Ich bin wiedergeboren und der Dämonenkönig? II
„Du kennst Lara persönlich?“ hakte Sina direkt nach, als sie wieder einen sehr bösen Blick von ihrem Vater bekam. „Habe… ich dir erlaubt zu sprechen? Hast du etwa die Disziplin der Königsfamilie vergessen?!“ knurrte der Dämonenkönig wütend.
Wütend kniff Sina ihre Augen, da widmet ihr Vater sich wieder Lara zu. Die Vampirin war blasser als blass und starrte den Boden an, in der Hoffnung, dass der Dämonenkönig sie nicht weiter beachtet.
„Lara… Mörderin meines Vaters und Unheilsbringerin meines Volkes. Kein beschworener Held hat es je geschafft, dass die dämonische Rasse beinahe ausgelöscht wurde. Wann haben wir uns das letzte mal getroffen?“ hob der Dämonenkönig eine Augenbraue hoch.
„Stimmt… als DU mit DEINEN Kameraden in der Burg eingebrochen seid. Kaum seid ihr drin gewesen, musste mein dummer Vater die Burg in Brand setzen. Ob… es Schicksal war oder nicht, wir haben uns in der Bibliothek getroffen.
Danach haben sich ja unsere Wege getrennt, nachdem dein großer Freund UNBEDINGT es mit mir aufnehmen wollte. Was für ein Amateur, aber was kann man auch von dummen Menschen erwarten. Viel interessanter finde ich… DICH wiederzusehen.“
Lara starrte weiter den Boden an, Zada schaute besorgt auf ihren Rücken, vor allem drückte die Vampirin so fest ihre Fäuste zusammen, dass ihre Fingernägel bald ihre Haut aufriss.
„Als Mensch wäre es definitiv NICHT möglich, dass man sich nach über 2000 Jahren wieder trifft… Blasse Haut, weiße Haare und ich hatte deine roten Augen gesehen, alles Zeichen, dass du einer der nervtötenden Vampire geworden bist.
Hat es sich gelohnt Heldin? Erst unsere Rasse beinahe ausgerottet und nun ein ewiges Leben in diesem jugendlichen Körper? Menschen hatten schon immer eine eigenartige Gier nach ewigen Leben gehabt und Vampire neigen ja gerne dazu, diese zu geben.“ verzog Mephisto sein Gesicht.
„Was… wisst ihr schon?!“ knurrte Lara und schaute dem König in die Augen. „Ich wurde GEGEN meinen Willen zum Vampir! All die Zeit habe ich gelitten. Elend und ähnliches erlebt, alles was gegen meine Prinzipien entsprach musste ich umsetzen!“
„Sina?“ starrte der König weiterhin Lara an. „Was?“ knirschte die Dämonin mit den Zähnen. „Du… bist dir sehr bewusst, dass du eine Mörderin in deinem Kreis hast? SIE will MIR erzählen, was Elend bedeutet? Hast… du sie vielleicht aufgeklärt, was passiert ist, als die Barriere entstanden ist?“
„Nein, habe ich nicht. Wozu auch, wenn es eine Tat vor meiner Geburt war.“ antwortet Sina trotzig. „Tzz, genau DAS ist eines deiner Probleme! Das du nicht die Vergangenheit unserer Rasse anerkennen willst.
Heldin Lara… dein ELEND interessiert mich nicht, wenn müsstest du für JEDEN Dämonen, der wegen deiner Barriere gestorben ist, für alle EWIGKEIT LEIDEN!“ kniff der Dämonenkönig leicht wütend seine Augen zusammen.
„DEINE Barriere… hat über mehrere Wochen komplette Landstriche in Deymonlia ZERSTÖRT! Ernte, Vieh und weitere wichtige Nahrungsmöglichkeiten, komplett vernichtet durch die Blitze, die die Barriere verursacht hat!
Die Bevölkerung, die überhaupt NICHTS mit dem Krieg zu tun hatte. Über die Hälfte von ihnen sind gestorben! Man konnte immer nur aus den zerstörten Häusern ihre Leichen bergen, ganze Familien einfach ausgelöscht!
Stolze Krieger und Kriegerin, Kinder? Hat die Barriere gnadenlos allen das Leben genommen! Nur wenige Berge und Minen gaben uns den nächsten Schutz. Als… das Chaos endlich ein Ende nahm, dachte man, dass es vorbei ist… aber das war erst der Anfang von ALLEM!“ brüllte der Dämonenkönig Lara wütend an.
„Den Dämonen wurde ALLES genommen! Sie hatten keine FÜHRUNG GEHABT! Der Dämonenkönig von dir getötet, die Generäle waren alle außerhalb der Barriere. Selbst der Dämon für die innere Sicherheit ist verschwunden, weil er mit seiner Spezialeinheit dich aufhalten wollte.
Weißt du… was passiert ist? Als das Volk… Hunger bekam? Nah? Ich hatte damals schwer mit den Resten meiner Regierung zu kämpfen gehabt, um überhaupt IRGENDWELCHE Kontrollen zu bekommen.
Sie fielen übereinander her, Kannibalismus war sehr schnell an der Tagesordnung gewesen. Dämonen die andere Dämonen fressen müssen, um zu überleben. DAS hat noch kein Dämonenkönig je erlebt. In diesem Sinne… Danke dir für die lehrreiche Erfahrung.“ trieft die Verachtung und Sarkasmus nur vom Dämonenkönig runter.
Lara konnte sich nicht mehr halten, ihr fielen die Tränen runter. „Oh? Weint etwa die Heldin?“ bückte sich Mephisto leicht runter. „Macht keinen Spaß, ewiges Leben zu haben, wenn man mit den Konsequenzen konfrontiert wird, für die Handlungen, die man damals getan hat.
BEVOR ich wegen der Barriere was machen konnte, musste ich das Volk von diesem Irrsinn beruhigen! Die Vernünftigsten haben ihr eigenen Quellen gehabt, zu überleben, doch das Chaos war angerichtet!
Hätte ich nicht extreme Maßnahmen ergriffen, dann wären die Dämonen INNHERHALB von Deymonlia komplett ausgelöscht worden. Mühsam konnte ich mein Volk wieder unter Kontrolle bringen, mit meiner Magie habe ich das Vieh samt neuer Ernte zum Leben erweckt.
Es hat EWIG gedauert, bis man diesen toten Geschmack aus den Vieh rausbekam, aber ich habe es geschafft. LANGSAM konnte sich das Volk erholen, soweit dass sie überhaupt anfangen konnten, die Städte und weiteres NEU aufzubauen.
DANN fing wieder das NÄCHSTE PROBLEM AN! Ob es der Natur vorschreibt oder nicht, die weiblichen Dämonen waren auf einmal alle sehr trächtig gewesen. Viele jubelten, aber ICH nicht. WILLST DU WISSEN WARUM?!“ Die Vampirin presste nur ihre Lippen zusammen.
„AUFGRUND DEINER BARRIERE KANN NUR EINE BESTIMMTE ANZAHL VON DÄMONEN EXISTIEREN! AUCH hier musste ich frühzeitig Maßnahmen ergreifen, dass wir nicht auf unserem Kontinent eine Übervölkerung erleiden.
Dafür war nicht genug Essen vorhanden, Hauptsache sie gebären wie wild neue Dämonen. Da musste ich anfangen, in meinen Volk wieder reihenweise die Dämonen zu töten! Erst als ich ein Gleichgewicht zwischen meinen Volk und Nahrung geschafft hatte, konnten die Dämonen wieder ihrem alten Ruhm nachgehen.
DAS ist alles DEIN Werk gewesen Heldin Lara. DAS hat noch kein anderer beschworener Held aus der anderen Welt geschafft. Nun frage ich mich… willst du dein Werk vollenden, wenn du bei meiner dummen Tochter bist?“ hielt Mephisto den Kopf schräg.
„STOPP!“ mischte Sina sich ein, weil Lara dem Nervenzusammenbruch nahe war. „Erstens, ich bin nicht dumm. Ich wusste von ANFANG an, wer Lara ist und ich habe sie GANZ bewusst an mich herangelassen.
Auch wenn es dich ÜBERHAUPT nicht interessiert, umso mehr interessiert MICH das Wohlergehen von Lara! Wir teilen eine gemeinsame Erfahrung. Tu mir doch bitte „den“ Gefallen Vater und jammere gefälligst leiser!“ provozierte die Tochter ihren Vater.
„Außerdem, Lara ist vor 2000 Jahren als beschworener Mensch gestorben. Das, was du die ganze Zeit beleidigst ist ein Bewohner dieser Welt. Sie steht hier als Vampirin vor DIR mit der Erinnerung als beschworene Heldin.
Es wäre ja was ganz neues, wenn man Wiedergeborene für ihre alten Taten bestraft. Sie mag vielleicht nicht wiedergeboren sein, aber in der Vampirwelt kommt es so ziemlich nah heran. Sie hat definitiv ihr eigenes Elend erlebt.
DU willst dich nur an ihrem Elend ergötzen. Schonmal überlegt, dass es ihr egal ist? Egal ist, was mit der Barriere passiert, wenn du sie Vollendens zerstörst? SO eine Person ist sie geworden! Wäre sie die Heldin, hätte sie vielleicht, aber auch nur vielleicht, die Barriere wieder repariert oder sogar eine bessere aufgebaut!“
Mephisto hatte seine Tochter wütend angestarrt, dann schaute er in das weinende Gesicht der Vampirin. „So? Lara Schmitz, das größte Unheil der Dämonen ist ihr egal? Komischerweise müsste sie sich eigentlich daran ergötzen, was sie angerichtet hat wie ein richtiger Vampir.
Und trotzdem weint sie vor mir wie ein kleines KIND! Wie sagtest du mir einmal, meine Tochter? „Deine Geschichten interessieren mir einen Scheiß?“ Das kann ich dir ebenfalls zurückgeben. Dieses Miststück hier versteht sehr wohl, dass an ihren Händen das Blut von MILLIONEN Dämonen klebt!“
„AN MEINEN AUCH VATER!“ schrie Sina den Dämonenkönig an. „Vielleicht kann ich nicht mit dir „Massenmörder“ mithalten, aber an mir klebt genug Blut, dass ich das Meer rot färben kann! Ich sagte: Lass Lara in RUHE!
Momentan benimmst DU dich wie ein rachsüchtiges KIND! Statt das Problem mit MIR zu besprechen, weswegen DU die Destroyar geschickt hast, legst du dich direkt mit meiner Familie AN!
ICH weiß, was die Barriere verursacht hat und auch ich weiß, dass Lara den Dämonenkönig getötet hat. ABER was ich NICHT wusste, ist, dass ich mit ihm verwandt war und ganz ehrlich? Wenn „Opa“ so scheiße war, sich in seiner Burg umbringen zu lassen, dann war er einfach nur schwach.“
Nun bildete sich eine Zornesader auf ihrer Stirn, exakt die Sina auch immer zeigt, wenn sie sehr sauer wird.
„Vorsichtig… wie du über unsere Familie sprichst Sina. Ich streite nicht ab, dass ich meinen Vater nicht leiden konnte, dennoch war er mein letztes Familienglied gewesen. Meine Mutter ist dem Zorn deines „Großvaters“ erlegen, doch das kennst du ja selber, wie Dämonen handeln.“
„Könnte man ja mal ändern, dass einige machomäßige Schwachköpfe an der kurzen Leine gehalten werden. Meistens sind es ausgerechnet diese Dämonen, wo wir keinen Fortschritt machen. Wie viele Generäle waren so? Verdammt viele und wundert es einen, dass sie in Reih und Glied getötet worden sind?“ verschränkte Sina ihre Arme.
„Also du willst mir ALLEN Ernstes sagen, diese… „Vampirin“ Lara, soll ICH in Ruhe lassen, weil sie in der Vampirwelt „neu“ erschaffen wurde? Das es sie kalt lässt, was jetzt alles passieren wird?“ richtete sich der Dämonenkönig wieder ganz auf.
„Was… hast du vor?“ wurde Sina sofort misstrauisch. „Ich habe alle Jahre… immer wieder dieses nervende Zucken in meinem rechten kleinen Finger. Einer unangenehme Erinnerung, die ich über 2000Jahre mit mir herumtrage.
Einerseits will ich sie loswerden, anderseits wollte ich sie für eine bestimmte Gelegenheit aufbewahren. WENN…“ zeigte Mephistos mit dem Zeigefinger anklagend auf Lara. „sie wirklich das ist, was DU behauptest, dann hat sie ja damit kein Problem, wenn ich sie auf die Probe stelle.“
Lara schaute verzweifelt zu Sina, die nur leicht den Kopf schüttelte. „Keine Sorge…“ lächelt der Dämonenkönig nun sehr boshaft, dass auch dieses Lächeln bei jemanden sehr bekannt vorkam. „Die Vampirin Lara braucht einfach „nur“ zuschauen und ich werde mir am Ende meine Meinung bilden.“
Mephisto schnippte einmal mit den Fingern, dann fing der komplette Übertragungszauber an kurz zu glitzern. Anschließend kehrt der König den Zuschauern den Rücken und schien was zu murmeln, bis er damit fertig war.
„„Verstorbene“ Heldin Lara… Ich habe dir nie gesagt, was mit deinem „Freund“ passiert ist oder?“ drehte Mephisto sich kurz grinsend mit dem Kopf zu ihr. Nun wirkte Lara etwas verwundert, da schnippte der König wieder mit den Fingern.
Ein großes schwarzes Loch sah man auf dem Boden, das sich wild um sich kreiselt. „Zeit, dass ich dieses lästige Problem nun angehe.“ merkte der Dämonenkönig noch an. Auf einmal kam etwas aus dem Loch hochgestiegen.
Zuerst war es nicht klar ersichtlich, nur dass es entweder aus Eis oder Glas bestand. Immer mehr und mehr kam aus dem Loch empor, bis ein riesiger Eisklotz vor dem Dämonenkönig war, größer als er selber.
Der Dämonenkönig ging darauf zu und schien etwas von dem Eisbrocken wegzuwischen… bis man es sah: Ein Mann mit einer weißen Rüstung und Schwert war darin zu sehen! „Wer ist das?“ fragte Sina nach, obwohl Lara erschrocken weit den Mund aufmachte. „Das… ist Kurik…“
„DIESER Mann dachte, er könnte mich aufhalten. Der Kampf hat nicht wirklich lange gedauert, weil ich ihn direkt in diesen Eisbrocken verzaubert habe.“ drehte der Dämonenkönig sich zu den Zuschauern um.
„Du willst mir doch jetzt nicht sagen, das der Typ lebt oder? 2000Jahre im Eis?“ hob Sina eine Augenbraue hoch, ihr Vater grinste nur. „Natürlich lebt dieser Mann noch. Mit Eis wurden seine Körperfunktionen drastisch verlangsamt und mittels der Fusionsmagie der Leere und Dunkelheit an einem Ort gebracht, wo die Regeln der Zeit anders verlaufen. Dieser Mann ist mehr oder weniger durch die Zeit gereist.“
Der Dämonenkönig schaute sich den Eisbrocken an, dann nahm er Abstand davon. „Beenden wir doch den Kampf, den ich vor 2000Jahren gestartet hatte.“ lächelt der Dämonenkönig böse. Der Eisbrocken bekam auf einmal überall Risse, die immer stärker und tiefer gingen.
Alle schauten gebannt, was vor ihren Augen passierte und ahnten auch zugleich… dass es hässlich werden wird. Auf einmal zersprang der Eisbrocken in große Stücke, der Mann fiel zu Boden und keuchte schwer.
Ein Schock ging durch Lara, dass ihr Kampfgefährte tatsächlich am Leben ist und hob leicht ihre linke Hand, als Sina dies hinderte. „Sei stark!“ presste sie dies zu der kleinen Vampirin. „Aber… er… lebt!“ presste Lara ebenfalls ihre Worte. „Ich dachte immer, er hätte sich geopfert!“
„Du ehrenloses Scheusal!“ brüllte der Mann schwer keuchend. „Was habt ihr mit mir gemacht und wo bin ich?!“ versuchte der Mann sich aufzurichten. Der Dämonenkönig starrte ihn nur grinsend an, der Mann stand nun vollenst.
Er trugt einen groben Dreitagebart, scheint dunkelbraune Haare zu haben, die kurz geschnitten sind. Ansonsten trug er eine weiße Ritterrüstung, die für seine große Statur wohl nicht einfach aufzutreiben wäre.
„Ihr wollt nicht sprechen? Dann werde ich, so wahr ich Kurik heiße, euch schnell töten und meine Gefährtin Lara wieder aufsuchen!“ brüllte der Mann und rannte auf den Dämonenkönig zu, der immer noch stillstand.
Kurik sprang kurz zum Dämon, dabei drehte er einmal um sich, das Schwert streckte er weit aus… Kurz bevor das Schwert den Dämonenkönig erreichte, fing es an, sich einfach aufzulösen. Erstaunt riss Kurik seine Augen weit auf und sprang nach hinten .Nach seiner Landung betrachtete er das kaputte Schwert.
„Ihr Feigling, wie könnt…“ verlangte der Ritter nach einer Antwort, da schnippte der Dämonenkönig mit den Fingern. Überall entstanden auf einmal kleine schwarze Löcher, Kurik schaut sofort um sich…
Da schossen auf einmal schwarze Ketten aus den Löchern. Sie wickeln sich um seine Arme, Beine, Bauch und Hals. Dann flogen die Löcher samt Ketten zu Boden. Der Ritter hatte keinerlei Kräfte und wird zu Boden gezogen, zugleich werden seine Arme weit ausgestreckt.
Sein kaputtes Schwert fiel ihm vor Schmerzen aus den Händen. Dabei verzog er ebenfalls vor Schmerzen sein Gesicht. „Ihr seid alle Feiglinge! Ohne eure Magie seid ihr nichts!“ brüllte Kurik trotz seiner Lage, dass er nun vor dem Dämonenkönig kniete.
„Junger Mann…“ antwortet nun der Dämonenkönig. „Du sagtest… du willst dich wieder mit deiner Gefährtin Lara treffen? Wenn ich deinen heroischen Auftakt in der Bibliothek richtig in Erinnerung habe, sind ja sehr viele Gefühle zwischen dir und der Heldin geflogen.
Beinahe hätte ich mich übergeben, denn es war NIE mein Bedürfnis gewesen, Insekten bei ihrer Paarung teilzuhaben.“ verzog Mephisto sein Gesicht. „Du liebt die Heldin Lara nicht wahr?“
„Wie könnt ihr es wagen, die tapfere Heldin mit Insekten zu vergleichen?! Sie wird euren Dämonenkönig den Tod und für uns den Frieden wieder bringen!“ entgegnet Kurik mit einen roten Kopf.
„Was wäre, wenn ich dir sagen würde, dass hat sie schon längst?“ grinste Mephisto. „Der Dämonenkönig wurde von ihr getötet und mehr noch, sie hat über Deymonlia eine Barriere errichtet, dass die Dämonen das Land nicht mehr verlassen können.“
„Ihr seid ein Lügner wie alle! Niemals hätte sie das in der Schnelle schaffen können und was faselt ihr über eine Barriere?! Sie würde mich niemals zurücklassen!“ widersprach der Ritter sofort. Lara hatte einen verzweifelten Gesichtsausdruck angenommen, sie hatte… immer gedacht, er wäre verstorben.
„Warum sollte ich denn lügen? Junger Mann… ihr solltet schnell die Wahrheit akzeptieren, dass einiges an Zeit vergangen ist… Immerhin habe ich euch in die Zukunft geschickt und habe das Amt meines Vaters übernommen.
Als ihr mich alleine bekämpfen wolltet, wussten wir doch alle… dass ich viel zu außergewöhnlich war für die Dämonen.“ hob Mephisto arrogant sein Kinn hoch, was jemand ebenfalls sehr gut konnte.
„Ihr habt mich hierher gebracht, um mich zu foltern und Informationen über meine Heldin zu bekommen nicht wahr? Das wird nichts, ich habe mir einen Schwur gegeben, dass ich diese Informationen mit in den Tod nehme!“ trotzte Kurik weiter den Dämon.
„Wie wunderschön, denn deine Informationen wären wie gesagt, sehr veraltet und nicht mehr wirklich nötig zu wissen. Lass mir dir folgendes sagen… du bist über zweitausend Jahre in die Zukunft gereist durch meine Magie.
Hast du schon vergessen… wie ich dich einfach mit einem Eiszauber eingefroren hatte? Du dürftest definitiv noch die Schwärze mitbekommen haben. Ich wollte dich tatsächlich foltern, aber mir fehlte irgendwie immer der richtige Ansatz.
DEN habe ich jetzt. Du wurdest von deiner Heldin zurückgelassen vor 2000Jahren und bist nun ganz alleine hier in einem finsteren Ort ohne die Möglichkeit zu entkommen. Alles… was du gekannt hast, ist längst zu Asche verstaubt.
Ich will ja nicht die Vermutung äußern, aber scheinbar halten menschliche Freundschaften genauso kurz wie das erste Versprechen, sich nicht zu trennen. Man hat DICH vergessen… und niemand, auch nicht deine „Heldin“ wird dich retten, die du liebst, junger… dummer… Mann.“ schmunzelt Mephisto.
„Bei der Göttin, ich hätte nicht damit rechnet, dass ihr mich zu Tode reden wollt. Tötet mich einfach, damit ich euer nicht länger zu ertragen brauche!“ schüttelt Kurik seinen Kopf mitleidig.
Der König hob nur amüsiert eine Augenbraue und warf den Zuschauern einen wissenden Blick zu. „Kann es sein… dass diese Glitzern uns versteckt?“ flüstert Sherry. „Scheint so, sonst hätte dieser Mann uns ja längst bemerkt.“ stimmte Neia.
„Wenn ich das Symbol… auf deiner Schulter richtig deute… seid ihr ja ein ziemlich berühmter Ritterorden gewesen in eurer Zeit nicht war? Lass…“ grinste Mephisto ganz breit. „mich euch folgendes was fragen: Was hältst du von Vampiren?“
„VERRECKEN SOLLEN SIE WIE IHR DÄMONEN!“ brüllte Kurik wütend den Dämon an. „Seelenlose Monster, die wie ein Parasit sich in unserer Gemeine einschleichen und sobald man die Augen schließt, zeigen sie ihre wahre Natur!“
Lara legte eine Hand auf ihre Brust, scheinbar erinnert sie an etwas. „Scheiße… an diesen Orden habe ich nicht mehr gedacht…“ hörte man eine zitternde Stimme. „Kurik… hasste Vampire mit einer Leidenschaft wie kein anderer…“
„Wunderbar, schön dass sich meine Erinnerungen nicht im Stich gelassen haben. Junger Mann… angenommen, denn eigentlich ist es ja die Wahrheit, deine Zeitreise hat wunderbar funktioniert. Nach 2000Jahren ist halt jeder deiner Kameraden gestorben nicht wahr?
Wartet, ihr braucht diese Frage nicht zu beantworten, ich sehe es in euren Augen, dass ihr das Spiel nicht mitmachen wollt. Ihr müsst wissen, ihr seid eigentlich nur zu einem Zweck aus meinem Eisgefängnis befreit worden.“ ging der Dämonenkönig auf Lara zu, dabei schnippte er mit den Fingern, wo die Fesseln den Mann in eine neue Richtung gegen seinen Willen drehten.
„TÖTET MICH EINFACH IHR MONSTER!“ brüllte Kurik wieder. „Hmmm… Monster?“ schaute der Dämonenkönig ganz bewusst Lara mit einem boshaften Grinsen an. „Darauf kommen wir gleich noch zu.
Als leidenschaftlicher Ritter kennt ihr ja alle wichtigen Hinweise, wie ein Vampir aussieht oder? Auch das braucht ihr nicht zu beantworten, was ich aber gerne…“ drehte Mephisto sich zu dem Mann um. „von euch Wissen würde… Was würdet ihr machen, wenn eure geliebte… Heldin Lara auch ein Vampir ist?“
„Sie wäre niemals ein Vampir! Heldin Lara hat ein reines Herz und einen starken Willen, diese seelenlose Brut könnte ihr niemals zu Nahe kommen! Allein ihr Licht würde diese Parasiten verscheuchen!“ konnte Kurik es scheinbar sich nicht mal vorstellen. Sina ahnte… was gleich passiert.
„Seid ihr euch sicher?“ grinste Mephisto wissend. „Dann überzeugt euch mit euren eigenen Augen.“ schnippte der König mit dem Finger und ging ein Schritt zu Seite. Erst starrte der Ritter wütend den Dämon an, als er Augenkontakt mit Lara bekam.
Man sah einen regelrechten Schock in seinen Augen, gepaart mit einer Verzweiflung. „Kurik…“ flüstert Lara es gepresst, während ihre Tränen aus den Augen ungebremst raus fließen.
„Die Wahrheit… tut manchmal viel mehr weh als eine Lüge.“ schmunzelt Mephisto und ging auf den Ritter zu. „Und ich genieße es… was ich zu sehen bekomme. Dein Gesicht schreit förmlich: „Das kann nicht sein!“ Deine Augen sagen: „Wie… warum?“ Und dein Kopf? Der würde vermutlich so was denken: „Ich muss diese widerliche Brut töten, egal wie.“
Zu dumm aber auch, dass du es niemals schaffen wirst. DAS war deine Heldin gewesen, jetzt gehört sie zu den Vampiren auf der Welt. Ihre Seele hat sie scheinbar freiwillig aufgeben, damit sie ihre ewige Jugend hat.“
„DAS STIMMT NICHT!“ schrie Lara, da schnippte der König wieder. Was auch immer passiert ist, Kurik konnte Lara immer noch sehen, als ihm Tränen aus den Augen fielen vor lauter Verzweiflung. „Hör nicht auf den Mistkerl! Ich wurde gegen meinen Willen zum Vampir gemacht!“ schrie Lara verzweifelt.
Der Ritter scheint nichts zu machen, nur dass er langsam den Kopf schüttelt. „Das… kann nicht sein, dass… ist nicht Lara! Sie… würde niemals zu einem Vampir werden! Sie hätte…“ „Sie hätte was?“ mischte sich der König ein.
„DU siehst sie doch selber oder nicht? Sie ist gerade ganz alleine hier mit mir und dir.“ log der König. „Sie könnte dir nicht mal helfen, alleine… dass ist doch ein Indiz, dass sie eine Vampirin durch und durch geworden ist. Angeblich sollen wir uns mit ihnen sehr ähneln, denn wir lieben es ebenfalls unseren sadistischen Spielen nachzugehen.“ stand der König nun hinter dem Ritter.
„Glaube Vater hatte einen Zauber eingesetzt, dass man uns nicht hören und sehen kann, wenn dann nur Lara.“ vermutet Sina und wusste überhaupt nicht, dass sie ihren Vater so sehr hassen konnte.
„Nun hast du die Wahrheit vor deinen Augen junger Ritter. Deine geliebte Heldin ist ein, wie nanntest du mich eben? Ein Monster? Ich bin mir selber bewusst, welch eine stolze Rasse ich führe, die Vampire wären aber in der Tat eiskalte Monster. Wenn… du einen Wunsch frei hättest… was würdest du mit dieser verräterischen Heldin machen?
Wie ich dir eben erklärt habe… 2000Jahre sind vergangen, an ihr klebt so viel Blut… das kann man nicht mehr reinigen. Vermutlich hat sie alles getötet in ihrer Befriedigung, Leben ausgelöscht und Blut von irgendwelchen jungen Dingern genommen. Die Vampire sind wirklich zu vielem fähig, teilweise sogar fähiger als gewisse dumme Dämonen.“ starrte der Dämonenkönig Lara an, er genießt wirklich diesen Moment aus.
„Nein… das… ist nur eine Lüge… von euch…“ hörte man die gebrochene Stimme des Ritters. „Warum soll ich lügen? Was hätte ich denn davon? DAS da vorne… ist wahrlich ein Monster. Als Heldin… hat sie MILLIONEN von Dämonen getötet.
Das reichte scheinbar aus… dass nun aus ihr ein bösartiges Mädchen wurde, dass den Genuss der dunklen Seite bekommen hat. Oh… ihr Menschen… man kann euch so leicht mit Macht… Gier… Genuss kontrollieren.
Glaubst du wirklich… nur weil sie aus einer anderen Welt stammt, wäre sie von diesen Problemen geschont? Schau sie dir doch an, dort steht der lebendige Beweis.“ als der Dämonenkönig sich hinter dem Ritter bückte.
„Und… weißt du… warum sie ein Vampir geworden ist?“ grinste Mephisto und schaute nun Sina an. „Weil… du schuld bist.“ Nun bekam der Ritter Schnappatmung, der Dämonenkönig spielte regelrecht mit seinem Stolz und seinen Gefühlen.
„DU bist schuld, dass Lara zu dem geworden ist. Wärst du mit deinen Kameraden gegangen statt einen Einzelkampf gegen mich zu führen, hättest du einen wahrlich schlimmen Massenmörder aufhalten können.
MILLIONEN Dämonen sind wegen ihr gestorben, wie viele… unschuldige Personen hat sie als Vampirin dann auf dem Gewissen? Kann man denn die Zahl aussprechen? Jung, alt, Kinder, Tiere, einfach alles wird sie zerstört haben.
Nur DU hättest es verhindern können und hast es nicht. Wenn die Welt deinen Namen erfahren wird, dass es jemand gab, der diese wahnsinnige vampirische Heldin aufhalten könnte. Sie würden dein Namen bespucken. Ja… so seid ihr Alliancianer. Ihr könnt immer sehr schnell einen fallen zu lassen.“ klopfte der König freundlich auf die Schulter des Ritter.
Sina sah dem Ritter an, dass er jedes Wort von ihrem Vater regelrecht aufsaugte und akzeptierte. Dieser Mann… wurde in wenigen Minuten gebrochen. Ein wahrer Foltermeister war der Dämonenkönig Mephisto.
Die Dämonin selber hat einen Arm unter Lara geklemmt, weil sie scheinbar weiche Knie bekommen hatte, selbst Zada stand neben ihr und versuchte sie irgendwie aufzubauen. „Lara! Ich kann verstehen, dass es…“ „Nein… Kurik…“ schien Lara alles auszublenden.
„SO! Das war der erste Schritt.“ machte sich der Dämonenkönig wieder auf sich aufmerksam. „Den Geist zerstören, nun kommt der nächste. Junger Mann…“ stand der König neben dem Ritter und betrachtete die Verzweiflung in seinem Gesicht.
„Ich danke dir von Herzen, dass du so ein leichtes Opfer bist. Letztendlich… bist du nur ein Test gewesen, weil man der feste Meinung war, dass Lara als Vampirin alles ziemlich kalt lässt. Sie scheint ja ein… nun… Ein Gewissen zu haben, als sie nach so langer Zeit einen alten Freund wieder zu Gesicht bekommt.“ blickte der Dämonenkönig kurz Lara an, dann wieder den Ritter.
„Gehen wir den nächsten Schritt an.“