Sin Roswell

Web Novel Deutsch

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Kapitel 45

Ich bin wiedergeboren und habe ein Date mit einem Vampir?

Als Sina ihre Augen öffnete, wusste sie sofort, dass sie ganz woanders ist und schön weit von ihren anderen Gefährten. Sie sah sich um und stellt fest, dass der Raum rund gehalten ist und mittig ein Tisch mit Kerzen.

Dann trat ein Mann aus dem Schatten heraus. Blauer Mantel, welliges Haar und eine Peitsche hing an seinem Gürtel, zeigte aber ansonsten die Anzeichen für einen Vampir.

Der Vampir verbeugte sich und grüßte Sina: „Seid gegrüßt schöne Lady. Wenn ich mich vorstellen darf, mein Name ist Ludwig Kelmont, ein gefürchteter Vampirjäger und ehemaliger SSS-Abenteurer.“

Sina hob eine Augenbraue und antwortet: „Oha, ein Gentleman, mein Name ist Sina die Verteidigerin, Rang A-Abenteurer und auf der Suche nach deinem Boss. Ich kenne dich, du warst es, der in unserer ersten Nacht spioniert hat oder nicht?“

„Ihr habt wirklich scharfe Sinne. Es stimmt, ich habe euer Nachtlager beobachtet und war erstaunt, wie gut ihr den Stein geworfen habt.“

„Wenn ich gut getroffen hätte, wären wir jetzt nicht hier oder? Sagt, wo bin ich?“

„Ihr seid im höchsten Turm dieser Burg. Mein Plan war es, dass ich euch und eure Freundin weit von den anderen trenne, aber irgendwie hast du deine Freundin gerettet oder getötet, je nachdem wie man es betrachtet.“

„Verstehe, dein Zombie hat sehr gute Arbeit geleistet. Ist das normal für Untoten noch… einen eigenen Willen zu haben?“

„Bedaure, ich bin kein Nekromant und kann euch bei diesen Fragen nicht helfen, aber er ist ein spezieller Zombie für den Lichkönig. Kommt, nehmt doch Platz an diesem Tisch. Ich sehe keinen Grund, warum wir kämpfen sollten.“

„Warum nicht? So was erlebt man nicht alle Tage, dass man vom Feind zum Tisch eingeladen wird. Wie ich sehe, habt ihr auch Tee vorbereitet.“

Beide nahmen ihre Stühle und behielten sich weiterhin im Auge, aber so seltsam es scheint, beide sind an dem Gespräch interessiert. Wenn die anderen Gefährten dies sehen würden, müssten sie Sina’s geistige Gesundheit infrage stellen. Mit dem Feind dinieren, wo gibt es so was?!

„Nun, ich bin ehrlich. Ihr seid die Einzige die mich fasziniert. Warum sollte ich also nicht der Dame den Hof kehren?“

„Ihr seid doch nicht etwa in mich verliebt?“

„Wirklich, ich weiß es nicht. Ich habe euren Kampf auf der Brücke beobachtet, wie ihr die Armee aufgehalten und dann auch den Skelettdrachen mit einem Schlag zerstört habt. Wisst ihr, ich habe vor 300 Jahren ähnliches durchgemacht, aber gegen viel viel weniger Untote gekämpft.“

„Wenn ich das wiederholen müsste, wäre ich zumindest diesmal besser vorbereitet. Sagt, ihr seid Vampirjäger, ist das nicht eine Ironie als Vampir?“

„Es war schrecklich. Ich war ein berühmter Vampirjäger, jeder Vampir fürchtete mich, bis… ich meinen Meister getroffen habe. In allen Kämpfen haben ich solch eine Stärke bei einem Vampir nicht erlebt und letztendlich habe ich dann leider den Kampf verloren.

Mein Meister hat ein sehr exzentrisches Hobby. Er sucht die stärksten Kämpfer auf der Welt, bekämpft sie und je nach Laune macht er sie gegen ihren Willen zum Vampir.

Am Anfang als Vampir habe ich mein Bestes gegeben, weiter Vampire zu jagen, aber… mein Blutdurst machte mir ein Strich durch die Rechnung. Ich habe versucht, Banditen oder anderes kriminelles Pack zu jagen, damit mein Gewissen nicht zu sehr leidet. Doch… irgendwann ist mein Geist scheinbar korrumpiert und ich habe dann alle Lebewesen als Nahrung gesehen.“

„Der Tee schmeckt übrigens gut, leider fällt es mir ziemlich schwer dir Mitleid zu zeigen. Sind wir nicht alle Gefangene unseres Schicksals?“

„Wo ihr es gerade ansprecht. Ich betrachte euch als mein Schicksal, ihr habt bei mir wieder was entfacht, was ich als gestorben geglaubt habe.“

„Lasst mich raten. Der Anblick von mir und die Kämpfe die du bei mir beobachtet hast, brachte dein Herz zum rasen?“

„Ihr müsst hellsehen können, doch so ist es. Ich muss euch ein Kompliment machen, mit euren neuen Klamotten habe ich die ganzen Zeit starkes Herzklopfen. Ihr solltet wirklich mehr von euch zeigen. Eure anderen Klamotten wirkten auf eine Art und Weise exotisch, aber damit versteckt ihr eure Schönheit nur.“

„Erm, danke? Die wurden mir gegen mein Willen gegeben. Meine Freundin kann ziemlich unheimlich werden, wenn es um Klamotten geht…“

„Ich hätte ihr ebenso einen Tee angeboten, aber…“

„Es ist wie es ist. Wie heißt dein Meister eigentlich?“

„Tut mir leid, aber mein Meister ist ähnlich wie ein Vater und durch den Blutbiss bin ich nicht in der Lage, irgendwelche wichtigen Informationen über ihn ausplaudern zu können. Aber seid gewarnt, er ist immer noch viel stärker als ich…

Ich habe ihn mehrmals zu einem Todesduell herausgefordert, aber nie zeigte er seine wahre Kraft. Er lässt mich nur am Leben, damit er immer eine Abwechslung hat.“

„Ein wahrer Sadist.“

„Das kann ich nicht abstreiten. Lady Sina, ich… möchte euch ein Angebot machen.“

„Ich kann mir denken was kommt, aber lasse mich gerne überraschen.“

„Alles muss eine Bedeutung haben, daher möchte ich euch einen Platz an meiner Seite anbieten. Ich biete euch ewige Jugend und ewiges Leben. Nie müsst ihr mehr altern und habt alle Zeit der Welt, noch stärker zu werden! Ich war selbst am Anfang nur ein einfacher Vampir, aber ich habe trainiert, nun bin ich ein Vampirfürst und arbeite noch weiter, um noch stärker zu werden!“

„Ich danke für dein Angebot, aber… ich verzichte.“

„Klammert ihr euch so sehr ans Leben? Glaubt mir, am Anfang als Vampir ist es schwer, aber mit der Zeit legt sich das Problem!“

„Ich würde ja gerne mehr verraten, aber ich brauche das leider nicht, was ich schon habe.“

„ … Ihr seid kein Mensch oder? Als ihr hierher teleportiert wurdet, war mein erster Gedanke eure Schönheit, aber als ich euren Geruch zum ersten Mal wahr genommen habe… dachte ich nur, dass ihr kein Mensch seid. Ich habe lange genug Menschen ausgesaugt, getötet und des weiteren, doch… ihr habt keinen menschlichen Geruch.“

„Ich habe halt meine Geheimnisse, sowie ihr auch welche habt. Sagt, wer ist stärker. Du oder der Lichkönig.“

„ … Ich bin stärker als der Lichkönig. Aber ich habe den Eindruck, dass er den einen oder anderen Trick auf Lager hat. Man wird nicht so alt wie der Lichkönig, wenn man nur vorsichtig ist. Vor allem hat er für meinen Meister öfters gewisse Dienste umgesetzt.“

„Dann bin ich aber froh, das ihr der Stärkste seid.“

„Ahh, ich verstehe so langsam. Die ganze Zeit hat euer Herz normal geklopft. Die meisten Lebewesen würden das Weite suchen, mich mit Waffen angreifen oder wären einfach nur extrem überfordert mit einem Vampir am Tisch zu sitzen, ihr dagegen wart die ganze Zeit normal. Erst als ihr erfahren habt, das ich der Stärkste bin, fing euer Herz an zu rasen… vor Freude?“

„Aber sicherlich. Bisher habe ich nur die kleinen Fische getötet und meine Waffen eher damit beleidigt. Sie sind es gewohnt, starke Feinde zu verletzen.“

„Was auch ihr immer sein mögt, überlegt euch noch einmal mein Angebot.“

„Rein hypothetisch, was würde passiert, wenn ich es annehmen würde?“

„Ich würde euch über einen Biss zum Vampir transmutieren lassen. Ihr werdet vielleicht eine Woche benötigen, bis ihr wieder wach seid. Dann bekommt ihr von mir Blutopfer um euren Durst zu stillen.“

„Verstehe, was wird aus meinen Gefährten?“

„Sie werden alle sterben. Jeder dieser Gefährten wurde zu einem der Diener des Lichkönigs geschickt. Sie sind zwar schwächer als ich, aber trotzdem in der Liga zwischen SS und SSS. Da habe ich ernsthafte Zweifel, dass deine Kameraden es überleben werden. Anschließend werden sie zu Untoten verwandelt. Immerhin muss die Armee ja wieder neu aufgebaut werden.“

„Ich vermute, selbst wenn ich ablehne, werdet ihr mich zu einem Vampir verwandeln?“

„Schade, ich hatte wirklich gehofft, dass ich das eine ohne Widerstand umsetzen könnte, doch ihr werdet meine Partnerin, ob ihr wollt oder nicht.“

„Wisst ihr, meine Freundin hat mich gefragt, wie mein Partner sein soll. Wollt ihr wissen, was ich ihr geantwortet habe?“

„Ho? Aber natürlich.“

„Wer mich besiegt, dem werde ich vielleicht mehr Herz schenken, ob es ein Mann oder Frau ist, da bin ich sehr offen.“

„ … Hm hmm HA HA HA HA! Dann werde ich euch besiegen!“ und beide sprangen von ihren Stühlen weg. Ludwig nahm seine Peitsche und Sina ihre Blutklinge.

Ludwig schlug sofort mit seiner Peitsche zu, der Sina ausweicht und stürmt auf Ludwig zu. Dieser sprang zur Seite, als Sina mit ihrem Katana schlug.

„Ihr habt aber ein sehr scharfes Schwert, wenn ihr den Boden zerschneiden könnt. Lasst mich euch eine Kostprobe meiner Peitsche zeigen. Dank meines langen Trainings bin ich ein Meister der Peitsche geworden. Peitschenknall!“ Ludwig setzte seine Fähigkeit ein.

Sina wich seinem Angriff aus, aber als der Kopf der Peitsche den Boden berührte, löste er eine Explosion aus und Sina wurde weggeschleudert. Sie knallt gegen die Wand, die Explosion hat ihr Hemd zerrissen, sodass nun ihr Bauch frei liegt.

„Interessante Fähigkeit habt ihr Ludwig, vor allem eure Waffe.“ steht Sina wieder auf, als wäre nichts passiert.

„Vielen Dank für euer Kompliment, meine Liebe.“ grinst Ludwig.

„Dann werde ich euch zeigen, was ich mit meinen Schwert so kann. ALLESSCHNEIDER!“ und schwingt ihr Katana nach Ludwig, aber auch zu ihren Füßen weiter runter. Der Schnitt, der die Klinge verlässt, flog zu Ludwig, der mit Leichtigkeit ausweicht. Aber als er sah, dass Sina ihre Fähigkeit nicht wirklich gegen ihn gerichtet hat, sondern gegen den Turm, ahnte er was ihr Plan war.

„Ihr wollt den Kampfplatz wechseln und den Turm zerstören oder?!“ fluchte Ludwig und verlor sein Lächeln.

„Ganz genau. Der Raum bietet mir nicht genug Platz zum Ausweichen gegen deine Peitsche!“ grinste nun Sina bösartig und der Turm fing an zu beben.

Seine Struktur wurde zerschnitten und aufgrund seines hohen Alters zwingt es den Turm, auseinander zufallen. Sina dachte nicht daran zu warten, bis der Turm einbricht, sondern griff auf wackeligen Boden Ludwig an.

Ludwig wollte mit seiner Peitsche angreifen, aber der Stand wo er war brachte ihn aus dem Gleichgewicht, so überkreuzt er seine Arme zum blockieren, dabei grinste er.

Die Verteidigerin selber kann auch nicht richtig mit dem Schwert angreifen, was aber auch nicht ihr Plan war, sondern sie trat mit voller Kraft in den Magen des Vampir. Der Vampir flog gegen die Wand und musste heftig husten.

„Was zum… Meine Werte sind fünfstellig, da dürfte ein Mensch wie du mir keinen Schaden anrichten!“ reagiert Ludwig verwirrt.

„Ich erinnere dich gerne an deine eigenen Worte, ich rieche nicht nach einem Menschen.“ dabei wurde Sinas Gesicht schwarz und sie lächelt von einem Ohr zum anderen Ohr.

„Wage es nicht mich zu provozieren! Ich bin stärker als der Skelettdrache und die Untotenarmee zusammen!“ war Ludwig gereizt.

„Oh, ist der starke Mann etwa an seinem Stolz verletzt worden? Lass mich raten, du dachtest, du hättest ein leichtes Spiel mit mir?“ höhnte Sina.

„Peitschenknall!“ grifft Ludwig an und der Raum stürzte zusammen. Beide fielen durch den Boden, die Wände gaben nach, aber Sina sprang auf einen Stein nach Ludwig. Ludwig hat viele Kämpfe hinter sich, doch einen Kampf in der Luft war was neues für ihn.

Auf jeden Fall traf Sina mit ihrem Katana an der Seite von Ludwig, die auch anfing zu bluten. Ludwig ging zum Konter über und schlug Sina mit der Faust nach ihrem Gesicht. Er spürte, wie ihre Nase gebrochen wurde und Blut spritzte auch direkt raus, weiteres flog Sina durch den Aufprall weg von ihm.

Sina machte einen Salto und nutze einen großen Felsbrocken zum landen, dann sprang sie auf die nächsten herunterfallenden Felsbrocken, um Ludwig wieder zu erreichen. Dabei grinst sie unentwegt einen so spannenden Kampf zu erleben.

Selbst Ludwig kann sich nicht darüber beschweren, seine meisten Kämpfe waren ziemlich einseitig gewesen. Nur gegen seinen Meister und ein paar andere Vampire hatte er bisher keine Chance, nun hat er einen Gegner der ihm würdig ist.

Ludwig sah, wie Sina von Stein zu Stein sprang und er wollte mit der Peitsche nach ihr schlagen, doch auf einmal verschwand sie vor seinen Augen. Verwirrt suchte er nach Sina, bis Ludwig nach oben schaute und Sina mit ihren Füßen in Richtung seines Gesichts flog. Hier hörte man ebenso das brechen einer Nase und Ludwig flog weiter nach unten.

Viele große Felsbrocken von dem Turm stürzten auf die Burg, mehrere Räumen stürzten durch die Masse in sich zusammen. „Hoffentlich sind meine Gefährten nicht in der Gefahrenzone.“ dachte Sina, bis sie wieder ihre Aufmerksamkeit nach Ludwig richtete.

Der Vampir setzte wieder seine Peitschenfähigkeit gegen Sina ein, dem sie zwar rechtzeitig ausweichen konnte, aber die Explosion ist das eigentlich nervige. Sie flog daher wieder ungebremst gegen Felsbrocken. Dann sahen beide, dass sie langsam auf dem Boden ankommen.

Sowohl Sina als auch Ludwig bereiten sich auf den Aufprall vor, aber Sina dachte gar nicht erst daran, in die Defensive zu gehen und sprang wieder nach Ludwig. Ludwig hat es kommen sehen und sprang von seiner Plattform weg nach unten, um vorher den Boden zu erreichen.

Sina fluchte, dann zog sie Murtair raus und setzte ihren Schwertwirbel ein, denn selbst wenn sie auf dem Boden landet, fallen über ihr noch die Reste des Turms. Die Steine werden in viele kleine Würfel geschnitten, ihre Katanas sind wie immer die schärfsten Klingen.

Geschmeidig wie eine Balletttänzerin landet dann Sina ebenso auf dem Boden und um sie herum fallen viele kleine Steine, die Gefahr die über ihr kommen könnte, hat sie zerstört. Nun sucht Sina wieder nach Ludwig, doch der ist scheinbar verschwunden.

Der neue Raum ist scheinbar eine große Halle, vermutlich ein ehemaliger Bankettsaal. „Versteckt sich etwa der Mann, der mich besiegen will?“ provozierte Sina den Vampir, sie hörte nur ein Lachen.

„Mitnichten meine Liebe, ich habe einfach nur gewartet, bis die Gefahr von oben vorüber ist, nun musste ich sehen, dass ihr scheinbar mehr als nur ein Meistertyp seid. Schwert und Beidhändigkeit, mit was werdet ihr mich noch überraschen?“ fragte Ludwig.

Sina versuchte seine Stimme zu orten, aber sie kommt von überall. „Wenn ich mich richtig erinnere, kam er doch auch aus dem Schatten, als wir uns das erste Mal gesehen haben.“ dachte Sina und im Raum gibt es genug Schatten um sich zu verstecken.

Sie wanderte vorsichtig in den Raum, bis auf einmal hinter ihr ein leises Geräusch erklang. Sina drehte sich sofort um und schlug mit ihrem Katana… ins Leere.

„Peitschenknall!“ und die Peitsche traf Sina am Kopf. Wenn diese Fähigkeit schon ziemlich übel aus der Entfernung war, dann war es im Zentrum die reinste Katastrophe. Auf jeden Fall bekam Sina die volle Attacke ab und flog gegen eine Säule.

„Überraschung meine Liebe. Das ihr auf so einen alten und einfachen Trick hereinfallt.“ höhnte Ludwig, der aus dem Schatten einer anderen Säule herauskam. Er sah, wie Blut aus der Nase, Mund, Ohren und Augen der Frau herauslief, aber besiegt war sie noch nicht.

„Doch es erstaunt mich schon, dass ihr noch am Leben seid und nicht euer Bewusstsein verloren habt. Normalerweise stirbt man an dieser Fähigkeit und euer Kopf hätte platzen müssen. Ihr seid wahrlich ein Monster wie ich eins bin.“ bewundert Ludwig die Stärke der Frau.

Sina stand mit wackeligen Beinen auf und ihre Sicht ist rot gefärbt, eigentlich alle ihre Sinne sind durch den Angriff ziemlich beeinträchtigt. Sie sah immer noch Sterne, als sie sich selber ohrfeigte s, wo Ludwig die Augen erstaunt aufreißt. Zumindest kann sie wieder klar sehen.

„Ihr seid wirklich stark. Ich muss euch wirklich danken, dass ich alles geben muss und ein weiterer Dank, dass wir so weit von meinen Gefährten entfernt sind. Das erlaubt mir… andere Fähigkeiten einzusetzen.“ dabei grinste Sina mit einem blutigen Gesicht.

Ludwigs Instinkte schrien alle, dass sie was gefährliches plante, aber er wollte sehen, welche Strategie sich die Frau nun einfallen ließ.

„Ihr seid der erste Gegner, wo ich diese Fähigkeit einsetze, seid also geehrt. Illusion: Doppelgänger!“ beschwört Sina ihre Rassenmagie. Auf einmal erschien eine weitere Sina, dann noch eine, bis Ludwig bis zu 15 Doppelgänger sieht.

„Ist das eure Trumpfkarte? Irgendwie habe ich mehr erwartet. Ich meine, ich kann eure echte Gestalt sehen, alleine durch das Herzklopfen.“ schüttelt Ludwig traurig den Kopf.

Sina grinste nur, was Ludwig misstrauisch machte und hält seine Peitsche zum Angriff bereit, bis alle Doppelgänger auf einmal los stürmten. Er schlug vorsichtshalber nach einigen und sie lösten sich wie Luft auf, bis die ersten ihn erreichten und nach ihm schlugen, aber das Original war nicht unter ihnen.

„Sind ja nur Illusionen.“ dachte Ludwig, bis er auf einmal ein Herzklopfen unter den Doppelgängern hörte und da war es schon zu spät. Sina kam angestürmt und wollte ihre Blutklinge in seinen Herz rammen.

Instinktiv packte er ihre Klinge mit beiden Händen, um seinen Tod aufzuhalten und schrie, als die Klinge seine Hände fast durchgeschnitten hätte, aber irgendwie konnte er sie noch packen. Dann grinste Ludwig Sina an, aber sie grinste ebenfalls zurück, bis Ludwig auf einmal nach hinten gedrückt wurde.

Erst langsam bis es so schnell wurde, dass er mit seinen Füßen keinen Halt bekam und mehr schwebte… bis Ludwig eine Mauer hinter sich spürte. Er schrie wieder auf, konnte aber weiterhin verhindern, dass die Klinge an seinem Herz näher kam, bis wieder die nächste Wand kam und eine weitere und eine weitere…

Sina rannte durch einen Raum bis zum nächsten, bis sie im Thronsaal ankamen. Beide bekamen nicht mit, dass hier ein Kampf stattfindet. So sehr waren sie miteinander fixiert, bis Ludwig gegen was extrem hartes knallte, wo mehrere Stacheln durch sein Körper drangen. Was auch immer hinter ihm sein mag, man hörte das Brechen von Knochen.

Leider dachte Sina nicht dran, mit ihrem Angriff aufzuhören und stürmte direkt in die nächsten Wände, was die Stacheln nur weiter in seinen Körper drücke und Ludwig langsam Anzeichen von Angst bekam.

Das stachelige Ding hinter seinem Rücken verschwand auf einmal, aber Ludwig hatte keine Zeit zu prüfen, was es war und wieso es auf einmal weg war. Ludwig sprang wieder auf den Boden und drückte mit vampirischer Gewalt das Katana zur Seite mit Sina.

Sina landete mit einem Salto auf dem Boden und fluchte, dass sie es nicht geschafft hat, Blutklinge in das Herz zu rammen. Diese Aktion musste dem Vampir schwer geschadet haben, denn sein Mantel ist mehr oder weniger komplett aufgerissen und es lief viel Blut aus ihm.

„Hätte ich geahnt, dass ein Kampf mit euch so viel Zerstörung mit sich bringt, hätte ich euch in der ersten Nacht angegriffen!“ keuchte Ludwig.

„Hätte Hätte Fahrradkette. Es ist, wie es ist. Ich muss euch ein Kompliment machen, ihr habt es tatsächlich geschafft, zu verhindern, dass ihr sterbt.“ höhnte Sina.

Beide Parteien machten sich wieder auf zum Angriff, bis auf einmal ein Stachelskelett mit schwarzschimmenden Knochen erscheint und sie beide anbrüllt. Sina und Ludwig wirkten sehr ungehalten über diese Störung und griffen zeitgleich mit ihren Fähigkeiten das Monster an. „Allesschneider!“ „Peitschenknall!“

Während „Allesschneider“ das Monster komplett halbierte, zerstörte „Peitschenknall“ den Rest des Monsters und sie waren wieder beide alleine.

Der Lichkönig spürte wie sein Monster besiegt wurde und wundert sich, wie es besiegt wurde. Hätte er diese Szene aber gesehen, hätte er vermutlich geweint.

„Wehe irgendjemand stört unseren Kampf, so gerne ich weiter mit euch kämpfen würde, aber alles muss auch ein Ende habe.“ meint Ludwig und Sina stimmte ihm zu.

„Das sehe ich ebenso. Da ich keine meiner Gefährten bisher gesehen habe, kann ich auch meinen anderen Trick einsetzen.“ dabei grinst Sina sehr böse.

„Wieder ein Illusionstrick? Nochmal falle ich nicht auf diesen Trick rein!“ warnte Ludwig. Wären seine Hände nicht so schwer verletzt, hätte er keine Probleme seine Peitsche zu halten, aber diese Information behält Ludwig für sich.

„Keine Sorge. Du meintest du wärst stärker als der Skelettdrache oder? Dann stellen wir das doch mal auf die Probe. Giftklinge!“ und die Blutklinge verwandelt sich in ein grünes Katana, dass eine Giftaura ausstrahlt.

Ludwig hat eine Giftresistenz, aber diese Giftaura ist stärker als die vom Skelettdrachen. Auf einmal musste er noch schwerer keuchen und hat überall Schmerzen auf der Haut.

„Was zum… habt ihr gemacht? Das ist doch die legendäre Aura vom Skelettdrachen. Wie habt ihr die übernommen und warum ist die viel stärker als es sein sollte und wieso seid ihr nicht davon auch betroffen!?“ fragte Ludwig unter Schmerzen.

„Wieder Fragen, die ich nicht beantworten werde. Benutzt euren Kopf und überlegt. Ihr habt gesehen, wie ich es aktiviert habe.“ antwortet Sina genüsslich und stürmte auf Ludwig zu.

Dank der Giftaura ist Ludwigs Bewegung etwas eingeschränkt und Sina wirkte irgendwie aufgeputscht, als hätte sie einen Suchtstoff genommen. Ludwig bekam nun wirklich mit der Angst zu tun, ein Gefühl was nicht mal sein Meister in den Duellen schaffte auszulösen noch seine wahren Kinder.

„Peitschenknall“ aktivierte Ludwig seine Fähigkeit nach Sina wieder, damit sie Abstand hält, aber sie machte keine Anzeichen, diesen Angriff auszuweichen, viel mehr machte Sina etwas unerwartetes… sie fing den Kopf mit der linken Hand auf.

Die Explosion kam trotzdem und Sina schrie, aber Ludwig merkte, dass die Peitsche immer noch im Griff der Frau war. Die Hand… war übelst verletzt, man konnte an einigen Fingern die Knochen sehen, Fleisch hing herunter aber Sina ließ die Peitsche nicht los.

Dann zog Sina an der Peitsche und Ludwig flog auf Sina zu, die dann das Schwert in den Bauch von Ludwig rammte. Ein brennender Schmerz bereitete sich sofort in der Magengegend aus und Ludwig spürte, wie tödliches Gift durch seine Adern fließt.

„*hust* Du hast… gewonnen!“ gab Ludwig seine Niederlage kund und er spürte, wie ihn seine Kraft verlässt. Er fällt zur Seite, aber Sina fängt ihn auf und legt ihn sanft auf den Boden.

„Ihr habt mit Bravour gekämpft Ludwig.“ lobt Sina ihren Feind und streichelt ihm am Kopf wie einen Liebhaber.

„Schade… dass ich euch nicht zähmen konnte. Ihr hättet mein trostloses Leben wieder zum aufblühen gebracht.“ antwortet Ludwig lächelnd.

„Das kann ich mir vorstellen, aber ich glaube, das Schicksal hat andere Pläne für uns gehabt. Ihr habt lange genug gelitten.“

„ … Nehmt meine Peitsche als Gewinn. Sie hat eine spezielle Verzauberung gegen Vampire. Ich wünsche sie in guten Händen zu sehen und ihr habt mir gezeigt, was ihr könnt.“

„Ich… werde es annehmen und eure Waffe mit Respekt benutzen, Vampirjäger.“

„*hust* Ich merke langsam, wie das Gift mein Leben tötet, möchte ich euch eine Warnung geben. Mein Meister merkt sofort, wenn eines seiner Vampire stirbt. Er wird dann eine Jagd gegen euch eröffnen. Entweder tötet er euch oder schlimmeres, er macht euch zu einem seiner Vampire.“

„Soll er ruhig kommen, bis dahin werde ich nochmal stärker und der Welt einen Gefallen tun und deinen Meister töten.“

„Unterschätzt ihn nicht! Ich habe ihn kein einziges Mal in den Duellen getroffen, er dürfte ein SV-Monster sein, aber ich glaube wirklich, dass ihr es schaffen könnt.“

„Es gibt sogar noch höhere Stufen? Egal, soll der Gildenmeister mich darüber aufklären.“

„Eine letzte Bitte.“

„Wenn es in meiner Möglichkeit liegt?“

„Verratet mir, was ihr seid.“

Sina überlegte schwer ob sie ihr Geheimnis verraten soll, aber Ludwig hat es in ihren Augen verdient und nähert sich an sein Ohr und flüstert ihr Geheimnis aus.

Ludwig riss erschrocken seine Augen auf und fing an zu lachen. Das war das letzte war er getan hat, bevor sein Körper anfing, in Staub zu zerfallen. Nur seine zerstörte Kleidung sowie die Peitsche blieb zurück.

Die Peitsche nahm Sina an sich und verstaut sie in ihren Inventar, dann sprach sie ein Gebet für Ludwig, dass er im nächsten Leben wieder glücklich wird. Ob der dunkle Gott oder die Göttin dafür zuständig sind, war ihr egal.

Auf einmal bebte die ganze Burg.

>Level 70 aufgestiegen< >Blutklinge Level 70 aufgestiegen<

>Blutklinge Selbstreparatur: Level 13 aufgestiegen<

>Blutklinge Schärfe: Level 13 aufgestiegen<

>Blutklinge Härte: Level 13 aufgestiegen<

>Allesschneider: Level 2 aufgestiegen<

>Schwertwirbel: Level 4 aufgestiegen<

>Schmerzlosigkeit: Level 9 aufgestiegen<

>Bizarre Gedanken: Level 5 aufgestiegen<

>Regeneration: Level 8 aufgestiegen<

>Titel: Vampirtöter erhalten<

Kapitel 44

Ich bin wiedergeboren und der große Kampf beginnt? Teil III

„Kunz! Ich glaube, ich habe eine Treppe gefunden, wie wir hier wegkommen!“ ruft Erilag. Alle kamen zu dem Zwerg und sahen die Treppe, die nach oben führte.

„Gut gemacht, dann lass uns hier verschwinden.“ nickte Kunz seinen Gefährten zu. Sie nahmen die lange Treppe nach oben und als sie am Ende angekommen sind, sahen sie zuerst einen langen Flur.

Der Flur war mit verstaubten Ritterrüstungen verzieht, die damals vermutlich Macht und Besitz ausstrahlen sollten, aber nun ein Relikt der Vergangenheit sind.

„Wenn ich raten müsste, könnte es ein Weg zum Thronsaal sein. Doch ich war auch Ewigkeiten nicht mehr in einer Burg gewesen, daher könnte es ein bisschen anders aussehen.“ kommentiert Erilag.

„Nein, du hast schon Recht. Dies könnte tatsächlich der Weg sein. Wir Menschen geben gerne an und wollen dies auch zeigen. Es macht kein Sinn, wenn solche Statuen nur in Nebenfluren stehen.“ stimmte Kunz zu.

„Was machen wir nun?“ fragt Onesta.

„Abwarten. Ich sehe hier ein paar weitere Treppen, wer weiß, ob nicht jemand von den anderen kommt.“ schlägt Mariel vor, zu mal die Pause jedem gut tun würde.

Mehrere Minuten später erscheinen zwei identische Frauen vor einem Treppeneingang, die ziemlich angeschlagen waren. Eine hielt sich den Bauch, als würde sie versuchen wollen eine Blutung zu stoppen, die andere… dreht irgendwie nur den Kopf hin und her.

„Hey ihr da! Braucht ihr Hilfe?“ ruft Erilag den Frauen zu, hält aber seine Waffe griffbereit, unwissend ob es ein neuer Feind ist.

Die Frau mit der Bauchwunde schaute erschrocken auf, dass hier andere Personen waren und fluchte. Dann waren die beiden auf einmal spurlos verschwunden.

„Höh? Ihr habt sie doch auch gesehen oder?“ fragte Erilag verwirrt und sieht die anderen nicken. Dann kam auf einmal Castien heraus, der von Sherry gestützt wird. Die Gruppe sah, das Castien ziemlich übel zugerichtet war.

„Sherry!“ rief Mariel und rannte auf die beiden zu, der Rest ihrer Gruppe folgte ihr. Mariel sah, das von beiden Castien am schlimmsten verwundet war, während Sherry nur leichte Schrammen hatte.

„Mariel! Schnell, kümmere dich um Castien. Mir geht es soweit gut.“ freut Sherry sich über alte Gesichter.

„Leg ihn gegen die Wand, dann werde ich seine Brüche heilen. Was ist passiert und wer waren die Frauen, die vorher rauskamen?“ fragt Mariel, während sie Castien medizinisch versorgt.

„Frauen? Das waren die Gegner, gegen die wir gekämpft haben. Sie haben selber aufgegeben und sind geflüchtet. Laut ihrer Aussage werden sie ganz verschwinden.“ erzählt Sherry die Kurzversion.

„Wir hatten verdammt viel Glück. Wären sie nicht so dämlich gewesen, wärt ihr vermutlich die nächsten gewesen, mit denen sie gekämpft hätten.“ und Castien erzählte den Kampf, das Beben und wie Sherry… die Vampire mehr oder weniger ausgetrickst hat. Kunz hörte seine Geschichte und erzählte ihren Kampf mit dem Henker.

„Das ist also der Stand der Dinge. Wie ist eure Verfassung zu kämpfen, Castien und Sherry?“ erkundigt Kunz.

„Wenn Mariel meinen Beinbruch sowie Schulter wieder geflickt hat, dürfte ich normal kämpfen können, aber erwarte keine Meisterleistung.“ meint Castien, der ziemlich blass war.

„Ich weiß nicht, ob ich gegen den Lichkönig eine Hilfe sein werde. Ich meine, Castien konnte ihre Kampfbewegungen sehen, aber für mich waren sie immer… unsichtbar gewesen.“ sagt Sherry.

„Und trotzdem hast du die zwei besiegt, was ich nicht geschafft habe. Sie haben nur mit mir gespielt. Hätten sie von Anfang an alles gegeben, ich wäre vermutlich nicht mehr hier, Sherry.“ kommentiert Castien. Mariel fragte sich, was im Kampf noch alles vorgefallen ist, dass Castien ihre Freundin nicht mehr beleidigt und hob eine Augenbraue.

„Jede Hilfe ist willkommen, vor allem wenn noch jemand zaubern kann. Onesta musste bei unserem Kampf viel Mana verbrauchen, damit wir siegen konnten.“ versucht Kunz Sherry aufzumuntern.

„Also fehlt nur noch Sina. Was machen wir nun?“ versucht Sherry von dem Thema abzulenken, während sie rote Wangen bekam.

„Nun, wir haben zwei Möglichkeiten. Die Erste wäre, wir warten auf sie oder die Zweite, wir legen uns mit dem Lichkönig ohne sie an. Ehrlich gesagt ist es mir lieber, wenn wir alle wieder zusammen sind, aber… ich muss zwei Dinge bedenken:

Wir wissen nicht wohin oder wie weit Sina von uns weg teleportiert wurde und wie lange sie braucht um wieder zu uns zu kommen. Der andere Gedanke wäre, das Sina mit einem Feind kämpft, der es mit ihr aufnehmen kann. Das kann entweder der Lichkönig selber sein oder ein sehr starker Diener.“ schildert Kunz seine Gedanken.

„Wenn Sina… wirklich mit jemanden kämpft, der sich mit ihr messen kann, sollten wir vielleicht die Zeit nutzen und gegen den Lichkönig vorgehen. Solange sie den Feind hinhält sollten wir nicht unbedingt auf sie warten.“ meint Castien.

„Außerdem, selbst wenn wir sie suchen gehen, würden wir uns vermutlich nur in Gefahr begeben. Da wird Sina wirklich ihre Ruhe brauchen für den Kampf.“ dachte Mariel laut.

„Nun, scheinbar haben wir alle den gleichen Gedanken. Kunz, wir sollten uns mit dem Lichkönig anlegen.“ grinst Erilag.

„Hmm scheinbar ist das so. Doch wir müssen uns drauf einstellen, dass der Lichkönig ein Stufe SSS Monster ist, denn wir hatten bisher nur gegen SS-Monster kämpfen müssen. Das wird kein leichter Kampf werden. Vor allem so angeschlagen wir wie sind. Dabei kann ich mir nicht mal einen Plan machen, weil ich überhaupt seine Stärke nicht einzuschätzen vermag. Wir werden ihn wie ein Lich bekämpfen zu Beginn. Zur Erinnerung, das sind Untote Zauberer.“ erklärt Kunz.

„Ich kann ein paar magische Schilde zaubern, aber erwartet nicht allzu viel von ihnen. Am besten ihr lasst euch nicht von seinen Zaubern treffen.“ rät Onesta.

„Dann lasst uns nicht mehr warten, denn wir haben uns genug ausgeruht. Machen wir den Lichkönig fertig und werden Geschichte schreiben!“ frohlockt Erilag.

Alle nickten und machten sich auf den Weg zum Thronsaal. Manch einer würde sich fragen, wie diese Abenteurer so sicher ihr Ziel finden konnten, so ist die Lösung doch einfach. Je näher sie kamen, desto deutlicher spürten sie seine Aura…. Blutdurst und Tod.

„Wir sind zumindest auf dem richtigen Weg. Wäre mir peinlich, wenn wir uns verlaufen hätten.“ versuchte Erilag zu scherzen, aber so richtig gelang ihm das nicht.

„Ich habe noch nie so eine Aura gespürt, selbst der Megawurm war bedrohlich, aber dies…“ murmelt Sherry leicht verängstigt.

„Je älter ein Monster wird, desto stärker wird es. Unter anderem sind sie in der Lage eine Art Aura zu erschaffen, die ihren Feinden signalisieren soll, wer der Boss ist.“ versucht Mariel ihre Freundin zu beruhigen.

„Ich… habe es schon mal erlebt bei einigen Vampiren. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich um diese Monster einen Bogen gemacht habe. Ich hasse sie vielleicht, aber nur ein Dummkopf würde gegen was Unbesiegbares kämpfen wollen.“ erklärt Castien.

Die anderen waren erstaunt, dass der arrogante und hochmütige Elf ein Geständnis abgelegt hat. Aber scheinbar wollte er sich indirekt ausdrücken, dass ihm auch nicht ganz Wohl bei der Sache ist.

„Schade das Sina nicht dabei ist, sie würde gerade zu bei dieser Gefahr aufblühen und darüber lachen, dass es tatsächlich Idioten gibt, die ihr das Versteckt zeigen.“ murmelt Sherry und Mariel gibt ein leises „Pff“ ab und verdeckt ihren Mund.

„Du kennst deine Freundin ziemlich gut oder?“ fragt Onesta da und Sherry macht einen nachdenklichen Eindruck.

„Hmm, wenn ich ehrlich bin, habe ich sie erst vor kurzem kennengelernt, aber die Zeit reicht aus, dass ich ihr mein Leben anvertrauen kann.“ lächelt Sherry. „Dank ihr erlebe ich nun Abenteuer, die für mich ein Traum waren, auch wenn ich nicht unbedingt die Person bin, die Gefahren schätzt…“

Die Gruppe versuchte sich gegenseitig zu motivieren bis sie eine große Tür sahen. Alle schauten sich an und nickten, dann ging Erilag vor und öffnete die gewaltige Tür. Als sie offen war, sahen alle einen großen Thronsaal. Dort war ein Podest mit einem steinigen Königsthron.

Auf diesem Thron saß eine verhüllte Gestalt und von ihr ging die Aura aus, die jeder spürte und sie war stark. Unterhalb des Throns sahen sie einen bekannten Zombie, der aus der Eingangshalle.

„Wir beglückwünschen… euch zu eurem… Sieg, gegen die… Diener. Ihr seit… die ersten lebendigen… Personen, die diesen… Thronsaal aufsuchen.“ stöhnte der Priester Örnd.

Die Gruppe zog ihre Waffen und betraten alle den Thronsaal. Halten aber überall Ausschau nach Feinden oder Fallen.

„Ich bin mir nicht sicher wen ich dringender töten will, den Zombie der uns ausgetrickst hat oder den Lichkönig.“ ätze Castien.

Die vermummte Gestalt fing an mit einem schauderhaften Ton zu lachen und selbst der Zombie wirkt irgendwie… amüsiert.

„Ihr niedrigen Wesen, ihr wisst nicht, mit was für einer Gottheit ihr euch angelegt habt! Ich bin älter als dieses Königreich. Ich habe das ewige Leben entdeckt und bin der mächtigste Magier auf der Welt!“ blickte der Lichkönig sie von oben an.

„Du lieber Himmel, nicht nur dein Körper ist verrottet, sondern auch dein Verstand! Es ist wirklich Zeit, dass deine Seele den Frieden findet!“ spottet Erilag.

„Schließt euch mir an! Schwört mir eure Loyalität und ich werde euch ebenso ewiges Leben gewähren.“ ignoriert der Lichkönig den Zwerg und macht der Gruppe ein Angebot.

„Ich verzichte, das Untotendasein ist nichts für mich, lieber möchte ich mich lebendig fühlen und die Freude auf der Welt erleben.“ lehnte Mariel ab und die anderen nickten.

„Dann werdet ihr sterben… und als Untote mir trotzdem dienen.“ kichert der Lichkönig und schnipste mit seinen Fingern.

Auf einmal erschienen vier große Ritterrüstungen, die sehr robust aussahen mit unterschiedlichen Mustern.

„Meine Ritter… Tötet sie!“ befielt der Lichkönig und die Ritter zogen ihre Schwerter und Schilde, selbst diese haben Muster.

„Ich glaube das sind die Elitewachen, passt auf dass ihr von ihren Waffen nicht getroffen werdet. Sie sind komplett magisch ausgerüstet und ich spüre negative Energie aus ihnen herausströmen!“ warnt Onesta die anderen.

„Mariel und Onesta, ihr haltet euch zurück und bereitet euch für Gegenmaßnahmen vor, Erilag, Sherry, Castien und ich nehmen uns jeweils einen!“ kommandiert Kunz den anderen die Befehle, nur Sherry sieht etwas blau aus im Gesicht.

„Die sehen ziemlich stark aus…“ murmelt Sherry ängstlich und die Ritter kamen dann schließlich bei den Abenteurern an. Mariel behält derzeit den Lichkönig und den Zombie im Auge, aber scheinbar machen sie keine Anstalten, sich bei dem Kampf zu beteiligen.

Kunz, Castien und Erilag kreuzen ihre Waffen mit den den Rittern, Sherry… zieht mit ihrem Ritter immer weiter von der Gruppe weg, während sie leise „Geh weg, Geh weg, Geh weg.“ flüstert.

Castien sieht das und fragt sich ernsthaft, wo Sherry abgeblieben ist, die mit den Zwillingen gekämpft hat und wirft einen Blick Mariel zu, die vielleicht helfen könnte. Mariel seufzt und nickte.

Erilag kämpft in der Zeit ziemlich verbissen gegen seinen Ritter, scheinbar sind das keine gewöhnlichen Untote.

„Wenn ich euch vorstellen darf, dass sind nicht irgendwelche Ritter… Sondern Helden aus längst vergessenen Zeiten, die die damaligen Dämonenkönige getötet haben. Ich würde mich wirklich wundern, wenn ihr sie so einfach besiegen könntet. Ihre Fähigkeiten sind sogar nach dem Ableben noch erhalten geblieben.“ stellt der Lichkönig seine Ritter vor.

„Und wenn es deine Mutter wäre, bleiben sie trotzdem Untote!“ spottet Castien. Im Gegensatz zu den Zwillingen, hat er mit dem Ritter keine Probleme.

Selbst Kunz hat keine sehr großen Schwierigkeiten. Sie sind stark, keine Frage, aber im Gegensatz zu dem Henker sind sie zu schaffen.

Sherry hat sich in die Ecke drängen lassen und muss nun zum Kampf übergehen. Sie kreuzt mehrmals die Schwerter, aber sie spürte sofort, dass ihr Gegner viel zu stark für sie ist. Anschließend weicht sie zur Seite aus und feuert auf die Schnelle einen einfachen Feuerball. Dieser wird aber vom Schild geblockt und richtete keinen Schaden an.

Castien hat den Durchbruch bei seinen Kampf geschafft, indem er seinen Ritter ausgetrickst hat und ihm von hinten den Helm samt Kopf abschlägt, sodass er Kunz helfen geht. Erilag hat sich in seinem Gefecht als der stärkere der beiden Kämpfer herausgestellt und seine Axt landet in dem Kopf des Ritters, sodass dieser zur Seite fällt.

Mit einem Wasserball versuchte Sherry den Ritter zum Stürzen zu bringen, so ähnlich wie bei den Zwillingen, aber außer dass der Boden nass wurde und der Ritter ein ? über seinem Kopf hat, ist sie zu keinem weiterem Ergebnis gekommen. Bis Erilag den Ritter von hinten angriff und ihn so besiegte.

„Kopf hoch Sherry, du hast ihn zumindest gut abgelenkt.“ zwinkert Erilag und Sherry seufzte nur schwer. Kunz hat mit Castien seinen Ritter ebenso erledigt und richten dann ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Lichkönig, der ziemlich gelassen zugeschaut hat.

„Für Helden waren sie aber ziemlich mager, da haben eure anderen Diener aber mehr auf dem Kasten gehabt!“ spottet Erilag.

„Meister… es ist soweit… ihr habt mir… Leben geschenkt… so könnt ihr… es auch wieder nehmen.“ stöhnte Priester Örnd.

„Wie wahr, dann zeigt ihnen doch, was ein wahrer Untoter ist!“ und der Lichkönig zauberte eine unheilige Formel.

Onesta wollte sich einmischen, aber der Lichkönig hat scheinbar magischen Schutz aufgestellt, sodass er gezwungen ist, dem Zauber zu zuschauen.

Im ganzen Raum fingen auf einmal an Knochen zu fliegen. Selbst die besiegten Ritter flogen zu einem Strudel. Mittendrin im Strudel ist der Zombie, der seine Arme erhob und von einer Kugel umschlossen wurde. Dann flogen alle Knochen und Ritter in die Kugel rein und sie wurde schwarz, sodass man nicht mehr sehen konnte, was drinnen passierte.

„Ich habe ein mieses Gefühl.“ meint Sherry und auch Mariel musste ihr zustimmen. Doch sie war auch irgendwie fasziniert, was sie zu sehen bekamen.

Dann zerbrach die Kugel und ein riesiges Stachelskelett erschien, mit dem Kopf eines Drachen. Die Rüstung hat sich über seine Knochen geschmolzen und hatte überall lauter scharfe Stacheln. Das Monster ist größer als der Henker und von dem Zombie ist nichts mehr zu sehen.

„Mein Diener sollte nun die Stärke der anderen haben, so wird dieser euch ganz gewiss töten.“ höhnte der Lichkönig von seinem Thron herunter.

Das Stachelskelett gab ein lautes Brüllen von sich, sodass jeder seine Ohren zuhalten musste, dann kam das Monster zu den Abenteurern.

„Erilag, kannst du dein Schild noch benutzen?“ ruft Kunz, aber er sieht nur, wie der Zwerg seinen Kopf schüttelt.

„Wenn ich das von dem Ritter genommen hätte, aber das ist ja nun ein Teil dieses Monsters geworden!“ schimpfte Erilag.

Das Monster hat sich Erilag als erstes Ziel auserkoren und greift ihn an. Es war nicht so schnell, aber Erilag hatte das blöde Gefühl, dass seine Klauen schärfer sind, als sie aussehen und weicht diesen aus. Es stellt sich als richtige Entscheidung heraus, denn das Monster zerschnitt den Boden sowie die Säule ohne Probleme.

„Versucht erst gar nicht seinen Klauen zu parieren!“ warnt Erilag, aber die anderen haben das Problem gesehen. Castien war hinter dem Monstrum und versuchte eine seiner Stacheln zu zerstören, denn anders werden sie vermutlich nicht an seinen Kopf ran kommen, aber…

„Verdammt, ich kann die Stacheln nicht zerstören!“ fluchte Castien. „Kunz, wir müssen mit anderen Mitteln das Ding zerstören!“

Kunz hat den Kampf beobachtet und fürchtet, dass keiner von ihnen in der Lage sein wird, das Monster mit ihren Waffen zu besiegen, wenn es von Metall komplett überzogen ist.

„Onesta, kannst du irgendetwas machen?“ fragt Kunz seinen Magier, aber Sherry mischt sich ein. „Dieses Skelett hat die gleichen Muster wie die Ritter. Als ich meinen Ritter mit Magie bekämpfen wollte, hatte es keine Wirkung gezeigt. Es müsste vermutlich richtige mächtige Magie eingesetzt werden, bis es funktioniert.

„Das glaube ich nämlich auch. Wenn mich nicht alles täuscht, sich das eingravierte Schutzrunen, dessen Effekte ich aber nicht analysieren kann. Es tut mir leid, aber dafür habe ich nicht die nötige Mana um dies zu bewerkstelligen!“ entschuldigt sich Onesta.

„Also ein Monster das sowohl stark gegen Magie als auch Waffen ist. Dann waren die Ritter nichts weiter als eine Aufwärmrunde? Und wenn wir das Monster irgendwie geknackt bekommen, wartet dann noch das stärkste Monster in der ganzen Burg, der Lichkönig persönlich auf uns?“ fluchte Kunz.

Der Lichkönig fiel wieder in sein schauderhaftes Gelächter ein. „Ahh, scheinbar ist mein Diener wohl zu stark für euch? Eine Aussage muss ich leider korrigieren.“ höhnte der Lichkönig.

„Ich bin nicht der stärkste. Der stärkste ist mein letzter Diener, der langsam hierher kommt. Scheinbar hat er die Frau, die meine Armee vernichtet hat, besiegt. Ich spüre wie er immer näher kommt.“ dann lachte der Lichkönig wieder.

Wenn die Moral gegen das Stachelskelett nicht gerade hoch war, hat der Lichkönig ihr den Rest gegeben und sie liegt nun im Tiefpunkt. Sherry fällt auf ihre Knie und fängt an zu tränen, dabei schüttelt sie den Kopf.

„Niemals… Ich kann einfach nicht glauben, das Sina besiegt wurde! Bei der Göttin, ich werde deiner Lüge keinen Glauben schenken!“ trotz Sherry dem Lichkönig.

Auf einmal hörte jeder im Thronsaal, wie was krachte, wieder krachte und das Krachen immer näher zum Thronsaal kam. Selbst das Stachelskelett hörte mit dem Angriff auf und wundert sich, was kommt.

Wie aus dem Nichts platzten aus einer Wand Steine heraus und…

Zeit wird gedrosselt:

Aus der Staubwolke kam ein Mann in einem blauen Mantel rückwärts heraus gedrückt, der mit beiden Händen ein Katana aufhält, dass vor seiner Brust war. Seine Hände bluteten und ebenso war sein Gesicht voller Blut. Seine Kleidung hatte überall Schnitte und man sah an seinem Körper blutige Schnittwunden.

Das Katana wurde von Sina gehalten, die ihre Zähne fletschte. Ihr Bauch und Rücken sind ziemlich offen gehalten und man sah überall Wunden. Ihre Hose ist ebenfalls in Leidenschaft gezogen worden. Beängstigend ist ihr Gesicht. Ihre Augenpupillen sind fast zu Schlitzen geformt wie die einer Katze. Aus der Nase, dem Mund und den Augen selbst kam auch Blut heraus.

Sie versuchte mit ihrer Kraft das Katana in die Brust des Mannes zu schieben, was er aber scheinbar verhindern kann. Ohne zu wissen, wo beide gelandet sind, drückte Sina weiter gegen den Mann, worauf hin Sina den Mann unbewusst gegen das Stachelskelett drückte.

Man hörte das laute Brechen der Knochen von dem Monster und der Mann riss seine Augen vor Schreck auf. Sina aber lief unbehindert weiter und drücke das Stachelskelett mit gegen die nächste Wand, die darauf hin durchgebrochen wurde. Man hörte das Krachen der nächsten Wände, ebenso wie ein Raum ganz einstürzte, sodass Sina wieder von der Abenteuergruppe getrennt war.

Somit waren der Lichkönig und die Abenteurer die Einzigen im Thronsaal, die gerade das Gesehene verarbeiten mussten.

„„„„EHHHH???““““ dachten alle im Thronsaal Anwesenden.

Kapitel 43

Ich bin wiedergeboren und der große Kampf beginnt? Teil II

„Auu… was ist passiert?“ murmelt Sherry und rieb sich den Kopf. Das letzte woran Sherry sich erinnern konnte war, dass sie auf einmal von Sina nach vorne geschubst wurde und in der Nähe von Castien landete. Dann leuchtete der Boden auf einmal und es wurde ihr schwarz vor Augen.

Sherry schaute sich um und sah, dass sie in einem großen beleuchteten Raum war, wo viele Seile von der Decke herunterhingen. Es waren einige Möbel vorhanden, aber sie waren so zu gestaubt, dass sie wohl keinen Verwendungszweck hatten.

Dann sah Sherry Castien stehen. Ein innerer Schrei kam in Sherrys Kopf, dass sie ausgerechnet mit ihm zusammen ist. „Was hast du mir nur angetan Sina…“ murmelt Sherry.

„Ach, ist der Mischling auch wieder bei Sinnen?“ meldet sich Castien arrogant, dreht sich aber nicht nach Sherry um.

„Meinst du, es gefällt mir mit dir in einem Raum zu sein? Ich glaube nicht, dass es Sinas Absicht war, uns die Hölle heiß zu machen. Vermutlich wollte sie mich aus dem Kreis raus haben und hat nicht hingeschaut.“ rechtfertigt Sherry ihre Situation.

„Mir egal was deine Freundin geplant hat, ich sitze hier in diesem Schlamassel! Erst lasse ich mich von einem Zombie provozieren. Dann werde ich weg teleportiert und wäre das noch nicht alles, ist hier ein Mischling bei mir!“ schimpft Castien.

„Schau mich beim Reden gefälligst an oder erlaubt dir dein Stolz das nicht?!“

„Was versteht ein Mischling schon von Stolz! Ich war von Anfang an dagegen, eine unreine Brut dabei zu haben, aber die anderen wollten nichts davon wissen. Was mich dabei erzürnt ist, dass selbst Mariel kein Problem damit hat!“

„Vermutlich sieht sie die Welt etwas offener, aber das wirst du in diesem Leben nicht verstehen, solange dein Stolz dich so blendet!“

„Schweig! Mach dich lieber nützlich und such einen Weg, damit wir wieder die Anderen treffen können!“

„Und was machst du?“

„Das braucht dich nicht zu interessieren Mischling!

„Ich habe einen Namen! Ich bin so geboren und mir den Vorwurf zu machen ist das dämlichste, was man machen kann! Falls du es nicht mitbekommen hast, mein Name lautet Sherry!“

„*seufz* Du ahnst nicht, wie egal mir dein Name oder dein Leben ist.“

„Da wäre ich aber sehr vorsichtig, Herr hochtrabender Elf. Du hast Sina kennengelernt und ich weiß eins. Sollte mir was passieren, wird sie dich jagen und wehe sie erwischt dich. Du solltest in deinem eigenen Interesse dafür sorgen, dass ich solange lebe, bis ich wieder mit Sina zusammen komme!“

„Drohst du mir etwa?!“

„Mir egal ob du es als Drohung oder Warnung aufnimmst, aber sollte dein Stolz dich zu sehr blenden, will ich dich nur drauf Aufmerksam machen, dass du diesen Mischling mit deinem Leben beschützen solltest, wenn nicht, sage ich nur Sina.“

„Welch eine“ „komische Zusammenarbeit.“ kamen auf einmal Stimmen aus dem Nichts. Sherry und Castien haben sich angestarrt und ihre Umgebung komplett ausgeblendet während des Streites.

In der Zeit haben sich zwei identische Frauen angeschlichen. Beide haben die gleiche Kleidung an. Ihre Bewegungen ist gleich. Das einzige, was anders bei den beiden Frauen ist, sind ihre Haarfarben.

Eine Frau hat ihr Haar auf einer Seite schwarz. Die andere Seite weiß. Während es bei der anderen Frau genau umgekehrt ist.

Aber das wichtigste ist viel mehr, was die Frauen sind. Hätte Sherry mit Sina sich nicht vor kurzem über Vampire unterhalten, hätte sie es am Anfang nicht bemerkt, um was es sich bei den Frauen handelt.

„Ihr niederträchtige Brut. Nicht nur Untote, sogar Vampire sind hier? Was werde ich hier noch alles antreffen?“ fluchte Castien

„Na na, keine“ „Manieren gelernt?“ spötteln die Zwillinge mit einem Grinsen. „Normal stellt man sich vor.“ „Genau, immerhin seid ihr doch in unser Zuhause eingedrungen!“

„Mein Name ist Mio.“ Mein Name ist Tio.“ „Zusammen sind wir“ „die Vampir-Zwillinge!“ „Aber nicht irgendwelche“ „erschaffene Vampire, sondern geborene!“ und beide kicherten.

„Erspart mir die widerlichen Details, lasst euch einfach von meinen Schwert töten, damit ich hier wegkomme!“ droht Castien.

„Castien! Wenn das stimmt, was sie gesagt haben, sind sie stärker als normale Vampire!“ warnt Sherry ihren Begleiter.

„Ich habe in meinen Leben genug Vampire getötet, um zu erkennen, dass sie kleine Fische sind! Lass mir dir eine Warnung geben Mischling. Misch dich nicht im Kampf ein!“ drohte Castien Sherry.

„Aber sie sind zu zweit!“ merkt Sherry das Problem an.

„Lass es meine Sorge sein!“ und Castien ignoriert Sherry. „Ihr hässlichen Weiber, ich bin euer Feind und werde euch töten!“

„Puh, soviel Hochmut.“ „Das erlebt man selten.“ und beide Vampire zogen ihre Waffen, jeder ein Rapier. Dann sprang Mio zu den hängenden Seilen hoch und hielt sich dort fest, während Tio langsam auf Castien zuschritt.

Auf einmal ist Tio verschwunden, zumindest für Sherrys Augen und erschien hinter Castien zum Angriff. Castien hatte es wohl geahnt und konnte den Angriff parieren und setzt zum Konter an, aber dann kam Mio von der Decke gesprungen zum Angriff.

Castien musste seinen Konter abbrechen und ausweichen, so ging der Angriff von Mio daneben, aber Tio setzte zum nächsten Angriff an. Wieder pariert Castien bis auch Mio zum Angriff kommt, sodass er gezwungen ist, nur noch zu parieren oder auszuweichen.

„Willst du nicht die Hilfe deiner Begleiterin annehmen? Ein Schwächling bleibt ein Schwächling, aber so können wir für Ablenkung sorgen.“ kichert Tio.

„Schwester, Schwester, ich habe gehört das Elfen eher sterben als das sie Hilfe von Mischlingen annehmen. Ich dachte immer, das wären nur Gerüchte, aber scheinbar stimmt es.“ kichert Mio.

„Dabei machen wir“ „noch gar nicht Ernst!“ und auf einmal wurden die Zwillinge schneller, was dazu führte, dass Castien auf einmal Schnittwunden bekam.

„Kleine Fische sind wir?“ „Dein Auge muss ziemlich schlecht sein.“ beide lachten.

Sherry hat den Kampf bisher nur aus der Ferne beobachtet. „Was kann ich machen, wenn ich nichts mache, werde ich sterben. Ich bin kein Gegner für sie, ich kann ihre Angriffe nicht mal sehen.“ überlegte Sherry fieberhaft.

„Was würde Sina tun… Na ja, vermutlich sie einfach nur töten und weitergehen, ihre Schnelligkeit kann ich ebenso nicht verfolgen…“

Nach kurzer Zeit ist Castien schwer am atmen. Er lebt nun über 750 Jahre und hat in seiner Karriere als Abenteurer schon gegen einige schwere Monster gekämpft. Aber hauptsächlich hat er sich auf Untote und Vampire spezialisiert, weil sie in seinen Augen unrein sind, aber auch weil er Vampire hasst.

Sie hasst, weil eine Vampir-Gruppe seine ehemaligen Gruppenmitglieder getötet und Castien gefoltert haben. Es grenzte an ein Wunder, dass er die Folter überlebt hat. Seitdem nimmt er jeden Auftrag an, der mit Vampiren oder Untoten zu tun hat.

„Schwer am atmen ist der Herr.“ „Vielleicht ist er doch nicht so stark, wie er glaubt.“ spötteln die beiden Frauen.

„Keine Sorge, euer unreines Leben werde ich schon bald beenden!“ fluchte Castien ihnen entgegen, musste aber leider zustimmen, dass die beiden Vampire tatsächlich stärker sind, als sie aussehen.

Ihre Angriffe sind viel zu synchron. Wenn er dies nur irgendwie unterbrechen könnte, dass er sich mit einem Vampir anlegen könnte. Aber eher lässt er sich umbringen, als das er die Hilfe von dem Mischling annimmt.

Auf einmal verschwand eine der Frauen vor seinen Augen, während die andere nochmal schneller wurde. Dann passierte es, von hinten ging die Waffe durch seine linke Schulter und Castien schrie auf.

Die Frau vor ihm nutze die Zeit und brach ihm das rechte Bein, sodass Castien zu Boden stürzte. Beide Frauen standen über ihm und grinsten ihn sadistisch an.

„Glaube, du bist der kleine Fisch.“ „Nun, was sollen wir mit dir machen?“ dabei sahen beide aus wie eine Katze, die eine Maus gefangen haben.

„Verdammt, ihr wollt mich nicht einfach so töten oder? Ihr seid doch alle gleich! Weidet euch an den Schmerzen der Lebenden! Nichts als Parasiten seid ihr!“ fluchte Castien unter Schmerzen.

„„Na und?““ antworten beide gleichzeitig und lachten dabei. „Dann fangen wir mal mit dir an.“ „Und danach nehmen wir die Frau!“

„Und die Frau wird euch fertig machen! Feuerball!“ ruft Sherry und schießt einen Feuerball auf die Vampire. Die Zwillinge springen von Castien weg und der Feuerball rauscht an ihm vorbei.

Sherry rannte vor Castien mit einem Schwert und schützt ihn. „Das wird nichts Castien, wir müssen zusammen arbeiten!“

„Was habe ich getan Göttin, dass mich ein Mischling beschützen muss…“ murmelte Castien bis er von Sherry eine Ohrfeige bekommt.

„Es reicht mir langsam. Man hat mir schon vieles angetan im Leben und ich habe es geschluckt, geschluckt und nochmals geschluckt, bis Sina mich von meinen eigenen Elend gerettet hat! Es ist vorbei, dass ich mir irgendwas anhören muss!“ schimpfte Sherry mit Castien, der sprachlos geworden ist.

Selbst die Zwillinge schauten erstaunt, was die Frau auf einmal machte. Sie schauten sich gegenseitig an und warten grinsend ab, was als nächstes kommt.

„Du bist NICHT in der Lage mit denen ALLEINE fertig zu werden! WIR zusammen aber hätten eine Chance! DU bist der Experte über die Vampire und kennst ihre Schwächen! Lass mir dir helfen! Was bringt es, wenn dein Stolz dich umbringt? Hast du niemanden, der auf dich wartet? Familie, Frau oder Kinder? Meinst du, sie würden jubeln, dass du vor lauter Stolz gestorben bist?!“ predigt Sherry auf Castien ein, der langsam ein roten Kopf bekam.

Man sah Castien an, dass er sich lieber einen Dolch in den Hals rammen würde, als dass er sich helfen lassen will. Aber die Ansprache von Sherry hat doch einen Nerv bei ihm getroffen. Tatsächlich hatte Castien in einem Elfendorf eine Familie. Immer wenn er im Dorf ankam, erzählte er die Geschichten, wie seine Aufträge waren seinen Kindern, die immer glänzende Augen bekamen.

„Lenkt sie ab, ich muss mir mein Bein schienen, sonst kann ich nicht stehen.“ antwortet Castien zähneknirschend und Sherry nickt.

„Danke das ihr gewartet habt, Tio und Mio. Ich glaube, ich habe mich noch nicht vorgestellt, aber mein Name ist Sherry. Ab jetzt bin ich euer Feind!“ und hält das Schwert vor die Schwestern.

Beide wirkten auf einmal etwas überfordert, dass ein Schwächling sich vorstellt und sich als neuen Gegner deklariert.

„Einen Ratschlag gebe ich euch, unterschätzt mich nicht, denn ich werde euch auch nicht unterschätzen! Ich habe gefährliche Talente!“ grinst Sherry die beiden an.

Beide lachten auf einmal. Mio muss sich den Bauch halten, während Tio die Tränen aus den Augen kamen. Als der Lachanfall verebbte, versuchten die Zwillinge sich wieder auf den Kampf vorzubereiten.

„Glaube, das war der beste Witz, den man uns erzählt hat.“ „Aber du bist wirklich kein Gegner für uns.“ „Denn wir beide können die Werte unsere Gegner sehen.“ „Und können dementsprechend unsere Pläne schmieden.“ antworten die Zwillinge abwechselnd.

„Nicht schlimm, aber ihr habt bestimmt noch nie gegen jemanden wie gegen mich gekämpft! Ich kann die Umgebung beeinflussen!“ pochte Sherry auf ihr spezielles Talent. „Lass mich nicht in Stich mein Pech!“ dachte Sherry noch.

Beide Vampire sprangen an den Seilen hoch um ihren Angriff vorzubereiten. Sherry zeigte mit ihrem Schwert provisatorisch auf die Zwillinge und grinst sie an, obwohl sie im Rücken ziemlich stark schwitzte.

Dann krachte auf einmal die ganze Decke. Überall fiel Putz und Staub runter, Sherry konnte ihr Gleichgewicht nicht halten und fiel auf ihre Knie, während Castien noch lag und versuchte eine Schiene an seinem Bein anzulegen. Nun aber seinen Kopf vor Gesteinsbrösel schützt.

Die Zwillinge konnten sich nicht mehr an den Seilen halten und fielen bei der ganzen Erschütterung von der Decke herunter und landeten mit dem Gesicht auf dem Boden, was man bei dem ganzen Krach nicht überhören konnte.

Auf einmal krachte auf der anderen Seite des Raums die Decke herunter und der Raum war nun um ein Viertel kleiner geworden. Viele Seile haben sich von der Decke gelöst. Es sind keine größeren Steine auf Sherry oder Castien gefallen. Dann hörte der Krach auf.

„*hust* Alles in Ordnung Castien?“ erkundigt Sherry bei dem Elf. Castien selbst ist auch am husten und wischt sich den Staub von dem Gesicht.

„Was bei der Göttin ist passiert?“ fragte Castien nach der Ursache und versuche bei dem ganzen Staub irgendwas zu erkennen.

Sherry stand wieder auf und wischte sich ebenso den Staub vom Gesicht und sah, dass sich die Zwillinge ebenso aufgerichtet haben, mit blutigen Schrammen im Gesicht. Sherry zeigte mit ihrem Schwert auf die Schwestern und setzte ein Grinsen auf.

„Na, habe ich zu viel Versprochen? Das kommt davon, wenn ihr mich unterschätzt!“ bluffte Sherry, obwohl sie selber nicht weiß, ob es tatsächlich ihr Talent war.

„Sie ist gefährlich Mio!“ „Aber ihre Werte sind doch viel niedriger als die von dem Elf, Tio?“ „Vielleicht sind sie gefälscht und hat nur so getan, als wäre sie schwach?“ „Ausschließen sollten wir das nicht.“ und beide nahmen eine Kampfstellung ein.

„Hach, ich rieche eure Angst! Ich gebe euch eine Chance! Flieht solange ihr könnt und ich werde euch nicht verfolgen! Na, wie klingt das?“ blufft Sherry weiter, um einen Kampf zu vermeiden, selbst Castien traut seinen Ohren nicht, was Sherry gerade gesagt hat.

„Sie will uns gehen lassen?“ „Das riecht nach eine Falle!“ „Sie ist stärker als der Elf!“ „Wir werden dich nicht unterschätzen!“ riefen die Zwillinge abwechselnd.

Manch einer würden sich fragen, ob die starken Zwillings-Vampire nicht ein bisschen… dämlich sind, zumindest einige andere Vampire würden den Kopf traurig schütteln.

„Am besten wir benutzen unsere Spezialattacke Tio!“ „Ja, wer weiß, was die starke Frau noch macht Mio!“ und beide verschwanden vor ihre Augen.

„Misch… Sherry, setze keine Feuermagie ein, der ganze Raum ist voller Staub!“ warnte Castien sie vor der Gefahr.

„Wieso?“ wundert sich Sherry, die das Problem nicht kannte.

„Weil der Staub entzündlich ist. Wenn der einmal Feuer fängt, löst sich eine Kettenreaktion aus und der ganze Raum explodiert dann!“ schimpfte Castien über ihr Unwissen.

„Ok, dann benutze ich nun meine Wassermagie!“ dabei zaubert Sherry einen einfachen Wasserball. Wer sich nun wundert, warum es bei ihr die Zauber schneller gehen als bei Onesta. Es liegt am Elfenblut, das durch ihre Adern fließt. Elfen sind von Natur aus magische Wesen und können daher komplexe Magie schneller zaubern.

Aber bisher sieht Sherry die Zwillinge nicht, egal wo sie hinschaut, auch zur Decke keine Spur zu sehen, während sie ein großen Wasserball mit einer Hand hält.

„Siehst du sie Castien?“ fragt Sherry, aber Castien schüttelt den Kopf. „Was meinen sie mit dem Spezialangriff?“ wundert sich Sherry.

Dann erschienen die Zwillinge an jeder Raumhälfte und liefen auf Sherry zu…

Aufgrund dessen das alles etwas zu schnell geht, wird es in Zeitlupe erklärt.

Mit einer rasenden Geschwindigkeit liefen Mio und Tio auf Sherry zu, um sie von beiden Seiten aufzuspießen.

Sherry, hat sie nur einmal kurz gesehen und wollte ihren Wasserball werfen, aber… ihr Pech meldete sich in diesem Zeitpunkt und es passierte das nächste Unglück.

Indem Sherry ihren Wasserball werfen wollte, schaffte sie es irgendwie am Boden auszurutschen und hinzufallen. Währenddessen fiel ihr Wasserball ebenso und machte den ganzen Boden um Sherry nass.

Die Zwillinge sahen, wie die Frau zu Boden ging, konnten aber nicht mehr ihren Angriff abbrechen, weil der Boden sie zum rutschen brachte und sie knallten mit einem so lautem Knall zusammen, dass man sogar Knochen brechen hörte.

Wenn Sina dies gesehen hätte, sie würde vor Lachen zusammenbrechen, dass es mal wieder typisch für Sherry sei.

Castien traut seinen Augen ebenso nicht. Die Zwillinge, die ihn in die Mangel genommen haben, dass er kampfuntauglich wurde, haben Probleme mit Sherry?

Auf jeden Fall nutze Sherry die Chance und stach vom Boden aus mit ihrem Schwert in den Bauch von Mio. Beide waren von dem Zusammenprall noch sehr verwirrt. Aber den Stich in der Magengegend bekam Mio schon mit und schrie vor Schmerzen.

Mio zog Tio mit sich, weil sie immer noch die Augen vom Aufprall verdreht, während Mio die Hand am Bauch hält, um die Blutung zu stoppen.

„Argh… Wie lange ist es her, dass ein Mensch uns so an der Nase geführt hat und sogar einen Treffer landen konnte?!“ fluchte Mio, dabei schüttelt sie Tio, dass sie wieder zur Besinnung kommt.

Dann sah Mio, wie Sherry und Castien aufstanden und ihre Waffen kampfbereit halten.

„Verdammt, ich bin verwundet und meine Schwester sieht immer noch Sterne… OK! Wir geben auf!Du bist zu stark für uns, Sherry!“ ruft Mio ihre Entscheidung.

„Eh?“ schaut Sherry verdutzt und Castien ist ebenso sprachlos.

„Wie eh? Du hast uns doch das Angebot gemacht, dass wir fliehen dürfen! Keine Sorge, wir werden nicht mehr in der Burg sein und dem Lichkönig helfen. Wir haben verloren und der Vertrag bindet uns nicht mehr!“ und Mio flüchtet mit Tio, die immer noch Sterne sah.

„Wir haben gewonnen?“ versuchte Sherry die Stille zu brechen, während Castien die Hand vors Gesicht schlägt.

„Ich weiß echt nicht, was ich dazu sagen soll. Wir können echt froh sein, dass die beiden so dämlich waren…“ murmelt Castien durch die Hand.

„Und was machen wir nun?“ fragt Sherry.

„Wir suchen jetzt die anderen. Wenn wir noch auf weitere solche Gegner treffen werden, haben wir verloren. Noch so einen dämlichen Gegner wie die Zwillinge werden wir hier nicht treffen…“ meint Castien, der sich auf dem Weg zur Tür macht, wo die Vampire durch gegangen sind.

Aber nach den ersten Schritten wäre er fast durch sein gebrochenes Bein gestürzt, wenn Sherry ihn nicht von der Seite aufgefangen hätte.

„Lass mich dich stützen, dann finden wir die anderen.“ meint Sherry. Castien wollte schon was böses sagen, aber irgendwie hat Sherry sich und ihn vor den Vampiren gerettet, also lässt er sich stützen.

„Dann lass uns nicht trödeln.“ antwortet Castien kurz gebunden. Auf dem Weg zu Tür schauten sie nochmal den Schaden an, der in diesem Raum entstanden ist.

„Hast du deine Finger im Spiel für dieses Chaos?“ fragte Castien und Sherry schüttelt nur den Kopf.

„Ich… glaube nicht, dass es mein Talent war. Aber irgendetwas ist über uns eingestürzt. Hoffentlich geht es den anderen gut.“ antwortet Sherry.

„Diese Vampire… waren tatsächlich die Stärksten, die ich je getroffen habe. Wenn ich ihre Stärke beurteilen müsste, liegen sie zwischen SS und SSS. Ich bin nicht der Typ, der sich Sorgen macht, aber wenn diese Diener alle so stark sind, wie ist dann der Lichkönig?“ erklärt Castien die Problematik.

„Lass uns erst mal die anderen finden. Dann soll Kunz weiter entscheiden.“ meint Sherry nur.

Kapitel 42

Ich bin wiedergeboren und der große Kampf beginnt?

Die „Höllenschwerter“ wurden in eine riesige Halle transportiert. Von der Decke hingen verweste Leichen, Skelette oder andere unaussprechliche Dinge und der Gestank.

„Verdammt, stinkt das hier! Mir wird schon ganz schwindelig, zieht euch die Gasmasken an!“ befiehlt Kunz und jeder ging seiner Forderung nach.

Nachdem nun jeder eine Gasmaske aufgesetzt hat, fragt Mariel: „Sind ansonsten alle in Ordnung? Wo sind wir und wo ist der Rest?“

„Mal schauen, Onesta, Mariel, Kunz und meine Wenigkeit sind anwesend. Ich habe mich zu sehr auf diesen sprechenden Zombie konzentriert, bis unter unseren Füßen ein Kreis aufleuchtete.“ meint Erilag.

„Ich habe noch gesehen, wie Sina vor dem ganzen Schlamassel Sherry geschubst hat, bevor die Kreise erschienen sind. Scheinbar hatte sie irgendwie eine Falle geahnt und wollte ihre Freundin retten, nur zu dumm, dass sie ausgerechnet in die Nähe von Castien gefallen ist. Scheinbar war sie in seinem Kreis gewesen.“ erklärt Onesta.

„Also sind wir, Castien mit Sherry und Sina jeweils in einem magischen Kreis weg teleportiert? Hoffentlich reißt sich Castien zusammen, wenn er mit Sherry unterwegs ist, ansonsten sehe ich schwarz, wenn Sina nach ihr sucht, aber nur Castien… lebend vorfindet.“ orakelt Kunz.

„Aber das war eine Falle wie aus dem Lehrbuch… Der Zombie lenkt uns ab und provoziert uns, sodass wir getrennt standen und aktivierte seinen Zauber. Wie war seine Aussage, wir müssten uns mit den Dienern des Lichkönig herumschlagen? Glaube, dass war der Zweck dieser Falle.“ klärt Erilag die Situation auf.

„Am meisten Sorgen machen ich mir um Castien und Sherry. Das ist wie mit Feuer und Öl. Ich kann nur an die Göttin beten, dass Castien heute sein Stolz herunterschluckt. Um Sina mache ich mir komischerweise am wenigsten Gedanken. Irgendwie erwarte ich, dass wir bald von ihr hören werden.“ denkt Mariel laut nach.

„Lasst uns erst mal um uns Sorgen machen. Überall diese Leichen und der Gestank, es erinnert mich an eine Lagerhalle für Leichen. Wir sollten uns schleunigst mit den anderen wieder treffen, bevor dieser „Diener“ uns hier findet.“ sagt Onesta nervös, bis auf einmal jeder das laute Stampfen hörte.

„Es ist hier viel zu dunkel. Mach uns den Raum heller Onesta!“ befiehlt Kunz und Onesta fing an, seinen Zauber zu murmeln. Danach erschienen mehrere kleine Leuchtkugeln vor Onesta, die sich im Raum verteilten und dann immer heller wurden.

Manchmal ist es ein Segen, wenn man gewisse Dinge nicht sieht, aber die Helligkeit zeigte die Schrecken. Jeder der Abenteurer hat gewiss Dinge im Leben erlebt, die man nie wieder vergisst. Aber das Monster, welches das laute stampfen verursachte, hätte den einen oder anderen gestandenen Abenteurer dazu gebracht sich zu übergeben, wenn sie nicht ihre Masken auf hätten.

Das Monster bestand aus lauter zusammen genähten Leichen. Es hatte drei gewaltige Arme. Seine Gedärme hingen heraus. Eines seiner Beine war viel zu kurz und trotzdem schaffte das Ding zu gehen. Es trug eine riesige Henkersaxt und sein Kopf wurde gnädigerweise mit einer Kapuze verdeckt, aber es hatte irgendwie zu viele Augen.

„Himmel, welches kranke Hirn hat dieses Ding… erschaffen?“ würgte Mariel, konzentriert, sich nicht zu übergeben.

„Ich glaube, wir müssen uns mit ihm befassen. Der ist viel zu speziell, das ist wohl einer der Diener. Bei der Göttin, ich kann seinen Gestank selbst durch die Maske riechen. Hoffentlich ist das kein unbekanntes Gift, was es ausströmt.“ presste Onesta.

„Konzentration! Wir nehmen Kampfstellung ein, Erilag du lenkst seine Aufmerksamkeit auf dich, während Onesta sich für ein paar Zauber bereit halten soll. Mariel, behalte Erilag im Auge, ich habe das Gefühl, dass dieser Fettklops gut austeilen kann. Ich werde versuchen, es von hinten anzugreifen. Denkt dran, es ist ein Untoter und mit hoher Wahrscheinlichkeit ist sein Kopf die Schwachstelle!“ motiviert Kunz seine Gruppe auf.

„Chuur… ist sein Name… Er ist… unser Henker…“ murmelt eine Stimme hinter dem Riesenzombie. Die Gruppe versuchte die Stimme zu orten, aber fanden niemanden.

„Es bringt… nichts, mich zu… suchen… Ich bin… ein Opfer… wie alle anderen… hier. Eins war… ich lebendig… aber dann… wurde ich… wiederbelebt und diesem… Monstrum überreicht… Unterschätzt es nicht,… es ist… schlauer als es… aussieht!“ warnte die Stimme.

Chuur kannte wohl die Stimme und ging zu einem hängenden Leichnam an der Decke. Er grunzte durch die Kapuze, dann schlug er mit seiner Axt auf seinen Kopf. Die Axt ging sauber durch den Kopf und als seine Arbeit erledigt war, lenkte der Henker seine Aufmerksamkeit wieder der Gruppe zu.

„Nicht nur stark, auch schnell ist das Ding. Seinen Namen zu kennen, macht die Situation auch nicht besser. Seid ihr bereit?“ fragt Erilag, der sich auf den Kampf eingestellt hat. Als alle nickten, rannte Erilag mit erhobenen Schild los und schrie das Monster an.

Das Monster gab so was ähnliches wie ein Lachen von sich und provozierte Erilag mit Gesten „Komm doch.“, aber Erilag ist ein Veteran, der sich nicht aus der Ruhe bringen lässt. In der Zeit rannte Kunz an die Seite, weit genug, weil das Monster ihn nicht sehen sollte, um hinter ihn zu gelangen.

Onesta stand mit Mariel in einem gewissen Abstand und zaubert einen etwas längeren Zauber, der das Monster vernichten sollte, während Mariel erst abwartet, wie der Kampf verläuft.

Als Erilag nah genug an den Henker ran kam und einen Angriff provozierte, griff Chuur mit seiner Riesenaxt von der Seite an. Erilag hat es kommen sehen und hob sein Schild hoch, aber die Kraft, die in der Axt war, konnte er nicht blocken und flog mit hoher Geschwindigkeit gegen die Mauer.

„Erilag!“ schreit Mariel und fokussiert einen Heilzauber, denn der Arm muss gebrochen sein, so verbeult wie das Schild aussah. In der Zeit war Onesta mit seinem Zauber fertig und feuert einen großen Feuerball auf das Monster.

Chuur sah den Feuerball auf sich zufliegen und schlug es mit der flachen Seite seiner Waffe einfach von sich weg, sodass der Zauber gegen die Wand flog. Dort explodierte es und zerstörte ein großen Teil der Wand, die hängenden Körper an der Decke flogen hin und her.

Onesta kam aus dem Staunen nicht heraus, dass ein Untoter in der Lage ist, einfach einen Zauber zur Seite zu schlagen, während Chuur wieder eine Art Lachen von sich gab.

Kunz nutze die Chance und schlug von hinten zu. Als hätte das Monster dies erwartet, kam die Faust von seinem dritten Arm geflogen und schlug Kunz von sich weg. Kunz konnte mit Mühe verhindern, dass dieser Schlag ihn bewusstlos machte und versuchte wieder aufzustehen.

„Verdammt, ich muss mir schnell einen anderen Plan einfallen lassen. Dieser Untote spielt in einer anderen Liga, als ich das sonst kenne.“ dachte Kunz, während er Blut spuckte.

Mariels Heilzauber haben die gröbsten Schäden bei Erilag geheilt, sodass er wieder aufstehen konnte, aber sein Schild…

„Verdammt, du elendes Monster! Das Schild ist ein Familienerbstück gewesen und du verbeulst das einfach!“ schimpft Erilag.

„Onesta! Hast du irgendwelche Licht- oder Eiszauber?“ ruft Kunz von der anderen Seite. Durch diese Ablenkung bekam Onesta nicht mit, dass das Monster einen Körper von der Decke gerissen hatte und auf den Magier zuwarf.

„Uff…“ gab Onesta noch einen Laut ab. Dieser Angriff hat bestimmt mehrere Rippen gebrochen und hätte ihn vermutlich aufschreien lassen, aber dank der Erfahrung mit dem „Brecher“ sind diese Schmerzen ihm nicht unbekannt. Aber es fällt ihm schwer sich zu konzentrieren, nicht das Bewusstsein zu verlieren.

Der Kampf verläuft sehr schlecht für die Höllenschwerter. Sie haben viele gemeinsame Abenteuer schon hinter sich und auch mit gefährlichen Monstern gekämpft, aber so ein einseitiger Kampf ist doch neu für sie.

„Mariel, konzentriert dich auf Onesta! Erilag und ich werden den Henker ablenken und frage ihn meine vorigen Frage! Ich muss es wissen für den nächsten Plan!“ schreit Kunz von der anderen Seite des Raumes.

Erilag hoffte wirklich, dass der nächste Plan das Ungeheuer irgendwie zu Fall bringt, ansonsten sieht es sehr düster aus. Aber er lässt es sich nicht anmerken und stürmte wieder auf den Riesen zu.

Mariel zog den Leichnam von Onesta runter und zauberte einen schnellen Heilzauber auf ihn. „Onesta, hast du die Frage mitbekommen?“ fragte sie danach.

„Ja… aber was genau braucht er?“ kam die Antwort von Onesta. Mariel gab einen bestimmten Pfeifton von sich, was nicht mehr als ein Ja bedeutete. Kunz verstand die Nachricht.

„Erilag, wie lange kannst du ihn alleine im Griff halten?“ rief Kunz, während er wieder das Monster umrundet.

„Solange es mich nicht trifft… lange!“ und wich einen Angriff aus, denn mit seinen Schild kann er keine Schläge blockieren, geschweige Standhalten.

Aber Chuur ist kein einfacher Zombie und schwenkte seine Aufmerksamkeit auf Kunz und griff ihn dann mit seiner Axt an. Dank der Erfahrung langjähriger Arbeit als Abenteurer konnte Kunz dem Angriff so eben noch ausweichen.

Das Monster zeigt seinen Rücken. Die Chance nutzte Erilag und schlug ihm seine Axt in den Rücken. Aber dieser Angriff zeigte keine wirkliche Wirkung auf das Monster, so zog sich Erilag wieder zurück.

„Verdammtes Monster! Du sollst dich auf mich Konzentrieren!“ schimpfte Erilag wieder und Chuur drehte sich tatsächlich wieder um, aber mit seiner Axt im Angriff. Dieser Angriff kam für Erilag trotz seiner Erfahrung etwas unerwartet.

Erilag sah auf einmal alles in Zeitlupe, wie Mariel nach ihm schreit… Onesta, der versuchte, einen einfachen Zauber auf das Monster zu zaubern und Kunz, dessen Augen auch vor Schreck weit aufgerissen sind.

„Verdammt, soll das tatsächlich hier mein Ende sein?“ dachte Erilag und sah schon, wie sein Oberkörper vom Unterkörper getrennt wird…

Auf einmal bebte die ganze Halle, jeder, auch Chuur konnten das Gleichgewicht nicht halten und sind gezwungen auf die Knie zu gehen. Über ihren Köpfe krachte und bebte es, es rieselte der Putz und viel Staub kam runter. Mehrere Zementblöcke lösten sich von der Decke und fielen runter.

Die Abenteurer schafften es rechtzeitig auszuweichen, immer haarscharf, aber Chuur wurde von einem der Blöcke getroffen und einer seiner Arme hing nutzlos herunter. Die Decke drückte sich immer weiter runter und jeder bekam Angst, dass der Raum einstürzt, aber…

„Ich glaube, es hat aufgehört?!“ murmelt Mariel, die wieder sich aufrichtete und zu Onesta rannte.

„Was es auch immer war, es hat mein Leben gerettet!“ ruft Erilag, der noch schnell ein Dankgebet an die Göttin richtete.

„Keine Feuermagie mehr, Onesta! Der Raum ist voller Staub!“ ruft Kunz den Befehl. Jeder wusste sofort, was passierte, wenn hier Feuer gezündet wird, fliegt hier alles in die Luft.

„Erilag, du lenkst weiter das Monster ab, aber keine Heldentaten mehr! Scheinbar ist einer seine Arme nutzlos geworden!“ dabei rannte Kunz zu Onesta, während Erilag nickte.

Auch das Monster hat sich mittlerweile erholt und stand wieder auf. Dabei merkte es, dass es einen seiner Arme nicht mehr benutzen kann. Es grunzte verärgert und zog an seinem kaputten Arm. Man sah wie die Nähte und das Fleisch riss bis er ab war und wirft seinen Arm dann weg.

„Widerlich… so was würden echt nur Untote machen.“ sprach Erilag, während er ein paar der Steine aufnahm und auf das Monster wirft, um es abzulenken. Einige Steine trafen seinen Kopf und nun hatte Erilag seine volle Aufmerksam wieder, während Chuur gereizt war.

Kunz ist bei Onesta angekommen und wird von Mariel geheilt. „Onesta, kannst du das Monster einfrieren?“

„Du meinst, zu einem riesigen Eisblock?“ fragt Onesta.

„So in etwa. Das Problem ist, es hat eine unendliche Ausdauer und Stärke, der wir nichts entgegen zu setzen haben. Seine Schnelligkeit ist auch geradezu beängstigend, so kommen wir nicht an seinen Kopf ran. Wir müssen ihn irgendwie verlangsamen, sprich seine Gliedmaßen zerstören. Wenn du seine Beine einfrierst, sodass Erilag oder ich diese zerstören können, müsste es erheblich geschwächt sein!“ erläutert Kunz den Plan.

„ … Es ist möglich. Gerade weil es keine Schmerzen fühlt, dürfte es für das Monster zu spät sein bis es was merkt, aber… es wird dauern und wird vermutlich ein Großteil meiner Mana verbrauchen!“ antwortet Onesta.

„Dann fang an. Wenn wir das Ding nicht aufhalten, werden wir nicht lebend hier wegkommen. Mariel, kannst du irgendetwas beitragen? Wir dürfen uns nicht mehr treffen lassen, dann kannst du auch angreifen.“ fragt Kunz.

„ … Ich hätte einen Zauber, aber… ich weiß nicht, ob er gegen Untote funktioniert. Wenn es funktioniert, ist das Monster abgelenkt.“ und teilt ihre Idee Kunz mit.

„Erilag! Wenn Mariel „jetzt“ schreit, schließ deine Augen!“ ruft Kunz dem Zwerg zu, der die ganzen Angriffe von dem Monster ausweicht. Von weitem konnte Kunz ein Nicken sehen. „Ok, er weiß Bescheid!“

Onesta bereitet seinen Zauber vor, benötigt aber seine Zeit. In der Zeit hat Mariel ihren Zauber schon fertig. Aus ihrer Hand kam eine kleine Kugel, die immer größer wurde, bis sie die Größe einer Wassermelone hatte. Mit größten Schwierigkeiten lenkte sie den Ball in die Höhe des Kopfes vom dem Monster.

Kunz wirft einen Wurfdolch, damit das Monster sich umdreht. Chuur hat von dem Ball nichts mitbekommen und merkte, dass etwas an seinen Hinterkopf traf. Es drehte sich um und wirkte erstaunt, dass ein schwebender Ball vor ihm war.

„JETZT!“ und die Kugel explodierte in einem Licht, dass die ganze Halle aufhellte. Sina würde es mit einer Blendgranate vergleichen, nur extremer.

Kunz hat sich vor Onesta hingestellt, damit das Licht nicht seinen Zauber störte und die anderen verdeckten ihre Augen. Aber das Monster hat eine volle Bandbreite abbekommen und brüllte seinen Zorn heraus, da es nicht mehr sehen kann. Es fing an mit seiner Axt um sich herum zu schlagen.

„Es hat funktioniert. Hoffentlich hält die Blindheit lang genug an. Solange halten wir Abstand!“ lobt Kunz Mariel.

Der Henker sah nur weiße Farbe. Es spürte keinen Schmerz oder Emotionen, aber die Ungewissheit, was seine Opfer planen, machte ihm zu schaffen. Er schlug wild um sich, traf einige der noch hängenden Leichen an der Decke, aber auch den Boden oder die Wände.

Onesta hat es geschafft, seinen Eiszauber zu aktivieren und an den Beinen des Monster bildeten sich kleine Eiskristalle, die sich immer weiter ausbreiten. Aufgrund seiner Schmerzimmunität sowie Blindheit, bekam der Henker es überhaupt nicht mit.

Seine Bewegungen wurden immer langsamer, zumindest konnte er nicht mehr schnell gehen bis zu dem Punkt, da er an einem Ort festgefroren ist. Das Monster wusste überhaupt nicht warum und schlug nun um sich.

„Erilag, zerstör seine Beine, ich lenke es vorne ab!“ ruft Kunz dem Zwerg die Nachricht zu, der ein OK zurück rief.

Kunz nahm ein paar weitere Wurfdolche aus seinem Inventar heraus und schleuderte sie auf seinen Kopf. Langsam bekam das Monster tatsächlich so was wie Panik, aber Kunz hat erreicht was er wollte und das Monster schlug nun nur noch vorne.

Diese Chance nutzte Erilag und schlug mit aller Kraft auf die vereisten Beine, die ohne Widerstand in viele Stücke zerbrachen. Das Monster fiel sofort nach vorne und krachte mit seinem restlichen Körper auf den Boden.

Chuur versteht die Welt nicht mehr. Es fühlt keine Schmerzen und seine Augen können immer noch nichts sehen. Nun liegt er und kann nicht aufstehen, geschweige denn seine Axt effektiv einsetzen. Er brüllt seinen Zorn heraus.

„Jetzt haben wirklich das Monster im Griff!“ freut sich Mariel, endlich einen Hoffnungsschimmer zu sehen.

„Kunz, ihr müsst ohne mich weiter machen… Ich habe kaum noch Mana…“ keuchte Onesta, der dicke Schweißperlen am Gesicht hatte.

„Es ist in Ordnung, der Sieg ist auf unsere Seite. Der Plan hat funktioniert, nun müssen wir irgendwie nur noch seinen Kopf zerstören.“ sagt Kunz.

Aber das Problem hat Erilag schon gelöst. Er rannte los, sprang auf den Rücken des Monsters, nutzte den Schwung aus und rammte die Axt mit voller Gewalt in den Kopf des Henkers.

Das Monster bäumte sich kurz auf, dann war es endgültig tot. Erilag schlug vorsichtshalber noch ein paar Mal mehr auf den Kopf, bis er sich vom Körper trennte.

„Das war die Rache für das Verbeulen meines Schildes!“ keuchte Erilag.

Das Team versammelte sich auf einer Stelle, sodass Mariel die Wunden heilen konnte und Kunz die nächsten Schritte plante.

„Ok, Stand unserer Gruppe ist, Onesta ist fast ausgelaugt und kann kaum irgendwelche Zauber nutzen. Erilag sowie ich haben von dem Ding einiges einstecken müssen und können noch etwas kämpfen. Aber nicht auf Dauer, zumal Erilag auf sein Schild verzichten muss. Einzig Mariel ist noch die Fitteste in der Gruppe.“ erklärt Kunz den Standpunkt.

„Das mag sein, aber wenn wir die anderen treffen und sie haben ebenso fürchterliche Gegner wie wir, werde ich sie ebenso versorgen müssen und auch mir geht irgendwann die Mana aus. Ich hoffe vom Herzen, dass dieses Monster das Einzige war, denn wenn noch mehr von denen hier rumlaufen, haben wir ein gewaltiges Problem.“ schildert Mariel ihre Sicht und die anderen nickten.

„Und das war nur ein „Diener“. Wie stark wird dann der Lichkönig sein? Wenn ich abschätzen müsste, war dieses Monster ein „SS“. Ich möchte nicht die Moral unserer Gruppe zerschmettern, aber wir müssen uns bewusst sein, dass ein stärkeres Monster auf uns wartet.“ betrachtet Erilag die Situation realistisch.

„Das schlimme ist, dass ich für euch nicht mehr wirklich vom Nutzen bin. Ich habe mich seit Jahren nicht mehr so ausgelaugt gefühlt. Ich kann höchsten nur ein paar kleine Zauber sprechen, bevor ich zusammenbreche.“ warnt Onesta.

„Ich verstehe eure Sorgen. Das Problem ist, wir wissen nicht wo wir sind, noch können wir hier fliehen. Vergesst nicht, das Gitter vom Tor ist unten und draußen stehen die ganzen Untoten. Wir werden uns umsehen und hoffen, dass wir die anderen treffen. Nur gemeinsam werden wir eine Chance haben. Ich glaube an unser Team und auch an die Stärke der anderen, dass sie ihre Gegner überwältigen werden.“ motiviert Kunz seine Gefährten.

„Aber was war das für ein Beben? Es fühlte sich an, als wäre irgendwas großes schweres über uns gestürzt.“ fragt Onesta.

„Das werden wir vermutlich nur herausfinden, wenn wir hier rauskommen. Aber wer weiß, vielleicht hat Sina ja ihre Finger im Spiel. Wenn sie kämpft, leidet ihre Umgebung ebenso.“ scherzte Mariel.

Wie nah Mariel an der Wahrheit doch war…

Kapitel 41

Ich bin wiedergeboren und der Feind schlägt zu?

Am nächsten Morgen hat sich die Gruppe vorbereitet und jeder kennt den Plan. Castien führte die Gruppe zielsicher zur Außenmauer, ohne dass sie von dem Feind entdeckt wurden.

An der Außenmauer angekommen, zogen alle ihre Waffen, denn nun befindet sich der Feind in Reichweite, aber noch musste die Gruppe noch etwas weiter schleichen.

„Wie lange bräuchten wir vom Treffpunkt bis zur Burg?“ fragt Erilag den Anführer. „Ohne Gegenwehr… 10-15 Minuten, wenn wir im Dauerlauf sind?“ versucht Kunz abzuschätzen.

„Verstehe…“ murmelt Erilag in seinen Bart und folgt Castien weiter, denn an der eigentlichen Stelle war die Gruppe noch nicht.

„Na, aufgeregt Sherry? So was ähnliches wirst du vermutlich nicht noch mal erleben… vielleicht.“ grinst Sina ihre Freundin an.

„Wolltest du mich jetzt aufmuntern oder nur drauf hinweisen, dass es Standard werden könnte, feindliche Burgen oder ähnliches zu stürmen?“ fragt Sherry.

„Wer weiß? Die Zukunft ist noch nicht festgeschrieben, von daher…“ grinst Sina weiter. „Ruhe da hinten!“ fluchte Castien und Sina rollt die Augen.

Nach einigen Minuten kamen sie an der richtigen Stelle an und Kunz erklärt noch schnell die Formation. Nachdem alle verstanden haben, positionierten sich Castien und Erilag und warten auf das Zeichen von Kunz.

„3… 2… 1… LOS!“ zählte Kunz runter und alle liefen sofort los. Zu Beginn merkten die Untoten nichts von den Eindringlingen, bis die ersten durch die Frontkämpfer getötet werden mussten. Als wäre es ein Signal gewesen, reagierten alle Untoten auf ihr Eindringen.

„Der Vorteil mit den Untoten ist ja eigentlich, dass sie zwar endlos Ausdauer haben, aber richtig schnell rennen können sie ja nicht.“ meint Sherry, die nun auch die ersten Untoten töten musste.

„Unterschätzt das nicht, je näher wir zur Burg kommen, desto dichter wird die Masse der Untoten!“ warnt Kunz vor der kommenden Gefahr.

„Armer Murtair, kommst nicht richtig zum Einsatz, dabei merkte ich doch, wie gierig du bist.“ redet Sina mit ihrer Waffe.

„Sina? Das ist eine Waffe mit der du sprichst?“ fragt Mariel, während sie versucht, überall ihre Augen zu haben.

„Und? Kunz oder Erilag haben doch auch ihre Waffen, denen sie bestimmt seit Jahren treu zu Seite stehen oder nicht? Im Kampf ist die Waffe dein größter Vertrauter. Behandelst du sie gut, wird sie dich dein Leben lang begleiten und beschützen.“ erklärt Sina.

„Hm, so habe ich das bisher noch nicht gesehen.“ murmelt Mariel über die neue Erkenntnis.

„Achtung, langsam werden die Untoten vorne dichter!“ ruft Erilag, während er die nächsten Untoten zu Fall bringt.

Die Gruppe kämpfte sich verbissen vor, aber dann passierte es. Die Frontkämpfer können nicht mehr weiter nach vorne rücken. Die Masse der Untoten verhindert es.

„Es ist, als würde irgendjemand alle Untoten auf diese Straße lenken!“ fluchte Castien, während er einen nach dem anderen tötet. „Wir müssen dringend den Plan ändern, sonst sitzen wir wirklich fest. Du weißt, was ich meine Kunz!“

Kunz wusste was Castien meinte, aber er will es ungern umsetzen, weil sie eigentlich alle ihre Kräfte schonen sollen. Nach dem er paar Minuten schweigend gekämpft hat und es keinen Fortschritt gab, kam er zu einem Entschluss.

„Sina! Wechsel mit Erilag und mach uns den Weg frei!“ befiehlt er laut genug, das jeder es mitbekam.

„Mit dem größten Vergnügen, Blutklinge… Murtair… ihr wisst was zu tun ist.“ und Sina hat ein sehr sadistisches Grinsen.

„Brr, ist es mir gerade kalt geworden oder hat sich die Atmosphäre geändert?“ murmelt Mariel, als Sina an ihr vorbei ging. Nachdem Sina vorne ankam, ging Erilag nach hinten und die Postionen sind gewechselt.

„Haltet euch bereit zu rennen!“ ruft Sina und alle nickten. „Schwertwirbel!“ Das Zerstören hat begonnen, keine Gnade für den Feind, Sinas zerstörerische Fähigkeit macht den Weg frei. Erst langsam, doch wurde es immer schneller bis jeder rennen konnte.

„Erinnere mich daran, niemals vor ihr zu stehen…“ murmelt Onesta, der das Gemetzel beobachtet. „Eine sehr gute Idee.“ meint Mariel nickend, während überall Körperteile flogen.

„Himmel, ich kann ihre Bewegungen nicht sehen, soll die lästige Frau etwa schneller sein als ich?“ dachte Castien, während er versuchte ihre Kampfgeschwindigkeit zu analysieren.

„Diese Fähigkeit hätte ich an der Brücke am dringendsten gebraucht, dann hätte ich damals mich nicht so hart abrackern brauchen. Egal, wir kommen der Burg langsam näher und ich habe das Gefühl, dass wir aus der Ferne beobachtet werden.“ überlegte Sina nachdenklich.

Thronsaal:

„Mein König… die Untoten… sind keine Gegner… für diese Gruppe.“ stöhnt der Priester Örnd. Im Thronsaal waren alle versammelt und sehen per Übertragung den Kampf.

„Das sehe ich selber, du Schwachkopf!“ schimpfte der Lichkönig, der immer noch schlechte Laune hatte. „Ist das die Frau, die für die Niederlage meiner Pläne verantwortlich ist?

„Welch eine Schönheit… Welch ein Kampfstil… Aber ja, das ist die Frau, die für alles Verantwortlich ist.“ antwortet Ludwig Kelmont.

„Sie ist“ „stark oder?“ wundern sich die Zwillinge über die Frau während der Riesenleichnam mit seiner großen Henkers Axt herumfuchtelt und Grunzlaute von sich gibt.

„Ich hoffe, ihr erinnert euch an den Plan, den ich euch gegeben habe, Lichkönig? Ich kann verstehen, wenn ihr sie lieber tot sehen wollt, aber sie gehört mir und niemand nimmt mir meine Beute weg!“ warnt der Vampir den Lichkönig.

„Allein für die Unverschämtheit mir zu drohen, sollte ich dir die Haut abziehen und dich vor die Sonne werfen!“ grollt der Lichkönig.

„Wir wissen beide genau, wie das enden wird, wenn wir einen Kampf anfangen. Tut einfach, was ich euch aufgetragen habe und alles wird gut.“ grinst Ludwig den Lichkönig wissend an.

Der Blutdurst, den der Lichkönig gegen den Vampir ausstrahlte, spürte jeder, aber er ist kein Dummkopf. Der Lichkönig war alt genug, um zu wissen, mit wem man sich anlegte und der Vampir ist leider tatsächlich stärker.

Aufgrund das der Lichkönig öfters mit Vampiren zusammen gearbeitet hat für gewisse Dienste, forderte er einen Gefallen ein und bekam Ludwig Kelmont sowie die Zwillinge gestellt. Was er aber anfangs nicht ahnte, war der Kräfteunterschied zwischen sich selber und dem Vampir.

„Selbst wenn ich dich töten würde, hätte ich deinen Meister als Feind und dies werde ich bestimmt nicht überleben.“ knurrt der Lichkönig.

„Wenn ihr meint?“ grinste Ludwig nur höhnisch, während die Zwillinge kicherten. „Dann sollten wir uns zu unseren Bestimmungsorten aufmachen und die Gäste gebührend empfangen. Denn es wird nicht lange dauern, bis sie die Burg erreichen.“

Alle Diener verließen den Thronsaal, bis nur noch der Lichkönig und Priester Örnd anwesend waren. „Die Zauber für den Plan sind fertig, du weißt was du zu tun hast Priester Örnd.“ dabei überreichte der Lichkönig dem Priester eine Kristallkugel.

„Ja… mein Herr. Ich… werde euch… nicht enttäuschen.“

Vor der Burg:

„Wir kommen der Burg immer näher, halt noch etwas aus Sina!“ ruft Sherry von hinten.

„Als ob mich das bisschen außer Puste bringen würde, es reicht ja nicht mal zum Aufwärmen, seitdem ich die neue Fähigkeit habe.“ meldet Sina sich.

>Schwertwirbel: Level 3 erreicht<

„Aber der Vorteil mit dieser Masse ist wirklich, dass man wunderschön seine Fähigkeiten leveln kann.“ freut sich Sina.

„Wenigsten einer freut sich bei der ganzen Aktion hier.“ murrt Erilag. Seitdem Sina die Front übernommen hat, sind alle nur am rennen, statt zu kämpfen. Die Schneise, die Sina hinterlässt, ist breit genug, dass keine Untoten an die Gruppe herankommt.

„Ich glaube, Sina könnte mit ihrer Aktion dem „Brecher“ Konkurrenz machen. Er würde ja auch mit dem Kopf durch die Menge stürmen.“ murmelt Onesta.

„Lass ihn das bloß nicht hören, sonst wird er Sina herausfordern, wer die meisten Monster töten kann.“ meint Mariel.

„Deswegen meinte ich ja, Sina hätte von Anfang an an der Front stehen müssen, so hätten wir mehr erreicht. Auch wenn ich nachvollziehen kann, warum du ihre Kräfte schonen wolltest.“ diskutiert Castien mit Kunz.

„Es ist wie es ist. Wie du schon gesagt hast, die Untoten werden alle hierher gelenkt. Das hätten wir vielleicht ahnen müssen. Vermutlich ist das der Lichkönig selbst, der sie steuert. Ich frage mich, wenn er stirbt, wie die Untoten sich dann verhalten.“ überlegt Kunz laut.

Einige Minuten später löste sich der Widerstand der Untoten auf und Sina legte ihre Katanas wieder in ihre Schwertscheiden. Dann rannten sie auf den Burgeingang zu, wo ein großes Tor war, dessen Gitter noch oben war.

„Sina, sobald alle durch das Tor sind, schneide die Ketten durch!“ befiehlt Kunz und Sina nickt. Es dauert nicht mehr, da lief die Gruppe durch das Fallgitter. Sina musste sich orientieren, wo die Ketten waren und als sie die fand, zerschnitt sie sie, aber…

„Das Fallgitter klemmt! Vermutlich fest gerostet nachdem es wohl nie eingesetzt worden ist!“ ruft Sina. Kunz überlegte schnell wie man das Problem lösen könnte, bis er eine Idee hatte.

„Erilag, schnappe deinen Enterhaken und versuch es in das Gitter zu werfen. Sobald der fest ist, werden wir alle gemeinsam ziehen! Schnell!“ ruft Kunz den Plan.

Aufgrund der jahrelangen Teamarbeit stellte Erilag keine Fragen, sondern schritt direkt zur Tat und holte aus seinem Inventar einen Enterhaken mit einem stabilen Seil. Er drehte den Enterhaken mehrmals und wirft ihn mit Schwung in das Gitter. Als es sich festhakte, schnappte jeder aus der Gruppe das Seil und fing an zu ziehen.

Als sie nach mehrmaligen Versuchen keinen Erfolg hatten und die Untoten langsam in Sichtweite kamen, hatte Sina eine Idee. „Zieht mal kurz das Seil stramm und lasst mich daran hochklettern. Dann werde ich versuchen von oben zu drücken!“

Kunz nickte und alle zogen das Seil stramm. Nach anfänglichen Schwierigkeiten schaffte es Sina, das Seil zu erklimmen und hing nun am Gitter. Mit etwas Akrobatik gelang es Sina, ihre Füße auf eines der Gitterlöcher zu stellen und stemmte ihre Hände gegen die Decke. Dann setzte sie ihre ganze Kraft ein um das Tor in Bewegung zu setzen.

„Himmel, klemmt das Ding!“ schimpfte Sina, man hörte aber das knarren und knarzen von dem Tor. „Streng euch mal mehr an, die Untoten kommen“ und die Gruppe gab sich noch mehr Mühe, einige wurden schon rot im Gesicht.

Wie aus dem Nichts löste sich die Sperre und das Tor fiel ungebremst runter… mit Sina, die sich nicht darauf vorbereitet hatte und mit dem Gesicht auf den Boden krachte.

„Alles in Ordnung Sina?“ fragt Sherry, die noch etwas außer Puste ist. Langsam erhob sich Sina vom Sturz und tat so, als wäre nichts passiert.

„Wie kommst du darauf? Verlief doch alles nach Plan? *hust*“ und wischte sich den Dreck vom Körper runter. Die Untoten haben nun das Tor auch erreicht. Doch das Torgitter ist noch stabil genug und hält dem Ansturm stand.

„Ok, es verlief nicht alles nach Plan, aber wir haben die Burg erreicht. Nehmen wir ein bisschen Abstand vom Tor und ruhen uns kurz aus. Keiner verlässt die Gruppe.“ weist Kunz alle an.

Die Gruppe gönnt sich eine Pause, einige trinken was, andere nehmen sich einen Snack, nur Sina wirkt ungeduldig.

„Auch wenn man es dir ansieht, Sina, aber wir kennen den Feind nicht und ich möchte ungern ihm irgendwelche Vorteile geben, auch du brauchst eine Pause.“ erklärt Kunz.

„Ich richte mich ganz nach euch. Wie ist eigentlich der Plan hier in der Burg?“ fragt Sina, um von dem Thema abzulenken.

„Keiner von uns kennt den Grundriss dieser Burg, aber wenn der Lichkönig tatsächlich sich wie ein Anführer benimmt, wette ich um eine Goldmünze, dass wir ihn im Thronsaal antreffen werden. Die meisten Burgen haben eine gewisse Struktur, wo was stehen könnte und danach werden wir uns richten.“ erläutert Kunz den Plan.

Mehrere Minuten sind vergangen und die Gruppe machte sich nun auf den Weg ins Innere der Burg. Alle hielten ihre Waffen, man wusste nicht, mit welchen Tricks oder Fallen der Feind kommen wird.

Die Gruppe betrat einen riesigen Eingangsbereich, viele Treppen und Türen sind im Raum zu sehen, sowie ein Balkon. Auf einmal erschien eine Leiche im Priestergewand auf dem Balkon.

„Seid gegrüßt… werte Gäste… Hoffentlich… hat euch… das Volk… nicht zu sehr… belästigt. Mein Name… ist Örnd… ein bescheidener… Diener des Lichkönigs.“ grüßt ein Zombie.

„Sollten Zombies sprechen können?“ fragt Sherry und die Experten schütteln nur den Kopf.

„Ich muss… euch leider bitten… wieder zu gehen… Ihr seid… unerwünscht.“ erklärt der Zombie.

Castien trennt sich etwas von der Gruppe und ruft ihm zu: „Und wenn wir ablehnen? Wir sind hierher gekommen, um deinen König zu töten!“

„Mein König… ist unsterblich… älter als das… Land der Toten… und mächtiger… als ihr es seid… Aber keine… Sorge, mein König… ist gnädig… Schließt euch… ihm an!“ machte der Zombie ein Angebot.

Castien trennte sich unbewusst weiter von der Gruppe und schreit: „Ich denke, ich spreche für alle, aber wir lehnen das Angebot ab!“

„Schade… aber es ist… nicht schlimm… Ihr werdet… den Lichkönig… nicht lebend… erreichen, wenn ihr… vorher die… Bekanntschaft macht mit… seinen Dienern!“ und der Zombie hielt eine Kristallkugel.

Durch die Fähigkeit Vorahnung, konnte Sina sehen, dass jeder in einem magischen Kreis war und schubst Sherry aus ihrem Kreis. Dummerweise hat sie nicht aufgepasst, in welche Richtung sie Sherry geschubst hat. So landete sie nach vorne in dem Kreis von Castien. „Ah…“

Dann leuchteten die Kreise… Castien und Sherry, die Höllenschwerter und Sina hatten jeweils einen Kreis. Kunz wollte schon alle warnen, aber da war es schon zu spät und jede Gruppe wurde zu ihrem Bestimmungsort teleportiert.

„Der Plan… ist aufgegangen… mögen die… Kämpfe beginnen…“

Kapitel 40

Ich bin wiedergeboren und sind in der alten Hauptstadt angekommen?

Bis zum nächsten Nachtlager verlief alles ereignislos und sie wurden auch nicht in der Nacht beobachtet. Onesta hatte seine Probleme, Sina nicht zu beobachten und bekam Todesblicke von Mariel, während Sina nur seufzte.

„Wenn ich die alte Karte richtig deute, müssten wir morgen die alte Hauptstadt erreichen. Erilag hat sich die Zeit genommen, die aktuelle Karte auf den neusten Stand zu bringen und ich hoffe, dass wir alle erfolgreich wieder zurückkehren können, um dieses Wissen zu teilen. Vielleicht werden in der Zukunft weitere Expeditionen organisiert und man könnte dieses Land wieder aufbauen, aber ich glaube, das wird nur ein Traum bleiben.“ erklärt Kunz.

„Eher kommt der Dämonenkönig vorbei und bietet dir seine Freundschaft an.“ spöttelt Castien bei dem Abendmahl.

„Lass ihn doch träumen. Wenn wir keine Träume hätten, wofür leben wir dann? Das wäre ein Leben ohne Sinn. Träume geben zumindest ein Ziel!“ verteidigt Sherry den Anführer.

„Was weiß ein Mischling schon von Träumen.“ schnauzte Castien sie an und entfernt sich vom Lagerfeuer um seine Verachtung zu zeigen.

„Himmel und von dieser Sorte denken viele andere Elfen ebenso? Ich würde ihn hart auslachen, wenn einer der „Mischlinge“ ihm das Leben rettet.“ teilt Sina ihre Meinung mit.

„Eher nimmt er sich das Leben als in Schande zu leben, das traue ich ihm eher zu.“ kommentiert Erilag.

„Lass uns über was schöneres reden als über Castien.“ versucht Mariel das Thema zu wechseln.

„Wisst ihr was mich wundert? Da läuft eine Armee voller Untoter durch diese Einöde. Sie würden dermaßen viel Krach machen, dass hätte die Würmer definitiv angelockt, aber ich hatte nicht den Eindruck gehabt, dass sie dezimiert wurden während des Marsches.“ offenbart Sina ihre Überlegung.

„Wer weiß schon welch düstere Magie sie eingesetzt haben. Die Rückreise sollte mit dem Tod des Megawurms nun sicherer sein. Wie hast du sie genannt? Knochenfresser? Passt irgendwie zu ihrer Umgebung.“ meinte Kunz. „Ok, die Nachtwachen sind eingeteilt. Hoffentlich kommen wir morgen an unser Ziel.“

Am nächsten Tag lief die Gruppe weiter, diesmal ist Kunz mit Castien an der Front, die Damen bildeten wieder ihr Trio und in der Mitte liefen Onesta und Erilag.

„Oi, Jüngling. Sag, was denkst du von Sina? Konntest du überhaupt schlafen?“ grinst Erilag den Magier an.

„Ach lass mich doch in Ruhe. Ich wusste ja, dass sie schön ist, aber mit ihrer neuen Kleidung kann ich mich echt nicht mehr konzentrieren.“ murmelt Onesta

„Schon überlegt, ob du sie zu einer Verabredung einlädst? Ich mein ja nur.“

„Ich bezweifle, dass ich überhaupt in ihrer Liga spiele. Sie schaut mich ja nicht wirklich an.“

„Vielleicht musst du sie einfach nur beeindrucken?“

„Falls du es nicht mitbekommen hast, aber diese Frau hat eine Armee, einen Skelettdrachen und einen Megawurm getötet. Ich muss wirklich stark bezweifeln, dass man sie überhaupt irgendwie beeindrucken könnte.“

„Hm, das stimmt allerdings. Kann man nichts machen, doch ich glaube, irgendwo in dieser weiten Welt wird schon deine richtige Braut sein. Du musst nur richtig hinschauen und dann zuschlagen!“

„Weisheiten eines Zwerges?“

„Allgemein! Natürlich musst du auch was dafür tun, sonst schnappt sich jemand anders deine Braut. So einfach machen die Weiber dir das nicht.“

„Am besten eine entführte Prinzessin von einem Drachen retten?“

„So ungefähr, aber ich glaube, es geht auch einfacher. Ich meine, die Weiber die ich kennengelernt habe, waren schlimmer als Drachen.“

„Ich glaube, wir sollten das Thema wechseln.“

„Sag Sina, warst du schon mal verliebt?“ fragte Sherry aus heiterem Himmel.

„Dazu hatte ich bisher keine Zeit gehabt während meiner Ausbildung.“ antwortet Sina ohne zu zögern.

„Wie müsste dein Typ denn sein?“ hakt Mariel grinsend.

„Irgendwie werde ich letzter Zeit viel ausgefragt? Ich weiß es nicht, ich habe mir darüber überhaupt keine Gedanken gemacht. Außerdem sehe ich das etwas lockerer. Ich meine, es muss nicht zwingend ein Mann sein.“ Sina

„Huch? Du könntest dir auch eine Beziehung mit einer Frau vorstellen?“ Sherry

„Was spricht dagegen, wenn man sich liebt?“ Sina

„Hmm, Liebe kann tatsächlich manchmal seltsame Formen haben, aber gleichgeschlechtliche Paare, ich glaube, ich kann das an einer Hand abzählen, so viele habe ich gesehen.“ Mariel

„Aber zurück zur meiner Frage, wie müsste die Person sein?“ Sherry

„Öhm… stärker sein als ich?“ Sina

„Dann wirst du als Jungfrau sterben.“ Sherry

„Du gibst aber schnell auf, meinen Vater könnte ich nicht besiegen… Glaube ich zumindest, dann wird es bestimmt noch welche auf der Welt geben, die genauso stark sind!“ Sina

„Dein Vater ist stärker als du? Warum habe ich noch nie von ihm gehört?“ Mariel

„Wir leben ziemlich ausgeschlossen von der Welt, daher wundert es mich nicht so wirklich.“ Sina

„Glaube, wir sollten mit den Liebesfragen aufhören, irgendwie erfahren wir mehr Dinge, die wir gar nicht wissen wollten.“ Sherry

Einige Stunden später kommt ein Pfeifen von der Front und alle versammelten sich. Der Anblick, was alles zu sehen war, brachte alle zum staunen.

„Das dürfte die Hauptstadt des alten Königreichs gewesen sein. Viele Gebäude sind eingestürzt oder in einem sehr maroden Zustand, aber stellt euch vor, wie schön es mal hier gewesen sein muss, als es in seiner alten Pracht war.“ kommentiert Kunz.

Größer als Fanfoss ist mitten in der Stadt eine große Burg, die von kleinen Sümpfen umringt ist. Der Himmel ist stark bewölkt und grau, sodass keine Sonne durchkommt. Die Außenmauer ist teilweise eingestürzt, sodass die Gruppe ohne Probleme die Stadt betreten könnte.

„Bevor wir in die Stadt gehen, werden Castien und ich aus der Entfernung die Stadt erkunden, ob wir möglicherweise Kontakt mit den Untoten oder anderen Monstern bekommen. Dann besprechen wir den Plan.“ verteilt Kunz die Aufgaben.

„Nun, es würde mich nicht wundern, wenn der Feind uns erwartet. Bis auf die Knochenfresser hatten wir eigentlich keinen Feindkontakt gehabt und ihr solltet es als Experten ebenso merkwürdig finden, meint ihr nicht?“ teilte Sina ihre Meinung mit.

„Hm, da ist allerdings was dran. Ich werde dies beim Ausspähen beachten, nicht das die Stadt eine Todesfalle wird.“ nickt Kunz Sina zu und macht sich mit Castien auf den Weg.

„Stellt euch mal vor, wie viel Leben hier geherrscht haben muss und dieses Königreich soll damals ziemlich modern gewesen sein bezüglich der Magie.“ spricht Sherry das Thema an.

„Ich frage mich, ob noch irgendwelche Schriften der Magie zu finden sein werden. Viele alte Zauber sind in Vergessenheit geraten und auf der Welt gibt es nicht viele Orte wo man sie finden könnte.“ erklärt Onesta, endlich eine willkommene Ablenkung für sich.

„Schade das wir diesen Anblick nicht festhalten können. Wir sind vermutlich die ersten Lebewesen, die sich seit über tausend Jahren in die Hauptstadt wagen.“ murmelt Erilag sich in seinen Bart.

„Was ist nur damals geschehen, dass dieses Königreich zerfallen ist. Ob wir das dort herausfinden können?“ fragt sich das Mariel.

„Darf ich mal dein Fernrohr ausleihen Sherry? Ich würde mir gerne meine eigene Meinung bilden. Keine Sorge, ich bleibe hier.“ zwinkert Sina, die von Sherry das Fernrohr bekam.

Durch das Fernrohr konnte Sina sehen, wo Kunz und Castien sich bewegen um auf einen höheren Aussichtsposten zu klettern, aber sie interessierte sich mehr für die Burg.

Aus der Entfernung konnte sie keine Feinde sehen. Aber was ihr auffällt ist der ziemlich hohe Turm von der Burg. Das dieser Turm nach so langer Zeit noch intakt ist, flößt schon ein bisschen Respekt in die Baukunst ein. Wenn ihre Augen sie nicht trügen, sieht sie immer wieder blaues Licht an unterschiedlichen Fenstern.

„Ich glaube, die Burg ist bewohnt. Ich sehe blaues Licht, keine Ahnung ob das deren Feuer ist oder so. Leider bin ich zu weit weg, um mehr zu erkennen. In der Stadt selber wimmelt es nur so von Untoten. Vermutlich die, die wir vermisst haben.“ teilt Sina ihre Erkundung den anderen mit.

„Dann haben wir tatsächlich die Organisation gefunden oder? Dann können wir ja wieder zurückkehren oder?“ fragt Sherry.

„Hmm, glaube der Auftrag war irgendwas mit „Tötet den Anführer“ und die paar Untoten da in der Stadt werden uns ja nicht behindern, uns die Burg näher anzuschauen.“ antwortet Sina auf die Frage.

„Warten wir einfach, was Kunz zu sagen hat, aber es freut mich wieder mal normale Gegner zu besiegen.“ teilt Erilag seine Freude mit.

„Wenn ich raten dürfte, der richtige Kampf findet erst in der Burg statt. Das sagt zumindest mein Gefühl.“ meint Sina.

Einige Stunden später kommen Castien und Kunz zurück und es wird der Lageplan besprochen.

„Also, Castien und ich sind uns einig, dass die Hauptstadt voller Untoter ist. Zombies, Ghoule, Skelette und so weiter. Es würde vermutlich Wochen dauern, bis wir die Stadt von denen befreit haben, was nicht unbedingt unser Ziel ist. Unser Ziel ist es, die Burg in einem Stück zu erreichen.“

fing Kunz mit seiner Erklärung an und zeichnet auf der Erde Markierungen.

„Wir werden heute noch einmal hier übernachten, damit wir alle ausgeruht sind für den langen Kampf. In der Burg konnten wir leider nicht genau feststellen, was uns dort erwartet, aber wir haben zumindest Licht an den Fensteröffnungen gesehen und Castien meint, er hätte Gestalten hin und her huschen sehen.

Wie Sina von Anfang an vermutet hat, dürfte das der Sitz der Organisation sein. Sie haben hier alles um eine Armee aufzubauen und werden nicht wirklich gestört. Des Weiteren ist die Burg für ihr Alter ziemlich stabil.

Nun zu dem eigentlichen Plan. Sobald wir alle ausgeruht haben, werden wir uns so nah wie möglich an die zerstörte Außenmauer schleichen. Wir haben eine gute Stelle gefunden, wo wir ohne Probleme durchkommen können und brauchen dann einfach der Straße, vermutlich der Hauptstraße folgen die zur Burg führt.

Die Kampfformation sieht folgend aus. Castien und Erilag werden die Front bilden und alles auf dem Weg töten. Wir werden zwar nicht rennen können, aber dürfen auch nicht anhalten. Wenn wir das tun, haben wir verloren. An den Seiten werden Sherry und ich die Stellung halten, während zwischen uns Mariel und Onesta sind. Sina wird die Nachhut bilden.

Nun komme ich zu der Erklärung, warum wir diese Formation halten. Erilag ist ein Schildträger und hat auch die nötige Kraft, die Untoten wegzuschieben, während Castiens Schnelligkeit dafür sorgen soll, dass die Untoten schnell zu Fall gebracht werden. Onesta sowie Mariel sind unsere Zauberklassen und können uns nur bedingt helfen, außerdem müssen sie ihre Magie aufsparen für die… eventuellen Kämpfe in der Burg. Deswegen werden Sherry und ich sie von der Seite beschützen.

Nun zu Sina. Castien hatte vorgeschlagen, dass wir dich an die Front lassen und du uns den Weg frei kämpfst, aber ich war dagegen. Der Grund ist, du bist der stärkste Kämpfer in der Gruppe und wir wissen nicht was uns in der Burg erwartet und wenn wir auf den Lichkönig treffen, wie stark dieser sein wird. Deswegen sollst du deine Kräfte ebenso sparen. Keine Experimente oder sonstige Aktionen, verstanden?“ und Kunz schaut Sina ernst in die Augen. Sina seufzt bei dieser Entscheidung, aber fügt sich dem Befehl und nickt.

„Ich habe durch das Fernrohr gesehen, dass das Burgtor offen war. Sobald wir dort durchgekommen sind, soll Sina die Ketten für das Tor durchschneiden, sodass wir von den Untoten draußen getrennt sind und unsere Ruhe haben.

Wir werden uns dort eine kurze Verschnaufpause gönnen. In der Zeit soll Sina auf uns acht geben. Wenn wir das alles erfolgreich bewältigt haben, hat unser Plan funktioniert.

Alles weitere werden wir dann in der Burg besprechen. Vermutlich wird der Lichkönig im Thronsaal anzutreffen sein, aber ohne Karte oder sonstige Kenntnisse werden wir uns wohl leider auf die Suche begeben müssen.

Irgendwelche Fragen zu dem Plan oder was hinzuzufügen?“ fragt Kunz in die Runde.

„Relativ einfach gehalten der Plan, wüsste jetzt nichts wirklich, was man daran noch verbessern könnte.“ kommentiert Sina und auch die anderen nicken.

„Ok, dann schlagen wir hier unser Lager auf und macht eure Vorbereitungen für den Kampf. Dies dürfte ein ziemlich langer und gefährlicher Kampf werden.“

Irgendwann Abends:

„Pss, darf ich morgen meine anderen Klamotten wieder anziehen?“

„Nein.“

Kapitel 39

Ich bin wiedergeboren und die Reise geht weiter?

Sherry konnte die halbnackte Sina rechtzeitig mit einem Mantel retten, während Mariel die Männer ausschimpfte, dass sie doch Benehmen zeigen sollten.

Einige Zeit später stellt man Sina mehrere Eimer Wasser zur Verfügung damit sie sich reinigen kann, denn an Wasser mangelt es nicht. Sina wird von den anderen Damen bewacht, während sie sich im Freien ihren Körper mit einem Stück Seife wäscht und dabei ein roten Kopf hat.

„Welch eine Schande… Wieder ein Kimono und Rest verloren und dann noch im Freien mit kaltem Wasser waschen… *snif*“ weinte Sina leise in sich hinein.

„Na na, du hast uns vor einem Riesenmonster gerettet, also zeig ein bisschen mehr Heldenwürde. Ich lege dir mal Wechselkleidung hin.“ teilt Sherry es Sina mit.

„Aber ich habe…“

„Sie passen dir! Diesmal sollte es mit dem Hemd keine Probleme geben.“

„Aber…“

„Sie. Passen. Dir.“

„Du bist unheimlich…“

„Das will ich nicht aus deinem Mund hören.“

Sina gab auf, weil die Diskussion vermutlich im ganzen Land zu hören wäre. Nachdem Sina sich einigermaßen gewaschen hat, schaut sie ihre Wechselkleidung an.

„Sag mal Sherry, hast du die Kleidung geschnitten?“

„Das ist richtig, ich schneide gerne Kleidung.“

„Dann hast du doch ein Hobby! Warum wolltest du dann keinen Kellerraum haben?“

„Weil ich es lieber in meinem Zimmer mache, wo ich schlafe und alles im Auge hab.“

„Wieso habe ich das Gefühl, dass ich mehr oder weniger dein Model geworden bin?“

„Weil du schön bist und mir gerne den Gefallen tust, sie anzuprobieren? Einzig deine Brüste sind etwas sehr groß, aber mit dem neuen Hemd sollte es passen.“

„Also lass mich sagen, Lederhose mit Lederschuhen, einen Gürtel und eine schwarze Bluse mit rotem Muster die wie Blitze aussehen? Kreativität hast du.“

Ohne Murren zog Sina die neue Kleidung an. Sie passen wie angegossen, die Schuhe waren nicht unbequem, die Lederhose war wie eine zweite Haut, der Gürtel diente mehr zu dekorativen Zwecken, aber das Hemd…

„Sherry? Das Hemd hat keine Knöpfe, nur einen großen V-Schnitt, der meine Brüste sehr betont.“

„Lass mich mal schauen. Genau so habe ich mir das vorgestellt!“

„Meinst du nicht, dass ich die männliche Begleitung ablenke?“

„Wir sind doch eh die ganze Zeit hinten, wie willst du sie denn ablenken?“

„Wenn wir wieder zuhause sind, werden wir nochmal ganz in Ruhe darüber reden, wie die zukünftigen Klamotten werden…“

„Das können wir gerne machen, komm ich mache dir deine Haare.“

„Sag Mariel, wie lange müssen wir noch warten? Der Feind wartet nicht unbedingt, bis wir an seine Tür klopfen.“ nörgelt Castien.

„Solange bis Sina fertig ist. Die Dame hat immerhin dieses Monstrum getötet und ihr hattet nichts besseres zu tun, als sie zu spannen!“ schimpft Mariel.

„Wir können doch nichts dafür, dass die Magensäure ihre Kleidung zerstörte.“ murmelt Onesta.

„Aber ihr habt nicht unbedingt weggeschaut, als wir euch das befohlen haben!“ schimpfte Mariel weiter.

„Nun, ich bin ein Zwerg und stehe nur auf Zwerginnen, aber irgendwie hat Sina… mich in ihren Bann verzaubert…“ versuchte Erilag sich zu entschuldigen.

„Wer hätte es ahnen können, dass unter ihrer komischen Kleidung so eine Schönheit steckte.“ träumte Onesta.

„Meine Herren, ich würde euch bitten an was anderes zu denken, sonst wird Mariel ihren Stab wieder gegen uns einsetzen. Auch wenn ich zugeben muss, das Sina wirklich schön ist.“ versuchte Kunz ernst zu bleiben.

„Bei der Göttin, Männer…“ verdreht Mariel die Augen, aber Mariel musste zugeben, das Sina tatsächlich für einen Menschen eine Schönheit ist, sonst werden ja immer die Elfen als Schönheiten betrachtet.

„Was ich viel mehr komisch finde, dass die Magensäure ihr keinen Schaden zugefügt hat. Ich hätte eher damit gerechnet, das Sina schwere Verbrennungen oder sonstiges erleiden wird. Sogar daran sterben würde, aber nichts. Ihr habt alle gesehen, wie diese Säure den Boden geradezu rein geätzt hat.“ kommentiert Castien mürrisch.

„Nun, vielleicht einfach Glück im Unglück? Ich fand es viel faszinierender, dass jemand ein riesiges Monster von innen aus getötet hat.“ meint Erilag. Kunz schaut mit einem ernsten Blick Onesta an.

„Nein, sie hat keinerlei Resistenz gegen Säure, wobei heute dürfte sie welches aufgebaut haben, aber selbst dann hätte sie Schwierigkeiten gehabt.“ kommentiert Onesta.

„Du meinst also, Sina könnte ihre Werte gefälscht haben?“ fragt Kunz grübelnd.

„Ich wüsste nicht, ob das überhaupt geht. Sie müsste ein sehr mächtiges Artefakt tragen, aber ich habe nichts Verdächtiges gesehen und auch nicht gehört, dass Sina irgendwelche Dungeons besucht hat.“ schüttelt Onesta den Kopf. Der Dämonenkönig würde sich auf die Schulter klopfen, wenn er das Gespräch kennen würde, wie toll sein Nationalschatz ist.

„Ihr Titel „Verteidiger“?“ hakt Kunz nach.

„Hmm, eigentlich ist das nur ein Titel, den sie bekommen hat, weil jeder ihr den Beinamen gegeben hat. Dieser sollte eigentlich gar keine Effekte haben, aber man sollte es nicht ausschließen.“ meint Onesta.

„Huhu, Sina ist fertig. Lasst euch von ihrem neuen Aussehen überraschen.“ ruft Sherry winkend. Alle drehten ihre Köpfe zu der Stimme und sahen zwei Damen kommen.

Sina ist mit ihrer neuen Kleidung und Haarstil nicht wieder zu erkennen, denn die Kleidung betont ihre Figur extrem, vor allem ihr Hemd. Onesta schoss das Blut in die Höhe und bekam Nasenbluten, ohne es zu merken, die anderen sind sprachlos.

„Sag ich dir doch Sherry, du hättest ruhig meine Klamotten anziehen lassen sollen, aber nein. Nun schau dir die Gesichter an. Sie sehen aus, als hätten sie ein Gespenst gesehen und der arme Onesta hat sogar Nasenbluten.“ nörgelt Sina, während sie an ihren geflochtenem Zopf spielt.

„Sei mir lieber dankbar, dass ich dir vernünftige Klamotten gebe. Nun sieht wenigsten jeder, was du unter deinen Klamotten versteckst.“ merkte Sherry an.

„Wenn ich nicht wüsste, das Sina von Anfang an dabei wäre, hätte es auch eine fremde Person sein können.“ murmelt Mariel und die anderen nickten, sogar der arrogante Castien.

„Vielen Dank, dass ihr mir das Wasser zur Verfügung gestellt habt. Nun stinke ich nicht mehr so nach Magensäure.“ verbeugt Sina sich und dankt der Gruppe.

„Keine Ursache.“ antwortet Kunz knapp mit Schwierigkeiten, ihre Figur nicht zu sehr zu betrachten.

„Onesta? Deine Nase blutet.“ kommentiert Sherry, während Onesta sich endlich von seinem Starren losreißen konnte und ein Taschentuch suchte.

„Oh… eh… Entschuldigung. Meine Fantasie stieg mir ein bisschen zu Kopf.“ versuchte Onesta sein Bluten zu erklären, während alle Damen ein leises „Uwaaa“ von sich gaben.

„*hust* Dann sind wir alle wieder soweit? Gleiche Formation, wir haben lang genug Pause gemacht und Abmarsch.“ befiehlt Kunz und die Gruppe geht wieder weiter.

Diesmal hat Mariel sich dem hinteren Part der Gruppe angeschlossen, weil sie nun ihre Neugier befriedigt haben will.

„Gemeiner Trick von dir, Sina, mit deinen neuen Klamotten. Kunz wollte dich eigentlich zur Rede stellen, weil du diesen Megawurm allein angegriffen hast. Aber damit hast du dich heil aus der Sache raus gebracht.“ kommentiert Mariel.

„Das war Sherrys Idee! Aus irgendeinem Grund, wenn meine Klamotten bei den Kämpfen draufgehen, gibt sie mir ihre geschneiderten Klamotten!“ wehrt sich Sina.

„Ich weiß gar nicht, warum dich so wehrst. Sie passen dir doch prima und ich habe schon paar neue Ideen, welche Sachen ich dir schneidern könnte.“ überlegt Sherry laut.

„Ihr seid noch gar nicht solange als Team unterwegs und versteht euch ziemlich gut.“ lächelt Mariel.

„Och, ich habe Sherry bei der einen oder anderen kleinen Angelegenheit geholfen, nichts weiter tragisches.“ Sina versucht ihr leichtes grinsen zu verstecken, was ihr aber misslang.

„Kleine? Du legt dich mit gestandenen Abenteurern und Unterweltorganisationen an, ich warte noch darauf, dass du dich mit dem Kaiserreich oder der Theokratie anlegst. Dann fehlt ja nichts mehr.“ antwortet Sherry mit einer eintönigen Stimme.

„Himmel, du stellst mich ja da, als wäre ich der Dämonenkönig, der sich mit jedem anlegt.“ dabei hebt Sina eine Augenbraue spöttisch hoch.

„Nun, deine Stärke ist nicht normal. Ich glaube, selbst die anderen SSS-Abenteurer hätten diesen Wurm nicht auf diese Art und Weise getötet wie du.“ meint Mariel.

„Das war nicht mal geplant. Der Wurm hat mich einfach in die Luft geschmissen und ich fiel dann in sein Maul. Meinst du, ich will gefressen werden? Eher nehme ich das Monster mit in den Tod!“ nickte Sina.

„Sag, woher du auch kommen magst, haben alle Frauen deine Statur? Du bist etwas auffällig, weiß du?“ und zeigt auf Sinas Brüste.

„Eeeh, was habt ihr alle mit meinen Brüsten… Ich habe halt ein gutes Erbgut und nein, mir ist nicht aufgefallen, dass es Unterschiede bei den anderen Frauen gab.“ erklärt Sina. „Kann ja schlecht sagen, dass es normal wäre bei Sukuben.“ dachte Sina.

„Ich verstehe. Wie kommt es, dass du so stark bist? Ich meine, du legst dich mit einer Armee an, halbierst einen Skelettdrachen und dann dieser Megawurm.“ fragt Mariel.

„In meine Kindheit musste ich direkt trainieren und durfte keine Pause machen. Mein… „Lehrer“ war ein Sadist, der es sichtlich genossen hat mich zu schikanieren mit der Erlaubnis meines Vaters. Resultat war, dass ich am Ende der Ausbildung gegen die vier stärksten Krieger kämpfen musste ohne Waffen. Ich habe am Ende gewonnen und einer der vier Kämpfer lag für mehrere Wochen im Bett, aber ich war auch für mehrere Tage bettlägerig.“ erzählt Sina ihre Kindheit.

„Das höre ich zum ersten Mal von dir. Kein Wunder, das du Probleme hast mit Autoritätspersonen bei so einer Kindheit. Wie ist deine Familie?“ fragt diesmal Sherry.

„Meine Mutter kenne ich nicht und weiß auch nicht was mit ihr geschehen ist. Soweit ich weiß, habe ich Schwestern, aber ich wurde von ihnen nach meiner Geburt getrennt, so kenne ich ihr Schicksal ebenso nicht. Die einzige Person, von der ich erzählen kann, ist mein Vater.

Eine sehr dominante Person, die keinen Widerspruch duldet sowie Versagen. Ich hatte etwas mehr Freiheiten gehabt, weil ich seine Tochter war, aber… einen wirklichen Unterschied zwischen mir und seinen Untergebenen habe ich nicht gemerkt.“

„Nicht nur eine verkorkste Kindheit, sondern auch mit der Familie bestraft. Aber weißt du, wenn ich deinen Vater kennenlernen sollte, werde ich mich bei ihm bedanken.“ meint Sherry, dabei schaut Sina sie verdutzt an.

„Nun, wegen ihm bist du doch so stark geworden oder? Ohne diese Stärke würden wir hier nicht auf diesem Abenteuer sein. Dabei hast du nicht nur mich gerettet, sondern auch Efrana und unsere Gruppe. So sehr du deinen Vater nicht leiden kannst, du kannst dich dieser Logik nicht entziehen.“ nickt Sherry mit ernsten Augen Sina zu.

„Da ist allerdings was dran und wer weiß, was du in der Zukunft noch machen wirst. Seitdem du erschienen bist, hat irgendwie ein Wandel stattgefunden und ich muss sagen, dass es sogar gut ist.

Die Welt ist irgendwie… stehen geblieben. Keine Entwicklung oder sehr langsam. Die Beziehung einiger Völker hat sich verschlechtert und es gibt Anzeichen für einen großen Krieg zwischen dem Königreich und dem Kaiserreich.

Angenommen, die Untoten wären nicht aufgehalten und der Skelettdrache wäre in Efrana eingesetzt worden. Ich will nicht wissen, was für eine Zerstörung stattgefunden hätte. Ich denke, es war deine Bestimmung, dies zu verhindern.“ erklärt Mariel ebenso ernst.

Sina war sprachlos, sie wusste nicht, was sie dazu sagen soll. „Weißt du Sina, ich würde dich gerne als Freundin haben. Ich habe auf dieser Welt nicht wirklich viele Freunde. Da ich mit meinem Team immer am reisen bin. Aber mein Gefühl sag mir, dass man dir vertrauen kann. Trotz der Aktionen die du machst.“ bietet Mariel ihre Freundschaft an mit einem schiefen Grinsen.

„Wirklich? Dann würde ich dich auch gerne als Freundin betrachten, in diesem Abenteuer müssen wir Frauen doch zusammenhalten.“ nimmt Sina das Angebot an und wird von Mariel umarmt.

„Richtig und wer weiß, vielleicht machen wir in der Zukunft noch ein Abenteuer.“ freut sich Mariel und Sherry grinst ebenso.

„All dieses Vertrauen, wie würden sie reagieren, wenn sie wüssten, wer ich in Wirklichkeit bin…“ dachte Sina traurig.

Kapitel 38

Ich bin wiedergeboren und bin ein Experte für riesige Monster?

Am nächsten Tag fand die Gruppe eine lange öde Steppe voller Gestein. Vor allem aber auch riesige Knochen waren zu sehen.

„Das würde erklären, wie sie an den Skelettdrachen ran gekommen sind, bei all diesen Knochen. Es ist ja wie ein Monsterfriedhof, aber… ich habe noch nie gehört, dass im alten Königreich irgendwelche großen Monster lebten.“ murmelt Onesta.

„Na ja, wann genau ist das Reich untergegangen? Wenn keine Zivilisation existiert, herrschen die Monster. Hier blüht das Herz jeden Leichenbeschwörers auf, da könnte man schon das eine oder andere Monster als Skelett wiedererwecken.“ meint Sina.

„Hier sind zumindest sehr viele Spuren eines großen Marsches… vermutlich von der Armee.“ deutet Castien auf den Boden.

„Dann sind wir auf dem richtigen Weg. Bisher verlief die Reise ohne nennenswerte Störungen und ich hoffe, dass es so weiter bleibt.“ erklärt Kunz zufrieden.

„Aber was sind das für Erdhügel? Irgendwie… passen sie nicht so ganz ins Bild hier.“ gab Sherry ihre Bedenken kund.

„Hat der Mischling etwa Angst? Du kannst jederzeit wieder umkehren.“ lästert Castien.

Kunz mischte sich ein, als er bei Sina die Blitze aus den Augen fliegen sieht. „Keine Streitereien hier, gleiche Formation wie gestern und los geht´s.“

Castien zieht stark die Nase hoch und ging vor, während die anderen nur den Kopf schütteln. „Du brauchst mich nicht vor allen immer so beschützen, weißt du Sina?“ flüstert Sherry.

„Hmm, ich habe eher ein Problem, dass wir einen Rassisten dabei haben. Das du auf dich selber aufpassen kannst, weiß ich doch.“ dabei lächelt Sina ihre Freundin an.

Einige Stunden später lief die Gruppe tiefer in die Einöde. Sie durchquerten riesige Knochengerippe, als wären es Riesen gewesen.

„Ich wundere mich, warum sie nur den Skelettdrachen geschickt haben. Bei all dem Gerippe dürften bestimmt noch andere ziemlich auf seinen Niveau liegen.“ sagt Sina.

„Vielleicht braucht man das komplette Skelett? Ich habe hier relativ wenige Schädel von diesen Monstern gesehen. Aber Nekromantie ist nicht mein Gebiet.“ meint Sherry.

„Was das wohl für Monster waren? Die müssen ja alle riesig gewesen sein, hat das Königreich Efrana nie solche Probleme mit Riesenmonster gehabt?“

„Nicht das ich wüsste. Es gab mal hier und dort eine Geschichte. Doch dieser Friedhof übertrifft ja die Anzahl der Monster als die von den Geschichten.“

„Sag, warum hältst du diese Hügel so im Auge? Meinst du, da leben die Leichenwürmer oder anderes?“

„Ich weiß ja nicht mal, wie diese Leichenwürmer aussehen, aber ist dir nicht aufgefallen… dass einige Knochen angenagt aussehen?“

„Nun, können auch andere Aasfresser gewesen sein, das dürfte die ja auch anlocken.“

„Fressen Aasfresser auch Knochen? Auf mich wirkt das so, als wären die Knochen gezielt gefressen worden.“

„Du beschwörst dein Unglück gerade zu heraus, kann das sein? Na dann bin ich ja gespannt, was für Viecher wir hier treffen werden.“

Es vergeht einige Zeit, da gibt Castien einen Pfeifton, eine Warnung, dass etwas nicht stimmt. Alle zogen ihre Waffen und machten sich auf einen Kampf bereit.

„Ich liebe dich wirklich Sherry.“ freut sich Sina, während Sherry etwas blau im Gesicht wurde. „Du bist echt kampfsüchtig oder?“ murmelt Sherry.

Bisher sind noch keine Monster erschienen, bis man eine leichte Vibration unter den Füßen spürte. Alle schauten nach unten und sehen, wie sich kleine Kieselsteine hin und her bewegten.

Dann durchbrach wie aus dem Nichts ein Monster aus dem Boden. Ein riesiger Wurm, der ein Maul voller Reißzähne und extrem blasse Haut hatte. Dann kamen weitere Würmer aus dem Boden. Der Kampf hat begonnen.

Jeder der Teilnehmer kämpft mit einem Wurm. Einige haben weniger ein Problem mit diesen Monstern wie Sina, andere tun sich schwer, sie zu treffen weil sie sehr agil waren.

„Wenn ich raten müsste, sind das keine Leichenwürmer, wenn sich diese Dinger eher von Knochen ernähren. Ich taufe sie einfach mal als Knochenfresser, so scharf wie ihre Mäuler sind.“ teilt Sina es mit.

„Aber ich habe noch nie solche agilen Würmer gesehen. Wie können sie denn unseren Standort finden? Die haben ja nicht mal Augen.“ und Sherry weicht einen Angriff von einem Wurm aus.

„Glaube durch Vibrationen, wir geben ja mehr oder wieder Kampflaute ab und treten auf dem Boden, dass verrät unsere Position.“ vermutete Sina.

„Meinst du, wenn wir nichts machen, würden sie verschwinden?“ sieht Sherry einen Hoffnungsschimmer.

„Und wie lange sollen wir still bleiben? Ich denke, wir sind in ihrem Revier, da sollten wir direkt aufräumen. Zumal, wenn wir wieder zurückkehren, haben wir zumindest eine Sorge weniger.“ lehnt Sina die Idee ab.

Der Kampf geht weiter, bis auf einmal die Erde richtig heftig zu beben beginnt. „Da kommt wohl der Boss. Na mal schauen, was er so drauf hat.“ freut Sina sich.

Ein bisschen weiter von der Gruppe entfernt bildet sich ein immer größer werdender Erdhügel, bis ein Wurm die Erde durchbrach. Jeder der Teilnehmer war von der Größe dieses Wurmes schockiert.

„Wow, der ist ja dreimal größer als der Skelettdrache, den nehme ich mir vor!“ und Sina rannte auf den Wurm zu. Der Megawurm gab ein langes und lautes Brüllen von sich, dabei kamen viele weitere Würmer aus der Erde heraus und blockierten den Weg.

„SINA! Komm zurück, wir müssen zusammen bleiben!“ rief Kunz Sina zu, als er sah, wohin sie rannte, aber Kunz wurde ignoriert und musste sich mit seinen eigenen Problemen befassen.

„Blutklinge… Murtair… Nun testen wir mal die neue Fähigkeit! Bei diesen ganzen Würmern die uns im Weg sind, ist das der ideale Zeitpunkt es auszuprobieren… Schwertwirbel!“ und Sina wirbelt sich durch die Würmer, die keine Chance hatten auszuweichen.

„Hoffentlich geht das lästige Weib dabei drauf.“ knurrt Castien, der ihre gedankenlose Aktion sieht und den nächsten Wurm tötet.

Sherry kombinierte ihre Fähigkeiten mit dem Schwert und ihrer Magie und schaffte es, sich den Höllenschwertern anzuschließen.

„Hol Sina zurück!“ ruft Kunz, aber Sherry schüttelt den Kopf. „Keine Chance bei diesen ganzen Monstern, außerdem lenkt sie mit ihrer Aktion diesen… Riesenwurm ab! Wenn wir Luft haben, können wir irgendwas gegen das Monstrum machen?“ kommentiert Sherry.

„Ich habe noch nie einen Wurm in dieser Größe gesehen, der muss über Jahrzehnte nur gewachsen und gefressen haben, ohne dass er einen natürlichen Feind hatte.“ teilt Mariel es mit.

„Für so ein Vieh bräuchten wir Belagerungswaffen, die den nötigen Schaden anrichten. Himmel, dieses Vieh könnte locker eine Stadt zerstören bei dieser Größe!“ meint Erilag.

„Dann überlassen wir das Sina, sie dürfte die richtige Expertin sein für solche Monster.“ lächelt Sherry mit blassem Gesicht.

Je näher Sina dem Megawurm kam, desto gigantischer ist er. „Puh, wie kann ich so ein Vieh zerlegen? Der ist breiter als dieser Drache und diesmal habe ich keine Zeit meine Fähigkeit Allesschneider vorzubereiten, wenn mich die ganzen kleinen Würmer angreifen.“ murmelt Sina.

„Argh, ich hatte doch mal das eine Spiel gespielt…. „Gratos“ hatte doch auch mal so ein ähnliches Monster besiegt… AH!“ und Sina erinnerte sich wieder.

„Wegen seiner Größe kann dieses Megavieh vermutlich eh nicht gut ausweichen. Kommt davon, wenn man zu viel frisst, Dickerchen.“

Sina war dann nah genug, dass sie beide Katanas in den Körper dieses Monsters reinrammte. Der Wurm spürte einen Einstich, das ähnlich wie ein lästiges Jucken war, aber ansonsten keine Gefahr spürte, bis…

Sina fing dann an, um den Wurm zu rennen und zieht ihre Katanas im Körper des Wurmes mit, das Monster schrie vor Schmerzen, wie er es lange nicht mehr erlebt hatte.

„Will Sina etwa den Wurm zerteilen? Das bringt nichts, sie würde nur seine Haut aufschneiden!“ meint Castien, der nicht mehr angegriffen wird und den Kampf beobachtet.

Der Megawurm brüllte und Sina lief unbeirrt weiter, bis der Wurm weiter aus der Erde herauskam und Sina mit sich zog. Dann grubt der Riesenwurm sich in an eine neuen Stelle in die Erde hinein, Sina hielt ihre Katanas fest auf dem kommenden Aufprall mit der Erde.

Dann war der Wurm mit Sina weg, aber man spürte das gewaltige Beben unter den Füßen. Die Teilnehmer haben ihre letzten Würmer erschlagen und haben sich zu eine Gruppe gebildet, abwarten, was der Megawurm als nächstes macht.

Die Wurm durchbrach wieder die Erde und buddelte sich anschließend wieder rein, dabei zog es seinen gigantischen langen Körper mit und irgendwann sah man Sina weiter an seinem Körper… kleben.

„Was macht sie da? Lebt sie überhaupt noch?“ murmelt Onesta.

„Sie soll eine Expertin sein für solche Probleme?“ murmelt Erilag.

„Habt ihr bessere Vorschläge, wie man so ein Vieh töten könnte?“ kontert Sherry und alle schütteln den Kopf.

Irgendwann kam die Schwanzspitze des Wurm und verschwand in die Erde. „Zumindest habe ich das längste Monster in meinen Leben gesehen. Das müssen wir dem Monsterforscher erzählen. Sie zahlen ja gerne für solche Informationen.“ rieb Erilag die Hände.

„Nur wenn wir lebend hier wegkommen.“ kommentiert Castien.

Etwas weiter entfernt durchbrach der Megawurm wieder die Erde mit einer Geschwindigkeit, die man seiner Größe gar nicht zugetraut hätte.

Dann knallte der Wurm mit seinem oberen Teil des Körpers hin und her auf dem Boden, bis Sina sich durch die ruckartigen Bewegungen vom Körper des Wurms loslöste mit ihren Katanas und unkontrolliert in die Luft flog. Alle Zuschauer hielten den Atem, als sie sahen, dass es Sina war.

„Hui… ist mir schlecht… Ah, der Wurm macht sein Maul auf um mich zu fressen?!“ Sina schaffte es schnell sich an ihre neue Situation anzupassen und sah, dass sie regelrecht in sein Maul rein flog.

„Das hättest du wohl gerne mich einfach so zu fressen! Schwertwirbel, Schwertwirbel…“ und aktiviert immer öfters ihre Fähigkeit.

„Oh nein, Sina fällt in sein Maul rein!“ rief Mariel.

„Aber was macht sie da?“ murmelt Castien, der versucht zu sehen, was Sina kurz vor ihrem Tod macht.

„Ist das nicht ihre Fähigkeit, was sie gegen die kleinen Würmer eingesetzt hat? Will sie etwa…“ sagt Erilag.

Sina ist wie ein Wirbelwind… Ein Wirbelwind aus Schwertern, die um die eigene Achse drehten und immer schneller wurden, dass ihre Schnitte fast die Luft zerschneidet.

Dann war sie im Maul des Wurms. Die Zuschauer hörten so was ähnliches wie ein Schluckgeräusch. Erilag glaubte sogar, dass der Wurm ein Rülpsen von sich gab, aber Zwerge haben halt komische Ohren.

Auf jeden Fall brüllte der Wurm in einer Lautstärke, dass sich jeder seine Ohren zuhalten musste. Dann erbrach er eine große Menge von Flüssigkeit, die man als Blut betrachten könnte, wenn es nicht eine gelbliche Farbe hätte.

Der Megawurm windet sich vor Schmerzen hin und her, versuchte den Schmerz zu beenden, indem er mit dem Körper auf den Boden kracht, aber nur sich selber schadete.

Dann wurde er auf einmal kurz steif und gab ein leichtes Brüllen des Schmerzens ab, bevor er reglos auf den Boden krachte.

Die Gruppe wusste nicht, wie sie reagieren soll, lebt das Monster noch oder ist es tot? Was ist mit Sina, aber die Frage löste sich recht schnell.

An eine Seite des Megawurms bildete sich eine Beule bis diese dann aufbrach. Die Gruppe rannte zu dieser Stelle hin und sahen eine qualmende Sina.

„Himmel, das wird mir keiner glauben, wenn ich erzähle, dass ich ein Monster von innen aus getötet habe.“ murmelt Sina laut genug, dass jeder es mitbekam.

Sherry wollte schon nach Sina rufen, aber sie sah, welches Problem aufkam. Mariel stoppte die Männer. „Geht nicht weiter, aber hier ist eine Frauenzone!“ rief sie.

Die Männer schauten verdutzt zu Sina, bis sie alle merkten, dass die Magensäure, die überall an Sina dran war ihr Kimono und restliche Kleidung zerfraß, sodass sie bald nackt da stehen würde, nur mit ihrer Kettenrüstung.

„VERSCHWINDET SOFORT!“ schreit Sina mit rotem Kopf!

>Level 61 aufgestiegen< >Blutklinge Level 61 aufgestiegen<

>Blutklinge Selbstreparatur: Level 12 aufgestiegen<

>Blutklinge Schärfe: Level 12 aufgestiegen<

>Blutklinge Härte: Level 12 aufgestiegen<

>Säure Resistenz: Level 10 aufgestiegen<

>Säure Resistenz wird zu: Säure Immunität <

>Regeneration: Level 7 aufgestiegen <

>Schwertwirbel: Level 2 aufgestiegen <

Kapitel 37

Ich bin wiedergeboren und reise ins Land der Toten?

Die Tage verliefen wie im Fluge. Sina und Sherry haben ihre Vorbereitungen abgeschlossen. Suki und Mel passen auf die Villa auf, dabei achtet Suki darauf, dass die laufenden Projekte funktionieren.

Sina hat inzwischen das Waisenheim nochmal besucht und den Kindern wieder ein paar weitere Spiele beigebracht. Zum Highlight des Tages hat sie mit den Kindern wieder „We will We will rock you“ gesungen von Freddie Mercury , aber diesmal hat sie ein Musikinstrument mitgebracht: Schlagzeug. Das brachte ein Staunen unter den Kindern. So viele Zuschauer und alle hatten wieder ihren Spaß gehabt.

Die Schreiner bekamen weitere Aufträge, die etwas komplizierter waren, aber sie hatten diesmal etwas mehr Zeit. Sina freute sich schon darauf.

Alle Teilnehmer trafen sich auf der Brücke des Schicksals. Die Brücke wurde nach dem Kampf größtenteils repariert und man fängt an, Gegenmaßnahmen zu bauen, damit keine Invasion mehr so schnell nach Efrana kann.

Ansonsten wurde ein großes Marmorschild an der Seite der Brücke hingestellt, worauf steht, dass die Heldin Sina, die Verteidigerin gegen eine Armee von Untoten kämpfte.

„Soo, nachdem alle Teilnehmer anwesend sind, der folgende Plan. Ich habe eine Kopie vom alten Königreich und mit der Information von Castien werden wir direkt nach Süden reisen. Es wird zwar etwas länger dauern, aber wir wollen das Moor vermeiden.

Sollte im Süden keine Route existieren, so werden wir wohl oder übel die Felskette nehmen und klettern müssen. Doch eins nach dem anderen. Das Königreich ist nicht so groß gewesen, so sollte die Reise zur Hauptstadt höchstens 3Tage dauern, wenn wir keine unerwarteten Probleme bekommen.

Castien wird als Späher vorgehen, weil er die besten Augen hat und vor Gefahren warnen kann, Sina und Sherry werde die Nachhut bilden.

Sobald es dunkel wird, werden wir rechtzeitig einen sicheren Schlafplatz aufsuchen und Wachen einteilen. Die Gilde hat Proviant für Monate vorgesorgt sowie andere Hilfsgüter, daran sollte es nicht scheitert. Irgendwelche Fragen?“ schaut der Expeditionsleiter Kunz bei den Teilnehmer herum.

„Ok, dann geht es los!“ und alle marschierten ins Land der Toten.

Einige Stunden später fragte Sina Sherry: „Was ich mich wundere ist, eine ganze Armee wanderte zur Brücke, da müsste man doch zumindest Spuren ihres Marsches sehen.“

„Das liegt am Land Sina. Ich bin kein Experte wie die anderen, aber wenn ich den Boden so betrachte, ist er nicht unbedingt… fest? Es ist so, als würde der Boden wieder seine alte Form annehmen, was ziemlich abnormal ist.“ erklärt Sherry.

„Verstehe. Da du ja relativ viel Wissen hast, was kannst du mir über Monster so erzählen? Ich meine jetzt nicht unbedingt die ganzen Untoten. Die habe ich zu Genüge kennengelernt, sondern ob es ähnliche Varianten der Untoten gibt oder sogar Monster existieren, die sich von Untoten ernähren.“

„Du machst mich ja ganz verlegen, soviel weiß ich doch auch nicht, aber gut. Lass mich mal überlegen. Es gibt bei den Untoten die du schon kennengelernt hast auch… Untote, die nicht wirklich Untot sind, zum Beispiel Vampire.“

„Vampire? Also die Typen, die Blut zum überleben brauchen, kein Sonnenlicht oder Knoblauch vertragen oder Angst vor Kreuze haben?“

„Das kann ich nicht so genau sagen, es gibt Geschichten, da machte Sonnenlicht dem Vampir gar nichts aus, andere brannten komplett auf als sie mit der Sonne in Kontakt kamen. Ein Vampirjäger könnte dir näheres erklären.“

„Sind die stark? Also können sie in der Liga des Skelettdrachen spielen?“

„Keine Ahnung, so viele Berichte über Vampire gibt es nicht, nur das sie unheimlich schwer zu töten sind.“

„Lass mich raten, Kopf abschlagen oder ihr Herz zerstören?“

„Richtig, aber genau dort liegt das Problem. Ein Vampir ist immer stärker als ein Mensch oder andere Rasse. Ich kenne mich mit der Mythologie der Vampire nicht aus, aber es soll zwei Arten von Vampiren geben.

Die einen, die als Vampir geboren sind und die, die zum Vampir gemacht wurden. Ersteres sind immer die stärkeren, zweiteres müssen trainieren, damit sie stärker werden. Außerdem sind sie alterlos. Sie haben alle Zeit der Welt sich ihre Stärke anzueignen.“

„Hmm, meinst du sie haben ihre Finger in der Gesellschaft? Ich meine, wenn jemand dir ewige Jugend, Macht und Stärke anbietet ist das ein ziemlich heißes Angebot. Natürlich wird der Vampir einiges verlangen, aber es gibt genug gierige Wesen, die so ein Angebot nicht ausschlagen würden.“

„Du, ich bin nur eine einfache Abenteurerin. Ich würde es nicht mal merken, wenn ich an einem Vampir vorbei laufen würde.“

„Hmm? Keine rote Augen, lange Eckzähne, fahle Haut?“

„Doch das schon, aber wenn die sich verkleiden würden? Oder im dunkeln sieht man das alles nicht so richtig.“

„Ich wette, wir treffen auf diese Wesen, du Glücksbringer.“

„Wieso grinst du mich so an Sina? Oh man… Du hoffst echt auf eine Begegnung mit diesen starken Wesen? Willst du dich nicht erst mal mit dem Lichkönig auseinander setzten?“

„Meinst du, der Lichkönig wird alleine in seiner Burg sitzen und auf uns warten? Dann hätte er aber ein sehr kurzes Leben gehabt. Nein, der wird bestimmt die stärksten Diener bei sich haben, sonst würden nicht so viele S-Leute dabei sein.“

„Hoffentlich muss ich nicht auch kämpfen, so kampferprobt bin ich nicht.“

„Nun, du kannst doch mit dem Schwert kämpfen und zeitgleich Magie nutzen. Auf mich machst du den Eindruck eines Schwertmagiers. Hast du schon mal versucht dein Pech zu kontrollieren?“

„Wie meinst du das?“

„Nun, sagen wir, wenn dein Gegner dich angreift, dass irgendwas zufälliges dazwischen kommt und er auf dem Boden landet.“

„Nein, ich wüsste gar nicht wie ich mein Talent kontrollieren könnte. Es ist nicht wie Magie.“

„Schade, dann wärst du ein ziemlich gefährlicher Gegner, wenn du deine Umgebung bewusst beeinflussen kannst zu deine Gunsten.“

„Hmm, der Gedanke wäre schön, aber leider ist da nichts zu machen.“

„Es ist wie es ist. Neben den Vampiren, gibt es Monster die von Untoten leben? Ich meine, hier müsste es ja das reinste Festmahl für diese Monstertypen sein.“

„Du stellst Fragen, ich bin kein Monsterforscher weißt du?“

„Nun, ich versuche mich halt etwas abzulenken. Die Gegend ist ja schon so trostlos genug.“

„Ich glaube es gab da diese Leichenwürmer, aber mehr weiß ich über sie nicht.“

„Siehst du, schon wieder was neues gelernt.“

„Sag mal Kunz, die beiden sind ziemlich geschwätzig und sorglos, obwohl wir in einem feindlichen Gebiet sind.“ meint Erilag.

„Jeder geht anders mit dem Stress um. Wobei bei Sina bin ich mir nicht so sicher, ob sie etwas andeuten möchte. Denkt an die Konferenzversammlung, wie sie durch ihre Fragen ganz bewusst Ma Shi gelenkt hat. Ansonsten müssten wir uns jetzt planlos durch die Gegend nach Ruinen und sonstigem umschauen.“ kommentiert Kunz.

„Kunz… Ich war so frei und habe mir ihre Werte analysiert. Wusstest du, dass sie Meister in zwei Waffentypen ist?“ flüstert Onesta.

„Zwei? Dann spielt sie doch in der Liga der S-Abenteurer. Wieso ist sie noch A?“ hakt Erilag nach.

„Ich weiß nicht ob einer von euch die Übertragung gesehen habt, wie Sina die Armee und den Skelettdrachen besiegt hatte, aber zu diesem Zeitpunkt hatte sie noch den Rang G gehabt. Rang A bekam sie als Belohnung. Wir wissen alle, wer in die S-Liga will, muss die Zustimmung aller Gildenmeister haben.“ erklärt Onesta.

„Erinnere mich nicht daran. Das war ein Aufstand gewesen, bis alle Gildemeister zugestimmt haben, vor allem diese gierigen aus dem Kaiserreich.“ murmelt Mariel.

„Aber erzähl doch mal ihre anderen Werte Onesta.“ sagt Erilag

„ … Ich glaube, wir würden gemeinsam nicht gegen sie gewinnen.“ flüstert Onesta wieder.

„Ich habe ihre Übertragung gesehen und es hätte mich wirklich nicht gewundert, wenn sie viel stärker ist als ihr Rang es anzeigt. Aber so schlimm?“ teilt Kunz seine Meinung mit und Onesta nickt nur.

„Vermutlich kann Sina es mit dem „Schwertheiligen“ oder dem „Brecher“ aufnehmen, wobei gegen den zweiten hatten wir ja ein Duell gehabt und mir tun immer noch die Knochen weh, wenn ich daran denke.“ erklärt Onesta

„Hmm, dann hoffe ich wirklich, dass sie eine SSS-Abenteurerin wird. Dann können wieder Änderungen in der Abenteuergilde stattfinden. Es nervt unheimlich, dass bei gewissen Themen die anderen SSS-Abenteurer immer drei für Ja und drei für Nein stimmen, zumal Sina mir sympathisch ist.“ meint Mariel.

„Doch erst mal muss sie in die S-Liga kommen!“ erhob Erilag seine Stimme.

„Onesta, nur ein grober Gedanke, haben wir etwas gegen Vampire?“ fragt Kunz.

„Haben wir, aber ich muss dafür gewisse Vorbereitungen treffen. Ich fange damit direkt an, sobald wir ein Nachtlager haben.“ erklärt Onesta und Kunz nickt zufrieden.

„Himmel, warum muss ich mit allen diesen Idioten unterwegs sein. Ich hätte das auch alleine geschafft.“ dachte Castien, der angefressen aussah.

„Nur am quatschen. Damit locken sie nur Monster an… Es widert mich an, dass wir noch einen Mischling in dieser Gruppe dabei haben!“ führte er seine Gedanken weiter.

Als es langsam dunkel wurde, richtet die Expedition ein Nachtlager ein. Die Nachtwachen wurden eingeteilt und Vergünstigungen wurden verteilt.

Die erste Wache übernahm Sherry. Ohne zu wissen warum, blieb Sina ebenso wach und spazierte ein bisschen um das Lager herum, obwohl sie alle zusammen bleiben sollen.

Sina hat immer wieder das Gefühl beobachtet zu werden, aber trotz ihrer Nachtsicht-Fähigkeit, findet sie ihren Beobachter nicht.

„Ja, meine Traumfrau ist dabei!“ freut sich Ludwig Kelmont, der aus einer sehr sicheren Entfernung die Eindringlinge beobachtet.

„Ich hatte recht gehabt. Die Menschen schicken eine Expedition raus und mein Wunsch wurde erfüllt. Har…“ seufzte der Vampir.

„Hmm, wie erkläre ich das dem Boss…? Ich habe eine Idee, aber dazu müsste er mitspielen, notfalls zwinge ich ihn dazu!“ redet Ludwig weiter, bis er was sah.

„Hmm, was kommt da angeflogen?!“ und weicht im letzten Moment einem großen Stein aus.

„Oh? Ohne zu wissen, wo ich stehe hat sie auf ihre Instinkte vertraut? Wobei der Stein sieht nicht gerade klein aus… am besten ich verschwinde mal lieber wieder. Doch wir werden uns wiedersehen, meine Traumfrau!“ und Ludwig gibt ein Lachen von sich.

Sina hat einen großen Stein geworfen ganz nach ihrem Bauchgefühl und scheinbar hat es was gebracht, denn das Gefühl beobachtet zu werden, ist verschwunden.

„Nun sollte es eine ruhige Nacht werden.“ murmelt Sina und schließt sich Sherry wieder an.

Kapitel 36

Ich bin wiedergeboren und lerne die Mitglieder der Expedition kennen?

Einige Tage sind nun vergangen und die Stadt hat sich beruhigt über den Brand der Spielhölle. Niemand weiß, was mit Rosch passiert ist, nur das er unauffindbar ist. Die Villa zeigt fast ihre alte Pracht, der Garten wurde auf Grund und Boden komplett geschnitten und das neue Tor installiert, die Mauerarbeiten schreiten voran.

Suki hat saubere Arbeit geleistet in der Villa, sodass fast alle Räume fertig sind. Die Küche ist mit den neuesten Instrumenten ausgestattet und die Speisekammer ist gefüllt. Sherry hat inzwischen Mel kennengelernt, mit anfänglichen Schwierigkeiten verstehen die beiden „Damen“ sich inzwischen gut.

Sina hat Ronald einen großen Beutel Münzen anvertraut, dass er die kommenden Rechnungen bezahlt sowie das nächste Projekt angeht. Im Keller hat man viele weitere ungenutzte Räume entdeckt, sodass Sina beschloss, zwei Räume zu einem Kampftrainingsraum um zu wandeln.

Des weiteren soll einer der Räume komplett schalldicht umgebaut werden, für ihre musikalischen Projekte. Den anderen hat Sina angeboten, sich ebenso ein Hobbyzimmer zu nehmen, aber:

„Herrin, ich bin ein Geist…“

„Der Trainingsraum ist schon ausreichend, dort kann ich meine Kampfkunst perfektionieren, Herrin!“

„Hobby? Ich hatte nie das Geld dafür und habe auch irgendwie keine Veranlagung hmm?“

Also beschloss Sina erstmals die restlichen Räume unbenutzt zu lassen. Wer weiß was die Zukunft bringt. Prashi kam fast jeden Tag die Villa besuchen und hat Mel auch kennengelernt. Doch ihr fällt es wohl schwerer den Geist zu akzeptieren, was Mel für Streiche ausnutzt.

Dann kam der Tag, wo der Gildenmeister Ma Shi, Sina und Sherry zu sich rief. Beide sitzen nun im Büro des Gildenmeisters.

„Bevor ich anfange, Sherry, du möchtest Sina bei der Expedition begleiten?“ fragt Ma Shi.

„Jawohl, es ist für mich eine Ehre, das Sina mich gefragt hat! Ich werde mein Bestes geben, dass die Expedition erfolgreich sein wird!“ erklärt Sherry mit Stolz.

„Nun gut, Sina? Tu mir einen Gefallen. Wir gehen gleich in den Konferenzraum und ihr lernt die anderen Teilnehmer kennen. Egal was passiert oder gesagt wird, bitte keine Schlägerei, ok?“ warnt Ma Shi.

„Huh? Ok?“ wundert Sina sich dann und gehen alle in den Konferenzraum. Dort wartet Prashi schon und im Raum waren noch fünf weitere Personen, die Sina noch nicht gesehen hatte. Ma Shi deutet auf die leeren Sitzplätze für Sherry und Sina, so nahmen beide ihre Sitze ein.

„Ich grüße euch, ich stelle mich nochmal kurz vor. Ich bin der Gildenmeister Ma Shi und organisiere die Expedition. Im Zusammenschluss aller Gildenmeister sowie Anfrage des Königreichs, haben wir beschlossen, eine Expedition ins Land der Toten zu machen.

Ich stelle euch eben alle vor, denn ihr seid alle Teilnehmer dieser Expedition.

Sina die Verteidigerin mit einem Rang A sowie ihre Gefährtin Sherry mit einem Rang B.

Die S-Gruppe „Die Höllenschwerter“ mit ihrem Anführer Kunz Rang S, Onesta Rang S, Mariel Rang S und Erilag, ebenso Rang S.

Die „Nachtklinge“ Castien, Rang S und Solo-Abenteurer.

Ihr habt die nötigen Erfahrungen mit dem Land der Toten gemacht, so haben wir Gildenmeister euch auserwählt.“ stellt Ma Shi alle vor.

Die Teilnehmer nickten sich alle gegenseitig zu, bis Castien die Hand hebt.

„Ja Castien?“ fragt Ma Shi.

„Nehmen wir etwa die unreine blau haarige Brut mit? Ich weigere mich mit einem Mischling zusammenzuarbeiten.“ teilt Castien in einem arroganten Ton mit.

„Oh? Wusste gar nicht das Elfen solche Rassisten sind.“ meldet Sina sich. Ma Shi hatte schon mit so einem Ärger gerechnet, während Sherry betroffen traurig schaut.

„Was will mir ein Rang A-Abenteurer schon sagen. Werdet nicht aufmüpfig nur weil ihr ein paar schwache Untote getötet habt.“

„Nicht nur ein Rassist, sondern auch ein hochmütiger Idiot? Ma Shi, langsam verstehe ich, was ihr vorhin meintet, aber wenn nicht jemand gleich sein Maul stopft, bin ich das.“ droht Sina.

„SCHLUSS DAMIT! Castien, behaltet eure Meinung für euch und ihr Sina, keine Schlägerei!“ beenden Ma Shi den Streit. Zwischen Castien und Sina flogen die Funken, aber sie sagen nichts mehr.

„Nun, dann fahre ich mit der Planung weiter vor. Eure Aufgabe wird es sein, die Organisation, die hinter der Armee der Untoten steckte, aufzuspüren und wenn möglich, diese zu neutralisieren.“ führt der Gildenmeister die Erklärung weiter.

„Die Expedition wird Kunz leiten als erfahrener Anführer. Des weiteren bekommt ihr Proviant und andere nötige Gegenstände, die euch bei eurer Reise helfen werden. Wenn ihr noch irgendwas benötigt, stellt die Forderung an meine Assistentin Prashi, sie wird sich darum kümmern.“

Kunz, ein mittelalter Mann nickt zu seiner Ernennung und der Zwerg Erilag klopft ihm auf die Schulter. Mariel, eine Elfin, wirft immer wieder Blicke zu Castien und Sherry rüber.

„Das wäre alles.“ beendet Ma Shi.

„Warte, warte mal alter Mann. Wir sollen einfach ohne einen Plan in das Land reisen und jeden Stein mehr oder weniger umdrehen?“ fragt Sina etwas zweifelnd.

„Es gibt keine Karte vom Land der Roten, ihr werdet dies wohl möglicherweise tatsächlich so machen, also jeden Stein umdrehen.“ meint Ma Shi.

„Ok, es gibt keine aktuelle Karte, aber Sherry hat mir erzählt, dass es früher ein aufblühendes Königreich war. Gibt es davon keine Karten?“

„Sie bringen aber nicht viel, weil sich das Land komplett verändert hat.“

„Alter Mann, was haltet ihr davon, ein Gedankenspiel mit mir zu machen und in der Zeit holt Prashi die Karten des verlorenen Königreichs.“ schlägt Sina vor. Alle Teilnehmer schauten sich verwirrt um, aber Ma Shi nickte Prashi zu, dass sie in den Archiven nach einer Karte suchen soll.

Es dauert nicht lange, da kam Prashi mit einer sehr alten Karte. Diese wurde an der Wandtafel angebracht und man hat nun ein Bild vor Augen, wie das alte Königreich war. Auf der Karte war auch die Brücke des Schicksals abgebildet.

„Ok, eine Armee voller Untote. Woher bekommt man diese.“ fängt Sina mit dem Spiel an.

„Aus Schlachtfeldern, Friedhöfen oder da wo viele gestorben sind.“ antwortet Ma Shi.

„Aufgrund dessen da niemand den Grund kennt, warum das Königreich untergegangen ist, muss man die Dörfer, Städte oder andere Siedlungen mit einbeziehen.

„Hmm das stimmt.“

„Damit wäre die Frage geklärt, woher man so viele Untote herbekommt. Nun meine nächste Frage. Wenn ich eine Armee plane, dann möchte ich an einem Ort sein, wo ich nicht gestört werde und trotzdem Zugriff habe, Untote zu beschwören.“

„Hmm je weiter man von der Brücke des Schicksals entfernt ist, desto unwahrscheinlicher wird man auf Abenteurer oder Sonstige treffen. Also am besten tief im Land.“

„Richtig. Nun kommen wir zu der spannendsten Frage. Ich bin der Lichkönig und habe die Macht über den Tod. Ich bin mächtig und doch will ich meine Ruhe vor Fremde haben. Wo wäre im alten Königreich der beste Schutz?“

„… Eine Burg oder Schloss… Sie wäre heute vermutlich verfallen, aber…wenn sie noch halbwegs intakt ist, dann die größte Burg im alten Königreich.“

„Und wo wäre diese Burg?“

„Lass mich schauen… Wenn mich nicht alles trügt, war die größte Burg in der Hauptstadt gewesen… Hmm weit genug von der Brücke entfernt, man hätte Zugriff auf viele Untote und die Organisation hat dazu eine Burg. Aber man hätte zumindest einen Standort. Eine Burg kann sich unmöglich von einem Ort entfernen.“ ruft Ma Shi mit einer leicht begeisterten Stimme.

„Hmm, zumindest können wir damit was anfangen, aber… liegt zwischen unserem Zielort und der Brücke nicht das Giftmoor?“ fragt der Zwerg Erilag.

„Wo du es sagst, wir sind nie weiter gereist als bis zu diesem Moor. Puh, das wird aber eine anstrengende Reise. Ich glaube, wir sollten Gasmasken organisieren sowie genug Gegengifte.“ erklärt Kunz.

„Giftmoor?“ fragt Sherry und der stumme Onesta bricht sein Schweigen. „In der Tat, die ganze Gegend ist giftig, auch die Luft selbst. Mit einer bestimmten Giftresistenz könnte man das Moor problemlos überqueren, aber… Das Moor lebt. Es leben viele giftige Monster dort, doch das Moor selbst ist ein Problem. Wer einmal an der falschen Stelle tritt, wird vom Moor verschlungen.“

„Und warum gehen wir nicht… einen anderen Weg? Ich meine, wenn dieses Moor alles verschlingt, kann die Armee doch nicht da durchgelaufen sein.“ meint Sherry.

„Hmm da ist was dran, wir haben uns das Moor nie richtig angeschaut. Es wäre eine Möglichkeit, um das Moor herum zu reisen. Wie weit reichen deine Erfahrungen, Castien?“ fragt Kunz den Elf.

Der Elf zieht einmal kräftig Luft durch die Nase bevor er antwortet: „Wenn meine Erinnerung mich nicht täuscht, war nördlich vom Moor eine Felskette. Aber ich bezweifele das die Untoten die Kunst des Kletterns erlernt haben, also bleibt nur noch der Süden.“

„Dann ist es beschlossen. Ihr werdet die alte Burg in der Hauptstadt des Königreich aufsuchen. Dabei werdet ihr das Giftmoor umrunden. Alles weitere überlasse ich der Entscheidung des Expeditionsleiters Kunz. Ich schlage vor, dass ihr euch in zwei Tagen mittags an der Brücke des Schicksals trifft. Wenn ihr noch was benötigt, Prashi ist euer Ansprechpartner.“ beendet Ma Shi die Konferenz.

Castien hatte es scheinbar sehr eilig, er ging raus ohne sich zu verabschieden. „Na das wird ja eine heitere Reise mit dem Kerl. Was ist eigentlich sein Problem?“ murmelt Sina laut genug, dass jeder es mitbekommt.

„Er ist ein stolzer Krieger, der sich an die alten Elfentraditionen hält.“ erklärt Mariel, die auf Sherry und Sina zukommt.

„Viele Elfen denken genauso wie Castien, aber ich sehe das etwas anders. Ich finde, viele der alten Traditionen sollten abgeschafft werden. Ein Kind, dass zwei unterschiedliche Rassen kombiniert, kann niemals die Schuld der Liebe der Eltern sein.

Bleib stark Sherry, vielleicht kannst du in der Expedition zeigen, dass auch Mischlinge ihren eigenen Kampfstil sowie Stolz haben. Am besten ihr achtet nicht auf seine Provokationen.“ dabei hält Mariel die Hände von Sherry.

„Erm, danke? Aber ich glaube eher, das Castien und Sina sich in die Wolle bekommen, als er und ich.“ meint Sherry und schaut Sina dabei an.

„Ich werde mich benehmen, aber ich muss mir nicht alles anhören, was ein Rassist zu sagen hat.“ erklärt Sina sich.

Die restlichen aus der Gruppe Höllenschwerter kommt auch ihnen entgegen. „Ich freue mich zumindest eine solch starke Heldin bei uns zu wissen.“ meint Kunz.

„Arr, wenn wieder so eine Armee kommen sollte, überlasst es uns.“ grinst Erilag und Onesta nickt nur.

„Irgendwelche Tipps für die Reise?“ fragt Sina die Experten.

„Hmm nicht wirklich. Ist eine Reise wie jede andere, nur das man uns alles zur Verfügung stellt. Allein das heißt schon wie ernst die Lage ist. Ich hoffe nur, dass der Lichkönig nicht irgendwelche antike oder verbotene Magie beherrscht, sonst könnte das hässlich werden.“ denkt Kunz laut.

„Was versteht man denn unter antike oder verbotene Magie?“ wundert Sherry sich.

„Menschen erschaffen oder direkten Eingriff in die Seele humanoider Wesen zum Beispiel. Dämonen beherrschen solch verbotene Magie, aber wenn ich jemanden richtig verstanden habe, ist es ihre angeborene Rassenmagie und können nicht erlernt werden.“ erklärt Onesta.

„Und ihr glaubt der Lichkönig könnte ähnliches beherrschen?“ Sherry

„Davon müssen wir ausgehen. Ich… wir sind noch keinen solchen Untoten begegnet und die meisten Lichs waren kein Problem. Aber richtig alte Lichs darf man nicht unterschätzen und wir sprechen scheinbar über ein Wesen, das alt ist und vermutlich eine höhere Evolution der Lichs zu sein scheint.“ Mariel

„Ihr habt doch auch ein paar von ihnen erschlagen oder Sina?“ Kunz

„Hab ich das? Habe keinen Unterschied bei der Menge festgestellt, nur dass sie lästig waren und ich ihnen meine Aufmerksamkeit widmen musste. Wäre hässlich gewesen, wenn die noch gelebt hätten, als der Skelettdrache kam.“ Sina

„Bescheiden ist die Verteidigerin. Nun, ich hoffe, der Drache war der letzte, ansonsten weiß ich ja, wen ich vorschicke.“ Kunz

„Nicht Castien? Ich würde bei dem Kampf liebend gerne zuschauen, wie er das regeln würde.“ Sina

„Ich bitte dich wirklich von Herzen, den Kerl zu ignorieren. In dieser Expedition müssen wir alle zusammen halten. Mir persönlich gefällt das auch nicht, aber die Gildenmeister haben sich was dabei gedacht. Obwohl ich andere Abenteurer kenne, die im Land der Toten auch schon waren.“ Kunz

„Nun denn, treffen wir uns alle in zwei Tagen an der Brücke.“

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