Ich bin wiedergeboren und düstere Aussichten?
„Hast du alles soweit Neia?“ fragte Sina in ihrem schwarzen Kimono? „Glaube schon.“ grinste Neia in ihrem Kleid schief. „Was ist los? DU kennst doch Ascal oder nicht? Meinst du, er wird dir eine Predigt halten?“ hob Sina eine Augenbraue hoch.
Neia schüttelt den Kopf. „Nein, dennoch… Es wird ihn überraschen, was er die ganze Zeit für eine Persönlichkeit neben sich hatte. Dann… dass ich auch bald keine Abenteurerin mehr sein werde, das werde ich ihm auch sagen.“
„Neia…“ machte Sina auch ein trauriges Gesicht. „Es bringt nichts Sina. Ich möchte wirklich reinen Tisch machen, zumal… Keya mir eher an den Kragen gehen wird als Ascal.“ seufzte Neia. Ein neuer Tag ist angebrochen und diesmal wollte Sina frühzeitig mit ihren Plänen beginnen.
Sie hat sich soweit vorbereitet, dass sie unter dem Kimono ihren Bikini trug, damit sie gegebenenfalls auch das neue Zuhause der Naga´s beaufsichtigen kann. „Dann lass uns eben zu Sherry gehen und machen dann einen Abflug.“ teilte Sina dies noch mit.
Zwei wunderschöne Küsse bekam Sherry, doch die traurigen Augen konnte sie nicht verstecken. „Was auch immer passieren wird Sina, denkt daran… Neia ist bei dir und ich warte auch hier ok? Du hast heute leider einiges vor, irgendwie… bürstest du mich überhaupt nicht.“
„Sherry…“ streichelt Sina eine Wange ihrer Verlobten. „Wir wussten beide, dass… ich momentan nicht die Luft habe. Ich würde es, aber… je länger ich es verschiebe, desto mehr Probleme können sich ansammeln.
Solange kannst du die Zauberformeln lernen, vielleicht sogar einen Test machen. Ansonsten… kannst du dich ja ein bisschen mit Sharlia vertraut machen. Sie scheint ein sehr gutes Händchen für Frisuren zu haben, vielleicht haben wir bei ihr ein unentdecktes Talent.“
„Das… kann ich machen.“ nickte Sherry langsam. „Ok… dann fliegen wir nach Saifa.“ nahm Sina Neia in den Arm und flog wieder in die Luft. Bariel rannte auf einmal aus dem Wohnzimmer raus und sah nur, wie sich die Damen immer weiter entfernten mit einer Geschwindigkeit, die sie nicht mithalten kann. „Mist…“
„Was ist los?“ wundert sich die „blaue“ Kuh. „Protektor Ferr ist in der Stadt und hat direkt in der Gilde aufgeräumt.“ erklärte Bariel. „Hoffentlich sind noch nicht alle Protektoren da, sonst sieht es düster aus.“ „Oh je…“ verstand Sherry sofort.
Der Flug verlief schweigsam, die Damen brauchten auch nichts viel zu sagen. Sie flogen die meiste Zeit nur über Wälder, die Sina vorher nicht gesehen hatte. Alles Nebenwirkungen des magischen Regens. Sina selbst hatte ihren Lieblingskompass angezogen für den Notfall…
„W… was?“ staunte Sina. Sie haben den „Wald“ überflogen, als sie das Meer sahen… und überall Zelte. Zelte, Zelte und nochmals Zelte, die reinste Zeltstadt. Aufgrund der Höhe konnte Sina nicht mehr sehen. Aber so klein, wie die Zelte und Personen sind, vermutlich alles Zwerge.
„Wie… viele Zelte sind das überhaupt?!“ hielt Sina in der Luft an, um einen besseren Überblick zu haben. Selbst Neia staunte. „Wow… das sind aber mehr als nur die angegebene Zahl von Zwergen, die Ronald damals erwähnt hat. Wenn… ich mich nicht so vergucke, sind das über 7000 oder mehr von Zelten.“
„Scheiße…“ fluchte Sina, denn… irgendwie bekam sie Magenschmerzen. „Bringt nichts, wir müssen mit den Anführern sprechen. Ich fliege zuerst zur Abenteuergilde, damit wir Ascal abfragen können.“ bestimmte Sina und flog auf das kleine Dorf zu, dass auf einem Hügel stand.
Es hat sich sehr viel verändert, als Sina das letztes Mal in Saifa war, denn…an das große Anwesen kann sie sich jetzt spontan überhaupt nicht erinnern. Ansonsten ein zweistöckiges Haus, wo das Symbol der Abenteurer hängt und eine lange Häuserkette.
Was doch deutlich von den anderen Häusern zu sehen war, war die Schmiede. Obwohl sie kleiner war, erkannte Sina sofort, dass sie aufgebaut wurde wie die von Brandrulim. „Hoffe… mein Freund hat mit ihnen gesprochen.“ dachte die Dämonin noch, dann landete sie vor der Abenteuergilde.
Sie ließ Neia los, die scheinbar einen Moment brauchte, bis sie wieder ein Gefühl bekam in ihren Beinen. Ansonsten… wirkte das Dorf ziemlich leer. „Nicht ein Zwerg hier?“ grübelte Sina laut. „Kann man nichts machen, lass uns erst mal reingehen.“ klemmte Neia sich an einen Arm ihrer Freundin.
Beide gingen gemeinsam rein, als sie ein bekanntes Gesicht sahen. „Ich grüße euch.“ lächelt Ascal ihnen entgegen, er saß selber an einer Rezeption. „Ascal!“ lächelte Neia ebenfalls glücklich. „Hallo Ascal, wie geht’s, wie steht´s? Wo sind deine Mitarbeiterinnen?“ grüßte Sina ebenfalls.
„Aufgrund der Lage in Fanfoss habe ich sie vorübergehend zurückgeschickt. Es ist nämlich so… hier ist überhaupt nichts los. Wir haben gewisse Aufträge, aber es kommen keine Abenteurer.“ grinste Ascal schief.
Beide Frauen standen nun vor Ascal. „Ok? Deswegen kannst du es also solange alleine machen, bis die Lage sich in Fanfoss beruhigt hat und Abenteurer dann hierherkommen?“ nickte Sina und betrachtet die Leere in der Eingangshalle.
„Das ist so der Plan, den ich mit Ma Shi vereinbart habe.“ nickte Ascal ebenfalls. „Nicht das ich mich darüber beklagen will, aber… es ist wirklich sehr langweilig hier.“ „Verstehe… bevor Neia mit dir ein… wichtiges Gespräch führt, was… hat sich alles hier ergeben? Meine…“
„Wenn du auf das Anwesen ansprichst, dass gehört dir.“ grinste Ascal verschmilzt und Sina fiel nur der Mund runter. „Aber… ich wollte das überhaupt nicht!“ „Nein?“ hob Ascal verwundert eine Augenbraue hoch und sah Sina nur den Kopf schütteln.
„Dann… kann ich dir in diesem Fall nicht helfen. Deine eingestellten Zwerge haben unser Haus ziemlich schnell aufgebaut sowie die Schmiede und die Häuserkette, wo aktuell alle Bewohner dort wohnen.
Also ich, deine beiden Dämonen und die Leute in der Schmiede. Ansonsten… wäre in der Theorie noch viel Platz vorhanden, dass weitere Bewohner hier leben können. Ihr habt beide ja die kleine Mauer gesehen, von der man einen wunderschönen Ausblick zum Meer haben kann.“
Sina leckte sich nur die Lippen. „Ok… was weißt du denn über das Problem AUßERHALB von Saifa. Sag mir jetzt nicht, die Zwerge hast du bisher gekonnt ignoriert da draußen.“
„Es sind alles verbannte Zwerge aus den Zwergenreichen. Aber auch weitere aus Dörfern und anderen Zwergenstädten. Ich habe versucht, ein bisschen… Werbung für das Gildenhaus zu betreiben um an Informationen zu kommen, aber sie halten alle den Mund.
Sie bleiben freundlich, aber man merkt sofort, dass allen eine… Scham anlastet. Da lebe ich schon sehr lange, Neia sogar länger, aber… So einen Vorfall habe ich nun wirklich nicht bei den Zwergen erlebt.“ erklärte Ascal.
„Hm…“ war Sina nicht begeistert über die mangelnde Information über die Zwerge. „Übrigens, das Anwesen ist möbiert, du kannst es also jederzeit nutzen Lady Sina.“ fiel Ascal was ein. „Och man, das werden sie mir bestimmt in Rechnung setzen. Das habe ich doch überhaupt nicht gewollt.“ stöhnte die Dämonin.
„Das… wollen wir auch nicht… Also das Gold.“ hörte Sina eine männliche Stimme hinter sich. Alle drehten sich zum Eingang, wo ein Zwerg mit einem roten Bart stand. Gaergrim, einst ein Zwerg gewesen, der scheinbar einen gepflegten Eindruck machte… war ein Schatten seiner selbst, dass Sina staunte. „Was… ist denn mit dir passiert?!“
Der Zwerg kam langsam auf die Damen zu und als er nah genug war, schaute er lieber den Boden an, als den Leuten in die Augen zu schauen. „Ich will mich ungern wiederholen, aber Ronald hat euch mitgeteilt, wenn ich komme, dass ich Antworten hören will.“
„Das… ist mir bewusst.“ murmelt der Zwerg. „Das Anwesen… ist ein Geschenk von uns, weil ihr uns allen die Chance gegeben habt, hier leben zu dürfen. Wir Zwerge mögen es nicht, dass… wir Hilfe bekommen und nicht dementsprechend einen Ausgleich bieten können.
Die… besten Schreiner und andere Zwerge bestimmter Zünfte haben als Dank euer Anwesen mit Möbeln und weitere Einrichtungen ausgestattet. Es dürfte größer sein, als euer eigentliches Zuhause.“
Überfordert schaute Sina Neia und Ascal an, die sich aber scheinbar nicht einmischen wollen. „Gaergrim… was ist passiert?“
„Ich…“ fielen dem Zwerg auf einmal die Tränen von Gesicht runter. Er schloss seine Augen, musste mehrmals ein und ausatmen, dann scheint er sich zusammenzureißen.
„Aufgrund, dass wir alle unsere Dienste einer Dämonin angeboten und ihren Auftrag umgesetzt haben, wurden wir, unsere Familien und unsere Freunde für alle Zeiten von den Zwergenreichen verbannt.
Des weiteren wird uns Rebellion vorgeworfen, weil wir die alten Werte der Zwerge ganz offen angegriffen haben. Wenn… ihr euch erinnert, haben wir euch erklärt, dass die alten Familien gemeinsame Absprachen gemacht haben.
Dies haben sie uns sehr übel genommen und scheinbar ihre… Kontakte benutzt, sodass die Zwergenkönige sich dieser Probleme annehmen mussten. Die… Entscheidung ist schnell gefallen, denn wir sind nur eine kleine Firma gewesen.
Doch… als die Verbannung offiziell ausgesprochen war, haben die Reiche wohl nicht damit gerechnet, dass sehr viele Zwerge nicht damit einverstanden waren mit ihrer Entscheidung. Es gab sogar Gerüchte, dass es einen Bürgerkrieg kommen könnte.
Bevor… das also passieren konnte, sind die Könige… sehr hart vorgegangen. Sie haben ein Diskret ausgesprochen, wer sich laut gegen die Verbannung ausspricht, wird direkt mit verbannt. Die… die gegen die Ungerechtigkeit ankämpfen wollten, haben dies getan…
Aber was die Könige nicht gesagt haben, es betrifft dann deren Familien und Freunde ebenfalls. Das führte dazu, dass überall auf Alliancia… massenweise Zwerge verbannt worden sind. Aufgrund des harten Durchgreifens… wurde das Volk zum Stillschweigen gebracht.
Lady Sina… ich… danke ihnen wirklich vom Herzen, dass sie uns die Chance damals gegeben haben und ich bereue es nicht, den Auftrag umgesetzt zu haben, wirklich nicht. Das… was ich bereue ist, dass ich nicht die Stärke habe… gegen dieses… diktatorische Verhalten der Könige kämpfen zu können.
Alle Zwerge, die ihr draußen gesehen habt… Wir sind nur Handwerker, einfache Zwerge, die dafür sorgen, dass eine Stadt belebt ist. Bauer, Steinmetzger, einfach alle Handwerksarten, die es auf der Welt gibt… vertreten wir.
Es… sind auch Krieger unter ihnen, die immer wieder dafür sorgen, dass eine gewisse Ordnung bei uns herrscht und keine Monster angreifen, aber… Wir haben keinen Anführer, wir haben niemanden… der uns einen Weg weist.
Wir dachten zu Anfang, leben wir halt selbstständig, aber… wir wurden immer mehr und mehr… Dazu die Verbote, dass wir mit niemanden Handel betreiben können, denn die zwergischen Händler stehen auf der Seite der Könige.
Irgendwie haben sie geschafft, dass Saifa ein Tabuzone für Händler ist. Wir… leben momentan nur von den Früchten aus dem Wald, Fleisch was uns die Natur gibt und die… Naga´s sind so großzügig, dass sie uns Fisch zum überleben anbieten.
Man hat uns… von allem abgeschnitten von Alliancia, wir sind uns selbst überlassen… Überlassen… in einen langsamen, aber sicheren Tod zu gehen. Unsere… angesprochenen Projekte… die können wir nicht umsetzen.
Wenn… ihr euch an Jorsack erinnert… er ist mittlerweile verstorben. Doch kurz vor seinem Tod… hat er sich den Hügel nochmal genauer angeschaut für die Hafenstadt und… hat etwas sehr drastisches herausgefunden…
Der komplette Hügel… besteht aus Stein, doch im inneren ist mehr oder weniger nur brüchiger Steinsand drin. Bevor wir irgendetwas… bauen wollen, bricht der komplette Hügel schnell zusammen. Das… hat Jorsack eigentlich den Rest gegeben…
Dennoch bin ich stolz, dass der alte Meister es herausgefunden hat, denn… hätten wir angefangen, zu bauen, wir hätten alle nur den Tod gefunden… Schneller als uns lieb ist. Dazu, dass… nur eine handvoll Naga´s die Erze abbauen können, würde es Jahrhunderte dauern, bis wir überhaupt… die erforderliche Menge hätten, um anfangen zu können. Anfangen zu können… das gigantische Eisentor zu bauen…
Es… tut mir vom Herzen leid, dass… wir so schöne Ideen hatten, es… aber nun an allem scheitert…“ fielen wieder die Tränen auf den Boden.
Da steht ein Zwerg vor Sina, Neia und Ascal, der ganz offen weint. Ein Zwerg, der wohl in einer sehr tiefen Verzweiflung ist und sich nicht für die Tränen schämt. Neia zog am Ärmel von Sina´s Kimono, dass sie was machen soll.
„Ascal?“ fragte Sina. „Ja?“ sah der Elf den Hinterkopf von Sina. „Hast… du einen Übertragungsstein mit einem sehr großen Bild? Groß genug, dass auch Zwerge am Rande der Zeltstadt es sehen und hören können?“ „Uff..“ blies Ascal seine Wangen auf. „Da muss ich eben nachschauen…“ ging der Elf weg.
„Was hast du vor Sina?“ fragte Neia. „Du… hast doch eine Idee oder?“ „Nein, habe ich nicht.“ schüttelt Sina. „Ich kann aber nicht zulassen, dass Zwerge dem Tod überlassen werden. Weißt du… wie dumm die Könige sind? Sie schaden sich nur selber und merken das nicht mal. Gaergrim… habt ihr… irgendeine Organisation? Ansprechpartner oder ähnliches?“
„Wenn… nur ich und Razmel, aber… so eine richtige Funktion haben wir nicht. Wir versuchen immer wieder… Streitigkeiten zu schlichten, aber… wozu? Das ist einer der wenigen Abwechslungen, die wir hier haben.“ zuckte der Zwerg kurz seine Schulter.
„Hast… du eine Übersicht, wie viele Zwerge überhaupt da draußen sind? Alleine… die Anzahl der Zelte… muss ich eine hohe vierstellige Summe rechnen.“ fragte Sina nach. „ … 11071 Zwerge und Zwerginnen, 2719 Kinder.“ murmelt der Zwerg, nun wurde es Sina erst recht schlecht.
„Selbst Kinder haben die Zwergenkönige verbannen lassen?!“ staunte Neia. „Damit haben sie definitiv eine Grenze überschritten! Dann wundert es mich nicht, dass es so einen Aufstand bei euch beinahe gegeben hätte!“
„Vermutlich.“ zuckte Gaergrim wieder mit den Schultern. „Man hat es versucht und man ist daran gescheitert. Wie… ihr selber merkt, bleibt man lieber bei alten Traditionen und weigert sich mit irgendwelchen Änderungen.“
„Ich habe welche.“ rief Ascal begeistert, er trug eine Kiste heran. „Das sollte mehr als genug ausreichen, was auch immer eure Pläne sind Lady Sina.“ stellte der Elf die Kiste auf die Rezeption.
„Danke.“ nahm Sina die Kiste. „Gaergrim? Bring mich direkt zum zentralen Punkt eures Zeltlagers, ich habe dir… euch allen Zwergen was zu sagen.“
„Sina… du willst doch…“ wollte Neia ihre Freundin aufhalten, doch Sina schüttelt den Kopf. „Nein, ich muss es machen, du bleibst hier und redest mit Ascal, so wie wir es am Anfang geplant haben.“ Der Zwerg schaute inzwischen Sina verwundert an. „Was? Ich werde euch nicht raus werfen, wenn es eine eurer Sorgen ist.“ schaute die Dämonin den Zwerg ernst an.
„Aber…“ wundert sich Gaergrim immer mehr. „Nichts aber, umdrehen und mir den Weg zeigen.“ befahl Sina. „Glaubst du allen ernstes, ich lass ein Massensterben von Zwergen auf meinem Land zu?“
„ … Wie sie wünschen.“ knickte der Zwerg ein und die beiden verließen die Gilde, Neia war dann mit Ascal alleine. „Ich… hoffe, dass Sina weißt, was sie tut…“ murmelt Neia.
„Lady Sina hat angesprochen, dass du mit mir reden wolltest. Was hast du auf dem Herzen, wobei ich dir helfen kann?“ lächelt Ascal. Ein Lächeln, was sich bei diesem Elfen nie geändert hat, wo Neia überlegt.
„Helfen… eher weniger, sondern… das sich bei mir… etwas ergeben hat.“ traute Neia sich nicht, in die Augen ihres Freundes zu schauen. „Und das wäre genau was? Du musst wissen, Gedankenlesen konnte ich noch nie, wenn war es ja eher Keya, die… eine gute Intuition immer hatte.“ grinste Ascal.
„Ascal… ich war nicht immer ehrlich zu dir und Keya gewesen. Ich… habe in all unserer Zeit ein Geheimnis mit mir getragen. Ein… Geheimnis, für das ich mich schämte und… sogar eine Gefahr für euch gewesen wäre.“ schaute Neia beschämt ihren Freund an.
Ascal hat mit dem Grinsen aufgehört und schien verstanden zu haben, dass es sehr ernst war. Sofort schaute er sich um und nahm zwei Stühle, wo er und Neia sich hinsetzen konnten. Als sie saßen, schaute der Elf Neia in die Augen.
„Ascal… die Gefahr gibt es nicht mehr, aber… Du und Keya, ihr beiden seid es gewesen, die mich damals aufgebaut habt. Ihr habt zu den wenigen Freuden gehört, denen ich wirklich vertrauen kann… und dennoch habe ich etwas für mich behalten.“ schaute Neia weg, weil es ihr unangenehm wurde.
„Und nun bist du hier, um das Geheimnis zu sagen?“ fragte Ascal freundlich nach. Zuerst machte Neia nichts, dann nickte sie. „Ja… Ich… bin eine Elfenfürstin.“ offenbarte Neia sich nun. Eine Stille entstand zwischen den beiden, aus Angst hatte Neia die Augen verschlossen.
„Ich weiß.“ sagte Ascal auf einmal, wo Neia ihn erstaunt anschauen musste. „W… wie… du weißt?“ hakte Neia nach. „Neia… glaubst du nicht, dass… wir gewisse Recherchen über deine Person damals getätigt haben?“ grinste Ascal schief. „Eine talentierte Elfe, die ALLE Elemente benutzen konnte, das war schon ein sehr… starkes Indiz gewesen.
SO dumm waren wir nicht gewesen und nach ein bisschen… Fragerei haben wir herausgefunden, wer du in Wirklichkeit bist. Doch… hat es uns damals verwirrt, dass du irgendwie eine Elfenfürstin bist/warst und dennoch jemand anders ein Elfenfürst sei.
Nichtsdestotrotz hat unsere Quelle definitiv bestätigt, dass DU die Elfenfürstin bist. Wir wussten es und… aufgrund deiner Vergangenheit konnten wir uns denken, dass du geputscht wurdest. Politik hat mich nie interessiert, habe aber dafür die Bestätigung bekommen… dass es ein dreckiges Gewerbe ist.
Neia… wir haben dich nicht aufgenommen, weil du eine gestürzte Elfenfürstin warst, sondern weil eine Elfe Hilfe gebraucht hat. Gerade du müsstest mich kennen, dass… ich nicht unbedingt auf Ränge und weiteres achte.
Ich… wir wollten dir damals wirklich helfen, weil wir es so wollten, nicht weil… wir irgendwelche Pläne hatten. Einen Gefallen oder ähnliches von dir einzufordern, verstehst du?“ lächelt Ascal traurig. „Das und weil ich der Meinung bin, dass wir zusammenhalten müssen.“
Eine Träne verließ Neia, sie… hatte sich irgendwie das Gespräch schlimmer vorgestellt. Ascal bot auf einmal ein Taschentuch an, was die Elfenfürstin dankbar annahm. „Und du brauchst dir auch keine Sorgen um Keya machen, sie wird dir nicht den Hintern versohlen.“ merkte Ascal noch an.
„Das… freut meinen Hintern…“ murmelt Neia und seufzte dann. „Ascal… es geht noch weiter… Ich werde meinen Status als Abenteurerin verlieren, WEIL ich eine Elfenfürstin bin.“ Nun schloss Ascal seine Augen und man hörte ihn stark die Luft durch die Nase einatmen.
„Es kommen Protektoren nach Fanfoss, Ma Shi hat… mich schon aufgeklärt, was sie vorhaben. Alleine… das Protektorin Bariel bestätigt hat, dass ich meinen Status verliere… gibt es nichts, dass diesen Vorgang hindern wird.“
„Das… ist nicht fair.“ schüttelt Ascal den Kopf und schaute Neia an. „Und das Schlimme ist… den Protektoren interessiert es auch nicht, wie du Abenteurerin geworden bist, welche guten Leistungen du erbracht hast.“
„Ich weiß…“ nickte Neia. „Es… tut mir wirklich weh, weil es etwas ist, was ich dank dir und Keya selber aufgebaut habe. Doch… hilft es mir, dass ich einen klaren Gedanken haben kann, wenn ich in meinem Reich wieder den Aufgaben nachgehen werde.“
„Verstehe… du hast dir dein Recht als Elfenfürstin zurückgeholt.“ verstand Ascal sofort. „Das… ist richtig. Ich habe den alten Fürsten getötet, nachdem die Wahrheit herauskam.“ nickte Neia. Nun musste Ascal durch die Nase schnaufen. „Merke… du bist sehr lange mit Lady Sina unterwegs. Das hätte ihre Handschrift gehabt.“
„Ich liebe Sina.“ offenbarte Neia nun das letzte Geheimnis. „Ich liebe vom Herzen Sina und teile diese Liebe mit Sherry gemeinsam.“
Nun fiel Ascal der Mund runter. „Wow…“ schüttelt Ascal den Kopf. „Wenigsten etwas konnte ich dich nun überraschen.“ grinste Neia nun spitzbübisch.
„Ja, damit hast du mich nun wirklich überrascht.“ stimmte der Elf ihr zu. „Möchtest… du mir diese „Wahrheit“ erzählen, dass du einfach so einen hmm… „Elfenfürst“ umbringen konntest, ohne Konsequenz zu haben?“
„Ja, wenn Sina ihre Übertragung gemacht hat. Es… würde mich interessieren, was Sina vorhat, auch… wenn ich es mir denken kann.“ seufzte Neia. „Gut das hier ein Anwesen ist, dort kann ich sie verwöhnen, was eine meiner Aufgaben als Geliebte ist.“
„Scheinbar… habe ich wirklich einiges verpasst, als ich Fanfoss verlassen habe…“