Ich bin wiedergeboren und der Lehrer?

Ein neuer Tag bricht an, Kyllia schaut in das Schlafzimmer von Sina… Auf der Matratze sah sie, wie Sina die jüngere Schwester Sharlia in Umarmung im Tiefschlaf hält. Beide waren immer noch im Schlafmodus, so schloss Kyllia die Tür leise wieder zu.

„Und?“ hakte Lisa nach. „Schlafen noch, dabei… machen sie beide ziemlich glückliche Gesichter. Wünschte nur… zu wissen, was Sharlia… fehlt. Sina scheint es ja irgendwie verstanden zu haben. Da… kommt bei mir wirklich die Frage auf…

Wir sind Zwillinge und doch versteht meine ältere Schwester am ersten Tag des Kennenlernens… wo jemandes Problem liegt. Lisa… ich kenne Sharlia von Anfang an und doch… wusste ich nicht, warum sie so geworden ist.

Irgendwie… fühle ich mich… wie eine schlechte Schwester. Ich habe so… einige Wünsche, was ich gerne früher anders gemacht hätte, aber…“ schüttelt Kyllia traurig den Kopf.

Lisa schaute ihre traurige Verlobte an, dann nahm sie sie in den Arm. „Pss… jeder geht anders mit den Geschwistern um… Du weißt doch, wie es bei mir ist. Mit meinen Bruder Acheron komme ich bestens zurecht, bei den anderen… bin ich froh, wenn der Kontakt mehr als nötig ist.

Wir teilen alle das gleiche Blut, aber… wenn wir von Anfang an… gewisse Gedanken bei unseren Geschwistern haben, ist das der Baustein, wie wir mit ihnen in der Zukunft umgehen. Alleine… das du gestern so einen Aufstand um Sharlia gemacht hast, glaube… du willst deiner Schwester das Beste geben, weißt nur nicht so genau wie.“

„Unheimlich… wie gut du mich schon kennst…“ flüstern Kyllia lächeln. „Ich… habe eine Bitte Kyl. Höre sie nur an, aber sag mir nicht deine Antwort, ok?“ löste Lisa sich und schaute ihre Verlobte in die Augen, die ein fragendes Gesicht machte.

„Ich… würde dich bitten, keinen Kontakt mit deinem Vater mehr zu haben. Egal… ob Sina dir es befiehlt oder nicht, aber… Ich kann nicht zulassen, dass er dich wieder fertig macht wie das letztes Mal.“

„Es… war nie mein Herzenswunsch gewesen… ihn zu sehen.“ murmelt Kyllia. „Gut dass du es auch einsiehst. Dachte… ich müsste mehr auf dich einreden, aber wenn du so brav mitmachst, muss ich mir keine Gedanken machen.“ lächelt Lisa zufrieden.

Scheinbar waren gewisse Damen doch lauter als gedacht, dass Sina im Schlafzimmer wach wurde. „Wieso… höre ich Stimmen… dachte… mein Zimmer ist schalldicht?“ grübelte Sina genervt. Sie merkte, dass sie Sharlia immer noch festhielt und seufzte zufrieden. „Wie… können kleine Schwestern nur so niedlich sein…“

Langsam streichelt Sina über den Kopf ihrer Schwester, sie wirkte… so friedlich… frei von ihrer Sucht. Auf einmal blinzelte Sharlia mehrmals und schaute Sina in die Augen. „Hu? Hi?“

„Na Schätzchen? Habe ich dich geweckt?“ grinste Sina. „Scheinbar hast du wirklich kein Problem mit Körperkontakt, dafür dass wir uns erst… gestern kennen gelernt haben?“

„Ja? Du bist doch meine… große Schwester oder nicht?“ war das die offensichtlichste Antwort für Sharlia. „Und… selbst wenn nicht und… wärst eine… böse Frau… ich hätte das auch… willkommen aufgenommen.“

„Ach Sharlia…“ streichelt Sina traurig eine Wange von ihrer Schwester, dabei setzte wieder ihre Illusion ein. „Wir werden das Pferd schon schaukeln, dass… du nicht unbedingt… eine Vorfreude auf irgendwelche Schandtaten haben solltest.“

Sina riss die Decke runter und musste sich kurz strecken. „Hmm…“ betrachtet sie ihre jüngere Schwester genauer… etwas zu genau, die ahnungslos nur einen Fragezeichen auf dem Kopf hatte. *knet, knet*

„Uh…“ stöhnte Sharlia. „Sina… ich dachte…“ „Was? Ich wollte abschätzen, ob dir meine Unterwäsche auch passt, aber irgendwie… sind deine Brüste etwas kleiner. Ja… ich denke, ich weiß was wir heute mit dir alles machen.“ nickte Sina mit sich selber.

Einige Zeit später betrachtet Sina ihre kleine Schwester, die eine schwarze enganliegende Stoffhose samt Hemd trug. „Du bist wirklich sehr schön Sharlia. Das mit dem BH ist nur vorübergehend ok?“

„Ich kann auch nackt gehen, wenn du es wünscht.“ lächelt Sharlia. „Es ist… irgendwie zur Gewohnheit geworden, wenn… du verstehst?“ „Nein, will es ich nicht verstehen.“ schüttelt Sina ihren Kopf.

„Du hast doch auch nackt geschlafen!“ merkte Sharlia an. „DAS ist was anderes, als wenn ich nackt vor Leuten laufe!“ wehrte Sina sich direkt. „Nun lass uns das Frühstück genießen, denn ich will dir einige Leute vorstellen.“

„Und das… ist meine Verlobte Sherry mitsamt Neia, die ich beide liebe.“ stand Sina neben der „Kuh“, während die Blutelfe wieder ihre Wange an der Kuh rieb. Sina hat Sharlia alle Bewohner der Villa einzeln vorgestellt, angefangen mit ihren Kindern, Zwillingsvampiren wie dem Dauergast Nitir und der Drachenfrau.

„Hallo ihr beiden.“ lächelt Sharlia die beiden Frauen an. „Ich hoffe… ich falle euch nicht mit… meiner Anwesenheit zur Last?“

„Nein, ich glaube eher, dass du Sina mehr geholfen hast als ich… in meiner momentanen Gestalt…“ seufzte Sherry. „Neia… du hast die ganz Nacht auf mir gelegen, meinst du nicht…?“ „Ich könnte dein Fell wieder bürsten.“ schlug die Blutelfe vor und Sherry hielt sofort den Mund, nur ihr Kuhschwanz schlug aufgeregt hin und her.

„Musst du eigentlich gemolken werden?“ hakte Sina nach und Sherry schüttelt den Kopf. „Überhaupt nicht. Neia… hat versucht, aber ich trage einfach nur einen Euter.“ fielen die Kuhohren von Sherry leicht runter.

„Aha…? Zu Schade aber auch, dass du den Genuss von Kyllia und Lisa nicht erleben wirst. Es sei denn… nun… Eine Kuh frisst viel Gras oder?“ grinste Sina gemein, dafür schaute Sherry sie mit einem neutralen Gesichtsausdruck an.

„Egal. Sharlia… müsste von dir abgemessen werden, denn… ihre Statur ist tatsächlich etwas kleiner als meine. So sieht eigentlich auch eine normale Sukkubus mit den Flügeln aus.“

„Echt?“ staunte Sharlia und betrachtet ihre Flügel, dann die Flügel von Sina und der anwesenden Kyllia. „Hmm…? Sind eure nicht etwas sehr groß?“

„Es hat ihre Gründe, warum unsere nochmal gewachsen sind.“ erklärte Kyllia, Sharlia schien schon die anderen Körperteile der Zwillinge zu begutachten. „Hmm?“ „Was… noch? Vergiss nicht, dass Sina eher wie ein Mensch am Anfang ausgesehen hat.“ merkte Kyllia noch an.

„Nein, ich wundere mich eher, dass du dicker geworden bist Kyllia.“ hielte Sharlia ihren Kopf schräg. In diesem Moment hätte man auch eine Nadel fallen hören können. Kyllia bekam einen hochroten Kopf und hob ihr Hemd hoch, um ihren Bauch abzutasten.

„Kyllia? Ich warne dich jetzt…. *rumms*“ wollte Sina was sagen, da ist Kyllia auf ihre Schwester geflogen und hat sie zu Boden geworfen. „Kyllia!“ Sina spürte eine ganz große Eifersucht von ihrer Schwester. Ihr Zwilling riss ihr Hemd hoch und tastet den Bauch ab.

„Hey! Ich bin nicht dick!“ drehte Kyllia sich zu Sharlia um, während sie auf Sina sitzt. „Meinst du? Deine Hüften sind irgendwie fülliger.“ meinte Sharlia. „HA?!“ fiel der Mund von Kyllia runter. Sofort tastet sie ihren Hintern ab, wo Lisa bei dieser Aussicht nun wirklich zum Genuss kam… dann schob Kyllia ihre Hände unter Sina´s Hintern runter.

„KYLLIA!“ schrie Sina mit einem roten Kopf. „KLAPPE!“ schrie Kyllia zurück. Sherry und Neia staunten bei dem Theater, selbst Bariel und Suki standen an der Wohnungszimmertür als stille Zeugen.

„Nein, wir sind gleich!“ drehte Kyllia sich wieder zu Sharlia. „Echt? Dann sind es aber eure Brüste!“ war Sharlia sehr überzeugt. Kyllia drehte sich zu Sina und wollte schon die Brüste abgleichen, als Sina die Hände auffing. „Kyllia? Glaubst du nicht, dass Sharlia dich verarscht?!“

„Sharlia doch nicht… Sharlia?“ hat Kyllia sich nochmal zu Sharlia umgedreht und sah nur ihren Rücken und wie der Teufelsschwanz freudig wedelte. „SHARLIA?!“ wurde Kyllia lauter. „Beim dunklen Gott… dass wird die nächste Zeit nicht ruhig sein…“ seufzte Sina, während Sharlia scheinbar ihren Spaß hatte.

Das Frühstück wurde serviert, es ist unter den Schwestern wieder Ruhe eingekehrt. Komischerweise… war es sehr still beim Frühstück, eher beobachten alle Sharlia, die etwas… ungeschickt mit den Fingern isst.

„Sag Schätzchen… wann hast du das letzte Mal Besteck benutzt?“ fragte Sina vorsichtig nach. „Hmm… keine Ahnung? Ich habe eigentlich… glaube… immer aus Schüsseln direkt alles geleckt.“ zuckte Sharlia mit den Schultern. „Sieht man.“ meinte Kyllia trocken.

„Erm… Sharlia?“ fragte Sherry und die Dämonin schaute auf. „Hast… du kein Problem damit, die unterschiedlichsten Rassen vor dir zu haben? Ich meine… Vampire, Elfen, Tiermenschen, müsstest du nicht… Fragen haben?“

„Warum… soll ich Fragen haben?“ hielt Sharlia ihren Kopf schräg. „Ich lebe… glaube ich sehr einfach. Nicht… dass ich kein Interesse habe, nur… ich habe kein Interesse. Ich nehme es so auf, wie es kommt.“

„Überhaupt… keine Ziele?“ hakte Neia nach und Sharlia schüttelt ihren Kopf. „Nein… nicht wirklich. Wenn wollte ich nur gefoltert werden, um die ultimative Lust zu erleben.“ grinste Sharlia nun am Ende sehr merkwürdig.

Während Sharlia abgelenkt wurde, erklärte Sina ihrem Zwilling, was bei Sharlia das Problem ist. Kyllia nickte und stellte es nicht infrage, bis sie am Ende seufzte. „Warum… hat Jillia uns das nicht gesagt… Dann hätten wir Sharlia doch viel früher helfen können.“

„Glaube… das ist auf Sharlias Idee so gekommen. Sie wollte euch nicht zur Last fallen und wird irgendwie… was mit Jillia in dieser Richtung abgemacht haben.“ flüstert Sina. „Aber… trotzdem…“ meinte Kyllia nur.

„Es ist… wie es ist. Arbeiten wir lieber mit dem, was wir aktuell mit Sharlia haben. Wir werden gewisse… Therapiemaßnahmen einleiten müssen und sie werden auch Zeit brauchen. So ist Sharlia normal, aber… wehe sie bekommt eine sehr gefährliche Verletzung…“

„Was… verstehst du bei ihr unter gefährlich?“ mischte Lisa sich ein. „Sie hatte gestern definitiv tödliche Verletzungen gehabt durch Eleanor.“ „Verletzungen, das ihr Suchtmonster aus ihr rauskommt und Theater veranstaltet. Du musst dir folgendes bei Sharlia vorstellen:

Jetzt ist Sharlia ganz normal, der ich mit einer Illusion die Liebe gegeben habe. Sie verhält sich wirklich sehr vernünftig. Doch glaube ich bei unserer Schwester, dass sie eine gespaltene Persönlichkeit hat, die ausgelöst wird, sobald sie mit Schmerzen in Kontakt kommt.

Diese Persönlichkeit war es, die wir alle gestern gesehen haben und… uns scheinbar nicht wirklich erkennt. Zwar gewisse Andeutungen, aber Kyllia hat sie ja nicht so… als Schwester wahrgenommen.“ erklärte Sina sachlich.

„Uh…“ spitzte Lisa ihre Lippen und ihre Augen wanderten zu Kyllia, die wiederum Sharlia beobachtet, wie sie einige Fragen beantwortet. „Und… was ist denn nun der Plan?“

„Für heute?“ grinste Sina breit und schob Kyllia einen Zettel mitsamt einem Ring hin. „In diesem Ring ist Taschengeld für Sharlia. Ich würde dich bitten, dass du mit Sharlia einkaufen gehst, auf dem Zettel ist die Einkaufsliste.

Inventarring, ein Schwert, Kleider, Möbel, einfach… das, womit sie in ein Zimmer einziehen kann. Kyllia hat ja einen guten Geschmack und ich denke… heute ist Kyllia dran mit Sharlia den Tag zu genießen.

Wichtig ist aber… dass musst du vor Sharlia verstecken… ist auf der Liste der letzte Eintrag.“ zeigte Sina mit dem Finger auf den Zettel. Ihr Zwilling liest es sich durch und schien ihr die Zustimmung zu geben, nur… „Zwei… Stoffhasen?“

„Das erkläre ich dir, wenn du sie mitbringst. Ich… hoffe, das meine Idee funktioniert, ansonsten… soll Sharlia nicht alleine im Bett liegen oder? Bei den Kleidern… wenn Sherry nicht dazu kommt, Sharlia abzumessen, du kennst ja unsere übliche Anlaufstelle für Klamotten.“ grinste Sina schief.

„Ah… sag Kyllia, hast du eigentlich die Bindung zu Sharlia? Meine… du hast mir ja was erklärt damals.“ hakte Sina noch nach und Kyllia schüttelt ihren Kopf. „Überhaupt nicht. Wir waren an der richtigen Stelle gewesen, wo das Loch aufgerissen war und Sharlia kam, aber… Weder zu ihr noch zu den anderen hatte ich eine Bindung.“

„Ich hoffe… das repariert sich mit der Zeit und mehr… dass nicht Sharlia diese Bindung zu uns hat, wie wir, sonst sehe ich nur Unheil kommen.“ versuchte Sina zu lächeln, bekam aber nur ein Schaudern. „Oh… ja.“ nickte Kyllia.

„Auch wenn Sharlia meinte, dass sie… nichts so interessiert, versuch ein bisschen die Regeln bei uns zu erklären. Du bist mehr oder weniger ihr Lehrer in der neuen Zivilisation.“ schaute Sina auch Sharlia an.

„Ist ja nicht so, dass ich Bariel die Rassenmagie beibringe…“ seufzte Kyllia. „Aber du hast wirklich einen guten Fang mit Bariel gemacht, denn… sie denkt wirklich seeehr dämonisch.“

„Ich weiß.“