Ich bin wiedergeboren und das Gespräch mit Vater? II
Sina leckte sich die Lippen, bevor sie weiter redete: „Hat Wisali mit dir ein Problem besprochen? Ein Problem, das dich ebenfalls treffen wird?“
„Hat er und es werden Gegenmaßnahmen eingeleitet, dass diese verdammten Krashurrikra die Finger von der Barriere lassen. Bisher haben wir dank spezieller Zauber eine Einheit außerhalb der Barriere von ihnen geortet.
Wir warten, bis sie sich in Bewegung setzten, dann dürfen sie sich mit den Infernalen auseinander setzen. Zeit, dass diese verrückten Dämonen reduziert werden für… einen „guten“ Zweck.“ meinte der Dämonenkönig sarkastisch.
„Du willst ernsthaft die Infernalen auf Deymonlia einsetzen? Warte… du willst, dass die Barriere durch die Aktion noch mehr geschwächt wird oder?“ musste Sina kurz grübeln, bis sie den Sinn dahinter verstand.
Mephisto nickte mit einen gewissen Stolz darüber. „In der Tat, aber nicht die Barriere, sondern diese Runen, die überall um die Barriere versteckt sind, die die Barriere am Leben erhalten. Damit schlagen wir direkt… drei Probleme auf einmal.
Die Infernalen werden reduziert, die Verräterdämonen getötet und die dummen Runen der Zwerge zerstört. Das muss man Lara und den Zauberern lassen, sie haben wirklich alles geplant, was man planen konnte.
Doch mehr wird dann von meiner Seite aus nicht passieren. Wir müssen abwarten, was mit der Barriere passiert, wenn wir unseren Plan umsetzen. Schlimm genug, dass unsere Vorfahren so stümperhaft ihre Arbeit gemacht haben.“
„Da muss ich dir leider zustimmen. Einen Feind, der angeblich auf dem Niveau der Destroyar ist, kann ich nun am allerwenigsten gebrauchen.“ nickte Sina mehrmals. „Dabei plane ich, dass die Vampire wertvolle Verbündete werden.
Momentan… nicht unbedingt mit uns Dämonen, aber… vielleicht lässt sich was in diese Richtung einplanen. Vor allem… wir sind ja miteinander verwandt laut Wisali. Sie denken in ähnlichen Gedanken wie wir, ich… würde durchaus meine Zeit investieren für unser Volk.“
„Sina… das wird höchsten so enden, wie wir die Tiermenschen immer behandelt haben. Als bezahlte Söldner oder gewissen Handel zu ermöglichen. Niemals würden wir die Tiermenschen oder auch die Vampire in Augenhöhe betrachten.“
„Und genau hier haben wir das Problem.“ schüttelt Sina den Kopf. „Akzeptanz gegenüber anderen Völkern. Du hast MIR den Auftrag für einen Friedens aufgetragen und jedes mal… wenn ich die Frage stelle, ob du einen König der Menschen oder anderen als Gleichberechtigt betrachten kannst, wurdest du immer schweigsam.
Du kannst mir glauben Vater… bis auf einige wenige Herrscher… sind sie durchaus in der Lage sich einen Frieden mit uns vorzustellen. Himmel, das Kaiserreich Osnain hat die Dämonen offiziell als ein Volk anerkannt und ermöglicht ihnen sogar, dass sie in diesem Reich Asyl beantragen können.
Könntest DU das ebenfalls hier in Deymonlia? Damit meine ich: Keine Folter, Sklaverei oder die üblichen Späße, was wir mit unseren Feinden tun würden. Die… die hier Leben würden, dürfen genau so frei herumlaufen dürfen, wie Dämonen. Steuer zahlen, auf… Abenteuerreise gehen oder ähnliches.
Wenn ich ehrlich bin, solange DU nicht bereit bist, wird der Rest des Volkes, egal ob der hassende Teil da ist oder nicht, sich dann auch NICHT ändern. DU bist der Mittelpunkt und das Volk hat das Fürchten von dir gelernt.
Aufgrund… das ich dir vieles zutraue… rechne ich auch damit, dass du einen Ersatzplan hast, sollte tatsächlich ein Bürgerkrieg hier ausbrechen. Du hast für alles Pläne.“
Ein Schweigen war wieder zwischen den Dämonen… als Mephisto anfing: „Sina, ich habe in der Tat Pläne, aber… Diese enden alle damit, sobald es dich betrifft. Du hast… unbewusst so viele Dinge in deiner Jugend angestellt. Die habe ich überhaupt nicht kommen sehen.
Die Waffen… die Rüstungen mit den vielen Ketten… diese eigenartigen Spiele, wo es schon ein mysteriösen Schach-Kult in Deymonlia existiert, die dich als eine… „Gottheit“ betrachtet.“ Nun musste Sina über den Kult eine Augenbraue hochheben.
„Deswegen habe ich es mir abgewöhnt, Pläne zu schmieden, wo du ein Teil drin bist. Alleine, dass du die Götterbestien jagst, alleine dass du dich gegen jegliche Logik dagegen stemmst zu heiraten. Und wer weißt, was dann noch in der Zukunft kommt.“ hatte Mephisto einen etwas… weicheren Gesichtsausdruck.
„Bin mir nicht sicher, ob du mir jetzt eine Kompliment gemacht hast…“ murmelt Sina und nahm die Chance war. „Vater. Ich weiß, dass die Götterbestien dich überhaupt nicht interessieren, aber… ich will, dass du über DIESEN Feind… Exos zumindest Bescheid weißt.
Jetzt, wo ich es dir mit Illusionen zeigen kann, was Exos der Magiertyrann kann. ER will ALLES auf der Welt „reinigen“. Er ist der Feind jegliches Lebens auf Gaia. Du solltest… ihn wirklich ernst nehmen…“ Die Tochter erklärte nun alles, was sie über die Götterbestien wusste, auch über Glacia und die verbannten Götterbestien.
Vielleicht wiederholte Sina dies, aber bei ihrem Vater zahlt es sich aus, es eindringlich zu wiederholen. Illusionen wurden ihrem Vater gezeigt, wie die Kämpfe stattgefunden hatten und das vor allem die getöteten Götterbestien von Exos wiederbelebt worden waren.
Es nahm seine Zeit und ihr Vater hörte ihr auch zu, ohne sie zu unterbrechen. „Vater… diese Monster sind eigentlich die wahren Herrscher auf Gaia. Sie können, wenn sie WIRKLICH wollen, einfach alles auf diesem Planeten machen. Was… hat sich aus der Bitte damals getan mit dem Gedankenlesen?“
Mephisto schwieg… machte sogar einen nachdenklichen Eindruck, als er wieder an dem Gespräch teilnahm. „Ich habe einen Zauber erfunden, der es mir ermöglicht, doch… Entweder ist dieser Zauber noch nicht richtig gewebt worden, oder… Als würde man tausende Stimmen in jemanden hören.
Stimmen über Stimmen, Gespräche, die damals stattgefunden haben oder… wenn jemand zu viel Fantasie hat und Gespräche „erfindet“. Es ist mir nicht möglich das herauszufiltern, was jemand in diesem Moment gerade denkt.
Was dieser Exos kann… Feuer benutzen, es aber einer anderen Schadensart entspricht, dass kann ich auch. Für mich war das nichts neues, was mich am meisten Interessierte war… dieser Zauber „Ultima“ und… wie er einfach eine Person oder eher Monster aus dem Nichts erschaffen hat.
Neutrale Zauber, die überhaupt keinem Element entsprechen, die Theorien habe ich mir aufgeschrieben, dennoch fehlt mir das… gewisse „etwas“ um solche Zauber zu entwickeln. Da hat dieser Magiertyrann natürlich einen Vorteil, wenn die Götter ihm dieses Wissen mitgegeben haben.“
„Du wirkst aber nicht wirklich besorgt über diesen Mann, der deine Tochter ohne Probleme den Boden gewischt hat.“ merkte Sina trocken an.
„Warum sollte ich das auch? Er mag der Magiertyrann sein, aber…“ hielt Mephisto eine Hand offen vor und knackte mit den Knöcheln, als er sie zu einer Faust formte. „ER dürfte tatsächlich ein sehr interessanter Kämpfer gegen mich werden.“
Nun musste Sina mehrmals blinzeln über die Aussage. „Vater… du bist laut DEINER Aussage ein Magier, der kann dir einfach alles nehmen, was du planst. Du würdest quasi gegen die Magie persönlich kämpfen.“
„Na und? Im Gegensatz zu ihm habe ich mir meine Stärke selbst angeeignet. Dazu die Kampferfahrung und seine Hochnäsigkeit, sich immer zu teleportieren… dürfte er alles andere als der schlimmste Feind für mich werden.“ lächelt Mephisto böse.
„Du vergisst, dass er auch einfach dir den Schaden weitergibt.“ „Sina… wie sagtest du es? Du kennst mich nicht richtig, also überlasse das Problem mir, wenn er und ich… unsere Wege sich kreuzen sollten.
Solange ER nichts in Deymonlia machen wird, so werde ICH mich nicht in Bewegung setzen. Ich danke dir für die Informationen, dass gibt mir weitere Gründe, meiner persönlichen Forschung weiter nach zu gehen.“
Die Tochter seufzte nur, aber ihr Vater scheint sich ja sehr sicher sein. Dann fiel ihr was ein. „Vater… du hast ja irgendwie… meine Illusion damals erkannt und direkt aufgelöst. Ist das ein Zauber… von dir?“
„In der Tat. Den habe ich entwickeln müssen, weil einige klugscheißerische Dämonen deiner Rasse versucht haben, mich in die Irre zu leiten. Was haben sie… dumm geschaut, als ich ihnen den Zauber einfach aufgelöst habe.“ grinste der Dämonenkönig böse.
„Ah… ich kann es mir vorstellen, dass es dir viel Spaß gemacht hat und deine Opfer den Tag dann bereut haben. Löst… dieser Zauber nur Illusionen auf, oder…“ „Alles was eine Verzauberung der Magie mit sich bringt, wird aufgelöst.“
„Dann Vater will ich diesen Zauber auch können.“ schaute Sina ihren Vater ernst an, wo er die Augen leicht zusammenkneift. „Warum?“
„Damit ich eine Waffe habe gegen Exos. Ich weiß nicht warum, aber aus irgendwelchen Gründen kann er NICHT meine Gedanken lesen. Was für mich gut ist, aber mir nichts bringt, wenn du dich an den Kampf erinnerst, den ich als Skyllia geführt habe.
Solange dieser Penner sich einfach so verzaubert, werde ich ihn nicht erreichen. Doch wenn… ich deinen Zauber kann, dann wird er eine böse Überraschung erleben.“
„Du kannst nicht zaubern Sina. Das…“ wollte ihr Vater schon ablehnen, da nahm Sina die Ohrringe ab. „Ich kann sehr wohl zaubern! Sie mögen alles Fähigkeiten sein, die ich als Siegerin gegen Götterbestien erhalten habe aber…
Ich kann heilen Vater, ich kann Seuche entfernen. Bisher… habe ich mich noch NIE richtig auseinander gesetzt, Magie zu lernen von anderen Elementen. Vielleicht klingt es auch etwas arrogant aber…
Du und die Lehrer habt mich so stark gemacht, dass ich sie überhaupt nicht benötige. Dann töte ich Götterbestien, wovon ich die stärksten Zauber auf Anhieb benutzen kann. Doch… diese Hochnäsigkeit… hat mich teuer bezahlen lassen.
Erst Exos, dann im Turnier, Glacia und nun du. Deine Kiste mit der Verzauberung… sie dürfte mich nicht verletzten, weil ich eine Magieimmunität habe, aber die bringt mir nichts. Ich muss tatsächlich wieder umdenken, dass es mich doch verletzten kann.
Deswegen… bitte ich dich einfach… mir diesen Zauber beizubringen… und wenn du ein Ohr offen hättest… würde ich dich um weitere Zauber bitten. Ich… bitte dich wirklich vom Herzen um diese Hilfe, weil nur DU diese Zauber beherrscht, niemand anderes auf der Welt.
Ja, es tut… mir leid, dass ich aus einer Kurzschlussreaktion angegriffen habe, dennoch… werde ich es immer und immer wieder machen, wenn man meine Liebenden angreift. Sie sind meine Familie, die ich zu beschützen gedenke.“
Mephisto legte ein Bein über das andere Bein und starrte Sina nur an. „Was… für weitere Zauber wünscht du denn… von mir haben zu wollen?“
„Diesen Zauber, wo ich andere Zauber oder Fähigkeiten auflösen kann. Das… könnte mir im Kampf gegen zukünftige starke Feinde einiges erleichtern. Wenn… nicht, dann bitte ich dich eher sogar um die anderen Zauber.
Der… magische Regen. Du hast uns erklärt, was er kann, aber ich glaube, dass du auch eine einfachere Version davon hast. Der Regen zwingt alles Leben dazu, schneller zu wachsen oder? Das… ist ein Zauber, der in meinen vielen Plänen eine… sehr deutliche Erleichterung bringt.
Momentan stoße… ich auf so viele Grenzen, dass ich tatsächlich anfange, über Magie in… einem großen Stil nachzudenken. Doch… im Gegensatz zu dir fehlt mir die Möglichkeiten noch das nötige Verständnis für die Magie.“
„Und… was wäre das andere? Du sprichst in Mehrzahl.“ hakte Mephisto nach und Sina nickte. „In der Tat. Es gibt zu viele Orte auf der Welt… wo kein Leben im Boden herrscht. Entweder, weil andere Magie das Leben entzogen hat oder einfach nur aus Sand besteht.
Es muss ein Zauber sein, wo die Magie den kompletten Boden soweit ändert, dass der magische Regen auch funktioniert. Dank Wisali weiß ich, dass es auf Deymonlia mal Wüstengebiete gab, diese aber verschwunden sind.
Wenn ich all… Informationen richtig kombiniere, dann hast du auch dafür einen passenden Zauber, denn die ehemaligen Wüstengebiete sind alles Gebiete, wo nun Leben herrscht. Wenn man Exos also ignoriert, sitze ich vor dem mächtigsten Magier in diesem Zeitalter, meinem eigenem Vater.
Diese… drei Zauber, wenn… du die „Güte“ hättest, dass ich sie haben könnte, würde es mir… vieles erleichtern in meinen Plänen. Es… würde auch ohne gehen, doch die Zeit… ist nicht unbedingt mein Verbündeter. Daher bitte ich dich darum.“ Sina hoffte, dass sie die Worte richtig gewählt hat. Nicht zu sehr ihrem Vater zu schmeicheln, trotzdem eine gewisse Ernsthaftigkeit mit rein fließen zu lassen.
„Was… genau sind deine Pläne, dass du MEINE Zauber benötigst?“ hakte ihr Vater nach. Also doch nicht so einfach, wie Sina dachte.
„ … Ich will… die Möglichkeit haben, einen Ort zu erschaffen, wo… man leben kann. An einem Ort, wo eigentlich kein Leben möglich ist. Ich will… etwas unmögliches schaffen, was nur mit deinem Zauber geht.
Einen Ort erschaffen… wo man ein Zuhause errichten kann. Dabei ist es egal für welche Rasse oder für wen. Zu viele trostlose Orte existieren auf der Welt, wo kein Leben möglich ist. Das würde ich gerne ändern.“
Mephisto starrte Sina sehr intensiv an. Wie Kyllia eins sagte, die Augen des Vater´s brennen geradezu in die Seele rein. „Bitte…“ bat nun Sina. Was auch… Mephisto beschlossen hat, er schnippte mit den Fingern und drei Schriftrollen landeten auf einmal auf dem Tisch vor Sina.
Sie riss erstaunt die Augen auf und schaute dann ihren Vater an. „Geh damit weise um Sina. Ich würde dir… den Ratschlag geben, es vorher zu üben, bevor du wirklich große Dinge damit planst. So… einfach sie niedergeschrieben sind, so kompliziert ist die Umsetzung, wenn man kein Gefühl für die Magie hat. Ich hoffe… dass dein Hass auf mich etwas weniger wird.“ kam der Ratschlag des Dämonenkönigs.
Mehrmals musste Sina die Lippen lecken, dann nahm sie eine Rolle und entrollte sie auf… um nur Kopfschmerzen zu bekommen. „Du…“ „Ich habe dich gewarnt, nur weil ich sie benutzen kann, wirst DU definitiv Probleme bekommen. Deswegen Orte auswählen, wo du dich austoben kannst damit.“ lächelt Mephisto… relativ freundlich.
„ … Danke.“ musste Sina nun lächeln, die alle Schriftrollen in ihr Inventar legte. „Damit… hilfst du mir wirklich sehr viel. Wünschte nur… den Hass, den du angesprochen hast, würde mehr Vertrauen sein, aber…“
„Sprich nicht weiter, sonst ruinierst du nur… unsere momentane Stimmung.“ hielt Mephisto seine Tochter auf. „Das… stimmt. Erm… bevor wir auf die Kiste kommen… Kennst du alle Mitarbeiter in der Schule von Wisali?“ fragte Sina auf einmal.
„Sina… ich bin Herrscher von MILLIONEN von Dämonen, woher soll ich das bitte wissen? Du kannst es versuchen, aber ich kenne nicht mal die Namen der meisten Wächter in der Burg.“ hob Mephisto eine Augenbraue hoch.
„Naja… wenn du sie nicht tagtäglich auswechseln würdest wie Toilettenpapier, einfach weil du sie immer umbringst, wird das auch nichts.“ meinte Sina sarkastisch. „Es… geht um eine Sukkubus. Ich… habe sie nur kurz gesehen, aber… immer wenn ich Zeit habe und an sie denke, fühle ich mich… eigenartig.
Keine Ahnung, wie ich es beschreiben soll, aber… vielleicht kennst du es ja selber. Du hast etwas vor deinen Augen und es lässt dich einfach nicht mehr los. Du kommst nicht mal darauf warum das so ist. Es…“
„Es ist diese innere Unruhe, die dich um den Verstand bringt. Mein Kind, du kommst mir von der Person näher als du denkst. Dieses Problem habe ich mehr als ich mir wünsche. Entweder weil ich bei meiner Forschung in der Magie etwas… entdeckt habe oder als König ein Problem vor mir sehe, aber es nicht richtig verstehe.“ nickte ihr Vater.
„Ja… es kommt so in diese Richtung. Da habe ich meine drei kleinen Schwestern ausgeschimpft, kam die Lehrerin mit dem gleichen Wortsatz in das Zimmer gestürmt. Scheinbar wollte sie eine Predigt halten, aber als… wir uns in die Augen gesehen haben, hatte sie es sehr eilig gehabt, wieder zu verschwinden.
Sie hatte sogar die Eier gehabt, Wisali zu schlagen, was ich mir nicht mal zutrauen würde. Dafür habe ich doch viel zu viel Respekt vor meinen Lehrer. Doch scheinen sie sich ja länger irgendwie zu kennen… Egal, ihr Name ist Allenis. Kannst… du mir vielleicht irgendwas… zu ihr sagen?“
Doch… so starr wie ihr Vater geworden ist… bis er einen wütenden Gesichtsausdruck bekam bis wieder zu einem normalen Gesichtsausdruck… muss scheinbar mehr hinter dieser Frau stecken, zumindest glaubt Sina das bis…
„Bedaure Sina, aber ich kenne die Dämonin nicht. Wenn es eine ältere Freundin von deinem Lehrer ist oder was auch immer, dann gehört sie zu diesem Interessenbereich: Überhaupt keinen. Da kann ich dir leider nicht weiter helfen.“ sagte Mephisto mit einer sehr ruhigen Stimme.
Doch Sina kneift nur misstrauisch ihre Augen zusammen, denn es entspricht nicht dem Verhalten, was ihr Vater gezeigt hat. Dafür hat Wisali ihr mehr als genug beigebracht, wie man gewisse Körperzeichen richtig deuten soll.
„Vater… wer…“ „Sina, wer auch immer das ist, sie ist unwichtig. Ich weiß NICHT, wer das ist und werde auch nicht meine Zeit dafür opfern. Frag deinen Lehrer, aber wir wissen ja beide, wie er seine üblichen Kommentare abgeben wird.“ sprach ihr Vater quasi das Schlusswort aus.
Die Tochter seufzte nur, aber machte sich eine Randnotiz, dass Allenis scheinbar mehr zu sein scheint, als sie ist. „Ok Vater, dann „belästige“ ich dich nicht weiter mit „A-l-l-e-n-i-s“. Wirklich nicht, du sagst, du weißt nichts, also glaube ich es dir einfach.“ provozierte sie ihren Vater.
Doch die Provokation prallte bei Mephisto ab und scheinbar ignorierte er den Satz. „Vater… eine andere Frage. Meine Augen… Kruschjrar meinte, sie würden wie deine Aussehen, aber…“ ändert Sina das Thema.
„Was auch stimmt, aber nicht aktuell. Meine Augen verändern sich ebenfalls, wenn… ich sehr „sauer“ bin. Das denke ich, hast du beim letzten Mal sehr deutlich gesehen, dass ich zwar mehrmals… sauer war, aber nicht zu dem Punkt, wo du mich angegriffen hast.
Wenn du mich fragst, warum du deine blauen Augen verloren hast, das kann ich es dir leider nicht sagen. Etwas muss der magische Regen gemacht haben, aber ich wüsste nicht, dass es körperliche Veränderungen, die „eigentlich“ temporär sein sollten, umsetzt. Scheinbar ist der Regen nicht ohne Nebenwirkungen gewesen, den ich für den Kampf extra verändert habe.“ hielt Mephisto leicht seinen Kopf schräg.
„Aber… ich bin doch nicht sauer? Wenn du sagst, deine verändern sich, wenn du mal so… „richtig“ sauer bist, was ist dann der Auslöser bei mir? Meine… wunderschöne Augenfarbe, die ich von Mutter hatte… für immer verloren.“ ließ Sina die Schulter hängen.
Mephisto schaute in das traurige Gesicht seiner Tochter… und seufzte. „Es tut mir leid.“ Erschrocken blicke Sina auf, denn… diese Verzeihung hörte sich wirklich sehr glaubwürdig an. „Es tut mir leid, dass… mein Zauber dir etwas angetan hat, was selbst ich nicht mehr rückgängig machen kann.
Doch… überlege selber mein Kind. Dieser Zauber soll Wachstum fördern in einer Geschwindigkeit, die eigentlich… Jahre benötigt hätte. Deine Augenfarben… hätten sich wohl so… oder so in der Zukunft geändert.
Etwas… ist in deinem Körper oder Status enthalten, was… dich immer noch verändert. Vielleicht solltest… du überlegen, ob du… „ihn“ dich überprüfen lässt.“
„NEIN!“ knallte Sina mit der Hand auf den Tisch, wo Mephisto die Augen weit öffnet. „NIEMALS… wieder darf dieser Widerling mich anfassen.“ knurrte Sina, wohl wissend welchen Dämon ihr Vater meint.
„Dieses… eine einzige Mal… hat ausgereicht und ich habe ihm eines versprochen… Sollte Calligus es jemals wagen… mich wieder zu untersuchen, werde ich ihm jeden einzelnen Finger… Stück für Stück brechen und für alle Ewigkeit entfernen!“ sprach Sina wütend ihre Drohung aus.
Schweigend betrachtet ihr Vater den Ausbruch, bis Sina sich wieder auf dem Sessel zurücklehnte und vorsichtig die Stirn mit Daumen und Zeigefinger massiert. „Entschuldigung… für meine Laune, aber… nein. Calligus will ich nur mit einem bestimmten Abstand sprechen, aber niemals in der Nähe, dass er mich anfasst.“
„Dann ist das so.“ nickte der Dämonenkönig. „Doch… solltest du zu deinem eigenen Schutz dann jemanden aufsuchen, der dich untersucht. Es… würde vielleicht dann einfacher für dich sein, eine Erklärung zu bekommen, warum du diese Augen bekommen hast.“
Sina seufzte nur. „Warum… erlebe ich erst dann einen Vater… wenn es so unerwartet ist? Egal… du bist du, ich… du wirst mich wohl immer überraschen.“ lächelt Sina sehr traurig, dann schaute sie auf die Kiste.
Darauf sagte Mephisto nichts, bemerkte aber den Blick. „Du brauchst nicht nachzuschauen, ich kann dir selber sagen was der Inhalt ist.“ „Erm… ok?“ drehte Sina ihren Kopf zurück und wartet auf die Erklärung.
„Fangen wir mit der ersten Kiste an. In der Kiste sind fünf Inventarringe drin, die… für dich mehr oder weniger Gold sind. Ähnliches was wir dir für deine Reise mitgegeben haben.“ „Hm… das ist aber die alte Währung, dir mir nichts bringt.“ merkte Sina an.
„Das ist egal. Wir haben die komplette Schatzkammer aufgeräumt und… sie alle mehr oder weniger neu eingeschmolzen. Uns Dämonen hat das Gold nicht wirklich was gebracht, wir haben sogar Bestände für mehrere Millionen Jahre, die wohl als antik betrachtet werden könnten.
Also haben wir dir das Gold… „nützlicher“ gemacht. Wenn mein Wissen nicht trügt, war die Währung damals Platin, Gold, Silber und Kupfer. Das haben wir wie eben gesagt in neue Münzen gegossen.
Dadurch ist… der ganze Müll endlich nützlich geworden und wir haben die Kammern frei für wichtigere Sachen. Im ersten Ring sind nur Platinmünzen bis zum vierten Ring mit Kupfermünzen, im letzten Ring sind die Gussformen, wenn du DEINE veralteten Münzen neu einschmelzen willst.
Bevor du fragst, dass ist die Summe, die die Während wert ist.“ zaubert Mephisto mit den Finger und vor Sina entstand eine Zahl… die viele Nullen hatte. Sehr… viele Nullen…
Sina klatscht sich mit beiden Händen auf ihr Gesicht und stöhnte laut auf. „Vater… was soll ich mit einer Währung, die überhaupt nicht auf der Welt mehr einen Wert hat?! Ich weiß… nicht mal wie ich diese Zahl aussprechen soll mit über vierzehn Nullen!!!“
„Ich überlasse es meiner kreativen Tochter, wie man diesen Goldbestand nützlich machen kann. Vielleicht mag es JETZT für dich nichts wert sein, aber die Zukunft ist ungewiss.“ zuckte Mephisto sorglos seine Schulter.
„VATER! Das ist eine fucktrillarde Summe, die eigentlich nur ein Reich hat! WAS. SOLL. ICH. DAMIT?! Warum habe ich das Gefühl, dass hinter dieser Forderung, dass ich ein Reich erschaffen soll, mehr dahinter steckt?!“ war Sina erbost.
„Mein Kind, wie sagtest du selber? Ich habe viele Pläne und wenn es um dich geht, überhaupt keine Pläne. Ich gebe dir nicht… mehr als Werkzeuge, die dir helfen können. Glaubst… du nicht, als du nach diesen Zaubern gefragt hast, um Orte bewohnbar zu machen, dass da sogar mehr dahinter stecken „könnte“?“
Die Tochter hätte gerne was gesagt, aber sie wollte nicht die Information kund geben, dass es ein Zuhause für die Zwerge sein soll. Vielleicht sogar für die Dämonen und Naga´s aber soweit waren ihre Pläne noch nicht.
„Wie dem auch sei Sina, was du mit der „Währung“ machst, ist ganz dir überlassen. Nun kommen wir zu der nächsten Kiste, die… eventuell Probleme für den Krieg machen könnte. Auf der Kiste ist ein Rüstungssymbol eingraviert, du kannst es nicht verkennen.“ „Eh… was für ein Problem genau gibst du mir da?“ hakte Sina direkt nach.
„Aufgrund deiner Kreativität haben meine Rüstungschmiede sowie Schneider, aber auch Waffen entwickelt… die mir die Sorge machen, dass die Dämonen zu stark ausgerüstet werden. Normalerweise sollte ein „vernünftiger“ Herrscher sich darüber freuen, doch wir wissen es beide besser oder?
In dieser Kiste sind mehrere Ringe enthalten, um eine Armee mit der besten Ausrüstung auszustatten. Ich muss leider zugeben, die Ausrüstung… hat es wirklich drauf, wenn es sie in der Vergangenheit gegeben hätte…
Vermutlich wären wir sehr erfolgreich gewesen und weniger Verluste in unseren Reihen zu beklagen hätten. Die Rüstungen haben alle eine sehr starke Magieresistenz gegenüber allem. Des weiteren hat man es geschafft, dass stumpfe Waffen ein kommender Schaden deutlich reduziert wird und Hiebwaffen…
Es müssten schon sehr starke Kämpfer sein, die eher auf den Niveau eines Meister sein müssen, um die Rüstung zu schneiden. Du kannst dir also selber vorstellen, wenn meine Armee damit ausgestattet ist… Das nicht mal die Infernalen oder Leerenlosen zum Einsatz kommen werden.
Dummerweise haben wir einen extrem dreisten Dieb, der diesen Bestand geklaut hat. Ich habe verboten, weitere dieser Rüstungen bauen zu lassen, bis herausgefunden ist, wer der Saboteur ist und wo unsere verschwundenen Rüstungen abgeblieben sind.
Meine Befürchtung ist, dass es Rebellen in unseren Reihen gibt, die nicht für den Krieg sind. Solange diese nicht gefunden sind, ist es mir zu gefährlich, dass sie sich damit selber weiter ausstatten.“ grinste Mephisto etwas… böse.
Sina musste mehrmals ihren Vater anblinzeln. „Eh… Vater? Egal wie man es dreht oder wendet, aber du bist der Dieb und schiebst mir die heiße Ware runter?! Damit machst du mich doch zu einer Komplizin, wenn IRGENDWER das herausfindet!“
„Wer ist denn bitte so dämlich und beschuldigt ganz in der Öffentlichkeit den Dämonenkönig, der sehr wütend darüber ist, dass es überhaupt gestohlen wurde? Dafür wurden sehr viele Köpfe gerollt.“ meinte Mephisto nur.
Dazu fiel Sina überhaupt nichts ein. „Diese Rüstungen sind alle einheitlich entwickelt worden und passen sich dem Träger an. Egal welcher Rasse, wie groß oder klein, diese Rüstungen passen sich immer dem Träger an, dass war einer der größten Besonderheiten gewesen.
Tja, die Verzauberer dürften einen regelrechten Hass auf den Dieb haben, dass ihre größte Errungenschaft gestohlen wurde. Neben diesen Rüstungen sind auch Inventarringe in der Kiste enthalten, die Waffen beinhalten.
Die üblichen Waffen, wie du es bei uns in Deymonlia kennst Sina, dennoch haben sie alle eine Verzauberung bekommen, sodass es nur magische Waffen sind. Waffen, die so stark verzaubert sind, dass sie durch Waffen und Schilde schneiden können.
Stumpfe Waffen? Kein Problem, denn diese können gegnerische Waffen ebenfalls ohne Probleme zerstören, wenn der Träger eine akzeptable Stärke hat. Was ich bei den Ringen beigefügt habe ist, du kannst bei den Rüstungen dein eigenes… Symbol verwenden.“
Wieder leckte Sina die Lippen, die überlegt, ob sie den Tisch zu ihren Vater ins Gesicht werfen soll. „Über 50.000 Rüstungen sind drin enthalten und insgesamt 75.000 unterschiedliche Waffen. 15.000 Fernwaffen wurden ebenfalls hinzufügt sowie mehrere Anleitungen, wie du die Rüstungen nachbauen lassen kann.“ fügte ihr Vater hinzu.
„Papa…“ wollte Sina sagen, war aber froh, dass es in ihren Gedanken war. „Vater… nochmal. Ich werde… kein… fuck… Reich… auf der Welt errichten! DU hast MIR doch gesagt, dass es eine bestimmte Anzahl von… keine Ahnung Dämonen oder sonstiges haben soll.
Ach warte. Ich schüttele mal meine linke Hand… nichts. Rechte Hand… NICHTS! Soll ich die Ausrüstung verkaufen oder was genau sind schon wieder deine Gedanken?! WEN soll ich damit ausstatten?!“
„Keinen.“ lächelt Mephisto. „Besser keiner trägt sie als meine Armee, da wirst du mir doch bestimmt zustimmen oder?“ Sina zog nur stark ihre Nase und wusste nicht, dass ihr Vater… so einen beschissenen Humor hat.
„Wieder überlasse ich dir, was mit dem Diebesgut passieren soll. Nur… für die Zukunft: Lass dir was einfallen, wie du meinen Volk erklären willst, dass du all die Rüstungen in die Finger bekommen hast.“
„DU HAST MIR DAS DOCH ANGEDREHT!“ schrie Sina wütend.