Ralph?“ fragte Sina, die scheinbar nichts mitbekommen hatte.

„Hast du das nicht gehört? Irgendjemand hat geschrien!“ und rannte in die Richtung des Geschreis, wo Ralph es zuletzt gehört hatte.

„Warte Ralph!“ wollte Sina ihn aufhalten, aber Ralph lief unerwartet los, sodass sie keine Chance hatte, ihn zu packen. Sie wollte schon hinterher rennen, als Sina merkte, dass sie mit Ralph nicht alleine war und die ersten Meuchelmörder hinter ihren Bäumen herauskamen.

„Langsam reicht es mir mit euch. Sobald ich wieder in Fanfoss ankomme, schnappe ich mir den neuen Boss und erledige das Problem!“ schimpfte Sina und zog ihre Peitsche.

„Verdammt, wir haben Zeugen. Wir müssen sie auch loswerden.“ befahl einer der vermummten Meuchelmörder und Sina bekam nur ein sadistisches lächeln.

Ralph rannte ohne Pause, hüpfte über Felsen oder Äste. „Hoffentlich komme ich nicht zu spät, da hat jemand geschrien!“ dachte Ralph.

Dann sah er, wie eine vermummte Gestalt mit einem Schwert auf zwei Kinder zuging. Ohne nachzudenken, schnappte Ralph sich ein Stein, warf ihn nach dem Mann und traf ihn am Kopf.

Ohne mit dem rennen aufzuhören, stellte Ralph sich vor die Kinder und zog dabei sein Dolch und rief: „Lass sie in Ruhe, du Bandit!“

„Argh, wer ist denn dieser Bengel?“ fluchte der Meuchelmörder und rieb sich am Kopf. „Egal, du wirst ebenso sterben!“ und ging auf Ralph los.

Der junge Waise wusste nicht, wie er mit dem Dolch umgehen sollte und stach so in die Luft, was den Mann nur zum lachen brachte. Dann trat er mit seinem Bein den Dolch weg und dann nochmal auf Ralph der zu den anderen Kinder fiel.

„Nun werdet ihr sterben!“ war der Meuchelmörder des Sieges sicher und holte mit seinem Schwert zum Schlag aus. Themba und Alwin schlossen ihre Augen vor Angst und Ralph hatte die Panik ergriffen. Dann kam aus dem Nichts eine lange Kette und wickelte sich um den Hals des Mannes.

„Du ganz bestimmt.“ antwortete eine kalte Stimme und der Mann wurde nach hinten gerissen. Er landete vor einer Frau mit einem Ledermantel und Cowboy-Hut. Sina ließ sich keine Zeit und brach dem Mann das Genick, das es jeder hören konnte.

„Wenn du nochmal von mir wegrennst, lege ich dich übers Knie!“ schimpft Sina Ralph aus, während sie zu ihm geht.

„Danke Schwester…“ flüstert Ralph beschämt mit einem roten Kopf. Themba und Alwin öffneten ihre Augen und sahen, wie eine Frau den Beschützer ausschimpfte.

„Wieso schimpft ihr ihn aus? Er hat unser Leben gerettet!“ setzt sich Themba für ihn ein, bekam aber nur einen eiskalten Blick der Frau.

„Ho? Eher hätte er sich selber in Gefahr gebracht, als dass er euch gerettet hätte. Ich habe Schwester Anna versprochen, dass dir nichts passiert!“ sagte Sina und ignoriert Themba dabei.

„Es tut mir leid, nächstes Mal werden wir gemeinsam gehen…“ entschuldigt sich Ralph.

„Mach es einfach nicht nochmal. So nun kommen wir zu den beiden anderen Kindern, wofür du dein Leben eingesetzt hast. Wer seid ihr beide?“ fragte Sina.

„Ein bisschen mehr Respekt! Ich bin Themba, Prinzessin dieses Königreiches und das ist mein Bruder Alwin, der zukünftige König.“ teilt Themba es mit einer hochnäsigen Stimme mit.

„Aha und was macht ihr hier im Wald? Zum Picknicken ist das nicht gerade der ideale Ort.“ fragt Sina sarkastisch, während Ralph nervös wurde, mit wem er es zu tun hatte.

„Habt ihr kein Benehmen? Wollt ihr euch nicht mal vorstellen?“ empörte sich Themba.

„Komm Ralph, lass uns weitergehen. Sie geht mir irgendwie ziemlich auf den Keks.“ drehte Sina sich um und Ralph schaute Sina und Themba an.

„Eh? Warte, warte. Es tut mir leid!“ rief Themba panisch, Angst davor mit ihrem Bruder allein im Wald zu sein. „Wir waren nur auf der Durchreise. Warum wir durch den Wald reisen weiß ich nicht, nur dass wir wieder bei meinem Vater sein sollen, dem König dieses Königreiches.“

„Na geht doch. Ich bin Sina und dein Held heiß Ralph. Wir waren auf dem Weg zur Stadt Siediff und nahmen den Wald als Abkürzung, bis Ralph nach einem Schrei sich von mir trennte.“ stellte die Heldin sich vor und Ralph nickte nur.

„Wir müssen hier verschwinden, im Wald sind noch mehr dieser bösen Männer die uns töten wollen!“ warnte Themba, aber Sina zuckte nur die Schulter.

„Wenn noch welche am Leben sind? Ich habe kurzen Prozess mit ihnen gemacht bis ich dann euch alle fand.“ erklärte Sina.

„Eh? Aber die haben die Elite-Ritter ohne Probleme getötet!“ glaube Themba Sina nicht.

„Dann waren deine Ritter nicht stark genug. So einfach ist das.“ antwortet Sina mit einer unschlagbaren Logik.

„Schwester? Hilft uns die Frau?“ fragt Alwin zitternd. Themba wusste selber nicht was sie tun sollte. Alle taten immer, was die Prinzessin verlangte und kennt nicht wirklich einen Widerspruch.

„Lass uns zu euren Rittern gehen. Vielleicht hat ja jemand den Angriff überlebt.“ schlägt Sina vor, um die Kinder schnell wieder los zu werden. Da hat sie Sherry einmal nicht dabei, bekommt sie eine andere Bürde aufgehalst.

„Wir wissen nicht wo sie sein können. Wir sind von unserer Kutsche einfach weggerannt während des Kampfes.“ erklärt Themba.

„Kein Problem, ihr habt genug Spuren auf dem Boden hinterlassen.“ erklärt Ralph und bot Themba eine Hand zum aufstehen. Sie nahm dankend an und half Alwin ebenso.

„Hier hast du deinen verlorenen Dolch wieder. Ich muss mal eben den Mann untersuchen.“ und ging zum toten Meuchelmörder. Sie suchte seine Taschen ab und fand einen kleinen Dolch mit Insignien drauf sowie einen Brief auf dem folgende Information stand:

„Die königliche Kutsche wird den Weg durch den dunklen Wald nehmen, schlagt dort zu.

Gez. T“

„Sag Prinzessin Nervensäge, kennt ihr die Insignien auf dem Dolch?“ fragte Sina und Themba wirkte erbost.

„Ich habe einen Namen!“ schimpfte Themba und Sina nickte. „Stimmt, nun heiß ihr Nervi. Das passt viel besser zu euch.“ und Themba stand mit offenem Mund vor Sina.

„Schwester? Ist die Frau böse?“ fragt Alwin verängstigt. „Ich weiß es nicht, aber wir brauchen ihre Hilfe.“ antwortet Nervi zähneknirschend. „Und nein, ich kenne die Insignien nicht.“

„Ok, ich nehme ihn mal vorsichtshalber mit, denn auf euch wurde ein Mordanschlag geplant und ich will nicht die Schuldige dafür sein. Ralph? Zeig uns den Weg zu ihrer Kutsche.“ befielt Sina und Ralph ging mit den anderen Kinder vor.

„Geht es euch gut Prinzessin Themba? Wie geht es eurem Bruder?“ fragt Ralph höflich. „Wenigsten einer kennt die Benimmregeln. Mir geht es gut, aber mein Bruder hat sich den Knöchel verstaucht, wir können daher nicht wirklich rennen.“

„Ich verstehe, sagt einfach Bescheid, wenn ich ihn tragen soll.“ bietet Ralph seine Hilfe an. Themba bekam leichtes Herzklopfen, aber sie ignorierte es schnell wieder. „Vielen Dank, ich werde es frühzeitig sagen. Sag, ist deine große Schwester immer so gemein zu Fremden?“

„Sina? Ich nenne sie zwar Schwester, aber wir sind nicht verwandt. Ich weiß nicht wie sie normalerweise mit Fremden umgeht, aber zu uns ist sie eigentlich ganz lieb.“ Ralph

„Wer ist „uns“?“ Nervi

„Meine anderen Geschwister. Weiß du, ich lebe in einem Waisenheim und… als ältester Bruder muss ich ein gutes Vorbild sein.“ Ralph

„Das tut mir leid…“ Nervi

„Es ist ja nicht deine Schuld. Jedenfalls hat Sina… mich wieder auf den richtigen Pfad gebracht und hat den anderen viele neue Spiele sowie andere Dinge beigebracht. Wir freuen uns immer alle tierisch, wenn Sina uns besuchen kommt und ihre Geschichten als Abenteurerin erzählt oder mit uns neue Lieder singt.“ Ralph

„Irgendwie passt das nicht ganz zum Bild, wie sie sich hier aufführt.“ Nervi

„Ich glaube, ich habe mal gehört, dass sie Probleme hat mit Autorität. Nicht das ich sagen will, dass ihr schuld daran seid, aber ihr seid nun mal die Prinzessin und das dürfte ihr ein Dorn im Auge sein.“ Ralph

„Oh je… hoffentlich hat einer der Ritter überlebt, sonst weiß ich nicht, was ich tun soll…“ Nervi

„Lass den Kopf nicht hängen, notfalls werde ich dich beschützen!“ Ralph

„Danke, aber…“ Nervi

„Ich weiß, ich habe mich nicht wirklich wie ein Kämpfer aufgeführt, aber trotzdem.“ Ralph

„Am Ende muss ich doch die Arbeit machen.“ teilt Sina das laut genug mit, da sie das Gespräch ebenso mitbekommen hat.

*Gulp*

Kapitel 54

Ich bin wiedergeboren und plane eine Reise durch den Wald?

Sinas Vorbereitungen gingen diesmal relativ schnell. Sie kaufte für Ralph einen Dolch, sodass er sich wehren kann und einen Schlafsack. Suki bekam den Auftrag, für mehrere Wochen an Proviant vorzusorgen. Dann war da noch Sherry…

„Wieso darf ich nicht mit?!“ fragte Sherry im Unglauben, als Sina ihre Pläne erzählt.

„Weil ich möchte, dass du die Zauber lernst und mit Suki ein Kampftraining durchziehst. Dass kannst du nur tun, wenn du die Ruhe dafür hast.“ erklärte Sina.

„Eh?“ wundert Sherry sich. „Ganz einfach. Das ist nur ein Gefallen, dass ich was transportieren soll. Außerdem hab ich ein Kind dabei, dass ich im Auge behalten muss. Wenn wir wieder unterwegs sein werden, sind es Monster die wir töten und keine kleinen Fische, sondern richtig starke, deswegen sollst du trainieren!“ erklärte Sina weiter mit Nachdruck.

„Aber… übernimmst du nicht sowieso alle Kämpfe?“ hält Sherry den Kopf schräg.

„Überwiegend, aber wenn wir gegen einen Feind kämpfen müssen, wo wir zusammen arbeiten müssen oder wieder getrennt werden wie in der Burg, schadet es dann, stärker zu sein?“ fragt Sina nun zurück.

„Nein… Da ist schon was dran.“

„Ich verrate dir was. Ich habe mir ans Ziel gesetzt, die Götterbestien zu jagen!“

„Du hast WAS?!“

„Hast du denn was anderes erwartet? Ich muss auch stärker werden, aber das kann ich nur, wenn ich die richtigen Gegner jage.“

„Himmel… Warum reagiere ich eigentlich immer noch schockiert, wenn ich doch sowie weiß was ich zu erwarten habe.“

„Suki und ich haben dir einen Trainingsplan zum Kämpfen ausgetüftelt und solltest du großartige Fortschritte machen, wirst du auch gegen Mio oder Tio trainieren.“

„Eh??“

„Keine Sorge, sie können dir ebenso helfen. Vor dir haben sie ja sowieso den meisten Respekt.“

„Aber nicht wirklich aufgrund meines Könnens…“

„Apropos Können, du musst mir ein Gefallen tun.“

„Ja?“

„Ich habe mit deinem Zwergenfreund Brandrulim gesprochen und er würde mich bei der Götterbestien Jagd unterstützten, braucht aber bestimmtes Material zur Herstellung.“


„Und?“

„Kannst du vielleicht lernen, wie man von den Monstern die Haut abzieht und andere nötige Ressourcen entnimmt?“

„ … “

„Bitte.“

„Nur wenn du meine Klamotten für deine jetzige Reise anziehst.“

„ … “

„Oi, schau mich an! Ich bin doch diejenige, die nun lernen soll und werde vermutlich nicht meinen Spaß haben, außerdem soll ich ja scheinbar Monster ausschlachten!“

„Ok, ist gut, ich zieh deine Klamotten an…“

Am Abend kamen Mio und Tio nach Hause und sahen nur eine depressive Sina im Wohnzimmer liegen und versuchten sie gekonnt zu ignorieren.

„Oi.“ rief Sina und beide Vampire bekamen ein leichtes Schaudern.

„Morgen bin ich weg. In der Zeit benehmt ihr euch, habt ihr verstanden?“ warnte Sina vom Boden aus.

„Jawohl Herrin!“ „Machen sie sich keine Sorgen!“ und flüchteten vor Sina.

Am nächsten Morgen wusch sich Sina, sah auch ihre Anziehsachen und seufzte mit schwerem Herzen…

„Wieso verkauft sie die Kleidung nicht einfach, dann hätte sie doch ein einfaches Leben aber nein…“

Die Lederhose sowie die Stiefel bis zum Knie sind unverändert, das Hemd hat wieder Knöpfe, aber diesmal hat Sherry ihre Maße richtig angepasst und Sina kann alle Knöpfe schließen. Dazu eine Lederweste, die so locker übergezogen wird und der Highlight das Tages: Ein Cowboyhut und Ledermantel.

„Ich sehe aus wie ein Cowboy…“ und flocht ihre Haare zu einem großen langen Zopf. Als sie dann das Badezimmer verlässt, sieht sie alle Damen mit einen O-Mund.

„Jetzt noch die Peitsche und ihr seht aus wie ein Vampirjäger.“ „Genau, Ludwig wäre stolz bei eurem Aussehen!“ meinten die Vampire.

„Es steht euch gut, Herrin.“ meint Suki und Mel nickt.

„Ich habe mich mal wieder selbst übertroffen!“ prahlt Sherry stolz.

„Hmm, ich habe mit der Peitsche nach Buch geübt und habe Level 6 erreicht. Ludwig würde vermutlich weinen, so schnell wie ich es gelernt habe.“ dachte Sina und nahm dann doch die Peitsche aus dem Inventar.

„Sie nimmt unseren Rat an, Schwester!“ „Yay, Ludwig kann sich glücklich schätzen!“

Sina machte sich dann auf den Weg zum Waisenhaus, wo sie schon von Schwester Anna und Ralph erwartet wird.

„Oha, ist das eure neue Abenteuer Ausrüstung? Ihr seht voll cool aus!“ machte Ralph ihr ein Kompliment und bekam glänzende Augen.

„Für diese Reise ja, ansonsten bevorzuge ich was anderes, aber… Egal, wo ist die Ware?“ wechselt Sina das Thema.

Schwester Anna zeigt auf die vielen Kisten und einen kleinen Sack. Sina steckte dies alles in ihr Inventar und bekam dann den Brief ausgehändigt, den sie ebenso im Inventar verstaute.

„Ich wünsche euch den Segen der Göttin bei eurer Reise.“ verabschiedet sich Schwester Anna von Sina und Ralph.

„Ok Reiseführer, du weißt wo es lang geht?“ fragt sie Ralph und er nickt.

„Ja, früher musste mein… Vater öfters nach Siediff reisen als Händler und hat mich immer mitgenommen. Ich war schon lange nicht mehr im „Dunklen Wald“, aber die Wege sollten trotzdem noch markiert sein.“ erklärt Ralph.

„Bevor wir starten, gebe ich dir den Dolch hier.“

„Echt?“

„Ja, aber damit sollst du nicht auf Monsterjagd gehen oder andere Dinge tun sondern dich nur verteidigen, sollte irgendetwas passieren und ich dich aus den Augen verlieren.“

„Danke, ich werde es nur zum Verteidigen einsetzten. Ich habe sowieso keine Erfahrung, wie man damit kämpft, aber es ist ein tolles Gefühl, wenn man eine Waffe anvertraut bekommt.“

„Na dann, lass uns auf die Reise gehen!“

Die Reise verlief ziemlich ereignislos, Sina erzählt die Geschichten von ihrem letzten Abenteuer und Ralph konnte vor lauter Staunen nicht mehr seinen Mund schließen.

Sina hat von Ralph erfahren, dass die Reise im Wald kürzer ist, als zum Wald selbst. Früher, als nicht zu viele Monster im Wald lebten, gab es einen Wachtrupp, die für die Ordnung im Wald gesorgt hat. Aber irgendwann wurde er vom Königreich aufgelöst und die Natur holte sich wieder das zurück, was ihr gehört.

„Dieser Wald verbindet viele Städte. Die nächste nahe Stadt zum Wald wäre Ensburg, wo es dort eine Eliteschule für Adelige gibt. Ich habe nie verstanden, warum sie den Wachtrupp aufgelöst haben oder die Adeligen nicht zumindest Einspruch eingelegt haben.“ wundert sich Ralph bei der Erklärung.

„Du bist wirklich sehr schlau für dein Alter. Andere würden spielen oder überlegen, wie man den Nachbarn ärgert.“ lobt Sina.

Es wurde dunkel und Sina baute das Nachtlager in der Nähe einer Höhle auf, die sie auf dem Weg entdeckt haben. Ralph bekam seine Ration sowie den Schlafsack und lobte das Essen.

Suki musste in der Villa auf einmal niesen und greift dann Sherry wieder an, die panisch ausweicht, während Tio und Mio ihr Ratschläge zuriefen.

Am nächsten Tag, nach einer leichten Ration fing die Reise wieder an und es dauert nicht lange, da sahen sie schon vom weitem den Wald.

„Wieso wird er eigentlich dunkler Wald genannt?“ fragt Sina.

„Die Bäume stehen so dicht nebeneinander, dass ihre Blätter fast kein Sonnenlicht durchlassen. Dort trifft man viele Monster, die man eher in Höhlen vorfindet oder Angst vor Licht haben.“ erklärt Ralph.

„Sag Ralph, hast du eigentlich schon mal überlegt, was du machen willst in der Zukunft?“

„Nein… nicht wirklich. Die anderen Jungs wollen gerne Ritter werden oder Abenteurer, aber… ich denke noch an die kleinen Geschwister. Ich würde gerne in einer Position sein, wo ich Einfluss nehmen und alle Waisenhäuser unterstützen kann.“

„Das ist aber ein sehr nobler Gedanke. Nun, als Abenteurer kannst du viel Geld machen, aber… ich bin ehrlich. Dazu braucht man die nötige Stärke und man kann dabei sehr schnell sein Leben verlieren.“

„Das dachte ich nämlich auch. Als Händler fehlt mir die Erfahrung und wenn ich irgendwo arbeiten gehe als Handwerker, werde ich das Geld selber zum Leben brauchen…“

„Nicht den Kopf hängen lassen. Vielleicht ergibt sich eine Gelegenheit, dass nur du tun kannst. Nicht jetzt oder morgen, aber wenn du aufpasst, wird diese Gelegenheit kommen.“

Und beide betraten den dunklen Wald.

Eine königliche Kutsche fuhr ebenso in den dunklen Wald rein, die von Rittern geschützt wird. In der Kutsche sitzen die Prinzessin Themba und ihr jüngerer Bruder Alwin. Beide wurden aus ihrer Schule abgeholt und werden zu ihrem Vater gebracht.

Als Begründung wurde ihnen nur gesagt, dass es auf Befehl des Königs geschehe. Themba war natürlich verärgert, aber sie konnte sich schlecht weigern. Die Beziehung zu ihrem Vater war sowieso nicht die beste, nachdem ihre Mutter bei der Geburt ihres Bruders verstorben ist.

„Wann sind wir endlich da Schwester?“ fragt ihr kleiner Bruder, der in der Zukunft selber das Königreich führen wird.

„Ich weißt es nicht. Es wirkt auf mich viel zu unorganisiert und sie wollen durch den dunklen Wald, der doch voller Monster ist. Aber ich werde dich beschützen, ich bin nämlich stark!“ grinst sie ihren Bruder an und er strahlte vor Freude.

Auf einmal hält die Kutsche an und man hörte von draußen Geschrei. „Verteidigt die Kinder! ARGH!“ rief einer der Männer. Auf einmal waren die beiden Kinder sehr verunsichert. Themba schob eine der kleinen Gardinen zu Seite und wurde blass. Schwarzgekleidete Personen griffen die Ritter an und haben scheinbar keine Probleme mit ihnen.

„Alwin, du musst jetzt stark sein. Die Ritter werden scheinbar nicht lange am Leben bleiben, so stark wie die Meuchelmörder sind. Wir werden gemeinsam aus der Kutsche springen und in den Wald rennen.“ erklärt Thema den Plan und versuchte ihren verängstigten Bruder zu beruhigen.

„Keine Angst, ich werde dich beschützen!“

Kapitel 53

Ich bin wiedergeboren und man bittet mich um einen Gefallen?

Eine Woche ist her, seitdem die Vampire Tio und Mio in der Abenteuergilde integriert worden sind. Anfänglich gab es Schwierigkeiten und einige Abenteurer wollten sie töten, aber dank des rechtzeitigen Eingreifens von Prashi konnten bisher Tote vermieden werden.

Prashi konnte sich tatsächlich schnell an ihre neuen Schützlinge gewöhnen, auch wenn man sie immer wieder heimlich in das Krankenzimmer schleichen sieht wegen ihrer Magenprobleme.

Tatsächlich gewannen Tio und Mio das meiste Vertrauen der Abenteurer, als sie in der Trainingshalle ihnen Tipps gaben bei Kämpfen. Dank ihrer Fähigkeiten der Analyse sowie ihr langes Leben, haben sie viel Erfahrung bei mehreren Waffentypen gesammelt und können tatsächlich ihr Wissen vermitteln.

„Ich weiß ja nicht, wo du die beiden aufgetrieben hast, aber ihre… Hilfe ist tatsächlich Gold wert.“ meinte ein Trainer zu Sina.

Andere Abenteurer haben sie zu Duellen herausgefordert und bisher konnte niemand gegen sie bestehen. Die Vampire haben gelernt sich zu beherrschen, nachdem beinahe ein Unfall passiert wäre, hätte Prashi nicht mit ihrem Papierfächer zugeschlagen.

Dann kam tatsächlich der Tag, wo Ma Shi Sina dazu gebeten hat, doch ihre Kampfkunst gegen die beiden gleichzeitig einzusetzen. Die Trainingshalle war zum Bersten gefüllt, jeder wollte den Kampf sehen.

Prashi musste ziemlich lange auf die Vampire einreden, bis sie zugestimmt haben, ein Duell gegen Sina mitzumachen. Dummerweise beendete Sina den Kampf nach zwei Schlägen. „Merkt euch meine Fäuste der Liebe!“ als beiden Damen der Kopf in den Boden gerammt wurde.

„Bei der Göttin, musst du es wieder übertreiben?!“ schimpfte Prashi Sina aus und war danach erst mal beschäftigt, Tio und Mio den ganzen Tag lang zu trösten. Die Abenteurer konnten nur wieder den Kopf schütteln über die Kraft, die Sina hat.

„Irgendwie hatte ich mehr erwartet.“ „Sina… ist echt stark.“ „Gibt es überhaupt jemand auf der Welt, der es mit ihr aufnehmen kann, wenn selbst Vampire so schnell besiegt werden?“ „Ich glaube, ich sollte Tio und Mio einen Drink spendieren, die Armen.“

„Sina… nun tun Mio und Tio mir wirklich leid.“ sagte sogar selbst Sherry.

Jedenfalls waren die Vampire Stadtthema Nummer eins. Durfte man erlauben, das Vampire in der Stadt leben durften und ähnliche Gespräche kamen Zustande. Der Bürgermeister selbst wollte die Vampire aus der Stadt werfen, nur haben gewisse Stimmen ihn davon angeraten, auf keinen Fall gegen Sina oder die Vampire vorzugehen, sonst wird er sein blaues Wunder erleben.

Die nächtlichen Angriffe fanden ebenso weiter statt. So bekamen die Vampire ihr Blut. Suki hat dabei ein System entwickelt, sodass jeder an die Reihe kommt zur Verteidigung der Villa. Scheinbar schreckt es die Meuchelmörder nicht ab, dass selbst Vampire im Haus leben.

Mel haben die Vampire übrigens auch kennengelernt und irgendwie sind sie nun beste Freunde fürs Leben geworden. Wer kann die toten Wesen schon verstehen.

Sina war nun wieder im Büro des Gildenmeister und spielte Schach.

„Hrmm, wie macht ihr das eigentlich? Immer wenn ich denke, dass ich euch endlich in die Zange genommen habe, drängt ihr mich in die Defensive!“ schüttelt Ma Shi den Kopf.

„Weil ihr sehr offensichtlich spielt, außerdem lasst ihr euch immer leicht ködern.“ kommentiert Sina gnadenlos.

„Könnt ihr mir nicht irgendwelche Tipps geben?“ fragte Ma Shi nach einem Rat.

„Ihr seid momentan der stärkste Schachspieler den ich kenne. Ich glaube, dass ihr es selbst herausfinden werdet, wie ihr mich schlagen könnt. Außerdem werdet ihr doch eh nach jedem Spiel besser.“ Sina hebt eine Augenbraue.

„Ho ho, dann nehme ich an, woher ihr kommt, spielt das jeder?“

„Es werden sogar Turniere veranstaltet, aber letztendlich wollen sie alle nur gegen mich spielen, weil ich bisher ungeschlagen bin.“

„Eines Tages wird dich jemand besiegen.“

„Das hoffe ich doch, aber ich werde mich bis dahin nicht zurückhalten. Schachmatt.“

Später suchte Sina Prashi wieder auf und wird von Mio empfangen. „Seid gegrüßt Herrin, wollt ihr einen Auftrag annehmen?“

„Nein danke, ich möchte gerne mit Prashi reden, wo ist sie?“ fragte Sina.

„Sie bringt Tio bei, wie man die Qualität der Monstersteine unterscheiden kann. Wusste nicht, dass einige Monster richtig viel Geld geben. Wir sind am überlegen, ob wir nicht selber ein paar jagen gehen, aber Prashi hat uns davon abgeraten.“ wundert Mio sich.

„Vermutlich weil ihr alle Monster jagen geht bis nichts mehr lebt und damit würdet ihr die anderen Abenteurer arbeitslos machen.“ kommentiert Sina.

„Echt? Das ist natürlich schlecht, dabei fangen wir gerade doch an, das Vertrauen der Menschen zu gewinnen.“ nickte Mio.

„Bleibt auch daran, denn Vertrauen kann man schneller verlieren, als aufbauen!“ warnt Sina und sieht Prashi kommen.

„Ah, gut das du da bist Sina. Schwester Anna bat mich, dass du sie doch mal bitte besuchen sollst.“ meldet Prashi sich.

„Schwester Anna? Hoffentlich ist den Kinder nichts passiert?“ sorgte Sina sich etwas.

„Da kann ich dir nicht weiterhelfen, sie verlangte speziell nach dir.“ wiederholte sich Prashi.

„Ok, dann werde ich mal Schwester Anna besuchen, wenn sie dringend nach mir verlangt. Man sieht sich und immer schön dein bestes geben Mio!“ verabschiedet Sina sich. Sina ist schon ein bisschen stolz auf die Vampire, dass sie wirklich ihr bestes geben.

„Nur noch ein bisschen und Sherry vertraut ihnen dann auch. Suki hat sie ja auch immerhin akzeptiert und ich weiß, dass sie heimlich miteinander trainieren, sonst würde der Trainingsraum nicht immer so chaotisch sein.“ grinste Sina.

Es dauert nicht lange und Sina kam am Waisenhaus an. Sie wurde sofort von allen Kinder begrüßt und sieht auch Ralph, wie er mit seiner Clique am Waisenhaus arbeitet.

Schwester Cerlinde konnte die Menge beruhigen und Sina versprach ihnen ein neues Lied beizubringen, wenn sie sich gedulden können. Dann war Sina vor der Tür von Schwester Anna und klopft, man hörte ein leises „Herein“.

„Seid gegrüßt, ihr habt nach mir verlangt?“ grüßt Sina die Schwester Anna an ihrem Büroplatz. Schwester Anna strahlte vor Freude, als sie Sina sah.

„Oh, dass ihr so schnell erscheint habe ich nicht geahnt. Setzt euch doch!“ bietet Anna ihr einen Sitzplatz an.

„Ich hoffe, die Kinder benehmen sich alle brav?“

„Aber aber, natürlich benehmen sie sich alle. Dank Ralph und den anderen kommt sogar Schwester Cerlinde dazu, sich eine Pause zu gönnen. Ihr seid wirklich ein Geschenk der Göttin!“

„Nicht übertreiben, ich habe einfach nur… ein besseren Draht zu den Kindern.“

„Das mag sein, aber seid ihr uns immer wieder beehrt hilft die Stadt mit Spenden. Einige Handwerker haben die wichtigsten Plätze saniert, andere wie der Bäcker spenden uns sogar frische Lebensmittel. Aber am besten sind immer noch die vielen Anziehsachen für die Kinder!“

„Das freut mich zu hören, dass andere Erwachsene den Kinder zeigen, dass es immer noch Hoffnung gibt.“

„Nun, ich würde euch gerne um einen Gefallen bitten.“

„Ich höre?“

„Wir haben so viele Klamotten bekommen, dass wir nicht wissen, was wir damit machen sollen und so dachte ich, dass wir mit dem anderen Waisenhaus, zu dem wir gute Kontakte haben, diese weiter schicken.“

„Verstehe ich das richtig, dass ich eure Wäsche in eine andere Stadt bringen soll?“

„Genau, aber nicht nur das. Ich habe einen sehr wichtigen Brief den Schwester Mirande erreichen muss und den kann ich nur einer Person geben, der ich vollkommen vertraue.“

„Dabei dachtet ihr an mich.“

„Richtig. Ich wüsste sonst nicht, welcher Abenteurer dafür infrage käme. Die Stadt, wohin ihr die Sachen liefern sollt, heißt Siediff. Sie liegt vier Tagesreisen von uns entfernt.“

„Oder zwei, wenn man durch den dunklen Wald reist.“ mischte sich eine junge Stimme ein.

„Ralph! Was tut du hier?“ Anna

„Ich musste was schleppen und habe euer Gespräch zufälligerweise gehört.“ Ralph

„Ob ich den normalen Weg gehe oder eine Abkürzung, ich kenne die Wege zum Zielort nicht.“ Sina

„Dann begleite ich euch. Ich war früher… öfters mit meinem Vater durch den Wald gereist.“ Ralph

„Nein! Der Dunkle Wald ist nicht mehr wie früher. Irgendwelche Monster haben sich dort eingenistet und nun ist er für Reisende verboten.“ Anna

„Ich bezweifele, dass sie stärker sind, als die Monster, die ich in letzter Zeit getötet habe. Außerdem bräuchte ich sowie einen erfahrenen Reisebegleiter.“ Sina

„Aber doch nicht Ralph, er ist doch noch ein Kind!“ Anna

„Schwester Anna, ich bin bald erwachsen, ich muss anfangen über meine Zukunft nachzudenken.“ Ralph

„Oho? Ich glaube, dass er schon lange kein Kind mehr ist.“ Sina

„ … Könnt ihr mir versprechen, dass ihr auf ihn aufpasst?“ Anna

„Mit meinem Leben.“ Sina

„Dann bleibt mir wohl keine andere Wahl…“ Anna

„Wuhu, ich reise mit Schwester Sina!“ Ralph

„Dann bereite dich vor, morgen früh geht es los. Habt ihr bis dahin alle Wäsche vorbereitet?“ Sina

„Ich danke euch, dass ihr mir den Gefallen tut, auch wenn ich… nicht unbedingt gutheiße dass einer der Kinder dabei ist.“ Anna

„Das muss ich den anderen erzählen!“ und Ralph rauschte wie der Wind raus.

„Nun denn, dann werde ich ebenso meine Vorbereitung planen für morgen.“

Kapitel 52

Ich bin wiedergeboren und sorge wieder für Chaos?

Am nächsten Tag machten sich vier Damen auf den Weg zur Abenteuergilde. Drei von ihnen waren in Kimonos bekleidet und die Vampire wirkten, als hätten sie stark geweint.

Einige Stunden vorher:

„Mio, Tio, mit eurer Kleidung könnt ihr nicht raus. Vor allem muffelt ihr beide. Warum seid ihr gestern nicht baden gegangen?“ hakte Sina nach.

„Baden? Wozu?“ „Genau, niemand hat sich darüber beschwert.“ bekam Sina als Antwort. Bei Sina hat sich eine leichte Zornesader gebildet.

„Suki? Schnappt dir beide und bring ihnen das waschen bei. Hier, sollten sie nicht auf dich hören.“ und übergibt Suki einen großen geknickten Papierfächer. Suki bekam ein leichtes Grinsen auf dem Gesicht.

„Es wird mir eine Freude sein, ihnen das Leben in der Stadt beizubringen.“ schaute Suki die beiden Damen an, die ängstlich miteinander klammern.

Einige Minuten später hörte man aus dem Badezimmer lautes Geschrei und Geweine. Suki hat scheinbar ihre neue „Waffe“ einsetzt.

„Nun erkläre mir bitte nochmal, warum du die beiden bei uns wohnen lässt Sina, ich habe es immer noch nicht verstanden.“ dabei genießt Sherry scheinbar die Geräuschkulisse aus dem Bad.

„Der Mann gegen den ich gekämpft habe, warnte mich vor seinem Meister, dass er vermutlich eine Jagd auf mich eröffnen wird. Die zwei Fledermäuse da oben sind scheinbar die Töchter des Meisters.

Ich glaube ihnen, dass sie von ihm umgebracht werden. Daher war es so ein einfaches Spiel, mich als neue Herrin zu akzeptieren. Zumal sie mir nach dem Abendessen erklärt haben, dass sie diesen Schwur nicht bei ihrem Vater gemacht haben, weil er als Familie sowieso bedingungslose Loyalität fordert.

Erstens können sie mir Informationen über ihn und die Familie geben. Zweitens sagte Suki, dass wir mehr Leute zur Verteidigung brauchen. Wenn bei den ganzen Meuchelmördern und so noch Vampire mitmischen, ist es nicht verkehrt sie zu haben.

Dann wollte ich nicht, dass sie irgendwo frei herumlaufen. Beide mögen vermutlich keine Intelligenzbolzen sein, aber sie können fürchterlichen Ärger machen und so habe ich sie im Auge.“

„Ok, das verstehe ich, aber was sollen sie bitte in der Abenteuergilde? Da wird Chaos ohne Ende ausbrechen.“ zweifelt Sherry.

„Sie suchen Mitarbeiter. Wir sind ja nicht immer Zuhause und ich wüsste nicht, wo ich sonst in der Stadt ihnen einen Job vermitteln könnte. Dort haben sie dann die Vampire im Auge und tun dabei was gutes.“ lächelt Sina Sherrys Sorge weg.

„Und was willst du ihnen zum Anziehen geben?“ wundert Sherry sich.

„Vorerst werden sie meine Kleidung tragen, damit jeder weiß, dass sie zu mir gehören. Sollte jemand Hand an sie legen, bekommt er es mit mir zu tun.“ sagt Sina mit ernstem Ton.

Nun standen sie alle vor dem Gildehaus. „Egal was passiert, ich werde das schon regeln.“ beruhigt Sina die Damen.

Als alle das Haus betraten und an den ersten Abenteurern vorbeigehen, sah man bei ihnen die nackte Panik im Gesicht. Ein lautes Getuschel wo man „Vampir“ „Sina“ und andere Wörter heraus hören konnte.

Dann standen sie alle bei Prashi, die aber noch nicht mitbekommen hatte, dass sie Gäste hat, weil sie ihnen den Rücken zudreht.

„Guten Morgen Prashi.“ grüßt Sina.

„Ah, guten Morgen, einen Moment, ich bin gleich für dich da.“ grüßt die ahnungslose Prashi zurück.

„Du, ich habe zwei Damen, die hier arbeiten würden.“ teilt Sina mit.

„Echt? Wer sind….“ Prashi reagierte sofort und drehte sich mit einem glücklichem Gesicht zu Sina um, dabei sah sie Sherry und zwei identisch aussehende Vampire in Kimonos. Prashi hat vermutlich den Rekord gebrochen, wie man innerhalb von wenigen Sekunden von einer jungen Dame zu einer leblosen Person wurde. Sie ist stehend bewusstlos geworden.

„Herrin? Vielleicht sollten wir doch wieder gehen?“ „Genau, die Abenteurer sehen alle aus, als hätten sie ein Gespenst gesehen.“ murmeln Tio und Mio.

„Kann ich nicht verstehen. Ich sehe zwei hübsche junge Damen in einer wundervollen Kleidung.“ und beide wurden leicht rot in ihren blassen Gesichtern. „Ehehehe, wir sind hübsch?“ „Wir bekommen Komplimente? Mehr!“

Sherry ist inzwischen zu Prashi gegangen und versucht ihr Seele wieder in ihren Körper zu stecken. „Es ist alles gut, Prashi. Wirklich! Du darfst jetzt nicht sterben! PRASSSHIIIIII“

„OI, an alle Anwesenden hier. Die zwei Damen Tio und Mio, die auch Vampire sind, gehören zu mir. Legt ihr Hand an ihnen, bekommt ihr es mit mir zu tun!“ drohte Sina mit eine lauten Stimme und die Abenteurer mussten schlucken.

„Aber… sie sind Monster! Wer weiß, wie viele Lebewesen sie schon getötet haben!“ „Genau, nur weil sie wie Menschen aussehen, kann man ihnen trotzdem nicht trauen!“

„Ich will nicht wissen, wie viele Vampire sich als Abenteurer verkleidet Aufträge erledigen.“ kommentiert Sina.

„Was hat der Krach zu bedeuten?!“ kam Ma Shi und sah, wie Abenteurer stark zittern und einige sogar mit einer Waffe in der Hand auf die Vampire richten.

„Vampire? Wieso sind hier Vampire?“ wundert Ma Shi sich.

„Ah, da seid ihr ja alter Mann. Prashi braucht wohl noch Zeit, bis sie wieder bei Bewusstsein ist, vielleicht könnt ihr mir ja weiterhelfen.“ ignoriert Sina das Theater um sich.

„Werden sich die Vampire benehmen? Dann besprechen wir das am besten in meinem Büro.“ antwortet Ma Shi.

„Sie werden keiner Fliege etwas tun, solange niemand sie angreift. Darauf habt ihr mein Wort.“ verspricht Sina und Ma Shi nickte nur.

„Ok, an alle, steckt eure Waffen weg! Ich werde das regeln.“ befehlt Ma Shi mit seiner harten Stimme und die Abenteurer hatten ihre Mühe, den Befehl zu akzeptieren.

„Glaube, du solltest mitkommen Sherry. Prashi kann auch von anderen versorgt werden.“ kommentiert Sina.

„Eh? Wenn du meinst?“ ist Sherry verunsichert. Anschließend waren alle Damen im Büro vom Gildemeister.

„Nun, klärt mich auf, was das Theater soll?“ Ma Shi

„Wenn ich die Vampire vorstellen darf, das sind Tio und Mio und leben seit gestern bei mir. Da sie aber nicht ihre Miete zahlen können, brauchen sie eine Arbeitsstelle und dabei dachte ich an die Gilde, die ja scheinbar Mitarbeiter sucht.“ Sina

„Sina… es sind Vampire?“ Ma Shi

„Na und? Tiermenschen werden doch auch akzeptiert oder nicht?“ Sina

„Das mag ja sein, aber du weiß selbst, wie Vampire sind. Wer garantiert denn, dass sie sich an die Regeln der Zivilisation halten?“ Ma Shi

„Ich. Die beiden haben bei mir einen Schwur geleistet und sollten sie sich nicht daran halten, werde ich sie persönlich jagen und töten.“ Sina

„Wir haben unserer Herrin einen Eid versprochen!“ „Und den können wir nicht brechen!“ Mio/Tio

„Das mag ja alles gut und schön sein, aber was sollen sie bitte denn tun?“ Ma Shi

„Keine Ahnung? Die beiden können kämpfen und haben sogar die Fähigkeit der Analyse. Wenn sie an der Rezeption arbeiten sollen, müssen sie vorher ausgebildet werden.“ Sina

„Sina, nochmal, es sind Vampire…“ Ma Shi

„Alter Mann, ihr sagtet doch selbst, dass man mit Vampire leben könnte. Nun mache ich den ersten Schritt und versuche die zwei in die Gesellschaft zu intrigieren.“ Sina

„ … “ Ma Shi

„Außerdem, wir hatten unser Gespräch gehabt. Meint ihr nicht auch, dass wir mehr starke Kämpfer in der Stadt brauchen? Ich bin doch die einzige mit dem Rang S. Die beiden Vampire sind zwischen SS und SSS. Wenn sie hier arbeiten, müssen sie natürlich eure Anweisungen befolgen.“ Sina

„Zwischen SS und SSS? Ihr seid doch die einzige die es mit ihnen aufnehmen kann, wenn sie… außer Kontrolle geraten!“ Ma Shi

„Das stimmt nicht ganz. Sherry hat die beiden hier schon besiegt und Suki, meine Haushälterin, meint, sie könnte es mit ihnen ebenso aufnehmen.“ Sina

„Herr Gildemeister, wir brauchen die Stelle!“ „Genau, wir müssen die Miete zahlen, damit wir bei der Herrin wohnen dürfen!“ Mio/Tio

„Was hältst du von der ganzen Aktion Sherry?“ Ma Shi

„ … Ich vertraue ihnen nicht, weil sie versucht haben, mich zu töten… Aber ich vertraue Sina, das sie weiß, was sie tut.“ Sherry

„Es tut uns wirklich leid!“ „Genau, wir werden uns solange entschuldigen, bis ihr uns akzeptiert!“ Mio/Tio

„Oh hört auf, ich will euch nicht wieder die Nacht vor der Tür haben wie zwei Hunde!“ Sherry

„Nun, geht es langsam an ihr beiden. Vertrauen zu gewinnen dauert sehr lange, aber hat man es einmal, werdet ihr Wunder erleben. Aber dafür müsst ihr hart arbeiten!“ Sina

„Aber… wir sind Vampire?“ „Wir haben immer alles genommen, was wir wollten.“ Mio/Tio

„Nun, es ist einfach was zu nehmen, aber dafür verpasst ihr sehr viele Dinge im Leben. Nutzt die Chance, die ich euch eröffne. Nun, was denkt ihr alter Mann?“ Sina

„Das ich vermutlich meinen größten Fehler im Leben mache…“ Ma Shi

„Was haltet ihr davon, wenn ich mit den beiden einen Übungskampf mache.“ Sina

„Bitte nicht!“ „Wir haben keine Chance zu gewinnen!“ Mio/Tio

„Ho? Scheinbar habt ihr einen guten Eindruck bei ihnen hinterlassen.“ Ma Shi

„Liegt daran, dass ich ihren Bekannten getötet habe, der viel stärker war als die beiden und somit denken beide, dass ich noch stärker sein muss. Was natürlich nicht falsch ist an der Logik.“ Sina

„Tio und Mio, werdet ihr alle unsere Anweisungen akzeptieren, die wir euch geben, egal wie erniedrigend oder schwer sie sein mögen?“ Ma Shi

„Ja Gildemeister, aber habt nachsehen…“ „dass wir noch unerfahren sind.“ Mio/Tio

„Ihr bekommt eine Ausbilderin. Sie wird euch alles beibringen. Ich… gebe euch die Chance hier zu arbeiten, aber… das wird dauern, bis die Abenteurer euch akzeptieren werden.“ Ma Shi

„Wir werden euer Vertrauen nicht enttäuschen!“ „Genau, wir haben schließlich genug Zeit um dies zu zeigen!“ Mio/Tio

„Glückwunsch ihr beiden. Hier Ma Shi, gebt das der Ausbilderin. Wenn die beiden hier… nicht ganz bei der Sache sind, soll sie einfach damit zuschlagen. Sie werden natürlich nicht zurückschlagen.“

„Ho? Ein großer Papierfächer?“ Ma Shi

„Glaub mir, die beiden haben heute morgen am eigenen Leib erlebt, wie schmerzlich diese Waffe sein kann.“ Sina

„Wer soll denn ihre Ausbilderin sein?“ Sherry

„Hmm, ich dachte an Prashi.“ Ma Shi

„Eh? Sie ist doch…“ Sherry

„Sie kann sich am schnellsten an die Situation gewöhnen, dabei denke ich nur an den Hausgeist, der bei euch lebt.“ Ma Shi

„Oh sie wird dich hassen Sina.“ Sherry

„Wir haben einen Job Schwester!“ „Wir bekommen Geld Schwester!“ Mio/Tio

„Du richtest nur Chaos an Sina…“ Ma Shi

„Eh?“

Kapitel 51

Ich bin wiedergeboren und stelle neue Leute ein?

Sina verlässt Ma Shi, der bisher keinen Sieg beim Schach erringen konnte und sucht Prashi vor ihrer Rezeption auf. Auf dem Weg sah sie mehrere Bewerbungsschreiben auf den Plakaten, dass sie Rezeptionisten suchen.

„Grüße dich Prashi, seid ihr etwa unterbesetzt, wenn ich die Schreiben so lese?“ fragt Sina Prashi.

„Leider ja, einige ließen sich in andere Städte versetzen. Die Angst vor den Untoten war ihnen leider zu groß als das sie hier bleiben wollten.“ schüttelt Prashi traurig den Kopf.

„Ich wünsche euch viel Glück, dass ihr welche findet. Ich möchte nun meine Monstersteine wieder abgeben.“ grinst Sina und Prashi ahnte schlimmeres.

„Wieder ein Zimmer?“ ratet Prashi.

„Nun, lass mich überlegen. Ich habe da diese komischen Würmer aka Knochenfresser getötet. Beim erstürmen der Burg haufenweise Untote getötet. Dasselbe nochmal beim herausstürmen. Nicht zu vergessen die Bosse in der Burg. Ich habe nicht gezählt, aber die dürften nicht in deine Kiste passen.“ meint Sina.

„Na gut, folge mir.“ seufzte Prashi und Sina folgte ihr wieder zum Zimmer und sah die anderen Mitarbeiter zittern. „Wehe, dass noch ein paar mehr Mitarbeiter abspringen, nur weil sie tausende Monstersteine überprüfen müssen.“ knurrt Prashi.

Sina wiederholte den Prozess mit den Monstersteinen wie beim letzten Mal. Diesmal waren es nicht so viele Monstersteine, aber einige leuchteten ziemlich kräftig.

„Wow, das müssen ja starke Monster gewesen sein, wenn die so strahlen!“ staunt Prashi.

„Hmm lass mich überlegen. Einer müsste der vom Lichkönig sein, der andere vom Vampirfürst Ludwig Kelmont und die Mutter der Knochenfresser.“ grübelt Sina.

„Es sind aber vier stark leuchtende Steine?“ fragt Prashi.

„Echt? Dann habe ich es nicht mitbekommen, als ich es getötet habe.“ wundert Sina sich. Priester Örnd, der zum Stachelskelett wurde, dürfte nun in der Hölle schwerste Depressionen haben, dass er so nebenbei einfach getötet wurde.

„Was willst du jetzt machen Sina?“

„Nach Hause gehen und mich in der neuen Villa verwöhnen lassen. Ich weiß nicht was Sherry vor hat, aber ich will mir zumindest erst mal eine Pause gönnen. Sag, hat die Gilde vielleicht Lehrbücher über Peitschen?“

„Puh, da müsste ich im Keller nachschauen gehen. Das ist wirklich eine sehr schwierige Waffe, die meisten verletzten sich selber.“

„Nun, ich habe die Peitsche von Ludwig bekommen und möchte sie halbwegs benutzen können, aber ich habe keine Ahnung, wie man sie richtig benutzt.“

„Ich werde es überprüfen. Wegen den Monstersteine wirst du ja eh erst morgen wieder kommen oder? Bis dahin werde ich das wissen.“

„Ok, dann lasse ich dich in Ruhe. Man sieht sich.“ und Sina verlässt die Gilde. Sie trägt wieder ihren üblichen Kimono, was einen verärgerten Blick von Sherry gekostet hat, aber das war Sina egal.

Sina machte sich auf den Weg zur Schreinerei um sich nach ihren Wünschen zu erkundigen. Tatsächlich haben sie es geschafft, ihr Gitarren in unterschiedlichen Formen zu bauen, aber das Klavier benötigt leider noch mehr Zeit.

Danach macht Sina sich auf den Weg zu Ronald, um in Erfahrung zu bringen, ob alles in Ordnung war. Das Gespräch verlief kurz und das hinterlegte Geld von Sina war immer noch ausreichend, sollte Sina noch weitere Projekte auf dem Herzen haben.

Glücklich gestimmt macht Sina sich dann auf den Weg zur Villa. Dort angekommen, nahm sie sich diesmal viel Zeit und betrachtete den Garten.

„Hmm, eigene Saat anlegen dürfte interessant werden, aber solange uns Meuchelmörder über den Garten trampeln… Lieber nicht, außerdem müsste ich einen Gärtner einstellen.“ dachte Sina in Gedanken.

Anschließend ging Sina in die Villa. Suki reinigte die Gästezimmer und Sherry war scheinbar noch nicht anwesend. Mel… war irgendwo, also suchte Sina ihr Musikzimmer im Keller auf.

Es wurde genau so eingerichtet, wie Sina es sich gewünscht hat und hoffentlich schalldicht genug gemacht worden ist.

Sie holte ihre Gitarren sowie ihr andere Musikinstrumente hervor und stellte diese in einer Reihe auf. Anschließend schließt sie die Kellertür mit einem Schloss.

„Soo, dann testen wir mal. Illusion: Doppelgänger.“ und vor ihr erschien eine weitere Sina. „Doppelgänger, versuch das Instrument aufzunehmen.“ Ihr Klon wollte nach der Gitarre greifen, aber ihre Hand ging durch das Instrument durch.

„Schade, Illusion bleibt wohl Illusion. Verschwinde.“ Der Klon löste sich in Luft auf. „Hmm wie könnte ich weiter Musik verbreiten?“ und dann hatte Sina eine Schnapsidee.

„Mel? Bist du anwesend? Ich spüre deine Neugier!“ schaute Sina in die Luft und Mel manifestierte sich.

„Ihr habt gerufen Herrin?“ stöhnte Mel.

„Musik und Singen ist ja ziemlich unbekannt in dieser Welt. Ich weiß, dass du Gegenstände benutzen kannst. Hast du Interesse, ein Instrument spielen zu können?“ fragt Sina den Geist.

„Was… ist Musik?“ hakte der Geist mit etwas Neugier nach. Sina nahm ihr Schlagzeug und spielte ihr den Rhythmus von We will We will rock you vor, dabei sang sie ihren Text. Mel wirkte sehr begeistert.

„Nun möchte ich gerne, dass du den Rhythmus nachahmst. Vielleicht hilft das System in der Welt, wenn man was gehört und gesehen hat, es einfacher nachzuahmen.“ rät Sina.

„Wenn ihr es mir erlaubt?“ fragte Mel schüchtern und nahm den Platz von Sina ein, dann nahm sie die Schlagstöcke und… tatsächlich, sie kann genau den gleichen Rhythmus wie Sina ihr es gezeigt hat.

„Hoo? Das macht die Sache aber interessant.“ grinst Sina, dann nahm sie eine Gitarre und spielt diese zum Rhythmus dazu.

„Warum… hört sich das so richtig gut an Herrin? Ich höre dies zum ersten Mal und habe als Geist, dessen Gefühle eigentlich gestorben sein sollten, meinen Spaß?“ wundert sich Mel.

„Weil es etwas Neues ist. Etwas, was scheinbar in dieser Welt noch nicht existiert hat.“

„Woher habt ihr nur diese Ideen oder euer Wissen? Liegt es an eurer Abstammung?“

„Nein, nicht mal die Dämonen kennen dies. Ich habe viele Geheimnisse, akzeptiere einfach, dass ich es weiß.“

„Wie ihr meint, ich werde es akzeptierten.“

Auf einmal klopft es an der Tür und Sina öffnet sie. Vor ihr stand Suki: „Herrin, da sind zwei… Damen, die mit ihnen sprechen möchten.“

„Wer soll das sein?“ fragte Sina nach.

„Sie nennen sich selber Tio und Mio. Es sind Zwillinge…“ Suki wirkt etwas beunruhigt.

„Nun sagt schon, was ihr die ganze Zeit nicht sagen wollt.“ hakte Sina nach.

„Ich glaube, es sind Vampire, aber ist doch hellster Tag?“ wundert Suki sich.

„Vampire? Dann lasse ich sie nicht länger warten.“ staunte Sina und folgte Suki zum Wohnzimmer. Da sitzen wirklich zwei Vampire, die unterschiedliche Haarfarben haben. Als die Damen Sina sahen, machten sie große Augen.

„Ihr seid die Herrin?“ „Dachte, es gehört Sherry?“ antworten sie abwechselnd.

„Eh… Die Villa gehört mir und Sherry lebt als Mieterin bei mir. Woher kennt ihr denn Sherry? Seid ihr Freunde von ihr?“ versuchte Sina das makabre Gespräch am Laufen zu halten.

„Wir… sind eher Bekannte.“ „Genau, wir haben gemeinsam schon was erlebt, also passt Bekannte eher.“ antworten sie wieder abwechselnd.

„Sherry ist momentan noch nicht hier, Suki bring uns doch bitte Tee.“ Suki verbeugte sich und verschwand, währenddessen setzte Sina sich gegenüber den Zwillingen.

„Hmm, haben wir uns schon mal getroffen?“ fragte Sina stirnrunzelnd.

„Das glaube ich nicht.“ „Richtig, wir treffen uns das erste Mal.“ antworten beide nervös.

„Sag, macht euch die Sonne eigentlich nichts aus? Wir haben helllichten Tag?“ wundert Sina.

„Das trifft nicht auf alle Vampire zu.“ „Wir sind geborene Vampire und genießen mehr Vorteile.“ erklärten die Zwillinge. Suki brachte allen eine Tasse Tee und stellte sich neben Sina als Wächterin. Sie traut den Zwillingen nicht über den Weg.

„Ihr habt mehr Vorteile als geborene Vampire? Heißt das, ihr könnt auch auf Blut verzichten?“ erkundigte Sina sich mit großer Neugier.

„Wir können… eine Zeitlang ohne Blut auskommen.“ „Aber irgendwann wird der Hunger übermächtig und dann verlieren wir unsere Kontrolle.“ murmeln die beiden.

„Verstehe. Wisst ihr, was mich wundert? Vor kurzem habe ich einen Vampirfürst getötet und nun sitzen in meinen Wohnzimmer zwei Vampire. Ziemlich komischer Zufall oder?“ Sina hob eine Augenbraue.

„Nun, Zufälle sind Zufälle oder?“ „Wirklich, wir dachten das Sherry hier lebt.“ murmeln die beiden sehr nervös.

„Nun, da Sherry scheinbar noch unterwegs ist, was wolltet ihr eigentlich von ihr? Vielleicht kann ich euch ja helfen?“ fragte Sina und selbst Suki traut ihren Ohren nicht, was ihre Herrin da gerade gesagt hat. Da sitzen zwei Vampire, gefährliche Raubtiere.

„Erm, na ja, wir wollten sie fragen, ob wir hier wohnen dürfen.“ „Genau, wir haben bei unserem letzten Auftrag versagt und können nicht mehr zurückreisen.“ „Denn, unser Meister… duldet kein Versagen. „Und Versagen wird mit dem Tod bestraft.“ waren die Zwillinge den Tränen nah.

„Vampire die weinen, das ich das erlebe.“ murmelt Suki leicht kopfschüttelnd.

Auf einmal hört jeder die Eingangstür fallen und Sherry rufen: „Sina, Suki? Ich bin vom einkaufen zurück. Ich habe da tolle Lehrbücher….“ und staunte, als sie Mio und Tio im Wohnzimmer sitzen sah.

„Sherry, darf ich vorstellen. Tio und Mio, sie behaupten, sie wären deine Bekannten?“ stellte Sina die Frauen vor.

„Bekannte? Eher Todfeinde. Die beide waren es, die mich und Castien töten wollten! Was machen die denn bitte hier?!“ reagierte Sherry panisch. Sherry und Suki zogen ihre Waffen, nur Sina wirkte noch etwas locker bei der Geschichte.

„Wartet! Wir kommen in Frieden!“ „Wirklich, wir wollen euch nichts tun!“ hoben beide Vampire ihre Hände.

„Das soll ich euch glauben, nachdem ihr Castien in die Mangel genommen habt und als ich gegen euch gekämpft habe, habt ihr euch ebenso wenig zurückgehalten!“ schimpft Sherry.

„Wir haben nur das getan, was man uns aufgetragen hat!“ „Genau, unser Heim zu verteidigen!“ wehrten sich die Zwillinge.

„Außerdem, du hast uns besiegt. Wie sollen wir denn gegen dich gewinnen?“ „Vor allem, die Hausdienerin mit den Dolchen ist brandgefährlich.“ „Sie stinkt nach Blut und Tod.“ „Und da wäre noch deine Freundin!“ „Sie hat den stärksten erschaffenen Vampirfürst Ludwig getötet!“

„Eh? Was wollt ihr denn eigentlich hier?“ wundert Sherry sich.

„Sie wollten dich fragen, ob sie bei dir leben können. Sie haben ihren Auftrag vermasselt und ihr Meister wird sie töten, wenn sie zu ihm reisen.“ antwortet Sina die Frage für die Zwillinge.

„Seid… ihr… dämlich?“ staunte Sherry.

„Ey, wir sind älter als alle gemeinsam hier!“ „Genau, wir leben schon über 600Jahre!“ wehrten sich die Zwillinge wieder.

„Na ja, betrachtet es mal nüchtern. Ihr habt ein Opfer, das ihr quält. Dieses schafft es sich erfolgreich zu wehren. Anschließend sucht ihr dieses Opfer wieder auf und bittet es um Hilfe. Es ist… keine sehr gute Idee.“ teilt Sina ihre Gedanken mit.

„Aber wir wissen nicht, wohin wir sonst sollen!“ „Genau, wir wollen nicht sterben!“ weinten die Vampire tatsächlich.

„Bei der Göttin, ich weiß echt nicht was ich dazu sagen soll.“ schüttelt Sherry ihren Kopf und verlässt das Wohnzimmer und Suki versteckt ihre Dolche wieder, nachdem keine Gefahr von den Vampiren ausgeht.

„Hm, Suki die beiden werden zwischen SS und SSS eingestuft. Könntet ihr einen Kampf gegen sie gewinnen?“ fragt Sina nach ihrer Einschätzung und beide Zwillinge wirken verwundert.

„Gegen beide gleichzeitig werde ich vermutlich sterben, aber… wenn ich gegen eine kämpfe, dürfte ich als Sieger hervorkommen.“ antwortet Suki und die Zwillinge wirken wütend.

„Nicht so hochmütig.“ „Genau, auch wenn deine Werte viel höher sind als von den einem Elf, sind wir auch einzeln stärker!“ stänkerten die Vampire.

„Ihr könnt die Werte anderer lesen?“ staunt Sina.

„Genau, wir haben beide die Fähigkeit „Analyse“.“ „Damit planen wir unsere Taktik gegen unseren Feind.“

„Hat aber gegen Sherry scheinbar nicht viel gebracht.“ spöttelt Sina.

„Sie kann ihre Umgebung beeinflussen!“ „Genau, sie hat erst die Decke einstürzen lassen und dann unsere Spezialattacke gegen uns eingesetzt!“ wirkten die Vampire irgendwie begeistert. Sina sah man an, dass sie Mühe hatte, nicht loszulachen.

„Ja, Sherry hat ein interessantes Talent. Glaube, selbst Ludwig hätte ein blaues Auge bekommen.“ nickt Sina.

„Aber Ludwig besiegen, das könnten nicht mal wir.“ „Genau, nur unser Vater und die ältesten Brüder waren die wenigen, die mit ihm regelmäßige Duelle gemacht haben.“ antworten beide, als sie ihre Tränen weggewischt haben.

„Wartet, ist euer Vater auch der Meister von Ludwig?“ hakte Sina ernst nach und die Zwillinge merkten ihren Fehler.

„Erm… ja. Aber wir können wirklich nicht viel über unsere Familie sagen.“ „Genau, sonst jagen sie uns alle durch die Welt.“ wirkten beide eingeschüchtert.

„Erm, euer Vater macht doch eh Jagd auf mich, wenn ich Ludwig richtig verstanden habe.“ runzelt Sina ihre Stirn.

„Oh? Nun… er weiß aber nicht, dass ihr es gewesen seid. Es wird Zeit vergehen.“ „Genau, unser Vater spielt das Spiel nach seinem System und kann es nicht leiden, wenn man ihm sagt wo und wer sein Spielzeug ist.“ „Deswegen… solltest du noch sicher sein.“ „Zumal nur wir wissen, dass ihr die Siegerin seid.“ nickten beide Zwillinge.

„Hmm.“ und Sina bekam gefährliche Augen und die Zwillinge ahnten, was durch Sinas Kopf ging.

„Es bringt nichts uns zu töten!“ „Genau, er hat seine Methoden es herauszufinden!“ versuchten beide den gefährlichen Gedankengang von Sina zu ändern.

„Sag… unabhängig von Sherry, würdet ihr mich als Herrin akzeptieren?“ fragt Sina und Suki reagiert schockiert.

„Herrin, ihr denkt doch nicht etwa…“ versucht Suki den Prozess zu stoppen, aber eine Hand von Sina brachte sie zum Schweigen.

„Wie meint ihr das?“ „Wir haben doch einen Herren?“ wundern sich beide Zwillinge.

„Ihr verratet doch euren Herrn, indem ihr Unterschlupf bei seinem Feind sucht oder nicht?“ spricht Sina das Offensichtliche an.

„Nun, da ist was dran.“ „So habe ich es noch nicht gesehen.“ grübelten beide und Suki klatscht sich mit der Hand ins Gesicht.

„Nun, ich kann euch nicht so frei herumlaufen lassen. Wenn ihr aber euer Versprechen gebt, auf alle meine Befehle zu hören sowie auf Regeln zu achten, könnte ich euch schon einen Unterschlupf anbieten.“ erklärt Sina.

„Du willst was Sina?“ kam Sherry schockiert wieder ins Wohnzimmer.

„Nun, ich will ja nicht sagen, dass ich ein weiches Herz habe, aber die zwei sind stark genug, dass sie ebenso unser Heim beschützen können und somit bei der Nachtwache unterstützen können. Aber kostenlos werden sie nicht hier leben. Sie werden wie alle Mieter ihre Miete zahlen.“ nickte Sina den Zwillingen zu.

„Sina, das sind Vampire. Sobald ein anderer Abenteurer sie hier sieht, wird ein Chaos in der Stadt ausbrechen.“ versuchte Sherry zu argumentieren.

„Miete?“ „Wir haben aber kein Geld?“ schauten sich die Vampire gegenseitig an und Sina überlegte kurz, dann grinste sie boshaft.

„Sina, du hast schon wieder eine sehr dumme Idee oder? Ich sehe es dir doch an…“ erkannte Sherry ihre Niederlage.

„Eins nach dem anderen. Wenn ihr hier leben wollt, müsst ihr einen Eid sprechen, dass ihr mir bedingungslos folgt und meine Befehle akzeptiert.“ sagt Sina es mit strengem Ton zu den Vampiren.

Sie schauten sich gegenseitig an und nickten sich zu.

„Mein Name ist Tio. Als geborener Vampir verspreche mit meinem Blut euch bis zu eurem Tod zu folgen und eure Befehle zu achten.“

„Mein Name ist Mio. Als geborene Vampir verspreche mit meinem Blut euch bis zu eurem Tod zu folgen und eure Befehle zu achten.“

Beide Vampire gaben kniend ihren Schwur bei Sina ab. Sina nickte zufrieden. Suki sowie Sherry wirkten sehr verärgert.

„Nun denn, folgende Regeln. Ihr könnt euch ein Zimmer aussuchen und darin leben. Die Miete für euch beträgt beide 60Silbermünzen, die ihr monatlich zahlt. Morgens und Abends bekommt ihr regelmäßig zu essen und könnt jederzeit ein Bad nehmen.

Ihr werdet niemanden zum Vampir verwandeln, egal was dieser euch anbietet.

Ihr werdet das Haus mit eurem Leben beschützen. Momentan werden wir von einer Untergrundorganisation angegriffen, von ihnen dürft ihr euer Blut abzapfen. Ansonsten ist jeglicher Stadtbewohner für euch Tabu! Solltet ihr dringend Blut benötigen, sagt frühzeitig Bescheid.

Ihr akzeptiert die Regeln der Stadt und befolgt diese. Ihr greift keine Bewohner oder Abenteurer in dieser Stadt an, es sei denn ihr werdet angegriffen. Erkennt das ihr als Vampire unerwünscht seid.

Des Weiteren entschuldigt ihr euch bei Sherry, da ihr sie töten wolltet und werdet für sie Model stehen. Anweisungen von Suki sind Folge zu Leisten bei der Verteidigung des Hauses.“

Suki und Sherry staunten bei den Regeln, die Sina aufsagte und die Zwillinge nickten bei jedem Satz sehr ernst.

„Keine Folter oder andere vampirische Spiele. Solltet ihr davon irgendwas brechen, werde ich euch höchstpersönlich töten.“ beendet Sina ihre Reglung.

„„Wir akzeptieren und gehorchen unserer Herrin““ antworten beide gleichzeitig.

„Das wird langsam richtig zu einer Monstervilla… Mel, die Geisterfrau, Mio und Tio die Zwillingsvampire, was kommt demnächst? Ein Drachen?“ fragt Sherry sarkastisch.

„Da dürfte es Platzmangel geben, wenn die alle so groß sind wie der Skelettdrache.“ antwortet Sina nüchtern.

„Herrin, wie sollen wir nun das Geld bezahlen?“ „Wir haben noch nie gearbeitet?“ fragen die neuen Mitbewohner.

„Da habe ich den richtigen Ort für euch. Lasst uns zur Abenteuergilde gehen.“ grinst Sina.

Die Stille im Wohnzimmer war ohrenbetäubend.

Kapitel 50

Ich bin wieder geboren und die Welt dreht sich weiter?

Die Abenteurer hatten eine tolle Party in Sinas Villa. Onesta hat sich zurückgehalten, damit Mel auch ein Teil der Party sein konnte, auch wenn sie ziemlich schüchtern ist. Ok, die getöteten Eindringlinge von ihr würden natürlich was anderes sagen.

Am nächsten Tag trafen sich alle Teilnehmer auf der Bühne des Gildenhauses, wo Ma Shi die Informationen verkündet. Die Gilde war bis zum Bersten gefüllt, jeder wollte bei der Ankündigung dabei sein.

„Abenteurer, ehrenamtliche Helfer, Bürger der Stadt. Ich habe wieder was wichtiges zu verkünden.

Wie jeder weiß, wurden wir vor nicht langer Zeit von den Untoten angegriffen. Dank des Einsatzes der Heldin „Sina die Verteidigerin“, konnte die Invasion gestoppt werden.

Darauf haben wir Abenteurer die Aufgabe übernommen, den Kopf des Feindes zu finden und zu töten. Diese Abenteurer, die hier auf der Bühne stehen, haben es geschafft. Ich stelle vor:

Die Höllenschwerter mit den Mitgliedern Kunz, Onesta, Mariel und Erilag.

Die Nachtklinge Castien.

Und die bekannten Helden Sina und Sherry.

Diese Leute haben den Feind besiegt, den Lichkönig, der Anführer der Armee war sowie des Skelettdrachens!“

Die Zuschauer klatschen und jubelten laut, die halbe Stadt bekam den Krach mit, aber es waren tatsächlich gute Neuigkeiten.

„Eine weitere Neuigkeit habe ich noch hinzuzufügen. Alle Gildemeister, inklusive mir, haben beschlossen, das Sina nun eine S-Abenteurerin wird. Glückwunsch!“

Die Menge tobte vor Freude und die Gefährten gratulierten Sina, sogar der mürrische Castien. Sina wurde rot im Gesicht und bedankte sich bei allen.

Einige Zeit später trafen sich alle Expeditionsteilnehmer wieder im Konferenzraum. Sina bekam ihre neue Karte und musste es noch verarbeiten, dass sie tatsächlich so schnell in der S-Liga war.

„Nun, Kunz hat mir alles von der Expedition erklärt und ich brauche nicht wirklich nach den Kleinigkeiten nachzufragen. Ihr habt die Aufgabe erledigt und ich bin sehr stolz auf euch alle. Nicht nur dass ihr sie geschafft habt, sondern auch in der Lage wart, gegen solche starken Feinde zu siegen!

Vom König soll ich ebenso seinen Dank ausrichten. Nun kommen wir zu der Belohnung, die jeder bekommt. Aufgrund dessen das ihr euch alle in das Unbekannte gewagt habt, von S bis SSS Monster gekämpft habt und sogar die Hintergründe des Untergangs des alten Königreiches lüften konntet, bekommt ihr alle 300Goldmünzen vom Königreich sowie von der Gilde. Ihr habt das redlich verdient.“ beendet Ma Shi seine Rede.

„Dann werde ich sie annehmen und euch verlassen, denn ich habe noch eine Reise anzutreten. Es war mir eine Ehre mit euch zusammenzuarbeiten und… Sherry, es tut mir leid, dass ich zu dir gemein war. Ich hoffe, dass wir vielleicht in der Zukunft wieder zusammen arbeiten können.“ entschuldigt sich Castien und alle waren sprachlos.

„Sag mal Sherry, hast du Gift in sein Essen getan und er will nun das Gegengift haben oder was habe ich verpasst?“ hakte Sina nach.

„Manchmal… braucht man gemeinsam einen starken Feind, um gewisse Hürden zu meistern.“ antwortet Sherry geheimnisvoll und Castien nickt dankbar, dass sie die Ohrfeige für sich behält.

„Nun, wir danken euch ebenso allen für die gemeinsame Reise und auch dir persönlichen Dank nochmal, dass du uns immer wieder aus dem Schlamassel gerettet hast und sogar deine Villa angeboten hast, Sina. Wenn wir mal wieder nach Fanfoss kommen sollten, werden wir jedenfalls bei dir vorbeischauen.“ verbeugte sich Kunz.

„Arr, schade das wir uns schon so früh trennen, aber die Welt hat noch viele Gefahren, die wir eindämmen müssen, aber erst mal das Gold ausgeben!“ lachte Erilag nickend.

„Mel kennenzulernen hat irgendwie… mir ganz neue Perspektiven eröffnet. Vielleicht sollten wir nicht alle Monster über einen Kamm scheren. Ich hoffe, dass ich sie bald wiedersehe.“ freute sich Onesta.

„Ich werde euch jedenfalls Briefe schreiben und mich melden, wenn ich euch besuchen komme!“ drückt Mariel die Hände von Sina und Sherry.

„Ihr solltet euch überlegen, euch vielleicht einen Gruppennamen zu geben, wenn ihr zu zweit immer unterwegs seid.“ schlägt Kunz vor und Sina machte einen nachdenklichen Eindruck.

„Vielleicht, aber nicht jetzt, so was bespricht man in Ruhe. Ich bedanke mich auch bei allen, dass wir erfolgreich waren.“ grinst Sina.

„Auf die Zukunft! Vielleicht arbeiten wir ja nochmal alle zusammen und diesmal mit einem besseren Start!“ teilt Sherry es allen freudig mit.

„Sina, ich würde gerne nochmal mit dir allein sprechen.“ sprach Ma Shi Sina an, nachdem alle anderen gegangen waren und nur sie und Sherry im Raum anwesend waren.

„Geh schon mal vor Sherry, vermutlich wird das ein längeres Gespräch mit dem alten Mann.“ nickte Sina Sherry zu und sie verstand.

Einige Zeit später waren Sina und Ma Shi im Büro und spielten nach langer Zeit wieder Schach. Ma Shi hat sich tatsächlich stark verbessert, aber bisher konnte er noch nicht gegen Sina gewinnen.

„Nun, wie war die Expedition für euch gewesen?“ begann Ma Shi mit dem Gespräch.

„Erfahrungsreich, wobei ich persönlich viele Dinge anders gemacht hätte, aber ich bin nicht unbedingt ein Gruppenspieler, deswegen war das keine schlechte Idee, dass Kunz sie geleitet hat.“

„Du hast gegen den Vampir Ludwig Kelmont gekämpft…“

„Ein Gentleman war er auf jedenfall, wenn seine Gier nach mir ihn nicht so geblendet hätte. Auf jedenfall war er laut seiner Aussage einer der Abenteurer der Klasse SSS.“

„Er war damals schon ein bekannter Abenteurer gewesen und SSS sind wirklich die Stärksten. Es stimmt mich traurig, dass er als Vampirjäger selbst zum Vampir wurde.“

„Wo wir nun unter uns sind, werde ich euch etwas mehr erzählen.“

„Ho? Ich bin ganz Ohr.“

„Sein Meister jagt starke Kämpfer auf der ganzen Welt und kurz vor seinem Tod meinte Ludwig, dass er die Jagd auf mich eröffnen wird. Ich gehe mal davon aus, dass ich eine alte Vampirorganisation an der Backe habe und wenn Ludwig nicht gelogen hat, ist sein Meister viel viel stärker.“

„Hmm, hast du nicht schon Probleme mit einer Unterweltorganisation?“

„Ich betrachte sie nicht mal als ein Problem, es wurde mir sogar von meiner Hausdienerin abgeraten etwas gegen sie zu unternehmen. Aber Vampire spielen dann doch in einer anderen Liga.“

„Vampire hat es schon immer gegeben und würden sie nicht… ihrem Treiben nachgehen, könnte ich mir schon vorstellen, dass man mit ihnen zusammen leben könnte, denn ziviles Verhalten kennen sie ja. Ich will nicht wissen wie viele Vampire sich als Abenteurer verkleidet haben.“

„Was ist eigentlich ein SV Monster?“

„Woher hast du das gehört?!“

„Ludwig hat mir verraten, dass sein Meister diese Stufe hat. Schachmatt.“

„Ich werde es dir erklären, aber du behältst das für dich, ok?“

„Werde darüber nicht mit Sherry oder sonstigen darüber sprechen.“

„SV Monster gibt es offiziell nicht, aber… es gibt tatsächlich Monster, die nicht mal eine Gruppe von SSS-Abenteurern schaffen könnten. Zum Beispiel der Dämonenkönig wird als solcher eingestuft.“

„Huch? Dämonen werden als Monster betrachtet? Ich dachte sie hätten ihre eigene Zivilisation und Kultur?“

„Das stimmt, aber in der Vergangenheit als der Krieg tobte, gab es mehrere Aufträge gegen bestimmte Dämonen. Bisher haben immer die beschworenen Helden den Dämonenkönig erledigt. So hat bisher kein Abenteurer dies geschafft. Es gab in der Geschichte, einige die das versucht haben, aber daran gescheitert sind und sie waren alle SSS-Abenteurer.“

„Puh und so ein Monster als Vampir habe ich an der Backe? Dann werde ich definitiv noch mehr trainieren müssen, damit ich nicht so Ende wie Ludwig.“

„Wenn ich raten müsste, ist das einer der legendären Vampirkönige. Die ältesten geborenen Vampire die auf der Welt leben. Welch eine Kraft müssen sie haben? Vermutlich könnten sie spielend mit den Götterbestien kämpfen.“

„Hoffen wir, dass ich den Meister zuerst finde, denn wenn er mich findet, dürfte das ein Chaos werden. Ich bin mir meiner Stärke bewusst, aber Ludwig meinte, dass er keinen einzigen Treffen gegen seinen Meister landen konnte und ich wüsste nicht, warum er lügen sollte. So glaube ich, dass ich noch nicht stark genug bin.“

„Dabei denke ich die ganze Zeit, dass ihr die stärkste in der Geschichte sein werdet. Aber ich bin froh das eure Stärke euch nicht vor der Realität blendet.“

„Nun, ich werde erst mal eine Pause einlegen, bevor ich weitere Missionen angehe.“

„Das ist eine vernünftige Einstellung. Nur ein ausgeruhter Körper ist stark genug für die nächsten Aufgaben. Schach!“

Irgendwo in der Stadt Fanfoss:

„Warum sind wir ihnen gefolgt?“

„Weil wir kein Zuhause mehr haben und wenn wir zu unserem Vater zurückkehren, wird nur Folter und Tod auf uns warten?“

„Das verstehe ich ja, aber warum verfolgen wir Sherry?“

„Sie hat uns besiegt?“

„Und? Glaubst du wirklich, dass sie uns die Türen öffnet, nachdem was wir ihnen angetan haben?“

„Es ist zumindest ein Versuch wert!“

Königreich Efrana, Hauptstadt Bamtin, Burg Ryre:

„Mein König, die feindliche Fraktion hat irgendetwas vor, aber wissen nicht was.“ entschuldigt sich Kanzler Thorgil.

„Hmm, dann will ich meine Kinder in Sicherheit wissen. Veranlasst alles Nötige, damit sie im Geheimen in der Burg ankommen.“ befielt König Karl-Horst von Fürstenbusch.

„Ich werde die Vorbereitung planen. Was sollen wir gegen die Fraktion unternehmen?“

„Wir wissen leider immer noch nicht, welche Adelige ihre Finger im Spiel haben. Die wenigen, die geplaudert haben, wurden unter mysteriösen Umständen zum Schweigen gebracht.“

Kaiserreich Osnain, Hauptstadt Ascot, Burg Starm:

Eine junge Frau stürmt in ein großes Zimmer mit hochrotem Kopf: „Bist du wahnsinnig geworden Bruder? Du lässt alle Gildenmeister verhaften im Kaiserreich?“

Ein Schnösel in Ritterrüstung saß auf einem sehr teuren Stuhl und hielt ein Glas Wein in der Hand. „Aber aber Schwesterchen, so sollte sich doch keine Prinzessin benehmen.“

„Dann erkläre mir bitte, wieso du sie festnehmen lässt? Auf welcher Begründung? Du weißt ganz genau, dass sie für ihre Neutralität bekannt sind!“

„Sie haben meine Anweisungen nicht befolgt, Schwester Emilia. Vater ist verrückt geworden, so muss ich nun das Amt als Thronerbe übernehmen und mache nichts anderes als das Vater es auch getan hätte.“

„Lieber Bruder Leonardo, Vater hätte niemals diese Leute festgenommen! Dafür tun die Abenteurer zu viel gute Dinge in unserem Reich! Sonst wären sie nicht so geliebt vom Volk!“

„Sobald ich Kaiser geworden bin, werden die Dinge anders laufen. Vater war schon immer in vielen Dingen zu weich und dies werde ich ändern!“

„Was ist nur aus dem Bruder, den ich kannte, geworden? Du lässt in letzter Zeit so viele Leute festnehmen oder sie verschwinden einfach so. Hat die Gier nach Macht dich so verändert?“

„Ich war schon immer so Schwesterchen, nur habe ich das für mich behalten und nun ist scheinbar der Zeitpunkt gekommen, dass ich sie frei entfalten kann.“

„Indem du das Volk versuchst mit Angst zu regieren, neutrale Verbündete verhaften lässt und insgeheim eine Kriegsfahne wedelst? Wenn du nicht aufpasst, wird dich irgendwer aufhalten!“

„Drohst du mir etwa? Meine eigene Schwester?“

„Ich bin viel zu schwach um gegen dich anzukommen. Ich warne dich lediglich, dass nicht jeder es dulden wird, was du tust. Es würde mich nicht wundern, wenn die Abenteurer irgendwen schicken werden, der Antworten verlangen wird und du weißt ganz genau, dass sie sehr starke Leute haben!“

„Papperlapp, dafür habe ich das Militär hinter mir. Nun verschwinde, du hast meinen leckeren Wein verdorben!“

Prinzessin Emilia war wieder außerhalb des Raumes und schüttelt nur traurig den Kopf. „Bei der Göttin, war mein Bruder schon immer so ein Monster gewesen? Gibt es niemanden auf der Welt, der sein Treiben stoppen kann?“

Kapitel 49

Ich bin wiedergeboren und bin endlich wieder in der Stadt?

Ohne große Schwierigkeiten haben die Abenteurer die alte Hauptstadt verlassen. Natürlich hat Sina noch einmal kräftig aufgeräumt und macht sich auf den Weg zurück nach Fanfoss. Die Reise verlief ohne große Schwierigkeiten mit Knochenfressern oder anderen Monstern.

Nach drei Tagen kamen sie an der Brücke des Schicksals wieder an und sahen, dass die Brücke fast komplett saniert war und Verbesserungen angebracht wurden. Des weiteren werden Türme gebaut, die gegen eine Armee kämpfen können.

Die Leute dort jubelten alle, als sie von den Abenteurern erzählt bekamen, dass der König der Untoten besiegt wurde und aus dem Land vorerst keine Gefahren mehr kommen kann.

Einen halben Tag später kam die Gruppe leicht erschöpft in der Stadt Fanfoss an. Sie machten sich direkt auf den Weg zur Abenteuergilde und werden dort von Prashi begrüßt.

„Ah, ihr seid zurück. Ich nehme an, ihr konntet euren Auftrag erledigen?“ fragte Prashi.

„Nicht nur das, auch der Kopf der Organisation wurde erledigt.“ erklärt Kunz. „Ich schlage vor, ich regel das erst mal alleine. Wir werden vermutlich alle noch vom Gildemeister ausgefragt. Ich finde, wir sollten uns alle erst mal ausruhen. Mariel, wenn du uns vielleicht ein Gasthaus suchen könntest?“

„Erm, ich kann euch eine Unterbringung anbieten. Meine Villa hat genug Schlafplätze für alle und meine Köchin kann gut kochen, ich finde wir sollten den Erfolg feiern.“ schlägt Sina vor.

„Nun, wenn keiner was dagegen hat, nehme wir dein Angebot doch gerne an!“ freut sich Kunz, als alle nickten, selbst Castien.

„Erm Sina? Hältst du das für eine gute Idee? Ich meine… Mel?“ Prashi sieht etwas blass aus.

„Mel ist lieb. Die Leute hier haben alle in die Augen des Todes geblickt und überlebt, also dürfte Mel ihnen keine Probleme machen.“ Sina

„Wer ist Mel?“ Mariel

„Mein Hausgeist. Ich habe sie gezähmt, damit meine Villa bewacht wird.“ grinste Sina. Alle schauten Sina an, aber Sherry rollte ihre Augen und erklärte, das Sina die Wahrheit gesagt hat.

„Keine Sorge, Prashi und ich kennen Mel. Wenn man sie erst näher kennt, kommt man ganz gut mit ihr zurecht.“ Sherry

„Du hast einen Geist gezähmt? Dann möchte ich ihn kennenlernen!“ ruft Onesta aufgeregt.

„Nun gut… Wenn keiner ein Problem damit hat, einen Geist als Wachhund zu haben?“ fragte Kunz, aber irgendwie wirkte der Rest der Gruppe an dem Geist interessiert.

„Bevor ich es vergesse, aber rechne damit, dass du bald ein Gespräch mit der Stadtwache haben wirst Sina.“ erklärt Prashi.

„Hö? Wieso? Geht es um die Spielhölle?“ wundert Sina sich, aber Prashi schüttelt nur den Kopf.

„Nein, die Untersuchungen wurden abgeschlossen und Rosch wird als vermisst gemeldet. Es geht viel mehr um deine Hausdienerin Suki. Genau seit dem Tag, wo du die Stadt verlassen hast, wird deine Villa fast jeden Abend von Einbrechern oder Meuchelmördern attackiert.“ Prashi

„Aha? Und? Dafür sind Suki und Mel ja zuständig, dass sie sich um ungebetene Gäste kümmern.“ Sina

„Das mag sein, aber bisher ist keiner lebend für eine Befragung gefangen worden. Deine Leute übertreiben es ziemlich. Es ist nicht verboten, das Haus mit dem Leben zu verteidigen, aber die Menge an Leichen, die sich in der Zeit gesammelt haben, wirft dann doch Fragen auf.“ Prashi

„Was juckt mich das? Die Stadt soll doch froh sein, dass irgendwer sich um die Kriminellen kümmert, dann haben die Stadtwachen Zeit für andere Fälle.“ Sina

„Ich dachte mir schon, dass du in diese Richtung denkst. Egal, ich wollte nur das du vorbereitet bist.“ Prashi

„Ok, vielen Dank. Du kannst natürlich auch zur Party kommen, wenn du möchtest. Irgendjemand muss doch Kunz den Weg zeigen.“ lächelt Sina Prashi an und sie bekam einen leicht roten Kopf.

„Vielleicht, ich werde es mir noch überlegen.“ lehnt Prashi das Angebot nicht sofort ab.

„Du hast ein sehr interessantes Leben Sina.“ kommentiert Erilag.

„Oh ja, mit ihr ist es definitiv nicht langweilig.“ antwortet Sherry.

„Wir sehen uns später dann.“ verabschiedet sich Kunz und begleitet Prashi zum Gildemeister.

„Ok, dann folgt mir doch einfach zur Villa.“ freute Sina sich.

Viele Minuten später standen sie vor dem neuen Tor. Sina öffnete es und war erstaunt, welch gute Leistung der Gärtner und der Maurer geleistet haben. Eine große grüne Wiesenfläche mit vielen Blumen. Die Mauer wurde saniert und haben ihre Stacheln und scheinbar hatte Suki veranlasst, dass die Villa komplett gestrichen wurde.

„Wow, dein Haus ist ja wunderschön.“ murmelt Mariel und die anderen staunten auch nicht schlecht.

„Das gehört dir? Ich wüsste nicht, wie lange ich dafür arbeiten müsste obwohl ich länger lebe als die Menschen.“ kommentiert Erilag.

„Ich hab es ziemlich billig ersteigert wegen dem Geist. Die Grundsteuer ist für mich auch lächerlich, dafür habe ich hier meine Ruhe. Keine lästigen Nachbarn oder andere Probleme.“ erklärt Sina.

„Ich ziehe immer noch den Wald vor. Auf Dauer käme es mir wie ein Käfig vor.“ meint Castien.

„Jeder seinem. Kommt, lasst uns reingehen. Wir sind alle wegen der Reise vermutlich ziemlich erschöpft.“ und Sina sah schon, das Suki an der Eingangstür stand.

„Willkommen zurück Herrin. Ich nehme an, ihr hattet Erfolg?“ verbeugte sich Suki vor Sina und den anderen.

„Das ist richtig. Die Leute hier sind für die nächsten Tage meine Gäste. Kannst du also dafür Sorgen, dass jeder ein Zimmer bekommt? Für heute Abend werden wir eine Party feiern, das heißt viel zu Essen und zu Trinken organisieren.“ erklärt Sina.

„Kein Problem. Ich werde den Gästen ihre Zimmer zeigen sowie die restliche Behausung. Das Badezimmer und Wohnzimmer und für die Party werde ich mich anschließend sofort in die Küche begeben.“ nickte Suki.

„Wenn die Damen und Herren mir bitte folgen würden?“

Gildehaus im Zimmer des Gildemeisters:

„Das wäre dann der Bericht von der Expedition, Gildemeister.“ beendet Kunz die Erklärung.

„Ho ho, da bin ich aber wirklich froh, dass ihr alle lebend wiedergekommen seid. Wer hätte geahnt, dass solch starke Monster auf euch gewartet haben?“ nickte Ma Shi.

„Ich bin wirklich froh, dass ich es mit meinen Leuten überlebt habe, dank Sina. Ohne sie wäre es eine Reise ohne Rückkehr gewesen.“

„Seid ehrlich, was haltet ihr von Sina?“

„ … Stärker als unsere SSS-Abenteurer. Ich… habe einige Zweifel, ob sie wirklich ein Mensch ist. Niemand steckt so viele antike Zauber weg wie sie und mir ist kein Abenteurer bekannt, der dies ebenso vollzogen hätte. Auch nach dem Kampf gegen den riesigen Wurm kamen Fragen auf, wie sie es überlebt hat.“

„Ho? Aber wenn sie kein Mensch ist, was könnte sie dann sein?“

„Ich weiß es nicht, aber was sie auch sein mag, ich bin froh, dass sie auf unserer Seite ist. Als Feind… wüsste ich nicht, wie man sie besiegen könnte. Mariel hat ihr die Freundschaft angeboten und das heißt für mich, dass Sina vertrauenswürdig ist. Mariel gibt nicht so schnell irgendwem die Freundschaft.“

„Hmm, ich verstehe. Was haltet ihr davon, wenn ich Sina in die S-Liga befördere?“

„Ihr hättet meine Unterstützung. Machen wir uns nichts vor. Sie hat eine Armee besiegt und den Skelettdrachen getötet, ein SSS-Monster. Diesen Riesenwurm würde ich… zwischen SS und SSS einstufen. Er war wegen seiner gigantischen Größe so gefährlich, aber ich glaube, dass der „Elementenmagier“ diesen Wurm auch alleine getötet hätte. Der Lichkönig sowie der Vampirfürst Ludwig Kelmont waren definitiv SSS gewesen und hätten uns gnadenlos abgeschlachtet, zumindest der Lichkönig.“

„Hmm, ich sehe euch an, dass ihr noch mehr sagen wollt?“

„Solange es unter uns bleibt, werde ich es sagen.“

„Ihr habt mein Wort.“

„Die aktuellen SSS-Abenteurer machen kaum noch irgendwelche Arbeiten und wenn es um die Zukunft der Abenteurer geht, sind sie ziemlich uneins bei vielen Themen. Wir machen überhaupt keine Fortschritte mehr und Sina könnte es ändern.“

„Ho? Das ist ja ein interessanter Gedanke. Nun, ich kann nicht abstreiten, dass die stärksten Abenteurer… anderen Interessen nach gehen. Selbst ich wünschte mir öfter, dass sie einige Aufträge übernehmen, doch wenn man den höchsten Rang hat, viel Gold und Ansehen genießt, da kann es schon sein, dass sie anderen Tätigkeiten nachgehen.“

„Und dies könnte Sina ändern. Ob es positiv oder negativ verläuft können wir nicht wissen, aber mit ihren… unkonventionellen Ideen und Art wird sie vermutlich die anderen wachrütteln. Ich sehe es irgendwie schon kommen, dass es einen Streit zwischen den Stärksten geben wird.“

„Bei den ganzen Persönlichkeiten? Da wird es vermutlich noch richtig Krach geben, aber das heißt, dass eine Veränderung stattfindet und das ist für mich ein gutes Vorzeichen.“

„Ihr habt einen komischen Humor. Solange ich nicht in der gleichen Stadt bin, wo der Streit stattfindet, ist mir das relativ egal. Ich habe festgestellt, egal wo Sina kämpft, dass ihre Umgebung stark darunter leidet.“

„Danke für den Hinweis. Nun, ich kann es euch nun erzählen, aber wir Gildemeister haben schon vor der Expedition beschlossen, dass Sina in die S-Liga kommen soll, wenn sie den Kopf der Organisation tötet. Ich habe nur beschlossen, es für mich zu behalten, sonst wäre Sina vor euch schon losgegangen und hätte das Land vermutlich in Brand gesetzt.“

„Ich verstehe. Zumindest traue ich es ihr zu, aber es freut mich zu hören, dass sie in der S-Klasse sein wird.“

„Ihr habt wirklich gute Arbeit geleistet. Auch wir haben Erfolge melden können und konnten mehrere kleine Gruppierungen der Organisation aufspüren und zerschlagen. Es wird nicht mehr lange dauern und sie wird komplett zersprengt sein.“

„Was sollen wir mit den Dokumenten machen, die ich gefunden habe? Also über den Untergang des alten Königreiches?“

„Hmm, ich schlage vor, dass ihr sie an eine neutrale Fraktion weitergebt, die kann dann auch die Informationen weiterverbreiten. Ich finde, jeder sollte wissen, was die Gründe waren. Hätte nicht gedacht, dass ein Mensch für den Untergang eines Königreiches Schuld war. Da sieht man wieder, dass aus Gier nach Macht nichts Gutes dabei rauskommt.“

„Das sehe ich ebenso.“

Abends in der Villa von Sina:

Alle hatten ihre Zimmer bekommen und waren erstaunt gewesen, wie angenehm die Betten waren. So was würden sich nur Adelige oder reiche Kaufleute leisten können. Die Abenteurer haben Mel ebenso kennengelernt und seitdem versteckt sich Mel vor Onesta, der sie… ausfragen möchte.

„Herrin, wer ist dieser wahnsinnige Magier? Hat er keine Angst, dass ich ihm was antun könnte?“ fragte Mel in leichter Verzweiflung.

„Sei doch froh das jemand Interesse an dir hat?“ war der Kommentar von Sina.

Nun war Sina in der Küche bei Suki, die überall am kochen war und über die Vorfälle berichtet, die im Haus vorgefallen sind.

„Herrin, wie ihr vermutet habt werden wir fast jeden Abend von Meuchelmördern oder anderen Dummköpfen angegriffen. Bisher waren es alle Amateure gewesen, mit denen Mel alleine zurecht gekommen ist. Ich habe bisher die Verantwortung übernommen, damit der Feind nicht allzu viel von Mel erfährt.

Ich gehe fest davon aus, dass demnächst die richtigen Profis kommen werden und auf sie freue ich mich schon. Im Garten habe ich mehrere… Fallen gebaut, denn ich weiß wie ein Profi denkt und kann dementsprechend Maßnahmen ergreifen.

Ansonsten sind die Bauarbeiten abgeschlossen. Die Mauer ist wieder stabil und über das Tor kann man sich nicht Beschweren. Wie ihr vermutlich schon gesehen habt, habe ich das Haus komplett streichen lassen, damit es seinen alten Glanz wieder hat.

Die Renovierungsarbeiten IM Haus sind ebenso fertig. Die zerstörten Fenster sind ausgewechselt, die Tür von Mel repariert und eure Projekte im Keller ebenso abgeschlossen. Eure Villa ist nun in einem Top-Zustand und Roland hat alle Rechnungen beglichen.

Ich hoffe, ihr verzeiht mir, dass ich selbstständig entschieden habe über den Anstrich.“

„Nein, du hast das wirklich super gemacht. Ich kann mich darüber überhaupt nicht beschweren. Was meint ihr, soll ich mir was einfallen lassen gegen die Unterweltorganisation?“

„Hm, ich würde euch davon abraten. Was bringt es, diese zu zerstören, wenn eine andere sie ersetzt? Außerdem kann ich mich nicht beklagen, nur… wenn sie wirklich jeden Abend kommen, solltet ihr vielleicht überlegen, noch jemanden einzustellen. Nicht das ich mich darüber beklagen will, aber auf die Dauer könnte es mich auch auslaugen.“

„Ich werde darüber nachdenken, danke das du mir deine Meinung gesagt hast. Brauchst du vielleicht Hilfe in der Küche?“

„Bei der Göttin, nein! Ich komme schon zurecht, außerdem bezweifele ich, dass der Feind heute einen Angriff starten wird, wenn er weiß, dass in der Villa sehr viele starke Abenteurer sind. Er hat schon genug mit Verlusten zu rechnen.“

„Wenn du meinst? Ich bin im Wohnzimmer, solltest du doch Hilfe brauchen.“

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