Ich bin wiedergeboren und einerlei Schwierigkeiten?
„Hmm…“ betrachtet Friedrich den Antrag. „Ich verstehe nicht… warum man zu mir kommt?“ schaute der Ritter den Beamten an. „Das ist doch eure Aufgabe oder nicht?“
„Das… stimmt, aber der Antragsteller… ist etwas spezieller und hat auch angefordert, dass entweder IHR oder General Simon bei dem Prozess Zeuge seid. Falls… euch entgangen ist, aber… Man hat das Land der Toten zu eigen gemacht.“
Friedrich liest sich nochmal den Antrag genauer durch. Man sah, wie seine Augen hin und her huschen… und Schweiß auf seine Stirn bildete. „Das darf doch nicht wahr sein…“ brummte er.
„Ist aber so. Wir haben sogar jemanden zum ehemaligen Wachposten an der Brücke geschickt und es konnte bestätigt werden: Das Land der Toten… ist nicht mehr. Überall sind Bäume… Pflanzen, all das Naturzeug ist gewachsen… Und Lady Sina hat es für sich beansprucht. Das komplette Land.“
„Das ist aber ein verdammt großes Problem!“ blickte Friedrich hoch. „Das… stimmt, aber wenn ihr die Rückseite liest… macht man auch ein Angebot.“ Sofort drehte der Ritter das Blatt um und ließt sich es ebenfalls durch. „W… was?“
„Genau… Lady Sina bietet das komplette Land an, wenn man ihr dafür im Austausch Saifa „komplett“ übergibt. Ich… denke, ich brauche euch nicht zu erklären, was damit gemeint ist oder?
Der Antragsteller… hat uns mehrere Karten beigefügt, in welcher Größenordnung Lady Sina es sich beim Austausch vorstellt, es würde uns letztendlich die Entscheidung überlassen. Leider… gibt man uns nur eine Woche Zeit, was… nicht korrekt wäre.
Doch… im Fall Lady Sina und dass man… nutzbares Land anbietet… dürfte es vermutlich nur diese eine Chance geben.“ wirkte der Beamte sehr verschwitzt.
„Das hättet ihr sowie nicht entscheiden können, weil es die Unterschrift des Königs bedarf! Von wegen Zeugen.“ war Friedrich sauer. „Sind das alle Unterlagen?“ „Erm…“ holte der Beamte einen Ordner raus, den der Ritter aus der Hand riss.
„Das werde ich persönlich jetzt weiter machen! Und ich hoffe doch sehr, dass ich nicht zu hören bekomme, dass irgendwelche Händler weiter ihre Tricks machen. Sie halten den kompletten Mist von Kauf gewisse Bereiches unseres Landes auf Trab!“ starrte der Ritter wütend den Ritter an.
„Ich…“ zog der Mann am Kragen. „Gehen sie wieder ihre Arbeit nach und lasst euch was einfallen, dass es aufhört, sonst wird eine Sperre für dieses Jahr ausgerufen!“ kam die Drohung von Friedrich.
Bevor der Beamte was sagen konnte, ging Friedrich direkt an ihm vorbei. „Himmel… was ein Chaos…“ schüttelt der Ritter den Kopf. Er ging direkt zu einer Person… zum König selber ins Büro. Kurz vor der Tür hielte er an, dann klopfte Friedrich, wo er ein leises Herein hörte.
Der Ritter ging rein und sah den König mit eine Brille vor dem Schreibtisch. „Friedrich? Ich hoffe du bringst mir keine schlechte Neuigkeiten?“ seufzte der König, als ahnte er etwas unangenehmes. Bevor der Ritter was sagte, ging er ins Büro und schloss die Tür.
„Leider doch. Diesmal… etwas größeres als die Lästigkeiten mit den Händlern.“ brummte Friedrich. Anschließend ging er zum König und legte den Antrag auf dem Schreibtisch. „Solltest das in Ruhe lesen und von beiden Seiten. Ich muss mir eben die andere Dokumente anschauen…“
Dies tat König auch, in den Dokumenten waren die erwähnten Karten… „WAS?!“ staunte der König von Efrana. „Rückseite nicht vergessen.“ erinnert Friedrich ihn nochmal daran. „Wir müssen unbedingt diesen Mann für unsere Regierung bekommen. Das er keinerlei Bedenken hat, die ganzen alten Gesetze zu bedienen…“ murmelt der König, während er die Rückseite nun liest.
Die Karten wurden bewusst mit eine roten Linie gezeigt, damit… man sieht in welcher Form man das Land haben will. Friedrich hatte nur im groben die Größe vom Land der Toten im Kopf, aber was man hier eingezeichnet hat… entspricht fast nur die Hälfte.
Karl lehnte sich nach hinten auf seinem Sessel und gab einen sehr lauten Seufzer ab. Dabei hat er ein verbliebenes Auge geschlossen und scheint schwer am Überlegen zu sein. „Willst du die Karten sehen, die man beigefügt hat?“
„ … Scheinbar muss Sina mitbekommen haben, dass die Zwergenreichen einen Kopfgeld auf sie gesetzt haben. Wenn ich nicht ganz daneben liege… will sie mit der Aktion das Problem verhindern, dass alle Reiche ihre Hilfe entsagen, solange sie auf meinen Land lebt…“ dachte der König laut nach.
Friedrich sagte nichts, er war gespaltene Meinung. Sein Sohn Ralph wusste noch nichts von dem Steckbrief… mehr noch, dass sie die Dämonenkönigin ist, was als Information darauf steht. Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit.
Der König wusste, dass Friedrich und Simon gespaltene Meinungen waren. Einerseits sprich die Taten für Sina, anderseits kam auch die Frage auf… Warum sie es nicht von Anfang an gesagt hat? Dann wären sie nicht in diesem Dilemma.
„Friedrich, du hast was von Karten gesagt?“ wollte der König mehr Informationen, die der Ritter ihm vorlegte. Im Zimmer hing eine Weltkarte und eine Karte von seinem eigenen Königreich, die König immer wieder anschaute.
„Was denkst du Friedrich?“ schaute der König nun seinen Freund an. „ … Wenn man… ignorieren würde… das wir Lady Sina kennen würden… sind die Argumente sehr gut. Wir hätten mehr Land… unbekannte Ressourcen in Bergen und weiteres…
Dafür, dass sie „nur“ ein bisschen Land am Meer haben wollen? Doch… sehe ich das Problem, dass man uns… das anlasten würden, wenn wir einer Dämonenkönigin Land geben. Den meisten würde es nicht mal interessieren, was wir dafür angeboten bekommen haben.“
„Das sehe ich ein bisschen anders. Schau dir die Karte von meinem Reich an. Was wäre das Problem, wenn wir das NICHT annehmen würden und Sina würde das Land der Toten wirklich zu eigen nehmen.“ zeigte der König auf die Karte.
„ … Das man es so gut wie gar nicht angreifen könnte. Lady Sina dürfte es mit… ihren Leuten, Bekannten, was auch immer sie um sich hat, es besiedeln und vermutlich die Brücken und andere Verbindungen zerstören. Für uns wäre es nicht schlimm, doch muss man das leider ein bisschen weiter sehen oder?“ schaute Friedrich abwechselnd die Karte und den König an.
„Richtig. Wenn diese DUMMEN Händler nicht langsam aufhören… die ganzen anderen Reichen… selbst die Abenteuergilde hat sie verbannt… was in meinen Ohren der reinste Hohn war… Merken sie nicht… was sie alle machen?
Ein Dämon… das sich mit Götterbestien messen kann… will frei von den Zwängen seiner Rasse sein und wir drücken sie wieder zurück? Friedrich… ich habe wirklich eine sehr große Sorge und zwar, dass Sina wirklich den Glauben verliert, ein Frieden mit uns zu haben.
Wenn irgendwann… wie… wo was bei ihr passiert… wirklich was passiert, dann haben wir keine Chance sie aufzuhalten. Das ich überhaupt so denken muss ist schon verdammt traurig. Alleine, dass sie nur Land am Meer haben will, zeigt schon, dass sie wirklich zeigen will, dass man mit ihr friedlich reden kann.“ redete der König sehr ernst, dann schaute er die Karten an.
„Du willst… wirklich das Land am Meer aufgeben?“ fragte Friedrich nochmal nach. „Ja, denn sie soll wissen, dass ich weiter zu ihr stehe. Die Frau ist nicht dumm, sie weiß selber, dass ich ein Reich und ein Volk zu regieren haben.
Würde ich es ablehnen, dann rechne ich damit, dass wir langsam wirklich jeden Kontakt zu Sina verlieren. Eins eine strahlende Heldin, nun wird sie von allen fallen gelassen? Ich weiß, dass das Kaiserreich zu ihr steht, aber ich kann in diesem Fall Sina gut einschätzen, dass sie Kaiserin Emilia so viele Schwierigkeiten wie möglich entlasten will.
Hier… diese Karte soll sein.“ schob der König eine Karte beiseite, die anderen zerreißt er direkt. Anschließen unterschreibt er den Antrag und setzte sogar sein persönliches Siegel drauf. „Ich hoffe wirklich… das ich damit ihr signalisiere, dass ich weiterhin sie in Schutz nehme.“
Woanders…
„Fürstin Delsanra, wir haben die Lage ausgekundschaftet.“ stellte sich ein Späher vor der Elfenfürstin und legte eine Rolle auf dem Schreibtisch. Diese nahm sie sofort und bekam ein sehr… gemeines Lächeln auf dem Gesicht.
„Wunderbar… ich will, dass alles vorbereitet wird. Uns wurde der Baum zerstört? Dann nehmen wir halt etwas anderes ein.“
Woanders…
„Wie laufen die Vorbereitungen?“ fragte Vampirkönigin Layla ihre Tochter Lysa. „Nun… für das Treffen? Ich bin mir nicht sicher.“ wiegelt Lysa leicht den Kopf.
„Lady Sina scheint irgendwie sehr viel bei den Vampiren bei dem Training auszuhelfen, insbesondere bei ihre Schwester. Ich… habe mal eine Übung zugeschaut, aber… Ich konnte nicht verstehen, was die beiden Zwillinge gemacht haben.
Kyllia hat einmal gegen die Säule geschlagen, wo nichts passiert ist. Lady Sina hat es auch getan, da ist die Säule regelrecht explodiert. Irgendwie… ist es zu einem leichten Geschwisterstreit ausgeartet… bis Lady Sina ihr was gezeigt hat und… Kyllia es auch konnte.
Sherry und Neia gehen aktiv ihr Bluttraining nach, wobei letzteres auch zwei Elementarkugeln um sich schweben hat. Bariel… dürfte die Voraussetzung mit sich bringen, bei dem Treffen die richtige Figur zu zeigen.“
„Hm…? Das war jetzt nicht, was ich wissen wollte.“ hob Layla eine Augenbraue hoch. „Aber schön zu hören, dass es Sina etwas besser geht.“
„Sie hat eine neue Waffe. Es… ist wunderschön und zugleich tödlich. Wenn ihre Schwester mit den Vampiren trainiert, hat Lady Sina alleine mit diesem schmalen Schwert trainiert. Was meine Dienerinnen beobachtet haben ist, dass sie wohl in der Lage war, selbst die Luft als Waffe zu benutzen.“ berichtet Lysa weiter.
„Aha? Erinnert mich an Taos.“ nickte Layla. „Dürfte der Fall sein. Erstaunlicher finde ich, dass Renee sehr viel mit Sherry trainiert. Teilweise machen die beiden Damen sogar mehr beim Training als die Vampire. Viktoria dagegen macht es lieber alles alleine, was vernünftig ist.
Neia dagegen hatte vor längerem Besuch von eine Delegation Elfen bekommen. Was genau… die Gründe für den Besuch war, weiß ich leider nicht. Aktuell wird ein bisschen die Behemothfrau Rokea vermisst.
Meine Schwester Lisa… scheint in ihre Rolle als Lehrerin wirklich aufzugehen. Sie kann nicht nur die Blutmagie beibringen für die Masse, sie selber wird immer besser dabei. Vermutlich dürfte sie einen Kampfstil wie du den haben Mama.“
„Den ich ihr schon immer angeraten habe, aber euer dummer Vater meinte ja eher: Technik ist alles, Magie verlässt einen in Notsituationen.“ zuckte der Mund von der Vampirkönigin. „Wenn du schon eh alles berichtest, gibt sonst irgendwelche Erkenntnisse?“
„Hm… Gair scheint ein Laufbursche für Sarless geworden zu sein. Ich habe bisher noch nicht das Glück gehabt, sie ohne die Illusion zu sehen. Habe… bisher auch nicht gewagt, sie auf ihr Baby anzusprechen.
Ruri und Aelfric scheinen wirklich für die Ewigkeit zu sein, zumindest… wenn man das Verhalten der beiden beobachtet. In der Stadt selber ist es friedlich, selbst als bekannt wurde, dass Lady Sina keine Abenteurerin mehr ist und aus Fanfoss auszieht.
Doch hat sie mir nichts gesagt, dass es Probleme mit dem Treffen geben könnte, also dürfte… es keine böse Überraschungen kommen. Die Stellvertreterin Lara gibt sich scheinbar auch viel Mühe bei dem Training, es werden einige Vampire vermisst, doch vermute ich, dass sie ein Auftrag von Lady Sina bekommen haben.
Ansonsten… kann ich nichts wirklich wichtiges berichten. Soll ich vorsichtshalber Lady Sina wegen dem Treffen erinnern?“ fragte Lysa am Ende. „Ja und frag sie auch direkt, was sie anziehen wird, nicht dass es irgendetwas komisches ist.“ nickte Layla.
„Wie du wünscht Mama.“ verbeugte sich Lysa und beendet die Übertragung. „Hm… Sina, Sina ich bin wirklich gespannt, wie das Treffen wird.“ lehnte die Vampirkönigin nach hinten. Ihr Sohn Acheron kam auf einmal in den Thronsaal rein und scheint mit einem Tuch seine blutigen Hände zu säubern.
„Sie haben endlich gestanden Mutter.“ blickte Acheron in die Augen seiner Mutter. „Waren sie wirklich die Anführer der großen Unterweltorganisation „Die Familie“?“ hakte Layla direkt nach. „Wir dürfen nicht vergessen, wer diese Viecher waren.“
„Keine Sorge Mutter, selbst wenn sie „unschuldig“ wären, hatten sie uns so einiges erzählt. Irgendwie… hat es mich angewidert, dass Menschen so dermaßen verdorben sein könnten. Wie dem auch sei, nachdem wir den… die letzten Überlebenden der Rellings gefangen genommen haben, war die neuste Gefangene sehr… geständig gewesen.
Wer auch immer die Rellings getötet hat, aber seine Arbeit hat der Auftragskiller ziemlich gut gemacht. Dürfte in Alliancia bei den Viecher bestimmt ein Machtwechseln ergeben. Wir haben den Kopf der Organisation und einer der mächtigsten Händler in unseren Händen.
Wobei ich zugeben muss, dass… Clar… wer auch immer das aktuelle Sagen der Familie „hatte“ wusste es nur Nachhinein, was ihr Vater und ihr ältester Bruder gemacht haben. Aber mir war das egal…
Nur egal war es mir nicht, dass sie selbst den Mund nicht aufgemacht hat, als wir an ihren Sohn herangehen wollten. Selbst unsere übliche Schauspielerei hielt sie den Mund. Zu dumm, dass ihre jüngere Schwester nicht so hart im Neben war. Nun würde ich gerne von dir wissen Mutter, was wir machen sollen?
Alle unsere Auftragskiller sind zurückgekehrt, Alliancia, vor allem im Königreich Efrana dürfte es in den nächsten Jahren nicht mehr mit Banditenüberfälle zu rechnen sein. Sie haben auch die Köpfe der Anführer mitgebracht.“
„Lass sie das Geständnis schreiben mit dem Versprechen, dass wir sie gehen lassen.“ teilte Layla ihre Entscheidung mit, wo Acheron ein bisschen verdutzt schaut. „Das… war… alles?“
„Nein? Wenn sie es getan haben, will ich, dass du jeden Familienmitglied bis auf den Sohn, den Kopf abschlagen lässt. Sie haben Hand an Sina gelegt und verdammt viele unschuldige Kinder auf dem Gewissen… was sie ja nie hatten.
Der Sohn soll vorbereitet werden für die Zukunft das er ein akzeptabler Vampir wird. Durch unsere Hand soll er die Macht der Rellings führen, so wie wir es üblicherweise immer zur Hand haben. Doch die Köpfe will ich gerne für was bestimmtes vorbereiten lassen.“ lächelt Layla sehr boshaft.
Woanders…
„Uh… wie lange… dauert unser Job noch?“ stöhnte Abby. „Nun, wir wussten doch, dass es seine Zeit braucht. Wäre der Auftrag nicht so speziell, hätten wir ja längst wieder mit Zada und Lara vergnügt.“ grinste Nisha.
Die beiden Vampire waren auf der andere Seite von Batzien und kauften weiterhin in großen Mengen Körner und weiteres für den Auftrag. „Uh… muss du mich daran erinnern? Seid wir mit ihnen Sex hatten…“
„Ah? Willst du mir sagen, dass ich dir nicht mehr ausreiche?“ grinste Nisha gemein. „Niemals!“ schüttelt Abby sofort den Kopf und küsste ihre Frau ausgiebig. „Du bist mein einzige und alles!“ „Aww… das weiß ich doch und willst du was wissen? Ich vermisse sie auch sehr. Es macht… regelrecht süchtig, wenn man von allen Seiten… Spaß hat.“ kichert Abby.
„Was du nicht sagst…“ klemmte Nisha sich unter ein Arm ihrer Frau. „So… wenn ich richtig sehe… haben wir noch zwei Hafenstädte, eine weitere Stadt irgendwo in den Bergen. Bleibt nur noch den einen oder anderen Nomadenstamm übrig oder?“
„Das ist soweit richtig. Ich hoffe, in der Gosse finden wir den „Alchimisten“, den man uns als Tipp gegeben hat, ansonsten…“ schaute Abby Nisha tief in die Augen. „Würde… ich gerne was anderes machen…“ „Uh… gerne.“ grinste ihre Frau anrüchig.
Woanders…
„Bitte… erbarmen…“ flehte ein blutüberströmter Mann auf dem Boden. „Nimm… nimm was ihr wollt, aber… lass mich am Leben.“ Der Mann zitterte am gesamten Körper und schaudert über die Masken, die die Frauen trugen.
„Gut… dann ein Hinweis… Wir waren nie da, du bist unglücklich einer Treppe gestürzt und dein Besitz? Lass dir was einfallen. Wir merken sofort… wenn wir auf einmal Probleme bekommen.“ drohte eine Frauenstimme.
Als Warnung trat sie mit halber Kraft in den Brustkorb, wo man definitiv mehrere Knochen brechen hörte. Der Mann schrie laut auf und musste Blut spucken. „Verstanden?“ kam die Drohung. „Ve… *hust* verstanden…“ nickte der Mann verzweifelt.
Die Frau blickte zu ihre Partnerin, die einen Daumen hoch hob. „Gut… denn wir wissen… wie du aussiehst… riechst… lebst, wir werden dich überall finden!“ Ohne weiter dem Händler Beachtung zu schenken, gingen Ivy und Jevera aus dem Geschäft raus.
Es war mitten in der Nacht, sie hatten es mal wieder mit jemanden zu tun gehabt, der sich weigerte, in großen Mengen zu verkaufen. „Schon beängstigend, wie genau unsere Herrin die Probleme kommen sah.“ murmelt Ivy hinter der Maske.
„Stimmt, deswegen macht es ja so einen Spaß die Drecksarbeit zu machen. Hoffentlich dürfen wir mal wieder… ein bisschen töten, am besten mit ihr gemeinsam.“ schmunzelt Jevera hinter der Maske. „Du hast alles?“
„Ja, ich habe einfach sein gesamtes Lager genommen und eine Goldmünze hinterlassen. Wir wollen ja, dass der „arme“ Händler doch eventuell für die Zukunft weiteren Korn für uns bereit hält.“ kichert Ivy boshaft.
Auf einmal machte Jevera eine Fingerbewegung und Ivy nickte. Sie wurden verfolgt, also gingen die Damen bewusst in eine andere Gasse und ein bisschen schneller auch. Scheinbar haben sie ihren Verfolger aus dem Konzept gebracht, der nun hörbar rannte… mehrere Füße rannten.
Kurz vor eine Straße ließen die Vampirinnen kurz Zeit, dass die Verfolger sie sehen konnten, dann gingen sie abrupt in eine Gosse rein. Wieder machte Jevera Fingerzeichen, dass dieser Ort perfekt sei und Ivy ihr zustimmte.
Sie waren in eine „Sackgasse“ geraten, wo man nicht mehr entkommen wollte, aber genau das wollten sie für ihre Falle haben. Sie gingen bewusst auf die Mauer zu und bereiteten ihre Waffen in ihren Verstecke vor.
„STOPP!“ brüllte einer der Männer, die Frauen zeigten ihnen nur ihre Rücken. „Umdrehen und eure Masken runter nehmen!“ Den ersten Wunsch taten die Damen, doch die Masken behielten sie lieber auf.
Eine große Bande von Straßenschläger standen vor ihnen, einer vernarbter als der andere. Alle hatten eine Waffe bereit und man sah in ihren Augen, dass sie bereit waren für Gewalttaten. „Ich sagte: MASKE RUNTER!“ brüllte ein Mann mit eine Augenkappe.
Ivy und Jevera schauten sich kurz gegenseitig an, dann schütteln sie gemeinsam ihre Köpfe. Sie trugen Lederrüstung, die sehr eng anliegt, doch durch ihren Mantel sah man nicht, was sie gerade vorbereiten.
„LETZTE…!“ „Halt dein Mund.“ meldete sich eine andere männliche Stimme. Auf einmal machte die Bande in der Mitte platzt, wo ein sehr gut gekleideter älterer Mann mit Schnauzer und Gehstock kam.
Die Vampirinnen ließen sich nicht aus der Ruhe bringen, wussten aber, dass sie diesen Mann vielleicht noch ein bisschen am Leben lassen sollten. „Mein Name ist Aldrikus, Großhändler mehrere… „Bereiche“.
Mir ist zu Ohren gekommen, dass zwei maskierte Damen im großen Stil überall in Alliancia… Samen, Körner, einfach alles was mit Pflanzen zu tun hat, kauft. Das hat meine ehrliche Neugier geweckt, dummerweise…
Habe ich zu hören bekommen, dass ihr nicht zart beiseite seid, wenn man euch die Ware nicht verkauft. Deswegen… habe ich meine Schutzmänner eingestellt und einfach in der nächstbeste Stadt gewartet. Wie ihr beiden Damen merkt… ging mein Plan auf.
Der arme Händler, den ihr eben vermöbelt habt, hat einfach nur das getan, was ich ihm gesagt habe. Man konnte so schön sehen, wie ihr ihn regelrecht gefoltert und sein Lager geräumt habt. Übertragungssteine an richtigen Positionen sind manchmal richtig nützlich.“ grinste der Mann gemein…
Doch die Damen wirkten nicht wirklich beunruhigt, eher waren sie sogar gelassen. „Keine Fragen… was ich von euch möchte? Nichts? Ihr habt bestimmt einiges drauf, aber…“ dann schnippte der Mann mit den Fingern.
Auf einmal erschienen über der Mauer und den Dächer der Häuser Tiermenschen, Ivy konnte es der Rasse der Hyänen ausmachen. Diese Söldner waren bekannt dafür, auch die schändlichste Tat mitzumachen.
„Sicher ist sicher. Nun, es muss wirklich nicht in einem Kampf enden, wirklich.“ hob der Großhändler seine freie Hand hoch. „Vielleicht kommen wir ja in ein Geschäft, wo wir alle profitieren.
Ich will gerne einige… „Dinge“ wissen und je nachdem könnte ich eure Arbeit sogar vereinfachen. Es ist alles nur eine Frage des Preises.“ lächelt der Händler offen. Jevera und Ivy schauten sich kurz an und nickten sich zu.
„Und… was ist es, was ihr „wissen“ wollt?“ fragte Jevera, die nun ein bisschen Informationen sammeln wollten.
„Das ist eigentlich ganz einfach. Warum kauft ihr… so extrem, dass ist es wirklich viel Pflanzengut, ein? Ihr könnt zahlen, aber… ihr macht das für jemanden. Jemand… der viel Geld hat und… Ihr macht euch auch die Hände schmutzig, wenn euch jemand was nicht verkauft.
Meine Nase sagt mir… da ist etwas, wo ich mitmachen will. In meinen Augen ziemlich banale und einfache Fragen.“ stützte sich der Großhändler auf seinem Gehstock ab. „Meine… ihr könnt nur freiwillig sie beantworten… oder wir helfen nach.
Nur dann dürfte es euren Auftrag so ziemlich… ruinieren, wenn ich dann einfach all euer Gold und eure Arbeit bei mir habe oder nicht?“ machte der Händler nur Andeutungen.
„Seid ihr fertig?“ fragte Jevera nur. Mehrmals musste der Händler blinzeln und schaute den Sprecher an. „Hat sie…?“ „Ihr langweilt uns. Wenn ihr glaubt, dass ihr uns in die Falle geführt habt…“
Auf einmal ließen Jevera und Ivy ihre Mäntel fallen und einige Männer mussten regelrecht spucken. Überall an ihren Körper waren Messer befestigt. „Dann wisst ihr wirklich nicht, mit was ihr euch angelegt habt.“ beendet Jevera.
Ivy machte Jevera noch ein Zeichen, dass sie den Händler am besten gefangen nehmen und sein Besitz ebenfalls „beanspruchen“ sollten. Diese nickte und gab ein paar Schnalzgeräusche, dass sie sich um die Söldner auf dem Dach kümmern wird.
„MÄNNER! NIMMT DIE FRAUEN GEFANGEN!“ brüllte der Händler wütend.
Woanders…
„Es freut mich ungemein, dass wir diesen FUCK Dungeon LEBENDIG verlassen haben!“ knurrte Zhin wütend. Dabei rieb er sich immer wieder den Hintern. „Das NÄCHSTE Mal, wenn wir einen Dungeon haben, wo überall nur LAVA ist, werfe ich Punny rein und benutze es als Trittbrett!“
„Nun mecker nicht so rum. Wir können doch nichts dafür, dass du kurz vor dem Ausgang einen kleinen Stein „ausrutscht“ und mit den Hintern in die Lava gefallen bist.“ versuchte Daszum ihre Miene zu halten…
Dann brachen alle in lauter Gelächter aus, es war für sie ZU komisch gewesen, wie das enden musste. „Wenigsten bin ich nun nicht der Einzige in der Gruppe, der so ein „Pech“ hatte.“ kicherte Daika.
Zhin leckte sich die Lippen und man sah ihm an, dass er Rachegedanken hatte. „Meine allerliebsten Freunde… Wo sind wir eigentlich? Mein Hintern „tut“ etwas weh und würde sich bestimmt freuen, wenn er ein kaltes Bad haben dürfte.“
„Tja… keine Ahnung?“ zuckte Flai mit den Schultern. „Zumindest in Batzien sind wir noch, wenn ich die Gegend so sehe. „Wird also nichts mit einem schnellen kühlen Bad.“ lachte „Eisenstiefel“ dreckig.
So wie Zhin Flai anlächelt, hieß es nur: „Weiter so, wirklich. Ich bin überhaupt nicht nachtragend. Wirklich.“ „Hmm… Wir sollten vielleicht ein Lager errichten, denn so wie es mir scheint, wird es dunkel.“ blickte Jimdo den Himmel.
„Wer darf kochen?“ fragte Daszum. „Na na? Wer darf?“ „Baby, das werde ich natürlich machen.“ zwinkert der Katzenmann seiner Frau zu, in diesem Moment konnte man bei seinem Lächeln meinen, dass seine Zähne kurz geglänzt haben.
„Dann auf, jeder das übliche.“ seufzte Zhin. „Kein Bock auf mehr…“ Auf einmal brüllte etwas und kam ihnen immer näher. „Ach Mensch… ich will nur eine Auszeit für meinen Hintern! Die nächstbeste Stadt bleiben wir LÄNGER!“
Woanders…
Sumi wiegelt mit den Kopf und durchsuchte die Unterlagen. „Was hat das zu bedeuten, dass meine letzten Ziele „einfach“ verschwunden sind? So werde ich ja nie meine Gruppe wieder sehen. Irgendwo müssen „sie“ sich doch verstecken…“
Der „Ungesehene“ ist im Hauptgebäude der Rellings zurückgekehrt und ist im Büro seines zweiten Opfers. Es ist mitten in der Nacht, die Hunde werden den nächsten Morgen nicht mehr erblicken.
„Menschen… irgendwie unterschätzen sie immer wieder die Gefahr.“ seufzte der Katzenmann in Gedanken, wenn er daran denkt, wie einfach er das letzte Opfer aus der Schutzkammer herausgelockt hat.
Auf einmal hörte er von draußen mehrere Geräusche und ging direkt zum Fenster… „Was?“ Sumi erkannte sofort die Eindringlinge als Vampire. Weiße Haut, rote Augen und gekleidet für Attentate. „Das hat mir jetzt noch gefehlt!“ knurrte der Katzenmann und suchte sich ein Versteck.
Woanders…
„Sag mein Schatz…“ keuchte Maria verschwitzt. „Was… ist in diesem Rucksack drin, den ich trage? Das haben unsere Töchter NIE bei ihren Training getragen!“ rannte die kleine Vampirin in großen Kreisen im Hof.
Der Vampirkönig Roman saß mit einem einfachen Holzstuhl in der Mitte der Kreise und fand seine Fingernägel viel interessanter. „Verstehe dich nicht? Du hast doch von mir gewünscht, dass du ein bisschen mehr „Stärke“ hast?“
„Das stimmt auch, aber… das geht in den Rücken!“ knurrte die Vampirin. „Selbst meine Töchter schauen mich von den Fenstern mitleidig an. MICH! Wer ist denn schuld daran, dass ich es erst jetzt nachholen darf?“
„Dürfte wohl ich sein.“ grinste Roman provokant seine Frau an. Sie hielt auf einmal an und starrte ihren Ehemann sehr tief in den Augen. „Mein Schatz… mein persönliche Bestie, den niemand aufhalten kann… Hältst du es für eine gute Idee, MICH zu ärgern?“
„Nein, aber ich finde, dass „darf“ man mir auch gönnen. Noch fünf Runden, dann ist das Training vorbei. Dabei wolltest DU doch, dass deine Attribute stärker werden oder nicht?“ hob Roman eine Augenbraue hoch.
„Ja, aber nicht dass ich mich so zu Tode schufte!“ knurrte Maria. Beide starrten sich in die Augen, als Roman aufstand und langsam auf Maria zuging. „Was? Willst du jetzt nachhelfen oder…“ Bevor Maria den Satz beenden konnte, küsste ihr Mann sie schon.
Er nahm sie mit beiden Armen und drückte sie leicht nach hinten, damit seine Frau nicht entkommen konnte. So schnell es passierte, beendete Roman den Kuss auch. „Wenn… du mehr haben möchtest… lauf deine Runden zu Ende.“
Mehrmals musste Maria blinzeln… dann fing sie wieder an zu laufen. „Verdammter Mistkerl…“ lächelt die Vampirin hochmotiviert. „Ich werde dich nie aufhören zu lieben.“ dachte Maria, ihr Herz war nur am rasen.
Woanders…
Rokus saß wieder alleine vor seinem neuen Haus und starrte in den blauen Himmel, dann seufzte er schwer. „So früh schon am seufzten?“ setzte sich eine Tierfrau neben ihn. „Du hast wieder an deine Tochter gedacht oder?“
Der Anführer der Behemoth´s ließ sich mit seiner Antwort Zeit… „Welche Eltern würden nicht an ihre Kindern denken? Und wir sprechen jetzt von einem sehr speziellen Kind.“ drehte Rokus zu der Tierfrau. „Oder was würdest du meinen Ricca? Dein Sohn Nitir ist doch nun auch weit entfernt.“
„Den werde ich vermutlich auch einige Jahre nicht mehr wiedersehen.“ zuckte Ricca mit den Schultern. „Aber ich weiß wenigsten was er vor hat und das Bedarf vermutlich wirklich viel Zeit.“ grinste Ricca. „Würdest du gerne wissen, was deine Tochter gerade so macht?“
Rokus drehte sich wieder zum Himmel, während Ricca grinsen musste. „Mein Sohn hat mir ein sehr… langen Brief geschickt. Die Details erspare ich dir, aber er hat das geschrieben, was ich von Anfang an dachte über seine Liebe zu Suki.“
„Hrm…“ grummelt Rokus. „Was? Nicht neugierig? Er hat auch von deiner Tochter geschrieben. Das sie zum Beispiel bei ihre… Rivalin Sina lebt, dass sie im Waisenhaus mit Kinder arbeitet. Laut meinen Sohn scheint deine Tochter viel aufgeschlossener nun zu sein.
Zwar ändert es nicht an ihrer Verachtung, aber scheinbar ist das Leben bei ihrer Rivalin wirklich nicht ohne. Sie hat wieder mal verloren gegen jemanden in mehrere Sekunden.“
„In… Sekunden?“ staunte Rokus. „Scheinbar, doch dazu hat Nitir nichts geschrieben. Nun, so wie ich jemand kenne, dürfte Rokea den Ehrgeiz haben, noch stärker zu werden, denn das dürfte ihren Stolz regelrecht verletzt haben.
Ich bin wirklich gespannt, ob mein Sohn seine Liebe bekommt. Als ich sie kämpfen sah… wusste ich sofort: Das ist eine Frau, die bekommt man nicht so leicht. Nicht mit Worten oder Gesten, alleine das sie ja eine so schöne Rede gehalten hat.
Mein Sohn hatte viele Chancen gehabt, nun hat er sich das schwerste Exemplar ausgesucht. Ich muss es ja wissen, mein Mann… hat ja so einiges zu spüren bekommen. Doch wenn Nitir die Hartnäckigkeit geerbt hat, dann bin ich eigentlich gute Dinge.
Deswegen… ich sehe ihn erst in ein paar Jahren und Rokea? Sie scheint auch ihren Platz gefunden zu haben.“ schaute Ricca in den Himmel. „Vielleicht war das wirklich ein sehr guter Schritt gewesen, dass du sie rausgeworfen hast, auch wenn jemand anderes am meisten gelitten hat.“
„Manchmal… müssen Eltern einen grausamen Schritt machen, wenn ihre Kinder… nicht merken, dass sie einen gefährlichen Weg gehen. Das sie Nitir soweit gefolgt ist… nun, scheinbar wollte sie doch nicht alleine sein.“ seufzte Rokus.
„Hoffentlich hat sie ihren Frieden in ihrer Art gefunden…“