Ich bin wiedergeboren und der steinige Weg?
Sina folgte Gaergrim, scheinbar wusste er den richtigen Weg für das Vorhaben der Dämonin. Sie gingen an unzähligen Zelten vorbei, notdürftige Behausungen und was Sina… weh tat: All das Elend sah man den Zwergen an ihren Gesichtern an.
Manchmal liefen kleine Zwergenkinder an den Wegen vorbei, viele Zwerge kamen aus ihren Zelten raus und betrachten mit eine Neugier und zugleich auch Desinteresse… wie Gaergrim mit Sina durch die Menge ging.
Überall schaute die Dämonin und kann nicht nachvollziehen… wie die Zwergenkönige zu so einer Entscheidung gekommen sind. „Wenn ich König wäre… mein Herz würde bluten, dass mein Volk mich verlässt…“ murmelt Sina.
Gaergrim schaute kurz zu Sina, dann ging er wieder stur den Weg weiter. „ … Schade das ihr nicht die Königin seid, denn diesen Gedanken teilen viele. Was… muss passiert sein, dass die Könige, die sich ja nicht wirklich leiden können… in diesem Fall der gleichen Meinung sind.
Dachte… der junge König Nostath wäre jemand, der… offener ist, aber scheinbar hat man das bei ihm verkannt. Er war es, der sogar noch härter vorgegangen ist, als die älteren Könige, das verwundert… viele zwergische Exilanten hier am meisten.
Momentan… verstehen viele nicht… wie alles wirklich zustande gekommen ist. Andere… hoffen, dass es nur ein böser Traum ist oder zeitbefristete Strafe ist, aber… die älteren Zwergen wissen es besser.
Die Könige sprechen… ganz selten Verbannungen aus, normal… wenn jemand etwas… so unaussprechliches getan hat, dass selbst der Tod eine Belohnung ist. Man soll bis zu seinem Tod… mit der Verachtung des Volkes leben. Nirgends… soll man willkommen sein und weiteres…
Manche… meiner alten Mitarbeiter fragen sich… wenn wir… nicht um euren Auftrag gekämpft hätten… ob sie ihr normales Leben hätten.“
„Und… niemand… haut bei euch auf dem Tisch, dass ihr überleben sollt?“ zweifelt Sina. „Was ist es… was euch daran wirklich hindert, selbstständig zu leben?“
„Nein… wir haben niemanden. Einige… haben es versucht, aber… sie wissen auch nicht, wie man die Situation besser machen kann, wenn der ganze Kontinent zum Feind geworden ist. Wir haben nichts… außer uns und das Leben.“ schüttelt Gaergrim den Kopf.
Diese… Aussage machte Sina etwas wütend, doch schluckte sie den Ärger runter. „Ich verstehe euch nicht… mein Freund Brandrulim, ein bekannter Schmied wurde ebenfalls verbannt. Er und seine Mitarbeiter in Fanfoss, WEIL er mir geholfen hat.
Doch im Gegensatz zu euch… habe ich mit ihm geredet und… er hat sich selber aus der Depression befreit, in dem er weiter macht. Weiter macht als Schmied und von jetzt Dinge machen wird, die ihn so berühmt machen sollen, dass die Zwergenkönige es bereuen, ihn verbannt zu haben.“ sagte Sina dies.
„ … Muss er sich Gedanken machen über 10000 Zwerge samt Kinder?“ fragte Gaergrim nur. „Er ist mir bekannt, aber… wenn dürfte er nur eine zweistellige Anzahl von Mitarbeitern haben. Das… hier spielt in eine andere Größenordnung Lady Sina.“ drehte Gaergrim sich kurz zu Sina um, wo sie Hoffnungslosigkeit in den Augen sah.
Sina sagte nichts, denn ein bisschen stimmt es an seiner Argumentation. Doch… wenn sie an ihren Vater denkt, der über Millionen von Dämonen in eine Richtung lenken kann… Der König und die Kaiserin, die ebenfalls ein Volk führen können… ist das hier ein Trauerspiel.
„Wir sind angekommen Lady Sina.“ hielt Gaergrim an. Es scheint eine Stelle zu sein, wo man ein großes Lagerfeuer errichtet, wo man Essen zubereitet oder einfach nur… Wärme sucht. Die Dämonin legte die Kiste von Ascal ab und schaute sich kurz um.
Viele Zwerge haben sich zu einem großen Kreis aufgestellt, einige zeigten immer wieder auf Sina und erklärten den Nachbarn, wer sie ist. Andere… sah Sina an, dass… sie auf etwas hoffen, egal was, nur, dass sie vielleicht… helfen kann. Andere wiederum sahen aus… als hätten sie eine fürchterliche Angst, dass sie wohl mitteilt, dass sie das Land zu verlassen haben.
„Gaergrim… kommen noch weitere Zwerge und sind das alle Verbannte momentan?“ bückte Sina sich, um den Inhalt der Kiste raus zunehmen. „Es… soll noch eine kleine Gruppe kommen, weil sie von einem sehr weit entfernten Dorf tief in den Bergen an dem Tunnel nach Vurdinia gelebt haben. Scheinbar… waren sie ebenfalls der Meinung gewesen, dass es nicht richtig ist und die Dorfvorsteher haben sie dann kurzerhand rausgeworfen.“ offenbarte Gaergrim.
„Das…“ schüttelt Sina den Kopf. „Selbst die Dämonen verbannen nicht in einem so großen Stil Aufständische oder ähnliches… egal, scheinbar ist jede Rasse etwas anders erzogen.“ stellte Sina auf dem Boden die Übertragung.
Die Dämonin liest die Anleitung durch und hofft, dass alles richtig aufgestellt wurde. „Glaube… wir Dämonen haben eine einfache Technologie mit der Übertragung…“ murmelt Sina genervt. Als alles soweit war, nahm sie den Hauptstein und aktivierte dies.
Ein riesengroßes Bildschirm erschien über Sina und Gaergrim, viele Zwerge starrten in den Himmel. Man sah bisher nur das Lagerfeuer, Sina fand schnell den nötigen Übertragungsstein, der alles aufnimmt.
Sie schaute sich kurz um, dann drückte sie dies Gaergrim in die Hand. „Richte den Stein auf mich, das man mich sieht, egal was kommen mag oder passiert.“ „Erm… ok?“ nickte der Zwerg. Daraufhin nahm Sina Abstand, sodass sie zentral in der Mitte stand, jeder Zwerg, auch Neia mit Ascal sahen nun Sina auf der Übertragung.
Überall schaute Sina nochmal herum, dass… wäre für Sina das erste Mal, dass sie in eine so große Masse spricht. Sie leckte sich die Lippen, schloss ihre Augen und achtet auf ihren Atem. Tief ein, stark ausatmen, dann schaute Sina in den Stein.
„Volk der Zwerge, mein Name ist Lady Sina. Die Person, die euch die Möglichkeit gibt, einen Ort zu haben, wo man schlafen kann. Als… euer Botschafter mit dem Antrag auf meinen Verwalter kam, war ich leider in einem Tiefschlaf gewesen. Tiefschlaf gewesen, weil ich einen sehr heftigen Kampf gegen einen Dämonen hinter mir hatte.
Meine rechte Hand hat für mich entschieden, dass ihr Asyl… eine Schlafmöglichkeit, was auch immer erhalten solltet, dafür bekomme ich Antworten, was mit euch passiert ist. Gaergrim… sollte euch alle bekannt sein. Er hat mich aufgeklärt, was… die Gründe euer Verbannung ist.
Viele… wundern sich, warum eure Könige mit so eine Härte vorgegangen sind. Warum sie euch… so eiskalt in großen Mengen verbannen, dass eine Verkettung mehrere… Ereignissen entstanden ist.
Der Grund… warum ihr alle verbannt worden seid… bin ich.“ offenbarte Sina sich nun. Viele machen verwunderte Gesichter, die Sina sah, selbst Gaergrim, scheint nicht zu verstehen.
„Viele wissen, dass ich eine Dämonin bin und das ist einer der Hauptargumente euer Könige. Gaergrim… und seine Firma haben in meinen Namen etwas gebaut und das war in ihren Augen Verrat.
Doch… das ist nur die halbe Wahrheit. Die… eigentliche Wahrheit ist, dass ich eine Dämonenkönigin bin.“ Nun sah man überall den Schock bei den Zwergen, selbst Gaergrim fiel der Mund runter.
„Ich habe mich euren Königen als Dämonenkönigin vorgestellt. Es stimmt… dass ich die Welt angelogen habe… dass ich keine bin, das hat auch einen guten Grund. Ich wollte… keine Panik in Alliancia auslösen.
Doch… es kam zu gewissen Ereignissen… dass ich die Wahrheit sagen musste. Bisher war dieses Wissen… über meinen Königsstatus nur bestimmten Vertrauten bekannt, selbst einige Herrscher wussten dies.
Bei dem Ereignis… musste ich die Wahrheit sagen, weil es zu einem Krieg zwischen Elfen und Menschen eskaliert wäre. Um… dies zu verhindern, setzte ich meine Macht ein. Eine beängstigte Macht, was alle Herrscher erleben durften.
Ich… habe nie geplant, die Herrscher von Alliancia unter Druck zu setzen, Angst einzujagen oder ähnliches, überhaupt nicht. Doch ein Herrscher… der nur die Sprache der Gewalt versteht, bekam sie von mir.
Vielen… dürften von euch bekannt sein, dass die Nationen der Elfen an einem bestimmten Baum glauben. Den… habe ich mit meiner Macht zerstört, den Baum und… ein sehr großen Teil des Waldes.
Damit habe ich allen Herrscher von Alliancia gezeigt, dass… ich in der Lage bin, binnen weniger Minuten… eine ganze Ortschaft zu zerstören. Nur… um zu verhindern, dass ein Krieg zwischen der Nation von Osnain und der angrenzende Elfennation des ehemaligen Elfenfürsten Aelrindel entsteht.
Ich… wollte dieses Geheimnis nie wirklich offenbaren… weil ich… zwar eine Dämonenkönigin bin, aber… auch zugleich nicht. Das ist NUR ein Titel, den ich vom dunklen Gott bekommen habe, NICHT mehr.
Der… wahre Dämonenkönig… lebt immer noch in Deymonlia. Er ist es, der über Millionen von Dämonen gebietet, nicht ich. Ich bin eine Trägerin dieses Titels, NICHT mehr. DAS habe… ich allen Herrschern gesagt.
Wenn… bin ich nur eine Abenteurerin, die gegen ihren Willen zu Kanzlerin von Osnain ernannt wurde. Ich… habe allen Herrschen gesagt, dass ich einen Frieden zwischen mir… den Dämonen und allen Rassen auf Alliancia anstrebe…
Das… eure… Könige zu eine Entscheidung gekommen sind… habt ihr alle zu spüren bekommen. Das Hauptargument… dass ihr eine Dämonin unterstützt habt… liegt darin, dass ich in deren Augen ein Übel bin, dass schlimmer ist, als nur ein einfacher Dämon. Wenn… bin ich die Schuldige… die euch in einem Dilemma gebracht hat.
Wegen… meines Schweigens, was… ich für einen besonderen Titel trage, sollt… ihr darunter leiden. Eure Könige… wollen damit ganz klar… ausdrücken, dass ich nicht auf Alliancia willkommen bin und… jeder der mich vorher unterstützt hat… Keine Ahnung, ob sie denken, dass ihr befleckt worden seid mit meiner Lüge, aber…
Sie ziehen gemeinsam eine Linie, dass ich für meinen Geheimnis bestraft werden soll. Oder… sie haben Angst wegen meiner Macht, dass… kann auch eine Möglichkeit sein. Dennoch… ändert es nichts an der Situation… die ihr alle erlebt.
Ich… bin in diesem Fall die Schuldige und… es tut mir leid.“ verbeugte Sina sich vor allen Zwergen. Eine unheimliche Stille war über die Zeltstadt ausgebrochen, Ascal ist nur der Mund runter gefallen, als Sina die Wahrheit über sich geäußert hat. „Du kannst mir vertrauen Ascal, Sina hatte gute Gründe für ihr Geheimnis!“ erklärte Neia es von seiner Seite. „Das ist nicht das Problem Neia, es wird gleich hässlich!“ drehte Ascal blass zu Neia.
Sina richtete sich auf… als ein Stein sie auf den Kopf traf… und ein weiterer… und weitere… Das Volk der Zwerge lässt seine Wut an Sina raus und bewirft sie nun mit Steine. „Bei allen Göttern!“ keuchte Neia auf.
Doch Sina machte nichts, sondern versuchte immer wieder sich aufrichten. Einige Steine haben sie übel getroffen, dass Blut über ihr Gesicht floss, bevor die Wunde durch ihre Regeneration wieder schloss.
Viele Zwerge schrien regelrecht ihre Wut der Dämonin entgegen, andere warfen, was sie in den Händen bekamen. Dies wurde alles auf der Übertragung gezeigt… bis irgendwie ein sehr schwerer Stein Sina auf dem Hinterkopf traf und nach vorne fiel.
„Warum tut Sina nichts?!“ fluchte Ascal. „Weil… sie es als Strafe akzeptiert…“ weinte Neia. Die Dämonin stützte sich mit den Händen auf den Boden ab, weitere Steine oder andere… „harte“ Gegenstände wird auf sie geworfen.
Sina hat ihre Augen geschlossen und blieb weiter stur, sich nicht zu verteidigen. „Das… ist wohl… die normalste Reaktion… wenn man wütend ist…“ dachte Sina, die jeden Steinschlag zu spüren bekommt.
Ihr Kimono wird bei Aktion regelrecht gerissen, die Zwergen ließen all die angesammelte Frust… Wut… an ihr raus. Wegen ihr… haben sie das bekannte Leben verloren. Tränen fielen nun von Sina runter, denn… sie kann es verstehen. Sehr gut sogar verstehen und würde vermutlich auch zu denen gehören, die einen Stein werfen würden.
„Himmel, dass kann ich mir nicht länger ansehen!“ wollte Neia sich auf dem Weg machen, als Ascal sie auffing. „Nicht! Wenn du jetzt da rein gehst, bekommst du auch die Wut ab! Vor allem, wenn du die Elfenfürstin bist, glaubst du nicht, dass es internationale Probleme geben wird?!“ hielt Ascal sie ab. „LASS. MICH. SOFORT. LOS!“ drohte Neia wütend, doch Ascal schüttelt sein Kopf und hielt weiter ihren Arm fest.
Auf einmal merkte Sina… wie sie keine Steine mehr abbekam, dennoch hörte sie, wie geworfene Objekte gegen etwas abprallten. Sie schaute hoch… und staunte. Gaergrim und Razmel stand um sie und fingen die Steine ab. „Was…?“
Die Beschützter konnten nichts sagen, dennoch standen sie so breit aufgestellt, dass sie jeden Stein abfangen wollten. Blut tropfte auf den Boden runter, dass Sina sah. „Hört auf!“ verlangte Sina, doch die Zwerge schütteln nur ihre Köpfe.
Scheinbar… war der zwergische Mob… unsicher geworden, dass Zwerge die Ursache für das Elend beschützen. Sie hörten auf mit dem Bewerfen von Steinen oder anderen Gegenstände, scheinbar bemerkte Gaergrim dies, als er sich zu Sina umdrehte. „Ihr… seid nicht schuld daran.“
Der Zwerg hat den Übertragungsstein so positioniert, dass man das auf der Übertragung sehen konnte. Viele Zuhörer waren sofort wieder wütend gewesen, viele buhten ihn regelrecht als Verräter aus.
„ICH WEIGERE MICH EINE HAND, DIE UNS GEHOLFEN HAT, FALLEN ZU LASSEN!“ brüllte Gaergrim in eine Lautstärke, dass wieder eine Stille um sie herum entstand.
„Es… mag sein… dass ihr vielleicht EINER der Gründe seid, weswegen die Könige uns verbannt haben, aber… Was hier passiert… entehrt jede Grundlage eines Zwerges.“ blickte Gaergrim hoch, eines seine Augen ist zugeschwollen.
„ICH wurde von meinen Vater… und Großvater erzogen, egal… wer hilft, dass wir eine offene Hand haben sollen. Das wir Zwerge Freundschaften eisern pflegen sollen, uns gegenseitig den größten Respekt zollen sollen.
Ich… schäme mich… jetzt und hier… ein Zwerg zu sein!“ brüllte Gaergrim, Razmel setzte sich auf den Hintern, scheinbar wurde er sehr übel getroffen bei der Verteidigung von Sina. Diese stand auf ihre Knie und schaute Gaergrim in die Augen.
„Lady Sina… hat uns erklärt, warum sie das Geheimnis für sich behalten halt. Wäre ich ein König und will einfach mal unters Volk sein wollen, ich hätte es auch getan, das Geheimnis für mich zu behalten.
SIE war es.. die meine… Idee gegen die Ungerechtigkeit in unseren Reichen unterstützt hat, indem sie UNS den Auftrag der Säulenstadt übertragen hat. Überlegt doch mal selber ihr Idioten… Wenn es nicht wir gewesen wären…
Sondern die alten Familien, die uns in den Rücken gefallen sind, den Auftrag bekommen hätten, dann wären SIE hier und nicht ICH und meine Firma! Letztendlich wäre es immer darüber hinausgekommen, dass wir so oder so in diese Situation gekommen wären!
WENN… jemand die Schuld bekommen sollte… dann nicht jemand, der uns die Chance gegeben hat für Veränderungen. Nicht jemand, der uns einen Ort gibt, wo wir uns alle ausruhen können, WENN bin ich SCHULD daran!
ICH bin Schuld daran, dass ich es gewagt habe, gegen diese alten Werte der Zwerge offenkundig zu rebellieren. Ich bin schuld daran, dass ich mit MEINER IDEE… so viele auf meine Seite gezogen habe… die ähnliche Gedanken hatten.
Wir wollen Veränderungen bringen und die hat uns Lady Sina gegeben! Das… sie nun Schuld daran sein soll… dass kann ich einfach nicht glauben. Ich will einfach nicht glauben, dass EINE Person… an unserem Elend schuld ist!
Sie hat doch selber gesagt… dass sie nur einen Titel trägt… und einen FRIEDEN wünscht! Wenn sie wirklich die Macht hätte, einfach einen Ort auszulöschen, dann hätte sie uns einfach töten können. ABER das macht sie NICHT!
Jeden Stein… den sie getroffen hat, hat sie ohne sich zu wehren geschluckt. Ich… schäme mich… ein Zwerg zu sein. Meine Vorfahren würden sich in ihren Gräben alle umdrehen, dass ich eine helfende Hand… überhaupt nicht geholfen habe.
Als… wir hierher gekommen sind… hat sie etwas gesagt… „Wenn ich König wäre… mein Herz würde bluten, dass mein Volk mich verlässt…“ Solche Gedanken hat Lady Sina und… ihr bewirft sie mit Steine?
Ich kann euch verstehen… auch ICH bin in eure Lage, aber… ich bin nicht so tief gefallen, dass ich jemanden mit Steine bewerfen muss. Dann muss… ich leider sagen, haben wir unsere Strafe redlich verdient.
Sie ist niemand anderes… die mir eine Unterstützung gegeben hat und in unsere Lage, gibt sie dann auch die Chance, einen Ort wo wir vorerst leben dürfen. DAS sie eine der Ursachen ist… kann nicht sein, da muss definitiv mehr im Spiel sein.
Ihr… macht es euch sehr einfach, wirklich. Bewirft sie mit Steinen, was wäre danach passiert?“ schaute Gaergrim in die Runde. Viele Zwerge ließen beschämt ihre Hände los, wo die Steine und weiteres auf dem Boden fielen.
„Ja? Nun bekommt ihr das Maul nicht auf oder was? Was habt ihr denn gedacht, wäre nach dieser… Steinigung passiert? Ich kann es euch sagen, wenn Lady Sina es überlebt hat, ich kann es sehr gut nachvollziehen, wenn sie uns raus werfen würde.
Dann… selbst… wenn ihr es geschafft hättet… sie zu töten, meint ihr.. die Verbannung wäre aufgehoben? So wie die Könige so hart ihre Aktion durchgesetzt haben, sie hätten das nie im Leben getan, es würde ihre Autorität untergraben!
Für den heutigen Tag… hättet ihr euch wohlgefühlt und dann? UND DANN?!“ brüllte Gaergrim wütend. „WIR WÄREN WIEDER IN DER GLEICHEN LAGE GEWESEN WIE VORHER, NUR DASS ES NOCH BESCHISSENER FÜR UNS GEWESEN WÄRE!“
Tränen fielen bei einigen Zwergen runter, Gaergrim hat sie regelrecht an ihren Stolz gepackt und ihnen eine mentale Ohrfeige verpasst.
„Lady… Sina.“ keuchte Gaergrim… „Es… tut mir vom Herzen leid, was man euch angetan hat. Das… wir so tief gefallen sind, entehrt jede Grundlage, die wir Zwerge hatten. Ihr seid vielleicht einer der Gründe für unsere miserable Lage, aber ihr seid nicht alleine schuld daran.
Wenn… gehöre ich auch dazu und… bestimmt gibt es noch weitere Gründe, warum die Zwergenkönige ihr Ding so durchgezogen haben. Es… ist nicht richtig, dass ihr alleine die Schuld trägt.
Bitte… verzeiht meinen… Brüdern und Schwestern, dass… sie ihre Frust, Wut… Hass auf euch geworfen haben. Wenn… wir euer Land verlassen sollen… dann kann ich es verstehen, wirklich. Es ist für mich die größte Schande, die ich im Leben gemacht habe, meine Auftragsgeberin… so in den Rücken zu fallen und nicht zu helfen.“ fiel Gaergrim erschöpft auf den Knien.
Tränen fielen von Sina runter, sie drehte sich leicht zu dem Zwerg um und ging auf ihre Knien zu dem Zwerg rüber. Sie schauten sich kurz in den Augen, dann leuchtete die linke Hand von Sina und legte diese auf der Wange von Gaergrim.
Erstaunt schaute er Sina an, als er merkte, wie seine Schmerzen geheilt wurde, die Wunde am linken Auge verschwand, wo er deutlicher sehen konnte. Das Knochenschwert vom Sina´s Knochenschwanz leuchtete ebenfalls und legte sich auf dem Rücken von Razmel, der ebenfalls geheilt wird. Dieser drehte sich erstaunt um, dass er… von Sina geheilt wird.
„Es… war nie mein Plan gewesen… euch aus meinem Land zu werfen.“ spricht Sina mit eine sehr gebrochene Stimme. „Jeder… Stein der auf mich geworfen wurde… ich kann es nachvollziehen, wirklich. Euer altes Leben wurde zerstört, alles… was ihr aufgebaut habt… wurde wegen mir… zerstört.
Niemals… hätte ich mich gewehrt, weil… ich in eurem Fall… eine Schuldige wäre. Es mag sein… dass es viele Gründe gibt, aber ich habe sie letztendlich verursacht. Bitte… Gaergrim und auch du Razmel…
Ich danke euch, dass… ihr mich beschützt habt, aber…“ wollte Sina weiter reden, als Gaergrim vor ihr aufstand.
„Was dann? Sollen wir euch wieder mit Steinen bewerfen, WEIL ihr euch schuldig fühlt? Dann müssen sie mich ebenfalls mit Steinen bewerfen, weil ich ebenfalls schuldig an ihrem Elend bin.“ „Ich gebe ihm recht, auch ich gehöre dazu, weil ich viele Zwerge überredet habe, unsere Sache anzuschließen.“ stimmte Razmel zu.
Sina schaute Gaergrim in die Augen… als ein dutzend Zwerge sich ihnen näherten. Alle schauten die Zwerge an… als sie einen Kreis um Sina, Gaergrim und Razmel aufbauten. „Leute?!“ staunte Gaergrim.
„Halt die Klappe Boss, wenn bin ich schuld daran, dass ich dich nicht aufgehalten habe.“ „Ich bin schon tief gefallen, aber meine Ehre, die kann man mir nicht wegnehmen!“ „Wir sind ebenfalls schuld daran, dass so viele Leben ihr Heim verloren haben!“ riefen die Zwerge in eine Lautstärke, dass jeder es mitbekam.
„Lady Sina hat uns wenigsten etwas gegeben, was… wir alle verloren haben: Hoffnung!“ brüllte einer der Zwerge. „Wenn wir die Hoffnung jetzt aufgeben, verlieren wir… ALLES!“ „JA!“ „GENAU!“
Erstaunt schaute Gaergrim und Razmel die Zwerge in deren Rücken, Sina dagegen… fielen nur stärker die Tränen runter. „Leute…“ murmelt Gaergrim.
„Was? Auch mir wurde beigebracht, dass wir zusammenhalten sollen! Mein Vater würde mir eine Ohrfeige vom Feinsten geben, wenn er das hier erleben würde!“ schimpfte einer der Zwerge. „Es ist eine Schande… dass wir Zwerge heute die schlimmste Seite zeigen.“ schüttelt ein anderer Zwerg den Kopf.
„Warum fragt eigentlich niemand Lady Sina, ob sie uns nicht sogar helfen kann in dieser Situation? Wenn sie sich wirklich schuldig fühlt, dann sollte man ihr auch die Chance geben, es gut zu machen!“ meinte ein weiterer Zwerg. „Ihr… du und Razmel, wenn ihr wirklich glaubt, eine Schuld zu tilgen, dann hilft uns einfach!“
„Das könnt ihr nicht von Lady Sina verlangen, sie hat uns mehr als genug geholfen!“ widersprach Gaergrim. „Auch sie ist nur eine einfache Frau… Scheiß auf Dämonin oder Dämonenkönigin, niemand kann mit einen einfachen Fingerschnippen unser Leben zurückgeben! Bleibt bitte auf den Boden der Tatsachen!“
„Dann ist es doch kein Problem, wenn wir euch in Schutz nehmen? Die paar Steine, tzz da hatte ich Zechtouren hinter mir gehabt, da brummte mein Schädel sogar eher!“ schmunzelt einer der Zwerge und sie mussten lachen.
Dieses… Lachen… löste etwas aus, ohne dass Sina etwas dafür getan haben musste. All der Zeit… wie die Zwerge nur in ihrem Elend versunken waren, gejammert haben und in Selbstmitleid gesteckt haben…
Die Zwerge, die sich um Sina, Gaergrim und Razmel einen Schutzwall aufgebaut haben… lachten über diesen einen einfachen Witz. Etwas… war alle Zwerge scheinbar irgendwie in ihrem Elend nicht konnten.
Erst war Gaergrim fassungslos… als er dann mitlachen musste und dabei den Kopf schüttelt, Razmel dagegen konnte nicht verhindern, dass er nur am kichern ist. Nur Sina selbst war… scheinbar etwas überfordert.
„Ich… glaube, dass ich euch schon helfen kann.“ meinte Sina und sofort hörten die Zwerge auf zu lachen. Sofort bekam Sina die Aufmerksamkeit aller Zwerge die um sie herumstanden, aber auch die Zwerge… die sie mit Steinen beworfen haben.
„I… ich kann es nicht versprechen, weil sehr… viel davon abhängt, ob ihr euch überhaupt von mir… einer Lügnerin helfen lassen wollt. Wir… haben überhaupt keine Vertrauensbasis zwischen uns, aber… ich kann mir sehr gut vorstellen, dass… es möglich sein sollte, euren Lebensstils wieder zu geben.“
„Lady Sina… ihr wollt… uns wirklich… selbst was wir euch eben angetan haben… immer noch helfen?“ fragte Gaergrim vorsichtig nach und Sina nickte.
„Ja… wenn… du dir und alle Gedanken macht… Ich hege keine Rache oder ähnliches, wenn… ist es etwas… was ich verdient habe. Zu viele Leben habe ich zerstört, Kinder… deren Zukunft genommen. Es war verdient.
Wie… einer von euch gesagt hat… wenn ich eine Schuld tilgen soll… dann würde ich den Versuch gerne machen wollen.“ versuchte Sina irgendwie in ihrem blutverschmiertem Gesicht zu lächeln.
„Und… wie wollt ihr es machen?“ fragte Gaergrim vorsichtig. „Ich meine… unabhängig… wie viele… mitmachen werden, bedenkt… dass es über 10000 Zwerge sind.“
„Es… liegt nicht an mir, sondern ob ihr es wollt. Ich… werde Zeit brauchen und… ihr solltet euch mit dem Gedanken abfinden, dass… ihr Alliancia verlassen müsst. Ich… kann euch Saifa als neues Zuhause anbieten, aber ich bin auch ehrlich.
Die Händler… haben auch mir ein Handelsverbot ausgesprochen, ein Elfenreich hat mir den Krieg erklärt und die Zwergenkönige… wisst ihr selber. Es sind nur die Reiche der Menschen übrig und… sie will ich nicht in das Problem reinziehen, was auf sie zukommen kann, wenn ich euch helfe.
Es… wird lange dauern, bis ich die Händler in Griff habe, damit ich einigermaßen wieder eine vernünftige Basis habe, Sachen… Materialien und weiteres bekomme, doch… Ihr werdet alleine wegen den Zwergenreichen… keinerlei Chancen bekommen.
So leid es mir tut, aber… in Alliancia gibt es keine Hoffnung. Hoffnung… sehe ich nur in den anderen Kontinenten. Meine Auswahl… wäre sogar sehr überschaubar.. Vurdinia oder Batzien, denn Snolonien… entspricht nicht euren Lebensstil.
Wenn… ihr diesen Schritt wagen wollt, mir die Zeit gibt… denn geht von mindesten einen Monat aus, dann werde ich mit all meiner Energie reinstecken, euch ein neues Zuhause zu suchen. Ein Ort… wo ihr einen Neubeginn starten könnt… ohne das verfeindete Händler… Reiche es verhindern.
Diese Entscheidung MÜSST… ihr selber treffen, die kann ich nicht… du nicht, oder andere hier abnehmen. Ich meine… eigentlich müsste die Entscheidung doch einfach für euch fallen…
Hier habt ihr nichts mehr, überall Feinde… Man kann nur einen Neustart machen, denn… ich denke da an eure Kinder. Wollt ihr nicht für sie ein Vorbild sein, dass ihr etwas… unmögliches schaffen wollt?
Gaergrim, du hast gesagt, ihr habt genügend Handwerker aller Zünfte, dass was euch eigentlich fehlt… ist ein Ort wo ihr beginnen könnt. Wenn ihr wirklich alle gemeinsam anpackt, könnt ihr ein neues Zuhause bauen.
Ein Ort… ob das Flachland, ein Berg oder anderes sein mag… Dort könnt ihr dann eure Ruhe haben. Ich bin mir selber bewusst… dass der Anfang schwerlich sein wird, aber dort sehe ich die meiste Hoffnung.
Aber… das geht nur, wenn ihr es wollt und… mir vertraut. Ich… die euch in diese Scheiße geritten hat… mehr… kann ich euch nicht anbieten. Unabhängig… wie eure Entscheidung ist… vielleicht ist es für einige… ein blanker Hohn aber…
Ich verzeihe es euch, dass… ihr mich mit Steinen beworfen habt, nur… bewirft nicht eure eigene Leute. Gerade jetzt müsst ihr Einigkeit zeigen, ihr könnt ruhig weiter auf mein Land leben. Fällt Bäume, wenn ihr mehr Platz braucht oder Holz benötigt, um etwas zu bauen.
Himmel… wäre ich eure Königin, ich hätte jeden… eurer Könige aufgesucht und ihnen eine Ohrfeige verpasst. Verpasst… dass sie überhaupt ohne jegliche Vorwarnung euch das angetan haben. Irgendwie… wurden sie mit etwas konfrontiert, was sie bisher nicht erlebt haben.
Rebellion… am Arsch, ehrlich. Gaergrim hat Probleme innerhalb der Zwergenreiche aufgezeigt und wird dafür bestraft. So wollte man scheinbar Unruhestifter schnell zu Ruhe bringen, doch dass viele Zwerge das nicht einsehen… also ihr alle…
Man muss annehmen, dass doch einige Probleme bei euch geherrscht haben. Ihr habt doch… scheinbar gegen die Ungerechtigkeit gekämpft oder nicht? Wollt ihr jetzt wirklich aufgeben?“ schaute Sina mit ihrem Gesicht in die Menge.
Eine Stille ist im Ort eingekehrt, viele Zwerge… sieht man an, dass sie über die Worte nachdenken. „Aufgrund… dass es weit entferne… Orte sind, würde ich vorschlagen, dass ihr einen einfachen Hafen baut, wo mehrere große Schiffe andocken können.“ redete Sina mit dem alten Baumeister.
„Die Händler mögen hier eine Macht haben, aber es gibt mehr als genügende Kapitäne, die auf ihre Meinung pfeifen. Mir fällt spontan einer an, aber es wird seine Zeit brauchen, bis ich ihn finde und… ich werde mein Bestes geben, über ihn weitere Schiffe zu finden, die euch dann euer neues Ziel ansteuern können.“
Sina wollte aufstehen, doch verlor sie ihr Gleichgewicht und fiel nach vorne… als Gaergrim sie auffing. „Ihr… meint das wirklich ernst, was ihr sagt oder?“ Die Dämonin schaute Gaergrim in die Augen und nickte.
„Ja, das meine ich todernst. Ihr seid eine so stolze Rasse… es wäre die größte Schande… wenn man euch nicht hilft. Dabei ist es egal, ob ich ein Dämon bin oder nicht, aber wir Dämonen haben eure Handwerkkunst immer beneidet.
Die Feinheiten bei eure Bauten, eure Waffen in den Kriegen, einfach alles. Statuen, Uhrwerken, je komplizierter es ist, desto mehr blüht ihr auf. Wenn… ihr feiert, dann feiert ihr teilweise sogar schlimmer als Menschen oder Elfen und das ist auch gut so.
Man soll Freude haben bei einer Feier, Wettbewerbe beim Armdrücken, eure Liebe zu Wetten, Zechtouren, wo ich selbst die Zwerge geschlagen habe… Ihr seid doch alle… ein viel fröhlicheres Volk.
So habe ich euch… Zwerge kennengelernt, als ich das erste Mal in Alliancia gekommen bin. Euer feines Gespür für Handel oder wenn ihr eine Idee habt, wie die Welt stehen bleibt. Ihr geht mit einem Ehrgeiz, diese Disziplin haben nicht mal die anderen Völker.
Deswegen… tut mir das umso mehr weh… eure traurigen Gesichter, die mit Scham gefüllt sind, zu sehen, einfach… weil ich mein Geheimnis offenbart habe. Das eure Könige… dies benutzen, dass… sind Konsequenzen, die mir überhaupt nicht mal ansatzweise in den Gedanken vorgekommen sind.“
Sina stand nun mit Hilfe von Gaergrim ganz auf und wird von allen Zwergen angestarrt. „Ich… wiederhole mich wieder… Es tut mir leid… was ihr alles erdulden müsst. Lebt… wie ihr wollt auf meinen Land.
Baut richtige Häuser auf, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die Zelte… wirklich euren Lebensstil entsprechen… oder ihr kommt zu eine Entscheidung… und gibt mir die Chance, dass ich einen Ort für euch finde… wo ihr wirklich einen Neubeginn machen könnt.“ verbeugte Sina sich wieder.
Alle sahen, wie die Hände von Sina am Zittern waren, sie richtete sich wieder auf. „Denke… ich habe mehr als genug gesagt, ich… werde wieder zurückgehen.“ versuchte Sina zu lächeln, aber man sah, wie ihr die Tränen von den Augen runter fielen.
Ohne abzuwarten ging Sina den Weg zurück, den sie gekommen sind… als Gaergrim und die anderen Zwerge sich ungefragt um sie stellen und im Gleichschritt sie beschützen. „Gaergrim…“
„Lady Sina, es wäre mir eine Ehre, wenn ich sie begleiten dürfte.“ lächelt Gaergrim, dem scheinbar… viel mehr Leben in den Augen zu sehen war. „Glaube, das dürfte den anderen Jungs der gleiche Gedanke sein.“
Die Männer nickten alle, scheinbar bereit… alles abzufangen, wenn der Mob seine Steine oder weiteres werfen will. Doch… so wie die Zwerge alle aussehen, die in der Nähe sind, scheint keiner wirklich den Gedanken zu haben.
Sina schniefte fürchterlich, dann ging sie kommentarlos los. Die Zwerge machten sofort platzt für die Gruppe, die Dämonin versuchte… stur nach vorne zu schauen. Schlimmer… fand sie die Stille, keiner unterhielte sich, als sie mit ihren Beschützer vorbeigingen.
Keinerlei Zeitgefühl hatte Sina, es… kam ihr wie eine Ewigkeit vor im „Meer“ voller Zwerge durchzugehen. Selbst die Kinder schwiegen wie die Erwachsenen, als Sina vorbeilief. „Einen Hafen sollen wir bauen? Für uns eine Kleinigkeit.“ teilte Gaergrim mit, als hätte er seine Entscheidung gefällt.
„Schade das Jorsack nicht mehr lebt, der alte Furz würde uns wieder ausschimpfen, dass wir das Teer bitteschön in eine Richtung streichen sollen.“ merkte Razmel an und löste einen leichten Lachanfall aus.
„Jau, dann würde er uns alle auf die Knie legen und uns ausschimpfen, warum wir alle alte Weiber wären, die nur am Jammern sind.“ meinte ein weiterer Zwerg. „Aber wenn der Sack nur EIN Bier gesoffen hat, lag er unter dem Tisch!“ nun lachten die Beschützter, die Jorsack etwas länger kannten.
„So… wie ich Jorsack kenne… wäre er der Erste, der auf dem Tisch gehauen und gesagt hätte: Lady Sina, wo bitte schön soll ich eine Stadt für uns aufbauen. Sagt den Ort und ich gehe vor, damit die Jünglinge sich ja bloß nicht überanstrengen.“
„Jorsack, de oll Sackle, wenna de wüss, wad die Zwergle Lady Sin´a angetan hape… Oi, de wär 10Meter, ik sags euch, 10Meter gewachsen un hätt uns alle verprüglt! Solltn vielleisch betän, dat der nit aus dem Grabe kommt!“
Tränen fielen von Sina runter, ihre Sicht wurde teilweise verschwimmt. „Wie… sie hören Lady Sina, meine Jungs und ich wollen euch mehr als eine Chance geben… wir wollen mit euch arbeiten.“ plaudert Gaergrim.
„Und… ich muss euch danken. Ich… will nicht abstreiten, dass ich… auch keine Hoffnung mehr gesehen habe, aber… sie glauben daran. Sie verzeihen uns und erlauben es auch zugleich… weiter hier zu leben.
Wir werden den Hafen bauen und zwar einen stabilen, denn selbst Glacia nicht mal zerstört bekommt. Einen einfachen, ich bitte euch… Wie habt ihr es gesagt? Je komplizierter, desto schöner ist es?“ grinste Gaergrim.
Sina musste anhalten und schloss ihre Augen, damit sie nicht einen Weinausbruch bekommt. „Vielleicht sehen nicht alle Zwerge… dass diese Chance… die wir euch geben mit Erfolg gekrönt ist… aber die Idioten sollten folgendes bedenken:
Wir haben endlich ein Ziel oder nicht? Wir bekommen endlich eine Möglichkeit, selber aus diesem Elend zu entkommen und das durch eine Dämonin… Einen Monat? Dann werden wir feiern, bis ihr uns den Ort gefunden habt, ich sehe kein Problem.
Bier… haben wir leider keins, also… offiziell, aber ich glaube… der eine oder andere hat bestimmt Bierfässer geschmuggelt… Notfalls brauen wir das auch irgendwie selber, denn wir sind nicht so tief gefallen, dass wir jetzt die Gesetze auf Alliancia ignorieren.“
Einer der Zwerge hat scheinbar den Übertragungsstein mitgenommen, sodass dieses Gespräch überall gehört wird.
„Wie meintet ihr, ihr könntet ein Wettbewerb beim Biertrinken gegen einen Zwerg mithalten? Das glaube ich erst, wenn ich das vor meinen Augen sehe.“ grinste Razmel ebenfalls.
„Thomddir der Brecher hat gegen mich verloren.“ murmelt Sina, die sich wieder konzentrieren kann. „Ach, der ist ne Lusche. Mehr Muskeln, aber kaum eine Resistenz gegenüber echtes Zwergenbier.“ rief einer der Zwerge, die anderen stimmten ihn zu.
„Wenn… ihr ein neues Zuhause habt… würde ich mich auf dieses Wetttrinken einlassen.“ versuchte Sina zu lächeln. „Der Rekord liegt bei 17 Bierfässer.“
„Ach du Scheiße…“ murmelt einer der Zwerge. „Da können ja echt nur die Profis mitmachen.“ „Und ich würde ein paar Leute mitbringen, die auf meinem Niveau saufen können.“ fügte Sina hinzu. „Also… wenn ihr mich einlädt.“
„Na dann müssen wir erst recht das Zuhause bauen!“ brüllte Gaergrim auf… und hat damit alle Zwerge angesteckt. Alle Zwerge… wie eine Welle brüllten sie laut auf und hoben eine Faust hoch. Das komplette Lager… war ein reines Gebrüll. Zwerge, Zwerginnen und selbst die Kinder brüllten auf.
Erstaunt schaute Sina… und auch Gaergrim herum, wie alle Zwerge… regelrecht das Leben ausstrahlten. Aus dem Augenwinkel sah Sina über sich, dass die Übertragung weiter auf sie ausgestrahlt wird und verstand sofort.
„Glaube… Lady Sina, man gibt euch die Möglichkeit einer Wiedergutmachung.“ meinte Razmel. „Das… hätte Jorsack auch gefallen… mit einer Dämonenkönigin am Tisch um die Wette zu saufen.“
Nun fiel Sina auf ihre Knie, sie versuchte sich mit den Flügeln zu verstecken… dann hörte man sie laut weinen. Nun waren die Männer überfordert… als Neia sich in ihre Nähe teleportierte. „Sina!“ bückte sich die Blutelfe zu ihr und streichelt den Rücken.
„Neia…“ öffnete Sina sich wieder und schaute ihre Geliebte an. Sofort umarmte Neia sie und drückte den Kopf auf ihre Brust. „Pss… du brauchst nicht zu sagen. Das ist es etwas… was ich an dir so liebe.
Deine Akzeptanz… egal wie sehr jemanden gefallen ist… das du an ihm glaubst und ihm helfen willst. Das du dich nicht wehrst und… um Vergebung bittest… Glaube… viele wünschten sich, dass die Anführer immer so eine ehrliche Haut hätten wie du.“ streichelt Neia den Kopf von Sina.
Man hörte Sina regelrecht laut aufschluchzen, Neia wiegelt sie langsam, damit sie sich wieder ein bisschen beruhigt. „Glaube, ich werde uns zum Anwesen teleportieren, damit du für dich alleine bist.
Die Zwerge… haben dir scheinbar ihre Antwort gegeben… in mehrere Formen scheinbar und nun ist es irgendwie… soweit gekommen, dass sie mit dir um die Wette trinken wollen. Keine Ahnung… wie das dazu kam, aber… glaube, du hast irgendwie es geschafft, allen Zwergen eine neue Hoffnung zu geben.“ lächelt Neia, ihr fielen auch ein paar Tränen runter.
„Erm… Miss…“ kratzte sich Gaergrim am Hinterkopf. „Sie sollten Lady Sina wirklich zum Anwesen bringen, dort sollte sie auch sein, denn glaube… das Geschenk an ihr, dass wir hier leben dürfen… dürfte niemand streitig machen.“
„Machen wir das und… danke, dass ihr meine Freundin beschützt habt. Sie hätte in diesem Moment… alles geschluckt, was man auf ihr geworfen hätte.“ schaute Neia dem Zwerg in die Augen.
Bevor man darauf antworten konnte, verschwanden beiden Frauen vor den Augen der Zwerge. „Potzeblitz, immer dieser Magier…“ murmelt einer der Zwerge und andere Zwerge stimmten ihm zu.
„Und was machen wir nun?“ fragte Razmel den Chef. „Was wir machen? Den Hafen natürlich bauen, glaubst du wirklich, dass ich zu Fuß auf einen anderen Kontinent laufen werde?! Auf auf, waschen können wir uns auch später!“ klatschte Gaergrim in die Hände.
„Uff… muss das sofort sein? Der Hafen rennt uns bestimmt nicht weg, außerdem müssen wir mit den Nagas sprechen, dass wir nicht in ihrem Bereich irgendetwas zerstören beim Bau.“ stöhnte Razmel.
„Hrm…“ rollte Gaergrim mit seinen Augen.