Sin Roswell

Web Novel Deutsch

Kapitel 701

Ich bin wiedergeboren und düstere Aussichten?

„Hast du alles soweit Neia?“ fragte Sina in ihrem schwarzen Kimono? „Glaube schon.“ grinste Neia in ihrem Kleid schief. „Was ist los? DU kennst doch Ascal oder nicht? Meinst du, er wird dir eine Predigt halten?“ hob Sina eine Augenbraue hoch.

Neia schüttelt den Kopf. „Nein, dennoch… Es wird ihn überraschen, was er die ganze Zeit für eine Persönlichkeit neben sich hatte. Dann… dass ich auch bald keine Abenteurerin mehr sein werde, das werde ich ihm auch sagen.“

„Neia…“ machte Sina auch ein trauriges Gesicht. „Es bringt nichts Sina. Ich möchte wirklich reinen Tisch machen, zumal… Keya mir eher an den Kragen gehen wird als Ascal.“ seufzte Neia. Ein neuer Tag ist angebrochen und diesmal wollte Sina frühzeitig mit ihren Plänen beginnen.

Sie hat sich soweit vorbereitet, dass sie unter dem Kimono ihren Bikini trug, damit sie gegebenenfalls auch das neue Zuhause der Naga´s beaufsichtigen kann. „Dann lass uns eben zu Sherry gehen und machen dann einen Abflug.“ teilte Sina dies noch mit.

Zwei wunderschöne Küsse bekam Sherry, doch die traurigen Augen konnte sie nicht verstecken. „Was auch immer passieren wird Sina, denkt daran… Neia ist bei dir und ich warte auch hier ok? Du hast heute leider einiges vor, irgendwie… bürstest du mich überhaupt nicht.“

„Sherry…“ streichelt Sina eine Wange ihrer Verlobten. „Wir wussten beide, dass… ich momentan nicht die Luft habe. Ich würde es, aber… je länger ich es verschiebe, desto mehr Probleme können sich ansammeln.

Solange kannst du die Zauberformeln lernen, vielleicht sogar einen Test machen. Ansonsten… kannst du dich ja ein bisschen mit Sharlia vertraut machen. Sie scheint ein sehr gutes Händchen für Frisuren zu haben, vielleicht haben wir bei ihr ein unentdecktes Talent.“

„Das… kann ich machen.“ nickte Sherry langsam. „Ok… dann fliegen wir nach Saifa.“ nahm Sina Neia in den Arm und flog wieder in die Luft. Bariel rannte auf einmal aus dem Wohnzimmer raus und sah nur, wie sich die Damen immer weiter entfernten mit einer Geschwindigkeit, die sie nicht mithalten kann. „Mist…“

„Was ist los?“ wundert sich die „blaue“ Kuh. „Protektor Ferr ist in der Stadt und hat direkt in der Gilde aufgeräumt.“ erklärte Bariel. „Hoffentlich sind noch nicht alle Protektoren da, sonst sieht es düster aus.“ „Oh je…“ verstand Sherry sofort.

Der Flug verlief schweigsam, die Damen brauchten auch nichts viel zu sagen. Sie flogen die meiste Zeit nur über Wälder, die Sina vorher nicht gesehen hatte. Alles Nebenwirkungen des magischen Regens. Sina selbst hatte ihren Lieblingskompass angezogen für den Notfall…

„W… was?“ staunte Sina. Sie haben den „Wald“ überflogen, als sie das Meer sahen… und überall Zelte. Zelte, Zelte und nochmals Zelte, die reinste Zeltstadt. Aufgrund der Höhe konnte Sina nicht mehr sehen. Aber so klein, wie die Zelte und Personen sind, vermutlich alles Zwerge.

„Wie… viele Zelte sind das überhaupt?!“ hielt Sina in der Luft an, um einen besseren Überblick zu haben. Selbst Neia staunte. „Wow… das sind aber mehr als nur die angegebene Zahl von Zwergen, die Ronald damals erwähnt hat. Wenn… ich mich nicht so vergucke, sind das über 7000 oder mehr von Zelten.“

„Scheiße…“ fluchte Sina, denn… irgendwie bekam sie Magenschmerzen. „Bringt nichts, wir müssen mit den Anführern sprechen. Ich fliege zuerst zur Abenteuergilde, damit wir Ascal abfragen können.“ bestimmte Sina und flog auf das kleine Dorf zu, dass auf einem Hügel stand.

Es hat sich sehr viel verändert, als Sina das letztes Mal in Saifa war, denn…an das große Anwesen kann sie sich jetzt spontan überhaupt nicht erinnern. Ansonsten ein zweistöckiges Haus, wo das Symbol der Abenteurer hängt und eine lange Häuserkette.

Was doch deutlich von den anderen Häusern zu sehen war, war die Schmiede. Obwohl sie kleiner war, erkannte Sina sofort, dass sie aufgebaut wurde wie die von Brandrulim. „Hoffe… mein Freund hat mit ihnen gesprochen.“ dachte die Dämonin noch, dann landete sie vor der Abenteuergilde.

Sie ließ Neia los, die scheinbar einen Moment brauchte, bis sie wieder ein Gefühl bekam in ihren Beinen. Ansonsten… wirkte das Dorf ziemlich leer. „Nicht ein Zwerg hier?“ grübelte Sina laut. „Kann man nichts machen, lass uns erst mal reingehen.“ klemmte Neia sich an einen Arm ihrer Freundin.

Beide gingen gemeinsam rein, als sie ein bekanntes Gesicht sahen. „Ich grüße euch.“ lächelt Ascal ihnen entgegen, er saß selber an einer Rezeption. „Ascal!“ lächelte Neia ebenfalls glücklich. „Hallo Ascal, wie geht’s, wie steht´s? Wo sind deine Mitarbeiterinnen?“ grüßte Sina ebenfalls.

„Aufgrund der Lage in Fanfoss habe ich sie vorübergehend zurückgeschickt. Es ist nämlich so… hier ist überhaupt nichts los. Wir haben gewisse Aufträge, aber es kommen keine Abenteurer.“ grinste Ascal schief.

Beide Frauen standen nun vor Ascal. „Ok? Deswegen kannst du es also solange alleine machen, bis die Lage sich in Fanfoss beruhigt hat und Abenteurer dann hierherkommen?“ nickte Sina und betrachtet die Leere in der Eingangshalle.

„Das ist so der Plan, den ich mit Ma Shi vereinbart habe.“ nickte Ascal ebenfalls. „Nicht das ich mich darüber beklagen will, aber… es ist wirklich sehr langweilig hier.“ „Verstehe… bevor Neia mit dir ein… wichtiges Gespräch führt, was… hat sich alles hier ergeben? Meine…“

„Wenn du auf das Anwesen ansprichst, dass gehört dir.“ grinste Ascal verschmilzt und Sina fiel nur der Mund runter. „Aber… ich wollte das überhaupt nicht!“ „Nein?“ hob Ascal verwundert eine Augenbraue hoch und sah Sina nur den Kopf schütteln.

„Dann… kann ich dir in diesem Fall nicht helfen. Deine eingestellten Zwerge haben unser Haus ziemlich schnell aufgebaut sowie die Schmiede und die Häuserkette, wo aktuell alle Bewohner dort wohnen.

Also ich, deine beiden Dämonen und die Leute in der Schmiede. Ansonsten… wäre in der Theorie noch viel Platz vorhanden, dass weitere Bewohner hier leben können. Ihr habt beide ja die kleine Mauer gesehen, von der man einen wunderschönen Ausblick zum Meer haben kann.“

Sina leckte sich nur die Lippen. „Ok… was weißt du denn über das Problem AUßERHALB von Saifa. Sag mir jetzt nicht, die Zwerge hast du bisher gekonnt ignoriert da draußen.“

„Es sind alles verbannte Zwerge aus den Zwergenreichen. Aber auch weitere aus Dörfern und anderen Zwergenstädten. Ich habe versucht, ein bisschen… Werbung für das Gildenhaus zu betreiben um an Informationen zu kommen, aber sie halten alle den Mund.

Sie bleiben freundlich, aber man merkt sofort, dass allen eine… Scham anlastet. Da lebe ich schon sehr lange, Neia sogar länger, aber… So einen Vorfall habe ich nun wirklich nicht bei den Zwergen erlebt.“ erklärte Ascal.

„Hm…“ war Sina nicht begeistert über die mangelnde Information über die Zwerge. „Übrigens, das Anwesen ist möbiert, du kannst es also jederzeit nutzen Lady Sina.“ fiel Ascal was ein. „Och man, das werden sie mir bestimmt in Rechnung setzen. Das habe ich doch überhaupt nicht gewollt.“ stöhnte die Dämonin.

„Das… wollen wir auch nicht… Also das Gold.“ hörte Sina eine männliche Stimme hinter sich. Alle drehten sich zum Eingang, wo ein Zwerg mit einem roten Bart stand. Gaergrim, einst ein Zwerg gewesen, der scheinbar einen gepflegten Eindruck machte… war ein Schatten seiner selbst, dass Sina staunte. „Was… ist denn mit dir passiert?!“

Der Zwerg kam langsam auf die Damen zu und als er nah genug war, schaute er lieber den Boden an, als den Leuten in die Augen zu schauen. „Ich will mich ungern wiederholen, aber Ronald hat euch mitgeteilt, wenn ich komme, dass ich Antworten hören will.“

„Das… ist mir bewusst.“ murmelt der Zwerg. „Das Anwesen… ist ein Geschenk von uns, weil ihr uns allen die Chance gegeben habt, hier leben zu dürfen. Wir Zwerge mögen es nicht, dass… wir Hilfe bekommen und nicht dementsprechend einen Ausgleich bieten können.

Die… besten Schreiner und andere Zwerge bestimmter Zünfte haben als Dank euer Anwesen mit Möbeln und weitere Einrichtungen ausgestattet. Es dürfte größer sein, als euer eigentliches Zuhause.“

Überfordert schaute Sina Neia und Ascal an, die sich aber scheinbar nicht einmischen wollen. „Gaergrim… was ist passiert?“

„Ich…“ fielen dem Zwerg auf einmal die Tränen von Gesicht runter. Er schloss seine Augen, musste mehrmals ein und ausatmen, dann scheint er sich zusammenzureißen.

„Aufgrund, dass wir alle unsere Dienste einer Dämonin angeboten und ihren Auftrag umgesetzt haben, wurden wir, unsere Familien und unsere Freunde für alle Zeiten von den Zwergenreichen verbannt.

Des weiteren wird uns Rebellion vorgeworfen, weil wir die alten Werte der Zwerge ganz offen angegriffen haben. Wenn… ihr euch erinnert, haben wir euch erklärt, dass die alten Familien gemeinsame Absprachen gemacht haben.

Dies haben sie uns sehr übel genommen und scheinbar ihre… Kontakte benutzt, sodass die Zwergenkönige sich dieser Probleme annehmen mussten. Die… Entscheidung ist schnell gefallen, denn wir sind nur eine kleine Firma gewesen.

Doch… als die Verbannung offiziell ausgesprochen war, haben die Reiche wohl nicht damit gerechnet, dass sehr viele Zwerge nicht damit einverstanden waren mit ihrer Entscheidung. Es gab sogar Gerüchte, dass es einen Bürgerkrieg kommen könnte.

Bevor… das also passieren konnte, sind die Könige… sehr hart vorgegangen. Sie haben ein Diskret ausgesprochen, wer sich laut gegen die Verbannung ausspricht, wird direkt mit verbannt. Die… die gegen die Ungerechtigkeit ankämpfen wollten, haben dies getan…

Aber was die Könige nicht gesagt haben, es betrifft dann deren Familien und Freunde ebenfalls. Das führte dazu, dass überall auf Alliancia… massenweise Zwerge verbannt worden sind. Aufgrund des harten Durchgreifens… wurde das Volk zum Stillschweigen gebracht.

Lady Sina… ich… danke ihnen wirklich vom Herzen, dass sie uns die Chance damals gegeben haben und ich bereue es nicht, den Auftrag umgesetzt zu haben, wirklich nicht. Das… was ich bereue ist, dass ich nicht die Stärke habe… gegen dieses… diktatorische Verhalten der Könige kämpfen zu können.

Alle Zwerge, die ihr draußen gesehen habt… Wir sind nur Handwerker, einfache Zwerge, die dafür sorgen, dass eine Stadt belebt ist. Bauer, Steinmetzger, einfach alle Handwerksarten, die es auf der Welt gibt… vertreten wir.

Es… sind auch Krieger unter ihnen, die immer wieder dafür sorgen, dass eine gewisse Ordnung bei uns herrscht und keine Monster angreifen, aber… Wir haben keinen Anführer, wir haben niemanden… der uns einen Weg weist.

Wir dachten zu Anfang, leben wir halt selbstständig, aber… wir wurden immer mehr und mehr… Dazu die Verbote, dass wir mit niemanden Handel betreiben können, denn die zwergischen Händler stehen auf der Seite der Könige.

Irgendwie haben sie geschafft, dass Saifa ein Tabuzone für Händler ist. Wir… leben momentan nur von den Früchten aus dem Wald, Fleisch was uns die Natur gibt und die… Naga´s sind so großzügig, dass sie uns Fisch zum überleben anbieten.

Man hat uns… von allem abgeschnitten von Alliancia, wir sind uns selbst überlassen… Überlassen… in einen langsamen, aber sicheren Tod zu gehen. Unsere… angesprochenen Projekte… die können wir nicht umsetzen.

Wenn… ihr euch an Jorsack erinnert… er ist mittlerweile verstorben. Doch kurz vor seinem Tod… hat er sich den Hügel nochmal genauer angeschaut für die Hafenstadt und… hat etwas sehr drastisches herausgefunden…

Der komplette Hügel… besteht aus Stein, doch im inneren ist mehr oder weniger nur brüchiger Steinsand drin. Bevor wir irgendetwas… bauen wollen, bricht der komplette Hügel schnell zusammen. Das… hat Jorsack eigentlich den Rest gegeben…

Dennoch bin ich stolz, dass der alte Meister es herausgefunden hat, denn… hätten wir angefangen, zu bauen, wir hätten alle nur den Tod gefunden… Schneller als uns lieb ist. Dazu, dass… nur eine handvoll Naga´s die Erze abbauen können, würde es Jahrhunderte dauern, bis wir überhaupt… die erforderliche Menge hätten, um anfangen zu können. Anfangen zu können… das gigantische Eisentor zu bauen…

Es… tut mir vom Herzen leid, dass… wir so schöne Ideen hatten, es… aber nun an allem scheitert…“ fielen wieder die Tränen auf den Boden.

Da steht ein Zwerg vor Sina, Neia und Ascal, der ganz offen weint. Ein Zwerg, der wohl in einer sehr tiefen Verzweiflung ist und sich nicht für die Tränen schämt. Neia zog am Ärmel von Sina´s Kimono, dass sie was machen soll.

„Ascal?“ fragte Sina. „Ja?“ sah der Elf den Hinterkopf von Sina. „Hast… du einen Übertragungsstein mit einem sehr großen Bild? Groß genug, dass auch Zwerge am Rande der Zeltstadt es sehen und hören können?“ „Uff..“ blies Ascal seine Wangen auf. „Da muss ich eben nachschauen…“ ging der Elf weg.

„Was hast du vor Sina?“ fragte Neia. „Du… hast doch eine Idee oder?“ „Nein, habe ich nicht.“ schüttelt Sina. „Ich kann aber nicht zulassen, dass Zwerge dem Tod überlassen werden. Weißt du… wie dumm die Könige sind? Sie schaden sich nur selber und merken das nicht mal. Gaergrim… habt ihr… irgendeine Organisation? Ansprechpartner oder ähnliches?“

„Wenn… nur ich und Razmel, aber… so eine richtige Funktion haben wir nicht. Wir versuchen immer wieder… Streitigkeiten zu schlichten, aber… wozu? Das ist einer der wenigen Abwechslungen, die wir hier haben.“ zuckte der Zwerg kurz seine Schulter.

„Hast… du eine Übersicht, wie viele Zwerge überhaupt da draußen sind? Alleine… die Anzahl der Zelte… muss ich eine hohe vierstellige Summe rechnen.“ fragte Sina nach. „ … 11071 Zwerge und Zwerginnen, 2719 Kinder.“ murmelt der Zwerg, nun wurde es Sina erst recht schlecht.

„Selbst Kinder haben die Zwergenkönige verbannen lassen?!“ staunte Neia. „Damit haben sie definitiv eine Grenze überschritten! Dann wundert es mich nicht, dass es so einen Aufstand bei euch beinahe gegeben hätte!“

„Vermutlich.“ zuckte Gaergrim wieder mit den Schultern. „Man hat es versucht und man ist daran gescheitert. Wie… ihr selber merkt, bleibt man lieber bei alten Traditionen und weigert sich mit irgendwelchen Änderungen.“

„Ich habe welche.“ rief Ascal begeistert, er trug eine Kiste heran. „Das sollte mehr als genug ausreichen, was auch immer eure Pläne sind Lady Sina.“ stellte der Elf die Kiste auf die Rezeption.

„Danke.“ nahm Sina die Kiste. „Gaergrim? Bring mich direkt zum zentralen Punkt eures Zeltlagers, ich habe dir… euch allen Zwergen was zu sagen.“

„Sina… du willst doch…“ wollte Neia ihre Freundin aufhalten, doch Sina schüttelt den Kopf. „Nein, ich muss es machen, du bleibst hier und redest mit Ascal, so wie wir es am Anfang geplant haben.“ Der Zwerg schaute inzwischen Sina verwundert an. „Was? Ich werde euch nicht raus werfen, wenn es eine eurer Sorgen ist.“ schaute die Dämonin den Zwerg ernst an.

„Aber…“ wundert sich Gaergrim immer mehr. „Nichts aber, umdrehen und mir den Weg zeigen.“ befahl Sina. „Glaubst du allen ernstes, ich lass ein Massensterben von Zwergen auf meinem Land zu?“

„ … Wie sie wünschen.“ knickte der Zwerg ein und die beiden verließen die Gilde, Neia war dann mit Ascal alleine. „Ich… hoffe, dass Sina weißt, was sie tut…“ murmelt Neia.

„Lady Sina hat angesprochen, dass du mit mir reden wolltest. Was hast du auf dem Herzen, wobei ich dir helfen kann?“ lächelt Ascal. Ein Lächeln, was sich bei diesem Elfen nie geändert hat, wo Neia überlegt.

„Helfen… eher weniger, sondern… das sich bei mir… etwas ergeben hat.“ traute Neia sich nicht, in die Augen ihres Freundes zu schauen. „Und das wäre genau was? Du musst wissen, Gedankenlesen konnte ich noch nie, wenn war es ja eher Keya, die… eine gute Intuition immer hatte.“ grinste Ascal.

„Ascal… ich war nicht immer ehrlich zu dir und Keya gewesen. Ich… habe in all unserer Zeit ein Geheimnis mit mir getragen. Ein… Geheimnis, für das ich mich schämte und… sogar eine Gefahr für euch gewesen wäre.“ schaute Neia beschämt ihren Freund an.

Ascal hat mit dem Grinsen aufgehört und schien verstanden zu haben, dass es sehr ernst war. Sofort schaute er sich um und nahm zwei Stühle, wo er und Neia sich hinsetzen konnten. Als sie saßen, schaute der Elf Neia in die Augen.

„Ascal… die Gefahr gibt es nicht mehr, aber… Du und Keya, ihr beiden seid es gewesen, die mich damals aufgebaut habt. Ihr habt zu den wenigen Freuden gehört, denen ich wirklich vertrauen kann… und dennoch habe ich etwas für mich behalten.“ schaute Neia weg, weil es ihr unangenehm wurde.

„Und nun bist du hier, um das Geheimnis zu sagen?“ fragte Ascal freundlich nach. Zuerst machte Neia nichts, dann nickte sie. „Ja… Ich… bin eine Elfenfürstin.“ offenbarte Neia sich nun. Eine Stille entstand zwischen den beiden, aus Angst hatte Neia die Augen verschlossen.

„Ich weiß.“ sagte Ascal auf einmal, wo Neia ihn erstaunt anschauen musste. „W… wie… du weißt?“ hakte Neia nach. „Neia… glaubst du nicht, dass… wir gewisse Recherchen über deine Person damals getätigt haben?“ grinste Ascal schief. „Eine talentierte Elfe, die ALLE Elemente benutzen konnte, das war schon ein sehr… starkes Indiz gewesen.

SO dumm waren wir nicht gewesen und nach ein bisschen… Fragerei haben wir herausgefunden, wer du in Wirklichkeit bist. Doch… hat es uns damals verwirrt, dass du irgendwie eine Elfenfürstin bist/warst und dennoch jemand anders ein Elfenfürst sei.

Nichtsdestotrotz hat unsere Quelle definitiv bestätigt, dass DU die Elfenfürstin bist. Wir wussten es und… aufgrund deiner Vergangenheit konnten wir uns denken, dass du geputscht wurdest. Politik hat mich nie interessiert, habe aber dafür die Bestätigung bekommen… dass es ein dreckiges Gewerbe ist.

Neia… wir haben dich nicht aufgenommen, weil du eine gestürzte Elfenfürstin warst, sondern weil eine Elfe Hilfe gebraucht hat. Gerade du müsstest mich kennen, dass… ich nicht unbedingt auf Ränge und weiteres achte.

Ich… wir wollten dir damals wirklich helfen, weil wir es so wollten, nicht weil… wir irgendwelche Pläne hatten. Einen Gefallen oder ähnliches von dir einzufordern, verstehst du?“ lächelt Ascal traurig. „Das und weil ich der Meinung bin, dass wir zusammenhalten müssen.“

Eine Träne verließ Neia, sie… hatte sich irgendwie das Gespräch schlimmer vorgestellt. Ascal bot auf einmal ein Taschentuch an, was die Elfenfürstin dankbar annahm. „Und du brauchst dir auch keine Sorgen um Keya machen, sie wird dir nicht den Hintern versohlen.“ merkte Ascal noch an.

„Das… freut meinen Hintern…“ murmelt Neia und seufzte dann. „Ascal… es geht noch weiter… Ich werde meinen Status als Abenteurerin verlieren, WEIL ich eine Elfenfürstin bin.“ Nun schloss Ascal seine Augen und man hörte ihn stark die Luft durch die Nase einatmen.

„Es kommen Protektoren nach Fanfoss, Ma Shi hat… mich schon aufgeklärt, was sie vorhaben. Alleine… das Protektorin Bariel bestätigt hat, dass ich meinen Status verliere… gibt es nichts, dass diesen Vorgang hindern wird.“

„Das… ist nicht fair.“ schüttelt Ascal den Kopf und schaute Neia an. „Und das Schlimme ist… den Protektoren interessiert es auch nicht, wie du Abenteurerin geworden bist, welche guten Leistungen du erbracht hast.“

„Ich weiß…“ nickte Neia. „Es… tut mir wirklich weh, weil es etwas ist, was ich dank dir und Keya selber aufgebaut habe. Doch… hilft es mir, dass ich einen klaren Gedanken haben kann, wenn ich in meinem Reich wieder den Aufgaben nachgehen werde.“

„Verstehe… du hast dir dein Recht als Elfenfürstin zurückgeholt.“ verstand Ascal sofort. „Das… ist richtig. Ich habe den alten Fürsten getötet, nachdem die Wahrheit herauskam.“ nickte Neia. Nun musste Ascal durch die Nase schnaufen. „Merke… du bist sehr lange mit Lady Sina unterwegs. Das hätte ihre Handschrift gehabt.“

„Ich liebe Sina.“ offenbarte Neia nun das letzte Geheimnis. „Ich liebe vom Herzen Sina und teile diese Liebe mit Sherry gemeinsam.“

Nun fiel Ascal der Mund runter. „Wow…“ schüttelt Ascal den Kopf. „Wenigsten etwas konnte ich dich nun überraschen.“ grinste Neia nun spitzbübisch.

„Ja, damit hast du mich nun wirklich überrascht.“ stimmte der Elf ihr zu. „Möchtest… du mir diese „Wahrheit“ erzählen, dass du einfach so einen hmm… „Elfenfürst“ umbringen konntest, ohne Konsequenz zu haben?“

„Ja, wenn Sina ihre Übertragung gemacht hat. Es… würde mich interessieren, was Sina vorhat, auch… wenn ich es mir denken kann.“ seufzte Neia. „Gut das hier ein Anwesen ist, dort kann ich sie verwöhnen, was eine meiner Aufgaben als Geliebte ist.“

„Scheinbar… habe ich wirklich einiges verpasst, als ich Fanfoss verlassen habe…“

Kapitel 700

Ich bin wiedergeboren und wieder mal Pläne schmieden?

„CATRYA, AEZELI UND ISIRIELLE! SOFORT AUF DIE KNIE! JA AUCH DU!“ schimpfte eine Sukkubus an der Tür in einer Lautstärke, dass die angesprochenen Damen dies sofort taten. „Hey!“ wurde Sina laut. „Wer bist du überhaupt, dass du so mit meinen Schwestern umgehst?!“

Die Sukkubus richtet ihren Kopf zur Übertragung und verlor ihre Sprache. Sina sah, dass diese Frau eine halbe Eisenmaske trug, wo sie nur ein blaues Auge sah, die andere Hälfte wurde durch ihr schwarzes Haar versteckt.

Ein… merkwürdiger Stich ging durch Sina, als sie diese Sukkubus sah. Sie hatte langes schwarzes Haar gehabt, normale Kleidung, die man als Lehrer wohl so tragen würde, aber… „Wer… sind sie?“ wundert Sina sich immer mehr. Die Dämonin starrte immer noch auf das blaue Auge, es kam… ihr so bekannt vor.

„Es… es… tut mir leid.“ stottert die Frau. „Ich… erm… Ich dachte, die drei würden wieder streiten und hätten Wisali aus seinem Büro verjagt, was… überhaupt nicht in Ordnung wäre. M… m… mein…“ schluckte die Sukkubus hörbar. „Mein Name ist Allenis, eine Lehrerin… der Schule hier.“

„Ah…a?“ kniff Sina leicht ihre Augen zusammen. „Allenis…?“ „Es tut… mir leid… dass ich euch gestört… habe Prinzessin Sina. Es… war nicht meine Absicht gewesen, eure… Familiengespräch zu…“ sah Allenis die Haarspange bei Sina.

Unbewusst legte sie die linke Hand an die Stelle, wo sie auch eine „Haarspange“ angesetzt hätte. „Erm… Es tut mir wirklich leid.“ verbeugte sich die Sukkubus und wollte sofort flüchten, als Wisali hinter ihr stand.

„Scheinbar haben sich die drei ja wieder beruhigt.“ lächelte Wisali ganz unschuldig… Was auch immer das für ein Verhältnis zwischen den beiden Dämonen war, Allenis schlug mit einer Faust in den Bauch von Wisali, wo er kniend zu Boden fiel.

Alle rissen erstaunt ihre Augen auf, dass eine Dämonin einfach so Wisali in den Bauch schlagen konnte. „Du Arsch…“ knurrte Allenis und verschwand von der Tür. „Uh…“ hielt Wisali eine Hand am Türrahmen. „Das… war jetzt unerwartet…“

„Wisali? Wer… ist diese Frau gewesen? Wie kann sie dich einfach so schlagen?“ hakte Sina direkt nach, weil sie… ein sehr unruhiges Gefühl hatte. Sie konnte es nicht erklären, es fing an, als sie Allenis gesehen hatte.

„Eine sehr alte Freundin, die schon wirklich lange als Lehrerin für die Schule arbeitet. Nun, scheinbar hat sie gedacht, dass sie nun unsere Lieblingsmitarbeiterinnen hier zur Räson bringen sollte.

Kann sein, dass ich bei der Erklärung einiges gesagt habe, dass sie falsch interpretiert hat. Wenn… ich euch Ärger gemacht haben sollte, dann entschuldige ich mich bei euch allen Damen.“ stand Wisali langsam auf.

„Ok…?“ wiegelt Sina mit dem Kopf, als hätte sie was vor den Augen gesehen, konnte aber damit nichts anfangen. „Wisali, meine kleinen Schwestern werden in der Zukunft keine Probleme mehr mit ihren kleinlichen Streits machen, dass haben sie mir hoch und heilig versprochen. Sollten…“

„Ich weiß.“ hob Wisali die Hand hoch. „Die halbe Schule hat es mitbekommen.“ grinste der Lehrer. „Vermutlich macht nun jeder ein Dankgebet an den dunklen Gott, dass sich jemand ihrer angenommen hat. Es… war tatsächlich in letzter Zeit ein bisschen hm… „nervig“ geworden.“

Sofort spürten Catrya, Aezeli und Isirielle eine „Wutaura“, zumindest brannte etwas in ihrem Rücken und starrten lieber auf den Boden, als der Ursache in die Augen zu schauen.

„*klatsch*“ hörte man etwas auf der Übertragung und die kleinen Schwestern bekamen Schweißperlen auf ihrer Stirn. „Vergiss nicht meine kleinen lieben, wunderschönen, süßen, schnuckeligen Schwestern… Die Barriere hält mich nicht ab, zu kommen.“ hörten sie die drohende freundliche Stimme von Sina.

„Prinzessin Sina, ich denke, eure Schwestern haben mehr als deutlich verstanden, dass sie ihre aktuelle… Lebensweise etwas anpassen müssen.“ nahm Wisali die Schwestern in Schutz. „Lassen wir uns doch einfach überraschen, wie sich das auswirkt auf sie, auf die Schule und vielleicht noch weiter außerhalb der Schule.“

„Es liegt nicht an mir, wirklich nicht.“ lächelt Sina. „Ich würde mich freuen, wenn meine kleinen Schwestern mir in der Zukunft sogar helfen könnten, denn trotz… ihren Macken hat Kyllia einige Dinge erwähnt, die „nur“ sie können.

Ich bin froh, denn dann habe ich jemanden, mit dem ich darüber sprechen und gewisse Test umsetzen kann. Doch das geht nur, wenn sie sich an meine Ansage halten, denke… sie sind bestimmt höchst motiviert ihre älteste Schwester Stolz machen zu können…“

„Ja!“ „Wir geben unser Bestes!“ „Ich… werde es versuchen…“ standen die drei Schwestern wieder auf und schauten Sina an. „Wunderbar!“ nickte Sina ihnen zu.

„So… ungern ich das Gespräch beenden würde, aber jeder hat bestimmt noch seine Pflichten zu machen. Ich werde euren Schwestern ebenfalls einen Übertragungsmarmor überreichen, wo sie dann ihr eigenes haben.“ wollte Wisali das Gespräch beenden.

„Das wäre wirklich sehr gut.“ stimmte Sina ihrem Lehrer zu. „Denn ich würde ungern, dass unsere Gespräche durch andere immer gestört werden. Vermutlich wollt ihr drei ja auch mit Kyllia und Sharlia ein bisschen sprechen wollen oder? Immerhin sind wir EINE große Familie.“

„Das… wäre natürlich gut.“ nickte Catrya. „Man könnte ja auch versuchen, damit Schach zu spielen, damit Catrya zeigen kann, dass sie besser geworden ist.“ fügte Aezeli hinzu, Isirielle sagte nichts.

„Wenn ihr sie besiegen könnt, dann dürft ihr auch gegen mich spielen.“ zwinkert Sina ihnen zu. „Oder gegen Rubina…?“ merkte Sina, dass jemand fehlt. „Sie ist doch weg?“ hob Sherry eine Augenbraue hoch. „Stimmt, nächstes Mal.“

„Uhu? Gegen die ungeschlagene Schachmeisterin? Das wäre natürlich eine Motivation, Kyllia definitiv zu besiegen.“ lächelt Catrya finster, während Kyllia nur ihre Augen dreht.

„Nun denn, Prinzessin Sina, scheut euch nicht, mich jederzeit zu kontaktieren. Wenn ich keinen Unterricht habe, werde ich schnellstmöglich auf euren Anruf reagieren. Eurem Vater werde ich persönlich wegen den „Urvampiren“ nahelegen, dass sie ein Problem werden könnten.“

„Mach das, ich werde ihm das morgen ebenfalls noch sagen. Hoffentlich endet das nicht in ein Geschrei.“ seufzte Sina. „Bis man sich wieder sieht und diesmal mit einen etwas… besseren Start meine lieben kleinen Schwestern.“

„Bye!“ „Auf Wiederstehen!“ „ …“ winkten die Schwestern, doch Isirielle scheint nicht unbedingt diese Freude zu teilen, wie ihre jüngeren. „Auf Wiederstehen.“ lächelte Wisali und die Übertragung wurde beendet.

„Was… ist genau mit Isirielle gewesen? Das habe ich nicht verstanden?“ hakte Kyllia direkt nach. Sina drehte sich um und erklärte, warum Isirielle alles anderes als eine harmlose Schwester ist. Nach der Erklärung sah Kyllia aus, als gräbt sie ihre Vergangenheit ab. „Bist… du sicher?“

„Oh, du kannst mir glauben, dass ich bei Isi ihr mit sehr viel Vorsicht den Rücken kehren werde. Sie war alles andere als begeistert gewesen.“ grinste Sina breit. „Ich hoffe, dass noch die Vernunft bei ihr kommt.“

„Was sind denn nun deine Pläne Sina?“ fragte Sherry und Sina verschränkt ihre Arme. „Morgen fliegen Neia und ich nach Saifa. Neia nehme ich mit, damit sie mit Ascal spricht, denn… es ist nur fair oder?“

„Du… hast recht.“ nickte Neia langsam. „Ich werde selber vor Ort mit den Nagas sprechen und ich stelle mich darauf ein, dass die Zwerge auch ihre Zeit brauchen. Am Abend stellt euch ein, dass ich alleine im Büro sein werde, weil ich mit „Daddy“ sprechen darf.

Ansonsten werde ich zwei Berichtshefte schreiben über die Urvampire, damit beide Reiche auch vor ihnen gewarnt sind. Ein Drittes werde ich je nachdem auch schreiben und den Zwillingsvampiren geben, damit der Gildenmeister ebenfalls auf der Hut ist.

Wie hat es bei dir so geklappt? Meine… für Sharlia müsste es ja nun wirklich sehr neu alles sein oder?“ schaute Sina ihre jüngere Schwester an.

„Nun…“ schaue Kyllia Sharlia ebenfalls an. „Im Grunde brauchst du dir wegen Sharlia und Kontakt mit anderen Rassen keine Gedanken zu machen, sie ist da relativ aufgeschlossen. Dennoch… sollte jemand bei ihr sein, weil nun…“

„Es hat mich jemand angeschrien, dass ich mit meinen Flügel sein…?“ schaute Sharlia Kyllia an. „Ist egal, war nur Essen.“ „Essen getroffen hätte und dadurch verdorben hat. Der Mann warf es auf den Boden und meinte… ich…“ keuchte Sharlia auf einmal.

„Ich habe es verhindert, dass sie es vom Boden aufisst, dafür darf der Kerl in der nächste Zeit nur Suppe löffeln.“ knurrte Kyllia. „Im Grunde wie mit Rubina, nur bei Sharlia musst man stark… oder eher schnell sein und sie in Sicherheit bringen, bevor ihre Sucht ausbricht.“

„Verstehe? Die Einkaufsliste?“ hob Sina eine Augenbraue hoch. „Alles eingekauft und Zada hat ihr mehrere Kleider mitgegeben. Nur… mit der Unterwäsche…“ grinste Kyllia schief und Sina schüttelt ihren Kopf. „Ich weiß… da können wir nicht mehr dran rütteln…“

„Wie… meint ihr das?“ hakte Neia nach. „Sie ist doch nicht ohne…“ „Doch ist sie und sie findet es „sehr“ unangenehm, überhaupt was zu tragen.“ erklärte Sina seufzend. Sharlia war immer noch am Lächeln gewesen.

„Ich habe mir erlaubt, für Sharlia mehrere… Perücken zu kaufen, damit sie an ihnen die Haare flechtet, wenn wir gerade unsere Frisuren nicht bereitstellen können. Wo soll sie eigentlich schlafen? Ach ja, dein Bett ist auch im Auftrag, aufgrund der… „Breite“ brauchen die Schreiner ihre Zeit.“ merkt Kyllia an.

„Das mit dem Bett habe ich kommen sehen. Wäre einfach nicht passiert, wenn eine „Kuh“ aus dem Nichts erschienen wäre. Nun… Sharlia, wo könntest du schlafen?“ grübelte Sina laut. „Ansonsten ist das mit dem Perücken eine sehr gute Idee. Suki, ich weiß das du mich hörst. Wie ist die aktuelle Raumverteilung?“

„Wir haben das leere Zimmer von Ruri.“ rief Suki. „Dann gehört es nun Sharlia. Kümmerst du dich darum Kyllia? Ich will das mit den Berichtsheften wirklich schnell gemacht haben.“ schaute Sina ihre Schwestern an, die nickten. „Gut, dann gehe ich mal ans Werk…“

Burg Starm:

Der General Lion musste mehrmals das Berichtsheft lesen, das er vom Offizier bekommen hatte. „Das hat Kanzlerin Sina „eben“ abgegeben?“ „In der Tat General.“ nickte der Mann. „Sie ist einfach aus dem Nichts gekommen, hat mich gesehen und mich beauftragt, euch diese Mappe schnellstmöglich zu überreichen.“

„Hm…“ liest der General wieder, mit welchen Feinden sie rechnen sein müssen in der Zukunft. „Hmm…? Sag guter Mann… hatten wir nicht gewisse Projekte in der Vergangenheit gehabt, um technisches Sonnenlicht zu erschaffen?“

„Uhm…?“ war der Offizier auch eben überfragt. „Glaube schon, doch wurde das nicht eingestellt, weil man sie nicht als Waffe einsetzen konnte?“ verschränkte der Mann seine Arme.

„Dachte ich mir doch, irgendetwas war da gewesen.“ nickte Lion zufrieden. „Ich will das dieses Projekt wieder zum Leben erweckt wird. Sucht sofort die anderen Offiziere, ich will bis heute Abend alles wissen, was damals geforscht wurde.“

„Darf… ich fragen, warum? Selbst ich verstehe nicht, warum man technisches Sonnenlicht benötigt?“ wundert sich der Offizier, Lion hob nur das Berichtsheft hoch. „Weil sie jetzt eine Waffe werden sein könnte.

Kanzlerin Sina hat recht im Berichtsheft, solange wir alle Dorfbewohner in den Städten unterbringen, ist das für diesen Feind ein gefundenes Fressen… Zumal sie scheinbar aktiv werden, sobald die Sonne untergeht…

Das gefällt mir nicht, dass es eventuelle Kämpfe geben wird die man Nachts austrägt, aber ich lasse nicht zu, dass diese Monster uns Menschen unterschätzen. Zeigen wir ihnen, dass es besser für sie gewesen wäre, wenn sie nie wach geworden wären.“

Gildehaus Fanfoss, Büro des Gildemeister:

Ma Shi rieb sich die Stirn, als Prashi ihm das Berichtsheft über die Krashurrikra gebracht hatte. Er war alleine im Büro, wo er die Einsamkeit wirklich wertschätzt.

„Hmm… Monster aus einem vergangenen Zeitalter, die eigentlichen Vorfahren der Vampire.“ seufzte der alte Mann und streichelt seinen langen weißen Bart. „Scheinbar werde ich wohl nicht aufhören, weiter ins Staunen zu kommen.“ schmunzelt der Gildemeister.

„Und danke Sina, dass wir wieder eine Chance bekommen uns frühzeitig vorzubereiten. Wenn… diese Monster so gerissen sind, müssen wir auch Gegenmaßnahmen einleiten…“

Ma Shi blättert immer wieder die Seiten durch um eventuelle Schwächen herauszulesen, die nicht dick von Sina unterstrichen worden sind. „Lichtmagie, aber mich wundert es, was es für Drogen sein sollen die sie nehmen… Nehmen müssen oder weil sie was ausgleichen?“

Auf einmal klopfte es wieder an der Tür. „Herein.“ blickte Ma Shi auf und… sah ein sehr altes Gesicht wieder. Beide Männer starrten sich in die Augen, keiner sagte was, bis Ma Shi die Stille brrach. „Protektor Ferr…“

„Erspare mir die Lügen, ich weiß, was ich wissen muss.“ zischte Ferr. Auf dem ersten Blick sah Ferr aus wie ein alter Richter. Glatze, verschrumpelte Haut, kein Bart und das Lachen vermutlich nie gelernt. Er trug eine schwarze Robe sowie ein Schwert, das man bei ihm nicht übersehen kann.

„Lügen?“ hob Ma Shi verwundert seine Augenbrauen. „Ich weiß, dass wir uns nicht leiden können, aber…“ „Als Träger der Protektoren beurlaube ich dich für die nächsten zwei Wochen. Du hast 10 Minuten die Gilde zu verlassen!“ nutzte Ferr direkt seine Macht aus.

Nun riss Ma Shi erstaunt seine Augen auf. „Bitte mit welche Begründung?!“ stand der Gildemeister wütend auf. „Es gab da ein gewissen Vorfall vor einigen Jahren. Eine Abenteurerin hätte sich am Adel vergriffen und statt der gerechten Strafe wurde sie außer Landes gebracht. Wollen wir weiter reden?“ kniff Ferr seine Augen fest zusammen.

„Aber gerne.“ nickte Ma Shi. „Denn im Gegensatz zu den anderen bin ich mir deiner Strategie sehr bewusst, wie jemand seine Schuld zugeben soll und die bin ich mir nicht bewusst.“

„Dummerweise habe ich die Aussagen von drei Zeugen. Zeugen, die DU damals eingesetzt hast, um deine Enkelin zu retten. Damit hast du dich SEHR weit aus dem Fenster gelehnt, wenn du nicht deinen Stolz verlieren willst, solltest du JETZT gehen!“ kam der Protektor in das Büro rein.

Der Gildemeister verzog wütend sein Gesicht. „Und wer soll in meiner Zeit oder wie du dir es jetzt vorstellst die Gilde übernehmen? Wir sind momentan in einer sehr kritischen Phase, die ich dir bestimmt nicht zu erklären brauche!“

„Ich werde es zeitlich übernehmen, bis wir einen passenden Nachfolger für dich gefunden haben. Deinen Vorschlag, dass eine gewisse… „Prashi“ es übernehmen soll, wird direkt abgelehnt. Es wird jemand sein, den du NICHT unter deiner Kontrolle hast.“

„Ich war schon immer sehr fasziniert gewesen, was du bei mir alles gesehen hast Ferr. Willst du mir jetzt auch noch sagen, dass ich deinen Anschlag geplant habe?“

„Nicht nötig, dass habe ich selber schon herausgefunden. Deine Zeit war mehr als fällig gewesen Ma Shi und endlich habe ich auch die nötigen Beweise, dich von der Abenteuergilde loszuwerden. Du hast mehr als genug Schande über uns gebracht, dass werde ich jetzt bereinigen.

Als… „alte“ Freunde überlasse ich es ganz dir, wie du deinen Posten freiräumen willst. Möglichkeit Eins: Du wirst ganz offiziell rausgeworfen mit den Klagen, die auf dich lasten. Damit verlierst du komplett dein Gesicht.

Möglichkeit Zwei: Du akzeptierst die Suspendierung von mir, dass du aufgrund deines hohen Alters eine Pause brauchst. Des weiteren werde ich nach einem Nachfolger schauen, die du dann am Ende ernennst. Damit hast du noch etwas von deinem Stolz behalten.“

Ma Shi und Ferr starrten sich nur in die Augen. Der alte Gildemeister wusste, dass er auf einem verloren Posten war. Dabei fiel sein Blick auf das Berichtsheft… „Möglichkeit Zwei mit der Bedingung, dass du dieses Berichtsheft durchliest und eine Warnung aussprichst.“

Wütend kniff Ferr seine Augen zusammen. „Glaub mir mein… „alter“ Freund, wenn die Abenteurer nicht auf diese Gefahr gewarnt werden, dürfte ein Massensterben auf Alliancia passieren. Vielleicht übertreibe ich es etwas, aber wenn man herausfindet, dass die Abenteurer von der Gefahr wussten… DU davon wusstest, dürfte es DIR als angesehener Protektor nicht unbedingt gefallen.

Der Ruf der Abenteuergilde wird nachhaltig geschädigt, was du ja mit sehr viel Ansporn versuchst, mit aller Energie zu beschützen. Wir wissen genau, zu Neutralität gehört einiges mehr und das Volk vertraut uns.

Willst DU einer Mutter sagen, ihr Kind hätte man retten können, wenn du einfach nur eine Warnung aussprichst, dass alle Gilden auf einen eventuellen Angriff von Monstern in der Nacht rechnen müssen? Glaube, ich verlange nun wirklich nicht viel von dir wie du es im Gegensatz von mir erwartest.“

„Verschwinde, ich lese es mir durch.“ zischte Ferr wütend. Ma Shi nickte, wenigsten etwas konnte er noch erreichen. „Danke… „alter“ Freund.“

Burg Ryre:

„Wie sollen wir das verstehen, dass ihr nichts gegen die Dämonin Sina machen wollt? Es ist doch klar auf der Hand, dass sie was mit den Morden in meiner Familie zu tun haben muss.“ schimpfte eine Frau mit brünetten Haaren und blauen Kleid auf den König ein. „Nun ist mein kleiner Bruder „gestorben“!“

„Miss van Relling, ich kann verstehen, dass sie erbost sind, aber haben sie denn IRGENDWELCHE Beweise, dass Lady Sina mit dem Tod ihrer Familie zu tun hat?“ saß der König auf seinem Thron. General Simon und Friedrich waren ebenfalls anwesend, um Zeugen dieses Gespräches zu sein.

Zerknirscht zeigte Clissinasia ihre Zähne, ihr großer Leibwächter, der ein Muskelpaket zu sein scheint, stand schweigend neben ihr. „Nein, die haben wir nicht. Doch wissen wir genau, dass die Dämonin was damit zu tun haben muss.

Vielleicht nicht selber, aber sie hat sehr wohl die Möglichkeit, an die besten Auftragskiller der Welt zu kommen! Was muss denn noch passieren? Meine kleine Schwester und mein Onkel sind in Schutzräumen untergebracht, mein Mann tritt seine Rückreise aus Batzien an.

Eure Hoheit… wenn wir keinen Schutz über sie bekommen, bin ich gezwungen, gewisse Verträge aus der Vergangenheit publik zu machen, die euer Vater mit uns abgeschlossen hat!“

„Höre ich richtig, dass IHR den König dieses Landes erpressen wollt?“ legte Simon eine Hand auf dem Griff seines Schwertes.

„Nennt wie ihr es wollt, aber meine Familie verliert systematisch ein Familienmitglied nach dem anderen. Wer auch immer die Drecksarbeit von der Dämonin macht, der ist leider ein Auftragskiller der Weltklasse.

Ich will nichts anderes, als dass diese… sogenannten „Unfälle“ aufhören! Was auch immer die Ursache sind, dass dieses Miststück uns ans Leben will, ich kenne sie nicht! Wir wollen einfach nur leben!“ verzog Clissinasia ihr Gesicht wütend.

„Vielleicht solltet ihr euch eurer Position bewusst sein, was eure Familie bisher angerichtet hat. Habt ihr wirklich geglaubt, dass ihr nicht einen Feind machen könntet, der sich wehren wird, wer auch immer das sein wird?“ hob Friedrich seine Augenbraue hoch.

„Wir… sind nichts als ehrliche Händler, die eine gute Nase haben für Geschäfte, nicht mehr, nicht weniger. Wenn man uns für dieses Talent beneidet, soll man uns einfach in Ruhe lassen, denn wir können doch nichts dafür!“ kam die nächste Ausrede.

„Miss van Relling, ich warte noch auf die Ergebnisse der Untersuchung, die vor allem bei Lady Sina eine Befragung durchführt. Erst danach werde ich entscheiden, was ich zu Gedenken tue, nicht VORHER!

Was auch immer das für Verträge sind, die mein Vater mit euch abgeschlossen hat… Es sind Staatsgeheimnisse. Selbst wenn ich sie nicht kenne und ihr macht diese publik, so muss ich das als Landesverrat betrachten und dafür gibt es entweder lebenslangen Kerkeraufenthalt oder die Todesstrafe. Habe ich mich in diesem Punkt klar ausgedrückt?“ lehnte sich der König nach vorne.

Wütend drückte Clissinasia ihre Hände zu Fäusten zusammen. „Ich… entschuldige mich, dass ich mich vergessen habe. Ich bange um mein Leben und das meines Sohnes, solange mein Mann nicht da ist, fühle ich mich nirgends sicher.“

Ein Schweigen war im Thronsaal, der König war überhaupt nicht begeistert, dass die Rellings ohne jegliche Terminabsprache bei ihm erschienen sind. „Solange ihr es versteht, sehe ich keine Probleme ZWISCHEN uns. Ihr seid damit entlassen, ihr habt meine Zeit mehr als genug beansprucht.“ warf der König die beiden Personen aus dem Thronsaal raus.

Clissinasia fiel der Mund runter, dass sie einfach so rausgeworfen wurde. Wütend zeigte sie ihre Zähne und drehte sich um, ihr Leibwächter folgte ihr sofort. Als die beiden verschwunden waren, widmet sich der König sofort seinen Männern.

„Ich will, dass ihr euch sofort aufmacht und herausfindet, welche Verträge die Frau angesprochen hat.“ befahl der König. „Sie muss sich sehr sicher sein, dass es mir und dem Reich schaden kann.“

„Verstanden.“ nickte Simon, als ein Offizier den Thronsaal betrat. „Ich entschuldige mich für mein unangekündigtes betreten, doch ich habe ein Schreiben von Lady Sina bekommen, das General Simon erreichen muss.“

Erstaunt schauten sich die Männer an. „Friedrich…!“ wurde der König blass, doch der Ritter rannte schon, um ein… „Zusammentreffen“ zweier Frauen zu vermeiden. „Wann habt ihr Lady Sina getroffen?“ verlangte der General zu wissen.

„Erm vor mehreren Stunden. Ich habe bewusst gewartet, weil eure Majestät und ihr wichtige Gespräche hattet.“ teilte der Offizier das mit und wunderte sich, dass die Männer so erleichtert aufseufzten.

„Bei der Göttin…“ murmelt der König. „ Auf diese Art von Begegnungen kann ich wirklich in meiner Burg verzichten.“ „Ich auch…“ stimmte der General dem König zu. „Vermutlich rennt Friedrich sich nun die Füße wund, aber… Sicher ist sicher. Was… ist das für ein Schreiben? Warum an mich und nicht dem König?“

„Bedaure, das hat sie nicht gesagt, nur dass ihr für die Verteidigung zuständig seid. Alles andere würde in diesem Schreiben stehen.“ schüttelt der Offizier kurz den Kopf, dann überreichte er seinem General das Berichtsheft.

Sofort öffnete Simon das Schreiben und las sich alles schnell durch… bis er fluchen musste. „Was ist los Simon?“ hakte der König direkt nach. „Das wir eine neue Sorge mehr haben, die auf dem Niveau des Krieges mit den Dämonen sein könnte.“ biss Simon sich auf die Unterlippe und liest sich nochmal den Bericht vorn vorne durch.

„Ein neuer Feind?! Wieso hat Lady Sina es mir nicht selber gesagt?!“ war der König verwundert. „Weil… es die Vorfahren der momentanen Vampire sind. Laut der Erklärung, sind diese mit den Dämonen verwandt, trotzdem eine eigene Rasse.

Ich soll dir ganz deutlich machen, dass diese Urvampire nichts mit unseren Vampiren zu tun haben, weil sie miteinander verfeindet sind. Glaube… ein bisschen verwirrt es mich, weil… sie sind doch alles Monster?“ erklärte Simon.

Nun kniff der König das verbliebene Auge zusammen. „Verstehe… Lady Sina will verhindern, dass der kommende Termin einfach abgebrochen wird, will aber uns zugleich warnen. Vermutlich will sie das mit der Vampirkönigin Layla mir dann erklären…“

„Hmm… die Urvampire sind anfällig gegen Lichtmagie… dann sind die alten Einheiten der Tuzato endlich mal nützlich.“ murmelt Simon, der den Bericht immer noch liest.

„Setzt alles um, was getan werden muss Simon und gebt Miyu einen Lehrer, der ihr Lichtmagie beibringt. Wenn das Feinde sind, vor denen wir gewarnt werden, dann sollten die Helden ebenfalls gefördert werden.“ stand der König auf. „Wird umgesetzt.“ nickte der General.

Außerhalb der Hauptstadt:

Eine sehr teure Kutsche verließ eilig die Hauptstadt. Man konnte sehr deutlich das Wappen der Rellings an der Kutsche erkennen. „Verdammt, verdammt, verdammt!“ knurrte Clissinasia und nagte am Daumennagel.

Ihr Leibwächter saß neben den Kutscher, damit sie alleine für sich war. „Was muss ich tun, damit ich den Attentäter von diesem Miststück loswerde? Das unsere überhaupt keine Spuren von ihm finden, dass finde ich viel schlimmer… Alles Versager!“ schrie Clissinasia ihren Frust raus.

Auf einmal hörte Clissinasia, wie zwei Männer laut aufschrien und die Kutsche zum Stillstand kam. „Männer?!“ wuchst eine Panik in Clissinasia auf. „Hallo?“ nahm es schon einen flehenden Ton an. „Bitte…“

Die Tür wird auf einmal aufgerissen, Clissinasia drehte sich mit ihrem Gesicht sofort darauf zu… um nur eine kleine Handarmbrust zu sehen. Der Träger dieser Waffe war sehr blass und seine roten Augen deuten darauf hin, dass sie es mit einem Vampir zu tun hat.

„Spreche ich mit Clissinasia van Relling?“ fragte der Mann. „Ja, dass bin ich. Wer sind sie, dass sie es wagen…“ wollte Clissinasia Antworten verlangen, als der Pfeil in ihre linke Schulter geschossen wurde. Die Frau schrie laut auf, diese Schmerzen kannte sie überhaupt nicht.

„Männer, ihr wisst Bescheid.“ sagte der Vampir und stieg in die Kutsche ein, dabei schloss er die Tür und setzte sich gegenüber von Clissinasia. Ganz lässig lud er seine kleine Armbrust wieder auf, während Clissinasia immer noch vor Schmerzen schrie.

„Mein Name ist Acheron und ich wurde beauftragt, euch zu einem… kleinen Problem in eine unserer beschaulichen Burgen einzuladen.“ stellte sich Acheron vor. „Wir haben einige Fragen und wenn der Pfeil in eurer Schulter schon so schmerzt, dann lass mir euch eines sagen… Das ist nichts.“

„W… was… was wollt ihr?“ keuchte Clissinasia panisch, Acheron legte ein Bein über das Knie. Er starrte sie eiskalt an, dann holte er etwas aus seiner Westentasche hervor. „Wir wollen einige Namen wissen, die… „Probleme“ auf Alliancia anrichten.“ hielte Acheron eine Anstecknadel vor Clissinasias Nase. Diese riss erstaunt ihre Augen auf. „W… was?“

„Alles zu seiner Zeit. Alleine, dass ihr scheinbar wisst, was das ist, habt ihr euch schon verraten. Das macht uns einfacher, euch zu befragen. Keine Sorge, wir haben euren Sohn und euren Mann in unserem Gewahrsam, wir wollen ja nicht, dass wir jemanden übersehen.“ lächelt Acheron sehr fies.

„Nein!“ tränte die Frau, die Schmerzen verschwanden wie nichts, Adrenalin pumpte durch ihren Körper.

„Doch, es sei denn, ihr seid kooperativ und sagt uns alles. Alle… Spuren bei der Unterweltorganisation „Die Familie“ führt immer wieder zu euch. Wenn es nur einmal passiert, wen juckt´s. Wenn es zweimal passiert, bekommt man einen leichten Verdacht…

Aber wenn es mehr als zweimal bei der Forschung nach dem Anführer „Der Familie“ immer wieder der Name Rellings fällt… muss man annehmen, dass ihr definitiv eure Finger im Spiel habt. Zu mal… greift ihr einen unserer Verbündeten an und das hat unsere Clanführerin überhaupt nicht gerne.

Also… alles eure Wahl, wie die Befragung mit deiner Familie sein wird.“ lächelt Acheron immer noch und hielt die Armbrust vor Clissinasia.

Verzweiflung packte Clissinasia, die merkte… dass ihre letzte Stunde geschlagen hat.

Kapitel 699

Ich bin wiedergeboren und der Tadel?

„Verdammt! Geht von mir runter, ihr erdrückt mich!“ beschwerte sich Catrya, die auf dem Boden lag. „Willst du mir sagen, dass ich schwer bin?! Isirielle hat die größeren Brüste!“ wehrte sich Aezeli, die in der Mitte lag. „Hey! Ich bin nicht dick!“ blies Isirielle ihre Wangen auf, die oben auf ihren Schwestern lang.

„Erinnert mich irgendwie an ein dämonisches Sandwich…“ dachte Sina bei dem Chaos und traute sich nichts zu sagen.

„Meine jungen Damen… habt ihr dem Gespräch gelauscht?“ fragte Wisali nach, da bekamen die Schwestern schwitzende Gesichter, wo sie sofort aufstanden und sich mehrmals synchron vor ihm verbeugten.

„Wollten wir nicht!“ schüttelte Aezeli ihren Kopf. „Catrya hat gesagt, ihr würdet mit unserer ältesten Schwester sprechen!“ „Genau, ich habe sie auf dieser Übertragung gesehen!“ nickte Catrya mehrmals mit dem Kopf. „Nur… scheint sie ja etwas… anderes geworden zu sein?“ hielt Isirielle den Kopf schräg, dabei fiel Sina auf, dass ihre Augen mehr geschlossen waren, als offen.

„Ah…“ nickte Wisali verständnisvoll. „Nun, was ist euer erster Eindruck von ihr?“ „Öhm…“ hatten alle Schwestern gleichzeitig ein Fragezeichen bekommen. „Hallo? Ich bin auch da?“ merkte Kyllia noch an.

„Ah hi.“ „Hallo.“ „Dir geht es ja gut.“ kamen die sehr ernüchternden Antworten der jüngeren Schwestern. Die Mundwinkel von Kyllia gingen direkt runter, dann schaute sie Sina an. „Wundert es dich jetzt etwas, warum Sharlia auf sich selber angewiesen ist?“

„Nun… bei so einer großen Familie hat man immer jemanden, den man mehr lieb hat, als den anderen oder nicht?“ grinste Sina schief. „„„Sharlia?!“““ riefen die jungen Schwestern direkt nach. „Wie geht es ihr?!“ „Wir durften sie überhaupt nicht besuchen!“ „Die letzte Nachricht war, dass sie aus Deymonlia verbannt wurde.“ machten sie besorgte Gesichter.

„Ihr könnt mich auch mal.“ knurrte Kyllia. „Sharlia geht es sehr gut.“ machte die Dämonin platz, dass jeder Sharlia sehen konnte, die lächelnd winkte. „Hallo ihr Drei.“ Scheinbar haben sie sich wirklich sehr große Sorgen gemacht, so erleichtert, wie sie jetzt aussahen.

„Ihr müsst wissen Prinzessin Sina, eure Schwestern waren beinahe dran gewesen, in den Kerker eures Vaters einzubrechen, um sie zu befreien. Das konnte ich ihnen wenigsten ausreden, weil ihre… spontane Idee nicht unbedingt von Erfolg gekörnt wäre.“ schnaufte Wisali durch die Nase.

„Ich… verstehe? Hallo ihr Drei, ihr braucht euch wirklich keine Sorgen um Sharlia zu machen, sie ist bestens bei mir aufgehoben.“ lächelt Sina etwas unsicher.

„Sagte ich doch, bei Prinzessin Sina klappt alles besser!“ nickte Aezeli, als hätte sie eine Bestätigung bekommen. „Du sagst viel, wenn der Tag lang ist! Natürlich ist unsere älteste Schwester was besonderes!“ rollte Catrya ihre Augen. „Es beruhigt mich ungemein, dass Kyllia und Sharlia bei Prinzessin Sina gut behandelt werden.“ legte Isirielle eine Hand auf ihre Brust.

„Das ist dein Fanclub Sina, so wie ich es dir berichtet habe.“ flüstert Kyllia. „Nun bin ich selber gespannt, wie sie noch werden, weil du ja nun vor ihnen stehst Schwesterlein.“ „Mir… ist es tatsächlich etwas egal… weil ich weitere Schwestern sehe.“ lächelt Sina.

„Kyllia? Darf ich deine Haare flechten?“ fragte Sharlia. Da klopfte Kyllia kurz Sina auf die Schulter, dass sie es alleine machen darf und ging zu ihrer jüngeren Schwester zum Sofa. „Gerne! Aber nicht so kompliziert, wenn ich heute Abend baden gehen möchte.“

„Ich denke Prinzessin Sina, ihr wollt bestimmt nun mit euren kleinen Schwestern sprechen oder? Zufällig muss ich mir ein bisschen die Beine vertreten.“ stand Wisali auf. „Wie ich euch damals… geraten habe, zu warten… ihr werdet eure Schwestern früh genug kennenlernen.“

Der Lehrer ging an den Schwestern vorbei, die auf einmal sehr schweigsam geworden sind. Er schloss die Tür zu und sah einige Flure weiter jemand weiteres sich mit einem seiner Mitarbeiter unterhalten. „Hm…“ bekam Wisali ein böses Lächeln auf dem Gesicht.

„Hey ihr… braucht euch nicht vor mir zu verstellen oder so.“ versuchte Sina die Stille zu brechen. „Und lasst den Titel weg, wir sind immerhin alle Schwestern.“

„Echt?“ „Cool!“ „Jipi!“ bekam Sina die volle Bandbreite von strahlenden Sternen aus den Augen ihrer Schwestern. „Hach, da wird Shyera sich aber wundern.“ nickte Aezeli für sich. „Stimmt, Sina pocht doch nicht auf ihre Macht!“ stimmte Catrya zu, während Isirielle schwieg.

„Nun… ein bisschen schon, aber unter uns Schwestern nicht. Ok, Kyllia würde mir spontan mehrere Dinge aufzählen, wo ich in der Vergangenheit die eine oder andere Sache getan habe, wirklich verletzt hat es sie ja nicht.“ grinste Sina.

„DOCH?!“ merkte Kyllia sofort an, während Sharlia hinter ihrem Rücken einen schönen Zopf nach dem anderen machte. „Ihr drei, ich warne euch direkt! Sie steht auf Körperkontakt und reißt euch die Kleider vom Leib, nur damit sie JEDEN Zentimeter eurer Haut überprüfen kann!“

„Darauf habe ich echt gewartet…“ rollte Sina mit ihren Augen. Sofort umarmten Aezeli und Catrya sich, Isirielle stand einen Schritt hinter ihren Schwestern und bedeckte sie mit ihren Flügeln. „ERNSTHAFT! Ich bin keine Perverse!“ wehrte Sina sich.

„Aber du hast mich doch geküsst?“ fügte Sharlia hinzu. „Und hast mich komplett gewaschen, was keiner von uns Schwestern getan hat. Hmm… das war so viel Liebe gewesen und dann hat sie mich im Schlaf festgehalten.“ lächelte Sharlia.

Die drei jüngeren Schwestern fingen langsam an zu zittern, Sina hat sich eine Hand auf ihr Gesicht gelegt. „Na, wie fühlt es sich an, mehrere Schwestern zu haben?“ grinste Kyllia keck. „Ich wette, Catrya hat bestimmt geweint, dass ich weg war und nicht mehr mit ihr Schach spielen konnte.“

„Das stimmt nicht!“ riss Catrya sich von Aezeli los und kam den Übertragungsbild näher. „Ich habe nicht geweint! Dafür habe ich andere Dämonen gefunden, die mit mir Schach spielen und ich verspreche dir was! Ich bin definitiv besser geworden!“

„Du hast geweint?“ fiel Aezeli ihr in den Rücken. „Meine, im Zimmer wo wir alle geschlafen haben, hat es bestimmt nicht geregnet.“ Isirielle scheint nicht viel hinzuzufügen, weil sie nur nickte.

„Das… das… stimmt nicht!“ bekam Catrya auf einmal nasse Augen vor Sina. „Hey… Catrya.“ versuchte Sina sie zu trösten. „Weinen ist überhaupt nicht schlimm, weil sie ein Ausdruck deiner Gefühle sind. Selbst ich weine sehr viel, weil ich vieles so schwer akzeptieren kann und dann auch zugleich glücklich bin. Auch weine ich, wenn ich sehr traurig bin. Es ist keine Schande, Trauer zu zeigen.“

„Wirklich… nicht?“ schniefte Catrya und Sina nickte. „Und… was meinen Kyllia… und Sharlia, was du mit ihnen gemacht hast?“

„Hrm…“ seufzte Sina schwer. „JA, ich habe Kyllia alles vom Leib gerissen, weil sie die ERSTE Schwester von VIELEN einfach vor meiner Tür stand und dann ist sie direkt ein Zwilling. Vielleicht habe ich eine an der Klatsche, aber… ich wollte alles über meinen Zwilling wissen.

Dabei erwähne ich nicht, dass sie direkt ein Chaos vor meinem Haus gemacht hat mit jemanden, den sie zu Anfangs nicht leiden konnte. Nun aber Hochzeitspläne hat. Sharlia kennt ihr selber oder? ODER?!“

„Eh… ja?“ schaute Catrya zu ihren anderen Schwestern, die ebenfalls nickten. „Sharlia ist Sharlia. Sie hat vielleicht ein paar Schrauben locker, wenn sie Schmerzen bekommt, aber sie ist unsere nächste der älteren Schwester gewesen, als Kyllia weg war.“

„Man… kann es auch anders ausdrücken.“ rief Aezeli von hinten. „Sie war nie einfach gewesen, aber ich würde sie um nichts auf der Welt mit jemanden anderes austauschen wollen.“ „Es ist nur… Sharlia war in einer Welt, wo wir sie einfach nicht mehr verstehen konnten.“ legte Isirielle eine Hand auf die Wange.

„Sie ist komplett durchgedreht und ich habe einfach mit einem großen Schuss Schwesternliebe ihr wieder die Augen geöffnet. Gewaschen habe ich sie, weil sie von einer… „misslungenen“ Folter zurückgekehrt war und sehr anschaulich gezeigt hat, wie stark sie ist. Dabei war sie komplett in ihrem eigenen Blut gewesen und ich habe die Chance genutzt, DIE Sharlia kennenzulernen, die auch meine Schwester ist, nicht die verdrehte Sharlia.

Ja, ich stehe auf Körperkontakt, denn würdet ihr vor mir stehen, würde ich jede einzelne von euch einmal ganz dick knuddeln wollen.“ erklärte Sina sachlich.

„Du… hast uns dann lieb? Du bist nicht wie unser Vater?“ fragte Aezeli vorsichtig nach und Sina schüttelt den Kopf. „Nein, ich bin nicht wie Vater, der seinen Verwandten die Hölle heiß macht. Mein größter Wunsch war immer gewesen zu wissen… wer ihr seid, wie seid ihr so, was macht ihr so und so weiter.

Denke, da wir uns nicht kennengelernt haben, könnte man daraus schließen, dass alle Mitarbeiter von Vater sehr gut ihre Arbeit gemacht haben, sodass ich euch nie sehen konnte. Nun habe ich zwei Schwestern, die hier sind und drei weitere, vor mir.

Ich bin glücklich hoch drei.“ lächelt Sina glücklich. Lisa kam auf einmal rein, scheinbar hat sie jemanden vermisst und ging direkt auf Kyllia zu, um sie zu küssen. Die jüngeren Schwestern rissen, selbst Isirielle, weit ihre Augen auf.

„D… darf sie das?!“ zeigte Catrya anklagend mit einem Finger auf Kyllia. „Hey, war das doch kein Scherz gewesen, dass sie heiraten will?!“ hüpfte Aezeli auf einen Bein nach das Andere. „Oho, Kyllia wird erwachsen.“ spitzte Isirielle ihren Mund.

„Das bin ich längst.“ grinste Kyllia ihre Schwestern sehr gemein an. „DAS…“ löste Kyllia sich von Sharlia, stand auf und legte einen Arm um Lisa. Anschließend drückte sie die Vampirin nach hinten, die nun verwundert Kyllia anschaute und vor allen Frauen einen langen Kuss gab.

Die jüngeren Schwestern bekamen sofort rote Gesichter und ihre Flügel waren am Flattern, was Sina nun doch etwas amüsierte. „DAS ist meine Verlobte Lisa.“ teilte Kyllia mit, als sie sich von Lisa löste und alle vorstellte. „Hey…“ legte Lisa eine Hand auf ihren Mund mit einen roten Gesicht.

„Um eure Frage zu beantworten, ja sie darf das, sie ist eine erwachsene Frau geworden, die tun und lassen kann was sie will. Bei mir steht selbstständiges Leben ziemlich weit oben an der Rangordnung.“ grinste Sina.

„Oh… ich will hier weg!“ „Ich auch, immer den Schulhof fegen macht keinen Spaß!“ „Hmm… außer Putzen können wir eigentlich nicht viel.“ kam das durcheinander der jüngeren Schwestern.

„Verstehe… seid gegrüßt jüngere Schwestern meiner Verlobten. Mein Name ist Lisa, erste Tochter der Vampirkönigin Layla.“ stellte Lisa sich vor, als Kyllia ihr erklärt hat, wer die Quasselnasen in der Übertragung sind.

Wieder rissen sie die Augen weit auf. „E… e… ein Vampir?!“ „Nun… Kyllia war ja schon immer für einen exotischen Geschmack gewesen…“ „Na na, wer was liebt, das hat uns nicht zu interessieren!“ tadelte Isirielle die jüngeren Schwestern.

„Na ja… ich liebe die Kuh und die Elfe da drüben.“ zeigte Sina, die scheinbar etwas vertieft in dem Blatt waren. „Gerade nur etwas abgelenkt, wie ihr merkt.“

„Ok, Sina sie ist noch exotischer, dass zeigt nur, dass sie und Kyllia wirklich vom selben Ei stammen.“ nickte Aezeli wieder für sich selber. „Meinst du, sie essen und trinken das gleiche, bewegen sich gleich und haben den selben Sex?“ wundert sich Catrya.

„„HEY!““ riefen Kyllia und Sina mit einem roten Kopf, nun musste Lisa eine Hand auf den Mund legen, damit sie nicht laut auflacht, Sharlia scheint sich auch zu amüsieren. „Weißt du überhaupt was du eben gesagt hast, Grünschnabel?!“ hob Sina eine Augenbraue hoch.

„Hey! Ich bin kein Grünschnabel! Was regst du dich denn auf? Wegen Sex? Sharlia hat uns gesagt, dass [Piep] und [Piep] mit [Piep][Piep] Spaß machen soll. Vor allem wenn [Piep][Pieeeep][Piep] benutzt wird, soll das [Piep] einige [Piep] und so etwas wie [Piep] öffnen!“ hatte Catrya auf einmal einen sehhrrr dreckigen Mund bekommen.

Sina, Lisa und Kyllia ist fast der Mund runter gefallen, als Catrya so vulgär locker flockig darüber redet. Sofort drehte sich die älteste Schwester zu Sharlia um. „Sharlia?! Was bringst du bitte deinen Schwestern bei?!“

„Wieso? Sie haben mich gefragt, was ich Abends mit der Wache oft gemacht habe. Da habe ich ihnen erklärt, dass er mit [Zensur] und [Piep], anschließend mit [Piep][Piep] [Zensur] gemacht. Am Ende haben wir [Piep][Piep] und [Pieeep], [Piep][Piep][Zensur][Piep][Piep].“ hielt Sharlia verwundert ihren Kopf schräg.

„Sharlia? Halt bitte deine Klappe, ich bekomme Kopfschmerzen…“ seufzte Sina sehr laut. „Meine lieben Schwestern… hört auf mich und vergesst alles, was Sharlia euch beigebracht hat. Selbst ich würde das nicht mit meinen Geliebten machen, weil es nur Schmerzen sind.“

„Ok!“ „Jawohl!“ „Wie du wünscht.“ nickten die jüngeren Schwestern fleißig. „Das geht?“ schaute Lisa Kyllia verwundert an, die ihre Augen rollt. „Bei Sharlia bestimmt, aber wir sind nun mal Frauen oder?“ „Stimmt…“

„Sagt meine lieben kleinen Schwestern… und seid ehrlich dabei… habt ihr es wirklich versucht, was… Sharlia gemacht hat?“ fragte Sina vorsichtig, damit sie ihre jüngeren Schwestern noch erziehen kann.

Nun hingen Catrya und Aezelis Flügen runter. „Wir… haben versucht einen Partner dafür zu finden, aber…“ „Jedes Mal, wenn wir am vereinbarten Ort für die Verabredung gegangen sind, sind sie nie gekommen.“ „Genau, ich dachte… man hat mich einfach sitzen lassen, aber…“ „Auch mich lässt man immer sitzen.“ antworten Catrya und Aezeli abwechselnd.

„Und… Isirielle?“ hob Sina eine Augenbraue. „Ich? Habe meine beiden armen Schwestern abgeholt von ihrer Verabredung, weil sie wieder ausgenutzt worden sind, daher habe ich daran kein Interesse.“ schüttelt Isirielle den Kopf. „Schlimm genug, dass sie im Grunde alles Schweine sind, die unseren Umstand ausnutzen.“

„Genau, nur wir können uns vertrauen!“ nickte Catrya energisch. „Immer… wenn wir Hoffnung hatten, wurde sie zerstört, aber Isirielle baute uns immer wieder auf. Dabei kann ich nicht vergessen, dass sie mich bei der letzte Verabredung im Regen abgeholt hat, trotz dass sie ihre Hände verletzt hatte.“ lächelt Aezeli ihre ältere Schwester an.

Nun kniff Sina leicht ihre Augen zusammen, denn irgendwie wird sie das Gefühl nicht los, dass etwas anderes hinter der Geschichte war. Also schaute sie Isirielle genauer an… und sah ihren wissenden Blick, als sie den skeptischen Blick bei Sina bemerkte.

„Hab ihr eure Verabredung eigentlich noch mal wiedergesehen oder so? Meine… ich wäre sehr wütend gewesen und hätte den Dämon gejagt.“ fragte Sina ganz bewusst, dabei behielt sie ihre Schwester im Auge.

„Nein, überhaupt nicht. Meine habe ich nicht mehr gesehen, als wären sie vom Erdboden verschwunden.“ schüttelt Catrya ihren Kopf. „Hmm… mir war das eigentlich egal gewesen.“ zuckte Aezeli ihre Schultern.

„Aha? Und du Isirielle?“ grinste Sina ihre Schwester an. „Meine… was würdest du mit ihnen machen, wenn du mitkriegst, dass deine jüngeren Schwestern ausgenutzt werden „könnten“?“

Isirielle lächelte und schüttelte ihren Kopf, aber den Zorn in den zu gekniffenen Augen, den konnte Sina nicht übersehen. „Ich würde die Schweine meine Wut spüren lassen, aber ich habe besseres zu tun, meinst du nicht auch „Schwester“ Sina?“

Die Drohung hat Sina sehr deutlich verstanden, deswegen wurde ihr Grinsen breiter, während Catrya und Aezeli sich wunderten. „Ach du Schreck, Isirielle ist brandgefährlicher als Sharlia.“ dachte Sina. Die versteckte Drohung war nichts anderes als: Vorsicht, grabe nicht weiter!

„Wenn die Barriere weg ist, könnte ich euch den einen oder anderen Mann vorstellen, die euch nicht einfach sitzen lassen würden.“ lächelt Sina sehr freundlich, dafür gingen die Mundwinkel von Isirielle leicht runter.

„Echt? Also… ich würde mich schon etwas interessieren.“ zappelte Catrya auf ihren Füßen. „Ich auch! Bestimmt findet Sina auch einen Mann für Isirielle!“ hob Aezeli eine Hand hoch. „Ach wo, ich brauche keinen Mann an meiner Seite, wenn ich euch beide habe.“ winkte Isirielle ab.

„Das können wir ja alles nach der Barriere klären.“ warf Sina Isirielle den wissenden Blick zu. „Ich freue mich so richtig, euch ganz doll zu knuddeln. Das wird jede Schwester erleben dürfen, weil… Vater hat uns getrennt und dadurch… ist meine Pflicht als älteste Schwester komplett vernachlässigt worden. Das Gedenke ich nachzuholen.“

„Du… Sina?“ schaute Catrya sie mit einem Hundeblick an. „Ich… erm… wollte dir danken, dass du unseren Vater überzeugt hast, dass wir alle selbstständig leben dürfen.“ „Genau! Niemand schubst uns mehr und wir können tun und lassen wie es uns gefällt!“ nickte Aezeli energisch. „Dafür haben haben wir nun ein bisschen… mehr Verantwortung bekommen, die wir vorher nicht hatten.“ hielt Isirielle den Kopf schräg.

Bei zwei Antworten freute sich Sina, bei der letzten musste sie tatsächlich ein bisschen umdenken. „Isirielle musste ja einen extremen Schwesternkomplex haben.“ grübelte Sina. „Wundere mich, dass den anderen es nicht aufgefallen ist? Das würde auch erklären, warum sie Kelania eine Todesdrohung aussprechen konnte.“

„Außerdem weiß ich nun, dass Sina mich am meisten lieb hat!“ hüpfte Catrya freudig. „Nein?! Sie gehört mir, weil ich die klügste bin!“ merkte Aezeli an. „Huh?! Ich muss dich doch immer daran erinnern, wo was steht bei unseren Arbeiten!“ drehte Catrya sich sofort zu ihrer Schwester um. „Hah?! Du hast doch mal dein eigenes Spiegelbild angeschrien im Dunkeln!“ wehrte Aezeli sich direkt.

Isirielle legte eine Hand auf ihre Wange und schien sich dem Streit zu enthalten, während Sina sich zu Kyllia mit erhobener Augenbraue drehte. „Das ist, was ich meinte: Sie werden sich streiten und Isirielle wird sich enthalten.“ „Erm… ok?“ wundert Sina sich und sah, wie Sharlia die Haare von Neia flechtet, während sie es scheinbar selber nicht mitbekommt.

Sie streiten sich… und streiten… und streiten… Suki brachte in der Zwischenzeit allen Damen ein Getränk vorbei. Sina wunderte sich… über welchen Mist sich ihre jüngeren Schwestern eigentlich streiten können.

Langsam bildete sich auf ihrer Stirn eine Zornesader, Kyllia merkte eine aufkeimende Wut wachsen. Sie machte Lisa ein Zeichen, dass sie besser ein bisschen Abstand nehmen sollte von ihrer Schwester.

Weitere Minuten vergingen, der Streit kam immer noch nicht zu einem Ende, Kyllia hat es scheinbar bei der Erklärung damals nicht überertrieben… Eine Schnur riss… der Geduldsfaden von Sina hat es nicht mehr ausgehalten.

Sofort klatschte sie laut mit den Händen, wo alle aus ihrer Traumwelt wachwurden. „CATRYA, AEZELI UND ISIRIELLE! SOFORT AUF DIE KNIE! JA AUCH DU!“ schrie Sina wütend, ihre jüngeren Schwestern rissen erstaunt ihre Augen auf und folgten sofort dem Befehl.

„HABT IHR EIGENTLICH EINEN KNALL?!“ verschränkte Sina ihre Arme. „WIR LERNEN UNS HEUTE DAS ERSTE MAL KENNEN. DAS ERSTE MAL!!! Und ihr habt nichts besseres zu tun, als mir eure schlechte Seite zu zeigen?!“ knurrte Sina.

„Wow… aber verdient…“ murmelt Kyllia, während sie Lisa eine Hand hielt. Beschämt schauten die drei Schwestern auf den Boden. „HEY! Schaut mich gefälligst AN wenn ich mit euch rede! Das kann ich ÜBERHAUPT nicht ab, wenn man mich ignoriert!“ haute Sina mit einer Hand auf den Tisch, wo man direkt hörte, dass der Tisch den nächsten Schlag vermutlich nicht überlebt.

„Über… was genau habt ihr euch eigentlich gestritten, HÄ?! WENN das eure größten Sorgen SIND, dann wollt ihr meine nicht kennen! Außerdem, ich gehöre euch NICHT, KAPIERT?! In allererste Linie, gehöre ich MIR selber.“ schimpfe Sina, dann drehte sie sich um und ging auf Sherry und Neia zu, die schweigsam der Schimpftirade beiwohnten.

„90%! meines Herzens gehören diesen beiden Damen. 90% HÖRT IHR?!“ rief Sina laut und küsste dann Sherry und Neia abwechselnd. Catrya, Aezeli und Isirielle schwiegen wie ein Grab und dennoch lauschten sie gebannt, was ihre älteste Schwester sagt.

„WENN die beiden wollen, dass ich die Welt erobere, dann mache ich es. Wenn sie wollen, dass ich die Welt ZERSTÖRE, DANN MACHE ICH ES! WOLLEN sie aber nicht! Sie wollen nur mein Herz besitzen!

Nun geht es weiter! 80% geht an meine Familie! Das sind alle, die ihr hier seht. Kyllia, Sharlia, Lisa, die Katzendame von eben, falls ihr es mitbekommen habt. DAS ist meine Familie und IHR gehört dazu!

DU, DU und DU! UND! Alle restlichen Schwestern! WENN ich jemanden bevorzuge, was eigentlich nicht korrekt IST, dann wird es IMMER unter den Schwestern meine Zwillingsschwester Kyllia sein!

Es ist von euch eine UNVERSCHÄMTHEIT, dass ihr sie nicht respektvoll behandelt, immerhin musste SIE für euch das Scheißspiel von unserem Vater machen, sonst wärt ihr TOT gewesen! Glaubt ihr nicht, ich weiß davon, dass IHR Kyllia auserwählt habt?!“ stand Sina wieder vor der Übertragung.

Nun bekamen die drei Schwestern nasse Augen. „Ich habe mir IMMER Sorgen gemacht, IMMER! Gedanken gemacht, ob es euch besser geht als mir. Das ihr vernünftiges Essen bekommt, man euch besser behandelt als mich, denn…

Ich wurde gefoltert, ich musste foltern in einem extremeren Maße als ihr es jemals erdulden musstet. Mein Wunsch war IMMER gewesen, dass ihr es auch nicht ertragen müsst. Nun streitet ihr VOR mir, wen ich bevorzuge? Wer meine Nummer eins sein wird? Habt ihr den Schuss im Ofen nicht gehört?!

Folgendes… denn diese lächerlichen Streits werden ab heute ein Ende haben. Jedes Mal… wenn ich von Wisali und von den anderen Kontakten zu hören bekomme, dass ihr euch vor allen Leuten blamiert, weil ihr nicht richtig zugeben wollt, dass ihr euch doch mehr lieb habt, als ihr zugestehen wollt…

Ich werde heute anfangen eine Strichliste zu führen… Jeden Strich.“ klatschte Sina mit beiden Händen laut zusammen. „Werde ich euch einen nach dem anderen über das Knie legen und euren Hintern versohlen!

Ein Strich… *klatsch* ein weiterer Strich *klatsch* und *klatsch* so *klatsch* weiter *klatsch*! HABT IHR VERSTANDEN MEINE KLEINEN SCHWESTERN?! AB HEUTE WERDE ICH MEINE PFLICHTEN ALS ÄLTESTE SCHWESTER NACHHOLEN! Wenn… ihr euch UNBEDINGT streiten MÜSST, dann macht es alleine in eurem Zuhause, KAPIERT?!

Ich weiß nicht warum, aber ich würde mich zu TODE schämen, dass meine kleinen Schwestern kein Benehmen zeigen! Wehe… wenn ich mit Wisali spreche und er sagt mir, dass ihr immer bei eurer Arbeit streitet, wird es brennen… wenn die Barriere weg ist.

Ich will euch nicht schlagen, wirklich nicht. Das sind alles Erziehungsmaßnahmen, die hätte unsere Mutter vermutlich bei euch umgesetzt ihr kleinen Streithähne! Da wir aber nichts über sie wissen, ist es nun meine Aufgabe.

Kinder, ihr seid ERWACHSEN! Ihr arbeitet in einer SCHULE, wo ihr eigentlich eine Vorbildfunktion ausübt! Habt ihr vielleicht darüber mal nachgedacht?!“

Nun waren die drei Schwestern erst recht betroffen und schauten mit roten Gesichtern auf den Boden, dabei fielen einige Tränen runter. „Wenn… ihr mich wirklich als die tolle Schwester ansehen wollt… dann arbeitet an euch.

Ich will es wirklich nicht tun müssen, aber ihr lasst mir keine Wahl. Wisali hat bestimmt seine Strafmethoden, aber ich bin der direktere Typ. Hört auf mit euren scheiß Streits, ich werde alle meine Schwestern, also auch euch vom Herzen lieben!

80%, das ist eine verdammte Menge! Vater hat MICH gefragt, ob ich vielleicht alle meine Schwestern bei mir haben will. Soll ich was sagen? Ich habe nein gesagt.“ teilte Sina die Information mit, nun schauten sie Sina schockiert an.

„Nicht, weil ich euch NICHT liebe, sondern weil ihr in Deymonlia in Sicherheit seid. Kyllia weiß genau, dass es mir nicht einfach gefallen ist, die Entscheidung zu treffen, überhaupt nicht. Zu gerne… hätte ich euch in meiner Nähe gehabt.

Wäre gerne mit euch alle einzeln auf ein Date gegangen und und und, etwas… wo ich hoffe, dass ihr glücklich werdet. Doch ich habe zu viele Sorgen auf Alliancia… auf der Welt, die euch ebenfalls betreffen könnten.

Ich wollte euch in Sicherheit wähnen. Doch eurer Streit… hat mich sauer gemacht. Er ist so was… von DUMM. Catrya und Aezeli… ihr seid die Streithähne und Isirielle… du bist sogar schlimmer, weil du es ganz bewusst zulässt!

Isi… du bist die ältere, also hättest du sie in diese Richtung lehren müssen! Aber das hast du nicht getan, weil du ein ganz perfides Problem hast. Bevor das in einem Drama endet, Catrya und Aezeli, eure Verabredung dürften ziemlich tot sein, weil Isirielle mit SEHR hohe Wahrscheinlichkeit sie getötet hat.

Am Arsch das du dich um sie gesorgt hast, du wolltest sie für dich alleine haben. Das ist ein extremer Schwesterkomplex mit einer Yandere-Einstellung! Bevor du die beiden irgendwann in ein Gefängnis für dich alleine steckst, LÖST DAS PROBLEM!“ schrie Sina.

Erstaunt drehten Catrya und Aezeli ihre Gesichter zu Isirielle, die nun einen sehr wütenden Gesichtsausdruck hatte. „Wehe… ich höre irgendetwas aus deinem Mund Isi, dann bekommst du zwei Hinternschläge…“ drohte Sina und zog ihren rechten Handschuh aus, um ihre Klauenhand deutlich zu zeigen.

„DAS ist eine Strafe, weil ich eine Götterbestie getötet habe. Hart wie Stein, wenn ich damit zuschlage, wirst du für die nächsten Wochen NICHT sitzen oder liegen können! Ihr könnt euch lieben wir ihr euch lustig seid, aber die Liebe darf nicht zu einer GEFAHR WERDEN!

Lass gefälligst deinen kleinen Schwestern ihre Erfahrungen sammeln Isi, sonst wird es für dich persönlich eine hässliche Zukunft werden, hast du verstanden?! Schlimm genug, dass die anderen Schwestern es nicht mitbekommen haben, außer mir und wisst ihr was?

ES GEHT MIR AUF DEN KEKS, DIE PROBLEME ANDERER IMMER ZU LÖSEN! Nur… ihr seid meine kleinen Schwestern, bevor daraus ein tödliches Problem wird, löse ich es direkt und schmerzfrei.

Nach unserem Gespräch… werdet IHR drei zehn Blätter schreiben, aus welchen Gründen ihr nicht mehr wollt, dass ihr Ärger mit MIR bekommt! Diese gebt ihr Wisali, der sie wiederum mir schickt. Ich will wirklich wissen, ob ihr verstanden habt, was ich euch heute erklärt habe und wem ich alles mehr oder weniger das Leben gerettet habe! KAPIERT?!“

Scheinbar kam die Schimpftirade wirklich rüber, selbst der wütende Blick von Isirielle ist verschwunden… dafür flossen bei den drei Frauen die Tränen. „Wow… glaube, so wurden die drei noch nie ausgeschimpft.“ dachte Kyllia.

„Ich habe gefragt, ob ihr es KAPIERT habt?!“ frage Sina wieder nach und die Schwestern nickten panisch mehrmals. „GUT! Vergesst nicht… jeder Streit… wo ihr andere damit belästigt…*klatsch*“ knallte Sina beide Hände laut, dass es einfach wehtut.

Vorsichtig drehte Kyllia ihren Kopf zu Sharlia, die einen sehr… gierigen Gesichtsausdruck machte. Sie nahm eine Hand und gab ihr direkt eine Illusion mit viel Liebe.

„Ich würde gerne sagen… dass ich von euch enttäuscht bin, aber das geht nicht. Wir kennen uns nun diese Stunde, wie soll ich denn überhaupt irgendwelche Vorstellungen von euch haben? Liebend gerne würde ich mit euch arbeiten, aber… könnt ihr euch denn auf eure Arbeit konzentrieren?

Wirklich konzentrieren, ohne das einer von euch anfängt zu ringeln, bevor es in einem Streit eskaliert und die Dritte sich daran ergötzt? Isi, das ist ein ganz gefährlicher Weg, den du gehst. Ich will lieber kleine Schwestern haben, wo ich drauf zeigen kann:

Diese Irren? Die gehören mir und wisst ihr was? Auf die bin ich sogar stolz, dass es meine Schwestern sind! Aber das eben?! Wie könnt ihr denn bitte reden… dass ihr auf mich stolz seid, wenn ich es aber nicht auf euch bin?!

Ich… habe wirklich ganz andere Sorgen und eure Streitigkeiten… sind so nichtig… Ich will mich wirklich nicht damit befassen. Deswegen diesen harten Gang, damit ihr euch das schnell abgewöhnt, denn Streit´s können nur verletzen.

Ich weiß wovon ich spreche, es hätte beinahe meinen beiden Liebenden das Leben gekostet. Wenn… ihr wirklich auf mich hören wollt… als älteste Schwester… , dass ich auf euch Stolz sein soll… dann ändert das.

Keine Streits zwischen dir Catrya und dir Aezeli, das die sich daran ergötzende Isi und lass deine kleinen Schwestern bloß ihre Freiheiten. Du wirst damit aufhören, irgendwelchen Dates von ihnen zu ermorden, wenn sie… Sex haben möchten.

Sie sind alt genug zu wissen, was sie wollen, auch wenn sie mit Sharlia den falschen Ansprechpartner hatten. Jeder sollte diese Erfahrung machen als Frau, es erweitert unheimlich den Horizont, was der Körper einer Frau für Wunder bereithält.“

Sharlia wirkte bei der Ansage auch etwas betroffen und schaute Kyllia besorgt an. „Keine Sorge Sharlia, die Drei hatten es bitter nötigt gehabt. Vor allem wenn es ihr Vorbild ist, der sie so fertig macht.“ flüstert Kyllia.

„Es… tut mir leid…“ flüstert Catrya. „Mi… mir auch…“ schniefte Aezeli. Isirielle starrte nur den Boden an, dann schaute sie ihre kleinen Schwester an, bis sie dann seufzte. „Mir auch…“

„Wenn es euch wirklich leid tut, dann setzt das um, was ich euch gesagt habe. Wenn ich die Blätter lese und ich spüre wirklich, dass ihr es ernst meint, können wir einen Neuanfang machen. Ich dachte, Kyllia hätte es übertrieben mit euren Streitigkeiten, aber er war definitiv untertrieben.

Dazu, dass du Isi ein dickes Problem hast, will ich, dass DU Überlegungen anstellst, wie du gedenkst, dass zu ändern! Denn ich glaube, dass Catrya und Aezeli ihr Problem eher in Griff bekommen, als du!“

Ein Peitschenhieb nach dem anderen fiel auf die Schwestern, Sina zog ihre Schimpftirade bis zum bitteren Ende durch.

„Ich persönlich finde es wirklich schade… dass ICH euch ausschimpfen muss, wirklich. All die Drohungen… Tatsachen, verschwendete Zeit, wenn ihr euch etwas benommen hättet. Mal wieder bin ich der Buhmann gewesen, hätte mal ruhig eine andere Schwester machen können.“ seufzte Sina.

„Dabei wart ihr mir von Anfang sehr sympathisch gewesen. Ihr machtet ein wirklich frischen und abwechselnden Eindruck zu meinem beschissenen Leben. Doch das ihr Kyllia… so behandelt und euch bei Sharlia mehr Gedanken gemacht habt, finde ich persönlich nicht fair.

ICH will bestmöglich euch alle so gut wie möglich gleich behandeln, auch Kelania, die mich scheinbar töten will. Doch das ist das Problem, weil wir von Anfang an alle getrennt gewesen sind und niemand so wirklich bei uns Schwestern auf den Tisch gehauen hat.

Das werde ich nun nachholen, denn… ihr seid meine Familie. Ich habe euch wirklich lieb, aber ich komme auf Dauer nicht damit zurecht, wenn ihr das in der Zukunft weiter so macht mit eurem Streit und das ich noch eine Schwester habe, die eine Psychopathin ist.

Reicht das nicht… dass ich wahnsinnig bin? Jeder hat einen Knall, aber… Kinder. Keine Ahnung, ob ihr die passiven Fähigkeiten: Grausame Gedanken oder Bizarre Gedanken besitzt, ICH habe die nächst höhere Stufe: Wahnsinnige Gedanken.

Das ist der Grund, warum ich ein drittes Auge…“ Sina zeigte mit ihrem Finger auf das Auge auf der Stirn. „Auch „Auge des Wahnsinns“ genannt, bekommen habe. Die ältesten Wesen kennen diese Fähigkeit nicht, eigentlich müsste ich LACHEND überall nur Zerstörung anrichten. Tue ich aber nicht…

Weil ich eine Familie habe, die mich bei Vernunft hält. Alle, die ihr hier seht, halten mich von dem tatsächlichen Wahnsinn ab. Je mehr Personen es sind, desto besser ist es für mich zum eigenen Schutz. Ich wünsche wirklich vom Herzen… dass ihr es auch sein könnt.“ machte Sina einen sehr traurigen Gesichtsausdruck.

„Es… tut uns leid Schwester Sina!“ schniefte Catrya tränen überströmt. „Bitte… gib uns eine Chance.“ flehte Aezeli. „Wir… haben einen Fehler gemacht! Bitte…“ Isirielle schniefte nun auch, verzog dabei ihr Gesicht, wo eine Blase aus ihre Nase bildete und platzte. „Es… tut mir leid…“

„Wenn ihr es verstanden habt… tut einfach, was ich euch gesagt habe. Das ist der erste Schritt, für einen Neuanfang und wie ich euch dann verzeihen kann. Ich kann mir wirklich gut vorstellen, dass ihr coole Schwestern sein könnt.

Kyllia hat mir erzählt, was ihr so drauf habt und ehrlich? Ein bisschen beneide ich euch, dass ihr alle Spezialfähigkeiten habt, aber ich nicht. Ich mutiere einfach immer mehr zu einem Monster, mehr nicht.“ grinste Sina schief.

„Das… stimmt nicht!“ „Genau, wir haben dich trotzdem sofort erkannt!“ „Zumal wir sofort die Unterschiede zu dir und Kyllia gesehen haben.“ widersprachen die jüngeren Schwestern direkt die letzte Aussage von Sina.

„Du bist ein Monster?“ wundert sich Sharlia mit schrägen Kopf. „Dann hast du aber von uns Schwestern immer noch die stärkste Ausstrahlung mit sehr exotischen Körperteilen. Ehrlich gesagt, bist du irgendwie schöner als Kyllia.“ „Hey…“ schlug Kyllia sachte auf die Oberbeine ihrer jüngeren Schwester. „Lass deine Scherze…“

„Genau, denn Kyllia ist genauso hübsch wie ich.“ drehte Sina sich kurz um. „Wenn ich die Wahl zwischen dem Auge und den Hörner hätte… ich würde die Hörner nehmen wie Kyllia sie hat. Einfach, damit wir wirklich Zwillinge sind. Aber eines… könnt ihr alle Schwestern nicht bekommen.

Das besondere Band, was wir Zwillinge teilen. Ihr Schwestern habt vielleicht ein Band, wie ihr euch alle schnell findet, aber… Ehrlich gesagt, ist es gut, dass ich mein eigenes mit Kyllia habe. Wir wissen sofort, wie wir uns fühlen.“ lächelte Sina. „Nun steht schon auf ihr Drei, der Tadel ist vorbei.“

„D… danke…“ murmelt Isirielle, die scheinbar zittrige Beine hatte, ihre jüngeren Schwestern wuschen sich die Gesichter mit Tüchern ab.

„Du… würdest wirklich meine Hörner haben wollen?“ fragte Kyllia nach und Sina nickte. „Natürlich. Das Auge… ich sehe etwas mehr, aber was bringt es mir? Da kann ich auch deine schönen geformten Hörner nehmen, dass würde mich nur sexy machen. Glaube, Lisa hat bestimmt den einen oder anderen Kuss darauf gegeben.“

„Hey!“ wurde Lisa nun rot im Gesicht, Kyllia ebenfalls, aber was Sina in sich spürte: Freude über ihre Schwester. „Also die Hörner von Kyllia, ich habe ja keine.“ zwinkert Sina Lisa zu und schaute ihre Liebenden an. „Was?“

„Nun… nein.“ grinste Sherry, die ihre eigenen Hörner streichelt. „Geheim.“ „Genau, geheim.“ grinste Neia ebenfalls. „Eh… ok?“ hob Sina ihre Augenbraue hoch.

Auf einmal knallte eine Tür auf im Büro von Wisali.

Kapitel 698

Ich bin wiedergeboren und gefährliches Wissen?

Sina musste mehrmals blinzeln, als Wisali ihr mitteilte, dass er den Anführer getötet hat von den Krashurrikra. „Erm… wie bitte?“

„Belassen wir es, dass ich wegen… ihm nicht mehr in der Lage bin richtig zu kämpfen.“ lächelt Wisali traurig. „Nicht das ich schwach bin, aber im Gegensatz zu euch hat er mir tiefe Narben gegeben, die mir es nicht möglich machen, lange Kämpfe auszutragen.“

„Warum… habt ihr es denn eben noch schon gesagt?“ verlangte Lisa zu erfahren. „Weil das unnützes Wissen wäre.“ antwortet Sina, die ebenfalls traurig wirkte. „Deswegen warst du so sicher, dass der Anführer tot ist… sein sollte.“

„Genau, sollte. Es war ein fürchterlicher Kampf gewesen, wenn ich nicht im letzten Moment es geschafft hätte, in seine Augen zu schlagen, dass sein eigenes Blut sein Nachteil wurde. Das ist ein Gegner, gegen… den Kruschjrar mit seiner geheimen Fähigkeit auch keine Chance hätte.

Wir haben… einige starke Dämonen, aber ich kann sie nicht abschätzen, ob sie es mit ihm aufnehmen könnten. Ihr müsst wissen, die Dämonen früher waren viel stärker gewesen, als die heutige Dämonen.“ grinste Wisali schief.

„Wie… meinst du das?“ wundert Sina sich über diese Aussage, doch Wisali schüttelt den Kopf. „Das erkläre ich euch gerne ein anderes Mal Prinzessin Sina. Wichtig ist nur, dass ihr auf der Hut sein müsst. Es ist schlimm genug, dass sie überhaupt am Leben sind.“

„Verstehe…“ nickte Sina, dann drehte sie sich zu den Vampiren. „Ich danke euch, dass ihr die Zeit mitgebracht habt. Ich denke, eure Eltern werden euch bestimmt noch Anweisungen geben.“ Die Damen hatten verstanden, dass sie alle entlassen wurden. Sie nickten, verbeugten sich kurz und gingen dann nach und nach aus dem Wohnzimmer.

Sina ging zu einem der Sessel und ließ sich schwer darauf fallen. „Ach man… Einerseits ist es gut, dass wir etwas wissen, andererseits… Es nervt so langsam, dass Feinde immer aus allen Ecken kommen.

Wisali… Bariel war ein Mensch gewesen, bevor ich sie zu einem Dämonen gebissen habe. Ist das auch eine Fähigkeit, die ein Dämon mitbekommt, wenn er öfters das Blut von Vampiren trinkt?“

„Deswegen… eure Ähnlichkeit…“ kratzte Wisali sich am Hinterkopf. „Ja, die Dämonen waren früher in der Lage gewesen, alle Rassen zu einem Dämon zu verwandeln. Diese haben wir dann mit den weißen Dämonen verloren, bis man „getrennte“ Wege gegangen ist.

Nur mit gewissen Ritualen könnte man einen Mensch in einen Dämonen verwandeln, aber… Denke, wir sind uns einig, dass ein Biss einfacher wäre.“ lächelt Wisali. „Diese Haarspange… eure Mutter hat sie immer gerne auf der linken Seite getragen, wie ihr es gerade tut.“

„Ihr… kennt sie. Bitte…“ lehnte Sina sich nach vorne. „Wer… war meine Mutter? Wenigstens… einen Namen.“ flehte die Dämonin schon, als Wisali den Kopf schüttelte. „Bedaure, aber euer Vater würde mich leider umbringen.

Ich gebe gerne Wissen weiter, solange… es nicht tödlich für mich ist. Wenn ihr genau überlegt, wisst ihr dann auch, wie ich all die Zeit überlebt habe, egal wie wahnsinnig ein Dämonenkönig war. Letztendlich bin ich nur ein Lehrer gewesen, der den meisten Dämonenkönigen Wissen gelehrt hat.“ grinste Wisali am Ende, Dann schaute er Sherry und Neia an. „Dürfte ich mit euch beiden reden?“

Verwundert schauten Sherry und Neia ihn an, dann Sherry die nur nickte. Gemeinsam standen sie auf und stellten sich vor Wisali. „Ich würde euch gerne was mitgeben im Kampf gegen die Krashurrikra.“ meinte der Gelehrte auf einmal.

„Wie…?“ fragte Sherry nach, als Wisali auf einmal ein großes Blatt aus seinem Schreibtisch hervorholte, etwas zauberte, was das Blatt komplett ausfüllte. Anschließend rollte er die Schriftrolle zusammen und machte mit dem Zeigefinger ein Symbol auf dem Tisch.

Auf einmal sahen beide Blutelfen, wie auf dem Tisch ein schwarzes Loch entstand… Wisali warf die Rolle von seiner Seite in das Loch und aus einem Loch bei den Damen kam die Rolle raus geflogen. „EH?!“ staunten die Elfen.

„Hm… sieht nach Magie der Leere aus?“ hob Sina eine Augenbraue hoch. „In der Tat Prinzessin Sina. Ich habe einen Riss im Raum erzeugt und ähnlich wie eine Teleportation diese Rolle zu euch geschickt.“ lächelt Wisali zufrieden und schloss das Loch wieder.

„Irgendwie… erschüttert es meine Grundfeste als Magierin…“ murmelt Neia. „Das… kann man mit Leere machen?“ „Natürlich? Leere ist einer der nützlichsten Magier arten, die es gibt.“ wundert sich Wisali scheinbar ein bisschen.

„Du wüsstest auch den Zauber, mit dem ich in der Zeit gereist bin oder?“ grinste Sina, doch Wisali schüttelte seinen Kopf. „Nein, denn Zeit ist ein sehr gefährliches Gebiet. Wenn man es auf theoretischen Gedanken nachgeht, ist das kein Problem, aber…“

„Ich weiß, dass habe ich dem Entwickler dieses Zauber auch nahegelegt, dass er die Finger davon lassen soll. Wer weiß… wie die Welt gewesen wäre, wenn es Lilith nie gegeben hätte.“ schaute Sina zur Tür, weil sie merkte, dass jemand… wichtiges kam.

„Hallöchen, wir sind wieder daha!“ winkte Kyllia, Sharlia kam ihr direkt hinterher. „Huch? Wisali?“ staunte die Zwillingsschwester, als sie den Lehrer auf der Übertragung sah.

„Sei gegrüßt Kyllia und auch Sharlia, scheinbar geht es euch ja bei eurer Schwester besser als ihr es euch je vorgestellt haben könntet.“ nickte der Lehrer den Damen kurz zu. „Bevor… wir das vernachlässigen. Sherry und Neia.“ wurde Wisali sehr ernst.

„In diesem Blatt habe ich zwei Zauberformeln des Lichts aufgeschrieben, die sehr effektiv gegen die Krashurrikra waren. Doch… lasst mich euch die Warnung zum zweiten Zauber geben: Wenn ihr diesen Zauber einsetzt, zieht es eure komplette Mana leer.

Nein Prinzessin Sina, ich kann keine Lichtmagie benutzen, die Frage sehe ich an eurem Gesicht. Es ist vermutlich wichtig, veraltetes Wissen zu reaktivieren, wenn alte Feinde wieder in Erscheinung treten.

Ich kann euch beiden nur raten, diese Zauberformel frühzeitig zu lernen, denn die alten antiken Zauber neigen gerne dazu, einen endlos langen Zauberspruch aufzusagen. Einmal freigesetzt, richtet es pure Zerstörung gegenüber der Krashurrikra an.

Eine weitere Warnung… Wenn die Krashurrikra wissen, dass ihr die Zauber benutzen könnt, werden sie ALLES in ihrer Macht einsetzen, damit sie euch töten können.“

Neia nahm die Schriftrolle und rollte sie auf… bis ihr schwindelig wurde. „Was ist los?“ fragte Sherry, als Neia den Zettel vor ihrem Gesicht hielt. „Ach… du…“ „Eben, deswegen frühzeitig lernen.“ nickte Neia.

„Gut das ich keine Lichtmagie kann“ flötete Sina fröhlich, wenn die Experten schon Probleme haben. „Was sagt ihr man meine Damen?“

Erst schauten sie verdutzt Sina an, dann sich selber, bis sie verstanden, was gemeint war. Beide verbeugten sich vor Wisali, also Sherry versuchte es. „Wir danken euch vom Herzen, dass ihr uns eine Hilfe seid.“

„Das ist immer die schönste Aussage, die ein Lehrer von Kindern zu hören bekommen kann.“ nickte Wisali glücklich lächelnd. Auf einmal stand Sina auf, nahm eine Kiste vom Tisch und ging zu Kyllia.

„Kyllia… dass sind Haarspangen von unserer Mutter. Es sind nur zwei, aber ich denke… aufgrund das wir… Zwillinge sind, solltest du die andere Hälfte bekommen.“ hielt Sina die Kiste vor Kyllia, die einen erstaunten Gesichtsausdruck machte. Sharlia stand nur daneben und schaute die Haarspange an. „Hmm… woh habe ich diese Blume schon mal gesehen?“

„Danke…“ lächelt Kyllia sehr traurig und nahm die Spange aus der Kiste, setzte sie dann an der rechte Seite über ihr Ohr an den Haaren an. „Ich finde schon heraus, wer unsere Mutter war, damit wir uns vernünftig von ihr verabschieden können.“ legte Sina eine Hand auf die Schulter von ihrem Zwilling.

Kyllia schaute Sina kurz an, dann umarmten sich beide traurig, Sharlia scheint es nicht so ganz zu verstehen in diesem Moment. Also ging sie zu den Sesseln und versuchte nicht zu stören. Der Gelehrte Wisali schaute die Szene an und schüttelt leicht den Kopf…

„Sag Sina… ich spüre seit längerem, dass du wieder sehr… hmm… sauer und traurig bist? Am Anfang warst du glücklich und das kann ja was mit Wisali zu tun haben oder?“ löste Kyllia sich und Sina nickte. „Das ist richtig, keine Sorge, ich werde dir die Gründe über meine Wut noch erklären.“

„Wo… du Wisali doch gerade da bist, willst du ihm… vielleicht mal von unserer Fusion erzählen?“ fragte Kyllia als nächstes. „Das… wäre nicht schlecht.“ nickte Sina. Sherry und Neia machten sofort platzt, damit die Zwillinge vor dem Lehrer stehen konnten.

„Wisali… hast du schon mal von einem Gegenstand der Transfusion gehört?“ fragte Sina den Gelehrten. „Hmm… ich kann mich dunkel daran erinnern, habe aber selber noch seine Funktion nicht gesehen oder geschweige jemanden gehabt, der mir davon berichten konnte.“ grübelte Wisali laut.

„Also… wir haben diesen Gegenstand mehrmals durch einen Wettbewerb bei den Tiermenschen gewonnen. Sobald zwei Personen die Ohrringe tragen, werden sie zu einer Person. Ich… kann dir sagen, dass es seine Vor und Nachteile mitbringt. Wichtiger ist, dass diese Ohrringe bei Zwillingen irgendwie… anders funktionieren, als gedacht.“ erklärte Sina.

„Genau, ich hatte… diese „tolle“ Idee gehabt, einmal mit Sina eine Person zu werden, bis… Nun, es war komisch. Wir haben vier Flügel bekommen, haben eine Stärke gehabt, wo selbst ein einfacher Handschlag die totale Zerstörung anrichtete.

Schlimmer war, wir konnten unseren kompletten Status nicht mehr sehen oder gemeinsame Fähigkeiten nutzen. Überall sah man nur Fragezeichen, was sehr hinderlich gewesen war. Mehr noch, wir hätten eine Aura erschaffen, die wir mit Illusion nicht verstecken konnten.“ führte Kyllia weiter aus.

Wisali machte… einen sehr neutralen Gesichtsausdruck, was Sina störte. „Hier, das war unsere letzte Erinnerung, wie wir ausgesehen haben: „Illusion: Skyllia“.“ zauberte Sina über ihre Handfläche die fusionierte Dämonin der Zwillinge herbei.

Nun sah man bei Wisali kleine Schweißperlen. „Wisali? Was ist los?“ hakte Sina nun nach, dabei nahm sie besorgt eine Hand von Kyllia. Ihr Lehrer holte ein Taschentuch raus und wischte sich den Schweiß weg.

„Bedaure… das kann ich dir nicht sagen.“ leckte Wisali nervös die Lippen. „WIESO NICHT?!“ wurde Sina nun wütend. „Immer diese Geheimniskrämerei mit dir, was ist bitte mit uns gewesen? DU weißt definitiv etwas!“

Der Gelehrte schaute Sina und Kyllia beide abwechselnd an, dann seufzte er. „Ich… kann euch nur den Hinweis geben, dass ihr in der Bibliothek der Alten in Deymonlia suchen müsst. Doch ob euer Vater dort den Zugang erlaubt, ist mehr als fraglich.“

„Was… soll dieser Ort sein?“ wundert Kyllia sich, doch Wisali schüttelt den Kopf. „Ein Ort, der nicht ohne Gefahr ist. Es gibt Dinge, die sollten für immer verschlossen und besser, vergessen werden.

Einfacher wäre natürlich, wenn man mit dem dunklen Gott spricht. Leider… spricht der Gott mit einem, nicht umgekehrt. Es sei denn, man ist ein Dämonenkönig.“

„Dieser Penner hat sich aber leider immer noch nicht bei mir gemeldet. Mein Fragenkatalog wird immer größer und größer Wisali. Ich dachte, ich könnte mit dir viele Fragen durchgehen, aber du machst immer wieder auf Mr. Mysteriös.

All die Hinweise, Warnungen oder Andeutungen… so sehr ich dich mag, aber das sind wirklich die Momente, wo ich wirklich Hilfe gebrauchen kann. Hat es irgendwie… einen tieferen Grund, dass wir zu etwas… geworden sind, was dir Angst macht? Du wirst nur nervös, wenn es für dich gefährlich wird.“

„Nein… das ist es nicht.“ schüttelt Wisali den Kopf. „Denn was ihr geworden seid, dass kann ich zwar erklären, aber der dunkle Gott wird mich dann vermutlich persönlich töten. Das ist mein Leben, was ich für dieses Wissen investiere Prinzessin Sina.

Ich kann euren Frust wirklich verstehen, doch… bin ich euch eher eine Hilfe, wenn ich am Leben bin oder?“ lächelt Wisali wieder traurig. „Mehr… als Andeutungen, Hinweise und Warnungen bei sehr gefährlichem Wissen kann ich in diesem Falle wirklich nicht geben.“

Sina seufzte sehr schwer und wird von Kyllia umarmt. „Macht dir keinen Kopf darum. Wir haben einen Hinweis bekommen, mit dem wir später die Zukunft gemeinsam angehen können.“ „Müssen wir ja… Ich dachte… wenn wir das Geheimnis über unseren Status lösen könnten, dass wir dann gemeinsam Exos dann richtig tief in den Arsch treten könnten.“ murmelt Sina.

„Der würde uns den Schaden auf uns weiterleiten und DIESES Gefühl vom Arschtritt will ich dann doch nicht kennen.“ grinste Kyllia. „Stimmt.“ legte Sina ihren Kopf den auf ihre Schwester.

„Ich werde euch weiterhin bestmöglich meine Unterstützung anbieten. Wissen, vielleicht… die eine oder andere Information, was bei uns so gerade passiert und ähnliches. Darauf könnt ihr euch bei mir immer noch verlassen.“ merkte Wisali an.

„Ja… wenigsten etwas…“ seufzte Sina. *RUMMS* Erstaunt schaute Wisali zur Seite, wo er einen leicht verärgerten Gesichtsausdruck machte, bis er dann lächelte. Er beugte sich kurz zur Übertragung, wo die Zwillinge sich wunderten, als er die Übertragung so drehte, bis man die Ursache für den Krach sah.

„Huch?!“ staunte Kyllia. Drei Frauen lagen auf dem Boden, die Kyllia sofort erkannte. „Catrya, Aezeli und Isirielle?!“

„Huch?“ staunte Sina auch, als sie weitere Schwestern zu Gesicht bekam.

Kapitel 697

Ich bin wiedergeboren und die Urvampire?

„Wie meint ihr das? Es ist sehr lange her, dass ihr so unruhig wirkt.“ hakte Sina direkt nach, als ihr Lehrer sehr besorgt wurde, als er den Vampir sah. Bei der Aussage musste Wisali wieder schmunzeln.

„Stimmt, dennoch ist das ein sehr schlechtes Zeichen, wenn ein Feind, der in meinen Augen tot sein sollte, wieder in Erscheinung tritt.“

„Stopp!“ hob Sina eine Hand hoch. „DU weißt genau, wer mein Feind ist?“ „Ich muss das leider bejahen und nach dem Gespräch werde ich wohl mit eurem Vater sprechen müssen, denn diese hmm… Urvampire habt ihr sie getauft oder? Sie sind ein sehr großes Problem.“ nickte Wisali.

„Ok, dann hol ich ein paar Leute mehr, Neia?“ drehte Sina zu der Blutelfe, die immer noch die Kuh liebevoll bürstet. „Keine Zeit~“ summte Neia, Sherry ist scheinbar in ihre eigene Welt. Nun ging Sina zu Neia, riss die Bürste aus der Hand und warf es mit einer atemberaubende Geschwindigkeit aus der Tür, wo ein Fenster zu Bruch ging.

„Hey, was soll das?!“ regte Neia sich auf, da stellte Sina sich vor Sherry, die sie mit roten Wangen verwirrt anschaut. Bevor die „Kuh“ was sagen konnte, küsste Sina sie auf dem Mund…. „Hmpfpppf!“ wollte Sherry vermutlich was sagen, aber Sina ließ nicht zu, dass ihre Verlobte sich trennen kann.

Was auch Sina machte, Sherry bekam einen hochroten Kopf… bis Sina den Kopf losließ. Sherry fiel zur Seite, keuchte sehr schwer und ihre Augen sind nur am Drehen. „Folgendes Neia: Wenn du auch so einen Kuss haben willst, gehst du zu Lisa, sagst ihr, sie soll zu Lysa gehen und den Übertragungsstein zu Layla mitbringen.

DU aber gehst zu Renee oder Viktoria, die ebenfalls den Übertragungsstein zu Roman mitbringen sollen, denn diese Informationen sollen sie direkt alle frisch von Wisali bekommen. Wenn du das alles brav machst…“ wollte Sina schon was sagen, da ist Neia schon aus dem Wohnzimmer gerannt.

„Ich merke, ihr habt eure Liebenden sehr gut im Griff.“ schmunzelt Wisali. „Dann werde ich eben was zu trinken holen, denn… das wird keine angenehme Geschichtsstunde werden.“ verschwand der Dämon aus der Übertragung.

„Das… glaube ich vermutlich auch…“ seufzte Sina und ging zu ihrem Sitzplatz. „Das wird vermutlich Zeit brauchen.“ murmelt die Dämonin und holte die dritte Kiste aus der Truhe hervor. Sie öffnet den Deckel… und wirkte verwundert.

Sie sah zwei Haarspangen, die in einem metallischen rot gehalten sind, dabei war eine seltsame Blume darauf abgebildet, dessen Art Sina aber nicht kannte. Dabei lag auch ein geknickter Zettel, den Sina nun nahm und öffnete.

Was Sina in diesem Moment nicht bemerkte war, dass jemand durch die Tür ins Büro von Wisali lünkerte und weit ihre Augen aufriss. „Prinzessin Sina?!“ dachte die neugierige Person und rannte direkt aufgeregt weg.

Andenken von eure Mutter

Diesen einen Satz las Sina auf dem Zettel. Sie musste mehrmals blinzeln, drehte den Zettel mehrmals um, aber es blieb bei diesem Satz. „Es… gehörte meiner Mutter?“ wurde Sina nun doch etwas emotional.

Vorsichtig nahm die Dämonin eine Haarspange heraus und betrachtet sie nun aus jedem Blickwinkel. Bewusst oder unbewusst legte Sina die Spange dann an ihr linkes Ohr an, dabei holte sie einen Handspiegel aus ihrem Inventar und betrachtete sich dabei.

„Wenn… ich nur wüsste, was das für eine Blume ist…“ grinste Sina traurig. „Sina… was… war… das eben…?“ stöhnte Sherry vom Boden hoch. „Zungenkuss gepaart mit meiner Illusionsmagie. damit dein Körper stärker stimuliert wird.“ erklärte Sina vom Stuhl aus.

„Oh… bei der… Göttin…“ keuchte Sherry. „Das… ist ja gefährlich…“ „Ich weiß, aber irgendwie magst du es ja wirklich gebürstet zu werden und IRGENDWIE… war ich etwas eifersüchtig, dass DU die Aufmerksamkeit bekommen hast.“ schaute die Dämonin sich weiter an.

„Oha?“ richtete Sherry sich langsam auf. Ihren Kuhkörper hatte sie nur bedingt im Griff. „Meine Verlobte ist eifersüchtig, Muh? Weil Neia sich um mich kümmert, wenn ich von vielen gebürstet werde?“ grinste die „Kuh“ frech.

Nun drehte Sina sich zu Sherry um und leckte sich die Lippen, dabei hob sie eine Augenbraue. „Ja? Darf ich das nicht mal sein? Normalweise dreht sich immer alles um mich.“

„Uhu, so ein Mist aber auch, dass ich nun dran bin, Muh!“ kichert Sherry gemein, die wieder auf ihren Knien lag. „Vielleicht willst du ja auch dann den Ring der Kuh tragen, wenn Neia ihn getragen hat.“

„Hrm… Warum… ach egal, am Ende sehe ich es schon kommen, dass Suki, Bariel und wer sonst noch im Haus ihn trägt, nur damit ich am Ende ganz laut schreie: Will auch tragen, mimimi!“ rollte Sina ihre Augen.

„Hätte was.“ grinste Sherry breit. „Auch… wenn man es dir nicht angesehen hat, aber… du vertraust Wisali wirklich vom Herzen oder? So… wie ich dich einschätze, hast du bestimmt mal gewünscht, dass er dein Vater wäre.“

Nun schaute Sina mit einem betroffenen Gesicht zu Boden. „Ich… habe mir vieles gewünscht und doch war es eher Wisali, der mir geholfen hat. Viele Male hätte ich ihn gelyncht, weil er immer diesen wissenden Blick hatte, aber… Eher kommt er mir wie ein Großvater als eine Vaterfigur rüber. Nicht, dass ich es ihm jemals sagen werde.“

„Und dennoch… wenn es Dämonen wie ihn gibt, dann müsste es ja weitere geben. Nicht unbedingt, die für den Krieg sind, sondern ehrm… eher offen sind für alles.“ meinte Sherry und Sina nickte. „Die gibt es, aber… sind eher in de Unterzahl und wenn sie es offen zugeben wie Wisali es macht… es würde kein angenehmes Leben in Deymonlia sein.“ grinste Sina traurig.

Es verging einige Zeit, Viktoria und Lysa mussten die Übertragungssteine so ausrichten, dass man Wisali sehen konnte. „Es ist schon einige Zeit her, dass ich Vampire gesehen habe.“ trank Wisali einen Tee.

„Vermutlich vor 2000Jahren?“ rät Sina, da schüttelt der Dämon den Kopf. „Nein… Ich bin mir nicht sicher, ob… ich das sagen darf, denn… es könnte Einfluss auf euer Leben nehmen. Ihr wisst selber, Wissen ist Macht. Doch mit Macht kommt Verantwortung.“

„Hm? Was hat dieses Wissen damit zu tun, wann du das letztes Mal einen Vampir gesehen hast?“ wundert sich Sina. Im Hintergrund gingen die Übertragungen auf, die Familienmitglieder klärten die Clanführer auf.

„In eurem Fall? Sehr viel.“ lächelt Wisali traurig. „Sina? Ich hoffe, dass es wichtige Informationen sind?“ merkt Layla an, die etwas… ungeduldig wirkte, Roman selber streichelt nur seinen Zwirbelbart.

„Also… folgendes, darf ich vorstellen? Das ist mein persönlicher Lehrer Wisali, der älteste und klügste Dämon aus Deymonlia. Er hat den Vampir, der dich beobachtet hat, erkannt und direkt vor einer Gefahr gewarnt.

Also Layla, bitte… etwas höflicher zu ihm sein ok? Wisali, die beiden im Übertragungsbild sind die Vampirkönige Layla und Roman, die über die größten Vampirclans auf der Welt herrschen. Die Damen, die du hier siehst, sind alles deren Töchter.“

„Vampirkönige?“ lächelt Wisali. „Das ist nun wirklich sehr selten, dass ich auch mal andere kennenlerne.“ „Du… kennst auch andere?“ staunte Renee und der Dämon nickte ihr zu. „In der Tat, ein sehr junger Vampir namens Acula hat uns immer wieder einen Besuch abgestattet.“

„Stimmt… Acula war sehr von sich überzeugt gewesen, dass er mit den Dämonenkönigen Duelle geführt hatte und diese sich immer auf ein Unentschieden geeinigt haben.“ fiel Sina was ein.

„Ahm…“ schaute Wisali kurz die Vampirkönige an, dann wieder Sina. „Prinzessin Sina, dass stimmt so nicht… ganz. Es hat diese Duelle gegeben, nur wurden die Dämonenkönig damals eher erheitert, dass jemand so von sich überzeugt war, es mit ihnen aufnehmen zu können.

Ich könnte die Geschichte ausschmücken, es ist aber Fakt, dass Lord Acula am Ende sehr einseitig von ihnen in die Ecke gedrängt worden war. Überleg doch Prinzessin Sina… würde Lord Acula oder die anderen Vampirkönige es mit eurem Vater aufnehmen können?“ sah man den wissenden Blick bei diesem Dämon.

„Wie… kannst du es wagen, meine Mutter als schwach zu bezeichnen?!“ wurde Lysa sauer. „Lysa… du hast meinen Vater nicht kennengelernt.“ drehte Sina sich zu ihr um. „Ich kann verstehen, wenn du deine Mutter in Schutz nimmst, aber… du musst es wirklich realistischer sehen.

Nach der letzten Aktion mit ihm habe selbst ich Zweifel, dass ich eine sichere Siegeschance gegen ihn hätte. Bitte… nimm dir nicht alles zu Herzen, wenn mein Lehrer die Fakten auf den Tisch legt. Es kann dabei der Stolz verletzt werden, aber es ist nicht Wisali´s Ziel, jemanden erm… fertig zu machen.“

„Das ist es keinesfalls. Ich hoffe, dass ich euch nicht beleidigt habe.“ verbeugte sich Wisali leicht entschuldigend. „Es sind einfach nur Tatsachen, die ich anspreche. Da ihr Lord Acula ja zu kennen scheint, wie geht es ihm? Das letzte Gespräch mit ihm ist schon etwas her.“

„Ich habe ihn getötet und dank ihm habe ich die Flügel bekommen.“ klärte Sina ihn schnell auf. „Oh? Schade, denn wenn man seine Hochnäsigkeit ignoriert, war er ein sehr angenehmer und gebildeter Mann gewesen.“ nahm ihr Lehrer es in Kenntnis.

„Eher finde ich es erstaunlich, dass mein Bruder euch nicht getötet hat.“ hob Layla eine Augenbraue hoch. „Hat er versucht und dabei festgestellt, dass man uns Dämonen nicht anhand unseres Aussehens einschätzen kann, wie stark man wirklich ist.“ schmunzelte Wisali, als würde er sich wieder an etwas erinnern.

„Du kannst kämpfen?“ war eher Sina über diese Information schockierter gewesen. „Natürlich? Nur weil ich Lehrer bin, muss ich doch gewisse Handgriffe kennen, wie man… rebellische Dämonen in den Griff bekommt oder?“ grinste Wisali.

„So… schön es ist, aber… glaube du wolltest über diesen Vampir erzählen oder? Was hat es denn mit dem Wissen zu tun, was speziell auf mich zutrifft?“ änderte Sina schnell das Thema.

Nun wurde Wisali wieder traurig und schien wohl alle Vor und Nachteile abzuwägen. „Prinzessin Sina… der letzte Vampir ist gestorben, als wir das Experiment mit euch umgesetzt haben.“

Alle anwesenden Personen wurden sofort hellhörig, selbst Layla wurde geradezu gierig, mehr zu erfahren. „Wie… kann ich es verstehen? Ich wurde doch in einem Kokon geboren?“ hielt Sina ihren Kopf schräg.

„Das… stimmt nur bedingt. Ihr und eure Schwestern wurdet für diesen Prozess aus dem Mutterleib mit magischen Mitteln herausgenommen. Kaum ein Fötus und dennoch hatte Calligus mit dieser Idee euch mehr oder weniger erschaffen.

Ihr… und all eure Schwestern wurdet in einen Kokons um positioniert. Doch statt das natürliche Fruchtwasser, wurdet ihr alle in ein modifiziertes Vampirblut eingesetzt. Ihr und auch eure Verbündeten kennen vermutlich zur Genüge das Problem mit dem Blut jeweiliger Rassen.

Doch Calligus hat das Blut von dem Vampir so verändert, dass es eure dämonischen Merkmale unterdrücken sollten. Alle… eure Schwestern bekamen unterschiedliche Dosierungen. Nur ihr habt die maximale Dosierung bekommen.

Das ist das „große“ Geheimnis bei diesem Experiment gewesen Prinzessin Sina. Meine Vermutung ist, dass all eure Schwestern eine Spezialfähigkeit bekommen haben, dass es ein Nebeneffekt durch das modifizierte Vampirblut war.“

Sina war überrascht von dieser Information. „Aber… warum reagieren wir denn überhaupt miteinander so auf das Blut? Wisali… bitte sag mir warum. Selbst Layla kennt den Grund nicht.“ schaute Sina kurz zu der Vampirkönigin, die nur den Kopf schüttelt.

Wisali lehnte sich nach vorne und verschränkt die Finger, dabei schaute er wirklich jede anwesende Person an. „Würdet… ihr mir glauben, dass Dämonen und Vampire mal ein und dieselbe Rasse gewesen waren?“

„Das kann nicht sein!“ widersprach Layla sofort. „Ihr Dämonen seid vor uns gewesen, wir sind in keinster Weise miteinander verwandt!“ „Bedaure, aber doch, wir sind verwandt.“ lächelt Wisali traurig. „Hm… Wie erkläre ich es in diesem Fall einfach, denn das ist ein Thema, dass viel Zeit benötigt, weil das alles Wissen aus dem zweiten Zeitalter stammt.“

„W… warte Wisali, wie… meinst du das mit dem zweiten Zeitalter?“ unterbrach Sina ihren Lehrer, denn langsam wurde es wirklich konfus.

„Prinzessin Sina, wir alle leben im vierten Zeitalter. Mit dieser Antwort müsstet ihr eigentlich alles verstanden haben, denn ich habe euch heute ja gesagt: Dämonen hat es immer gegeben.“

„Wie… alt ist denn dein Lehrer?!“ staunte Viktoria. „Alt… aber irgendwie…“ murmelt Sina, als Wisali schmunzelt. „Ich bin einfach nur ein alter Dämon, der alles Wissen auf der Welt gerne gesammelt hat. Bücher, Geschichten, Erzählungen, Gedichte, Prophezeiungen, damit ich dieses Wissen immer einer neuen Generation von Schulkindern beibringen kann.“

„Aus… welchem Zeitalter stammst du denn Wisali?“ musste Sina fragen, da schüttelt Wisali den Kopf. „Wissen ist Macht, aber unnötiges Wissen kann auch störend bei der Entwicklung sein. Bleiben wir einfach bei meiner Aussage.

Nun, Vampire und Dämonen. Früher waren sie eins gewesen. Ab Ende des zweiten Zeitalters muss der dunkle Gott eine Änderung vorgenommen haben. Wie und warum, diese Fragen wage ich nicht mal zu überlegen, was sich ein Gott dabei gedacht hat.

Was sind wir in den Augen der Götter? Ihre Spielzeuge? Ihr Experiment? Vielleicht wie ihr euch Vampire immer ausdrückt: Viecher? Es ist nur verschwendete Zeit, darüber nachzudenken, daher ist es besser zu wissen, dass eine Trennung stattgefunden hat.

Albinohafte Dämonen wurden geboren, die eigenartige Fähigkeiten besaßen. Sie waren… sehr verpönt gewesen, kleine Status, blasse Haut und Schwierigkeiten mit dem Sonnenlicht, denn ihre Haut fing immer sofort an, zu brennen.

Mehr noch, war bei jeder weiteren Generation das weitere Problem entstanden, dass diese nach Blut gierten. Dämonen waren schon immer eine sehr stolze Rasse gewesen und in diesem Zeitalter… war Kannibalismus mit einer Todesstrafe zu rechnen.

Den Begriff Vampir als solches kam erst in diesem Zeitalter, denn früher waren es immer die „weißen Dämonen“ gewesen. Nun kommt die Frage, was es mit dem Blut auf sich hat zwischen den Dämonen und den Vampiren.

Hoffentlich beleidige ich euch alle nicht, aber… ihr seid unvollkommen. Immer wenn ihr das Blut der anderen Rasse trinkt, bringt ihr euch gegenseitig dazu, das altertümliche Aussehen der Dämonen anzunehmen.

Die „weißen“ Dämon hatten die typischen Merkmale immer gehabt: Schwanz, Flügel, Hörner. Was sich ändern kann ist, welches Blut welche Seite trinkt. Wenn ein Vampir das Blut eines Minotauren trinkt, bekommt er einen bulligen Körper und deren Größe.

Umgekehrt würde der Minotaurus kleiner werde und menschliche Züge annehmen, dennoch wiederum den „weißen“ Dämonen ähneln. Beide Seiten würden immer das ursprüngliches Aussehen des weißen Dämonen annehmen.

Bei euch Lady Sina muss ich anmerken, dass es sich bei euch UND bei euren Schwestern tatsächlich anders verhalten kann, weil ihr alle von einem Experiment seid. Eure großen roten Flügel, die hatten die weißen Dämonen nicht gehabt.

Das ist das große Geheimnis zwischen uns Dämonen und Vampiren. Wir sind uns alle näher, als wir uns eigentlich bewusst sind.“ lächelt Wisali. „Doch hat sich bei den… hmm jetzigen Vampiren halt die Furcht eingeschlichen, dass es zwar mehr Stärke gibt, aber die körperlichen Veränderungen verängstigt sie alle. Ich persönlich… sehe kein Problem bei den Veränderungen, denn ich sehe alle gleich an.“

„Ich bekomme Kopfschmerzen…“ murmelt Layla. Roman sah ebenfalls aus, dass diese Informationen an den Grundfesten gerüttelt haben. „Es… gibt ein Problem Wisali.“ merkte Sina an. „Du sagst, das Blut hilft uns das alte Aussehen der uralten Rasse der weiße Dämonen anzunehmen. Dummerweise ist gerade eine Sukkubus von einem Vampir geschwängert worden.

Dieses Kind… ist eine neuartige Rasse namens Dampir. Wenn du mir sagst, die hat es früher auch gegeben, frage ich mich, warum man davon nicht… Wisali?“ unterbricht Sina sich, weil Wisali mit einem offenen Mund vor ihnen saß.

„Prinzessin… Sina, habe ich richtig verstanden, ein Dämon…“ „Ja, hast du richtig verstanden.“ nickte Sina. Nun fing Wisali wieder an zu grübeln, während einige Damen sehr verwirrt wirkten. „Erkläre ich euch später, ok?“ beruhigte Sina Renee und Viktoria.

„Wieder erlebe ich ein Wunder der Welt.“ lächelte Wisali. „Dämonen und Vampire, früher eins bis sie getrennt wurden. Nun zwei eigenständige Rassen, die sich wieder vereinen. Das ist, was mich auf der Welt immer wieder fasziniert.“

„Die… Freude teilt vermutlich nicht jeder hier im Raum.“ merkte Sina an. „Also wenn ich einige Gesichter so sehe. Doch… wenn du sagst, die weißen Dämonen waren erst im zweiten Zeitalter entstanden, was… ist denn im dritten passiert? Wie… wechselt sich denn ein Zeitalter eigentlich?“

„Das…“ kam Wisali auf einmal in Erklärungsschwierigkeiten. „Das kann ich euch leider nicht sagen. Bevor ihr euch aufregt Lady Sina, mich binden einige Pakte für gewisses… Wissen. Ich kann euch nur den Hinweis geben, dass ihr mit den Göttern sprechen müsst.“

„Super… leider meldet sich der dunkle Gott nicht bei mir, trotz dass ich die Dämonenkönigin bin. Vater blockt ihn, ergo bleibt nur die Göttin übrig, wo ich überhaupt keine Ahnung habe, wie ich mit der in Kontakt kommen soll. So generell kommt man ja schlecht mit den Göttern in Kontakt.“ rollte Sina mit ihren Augen.

„Egal, dann bleiben wir einfach in der Annahme, dass etwas vor uns existiert hat. Die Welt aber irgendwie… keine Ahnung, einen Neustart erlebt hat. Layla und Roman sind die ersten Vampire mit ihren Geschwister gewesen. Dennoch sind es geborene Vampire. Letztendlich… haben sie einen Vater, der wohl aus dem dritten Zeitalter dann stammen müsste.

Der Vampir, den ich auf gegabelt habe, der hatte überhaupt keine dämonischen Merkmale gehabt, wenn nur die typischen eines Vampir. Aber Wisali… dieser Mann hatte die Rasse Vampir gehabt. Irgendwie… ist deine Erklärung etwas ungenau.“

„Das liegt daran, dass die weißen Dämonen im Laufe der Zeit sich immer mehr und mehr verändert haben. Jede weitere Generation entwickelte sich zu dem, was eure Verbündeten geworden sind. Wie… der dunkle Gott es auch gemacht hat, aber er hat es umsetzen können.

Doch im dritten Zeitalter hat man sie nicht als Vampire gekannt, sondern „Krashurrikra“, ein anderes Wort für Verräter. Sie haben sich von den Dämonen losgesagt und… haben sich eigenständig gemacht.

Diese Lossagung der weißen Dämonen kam überhaupt nicht bei den damaligen Dämonen gut an, als kam der Befehl, dass man sie ausrotten sollte. Dummerweise haben die Krashurrikra die Fähigkeit, weitere ihrer Artgenossen zu erschaffen und sie waren nicht wählerisch gewesen.

Egal welche Rasse, selbst Dämonen, haben sie zu ihresgleichen gemacht und auf der Stirn ein Sklavenmal eingebrannt. Das, was dieser Vampir auf der Stirn hatte ist nichts anderes, als dass der Anführer die volle Kontrolle über den Vampir hatte.

Einmal… eingebrannt, wird man es nie wieder los, weil sie das Verfahren so konzeptioniert haben, dass es auf die Knochen gezeichnet wird und was wir auf der Haut sehen, sind nur die Narben. Ich hatte immer die Vermutung gehabt, dass ein paar der Krashurrikra überlebt haben, denn sonst würden es die hmm… „neumodischen“ Vampire ja nicht geben oder?“

„Also… verstehe ich das richtig, dass im dritten Zeitalter ein… Krieg entbrannt ist zwischen Dämonen und diesen Krashurrikra?“ fragte Lisa nach und Wisali nickte. „In der Tat. Ein Krieg, der auf der ganzen Welt ausgetragen wurde.

Auch wenn sie es abstreiten, so hatten sie den gleichen Gedanken gehabt wie die Dämonen, die Weltherrschaft. Mit ihrer einfachen Fähigkeit weitere ihresgleichen zu erschaffen wie eine Krankheit, ist es ihnen beinahe gelungen.

Ich weiß bis heute nicht, ob es ihr Hochmut gewesen war. Aber sie haben es auch mit den damaligen Götterbestien versucht… sie unter ihre Kontrolle zu bekommen. Das sie glücklicherweise keinen Erfolg hatten, verdanken wir nun tatsächlich der Stärke dieser Monster.

Nicht nur hatten sie diese Fähigkeiten der Vermehrung, sie waren auch begnadete Alchimisten und Monsterzüchter. Was ihnen gefehlt hat, haben sie mit Drogen ausgeglichen. Alles Eigenschaften, die auch wir Dämonen sehr gerne zeigen.

Hmm… ich bin mir nicht so sicher, aber glaube Mitte des dritten Zeitalters bekamen die Dämonen die Krashurrikra in den Griff. Wegen ihnen mussten die Dämonen viele neue Zauber erschaffen, weil die Verräter mit ihren Drogen ihnen öfters überlegen waren.

Aber ihr größer Schwachpunkt blieb letztendlich das Sonnenlicht. Das haben die damaligen Dämonen ausgenutzt und Lichtzauber erfunden, auch wenn es für sie sehr unangenehm war es zu benutzen.

Man drängte sie immer mehr und mehr zurück, bis man ihren Anführer den Kopf abgeschlagen hatte. Dadurch verlor das Sklavenmal seine Macht und löste unter ihnen ein Chaos aus, dass sie sich bekämpft haben.

Ende des dritten Zeitalters hat man nochmal eine weltweite Aktion gestartet und eine Ausrottung der Krashurrikra umgesetzt. Als man am Ende keine von ihnen fand, wurden sie letztendlich als ausgerottet betrachtet, eigentlich. Wie ich eben erklärt habe, aufgrund dass neumodische Vampire existieren, muss man annehmen, dass doch einige überlebt haben. Wenn es nur ein paar wären, hätte ich zumindest versucht mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Doch… was mich beunruhigt hat, als ihr Prinzessin Sina diesen Vampir gezeigt habt, dass… er ein aktives Sklavenmal auf seiner Stirn hatte. Verstehst du… was das Problem ist?“ schaute Wisali Sina an.


„Dieser Anführer… muss noch am Leben sein oder? Nur er dürfte den Prozess über dieses Sklavenmal wissen. Entweder er oder jemand, der sehr nah bei ihm stand.“ hatte Sina ihre Arme verschränkt.

„Das ist korrekt, ihr habt aufgepasst.“ nickte Wisali zufrieden. „Was für mich… sehr schwer nachvollziehbar ist, weil er wirklich geköpft und sein Körper sehr… anschaulich verbrannt wurde.

Es muss also jemand gewesen sein, der das Vertrauen dieses Anführers hatte. Wir dürfen nicht vergessen, es muss ja jemanden geben, weil es hat über hunderttausende von den Krashurrikra gegeben, egal ob es Menschen, Dämonen oder andere Rassen waren, die es nicht mehr gibt.

Das ist eine Arbeit, die kann eine Person nicht alleine gemacht haben. Deswegen… ist das ein sehr schlechtes Zeichen, dass diese Male wieder benutzt werden.“

Ein Schweigen entstand in Raum, ein Feind aus der Vergangenheit, der nun ein Gesicht bekommen hat. „Das heißt, diesen Vampir, den ich in die Finger bekommen habe, wird kein Wort über seinen Meister wegen seinem Mal sagen?“ fragte der Vampirkönig Roman nach.


„Das ist korrekt. Entweder sie bringen sich selber um oder erleiden alle Schmerzen der Welt, aber kein Wort über sich selber werden sie sagen.“ nickte der Gelehrte. „Schlimmer ist, dass wir alle mehr oder weniger von ihnen beobachtet wurden. Sie dürften eigentlich nun alles wissen, was es zu wissen gibt.“ nagte Layla an ihrem Daumennagel, ein sehr seltenes Zeichen ihrer Nervosität.

„Nun, ihr Ziel die Weltherrschaft an sich zu reißen dürften sich in ihren Gedanken nicht geändert haben. Der Nachteil ist sogar für euch alle, wir Dämonen sind eingeschlossen. Noch ein Nachteil mehr… wir beherrschen die Lichtmagie nicht mehr, um gegen die Krashurrikra anzukommen.“ verschränkte Wisali seine Finger und drückte die Daumen stark zusammen.

„Ist das wirklich ihr einziger Schwachpunkt? Ich will jetzt nicht den Vampirjäger spielen und sie alle ins Sonnenlicht zehren, dazu müssten wir ihr Versteck erst mal kennen.“ hakte Sina nach. „Nun, sie sterben wie die neumodischen Vampire, doch sie haben einen verstärkten Brustkorb. Das heißt, man kann nicht einfach mit einer Waffe in ihr Herz schlagen, wenn man nicht die nötige Stärke hat.

Dazu, dass sie ihre Drogen haben, dürfte es bestimmt einige von ihnen geben, die selbst euch Probleme machen Prinzessin Sina.“ warnte Wisali.„Wisali… ich habe vor kurzem Kruschjrar, den Anführer der Destroyar getötet. Bewegen sie sich auf seinen Niveau?“

Wisali riss erstaunt seine Augen weit auf. „Wow… das ist also mit ihm passiert. Euer Vater machte daraus ein sehr großes Geheimnis, wisst ihr? Hmm…“ schaute Wisali jeden wieder an, als müsste er schwer überlegen.

„Wenn dann dürften die meisten Krashurrikra eher das Niveau der Destroyar haben, aber… Wer auch immer der Anführer ist… Er und wenn er Schüler hat, sind stärker als Kruschjrar ohne seine… geheime Fähigkeit.“

„Die habe ich zu spüren bekommen. Er prahlte die ganze Zeit, dass nur der Dämonenkönig ihn aufhalten könnte, was ja auch stimmt.“ grinste Sina sehr böse. „Zu schade aber auch, dass diese Pissnelke Hand an Sherry gelegt hat, trotz dass sie so viele Lichtzauber gegen ihn eingesetzt hatte.“

Nun kniff Wisali seine Augen leicht zusammen und schaute zu Sherry, die ganz still tief im Wohnzimmer nur zugeschaut hatte. „Eure Verlobte beherrscht Lichtmagie?“ „Das ist richtig, sie ist vor kurzem Meisterin der Lichtmagie geworden, meine andere Geliebte kann ebenfalls Lichtmagie benutzten.“ nickte Sina.

„Verstehe…“ nickte Wisali ebenfalls, aber man sah ihm ebenfalls an, dass er schwer am überlegen war. „Nun, das sind eigentlich alle wichtigen Informationen, die ich über die Verräterdämonen sagen kann.

Sie mögen eine eigene Rasse entwickelt haben, aber von wem sie abstammen, dass streiten sie mit einer Vehemenz ab, als würden sie sich schämen. Prinzessin Sina… wenn sie in Erscheinung treten, egal wann und wo, ist das eigentlich ein sehr schlechtes Zeichen.

Ich hoffe, ich konnte euch mit meiner Warnung euch alle frühzeitig vor ihnen warnen. Der Krieg im letzten Zeitalter… hat dafür gesorgt, dass sogar ein Kontinent untergegangen ist, so schlimm war es zwischen den Dämonen, den Krashurrikra und allen restlichen Rassen auf der Welt.

Meine Sorge ist, ob euer Vater auch die Gefahr als solches erkennt. Denn wenn sie ihr Denken nicht geändert haben, werden sie vermutlich um Deymonlia ihre Wachposten aufgestellt haben, denn in ihren Augen wären wir die einzige Gefahr.

Mehr noch, traue ich ihnen zu, dass sie sogar die Barriere wieder verstärken werden, denn sie werden nicht wollen, dass wir rauskommen… vielleicht diesmal für alle Ewigkeiten. Blutmagie und ihre Alchimie können dazu in der Lage sein.“

„Ich danke dir Wisali, wirklich vom Herzen. Wie sieht ihr das Layla und Roman? Das ist ein Feind, womit wir alle ein Problem haben werden.“ verbeugte Sina sich vor ihrem Lehrer.

„Ich habe schon alle Vampire zurückbeordert, weil ich mit Verlusten früher zu tun hatte… Eigentlich wäre es mir egal, wenn sie auf Alliancia ein Chaos anrichten, doch wenn sie sich wild vermehren mit diesem Sklavenmal, kann ich leider nicht wegschauen.“ war Roman verstimmt.

„Das werde ich jetzt ebenfalls nachholen und alle Vampire auf der Welt zu mir befehlen. Taos wird seine entsprechenden Befehle bekommen, dass er sich entsprechend vorbereiten soll. Unser Projekt wird dabei weiter bleiben Sina, vielleicht können wir in diesem Fall sogar einen Vorteil daraus nutzen.“ war Layla sehr ernst.

„Verstehe… ich werde meiner Kaiserin in Osnain dementsprechende Warnungen mitteilen und dem König können wir das ja dann gemeinsam sagen.“ nickte Sina. „Aber auf jeden Fall werden die Abenteurer unterrichtet, denn wenn diese Bastarde alles angreifen, was da keucht und fleucht, wird es kaum irgendwo einen sicheren Schutz geben. Das gilt auch für dein Volk Neia.“

„Ich habe verstanden, warte aber leider immer noch auf den Boten, damit ich mit meinem Mann in Kontakt kommen kann.“ nickte Neia besorgt. „Du befürchtest… schlimmes oder Sina?“ fragte Sherry.

„Ich befürchte, dass wir gerade die Spitze eines Eisberges angekratzt haben. Wenn das wirklich ein so starker Feind ist, die sich alle auf dem Niveau der Destroyar bewegen, dann hat die Welt ein Problem.“ wippte Sina mit dem Fuß. „Hätten meine Vorfahren mal einfach ihre Arbeit sauberer gemacht, müssten wir uns nicht mit ihrem Scheiß herumschlagen.“

„Pff…“ konnte Wisali sich nicht zurückhalten. „Vielleicht lässt euer Vater euch Hilfe schicken, in welcher Form auch immer.“

„Ah, natürlich…“ seufzte Sina. „Das sieht wieder nach einem Angriff aus Deymonlia aus, nein danke, das macht nur mehr Probleme. Vielleicht kann Roman noch einige Tests an dem Vampir machen und die Informationen weiterleiten, damit wir nicht überrascht werden, wenn wir ihre Herze angreifen.“

„Das lässt sich bewerkstelligen.“ nickte Roman. „Ich denke, ich habe mehr als genug gehört. Dämon Wisali, ich danke euch für die Informationen, denn die weißen Dämonen haben Hand an meinen Clan gelegt und das gedenke ich ihnen heimzuzahlen.“

Die Übertragung von Roman wurde direkt schwarz, er hat den Zauber deaktiviert. „Was… muss passiert sein, dass sogar ein Kontinent zerstört wurde…“ murmelt Layla. „Nichtsdestotrotz danke ich euch Dämon, nun wissen wir, mit welch einem fürchterlichen Feind wir es zu tun haben werden.“ Auch ihre Übertragung wurde direkt abgebrochen.

„Ich habe meine Zweifel, denn ihr Kampfstil ist die eines neumodischen Vampirs komplett anders.“ spitzte Wisali kurz sein Mund. „Hast du mit ihnen schon gekämpft?“ fragte Sina und ihr Lehrer schaute ihr nur in die Augen.

„ … Ich war es, der den Anführer getötet hat.“

Kapitel 696

Ich bin wiedergeboren und der klügste Dämon?

Sofort räumte Sina den Tisch frei und begutachtet das Wohnzimmer, das alles in Ordnung aussah. Sie nickte zufrieden und schaute nochmal in den Garten, wo Sherry auf dem Boden lag und weiße Augen hatte, dazu Schaum sich in ihrem Mund bildete.

Neia versuchte sie irgendwie zu massieren, während Suki auf Rubina schimpfte. Die Katzenfrauen auf der Mauer sahen aus, als würden sie sich beraten, wen man am besten wie essen könnte. „Ok, alles vorzeigbar.“ nickte Sina.

Die Dämonin legte die Marmorklötze mit einem gewissen Abstand vor sich auf de Tisch, denn sie könnte sich vorstellen, dass es diesmal wie ein Monitor funktionieren wird. „Scholar Wisali.“ sagte Sina den Spruch auf.

Die Marmorklötze fingen an zu vibrieren, als sie sich zur Hälfte teilten und hochflogen wie ein Viereck. Es entstand ein schwarzes Bild, dann war es auch schon alles gewesen. „Verstehe, das gleiche Prinzip wie ich es im Keller habe.“ nickte Sina und trippelte mit ihren Finger auf den Tisch… und trippelte und trippelte…

„Ob er gerade Unterricht hat?“ grübelte Sina, die SEHR ungeduldig war. Im Garten scheint Sherry wieder zu Bewusstsein gekommen zu sein, dafür bekam sie ein grünes Gesicht. „Was… machen sie eigentlich alle da?“ hob Sina eine Augenbraue hoch.

„Ich hatte gerade noch eine Klasse unterrichtet Prinzessin Sina.“ hörte man eine schmunzelnde Stimme. Sofort drehte Sina sich um und machte einen sehr glücklichen Gesichtsausdruck. „Gelehrter Wisali!“

Ihr Lehrer und einer der wichtigsten Dämonen aus Deymonlia war auf dem Bildschirm zu sehen. Man sah einen sauberen Schreibtisch und hinter dem Dämon lauter Bücherregale, doch wichtiger war der Dämon selber.

Gelehrter Wisali hat sich in all der Zeit, wo Sina ihn kennt, nicht verändert. Er sieht immer noch aus wie ein Mönch mit Glatze und roter Hautfarbe. Sein Gesicht war eher die eines Menschen, hätte er nicht dunkelgraue Augen.

„Ich sehe schon… ihr habt nun das „normale“ Aussehen einer Sukkubus angenommen. Vermutlich steckt dahinter eine Geschichte oder?“ lächelt Wieso freundlich. „Ich… erm… weiß überhaupt nicht, wo ich anfangen soll.“ schauten alle Augen von Sina in unterschiedliche Richtungen.

Sie benimmt sich wie ein Kleinkind, aber das fiel ihr selber so nicht auf und wenn es so wäre: Wäre es ihr in diesem Moment auch egal.

„Keine Eile Prinzessin Sina, ich werde nicht auf einmal verschwinden und bin mir bewusst, dass ihr sehr viele Fragen habt. Ich bin froh, dass euer Vater mir überhaupt die Erlaubnis gegeben hat, dass ich mit euch in Kontakt treten darf.“

„Wie… wusstet ihr davon? Also… die Kiste und…“ „Nun, was habe ich euch eins beigebracht?“ schmunzelt der Gelehrte wieder. „Überall und jederzeit die richtigen Quellen aufbauen und so erziehen, dass sie nichts anderes können, als davon zu berichten.“ sagte es Sina wie aus dem Lehrbuch runter.

„Wunderbar, damit beantwortet ihr eure eigene Frage schon. Auch hier: Was habe ich bezüglich von vielen Fragen mal erklärt?“ nickte Wisali zufrieden. „Viele Fragen, die wir im Leben stellen sind eigentlich eine Zeitverschwendung, weil uns die Antwort bekannt ist, nur sehen wir sie als solches nicht.

Wenn wir die Frage langsam, aber bewusst wieder aufsagen, kommt die Antwort öfters von selber. Es ist nicht auszuschließen, dass man den Wald vor lauter Bäume nicht sieht.“

„Den letzten Satz habt ihr formuliert, entspricht aber dem Kern der Lehre.“ lächelt Wisali. „Vermutlich habt ihr schon überlegt, wir ihr mir euer Aussehen erklären wolltet, aber wenn… man das nötige Wissen hat wie ich…“

„LoL „nötige“ Wissen…“ schüttelt Sina grinsend den Kopf. „Weiß ich zum Beispiel, dass ihr mehr als einmal in Kontakt mit Vampirblut gekommen seid.“ ließ Wisali sich nicht aus der Ruhe bringen.

„Hmm… Wisali, bevor wir uns unterhalten, will ich dir einige Personen vorstellen. Mir ist… es tatsächlich wichtig, dass sie euch ebenfalls kennenlernen.“ wurde Sina etwas ernster. „Verstehe, ihr habt endlich Freunde kennengelernt, wie ihr es euch immer gewünscht habt.“ nickte Wisali.

Das war für Sina die Aussage, die sie gerne von ihrem Vater gehört hätte. „Einen Moment…“ Rumms, Rumpel, Quetscht, Drohung, bis Sherry, Neia, Suki, Rubina und Bariel alle mehr oder weniger im Blickwinkel der Übertragung waren. „Ich sehe schon, ihr habt sehr exotische Freunde.“ schmunzelt Wisali neugierig.

„Meine Freunde, DAS ist mein Lehrer Wisali, der mich in der Kindheit bis zum Verlassen von Deymonlia mehr oder weniger alles gelehrt hat. Viele Handlungen, die ihr bei mir gesehen habt, war immer eine Lehre vom klügsten Dämon aus Deymonlia.“ stellte Sina ihren Lehrer glücklich vor.

„Seid gegrüßt Freunde von Prinzessin Sina, ich hoffe, dass sie euch nicht zu sehr eurer Zeit beraubt.“ verbeugte Wisali sich kurz vor seinem Pult. „Das… stimmt doch nicht…“ murmelt Sina. „Egal, nun wird es für dich interessanter Wisali.

Die Kuh da, dass ist meine Verlobte Sherry, die eigentlich eine Blutelfe ist, aber gerade den Ring der Kuh trägt. Die Elfenfürstin Neia ist die mit den blutroten Haaren, ebenfalls eine Blutelfe und meine Geliebte.

Die junge Katzendame ist Suki, meine erste Tochter und neben ihr Bariel, meine dritte Tochter und zu einem Dämonen erschaffen. Zuletzt ist das die Drachenkriegerin Rubina, die auch die Tochter von Suki ist. Bisschen chaotisch, aber letztendlich stimmt es ja alles.“

„Ah…“ machte Wisali „diesen“ wissenden Blick, den Sina ätzend fand. „Dann verstehe ich, warum euer Vater in so schlechter Laune ist. Verlobte Sherry, ich wünsche euch vom Herzen, dass ihr euren Traum erfüllen könnt.“

„Erm… danke?“ wundert sich Sherry. „Wisali ist in meinen Augen der neutralste Dämon, den man in Deymonlia finden kann.“ erklärte Sina. „Oder sehe ich es falsch?“

„Falsch ist es eigentlich, dass ihr so offen die Verlobung bekannt gebt, statt es heimlich zu machen. Doch ihr seid eine erwachsene junge Dame. Nur ihr wisst am besten, welchen Weg ihr geht.“ grinste Wisali.

Was die Frauen bemerken ist, wie… Sina sich komplett anders verhält. Neia machte den ersten Schritt. „Vielleicht… wage ich mich etwas aus dem Fenster, aber… Wisali ist deine eigentliche Vaterfigur oder?“

„Erm…“ kam Sina auf einmal in Erklärungsnot und bekam direkt einen roten Kopf. Wisali hielt eine Hand vor seinen Mund, als würde er etwas verheimlichen wollen, aber seine Augen lachten. „Mano! Fall mir doch nicht in den Rücken. Jaein, Wisali kann väterlich wirken, dennoch gibt es Grenzen.“

„Ich versuche alle Dämonen gleich zu behandeln. Manche brauchen eine Vertrauensperson und Prinzessin Sina hat mich als solche auserkoren. In der Vergangenheit habe ich für den einen oder anderen Dämonenkönig auch diese Rolle ausgeübt. Doch habe ich immer darauf geachtet, dass es mich nicht in Schwierigkeiten bringt.“ erklärte Wisali.

„Neben meinen Lehrer und Gelehrten leitet er auch eine Schule. Diese habe ich aber leider nie gesehen, weder von außen noch von innen. Dafür musste Wisali halt als mein Spielkamerad hinhalten früher.“ grinste Sina.

„Nun, ihr wart als Kind schon ein Genie gewesen und habt mich oft zum Erstaunen gebracht. Schlimmer, eure Erklärungen waren öfter so einfach, dass ich sie für meine Kollegen aufgeschrieben habe, die das zukünftigen Schülern beibrachten.“ wirkte Wisali sehr stolz auf Sina.

„Das… ist so krass, wie unterschiedlich Dämonen sein können…“ murmelt Bariel. „Die Destroyar, der Dämonenkönig und nun ihr. Warum können die meisten Dämonen nicht ebenfalls so sein?“

„Hm… wie erkläre ich euch die Frage.“ grübelte Wisali kurz. „Weil wir Dämonen von Natur aus nach Kontrolle, nach Stärke und nach Besitz gieren. Es liegt einfach in unserem Blut, dass wir nichts anderes machen können.

Ich denke, meiner Wenigkeit und einige andere Dämonen sind eher Sonderfälle, denn ich sehe die Welt etwas anders als ein Dämonenkönig. Nicht das ich daraus ein Geheimnis mache, es ist einfach so, dass die Götter sich was dabei gedacht haben, dass unsere Rasse und die der von Alliancia sich bekriegen müssen.

Selbst wenn man den Grund für die Kriege kennen würde, ist es zwar nett zu wissen, ändert aber nicht unbedingt die Situation, dass sie sich schlecht vermeiden lassen, wenn man… auf beiden Seiten Anführer hat, die für den Krieg sind.“

„Wie wahr, trotzdem würde es mich interessieren und ich wette immer noch, dass ihr den Grund kennt.“ hob Sina eine Augenbraue hoch. „Ich weiß nur das, was ich weiß.“ lächelt Wisali wissend.

Sina rollte nur mit den Augen, eine Antwort, was sie immer gehört hatte, wenn Wisali Fragen oder Andeutungen aus dem Weg gehen wollte. Sie ging auf Sherry zu und hob die linke Hand. „Wisali, kennst du das Symbol?“

„Das Königssymbol deiner Familie, aber ein sehr sehr altes, das für viele in Vergessenheit geraten ist. Ich vermute, dein Vater hat es deiner Verlobten verzaubern lassen?“ frage Wisali nach. Sina nickte und schaute Neia an, die ebenfalls ihre linke Hand hoch hob.

„Wie kann man dieses Mal entfernen? Es kann nicht sein, dass mein Vater meine Lieben jederzeit auf der Welt finden kann. Der Sturkopf beharrt fest auf diese dumme Tradition und bleibt dabei, dass Sherry und Neia ihn in einem Duell bekämpfen müssen.“

„Hm… warum wollt ihr es denn entfernen?“ hob Wisali eine Augenbraue hoch. „Wie… so nicht? Es erinnert mich daran, dass dieses Duell kommen wird, egal wann. Das kann nicht sein, zumal ehrlich, wenn werde ICH ihm das Duell geben.“ hob Sina ebenfalls eine Augenbraue hoch.

„Prinzessin Sina… glaubt ihr nicht, dass eure Liebsten den größten Schutz durch den Dämonenkönig genießen?“ lächelte Wisali. Nun wirkte jeder etwas verwirrt. „Dieses Mal, so alt es auch sein mag… denn ich denke, der Dämonenkönig wird in nächster Zeit diese Information an das Volk schicken, heiß nichts anderes als: Sie gehören mir.

Jeder Dämon, der deine Liebsten mit diesen Mal sieht, wird es sich zweimal überlegen, ob er Hand an sie erhebt, denn… einen schönen Vorteil haben diese Male. Wenn jemand sie umbringt, springt das Mal über und ihr kennt euren Vater gut genug, dass ihm niemand seine Beute streitig machen sollte.

Wenn man es ganz nüchtern und positiv betrachtet, euer Vater hat Sherry und Neia den bestmöglichen Schutz gegeben. Sie dürfen so ziemlich vor jeden Dämon sicher sein, außer vor dem König selber.“

„Wow…“ murmelt Sherry, die ihr Mal betrachtet und dann Sina. „Sollen wir nun deinem Vater danken?“ „Um Himmels willen, nein? Ob es geplant ist oder nicht, aber keiner bekommt mehr Kontakt mit meinen Vater, sonst endet das wieder in einem Desaster.“ riss Sina weit ihre Augen auf.

„Zufälligerweise habe ich mitbekommen, dass ein gewisser mächtiger Dämon sich sehr um seine Tochter sorgt. Leider scheint sein Blickfeld nur auf diese Tochter gerichtet zu sein, sodass die anderen Töchter darunter leiden.

Dieser mächtiger Dämon ist, seit die Tochter das Land verlassen hat, noch jähzorniger geworden und die Kerker sind sehr schnell leer geworden. Doch es gab Tage, wo dieser mächtige Dämon… sehr gute Laune hatte. Vermutlich hatte er ja ein kurzes Gespräch mit der Tochter gehabt, wer weiß.“ erzählte Wisali eine sehr deutliche Geschichte.

„Habe gehört, dieser Dämon hat seine eigene Burg in die Luft gejagt?“ frage Sina nach. „Stimmt, die obersten Etage hat dieser Dämon einmal mit seiner schwersten Magie zerstört und dann muss irgendetwas vorgefallen sein, dass er ein weiteres Viertel der Burg zerstört hat.

Wenn der Erschaffer der Burg noch in Deymonlia leben würde, spätestens nach dieser Zerstörung wäre er lachend von dem höchsten Berg auf der Welt runter gesprungen. Manchmal habt ihr wirklich einen sehr komischen Humor gehabt, Prinzessin Sina.“ grinste Wisali.

„Der lebt noch?“ wundert Sina sich. „Ich habe ihn zuletzt vor der Barriere noch lebend gesehen. Seine Leiche wurde nie gefunden, wer weiß ob er nicht doch irgendwo auf der Welt lebt. Wünschen würde ich es mir, denn dieser Dämon war einzigartig.

Kein anderer Dämon hatte die Fähigkeit gehabt, eine Burg schnell, aber stabil und sauber zu bauen. Viele Städte, Dörfer und andere Orte tragen seine Handschrift, denn eines mussten die Gebäude bei den Dämonen immer sein. Ich wiederhole mich gerne: Sie müssen „immer“ stabil sein.

Prinzessin Sina kann das bestimmt selber nachvollziehen oder? Sagt nichts, ich sehe es an eurem Gesicht: Ja, wir sprechen von normalen Dämonen und nicht von überstarken Dämonen wie euer Vater, ihr selber oder einige andere… Exemplare.“

„Wollte schon sagen, wenn Vater die Burg in die Luft jagt?“ grinste Sina. „Wisali… ich danke euch, dass ich mit euch wieder in Kontakt kommen kann. Ich… habe so viele Fragen, wo ihr mir helfen müsst. Einerseits SEID ihr der älteste Dämon, andererseits SEID ihr auch der weiseste Dämon zugleich.“

„Nun schmeichelt ihr mir Prinzessin Sina.“ schmunzelt Wisali. „Erm… du beherrscht nicht die Analyse oder?“ fragte Sina nach und Wisali schüttelt den Kopf. „Bedauere, dass ist tatsächlich eines der Fähigkeiten, die ich gerne gekonnt hätte, wenn ich ehrlich sein darf.

Euer Vater, mein Freund Calligus und ein paar andere beherrschen dies, ich gehöre leider nicht dazu.“ seufzte der Dämon sehr hörbar.

„Dann… lass mir euch folgendes sagen: Ich trage den Titel Dämonenkönig.“ berichtet Sina und ein Schweigen entstand im Zimmer. Wisali musste mehrmals blinzeln und schien nun nachzudenken, man sah ihm das am Gesicht an.

Sina sagte nichts, denn sie wusste, dass es diese Momente sind, wo wirklich sein komplettes Wissen hoch und runter geht. „Erm… dass wird vermutlich ein längeres Gespräche werden, wenn ihr was anderes machen wollt, nur zu.“ teilte Sina es den Damen mit.

„Denke, Rubina will gerne ihre Strafe antreten. Es war nicht nett gewesen, Sherry einfach in die Luft zu werfen.“ teilte Suki mit. „Ja… Mama…“ hörte man tatsächlich die Scham aus der Stimme von Rubina.

„Dann geh ich in den Keller und versuche die Übungen von Tante Kyllia umzusetzen.“ ging Bariel aus dem Wohnzimmer. „Denke, wir bleiben oder?“ schaute Sherry Neia an, die ihr zustimmend nickte. „Ja, man kann dich ja auch hier bürsten.“ „Uh…“

Wisali blickte wieder auf und hatte diesen wissenden Blick. „Darf ich annehmen, dass ich mit Lilith spreche?“ „Ich fasse es nicht…“ musste Sina leise lachen. „Nur mein Vater weiß bisher davon.“

„So schwierig war es überhaupt nicht. Euer Vater fragte mich über eine Verräterin, die es mal in der Vergangenheit gegeben hat. Wir… hatten einige Verräter gehabt, die ganz klar gegen die ständigen Kriege der Dämonen was hatten. Doch nur eine „Verräterin“ hat Hand in Hand mit der damaligen Heldin zusammengearbeitet.

Nun verstehe… ich so einiges. Eure Geschichte würde mich nun wirklich interessieren, wie das… alles Zustande gekommen ist. Ihr müsst wissen… einige hoffen immer noch, dass die Dämonenkönigin Lilith zurückkehrt.“

„Huch? Obwohl… „sie“ eine Verräterin war?“ wundert Sina sich. „Gerade weil sie eine Verräterin war, die klar gegen die Dämonen war und zweimal den Dämonenkönig besiegt hat, ist es für alle doch eine erstrebenswerte Veränderung oder?

Ich kannte da eine junge Dame, die euch liebend gerne kennengelernt hätte, weil ihr sie im Kampf der Taktiken geschlagen habt. Auf dem Land, auf dem Meer, zu unkonventionell waren eure Ideen damals gewesen.“ schmunzelt Wisali.

„Ah… ich kann mich daran dunkel erinnern. Ich bekam bei diesem Gedanken immer wieder das Gefühl, als würde ich gegen mich selbst kämpfen. Wenigsten habe ich es geschafft, sie soweit abzulenken, dass sie mein eigentliches Ziel nicht erkannt hat.“

„Hat sie schon, aber der Dämonenkönig Rarkas war so von Wahnsinn besessen gewesen, dass keine Vorschläge oder Warnungen bei ihm ankamen. Als „Belohnung“ hat er sie in den tiefsten Kerker werfen lassen mit dem Befehl, den Schlüssel wegzuwerfen.“

„Hrm… müssen immer Typen an der Macht sein, die entweder mit den Muskeln denken oder so dermaßen wahnsinnig sind, dass sie gute Leute töten? Immer dieselbe Leier mit ihnen…“ seufzte Sina. „Dann pass mal auf…“ erklärte Sina die Gründe, wie sie in die Vergangenheit kam, denn die Karriere als Lilith kennt Wisali aus der Dämonenseite zur Genüge.

„Verstehe… mit Leerenmagie in die Vergangenheit gereist.“ nickte Wisali. „Ich bin ehrlich, ich hätte euch zu gerne kennengelernt. Nun muss ich sagen, ich habe es ja nicht gewusst.“

„Folgendes… habe ich mit meinen Vater besprochen, weil ich auch den Titel trage…“ wiederholte Sina das Gespräch mit ihrem Vater, wie sie sich mit dem Titel geeinigt haben und wie ihr Vater auf einmal verlangte, dass sie eine sein soll.

„Hmm… wenn ihr JETZT in Deymonlia sein würdet, dann würde ein Bürgerkrieg ausbrechen. Die, die für den Krieg sind und nun… Keiner weiß genau, was ihr dann wollt, aber viele würden einfach nur zu euch wollen, um einfach nicht von eurem Vater getötet zu werden.“ grübelte Wisali kurz.

„Deswegen ist es tatsächlich einfacher, wenn ihr irgendwie, irgendwo, irgendwann einen Ort erschaffen könntet, damit es keinen unnötigen Krieg zwischen uns gibt, der nicht nötig ist. Das euer Vater es zu einer Bedingung zur Entfernung der Male gestellt hat, nun, vermutlich wollte er euch einen starken Anreiz geben.“

„Super, wirklich. All die Zeit wollten wir Alliancia erobern, was nie geklappt hat, ausgerechnet ICH soll das Unmögliche nun schaffen? Ein bisschen realistisch sollte man schon sein, zumal ich weiß wie die Welt sich außerhalb der Welt dreht und aktuell muss ich sagen… Das einige Feinde ihre Macht einsetzen, um mich zu schaden. Mich, meine Familie, Freunde, Clan und was ich noch aufgebaut habe.“

„Nun, die Welt ist groß oder nicht? Ich habe euch alles beigebracht, was ich vor der Barriere über die Welt wusste.“ lächelt Wisali, der scheinbar kein Problem sieht. „Manchmal muss man einfach über den Tellerrand schauen.“

„Klar, mach ich einfach eine Stadt in Dunkon auf.“ rollte Sina ihre Augen. „Warum auch nicht, nur bringt es mir nichts, eine Stadt mit Hafen aufzubauen, wenn alle Händler sich querlegen.“

„Da kann ich euch leider nicht helfen, denn Händler finde ich persönlich schlimmer als Dämonenkönige. Sie haben manchmal mehr Kontrolle, als sie eigentlich haben dürften. Gut, in Deymonlia haben wir nicht das Problem, aber scheinbar sieht es in der Welt außerhalb anders aus.“ wiegelt der Lehrer leicht den Kopf.

„Dein Lehrer ist wirklich sehr klug…“ murmelt Neia, während Sherry auf ihren Knien das Fell gebürstet wird. „Scheinbar haben wir ja einen Ausgleich gefunden. Zwar kannst du nicht gemolken werden, aber hey…“ „Muh…“ wackelten die Ohren von Sherry.

Sina betrachtet es mit einem neutralen Gesichtsausdruck die Szene, dann drehte sie sich wieder zu Wisali. „Dann… ist es so. Puh, Fragen hätte ich viele… Du als ältester Dämon, weißt du zufällig was vom verlorenen Zeitalter? Ich kenne die Geschichte vom ersten Dämonenkönig bis jetzt, aber ich glaube, dass es auch was davor gegeben haben müsste.“

„Hm… Dämonen haben schon immer seit Anbeginn der Welt existiert. Die Fragen, die ich mir stelle… was genau wollt ihr denn wissen, was… noch älter ist, als unsere Geschichte?“ hakte Wisali nach.

Sina leckte sich die Lippen, dass erzählte in Kurzversion über Exos und die verbannten Götterbestien, ausgelöst durch den Tod von Titanus. „Es MUSS also irgendwann mal auf Gaia dieser Krieg stattgefunden haben. Ist aber so lange her, dass sie sich davon erholt hat.“

Der Gelehrte rieb sich an seinem Kinn, ein Zeichen, dass ihm diese Informationen nicht unbedingt gefallen. „Das ist tatsächlich… sehr bedauerlich, wenn es eine weitere Gruppen gibt, die die Welt reinigen wollen. Eurem Vater ist es bekannt?“

„Dem interessiert es nicht.“ verzog Sina wütend ihr Gesicht. „Hm… leider kann ich euch da nicht weiterhelfen, weil ich von ihm und anderen verbannten Götterbestien nichts weiß, was sehr schade ist.

Nun verstehe ich, warum ihr eine Götterbestie nach der anderen tötet, auch wenn sie mal früher andere Namen hatten. Sie stören tatsächlich eure Friedensmission und jetzt ein neues Reich in diesem chaotischen Zeitalter aufzubauen… Ich kann nachvollziehen, warum ihr kein Freund von dieser Idee seid.

Andererseits… wenn ihr ein eigenes Reich aufbaut, dass NUR darauf ausgelegt ist, gegen die Götterbestien zu kämpfen, hättet ihr wesentlich mehr Vorteile als Nachteile. Keiner kann euch was vorschreiben, alle haben sich euch zu beugen.“

„Immer noch… wie… und wo bitte? Ein Reich braucht seine Bewohner, Handwerker, einfach alles, was ich nicht einfach mit Ärmelschütteln hinbekomme.“ seufzte Sina sehr schwer. „Ok, hätte ja sein können, dass du irgendwelche uralten Legenden über diese Typen gehört hast.

Hm… Dämonen hat es ja immer gegeben sagst du, wie sieht es mit Vampiren aus? Weil… ich hatte vor kurzem oder etwas länger her, die Bekanntschaft mit einem Vampir gemacht, der noch älter war, als die ersten bekannten Vampire auf der Welt.“ grübelte Sina laut, da wirkte Wisali, als wäre es ihm etwas unangenehm. „Hmm? Was ist los?“

„Ich muss vorsichtig nachfragen, dieser Vampir, er ist älter als die Vampirkönige? Also… so richtig deutliche Altersunterschiede?“

„Ja… einen Moment, Illusion: Urvampir.“ zaubert Sina die Illusion herbei… und Wisali sah überhaupt nicht glücklich aus.

„Prinzessin Sina? Auf euch kommen Probleme zu.“

Kapitel 695

Ich bin wiedergeboren und „mein“ Lehrer?

Sina saß nun alleine im Wohnzimmer, irgendwie… hat sich alles auf einmal aufgelöst. „Hmm… unheimlich diese Stille.“ schaute Sina in den Garten, wo Neia die Kuh Sherry bürstet. Dabei hat ihre Verlobte einen sehr roten Kopf.

„Hmm… morgen werde ich das Gespräch mit meinen Vater haben, worauf ich echt… kein Bock habe…“ murmelt Sina mit sich selber. Sie holte die Truhe aus dem Inventar und stellte sie auf den Wohnzimmertisch.

Die Truhe war geöffnet, da wurde sie schon unterbrochen. „Sina?“ Die Angesprochene drehte sich zur Tür und sah Lisa stehen. „Ja? Was hast du auf dem Herzen?“

„Ich… würde gerne mit dir alleine sprechen, OHNE dass jemand zuhört.“ bat Lisa mit einer Anspielung, dass es Ohren im Haus gibt. „Uhm…?“ hob Sina beide Augenbrauen hoch… Später saßen beide Damen im Büro, wo Sina eine Illusion zaubert, dass selbst Suki nichts verstehen wird.

„Nun kannst du ungestört reden Lisa.“ lehnte Sina sich nach hinten. „Erm… es sind… zwei Dinge die ich mit dir besprechen würde. Nicht… persönlich nehmen, aber… mir ist es sehr wichtig.“ schaute Lisa sehr ernst.

„Ok?“ wartet Sina endlich, was Lisa von ihr will. „Ich… möchte… nein. Ich WILL, dass du Kyllia nicht mehr in die Gespräche mit deinem Vater hinzuziehst. Erm… ich kann verstehen, dass du deinem Vater zeigen willst, wie du zu deinen Schwestern stehst, aber…

Du übersiehst, dass nicht jeder so stark ist wie du. Kyllia… hat vorher schon ein Problem gehabt mit deinem Vater, nach dem Gespräch… hat es gedauert, bis sie wieder ruhiger wurde, weil sie nur am Zittern war.

Ich habe mit Kyllia schon gesprochen und… sie sagte mir zu, dass sie Vater nicht sehen will, doch ich kenne meine Frau. Wenn du ihr sagst: Spring, dann wird sie springen und dann fragen, wie hoch.

Keine… Ahnung, ob es dir bewusst ist, aber Kyllia wird dir überall hin folgen, egal… ob sie davon krank wird. Das will ich aber nicht, deswegen muss ich es DIR erklären und nicht Kyllia, dass… damit Schluss sein muss.“ drückte Lisa beide Hände fest auf ihre Knie.

Sina schaute Lisa in die Augen. „Ok.“ „Huh?“ musste Lisa mehrmals blinzeln. „Wie… ok?“ „Ich stimmte mit dir überein, dass ich einen Fehler gemacht habe, indem ich meine Schwester mitgenommen habe.

Mein Fehler… war zu glauben, dass ich Vater irgendwie… keine Ahnung…“ schüttelt Sina den Kopf. „Überzeugen kann, dass Kyllia kein Bastard ist, wie er sie genannt hat. Doch diese Hoffnung war… komplett fehl am Platz gewesen.

Er kann sie wirklich nicht ab, ich wundere mich, wie er mich so… „väterlich“ anschauen kann, ohne das Kotzen zu kriegen. Gib mir die Hörner von Kyllia, dann sind wir wieder pure Zwillinge. Mein drittes Auge kann ich mit meinen Pony hier verstecken.

Deswegen… ich will Kyllia wirklich nicht mehr verletzten und kann dich daher beruhigen… Das ich keine Pläne habe, dass überhaupt nochmal zu wiederholen.“ versuchte Sina etwas zur Beruhigung zu lächeln. „Doch Sharlia werde ich morgen in das Gespräch mitnehmen und Vater einen rein drücken.“

„Muss… das sein? Diese Machtspiele zwischen dir und dem Dämonenkönig? Reicht… es nicht, als er deutlich gezeigt hat, dass er dir überlegen war? Deinen Angriff… die Ohrfeige… wenn ich ehrlich bin… mache ich auch Sorgen um dich.

Zwischen dir und deinem Vater… waren gravierende Unterschiede zu sehen, zu mal dein Vater… sehr eigenartige Magie benutzte. Wenn es stimmt, beherrscht er auch Rassenmagie, wo ICH fest der Meinung war, dass es nicht geht.

Die Blutelfen, kann ich noch akzeptieren, weil sie es über ihre Rasse bekommen haben, aber… Sina. Ich weiß überhaupt nicht, wie ein Außenstehender die richtige Zauberformel für einen einfachen Blutstachel benutzt.

Kyllia hat mir erklärt, dass Illusionsmagie schon komplex ist für euch selber als Sukkuben. Dann kommt dein Vater und schnippt freudig mit den Finger. Das er dabei nicht getanzt hat, war schon alles.“

„PFF!“ konnte Sina die Vorstellung nicht unterdrücken, wie ihr Vater auf einmal den „Macarena-Tanz“ machte. Die Dämonin musste von Herzen lachen, die Vorstellung… ist einfach zu ulkig.

„Wie schön, dass deine Fantasie dich zum Lachen bringt.“ rollte Lisa seufzend ihre Augen. „Ich hoffe… wirklich, dass du nicht gegen ihn kämpfen musst. Falls… es dir nicht bewusst ist, wenn… du stirbst…

Es werden verdammt… viele Herzen zerbrechen… Sherry… Neia… Kyllia, eigentlich alle. Du hast nun mal diesen Drang zum selbstzerstörerischen. Ich… hoffe du denkst… auch ein bisschen an dich…“

„Lisa…“ beruhigte Sina sich. „Ich will leben, ich erlebe… dank euch allen meine glücklichsten Momente meines Lebens. Mir ist bewusst… sollte mir was passieren, dass ich ein… riesiges Loch in die Welt reiße.

Mein… Kampf mit meinem Vater… ich hoffe auch, dass er nicht stattfindet, wirklich nicht. Doch… ich kann auch nicht zulassen, dass er gegen meine Frauen kämpft. Sie müssten MEINE Stärke erreichen, damit sie ansatzweise an IHN herankommen.

Sie sind zuversichtlich, dass sie es irgendwie… schaffen, doch… ich bin leider realistisch. Meine Sorge ist größer in diesem Fall.“

„Verstehe… Ich danke dir, dass du Kyllia nicht mehr mit deinem Vater in Kontakt bringst, wirklich nicht. Lass… am besten auch Sharlia raus, auch wenn sie… vermutlich nicht das Trauma haben dürfte wie Kyllia.“

„Hrm… ok. Was… wäre dein anderes Anliegen? Du hast ja von zwei gesprochen.“ seufzte Sina und schaute dann wieder Lisa an, die auf einmal etwas… nervös wirkte. Sie biss sie auf die Unterlippe, wo Sina eine Augenbraue hochhob. „Lisa?“

„Ich… habe einen Wunsch, den Kyllia kennt. Wir… haben darüber gesprochen und Kyllia hat meinen Wunsch verstanden, kann… ihn aber nicht wirklich umsetzen. Ich… wollte immer sehr gerne Kinder haben.“

Nun lehnte Sina sich nach vorne, stützte sich mit beiden Ellbogen auf den Tisch, verschränkt ihre Finger und legte ihr Kinn darauf. „Du willst von mir den Ring des Mannes haben?“

„Das… ist richtig.“ nickte Lisa mit roten Kopf. „Wir haben nicht mehr darüber geredet, weil Kyllia eher die Idee hatte, ein Kind zu adoptieren, weil wir… damals noch dachten, dass unsere Rassen ein Problem sein könnten, sowie wir beide Frauen sind.

Nun… haben sich mehrere Gelegenheiten geboten: Sarless mit ihrer Tochter, geschwängert von einem Vampir und du, wo du zu einem Kerl wurdest. Ich… wäre auch bereit, mich von Kyllia… erm… du weißt schon…“ murmelt Lisa immer leiser.

Sina holte ihren Schmuckkasten raus und suchte die Ringe ab, die mittlerweile alle wieder sortiert sind. Mehr noch, hat Sina alle mit einem Faden am Kasten verbunden um ein weiteres Chaos zu vermeiden.

Die Dämonin betrachtet die zwei Ringe… DIE zwei Ringe. Einen nahm sie raus und betrachtet ihn vor ihren Augen. „Zwei sind in meinem Besitz und ich hatte… überhaupt keine Pläne mit ihnen. Vielleicht… mal meinen Vater ärgern, aber… wenn hätte ich es mit meinen Freunden abgesprochen, dass sie mich mit einem Kuss zurückverwandeln sollen.“

Dann schaute Sina Lisa an. „Unter zwei… Bedingungen bekommst du den Ring, selbst jetzt schon. Es ist… alles eine Sache des Vertrauens. Nicht unbedingt, weil ich dich jetzt testen will oder misstraue… sondern weil ich ein bisschen an die Zukunft denke.“

„Und… was wären die Bedingungen?“ fragte Lisa nach. „Die erste Bedingung wäre, du behältst den Ring solange bei dir, bis du ganz offiziell mit meiner Schwester verheiratet bist. Dabei ist wichtig, dass sie wirklich nicht davon weiß, weil sie neigt gerne zu spontanen Aktionen und jetzt… ein Kind auf die Welt bringen….

Ich brauche euch leider beide als Kämpfer und Unterstützer. Nicht dass ich es verhindern will, aber… Die Dämonen aus Deymonlia, Exos und wer noch immer sich meldet, ich… will ungern Leute verlieren.“

„Verstehe… und die andere Bedingung?“ nickte Lisa langsam, während Sina den Ring anschaut. „Werdet nie Eltern… wie mein Vater oder deine Mutter Layla. Nichts gegen Layla, aber… es war sehr hart an der Grenze… als sie dir gedroht hat, dich aus dem Clan zu werfen.

Kinder brauchen viel Liebe, die ich… Kyllia… Sharlia nie wirklich bekommen haben. Wir sind Produkte eines Experiment und vermutlich kann Vater mit uns deswegen so leicht umspringen, weil wir eher Objekte sind.

Das wäre meine zweite Bedingung. Liebt euer Kind oder Kinder und zieht nicht… die sadistischen Elemente unserer Rassen mit rein. Mit hohe Wahrscheinlichkeit wird es auch ein Dampir werden, ein Kind zweier Rassen.

Ich denke, es haben genug Personen… du kennst sie auch, eine schlechte Kindheit gehabt, dass… es wirklich Zeit ist, dass Kinder endlich ihre richtige Kindheit bekommen.

Das sie raus gehen und nicht für einen Kampf trainieren müssen. Das sie mit anderen Kindern spielen dürfen und nicht duellieren müssen. Sie sollen frei von der Propaganda der Dämonen sein und Vampire… keine Ahnung, ob ihr was habt.

Das wäre die eigentlich… schwierigere Bedingung in meinen Augen. Egal, wer von euch die Mutter sein wird, ich denke hier… mehr an die Kinder. Lernt von Sarless, wie sich ihr Kind entwickelt, wie sie vielleicht damit umgeht, verstehst du?“ lächelt Sina traurig.

„Im Grunde… möchtest du, dass wir unser Kind ohne jegliche Bindungen unserer Rassen aufziehen, seine Freiheiten geben und es mit viel Liebe großziehen.“ überlegte Lisa laut. „Doch… warum habe ich den Eindruck, dass du keine Kinder willst?“

„Ich kann nicht. Schau dir das Problem an, weil ich jemanden heiraten will. Dann… Sherry mochte meine Männergestalt nicht und Neia… hat wegen ihrer Vergangenheit ebenfalls ihre Probleme. Umgekehrt… keine Ahnung ob sie sich das antun wollen.“ schüttelt Sina ihren Kopf.

„Dazu, dass… ich ein sehr gefährliches Leben habe, mit Feinden zu tun habe, die keine Rücksicht darauf nehmen werden, OB ich vielleicht Mutter wäre… wäre es sehr unverantwortlich für mein Kind.

Ich kann es nicht den Gefahren aussetzen. Dafür habe ich leider die Feinde wie Exos oder irgendjemand anderes, der mitmachen will. Dann… die Verantwortung über uns alle, du siehst ja selber… das es leider meine Zeit beansprucht.

Das Kind… würde ich gerne selber großziehen wollen und nicht von irgendeiner Hebamme. Deswegen… werde ich keine Kinder auf die Welt setzen und daher… gebe ich meine Vorstellung euch mit.“ lächelt Sina traurig und schob den Ring zu Lisa.

Lisa starrte darauf und schien zu überlegen. „Ich glaube, du könntest es trotzdem schaffen. Meine Mutter… hat es ja auch irgendwie geschafft oder?“ lächelt die Vampirin und nahm den Ring. „Ich akzeptiere deine Bedingungen.“

„Wunderschön und wie gesagt, Kyllia traue ich zu, dass sie mit dir auch heute ins Bett springen würde, daher diese lange Zeitfrist.“ stand Sina auf. „Danke… für das Gespräch… hatte mich auf schwierigeres eingestellt.“

„Wieso muss man bei mir immer dem Schlimmsten rechnen? Ich bin nicht wie mein Vater.“ rollte Sina mit ihren Augen. „Das nicht, aber du bist die Mutter vieler und die große Schwester, dein Wort hat ziemliches Gewicht.“ sagte Lisa das sehr offen und ehrlich. „Uh, dann… komme ich meinem eigenen Traum näher, nur noch Kyllia stärker machen.“

„Tu das.“ grinste Sina und beide Damen verließen das Zimmer. Im Wohnzimmer angekommen, wollte Sina wieder ihre Truhe angehen, als ihr im Garten was auffiel. Suki bürstet Sherry nun auch mit, die auf der Wiese sich hinkniet Dabei saßen Cixo, Hiro und Neria mit sehr gierigen Blicken auf der Mauer. „Eh…?“

„Muh….!“ glaube Sina zu hören. „Scheinbar muss es ja auch eine Wohltat sein, gebürstet zu werden…“ murmelt Sina und öffnet nun die Kiste. Die allererste Kiste mit den Marmorklötzen lag darauf, so nahm sie diese raus und konnte die drei Kisten, die in einer Reihe lagen, sehen.

„Wehe… ich bekomme wieder ein Schockanfall.“ knurrte Sina, die die Kiste auf eine Seite des Tisches stellte. Sie leckte sich die Lippen und fasste vorsichtig mit der Klauenhand die erste Kiste an. Tipp, Tipp, nichts passiert. „Puh…“

Langsam nahm Sina die erste Kiste raus und sah, dass unter der Kiste exakt die gleiche Kistenform drin war. „Diese dürften dann wieder von Vater aufgehoben werden…“ seufzte Sina und holte die zwei anderen Kisten raus. Die Truhe wird auf den Boden gestellt und Sina setzte sich an den Tisch, damit sie deren Inhalte nun begutachten kann.

In der ersten Kiste war ein Brief mit drei schwarzen Ringen drin, der Brief wurde von Sina geöffnet:

In diesen drei Ringen ist die komplette

Kampfausrüstung wie Waffen für die Nagas

enthalten. Dabei ist in dem ersten Ring ein

spezieller Stab für die Nagakönigin vorhanden.


Wenn sie ihrer Position würdig ist, so kann

sie ohne Zweifel diesen Stab tragen ohne

dabei eine Verletzung zu bekommen.

Doch ist die Bedingung, dass sie den Schwur

der Loyalität dem Dämonenkönig schwört.

Im letzten Ring sind Zauberbücher und

weiteres Material anbei gelegt, um die alte

Kampfkunst der Nagas zu erlernen.

„Willst… du mich verarschen? Ich wollte nicht aus den wenigen Nagas ausgebildete Krieger formen, damit sie bereit sind für eine Schlacht. Außerdem… was soll der Blödsinn mit dem Schwur?!“ starrte Sina wütend den Brief an.

Wütend nahm Sina den ersten Ring aus der Kiste und schob ihn in ihren Finger… und staunte. „Eh…? Hallo?! Dreitausend Schwerter, Dreitausend Äxte… Ach egal… Wo ist dieser… Stab… ah!“ fand sie den komischen Stab.

„Hmm? Wieso kann ich den anfassen?“ wunderte Sina sich. Es war ein weißer Stab, an dem nichts außergewöhnliches zu sehen war, wenn dann nur der Kopf. Darauf sah man acht Köpfe einer Schlange, in deren Augen waren alle ein Rubin drin.

„Nun… ist eine Anspielung auf deren Volk oder?“ betrachtet Sina nun den Kopf näher. Aus welchem Material die Köpfe sind, kann Sina nicht deuten, nur dass er metallisch wirkte. Dazu wurden sie weiß gehalten, als wären sie Albinos.

„Entweder das ist wirklich nur ein Stab oder er hat magische Kräfte. Dafür wirkt er nun wirklich sehr einzigartig.“ Im Garten saß Rubina nun ebenfalls und schaute bei der Arbeit ihrer Mutter zu, doch… sie hatte einen Blick, den Sherry nicht so gefiehl.

Die Dämonin hat es genug betrachtet und verstand nicht, warum man dafür ein Schwur abgeben musste. „Ehrlich? Drauf geschissen, die Nagas sind freie Dämonen und sollen sich erholen. Meine… nüchtern betrachtet, ich bin auch eine Dämonenkönigin oder?“ grinste Sina und streichelt einen der Schlangenköpfe.

Auf einmal blitze etwas auf, Sina musste ihre Augen schließen, dabei spürte sie, wie der Stab in ihrer Hand sehr stark vibrierte. Als es aufhörte zu vibrieren, öffnete Sina wieder ihre Augen… und riss sie weit auf.

Alle Schlangenköpfe sind komplett grün geworden. „Huh?! Scheiße…“ fluchte Sina. Sie betrachtet den Kopf wieder, alle grün, die Augen sind dieselben geblieben. „Uh…“ schaute die Dämonin vorsichtig im Wohnzimmer, ob jemand Zeuge ist… Dann in den Garten, wo Rubina Sherry in die Luft warf und wieder auffing, dabei hinterließ die Kuh eine lange Tränenspur.

„Puh… keine Zeugen. Stab, du warst schon immer so gewesen, es hat sich NICHTS geändert. Richtig?“ „Richtig.“ stimmte der Stab mit einer veränderten Stimme von Sina zu, den sie dann wieder in den Ring steckte.

Verschwitzt nahm sie die Kiste dann in ihr Inventar, das Gespräch mit den Nagas und Zwergen wird in Sina´s Terminliste eingetragen… wahrscheinlich morgen. „Sonst habe ich nicht viel zu tun oder?“ murmelt die Dämonin mit sich selber, die die nächste Kiste öffnet.

„Hmm… hmm?“ wiegelt Sina ihren Kopf und war über den Inhalt verwundert. Zwei kleine Marmorklötze waren vorhanden dazu ein Brief. „Ist das eine kleinere Version der Übertragung? Wieso sehen die Dinge bei den Dämonen moderner aus als aus Alliancia?“ nahm Sina nun den Brief.

Sehr geehrte Prinzessin Sina,

ich hoffe, sie sind in allerbester Gesundheit.

Wenn sie einen Gespräch mit mir wünschen,

brauchen sie einfach nur das Zauberwort

Scholar Wisali“

aufzusagen und sie können sich

mit mir in Kontakt setzen.

Gez. Wisali

Eine Träne der Freude fiel vom Auge runter.

Kapitel 694

Ich bin wiedergeboren und der Lehrer?

Ein neuer Tag bricht an, Kyllia schaut in das Schlafzimmer von Sina… Auf der Matratze sah sie, wie Sina die jüngere Schwester Sharlia in Umarmung im Tiefschlaf hält. Beide waren immer noch im Schlafmodus, so schloss Kyllia die Tür leise wieder zu.

„Und?“ hakte Lisa nach. „Schlafen noch, dabei… machen sie beide ziemlich glückliche Gesichter. Wünschte nur… zu wissen, was Sharlia… fehlt. Sina scheint es ja irgendwie verstanden zu haben. Da… kommt bei mir wirklich die Frage auf…

Wir sind Zwillinge und doch versteht meine ältere Schwester am ersten Tag des Kennenlernens… wo jemandes Problem liegt. Lisa… ich kenne Sharlia von Anfang an und doch… wusste ich nicht, warum sie so geworden ist.

Irgendwie… fühle ich mich… wie eine schlechte Schwester. Ich habe so… einige Wünsche, was ich gerne früher anders gemacht hätte, aber…“ schüttelt Kyllia traurig den Kopf.

Lisa schaute ihre traurige Verlobte an, dann nahm sie sie in den Arm. „Pss… jeder geht anders mit den Geschwistern um… Du weißt doch, wie es bei mir ist. Mit meinen Bruder Acheron komme ich bestens zurecht, bei den anderen… bin ich froh, wenn der Kontakt mehr als nötig ist.

Wir teilen alle das gleiche Blut, aber… wenn wir von Anfang an… gewisse Gedanken bei unseren Geschwistern haben, ist das der Baustein, wie wir mit ihnen in der Zukunft umgehen. Alleine… das du gestern so einen Aufstand um Sharlia gemacht hast, glaube… du willst deiner Schwester das Beste geben, weißt nur nicht so genau wie.“

„Unheimlich… wie gut du mich schon kennst…“ flüstern Kyllia lächeln. „Ich… habe eine Bitte Kyl. Höre sie nur an, aber sag mir nicht deine Antwort, ok?“ löste Lisa sich und schaute ihre Verlobte in die Augen, die ein fragendes Gesicht machte.

„Ich… würde dich bitten, keinen Kontakt mit deinem Vater mehr zu haben. Egal… ob Sina dir es befiehlt oder nicht, aber… Ich kann nicht zulassen, dass er dich wieder fertig macht wie das letztes Mal.“

„Es… war nie mein Herzenswunsch gewesen… ihn zu sehen.“ murmelt Kyllia. „Gut dass du es auch einsiehst. Dachte… ich müsste mehr auf dich einreden, aber wenn du so brav mitmachst, muss ich mir keine Gedanken machen.“ lächelt Lisa zufrieden.

Scheinbar waren gewisse Damen doch lauter als gedacht, dass Sina im Schlafzimmer wach wurde. „Wieso… höre ich Stimmen… dachte… mein Zimmer ist schalldicht?“ grübelte Sina genervt. Sie merkte, dass sie Sharlia immer noch festhielt und seufzte zufrieden. „Wie… können kleine Schwestern nur so niedlich sein…“

Langsam streichelt Sina über den Kopf ihrer Schwester, sie wirkte… so friedlich… frei von ihrer Sucht. Auf einmal blinzelte Sharlia mehrmals und schaute Sina in die Augen. „Hu? Hi?“

„Na Schätzchen? Habe ich dich geweckt?“ grinste Sina. „Scheinbar hast du wirklich kein Problem mit Körperkontakt, dafür dass wir uns erst… gestern kennen gelernt haben?“

„Ja? Du bist doch meine… große Schwester oder nicht?“ war das die offensichtlichste Antwort für Sharlia. „Und… selbst wenn nicht und… wärst eine… böse Frau… ich hätte das auch… willkommen aufgenommen.“

„Ach Sharlia…“ streichelt Sina traurig eine Wange von ihrer Schwester, dabei setzte wieder ihre Illusion ein. „Wir werden das Pferd schon schaukeln, dass… du nicht unbedingt… eine Vorfreude auf irgendwelche Schandtaten haben solltest.“

Sina riss die Decke runter und musste sich kurz strecken. „Hmm…“ betrachtet sie ihre jüngere Schwester genauer… etwas zu genau, die ahnungslos nur einen Fragezeichen auf dem Kopf hatte. *knet, knet*

„Uh…“ stöhnte Sharlia. „Sina… ich dachte…“ „Was? Ich wollte abschätzen, ob dir meine Unterwäsche auch passt, aber irgendwie… sind deine Brüste etwas kleiner. Ja… ich denke, ich weiß was wir heute mit dir alles machen.“ nickte Sina mit sich selber.

Einige Zeit später betrachtet Sina ihre kleine Schwester, die eine schwarze enganliegende Stoffhose samt Hemd trug. „Du bist wirklich sehr schön Sharlia. Das mit dem BH ist nur vorübergehend ok?“

„Ich kann auch nackt gehen, wenn du es wünscht.“ lächelt Sharlia. „Es ist… irgendwie zur Gewohnheit geworden, wenn… du verstehst?“ „Nein, will es ich nicht verstehen.“ schüttelt Sina ihren Kopf.

„Du hast doch auch nackt geschlafen!“ merkte Sharlia an. „DAS ist was anderes, als wenn ich nackt vor Leuten laufe!“ wehrte Sina sich direkt. „Nun lass uns das Frühstück genießen, denn ich will dir einige Leute vorstellen.“

„Und das… ist meine Verlobte Sherry mitsamt Neia, die ich beide liebe.“ stand Sina neben der „Kuh“, während die Blutelfe wieder ihre Wange an der Kuh rieb. Sina hat Sharlia alle Bewohner der Villa einzeln vorgestellt, angefangen mit ihren Kindern, Zwillingsvampiren wie dem Dauergast Nitir und der Drachenfrau.

„Hallo ihr beiden.“ lächelt Sharlia die beiden Frauen an. „Ich hoffe… ich falle euch nicht mit… meiner Anwesenheit zur Last?“

„Nein, ich glaube eher, dass du Sina mehr geholfen hast als ich… in meiner momentanen Gestalt…“ seufzte Sherry. „Neia… du hast die ganz Nacht auf mir gelegen, meinst du nicht…?“ „Ich könnte dein Fell wieder bürsten.“ schlug die Blutelfe vor und Sherry hielt sofort den Mund, nur ihr Kuhschwanz schlug aufgeregt hin und her.

„Musst du eigentlich gemolken werden?“ hakte Sina nach und Sherry schüttelt den Kopf. „Überhaupt nicht. Neia… hat versucht, aber ich trage einfach nur einen Euter.“ fielen die Kuhohren von Sherry leicht runter.

„Aha…? Zu Schade aber auch, dass du den Genuss von Kyllia und Lisa nicht erleben wirst. Es sei denn… nun… Eine Kuh frisst viel Gras oder?“ grinste Sina gemein, dafür schaute Sherry sie mit einem neutralen Gesichtsausdruck an.

„Egal. Sharlia… müsste von dir abgemessen werden, denn… ihre Statur ist tatsächlich etwas kleiner als meine. So sieht eigentlich auch eine normale Sukkubus mit den Flügeln aus.“

„Echt?“ staunte Sharlia und betrachtet ihre Flügel, dann die Flügel von Sina und der anwesenden Kyllia. „Hmm…? Sind eure nicht etwas sehr groß?“

„Es hat ihre Gründe, warum unsere nochmal gewachsen sind.“ erklärte Kyllia, Sharlia schien schon die anderen Körperteile der Zwillinge zu begutachten. „Hmm?“ „Was… noch? Vergiss nicht, dass Sina eher wie ein Mensch am Anfang ausgesehen hat.“ merkte Kyllia noch an.

„Nein, ich wundere mich eher, dass du dicker geworden bist Kyllia.“ hielte Sharlia ihren Kopf schräg. In diesem Moment hätte man auch eine Nadel fallen hören können. Kyllia bekam einen hochroten Kopf und hob ihr Hemd hoch, um ihren Bauch abzutasten.

„Kyllia? Ich warne dich jetzt…. *rumms*“ wollte Sina was sagen, da ist Kyllia auf ihre Schwester geflogen und hat sie zu Boden geworfen. „Kyllia!“ Sina spürte eine ganz große Eifersucht von ihrer Schwester. Ihr Zwilling riss ihr Hemd hoch und tastet den Bauch ab.

„Hey! Ich bin nicht dick!“ drehte Kyllia sich zu Sharlia um, während sie auf Sina sitzt. „Meinst du? Deine Hüften sind irgendwie fülliger.“ meinte Sharlia. „HA?!“ fiel der Mund von Kyllia runter. Sofort tastet sie ihren Hintern ab, wo Lisa bei dieser Aussicht nun wirklich zum Genuss kam… dann schob Kyllia ihre Hände unter Sina´s Hintern runter.

„KYLLIA!“ schrie Sina mit einem roten Kopf. „KLAPPE!“ schrie Kyllia zurück. Sherry und Neia staunten bei dem Theater, selbst Bariel und Suki standen an der Wohnungszimmertür als stille Zeugen.

„Nein, wir sind gleich!“ drehte Kyllia sich wieder zu Sharlia. „Echt? Dann sind es aber eure Brüste!“ war Sharlia sehr überzeugt. Kyllia drehte sich zu Sina und wollte schon die Brüste abgleichen, als Sina die Hände auffing. „Kyllia? Glaubst du nicht, dass Sharlia dich verarscht?!“

„Sharlia doch nicht… Sharlia?“ hat Kyllia sich nochmal zu Sharlia umgedreht und sah nur ihren Rücken und wie der Teufelsschwanz freudig wedelte. „SHARLIA?!“ wurde Kyllia lauter. „Beim dunklen Gott… dass wird die nächste Zeit nicht ruhig sein…“ seufzte Sina, während Sharlia scheinbar ihren Spaß hatte.

Das Frühstück wurde serviert, es ist unter den Schwestern wieder Ruhe eingekehrt. Komischerweise… war es sehr still beim Frühstück, eher beobachten alle Sharlia, die etwas… ungeschickt mit den Fingern isst.

„Sag Schätzchen… wann hast du das letzte Mal Besteck benutzt?“ fragte Sina vorsichtig nach. „Hmm… keine Ahnung? Ich habe eigentlich… glaube… immer aus Schüsseln direkt alles geleckt.“ zuckte Sharlia mit den Schultern. „Sieht man.“ meinte Kyllia trocken.

„Erm… Sharlia?“ fragte Sherry und die Dämonin schaute auf. „Hast… du kein Problem damit, die unterschiedlichsten Rassen vor dir zu haben? Ich meine… Vampire, Elfen, Tiermenschen, müsstest du nicht… Fragen haben?“

„Warum… soll ich Fragen haben?“ hielt Sharlia ihren Kopf schräg. „Ich lebe… glaube ich sehr einfach. Nicht… dass ich kein Interesse habe, nur… ich habe kein Interesse. Ich nehme es so auf, wie es kommt.“

„Überhaupt… keine Ziele?“ hakte Neia nach und Sharlia schüttelt ihren Kopf. „Nein… nicht wirklich. Wenn wollte ich nur gefoltert werden, um die ultimative Lust zu erleben.“ grinste Sharlia nun am Ende sehr merkwürdig.

Während Sharlia abgelenkt wurde, erklärte Sina ihrem Zwilling, was bei Sharlia das Problem ist. Kyllia nickte und stellte es nicht infrage, bis sie am Ende seufzte. „Warum… hat Jillia uns das nicht gesagt… Dann hätten wir Sharlia doch viel früher helfen können.“

„Glaube… das ist auf Sharlias Idee so gekommen. Sie wollte euch nicht zur Last fallen und wird irgendwie… was mit Jillia in dieser Richtung abgemacht haben.“ flüstert Sina. „Aber… trotzdem…“ meinte Kyllia nur.

„Es ist… wie es ist. Arbeiten wir lieber mit dem, was wir aktuell mit Sharlia haben. Wir werden gewisse… Therapiemaßnahmen einleiten müssen und sie werden auch Zeit brauchen. So ist Sharlia normal, aber… wehe sie bekommt eine sehr gefährliche Verletzung…“

„Was… verstehst du bei ihr unter gefährlich?“ mischte Lisa sich ein. „Sie hatte gestern definitiv tödliche Verletzungen gehabt durch Eleanor.“ „Verletzungen, das ihr Suchtmonster aus ihr rauskommt und Theater veranstaltet. Du musst dir folgendes bei Sharlia vorstellen:

Jetzt ist Sharlia ganz normal, der ich mit einer Illusion die Liebe gegeben habe. Sie verhält sich wirklich sehr vernünftig. Doch glaube ich bei unserer Schwester, dass sie eine gespaltene Persönlichkeit hat, die ausgelöst wird, sobald sie mit Schmerzen in Kontakt kommt.

Diese Persönlichkeit war es, die wir alle gestern gesehen haben und… uns scheinbar nicht wirklich erkennt. Zwar gewisse Andeutungen, aber Kyllia hat sie ja nicht so… als Schwester wahrgenommen.“ erklärte Sina sachlich.

„Uh…“ spitzte Lisa ihre Lippen und ihre Augen wanderten zu Kyllia, die wiederum Sharlia beobachtet, wie sie einige Fragen beantwortet. „Und… was ist denn nun der Plan?“

„Für heute?“ grinste Sina breit und schob Kyllia einen Zettel mitsamt einem Ring hin. „In diesem Ring ist Taschengeld für Sharlia. Ich würde dich bitten, dass du mit Sharlia einkaufen gehst, auf dem Zettel ist die Einkaufsliste.

Inventarring, ein Schwert, Kleider, Möbel, einfach… das, womit sie in ein Zimmer einziehen kann. Kyllia hat ja einen guten Geschmack und ich denke… heute ist Kyllia dran mit Sharlia den Tag zu genießen.

Wichtig ist aber… dass musst du vor Sharlia verstecken… ist auf der Liste der letzte Eintrag.“ zeigte Sina mit dem Finger auf den Zettel. Ihr Zwilling liest es sich durch und schien ihr die Zustimmung zu geben, nur… „Zwei… Stoffhasen?“

„Das erkläre ich dir, wenn du sie mitbringst. Ich… hoffe, das meine Idee funktioniert, ansonsten… soll Sharlia nicht alleine im Bett liegen oder? Bei den Kleidern… wenn Sherry nicht dazu kommt, Sharlia abzumessen, du kennst ja unsere übliche Anlaufstelle für Klamotten.“ grinste Sina schief.

„Ah… sag Kyllia, hast du eigentlich die Bindung zu Sharlia? Meine… du hast mir ja was erklärt damals.“ hakte Sina noch nach und Kyllia schüttelt ihren Kopf. „Überhaupt nicht. Wir waren an der richtigen Stelle gewesen, wo das Loch aufgerissen war und Sharlia kam, aber… Weder zu ihr noch zu den anderen hatte ich eine Bindung.“

„Ich hoffe… das repariert sich mit der Zeit und mehr… dass nicht Sharlia diese Bindung zu uns hat, wie wir, sonst sehe ich nur Unheil kommen.“ versuchte Sina zu lächeln, bekam aber nur ein Schaudern. „Oh… ja.“ nickte Kyllia.

„Auch wenn Sharlia meinte, dass sie… nichts so interessiert, versuch ein bisschen die Regeln bei uns zu erklären. Du bist mehr oder weniger ihr Lehrer in der neuen Zivilisation.“ schaute Sina auch Sharlia an.

„Ist ja nicht so, dass ich Bariel die Rassenmagie beibringe…“ seufzte Kyllia. „Aber du hast wirklich einen guten Fang mit Bariel gemacht, denn… sie denkt wirklich seeehr dämonisch.“

„Ich weiß.“

Kapitel 693

Ich bin wiedergeboren und die Liebe?

Schockiert sahen alle, wie Sharlia leblos und aufgespießt von der Decke herunterhing. Eleanor keuchte sehr schwer und schien zu verarbeiten, was… Sharlia ihr eben angetan hat.

„SHARLIA! SHARLIA!“ schrie Kyllia verzweifelt mit starken Tränen nach ihrer Schwester, Sina und Lisa mussten sie regelrecht zurückhalten. „LASS MICH LOS!“

„Beruhige dich wieder Kyllia! Ich will nicht, dass Eli nochmal so einen Angriff startet, was für uns gefährlich wird!“ redete Sina auf ihren Zwilling ein. Verwundert erschien Sherry am zerstörten Hauseingang und riss erstaunt ihre Augen weit auf über das Chaos.

„Eh… he… he…“ kichert auf einmal jemand leise… Alle rissen ihre Augen auf und schauten zu Sharlia hoch. „M… mehr… MEHR!“ kichert Sharlia regelrecht, der Wahnsinn ist in ihren Augen ausgebrochen.

„Wie…?!“ murmelt Eleanor, denn einige Stacheln haben definitiv ihr Herz durchstoßen! Wie Eleanor es auch gemacht hatte, die Blutstacheln verhindern, dass das Blut von der Dämonin runterfließt.

Auf einmal packte Sharlia mit ihren Händen die Stacheln… und zog sich runter zu Eleanor! „Mehr… gib mir mehr… Ahh…“ stöhnte die Dämonin, ihr Sabber tropfte von ihrem Mund auf das Gesicht von Eleanor.

„Heilige… Scheiße…“ murmelt Bariel. „Das… ist meine Tante?“ Sina und die anderen schauten sich das Spektakel an, Sharlia kam Eleanor immer näher. „VERSCHWINDE!“ schrie Eleanor verzweifelt.

„Warrummm?“ versuchte Sharlia ihren Kopf leicht in schräge Position zu bringen, wäre nicht ein Blutstachel unterhalb ihres linken Auges gerammt worden. „Ich will… doch nur, dass ich… Schmerzen… von dir bekomme…“

„Hätte nicht gedacht, dass Eleanor ihren Meister trifft.“ kam der spontane Gedanke bei Sina. „Sowohl Kaja als auch der Loserkönig müssten ja regelrecht in Verzweiflung sein. Dabei hatte Kaja es doch angetörnt? Egal…“

Ihre Schwester zog sich immer weiter runter, ihre Wunden wurden immer größer. Verzweifelt schaute Eleanor nach einem Ausweg, sonst wird sie wieder einen Angriff umsetzten. Sina schaute sich das Gesicht von Sharlia genauer an.

Ein Gesicht, dessen Wahnsinn die Kontrolle über den Körper übernommen hatte. Doch… etwas meint Sina in den Augen ihrer Schwester deuten zu könnten… Etwas… was nach Hilfe schreit.

„Kyllia denk bitte genau nach, was kann Jillia mit Sharlia gemacht haben, dass sie wieder normal wurde? Ich kann mir echt nicht vorstellen, dass sie Sharlia irgendwelche Schmerzen zugefügt hatte und ich glaube nicht, dass etwas unanstößiges zwischen ihnen passierte.“ hakte Sina nochmal bei ihrem Zwilling nach.

„Sina, ich weiß es echt nicht, sonst hätte ich es dir gesagt. Ich bereue meinen Fehler, dass ich nie danach gefragt habe.“ schüttelt Kyllia ihren Kopf. Ihre jüngere Schwester hat die Hälfte des Weges geschafft, sie kam ihrer „Folterin“ immer näher.

„LADY SINA! BITTE! HELFEN SIE MIR!“ schrie Eleanor verzweifelt. „HALTEN SIE MIR DAS MONSTER VON LEIB!“

Diese… Aussage, auf einmal sah Sina, wie Sharlia in ihren Augen verletzt wirkte, bevor der Wahnsinn sie wieder übermannte.

„Ich… verstehe…“ glaubte Sina nun zu wissen, was Sharlia hat. Sie ging aus dem Nebenflur direkt zu ihrer Schwester. Dabei gab sie den Befehl an Knochi, alle Blutstacheln, die ihre Schwester durchgestoßen haben, zu trennen.

Das ging alles so schnell, dass Sharlia es überhaupt nicht bemerkte und wäre beinahe auf Eleanor gefallen, wenn Sina sie nicht aufgefangen hätte und nun zur Seite hielt. „Schmerzen… bitte… schlag mich…“ starrte Sharlia ihre Schwester an, die scheinbar… nicht mal ihre Schwester erkannte.

Sina murmelte etwas… und küsste dann Sharlia auf den Mund. Alle, auch Eleanor versuchten zu verstehen… was gerade vor ihre Augen passierte. Beide Küssenden lösten sich und Sina streichelt eine Wange von Sharlia.

„Es… tut mir leid, dass ich zu spät erkannt habe… wonach du dich sehnst Schätzchen.“ lächelt Sina traurig. Bei jedem Streicheln der Wange… wirkte Sharlia… normaler. Sie keuchte noch schwer, scheint aber.. ihre Umgebung nun zu registrieren.

„Suki, ich will dass du ein Bad für mich und Sharlia vorbereitest. Neia, du schläfst bitte mit Sherry, weil ich die Nacht mit meiner kleinen Schwester verbringen werde. Die Matratze von meinem kaputten Bett reicht aus.

Sharlia… jetzt wird alles gut. Das… was du gesucht hast, werde ich dir jetzt geben.“ streichelt Sina immer wieder ihre Schwester. Was niemand wusste, Sina gibt Sharlia die ganze Zeit die Illusion, dass sie geliebt wird.

Das war das Geheimnis um Sharlia. Sie suchte nach Liebe, die sie aber scheinbar nie bekam und ersetzte ihn durch Schmerz. Dabei… wurde es scheinbar so schlimm, dass sie immer mehr Schmerzen brauchte, um das fehlende Gefühl von Liebe auszugleichen.

„Nicht missverstehen meine Damen, das ist meine Schwester und der Kuss… war dazu da, dass sie mir die Aufmerksamkeit gibt. Na Sharlia? Lerne ich jetzt meine richtige Schwester kennen?“ grinste Sina.

Sharlia schaute immer wieder Sina an, als auf einmal Tränen aus ihrem Gesicht fielen. Ihre Mundwinkel gingen ganz weit runter, bis sie regelrecht schluchzten musste. „Prinzessin…“

„Na na, was habe ich dir gesagt Schätzchen? Nenn mich Schwester oder Sina, ok? Du bist meine Schwester, wir müssen uns in meinem Heim nicht an irgendwelche Formalitäten halten.“ streichelt Sina immer wieder die Wange von Sharlia, sie pumpte quasi mit ihrer Magie die Liebe in Sharlia.

„Sharlia…?“ kam Kyllia näher und ihre Schwester schaute ihr in die Augen. Nun sah Kyllia, dass… ihre „alte“ Schwester vor ihr stand. Sofort kam sie zu ihrer jüngeren Schwester und versuchte sie ebenfalls auf der anderen Seite zu streicheln. „Sharlia… du bist wirklich wieder da?“

„Ich… ich…“ stotterte Sharlia schlimm, sie schaute verzweifelt zwischen Sina und Kyllia. „Ich… bin wieder da?“ Kyllia lächelte ganz fürchterlich, aber das war ihr egal. „Willkommen… zurück Sharlia.“

„Ja.. ich bin wieder da oder?“ versuchte Sharlia zu lächeln. „Darf… ich eure Haare flechten? Ihr habt so schöne neue Haarfarben.“ Nun umarmte Kyllia Sina, die laut aufschluchzten. „Danke… Sina… du bist die beste Schwester…“

„Dank Eleanor, dass sich… für einen Moment Sharlia wahres Ich geöffnet hat. Hörst du Eleanor? Du hast mal was geschafft, ohne auf Folter zurückzugreifen.“ rief Sina, die zwei ihrer Schwestern um sich hatte. Eine, die mit Liebe gestreichelt wurde und ihr Zwilling, die auf siebte Wolke schwebte.

„Ich… fühle… mich so geschändet…“ murmelt Eleanor, die eine Hand auf ihr Gesicht legte. „Kyllia… Sharlia ist einfacher als du denkst.“ ignorierte Sina das Gejammer vom Boden. „Doch das erkläre ich dir morgen ok? Ich will meine andere kleine Schwester nun kennenlernen. Alleine.“

„Was… ist denn hier passiert?“ wundert sich Nitir, der nicht wusste, was er alles anschauen sollte. Sherry mit ihren Unterkörper einer Kuh, auf dem Boden die halbnackte Eleanor, den zerstören Hauseingang oder wie drei Dämonen die mehr oder weniger übereinander standen.

„Langsam… mag ich dich immer mehr Nitir. Du kommst immer zum richtigen Zeitpunkt, wenn wir dich brauchen.“ lächelt Suki… etwas gemein. Dies hat Nitir auch verstanden, dass wieder Arbeit auf ihn wartet und seufzte hörbar. Es verging einige Zeit…

Im Badezimmer wischte Sina den blutigen Rücken ihrer Schwester. Dabei achtet sie darauf, weiterhin mit ihrer Magie Sharlia die Liebe zu geben. Doch… ist das wirklich Liebe, wenn es nur eine Illusion ist?

Sharlia´s Körper und Verstand wird zumindest damit ruhig gestellt, sie sagte nichts, im Spiegel beobachtet sie nur, wie Sina einen Schwamm in den Eimer mit Wasser legte und mit neuem Wasser aufsaugte. „Sina… Danke…“

„Wofür?“ blickte Sina auf. „Das… ich… keine Ahnung…“ schüttelt Sharlia ihren Kopf. „Wie… ich habe… so viele Fragen.“ Sina warf den Schwamm in den Eimer und drückte sich von hinten an ihre Schwester.

„Pss… Schätzchen. Auch ich habe sooo viele Fragen. Wie du so bist, wie du über mich denkst. Was du gerne isst, so viele Fragen. Ich halte… endlich eine weitere Schwester in meinen Armen. Wenn… muss ich mich bei dir bedanken.“ legte Sina ihre Stirn auf den Hinterkopf von Sharlia.

Da sitzen zwei nackte Dämoninnen und schienen in diesem Moment nichts zu sagen. Sina sah nicht, wie Sharlia am Lächeln war, nur dass sie eine Hand auf die Klauenhand von Sina legte, der auf ihrem Bauch lag.

„Nein… ich muss mich bei dir bedanken… Du… hast mein Problem durchschaut, den… nur Jillia kannte. Ich… weiß, dass es eine Illusion ist, was du mir gibst, aber… es fühlt sich so gut an…“

„Warum… ist… es bei dir so ausgeartet Schätzchen?“ löste Sina sich wieder und nahm den Schwamm aus dem Eimer. Sie streckte den linken Arm ihrer Schwester und wäscht sie vorsichtig mit dem Schwamm.

„Ich… dachte, ich könnte es alleine schaffen. Alle… wollten ihrem Leben nachgehen, was… ich wirklich gut verstehen kann. Keinem… wollte ich zur Last fallen, am meisten… hat Shyera nach mir geschaut.

Ich wollte wirklich nicht… dass jeder wegen mir… seine neue Zeit verliert. Leider… habe ich überhaupt kein… Talent. Kann nicht kämpfen… kann nichts herstellen und… sobald ich Schmerzen… bekomme, artet es… leider schnell aus.

Am Anfang… wollte ich es irgendwie kontrollieren, doch… es war ein Fehler. Damit keiner meiner Schwestern… mein hässliches Ich erleben musste, habe ich mich freiwillig zur Verfügung gestellt, gefoltert zu werden und…

Ab da weiß ich nicht mehr… genau was passiert ist. Vielleicht will… ich es auch nicht so genau wissen. Wenn… ich zu sehr… nachdenke… spüre ich wieder ein Verlangen kommen… Sina… ich bin es… nicht wert eine Schwester zu sein.“ machte Sharlia ein sehr trauriges Gesicht.

Sina sah es im Spiegel und drückte sich wieder an ihre Schwester. „Doch, das bist du. Du hast vielleicht einen Knall, aber… wer hat ihn bitte nicht? Sharlia… bitte denk nicht in diese Richtung, denn… es reicht, wenn ich diese Gedanken habe.

All die Zeit… habe ich als eure älteste Schwester Euch im Stich gelassen, wenn… dürfte ich es sein, die du nicht als Schwester bezeichnen darfst Sharlia. Wäre ich von Anfang an da gewesen… dann wäre ich frühzeitig dein Problem angegangen.

Es… mag vielleicht zu spät sein, noch was dagegen zu machen, aber ich gebe nicht auf. Wir werden gemeinsam… eine Lösung finden, wie wir dein dummes Suchtproblem nach Schmerzen in ein kontrolliertes Maß runterschrauben können.“

„Glaubst… du wirklich daran Sina? Glaubst du wirklich daran? Ich…“ sah Sharlia etwas auf der Kommode und nahm es in der Hand… und rammte es durch ihre andere Hand. „Ah… da… es kommt wieder… Sina… der kleinste Schmerz… und ich werde wieder eine Süchtige…“

Nun stand Sina auf und kniete neben ihrer Schwester, dann nahm sie die verletzte Hand, wo ein Lippenstift steckte. „Himmel… selbst stumpfe Gegenstände…“ schüttelt Sina den Kopf und zog den Lippenstift aus der Hand raus. Sina wollte eigentlich die Regeneration ihrer Schwester beobachten, aber das Loch war schon zu.

„Ich beneide dich wirklich Sharlia.“ schaute Sina grinsend ihre Schwester an. „Aber…?“ „Was aber? Du hast so coole Fähigkeiten, du machst dir wegen deinem Suchtmonster Gedanken? Gib mir die Chance, das Problem anzugehen, dass DU die Kontrolle wieder bekommst.

Denn… ich glaube, du wärst wirklich seine tolle Kämpferin. Du sagst, du kannst nichts? Blödsinn, in meinen Augen sitzt hier unbenutztes Potenzial. Sharlia… ich sage es gerne wieder… ich danke dir… dass ich deine Hand halten darf.

Ich hätte es verstanden… wenn du mich verachten würdest, wirklich. Kyllia hat mich aufgeklärt und einige… unserer Schwestern können mich nicht so wirklich ab…“

Nun streichelt Sharlia eine Wange von Sina. „Wenn… ist das nur Kelania. Ich mag… vielleicht die dümmste Schwester von allen zu sein, aber selbst ich… erkenne, dass Kelania Träume hat, die nicht umsetzbar sind.

Bevor… ich den Verstand verloren habe… habe ich noch mitbekommen, dass sie sich mit ihrem Körper hochgearbeitet hätte. Sina… ich weiß, dass… ich vergewaltigt worden bin, ich… wollte es ja. Aber… irgendwie… könnte ich es nicht… Nicht meinen Körper mit fremden… Dämonen schlafen, nur in einer Karriere… aufzusteigen.

Es… hört sich falsch an aus meinen Mund, aber das… ist meine Meinung, auch… wenn ich kein Recht dazu habe…“

„Sharlia, hör auf dich selber klein zu machen. Ab sofort will ich, dass du immer und ewig frei deine Meinung äußerst. Du bist nicht dumm, nur anders, kapiert Schätzchen? Ich werde Kyllia erklären, wie man dich beruhigt, dann ist immer einer von uns da, der dich schnell beruhigen kann.

Wir werden… uns langsam kennenlernen Sharlia. Wir haben Tonnen von Fragen, aber das muss man nicht an einem Tag klären. Die Zeit will ich wirklich nutzen, damit ich meine kleine masochistische Schwester näher kennenlerne.

Du hast doch auch so viele Fragen an mich, die ich gerne beantworten würde. Ich will dir auch meine Verlobte und meine Geliebte zeigen, meine Freunde, einfach alles. Sharlia… wir schaffen das. Wir schaffen es, dein Suchtmonster in den Griff zu bekommen.

Vielleicht wirst du nie wieder normal sein, aber ehrlich? Das macht dich doch geradezu zu einer sehr interessanten Schwester. Bei mir wirst du Entspannung pur erleben. Solltest… du doch eine Folter brauchen, dann wirst du einfach wieder mit Eleanor in einen Raum gesteckt.“

„Die… blasse Frau oder? Ich… kann mich nur erinnern… wie sie einen Löffel genommen hat und… irgendwie meinen Rücken die Haut abziehen wollte…“ grübelte Sharlia.

„Egal, sie wird dein zukünftiger Folterpartner werden. Nur… werde ich sie vorher noch ein bisschen bearbeiten müssen, weil… naja, es sah aus, als wolltest du sie vergewaltigen und hast irgendetwas bei ihr ausgelöst.

Das wird schon, ich habe meine eigenen Talente.“ grinste Sina düster. „Letztendlich… musst du es nur wollen.“

Sharlia nahm nun eine Hand von Sina und drückte sie fest. „Ja… große Schwester.“ lächelt Sharlia schüchtern.

„Würdest… du nach dem gemeinsamen Bad meine Haare flechten wollen?“

„Aber gerne!

Kapitel 692

Ich bin wiedergeboren und meine neue Schwester?

Sina heilte die Wunde von Suki, der blaue Fleck verschwand. „Schmerzen weg?“ „Ja Mutter. Der Zwerg wird mich kein zweites Mal damit überraschen.“ rieb Suki sich am Kinn. „Hast du zufällig den Dolch ein bisschen tiefer gedrückt?“ fragte Sina nach und Suki schüttelt den Kopf. „Nein, er war sehr willig gewesen, am Leben zu bleiben. Dachte nicht, dass er überhaupt keine Manieren gezeigt hat. Soll… ich es denn noch nachholen?“

„Nein, lass mal. Ich werde mich um ihn und Eleanor schon selber kümmern. Sie sind so… unzuverlässig, dass ich sie gerne mit Anlauf aus der Stadt werfen würde. Nur kann ich das leider nicht machen.“ seufzte Sina.

„Mutter… bin ich es oder war das Gespräch… reine Zeitverschwendung gewesen?“ hielt Suki ihren Kopf schräg. „Der Adelssohn… das war doch…“

„Ja, einer der Zeugen von Kajar, den die Vampirinnen getötet haben. Was mich mehr interessierte waren tatsächlich, wie die Rellings gestorben sind. Sumi macht seine Arbeit sehr gut als Ungesehener.“ lobte Sina.

„Ich hoffe für ihn, dass er selber damit rechnet, dass seine Ziele in höchster Alarmbereitschaft sind. Nichts ist gefährlicher, als wenn das Ziel anfängt, Gegenmaßnahmen einzugreifen.“ stand Suki auf. „Sag… Mutter, hast du vielleicht noch eine Schwester, die genauso aussieht wie du?“

„Nur Kyllia, die anderen Schwestern haben andere Gesichtsstrukturen. Warum?“ frage Sina freundlich nach, doch Suki schüttelt ihren Kopf. „Nichts, ich dachte… nur laut nach.“ „Ok? Brauchst du Hilfe bei deinen Pflichten?“

„Nein, dafür habe ich Nitir. Wenn er kommen sollte, soll er das Gelände reparieren. Scheinbar können wir doch nicht so mit Geld umher werfen wie früher.“ grinste Suki.

„Nein, können wir nicht, nicht solange diese Händlervereinigung mir Steine in den Weg legt. Ich hoffe, dass Ronald da einen Ausweg findet.“ schüttelt Sina traurig den Kopf. Auf einmal erschien Kyllia an der Tür. „Sina?“

Sofort blickte Sina auf. „Sie… ist da?“ „Ja… ist sie, aber… Am besten du schaust sie selber an und Suki? Es tut mir leid um den Sessel.“ machte Kyllia ein schräges gezwungenes Lächeln. „Warum geht heute wieder alles kaputt…“ seufzte Suki, doch Sina war es egal, die zur Tür ging.

„Wie… ist deine ehrliche Einschätzung?“ fragte Sina nach. Kyllia schaute kurz zur Seite, dann wieder zu Sina. „Sharlia… wirkt auf mich „normal“, aber… denke du wirst es selbst in ihren Augen sehen. Etwas… was mir nicht gefällt.“

„Dann lerne ich mal meine nächste Schwester kennen.“ grinste Sina unsicher und beide Zwillinge gingen gemeinsam runter. „Also… gestern war das Gelände noch an seinem Ort gewesen oder?“ merkte Kyllia.

„Ja, war es. Sherry trägt nun den Ring der Kuh und hat den Unterkörper einer Kuh. Was auch immer passiert ist, sie ist die Treppe mehr oder weniger runter gestürzt, während ich mit einigen Pappnasen eine Unterhaltung geführt hatte.“ seufzte Sina.

Nun ließ Kyllia ihre Schwester vor und Sina… sah ihre nächste Schwester. Das sie nicht vor Schreck eine Hand vor dem Mund gehalten hat, war schon alles.

Völlig verdreckt und in einem eigenartigen langen Shirt, saß Sharlia auf dem Sessel. Sie schien alles sehr neugierig aufzunehmen, doch… Ihre lange Haare klebten an ihrem Körper, Dreck, überall Dreck klebte an ihrem Körper.

Wenn Sina es richtig im Kopf hatte, war Sharlia eigentlich jemand, der einen gepflegten Körper hatte und ihre Haare zu Zöpfen geflochten hatte. Lisa war auch im Wohnzimmer und hielt einen Abstand zu der Dämonin.

Sharlia sah nun Sina und schien nur zu Lächeln. Irgendwie… bekam Sina den Mund nicht auf, dass Kyllia den Part übernahm. „Darf… ich vorstellen? Das ist unsere jüngere Schwester Sharlia. Sharlia, das ist unsere ältere Schwester Sina.“

Langsam stand Sharlia auf und machte einen Knick. „Seid gegrüßt Prinzessin Sina. Ich hoffe… mein Äußeres stört euch nicht?“ lächelte die Sukkubus immer noch, als Sina in ihren Augen etwas sah.

Sie hatte wunderschöne Augenfarben, aber… was Sina störte war dieses unruhige Zappeln der Augen. Als würde sie auf irgendetwas… warten. Doch das ignorierte Sina erst und ging auf Sharlia zu, dann umarmte sie die Schwester.

„Sharlia… es tut mir so leid…“ flüstert Sina. „Warum?“ wundert sich Sharlia. „Wir haben alle unsere Leben gelebt oder nicht? Vater hat dich auserkoren, nicht uns.“ lächelt die jüngere Schwester.

Sina löste die Umarmung auf und hielt Sharlia mit beiden Händen an ihrer Schulter. „Sharlia… was ist mit dir passiert? Warum… hat man dich so verdreckt… aus Deymonlia raus geschickt? Ich habe… so viele Fragen an dich, aber…“

„Hmm? Ich war im tiefsten Kellerloch in der Burg gewesen, wo es kein Licht gab. Ich hörte… ahh… ich hörte immer wieder Geräusche. Es klatschte auf den rauen Boden, was wohl mein Essen war. Hmm… ich habe es brav vom Boden aufgeleckt, es schmeckte verbrannt… vergiftet und dennoch ummm… diese Vorstellung…“ stöhnte Sharlia auf einmal auf, eine Sabberspur fiel von einen Mundwinkel runter.

„Ach du Scheiße.“ dachte Sina sehr laut, dann drückte sie wieder ihre Schwester an sich. „Sharlia… das ist nicht richtig! Bevor wir uns unterhalten, wirst du dich waschen! Du bekommst von mir passende Klamotten und nimmst auch meine Waschutensilien.“

„Huch? Aber… ich fühle mich doch sehr wohl?“ hielt Sharlia ihren Kopf schräg, als ihre Augen… regelrechte Kreise des Wahnsinns bekamen. „Prinzessin… ich habe einige… eurer Foltertechniken am eigenen Leib erlebt. Es… war eine Wonne für mich gewesen.

Nur eure Techniken… Hmmm…“ drückte Sharlia beide Beine eng zusammen, Lisa schaute zweifelnd Kyllia an, die nur traurig den Kopf schüttelt. „Nur eure Techniken gaben mir das… was ich immer suche… doch es wurde eintönig… Bitte…“

Sharlia fiel mit den Knien auf den Boden und drückte mit ihrem Kopf an Sina´s Bauch. „Bitte… foltert mich. Foltert mich wie ihr es noch nie getan habt. Ah ha ha… bitte!“ verfiel Sharlia regelrecht in einen Rausch.

Die ältere Schwester kniete ebenfalls und drückte Sharlia sanft von sich weg. „Sharlia… hör auf mich mit Prinzessin anzusprechen. Du bist meine Schwester ok? Und nein, ich werde dich bestimmt nicht foltern.“ lächelt Sina dabei.

Ihre Schwester verdrehte ihre Augen, Sabber fiel regelrecht von ihrem Mund runter. „Warum… warum? Warum willst du mich nicht foltern? Du kannst alles… ALLES mit mir machen! Bitte… ich brauche die Schmerzen…“

Sina streichelt nun eine Wange von Sharlia. „Nein, das brauchst du nicht meine Schwester. Die Zeit, dass du irgendwelche Erniedrigungen brauchst, sind bei mir vorbei.“

„NEIN!“ packte Sharlia Sina an beiden Oberarmen. „Du verstehst das nicht! Nur Schmerzen sorgen dazu, dass… Ahh… ich… ich… lebe!“ Sina drückte die Hände von ihrer Schwester weg und dafür umarmte Sina wieder ihre wahnsinnige Schwester.

„Pss… glaub mir… du brauchst das nicht.“ „NEIN! BITTE! Ein Messer in mein Herz, meinen Kopf unter Wasser! Bitte!“ flehte Sharlia regelrecht, ihr Körper scheint regelrecht zu zittern. „Wow… das ist ja wirklich sehr extrem.“ merkte Lisa an.

„Sharlia…“ ging Kyllia besorgt zu ihren Schwestern. „Was ist passiert, dass du so extrem geworden bist? Als… ich gegangen war, war es doch… in Ordnung gewesen?“

„Foltere mich! Bitte!“ flehte Sharlia, scheinbar hat Kyllia sie überhaupt nicht gehört. Sina fiel eine Träne raus, dass… wird eine verdammt schwere Arbeit werden, Sharlia wieder normal zu bekommen.

„Sharlia? Wenn du brav… meine Anweisungen befolgst… bekommst du sie.“ flüstert Sina dies ins Ohr ihrer Schwester, sie wurde wieder ruhiger. „Was… für Anweisungen?“ flüstert Sharlia zurück.

„Geh dich waschen und mach dich frisch. Dann werden wir uns etwas unterhalten und ich… stelle dir jemanden vor, der dich foltert, ok?“

„SINA!“ wurde Kyllia laut, da löste Sina sich und schaute ihren Zwilling an. „Halt dich daraus und lass mich meine Arbeit machen! Sharlia ist gerade auf einem Entzug und wie sollen wir sie in ihrer Lage beruhigen?!“

„Indem wir sie auf einen kalten Entzug setzen?“ schlug Lisa vor. „Ich habe meine Zweifel, dass Sharlia nicht längst eine Methode hat, sich selbst zu verletzten oder?“ schaute Sina ihre Schwester an.

Sie sabberte langsam wirklich sehr stark und kichert leicht irre. „Wenn ich nichts bekomme, beiße ich mir die Zunge ab, ziehe mir ein paar Zähne. Uh… meine Fingernägel auszureißen… es verursacht immer ein so schönes Geräusch.“

„Das lässt du mal schön bleiben Schätzchen.“ streichelt Sina ihren Kopf. „Komm… ich bringe dich ins Badezimmer. Je braver du mitmachst, desto besser oder?“ „Jaa….“ drehten sich die Augen wild von Sharlia.

Suki hat es scheinbar alles schon vorbereitet, Sina zeigte Sharlia, wie alles funktioniert. Dabei nahm sie ganz bewusst scharfe Gegenstände aus dem Badezimmer mit, denn sie wollte nicht, dass drin eine Sauerei entsteht, wenn Sharlia alleine ist.

Als das getan war, ging Sina zurück ins Wohnzimmer und sah Kyllia regelrecht weinen. „Sina… was ist mit Sharlia passiert? Ich erkenne sie überhaupt nicht mehr wieder…“ Lisa streichelt sehr besorgt ihren Rücken.

„Ich weiß es nicht, scheinbar… hat unser Vater wirklich nicht übertrieben. Nun verstehe ich auch, was du meintest mit ihren Augen. Sie sind viel zu unruhig und scheinen auf etwas zu warten… vermutlich auf die nächste Person die sie foltert.“ seufzte Sina und setzte sich neben ihren Zwilling.

„Du weißt wirklich nicht, was Jillia mit ihr gemacht hat, wenn sie mit Sharlia alleine war? Scheinbar kennt sie das Geheimnis, um Sharlia zu beruhigen. Wenn ich vermuten dürfte, auch wenn es gewagt ist…

Sharlia war ab dem Moment auf sich selber angewiesen, als sie und die anderen Schwestern alle von Vater freigestellt worden waren. Kelania ist irgendwie bei jemand anderem untergekommen und mit sehr hohe Wahrscheinlichkeit ist Jillia ihr auch gefolgt.

Unsere jüngere Schwester ist daher… von diesem Zeitpunkt an von einer Folter in die andere gerutscht und hat sie regelrecht… zerstört. Wenn sie Folter braucht, um normal zu werden… es macht mich traurig und… wütend.“

„Wie… wütend?“ drehte Kyllia sich zu Sina. „Wütend auf unsere Schwestern, die alle noch in Deymonlia sind. Hat wirklich niemand mehr ein Auge auf sie gehalten? Ihr kennt sie doch alle, sie gehört zu den Personen, die immer, IMMER, eine Hand brauchen.“

„Sina… ich weiß es nicht. Uns fehlen da leider… sehr viele Informationen.“ schüttelt Kyllia den Kopf. „Ich habe… echt Angst, was mit Sharlia noch passieren wird. Kannst du wirklich nichts machen Sina? Du hast doch sonst immer eine Idee…“

„Kyllia…“ schaute Sina traurig ihre Schwester an… als Sharlia gewaschen und in einem schwarzes Kleid an der Tür stand. Man sah ihr sofort an, dass sie sich überhaupt nicht getrocknet hatte und ihre Beine sowie Flügel wild am zittern waren. „Habe mich gewaschen.~ Huch?“ hielte Sharlia ihren Kopf schräg und ging auf Kyllia zu.

Sie kniete vor ihr und schaute in ihr Gesicht. „Warum weinst du denn Kyllia?“ „Warum? Wegen dir! Sharlia, was ist passiert, dass du so süchtig nach Schmerzen geworden bist? Ich verstehe dich nicht, du hast… mich nicht mal während der Reise gefragt, ob du meine Haare flechten kannst.“ schaute Kyllia in die Augen ihrer Schwester.

„Du… weinst wegen mir?“ scheint Sharlia nicht richtig zu verstehen. Sina stand auf, alle Frauen schauten sie an. „Sharlia? Es bringt nichts, ich stelle dich jemanden vor…“

„Sina? Du willst doch nicht…“ hörte man die zweifelnde Stimme von Kyllia, doch Sina schüttelt nur ihren Kopf. „Kyllia, ich bin nicht die Schwester… die alles kann. Schau dir Sharlia an, ich habe JETZT keine Lösung, was überhaupt los ist, irgendwie kann sie nicht mal logische Gedanken oder Gefühle anderer richtig verstehen.

Also gebe ich ihr, was sie verlangt und hoffe, dass… sie normal wird in einer kurzen Zeit. In der Zeit werde ich mein Bestes geben, das Problem zu lösen und gleichzeitig herausfinden, was Jillia mit ihr gemacht hat.

Verzeih mir Kyllia, aber… ich bin echt in diesem Moment überfordert. Ich bin wahnsinnig, ich bin gestört, aber… Sharlia hat das Niveau erreicht, wo ich sie nicht erreichen kann. Komm mein Schätzchen… ich gebe dir das, was du brauchst.“ hatte Sina ein sehr trauriges Gesicht.

Sharlia stand auf und man sah förmlich die Gier an ihrem gesamten Körper. „Natürlich Schwester… ummm…“ drückte die Schwester ihre Beine wieder fest zusammen. Sina nahm eine Hand und zog sie mit sich, als sie durch die Tür gingen, hörte man deutlich, wie Kyllia am Weinen ist.

Ohne Umwege gingen die beiden Damen zu einem bestimmten Haus. Als sie dort angekommen waren, hämmerte Sina gegen die Tür, bis sie geöffnet wurde. „WAS?!“ brüllte James und bekam direkt einen Faustschlag in sein Gesicht, dass er nach hinten flog.

„DAS war dafür, dass du meine Tochter geschlagen hast, du kleiner Erdlutscher!“ knurrte Sina wütend und zog Sharlia mit rein. Der Knochenschwanz von Sina schloss direkt die Haustür, als die beiden Dämonen im Wohnzimmer standen. „Wo ist sie?!“

„Hier… oben!“ kichert eine unheimliche Stimme. Sina und Sharlia schauten zur Decke, wo die Vampirin mehrere Organe an etwas… anhängt. „Schön nicht wahr?“ Der Knochenschwanz rammte mit dem Schwert in das Herz von Eleanor, wo sie laut aufschrie und von der Decke runter fiel. Das… schien Sharlia einfach nur noch mehr anzutörnen, richtig viel Sabber fiel aus ihrem Mund.

„Ich bin SEHR unzufrieden mit deine Arbeit!“ schimpfte Sina auf die Vampirin ein, der Knochenschwanz zog sich aus dem Körper wieder raus. „Doch darüber werden wir später reden, ich will mit dem Loserkönig sprechen!“

„Was…?“ knurrte die Vampirin vom Boden auf. „Deine ehrliche Meinung zu Kaja, wie fortgeschritten ist sie als Folterin? Kann sie mit dir mithalten oder hat sie noch einiges zu lernen?“ fragte Sina.

Erstaunt riss die Vampirin ihre Augen auf und stand langsam auf. James kam mit einer blutigen Nase ins Zimmer und man sah deutliche Mordgedanken in seinen Augen. „Eine… komische Frage? Sie bezieht das komplette Wissen aus meiner Erfahrung, wir teilen die Erfahrung nur…“

„Gut, dann will ich, dass du diese Frau mit Kaja gemeinsam so gemein wie möglich folterst.“ zeigte Sina auf Sharlia. „Einzig eines ist euch verboten: Sie zu töten, verstanden? Dafür hebe ich alle Regeln bei ihr auf, die Zeit ist dann unbefristet.“

„Ohhh? OHHH?“ grinste Eleanor ganz breit. „Was… hat diese Dämonin dir angetan… und was… stimmt mit ihr nicht?“ begutachtet die Vampirin ihr „Opfer“.

„Das ist Sharlia, meine jüngere Schwester, mehr brauchst du nicht zu wissen. Also, kannst du dich ihrer annehmen oder nicht?“ ignorierte Sina einen Teil der Fragen, Sharlia keuchte schon regelrecht, wo selbst James ein merkwürdiges Gefühl bekam.

Eleanor ging auf Sharlia zu und schaute ihr in die Augen. Es gibt Dinge… die niemals passieren dürften. Man sagt immer, man sollte nicht in den Abgrund schauen, denn er könnte zurückschauen. Doch was passiert, wenn zwei Abgründe sich gegenseitig anschauen?

Eine ist Extremsadistin, die andere eine extreme Masochistin. Sina hatte gehofft, dass sie nicht SO früh auf Eleanor zurückgreifen müsste, aber Sharlia ließ ihr keine Wahl. Auf einmal streichelt Eleanor eine Wange von Sharlia.

„Ich… darf ALLES außer sie töten? Seid… ihr euch sicher.“ bekam Eleanor ein sehr breites unangenehmes Lächeln auf ihrem Gesicht. „Ihren Kopf aufknacken und ihr Gehirn woanders platzieren, ihre eigene Gedärme zum Würgen…“ Das war für Sharlia zu viel, sie stöhnte laut auf und fiel auf ihre Knie.

„Ja, das will ich. Wenn du eine Pause einlegst bei der Folter, will ich, dass du kleine Pissnelke mich sofort holst, hast du verstanden? Ich muss mir ein Bild von der Folter machen und mit Sharlia sprechen.“ drohte Sina dem Zwerg.

„Bitte…“ keuchte Sharlia. „Ich… halte es nicht mehr… ahh… aus.“ „Hmm?“ bückte sich Eleanor. „Was stimmt mit ihr nicht? Ich kann mich nicht entsinnen, dass jemand so sehr eine Folter wollte.“

„Mir egal, haben wir diesmal einen Deal?“ schaute Sina Eleanor in die schwarzen Augen. „Ja… haben wir. Entfernt… mir alle Regeln.“ kichert Eleanor irre. Sina setzte alles notwendige um und war einige Zeit später wieder in ihrer Villa.

Traurig setzte sie sich neben Kyllia und legte einen Arm um sie. „Es… tut mir leid. Ich hoffe wirklich, dass Eleanor nur eine vorübergehende Lösung ist mit Sharlia. Beide sind ja fast regelrecht ausgeflippt…“

„Können… wir nicht in ihren Kopf schauen, wenn Sharlia schläft? Du weißt schon… mit unserer Fähigkeit?“ schniefte Kyllia. „Ich will meine alte Sharlia wieder haben. Das ist nicht Sharlia, die ich gekannt habe.“

Sina schaute Lisa an, die auch auf eine Antwort wartet. „Kyllia… ich bin ehrlich. Ich habe… Angst, dass wir etwas zu sehen bekommen, dass uns nie wieder loslassen wird. Wenn… wirklich alle Stricke reißen, dann werde ich es alleine machen, aber nur dann.“

„Ja… das Gefühl habe ich auch…“ stimmte Kyllia zu, als Neia aus dem Garten ins Wohnzimmer kam. „Alles für Sherry erledigt, wir… Oh hi… ihr beiden? Soll ich wieder gehen?“ merkte die Blutelfe, dass sie unpassend erschienen war.

„Nein… es bringt nichts. Kyllia ist traurig, dass Sharlia nicht mehr die Schwester ist, die…“ wollte Sina erklären, als ein riesiger Krach in der Monstervilla passierte. Die Monstervilla erzitterte, jemand schrie regelrecht. „LADY SINA!“

„Das… ist doch?!“ riss Sina erstaunt ihre Augen auf und alle rannten zum… „alten“ Hauseingang. Was auch immer passiert war, die komplette Tür samt Rahmen und Mauer wurde raus gerissen und alle sahen auf dem Boden eine verzweifelte Vampirin, wo eine Dämonin an ihren Beinen hing und wild um sich sabberte.

Eleanor streckte eine Hand vor und ein Blutstrahl schoss aus der Hand in die Wand vor ihr… bis das Blut elastisch wurde. Langsam zog Eleanor sich mit ihrer Kraft in die Monstervilla, Sharlia wird nur mitgezogen. Man sah an ihrem Körper überall Blut, scheinbar hat die Vampirin noch irgendwie… Hand an Sharlia gelegt.

„WAS HABT IHR DA FÜR EIN MONSTER ZUM FOLTERN GEGEBEN?!“ schrie Eleanor Sina an. Sie war mittlerweile im Flur angekommen, Suki und Bariel sahen ebenfalls das Chaos vor sich.

Auf einmal krallte sich Sharlia nach vorne, dass sie über Eleanor war. Sie drehte die Vampirin gegen ihr Willen um. „Hahhhh hahhh!“ fiel der Sabber auf das Gesicht der Vampirin, die angeekelt ihr Gesicht verzog… als Sharlia sie auf den Mund küsste.

Sina wusste nicht, dass die Augen… so ein schockiertes Gesichtsausdruck machen konnten. Sie konnte in den schwarzen Augen von Eleanor weiße… Blutadern sehen? „Wow…“ staunte Lisa. Kyllia wusste genauso wenig zu sagen wie Sina…

Sharlia hörte mit dem Küssen auf und saß auf der Hüfte von der Vampirin… als sie mit Gewalt das Kleid von Eleanor zerreißt. „Jaa… du bist wirklich das beste… Gib mir mehr Schmerzen!“ verlangte die verrückte Dämonin.

Halbnackt auf dem Boden… löste scheinbar etwas bei Eleanor aus. „BLUTIGEL!“ schrie die Vampirin, sofort drückte Sina die Frauen nach hinten, Bariel erkannte die Gefahr selber. Aus dem gesamten Körper von Eleanor schossen Stacheln raus, die Sharlia sofort aufspießten und gegen die Decke drückte.

Als Sina das Gefühl bekam, dass… es etwas ruhiger wurde, schaute sie in den Flurgang. Eleanor die auf dem Boden schwer am keuchen war und an der Decke… wo ihre Schwester kein Lebenszeichen zeigte, so kraftlos wie ihre Arme runter hängen.

„SHARLIA!“ schrie Kyllia.

Seite 1 von 72

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén