Ich bin wiedergeboren und wie wird die Zukunft?
Sina und Bariel gingen Arm in Arm aus dem Konferenzraum, das in einem völligen Chaos war. Corcan sah nur die Leichen und musste fluchen, denn diese Art von Problemen hat er noch nie gelöst.
„Millie…“ schaute der Protektor verzweifelt die verwandelte Frau an. Sie starrte immer noch ins Leere. Alles, wirklich alles verloren hat sie, was sie erreicht hat im Leben. „Verdammt!“ fluchte der Protektor laut in Gedanken.
Die beiden anderen Damen gingen ohne Wortes aus der Gilde raus, dabei war Sina egal, dass ihr Mund blutverschmiert war. Mitarbeiter der Gilde sowie Abenteurer starrten ihnen nur hinterher, Bariel schaute kurz zu Sina. „Illusion…: Sauberes Gesicht.“
Ihre Mutter sah durch die Illusion wieder normal aus und schaute kurz Bariel an. „Merke, du wirst immer besser mit der Illusion. Glaube, du warst schon immer im falschen Körper gewesen.“ „Bitte Mama… lass uns das in Ruhe… Zuhause bereden.“ bat Bariel, Sina nickte nur.
Sie gingen auf der Straße und machten sich direkt auf dem Weg zur Monstervilla. Passanten und weiteres liefen die dämonischen Damen entlang, keiner sah ihnen an, dass was sehr schreckliches passiert ist.
Immer wieder… schüttelt Bariel den Kopf, als könnte sie es selber nicht glauben, obwohl sie es vor eigenen Augen gesehen hat. Sina dagegen schaute mit leeren Kopf alles an. Alles… was sie bei den Abenteurer erreicht hat… weg. Für immer und alle Zeiten.
Wenigsten hofft sie, dass sie… noch ihre Freunde vor diese eigenartige „Reinigung“ oder wie man es betrachten soll, gerettet hat… „Wow… wie man von heut auf morgen einfach alles verliert.“ meinte Sina auf einmal.
Bariel schaute sie von der Seite schweigend an. „Sei ehrlich Bariel, wenn Ferr und dieser andere alte Sack am Leben wären, hätte ich das umgesetzt was ich mit Corcan gemacht habe?“
„ … Nein.“ drehte ihre Tochter wieder ihren Blick auf die Straße vor ihnen. „Sie wären die Personen, die auch ihre Familie geopfert hätten. Der Vorteil… war für dich, dass Corcan eine etwas… andere Sicht hatte.“
„Hm… und was ist deine Einschätzung zu Millie?“ „Sie… ist eine Einzelgängerin, keine Familie und… Freunde keine Ahnung. Sie war meine Lehrerin gewesen, aber wirklich nah hat sie mich nicht an sich herangelassen.
Damals hatte es mich nicht gestört, man sollte Arbeit und Privatleben voneinander getrennt halten, ihr Job… war mehr oder weniger ihr Lebensinhalt. Sie und Ferr haben sich eigentlich sehr gut verstanden, doch jetzt?
Du hast doch… auch gemerkt, wie ich mich immer mehr und mehr verändert habe und dabei ignorieren wir, dass ich… nochmal eine körperliche Veränderung hinter mir habe. Ich… keine Ahnung.
Früher hab ich vieles objektiv betrachtet, meine Einstellung war… teilweise kalt und einsam, aber jetzt? Liebend gerne würde ich den meisten nun den Kopf einschlagen, sobald es um meine neue Familie geht.
Ich werde immer emotionaler und wenn es um dich selber geht… Früher habe ich dich beim Namen genannt, danach respektvoll Mutter… bis ich wie Ruri geworden bin… mit Mama. All das… finde ich… gut.“ musste Bariel lächeln.
„Ich mag es, emotional zu sein. Ich mag es, wenn mein Herz rast vor Freude und Wut. Ich mag es, in dem neuen Zuhause zu leben. Früher… habe ich meine Einsamkeit damit verbracht Ölgemälde zu malen, doch es ist… immer was los bei uns.
Dabei… ignoriere ich bewusst… die Aktion von Sharlia. Mama… es tut mir leid, dass ich dich nicht warnen konnte, denn… ich glaube, dass es mein Fehler war. Mein Fehler, dass du dich nicht vorbereiten konntest. Selbst für mich war das jetzt etwas… überraschend gewesen, was sie geplant haben.
All die Dokumente, ich wundere mich, warum Ferr mir nie den Auftrag gegeben hat, dass ich ebenfalls die Arbeit machen soll. Ich hatte nie Kontakt zu dir gehabt, entweder weil ich außerhalb von Fanfoss immer stets verreist war oder in meinem eigenen Heim ausgeruht habe.“
Sina hielt an und umarmte Bariel, dabei streichelt sie ihren Hinterkopf. „Bitte Bariel… hör auf dir selbst Vorwürfe zu machen. Selbst… wenn ich dieses Wissen hatte…“ erklärte Sina ihrer Tochter, was Ferr noch am Ende gesagt hat zu dem Dämonenkönig-Titel.
Bariel schloss ihre Augen und seufzte. „Verstehe… deswegen hättest du selbst mit Vorbereitung… keine Chance gehabt. Dann bitte Mama…“ drückte Bariel Sina von sich weg und schaute ihr in die Augen.
„Ich bin deine Tochter und will, dass du mich ab sofort in allen deine Projekten, Zukunftsplänen… und auch in den dreckigen Geheimnissen einbeziehst. Jetzt… bin ich… auch mehr oder weniger frei, mich bindet nichts mehr in Alliancia.
Bilde mich aus, was ausgebildet werden muss. Bring mir bei… wie man Personen zu deinen Gunsten manipulieren kann. Mama, ich will wirklich deine größte Unterstützung werden. Du liebst Sherry und Neia, deine Familie und weiteres, aber…
Was auch immer du planst, es wird immer größer und größer. Du brauchst langsam mehr Leute, die auch für dich deine Pläne weiterführen. Wenn du wieder einen heftigen Kampf hast, dann muss jemand sofort deine Arbeit weitermachen können, wenn du dich ausruhst.
Das denke ich, kann ich machen. Du hast mich jetzt längere Zeit beobachtet und hilfst mir immer, ich glaube wirklich, dass… ich deine rechte Hand oder irgendwas ähnliches werden kann. Wenn ich mit jemanden schlafen soll, um ein Vorteil für uns herauszuholen, dann werde ich es machen.
Mama, du sagtest vorhin noch, ich wäre im falschen Körper geboren, vielleicht stimmt es ja auch. Ich bin jetzt viel glücklicher, doch ich wäre noch glücklicher, wenn du das auch bist. Momentan zwingt dich irgendwie die halbe Welt in der Ecke und… es ist nun ausgeartet.
Deswegen Mama… wenn du jemanden… etwas „antun“ musst, ich will dabei sein. Ich will soviel lernen wie möglich, damit ich dein Vertrauen würdig bin. Immerhin… habe ich vermutlich eine weitere Schwester, aber dennoch glaube ich, dass ich die Tochter sein kann, die dein größtes Vertrauen genießen kann, wenn sie ihren Wert beweist.“
Sina sah, wie ernst Bariel es meinte und musste lächeln. Sie umarmte sie wieder, ihr Knochenschwanz wedelt glücklich in der Luft. „Danke mein Kind.“ flüstert Sina ins Ohr von Bariel. „Ich werde darüber nachdenken, denn das muss ich jetzt machen oder? Keine Sorge…
Wenn ich eine Tochter gewünscht hätte… und nicht missverstehen… dann wäre es genau jemand gewesen, der wie du bist. Kinder… lehne ich nicht ab, aber… in meine Situation? Die Welt, die mich immer mehr als Feind betrachtet?
Mir dir… hätte ich eine Tochter, die sich definitiv sich wehren kann. Ich weiß überhaupt nicht, wie stolzer ich noch auf dich sein kann Bariel. Bleib an meiner… verrückten… kaputten Seite, du gehörst zu den Personen, die ich wirklich brauchen werde.“
Bariel drückte ebenfalls zurück und musste sie Mühe geben, keine Freudenträne zu produzieren. „Danke… wenn ich eine Mutter… hätte… wäre es eine wie du gewesen. Du weißt, was ich damals gesagt habe.“
„Ich weiß…“ streichelt Sina den Rücken ihrer Tochter. „Dachte ich mir doch, dass ihr es seid Lady Sina.“ sagte eine wütende Stimme hinter den beiden Damen. Verwundert lösten sich die Frauen auf und widmen sich der Stimme, das niemand anderes war als Priester Armoni.
„Urgh… was wollen ausgerechnet sie denn von MIR?“ verzog Sina ihr Gesicht und Bariel nahm direkt eine Hand von ihrer Mutter, denn was auch immer gleich passiert, ein Mord mitten auf der Straße muss sie irgendwie verhindern.
„Überhaupt nichts will ich von ihnen, ich wollte lediglich euch mitteilen, dass heute die letzte Kutsche die Waisenkinder in das weit entfernte neue Heim bringen wird. Wieder haben sie ihren Willen umgesetzt, doch zum welchen Preis?“ hingen die Mundwinkel des Priester unten.
„Zu einem Preis, dass die Kinder in Sicherheit sind. Legen sie mal endlich ihre Scheuklappen vom ihren Kopf runter, dann sehen sie vielleicht ein bisschen mehr!“ passte Sina sich dem Tonfall des Priesters an.
„Was soll ich denn sehen? Das die Stadt dem Untergang geweiht ist dank ihnen?“ kniff der Priester wütend seine Augen zusammen. „Solange sie hier sind, wird keine Hilfe kommen. Ich habe ihnen schon damals gesagt, dass sie die Stadt verlassen sollen, doch das tun sie nicht.
Sie wollen ihren Willen wieder haben, dass alles nach ihre Nase läuft. Dabei wäre es doch so einfach: Ein Leben um das Leben Tausender zu retten. WENN sollten sie ihre Scheuklappen entfernen, damit sie sehen, welche Konsequenzen zu ihren Entscheidungen kommen!
Die Stadt liegt ihnen am Herzen und dennoch können sie nicht das erfüllen, was sie versprochen haben: Einen sicheren Schutz. Die Kinder müssen in Sicherheit gebracht werden, die Städte in unsere Nähe haben sich dem… Plan ebenfalls angeschlossen.
Dazu, dass wir keine weitere Hilfe vom Königreich bekommen, woher wollen sie die Soldaten herbeizaubern? Bedaure, aber sie Lady Sina sind momentan das größte Problem, ob sie es wahr haben wollen oder nicht!“ knallte der Priester seine Meinung Sina ins Gesicht.
Viele Passanten wunderten sich über den Streit auf der Straße, den zwei Dämonen und ein Priester haben, was schon ein seltsames Bild zeugte. Bariel schaute besorgt zwischen den Priester und ihrer Mutter hin und her.
Sina dagegen… starrte in die Augen von dem Priester. „ … Ich werde sie irgendwie immer bewundern, auch wenn ich sie nicht leiden kann Priester.“ meinte Sina auf einmal und Priester Armoni hob nur verwundert seine Augenbrauen.
„Sie gehören wirklich zu den Personen, die keinerlei Scheu haben, ihre Meinung zu sagen, egal ob der Gegenüber eine normale Person ist oder etwas… Stärkeres. Die Courage zeigen nun wirklich nicht viele gegenüber mir.
Heute ist schon genug Blut geflossen, ich will nicht auch noch ihres vergeuden, die Welt braucht noch Leute mit ihrem Schneid. Priester Armoni, sie haben ihre Beschwerde geäußert und ich habe es in Kenntnis genommen, ich wünsche ihnen einen schönen Tag. Komm Bariel, wir halten nur den Verkehr auf.“
Die Dämonenkönigin drehte sich um und zog direkt ihre Tochter mit, während der Priester etwas verdattert auf der Straße stand. „Mama…?“ schaute Bariel besorgt ihre Mutter an… und sah, wie eine Träne durch die Illusion von Sina´s Augen runter fiel.
„Nicht… lass… uns einfach nach Hause gehen.“ schüttelt Sina den Kopf. Schweigend gingen die beiden Dämonen die Straßen und weiteres entlang, es verging einige Zeit, bis sie das Grundstück der Monstervilla betraten.
Scheinbar war einiges hier los, denn alle Vampire waren anwesend vom Clan. Lara kam schon sofort zu Sina angerannt. „Sina? Was ist hier los? Du hättest alle gefeuert von der Abenteuergilde?!“
Sofort drehten sich alle Vampire sich zu Sina um, selbst Edwin kam mit einem sehr besorgten Gesichtsausdruck zu seiner Herrin. Sina schaute alle Vampire an und musste seufzten. „Bitte gibt mir kurz Pause, dann werde ich es allen erklären. Neia ist im Haus?“
„Im Wohnzimmer, die von Sherry getröstet wird.“ schoss die Antwort von Lara. „Gut… dann hol gleich ALLE Vampire, also von den anderen Clan, bis auf Eli und den Zwerg, die brauch ich nicht in meine Nähe. ICH werde jetzt zuerst Neia aufsuchen, dann euch ok?
Versammelt euch alle im Hintergarten, wir brauchen ein bisschen den Schutz der Mauer. Keine Lust, dass jetzt irgendwelche Probleme in der Stadt passieren. Mio und Tio?“ fragte Sina weiter.
„Erm… sind glaube ich in ihrem Zimmer und müssen das wohl irgendwie verarbeiten.“ war Lara sehr besorgt. „Bariel, rede kurz mit ihnen, damit sie auch bei dem Treffen anwesend sind.“ schaute Sina kurz zu ihre Tochter, die nur nickte.
„Gut, dann… bis gleich.“ ging Sina an Lara sowie Edwin vorbei in ihre Villa. Sofort drehte Lara sich zu Bariel um. „Mama… wird es gleich erklären, ein bisschen Geduld, denn… das alte Leben, was wir alle kennen… dürfte sich bald ändern.“
Die Illusion von Bariel löste sich von Sina auf und man sah ihr blutverschmiertes Gesicht wieder. Sie ging direkt in das Wohnzimmer und sah, wie Neia hörbar schluchzte, während Sherry neben ihr am Sessel den Rücken streichelt.
Sherry drehte sich zu Sina um und riss erstaunt ihre Augen auf, als sie Blut an Sina sah. „Was… ist passiert?“ Doch Sina schüttelt nur ihren Kopf und ihr fielen nun auch die Tränen. „Ich kann verstehen, warum Neia es so weh tut.“ kam die weinerliche Stimme von Sina.
Neia hörte die Stimme und drehte ihren verweinten Kopf zu Sina. „Auch mir wurde der Abenteuerstatus entzogen. Die Liste ist zu lang, für all… meine Vergehen, letztendlich hat ihnen jemand zugesteckt, dass ich die Dämonenkönigin bin und damit überhaupt keinerlei Anrecht hätte Abenteurerin zu sein.“
Schockiert rissen Neia und Sherry ihre Augen auf, selbst im Flur stand Suki mit Kyllia, die von ihrem Zimmer runtergekommen ist. „Ich… wurde nicht nur verbannt für alle Zeiten, es wurde mir auch verboten, jemals mit Abenteurer und weiteres in Kontakt zu kommen.“ schniefte Sina.
Kyllia umarmte sofort Sina, die schon die ganze Zeit die Gefühle ihrer Schwester gespürt hat. Wut, Trauer, Verzweiflung, Wahn, Hass. Nun konnte sie verstehen, was die Ursache dafür war. Sina ließ das zu, denn nun konnte sie sich wirklich ausweinen.
Sherry schaute zwischen Sina und Neia hin und her, wo Neia ihr zunickte. Die verwandelte Elfe stand mit ihrem Kuhkörper auf und ging vorsichtig auf Sina zu. Die Zwillingsschwester ließ sie los, als Sherry vor Sina stand… und dann ganz dick umarmte… dann ließ Sina es raus. Man hörte sie regelrecht laut weinen.
Die gewünschte Pause zieht sich in der Länge, Lara und die anderen Vampire haben es mitbekommen, wie schlecht es Sina ging. Mit den Informationen der anderen Vampiren konnte Lara schnell zusammenzählen, dass für Sina eine Welt zusammengebrochen ist.
Es brauchte seine Zeit, bis Sina sich etwas beruhigen konnte. Sherry bereute es nun bitterlich, den blöden Ring angezogen zu haben. „Geht… es dir besser?“ flüstert Sherry und Sina schüttelt den Kopf. „Nein… es wird nicht mehr besser.“
Sina nahm ein bisschen Abstand, damit sie ihre Verlobte in die Augen schauten konnte. „Es wird auch nicht mehr besser werden. Ich habe… ich musste Dinge tun, weil es sonst noch schlimmer gekommen wäre.
Doch… ich will das nicht immer wiederholen wollen. Auf… dem Weg… musste ich mir Gedanken machen und… bin zu einige Entscheidungen gekommen. Neia… so… leid es mir tut, dass… ich dich nicht trösten konnte, aber… bis du in der Lage, zumindest im Garten zuzuhören?“
„Ja… ich glaube… schon.“ nickte die Blutelfe mit geröteten Augen. „Gut… dann holt alle her, denn… ich muss es verkünden.“ leckte Sina sich die Lippen. „Verkünden, wie nun unsere Zukunft gehen muss.“
„Muss… das wirklich jetzt sein?“ fragte Sherry berechtigt und Sina nickte. „Ja muss. Je eher ich mich und euch alle vor der Realität stelle, desto… eher wird man es akzeptieren. Ich danke dir Sherry… du hast mich wieder aufgefangen…“
„Das ist meine Aufgabe Sina und du weißt das genau.“ streichelt Sherry eine Wange von Sina. „Ich werde dich immer und immer wieder auffangen sowie auch Neia. Das sie alleine gekommen ist… musste etwas passiert sein, dass du nicht auch dabei warst.“
„Es… tut mir leid Sina, aber… ich habe mich… zu Tode geschämt…“ schniefte Neia und traute Sina nicht in die Augen zu schauen. „Ist… schon gut. Ich bin nur froh, dass du direkt nach Hause gerannt bist.“ versuchte Sina zu lächeln, was ihr misslangt.
Eine Stille entstand im Wohnzimmer bis Sina langsam aufstand mit Sherry. „Lass… uns einfach nach draußen gehen. Nach meine Verkündung… wird jeder Gedanken machen müssen.“ Besorgt schauten sich die Frauen alle an und sagten nichts.
Ohne große Worte ging Sina nach draußen, dabei wischte sie ihr Gesicht grob sauber, die Damen folgten ihr. Es war für Sina lange her, dass so viele Personen im Garten waren. Überwiegend überall Vampire, die schweigsam ihre Köpfe zu Sina drehten.
Die Augen der Dämonenkönigin sah alle gewünschte Personen in der Menge, was sie zufrieden stellte. Die Clanvertreter waren ebenfalls anwesend gewesen, denn Sina hoffte, dass diese ihre Eltern frühzeitig die Entwicklung mitteilten.
Sina gab Sherry ein Zeichen, dass sie alleine sein will und ging weiter nach vorne… bis sie so stand, dass sie alle Vampire im Blick hatte. Ihre Vampire… ihre Familie… die meisten wussten von den gefeuerten Vampiren was los war.
Mehrmals atmet Sina ein und aus, dann fing sie an: „ An alle, ab heute… bin ich eine gebannte Abenteurerin und habe dadurch keinerlei Kontakte mehr zu ihnen. Mehr noch, es wurde mir verboten.“ Ein Schock ging durch die Masse.
„Viele… haben mitbekommen, dass ich die Vampire in der Gilde gefeuert habe. Doch das habe… ich nicht aus Spaß gemacht oder weil ich eure Hoffnungen zerstören wollte. Das wäre mir nie in den Sinn gekommen. Ich möchte… dass ihr nun ALLES erfährt, was sich in der Gilde getan hat. „Illusion: Treffen mit den Protektoren“.“
Ein großer Bild wurde über Sina produziert und das Treffen mit den Protektoren wurde nun wiederholt. Alle schauten gebannt darauf zu… und man spürte eine Wut auf die Protektoren, mit welche Begründung die Protektoren Sina den Status entzogen haben.
Viktoria drückte so wütend ihre Fingernägel in ihre Hand rein, dass Blut runter tropfte. Lisa schaute besorgt Kyllia an und wunderte sich nicht, dass sie in ihrem Gesichtsausdruck den Hass ablesen konnte.
Bis ein fast kollektives aufkeuchen unter den Vampiren kam, als die Protektoren die Pläne mit den Vampiren kundgaben. Sina ließ bewusst ihre Erinnerung weiter laufen wo sie auch die Vampire gefeuert hat… und wie es danach weiter ging.
Neia hielt mit Sherry eine Hand und merkte, wie ihre Schülerin am Zittern war… bis all die weiteren Namen auf der Liste kamen. „Nein… das war zu viel für Sina…“ flüstert Sherry, wo nun die Tränen fielen.
Dann wurde es ekelhaft, Sina fing an aufzuräumen. Die Zuschauer sahen, wie Ferr mit der Karte getötet wurde, Millie zum Dämon verwandelt und Krasisus mit dem Knochenschwanz das Leben genommen wurde.
Als letzter Akt wurde der letzte Protektor von Sina so bearbeitet, dass von ihnen „eigentlich“ keine Gefahr mehr kommen sollten. Die Finger wurden geschnippt und die Illusion abgebrochen. Die Stille die nun herrschte… erdrückend.
„Niemals… hätte ich gerechnet, dass bei den Abenteurer solche Probleme kommen könnten, überhaupt nicht. Bevor diese Schweine euch jeden einzeln aufrufen und feuern, wollte ich irgendwie eure Würde noch retten und aufzeigen, wer die eigentlichen Schuldigen sind.“ sprach Sina wieder.
„Vielleicht… hätte ich anders handeln müssen, doch nach hinein weißt man es leider immer besser oder? Deswegen… so leid es mir tut, will ich vorerst, dass alle, die noch irgendwelche Mitgliedsausweise von den Abenteurer noch haben, diese… bei Edwin abzugeben.
Solange die Welt eure Rasse nicht akzeptiert, werdet ihr Monster bleiben. Das hat dieses Treffen sehr deutlich gemacht. Um daher gewisse… Provokationen von uns aus zu reduzieren, werden wir uns vorerst… kooperieren.“
„DAS WILLST DU WIRKLICH?!“ schrie Renee wütend. „Wie können sie es überhaupt wagen, dir was zu sagen! Wenn du das machst, dann hast du doch diesen Kampf verloren!“ Mehrere Vampire stimmten ihr zu, wie sie nickten.
„Der Kampf ist verloren, doch ich habe nicht gesagt, dass ich aufgebe.“ antwortet Sina mit ruhige Stimme und das Gemurmel wurde sofort wieder ruhig. „Wie ihr alle wisst, hat Lady Layla beim letzten großen Treffen gesagt, dass sie eine Veränderung anstrebt.
Den meisten dürfte bekannt sein, dass wir neue Regeln haben in der Vampirgesellschaft, bei Fragen an Lara wenden. Doch wichtiger ist… dass die Vampire anerkannt werden. Dies plant Lady Layla und ich werde all meine Energie dort investieren.
Nun habe ich alle Zeit der Welt und werde neue Pläne entwickeln. Pläne, dass JEDER von euch eine weitere Chance gibt. Wir wissen jetzt, dass wir mehr als nur Vampirjäger als Feinde haben und die Gedenke ich nun, gezielt auszuschalten.
Alle wissen, dass es mein Herzenswunsch ist, dass ihr so normal wie möglichst leben sollt. Also, wenn ich nicht aufgebe, dann solltet ihr es auch nicht. Es ist ein schwerer Schlag für uns alle. Ich mit meinen Status und ihr mit eure Anerkennung.“
Sina sah, dass sie zumindest ihre Leute motivieren konnte, doch das wird leider nicht von Dauer bleiben. „Leider… ist noch etwas mehr passiert.“ berichtet nun Sina ihre aktuelle Lage. Die verfeindete Händlervereinigung, die Zwergenreiche, die Elfennation von Delsanra.
Das alles führt dazu, dass man Fanfoss aufgibt, solange dort die Dämonen leben. Wieder war ein Schock, selbst für die Clanvertreter waren die Informationen neu. Lysa starrte Lisa an, die stur ihre Schwester ignorierte.
„Heute… als wäre es nicht schon so beschissen… musste ich mir von einem Priester den Vorwurf anhören, dass ich sehr egozentrisch wäre. Solange ich hier bleibe, würde ich mehr oder weniger alle Bewohner dieser Stadt den Tod in Kauf nehmen, meine Tochter Bariel war Zeuge.“
Auf einmal… bekamen einige Frauen, aber auch Vampire ein ziehen in den Magen, wie Sina dies mehr oder weniger berichtet.
„Ich werde Fanfoss verlassen.“