Ich bin wiedergeboren und ???
„Gut, dann kommen sie rein, damit sie unsere Zeit nicht verschwenden.“ nickte Ferr nur kurz und ging wieder in den Konferenzraum rein. Tio und Mio machten besorgte Gesichter, so wütend wie Sina aussah.
Sina selber stampfte eher wütend in das Zimmer, nicht ahnend, was denn jetzt auf sie zu kommt. Dabei hieß es immer, dass sie sich eigentlich keine Gedanken machen muss. „Hoffe… wo auch immer du bist Neia, du verzeihst mir…“
An der Tür angekommen, schloss sie direkt hinter sich und sah, dass der Raum ein bisschen umgestellt wurde. Drei Männer und eine Frau saßen an einem langen Tisch und davor war ein einfacher Stuhl.
Bei jeden der Protektoren war ein sehr großer Stapel, was genau die Dokumente sein könnten, interessierte Sina nicht. „Wenn sie die Güte hätten Lady Sina, nehmen sie bitte platz.“ zeigte Ferr mit einem Stift auf den Stuhl.
„Ich zeige dir gleich die Güte mit dem Stuhl. Mir geht es danach besser und dir weniger.“ dachte Sina und ging zu dem Stuhl. Nun hatte Sina die Chance, die anderen Protektoren genauer zu betrachten.
Aufgrund das es nur eine Frau war, dürfte es Protektorin Millie sein. Sie wirkt wie eine Frau in ihren 40er Jahren, normal Lederrüstung, die leichte Abnutzungserscheinungen hatte. Ein sehr dunkelbraunes Haar und zugleich auch braune Augen.
Zumindest eine Person, die in der Menge nicht sofort auffallen würde, so das Urteil von Sina. Doch… sie sah nicht wirklich aus, als wüsste sie wie man lächelt. Keiner der anwesenden Personen dürfte viel gelächelt haben.
Der Mann neben ihr hatte eher schwarze, aber sehr kurz geschnittene Haare. Auffällig ist eine Narbe, die eine Wangenseite stark zerrissen hatte. Von der Statur her dürfte er ein normaler Mann sein, der ebenfalls eine Lederrüstung trug.
Als nächstes kam Ferr, der aber Sina egal war, zum Schluss der letzte Protektor. Ebenfalls ein Mann älteres Baujahres der sich von den anderen Unterschied, dass er eine Ritterrüstung trug. Sein graues, doch recht langes Haar fiel hinter seinen Rücken.
Doch seine Augen… Sina dachte, dass sie auch von der Fürstin Delsanra sein könnten. Kalt wie Eis, nicht nur wegen der Augenfarbe. Alle starrten Sina an, bis sie endlich auf den Stuhl saß.
„Endlich.“ murmelt der Mann neben Ferr. „So… Lady Sina, wir kennen uns bereits, wenn ich Protektorin Millie, Protektor Corcan und neben mir Protektor Krasisus vorstellen darf, fangen wir mit dem Gespräch an.
Was unsere Funktion ist, brauche ich ihnen nicht erklären, eure… „Tochter“…“ „Wenn du noch einmal deinen ätzenden Tonfall ansetzt, werde ich als „Mutter“ es jederzeit korrigieren.“ unterbrach Sina den Mann direkt. „Wo ist sie eigentlich, denn sie hätte ich definitiv treffen müssen. Dass sie wegen Befangenheit nicht hier ist, ist selbsterklärend.“
Ferr kniff wütend seine Augen leicht zusammen. „Wegen Befangenheit? Sie wurde vom Dienst der Protektoren komplett entlassen. Ich habe sie bewusst ins Büro gesteckt, damit sie euch nicht warnt.“
„Wi… wieso wurde sie entlassen?!“ staunte Sina. „Soweit ich verstanden habe, werden einige Test mit ihr gemacht, ob sie ihrer Rolle noch nachgehen kann.“
„Bedaure sie zu korrigieren, aber wir haben keine Tests gemacht. Sie waren in Bariel´s Fall überhaupt nicht nötig gewesen.“ sagte Protektor Corcan, der jüngste Mann in Raum. „Und warum nicht?!“ hakte Sina direkt nach. Noch eine Sorge mehr ist gekommen.
„Ich wüsste nicht, dass wir die Fragen…“ meinte Protektor Krasisus, als er den Mordblick von Sina bekam. „Sie wollen die Kooperation von mir, nicht umgekehrt. Sag du alter Furz, Bariel wird entlassen UND in dem Büro eingesperrt? Was ist eigentlich hier los?“
„Wenn sie nicht gleich auf ihre Wortwahl achten, kann ich mich ihnen auch anpassen, kein Problem.“ kontert Ferr direkt. „Sie verlangen vermutlich Respekt von anderen? Dann sollte es umgekehrt ebenfalls der Fall sein!
Bariel wurde gekündigt, weil sie eine Dämonin geworden ist. Nicht nur das, sie ist nicht mal mehr unparteiisch. Ich habe ihr einige Fragen gestellt, als wir unter uns waren und die Antworten waren mehr als alarmierend gewesen.
Sie ist NICHT mehr in der Lage, die Gilde zu schützen. Sie lässt sich von ihren Gefühlen nun kontrollieren und mehr noch, sobald es was mit IHNEN zu tun hat Lady Sina, legt sie ein ganz anderes Verhalten dar. Dies habe ich früher von ihr nicht gekannt.“
„Moment… das Einzige, was mich gerade am meisten stört ist, dass sie wegen ihrer Rasse gekündigt worden ist, sie verdammter Rassist! Bariel wäre auf der Insel GESTORBEN an dem Giftangriff von diesem Echsenmensch!
Ich habe ihr die Wahl überlassen, ob sie leben will oder den unweigerlichen Tod. Das sie jetzt dafür bestraft wird, weil sie eine Dämonin ist, ist doch völliger Blödsinn!“ war Sina richtig sauer.
„Jede Entscheidung hat auch immer eine Konsequenz.“ meldet sich jetzt Protektorin Millie. „Doch uns Rassismus zu unterwerfen ist völlig fehl am Platz. Sie müssen wissen, als unsere Funktion von dem damaligen Helden erschaffen wurde, hat er ganz klar festgelegt, wer dafür nur infrage kommt.
Niemand anderes als Menschen. Bevor sie danach fragen, wir haben darauf keinen Einfluss und werden es nicht tun, weil die Begründung des Helden eigentlich sehr nachvollziehbar ist.
Die Menschen waren es, die die Abenteuergilden ins Leben gerufen haben. Sie waren es, die die eigentlichen Abenteurer auf der Welt erschaffen haben. Die Zwerge kamen erst später nach und die stolzen, aber ignoranten Elfen als nächstes.
Nur die Tiermenschen waren das Problem, weil die Regeln der Abenteurer ihnen angeblich die Freiheiten nehmen würden. Dennoch dauerte es nicht lange, bis auch sie die Regeln der Abenteuergilden akzeptiert haben.
Doch was der Held verhindern wollte ist, dass diese Rassen auch Protektoren werden. Der größte Nachteil ist einfach, dass die Zwerge und Elfen ein zu langes Leben haben und somit keine Chance gewährt wird, dass neue Protektoren nachkommen.
Tiermenschen könnten dies werden, aber wie ich eben erklärt habe, sie nehmen es leider nicht so genau mit den Regeln. Der Held wollte einfach verhindern, dass… wenn Protektoren ihrer Arbeit nicht unbedingt nachgehen, dennoch die anderen Protektoren nichts dagegen tun, dass sie einfach an Alter sterben.
Nun stellen sie sich einen korrupten Elfen vor, der alles tun und machen kann, wie es ihm gefällt. Die anderen schauen weg oder was auch immer der Grund ist und so eine Person soll über tausend Jahre ein Protektor sein?
Deswegen können sie ihren Vorwurf über Rassismus für sich behalten. Mehr noch… hat der Held es ganz klar und fett in das Regelwerk der Protektoren geschrieben: Dämonen dürfen überhaupt keine Protektoren werden.
Nicht nur haben sie ein endloses Leben, die Gefahr ist zu groß, dass sie einen Schaden anrichten, dass die Abenteurer komplett in Verruf bringt.“ „Huh?! Davon weißt Bariel aber überhaupt nichts!“ merkte Sina direkt an.
„Das stimmt und das tut mir persönlich auch leid, weil Bariel meine Schülerin war. Es ist mein Fehler, dass ich ihr diesen Teil nicht so genau beigebracht habe, gerade WEIL ich niemals damit gerechnet habe, dass sie oder überhaupt jemand zu einem Dämonen verwandelt werden kann.
Diesen Fehler habe ich nicht kommen sehen und mich bei ihr auch entschuldigt.“ erklärte Millie sehr nüchtern. „Und ich habe mir geschworen, diesen Fehler kein zweites Mal zu wiederholen.“
„Super, danke für die Erklärung.“ bedankte Sina sich sarkastisch und schaute Ferr wieder an. „Und weswegen sperrt ihr sie ein hm? Wundere mich, dass sie nicht längst die Tür aufgetreten hat.“
„Hätte sie, als ich sie davor gewarnt habe, dass sie mehr als nur den Protektoren-Status verlieren könnte. Wenn es um euch geht, wird sie sehr unvernünftig, aber irgendwie hat die Vernunft in diesem Fall bei ihr noch obsiegt.“ knurrte Protektor Corcan.
„Was? Das sie komplett von der Abenteuergilde ausgeschlossen wird? Ich bitte sie, irgendwo gibt es auch eine Grenze!“ schüttelt Sina verständnislos den Kopf.
„Das sollte man auch bei ihnen meinen. Sie haben als Abenteurerin mehrmals die Grenzen überschritten und die halbe Welt hat mehrmals die Augen verschlossen.“ warf der Protektor Krasisus die Behauptung gegen Sina.
„Und das ist der Grund, warum wir mit ihnen sprechen wollen Lady Sina.“ nickte Protektor Ferr. „Sie sind eine verdammte intrigante Person, deswegen haben wir nur Bariel und Fürstin Neia eingeladen mit dem Plan, dass sie selber schon die Gilde unvorbereitet betreten.“
„Das haben sie hervorragend geschafft, Glückwunsch.“ meinte Sina sarkastisch. „Nun bin ich hier, ich bin ganz Ohr, während meine Familie am Weinen ist.“
„Bevor wir an das wirkliche Thema kommen, weswegen sie heute hier sitzen ist, dass wir einige Fragen stellen müssen. Wir raten ihnen, dass sie sich kooperativ verhalten, denn es würde unsere Arbeit nur erleichtern, statt dass wir uns auf unsere Vermutungen verlassen müssen.“ merkte Millie von der Seite an.
„Himmel, die sind ja viel schlimmer als die zwei Knallköpfe von Beamten…“ bekam Sina nun leichte Kopfschmerzen. „Nur zu, fragen sie mich komplett aus. Doch auch ich werde nicht alles beantworten, wenn es zu meinem eigenen Schutz dient.“
„Sollten sie aber, weil es unseren Entscheidungen hilft, ob sie weiterhin als SV-Abenteurerin in unserer Gilde bleiben dürfen.“ offenbarte Ferr nun das größte Geheimnis. DAS hat Sina nun wirklich nicht kommen sehen, damit haben sie Sina eiskalt erwischt.
„Dann… fangen sie einfach mal an.“ knurrte Sina, während sie schon in höchster Konzentration war. „Was… ist denn jetzt schon wieder los?“ grübelte die Dämonin nebenbei.
„Vor langer Zeit, als sie den Auftrag angenommen haben, etwas über den Verbleib der Gildemeister von Osnain herauszufinden, gab es einen kleinen Vorfall an der Grenze.“ fing Krasisus an. „Einer der Wachen kann sich noch gut daran erinnern, dass er von ihnen bedroht wurde, weil er seinen Pflichten nachgegangen ist?“
„Habe ich, weil es seine billige Ausrede war, dass ich eine Adelige war. Ein Titel, den ich vom König bekommen habe für die Rettung der Kinder.“
„Worauf sie schon ansprechen. Wir haben keine irgendwelche Belege, dass sie offiziell den Auftrag hatten, die Armee des Königreichs von Efrana anzugreifen.“ blätterte Ferr mehrere Blätter vor sich, als würde er was suchen.
„Ernsthaft? Ich brauche dafür einen Beleg?“ staunte Sina. Sie suchte kurz im Inventar und fand die Belohnung, die sie damals von Themba bekam. Sie warf sie provokant auf den Tisch. „Da ist der Beleg, dass mich die Königskinder im Gasthaus von Siediff beauftragt hatten, dass sie ihren Vater, der auch zugleich der König war, lebend zu erreichen.“
„Meinen sie nicht, dass sie es damals auch anders geregelt hätten? Sie haben damit die Gilde von uns sehr in Verruf gebracht.“ kniff Ferr wütend seine Augen. „Ach? In welcher Form denn? Das ich eine Armee zusammengeschlagen habe?
Es ist niemand gestorben, die Kinder sind glücklich beim König angekommen und zugleich wurden die Parasiten bei den Adeligen entfernt. Eher war es das Gegenteil der Fall.“ kontert Sina.
„Das mag stimmen, aber die Armee von Osnain wurde von ihnen größtenteils zerstört. Befragungen meinerseits mit Angehörigen des Militärs haben ergeben, dass sie in keiner Form sich zurückgehalten haben und sogar die vielen Tote in Kauf genommen haben.“ kam der Vorwurf von Protektor Corcan.
„Komischerweise wurde meine Partnerin Sherry entführt, was die Kaiserin Emilia belegen kann. Hätte ich einfach vor der Tür klopfen sollen und fragen, ob ich meine Partnerin lebendig wiederbekommen könnte?“
„Sie haben dafür den Stellvertreter Marcel ohne jeglichen Grund zusammengeschlagen und aus den wenigen Informationen etwas zusammengereimt. Der einzige Umstand, der für sie spricht ist, dass sie recht hatten. Aber sie hatten NICHT das Recht weder den Stellvertreter NOCH das Militär anzugreifen, es gibt andere Lösungen!“ war Corcan wütend.
„Du kannst mich auch mal. Das WAR der Thronerbe: Illusion: Kammer des Grauens!“ zaubert Sina die Illusion hoch und die Protektoren bekamen die Schrecken zu sehen, was der Prinz Leonardo angerichtet hatte… bis zu der riesigen Körperskulptur. Sherry sah man ebenfalls, wie sie an der Decke festgehängt war. „Sag mir Klugscheißer, WIE wären denn die anderen Lösungen gewesen?“
Damit hat Sina es zumindest geschafft, dass Corcan ruhig gestellt war. „Nah? Scheinbar hat ja jeder sehr viel Zeit gehabt, alle meine Scheiße nachzuverfolgen. Wenn sie ihre Arbeit mal richtig gemacht hätten, dann hätten sie auch wissen müssen, was der Penner meiner Partnerin angestellt hatte. MEHR NOCH! Sie haben die meisten gefangenen Abenteurer für damalige Testzwecke missbraucht, was zu ihren Tod geführt hat.
IHR wollt MIR sagen, ich hätte das alles nicht machen DÜRFEN? ERNSTHAFT? Dafür sind die Beziehungen zwischen dem Kaiserreich Osnain und den Abenteuergilde besser als je zuvor!“
„Nichtsdestotrotz haben sie ihre Befugnisse weit überschritten als Abenteurerin.“ ließ die Behauptungen von Sina den Protektor Krasisus ziemlich kalt. „Zumal sie zu einer Kanzlerin von dem verstorbenen Kaiser ernannt worden sind. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wären sie keine Abenteurerin mehr gewesen.“
„Sie haben sehr viele Gildemeister hinter ihrem Rücken gehabt, die uns immer wieder davon überzeugt haben, dass es gegen euren Wunsch gegeben wurde.“ sagte Protektorin Millie dies. „Doch scheinbar geht ihr ja ziemlich fleißig eurer Arbeit als Kanzlerin nach, obwohl ihr das ja nicht haben wolltet.“
„Und was genau arbeite ich denn hm?“ lächelt Sina entgegen. „Vor kurzem haben sie Kaiserin Emilia bei einem Konflikt gegen den verstorbenen Elfenfürst Aelrindel beigestanden. Ein anwesender Zeuge hat mir dies bestätigt.“ las Millie etwas von ihrem Blatt vor.
Schnell überlegte Sina, wer dieser Zeuge sein könnte und es fielen ihr nur vier Personen ein. Doch welcher dieser Personen genau könnte es gewesen sein? „Mehr noch, SIE haben im Namen des Kaiserreichs einen wichtigen Wald mitsamt dem Baum des Glauben von den Elfen zerstört. Damit haben sie unsere Neutralität mehr als verletzt.“ teilte Millie es noch weiter mit.
„Eine Elfennation verbietet jeden Kontakt mit Menschen, mehr noch Abenteurer sind ebenfalls unerwünscht. Das ist eine Konsequenz, dass ganz klar auf sie zu führen ist.“ klagte Ferr Sina an. „Doch es geht noch weiter… Es gab nochmal einen Grenzvorfall an Tuzato. Da hätten sie angeblich die Aufforderung abgelehnt zu gehen.
Mehr noch, haben sie ganz offiziell gedroht, ihre Macht als Kanzlerin und… Heldin von Efrana einzusetzen. Das ist Machtmissbrauch in mehreren Fällen und dabei haben sie wieder die Abenteurer reingezogen!“
„Und das ist nicht mal das schlimmste.“ sprach Protektor Corcan nun. „SIE, eine… Abenteurerin Mel und Lara haben ganz offiziell eine Armee von Tuzato angegriffen. Wir haben alle Berichte durchgelesen und auch die Augenzeugen befragt und unsere Meinung?
Das ist der größte Bullshit, den wir alle erlebt haben. Eine Armee aus Notwehr zerstört? Ernsthaft? Ist das normal bei euch Dämonen? Damit haben sie WIEDER unsere Neutralität verletzt in einem sehr GROßEM Stil!“
„Willst du jetzt ein Taschentuch haben? Sie haben uns angegriffen und da sie nicht mit den Angriffen aufgehört haben, mussten wir ein bisschen mehr Überzeugungsarbeit leisten.“ ließ Sina sich nicht aus der Ruhe bringen.
„In dem sie wieder die Macht als Kanzlerin und Heldin von Efrana ausgenutzt haben. Ausgenutzt haben, um die Theokratie von Tuzato vollständig zu zerstören!“ schlug Krasisus mit der Handfläche auf den Tisch.
„Ich sehe keinen Verlust da drin, dass diese Wahnsinnigen von dem Kontinent verschwunden sind.“ betrachtet Sina ihre Fingernägel. „Sicher? Wir haben regelrechte Beschwerden von dem Gildemeister aus dem ehemaligen Tuzato bekommen, dass ihr sie alle bedroht habt!“ knurrte der Ritter.
„Habe ich das? Ascal war ebenfalls anwesend, haben sie nach seiner Ansicht mal gefragt? Meine, bevor ich mir den Mund fusselig rede?“ zuckte Sina mit den Schultern. „Aus meiner Sicht habe ich einfach eine Grenze gezogen, weil die Kinder etwas wollten, aber nicht bekamen. Das hat dann auch geklappt.“
„Meine Damen und Herren, Lady Sina scheint scheinbar nicht ihre Lage zu verstehen oder verstehen zu wollen.“ seufzte Ferr, der keine Geduld mehr hatte. Auf einmal holte er einen Brief aus seine Robe hervor.
„Lady Sina, ich bekam einen anonymen Hinweis zugesteckt. Normalerweise ignoriere ich sie komplett, weil sie meine Arbeit manipulieren kann. Doch… diesen Inhalt kann ich nicht ignorieren.“ starrte Ferr Sina an. „Und was steht drin, damit ich endlich gehen kann?“ fragte Sina.
Protektor Ferr öffnete den Brief und holte den Zettel raus. Diesen drehte er zu Sina um, wo man sehr deutlich was lesen konnte: „Sina ist die Dämonenkönigin.“ in blutiger Schrift. „Wollen sie was dazu sagen? Ich meine, sie hatten eine Ansprache von Batzien gegeben, dass sie keine wären.
Dummerweise hat jeder ein Zeuge befragt, der etwas… gegenteiliges behauptet. Lady Sina, eine einfache Frage daher: Sind sie die Dämonenkönigin oder nicht?“
Beide Seiten starrten sich an, Sina selber schloss die Augen und musste mehrmals stark ein und ausatmen. Anschließend öffnet sie wieder ihre Augen. „Ja, ich bin die Dämonenkönigin, aber nicht von Deymonlia, sondern weil der dunkle Gott es mir gegeben hat. Ich bin nichts anderes als ein Träger diesen Titels.“
Die Protektoren sagten nichts, Ferr schaute nur jeden einzeln an und diese nickten ihm nur zu. Anschließend stand der alte „Richter“ auf und schaute Sina anklagend an.
„Lady Sina, normalerweise würde ich direkt zum Punkt kommen, aber aufgrund ihrer Natur will ich mir keine Formfehler erlauben. Sie sind wie ein Geschwür in unserer Gilde und das was sie bisher aufgebaut haben, werden sie vermutlich mit Hand und Fuß zu wehren wissen.
Lady Sina, Abenteurerin Rang SV wird ab jetzt und heute von unserer Gilde verbannt. Nicht nur verbannt, sondern euch ist es verboten, jemals in eurem Leben eine Abenteurerin zu werden noch die Gildehäuser zu betreten.
Weiteres wird jede Abenteuergilde dazu angehalten, keinen Kontakt mit ihnen zu knüpfen noch das sie es bei uns versuchen werden. Wird das nicht eingehalten, so werden diese Abenteurer oder Mitarbeiter des Hauses ebenfalls verbannt.
Die Gründe der Verbannung… Aufgrund mehrmaligen Überschreiten der Neutralität, mehrere Angriffe auf die Nationen auf Alliancia und Ausnutzung der Macht. Ausnutzung der Macht, weil sie immer noch eine aktive Rolle als Kanzlerin von Osnain ausüben und somit eine Führungsrolle in einer Nation arbeiten.
Angriff auf mehrere Elfennationen sowie Einmischung in ihren Glaubenskrieg. Missbrauch der Gewalteneinteilung innerhalb der Abenteuergilde sowie dass sie Hand an eine ehemalige Protektorin angelegt haben, dass sie zu einer Dämonin wurde. Dazu die große Lüge über ihre eigene Person, was sie sind und mehrere bekannte Abenteurer auf ihre Seite gezogen haben.
Und zuletzt… weil sie die Dämonenkönigin sind. Es ist egal… ob sie eine Trägerin sind, die tatsächliche Anführerin aus Deymonlia sind oder nicht. Wir Protektoren bekamen noch eine weitere Aufgabe.
Diese wird erst einem beigebracht, wenn man längere Zeit als Protektor gearbeitet hat. Der Held, der uns erschaffen hat, hat aus irgendwelchen Gründen vorausgesehen, dass die Dämonen die Vorteile unserer Gilde ausnutzen könnten.
Doch nur den Dämonenkönigen traute er diesen Schritt zu, weil sie die nötige Skrupellosigkeit zutraut, es umzusetzen. Selbst… wenn wir einfach ALLES ignorieren würden, was sie getan haben Lady Sina, wäre ab ihrem Titel Schluss gewesen.
Wir sind uns bewusst, dass es ein sehr gefährlicher Schritt von uns ist, EUCH… zu „provozieren“, aber scheinbar genießen sie „angeblich“ das Leben auf Alliancia. Werden wir heute sterben, dann wird der Welt die Augen geöffnet, dass die Dämonen immer noch die Monster sind, wie man sie kennt.“
Der Kopf von Sina war leer. Niemals… hätte sie das geglaubt, dass man sie derart hart angeht und… versteht so langsam, was Neia die ganze Zeit gefühlt hat und warum sie voller Wut und Frust weggerannt ist.
„Lady Sina, ich fordere von ihnen die Abenteurerkarte. Es ist eine Schande, was SIE unserer Gilde angetan haben.“ setzte sich Ferr auf seinen Stuhl und scheint auf das Blatt zu starren. Die Augen von Sina folgten ihm und sah, dass der alte Mann etwas auf dem Blatt durchstrich.
Ohne nachzudenken stand Sina auf, die Protektoren waren auf einmal sehr angespannt. Sie ging… langsam auf den Tisch zu, wo sie dann vor Ferr stand. „Ihre Karte bitte?“ schaute Ferr ohne irgendwelche Angst zu haben Sina in die Augen.
„Geben sie mir das Blatt.“ riss Sina das Blatt vom Tisch runter. So schnell, wie Sina es weggezogen hatte, konnte Ferr es nicht verhindern. „GEBEN SIE MIR DAS SOFORT ZURÜCK!“ brüllte Ferr wütend.
Doch das war der Dämonin egal, die jetzt alles verloren hatte. Sie sah, dass Bariel, Neia und ihr Name durchgestrichen waren. Dann kamen Tio, Mio und viele weitere Namen… Namen von den Vampiren. „Wenn ich das richtig deute… wollen sie alle Vampire feuern?“ sprach Sina mit einer Stimme, dass es sehr kalt im Raum wurde.
„DAS GEHT…“ brüllte Ferr weiter, da bekam er eine Ohrfeige von Sina. „Das geht mich sehr wohl etwas an du kleines rassistisches Stück Scheiße. Ich habe… keinerlei Gründe mehr, mich zivilisiert zu verhalten. Sie wollten so unbedingt den Dämonen aus mir machen? Den kann ich ihnen geben.
Sie haben alle Ketten, die mich daran hindern könnten, gelöst. Ausnahmslos ALLE!“ knurrte Sina. „Also… wenn du… mit deinen Protektoren den Tag hier überleben willst, dann sag mir, warum die Vampire auf der LISTE SIND!“
Blut tropfe vom Mundwinkel von Ferr runter und er starrte Sina hasserfüllt an. Die anderen Protektoren haben irgendetwas unter dem Tisch in die Hände genommen, vermutlich ihre eigenen Waffen.
„Weil das Monster sind! Sie hätten von Anfang getötet werden müssen!“ teilte Ferr den Grund mit. „Einige von ihnen sind sogar bekannte Attentäter, wir haben uns die Informationen von den Vampirjägern geben lassen!“
„VERDAMMT!“ schrie Sina. „DIESE Vampire wollen sich aber der Gesellschaft ANPASSEN! SIE uraltes Relikt, das hätte längst tot sein müssen, sind ein Stein, das die schönen Veränderungen behindert!
ES STIMMT! Die Vampire haben wirklich ihre böseste Seite gezeigt und DAS streite ich nicht ab! Aber das dieses Projekt, was ich mit Ma Shi ins Laufen gebracht habe, zu zeigen, dass die Vampire sich ändern können, wenn man es ihnen erlaubt, eiskalt beendet werden MUSS, DAS ist nicht nachvollziehbar!
Diese Vampire sind in der Stadt und von den Abenteurern anerkannt! SIE haben in dieser Krise mit der Natur ausgeholfen, nun werfen sie ihnen vor, dass es eiskalte Monster sind, weil sie irgendwen in der Vergangenheit mal getötet haben?
Leben überhaupt die Familien von den Opfern? Wenn JA, dann schicke ich die Vampire zu ihnen, damit sie sich zu entschuldigen haben! Doch so…“ betrachtet Sina alle Protektoren. „So wie sie aussehen, interessiert es ihnen einen Scheiß oder?“
„In der Tat! Es interessiert uns ein Scheiß.“ nickte Millie. „Es sind Monster, keine Nation auf der Welt erkennt sie als Rasse an. Sie sind nichts anderes als blutrünstige Monster in Menschengestalt!“
Das Blatt zerdrückt sich in der Hand von Sina.