Ich bin wiedergeboren und die Sicherheit geht vor?

Sherry lag mit dem wahrscheinlich rötlichensten Gesicht, den sie jemals in ihrem Leben hatte auf dem Kissen und wollte es verstecken. Rauch stieg die ganze Zeit von ihrem Kopf hoch, sie konnte überhaupt nicht schlafen.

„Hmm…~“ summte Sina neben ihr. „Glaube, wir haben es übertrieben oder?“ Der Kopf von Sherry nickte nur. „Wirklich?“ staunte Neia, die auf der andere Seite lag. „Ich dachte, ich hätte… es richtig gemacht?“

„Hast du auch.“ grinste Sina. Es war morgens und die hellen Gardinen deuteten darauf hin, dass die Sonne einen guten Tag hatte. „Wir haben uns wirklich gut angestellt alle gemeinsam, dass Sherry… einmal ohnmächtig wurde.“

„Dabei… hat sie doch mehr Erfahrung mit dir? Dachte… das hätte eher mir passieren müssen?“ streichelt Neia den Rücken ihrer Schülerin. „Glaub mir… dass wird noch passieren. Es ist einfach… wenn zwei Liebenden dich hmm… wie drücke ich es?“ grübelt Sina.

„Wenn die dich mit soviel Liebe überhäufen, dass du es nicht mehr verarbeiten kannst.“ drehte Sherry ihr Gesicht zu Sina. „Das… war gemein… dachte… wir wollten es für Neia machen…“

„Ich hatte den Eindruck, dass du Neia sehr viel vorgelassen hast. ALSO solltest DU auch mal wieder zum Zug kommen. Meine… DU hast sie doch aufgeklärt, dass sie mich aufmuntern soll.“ grinste Sina.

„Dabei… hat Sina mich so aufgemuntert…“ streichelt Neia weiter. „Du… wusstest, dass Sina mit mir Sex haben wollte… Sie hat mehr oder weniger mein erstes Mal mit einer Frau genommen, nun hatten wir gestern…. heute? Einen richtigen Dreier, so hat Sina es mir zumindest erklärt.“

„Stimmt und das werden wir tatsächlich öfters machen. Damit… es nicht immer so… mir kam das Bett eng vor, so klein ist, werde ich heute in der Stadt mich nach etwas größerem umschauen, beziehungsweise ein größeres bauen lassen.“ teile Sina mit.

„Wartet… nur ab… meine Rache wird fürchterlich sein!“ drohte Sherry mit einem roten Kopf, was überhaupt nicht zu der Drohung passte. „Ich mag deine rachsüchtigen Aktionen, weil sie immer was neues versprechen.“ küsste Sina Sherry. „Aber sei lieb zu Neia, mit ihr darfst du nicht so umspringen wie mit mir.“

„Pff…“ blies Sherry ihre Wangen auf. „Nicht doch Sherry, mir kannst du immer noch genug was beibringen.“ umarmte Neia Sherry und legte ihren Kopf auf den von Sherry. „Dank… dir und Sina… kann ich mich richtig über körperliche Bedürfnisse freuen.“

„Hmm…“ drückte Sherry ihre Lippen zusammen. „Sina… nächstes mal bist du aber dran. Sonst wird es unfair…“ nörgelt auf einmal das „Opfer“. „Wieso unfair? Zeit, dass meine Verlobte endlich mal richtig verköstigt wird.“ schob Sina sich zu Sherry und drückte sich ebenfalls an sie ran.

„Zeit… dass wir uns wieder richtig kuscheln…“

Etwas später stand Sina mit einem hellen Kleid nach langer Zeit wieder vor der „Kirche“. „Hmm… hoffe, dass es diesmal nicht so endet wie der letzte Besuch…“ seufzte Sina. Ihre Haare zu einem langen Zopf geflochten ging die Dämonin in das Gebäude.

„Ich würde es begrüßen, wenn sie direkt wieder gehen.“ teilte dies ein priesterlicher Mann direkt Sina zu. „Hallo Priester Armoni, sie habe ich auch richtig doll vermisst.“ rollte Sina ihre Augen.

„Bitte sparen sie doch bitte das unnötige Theater und sagen sie was sie wollen Lady Sina.“ seufzte der Priester. „Schlimm genug, dass sie meine wichtige Arbeit stören.“

„Dummerweise brauche ich ihre Hilfe, weil wir ein großes Problem haben. Dazu ist ihre Meinung und als Verantwortlicher der Kirche sowie des Waisenheims dieser Stadt vonnöten.“ sagte Sina dies sehr ernst dem Priester.

„Was haben sie angestellt?“ kam direkt der Vorwurf. Sina hatte jetzt schon keine Lust mehr, aber um der Kinder Willen schluckt sie ihren Ärger runter. „Ja, sie haben recht. Ich habe was angestellt und deswegen dürften keine Unbeteiligten hineingezogen werden. Es ist mir egal, ob sie mich immer noch nicht leiden können, aber es ist wichtig.

Kommen sie mit mir ins Rathaus, der Bürgermeister Hillar muss ebenfalls darüber unterrichtet werden oder er weiß es schon längst. Bitte…“

Der Priester drückt leicht ein Auge zu, denn er rechnet wieder mit einer Intrige. Dies sah Sina ihm deutlich an. „Was auch immer sie gerade denken, es müssen Menschenleben gerettet werden und sie sitzen nun mal in dieser Position, gewisse Entscheidungen zu treffen.“

„Ich hoffe sehr… dass sie nicht meine wichtige Zeit für ihre nächsten Pläne verschwenden. Es reichte schon, was sie mit dem alten Bürgermeister angestellt haben.“ warnte der Priester. Nun sah man Sina an, was sie über den alten Bürgermeister dachte, so wie sie ihr Gesicht verächtlich zog. Dämonen sind scheinbar sehr ehrliche Personen, wenn sie jemand nicht leiden können.

„Ja gut, ich bin an allem schuld. Können wir endlich gehen? Je früher das Gespräch stattfindet, desto eher können sie feststellen, ob sie weiter ihrer Arbeit nach gehen wollen oder gewisse Maßnahmen einleiten.“ rollte Sina mit dem Auge.

Der Weg zum Rathaus war mehr als schweigsam gewesen, zumal eine Dämonin mit einem Priester dann doch irgendwie ein seltsames Bild abgab. Liebend gerne hätte sie den Priester über den Zustand der Kirche und Waisenheim gefragt, wegen dem Pflanzenchaos in der Stadt, aber ehrlich? Die Dämonin rechnet schon fest damit, von dem Priester einige Vorwürfe anzuhören.

An der Rezeption kündige Sina sich an, dass der Bürgermeister ein dringendes Gespräch mit ihr und dem Priester Armoni führen muss. „Was… soll ich denn dem Bürgermeister sagen? Er führt gerade ein wichtiges Gespräch.“ fragte die Dame an der Rezeption.

„Öhm… sagen sie Hillar, dass die Stadt verloren ist. Denke, dass kommt ziemlich genau auf den Punkt.“ sagte Sina nur und der Priester hinter ihr hob verwundert beide Augenbrauen hoch. „W… wie meinen sie das?“ stottert die Dame.

„So wie ich es gesagt habe. Überlassen sie dem Bürgermeister, ob das Gespräch immer noch wichtig ist oder nicht.“ versuchte Sina die Dame wieder zu beruhigen. „Manchmal darf man nicht alles so genau nehmen, was ich sage.“

„Das sagt die richtige…“ murmelt eine männliche Stimme hinter Sina, die eine Zornesader auf der Stirn bekommt. „Du schaffst das Sina, nur dieses Gespräch…“ wiederholt Sina dieses Mantra in ihrem Kopf.

Scheinbar ging es doch alles etwas schneller als erwartet und Sina saß mit dem Priester vorm Bürgermeister. „Sagen sie Lady Sina…“ murmelt der Priester. „Kennen die Dämonen eigentlich so was ähnliches wie Termine?“

„Nein?“ drehte Sina sich zum Priester, während sie auf Hillar warten. „Wieso fragen sie das?“ „Nun… sie hätten sich viel Zeit sparen können, wenn sie einfach einen Termin vereinbart hätten.“ hatte Armoni seine Arme verschränkt.

„Wissen sie… gerade das ist das Problem. Der Feind fragt auch nicht nach einen Termin oder jemand anderes, wann er denn die Welt zerstören kann. Sie machen es einfach nach Lust und Laune. Scheinbar funktioniert dieses Geschäftsmodell des Bösen irgendwie und ich passe mich dem gerne an.“ erklärte Sina sarkastisch.

„Zuzutrauen ist es bei ihnen ja.“ „Hrm… bitte… wollen sie wirklich nicht wissen, was ausgerechnet ICH von ihnen will, dass ich um Hilfe bitte? Muss man das immer bei mir rechnen, dass jemand sein Platz verliert?“ „Bei ihnen? Definitiv.“ „Beim dunklen Gott…“

Bevor die Diskussion weitergeführt werden konnte, kam der Bürgermeister in sein Büro, wo er nicht unbedingt glücklich wirkte. „Lady Sina, Priester Armoni, es freut mich sie zu sehen. Meine Mitarbeiterin… meinte was mit dem Ende der Stadt?“

„Ich grüße sie. Den nervigen Priester hier habe ich gebeten, bei dem Gespräch dabei zu sein, weil es wichtig ist. Hatten sie noch keine Anweisungen oder… ähnliches von der Regierung des Königs bekommen?“ nickte Sina dem Bürgermeister zu, als er seinen Stuhl hinter dem Schreibtisch genommen hat.

„Bedaure aber ich muss leider verneinen. Dafür habe ich mitbekommen, dass einige Nachbarstädte in heller Aufregung sind. Leider… sagt keiner der Bürgermeister mir, was genau los bei ihnen ist. Es ist, als würden sie ein großes Geheimnis aus der Sache machen.“ schüttelt Hillar den Kopf.

„Komisch?“ wundert sich Sina. „Dann… lass mich die schlechte Nachricht überbringen. Ich… hatte vor paar Tagen mit dem König gesprochen und… Ich muss leider mitteilen, dass wir keine Hilfe von dem König bekommen.

Weder in Form von Geldern, noch weitere Militäreinheiten noch von den Zwergen. Die wunderschöne Stadt Fanfoss wird sich selber überlassen.“ legte Sina beide Hände auf ihre Knie.

„Aber… warum?“ staunte der Bürgermeister, der das Ausmaß sofort verstanden hatte. „Könnte es sein, dass sie tatsächlich was angestellt haben Lady Sina?“ hakte der Priester nach. Sina schaute abwechselnd die Männer an, bis sie dann nickte.

„In der Tat, ich bin an diesem Problem das große Problem. In einem hatten sie recht gehabt Priester. Ich bin die Dämonenkönigin.“ schaute Sina den Priester an. Nun genoss Sina es, dass der Priester ein schockierten Gesichtsausdruck machte, während Hillar ihr eher mehr Leid tat.

„Aber nur vom Titel her. Mein Vater, der eigentliche Dämonenkönig aus Deymonlia, ist der wahre Herrscher der Dämonen. Wenn wäre ich nur die Prinzessin, die aus Deymonlia geflüchtet ist. Sie gehören tatsächlich zu den wenigen Menschen Armoni, die der Wahrheit ziemlich auf den Nagel getroffen hat. Doch warum ich den Titel bekommen habe, dass kann nur der dunkle Gott sagen, der es mir vermacht hat.“

Hillar verschränkte seine Finger vor seiner Nase und rieb sich mit beiden Daumen seine Stirn. „Wie… darf ich sie dann eigentlich ansprechen? Das… sie ein starkes Charisma hatten, wollen wir nicht abstreiten, aber… dann würde es auch erklären, warum sie ihn haben.“

„Der Titel hat keine Bedeutung, wenn man es genauer betrachtet… über was soll ich denn regieren? Mein Vater gebietet über mehrere Millionen Dämonen, ich habe gerade mal zwei Dämonen in der Stadt plus meine Familie.

Deswegen gilt es zu ignorieren. Leider… sehen das die Zwergenreiche nicht so und erpressen damit mehr oder weniger den König, dass sie ihm keine Hilfe schicken werden, solange ich in der Stadt lebe beziehungsweise sie beschütze.

Generell alles, wo ich helfen könnte legen sie sofort eine Grenze. Eines der Elfenreiche hat mich sogar als Todfeind geschworen, während zwei andere zwar ihre Hilfe schicken werden, die kommen aber nicht hier an.

Der König baut eher Festungen in der Nähe oder wo auch immer die wichtigsten Knotenpunkte sind auf und dort wird die Armee bisher aufgestellt. Kaiserreich Osnain ist sogar schlimmer dran, weil ich als Kanzlerin auf Lebenszeit eingestellt wurde vom verstorbenen Kaiser.

Ich… wollte deswegen sie dabei haben Priester Armoni, weil sie ebenfalls den Stand der Dinge wissen sollten, aber mehr noch… Sie sind der Träger vieler Einrichtungen in dieser Stadt, mehr noch vom Waisenheim.

Die Stadt… will ich nicht aufgeben, aber… mit so einer schwachen Verteidigung rechne ich fest damit, dass wir nicht lange den Ansturm aufhalten können. Meine… Bitte ist einfach, dass sie die Waisenkinder in Sicherheit bringen, egal wie.

Denke… wenn es Schwierigkeiten mit dem Transport gibt, dann sollten sie vielleicht mit dem Gildenmeister Ma Shi sprechen. Er wäre die letzte Person, der die Hilfe verweigern würde, wenn es um den Schutz von Kindern geht.

Bürgermeister Hillar, der Grund, warum die anderen Städte vermutlich in Aufregung sind, ist dass sie von der Regierung vermutlich Anweisungen bekommen haben, wie sie in ihren Städte beim Ausbruch eines Krieges handeln sollen.“

„Wäre es nicht viel einfacher, wenn SIE die Stadt verlassen? Ich höre nur aus dem Problem heraus, solange sie anwesend ist, dass einfach keine Hilfe kommt.“ war der Priester wieder in seinen alten Element.

„Das löst aber nicht das Problem.“ sprang der Bürgermeister Sina ein, weil sie betroffen mit dem Gesicht den Boden anstarrte. „Ob Lady Sina nun bleibt oder nicht, in einem hat sie trotzdem recht: Das Volk muss geschützt bleiben und Kinder dürfen nicht in den Krieg reingezogen werden.“

„Da stimme ich euch zu, aber wie genau stellt ihr es euch vor, wo wir die Kinder unterbringen sollen? Durch die Banditenüberfälle und weiteres wurden so viele Kinder zu Waisen, dass überall in den Waisenheimen Probleme herrschen.

Personelle Probleme und die Unterbringung der Kinder, dazu brauchen sie auch Unterstützung in irgendwelcher Form, damit sie das Trauma verarbeiten können. Den Schwestern hier geht es gut, weil sie immer wieder von der Stadt und Abenteurern Hilfe bekommen.

Von diesem Glück kann ich leider nicht in den anderen Städten sagen. Würde die alte Regierung von Tuzato existieren, SIE hätten längst diese Probleme angegangen. Dummerweise wurden sie restlos ausgelöscht.“ machte der Priester am Ende Sina den Vorwurf.

„Bedaure, aber diese Fanatiker hätten diese Kinder zu neuen Rittern ausgebildet und mit dem dummen Glauben eine Gehirnwäsche verpasst. Es ist sehr gut, dass sie weg sind.“ schaute Sina den Priester wütend an.

„Ist es nicht genau was ihr macht? Also mit der Gehirnwäsche? Allen verdrehen sie irgendwie den Kopf, dass man auf ihrer Seite steht. Nun bröckelt ihre Welt, weil man tatsächlich erkennt, was sie sind: Nichts als eine lügende Dämonin.“ ließ der Priester sich nicht einschüchtern.

„Ach so, sorry dass ich von Anfang an keine Flügel, Schwanz und mein drittes Auge hatte. Das hat man bei meiner Geburt irgendwie vergessen, anzubauen. Auch meinen Titel bekam ich erst im Kampf gegen die dritte Götterbestie.

Meinen sie allen ernstes, ich habe gelogen, weil es mir Spaß gemacht hat? Oder mir so egal ist, wie das Leben für viele Alliancianer enden könnte? Der König und die Kaiserin wussten, was ich bin, früher als das Volk, also sollten sie sich mit ihren Vorwürfen etwas zurückhalten, denn die Mächtigsten haben noch schlimmere Entscheidungen zu treffen!“

„Bitte ersparen sie mir ihre langatmigen Reden. Ich habe verstanden, zu was das Gespräch führt und bin nicht daran interessiert.“ stand der Priester auf. „Ich werde wegen der Kinder Willen überprüfen, was sich machen lässt, doch… mache ich mir keine Hoffnung.“

„Soweit ich mitbekommen habe ist die Kathedrale der alten Regierung Tuzato nicht wirklich besetzt. Das wäre ein Ort, wo man die Kinder in Sicherheit bringen könnte. Schön weit weg, viele Räume und ähnliches. Nur den Keller zu den Folterräumen sollte man die Tür verschließen, man sollte ja nicht die Wahrheit sehen, was die Fanatiker alles so gemacht haben im Namen der Göttin.“ verzog Sina ihr Gesicht.

„Wie schön, dass sie immer Pläne in ihren Taschen vorbereitet haben.“ meinte der Priester es in einem sarkastischen Tonfall. „Ich werde gehen und meine Arbeit wieder aufnehmen. Ich entschuldige mich für die Störung Bürgermeister.“ verbeugte sich Armoni und ging direkt aus dem Büro.

Als die Tür zufiel, konnte Sina nicht verhindern, dass man sie laut Seufzen hört. „Hoffentlich… bringt er wirklich die Kinder in Sicherheit…“ „Lady Sina… gibt es vielleicht etwas, was ich noch wissen sollte?“ schaute der Bürgermeister die Dämonin an.

„Das wir auf uns selber angewiesen sind? Ich habe keine Ahnung, ob wir die besprochene Verteidigung überhaupt so aufbauen können. Der Wald… Dschungel um uns herum könnte man taktisch nutzen, aber…“ grübelte Sina direkt laut.

„Nein… das meinte ich nicht. Es geht um Sarai. Ich komme gerade von einem Gespräch, wo jemand behauptet, dass Sarai nicht das ist, was sie ist. Wenn ich überlege, versteht ihr euch beiden sehr gut. Besser als man eigentlich meinen müsste.“ schaute Hillar Sina in die Augen.

„Und… was genau soll Sarai dann sein? SO dicke sind wir dann auch nicht.“ wurde Sina direkt vorsichtig. „Manchmal ändert man sich, wenn man sich direkt mit einer Person unterhält und wenn dann auch noch ein handfestes Problem gelöst wird, umso besser.“

„Der Zeuge meint, Sarai wäre die Organisatorin dieser Unterwelt meiner Stadt. Ich habe es mir sachlich angehört, aber ohne Beweise kann ich dem nicht glauben schenken. Leider meinte der gute Mann, dass ihr ebenfalls ein Teil davon seid.“ schaute Hillar Sina immer noch in die Augen.

„Ein Teil der Unterwelt? Meinen sie nicht auch langsam, dass es ein bisschen zu viel des Guten ist? Eher bin ich ein Feind von ihnen, wenn ich an all die toten Meuchelmörder denke.“ hob Sina eine Augenbraue hoch, dann meldet sich ihr Bauchgefühl.

„Einen Moment…“ kramte Sina auf einmal in ihrem Inventar und fand schnell das gesuchte Objekt. „Hat dieser Mann „zufälligerweise“ diesen Anstecker irgendwo am Kragen getragen?“ legte Sina den Anstecker, dass einer Faust ähnlich aussah, auf den Schreibtisch.

Der Bürgermeister nahm ihn und scheint erstaunt zu sein. „Aber ja, das konnte man nicht übersehen bei ihm. Aber…“ „Dieser Mann gehört zu der Unterwelt, besser gesagt zu der Organisation, die für all die Schandtaten im Armenviertel und weiteres in Efrana zuständig ist. WO ist er?“ sagte Sina dies in einem Tonfall, dass kein Widerspruch duldet.

„Lady Sina…“ wollte der Bürgermeister was sagen, als sie aufstand. „Bürgermeister, ich arbeite mit dem König an diesem Problem. Was wir bisher immer hatten, waren gewisse Helfershelfer, Leute, die nichts wussten. Wenn jemand SO offenkundig kommt, gehört er entweder zu denen oder der Kerl ist ein internes Mitglied. Also, WO?“

Man sah dem Bürgermeister an, dass er einen innerlichen Konflikt hatte, bis die Antwort kam. „Im Zimmer gegenüber von uns…“ Sofort drehe Sina sich um und rauschte durch die Tür, landete im Flur und öffnete die Tür zum Nachbarzimmer.

Es saß ein gutgekleideter dicker Mann mit eine Halbglatze. Dieser drehte sich zur Tür und riss weit die Augen auf, als Sina mit der linken Hand ihn am Gesicht packte und auf den Schreibtisch rammte. Der unbekannte Mann schrie vor Schmerzen auf, da riss Sina mit der andere Hand ein Teil seines Kragens ab.

„Verstehe…“ sah Sina ihre Bestätigung am Kragen. Der Stecker sah exakt so aus wie den sie Hillar gegeben hat. „Scheinbar setzt ihr andere Taktiken ein oder… Mitglied von „Die Familie?““

„Ich… weiß von nichts!“ presste der Mann raus, Hillar kam ebenfalls in den Raum. „Lady Sina!“ „Hör mir genau zu du kleiner Scheißer… Wegen deiner Organisationen leidet das Volk, so schlimm, dass Einhalt geboten werden muss.

Du hast folgende Wahl: Entweder… du sagst mir ein paar Namen deiner Anführer oder du wirst mit jemanden Bekanntschaft machen, da wäre der Tod bei mir geradezu ein Gnadenakt gewesen. Die Wahl liegt ganz bei dir.“ drohte Sina dem Mann, mit ihren neuen Augen bekommt die Drohung von ihr eine ganz neue Bedeutung.

Der Bürgermeister legte eine Hand auf ihre Schulter. „Lady Sina! Nur weil er einen dieser Stecker hat, können sie nicht so mit ihm umspringen. Was ist, wenn er das bei einem Händler oder ähnliches gekauft hat?“

„Ich bitte sie, als ob man an so was mal eben herankommt.“ drehte Sina kurz ihren Kopf zum Hillar, dann wieder zum ihrem Opfer. „Und? Was wird die Antwort sein? Bedenke folgendes…“ bückte Sina sich leicht zu dem Mann runter.

„Ich reiße dir die Augen raus, entferne deine Zunge, steche deine Trommelfelder aus und zum Schluss wird jede deiner Sehnen zerstört. Du wirst dann für immer auf Hilfe angewiesen sein, immer! Schutzlos, ahnungslos, nicht mal zum Windelwechseln kannst du schreien, wenn du dich vollkackst.

Das wird dein Leben werden, wenn du nicht mitarbeitest. Niemand… aber auch NIEMAND wird mich aufhalten können, wenn ich mit dir anfange. Deine Organisation respektiert nicht die Gesetze des Königreichs, warum sollte man es bei euch tun?

Wie viele Kinder… leben nun ohne ihre Eltern? Ihr widert mich an, dass ihr glaubt, dass für alle Zeiten durchziehen zu können. Nun kommst DU hier und willst angeblich mir und einer weiteren Person was anhängen?

Welch ein Zufall, dass ich heute ein wichtiges Anliegen hatte, denn wir hätten uns definitiv verpasst und ich hatte euch letzter Zeit nicht SO wichtig erachtet, wirklich nicht. Also…?“

Der Mann hat sich in der Hose gemacht, die düstere Stimme und das Sina einen sehr gefährlichen Ruf hatte, ließ jede Courage vom Mann verschwinden.

„I… ic… ich weiß von nichts! Ich wurde bezahlt, dass ich dem Bürgermeister dieser Stadt Informationen weiterleiten soll, dabei gab mir mein Kunde diesen Stecker!“ hatte der Mann regelrechte Panik.

„Name des Kunden?“ hakte Sina nach, Hillar hatte die Dämonin wieder losgelassen und wirkte etwas… desillusioniert. „So eine Pissnelke wie du wird sich definitiv ebenfalls absichern wollen. Ich kann mir NICHT vorstellen, dass du SO unvorbereitet gekommen bist, wenn man vor allem gegen MICH vorgeht!“

Der Mann schüttelt verzweifelt den Kopf, da drehte Sina den Mann auf den Rücken. Mit der rechten Hand hielt sie den Mann fest, mit der linken hielte sie ihre scharfen Fingernägel vor seinem Auge. „Ja?“

„DIE RELLINGS HABEN MICH BEZAHLT!“ schrie der Mann. Nun kam Sina ins Staunen und drehte sich zum Bürgermeister um. „Hat.. er es wirklich gesagt?“ „Ja… ich habe es auch klar und deutlich gehört.“ nickte der Bürgermeister, der aussah, als ginge es ihm schlecht.

„Ich frage vorsichtig nach du Pissnelke. Die Familie van Relling hat DICH angeheuert, diese Informationen weiterzuleiten und hat DIR auch diesen Stecker gegeben?“ widmet Sina sich dem Mann zu.

„Nicht persönlich, aber die rechte Hand von Clissinasia van Relling ist eine bekannte Person und hat meine Dienste öfters beansprucht. Die Bezahlung ist immer in Ordnung gewesen, zumal ich Zuschlag bekommen habe, weil IHR bei dieser Sache involviert seid!

Ich schwöre bei der Göttin, ich habe NICHTS mit der Organisation oder was auch immer sie meinen, zu tun, wirklich! Lassen… sie mich einfach… am Leben…“ flehte der Mann.

Sina ließ ihn los und war etwas… überfordert. „Die… Familie van Relling ist auch die Organisation, die für all diese Scheiße verantwortlich ist? Warum habe ich das Gefühl, mitten in einer Intrige zu sein?

Das wäre ein viel zu grober Fehler ihrerseits, solche offenkundigen Beweise zuzulassen.“ schüttelt Sina den Kopf. „Es… sei denn…“ widmet sich den Mann wieder zu, indem sie alle Taschen des Mannes durchleuchtet…

„Was machen sie da Lady Sina?“ fragte der Bürgermeister nach. „Ich will mich nur vergewissern, aber es kommt mir alles nicht koscher vor. Irgendetwas ist zu faul. Diese Pissnelke weiß vielleicht nichts, aber… Hmm?“

Sina fand in der Hosentasche des Mannes etwas… was sie gehofft hat nicht zu finden. Ein aktivierter Übertragungsstein. „Wir wurden abgehört. Darf ich fragen… wer da derjenige ist, der zuhört Pissnelke?“

Nun presste der Mann seine Lippen wieder. „Ok, dann ist es so.“ lächelt Sina auf einmal und hielt den Stein vor ihr Gesicht. „Hör mir genau zu unbekannte Person… Ob du wirklich für die Rellings arbeitest oder nicht…

Ich werde dich finden und deine Seele verschlingen, deine Tage sind gezählt. Mit dieser Aktion hast du es nun wirklich geschafft, das ich dich, deine Organisation „Die Familie“ nun mit viel Liebe widmen werde.“ dann zerstörte Sina den Stein.

„Ich glaube… jemand hat gelogen.“ starrte Sina den Mann an. „Ich habe dir was versprochen und das werde ich nun umsetzen. Bürgermeister Hillar, ich werde die Pissnelke zu einem besonderen Ort bringen, das spielt nun alles in eine höheren Liga.

Die Anschuldigungen von diesem Mann sind nichts als Dünnpfiff. Sie haben selber gehört, dass der Mann hier bezahlt wurde. Doch das muss noch herausgefunden werden, ob die Rellings wirklich damit zu tun haben oder nicht.

Eigentlich wollte ich andere Dinge mit ihnen besprechen, doch… Glaube, sie müssen vorerst mit sich alleine zurechtkommen. Haken sie bei der Regierung nach, welche Sicherheitsmaßnahmen man ihnen empfiehlt, mehr… kann ich leider auch nicht machen.

Und… setzten sie diesen nervigen Priester etwas unter Druck, die Kinder müssen in Sicherheit gebracht werden. Ansonsten… können wir… einen „Termin“ vereinbaren, um ein etwas ruhigeres Gespräch zu haben.“ wickelte der Knochenschwanz den Mann fast komplett ein und das Schwert hielt vor seiner Nase, um ihn zum Schweigen zu halten.

„Ansonsten… tut es mir vom Herzen leid, dass es nun zu dieser Situation gekommen ist.“ verbeugte Sina sich vor dem Bürgermeister. „Wenn… sie der Meinung sind, dass ich die Stadt verlassen soll… Dann sagen sie es mir bitte frühzeitig. Der… Vorwurf von Armoni kann man leider nicht… ganz verwerfen, solange ich in der Stadt bin, gibt es keine Hilfe von außen.“

„Bringen sie den Mann zum König?“ frage Hillar. Sina drehte sich kurz zum Mann um, bevor sie die Antwort gibt. „Ja, immerhin geht es um die Sicherheit seines Reiches oder?“ nickte Sina.

„Verstehe… ich muss mir das… alles erst im Kopf verarbeiten, wie wir die nächsten Schritte angehen können. Ich werde mich bei ihnen melden, wenn… ich gewisse Entscheidungen oder Ratschläge benötige.“ schaute Hillar Sina traurig an.

Sina verbeugte sich nochmal kurz vorm Bürgermeister und ging direkt mit dem Mann raus. „Wo… bringen sie mich hin?! Ich bin ein Bürger des Königreichs!“ „Wie gesagt… zu einem besonderen Ort.“ bekam Sina ein düsteres Gesicht.

Etwas später wird der Mann vor einer Vampirin auf den Boden geworfen. „Du brauchst ein Opfer? Dann tob dich an ihm aus, aber!“ hob Sina einen Zeigefinger, damit Eleonore ihr aufmerksam zuhört.

„Bevor du dich zu sehr vergnügst, will ich von euch beiden Meisterfolterers folgendes: Dieser Mann soll angeblich von einer Familie angeheuert worden sein, dennoch schweigt er sehr eisern mir zu sagen, wer hinter dem Übertragungsstein war, den ich bei ihm gefunden habe.

Holt alle Namen raus, die er ausspuckt und notiert sie auf einem Zettel. Den soll James mir morgen bringen und denkt ja nicht daran, irgendwas hineinzukritzeln, was man nicht lesen kann. Deutlich und lesbare Namen, damit ich vielleicht… weitere Opfer für euch bringe. Es ist also eine Win-Win Situation für uns alle.

Haben wir einen Deal oder nicht?“ schaute Sina die verrückte Vampirin an, deren Gier man deutlich am Gesicht ablesen konnte. Eleanor hob die rechte Hand hoch. „Ihr versprecht… dass ich weitere Opfer bekomme?“

„Ich verspreche dir NICHTS. Wenn du irgendwelche Namen aufschreibst, die überhaupt nichts mit meinem Problem zu tun haben, bringe ich dir am Ende noch unschuldige Opfer. Mach deine Arbeit ordentlich und… du kannst mit dem Mann tun und lassen, wie es dir gefällt Kaja.“ schüttelt Sina den Kopf. „Danach sehen wir weiter.“

„Hrm… ihr seid ätzend Lady Sina.“ verzog Eleanor ihr Gesicht. „Entfernt meine Regeln, damit ich anfangen kann.“ Der Mann auf dem Boden schaute ängstlich die beiden Frauen an, die mehr als nur böse waren.

„Wunderbar…“