Ich bin wiedergeboren und täglich grüßt das Chaos?
Ein neuer Tag bricht an, Sina wurde wach und muss direkt wieder ihre Augen schließen. „Monster… überall nur Monster…“ murmelt die Dämonin mit einen roten Kopf. „Uhm… morgschen…“ grinste Sherry mit einem Wuschelkopf.
„Hm… dachte… wir haben alles richtig gemacht?“ murmelt Neia ebenfalls. „Warum… wird Sina trotzdem so früh… wach?“ „Monster…“
„Wir haben alles richtig gemacht.“ grinste Sherry gemein. „Schau dir den Kopf unserer Liebe an und wie süß sie es verstecken will.“ drehten beide Damen sich zu Sina, die beide Hände auf ihr Gesicht gelegt hat. „Monster…“
„Das ist normal Neia und diesen Zustand müssen wir immer hinbekommen. Dann ist Sina für den Tag sehr gestärkt und kann sogar… hmm…? effizienter arbeiten. Doch wir müssen aufpassen, es nicht zu oft zu machen, sonst sehe ich es kommen, dass wir im neuen Bett die Rollen getauscht bekommen.“ kichert Sherry. „Monster…“
„Oho?“ grinste Neia. „Wenn ich ehrlich bin… irgendwie kann ich es kaum abwarten. Es macht… so einen Spaß…“ „Monster…“
„Nun Sina… hast du irgendwelche Pläne oder sollen wir nochmal deine Monster sein?“ zog Sherry gemein eine Hand von Sina weg. „Bitte… Herrin… nicht…“
„Was?“ staunte Neia. „Habe ich es…“ „Ja, hast du. Keine Ahnung, aber irgendwie… mag ich es. Unser Mädchen wird noch sehrrrr viele Lehrstunden mit uns erleben Neia.“ hob Sherry provokant ihre Augenbrauen mehrmals hoch und runter.
„Bitte… nicht… Ich…“ murmelt Sina. „Sharlia wird kommen und… egal… Ich will mich gut präsentieren…“ „Das ist natürlich ein Argument.“ nickte Sherry und streichelt die Hand von Sina. „Weißt du Sina… ich kenne dich ja nun langsam wirklich sehr gut.
Du wirst zwar deine Schwester empfangen, aber das Gespräch mit deinem Vater wird dich immer ablenken. Also… mache ich was tolles~.“ flötete Sherry. Verwundert nahm Sina ihre andere Hand vom Gesicht runter und Neia schien auch einen Fragezeichen über ihren Kopf zu haben.
Sherry zauberte aus einmal einen schwarzen Ring, den sie vor die Damen hielt. „Naaa? Was könnte es sein?“ „Nein… tue es nicht!“ drehte Sina langsam mehrmals den Kopf zur Seite. „Woher…“
„Hat mir Kyllia gegeben. Erinnerst du dich noch an das Gespräch? Ich habe mich angeboten, den Ring der Kuh als nächstes zu tragen.“ lächelte Sherry immer breiter. „Warte…“ wollte Sina sie schon aufhalten, da steckte der Ring schon am Finger von Sherry.
„Erm… ist das…?“ fragte Neia vorsichtig nach und Sina nickte. „Ja, das wir gleich eine elfische Milchkuh haben. Sherry, warum? Doch bevor… Illusion: Schmerzunterdrückung!“ zaubert Sina die kommenden Schmerzen von Sherry weg.
„Ganz einfach: Kyllia und Lisa haben mir erklärt, dass es ein Gefühl ist, dass man nicht kennt und der Partner… die all die Zeit DIR widmen muss, also in meinem Fall du mir. Es ist genau die richtige Ablenkung für dich, bevor du mit deinem Vater wieder sprichst.“ nickte Sherry und richtete sich auf.
„Sherry… es gibt genug andere Methoden mich abzulenken.“ war Sina etwas genervt. Auf einmal wurden die Elfenohren von Sherry kleiner und bekamen ein bläuliches Fell, bis die Ohren einer Kuh ähnelten.
„Hmm… Als Pferd hast du ja auch die blaue Farbe bekommen. Eine blaue Milchkuh, irgendwie… finde ich es schon aufregend.“ wartete Neia auf weitere Ergebnisse. Diese kamen, denn man hörte sehr deutlich das Knacken von Knochen… als an den Seiten von Sherry´s Kopf sich zwei kleine Hörner geschwungen nach vorne bildeten.
„Solange… es keine blaue Milch gibt…“ murmelt Sina sarkastisch. Nun wuchs Sherry ein blauer Schwanz. „Uh… so fühlt sich also ein Schwanz an?“ drehte Sherry sich um und betrachtet in. Nun passierte nichts mehr.
„Wie… war es das jetzt?“ war Sherry etwas verärgert. „Glaube, wir hatten mal die Behauptung im Raum, dass der Ring bei jeder Person sich anders verhält.“ seufzte Sina. „Ehrlich Sherry… du hättest mich eher abgelenkt, wenn ich einige wichtige Entscheidungen treffen könnte.“
„Mano…“ hörte man die Enttäuschung von Sherry. „Erm… was ist das…?“ bückte Neia sich vom Bett rüber und streichelt den Bauch von Sherry. „Hey! Das ist mein Bauch!“ merkte Sherry an.
„Ich weiß, aber…“ hielt Neia den Kopf schräg, bis es deutlicher wurde. Zwei hufförmige „Dinge“ bildeten sich, Sherry schaute ebenfalls runter. „Uh… scheiße.“ „Das… kannst du nun wirklich laut sagen.“ stimmte Sina zu, die sich jetzt ganz klar vorstellen kann, wie diese Verwandlung enden wird.
Die Beine und Füße von Sherry veränderten sich nun, aus dem Bauch kam die Hufdinger nun herausgewachsen. „Neia, schnell vom Bett runter, wir haben gleich eine richtige Kuh!“ drängte Sina die Elfe.
Wie recht Sina hatte. Beide Frauen sind rechtzeitig vom Bett runtergekommen, als Sherry auf das Bett fiel und ihre Verwandlung mit einem roten Kopf durchmachte. Die Zuschauer zogen sich einen Bademantel an und sagten einfach… nichts.
Die Verwandlung kam zum Ende, dass Bett krachte in sich durch das Gewicht zusammen. Das weckte natürlich wieder das Leben in der Villa, wo Sina seufzten musste. Die Tür wird aufgerissen und Bariel stand mit Suki davor. „Was ist…“ wollte Bariel direkt nachhaken, als sie es sah. „Muh…“
Sherry hielt mit beiden Händen ihr Gesicht bedeckt, dabei wanderten die Blicke eher nach unten. Ab der Hüfte sah man den Körper einer Kuh samt einem normalen Euter. Sherry hatte einfach ein blaues Fell und es sah einfach… hinreißend aus.
„Nah Sherry? Nicht unbedingt das Ergebnis, was du erwartet hast oder?“ merkte Sina gemein an. „Was glaubst du also… warum ich es nicht wollte? Nur weil ich irgendwie das Chaos verkörpere, brauchst du nicht deinen Teil dazu beizutragen.“
„Mano… Muh.“ murmelt Sherry. „Dabei hatte ich es verdrängt ein neues Bett in Auftrag zu geben Schatzilein.“ drückte Sina weiter nach. „Das ist das gleiche wie mit dem Ring der Pferdes. Ich behaupte ganz fest, dass die anderen Ringe der Verwandlung mit den entsprechenden Tieren dir immer den Unterkörper dazu bringt.
In diesem Fall… dankte Sherry. Nun weiß ich zumindest, was passiert, wenn ich dir den Ring des Löwen oder so gebe.“
„Den gibt es?“ hakte Neia nach. „Nein, es heiß Ring der Katze, aber trotzdem… ich rechne damit, dass Sherry nicht die Größe einer Katze nehmen wird, wenn dann eher einer Großkatze. Nun…“ schüttelt Sina den Kopf, als an der Haustür geklopft wird.
Suki ging sofort ihrer Pflicht nach, während Sina das Chaos vom frühen Morgen anschauen musste. „Es bringt nichts Sherry, du musst wieder ein Kleid tragen und im Garten schlafen wie letztes Mal.“
Sherry nahm die Hände runter und versuchte ihren „dicken“ Unterkörper zu betrachten. „Komm… ich überhaupt durch die Tür?“ Neia ging darauf zu und streichelt vorsichtig über das Fell… als sie dann mit der Wange rieb. „Sherry… wie machst du das nur? Dein Fell ist soo… angenehm.“
Bariel hob nur eine Augenbraue hoch und schaute ihr Mutter an, die ihre Augen rollt. „Willkommen in meinem chaotischem Leben. Jeder macht, was er will, Hauptsache chaotisch.“ „Merke schon… dass du es gewohnt bist Mama. Versprich mir nur… mir nie einesn dieser eigenartigen Ringe zu geben.“
„Mit Vergnügen.“ nickte Sina und betrachtet das Chaos wieder. „Tja Sherry, eine Woche. Dachte… ihr wolltet trainieren?“ „Ja schon…“ sanken die Ohren von Sherry. „Denke, das wird schon gehen.“ nahm Neia sie in Schutz. „Die theoretische Grundlagen können wir ihr ja trotzdem miteinander vermitteln, egal ob Sherry eine… uh… süße Kuh geworden ist.“
„Mutter?“ kam Suki wieder hoch. „Zwei Männer der königlichen Regierung wollen mit dir sprechen, du wüsstest darüber?“ Nun klatschte Sina sich eine Hand ins Gesicht. „Was ist das denn bitte für ein beschissenes Timing? Vor allem so früh morgens?
Bring die Pfeifen ins Wohnzimmer und biete ihnen Tee und etwas zu essen an, ich werde mich so bestimmt nicht präsentieren. Es kann etwas Zeit brauchen, müssen sie entweder warten oder nächstes Mal kommen, ihre Entscheidung.
Neia, Bariel, bringt meine Verlobte… irgendwie in den Garten ok? Möglichst… mit wenig Schäden in der Villa, wir müssen etwas… sparsam bleiben. Ich gehe jetzt duschen und ein Problem lösen.“ teilte Sina die Aufgaben und verschwand dann ins Badezimmer.
„Muh… Dabei wollte ich sie von den Sorgen ablenken.“ war Sherry traurig. „Das wird schon.“ beruhigte Neia sie. „Die Frage ist ja eigentlich… müssen wir dich melken wie die anderen? Du bist ja nun ganz anders.“ „Werden… wir sehen… Muh.“
Das „frisch“ machen benötige seine Zeit, als Sina in ihrem schwarzen enganliegenden Stoffklamotten aus dem Badezimmer raus kam. Sie schaute kurz in ihr Schlafzimmer… „Aha? Sehe, du kannst jetzt stehen?“
Sherry „stand“ und trug ein weißes und sehr weites Kleid, dass über den Unterkörper ihrer Kuhgestalt hing. Nur den Euter konnte man scheinbar nicht verstecken. „Muh, ich bin froh, dass ich noch die Kleider hatte, wo ich eine Kentaurin war. Neia und Bariel wollen sich ebenfalls passend anziehen, bevor… nun… Die Tür wird vermutlich zu eng sein, Muh.“
Die Dämonin ging in das Zimmer und musste auf Zehnspitzen aufrichten, um Sherry einen Kuss zu geben. „Wenn die Typen weg sind, werde ich mich dir wieder widmen ok? Dein Gedanke… war nicht schlecht, aber du siehst selber, dass man mit den Ringen schlecht das wünschen kann, was man will.“ grinste Sina nach dem Kuss.
Der Kuhschwanz peitschte glücklich hin und her und Sherry wirkte nun viel glücklicher. „Trägst du ihn als nächstes?“ „Sherrilein“ grinste Sina nun ganz breit. „Nein, das habe ich dir aber schon gesaaaagt~!“
„Und… wenn Neia ihn als nächstes trägt?“ gab Sherry nicht auf. „Wir wissen doch nicht mal, ob Neia es überhaupt tragen wird. Ich bin dann mal dieses Gespräch führen.“ winkte Sina ab. „Wie? War das jetzt ein ja oder nein?!“ rief Sherry noch hinterher.
Doch darauf antwortet Sina nicht und ging die Treppe runter. Sie war die Ruhe selbst, es sind nur einfache Fragen… hoffentlich. Im Wohnzimmer angekommen, sah sie zwei Männer, die auch direkt von einer Inquisition stammen könnten.
Rote weite Roben trugen die beiden Männer, dass sie keine Haube haben, war schon alles. Sie machten allgemein einen sehr gepflegten Eindruck. Kein Bart, kurze Haare, aber sehr strenge Gesichtszüge.
Beide standen sofort auf, der Tee vor ihnen ist scheinbar nicht angerührt worden. „Meine Herren, mein Name ist Lady Sina. Der König bat mich um eine Zusammenarbeit mit euerseits.“
„Mein Name ist Leonzio, das ist mein Assistent Panfilo. Wir wurden vom König einberufen, um gewisse Probleme innerhalb seines Reiches zu untersuchen.“ stellte sich der größere der Männer sich vor.
„Ja, dass ich angeblich schuld wäre, aber so genau an was, hat mir nicht mal der König gesagt.“ kam Sina den Männer entgegen und setzte sich gegenüber von ihnen an den Tisch. Die Männer folgten ihr, Panfilo holte auf einmal mehrere Unterlagen aus seinem Inventar, die er Leonzio überreichte.
„Von Schuldfrage war bisher nie die Frage gewesen.“ merkte Leonzio an, „sondern ob ihr überhaupt was damit zu tun habt. Bist du bereit Panfilo?“ „Jawohl, bereit es alles zu protokollieren.“ nickte der Sitznachbar, der scheinbar ein leeres Blatt samt Füller vorbereitet hatte.
Suki kam noch einmal in das Wohnzimmer und stellte Sina eine frische Tasse Tee hin, dann verbeugte sich kurz, bis sie wieder verschwand.
„Lady Sina, merkwürdige Vorkommnisse beunruhigen das Königreich Efrana. Dabei sterben bekannte Personen an… eigenartigen Unfällen. Die Händlervereinigung war nicht zufrieden mit den normalen Arbeiten der örtlichen Wache, so wollte sie es, dass sich der König des Problems annimmt.
Normalerweise ist das nicht die Arbeit des Königs oder unsere, WENN nicht zu viele bekannte Personen in kürzeste Zeit verstorben wären. Wir haben die Zeugen der Opfer befragt, um überhaupt ein Bild aufbauen zu können, dennoch war es vor allem die Familie van Relling, die fest der Überzeugung ist, dass ihr an ihren Unfällen eure Beteiligung hättet.“
„A…ha?“ trinkt Sina ihren Tee. „Und was genau… wollt ihr jetzt von mir hören? Ihr sagtet, es wären Unfälle, ich wusste nur davon, dass zwei Mitglieder der Rellings verstorben sind über den König.“
„Jakub von Relling ist verstorben, als er die Treppe runtergehen wollte und dabei sein Gleichgewicht verlor. Wir wissen, dass Jakub und sein Vater einen Streit hatten, doch den Inhalt konnten wir nicht herausfinden.“ schaute Leonzio Sina an.
„Weil… vermutlich sein Vater danach verstorben ist?“ riet Sina geradeaus und der Befrager nickte. „In der Tat. Er war nicht mehr der jüngste gewesen und scheinbar hat der Tod seines Sohnes Spuren bei ihm hinterlassen.
Man fand ihn eines Tages morgens tot an seinem Schreibtisch vor. Von den Aussagen des dortigen Hauspersonal muss er einen Herzanfall bekommen haben, weil seine Augen weit aufgerissen waren sowie sein Mund und irgendwie hat er sich noch an die Brust gegriffen, bevor sein Herz ausgesetzt hat.“
„Aha…? Und… wieso kommt man dann auf die Idee, dass ICH was damit zu tun habe, wenn die Unfälle… deutlich zu identifizieren waren? Mir war nicht mal bewusst, dass überhaupt wann…“
„VORSICHTIG!“ schrie Sherry. „HALTET MICH FEST.“ „DU BIST ZU SCHWER!“ schrie Neia. „AHHH MEIN SCHWANZ!“ schrie Sherry noch lauter… dann hörte man, wie etwas sehr schweres die Treppe runter rollte.
Rumms, knall, rumms, bumm. Eine dicke Staubwolke erschien an der Wohnzimmertür, Sina und die Befrager schauten nur darauf zu, während sie schwiegen.
„Sherry?! SHERRY?!“ fragte Neia panisch. „Schrei… nicht so…“ stöhnte Sherry deutlich. Suki rannte auf einmal an der Tür vorbei. „Was… macht ihr bitte da?! Mutter hat ein wichtiges Gespräch!“ schimpfte Suki. „Oh… ihr habt das komplette Gelände der Treppe zerstört!“
Sina ließ nur ihren Kopf hängen, das Pech hat sich mal wieder bei Sherry gemeldet. „Entschuldigung, meiner Verlobte… scheint ein Missgeschick passiert zu sein. Wo… waren wir stehengeblieben? Ich verstehe nicht das Problem, wenn es doch so… offenkundig Unfälle sind?“
„Hmm… offenkundig stimmt es, wären da nicht… einige Ungereimtheiten.“ meinte Leonzio, wo Sina verwundert eine Augenbraue hochhob. „Wir haben die Unfälle rekonstruiert und überlegt, ob es denn wirklich ein Unfall war, denn die Behauptung war im Raum, dass es keine waren, zumindest meint Lady van Relling dies.
Wir fanden an den Schuhen von Jakub etwas… eigenartiges. Ich habe es auf dem ersten Blick nicht gesehen, sondern mein Assistent. Irgendwie scheint Jakob an etwas… dünnes und sehr stabiles hängen geblieben zu sein, dass es einen tiefen Schnitt um Schuh aufzeigte.
Nur wissen wir nicht… ob diese Verletzung am Schuh älter ist oder bei diesem Unfall entstanden ist. Bei dem Opfer mit dem Herzversagen fanden wir am Glas eigenartige Rückstände. Wir haben das mit Wasser nochmal aufgefüllt und ein Tier zum Trinken gegeben, aber nichts ist passiert.
Es ist auch wieder sehr merkwürdig, als hätte Herr van Relling kurz vor seinem Tod irgendetwas… getrunken. Lady van Relling ist sich sehr sicher, dass ihr Vater unter keinem Umständen irgendwelche Selbstmordgedanken hätte, wenn wurde nachgeholfen.“
„Bedaure, aber… die Familie Relling zeigt meiner Meinung nach zu sehr auf mich. Sie sind eine mächtige Händlerfamilie, die überall Kontakte haben. Glauben sie nicht… dass sie sich nicht einige Feinde dabei gemacht haben?“ zweifelt Sina etwas.
„Den hat jeder und dennoch gibt es einige andere Fälle, wo man der Meinung ist, dass sie was damit zu tun haben.“ ließ sich der Befrager nicht beirren… „Sag… wo wollt ihr drei eigentlich gehen?!“ wurde Suki wieder laut.
„Eh… in den Garten?“ hörte man sehr deutlich Bariel. „War schwer genug, Sherry wieder auf ihre Beine bekommen.“ „Ja? Dann geht bitte durch die Haustür! Im Wohnzimmer hat Mutter gerade ihr Gespräch!“ schimpfte Suki wieder. Nun musste Sina sich mit beiden Händen am Tisch ihr Gesicht abstützten. „Hrm… was sind denn… bitte die anderen Fälle?“
„Der Sohn eines Adeligen ist scheinbar nach einer Zechtour von der Treppe gestürzt und hat sich das Genick gebrochen. Was… merkwürdig ist, dass er dabei ein Auge verloren hat. Wir haben uns den Ort des Unfalls angeschaut und… es hat nicht die richtige Höhe, dass man irgendwelche… Körperteile verliert.“ redete der Befrager weiter.
„Ein… Auge? Ernsthaft?“ schaute Sina die beiden Männer an. „Wie lange ist bitte denn dieser Unfall her? Sicher, dass das Auge nicht irgendwo… dort herumliegt oder so? Naja… eigentlich verfault, je nachdem, wann der Unfall passiert ist.“
„Dieser Unfall ist tatsächlich etwas länger her, dennoch fanden wir bei den Unterlagen des Verstorbenen… einige nützliche Hinweise.“ kniff Leonzio leicht seine Augen zusammen. „Er hatte Schulden bei einem Händler namens Kajar. Dieser Mann dürfte ihn aber sehr bekannt sein.“
„Stimmt, alle reden darüber, wie ich an seinen Besitz gekommen bin. Vermutlich haben sie ihn schon befragt?“ lächelt Sina.
„Haben wir. Händler Kajar meint, er hätte es euch verkauft. Was… uns etwas wundert ist, warum er so spärlich am Strandhaus lebt. All der Besitz von euch, dazu wenn ihr es abgekauft habt, hätte er sich ja was… gehobenes leisten können.“
„Ich bin mir nicht sicher, aber müssen sich Ermittler darüber Gedanken machen, wie Menschen ihr Lebensstil nachgehen?“ hob Sina eine Augenbraue hoch.
„Nein, sie haben damit recht. Aber die Behauptung, dass ihr seine Tochter entführt habt, die können wir nicht ignorieren.“ sagte Leonzio nun.
„Eh… Ruri? Sie lebt mit einem Vampir bei mir und plant ihn zu heiraten. Bedaure, aber… eine Entführung sieht etwas anders aus.“ lächelt Sina. Auf einmal klopfte jemand sehr heftig an der Haustür, wo Suki hinrannte.
„Verstehe… dann ist es kein Problem, wenn wir mit ihr sprechen oder?“ schaute Leonzio Sina an, als würde er auf eine Reaktion warten. „Nicht von mir, die Frage ist, ob ihr sie als solches dann erkennt.“
„Wie meinen sie?“ hakte der Befrager nach. „Hmm… wie erkläre ich es ihnen? Sie wissen, wie Vampire erschaffen werden oder?“ musste Sina kurz überlegen und die Männer nickten. „Durch einen dummen Unfall zwischen ihr und mir habe ich sie zu einem Dämonen verwandelt.
Sie dürfte also nicht mehr unbedingt erkennbar sein, was sie mal gewesen war.“ grinste Sina schief, Panfilo schrieb das alles auf dem Blatt auf. „Verstehe… und versteh es auch zugleich nicht. Sie sagen also, Ruri wäre nicht entführt worden?“ fragte Leonzio nach, als etwas laut wurde.
„Wie? Ich muss diesen dummen Wisch abgeben.“ schimpfte eine bekannte männliche Stimme. „Bedaure, aber Mutter ist nicht ansprechbar!“ wurde Suki ebenfalls laut.
„Mir doch egal?“ dann hörte man etwas krachen… und nochmal krachen… und wieder krachen. Wieder schauten die drei Personen zur Tür, als James mit einer blutigen Nase erschien. „Sagt eurer Dienerin, dass sie die nächste Begegnung nicht mit mir überleben wird!“
Sina leckte nur die Lippen. „Was… willst du James und was ist mit Suki passiert?“ „Ich habe ihr einen Kinnhaken verpasst, nun sieht sie Sterne aus der nächsten Nähe.“ stampfte der Zwerge auf die Tischgruppe zu.
Er griff mit seiner Hand in seine Weste und klatschte ein blutgetränktes Blatt auf den Tisch. „Hier sind die Namen, die Eleanor herausgefunden hat. Sie scheint ziemlich glücklich zu sein und pflegt sich wieder selber.“
Der vampirische Zwerg wollte noch mehr sagen, als er den wütenden Gesichtsausdruck bei Sina bemerkte. „James. Verpiss dich ganz schnell, sonst bin ich diejenige die ganz glücklich am Ende sein wird.
Du störst gerade eine wichtige Unterhaltung und bringst mir ein Scheiß? Man kann ja nicht mal was auf dem Zettel lesen!“ klatschte Sina mit eine Hand darauf, wo Blut spritzte. „Du kannst… dich darauf verlassen, dass ich kommen werde!“
Sina nahm das nasse Blatt und warf es dem Zwerg mitten ins Gesicht. Dies… schien ihn ebenfalls sauer zu machen, als das Schwert vom Knochenschwanz hinter seinen Nacken leicht drückte. „Hast du mich nicht verstanden, du dummer alter Vampir?“ knurrte Sina.
Wütend starrte James Sina an, dann wanderte sein Blick zu den beiden Männer, die das Schauspiel nicht unbedingt… angenehm fanden. Langsam drehte sich James um und stampfte aus dem Wohnzimmer… als er laut aufschrie.
„Wage… es noch einmal… Mutter zu belästigen… und mich zu verletzten… und ich bin dein Tod.“ hörte man sehr deutlich die Drohung von Suki. „Hast du verstanden?“ „JA, NUN ZIEH DEN DOLCH AUS MEINE BRUST RAUS!“ brüllte James.
„Nein, ich denke nicht. Du wirst langsam gehen müssen, damit der Dolch dein Herz nicht erreicht!“ knurrte Suki. Man hörte, wie etwas langsam über den Boden schabte, Sina holte einen Taschentuch aus dem Inventar und trocknet ihre Hand.
„Was… ein Chaos wieder hier.“ seufzte Sina. „Also… irgendwie habe ich mir das Gespräch ein bisschen… anders vorgestellt? Das sie mir Fragen stellen und ich dazu die Antworten gebe? Bisher höre ich immer nur: Ein Unfall, aber… dazu wird immer der Finger auf mich gerichtet.
Bedaure, aber… das Gespräch, trotz der ganzen Unterbrechungen… was wollen sie denn bitte den König genau sagen? Ich höre immer nur Behauptungen.“
„Nun, wir haben einige Fragen. Zum Beispiel leben in ihrem Viertel Vampire, doch dass ist nicht wichtig. Wichtiger… ist die eine Gruppe, denen ihr einen Haus scheinbar gebt.“ nickte Leonzio kurz.
„Und welche ist das bitte?“ hakte Sina nach. „Die Katzenmenschen, die sich als Ungesehene einen ziemlich bekannten Ruf gemacht haben. Sie sind auch bekannt als Auftragskiller, dass haben wir bisher in Erfahrung gebracht.
Wie die Unfälle auch passiert sind, so „könnten“ sie tatsächlich auch ermordet worden sein. Unsere Zeugenbefragung hat ergeben, dass bei ihnen vier dieser Ungesehenen leben, konnten aber nur drei ausfindig machen.“ sagte Leonzio.
„Habt… ihr etwas an ihrer Tür geklopft und gefragt, ob sie ihre Arbeit nachgegangen sind?“ meinte Sina nun sarkastisch. „Ja haben wir und das Gespräch wurde direkt mit dem Schließen der Tür beendet. In meinen Augen macht sich das etwas… verdächtig.“
„Ja… natürlich. Was haben sie denn bitte erwartet, wenn sie bei bekannten Auftragskillern an deren Tür klopfen? Ich wage zu behaupten, dass sie auch ihre Berufsgeheimnisse haben und darüber mit Freude in Schweigen hüllen.“ rollte Sina mit ihren Augen.
„Das kann vielleicht stimmen. Wir wundern uns nur… laut Zeugen wird einer dieser Katzenmenschen seit einiger Zeit nicht mehr gesehen. Wenn wir den Namen richtig ermittelt haben, ist dass der von Sumi. Wissen sie, wo wir ihn finden können?“
„Nein?“ sagte Sina geradeaus, denn es stimmt ja aus ihrer Sicht. „Ganz sicher? Denn… laut unseren Quellen sind zwei ihrer Vampire auch bekannte Auftragskiller… Nisha und Abby.“ hakte Leonzio weiter nach.
„Wenn sie SO danach gehen… lassen sie mir folgendes sagen.“ machte Sina ein düsteres Gesicht. „ALLE Vampire… haben die eine oder andere vergangene Tätigkeit gehabt. Bestimmt haben einige Akten, die so dick sind, dass man damit jemanden erschlagen kann.
Was mich aber nicht interessiert. Die Vampire leben ganz offen hier in der Stadt und halten sich an den Regeln. Wenn man von JEDEM immer die Vergangenheit umgräbt, dann würde ich ihnen sagen, sollten sie mal bitte ihre Arbeit vernünftig machen.
Sie kommen mir mit Erklärungen, dazu angebliche Behauptungen und ohne jede Beweise. Bedaure, aber bevor sie mir weiter auf den Keks gehen, sollten sie mal bitte die Opfer, die durch die Unfälle verstorben sind, mal bitte genauer deren Familien anschauen.
Alle zeigen mit dem Finger auf mich, nun zeige ich mal mit den Finger auf sie. Die Familie van Relling, Händler Kajar und wer auch immer mich beschuldigt. Untersuchen sie mal alles von unten nach oben, die haben definitiv ihre Leichen im Keller.
Man kommt nicht einfach so an viel Macht ohne sich die Hände dreckig zu machen, sie dürften das vermutlich selbst festgestellt haben. Meine Herren, ich beende das Gespräch, ich hatte mich darauf eingestellt, aber sie stehlen mir nur mehr oder weniger die Zeit.“ stand Sina auf und Suki erschien mit einem blauen Fleck am Kinn.
„Sind… sie sicher? Denn der König will sie mehr oder weniger entlasten.“ schaute Leonzio vom Tisch hoch. „Ich bin mir sehr sicher, denn bisher… sehe ich überhaupt nicht mal einen Sinn bei dem Gespräch.
Solange die Familien ihre Behauptungen anstellen, wie wollen sie mich bitte entlasten? Van Rellings wollen mir irgendetwas anhängen, Kajar hat seine eigenen Gründe. Der Adelssohn… wer zum Geier soll das sein?
Die wenigen Adeligen, die es noch gibt, sind wegen dem Putsch auf dem König doch sowieso sauer oder nicht? Wie schön, dass man eine Dämonin die Schuld zuschieben kann, wenn der besoffene Sohn in den Tod stürzt.
Hören sie also auf… meine Leute mit irgendwelche Fragen zu belästigen. Ich hatte nicht den Eindruck, dass sie dumm sind, aber ehrlich… Klopfen sie an jede Tür, ob er sie es mal jemanden umgebracht hat?
Ihnen einen schönen Tag, Suki wird euch aus dem Haus begleiten. Danach will ich dich sehen Suki, die Wunde gefällt mir nicht.“ nickte Sina kurz den Männer zu und ging ohne sich umzuschauen aus dem Wohnzimmer.
„Ach Scheiße…“ fluchte Sina, als sie die zerstöre Treppe sah. Suki hat bestmöglich aufgeräumt, Sherry musste aber mit ihrem Körper quer die Treppe heruntergerutscht sein. Schwer seufzend ging Sina in ihr Büro.
Suki beobachtet, wie die Männer ihre Unterlagen einsammelten und dann aufstanden. „Wenn sie mir bitte folgen würden?“ Ohne Umschweife werden die Befrager außerhalb des Grundstückes gebracht, Suki schloss das Eisentor zu. „Ich wünsche ihnen einen angenehmen Tag.“
Die Männer nickten nur und sahen wie Suki in das Haus verschwand. „Was… ist deine Meinung Panfilo?“ „Das Lady Sina nicht ehrlich ist. Erst als du sie von Sumi und den anderen Attentäterinnen angesprochen hast, wurde sie regelrecht… anders.“ meinte der Assistent.
„Den Eindruck habe ich auch. Das macht sie leider doch verdächtig. Dummerweise hat sie in einem Recht. Ohne Beweise noch Motive sind es alles Behauptungen.“ seufzte Leonzio.
„Sollen wir denn noch die Zeugin Ruri aufsuchen?“ fragte der Assistent. „Nein, denn den Abschlussbericht haben wir eigentlich fertig.“ schüttelt Leonzio den Kopf.
„Traurig, dass dieses Gespräch nun einen faden Nachgeschmack hat. Dabei würde mich interessieren, was… dieser blasse Zwerg mit dem blutigen Zettel meinte.“
„Wenn ich ehrlich sagen kann… ich denke, wir haben genug gereist. Wir wussten doch alle, dass… wir zu keinem richtigen Ergebnis kommen. Sollen sich doch bitte unsere Auftragsgeber die Köpfe zerbrechen.“ schmunzelt Panfilo.
„Wie wahr…“
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