Ich bin wiedergeboren und der Dämonenkönig?

Ein schönes Wetter war wieder über Fanfoss, doch das war Sina ziemlich egal. Sie stand in ihrem schwarzen Kimono vor ihre Leuten. „Ich danke euch allen, dass ich gekommen seid.“ nickte Sina ihnen allen zu.

Neben den Bewohner der Monstervilla Sherry, Neia, Kyllia, Suki, Bariel, Rokea und Rubina, wurden folgende Gäste eingeladen. Jeder Vampirclan deren Vertreter musste anwesend sein, also Lisa, Renee, Viktoria, Gair und Aelfric. Das Lara als rechte Hand von Sina ebenfalls anwesend ist, war selbsterklärend, auch wenn sie scheinbar sich etwas zu schämen scheint.

Auf Eleanor hatte sie mit James überhaupt keine Lust gehabt, zumal sie nicht mal die Liste bekommen hat. Das Problem will Sina später angehen. Dazu wurde Dalmaz, Nitir, Cixo und Louis eingeladen. Die Zwillingsvampire hat Sina nicht eingeladen, weil sie wusste, dass es für sie sonst alles zu stressig wird.

Aufgrund das dieses Gespräch vermutlich sehr schwerwiegend sein wird, musste auch die Familie anwesend sein, in diesem Fall Ruri. Zada ist auch ein Teil dabei, wo Sina Aelfric angeboten hatte, dass vielleicht seine Schwester für ihn einspringt, aber er hat verneint mit der Aussage: „Ruri ist auch dabei, wie kann ich dann abwesend sein?“

Sarless wurde zwar eingeladen, aber aus einem anderen Grund. Alle die von ihrer Schwangerschaft wussten, staunten kurz, dass die Sukkubus mit einem flachen Bauch erschien und Gair komplett ignoriert. Diese hat die Aufgabe bekommen, den Garten mit einer Illusion zu verzaubern, damit keine ungefragten Beobachter dieses Event mitbekommen.

„Folgendes… ihr seid alle eingeladen, weil ich wollte, dass ihr alle den wahren Dämonenkönig kennenlernt. Ihr könnt Gift darauf nehmen, dass es ein sehr fürchterliches Gespräch sein wird, aber ich will meinen Vater verdeutlichen, was er mit seiner Aktion angerichtet hat.

Der gute Herr hat euch, meine Familie und Freunde verletzt und dann will ich vermitteln, was ich davon halte. Einige wissen es, andere nicht so genau: Der Grund für die Destroyar war, dass ich Sherry heiraten will, es aber traditionell eigentlich verboten ist, ein Dämonenproblem.

Was… ich euch jetzt noch sagen will ist… Ich kann euch nicht in Schutz nehmen. Die Dämonen respektieren nur Stärke und Schwäche wird ausradiert. Mein Vater ist der oberste Dämon, er wird mit hoher Wahrscheinlichkeit versuchen euch in irgendeiner Form einzuschüchtern.

Mein Ratschlag ist es, versucht es irgendwie zu ignorieren. Er kann euch nur mit Worten irgendwie verletzten, einschüchtern, provozieren oder ähnliches, mehr ist nicht möglich. Das habe ich aus der Anleitung verstanden.

Am besten ist es, ihr hört nur zu und bildet euch eure Meinung, sagt aber nichts. Meinen Vater kann ich am allerwenigsten abschätzen, wie das Gespräch sein wird, versuch… Komplikationen zu vermeiden.

Wenn… wer doch nicht möchte, kann es ruhig sagen. Es ist keine Schande, frühzeitig aus diesem Event auszusteigen, denn… vermutlich wird es nicht einfach werden. Kyllia… ich rechne nicht damit, dass… er nett zu dir sein wird.“

„Vater wird mich doch sowieso ignorieren. In seinen Augen bin ich halt ein Bastard.“ zuckte Kyllia mit ihren Schultern, aber man sah ihre zitternden Hände. Lisa nahm eine davon, damit Kyllia sich etwas beruhigt.

Was vielleicht für das Auge für Sina ist, aber sehr wichtig ist: Kyllia, Bariel, Sherry und Neia trugen ebenfalls schwarze Kimonos. Die restlichen Zuschauer trugen ihre üblichen Alltagsklamotten.

„Ok, dann stellt euch alle in die Markierungen, die ich mit Suki aufgestellt habe.“ nickte Sina und schaute besorgt ihre Geliebten an. „Seid ihr euch auch sicher?“

„Ja Sina. Dein Vater soll wissen, dass ich bereit bin, für dich zu kämpfen.“ nickte Sherry. „Ich… heirate dich zwar nicht, aber bin auch ein Teil deines Lebens. Wenn er gegen Sherry kämpfen will, dann soll er wissen, dass sie nicht alleine ist.“ hielten beide Elfen jeweils eine Hand miteinander fest.

Sina leckte sich die Lippen und schaute Sarless an. „Die Illusion ist aufgebaut, ihr könnt das Gespräch starten, eure Majestät.“ „Gute Arbeit.“ lobte die Dämonenkönigin.

Alle Zuschauer standen in den Markierungen drin, Nitir und Rokea standen ganz bewusst weit voneinander oder einfacher gesagt: Rubina und Dalmaz standen zwischen ihnen. Wie der Zauber genau funktioniert, weiß Sina nicht, aber sie hat verstanden, was er tun soll.

In jeder Ecke wurde einer der Marmorklötze hingestellt und der Marmorklotz mit dem weißen Ring aktiviert den Zauber. Während die Übertragungsteine mehr die Funktion eines Monitor hatten, funktioniert die Übertragung vom Dämonenkönig anders.

Statt eines Monitors sieht man den kompletten Ort, wohin man „übertragen“ wird. „Man bekommt das Gefühl, Magie aus der Zukunft zu erleben.“ dachte Sina, als sie die Anleitung wiederholt gelesen hatte.

Nochmal zur Sicherheit schaute sie alle Zuschauer an, einigen sah man die Nervosität regelrecht an. Ruri hielt mit Aelfric die Hand, seine Leibwächter standen hinter dem Paar. Alle Pärchen standen eigentlich zusammen, um sich gegenseitig zu helfen. „Ok… dann fange ich an.“ nickte Sina.

Sie streichelte mit ihrem Finger über den weißen Kreis, der Zauber wurde sofort aktiviert. Der Marmorklotz flog Sina aus der Hand und scheint irgendwie was zu regulieren. Alle Marmorklötze fingen an zu zittern, als sie sich zur Hälfte teilten und die oberen Teile hochflogen.

Alle beobachteten genau, was der Zauber machte. Wie auch immer die Magie funktionierte, es konnte die anwesenden Personen deren Körpergröße analysieren und passte die Höhe dementsprechend an.

Auf einmal verbanden sich alle Klötze mit eine gelbe Linie, das man das Gefühl bekam, dass man in einem dreidimensionalem Quadrat steckte. Der Marmorklotz mit dem Kreis flog über den Personen und schien sich über ihnen mittig an der „Decke“ zu positionieren… dann wurde alles schwarz.

„Huch?“ staunte Renee. „Seht ihr auch nichts?“ „Nicht nur du.“ stimmte Viktoria. „Doch ich spüre immer noch die Wiese unter uns.“ „Welch… eine Magie…“ murmelt Neia. „Was… dein Vater auch ist, aber damit übertrifft er alles dagewesene in der bekannten Magie.“

Auf einmal explodierte etwas. Sofort schauten die Zuschauer nach der Explosion, doch was sie sahen, waren nur Fackeln, die anfingen zu brennen. Diese hingen an Säulen, weitere Fackeln fingen ebenfalls an zu brennen.

Wo auch immer der Ort des Gespräch ist, aber es ist eine gigantische Halle voller Säulen. Die Decke ist so hoch, das Dalmaz sich selber zehnmal klonen müsste, um diese zu erreichen. Überall Säulen konnte man sehen, aber es wurden nicht alle angezündet, so konnte man das wahre Ausmaß des Ortes nicht ausmachen.

„Kennst… du diesen Ort?“ flüstert Sherry, doch Sina schüttelt den Kopf. „Überhaupt nicht. Bitte… bedenke, dass ich nicht viel von Deymonlia gesehen habe. Wenn dann meine Schwester.“ „Diese kann dir sagen, ob sie diesen Ort auch nicht kennt.“ merkte Kyllia an.

Weitere Fackeln wurden angezündet… bis man einen großen Thron sah… und er war nicht schön anzuschauen. Überall sah man die Schädel unterschiedlichster Rassen. Einige… konnte man überhaupt nicht mal deuten, zu welcher Rasse diese überhaupt gehörten.

Der Schädelthron hatte eine Höhe gehabt, dass Besucher immer gezwungen sind, nach oben zu schauen, doch… der Thron war leer! Verwundert hob Sina eine Augenbraue hoch und schaute wie die anderen die Halle an, niemand war zu sehen. „Hmm?“

Eine gigantische graue Feuersäule stürze von der Decke runter auf den Schädelthron. Man spürte sofort eine Hitze. „Wie? Ich dachte…“ wollte Bariel direkt nachhaken, da hob Sina nur eine Hand hoch. „Keine Ahnung und jetzt ist es eh zu spät.“

Die graue Feuersäule brannte unentwegt auf den Thron, als auf einmal zwei Gold leuchtende Augen in der Feuersäule zu sehen waren. Man konnte nicht die Pupillen sehen, aber man bekam sofort das Gefühl, dass alle beobachtet wurden… bis die Augen sich leicht zusammen kniffen.

Das Ende der Feuersäule kam von der Decke runter und verschwand dann um den Schädelthron… und eine gigantische, blutdürstige Aura fiel über alle Zuschauer. Der Dämonenkönig war nun höchstpersönlich anwesend.

Aelfric fiel auf seine Knie und musste schwer keuchen, Ruri kniete mit Zada besorgt um ihn und legten jeweils eine Hand auf seinen Rücken. Renee hatte ein Herzrasen und nahm eine Hand von ihrer Schwester Viktoria, die zitternde Hände hatte. Die Leibwächter änderten ihre Haltung nicht, aber das ihre Oberarme immer am Zucken waren, deutet darauf hin, dass sie jederzeit eingreifen könnten.

In Rubina löste es ein Trauma aus, als Dalmaz eine Hand auf ihre Schulter legte, auch wenn es ihm selber sehr schlecht ging. Rokea versuchte Gelassenheit zu simulieren, aber diese Aura… sie wusste sofort, dass sie kein Gegner für diesen Dämon war.

Nitir hat seine Arme verschränkt, doch sein Gesicht fing fürchterlich an zu schwitzen, Louis legte eine Hand auf seinen Schwertgriff um sich zu beruhigen. Das Zittern von Kyllia war nur noch schlimmer gewesen, nun konnte selbst Lisa sehr gut nachvollziehen, warum sie immer so ein Problem hatte.

Gair und Bariel konnten sich bremsen, auf ihre Knie zu fallen, aber man sah ihnen die Angst an. Suki schaute sehr oft besorgt nach hinten zu Rubina, will aber auch nicht den Dämonenkönig aus den Augen lassen, ihr Katzenschwanz wedelt sehr nervös hin.

Die Ungesehene Cixo schien irgendetwas zu kauen, aber ihr gesamter Körper hat eine angespannte Haltung angenommen, ebenfalls für einen Kampf bereit zu sein. Sherry und Neia hatten jetzt so viel gemeinsam und getrennt erlebt, die unterschiedlichsten Auren zu spüren bekommen.

Doch diese Aura übertrifft sie von allen erlebten, mehr noch die von Sina. Die Elfen hielten weiterhin ihre Hände zusammen, aber… die Zuversicht auf einen Kampf gegen sie nahm rapide ab. Lara… hatte einen sehr verzweifelten Gesichtsausdruck bekommen, nicht durch die Aura… sondern als sie den Dämonenkönig genauer angesehen hatte.

Und Sina? Sie merkte überhaupt nicht die Aura und konnte sich auch nicht nach ihren Leuten umschauen. Um keinen Preis wollte sie ihren Vater aus den Augen verlieren. Es ist viel Zeit vergangen, als sie ihren Vater zuletzt gesehen hatte, aber geändert hat er sich kein bisschen.

Wie Kyllia seine Pupillen beschrieben hatte, waren sie gelb mit roten Linien drin, die wie Säure wirkten. Seine langen schwarzen Haare konnte man seitlich herunterhängen sehen, der Rest war hinter seinem Rücken.

Eine etwas blasse Haut, die wohl damit geschuldet war, dass der Dämonenkönig scheinbar kaum unter der Sonne war. Seine Dämonenhörner waren komplett schwarz und standen oberhalb seiner Ohren ab.

Sie sind stur nach oben gewachsen, der eine oder andere könnte den Gedanken haben, dass man sich immer durch eine Tür bücken „darf“, aber niemand hat diesen Gedanken. Vielmehr… sah man nun die starke Ähnlichkeit zwischen dem Dämonenkönig und den Zwillingen Sina und Kyllia.

Hohe Wangen mit spitzer Nase und schmale Ober- und Unterlippen waren sehr identisch zwischen Vater und Töchtern. Der Dämonenkönig trug einen kompletten fürstlichen schwarzen Anzug mit einem grauweißen Pelzmantel.

Jeder sah den Dämonenkönig Mephisto, wie er auf einmal aufstand. Seine Hände lehnten sich an der Lehne auf, man sah schwarze Fingernägel. Als er stand, staunte man nicht schlecht, wie groß dieser Dämon ist.

Alle, die Sina in männlicher Form erlebt hatten, wussten nun, wie diese Körpergröße zustande war. Über zwei Meter ist der Dämon definitiv, aber immer noch kleiner als Dalmaz und Rubina. Mephisto und Sina starrten sich beide wütend in die Augen. „Hallo Va…“

„VIER GRÜNDE!“ brüllte der Dämonenkönig aus dem Nichts, die Halle erzitterte durch sein Gebrüll. „VIER GRÜNDE HATTE ICH GEHABT, MEINE TOCHTER!“ Langsam ging der Dämonenkönig von seinem Thron runter.

„DIE ERSTEN ZWEI GRÜNDE HABEN DIESE VERSAGER DIR MITGETEILT!“ schnippte der Dämonenkönig mit den Fingern und aus dem Nichts fiel in der Nähe der Zuschauer eine große schwarz verbrannte Leiche.

„AUF DEN DRITTEN GRUND KOMMST DU SELBER! ES WURDE ALLES GESAGT, WENN DU DICH EIN BISSCHEN ANSTRENGST BEIM NACHDENKEN, KOMMST DU SELBER AUF DIE IDEE!“ brüllte Mephisto weiter wütend, er kam immer weiter zum Boden runter.

„DOCH DER VIERTE GRUND? DEN WIRST DU NIE ERRATEN!“ ist er auf dem Boden angekommen. Er schaute jedem der anwesenden Personen in die Augen und man bekam das Gefühl, als würde er durch die Seelen schauen. „Meine dumme… Tochter, so klug du auch sein magst, du wirst es nicht herausfinden, egal wie viele Jahrtausende vergehen werden. Es ist etwas, was du NIE verstehen wirst!“ hat Mephisto mit dem Brüllen aufgehört.

„Dan…“ wollte Sina nach einer Erklärung nachfragen, als er sie mit einer hochgehobenen Hand unterbricht. „HALT DEINEN MUND!“ Sofort klappte der Mund von Sina zu und man sah, wie ihre Finger regelrecht wütend ihre Hände drückten.

„Du kommst gleich DRAN!“ knurrte der Dämonenkönig, dann wanderten seine Augen zu einer anderen Person. „Unter… deinen sogenannten „Freunden…“ man hörte aus jedem Buchstaben die Verachtung vom Dämonenkönig. „Ist jemand, von dem ich NIE erwartet hätte, ihn wieder zu sehen.“

Der Dämonenkönig stand nun vor dem Übertragungszauber, viele sind gezwungen nach oben zu schauen. Doch Mephisto stand nicht vor Sina, sondern vor einer anderen Frau.

„Lara Schmitz, so sehen wir uns wieder!“