Ich bin wiedergeboren und die Wahl der Qual?
Sherry und Neia hielten sich weiter fest, aber den zornigen Blick von dem Dämonenkönig standzuhalten erfordert doch einiges von ihnen. „Wenn… ich die Übertragung verstanden habe… bist du mit den blauen Haaren die Verlobte… und die mit den roten Haaren die Geliebte?“ hob Mephisto eine Augenbraue hoch.
„So wie ich meine Tochter kenne, hat sie euch bestimmt die Königstraditionen erklärt. Hat sie euch…“ bückte der König zu ihnen. „auch erklärt, WARUM es diese Traditionen gibt? Manche… Traditionen sind vielleicht lächerlich, aber manche dienen auch zum Schutz.“
„Nein, habe ich ihnen nicht!“ mischte Sina sich ein. „Das wäre…“ „Wäre WAS? Alte Geschichten, weil DU keinen Sinn darin siehst? Nur weil du auch den Titel „Dämonenkönig“ trägst, solltest du mit Bedacht denken, ob du einfach SO eine Tradition auflöst.
Deine… „Töchter“ wie du eben voller Stolz vorgestellt hast, sie sind nichts anderes als erschaffene Dämonen. Sie tragen NICHT dein Blut und waren mal Menschen gewesen. Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ich sie in irgendeiner Form als Mitglieder der Königsfamilie betrachte oder?
NUR weil sie dir ähnlich geworden sind, eine dämonische Rasse angenommen haben mit deren Fähigkeiten, sind sie immer noch keine Familienmitglieder! Deswegen ist es mir egal, was sie für Pläne haben.
Aber was mir NICHT egal ist, was DU planst!“ schnauzte Mephisto seine Tochter an, dann drehte er sich zu den Blutelfen um. „Der Grund, warum die Tradition existiert ist, dass die Kinder eines Königs nicht ehelichen dürfen basiert auf einen Vorfall in der Vergangenheit.
Es gab mal einen ziemlich lüsternen Dämonenkönig, der sich einfach alles genommen hat. Warum der dunkle Gott ihm den Titel verliehen hat, dass wird niemand erfahren. Aber was man wusste ist, dass dieser Kerl 73 Kinder hatte.
Wunderbar, das Erbe ist ziemlich sicher müsste man meinen. Dummerweise kam die Frage auf, wenn diese Kinder ehelichen, hätten diese dann ein Anrecht auf die Krone? Ich habe keine Lust das Dilemma zu erzählen, dass kann auch meine Tochter selber, das Ergebnis war, dass der lüsterne König das Problem „einfach“ gelöst hat: Niemand von ihnen darf heiraten.
Was kam dafür als Konsequenz? Ein Krieg zwischen dem König und seinen Kindern, die Kinder gegen die Kinder und weil scheinbar noch Platz vorhanden war für weitere Partien, hat man das Volk ebenfalls mit reingezogen.
Am Ende haben nur der König und zwei seiner Kinder, die ihm treu zur Seite gestanden haben, den Sieg mit hohem Preis errungen, denn das Volk war fast ausgerottet worden. Die Krönung war dann, dass seine Tochter ihm einen Dolch in den Rücken gerammt hat.
Soviel zum Thema „Treu“. Tja… ein großer Scherbenhaufen war entstanden, weil man eine „einfache“ Lösung ins Spiel gebracht hat. Lass euch von meiner Tochter erklären… warum man die Verräter Tochter auch die Mutterkönigin genannt hat, denn es waren kaum weibliche Dämonen vorhanden in deren Zeitalter, dafür aber sehr viele männliche Dämonen.
Deswegen ist es nicht möglich, irgendwie das Blut der Königsfamilie auszurotten, weil irgendwer immer noch das Blut in sich trägt und jederzeit vom dunklen Gott ernannt werden kann. Diese Traditionen dient also… zu verhindern, dass sich dieser Vorfall wiederholt noch wirklich die Diskussion geführt werden muss… ob ihr überhaupt irgendwelche Anrechte hättet, sollte man mich töten können.
DAS scheint aber meine Tochter nicht verstehen zu wollen. Dabei ist es egal… ob Sina euch erwählt hat oder wen auch immer. Es gibt keine Hochzeit zwischen euch, solange IHR mich nicht besiegen könnt!“ knurrte Mephisto.
„Du willst also weiter stur an dieser Traditionen halten? Was ist denn, wenn ich sterben sollte? Bei meinem Lebensstil nicht unbedingt abwegig müsste man meinen. Einer wird von deinen vielen lieben Töchtern dein Erbe antreten, wenn die Helden dich irgendwie töten könnten, wenn ich es nicht vorher verhindere.“ verschränkte Sina ihre Arme.
„Ganz ehrlich? Dann bin ich tot und mache mir DARÜBER überhaupt keine Gedanken. Ich würde mich nur noch weiter darüber ärgern und das will ich nicht. Ich plane für die Zukunft, aber nicht unbedingt über meinen Tod hinaus.“ verzog Mephisto sein Gesicht.
„NOCH… gebe ich euch die Chance, aus diesem Desaster heil herauszukommen.“ schaute der König wieder die schweigsamen Elfen an. „Es ist nicht unüblich, dass die Kinder der Könige Liebespartner hatten oder was auch immer ihr nennen wollt. Das ist etwas… wo ich meine Augen verschließen „kann“.
Doch bei einer Ehe… bin ich gezwungen, mich einzumischen. Es geht dann nicht nur um das Wohl von Sina, sondern auch um das Wohl des Volkes. Nie darf es wieder in so einen dummen Familienstreit wie damals geraten!“
Sherry schaute Neia an, die am grübeln war. „Mein Name ist Neia, Elfenfürstin und zugleich auch eine Blutelfe. Von eurer… Geschichte habe ich herausgehört, dass es nur… um die Machtansprüche geht.
Wäre… es wirklich nicht einfach zu sagen… dass der Bund der Ehe… der Partner, der NICHT aus dem Königshaus stammt… überhaupt keine Privilegien bekommt? Bei uns Elfen ist das ganz… klar strukturiert, dass Lebenspartner der Anführer nach seinem Tod, keinerlei Kontrolle bekommt.“
„Nein?“ hob Mephisto eine Augenbraue. „Dämonen wollen IMMER Macht haben. MACHT ist Kontrolle über Leben und Tod, Stärke und Gerissenheit. Nein… ihr versteht nicht, wie wir Dämonen denken.
Alleine… dass ihr beide von einer anderen Rasse stammt… egal ob ihr Frauen seid oder nicht, aber das Blut muss vor Verunreinigung geschützt werden.“ richtete sich Mephisto wieder auf. „Also? IHR habt die Wahl…“
„Ich werde Sina heiraten und euch in einem persönlichen Duell herausfordern.“ meldete Sherry sich nun, dabei ging sie einen Schritt nach vorne. „Einst wollte ich Sina wegen einer Dummheit ihrerseits ebenfalls heiraten, doch da wurde ich über euer merkwürdiges System aufgeklärt.
Es… klingt so eigenartig, dass man es einfach nicht verstehen kann. Ich liebe eure Tochter vom Herzen, länger sogar als ihr überhaupt gelebt habt. Ich… wäre eine Wiedergeborene, die immer wieder geboren ist, um Sina wieder zu finden… bis ich sie gefunden habe.
Am Anfang wusste ich es nicht, aber… je länger ich mit eurer Tochter unterwegs war, desto mehr und mehr liebte ich sie… bis ich mich an alle Wiedergeburten erinnern konnte. Ich werde sie jetzt nicht aufgeben, denn all die Zeit habe ich um sie gekämpft.
Meiner eigenen Stärke bin ich mir bewusst, dass ich den Destroyar nicht besiegen konnte und somit euch nicht besiegen kann… aber dank euch habe ich ein Ziel. Ein Ziel, euch zu besiegen, egal wie und wie lange ich dafür brauchen werde.
Sina gehört jetzt MIR!“ zeigte Sherry mit dem Zeigefinger anklagend auf den Dämonenkönig, der am Gesicht voller Zornesadern bekommen hat. Neia ging ebenfalls ein Schritt nach vorne. „Ich… wollte Sina nicht heiraten, aber… wenn sie mich auch an ihrer Seite akzeptiert… werde ich sie ebenfalls gerne als meine Frau nehmen.
Ich werde ebenfalls gemäß eurer Traditionen gemeinsam mit Sherry euch bekämpfen. Dank Sina… konnte ich wieder richtig lernen, was Freiheit bedeutet und noch mehr… jemanden vom Herzen zu lieben.
All die Zeit hat eure Tochter und Sherry mich beschützt. Am Anfang nur als Freunde, nun sind wir ihre Geliebten. Es ist nun unsere Aufgabe, sie zu beschützen und wenn es ihr eigener Vater, vor dem wir ihr Seelenheil schützen müssen. Wir tun, was getan werden muss.“
Sina presste ihre Lippen fest zusammen, weil das jetzt der Moment ist, wo sie nicht weiß, wie ihr Vater nun reagieren wird. So zornig wie er jetzt aussah, war er es nicht mal zum Anfang des Gesprächs oder bei Lara.
„Verstehe…“ fletschte Mephisto seine Zähne weit nach hinten. „Sina, ich habe dir und deinen… „Geliebten“ eine Chance gegeben. Etwas… derartiges habe ich schon seit einer Ewigkeit nicht mehr gemacht.
Ihr wollt also beide MICH, den STÄRKSTEN Dämonen aus Deymonlia und zugleich den Herrscher ALLER Dämonen, um die Hand meiner Tochter, bekämpfen? So viel Dummheit auf einen Fleck habe ich noch nicht erlebt.“ zeigte der Dämonenkönig mit dem rechten Zeigefinger auf die Blutelfen und schien irgendetwas zu murmeln…
Auf einmal schrien Sherry sowie Neia laut auf und hielten beide ihre linken Hände. „Sherry! Neia!“ ging Sina direkt panisch zu den Blutelfen hin, sie sah, wie etwas auf ihren Handrücken brannte. „HÖR SOFORT DAMIT AUF VATER!“
„Warum sollte ich? Sie haben ihre Entscheidung getroffen und ich habe ihnen die Wahl überlassen. Das ist die Konsequenz ihrer Entscheidung.“ zuckte Mephisto mit seinen Schultern. Nun fielen die Blutelfen auf ihre Knie, die Schmerzen sind schlimmer, als sie je erlebt hatten. Dabei formte sich etwas auf ihren Handrücken.
Nun zeigte Sina mit ihrem linken Zeigefinger auf ihren Vater. „Dann schluck das Vater! „Inferno!““ zaubert Sina einen ihrer stärksten Zauber, alle Verbündeten rissen weit ihre Augen auf. Verwundert schaute der Dämonenkönig seine Tochter an…
Auf einmal wurde der Dämonenkönig in eine grüne Feuerkugel eingeschlossen. Mephisto starrte nur seine Tochter an, bevor die Kugel sich ganz geschlossen hatte. Die Feuerkugel explodierteund die komplette Halle wurde in die Explosion reingezogen.
Alle Verbündete dachten, dass der Zauber sie ebenfalls treffen würde, aber eher… erlebten alle ein Wunder. Man konnte den Zauber von innen sehen, ohne irgendeinen Schaden zu erleiden. Überall sah man farbenfrohe Explosionen, schwarze Blitze schossen immer an der Übertragung vorbei.
„Sina!“ legte Kyllia panisch eine Hand auf ihre Schulter. „WAS?! Vater ging damit definitiv zu weit!“ knurrte Sina wütend. Die Schmerzen bei ihren Geliebten hatten aufgehört, sie waren zwar komplett verschwitzt, konnten aber nun die Verletzung genauer betrachten.
Während nun um den Übertragungszauber scheinbar einige Stellen sich Eis bildete, widmete Sina sich Sherry und Neia zu. „Wie geht es euch?!“
„Es… tat weh, aber…“ hielte Sherry ihre linke Hand hoch. „Was… ist das für ein Symbol?“ zeigte Neia ebenfalls ihre linke Hand. Sina betrachtete dies und kannte das Symbol nicht, nur dass es ein dämonisches Symbol war.
Bevor sie aber antworten konnten, meldete sich Rokea schon. „Sina? Sollte dein Zauber sich nicht… immer in eine Richtung bewegen?“ Verwundert schaute Sina hoch und staunte… Bei der Explosion hat der Zauber sich ausgedehnt… nun sieht es aus, als würde er abgesaugt werden.
Überall wurde der Zauber immer stärker und stärker gesaugt, bis man wieder die Halle sah, die extremst zerstört aussah… bis man die Ursache sah. Mephisto saugte den Zauber mit seinem Mund in einem großen Wirbel… bis „Inferno“ komplett verschwunden war.
Der Dämonenkönig drehte seinen Kopf leicht zur Seite und spuckte mit sehr großer Verachtung die „Magie“ aus seinem Mund raus. DAS… schockierte nun selbst Sina, denn ihr Vater zeigte überhaupt keinerlei Anzeichen, dass der Zauber ihn auch nur Ansatzweise erreicht hatte.
Aufgrund, dass Inferno überwiegend alle Säulen in der Nähe zerstört hat, verlor die Halle ihre Struktur und fing an, stark zu beben. Man sah überall, wie Staub, kleine Kieselsteine und weiteres von der Decke runter fiel, bis es richtige Steinbrocken wurden.
„Was… hast du nur angerichtet?“ sagte Mephisto dies in einem Tonfall, dass Sina einen extremen Schauder über ihren Rücken runterkam. Der Dämonenkönig schien die Ruhe zu haben, denn er schaute nur kurz die Zerstörung an, dann hob er seine rechte Hand hoch.
„Zeit: Fünf Minuten zurück!“ befahl er auf einmal und hinter ihm erschien eine riesige Uhr, die aus Knochen bestand. Zuerst tickte sie normal, wie man es von Uhren kennt… bis sie auf einmal rückwärts drehte!
Ganz langsam drehte der Sekundenzeiger zurück… dann sah man es. Die großen Steinbrocken flogen zurück zu ihren Ursprungsstellen, Staub und weiteres ebenfalls. Die zerstörten Säulen flogen alle dazugehörigen Steine zurück und bildeten wieder eine komplette Säule.
Der Schädelthron, der geschmolzen war, nahm mit jedem Schädel wieder seine übliche Form an. Alles, was zerstört war… nahm wieder den Ursprung an, bevor Sina ihren Zauber eingesetzt hat. Ausnahmslos allen fiel der Kiefer runter, dass sie solch eine Magie vor ihren Augen erlebten, niemand traute sich auch nur seine Augen zu schließen.
„Zeit: Gegenwart bleibt nun erhalten!“ befahl der Dämonenkönig und nahm seine Hand wieder runter, die Uhr hinter dem König löste sich auf. Sina und Mephisto starrten sich nur in die Augen… bis der Dämonenkönig auf den Übertragungszauber zulief…
„Was… hast du jetzt…“ wollte Sina direkt nachhaken… als ihre Augen nur noch weiter aufgingen. Ihr Vater, der Herrscher der Dämonen… ging „einfach“ durch den Übertragungszauber und stand nun vor seiner Tochter.
Man hat die ganze Zeit seine Aura gespürt, doch… jetzt war sie einfach nur noch ekelhaft und schürt die Angst jedem auf die Spitze. Einige bekamen überhaupt keine Luft mehr, so stark war der Blutdurst in der Aura zu spüren.
Sina musste nun nach oben in die Augen ihres Vater schauen, denn… dazu fiel ihr überhaupt nichts ein… Klatscht
Schmerzen kannte Sina. Ihr Leben bestand eigentlich nur aus Schmerzen. Aus der Kindheit, als Jugendliche und als Erwachsene. Egal wie und wo… Schmerzen war ein Teil ihres Lebens. Ob es durch das Training, Duelle oder richtigen Kämpfe die Schmerzen gekommen sind, sie sind ihr nicht unbekannt.
Aber… die Ohrfeige von ihrem Vater… tat weh. Sie hat diesen „Angriff“ überhaupt nicht kommen sehen, weder ihre Vorahnung, ihr eigener Instinkt oder Attribut haben dies kommen sehen. Erstaunt schaute Sina zur rechten Seite auf den Boden und hatte einen leeren Kopf gehabt… bis die Tränen kamen.
Ihr Vater packte sie grob mit seiner linken Hand am Kinn und zwang Sina in seine Augen zu schauen. „Hätte… nicht gedacht, dass ich es dir auch sagen muss Sina. Du bist in meinen Augen eine Enttäuschung.“
Die Wangen eingedrückt schien Sina sich überhaupt nicht zu wehren, nur dass ihre Tränen noch stärker kamen. Das war der „zweite“ Schlag, der noch mehr wehtat, als die Ohrfeige von eben. Ihr Vater hat viel gedroht und vielleicht einiges umgesetzt, aber sie persönlich zu schlagen? Noch nie.
„Du hast jetzt eine Grenze überschritten Sina. Ein Angriff auf mich, dem Dämonenkönig. Wäre es eines der üblichen Duellen bei uns im Volk, wäre es eine andere Geschichte, aber dass ist in diesem Fall nicht.
Ich muss annehmen, dass du mit dem lächerlichen Zauber von eben mich irgendwie verletzten wolltest, doch… du hast eine Kleinigkeit vergessen. Auch ICH habe den Segen des dunklen Gottes.“ drückte Mephisto die Wangen fester ein… als eine Hand an seinen Arm packte. „Lasst eure Tochter los.“ befahl Louis.
Es war eine Szene wie zwischen David und Goliath. Louis, der zwar für einen Menschen eine ordentliche Statur hatte, war um einiges kleiner als der Dämonenkönig. Trotz dass es ein sehr gefährlicher Familienstreit ist, mischte der Schwertheilige sich ein.
„Eure Tochter ist nicht nur eine Rivalin für mich, sondern auch eine Freundin. Ich kann es nicht zulassen, auch wenn ihr Vater und Dämonenkönig seid, sie verletzt.“ schaute Louis Mephisto ernst in die Augen.
Mephisto kniff leicht seine Augen zusammen, nun wurde Sina regelrecht „wach“. Sie sah in ihre Vorahnung, wie Blut ihr Sichtfeld blendete. Sofort packte sie den Arm ihres Vaters. „Lass… es bleiben…“ knurrte Sina.
„Dann rate ich deinem… „Freund“ mich schnell loszulassen, sonst endet alles nur mit seinem Tod!“ drohte Mephisto. „Danke Louis, ich komme schon zurecht.“ lächelt Sina ihren Freund unsicher an. „Bitte…“
Es war herzzerreißend, wie Sina aus ihrer Situation das Beste machen wollte. Louis sah es in ihren flehenden Augen, dann schaute er den Dämonenkönig an… und konnte einen Schock unterdrücken.
Die Augen des Dämonenkönigs sind nun ebenfalls silbern mit schwarzen Augen geworden, so wie Sina sie aktuell hat. Langsam öffnete Louis seine Hand auf und nahm einige Schritte von den beiden Abstand.
Mephisto und Sina schauten sich nun wieder in die Augen, ohne auf die Augenfarben oder näheres einzugehen. „Vater… ich bin eine Enttäuschung? Dann ist es so, aber DU hast meine Lieben verletzt!“
Nun hob der Dämonenkönig mit Zeigefinger und Daumen Sina hoch und hielt sie näher an sein Gesicht. „Was… ich ihnen gegeben habe ist mein persönliches Mal. Damit werde ich sie ÜBERALL auf der Welt finden.
Sie haben mich herausgefordert und ich habe es damit offiziell akzeptiert. Kein Dämon… wird es wagen, sich in diesem Duell einzumischen.“ knurrte Mephisto wütend. „Das… sind die Konsequenzen, wenn man einen Dämonenkönig herausfordert.“ und warf Sina auf ihren Hintern.
Unsanft landete Sina und unterdrückte einen kurzen Schmerzlaut, bis sie wieder hoch zu ihrem Vater blickte. „Hol deine Truhe raus.“ befahl der König. „Du dürftest meine… Falle gespürt haben, die ich extra für „neugierige“ Katzen eingebaut habe.“
Sina hob ihre rechte Hand und die große Kiste von ihrem Vater erschien. Der König zeigte mit dem linken Zeigefinger darauf und ein bläulicher Strahl schoss darauf zu. „Die erste Reihe habe ich von der Falle befreit, die nächste Reihe… werde ich entfernen, wenn wir in drei Tagen das nächste Gespräch haben werden. ALLEINE!“
„Und… wenn ich nach dieser Aktion kein Wort mehr mit dir reden will?“ bockte Sina nun, wo ihr Vater sich runter bückte. „Du wirst es aber. Ich kenne dich genau… dass du einiges mir sagen würdest, aber nicht vor all deinen Leuten. Vielleicht hast du ja Angst, dass sie eine Seite von dir kennenlernen, die du nie gezeigt hast? Oder es ist deine eigene Neugier, die dich nicht mehr in Ruhe lassen wird, was der Rest des Inhaltes sein könnte.“
Nun richtete der Dämonenkönig sich wieder auf und schaute sich speziell Gair an. „Du…“ „Erm…“ grinste Gair schief und riss leicht seinen Kragen auf, weil er auf einmal etwas Luft brauchte.
„Du hast von allen den kühnsten Kopf bei diesem Kampf gezeigt und das Lösungsproblem gefunden, das meine Tochter nicht mal gesehen hat. Mehr noch… hast du diesen Idioten Kruschjrar mit diesem Kindertrick dazu gebracht meinen Siegel zerstören zu lassen.
Ich könnte in meiner Regierung einige kluge Köpfe gebrauchen, die meisten denken eher mit Muskeln.“ bot der König auf einmal etwas… eigenartiges an. „Dabei ist es egal… dass du ein schwächlicher Vampir bist.“
Alle starrten den nervösen Gair an. „Ich… danke für das Angebot, aber ich muss leider ablehnen. Ich… trage andere wichtige Pflichten, die ich leider als Vertreter meines Clans nicht ignorieren kann.“ grinste Gair schief.
„Schade…“ grinste Mephisto gemeingefährlich. „Nicht viele… bekommen ein Angebot von mir persönlich. Wie dem auch sei…“ drehte der König sich um, als Sina sofort aufstand und ihn am Pelzmantel festhielt. „Was…?“ drehte Mephisto mit dem Kopf zu seiner Tochter.
„Ich will, dass du dieses Mal von meinen Frauen entfernst. Du hast überhaupt kein Recht dazu, weil ich ebenfalls eine Dämonenkönigin bin!“ knurrte Sina ihren Vater an, die ihm in die Augen schaute. Dieser kniff leicht seine Augen zusammen, riss sich von Sina los und drehte sich dann zu ihr um.
„DANN BENIMM DICH AUCH WIE EINE DÄMONENKÖNIGIN UND NICHT WIE EINE VERZOGENE TOCHTER, DIE VOR IHREN PFLICHTEN WEGRENNT!“ brüllte ihr Vater sie aus der nächster Nähe an.
„WAS MEINST DU MIT PFLICHTEN WEGRENNEN? WENN DU DARAUF ANSPIELST, WEGEN UNSEREM LETZTEN GESPRÄCH, DANN KANN ICH ES DIR ERKLÄREN! Was bringt es… wenn zwei Dämonenkönige über Deymonlia herrschen?
Einer der INNERHALB der Barriere ist, der andere AUßERHALB der Barriere?! Glaubst du… DEIN Volk hätte MIR die Treue geschworen?! Sei mal bitte etwas realistischer oder stehst du auf das Chaos? Chaos ist ein heftiger Teil meines Lebens geworden und glaub mir Vater… das würdest du NICHT haben wollen!“ schrie Sina zurück.
„Wo ist dann bitte das Problem, indem DU ein NEUES Reich aufbaust?“ starrte Mephisto von oben runter. „DU hast doch die meiste Kontrolle auf Alliancia oder nicht? Dann nimm es vollständig unter dein Hand und du löst direkt viele Probleme!
Keinen Krieg, viele Lebewesen werden überleben und…“ drehte Mephisto seinen Kopf zu den Blutelfen, die ihn zitternd anschauten. „einiges anderes. Doch das willst du nicht oder?“
„Nein?! Ich habe eine gewisse Kontrolle, aber bestimmt kann ich mich nicht als Herrscherin aufschwingen. Was träumst du denn Nachts eigentlich?!“ fiel Sina nur der Mund runter.
„Glaub mir… du kannst dir nicht mal ansatzweise vorstellen… was ich für Träume habe. Selbst du kommst als Sukkubus an deine Grenzen.“ kniff Mephisto leicht seine Augen. „Was… ist immer das Ziel eines Dämonenkönig´s gewesen, was nie ausgesprochen wurde? Du hast die Geschichte der Dämonen gelernt!“
„Die Weltherrschaft? Die Zerstörung von Alliancia? Die Liste ist lang, es gab nur wenige Unikate von Dämonenkönigen, die andere Vorstellungen hatten.“ hob Sina eine Augenbraue hoch.
„Du denkst zu kompliziert oder willst nicht.“ verzog Mephisto verächtlich sein Gesicht. „WENN du eine Dämonenkönigin sein willst, errichte ein eigenes Reich, wo jeder dir die bedingungslose Gefolgschaft schwört.
WENN du… das Mal von deinen Elfen loswerden willst, musst du es schaffen, dass ich DICH als eine Königin anerkenne! Sonst wird es diesen Kampf geben, sobald die Barriere verschwindet! Und denk… ja nicht daran, mich auszutricksen!
Es sollte schon eine gewisse Größe an Land dein Reich haben, eine funktionierende Landwirtschaft, ein Hafen samt einer Flotte. Dabei… solltest du auch ein Militär haben, denn niemand will in einem ungeschütztem Land leben wollen!
Und dein Volk? Du hast vielleicht… einige Dämonen aus den Resten der Armee vor 2000Jahren gefunden, doch unter ein Reich verstehe ich, dass mindesten eine sechsstellige Zahl an Bewohnern existieren!
DAS wäre eine Dämonenkönigin, die ich ohne Zweifel anerkennen MUSS. DANN werde ich das Mal entfernen! Doch ob du DAS in Alliancia umsetzen kannst wo die Menschen, Zwerge und Elfen ihre eigene Reiche haben?
Glaube… eine Friedensmission dagegen ist viel einfacher, meinst du nicht auch?“ meinte der Dämonenkönig spöttisch. „Vater… das ist unmöglich.“ schüttelt Sina leicht verzweifelt ihren Kopf. „Wie…“
„Jammere mir jetzt nicht mit der Unmöglichkeit voll. Ich habe es auch geschafft, unser Volk am Leben zu erhalten.“ unterbrach ihr Vater sie direkt. „Und du hast alles gelernt, was es zu lernen gibt von Wisali.
Wenn er hören würde, dass du die weiße Flagge hisst, wäre er SEHR enttäuscht von dir, dass du es nicht mal ansatzweise versuchen wolltest!“ drehte Mephisto sich wieder um und ging aus den Übertragungsraum in seine Halle rüber.
„VATER!“ rief Sina noch. „In drei Tagen Sina will ich dich wiedersehen!“ drehte Mephisto sich wieder zu ihnen um. „Deine „Schwester“ wird morgen aus Deymonlia geworfen, es wurde alles besprochen.
Deinen… Angriff auf mich… hat es nie gegeben, denn das wäre Verrat bei den Dämonen gewesen. Ich hoffe… dir sind die Konsequenzen bewusst, wenn es in meinem üblichen Thronsaal alles stattgefunden hätte.“
„VATER!“ ging Sina wütend auf die Grenze der Übertragung, als der Dämonenkönig mit den Fingern schnippte. Auf einmal löste sie die Übertragung auf, es startete von unten nach oben, wo alles wieder schwarz wurde.
Alle schauten wieder nervös sich um, nur Rubina… sah etwas durch ihre neuen Fähigkeiten. Jemand stand sehr weit von ihnen hinter einer Säule. „Hmm?“ hielte die Drachenfrau nur den Kopf schräg, als alles schwarz wurde.
„VATERRRRRR!“