Ich bin wiedergeboren und die Liebe?

Schockiert sahen alle, wie Sharlia leblos und aufgespießt von der Decke herunterhing. Eleanor keuchte sehr schwer und schien zu verarbeiten, was… Sharlia ihr eben angetan hat.

„SHARLIA! SHARLIA!“ schrie Kyllia verzweifelt mit starken Tränen nach ihrer Schwester, Sina und Lisa mussten sie regelrecht zurückhalten. „LASS MICH LOS!“

„Beruhige dich wieder Kyllia! Ich will nicht, dass Eli nochmal so einen Angriff startet, was für uns gefährlich wird!“ redete Sina auf ihren Zwilling ein. Verwundert erschien Sherry am zerstörten Hauseingang und riss erstaunt ihre Augen weit auf über das Chaos.

„Eh… he… he…“ kichert auf einmal jemand leise… Alle rissen ihre Augen auf und schauten zu Sharlia hoch. „M… mehr… MEHR!“ kichert Sharlia regelrecht, der Wahnsinn ist in ihren Augen ausgebrochen.

„Wie…?!“ murmelt Eleanor, denn einige Stacheln haben definitiv ihr Herz durchstoßen! Wie Eleanor es auch gemacht hatte, die Blutstacheln verhindern, dass das Blut von der Dämonin runterfließt.

Auf einmal packte Sharlia mit ihren Händen die Stacheln… und zog sich runter zu Eleanor! „Mehr… gib mir mehr… Ahh…“ stöhnte die Dämonin, ihr Sabber tropfte von ihrem Mund auf das Gesicht von Eleanor.

„Heilige… Scheiße…“ murmelt Bariel. „Das… ist meine Tante?“ Sina und die anderen schauten sich das Spektakel an, Sharlia kam Eleanor immer näher. „VERSCHWINDE!“ schrie Eleanor verzweifelt.

„Warrummm?“ versuchte Sharlia ihren Kopf leicht in schräge Position zu bringen, wäre nicht ein Blutstachel unterhalb ihres linken Auges gerammt worden. „Ich will… doch nur, dass ich… Schmerzen… von dir bekomme…“

„Hätte nicht gedacht, dass Eleanor ihren Meister trifft.“ kam der spontane Gedanke bei Sina. „Sowohl Kaja als auch der Loserkönig müssten ja regelrecht in Verzweiflung sein. Dabei hatte Kaja es doch angetörnt? Egal…“

Ihre Schwester zog sich immer weiter runter, ihre Wunden wurden immer größer. Verzweifelt schaute Eleanor nach einem Ausweg, sonst wird sie wieder einen Angriff umsetzten. Sina schaute sich das Gesicht von Sharlia genauer an.

Ein Gesicht, dessen Wahnsinn die Kontrolle über den Körper übernommen hatte. Doch… etwas meint Sina in den Augen ihrer Schwester deuten zu könnten… Etwas… was nach Hilfe schreit.

„Kyllia denk bitte genau nach, was kann Jillia mit Sharlia gemacht haben, dass sie wieder normal wurde? Ich kann mir echt nicht vorstellen, dass sie Sharlia irgendwelche Schmerzen zugefügt hatte und ich glaube nicht, dass etwas unanstößiges zwischen ihnen passierte.“ hakte Sina nochmal bei ihrem Zwilling nach.

„Sina, ich weiß es echt nicht, sonst hätte ich es dir gesagt. Ich bereue meinen Fehler, dass ich nie danach gefragt habe.“ schüttelt Kyllia ihren Kopf. Ihre jüngere Schwester hat die Hälfte des Weges geschafft, sie kam ihrer „Folterin“ immer näher.

„LADY SINA! BITTE! HELFEN SIE MIR!“ schrie Eleanor verzweifelt. „HALTEN SIE MIR DAS MONSTER VON LEIB!“

Diese… Aussage, auf einmal sah Sina, wie Sharlia in ihren Augen verletzt wirkte, bevor der Wahnsinn sie wieder übermannte.

„Ich… verstehe…“ glaubte Sina nun zu wissen, was Sharlia hat. Sie ging aus dem Nebenflur direkt zu ihrer Schwester. Dabei gab sie den Befehl an Knochi, alle Blutstacheln, die ihre Schwester durchgestoßen haben, zu trennen.

Das ging alles so schnell, dass Sharlia es überhaupt nicht bemerkte und wäre beinahe auf Eleanor gefallen, wenn Sina sie nicht aufgefangen hätte und nun zur Seite hielt. „Schmerzen… bitte… schlag mich…“ starrte Sharlia ihre Schwester an, die scheinbar… nicht mal ihre Schwester erkannte.

Sina murmelte etwas… und küsste dann Sharlia auf den Mund. Alle, auch Eleanor versuchten zu verstehen… was gerade vor ihre Augen passierte. Beide Küssenden lösten sich und Sina streichelt eine Wange von Sharlia.

„Es… tut mir leid, dass ich zu spät erkannt habe… wonach du dich sehnst Schätzchen.“ lächelt Sina traurig. Bei jedem Streicheln der Wange… wirkte Sharlia… normaler. Sie keuchte noch schwer, scheint aber.. ihre Umgebung nun zu registrieren.

„Suki, ich will dass du ein Bad für mich und Sharlia vorbereitest. Neia, du schläfst bitte mit Sherry, weil ich die Nacht mit meiner kleinen Schwester verbringen werde. Die Matratze von meinem kaputten Bett reicht aus.

Sharlia… jetzt wird alles gut. Das… was du gesucht hast, werde ich dir jetzt geben.“ streichelt Sina immer wieder ihre Schwester. Was niemand wusste, Sina gibt Sharlia die ganze Zeit die Illusion, dass sie geliebt wird.

Das war das Geheimnis um Sharlia. Sie suchte nach Liebe, die sie aber scheinbar nie bekam und ersetzte ihn durch Schmerz. Dabei… wurde es scheinbar so schlimm, dass sie immer mehr Schmerzen brauchte, um das fehlende Gefühl von Liebe auszugleichen.

„Nicht missverstehen meine Damen, das ist meine Schwester und der Kuss… war dazu da, dass sie mir die Aufmerksamkeit gibt. Na Sharlia? Lerne ich jetzt meine richtige Schwester kennen?“ grinste Sina.

Sharlia schaute immer wieder Sina an, als auf einmal Tränen aus ihrem Gesicht fielen. Ihre Mundwinkel gingen ganz weit runter, bis sie regelrecht schluchzten musste. „Prinzessin…“

„Na na, was habe ich dir gesagt Schätzchen? Nenn mich Schwester oder Sina, ok? Du bist meine Schwester, wir müssen uns in meinem Heim nicht an irgendwelche Formalitäten halten.“ streichelt Sina immer wieder die Wange von Sharlia, sie pumpte quasi mit ihrer Magie die Liebe in Sharlia.

„Sharlia…?“ kam Kyllia näher und ihre Schwester schaute ihr in die Augen. Nun sah Kyllia, dass… ihre „alte“ Schwester vor ihr stand. Sofort kam sie zu ihrer jüngeren Schwester und versuchte sie ebenfalls auf der anderen Seite zu streicheln. „Sharlia… du bist wirklich wieder da?“

„Ich… ich…“ stotterte Sharlia schlimm, sie schaute verzweifelt zwischen Sina und Kyllia. „Ich… bin wieder da?“ Kyllia lächelte ganz fürchterlich, aber das war ihr egal. „Willkommen… zurück Sharlia.“

„Ja.. ich bin wieder da oder?“ versuchte Sharlia zu lächeln. „Darf… ich eure Haare flechten? Ihr habt so schöne neue Haarfarben.“ Nun umarmte Kyllia Sina, die laut aufschluchzten. „Danke… Sina… du bist die beste Schwester…“

„Dank Eleanor, dass sich… für einen Moment Sharlia wahres Ich geöffnet hat. Hörst du Eleanor? Du hast mal was geschafft, ohne auf Folter zurückzugreifen.“ rief Sina, die zwei ihrer Schwestern um sich hatte. Eine, die mit Liebe gestreichelt wurde und ihr Zwilling, die auf siebte Wolke schwebte.

„Ich… fühle… mich so geschändet…“ murmelt Eleanor, die eine Hand auf ihr Gesicht legte. „Kyllia… Sharlia ist einfacher als du denkst.“ ignorierte Sina das Gejammer vom Boden. „Doch das erkläre ich dir morgen ok? Ich will meine andere kleine Schwester nun kennenlernen. Alleine.“

„Was… ist denn hier passiert?“ wundert sich Nitir, der nicht wusste, was er alles anschauen sollte. Sherry mit ihren Unterkörper einer Kuh, auf dem Boden die halbnackte Eleanor, den zerstören Hauseingang oder wie drei Dämonen die mehr oder weniger übereinander standen.

„Langsam… mag ich dich immer mehr Nitir. Du kommst immer zum richtigen Zeitpunkt, wenn wir dich brauchen.“ lächelt Suki… etwas gemein. Dies hat Nitir auch verstanden, dass wieder Arbeit auf ihn wartet und seufzte hörbar. Es verging einige Zeit…

Im Badezimmer wischte Sina den blutigen Rücken ihrer Schwester. Dabei achtet sie darauf, weiterhin mit ihrer Magie Sharlia die Liebe zu geben. Doch… ist das wirklich Liebe, wenn es nur eine Illusion ist?

Sharlia´s Körper und Verstand wird zumindest damit ruhig gestellt, sie sagte nichts, im Spiegel beobachtet sie nur, wie Sina einen Schwamm in den Eimer mit Wasser legte und mit neuem Wasser aufsaugte. „Sina… Danke…“

„Wofür?“ blickte Sina auf. „Das… ich… keine Ahnung…“ schüttelt Sharlia ihren Kopf. „Wie… ich habe… so viele Fragen.“ Sina warf den Schwamm in den Eimer und drückte sich von hinten an ihre Schwester.

„Pss… Schätzchen. Auch ich habe sooo viele Fragen. Wie du so bist, wie du über mich denkst. Was du gerne isst, so viele Fragen. Ich halte… endlich eine weitere Schwester in meinen Armen. Wenn… muss ich mich bei dir bedanken.“ legte Sina ihre Stirn auf den Hinterkopf von Sharlia.

Da sitzen zwei nackte Dämoninnen und schienen in diesem Moment nichts zu sagen. Sina sah nicht, wie Sharlia am Lächeln war, nur dass sie eine Hand auf die Klauenhand von Sina legte, der auf ihrem Bauch lag.

„Nein… ich muss mich bei dir bedanken… Du… hast mein Problem durchschaut, den… nur Jillia kannte. Ich… weiß, dass es eine Illusion ist, was du mir gibst, aber… es fühlt sich so gut an…“

„Warum… ist… es bei dir so ausgeartet Schätzchen?“ löste Sina sich wieder und nahm den Schwamm aus dem Eimer. Sie streckte den linken Arm ihrer Schwester und wäscht sie vorsichtig mit dem Schwamm.

„Ich… dachte, ich könnte es alleine schaffen. Alle… wollten ihrem Leben nachgehen, was… ich wirklich gut verstehen kann. Keinem… wollte ich zur Last fallen, am meisten… hat Shyera nach mir geschaut.

Ich wollte wirklich nicht… dass jeder wegen mir… seine neue Zeit verliert. Leider… habe ich überhaupt kein… Talent. Kann nicht kämpfen… kann nichts herstellen und… sobald ich Schmerzen… bekomme, artet es… leider schnell aus.

Am Anfang… wollte ich es irgendwie kontrollieren, doch… es war ein Fehler. Damit keiner meiner Schwestern… mein hässliches Ich erleben musste, habe ich mich freiwillig zur Verfügung gestellt, gefoltert zu werden und…

Ab da weiß ich nicht mehr… genau was passiert ist. Vielleicht will… ich es auch nicht so genau wissen. Wenn… ich zu sehr… nachdenke… spüre ich wieder ein Verlangen kommen… Sina… ich bin es… nicht wert eine Schwester zu sein.“ machte Sharlia ein sehr trauriges Gesicht.

Sina sah es im Spiegel und drückte sich wieder an ihre Schwester. „Doch, das bist du. Du hast vielleicht einen Knall, aber… wer hat ihn bitte nicht? Sharlia… bitte denk nicht in diese Richtung, denn… es reicht, wenn ich diese Gedanken habe.

All die Zeit… habe ich als eure älteste Schwester Euch im Stich gelassen, wenn… dürfte ich es sein, die du nicht als Schwester bezeichnen darfst Sharlia. Wäre ich von Anfang an da gewesen… dann wäre ich frühzeitig dein Problem angegangen.

Es… mag vielleicht zu spät sein, noch was dagegen zu machen, aber ich gebe nicht auf. Wir werden gemeinsam… eine Lösung finden, wie wir dein dummes Suchtproblem nach Schmerzen in ein kontrolliertes Maß runterschrauben können.“

„Glaubst… du wirklich daran Sina? Glaubst du wirklich daran? Ich…“ sah Sharlia etwas auf der Kommode und nahm es in der Hand… und rammte es durch ihre andere Hand. „Ah… da… es kommt wieder… Sina… der kleinste Schmerz… und ich werde wieder eine Süchtige…“

Nun stand Sina auf und kniete neben ihrer Schwester, dann nahm sie die verletzte Hand, wo ein Lippenstift steckte. „Himmel… selbst stumpfe Gegenstände…“ schüttelt Sina den Kopf und zog den Lippenstift aus der Hand raus. Sina wollte eigentlich die Regeneration ihrer Schwester beobachten, aber das Loch war schon zu.

„Ich beneide dich wirklich Sharlia.“ schaute Sina grinsend ihre Schwester an. „Aber…?“ „Was aber? Du hast so coole Fähigkeiten, du machst dir wegen deinem Suchtmonster Gedanken? Gib mir die Chance, das Problem anzugehen, dass DU die Kontrolle wieder bekommst.

Denn… ich glaube, du wärst wirklich seine tolle Kämpferin. Du sagst, du kannst nichts? Blödsinn, in meinen Augen sitzt hier unbenutztes Potenzial. Sharlia… ich sage es gerne wieder… ich danke dir… dass ich deine Hand halten darf.

Ich hätte es verstanden… wenn du mich verachten würdest, wirklich. Kyllia hat mich aufgeklärt und einige… unserer Schwestern können mich nicht so wirklich ab…“

Nun streichelt Sharlia eine Wange von Sina. „Wenn… ist das nur Kelania. Ich mag… vielleicht die dümmste Schwester von allen zu sein, aber selbst ich… erkenne, dass Kelania Träume hat, die nicht umsetzbar sind.

Bevor… ich den Verstand verloren habe… habe ich noch mitbekommen, dass sie sich mit ihrem Körper hochgearbeitet hätte. Sina… ich weiß, dass… ich vergewaltigt worden bin, ich… wollte es ja. Aber… irgendwie… könnte ich es nicht… Nicht meinen Körper mit fremden… Dämonen schlafen, nur in einer Karriere… aufzusteigen.

Es… hört sich falsch an aus meinen Mund, aber das… ist meine Meinung, auch… wenn ich kein Recht dazu habe…“

„Sharlia, hör auf dich selber klein zu machen. Ab sofort will ich, dass du immer und ewig frei deine Meinung äußerst. Du bist nicht dumm, nur anders, kapiert Schätzchen? Ich werde Kyllia erklären, wie man dich beruhigt, dann ist immer einer von uns da, der dich schnell beruhigen kann.

Wir werden… uns langsam kennenlernen Sharlia. Wir haben Tonnen von Fragen, aber das muss man nicht an einem Tag klären. Die Zeit will ich wirklich nutzen, damit ich meine kleine masochistische Schwester näher kennenlerne.

Du hast doch auch so viele Fragen an mich, die ich gerne beantworten würde. Ich will dir auch meine Verlobte und meine Geliebte zeigen, meine Freunde, einfach alles. Sharlia… wir schaffen das. Wir schaffen es, dein Suchtmonster in den Griff zu bekommen.

Vielleicht wirst du nie wieder normal sein, aber ehrlich? Das macht dich doch geradezu zu einer sehr interessanten Schwester. Bei mir wirst du Entspannung pur erleben. Solltest… du doch eine Folter brauchen, dann wirst du einfach wieder mit Eleanor in einen Raum gesteckt.“

„Die… blasse Frau oder? Ich… kann mich nur erinnern… wie sie einen Löffel genommen hat und… irgendwie meinen Rücken die Haut abziehen wollte…“ grübelte Sharlia.

„Egal, sie wird dein zukünftiger Folterpartner werden. Nur… werde ich sie vorher noch ein bisschen bearbeiten müssen, weil… naja, es sah aus, als wolltest du sie vergewaltigen und hast irgendetwas bei ihr ausgelöst.

Das wird schon, ich habe meine eigenen Talente.“ grinste Sina düster. „Letztendlich… musst du es nur wollen.“

Sharlia nahm nun eine Hand von Sina und drückte sie fest. „Ja… große Schwester.“ lächelt Sharlia schüchtern.

„Würdest… du nach dem gemeinsamen Bad meine Haare flechten wollen?“

„Aber gerne!