Ich bin wiedergeboren und wieder mal Pläne schmieden?
„CATRYA, AEZELI UND ISIRIELLE! SOFORT AUF DIE KNIE! JA AUCH DU!“ schimpfte eine Sukkubus an der Tür in einer Lautstärke, dass die angesprochenen Damen dies sofort taten. „Hey!“ wurde Sina laut. „Wer bist du überhaupt, dass du so mit meinen Schwestern umgehst?!“
Die Sukkubus richtet ihren Kopf zur Übertragung und verlor ihre Sprache. Sina sah, dass diese Frau eine halbe Eisenmaske trug, wo sie nur ein blaues Auge sah, die andere Hälfte wurde durch ihr schwarzes Haar versteckt.
Ein… merkwürdiger Stich ging durch Sina, als sie diese Sukkubus sah. Sie hatte langes schwarzes Haar gehabt, normale Kleidung, die man als Lehrer wohl so tragen würde, aber… „Wer… sind sie?“ wundert Sina sich immer mehr. Die Dämonin starrte immer noch auf das blaue Auge, es kam… ihr so bekannt vor.
„Es… es… tut mir leid.“ stottert die Frau. „Ich… erm… Ich dachte, die drei würden wieder streiten und hätten Wisali aus seinem Büro verjagt, was… überhaupt nicht in Ordnung wäre. M… m… mein…“ schluckte die Sukkubus hörbar. „Mein Name ist Allenis, eine Lehrerin… der Schule hier.“
„Ah…a?“ kniff Sina leicht ihre Augen zusammen. „Allenis…?“ „Es tut… mir leid… dass ich euch gestört… habe Prinzessin Sina. Es… war nicht meine Absicht gewesen, eure… Familiengespräch zu…“ sah Allenis die Haarspange bei Sina.
Unbewusst legte sie die linke Hand an die Stelle, wo sie auch eine „Haarspange“ angesetzt hätte. „Erm… Es tut mir wirklich leid.“ verbeugte sich die Sukkubus und wollte sofort flüchten, als Wisali hinter ihr stand.
„Scheinbar haben sich die drei ja wieder beruhigt.“ lächelte Wisali ganz unschuldig… Was auch immer das für ein Verhältnis zwischen den beiden Dämonen war, Allenis schlug mit einer Faust in den Bauch von Wisali, wo er kniend zu Boden fiel.
Alle rissen erstaunt ihre Augen auf, dass eine Dämonin einfach so Wisali in den Bauch schlagen konnte. „Du Arsch…“ knurrte Allenis und verschwand von der Tür. „Uh…“ hielt Wisali eine Hand am Türrahmen. „Das… war jetzt unerwartet…“
„Wisali? Wer… ist diese Frau gewesen? Wie kann sie dich einfach so schlagen?“ hakte Sina direkt nach, weil sie… ein sehr unruhiges Gefühl hatte. Sie konnte es nicht erklären, es fing an, als sie Allenis gesehen hatte.
„Eine sehr alte Freundin, die schon wirklich lange als Lehrerin für die Schule arbeitet. Nun, scheinbar hat sie gedacht, dass sie nun unsere Lieblingsmitarbeiterinnen hier zur Räson bringen sollte.
Kann sein, dass ich bei der Erklärung einiges gesagt habe, dass sie falsch interpretiert hat. Wenn… ich euch Ärger gemacht haben sollte, dann entschuldige ich mich bei euch allen Damen.“ stand Wisali langsam auf.
„Ok…?“ wiegelt Sina mit dem Kopf, als hätte sie was vor den Augen gesehen, konnte aber damit nichts anfangen. „Wisali, meine kleinen Schwestern werden in der Zukunft keine Probleme mehr mit ihren kleinlichen Streits machen, dass haben sie mir hoch und heilig versprochen. Sollten…“
„Ich weiß.“ hob Wisali die Hand hoch. „Die halbe Schule hat es mitbekommen.“ grinste der Lehrer. „Vermutlich macht nun jeder ein Dankgebet an den dunklen Gott, dass sich jemand ihrer angenommen hat. Es… war tatsächlich in letzter Zeit ein bisschen hm… „nervig“ geworden.“
Sofort spürten Catrya, Aezeli und Isirielle eine „Wutaura“, zumindest brannte etwas in ihrem Rücken und starrten lieber auf den Boden, als der Ursache in die Augen zu schauen.
„*klatsch*“ hörte man etwas auf der Übertragung und die kleinen Schwestern bekamen Schweißperlen auf ihrer Stirn. „Vergiss nicht meine kleinen lieben, wunderschönen, süßen, schnuckeligen Schwestern… Die Barriere hält mich nicht ab, zu kommen.“ hörten sie die drohende freundliche Stimme von Sina.
„Prinzessin Sina, ich denke, eure Schwestern haben mehr als deutlich verstanden, dass sie ihre aktuelle… Lebensweise etwas anpassen müssen.“ nahm Wisali die Schwestern in Schutz. „Lassen wir uns doch einfach überraschen, wie sich das auswirkt auf sie, auf die Schule und vielleicht noch weiter außerhalb der Schule.“
„Es liegt nicht an mir, wirklich nicht.“ lächelt Sina. „Ich würde mich freuen, wenn meine kleinen Schwestern mir in der Zukunft sogar helfen könnten, denn trotz… ihren Macken hat Kyllia einige Dinge erwähnt, die „nur“ sie können.
Ich bin froh, denn dann habe ich jemanden, mit dem ich darüber sprechen und gewisse Test umsetzen kann. Doch das geht nur, wenn sie sich an meine Ansage halten, denke… sie sind bestimmt höchst motiviert ihre älteste Schwester Stolz machen zu können…“
„Ja!“ „Wir geben unser Bestes!“ „Ich… werde es versuchen…“ standen die drei Schwestern wieder auf und schauten Sina an. „Wunderbar!“ nickte Sina ihnen zu.
„So… ungern ich das Gespräch beenden würde, aber jeder hat bestimmt noch seine Pflichten zu machen. Ich werde euren Schwestern ebenfalls einen Übertragungsmarmor überreichen, wo sie dann ihr eigenes haben.“ wollte Wisali das Gespräch beenden.
„Das wäre wirklich sehr gut.“ stimmte Sina ihrem Lehrer zu. „Denn ich würde ungern, dass unsere Gespräche durch andere immer gestört werden. Vermutlich wollt ihr drei ja auch mit Kyllia und Sharlia ein bisschen sprechen wollen oder? Immerhin sind wir EINE große Familie.“
„Das… wäre natürlich gut.“ nickte Catrya. „Man könnte ja auch versuchen, damit Schach zu spielen, damit Catrya zeigen kann, dass sie besser geworden ist.“ fügte Aezeli hinzu, Isirielle sagte nichts.
„Wenn ihr sie besiegen könnt, dann dürft ihr auch gegen mich spielen.“ zwinkert Sina ihnen zu. „Oder gegen Rubina…?“ merkte Sina, dass jemand fehlt. „Sie ist doch weg?“ hob Sherry eine Augenbraue hoch. „Stimmt, nächstes Mal.“
„Uhu? Gegen die ungeschlagene Schachmeisterin? Das wäre natürlich eine Motivation, Kyllia definitiv zu besiegen.“ lächelt Catrya finster, während Kyllia nur ihre Augen dreht.
„Nun denn, Prinzessin Sina, scheut euch nicht, mich jederzeit zu kontaktieren. Wenn ich keinen Unterricht habe, werde ich schnellstmöglich auf euren Anruf reagieren. Eurem Vater werde ich persönlich wegen den „Urvampiren“ nahelegen, dass sie ein Problem werden könnten.“
„Mach das, ich werde ihm das morgen ebenfalls noch sagen. Hoffentlich endet das nicht in ein Geschrei.“ seufzte Sina. „Bis man sich wieder sieht und diesmal mit einen etwas… besseren Start meine lieben kleinen Schwestern.“
„Bye!“ „Auf Wiederstehen!“ „ …“ winkten die Schwestern, doch Isirielle scheint nicht unbedingt diese Freude zu teilen, wie ihre jüngeren. „Auf Wiederstehen.“ lächelte Wisali und die Übertragung wurde beendet.
„Was… ist genau mit Isirielle gewesen? Das habe ich nicht verstanden?“ hakte Kyllia direkt nach. Sina drehte sich um und erklärte, warum Isirielle alles anderes als eine harmlose Schwester ist. Nach der Erklärung sah Kyllia aus, als gräbt sie ihre Vergangenheit ab. „Bist… du sicher?“
„Oh, du kannst mir glauben, dass ich bei Isi ihr mit sehr viel Vorsicht den Rücken kehren werde. Sie war alles andere als begeistert gewesen.“ grinste Sina breit. „Ich hoffe, dass noch die Vernunft bei ihr kommt.“
„Was sind denn nun deine Pläne Sina?“ fragte Sherry und Sina verschränkt ihre Arme. „Morgen fliegen Neia und ich nach Saifa. Neia nehme ich mit, damit sie mit Ascal spricht, denn… es ist nur fair oder?“
„Du… hast recht.“ nickte Neia langsam. „Ich werde selber vor Ort mit den Nagas sprechen und ich stelle mich darauf ein, dass die Zwerge auch ihre Zeit brauchen. Am Abend stellt euch ein, dass ich alleine im Büro sein werde, weil ich mit „Daddy“ sprechen darf.
Ansonsten werde ich zwei Berichtshefte schreiben über die Urvampire, damit beide Reiche auch vor ihnen gewarnt sind. Ein Drittes werde ich je nachdem auch schreiben und den Zwillingsvampiren geben, damit der Gildenmeister ebenfalls auf der Hut ist.
Wie hat es bei dir so geklappt? Meine… für Sharlia müsste es ja nun wirklich sehr neu alles sein oder?“ schaute Sina ihre jüngere Schwester an.
„Nun…“ schaue Kyllia Sharlia ebenfalls an. „Im Grunde brauchst du dir wegen Sharlia und Kontakt mit anderen Rassen keine Gedanken zu machen, sie ist da relativ aufgeschlossen. Dennoch… sollte jemand bei ihr sein, weil nun…“
„Es hat mich jemand angeschrien, dass ich mit meinen Flügel sein…?“ schaute Sharlia Kyllia an. „Ist egal, war nur Essen.“ „Essen getroffen hätte und dadurch verdorben hat. Der Mann warf es auf den Boden und meinte… ich…“ keuchte Sharlia auf einmal.
„Ich habe es verhindert, dass sie es vom Boden aufisst, dafür darf der Kerl in der nächste Zeit nur Suppe löffeln.“ knurrte Kyllia. „Im Grunde wie mit Rubina, nur bei Sharlia musst man stark… oder eher schnell sein und sie in Sicherheit bringen, bevor ihre Sucht ausbricht.“
„Verstehe? Die Einkaufsliste?“ hob Sina eine Augenbraue hoch. „Alles eingekauft und Zada hat ihr mehrere Kleider mitgegeben. Nur… mit der Unterwäsche…“ grinste Kyllia schief und Sina schüttelt ihren Kopf. „Ich weiß… da können wir nicht mehr dran rütteln…“
„Wie… meint ihr das?“ hakte Neia nach. „Sie ist doch nicht ohne…“ „Doch ist sie und sie findet es „sehr“ unangenehm, überhaupt was zu tragen.“ erklärte Sina seufzend. Sharlia war immer noch am Lächeln gewesen.
„Ich habe mir erlaubt, für Sharlia mehrere… Perücken zu kaufen, damit sie an ihnen die Haare flechtet, wenn wir gerade unsere Frisuren nicht bereitstellen können. Wo soll sie eigentlich schlafen? Ach ja, dein Bett ist auch im Auftrag, aufgrund der… „Breite“ brauchen die Schreiner ihre Zeit.“ merkt Kyllia an.
„Das mit dem Bett habe ich kommen sehen. Wäre einfach nicht passiert, wenn eine „Kuh“ aus dem Nichts erschienen wäre. Nun… Sharlia, wo könntest du schlafen?“ grübelte Sina laut. „Ansonsten ist das mit dem Perücken eine sehr gute Idee. Suki, ich weiß das du mich hörst. Wie ist die aktuelle Raumverteilung?“
„Wir haben das leere Zimmer von Ruri.“ rief Suki. „Dann gehört es nun Sharlia. Kümmerst du dich darum Kyllia? Ich will das mit den Berichtsheften wirklich schnell gemacht haben.“ schaute Sina ihre Schwestern an, die nickten. „Gut, dann gehe ich mal ans Werk…“
Burg Starm:
Der General Lion musste mehrmals das Berichtsheft lesen, das er vom Offizier bekommen hatte. „Das hat Kanzlerin Sina „eben“ abgegeben?“ „In der Tat General.“ nickte der Mann. „Sie ist einfach aus dem Nichts gekommen, hat mich gesehen und mich beauftragt, euch diese Mappe schnellstmöglich zu überreichen.“
„Hm…“ liest der General wieder, mit welchen Feinden sie rechnen sein müssen in der Zukunft. „Hmm…? Sag guter Mann… hatten wir nicht gewisse Projekte in der Vergangenheit gehabt, um technisches Sonnenlicht zu erschaffen?“
„Uhm…?“ war der Offizier auch eben überfragt. „Glaube schon, doch wurde das nicht eingestellt, weil man sie nicht als Waffe einsetzen konnte?“ verschränkte der Mann seine Arme.
„Dachte ich mir doch, irgendetwas war da gewesen.“ nickte Lion zufrieden. „Ich will das dieses Projekt wieder zum Leben erweckt wird. Sucht sofort die anderen Offiziere, ich will bis heute Abend alles wissen, was damals geforscht wurde.“
„Darf… ich fragen, warum? Selbst ich verstehe nicht, warum man technisches Sonnenlicht benötigt?“ wundert sich der Offizier, Lion hob nur das Berichtsheft hoch. „Weil sie jetzt eine Waffe werden sein könnte.
Kanzlerin Sina hat recht im Berichtsheft, solange wir alle Dorfbewohner in den Städten unterbringen, ist das für diesen Feind ein gefundenes Fressen… Zumal sie scheinbar aktiv werden, sobald die Sonne untergeht…
Das gefällt mir nicht, dass es eventuelle Kämpfe geben wird die man Nachts austrägt, aber ich lasse nicht zu, dass diese Monster uns Menschen unterschätzen. Zeigen wir ihnen, dass es besser für sie gewesen wäre, wenn sie nie wach geworden wären.“
Gildehaus Fanfoss, Büro des Gildemeister:
Ma Shi rieb sich die Stirn, als Prashi ihm das Berichtsheft über die Krashurrikra gebracht hatte. Er war alleine im Büro, wo er die Einsamkeit wirklich wertschätzt.
„Hmm… Monster aus einem vergangenen Zeitalter, die eigentlichen Vorfahren der Vampire.“ seufzte der alte Mann und streichelt seinen langen weißen Bart. „Scheinbar werde ich wohl nicht aufhören, weiter ins Staunen zu kommen.“ schmunzelt der Gildemeister.
„Und danke Sina, dass wir wieder eine Chance bekommen uns frühzeitig vorzubereiten. Wenn… diese Monster so gerissen sind, müssen wir auch Gegenmaßnahmen einleiten…“
Ma Shi blättert immer wieder die Seiten durch um eventuelle Schwächen herauszulesen, die nicht dick von Sina unterstrichen worden sind. „Lichtmagie, aber mich wundert es, was es für Drogen sein sollen die sie nehmen… Nehmen müssen oder weil sie was ausgleichen?“
Auf einmal klopfte es wieder an der Tür. „Herein.“ blickte Ma Shi auf und… sah ein sehr altes Gesicht wieder. Beide Männer starrten sich in die Augen, keiner sagte was, bis Ma Shi die Stille brrach. „Protektor Ferr…“
„Erspare mir die Lügen, ich weiß, was ich wissen muss.“ zischte Ferr. Auf dem ersten Blick sah Ferr aus wie ein alter Richter. Glatze, verschrumpelte Haut, kein Bart und das Lachen vermutlich nie gelernt. Er trug eine schwarze Robe sowie ein Schwert, das man bei ihm nicht übersehen kann.
„Lügen?“ hob Ma Shi verwundert seine Augenbrauen. „Ich weiß, dass wir uns nicht leiden können, aber…“ „Als Träger der Protektoren beurlaube ich dich für die nächsten zwei Wochen. Du hast 10 Minuten die Gilde zu verlassen!“ nutzte Ferr direkt seine Macht aus.
Nun riss Ma Shi erstaunt seine Augen auf. „Bitte mit welche Begründung?!“ stand der Gildemeister wütend auf. „Es gab da ein gewissen Vorfall vor einigen Jahren. Eine Abenteurerin hätte sich am Adel vergriffen und statt der gerechten Strafe wurde sie außer Landes gebracht. Wollen wir weiter reden?“ kniff Ferr seine Augen fest zusammen.
„Aber gerne.“ nickte Ma Shi. „Denn im Gegensatz zu den anderen bin ich mir deiner Strategie sehr bewusst, wie jemand seine Schuld zugeben soll und die bin ich mir nicht bewusst.“
„Dummerweise habe ich die Aussagen von drei Zeugen. Zeugen, die DU damals eingesetzt hast, um deine Enkelin zu retten. Damit hast du dich SEHR weit aus dem Fenster gelehnt, wenn du nicht deinen Stolz verlieren willst, solltest du JETZT gehen!“ kam der Protektor in das Büro rein.
Der Gildemeister verzog wütend sein Gesicht. „Und wer soll in meiner Zeit oder wie du dir es jetzt vorstellst die Gilde übernehmen? Wir sind momentan in einer sehr kritischen Phase, die ich dir bestimmt nicht zu erklären brauche!“
„Ich werde es zeitlich übernehmen, bis wir einen passenden Nachfolger für dich gefunden haben. Deinen Vorschlag, dass eine gewisse… „Prashi“ es übernehmen soll, wird direkt abgelehnt. Es wird jemand sein, den du NICHT unter deiner Kontrolle hast.“
„Ich war schon immer sehr fasziniert gewesen, was du bei mir alles gesehen hast Ferr. Willst du mir jetzt auch noch sagen, dass ich deinen Anschlag geplant habe?“
„Nicht nötig, dass habe ich selber schon herausgefunden. Deine Zeit war mehr als fällig gewesen Ma Shi und endlich habe ich auch die nötigen Beweise, dich von der Abenteuergilde loszuwerden. Du hast mehr als genug Schande über uns gebracht, dass werde ich jetzt bereinigen.
Als… „alte“ Freunde überlasse ich es ganz dir, wie du deinen Posten freiräumen willst. Möglichkeit Eins: Du wirst ganz offiziell rausgeworfen mit den Klagen, die auf dich lasten. Damit verlierst du komplett dein Gesicht.
Möglichkeit Zwei: Du akzeptierst die Suspendierung von mir, dass du aufgrund deines hohen Alters eine Pause brauchst. Des weiteren werde ich nach einem Nachfolger schauen, die du dann am Ende ernennst. Damit hast du noch etwas von deinem Stolz behalten.“
Ma Shi und Ferr starrten sich nur in die Augen. Der alte Gildemeister wusste, dass er auf einem verloren Posten war. Dabei fiel sein Blick auf das Berichtsheft… „Möglichkeit Zwei mit der Bedingung, dass du dieses Berichtsheft durchliest und eine Warnung aussprichst.“
Wütend kniff Ferr seine Augen zusammen. „Glaub mir mein… „alter“ Freund, wenn die Abenteurer nicht auf diese Gefahr gewarnt werden, dürfte ein Massensterben auf Alliancia passieren. Vielleicht übertreibe ich es etwas, aber wenn man herausfindet, dass die Abenteurer von der Gefahr wussten… DU davon wusstest, dürfte es DIR als angesehener Protektor nicht unbedingt gefallen.
Der Ruf der Abenteuergilde wird nachhaltig geschädigt, was du ja mit sehr viel Ansporn versuchst, mit aller Energie zu beschützen. Wir wissen genau, zu Neutralität gehört einiges mehr und das Volk vertraut uns.
Willst DU einer Mutter sagen, ihr Kind hätte man retten können, wenn du einfach nur eine Warnung aussprichst, dass alle Gilden auf einen eventuellen Angriff von Monstern in der Nacht rechnen müssen? Glaube, ich verlange nun wirklich nicht viel von dir wie du es im Gegensatz von mir erwartest.“
„Verschwinde, ich lese es mir durch.“ zischte Ferr wütend. Ma Shi nickte, wenigsten etwas konnte er noch erreichen. „Danke… „alter“ Freund.“
Burg Ryre:
„Wie sollen wir das verstehen, dass ihr nichts gegen die Dämonin Sina machen wollt? Es ist doch klar auf der Hand, dass sie was mit den Morden in meiner Familie zu tun haben muss.“ schimpfte eine Frau mit brünetten Haaren und blauen Kleid auf den König ein. „Nun ist mein kleiner Bruder „gestorben“!“
„Miss van Relling, ich kann verstehen, dass sie erbost sind, aber haben sie denn IRGENDWELCHE Beweise, dass Lady Sina mit dem Tod ihrer Familie zu tun hat?“ saß der König auf seinem Thron. General Simon und Friedrich waren ebenfalls anwesend, um Zeugen dieses Gespräches zu sein.
Zerknirscht zeigte Clissinasia ihre Zähne, ihr großer Leibwächter, der ein Muskelpaket zu sein scheint, stand schweigend neben ihr. „Nein, die haben wir nicht. Doch wissen wir genau, dass die Dämonin was damit zu tun haben muss.
Vielleicht nicht selber, aber sie hat sehr wohl die Möglichkeit, an die besten Auftragskiller der Welt zu kommen! Was muss denn noch passieren? Meine kleine Schwester und mein Onkel sind in Schutzräumen untergebracht, mein Mann tritt seine Rückreise aus Batzien an.
Eure Hoheit… wenn wir keinen Schutz über sie bekommen, bin ich gezwungen, gewisse Verträge aus der Vergangenheit publik zu machen, die euer Vater mit uns abgeschlossen hat!“
„Höre ich richtig, dass IHR den König dieses Landes erpressen wollt?“ legte Simon eine Hand auf dem Griff seines Schwertes.
„Nennt wie ihr es wollt, aber meine Familie verliert systematisch ein Familienmitglied nach dem anderen. Wer auch immer die Drecksarbeit von der Dämonin macht, der ist leider ein Auftragskiller der Weltklasse.
Ich will nichts anderes, als dass diese… sogenannten „Unfälle“ aufhören! Was auch immer die Ursache sind, dass dieses Miststück uns ans Leben will, ich kenne sie nicht! Wir wollen einfach nur leben!“ verzog Clissinasia ihr Gesicht wütend.
„Vielleicht solltet ihr euch eurer Position bewusst sein, was eure Familie bisher angerichtet hat. Habt ihr wirklich geglaubt, dass ihr nicht einen Feind machen könntet, der sich wehren wird, wer auch immer das sein wird?“ hob Friedrich seine Augenbraue hoch.
„Wir… sind nichts als ehrliche Händler, die eine gute Nase haben für Geschäfte, nicht mehr, nicht weniger. Wenn man uns für dieses Talent beneidet, soll man uns einfach in Ruhe lassen, denn wir können doch nichts dafür!“ kam die nächste Ausrede.
„Miss van Relling, ich warte noch auf die Ergebnisse der Untersuchung, die vor allem bei Lady Sina eine Befragung durchführt. Erst danach werde ich entscheiden, was ich zu Gedenken tue, nicht VORHER!
Was auch immer das für Verträge sind, die mein Vater mit euch abgeschlossen hat… Es sind Staatsgeheimnisse. Selbst wenn ich sie nicht kenne und ihr macht diese publik, so muss ich das als Landesverrat betrachten und dafür gibt es entweder lebenslangen Kerkeraufenthalt oder die Todesstrafe. Habe ich mich in diesem Punkt klar ausgedrückt?“ lehnte sich der König nach vorne.
Wütend drückte Clissinasia ihre Hände zu Fäusten zusammen. „Ich… entschuldige mich, dass ich mich vergessen habe. Ich bange um mein Leben und das meines Sohnes, solange mein Mann nicht da ist, fühle ich mich nirgends sicher.“
Ein Schweigen war im Thronsaal, der König war überhaupt nicht begeistert, dass die Rellings ohne jegliche Terminabsprache bei ihm erschienen sind. „Solange ihr es versteht, sehe ich keine Probleme ZWISCHEN uns. Ihr seid damit entlassen, ihr habt meine Zeit mehr als genug beansprucht.“ warf der König die beiden Personen aus dem Thronsaal raus.
Clissinasia fiel der Mund runter, dass sie einfach so rausgeworfen wurde. Wütend zeigte sie ihre Zähne und drehte sich um, ihr Leibwächter folgte ihr sofort. Als die beiden verschwunden waren, widmet sich der König sofort seinen Männern.
„Ich will, dass ihr euch sofort aufmacht und herausfindet, welche Verträge die Frau angesprochen hat.“ befahl der König. „Sie muss sich sehr sicher sein, dass es mir und dem Reich schaden kann.“
„Verstanden.“ nickte Simon, als ein Offizier den Thronsaal betrat. „Ich entschuldige mich für mein unangekündigtes betreten, doch ich habe ein Schreiben von Lady Sina bekommen, das General Simon erreichen muss.“
Erstaunt schauten sich die Männer an. „Friedrich…!“ wurde der König blass, doch der Ritter rannte schon, um ein… „Zusammentreffen“ zweier Frauen zu vermeiden. „Wann habt ihr Lady Sina getroffen?“ verlangte der General zu wissen.
„Erm vor mehreren Stunden. Ich habe bewusst gewartet, weil eure Majestät und ihr wichtige Gespräche hattet.“ teilte der Offizier das mit und wunderte sich, dass die Männer so erleichtert aufseufzten.
„Bei der Göttin…“ murmelt der König. „ Auf diese Art von Begegnungen kann ich wirklich in meiner Burg verzichten.“ „Ich auch…“ stimmte der General dem König zu. „Vermutlich rennt Friedrich sich nun die Füße wund, aber… Sicher ist sicher. Was… ist das für ein Schreiben? Warum an mich und nicht dem König?“
„Bedaure, das hat sie nicht gesagt, nur dass ihr für die Verteidigung zuständig seid. Alles andere würde in diesem Schreiben stehen.“ schüttelt der Offizier kurz den Kopf, dann überreichte er seinem General das Berichtsheft.
Sofort öffnete Simon das Schreiben und las sich alles schnell durch… bis er fluchen musste. „Was ist los Simon?“ hakte der König direkt nach. „Das wir eine neue Sorge mehr haben, die auf dem Niveau des Krieges mit den Dämonen sein könnte.“ biss Simon sich auf die Unterlippe und liest sich nochmal den Bericht vorn vorne durch.
„Ein neuer Feind?! Wieso hat Lady Sina es mir nicht selber gesagt?!“ war der König verwundert. „Weil… es die Vorfahren der momentanen Vampire sind. Laut der Erklärung, sind diese mit den Dämonen verwandt, trotzdem eine eigene Rasse.
Ich soll dir ganz deutlich machen, dass diese Urvampire nichts mit unseren Vampiren zu tun haben, weil sie miteinander verfeindet sind. Glaube… ein bisschen verwirrt es mich, weil… sie sind doch alles Monster?“ erklärte Simon.
Nun kniff der König das verbliebene Auge zusammen. „Verstehe… Lady Sina will verhindern, dass der kommende Termin einfach abgebrochen wird, will aber uns zugleich warnen. Vermutlich will sie das mit der Vampirkönigin Layla mir dann erklären…“
„Hmm… die Urvampire sind anfällig gegen Lichtmagie… dann sind die alten Einheiten der Tuzato endlich mal nützlich.“ murmelt Simon, der den Bericht immer noch liest.
„Setzt alles um, was getan werden muss Simon und gebt Miyu einen Lehrer, der ihr Lichtmagie beibringt. Wenn das Feinde sind, vor denen wir gewarnt werden, dann sollten die Helden ebenfalls gefördert werden.“ stand der König auf. „Wird umgesetzt.“ nickte der General.
Außerhalb der Hauptstadt:
Eine sehr teure Kutsche verließ eilig die Hauptstadt. Man konnte sehr deutlich das Wappen der Rellings an der Kutsche erkennen. „Verdammt, verdammt, verdammt!“ knurrte Clissinasia und nagte am Daumennagel.
Ihr Leibwächter saß neben den Kutscher, damit sie alleine für sich war. „Was muss ich tun, damit ich den Attentäter von diesem Miststück loswerde? Das unsere überhaupt keine Spuren von ihm finden, dass finde ich viel schlimmer… Alles Versager!“ schrie Clissinasia ihren Frust raus.
Auf einmal hörte Clissinasia, wie zwei Männer laut aufschrien und die Kutsche zum Stillstand kam. „Männer?!“ wuchst eine Panik in Clissinasia auf. „Hallo?“ nahm es schon einen flehenden Ton an. „Bitte…“
Die Tür wird auf einmal aufgerissen, Clissinasia drehte sich mit ihrem Gesicht sofort darauf zu… um nur eine kleine Handarmbrust zu sehen. Der Träger dieser Waffe war sehr blass und seine roten Augen deuten darauf hin, dass sie es mit einem Vampir zu tun hat.
„Spreche ich mit Clissinasia van Relling?“ fragte der Mann. „Ja, dass bin ich. Wer sind sie, dass sie es wagen…“ wollte Clissinasia Antworten verlangen, als der Pfeil in ihre linke Schulter geschossen wurde. Die Frau schrie laut auf, diese Schmerzen kannte sie überhaupt nicht.
„Männer, ihr wisst Bescheid.“ sagte der Vampir und stieg in die Kutsche ein, dabei schloss er die Tür und setzte sich gegenüber von Clissinasia. Ganz lässig lud er seine kleine Armbrust wieder auf, während Clissinasia immer noch vor Schmerzen schrie.
„Mein Name ist Acheron und ich wurde beauftragt, euch zu einem… kleinen Problem in eine unserer beschaulichen Burgen einzuladen.“ stellte sich Acheron vor. „Wir haben einige Fragen und wenn der Pfeil in eurer Schulter schon so schmerzt, dann lass mir euch eines sagen… Das ist nichts.“
„W… was… was wollt ihr?“ keuchte Clissinasia panisch, Acheron legte ein Bein über das Knie. Er starrte sie eiskalt an, dann holte er etwas aus seiner Westentasche hervor. „Wir wollen einige Namen wissen, die… „Probleme“ auf Alliancia anrichten.“ hielte Acheron eine Anstecknadel vor Clissinasias Nase. Diese riss erstaunt ihre Augen auf. „W… was?“
„Alles zu seiner Zeit. Alleine, dass ihr scheinbar wisst, was das ist, habt ihr euch schon verraten. Das macht uns einfacher, euch zu befragen. Keine Sorge, wir haben euren Sohn und euren Mann in unserem Gewahrsam, wir wollen ja nicht, dass wir jemanden übersehen.“ lächelt Acheron sehr fies.
„Nein!“ tränte die Frau, die Schmerzen verschwanden wie nichts, Adrenalin pumpte durch ihren Körper.
„Doch, es sei denn, ihr seid kooperativ und sagt uns alles. Alle… Spuren bei der Unterweltorganisation „Die Familie“ führt immer wieder zu euch. Wenn es nur einmal passiert, wen juckt´s. Wenn es zweimal passiert, bekommt man einen leichten Verdacht…
Aber wenn es mehr als zweimal bei der Forschung nach dem Anführer „Der Familie“ immer wieder der Name Rellings fällt… muss man annehmen, dass ihr definitiv eure Finger im Spiel habt. Zu mal… greift ihr einen unserer Verbündeten an und das hat unsere Clanführerin überhaupt nicht gerne.
Also… alles eure Wahl, wie die Befragung mit deiner Familie sein wird.“ lächelt Acheron immer noch und hielt die Armbrust vor Clissinasia.
Verzweiflung packte Clissinasia, die merkte… dass ihre letzte Stunde geschlagen hat.