Ich bin wiedergeboren und die Sicht eines Kindes?
„Folgende Frage Sina: Wenn du das Land der Toten ganz klar für dich deklarierst…“ zeigte Ronald mit dem Finger die Größe des Landes. „Hast du alleine durch die Schluchten und weiterem einen etwas… natürlichen Schutz.
Dazu die Berge und wie du mir erklärt hast, ist das Land mehr oder weniger erm… „neu erschaffen“ worden. Dieser kompletter Ort wäre eine Schatzgrube, denn meines Wissens dürfte kaum einer wissen, was man alleine in den Bergen findet, dass man abbauen kann.
WENN du sagst… du willst das alles nicht, sondern willst für diese Größe des Landes Saifa… und damit meine ich mehr als was du unter deinem Namen besitzt… Das wäre dann ungefähr diese Größe.“ zeigte Ronald wieder mit dem Finger die Umgebung um Saifa.
„Mehr Strand, mehr Land, aber keine Berge. Die Ressourcen verändern sich komplett zwischen diesen beiden Ländern. Das was ich gezeigt habe war nur ein Beispiel. Man kann es auch so… oder sooo… oder auch so das Land nehmen.
Die Frage ist also… Was möchtest du haben? Wie sind deine Pläne mit diesen Informationen? Ich habe verstanden, dass Alliancia dir… massive Steine im Weg legen wird, aber du bist vermutlich selber auf den Gedanken gekommen:
Das was du machst ist nichts anderes als ein eigenes… Reich oder ähnliches zu gründen. Damit hast du zwar deine Vorteile, aber auch Nachteile, wenn du verstehst?“
„Ach man, macht das doch nicht noch komplizierter… Ich wollte nur ein kleines Stück Land haben, damit ich meinem Freund dem König das Problem nehme, dass die Zwerge ihn erpressen, gegen mich vorzugehen.
Er wird es nicht tun, aber es ist eigentlich eine Frage der Zeit, gerade weil er an sein Volk denkt. Zusätzlich über den kommenden Krieg gegen die Dämonen? Dann wäre sowieso das Problem: Die bekannte Dämonenkönigin Sina hat als erste Dämonin Land von Alliancia erobert oder zu eigen gemacht.
Es kommen nur mehr Probleme, wenn ich die Größe vom Land der Toten annehme. Ronald, ohne mir große… Gedanken zu machen: Mach das Land der Toten zu meinen Namen und biete es der Regierung an.
Sag ihnen alle Vorteile, die du mir eben genannt hast und das wir dafür Saifa komplett für uns haben wollen. Vielleicht ein BISSCHEN mehr Land, aber nicht soviel, dass man es als Reich ansieht. Versuch dabei, es irgendwie heimlich zu machen, damit die Händlervereinigungen nicht wieder irgendwelche Probleme machen.
Besser noch… du gehst an die Ritter Simon oder Friedrich heran, weil diese dürften bestimmt nicht von den Händler bestochen werden. Wir wissen beide: Beamte kann man sehr gut bestechen, solange die Summe stimmt.“ verschränkte Sina ihre Arme.
„Bevor du fragst, ich überlasse dir meinen Besitz, doch bedenke: Ich will nicht mehr Probleme haben als nötig. Wenn Mieter zu schaden kommen, muss ich Schutztruppen einstellen und wir wissen beide… dass wir nicht in der Lage sind, es auf Dauer zu bezahlen.
Wenn du mir den Gefallen tun könntest…“ lächelt Sina auf einmal. „Du kennst alle Namen in der Liste die du mir gegeben hast oder? Schreib ihnen allen einen Brief, wie dankbar ich wegen ihrer ungeteilten Aufmerksamkeit bin.
Doch teile ich eine sehr deutliche Botschaft, dass ich langsam gedenke, Problemfälle anzugehen und wenn ihre komplette Familie dran glauben muss. Die Mächtigste… darf es spüren und wenn sie keinen Schutz hat, dann haben sie selber auch keinen.
Ja, ich sehe es dir an Ronald, aber es ist mir nun wirklich scheiß egal was mit meinen Ruf passiert. Zu lange haben diese Geschwüre auf der Welt gelebt und ihre… „Arbeit“ gemacht, nun werden sie fachmännisch entfernt.
Zeit, dass diesen Händlern ihre Macht genommen wird. Entweder sie hören auf mit dem Scheiß oder sie sterben. Ich habe die Zeit, das Personal und sonstiges. Was wollen sie mir denn noch androhen? Handelssperre haben sie schon gemacht. Meinen Ruf ruinieren? Sind sie doch dabei.
Hätte nicht gedacht, dass ich eine so böse Person bin. Aber wenn die „Guten“ das nicht ändern können und ich habe ganz laut meine Beschwerde bei dem König mitgeteilt, dann müssen es die richtig bösen Buben machen, also ich.“
„Sina… wenn du diesen Schritt gehst, dann gibt es kein Zurück mehr, ist dir das bewusst?“ schaut Ronald seine Chefin traurig an.
„Was soll ich bitte machen? Auf mir ist JETZT ein Steckbrief, die Abenteuergilden haben mich verbannt. Ein Elfenreich will ebenfalls meinen Kopf, das andere enthält sich. Letzte kämpft momentan gegen einen Bürgerkrieg.
Das ich Land haben will, worauf ich mich zurückziehen kann sollte selbstverständlich sein, einfach weil ich dem König helfen will. Denn dann gebe ich ihm ein Argument: Sina lebt nicht auf meinen Land, also gebt Ruhe.
Ist zwar ziemlich einfach gehalten, aber ich gebe dem König eine Möglichkeit, dass er selber keinen Stress bekommt. Klar, ich könnte komplett nach Osnain umziehen, doch dann weiß ich eines: Das die Kaiserin nun Probleme bekommt.
Ronald… wenn ich aus Alliancia ausziehen muss… nach Batzien oder so… dann habe ich verloren. Richtig verloren und ehrlich? Ich hasse das Gefühl einer Niederlage, die vermeidbar wäre. Nur weil irgendwelche Viecher mir jetzt auf den Sack gehen, muss ich es mir nicht MEHR gefallen lassen!“ war Sina etwas wütend.
Der Verwalter spitzte kurz seine Lippen, leckte sich kurz und rieb sich am Hinterkopf. Dabei macht sich die Sorge breit, wie Sina gerade die Problemfälle genannt hat. „ … Ich werde zusehen, dass ich das Land bekomme, also Saifa selbst.
Sobald… keine Ahnung wie schnell der Prozess geht… Wenn das Land wirklich dir gehört, werde ich die Briefe raus schicken, nicht gleichzeitig. Ich will verhindern, dass die Vereinigung mir bei diesem Prozess dazwischen kommt.“
„Gut.“ nickte Sina… und wurde ein bisschen lockerer. „Und auch danke. Wie sich das auch alles entwickelt, aber ich danke dir wirklich, dass du als Freund mir zur Seite stehst.“ „Keine Ursache, nur… will ich wirklich vermeiden, dass eine Freundin, die ein so gutes Ansehen hatte, auf einmal… alles verliert.
Ich verstehe deine Gründe, wirklich. Du bist momentan sehr tief in einer Ecke und teilst aus. Was viele nicht sehen oder sogar vergessen… Egal ob du eine Königin, Dämonin bist oder einfach nur eine Frau: Du hast eine Stärke, was sie bitter bereuen und zu spüren bekommen, wenn du austeilst.“ änderte sich der traurige Blick von Ronald immer noch nicht.
Sina stand auf. „Deswegen diese Briefe, Drohungen und ähnliches. Ich spreche jetzt eine Warnung aus. Alle haben ihren Zug gemacht, nun bin ich an der Reihe. Sie selber entscheiden, ob sie wirklich weiter machen wollen, denn ICH kann mit ruhigem Gewissen sagen: Es wurde gewarnt.
Ich werde jetzt gehen, ich danke dir vom Herzen, dass du meine Lage verstehst und die ganze Arbeit hier… machst.“ verbeugte Sina sich kurz, dann ging sie ohne abzuwarten aus dem Büro raus.
Ronald schaute Sina nur hinterher und hatte… ein sehr beschissenes Gefühl auf einmal, dass er eine gute Freundin verliert. Die Dämonin nickte der Mitarbeiterin noch zu, dann verließ sie endgültig das Geschäft.
„Hm…?“ blickte Sina hoch und sah, dass Rubina alles aufgegessen hat. „Hoffentlich hat es dir geschmeckt?“ „Waren alle sehr lecker gewesen!“ lächelt Rubina und leckte sich die Lippen. „Ok? Dann gehen wir jetzt zu dem letzten Ziel, was ich heute aufsuchen.“ hob Sina die Hand hoch, was Rubina sofort ergrifft. „Gerne!“
Friedlich schlenderte das ungleiche Paar nun zum Rathaus… wo das Glück auf Sina´s Seite war. Nämlich erwischte Sina den Bürgermeister Hillar direkt vor dem Eingang. „Bürgermeister Hillar, schön das ich sie antreffe.“
„Sei gegrüßt Lady Sina und…“ blinzelt Hillar nach oben zu Rubina. „Einfach nur Rubina. Sie war das bekannte kleine Drachenmädchen, nun ist sie ein bisschen gewachsen oder?“ „Jawohl!“ machte Rubina mit der freien Hand eine Faust.
„Miss Rubina… Wie kann ich ihnen helfen? Wenn es um die Waisenkinder geht, sie…“ schaute der Bürgermeister die Dämonin wieder an, die eine Hand hochhob um die Redefluss zu unterbrechen.
„Keine Sorge, Priester Armoni ließ es sich nicht nehmen, es mir persönlich zu sagen. Es freut mich wirklich, dass sogar die anderen Städte die Weisheit hatten, bei diesem hm… „Projekt“ mitzumachen.“ lächelt Sina.
„Ich bin gekommen um ihnen mitzuteilen, dass ich in circa drei Wochen ausziehen werde und ab da kein Mitglied des Rathauses mehr sein will. Eigentlich könnte es jetzt schon sein, aber ich wollte nicht alles einfach ohne Ankündigung machen.“
„Sind… sie sich sicher Lady Sina? Wir hätten vielleicht auch andere Lösungen gefunden.“ machte der Bürgermeister direkt ein betrübtes Gesicht, doch Sina schüttelt den Kopf. „Sie gehören wirklich zu den vernünftigen Personen, die auch an eine Lösung glauben.
Bedaure, aber leider nein. Ich…“ atmet Sina kurz ein, dann gab sie Hillar eine Kurzverfassung: Verbannung von Abenteuergilde, Steckbrief der Zwergenreiche, Problem eines Elfenreiches. Händlervereinigung die gegen ihren Besitz vorgehen und vermutlich auch die Stadt Fanfoss anfassen wollen.
„Bürgermeister… der Priester hatte recht. Wenn ich weiter bleibe, dann geht die Stadt auch zu Grunde. Ich hatte an etwas geglaubt und gehofft, doch mit allen… diesen Problemen ist tatsächlich seine Lösung die einfachste.
Ich werde mich beugen, damit kein Stadtbewohner wegen mir leiden soll. Es bleiben noch ein paar Vampire hier, weil sie immerhin noch Hoffnung haben, aber ich? Mich behandelt man etwas, was man nicht auf Alliancia haben will.
Alles nur weil ich den Titel Dämonenkönig trage.“ lächelt Sina gezwungen und konnte nicht verhindern, dass eine blutrote Träne von ihrem Gesicht runter fällt. „Ein… beschissener Titel macht… alles kaputt.
Vielleicht hat doch jemand recht an seiner Behauptung, dass Titel Personen um einen herum nötigt sich zu ändern. Ihr seid es nicht, doch die Erklärung eben… alle wollen, dass ich verschwinde. Ich werde nach Saifa ziehen und abwarten… wie die meisten Reaktionen sein werden, wenn ich von hier weg bin!“
Rubina hat Sina von hinten umarmt und drückt die Dämonin an sich. „Nicht weinen Sina. Wir sind doch auch da!“ hörte Sina eine weinerliche Stimme. „Wir sind doch eine Familie oder nicht?“ schniefte das Drachenmädchen unglücklich.
Sina konnte es nicht verhindern, dass nun alle Tränen von ihren Augen fallen und das vor dem Bürgermeister Hillar, der mit dieser Situation überfordert ist. „Natürlich sind wir eine Familie. Ich bin sogar glücklich das ihr da seid, doch böse Personen wollen es nicht akzeptieren.
So einfach ich es gerne haben will… nichts als Frieden Rubina, will man mir es nicht gönnen. Ihr seid wenigstens da, wenn ich alles verliere. Deswegen muss ich Sorge tragen, dass euch nichts passiert. Den Vampiren, den Tiermenschen und wer noch sonst so verrückt ist, in meinen Clan… Familie dabei zu sein.
Rubina, es tut mir leid, dass ich dir Sorgen oder Angst gemacht habe. Leider… ist es nicht so einfach. Vielleicht hilft es dir ja mein Kind, dass ich es versuche. Sie… die mir was antun werden, werden es bitter bereuen und wenn ich sie töten lassen muss.
Komm… lass mich bitte los, damit ich… das Gespräch schnell beenden kann ok? Dann können wir gemeinsam ein bisschen fliegen gehen, aber… ich will das hier beenden. Will mir doch jetzt nicht nachsagen lassen, dass ich alles in einem Chaos hinterlasse.“ versuchte Sina etwas zu grinsen.
Scheinbar… merkte das Drachenmädchen was, die Sina hochhob. „Nein! Du gehörst mir!“ „Natürlich, aber…?“ wollte Sina noch was sagen, da flog Rubina schon in die Luft, wo Hillar nur staunend hinterher schaute.
Die Dämonin gefiel die Situation nicht, hatte aber die Angst, wenn sie sich wehrt, dass es böse enden kann. „Rubina…“ „Nein!“ schrie Rubina schon weinend und flog immer höher und höher. Die Landschaft wurde immer kleiner, selbst für Sina war es mal eine andere Sicht, „gehalten“ zu werden.
Wo Rubina auch flog, Sina spürte den rasenden Herzschlag von dem „kleinen“ Drachenmädchen. Irgendwann war ein weißer Wolkenteppich unter ihnen und Rubina schien… etwas zu suchen, was sie fand.
Sina sah es selber nicht, wusste es aber, dass es für Rubina wichtig war. Sie flogen und flogen… bis… „Huch?“ blinzelt Sina mehrmals, als sie eine Himmelsinsel anflogen. Je näher sie der Insel kamen, desto vertrauter kam sie Sina vor. „Ist das nicht… die Insel wo wir dich damals gefunden haben?“
„Ja… mein altes Zuhause.“ murmelt Rubina und Sina überlegte, ob Rubina wirklich einen Kompass braucht. Das Drachenmädchen erreichte Insel und landete neben dem See der Ortschaft, dabei ließ sie Sina los.
„Uh…“ bekam Sina wackelige Beine und verstand nun selber, warum fliegen eine coole Sache ist, aber nicht unbedingt für den, der gehalten wird. Rubina selber nahm ein paar Schritte von Sina Abstand und kniete dann vor ihr. „Du nun Ruhe vor allem.“
Mehrmals musste Sina über diese einfache Aussage blinzeln, dann musste sie lächeln. Ein Kind, egal wie groß, hat meistens die einfachsten Lösungen. Und Recht hat Rubina auch, hier… auf dieser Insel hat Sina wirklich ihre Ruhe.
„Danke…“ lächelt Sina. „Zwar doof dass mein Gespräch auf diese Art und Weise beendet wurde, aber… wurde ja alles gesagt.“ schaute die Dämonin den See an, dabei wischt sie ihr Gesicht sauber. „Du warst… schon paar Mal hier gewesen oder?“
„Ja, ich rieche diesen Ort, werde ihn immer wieder finden, egal wo er ist.“ nickte Rubina. „Ah verstehe… Keine Ahnung wo wir gerade sind, aber das Zuhause von uns würdest du auf diese Art und Weise auch immer finden oder?“
„Glaube?“ wiegelt Rubina den Kopf. „Sina… warum lügst du? Dir geht es nicht gut, dass sehe selbst ich.“ schniefte das Drachenmädchen. Die Angesprochene schaute ihr in die Augen und seufzte. Sina´s Blick fiel auf den See, wo sie zum Rand ging und bewusst ihre Beine ins Wasser ließ.
Ihr Kimono saugte sofort das Wasser auf, aber es war Sina egal. „Weil… ich nicht will, dass ihr euch um mich sorgt. Weil ich will, dass es euch allen gut geht. Weil… das alles Probleme sind, mit denen IHR überhaupt nichts zu tun habt und… weil ich Angst habe…“
Rubina folgte dem Beispiel von Sina und setzte sich neben sie, dabei ließ sie ihre Beine ins Wasser. „Wovor… hast du Angst?“ Für diese Frage ließ Sina sich Zeit. Sie schaute auf den See, ein bisschen in den Himmel, den „Berg“ von der Insel.
„Angst vor dem Alleinsein…“ antwortet Sina und schaute Rubina in die Augen. „Ich… kann mich nicht erinnern, wie mein altes Leben war… aber… irgendetwas war da… was mir negativ aufstößt, wenn ich mich richtig anstrenge mich daran zu erinnern.
Deswegen… ist es egal, was da passiert ist, ich… richte mich lieber auf das hier… das jetzige Leben. Wir… haben beide unsere beschissenen Kindheiten gehabt. Du… mit einem sehr gemeinen bösen Drachen und ich… Dämonen, die keine Rücksicht genommen haben, ein Kind zu foltern.
Ich… habe keine Mutter und wurde von Schwestern… getrennt gehalten. Mein Vater? Tz…unter Vaterliebe verstehe ich was anderes… Vielleicht habe ich meine Momente, wo ich das Gefühl habe, einen Vater zu haben… und dann wieder nicht.
All… in der Zeit bis ich in Alliancia kam… war ich alleine. Folter, Training, Folter, Training… das war mein tägliches Leben gewesen. Niemand… war da, der mich getröstet hat, ich war… fast nur innerlich am Weinen gewesen.
Doch ich konnte nicht weinen, weil es Schwäche bei uns bedeutet. Ich musste… viel runter schlucken Rubina. Richtig… viel runter schlucken und konnte mich nicht einmal… wenigsten übergeben… Das war mein Leben und dann… wurde ich raus geschickt. Ich… war richtig glücklich gewesen, aus… dieser persönlichen Hölle zu entkommen.“ blickte Sina in den Himmel hoch.
„Ich… weiß nicht, was deine Mama dir schon so erzählt hat… und es würde viel Zeit brauchen, aber Sherry… Neia… Suki und die anderen… haben mir gezeigt was Freundschaft bedeutet. Was Liebe ist, die ich zu Sherry habe.
Meine… eigene kleine Blase… in der ich immer gesteckt habe… wurde an diesem Tag… sehr groß. Ich… war nicht mehr alleine. Ich…“ fielen wieder Tränen bei Sina runter, dabei schniefte sie. „lernte endlich… die richtig wichtigen Dinge im Leben.
Nicht was ein Kämpfer aushalten muss, nicht was ein Folterer wissen muss, nicht wie ich jemanden manipulieren muss. Einfach… Personen um sich haben, die das Leben schöner machen. Das… hat sich immer mehr zu einer Familie entwickelt, wo auch DU ein Teil geworden bist…“
Rubina legte einen Arm um Sina und schob sie an sich… Die einfachsten Gesten sind wahrlich öfters die gefährlichsten… Sina weinte mit ihrem Gesicht am Kimono. Sie griff an den Kimono von Rubina, man hörte sie richtig weinen.
Es verging einige Zeit, auf der Himmelsinsel selber konnte man es nicht richtig feststellen. Sina löste sich von Rubina. „Ich habe Angst… wenn all diese bösen Personen an euch gehen und ich euch nicht beschütze… dass ich alleine bin.“
„Aber Sina! Ich bin doch stark!“ teilte Rubina es von oben mit. „Mama ist stark, Nitir ist stark, Sherry…“ „Rubina…“ unterbrach Sina das Drachenmädchen. „Denk an den orangen Dämonen, der… dich verletzt hat.
Du musst stärker sein als er. ALLE müssen stärker sein, selbst… Sherry und Neia, die unbedingt gegen meinen Vater kämpfen. Ihr seid nicht stark. Es tut… mir leid, aber in meinen Augen seid ihr es nicht. Ich muss euch beschützen, einfach… weil wir eine Familie sind.“ schüttelt Sina den Kopf.
„Ich bin aber stärker geworden!“ ließ Rubina sich nicht beirren und stand auf. „Schau!“ Auf einmal atmet das Drachenmädchen stark ein, dann kam ihr neuester Drachenatem. Eine Seite weiß, die andere Seite schwarz, wird es in den Himmel über sie gepustet.
Die Hitze spürte selbst Sina und wusste, dass ihre Fähigkeiten bei diesem Typ von Schaden nicht helfen. Der Mund wurde geschlossen und Rubina drehte sich zur Seite. „Großer schwarzer Ball!“ öffnete Rubina ihre rechten Drachenklauenhand, wo zuerst ein kleiner schwarzer Ball erschien und größer wurde… und größer wurde…
Sina musste den Kopf ganz nach hinten legen. Der magische Ball war größer als Rubina geworden, dann warf sie den Ball in den Himmel. Man wusste nicht, ob das Drachenmädchen es kontrollieren konnte, doch mit einen riesigen Abstand explodierte die Magie…
Es entstand sofort eine Druckwelle, wo selbst Sina nach unten gedrückt wurde. Sie musste sich mit beiden Händen abstützten, der See selber gab große Wellen von sich. „Großer weißer Ball!“ hörte Rubina nicht auf. Es wiederholte sich mit einer Explosion, aber statt einer Druckwellen kamen überall Lichtstrahlen runter, die in den Berg, See… und auch Sina trafen.
Sie wich zwar aus, aber es ließ sich nicht vermeiden, dass einige der Lichtstrahlen sie trotzdem trafen. Mit aller Gewalt versuchte sie den Schmerzschrei zu unterdrücken, indem sie fest auf ihre Zähne biss. Dafür ist nun ihr Kimono etwas… zerrissen.
Scheinbar hat Rubina es nicht bemerkt, die jetzt beide Kugeln in gleicher Größe beschworen hat. Aufgrund der Ablenkung der Schmerzen bekam Sina es zu spät mit, als sie hochschaute. Eine riesige graue und ziemlich instabile Kugel hielt Rubina über sich.
„WIRF SIE WEG!“ schrie Sina. Dies tat Rubina dann auch, sogar mit mehr Schwung in den Armen, Die Augen von der Dämonin folgten dem Ball, der wirklich weit in die Höhe geschossen wurde…
Eine gigantische Explosion sah man. Die Druckwelle erwischte beide Frauen, die aus dem Gleichgewicht gebracht wurden. Glücklicherweise kamen keine Lichtstrahlen, aber Sina hat bei der ganzen Aktion eines gelernt:
„Die Lichtstrahlen… haben mir Schmerzen zugefügt. Dabei sollte ich Immun dagegen sein… Wenn… Rubina wirklich gegen mich kämpfen würde, darf ich mich nicht mal davon treffen lassen. Die einzige Chance ist… das sie, wenn ich mal getroffen werde… genug Vitalität habe.“ dachte Sina.
„Siehst du? Ich bin stark!“ kniete Rubina wieder vor Sina. „Ja, ok… einen Moment…“ murmelt die Dämonin… und sah, dass ihr Kimono so ziemlich zerrissen war. „Himmel…“ Langsam stand sie auf und riss einfach unter ihre Hüfte den Stoff ab und…
Am Ende sah Sina ziemlich eigenartig aus. Stoff hing mehr oder weniger nur um die Hüfte und Brüste. Beim Rest konnte man ihre Haut sehen. „Schon besser…“ betrachtet Sina noch ihre Schuhe und von Rubina die nackten Füße. Zack, weg.
„Schon besser.“ stand Sina barfüßig auf der Wiese. „Ok Rubina, du bist mit deinen eigenen Fähigkeiten stark. Doch hast du wirklich Kraft in deinen Händen?“ schaute Sina in die Augen von Rubina.
„Wie Kraft?“ hielt Rubina mit einen Fragezeichen den Kopf schräg. „Uhm… genau. Du stehst einfach mal auf und schlägst mit aller Kraft auf mich ein. Keine Sorge, ich habe eigene Methoden, dass es nicht weh tut. (Hoffentlich.)“ nickte Sina. „Ok?“
Langsam stand Rubina auf und setzte eine beigebrachte Technik von Dalmaz um. „Aaaaaaaa…“ „Oh Shit…“ dachte Sina nur, als die Faust geflogen kam. Sofort hob Sina beide Arme zum Schutz hoch, aber…
„Hallo Zuschauer, wir erklären ihnen eine folgende Situation. Wir haben hier einmal die Dämonenkönigin Sina und die Drachenkriegerin Rubina. Wir ignorieren gekonnt, dass das Gespräch irgendwie… in den Hintergrund geriet.“ kam Professorin Sina neben einer großen Leinwand.
„Was passiert, wenn ein Auto mit voller Geschwindigkeit gegen einen gesunden und stabilen Baum fährt? Es wird regelrecht zerstört und die Insassen können vielleicht von Glück reden, wenn sie es überlebt haben.
Was passiert, wenn ein Zug auf maximaler Geschwindigkeit gegen etwas fährt? Auch der wird zerrissen und der Zug teilweise auch. Liebe Zuschauer, was ich sagen will ist folgendes: Die Dämonenkönigin kann noch so stark sein, wenn aber eine Masse mal Geschwindigkeit gegen sie schlägt, dann hilft alles nichts mehr. Danke für´s zuhören.“
„Ah…“ stöhnte Sina, als sie langsam aus dem Geröllhaufen hervorkam. Glück im Unglück ist Sina gegen den Berg gekracht. Sie hätte auch von der Insel runter fliegen können. Etwas krachte in ihrer Nähe. „Sina? Alles… in Ordnung?“
„Ja… glaube schon…“ murmelt Sina, die langsam aufstand. Sie schaute in das besorgte Gesicht von Rubina, dann holte sie ihre berühmte Identifikationsbrille raus. „Hm… kann es sein, dass du fleißig am töten warst?“ fragte Sina nebenher.
„Ja! Dalmaz und ich töten Monster viele. Manchmal habe ich aber auch alleine getötet, vor allem auf dieser schwebenden Erde wie das Heim hier!“ nickte Rubina fleißig. „Monster schmecken sogar leckerer!“
„Aha…?“ hob Sina beide Augenbrauen hoch, dann stellte sie bei Rubina was fest: Element: Licht, Dunkelheit. „Diese Monster… hast du immer zu uns gebracht oder?“ „Ja? Du hast doch… erm…“ hob Rubina ihre linke Hand hoch und fing an zu zählen. „ … Zwei Tagen doch über das Fleisch gelobt?“
„Ah… es war also dein Verdienst.“ Sina hatte genug gesehen und versteckte ihre Brille. „Ok, ich gebe zu, du bist wirklich sehr stark geworden. Damit… hast du dich bewiesen und es tut mir leid.“ verbeugte sich Sina vor ihr.
„Du bist aber auch stark!“ lächelt Rubina. „Stark hier.“ hob das Drachenmädchen beide Arme hoch und drückte ein bisschen ihre Muskeln. „Aber… stärker bist du hier…“ legte Rubina zwei Finger auf die Brust von Sina.
„Du brauchst keine Angst haben, du bist niemals alleine mehr. Ich… glaube zu verstehen, denn… ich hatte auch nur meinen Meister gehabt. Jeden Tag geschlagen, Schätze aus seinem Kot gesammelt und wenn ich Glück hatte, durfte ich Menschenfleisch essen, was aus seinen Maul runter gefallen ist.
Dann bist du gekommen und hast ihn getötet. Mich mit nach Hause genommen und ich habe… soviel gelernt. Ich habe eine Mama, ich esse so viele unterschiedliche leckere Sachen. Habe gekämpft gegen viele Leute und ich habe Kleider gezeigt.
Auch… habe ich verloren gegen bösen Mann, weil ich schwach war. Selbst Meister kein Gegner für ihn gewesen. Doch nun bin ich gewachsen und stärker! Würde gerne wieder gegen bösen Mann kämpfen und zeigen, dass Sina meine Familie ist!
Aber böser Mann von dir getötet oder? Und doch sagst du, wir sind schwach. Ich glaube nicht, denn ich bin stark, Mama ist stark, alle sind stark. Du bist immer stärkste von allen, weil du uns alle lieb hast.
Deine Stärke ist… nicht in Kraft, sondern im Herzen. Deswegen… tat es mir weh zu hören, dass man dein Herz angreift. Es ist nicht fair, dass man dich verletzt. Es ist nicht fair, dass wir als Familie… keine Chance von dir bekommen, zu helfen.“ fielen die Tränen von Rubina.
DAS war eine Ohrfeige für Sina gewesen und zugleich… öffnete es auch ihre Augen. Sie legte eine Hand auf den Finger und musste ebenfalls weinen mit einem Lächeln. „Meinst du… ich habe es falsch gemacht? Das ich… immer alles alleine entschieden habe?“
„Ich… ich… weiß es nicht, aber… Alle machen sich Sorgen, ob du dich verändern könntest. Mama meint, sie würde dir überall hin folgen, alle würden es tun. Doch… hat Mama ein bisschen… Angst, dass du dich veränderst, dass man dich nicht erkennt.“ schniefte Rubina.
„Sina… wenn du diesen Schritt gehst, dann gibt es kein Zurück mehr, ist dir das bewusst?“ kam die warnende Stimme von Ronald. „Aber Rubina… wenn ich mich nicht ändere… was soll ich denn machen? Jeder… hat ein eigenes Leben verdient, DU hast ein eigenes Leben!“
„Und was ist mit deinem Leben?“ schniefte Rubina fürchterlich. „Immer sagst du: Wir, wir und wir. Du hast uns nie gefragt, was wir denken. Du entscheidest und alle… machen mit… aber Sina… Mama und die anderen haben diesen… eigenartigen Blick in den Augen.
Den hatten sie vorher nie gehabt, erst… als du vom Kampf gegen den bösen Mann wach geworden bist. Ich will wieder die alte Zeit haben, wo jeder… nicht mehr diesen Blick hatte.“ weinte das Drachenmädchen fürchterlich.
„Was du machen sollst? Ich… weiß nicht, mach ein neues Leben. Dieses… mag ich nicht, alle zwingen sich zu lächeln.“ rieb sich Rubina mit beiden Drachenklauen ihr Gesicht.
Es ist erschreckend, wie ehrlich die Wahrheit eines Kindes ist. Sina ging auf Rubina zu und… versuchte sie irgendwie zu umarmen. „Es… tut mir leid Rubina. Ich… wusste das nicht… Es soll keine Entschuldigung sein.“
Nun drückte Rubina ebenfalls Sina an sich… etwas zu fest, wenn man das Knacken der Knochen hören konnte. „Ich… ich… hab zu viel gesagt…“ schniefe Rubina. „Nein… hast du nicht.“ versuchte Sina sich etwas zu lockern.
„Ich… ein neues Leben… ich wüsste dann wirklich nicht, wie ich es machen soll? Meine… wenn ich mit Sherry und Neia einfach gehe… folgt mir deine Mutter. Deine Mutter nimmt dich mit und Nitir folgt ihr.
Dann wären noch meine Schwestern, die auch ungefragt folgen würden… zumindest Kyllia. SIE würde wiederum Lisa mitnehmen. Du hast wirklich interessante Aussagen gemacht… die ich zu Herzen nehmen werde, wirklich.
Doch… ich lebe in einer komplizierten Welt. Wenn ich einfach so weggehe… dann macht ihr euch doch alle mehr Sorgen. Etwas… was wir beide doch nicht wollen.“ versuchte Sina Rubina zu beruhigen.
„Du bist nicht alleine…“ murmelt Rubina. „Nein… bin ich wohl wirklich nicht. Du bist stark… vielleicht sind die anderen tatsächlich viel stärker, als ich es sehen will.“ stimmte Sina ihr zu. „Aber… Angst werde ich immer haben…“
„Dann nehme ich sie dir und werfe sie ganz weit weg.“ wurde Rubina etwas lockerer, damit sie Sina wieder sehen konnte. „Das würdest du?“ lächelt Sina und das Drachenmädchen nickte sehr fleißig.
„Du bist wirklich etwas besonderes.“ freute sich Sina wirklich aufrichtig. „Aber… behalte es erst Mal für dich, dass ich die Angst habe ok? Sonst überhäufen mich dann alle mit ihre Fürsorge und ich komme zu nichts.“ „Ok…“ war Rubina traurig.
„Hm… du weißt, wo unser Heim ist?“ fragte Sina zur Ablenkung. „Ja? In diese Richtung.“ zeigte Sina mit dem Finger. „Hm… was hältst du von einer Wette? Wer zuerst das Heim erreicht, gewinnt und gibt ein Essen aus?“
Wie einfach man Kinder glücklich machen kann. „Gerne!“ sprang Rubina förmlich auf. Sina wischte sich ihr Gesicht und zog sich zur Sicherheit ihren Kompasshandschuh an. „Damit es fair ist: Ich darf keine Spezialfähigkeit einsetzen!“
„OK!“ wischte Rubina sich auch ihr Gesicht. „Dann lass mal uns auf stellen und wenn alles soweit ist, werde ich was werfen. Sobald es den Boden erreicht, ist das der Start für uns beide.“ grinste Sina.
Die Dämonin fand einen akzeptablen großen Stein und stellte sich neben Rubina. „Bereit?“ „Bereit!“ leckte Rubina sich die Lippen.
„Na dann?“ warf Sina den Stein…
Etwas später…
„Was… ist mit dir passiert Sina?“ stupste Kyllia mit einem Stock eine liegende Dämonin vor dem Eingang der Villa.
„Uh… Rubina… war verdammt… schnell…“
„Ah? Keine Ahnung was los ist, aber sie scheint ja richtig glücklich zu sein?“
„Habe… auch verloren…“