Ich bin wiedergeboren und Dinge, die getan werden müssen? II
Sina schaute ihre Tochter an. „Geht es?“ „Glaube schon…“ nickte Bariel. „Ok… Wisali, du scheinst ja nicht so… begeistert zu sein, wie ich sie zu meiner Tochter gemacht habe und…“
„Nun, ihr habt mich ja gefragt, ob es normal wäre, dass Dämonen auch weitere Dämonen erschaffen. Etwas, was Vampire können. Aufgrund dass man euch beiden sehr deutlich die Ähnlichkeit ansieht, brauch ich doch nicht nachfragen oder?“ lächelt Wisali.
„Die Antwort sitzt nämlich vor mir und sei doch ehrlich Prinzessin Sina, ihr seid doch glücklich darüber, nicht immer alles erklären zu müssen oder?“ „Wie… wahr. Wisali, Vater lehnt sie komplett ab, weil sie… „erschaffen“ wurde.
Aber mir ist das egal, dass ist mein Kind was bei mir sitzt.“ legte Sina eine Hand auf die Hand von Bariel. „Am Anfang waren wir fremd, doch konnte ich mich sehr früh zu ihr hinreißen. Ihre Einstellung mochte ich sehr früh, durch ein Schicksalsschlag… habe ich sie zu einem Dämon verwandelt.
Ich bereue es keine Minute, sie verwandelt zu haben. Meiner Meinung, auch wenn ich die Aussage wiederhole, war sie schon immer ein Dämon im Inneren gewesen, halt im falschen Körper. Aufgrund mehrerer… Probleme, die ich in letzter Zeit hatte, hat sie was sehr schönes gesagt. Illusion: Aufrichtige Tochter.“
Sina zaubert eine Illusion bei Wisali, wo er sehen konnte, was Bariel von ihr wollte. Das war das Gespräch gewesen, als die Damen beide das Gildehaus verlassen haben. Nun beobachtet Sina genau ihren Lehrer und sah ihn verschmitzt lächeln.
Als die Illusion beendet war, sah man wieder „diesen“ wissenden Blick bei dem Gelehrten. „Verstehe, ihr wollt, dass man sich ihrer annimmt und unsere Lehre ihr vermittelt?“ „Exakt das.“ nickte Sina zufrieden.
„Kämpfen kann sie selber, Folter… warte ich noch ein bisschen, weil das eine etwas andere Sache ist…“ „Wieso Mama? Ich…“ unterbracht Bariel ihre Mutter, wo sie sich zu ihr dreht. „Ganz einfach Bariel… Es gibt drei unterschiedliche Dinge bei Folter: Das Opfer, der Folterer und der Zuschauer.
Über das Opfer brauchen wir nicht reden, der Unterschied ist zwischen dem Folterer und dem Zuschauer. Du kannst überall und jederzeit zuschauen, aber… ab da wirst du unweigerlich dich ändern. Erinnere dich an Sherry, als sie ihren Bruder verletzt hatte.
Damit hat sie ihre persönliche Grenze verletzt und hat mehr oder weniger Angst, was noch passieren könnte. Das widerspricht, wenn man eine Folterin nimmt wie Eleanor, die das aus reinem Genuss macht.
Ich selber… will nicht abstreiten, dass ich mich auch etwas daran ergötze. Ich bin das was ich bin und wozu ich erzogen worden bin. Doch hast du deinem gesamten Leben jemals gefoltert? Damit meine ich nicht, dass deine Lieblinge dir gewisse Knochen brechen.“
Das Schweigen von Bariel war Antwort genug. „Keine Sorge, wir gehen dieses Thema langsam an und schauen, ob du es wirklich lernen musst. Wenn wärst du zuerst ein Zuschauer, damit du selber für dich weißt, ob du wirklich diesen Schritt gehen willst.
Folterei ist nämlich eine eigene Welt. Richtige… Folterkunst ist nämlich nicht so einfach wie man das als Zuschauer so sieht. Anfänger machen unheimlich viele Fehler und sind nicht selten ziemlich frustriert.
Du müsstest… eine gewisse Sucht haben, also so sehe ich das. Ich schaue gerne in die Augen meiner Opfer und… was ich so liebe ist… wenn dieser Glanz in den Augen bricht. Deswegen mag ich mentale Folter mit Worten, denn sie können regelrecht die Seele zerschneiden.“
„Etwas was ihr unbewusst von eurem Vater gelernt habt.“ merkte Wisali an. „Obwohl er genauso alles kann wie ihr, neigt er dazu über Angst die Opfer regelrecht zu brechen.“ „Ja, ich habe eine Kostprobe bei ihm gesehen…“ seufzte Sina bei der Erinnerung.
„Wie gesagt, dass… machen wir später mein Kind. Fakt ist Wisali, als meine Tochter muss sie nun doch gewisse… Dinge lernen, was wir coole Dämonen alles so machen und dachte, ob ihr sie nicht lehren könntet.“
„Hm…“ spitzte Wisali seine Lippen. „So gerne ich es tun würde, habt ihr mich tatsächlich erwischt, wo ich etwas weniger Zeit habe. Doch…“ bemerkte Wisali etwas an der Seite… und lächelt etwas… „anders“. „Einen Moment…“ stand der Gelehrte auf und verschwand aus dem Bild.
„Meinst du Mama, ich sollte auch altdämonisch lernen?“ fragte Bariel. „Hmm… hätte seine Vorteile, wenn wir nur unter uns sprechen wollen. Doch die Sprache bekam ich nicht von Wisali beigebracht, sondern von jemand anderes.“ grübelte Sina laut.
Wisali erschien wieder und Sina staunte, wen er als weitere Person mitgebracht hatte. Diese Dame schaute auch erstaunt zurück. „Wisali!“ knurrte Allenis, dabei hielt sie in der Hand einen sehr dicken Ordner voller Blätter.
„Was meine werte Freundin? Prinzessin Sina hat ein wichtiges Anliegen und ich versuche einen Kompromiss zu finden, dass sie glücklich macht mit ihren Kind.“ lächelt Wisali. Trotz der Maske und das ihre Haare ihr Gesicht versteckt, konnte Sina doch an ihren Augen sehen, dass sie alles andere als begeistert war.
„Ich habe keine Zeit, könnte aber Allenis als Lehrerin zur Verfügung stellen für eure Tochter. Sie beherrscht ebenfalls den Stoff, den ich euch damals beigebracht hatte, sie dürfte es bei einigen Themen sogar es besser vermitteln können.“
„Erm… Wisali? Wieso hast du keine Zeit?! ICH habe keine Zeit! Ich muss…“ hielt Allenis ihren Ordner in die Höhe. „die Test korrigieren und…“ Doch bevor Allenis zu Ende sprechen konnte, hat Wisali ihr den Ordner aus der Hand gerissen.
Den legte er auf den Tisch und blättert ihn in einer Geschwindigkeit durch, dass man seine Augen nicht mehr sehen konnte. „Eh…?“ wundert sich Bariel. „Fertig kontrolliert, jetzt hast du Zeit.“ gab Wisali den Ordner zurück.
„Durchgefallen sind die Schüler Jerruus, Orkoth und Sagthog. Alle Fragen richtig beantwortet hat mal wieder Drenlea.“ lächelt Wisali und Allenis gab ein sehr hörbaren Knurrlaut von sich. „Wenn ich nicht wüsste, dass du es wirklich kannst, würde ich den Ordner als Mordwaffe benutzen!“
„Kannst… du das auch Mama?“ flüstert Bariel interessiert. „Nein. Also… ich kann schnell lesen, aber dieser Dämon hat etwas, worum man ihn beneiden kann. Ein fotografisches Gedächtnis, was glaubst du, wo er sein gesamtes Wissen herhat?“ schüttelt Sina den Kopf.
„Wenn er mal überlegen muss, dann um gewisse Zusammenhänge zu finden, dass ich mal einen anderen Namen hatte, die gegen Rarkas gekämpft hatte. Die Bücher hinter ihm, du glaubst doch nicht wirklich, dass er sie braucht oder?
Die sind nur als Dekoration gedacht, WENN er mal ein Buch braucht, dann um es einem Schüler zu geben für ein Selbststudium.“ erklärte die Dämonenkönigin weiter. „Wie gemein, ab und zu lese ich wirklich die Bücher, wenn ich mal einen ruhigen Abend habe.“ lächelt Wisali verschmitzt.
„Natürlich, aber nicht um den Inhalt nachzulesen, sondern weil du andere Absichten hast.“ rollt Sina ihre Augen und betrachtet die schweigsame Allenis, die aussah, als würde sie gerne woanders sein. „Allenis soll… die Lehrerin meiner Tochter werden?“
„Das wäre meine Empfehlung und ihr könnt mir vertrauen, dass ich eurer Tochter nichts halbherziges zur Verfügung stellen würde. Allenis ist eine strenge Lehrerin, aber sie kann wirklich gut den Lernstoff vermitteln.
Das einige ihrer Schüler durchgefallen sind, nun es gibt immer gewisse… Personen, die es nicht für nötig halten, ein bisschen zu lernen. Wenn Tochter Bariel also den Ehrgeiz hat, zu lernen um euch richtig Stolz zu machen, dann sehe ich keine Probleme.“
Sina sagte nichts, dafür schaute sie Allenis sehr lange in ihre blauen Augen. Man merkte der Lehrerin an, dass sie sich regelrecht unwohl fühlte. „Weswegen die Maske?“
„Ich… habe eine hässliche Narbe sowie fehlt mir ein Teil der Wange.“ kam die Antwort rausgeschossen. „Mein… damaliger Folterer kannte eine Technik, wie man die Fähigkeit Regeneration umgehen konnte.
Mit diesem Gesicht wollte ich also nicht, dass die Kinder direkt… mit etwas konfrontieren, was später für sie sowieso alltägliches sein wird. Solange sie daher in der Entwicklung sind, eine eigene Persönlichkeit zu erschaffen, soll es nicht von meinem Aussehen behindert werden.“
„Weswegen wurdest du gefoltert?“ hakte Sina direkt weiter. Die Chance nutzte sie nun förmlich aus, mehr über diese Frau zu erfahren. „Ich…“ drückte Allenis den Ordner an sich. „Ich habe die Missgunst eines Dämonenkönigs bekommen.“
„Vermutlich von Rarkas?“ riet Sina auf Anhieb, die sich noch erinnern konnte, dass Wisali merkwürdige Andeutungen beim letzten Gespräch gemacht hatte. So… wie Allenis den Ordner zerdrückte, hat sie wohl ziemlich gut geraten und Wisali lächelte verschmitzt.
„ …“ schaute Allenis zuerst Sina an und dann passiert es. Der Ordner knallte auf den Hinterkopf von Wisali. „Wisali? Ich dachte, ich hätte dir gesagt, dass jemand sehr sauer ist?“ knurrte Allenis wütend.
Der Angesprochene rieb sich am Hinterkopf und Sina könnte schwören, dass er den Schlag definitiv hat kommen gesehen. „Bedaure werte Freundin, ich verstehe nicht was ihr meint?“ drehte Wisali zu Allenis. „Ihr… seid in letzter Zeit sehr gewalttätig geworden? Habt ihr nicht eben noch erklärt, dass ihr ein Vorbild… Uff…“ Nun hat Allenis Wisali in den Magen geschlagen.
„Für die Kinder und Schüler werde ich bestmöglich ein Vorbild sein.“ hörte man die Stimme von singen. Allenis. „Doch gewisse… „Freunde“ erlauben sich Freiheiten, obwohl sie es „eigentlich“ besser wissen müssten.“
„Ja… ihr kennt euch wirklich sehr lange, denn ich hätte es mir nicht zugetraut, meinen Lehrer zu schlagen.“ merkte Sina an. Wisali hielt sich auf dem Boden mit einer Hand den Bauch, mit der anderen stützte er sich ab.
Allenis schlug ihm nochmal mit dem Ordner auf seinen Hinterkopf. „Also Mama, keine Ahnung was da los ist, aber ich mag sie.“ grinste Bariel, es gefiel ihr scheinbar irgendwie. „Hm…“ grübelte Sina eher über das Theater.
„Entschuldigung Prinzessin Sina, aber… mein „Vorgesetzter“ sollte eigentlich „wissen“, dass ich ungern über meine Vergangenheit rede.“ richtete Allenis sich wieder auf. „Auf eure… Frage zurückzukommen… In der Tat, ich hatte das Pech gehabt, den Unmut des wahnsinnigen Dämonenkönigs zu bekommen.“
„Rarkas lebt.“ teilte Sina mit, wo sich das blaue Auge, sofern man es hinter der Maske deuten konnte, weit aufriss. „Wiedergeboren als eine Sukkubus, die mir einen Treueschwur gegeben hat. Mehr noch, wenn mein Lehrer da unten mich hört, ist das auch die Frau, die mit einen Vampir schwanger ist.“
„Uff…“ stöhnte Wisali von unten. „Nüchtern betrachtet… ist das schon eine Ironie. Er hatte die Rasse der Sukkubi mit einer Leidenschaft gehasst… Doch das er… sie dir einen Treueschwur gegeben hat… spricht für euch oder?“
Allenis schwieg, doch sah man es ihr an, dass auch dieses Thema ihr nicht liegt. „In der Tat, Sarless ist nun viel nützlicher geworden als in der Vergangenheit.“ nickte Sina. „Wenn wir schon das Thema haben… Dämonenkönig Rargros dient mir auch.“
Nun sah man, wie Wisali trotz der Schmerzen kerzengerade stand. „W… wie?“ „Aber sicher, der gute Kerl… ist etwas kompliziert, aber er und die summende Heldin sind gemeinsam wiedergeboren.“ lächelt Sina boshaft.
Mehrmals musste Wisali blinzeln und schaut Allenis an. „Ich kenne nur seinen Namen, so alt bin ich jetzt auch nicht.“ merkte die Lehrerin an. Je länger Sina dieser Frau zuhörte, desto mehr wunderte sie sich über ihre Stimme. Sie kam die von ihrer Zwillingsschwester ziemlich nahe.
„Wir können das später bereden. Fakt ist, dass zwei ehemalige Dämonenkönige unter meiner Kontrolle sind… na ja fast. Eleanor muss ich noch ein bisschen züchtigen, bis das Miststück endlich spurtet. Dabei scheint ja eher Kaja das Problem zu sein als der Dämonenkönig selbst.
Allenis… darf ich annehmen, aufgrund das Wisali mir ohne einen Namen genannt zu haben, dass du damals ein Stratege warst?“ kam die nächste Frage… Das Gesicht von Allenis starrte nur auf den Rücken von Wisali, wie er ein gezwungenes Lächeln aufgesetzt hatte.
Auf einmal bückte sich Allenis leicht zu Wisali und scheint ihm was zu flüstern, dann richtet sie sich wieder auf. Was auch immer gesagt wurde, Wisali hielt auf einmal nur seinen Bauch. „ … Es bringt nichts, mein Vorgesetzter scheint sich in letzter Zeit nicht mehr so unbedingt für sein Leben zu interessieren.
Es stimmt, ich war vor mehreren Jahrtausenden eine Beraterin des damaligen Dämonenkönigs Rarkas gewesen. Aufgrund… das ich leider mit jemanden einen Kampf der Gedanken geführt habe und diese Person mich ausgetrickst hat im Krieg, durfte ich dafür in dem Kerker landen.
Wie dem auch sei, der wahnsinnige Dämonenkönig wurde getötet und ein gewisser „Vorgesetzter“ hat mich aus dem Kerker befreit. Ich lebe viel sicherer und müsste… „wenn“ nur meinen „Vorgesetzten“ mich erklären, wenn was passiert.“
„Oh? Das freut mich, dass ich die Person kennenlerne, mit der ich den Krieg der Gedanken geführt habe.“ lächelt Sina. „Lass dir von Wisali erklären, wie es passiert ist, aber diese Person, die dich ausgetrickst hat war ich. In diesem Zeitalter hatte ich den Namen Lilith getragen.“
Nun dachte Sina, sie könnte diese Frau überraschen, aber Fehlanzeige, ihr Auge zeigt das überhaupt nicht. „Oh? Ihr seid…“ „Allenis?“ lächelt Sina. „Verarsch mich nicht, du wusstest es oder? Mein Lehrer, den du die ganze Zeit schlägst hat mich sehr gut trainiert. Trainiert, dass ich schnell die wichtigsten Anzeichen an einem Körper erkenne.
Du versteckst dich vielleicht hinter einer Maske, aber dein Auge verrät mehr als du willst. Du warst NICHT erstaunt zu erfahren, dass ich Lilith bin. DAS finde ICH sehr merkwürdig, wenn du verstehst.
Ich bin mal ganz offen: Du bist eine alte „Freundin“ von meinem Lehrer, der scheinbar auf deiner Seite steht. Dummerweise habe ich mit meinem Vater gesprochen und… auch er wurde sehr merkwürdig, wenn es um dich ging, beziehungsweise als dein Name gefallen ist.“
Wisali spürte nur, dass er von hinten mit einen Wutblick angestarrt wird, doch ignoriert er dies gekonnt… auch wenn sein Bauch bald wieder leiden darf. „Ich frag dich mal ganz direkt: Wer bist du? Du hast zugegeben, dass du „mal“ ein Stratege warst und „bist“ jetzt eine Lehrerin.
Doch jedes Mal, wenn ich dich sehe habe ich etwas, was mich nicht in Ruhe lässt. Es stört mich, weil ich gerne verstehen will, warum. Vater brauche ich nicht zu fragen, der würde jetzt eh alles abblocken.
Er meinte ja, ich soll Wisali fragen, aber… du wie du mit ihm umspringst, könnte er tatsächlich umgebracht werden und ich muss leider sagen: Lebend ist er viel nützlicher und die Dämonenwelt braucht ihn.
Also Allenis? Magst du mir das erklären, ohne das ich es dir befehlen muss? Irgendwer hat dir gesagt, wer ich bin und du bist nicht mal überrascht, dass ich ein komplett neues Aussehen habe. Meine Tochter hier scheint dich auch nicht sonderlich zu stören…
Das geht nur, wenn man diese Informationen hat. ICH aber kann von zwei Fingern abzählen, wer davon alles wusste: Wisali und mein Vater selber. Tja… du verstehst was ich sagen will?“ lächelt Sina boshaft. Sie hofft, dass sie die Frau genug in die Enge getrieben hat.
Diese starrte nur Sina an, dann ging sie auf einmal aus dem Bild. Man hörte, wie eine Tür abgeschlossen wurde und wie Allenis wiederkam. Dabei zeigte sie Wisali zwei Finger, wo er schlucken musste.
„Prinzessin Sina… Wisali weiß dies und ich hoffe in seinem eigenen Interesse, dass er nicht mehr weitere Andeutungen macht. Warum euer Vater nichts sagt kann ich mir sehr gut vorstellen.“ seufzte Allenis, dabei legte sie ihren Ordner auf den Tisch.
„Ich bin für euren Vater nichts anderes als eine Konkubine.“ Erstaunt riss Sina die Augen auf. „Mein Vater… hat…“ „Ich bin mir selber nicht sicher, was seine Majestät in mir sieht. Nichtsdestotrotz wurde ich als solche auserwählt und habe zu erscheinen, wenn er nach mir ruft.
Das… ist nicht unbedingt bekannt in Deymonlia und… ich kann euch nur bitten, dass für euch zu behalten.“ verbeugte sich Allenis. Ein Schweigen war auf beiden Seiten entstanden, Wisali konnte sich zurückhalten, seine Augen zu verdrehen.
„Durch meinen Vater weißt du alles? Ich habe ihn jetzt nicht als jemanden in Erinnerung, der über Familie plaudert, egal ob er seinen fleischlichen Gelüsten nachgeht oder nicht.“ hört man doch den Zweifel bei Sina auf einmal.
„ … Ich kann euch nur bitten… nicht nachzufragen, wirklich. Ich lebe jetzt solange, ich habe schon einmal den Kerker in der Burg gesehen durch einen Dämonenkönig. Ich will das wirklich nicht wiederholen müssen…“ flehte Allenis schon.
Bariel legte auf einmal eine Hand auf die Schulter von Sina. „Nur unter eine Bedingung.“ sagte Sina und Allenis blickte auf. „Was du auch immer wissen tust, eine Lehrerin scheinst du durch und durch zu sein. Sonst hätte Wisali dich ja nicht empfohlen.
Trotz des Gespräches scheinst… du nicht gerade glücklich zu sein, meine Tochter Wissen beizubringen, jetzt mache ich es zu einer Bedingung. Bariel war eins ein Mensch, jetzt ist sie ebenfalls durch meine Kräfte zu einer Sukkubus geworden.
Kyllia bringt ihr die Mächte unserer Rasse bei, doch was ihr fehlt ist das Wissen über uns. Durch Wisali und viele andere habe ich ein fundierendes Wissenswerk in meinen Kopf, muss aber zugeben, dass ich es nicht beibringen kann.
Daher will ich, dass Bariel ALLES von dir beigebracht bekommt, ausnahmslos. Geschichte, Manipulation, Entwicklung und Aufbau einer Strategie, Altdämonisch… einfach alles.“
„S… selbst altdämonisch?“ fragte Allenis vorsichtig nach und Sina nickte. „Ja, selbst altdämonisch. Ich überlasse dir selber, wie du den Lehrplan gestaltest, doch ich will von Bariel zu hören bekommen, dass sie den Privatunterricht begonnen hat.“
„Ich…“ schaute Allenis etwas… überfordert die Prinzessin und Bariel abwechselnd an, als die Tochter sich meldet. „Geben wir ihr doch ein paar Wochen Zeit Mama. Wir ziehen doch demnächst um, das würde bestimmt meine neue Lehrerin genügend Zeit geben, alles vorzubereiten.“
„Nicht nur das.“ fügte Wisali hinzu. „Ich würde vorbereiten, dass ihr beide einen eigenen Übertragungsstein bekommt, sodass ihr jederzeit in Kontakt kommt. Die Zeit würde auch passen, um ihn herzustellen.“
„Nun, das hört sich ja gut an, letztendlich… muss nur die „Lehrerin“ selber zustimmen.“ grinste Sina gemein, sie wusste selber, dass Allenis keine Wahl hatte. Wie recht sie hatte, Allenis seufzte sehr hörbar. „Ich… werde die Bedingung akzeptieren.“
„Wunderbar. Von ihr kannst du wirklich was lernen Bariel, denn sie war wirklich nicht ohne gewesen als Stratege. Sie hatte nur das Pech gehabt, dass ich vom besten gelernt habe und dementsprechend mit diesem Wissen in die Vergangenheit gekommen bin.“ klatschte Sina fröhlich.
Allenis sagte nichts dazu, Wisali hob nur eine Augenbraue in ihre Richtung hoch. „Keine Sorge Allenis, ich werde dich nicht weiter behelligen wie die… „Beziehung“ zwischen dir und meinem Vater ist. Da merke ich doch, dass meinem Vater meine… verstorbene Mutter ziemlich egal ist.“
Wisali starrte immer noch Allenis an, die auf einmal ziemlich stocksteif stand. Unbewusst hat Sina wieder einen unangenehmes Thema angesprochen. „Ah, was mir einfällt…“ fiel Wisali was ein. Er holte auf einmal einen Brief samt einem Ordner raus.
So wie beim letzten Mal zaubert er ein kleines schwarzes Loch, was bei Sina erscheint und warf die Gegenstände zu Sina rüber. „Eure Schwestern haben sich an eure Anweisungen gehalten und bisher gibst keine Klagen von ihnen zu hören. Im Brief selber habe ich den Spruch eingetragen, wie ihr nun mit ihnen in Kontakt kommt.“
„Wunderbar, dass werde ich in meiner Freizeit gerne in Ruhe lesen.“ nahm Sina die Gegenstände in Empfang. „Nun muss ich kurz überlegen… System kümmerst du dich drum, Bariel hat eine persönliche Lehrerin. Ah, das dürftest du nicht Wissen, aber Kyllia wird irgendwann in naher Zukunft eine Vampirin heiraten.“
Sofort drehte sich Allenis um und bei ihr sah Sina eine sehr große Neugier. „Ist was?“ „Nein… es freut mich nur zu hören, dass ehemalige Schüler unserer Schule den Bund der Ehe nachgehen. Das tun wirklich die wenigsten Dämonen.
Zu groß ist die Gefahr, dass… man schneller sein Leben verliert, als man glaubt.“ schüttelt Allenis den Kopf. „Das stimmt allerdings, denn wir sind im Herzen alles Kämpfer. Wie dem auch sei, dummerweise darf Kyllia mit dem Vater ihrer Verlobten kämpfen.
Ich muss ehrlich sagen, Väter sind generell irgendwie beschissen, wenn es um die Töchter geht. Bei Söhnen klopfen sie auf die Schultern, doch bei Töchtern? Da kenne ich ebenfalls ein Prachtexemplar bei den Vampiren, der genauso beknackt ist mit seinen Töchtern.
Wisali, hast du vielleicht ein Buch vorhanden für waffenlose Kampftechniken? Aber nicht irgendwelche, die ich kann, sondern… etwas sehr sehr…. sehr sehr sehr sehr sehr uraltes, du verstehst, was ich damit sagen will?“
„Hm… verlorene Kampftechniken aus alten Zeitalter? Wie kommst du denn auf den Gedanken, dass ich so was im Besitz haben könnte?“ lächelt Wisali. „DU hast selber gesagt, dass du aus dem dritten Zeitalter abstammst, aber ehrlich?
So wie ich dich kenne, bist du immer noch älter. Du machst daraus immer noch gerne ein Geheimnis, damit wir alle eine gewisse Ablenkung haben. Doch das ist nicht was ich jetzt bereden wollte. Du sammelst alles Wissen. Ob alt oder neu, einmal von dir gelesen hast du es für alle Zeiten im Kopf.
Wie war das mit den Bücher hinter dir? Du gehörst auch zu den Personen, die gerne bei einem Selbststudium helfen. Also nehme ich stark an, dass du auch so was hast.“
„Hmm hm…“ rieb Wisali sich am Kinn. „Ich kannte eine Dame, sie war auch sehr hartnäckig gewesen, mein Alter heraus…“ Allenis zeigte auf einmal drei Finger. „Mitnichten…“ drehte Wisali sich um und verschwand aus dem Bild.
Auf dem Bild sah man wie Allenis ihm hinterher schaute, man hörte klar, dass der Gelehrte etwas zog und leicht hustete. „Puh, das ist der kleine Nachteil mit alten Bücher.“ hörte man jemanden murmeln, dann kam Wisali mit einen sehr alten Wälzer zurück.
„Tja… es gibt nur ein kleines Problem.“ legte Wisali das Buch auf den Tisch. „Vermutlich alles in altdämonisch niedergeschrieben?“ riet Sina und ihr Lehrer nickte. „Richtig. Doch das wäre wie gesagt nur ein kleines, weil der Autor in diesem Buch auch Zeichnungen gemacht hat, wie die Techniken eingesetzt werden sollen.
Deine Schwester ist nicht auf den Kopf gefallen und hat auch die nötige Fantasie, es schnell herauszufinden, was der Autor bei den Techniken ausdrücken will. Notfalls hat sie ja auch euch, die es schnell übersetzen können.“
„Stimmt, dass wäre dann wirklich ein kleines Problem. Dann… ehrenwerter Hochgelehrter Wisali, deine Schülerin bittet demütig um dieses Buch.“ verbeugte sich Sina. „Ihr seid eine schlechte Schauspielerin, wir wissen doch beide, was ihr eigentlich sagen wolltet.“ hörte Sina etwas auf ihrem Tisch landen.
„Nun… es hat nie geschadet, etwas reuevoll zu sein.“ blickte Sina hoch und sah das Buch vor ihr. Wisali sah die Gier bei seiner Schülerin, die vorsichtig das Buch nahm und… „Mama?“ staunte Bariel, wie Sina eine ähnliche Aktion macht wie Wisali es mit dem Ordner gemacht hat.
Bei der letzten Seite angekommen, klappte Sina zufrieden das Buch zu. „So, ich kann es mir zwar nicht merken, aber sehr wohl mit meiner Magie wieder neu aufrufen, sollte Kyllia… nicht die nötige Pflege zu diesem Buch aufzeigen.“
„Hmm… eine gute Idee.“ nickte Wisali zufrieden. „Und ich bin gespannt, ob eure Schwester es auch umsetzen kann, denn… Diese Techniken neigen dazu, bei einem falschen Schritt sich selber zu verletzen. Dabei geht es allgemein darum, NICHT die Stärke oder andere Attribute vom Status zu nehmen.
Sondern man entwickelt im Inneren des Körpers eine Energie, dass mehr oder weniger im Körper dahin wandert, wo man mit dem Gliedmaße zuschlägt. Vielleicht solltet ihr dieses Wissen auch euch aneignen, denn ich kannte einen… Dämon, der diese Theorie aufgesagt hat:
„Diese Energie… egal wie man es bezeichnet, wenn man in der Lage ist, es komplett unter Kontrolle zu haben… Dann sollte es auch möglich sein, dass in eine Waffe weiterzuleiten.“
Traurigerweise ist das nur eine Theorie, aber der Schaden, wenn das funktionieren würde… Ich kann es mir leider nicht vorstellen, was passiert.“
„Du liebe Güte, man richtet ja doch schon so ohnehin nicht wenig Zerstörung an. Doch wenn es Kaliber sind wie der Destroyar oder die Urvampire… wäre es sehr hilfreich.“ stimmte Sina ihrem Lehrer zu.
„Wunderbar, dann haben wir ja doch einiges geklärt. Ich vertraue dir meine Tochter an Allenis, erziehe sie, was du für nötig hältst, doch bring ihr das Wissen bei. Sie ist ehrgeizig und sehr lernwillig, ich kann wirklich nur stolz auf sie sein.“ lächelt Sina Bariel an.
„Wie… ihr wünscht Prinzessin Sina. Bis zum nächsten Gespräch werde ich alles für einen Privatunterricht vorbereitet haben.“ nickte Allenis. „Vielleicht kann es vorkommen, dass ich auch mal eure Tochter übernehme, ausschließen kann man ja in der Zukunft nichts.“ lächelt Wisali.
„Wunderbar. Ich werde mich in einigen Wochen wieder melden, wenn ich umgezogen bin. Bis demnächst.“ nickte Sina kurz und deaktivierte die Übertragung. Es… war auf einmal sehr still im Büro des Direktor.
„Konkubine?“ hob Wisali nur eine Augenbraue, Allenis dagegen knackte abwechselnd ihre Hände. „Drei Bauchschläge mein Freund. Wenn die Warnung von meinen Mann dir keine Grenzen setzen konnte, dann liegt der Fehler klar bei mir.“ lächelt Allenis hinter Maske.
„Gulp…“