Sin Roswell

Web Novel Deutsch

Kapitel 247

Ich bin wiedergeboren und die Magie der Leere?

„Habe ich es richtig verstanden, dass es eine Götterbestie der Leere geben soll?“ fragte der schmierige Professor.

„Erm… ja. Darf ich fragen wer sie sind?“ fragte Sina, die sich aber schon denken konnte, wer der komische Kauz ist.

„Ah Entschuldigung, wo sind meine Manieren. Ich bin Doktorand dieser Schule, mein Name ist daher Dr. Ruin. Sie… große Flügel, Knackarsch und große Brüste, sind vermutlich die legendäre Lady Sina.“ stellte der Doktor vor.

Eine Zornesader bildete sich auf der Stirn, aber nicht von Sina, sondern von Sherry. „Irgendwie… hörte es sich nach einer sexuellen Belästigung an.“ zuckten die Mundwinkel von Sherry.

„Hmm… blaue Haare, Elfenohren, schmale Statur, kaum ausgeprägte weibliche Formen, sind vermutlich Gräfin Sherry. Ihr Pech soll ja ziemlich berüchtigt sein.“ führte Dr. Ruin vor. Eine Hand packte ihn am Hals und hob ihn hoch.

„Langsam verstehe ich, was Neia damit meinte, dass sie eine Schraube locker haben.“ hat Sina ihn geschnappt. „Erg… lassschne… sie…. misch… losch!“ gurgelt der verrückte Doktor.

„Was machen sie mit Dr. Ruin?! Lassen sie ihn sofort los oder ich rufe die Wachen!“ beschwerte sich die Rezeptionistin. Sina zog den Mann nah zu sich: „Ich gebe ihnen einen guten Ratschlag: Sie hören auf unsere Körper zu betonen und es entstehen keine ernsthaften Verletzungen.“

Dr. Ruin nickte und Sina ließ ihn los, dabei fiel er auf die Knie und rieb sich am Hals. „Und ihr berühmtes Temperament, dass immer Personen dabei darauf gehen habe ich vergessen zu erwähnen.“

„Bei der Göttin, was stimmt mit dem Kerl nicht? Hat eines seiner Leeren-Zauber seinen Kopf getroffen oder so?“ reagierte Sherry erstaunt.

„Aber mitnichten Gräfin Sherry, mit meinen Kopf ist alles in Ordnung, nur habe ich irgendwie den Tick entwickelt, das auszusprechen, was mir gerade im Kopf schwirrt. Wissen sie, Magie ist schon so komplex, aber wenn man sich für ein Element entscheidet, wird es nur noch komplexer.“ erklärte Dr. Ruin.

„Aha… Hoffentlich haben sie die nötigen Informationen die ich über Leere wissen will. Sie gehen mir jetzt schon auf den Keks und ich habe schon für weniger getötet.“ sagte Sina.

„Verstehe verstehe, bitte, wenn sie mir folgen würden? So was sollte man eher… privat besprechen. Nichts gegen meine Kollegen, aber sie suchen immer Gründe, mich irgendwie loszuwerden und diesen Gefallen tue ich ihnen dann doch nicht.“ zeigte Dr. Ruin den Weg.

Die Damen folgten dem Doktor, dabei liefen sie an mehreren Klassenräumen vorbei, wo unterrichtet wurde.

„Wie besteht denn das Interesse für die Leeren-Magie allgemein?“ versuchte Sina ein bisschen das Gespräch aufzulockern.

„Kaum jemand interessiert sich dafür. Die meisten wollen irgendwelche belanglosen Zauber können, um ihre Feinde schnellstmöglich zu töten. Nicht das ich die anderen Magiertypen kritisieren will, aber sind wir doch mal ehrlich.

Je komplexer ein Zauber ist, desto mehr Vorbereitungszeit benötigt man sowie die nötige Mana, dies trifft auf alle Magietypen zu.

Bei… der Leeren-Magie ist es leider der Fall, dass selbst die einfachen Zauber davon sehr kostspielig sind und eher nutzt man die Magie, um unüberwindliche Hindernisse loszuwerden, wie Gräfin Sherry das bei der Verteidigung der Hauptstadt getan hat.

Können sie sich vorstellen, wie mein Herz geklopft hat, als ich es in der Zeitung gelesen habe? Ein Magier setzt Leeren-Magie zur Verteidigung ein!“ berichtet Dr. Ruin und zollte Sherry ziemlich großen Respekt.

„Eh… das war einer der wenigen Zauber, die mir einfielen, gegen diese Masse der Meteore anzukommen, danach bin ich zusammengebrochen.“ murmelt Sherry.

„Tja… das ist das Problem mit der Leere. Bisher habe ich nicht herausfinden können, warum sie eigentlich so teuer ist. Selbst die mächtigsten Dunkel- oder Lichtzauber kann man sogar öfters verwenden.

Aber was ich herausgefunden habe ist, dass Leeren-Magie wunderbar bei der Fusionsmagie mit allen anderen Magietypen harmonisieren. Dummerweise… habe ich niemanden, der für mich die Zauber testen will, nachdem mein letzter Assistent… „verschollen“ ist.

Keine Sorge, vermutlich hat sie sich auf der Welt irgendwohin teleportiert und kommt dort nicht mehr weg.“ lächelt Dr. Ruin. „Aha…“ murmelt Sina.

Dr. Ruin öffnete eine Tür und ließ die Damen rein, was sie als erstes sahen, war ein Chaos vom feinsten… und eine Ziege. „Bääh!“

„Ah… darf ich vorstellen, das ist Liselotte, mein Versuchskaninchen. Bitte versuchen sie meine Unordnung zu… ignorieren, aber tatsächlich ist hier ein System, was nur ich kenne.“ rieb Dr. Ruin den Hinterkopf.

„Keine Sorge, ich kenne jemanden, der kann das toppen.“ meinte Sina und Ronald musste auf einmal bei einem Beratungsgespräch niesen.

„Soo… Götterbestie der Leere. Normalerweise wird ja immer gesagt, dass zu jedem Element eine Götterbestie existieren müsste, aber sollte es dieses Wesen wirklich geben, gehört es mit Abstand zum gefährlichsten Monster.“

„Bedaure, aber ich kenne jemanden, der ist noch schlimmer als diese Götterbestie.“ korrigierte Sina den Doktor und erzählt ihm ihren Stand des Wissens über die verbannten Götterbestien sowie Exos.

„Bei der Göttin, ein Monster, dass alle Magien nutzen kann die existieren? Aber leider muss ich ihnen widersprechen, Leere ist immer noch schlimmer.“ hat sich Dr. Ruin in Ruhe den Bericht angehört.

Irgendwie hat er es bei der Erklärung geschafft, Sitzplätze freizuschaufeln, wo Sina und Sherry endlich sitzen können.

„Hmm… ich hatte Aort als den zweitstärksten eingestuft, weil Leere so gefährlich ist, aber klären sie mich besser auf.“ bat Sina und nun waren die Damen gespannt auf die Erklärung.

„Ganz einfach. Leere verschlingt einfach alles, egal ob es Gegengenstände, Lebewesen, Fähigkeiten oder Magie ist. Wenn der Nutzer… die richtige Stärke hat, gibt es keinen Widerstand und sobald man in dieser… Leere drin ist, gibt es kein Entkommen mehr. Weder für den Körper noch für die Seele.

Soweit ich weiß, gibt es ja Monster, die ganz speziell ein Element vertreten, nehmen wir mal Feuer. Wenn es Feuermagie einsetzt, kostet es ihm nichts oder nur minimal an Mana. Nun stellen sie sich ein Monster vor, das Leeren-Magie nutzen kann, was bisher noch nicht… entdeckt wurde.

Die Schäden wären sehr gravierend, zumal man mit der Leere sogar Raum und Zeit manipulieren kann. Es ist eine gewagte Theorie, aber eine Theorie der ich zustimmen muss, nachdem ich einige Experimente umgesetzt habe.“

„Aber wie kann man gegen die Leere ankommen?“ fragte Sherry, denn bisher wurde nur das bestätigt, was sie selber ahnte.

„Hmm… ich bin kein Kämpfer, aber wenn man gegen die Leere kämpfen müsste, dann nur mit demselben Element. Es könnten zwei Dinge passieren: Entweder die Zauber heben sich gegenseitig auf, aber eher ist es der Fall, dass die Zauber miteinander fusionieren und beide Zaubernde sich verletzten.

Doch… wenn es eine Götterbestie der Leere ist dürfte das Problem sein, dass es eine Immunität dagegen hätte. Also…“ wollte Dr. Ruin weiter erklären, als auf einmal die Tür vom Forschungsraum aufgerissen wird.

„Tach Doc, wo solln wirsche den Spiegele hinstelln?“ rief ein grobschlächtiger Typ, der ein langen Gegenstand mit seinem Kollegen trug.

„Bei der Göttin, könnt ihr nicht anklopfen?! Ich habe Gäste verdammt noch MAL!“ brüllte Dr. Ruin, mehrere Zornesadern bildeten sich auf seinem Gesicht.

„Tschundigung, nu wo soll es hinne?“ wirkte der Mann sehr desinteressiert. „GNRR stellen sie es hinter die Ziege und verschwinden sie!“ verlor Dr. Ruin bald seine Geduld. Die Männer taten es und gaben sich nicht wirklich die Mühe aufzupassen.

Sina und Sherry reagierten erstaunt, dass es solche unhöflichen Menschen gibt, denn Sina hätte das Problem schnell aus der Welt geschafft.

Die Männer stellten den Spiegel wie gewünscht hinter die Ziege, die friedlich ihr Heu futterte. Beim Aufstellen des Spiegels, ist das Tuch heruntergerutscht und die Männer legten es einfach locker darüber.

„Sin dann ma wech näh.“ verabschiedeten sich die beiden Männer und schlossen die Tür hinter sich. Der Doktor brauchte mehrere Anläufe, bis er wieder sprechen konnte.

„Entschuldigung, dass ich ihnen meine… unangenehme Seite gezeigt habe.“ verbeugte sich der Doktor. „Dachte, das haben sie schon längst?“ hob Sherry eine Augenbraue hoch.

„Wo waren wir stehen geblieben? Ah… wenn sie einen Körper hat, der aus Leere besteht, selber auch eine Immunität gegen Leere hat, dann… müsste man Zauber anwenden, das kein Element besitzt.“ rieb Dr. Ruin sich am Kinn. „Aber die gibt es ja leider nicht.“

„Und wie es sie gibt.“ klärte Sina den Doktor auf und zeigte ihm über Illusion den Kampf mit Exos, wo er am Ende Ultima eingesetzt hat.

„Du… heilige… Scheiße…“ fiel dem Doktor nichts besseres ein, aber scheinbar war er nun Feuer und Flamme. „Der Magiertyrann, ich wundere mich, welches Wissen er über die Welt und der Magie haben muss, egal ob er uns auslöschen will oder nicht.

Nun… nüchtern gesagt, aber wenn Exos so einen Zauber benutzt hat, muss es logischerweise auch weitere solche Zauber geben, auch wenn… keine Person sie kennt. Es würde mich nicht wundern, wenn man davon nicht mal in Zauberbüchern oder ähnlichem was finden wird, weil das sind ja mehr oder weniger Zauber, die nur die Götter kennen oder?

Aber… die Göttin gibt ja immer mehrere Hinweise auf die Welt, zwar in ihrer Sprache und… meistens ohne einen Sinn, vielleicht ist es doch möglich… diese Zauber zu lernen, verstehen sie, was ich versuche zu erklären?“

„Nur ansatzweise. Letztendlich gibt es keine Möglichkeit, Aort in irgendeiner Form zu verletzten, solange man ihn mit bekannten Mitteln angreift oder?“

„Das ist leider richtig. Aber seinen Angriffen kann man wenigsten mit Leere mehr oder weniger entgegenkommen wobei… kein Magier auf der Welt hat die nötige Menge an Mana, um diese Götterbestie ins Schwitzen zu bekommen.“

„Meine Freundin hier lernt die Leeren-Magie und versucht, es auf eine Waffe zu übertragen, kann man damit nicht Aort verletzten?“

„Wie gesagt, dieses Monster hat mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine Immunität dagegen. Ihr habt doch Tierra bekämpft oder? Was glaubt ihr, hätte es gemacht, wenn man es mit Feuermagie bekämpft hätte?“

„Nichts wäre passiert.“

„Und so wird es auch mit der Götterbestie der Leere sein… hmmm… Es ist… nur eine Theorie, aber wenn… man es schafft, diese Götterbestie mit einem starken Leerenzauber zu bombardieren, dass es selbst mit dem Zauber mehr oder weniger gezwungen wird, zu fusionieren, dann könnte man es… vielleicht töten, aber…

Die Welt würde bei der Explosion vermutlich dabei draufgehen und dann haben wir alle nichts davon oder?“

„Hm… laut dem Bericht ist sein Gefängnis auf dem Mond…“

„Ein idealer Ort, aber… wir können nicht in der Schwerelosigkeit atmen und kämpfen oder? Wir wissen ja nicht mal, ob diese Götterbestie einen festen Körper hat oder ähnliches. Bedaure… dass ich tatsächlich nicht wirklich weiterhelfen kann außer das man neutrale Zauber kennt wie Exos es mit Ultima getan hat.“

„Sie haben uns wenigsten einige gute Hinweise gegeben, die wir vorher so nicht wussten.“ sagte Sina es freundlich und Sherry nickte.

„Zu gültig… wie wäre es, wenn ich ihnen mein aktuelles Projekt zeige?“ fragte der Doktor aufgeregt. „Hat auch was mit Leeren-Magie zu tun und ich würde gerne ihre Meinung hören, wenn sie es gesehen haben.“

„Erm… gerne? Wobei Sherry kann ihnen eine bessere Meinung dazu sagen, sie ist die Magierin von uns.“

„Schwertmagier wenn schon.“

„Entschuldigung, Schwertmagierin…“

„Wunderbar, kommen sie, ich zeige es ihnen direkt an Liselotte.“ stand der Doktor auf und die Damen folgen ihm. Er hielt einen Abstand zu der Ziege und beide Damen stellten sich neben ihn. Die Ziege schaute sie kurz neugierig an, dann nahm sie wieder ihr Futter.

„Ich arbeite an einem neuen Zauber, der Raum und Zeit krümmen soll. Wenn… es klappt…“ fing der Doktor an zu erklären, dann murmelt er an seinen Zauber.

„Eh… sicher das sie es uns zeigen wollen? Ich meine, ich bringe Pech mit.“ murmelt Sherry, aber der Doktor nickte. „Keine Sorge, der Zauber wurde so von mir konstruiert, dass er sich in Nichts auflösen soll, wenn was schief geht. Habe ich bewusst eingebaut, nachdem mein Assistent verschwunden ist.“

Der Doktor murmelt wieder seinen Zauber und war sehr konzentriert… als die Ziege an der Decke nun kaute, aber keiner konnte es bei der Unordnung wirklich sehen, als die Ziege wieder nach oben blickte.

„So… nun staunt!“ rief Dr. Ruin erregt und ein schwarzer Zauberball flog auf den Kopf der Ziege… als das Pech eintrat.

Die Ziege fand den Geschmack der Decke so lecker, dass sie sich bückte und an dem Stoff zog, so dass der Spiegel frei war.

Der Zauberball wird durch den Spiegel reflektiert und schoss mit einer noch schnelleren Geschwindigkeit zurück… und trifft Sina!

Bevor Dr. Ruin oder Sherry reagieren konnten, löste Sina sich in vielen… Seifenblasen auf, die nun überall flogen. Sherry musste mehrmals mit ihren Augen blinzeln, ob sie gerade geträumt hat, als ihre Laune auf 180°C gestiegen ist.

Sofort drehte sie den Doktor um und packte ihn am Hals. „WAS BEI DER GÖTTIN HABEN SIE ANGESTELLT?!“ schrie Sherry wütend.

Der Doktor war erstaunt, wie stark die Halbelfe war und versuchte sich zu befreien, als sein Gesicht langsam blau wurde und er Zeichen machte, dass er sprechen will. Sherry ließ ihre Hand etwas lockerer, sodass er atmen und reden konnte.

„Erm… wie unerwartet?“

Eine Ader platze und Sherry warf ihn mit ihrer Kraft gegen eine Wand. Dr. Ruin schrie laut auf, als er dagegen knallte. Blut floss von der Stirn runter, so wütend war Sherry noch nie im Leben gewesen.

„Warten sie! Lassen… *hust* sie mich erklären!“

„Dann ohne irgendwelche dummen Kommentare!“

„Erinnern sie sich, als ich gesagt habe, dass Leere Zeit und Raum verändern kann?“

„Weiter?!“

„Diesen Zauber den ich entwickelt habe, sollte es ermöglichen, durch die Zeit zu reisen. Mein Zauber… war perfekt und sollte Liselotte in die Vergangenheit bringen.“

„BITTE?! Und was passiert nun mit Sina?!“

„Erm… sie wird irgendwo… in der Vergangenheit gestrandet sein…“

Kapitel 246

Ich bin wiedergeboren und der verrückte Doktor?

Wieder war es mal Abend und die Sportler waren froh, dass die Monsterhorden diesmal nicht so extrem waren wie früher. Alle saßen im Garten und genossen die Mahlzeit, als Sherry was einfiel:

„Sag Sina, was hast du mit dem Monsterstein von Tierra gemacht?“

„Öhm… daran habe ich bisher nicht gedacht!“ staunte Sina selber über die Frage und kramte im Inventar, da hatte Sina einen rotglühender Monsterstein in der Hand. Sofort wurde es allen sehr heiß, aber sie reagierten erstaunt.

„Wow… der reinste Monsterstein, der dem Element Feuer zu zu ordnen ist.“ sah man die respektvollen Blicke von Neia.

„Ich würde ihn ja herumreichen, aber vermutlich verbrennt sich jeder die Hände.“ grübelte Sina. Sherry versuchte ihre Hand in der Nähe zu halten, aber keine Chance, eher holt sie sich schwere Verbrennungen.

„Was sind deine Pläne mit dem Ding?“ fragte Christoper. Sina holte Blutklinge aus ihrem Inventar und legte sie auf den Tisch.

„Mein Teufelsschwert damit füttern.“ grinste Sina und legte den Stein auf die Klinge ihrer Waffe. Alle schauten gebannt auf das Ergebnis, wie das Katana den Stein zum schmelzen brachte und die Flüssigkeit dann absorbierte.

„War… das jetzt alles?“ fragte Falko vorsichtig und Sina nickte. „Das war alles. Um zu sehen, wie der Monsterstein sich auf meiner Waffe auswirkt, müsste ich es verwandeln, aber dann werdet ihr vermutlich alle unter Feuer stehen.

Das ist der Grund, warum Blutklinge diese Aura´s hat und weswegen ich die anderen Götterbestien früher zumindest jagen wollte um die ultimative Waffe für mich zu erschaffen.“

„Zumindest gehört sie zu den stärksten Waffen der Welt, selbst für lebendige Waffen. Dann wäre noch das Gottesschwert von Sherry und ein paar verlorengegangene Waffen aus der Vergangenheit, die man selbst in Dungeon nicht wiederfinden wird.“ rieb Christoper sich am Kinn.

„Doch was bringt die stärkste Waffe der Welt, wenn der Halter der Waffe nicht stark ist? Ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit und man hat verloren.“ philosophiert Sina. „Was mir einfällt aber… was ist eigentlich aus Zada geworden? Irgendwie habe ich sie komplett aus den Augen verloren.“

„Oh… wo du es ansprichst, aber ich habe sie auch nicht mehr gesehen, als sie zu Ronald gehen wollte. Vielleicht hat sie es sich doch überlegt.“ grübelte Lara.

„Schade eigentlich, sie machte auf mich den Eindruck, als hätte sie kreative Ideen bei Mode und Style.“ war Sherry ein bisschen traurig.

„Ich habe übrigens die starke Vermutung, dass die Vampire ebenso am Turnier teilnehmen werden, Gründe habe ich ihnen zur Genüge gegeben.“ teilte Sina die Information mit und jeder reagiert erstaunt.

„Bitte?! Fällt dir aber früh ein, uns das zu sagen!“ beschwerte sich Melaine auf einmal. „Was willst du denn machen, wenn wir sie als Gegner haben?“

„Ich werde brav zuschauen, was glaubst du denn? Glaub mir, sobald das Training zu Ende sein wird, werdet ihr in der Lage sein, gegen sie kämpfen zu können. Aber vermutlich müsst ihr es selber erleben, so wie ich den Unglauben in euren Augen sehe.

Nochmal, ich sitze auf der Ersatzbank, damit IHR stärker werdet, nicht ICH! Nur wenn ein Gegner kommt, der definitiv meine Aufmerksamkeit hat und meine Kämpferseele danach schreit, komme ich zum Einsatz!“ erklärte Sina.

„Da bin ich ja mal gespannt…“ brummte Falco.

Am nächsten Tag schliefen Sina und Sherry etwas länger, damit sie alleine waren, bevor sie den verrückten Doktor aufsuchen. Beide wurden gemeinsam wach und nahmen dann ihr Frühstück.

„Sag Sina, was glaubst du, was diesmal passieren wird? Alle meine Achtung-Sina-Chaos-Meter-Instinkte schreien förmlich.“ grinste Sherry frech und Sina hob bei dem langem Wort eine Augenbraue hoch.

„Du bist aber ein freches Mädchen, weiß du das? Wieso muss denn immer was passieren, wenn wir gemeinsam was machen?“ fragte Sina.

„Erfahrung? Ich kann an einer Hand abzählen, wie oft was NICHT passiert ist.“

„Wie gemein…“

„Als ob dich das wirklich betrübt, du brauchst doch das Chaos um dich!“ und Sherry streckte ihre Zunge raus.

Sina zog ihre schwarzen Stoffklamotten an, denn irgendwie ist sie tatsächlich von den Kimonos weggekommen. Sie liegen zwar eng an, aber von Sherry mit viel Liebe geschneidert. Ihre Freundin dagegen trug ein blaues Kleid mit Fledermaussymbolen, Batman wäre vermutlich stolz auf sie gewesen.

„Verdammt, siehst du schön damit aus.“

„Ah… danke.“ bekam Sherry rote Wangen.

„Du weißt wo die Stadt legen soll?“

„Ja, interessanterweise liegt… lag sie früher fast an allen Grenzen der Reiche in Alliancia. Aufgrund das diese Stadt in der Lage ist jedem Reich die… Steuern zu zahlen, wird ihre Neutralität sowie Eigenständigkeit akzeptiert und keiner kann der Stadt vorschreiben, was sie zu tun hat.

Sie dürfte neben der einzigen Magierschule der Welt auch die meisten Personen beherbergen, die der Magie mächtig sind. Man könnte ja fast vermuten, dass es eine Magierstadt ist, wie die Stadt aber geregelt wird… dazu habe ich keine Informationen.“

„Dann gibt es vermutlich auch eine Magiergilde oder ähnliches?“

„Offiziell nicht, aber ehrlich? Wundern würde es mich nicht nicht, wenn sie eine Geheimorganisation haben, denn nicht alles Wissen… sollte für alle zugänglich sein, wobei ich selber nicht so genau weiß, welche Magie verboten sein soll?“

„Verstehe. Dann lass uns mal die Stadt aufsuchen und hoffentlich bleibt es wirklich nur bei einem Gespräch, danach können wir ja in der Stadt ein bisschen bummeln gehen.“ lächelt Sina süß.

„Aww… ein Date? Warum nicht?“ freute sich Sherry.

Gemeinsam flogen die Damen in der Luft mit einer Geschwindigkeit, die Sherry wirklich vermisst hat. Sina dagegen bekam das Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht, wieder gemeinsam was mit Sherry zu unternehmen, irgendwie war ihr Sherry-O-Meter leer gewesen.

Es dauerte nicht lange, bis die Damen die Stadt aus der Ferne schon sehen. Scheinbar hat sie sehr viele große Türme mit komischen Formen.

„Sehen aus wie Zwiebeln die Dächer.“ kommentierte Sherry dies und Sina musste ihr zustimmen. Sie umrundeten die Stadt, damit sie einen Überblick hatten.

„Dort müsste die Magierschule sein, sonst kann ich mir nicht erklären, warum sie so hohe Mauern mit magischen Schutzschilden hat.“ zeigte Sherry auf ein großes Gelände. Es bestand aus mehreren großen Gebäuden, die miteinander verbunden waren, dazu ein großes Übungsgelände und eine Arena.

„Na dann lande ich doch mal davor oder? Nicht… das die Schutzschilde für mich ein Problem darstellen werden, aber ich will ja kein Ärger verursachen.“ meldete Sina sich.

Sina suchte nach einem möglichen Eingang und landete mit Sherry auf der Straße. Beide bekamen sofort die Aufmerksamkeit der Bewohner, viele zeigten auf Sina. Aber daran ist sie längst gewöhnt und ignorierte alles.

„Hmm… dann wollen wir mal.“ nahm Sina einen Arm von Sherry und sie gingen zum Tor, wo ein Wächter stand.

„Grüße euch, kann man die Schule einfach so betreten oder muss man sich anmelden?“ fragte Sina, während Sherry sich alles in Ruhe anschaute.

„Erm… sie können sie betreten, müssen sich aber an der Rezeption anmelden.“ schluckte der Wächter, denn er wusste sofort, wer die Frau vor ihm war.

„Wunderbar, ich nehme an, wir müssen die Straße einfach geradeaus gehen?“

„Das ist richtig.“

„Ich bedanke mich. Komm, dann lass uns die Schule genauer anschauen.“ zog Sina Sherry mit sich. Die Wache schaute den Damen noch hinter her und fragt sich, ob es ein gutes oder schlechtes Omen ist, wenn diese Frau erscheint.

Die Damen sahen mehrere Schüler, die ihre Magie auf Attrappen zaubern oder andere, die mit ihrer Magie andere magische Dinge verrichten.

„Wow, alleine beim zuschauen würde es mich schon reizen, mich in dieser Schule anzumelden, aber wenn ich ehrlich bin, habe ich doch den weltbesten Lehrer oder?“ lächelt Sherry.

„Dazu das du sehr klug bist und dir viele Zauber selber beigebracht hast, würde es mich nicht wundern, wenn die Schule dich als Lehrerin abwerben würde, selbst mit deinem Pech.“

„Nah… besser nicht. Ich glaube nicht, dass ich eine gute Lehrerin wäre, weil ich mehr eine praktische Person bin und Theorie nicht wirklich vermitteln kann. Außerdem will ich meine Zeit lieber mit dir verbringen.“

„Nun… wenn du wirklich in der Schule was lernen willst, können wir auch in der Zeit solange in dieser Stadt wohnen, wenn das Problem mit den Götterbestien geklärt ist. Für uns spielt die Zeit keine Rolle mehr so wirklich.“

„Wow, das würdest du für mich tun?“


„Ich würde sogar für dich die Welt erobern, wenn du sie willst.“

Eine große rosa Wolke bildete sich um den Damen, während sie sich verträumt in die Augen schauten, als auf einmal ein Feuerball auf sie zuflog. Einer der Schüler ist durch das Pech von Sherry ausgerutscht und schoss seinen Zauber in die falsche Richtung.

„Ladys! Bringt euch in Sicherheit!“ schrie einer der Lehrer, aber die Sorge war unbegründet, als ein Flügel von Sina den Ball einfach in die Luft schleuderte. Danach gingen die Damen verträumt weiter. Den Schülern als auch den Lehrern fielen die Kinnladen herunter und sie trauten ihre Augen nicht.

„Danke für dein Angebot, aber ich will nur dein Herz. Die Welt, was soll ich damit?“ lächelt Sherry mit roten Wangen.

„Das hast du doch schon längst.“ grinste Sina, beide haben den Feuerball ignoriert und sorgten für weitere Gesprächsthemen in der Schule. Nicht das Lady Sina ihnen unbekannt war, aber das die Magie einfach so weggeschlagen werden kann, wirft dann doch ein paar Fragen auf.

Irgendwann kamen die Damen im Hauptgebäude an. Eine kleine Rezeption mit einer älteren Dame wurde sofort gesichtet und sie gehen darauf zu.

„Willkommen in der Schule der arkanen Künste, wie kann ich ihnen helfen?“ lächelt die Rezeptionistin professionell, auch wenn man den Schweiß auf ihrer Stirn sehen konnte. Sie selbst hat nämlich Lady Sina ebenso erkannt.

„Mein Name ist Lady Sina und das ist meine Freundin Gräfin Sherry. Ich wünsche ein Gespräch mit Dr. Ruin, er wurde mir empfohlen.“ kam Sina direkt auf den Punkt, als Sherry ihre Wangen aufblies, dass Sina ihren Titel bei der Vorstellung mit geäußert hat.

„Erm… Dr. Ruin? Sind sie sicher?“ fragte die alte Dame erstaunt.

„Ja, Dr. Ruin. Neia, die Elementarmagierin hat ihn mir persönlich vorgeschlagen, weil er ein Spezialist für Leerenmagie ist.“ nickte Sina, während sie Sherry grinsend beobachtet.

„Nun… er ist in seinem Forschungsraum, aber… er schätzt es nicht wirklich Gäste zu haben. Wenn sie keinen Termin haben, kann ich sie leider nicht durchlassen.“ schwitze die Dame.


„Können sie sich mit ihm in Kontakt setzten?“

„Erm ja?“

„Dann sagen sie ihm, dass es eine Götterbestie gibt, dessen Element die Leere ist und seine Hilfe benötigt wird. Mir selber sind keine Monster bekannt, die überhaupt dieses Element besitzen.“ meinte Sina.

„BITTE?! Erzählen sie doch keine Märchen, als ob es so eine Götter…“ wollte sich die alte Dame beschweren, aber die Blicke von Sina und Sherry zeugten von großer Ungeduld.

„Einen Moment…“ stand die ältere Dame auf und ging in ein Nebenzimmer. Sina und Sherry warten einige Minuten, als auf einmal ein Mann auf sie zugerannt kam.

Es war ein sehr blasser dürrer Mann mit schmierigen langen, braunen Haaren, der einen langen Laborkittel trug. Dabei trug er einen langen Ziegenbart und seine Brille war so dick, dass seine Augen schon gigantisch wirkten.


„Eine Götterbestie der Leere?!“

Kapitel 245

Ich bin wiedergeboren und die kommende Schiffsreise?

Am nächsten Tag lag Kyllia bewusstlos vor der Eingangstür. Sina kippte ihr einen Eimer mit eiskaltem Wasser über und Kyllia schrie laut auf.

„VERDAMMT! Hast du es verlernt, wie man jemanden normal weckt oder was?!“ kam direkt die Beschwerdewelle von Kyllia.

„Auch dir einen guten Morgen. Hoffentlich… weißt du es zu schätzen, dass es nur dabei blieb, wieder nach Hause zukommen.“ grinste Sina.

„Gn…“ hielte Kyllia sofort ihren Mund, denn wenn sie so überlegt, hätte es auch viel schlimmer ausgehen können für sie.

„Ich habe dein… „Training“ nochmal ein bisschen angepasst. Es werden noch weiter Monster erscheinen, aber etwas geregelter, wir verstehen uns?“

„Natürlich… große Schwester…“

„Ihr solltet nicht so gemein zu eurer Schwester sein Herrin. Sie wollte auch nur das beste für unsere Leute oder?“ nahm Suki Kyllia in Schutz.

Verwundert schaut Kyllia hoch und musste ihre Augen schützen, so sehr strahlte Suki. „Habe… ich was verpasst? Du bist ja komplett wie ausgewechselt.“ wundert sich Kyllia.

„Hm… nein nicht wirklich. Hauptsache, es geht euch gut und wir können weiter unser Training angehen.“ überlegte Suki kurz. „Aber dank deiner großen Schwester geht es mir tatsächlich viel besser… und meinen Freunden hier natürlich.“

„Verstehe…“ murmelt Kyllia in sich hinein. „Lass den Kopf nicht hängen. Geh dich direkt duschen, damit du deinen „Duft“ los bist, dann geht das Training wieder weiter nach dem Frühstück.“ nickte Sina zufrieden.

Aber die Atmosphäre war… nicht gerade freundlich, als die Sportler Kyllia wieder sahen. „Beim dunklen Gott… ja, ich bin schuld daran, dass uns die ganze Zeit die Monster angegriffen haben. Es tut mir leid, aber ich wollte noch ein bisschen mehr aus euch herausholen, damit alle zum Finale kommen werden!

Ja, ich wollte ganz bewusst, dass ihr alle die Fähigkeit „Unbewaffnet“ hoch levelt, denn der Körper ist auch eine Waffe. Man sollte daher nicht unbedingt… Potenzial ungenutzt lassen!

Nein, ich hätte euch nicht sterben lassen, sondern wirklich in aller letzten Moment eingegriffen, aber bei so einer großen Gruppe hättet ihr vermutlich auch eine Götterbestie mit bloßen Händen umbringen können!

Es tut mir leid…“ flüstert Kyllia am Ende und schaute auf den Boden.

„Wenigsten bereust du deine Tat. Deine Gründe… kann man jetzt nicht unbedingt abstreiten, aber du solltest wirklich überlegen, von welchem Niveau du das angehst.

Wir sind nicht so stark wie du. Ich kann mir nicht mal vorstellen, was du im Dunkeln alles für Monsterhorden bekämpfen musstest, wenn du einen kompletten Flascheninhalt an dir kleben hattest… und ich will einen Stoffhasen als Entschuldigung!“ sagte Neia.

„Eh… ok?“

„Solltest ja mehr als genug Monstersteine in deinem Inventarring haben, den ich dir geschenkt habe. Die gibst du einfach in der Gilde ab und bekommst dafür Geld, den Rest… darfst du selber erledigen.“ gab Sina einen Hinweis.

„Wie lange können wir eigentlich noch trainieren?“ fragte Thomddir dies berechtigt Melaine, die schwarze Augenringe hatte. Keiner traute sich zu fragen, was ihr passiert ist, aber alle haben den starken Verdacht, das Suki… ihre Finger im Spiel hatte.

„Noch drei Wochen, dann müssen wir los. Aber wir nehmen nicht den Verbindungstunnel, sondern eine Schiffsfahrt. Mein… Kontaktmann hat sich gemeldet und wird uns mit seinem Schiff so nah wie möglich an unseren Zielort bringen.

Ich habe mich bewusst für diese Reise entschieden, weil der Tunnel vermutlich so dermaßen voll sein wird, dass man sogar damit rechnen muss, dass wir uns verspäten könnten. Natürlich… könnten Sina, Kyllia und Rubina uns rüber fliegen, aber ich hatte den starken Verdacht, dass ich auf eine Wand knallen werde mit dem Vorschlag.

Die Kosten sind gedeckt und eine Schiffsfahrt tut unserer Seele vermutlich auch ganz gut, bevor unser Körper anstrengenden Kämpfen ausgesetzt wird. Diesmal werden uns keine Heiler, wie es bei unserem Turnier der Fall war, zur Verfügung gestellt, sondern jede Gruppe muss auf ihre… Art ihre Verletzungen regeln.

Wir haben halt den Vorteil, dass beiden Teams ein fähiger Heiler zur Verfügung steht. Neia und Sherry, sollten aber auch Vorbereitungen planen, dass… sie beide eventuell sogar ausfallen könnten, wenn ihr versteht was ich meine.

Tja, ansonsten werde ich den Rest während der Schiffsfahrt und vor Ort erklären, solange sollte unser Kopf vor unnötigen Sorgen frei bleiben. Suki könnt ihr zwar auch fragen, aber… bei unserem Gespräch gestern… kam zu Tage, dass ihr doch einige Informationen fehlen, nichts für ungut.“ erklärte Melaine.

„Und… weswegen hast du nun solche Augenringe?“ traute Thomddir sich doch zu fragen, aber… „Wir haben uns ausgesprochen und ich habe ihr meine Meinung ins Gesicht gesagt, was sie nicht so toll fand, aber das bleibt ja diesmal unter uns, nicht war Mela?“ lächelt Suki.

„Ja… natürlich.“ nickte Melaine panisch ihren Kopf. Nun ließ jeder seine Fantasie im Kopf arbeiten, was… bei dem Gespräch noch zusätzlich passiert ist.

„Mela? Das freut mich, dass eure Freundschaft wieder gerettet worden ist.“ kommentierte Sina es grinsend. „Hm… dann werde ich übermorgen mit Sherry diesen Dr. Ruin aufsuchen, damit wir auch ein paar Informationen sammeln können.“

„Eh? Bist du dir sicher?“ fragte Sherry und Sina nickte. „Aber natürlich, der Feind wartet doch nicht extra nur für uns oder?“

„Hmm… ich warne dich jetzt schon mal, aber… Dr. Ruin hat eine Schraube locker. Entweder du verstehst dich mit ihm oder auch nicht. So eine Person ist er halt. Aber dafür wirst du keinen besseren Magier finden, der sich so in die Materie von Leere vertieft hat wie Dr. Ruin.“ meinte Neia.

„Dann lasse ich mich doch einfach überraschen oder? Das ist eine Magierschule oder? Warum gibt es so viele Magier, die ihre Magie sich selbst beibringen müssen?“ grübelte Sina.

„Das liegt daran, dass es eine Privatschule ist. Hast du Kontakte oder das nötige Geld, steht dir die Schule zur Verfügung. Dummerweise lernt man wirklich sehr viel als Magier dort, so dass man nicht argumentieren kann, dass es für alle offen sein soll.

Mit den Geldern finanzieren die Lehrer ihre Projekte, denn manchmal benötigt man nicht wenig Geld um etwas… zu bekommen, zum Beispiel an bestimmte Gegenstände oder Studien zu finanzieren.

Ich wurde mal angeworben, ebenso als Lehrer zu arbeiten, aber ich hatte kein Interesse daran, zumal mir es irgendwie… damals nicht geheuer war, irgendwelche verzogenen Kinder oder Adelige zu unterrichten.“ erklärte Neia.

„Werde ich denn einfach so durchgelassen oder muss ich… etwas nachhelfen?“ hakte Sina nach, denn wenn es eine Privatschule ist, helfen Kontakte nur bedingt.

„Vermutlich rollen sie sogar für dich den Teppich raus, wenn eine so berühmte Person kommt, egal ob es spontan ist oder nicht. Du machst auf jeden Fall Werbung für die Schule… naja, wenn sie halt heil bleibt oder?“ grinste Neia.

„Möchtest du etwas andeuten?“

„Ah nein…“

Das Training ging wieder weiter, nur Sina bliebt zu Hause. Sie fummelt wieder an ihrem Ring, in der Hoffnung, nochmal mit ihrem Vater sprechen zu können.

„Sina?“ kam wieder die Stimme ihres Vater, der Dämonenkönig Mephisto.

„Hallo Vater, ich hoffe, ich störe dich nicht?“ grüßte die Prinzessin Sina.

„Ich bin schwer am überlegen, wie ich diesen Schwachkopf vor mir töten soll. Er hat mir eine schlechte Nachricht geschickt und nun muss er leiden!“

„Zieh ihm doch die Haut ab, steck ihn in einen kochenden Kochtopf rein und lass ihn zu Tode brutzeln. Die Aktion dauert zwar ein bisschen, aber… das dürfte ja in deinem Sinne sein, da du langsame Tode versprichst oder?“

„Wusste ja nicht, dass du dich in diesem Bereich ebenso auskennst. Aber das müsste die kreative Ader in dir sein.“

„Wie geht es meinen Schwestern?“

„Keine Ahnung, aber ich habe mich an den Schwur gehalten und sie selber entscheiden lassen, wer wohin will. Meldest du dich extra deswegen bei mir?“

„Hm… nein. Ich wollte testen, ob ich weiterhin einen Kontakt zu dir bekommen kann. Kyllia ist ja richtig süß und so, aber manchmal… brauche ich jemand anderen aus der Familie, mit dem ich sprechen kann.“

„Ah… verstehe? Ist für mich jetzt ein bisschen überraschend, dass du eine Schulter brauchst, vor allem bei mir?“

„Beim dunklen Gott, ich will mich nicht ausweinen, sondern einfach mal ein bisschen… unterhalten. Übrigens, Kyllia meinte sie wären nur 14 Schwestern, aber ich weiß genau, dass ich 15 hatte.“

„ … Nicht… jeder hat das Glück oder Pech zu überleben.“

„Du verschweigst mir doch was oder? Wie ist sie denn gestorben?“

„Keine Ahnung. Calligus hat mir in dem Bericht mitgeteilt, dass eines der Versuchskaninchen verstorben ist, aber du kannst dir ja denken, wie sehr mich das interessiert hat.“

„Ja… bildlich sogar. Ich vermute, dass der Krieg weiterhin ein fester Bestandteil bleibt bei deinem Plan?“

„Mehr denn je. Die Nervensägen, die ich loswerden will, brauchst du nicht mit einem Frieden zu kommen, die kennen dieses Wort nicht mal.“ knurrte Mephisto.

„Ich verstehe das nicht. Du bist doch der Dämonenkönig, deine Entscheidung ist doch absolut. Wie können sie dir dann solche Probleme machen?“

„Weil es zu einem Bürgerkrieg kommen wird. Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit werde ich den gewinnen, aber… dann kann ich auch gleich unsere Rasse zur Auslöschung anbieten. Das Problem hatten die früheren Dämonenkönige halt nicht gehabt. Wie denn auch, wenn sie sofort die Welt angegriffen haben.

Nein, da müssen wir beide sie so sehr manipulieren, dass sie selber den Gedanken entwickeln, warum wir überhaupt einen Krieg wollen. Im Gegensatz zu meinen Vorgängern habe ich den Krieg nämlich nicht ausgesprochen noch begründet.

Ich lasse sie einfach machen, wie es ihnen beliebt, denn ich rechne fest damit, wenn Alliancia vier beschworene Helden zur Verfügung stehen, dass sie eine blutige Nase bekommen werden.“

„Hm… weil von meiner Seite aus kann ich direkt einen Waffenstillstand bringen, verstehst du? Dann würde nicht mal ein Dämon sterben müssen.“

„Das ist gut, aber hilft trotzdem nichts, dass sie weg müssen.“

„Argh… dann wundere dich bitte nicht, dass ich ein paar von ihnen umbringen muss. Die Abenteurer werden sich aus dem Krieg enthalten, aber aufgrund meiner vielen Positionen muss ich meine Stellung halten.“

„Tue das was nötig ist.“

„Wusstest du, dass eine Dämonin aus der Vergangenheit mit einem beschworenen Held gegen eine Götterbestie gekämpft hat?“

„Bitte?!“

„Ah… scheinbar nicht…“ Sina erzählte ihrem Vater die Geschichte, die sie bereits in Erfahrung bringen konnte.

„Davon höre ich zum ersten Mal und mir ist keine Dämonin namentlich bekannt, die so offen gegen ihr Volk rebelliert hätte wie in deiner Geschichte.“

„Was… mir einfällt, aber… habe ich eigentlich eine Mutter?“

„Tut mir leid, aber das kann ich dir nicht sagen.“

„BITTE?! Wieso nicht?“

„ … Du und deine Schwestern teilten alle unterschiedliche Mütter, aber für das Projekt… mussten sie alle ihr Leben lassen, damit Calligus und seine Leute die Modifikationen an euch umsetzten konnten.“

„Ich hoffe aus tiefsten Herzen, dass dieses Projekt nie wieder gestartet werden muss. Soviel Elend nur um ein Ziel zu erreichen.“

„ … “

„Vater, gibt es eine Möglichkeit, dass du dem dunkeln Gott sagen kannst, dass ich ein Gespräch mit ihm suche? Du hast zwar erwähnt, dass du dich selber verzaubert hast, aber ich glaube immer noch, dass ein Gespräch mit dem dunklen Gott eher zu erreichen ist, als mit der Göttin.“

„ *seufz* Du bist keine Schöpfung von ihm, deswegen wird ein direktes Gespräch mit ihm nicht möglich sein. Sobald der Krieg stattfindet, werde ich… deine Bitte vortragen und vielleicht ergibt sich eine Möglichkeit, dass du mit ihm reden kannst, aber vorher nicht.“

„Immerhin etwas… Sag… kannst du irgendetwas gegen Gedankenlesen machen? Exos konnte meine Gedanken ohne Probleme lesen und mir fällt keine Idee ein, wie ich das verhindern kann.“

„Gedankenlesen über Magie. Ich weiß nicht mal, mit welchem Element man überhaupt anfängt, diesen Zauber einzusetzen. Sicher das es nicht eine Fähigkeit ist?“

„Selbst wenn es dann eine Fähigkeit wäre, so muss ich trotzdem verhindern, dass er in meinen Kopf reinschaut, meinst du nicht auch? Dabei weiß ich nicht mal, ob er die Gedanken so liest oder auch an mein gesammeltes Wissen ran kommt, denn das macht diese Sache umso gefährlicher.“

„Wenn… das eine Götterbestie der Magie ist, wird es nicht viel bringen, auch mit Magie zu kontern. Vielleicht sollte ich selber Überlegungen anstellen, ob ich diesen Zauber nicht einfach entwickeln kann, dann sollten die Gegenmaßnahmen einfacher sein, wenn man die Struktur kennt.

Wobei ich mir die Götterbestie allgemein immer noch nicht so richtig vorstellen kann, obwohl du zwei von ihnen erschlagen hast.“

„Sie sind stark genug, dass sie auch dich zu Fall bringen können, wenn du nicht aufpasst. Das kann ich dir garantieren.“

„Hm… und doch erschlägt meine Tochter zwei von ihnen. Wärst du dann stärker als ich?“

„Glaube… das ist ein Gespräch was ich nicht wirklich fortführen will, weil ich es selber nicht wissen will.“

„Das denke ich auch so. Ich bin froh, dass ich diesmal ein… etwas friedlicheres Gespräch mit dir führen konnte, das letzte… mussten einige Dämonen dafür leiden.“

„Ah… nicht mein Problem.“ meinte Sina noch und merkte, wie die Verbindung sich auflöste. „Puh… damit sollte ich ein bisschen weniger Stress in der Zukunft haben.“ murmelt Sina mit sich.

Aber die Zukunft hat andere Pläne für Sina…

Kapitel 244

Ich bin wiedergeboren und die Veränderung bei Rubina?

Am Abend kamen die Sportler, wie Edwin es gemutmaßt hatte, wieder zurück. Suki half Edwin beim kochen, während Sina vor der Haustür ihre Gäste empfing. Alle waren erstaunt, das Sina da stand und wollten direkt ihre Fragen stellen, aber…

Sina hielt ein Fläschchen hoch und starrte Kyllia lächelnd an, die nun einen üblen Schweißausbruch bekam und lieber woanders sein möchte.

„Kyllia? Kann es sein, dass… du das Sportprogramm etwas… geändert hast hm?“ lächelt Sina, aber jeder kannte „dieses“ Lächeln von Sina, etwas was Konsequenzen hatte.

„Ja… ein bisschen…“ gab Kyllia zu, während die anderen sie nun fragend anstarrten. „Ihr wurdet in den letzten Wochen ununterbrochen von Monstern angegriffen oder? Dabei dachtet ihr bestimmt, dass Sherry´s Talent daran schuld ist aber…

Diese Flüssigkeit in der Flasche enthält Duftstoffe, die Monster anlockt. Diese hat Edwin in eure Klamotten getröpfelt, als er sie gewaschen hatte im Auftrag von Kyllia. Nun rechnet selber zusammen, wie viele Personen ihr seid, die nun diesen Lockstoff in den Hemden hatten, zusätzlich das Talent von Sherry.

Das war niemals mein Plan gewesen, euch in Lebensgefahr zu bringen. Nun, Kyllia, möchtest du dazu was sagen?“ lächelt Sina.

„Tja… ich wollte ihnen helfen, noch ein paar Levels zu machen, denn das hilft ja auch bei deinem Training.“ schaute Kyllia weg, als sie die vorwurfsvollen Blicke bekam.

„Wegen dir sind wir beinahe öfters gestorben!“ beschwerte sich Neia sofort. „Was sollten wir alles in letzter Zeit mit unseren Fäusten töten… Orks, Oger, Steingolem, Goblins… die Liste ist verdammt lang! Dabei haben wir sogar Monster getötet, von denen ich nicht mal wusste, dass es sie überhaupt gibt!“

„Nun… dafür bist du vermutlich die erste Magierin, die einen Ork erwürgt hat. Wie hoch müsste deine Fähigkeit „Unbewaffnet“ sein für so eine Tat?“ murmelt Thomddir grinsend, dieses Bild kann er einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommen.

„Level 4 und ich will darüber nicht nachdenken! Dabei habe ich die ganze Zeit Sina für dieses Training verflucht, aber nun höre ich, dass es nicht mal ihr Plan war?!“ warf Neia dem Zwerg einen Todesblick zu.

„Aber die Gegend um Fanfoss und zu den anderen Gebieten war noch nie so sicher wie jetzt.“ nahm Lara ihre Ausbilderin leicht in Schutz.

„Wir haben ihre Kadaver auch eingepackt, aber ich glaube, die Gilde wird uns verfluchen, wenn wir alle Monstersteine abgeben.“ „Genau, woher beziehen wir eigentlich das Gold?“ wunderten sich Mio und Tio.

„Das ist alles egal. Kyllia kannte meinen Plan und hat ihn geändert, so was hat seine Konsequenzen, wenn ich nicht bei der Planänderung einbezogen werde.“ ging Sina zu Kyllia.

„Erm… mach jetzt nichts Unüberlegtes!“ versuchte Kyllia sofort Abstand von Sina zu nehmen, aber man entkommt der Heldin der Dämonen nicht.

„Keine Sorge, ich hatte den ganzen Tag Zeit gehabt, was deine Strafe sein wird.“ erwischte Sina ihre Schwester. Sie öffnet die Flasche und schüttelt sie komplett auf Kyllia, dann schnappte Sina den Schwanz ihrer Schwester.

„Morgen bist du natürlich wieder da.“ warnte Sina noch ihre Schwester. „Wa… was soll das?!“ staunte Kyllia, als sie mit dem Duftstoff benässt worden ist. Auf einmal wird sie wirbelnd um Sina gedreht, so schnell, dass man Kyllia nicht mehr erkennen konnte und dann ließ Sina sie in eine bestimmte Richtung los.

Die Sportler versuchten noch hinterher zu schauen, aber sie sahen im Himmel nur noch einen Stern, dann war Kyllia weg.

„Nun soll sie ihre eigene Medizin schmecken. Mal schauen, was für Monsterhorden sie angreifen werden, wenn man die komplette Flasche abbekommt.“ lächelt Sina noch weiterhin, dann verbeugte sie sich vor ihren Freunden. „Es tut mir leid, was meine kleine Schwester euch da angetan hat.“

„Erm… die Monster können ruhig weiter kommen, aber nicht so im extremen Maße wie in der letzter Zeit.“ meinte Louis. „Bitte?!“ traute Neia ihre Ohren nicht.

„Sei doch ehrlich. Auch ohne unseren Status zu kennen, wir haben bisher alle Monster mit unseren Händen und Füßen getötet. Sollte man uns in dem Turnier entwaffnen, wird der Gegner sein blaues Wunder erleben.“ grinste Christoper.

„Vor allem wenn du deine Gegner als Magier ohne Magie besiegen kannst, wäre es für den Gegner die schlimmste Erniedrigung, die er erleben könnte.“ fügte Melaine hinzu.

„Ach macht doch was ihr wollt…“ gab Neia auf, aber man sah sie schon schmunzeln, als Rubina fröhlich aufschrie! „Suki!“

Alle drehten sich um und sahen Suki in der Eingangstür stehen, weil sie bei dem Krach nachschauen kam. Rubina rannte direkt auf sie zu und umarmte sie mit ihren Kräften, während man ein leises „Uff“ von Suki hörte.

„Ja, ich bin auch wieder da.“ strahlte Suki. Das war für die Sportler nun die größte Veränderung. Als sie Suki zuletzt gesehen haben, war sie todunglücklich gewesen, nun strahlte Suki wieder voller Leben, mehr als zuvor.

„Wow… welche Magie du auch benutzt hast Sina, aber Respekt.“ brummte Falco, während die anderen ihm zustimmten. Die Bewohner der Villa kamen auf Suki zu gestürmt, als Rubina sie fragte: „Wie geht es dir?“

„Gelevelt.“ antwortet Suki mit einem Pokerface. Nun hob jeder eine Augenbraue bei der Antwort hoch, als Suki wieder lächelt. „Mir ging es noch nie besser dank der Herrin.“

Sherry war bei Sina, die einen Arm zufrieden von ihr nahm. „Ich habe dich ganz doll vermisst, aber das ist es mir wert, wenn ich Suki so strahlend sehe.“

„Ich glaube, ihr habt alle gewisse Fragen. Warum geht ihr euch alle nicht vorher waschen, denn… ich habe euch allen was wichtiges zu sagen.“ hörte man einen gewissen Ernst von Suki. „Es… ist mir wichtig.“

„Ok? Das können wir natürlich machen.“ sagte Mel, die ahnte, was vermutlich für ein Gespräch kam.

Gesagt getan, zum ersten Mal gab es richtigen Stress, wer zuerst die Badezimmer nutzen durfte, als Sina mit einem Papierfächer um die Ecke kam. „Ich kann verstehen, dass ihr ungeduldig seid, aber…“ schlug Sina mehrmals mit dem Fächer auf ihre Hand. „Wir wollen doch nicht die Disziplin vergessen oder?“

Währenddessen prügelt sich Kyllia mit extrem vielen Monstern, dass sie keine Chance hatte, auch nur der Villa näherzukommen. Sina könnte schwören, dass sie ein leises „Neeeeiiiinnnnn“ schreien gehört hat.

Dann war es soweit, alle waren im Wohnzimmer und warten gespannt, was Suki ihnen zu erzählen hatte. Sie trug ihre normale Hausdienerin-Uniform, das gewohnte Bild von Suki.

„Ich möchte… mich in erster Linie Entschuldigungen, dass ich euch unnötige Sorgen gemacht habe, die überhaupt nicht nötig waren.

Lady Sina… hat auf ihre charmante Art und Weise geschafft mit mir zu reden, dass ich eigentlich mit euch über alles reden kann, jeder hat seine Vergangenheit, was auch irgendwie stimmte.“ begann Suki.

Die Katzenfrau sagte es mit traurigen Augen, aber der Ernst in ihrer Stimme war weiterhin erhalten geblieben.

„Ich war…“ fing Suki mit der Geschichte aus ihrer Kindheit an zu erzählen, die gleiche Version, die auch Sina zu hören bekam. Alle lauschten Suki, sie konnten sich bildlich vorstellen, wie Suki als Kind war und wie die Geschichte weiterging.

Es war dann fast schon Nachts, als Suki mit der Geschichte zu Ende war. „Das… ist meine Geschichte.“

Es war eine Stille im Wohnzimmer, alle mussten die Geschichte verarbeiten, als Rubina als erstes aufstand und zu Suki ging.

„Suki… nein… Mama, du kannst nichts dafür, was passiert ist. Nun bist du hier und hilfst mir oder?“ hatte Rubina feuchte Augen. Das war für Suki ein richtiger Schock gewesen und ließ ihren Tränen freien Lauf.

Rubina umarmte Suki und gab ihr bestes, ihre Kräfte zu kontrollieren, dass sie Suki nicht wehtat. „Mama… dank dir… kann ich, glaube ich nun selber Entscheidungen treffen oder? Du hast mir beigebracht, dass man die Vergangenheit nicht verändern kann und das jeder seine Gründe hatte bei gewissen Entscheidungen.

Die hat man dir aber… irgendwie nicht gegeben, sondern du wurdest gezwungen. Wenn… es dir hilft, aber ich verzeihe dir.“ sagte Rubina es auf kindliche Art und Weise.

Selbst Sina musste staunen, wie sehr Rubina sich verändert hatte, konnte aber nicht verhindern, dass selbst ihr eine paar Tränen aus den Augen kamen.„Ja, Rubina hat sich in der Abwesenheit ein bisschen entwickelt.“ flüstert Sherry Sina ins Ohr, hatte aber selbst weinende Augen.

Für Suki war es aber scheinbar zu viel, dass sie auf ihre Knie ging. Es waren nicht Tränen des Trauerns, sondern… des Glücks.

„Vermutlich hat Sina es dir schon gesagt, aber sollte dein Vater oder jemand aus deinem Clan dir was antun wollen, muss er erstmals an uns vorbeikommen.“ sagte Mel.

„Wie kann man dir das antun? Sind sie so dumm oder so?“ „Genau, deine Clanleute verhalten sich ja wie Monster aus der Vergangenheit!“ fügten die Zwillingsvampire hinzu.

„Auch wenn wir uns noch nicht solange kennen, aber… ich bin froh, dass du deine Geschichte erzählt hast.“ lächelt Lara.

„Ich spreche jetzt mal für die Abenteurer, aber… dein leckeres Essen, deine Stärke… ich kann und werde nicht deine Vergangenheit kritisieren. Du wurdest als Kind in etwas… abscheuliches rein gesetzt und hast nur dein Leben verteidigt.

Du hast meinen… unseren größten Respekt, dass du nun so bist, wie du bist. Ich kann nur sagen, danke für dein Vertrauen.“ sprach Neia für alle anderen.

Suki hörte sich alles an und nickte, aber bekam kein Wort heraus, während die Tränen bei ihr endlos fielen. Rubina gab ihr… bestes sie zu trösten, aber man sah ihr an, dass sie damit überfordert ist. Melaine kniete sich auf einmal neben Suki und rieb ihren Rücken zum Trost.

„Hoffe… das du nun nicht mehr so gemein zu mir bist, aber… auch ich werde weiterhin an deiner Seite stehen, nur… ohne eine Waffe am Hals oder so.“ grinste Melaine.

„Es… tut mir leid… was ich dir angetan habe.“ murmelt Suki. „Ich wollte einfach… nichts mehr mit meiner Vergangenheit zu tun haben…“

„Das wollen die meisten von uns nicht so wirklich, aber… leider hat das Schicksal manchmal andere Pläne parat, öfter gegen unseren Willen. Aber du bist eine starke Frau und du hast Freunde hinter dir, die werden dir helfen.“ lächelt Sina.

„Es… tut mir leid, das nächste Mal… sage ich es direkt, wenn ich irgendwelche Sorgen habe!“ lächelt Suki nun mit verweintem Gesicht. „Aber Rubina… es ehrt mich zwar, dass ich für dich deine Mutter geworden bin… aber vermutlich bist du viel älter als ich es bin.“

„Nein, du bist Mama!“ war der Entschluss von Rubina. „Du hast… mich vermutlich nicht gemacht, aber du bist die Person, die sich um mich kümmert.“

„Hm… das lässt sich nicht abstreiten.“ lächelt Suki.

„Dann hätten wir Melaine doch nicht foltern brauchen.“ murmelt Lara ganz leise, aber Suki bekam es mit. „Hmm? Was habt ihr mit Melaine gemacht?“

„Ah… nichts. Wir hatten nur ein Gespräch gehabt, aber das war es auch schon gewesen.“ versuchte Melaine das Thema zu wechseln.

„Wir haben sie solange gekitzelt, bis sie dein Geheimnis verrät, damit wir dir helfen können, sollte… Sina es nicht schaffen, aber scheinbar war es eine unnötige Aktion.“ meinte Mel.

Suki drehte sich zu Melaine und lächelt sie… etwas „anders“ an. „So?“

„Danke auch Lara…“ ahnte Melaine nichts gutes.

„Eh!?“

Gaaaannnzzzz woaaaaannderrrsssss…

„Hilfeeeeeeeeeee!!!!“ kämpfte Kyllia immer noch ihren Weg nach Hause durch.

Kapitel 243

Ich bin wiedergeboren und Suki wird stärker?

Über eine Woche sind Suki und Sina von den anderen getrennt. Kyllia´s Gruppe wird immer extremer trainiert, ohne das Sina das eigentlich wusste. Daher fluchen sie im geheimen immer wieder über den Trainingsplan von Sina.

Suki bekommt nun ein persönliches Training von Sina. Die verlorene Stadt wurde längst von den Untoten befreit und von den Knochenwürmern aus dem Knochenfriedhof trauten sich auch keine weiteren mehr raus zu kommen.

Die Augen von Suki wurden verbunden und Sina greift sie immer bewusst mit einem langen Stock an. Bei dieser Art von Training geht es vor allem, die Selbstbeherrschung im Kampf zu weiterhin zu behalten, während der Gegner angreift.

Am Anfang hatte Suki große Probleme gehabt, bis Sina ihr einen kleinen Trick beigebracht hat. Nun kann sie mit den Dolchen ohne Probleme den Stock von Sina angreifen.

„Katzen haben ein sehr gutes Gehör, besser als von jedem Menschen oder Dämonen auf der Welt. Du hast ja immer wieder betont, dass dir in der Villa fast nichts entgeht, nun setzten wir das in einem Kampf ein.“ erklärte Sina, die um Suki herumläuft.

Die Katzenfrau schweigt, damit sie sich konzentrieren kann und die Schritte sowie die Luftbewegungen zu orten die Sina verursacht.

„Das ist nur der erste Schritt. Sobald du die Grundlage beherrscht, gehe ich in die nächste Stufe. Es ist sehr… unwahrscheinlich, dass es im Turnier so ruhig bleibt wie wir es gerade haben.“ fügte Sina hinzu und schlug wieder zu.

Suki wich den Schlag aus und zerstörte etwas weiches. Ihre Dolche wurden stark gelevelt und mit der Zeit haben sowohl die Dolche als auch Suki das gleiche Level.

„Doch… wie hört man die richtigen Geräusche? Wenn dein Gegner ein Schreihals ist, wäre es kein Problem, aber betrachten wir das mal nüchtern: An diesem Turnier werden nur Veteranen teilnehmen und weiterkommen.

Ich wurde so gedrillt, dass ich meine Gegner blind und gehörlos bekämpfen soll. Das heißt jetzt nicht, dass ich das sofort umsetzen kann, aber ich habe für mich den Trick herausgefunden, dass man über Echos seinen Gegner finden kann.“ erzählte Sina weiter, dann kam der nächste Schlag nach Suki.

Wieder wich Suki den Stock aus und zerstörte wieder ein weiteres Stück vom Stock. „Sina… was genau wollt ihr mit dieser Aktion bewirken?“ fragte nun Suki.

„Ganz einfach, solltest du so einen Kämpfer haben wie Christoper, der mit vielen Tricks um die Ecke kommt, will ich, dass du als Anführerin alles kontern kannst. Aber das ist nicht alles. Ich will dein geheimes Talent, dass du von… deiner Mutter geerbt hast, fördern.

Bevor du jetzt sauer oder traurig wirst, hör mich vorher an. Ich habe deiner Geschichte gelauscht und wunderte mich, inwiefern man… die Schwachstelle eines Gegners sieht. Man müsste die komplette Anatomie eines Lebewesens kennen, aber was ist, wenn diese Person eine Rüstung trägt?

Selbst ich könnte das nicht, zumal ich diese Person vermutlich komplett zerstöre, aber wie in deinem Fall mit einem gezielten Dolchtreffer den Gegner ausschaltest?

Ich vermute daher, dass es ein geheimes Talent sein muss. Das ist es, was ich aus dir rausholen will, dass ist es, was dich vermutlich nochmal stärker machen wird.

Deinem Bericht nach bis du eher ein Kämpfer, wo du nach deinem Vater kommst, aber warum kombinierst du nicht einfach beide Stile?“

Suki nahm die Augenbinde ab und schaute Sina mit leicht traurigen Augen an. „Sina… auch wenn ich das verstehe, aber… der Kampfstil von meiner Mutter benötigt ein spezielles Training, dass selbst ich nicht kenne.“

„Nicht schlimm, deswegen habe ich Überlegungen angestellt, WIE man dieses Talent aus jemanden herausbekommt.“

„Was… soll ich eigentlich machen, wenn ich auf meinen Vater treffen sollte?“

„Das kann ich dir nicht sagen, aber du kannst auf eines sicher sein. Wir stehen hinter dir und wenn du ihn… nicht ruhig stellst, werden wir das wohl machen. Ist nur die Frage, wer das von uns machen wird.“

„Mein… Vater ist… nicht umsonst der stärkste Kämpfer aus dem Clan. Vielleicht wurde er besiegt und ein Nachfolger hat seinen Posten eingenommen, aber…“

„Daran glaubst du nicht. Nun, ich wiederhole mich gerne wieder, wir stehen hinter dir. ER kann dich anschreien, anstarren, was auch immer, aber letztendlich ist es seine Schuld, dass es überhaupt zu diesem Desaster damals gekommen ist.

Wenn er wirklich der Stärkste aus deinem Clan war, dann hätte er ohne Probleme dieser Tradition entgegenkommen können, aber dein Vater hat sich mit deiner Mutter für einen Weg entschieden und das ist die Konsequenz, so hart es sich auch anhört.

Sollte dein Vater jemanden die Schuld zuschieben, dann sollte er sie bei sich selber suchen. Keine Eltern, die ihre Kinder lieben, würden so einen Weg gehen, wie es bei dir der Fall war. In meiner alten Welt gibt es Eltern, die stellen ihren Glauben über die Kinder, ihre Hobby´s und ähnliches, aber… dort kann man von keiner wahren Liebe zwischen Eltern und Kindern sprechen.“

„ . . . Ich werde mein Bestes geben, dass mein Team bis zum Finale kommen wird, egal wer unser Gegner sein wird.“

„Das hast du schön gesagt, dann lass uns nun etwas ernster kämpfen!“ holte Sina zwei große Äxte aus dem Inventar heraus. „Finde mein Schwachstelle!“

„Eh?! Warte…“ wollte Suki noch zurufen, aber da griff Sina schon ihre Freundin an. Die Katzenfrau war nur noch beschäftigt auszuweichen mit den schweren Fesseln.

Es vergingen weitere Tage…

Sina griff wieder weiter Suki an, die der Erschöpfung nahe war, als… sich die Vorahnung bei Sina zeigte, dass Suki ihre Dolche ihr ins Herz rammte. Sofort verhinderte die Dämonin die drohende Gefahr und beendete den Kampf.

„Sina… ich glaube… ich habe deine Schwachstelle für einen kurzen Moment gesehen!“ keuchte Suki schwer, aber erstaunt, dass es scheinbar doch zu Resultaten führte.

„Oh ja, das glaube ich nämlich auch. Hast du irgendeine Fähigkeit freigeschaltet?“ ließ Sina es sich nicht anmerken, wie knapp die Geschichte eben war.

„Ich… bin mir nicht sicher? Du hast doch verboten, dass ich meinen Status anschauen darf.“

„Hrm… ok, du darfst dir alles anschauen, aber du sagst den anderen nicht, welche Fortschritte du erzielt hast.“ erlaubte Sina es ihrer Freundin und sie tat es. Sina wusste nicht, dass jemand ein so glückliches Gesicht machen konnte wie Suki, die ihre Attribute und Fähigkeiten anschaute.

„Sina?! Alle meine Werte sind ja dermaßen in die Höhe geschossen, dass sie schon fünfstellig geworden sind! Selbst meine Fähigkeiten… ah…“ war Suki zuerst glücklich, als sie scheinbar was gefunden hat.

„Ich habe die Fähigkeit „Schwachstellen entdecken“, damit wäre ich selber nun auch eine Mishoi, aber eine Anfängerin.“

„Das ist doch wunderbar! Auch wenn… ich immer noch nicht so genau weiß, was die Fähigkeit ausmacht mit richtiger Kampferfahrung, so sollten wir das gezielt trainieren. Bevor du jetzt in Scham und Trauer fällst…“ sagte Sina und schaute in den Augen von Suki.

„Es ist DEINE Fähigkeit. Nicht von deiner Mutter oder Vater oder irgendwelchen Vorfahren, sondern DEINE, ok?“

„Danke… du weißt wirklich, wie man jemand aufmuntern kann. Ich… werde mir deine Worte zu Herzen nehmen.“ lächelt Suki, wird aber von Sina spontan umarmt. „Du bist zu süß für diese Welt!“

Sherry musste während des Kämpfens auf einmal niesen und wich damit einen Kopfangriff eines Ogers aus. „Wieso… werde ich auf einmal eifersüchtig?!“

„Dann werden wir mal schauen, dass du noch ein paar Level mehr bekommst, dann reisen wir zurück.“ sagte Sina es nach der Umarmung, wo Suki ein roten Kopf hatte.

„Ist das eigentlich für dich auch eine Art Training? Von allen bist du ja mehr oder weniger… nun… du bist bei den normalen Trainingsstunden dabei gewesen, aber bei mir musstest du dich vermutlich stark zurückhalten oder?“

„Macht dir mal keine Sorgen, ich wusste, warum ich meine Äxte gezielt zu den Übungen genutzt habe. Ich hoffte nämlich, dass ich den nächsten Meistertitel freischalten kann.“ grinste Sina.

„Aber… ich dachte, ihr kämpft nur mit euren Katanas?“

„Das stimmt, aber ich will mehr Möglichkeiten freigeschaltet haben gegen Exos. Je… mehr Fähigkeiten auf die ich zurückgreifen kann, desto schwieriger sollte es selbst für den Spinner werden, obwohl er Gedankenlesen kann.“

Eine weitere Woche verging, als Sina und Suki wieder vor der Monstervilla landeten. Es war gegen Mittag und die „Sportler“ waren noch unterwegs gewesen.

„Seid gegrüßt Herrin Sina. Die anderen sind noch unterwegs nach Saifa oder auf dem Rückweg? Nicht schlimm, sie werden Abends wieder da sein. Eure Schwester treibt sie wirklich zur Höchstform.

Wenn man nicht eine gewisse Routine hat, dürften selbst Vampire wie ich daran sterben vor Erschöpfung, so unglaublich sich das anhört.“ grüßte Edwin die beiden Damen.

„Saifa?! Was stellt meine Schwester denn mit denen an, selbst die Dämonen übertreiben das nicht.“ staunte Sina nicht schlecht.

„Eh… ok? Dann ist es auch nicht „eure“ Idee, dass ich die Sportklamotten mit Duftstoffen versetzen soll, damit Monsterhorden eure Leute während des Trainings angreifen?“ fragte Edwin vorsichtig nach, aber der unglaubwürdige Blick, den Sina eben zeigte, beantwortete schon alles.

„Wer… hat dir das denn aufgetragen?“ hakte Sina freundlich nach, aber Edwin als auch Suki spürten die kommende Wärme. „Sina, beruhig dich!“ kam direkt der Versuch von Suki, ihre Herrin zu beruhigen.

„Erm… Kyllia gab mir die Fläschchen. Ich sollte immer nach dem Waschen ein paar Tropfen rein setzen, damit die Sportler auch ein paar Fähigkeiten aufleveln sowie ihre eigenen. Ich war wirklich im Glauben, das wäre eure Idee.“ antwortet Edwin nüchtern.

„Warum glaubt eigentlich jeder, dass ich hinter jeder bösen Tat stecke oder es meine Idee sein könnte…“ war Sina nun traurig, die Hitze nahm wieder ab.

Sowohl Suki als auch Edwin schwiegen, sie wollten so eine Frage nicht beantworten wollen, auch wenn Sina es in der Vergangenheit öfter zu hören bekam.

„Gibt es sonst etwas zu berichten, bevor ich Kyllia schnappen werde?“ traute Sina sich fast nicht zu fragen.

„Nichts… besonderes. Vermutlich werden sich nur die anderen Gäste freuen, wenn sie Suki wieder sehen werden.“ antwortet Edwin nach langer Zeit.

„Eh… wieso war da jetzt so eine Pause?“ wundert sich Suki, selbst Sina fand es komisch. „Wusste nicht, wie ich es besser in Worte fassen sollte. Lassen sie sich einfach überraschen.“ lächelt Edwin.

„Dann warten wir mal auf heute Abend und was Kyllia mir zu sagen hat.“ lächelt Sina nun ebenso, aber es war wieder das Lächeln, was Folgen hatte.

„Oh…“

Kapitel 242

Ich bin wiedergeboren und die Folter des Kitzelns?

Am nächsten Tag wurde Sina wach und musste direkt ihre Augen schützen, weil Suki so vor Energie strahlte.

„Guten Morgen Sina, ich war so frei gewesen und habe uns Frühstück gemacht. Scheinbar hattet ihr doch einen festeren Schlaf gehabt.“ grüßte Suki glücklich.

„Ah… morgen. Scheinbar habe ich wieder meine alte Suki.“ murmelt Sina noch verschlafen. Ihr taten ein bisschen ihre Flügel weh, weil sie gegen die Wand gedrückt waren.

„Und ich werde sie auch wieder bleiben. Übrigens, ich habe meine Dolche Blitz und Donner getauft. Nachdem Frühstück werde ich das Spezialtraining angehen, so wie ihr es geplant habt Sina.“

„Ah, das freut mich. Das Training geht solange, bis du alle Untoten aus in dieser Stadt getötet hast, dazu trägst aber auch du die Fesseln. Wir wollen doch nicht, dass deine anderen Attribute vernachlässigt werden.“

„Verstehe, was werdet ihr in der Zeit machen?“

„Uff keine Ahnung? Mir ging es in erste Linie nur um dich, aber hätte eigentlich erwartet, dass ich… ein bisschen mehr Zeit brauchen werde, bist du dich mir öffnest. Vielleicht werde ich ein bisschen herumfliegen und nach anderen Monsternestern suchen.“

Die Damen unterhielten sich noch ein bisschen bei dem Frühstück, dann ging wie besprochen Suki auf Untotenjagd mit ihren Fesseln. Sina hat endlich ihr eigenes Fernrohr und beobachtet, wie die Katzenfrau ohne Probleme in der Menge ihr Werk nachgeht.

„Hoffe, dass ich mich zurückhalten kann, wenn ich ihren Vater treffen sollte. Wieso… sind alles so wunderbare Personen in meiner Nähe mit solch schlimmen Schicksalsschlägen betroffen…“ dachte Sina traurig.

Währenddessen…

Die Abenteurer werden nun nicht mehr durch die Stadt laufen, sondern sind nun auf dem Weg zur Brücke des Schicksals. Tatsächlich haben sie es ohne großes Genörgel akzeptiert, als Kyllia dies verkündet hat.

Sherry übernahm die Führung, weil sie den Weg kannte, obwohl er sich durch die Erdbeben von Titanus verändert hat.

Im Geheimen hat Kyllia die Fesseln wieder schwerer gemacht und ist sogar einen Schritt weitergegangen. Sie hat Edwin eine Flasche gegeben, die er in der Kleidung der… Sportler benutzen soll.

Es war nämlich ein Duftstoff, der Monster anlockte. Nea reagierte schon ziemlich empfindlich, wusste aber nicht warum. Als sie alle draußen waren, dauerte es nicht lange, als schon die ersten Orks angerannt kamen.

„Eh? Sherry?“ kam direkt der Vorwurf. „Tötet sie, aber ohne Magie oder Waffen!“ kam der knallharte Befehl von Kyllia. Tja… die Orks waren schnell Geschichte, aber es dauerte nicht lange, bis schon die nächsten Monster angerannt kommen.

„Sherry, kannst du bitte deinem Pech sagen, dass wir trainieren wollen?“ nörgelt Falco, während sie mit ihren Fäusten die neuen Orks umbringen… was scheinbar ziemlich kreativ aussah, wenn man keine Erfahrung ohne Waffen hatte.

„Irgendwie… ist das doch extremer als sonst?“ wundert sich selbst Sherry. Am schlimmsten trifft es ja nur Neia, weil sie überhaupt nichts ausrichten kann. Dann kam es, wie es kommen musste. Sherry´s Talent und der Duftstoff in der Kleidung lockte scheinbar auch einen großen Schwarm von Flugmonstern an.

Wenn man sie beschreiben müsste, sahen sie wie riesige Wespen aus, aber kombiniert mit einem Skorpion. „Kyllia… bitte, lass mich Magie benutzen, die Viecher sind giftig!“ flehte Neia direkt.

„Nö. Nun macht weiter.“ lächelt Kyllia freundlich die Magierin an. Die Schadensfreude konnte man an ihrem Gesicht überhaupt nicht übersehen.

Am Abend kamen alle mehr oder weniger schwerst erschöpft zurück. Die vielen Wunden konnte man an ihren Körpern nicht übersehen. „Ho? Scheinbar habt ihr euch auf eurer Reise ein bisschen wehren müssen.“ kommentierte Edwin es mit einem neutralem Gesicht.

„Ein Monsterschwarm nach dem anderen hatte die armen Sportler angegriffen, aber keiner ist gestorben und morgen geht es weiter.“ nickte Kyllia zufrieden.

„Wer ist eigentlich nun schlimmer? Sina oder Kyllia?“ murmelt Christoper dies zu Falco und Louis. „Ehrlich? Ich würde mich nicht wundern, wenn es alles die Idee von Sina ist und Kyllia setzt es nur um…“ brummte Falco.

„Hoffentlich geht es Suki wieder besser. Man konnte es ja nicht übersehen, dass es ihr schlecht ging.“ meinte Mel.

„Macht dir keine Sorge. Sina kümmert sich nun um sie und macht sie nebenbei so stark, dass wir hinterher hinken.“ beruhigte Sherry sie.

„Glaubst du? Suki kann auch ein ziemlicher Sturbock sein, auch wenn man es ihr nicht ansieht.“ grübelte Melaine laut.

„Du scheinst sie doch länger zu kennen, kannst du uns nicht irgendetwas sagen?“ hakte Lara nun nach, die anderen starrten sie nun ebenso an.

„Er… Entschuldigung, aber ich kann euch leider nicht hey! Was habt ihr vor?!“ wollte Melaine ablehnen, weil sie die Drohung von Suki kannte, als Mio und Tio sie an den Armen packten. Sie zogen sie mit in den Garten und sie wird auf den Boden gelegt.

Man konnte sagen was man wollte, Melaine gab ihr Bestes sich zu wehren, aber scheinbar machte sich das Training bemerkbar und die Vampirzwillinge haben nun eine Stärke, dass die Wolfsfrau nichts mehr machen konnte.

Lara zog die Schuhe aus und hielt einen Fuß. „WAS HABT IHR VOR?!“ fragte Melaine panisch, während Lara nur eine Feder aus dem Inventar herausholte und sie freundlich anlächelt.

„Wir wollen gerne wissen, warum Suki so todunglücklich ist.“ antwortet Rubina. Nun war Melaine erst recht erstaunt, dass das Drachenmädchen solche Fortschritte gemacht hat und sich um andere Sorgen machte.

„Also?“ lächelt Lara. „Ich… kann es euch nicht sagen, sonst bringt mich Suki um!“ versuchte Melaine ihren Standpunkt zu erklären, aber…

Die grausamste Folter für Melaine begann, als Lara nun die Feder über ihren Fuß streicheln ließ. Melaine versuchte noch am Anfang sich zu konzentrieren, aber es dauerte nicht lange, dann musste sie gezwungener weise lachen.

„H… Hi… ha ha ha… HILFE!“ versuchte Melaine irgendjemanden um Hilfe zu bitten, aber die anderen Abenteurer waren irgendwie bewusst nicht im Garten, sodass nur Lara,Mel,Mio,Tio und Rubina anwesend waren.

Sherry wusste von dem Plan, aber hielt sich bewusst heraus, weil sie lieber aus dem Mund von Suki hören wollte und Nea war in ihrem Zimmer.

Gut eine halbe Stunde später wurde Melaine gebrochen… wortwörtlich. Sie lag schwer atmend auf dem Boden mit einem roten Gesicht. „Bitte… ha… ich… kann… ha… nicht mehr…“

„Dann sag uns endlich was los ist. Wir werden uns schon was einfallen lassen, damit Suki dich nicht umbringt.“ sagte Lara dies.

„Suki… wurde aufgrund dämlicher Traditionen in ihrer Kindheit gezwungen, ihre eigene Mutter zu töten und anschließend vom Clan verbannt. Ihr Vater hat sie von sich abgestoßen und wollte sie töten, aber der Stammesältester gab Suki drei Tage Zeit, aus Batzien zu verschwinden.

Ich… war bei der Aktion dabei, unwissend worum es geht, nur das Suki einen Todeskampf mit einem Wertiger hatte, der ihre Mutter war. Mein… Vater erklärte mir, dass es eine sehr alte Tradition war, um die Geister, die sie immer um Rat fragen, wieder gehörig zu machen und Suki das Opfer sei.

Aber… scheinbar war es nicht einfach nur so daher gesagt, dass Suki das talentierteste Kind im Dorf gewesen sei. Nachdem Kampf habe ich mich sofort um sie gekümmert und wollte sie mit einem Wolf aus Batzien in Sicherheit bringen…

Leider kam ihr Vater und hat meinen Wolf getötet, mich geohrfeigt und von Suki fortgeschafft. Ich musste mir einen dummen Blödsinn von meinen Vater anhören, dass es sich nicht gehört, sich in andere Clans einzumischen und ähnliches.

Was mich aber glücklich machte war, dass Suki irgendwie ihren Willen gefunden hat, aus Batzien zu entkommen. Ich kann nie… nie vergessen, wie leer ihre Augen waren nachdem Kampf. Noch schlimmer als Louis ohne seine Emotionen.

Dann habe ich sie aus den Augen verloren, zumindest am Anfang. Viele Jahre später habe ich sie in der Stadt, wo der Verbindungstunnel war, als Hausdienerin gefunden. Ich traute meinen Augen nicht und habe sie zur Rede gestellt.

Wer auch immer sich um sie gekümmert hat, in Suki war wieder Leben in den Augen zu sehen. Diese Person verdient meinen größten Respekt, ein verlorenes Kind wieder aufzubauen. Leider… war Suki nicht so erbaut gewesen, mich zu sehen.

Nun kennt ihr die Geschichte von Suki und bin ehrlich gespannt, wie ihr sie aufhalten wollt, mich nicht zu töten, denn ihr Clan ist berühmt für die Kunst des heimlichen Tötens, ähnlich wie Meuchelmörder oder Attentäter dies sind.“ berichtete die Wolfsfrau nun die Vergangenheit von Suki.

„Mama…“ flüstert Rubina auf einmal und eine Träne fiel von ihrem Gesicht. Die anderen Zuhörer waren ebenso erstaunt, dass die fröhliche Suki so eine schlimme Kindheit hatte. Dabei ist sie nicht mal wirklich alt, sondern vermutlich die jüngste Dame in der Monstervilla.

Mel umarmte Rubina zum Trost, während die Vampire das noch verarbeiten müssen. „Sei ehrlich, was passiert, wenn Suki in Batzien ankommen wird?“ fragte Lara nun.

„Keine Ahnung… aber du kannst dir sehr sicher sein, wenn ihr Clan mitbekommt, dass sie auf dem Kontinent ist oder sogar am Turnier teilnimmt, dass sie versuchen werden, sie zu töten. Ich glaube zwar… nicht an einen Erfolg, denn dazu müssten sie alle erst an euch vorbeikommen, aber…

Wie wird Suki das verarbeiten können? Wenn sie so bleibt, wie sie jetzt aktuell ist, wird sie vermutlich zusammenbrechen vor Sorge.“ teilte Melaine es nach kurzer Überlegung mit.

„Sie gibt sich stark vor, damit wir uns keine Sorgen um sie machen, aber ihr kennt sie definitiv besser und länger als ich. Suki wird wohl viel Unterstützung brauchen, damit alleine der Aufenthalt in Batzien für sie erträglich ist.“

„Ach man… warum behält Suki das für sich? Gerade sie müsste doch wissen, dass wir uns um sie kümmern werden, sowie Suki sich um uns kümmert.“ meinte Mel.

„Aus Angst, dass ihr sie verstoßen könntet. Vermutlich würde sie es kein zweites Mal überstehen können. Es nagt ihr unheimlich, dass sie ihre Mutter töten musste, unwissend wer der Wertiger eigentlich damals war.“ vermutet Melaine.

„Glaube, wir werden sie wohl mehr oder weniger dazu zwingen, ihre Geschichte zu erzählen und dann ins Gesicht sagen, dass es unbegründete Sorgen sind.“ „Genau, wie können wir eine so tolle Freundin einfach so abstoßen!?“ sagten die Vampirzwillinge dies mit ernsten Augen.

„Hm… besser wir warten ab, wie Suki ist, wenn sie von dem Spezialtraining zurückkommt. Glaube, dass Sina sie auf ihre Weise dazu bringen wird, auf freiwilliger Basis ihre Geschichte zu erzählen und sie anschließend ausschimpft, dass ihre Sorgen unnötig waren.“ grübelte Lara.

Suki und Sina mussten auf einmal beide gleichzeitig niesen, während sie ihr Mahl in der zerstörten Burg nahmen. „Da redet jemand von uns!“ sagte Sina und Suki nickte zustimmend.

„Wenn ihr nun alles geregelt habt… ich würde gerne den Garten für das Abendessen nutzen wollen.“ meldet sich auf einmal der Vampirbutler.

„Wir haben alles geregelt. Danke das du uns alles erzählt hast Melaine.“ bot Lara der Wolfsfrau eine Hand an.

„Ihr hättet mich doch bis zum nächsten Morgen gekitzelt, damit ich es euch erzähle…“ murmelt Melaine.

„Das kommt der Wahrheit ziemlich nahe. Suki ist für uns eine wichtige Freundin und das wir zu solch einem Schritt gehen, sollte dich überzeugt haben oder?“

„Ich kann Suki dafür nur beneiden…“

Kapitel 241

Ich bin wiedergeboren und die traurige Vergangenheit?

Sina flog mit Suki ins Land der Toten, genauer gesagt, zu der Burg wo der Kampf gegen den Lichkönig stattgefunden hatte. Die Katzenfrau war während des Fluges relativ still gewesen und machte auch keine Anzeichen, ob sie irgendwelche Ängste oder Probleme wie Lara es hat.

Dann war es soweit, Sina landete vor dem zerschnittenen Torgitter und die Untoten, die das Massaker damals überlebt haben, kommen schon angeschlichen.

„Töte die Nervensägen, ich muss eben das Gitter… „flicken“.“ befahl Sina und Suki nickte. Sie nahm ihre Dolche und schritt geschmeidig zu den Zombies sowie Skeletten und machte sich ans Werk.

Währenddessen überlegte Sina, wieso sie es so kompliziert machte und zerstörte mit der Fähigkeit „Schockexplosion“ den Torbogen komplett, so dass der Eingang der Burg nicht mehr betreten werden konnte. Über dem zerstörten Eingang wurde von Sina ein neuer „Eingang“ mit ihrer Blutklinge geschnitten.

„So, damit haben wir unser Nachtlager gesichert, die Untoten dürften damit unsere Zuflucht nicht betreten können.“ nickte Sina zufrieden. „Ok, du kannst kommen Suki!“ rief sie dies zur ihrer Freundin.

Suki tötete noch ein paar Untote und kam wie eine Ninja ohne Probleme neben Sina zum Stehen. „Was… genau soll ich denn für ein Training machen?“ wunderte Suki sich die ganze Zeit schon.

„Sobald wir drinnen ein Zimmer für uns gefunden haben, werde ich es dir erklären.“ teilte Sina es geheimnisvoll mit. Es dauerte nicht lange, da fanden sie ein Zimmer mit Fenster das relativ unbenutzt und leer war. Das Zimmer ließ sich einfach verteidigen und sie hätten notfalls einen Fluchtweg und ein weiterer Vorteil, es war in der Nähe des Eingangs.

Sina holte aus ihrem Inventar zwei Betten und alles nötige für eine längere Übernachtung, während Suki ein bisschen die Burg erkundet. „Hier hat die Herrin gegen die starken Gegner gekämpft?“ dachte die Katzenfrau unterwegs.

Später war Suki wieder im Zimmer und musste staunen, was Sina daraus gezaubert hat. „Her… Sina, ich nehme an wir werden wohl ein bisschen länger hier bleiben oder?“

„Das ist richtig. Da du wieder da bist, können wir besprechen, was ich mit dir vor habe, aber vorerst…“ kramte Sina in ihren Inventar und holte zwei große Kisten heraus.

„Der Inhalt der Kisten gehört dir. Du warst und bist mir immer eine große Hilfe in der Villa gewesen, ohne dich wäre ich aufgeschmissen. Das ist mein Dankeschön für dich.“ lächelt Sina.

Erstaunt nahm Suki die Kisten und stellte sie auf den runden Tisch, den Sina ebenso mitgebracht hat. Vorsichtig wird die erste Kiste geöffnet und darin waren zwei weiße Dolche mit wunderschönen schwarzen Griffen dran.

Zwischen den Klingen und den Griffen war scheinbar eine Fassung eingebaut worden, aber leer gelassen worden. Die Schneide scheint extrem scharf zu sein. Auf der Unterseite der Dolche las Suki einen kleinen Text:

„Für meine loyale Freundin Suki.“

„Herrin…“ bekam Suki nun doch nasse Augen und schaute Sina an. „Ich habe dir doch gesagt, dass du mich beim Namen nennen sollst oder?

Diese Dolche gibt es kein zweites Mal auf der Welt, die wurden aus den Zähnen von Tierra geschliffen, was laut Brandrulim fast die Nerven gekostet hat. Die Griffe die du hältst sind eine Kombination aus Knochen und Leder, ebenso von Tierra. Damit hast du die schärfsten und stärksten Dolche aus einer Götterbestie.“ erklärte Sina. „Du solltest die andere Kiste ebenso öffnen.“

Suki tat dies und drin waren zwei leuchtende Steine, die scheinbar in die Fassung ihrer Dolche passen könnten. „Wenn du dich erinnerst, bekam ich sie von Lisa. Mit diesen Edelsteinen kannst du deine Dolche zu einer lebendigen Waffe verwandeln.“ grinste Sina.

Nun liefen Suki die Tränen nur so runter. „Ich… wieso…“ schüttelt Suki den Kopf, … war es scheinbar doch zu viel für die junge Katzenfrau.

„Vermutlich wiederhole ich mich, aber ich sage es gerne wieder. Ohne dich, wäre meine Villa schon lange… in sich zusammengebrochen. Dank dir steht die Villa immer noch und dann sorgst du dich auch noch um den Garten.

Die Liste ist zu lang und es würde vermutlich Abend werden, bis ich fertig bin, aber ich bin dir einfach nur dankbar. Dankbar, dass du von Anfang an mit Mel zurechtkamst, dankbar das du Sherry´s Pech akzeptiert hast, dankbar dass du sogar mit ihr und den Zwillingsvampiren trainiert hast und soweit gingst, Camilla in den Hintern zu treten.

Aber mein größter Dank ist einfach, das du am besagten Abend wo meine Identität bestätigt wurde, immer noch auf meiner Seite warst. Mel hat mir zugesteckt, wäre ich abgehauen, wärst du mir definitiv gefolgt, egal was ich dir damals gesagt habe.

Ich könnte dir im Grunde alles geben, aber ich hatte den Verdacht, dass es dir nicht so wichtig ist, also habe ich mich auf das Konzentriert, was du am besten kannst und das war nun mal deine Kampffähigkeiten mit den Dolchen.“

Suki musste schwer schlucken, sie ist soviel Lob nicht gewohnt und nahm nun einen der Dolche. Es erstaunte die Katzenfrau, wie leicht sie waren.

„Ich wollte extra alleine mit dir sein, damit ich dir das geben kann. Diese zerstörte Stadt hat so viele Untote, damit wirst du deinen Level sowie die deine Waffen aufwerten. Aber das ist noch nicht alles. Scheinbar habe ich mit meiner Aktion, dich mit nach Batzien zu nehmen, eine alte Wunde aufgerissen.

Ich kannte immer eine fröhliche Suki, eine lächelnde Suki und auch… eine wütende Suki, wenn irgendjemand wieder was in der Villa angestellt hat, aber jetzt? Je näher die Zeit kommt, desto unglücklicher wirst du.

Ich mache mir große Sorgen, was wirklich passiert, wenn wir in Batzien ankommen, ob du… dir nicht doch was antust. Mein Angebot bleibt immer noch bestehen, dass ich dir zur Seite stehen werde und zuhöre, denn ich möchte dich nicht dazu zwingen, aber…“ war nun selbst Sina ein bisschen traurig.

Die Katzenfrau fiel auf die Knie und weinte stark, sie ist es wirklich nicht gewohnt, so einer Herrin zu dienen, die sich wirklich um ihre Diener kümmert… nein, solch eine Freundin zu haben. Sina kniete sich vor Suki und umarmte sie, um Trost und Wärme zu spenden.

Einige Zeit später hat sich Suki beruhigt. „Falls du es nicht wusstest, aber du bist nicht alleine. Auch die anderen machen sich Sorgen um dich. Melaine wirkte, als wüsste sie was, aber es würde mich nun nicht wundern, wenn du ihr einen Dolch an den Hals gehalten hast zu schweigen.“ tröstet Sina ihre Freundin.

„ … Ich…“ wollte Suki sprechen, aber… scheinbar fehlte noch irgendetwas. „Suki, was auch immer in deiner Vergangenheit passiert ist, überleg doch mal.

Lara, die gegen ihren Willen zum Vampir gemacht worden ist und nun wieder lacht. Mel, die ihre eigene Vergangenheit hatte und nun eine Killerpuppe ist. Rubina, dessen Vergangenheit wir beide nicht kennen und…die so tolle Fortschritte macht, dank dir.

Wir alle haben mehr oder weniger ein so schweres Los gehabt, dass… wir es irgendwie… nun… keine Ahnung wie ich es sagen soll. Bei mir hast du es ja gesehen, was ich bin und ich wollte flüchten, als Sherry mich aufgehalten hat.

Selbst… wenn es so grausam war, dass man nicht darüber sprechen KANN, werden wir trotzdem an deiner Seite bleiben. Du musst nicht darüber sprechen, aber du kannst davon ausgehen, dass die anderen irgendwann auch anfangen dir auf den Keks zu gehen, einfach nur um dir zu helfen!“ sagte Sina dies Suki ins Gesicht.

„Ich habe meine Mutter getötet.“ kam es aus Suki heraus. Sina sagte nichts, endlich hat sie es geschafft, das Suki redet.

„Mein… Clan lebt sehr abgeschieden von den anderen Clans in Batzien, das liegt daran, dass wir noch die sehr alten Traditionen und… verbotenen Techniken nachgehen. Verbotene Techniken, weil wir… mit den Seelen sprechen, aber nicht wie Nekromanten oder Totenbeschwörer, sondern weil wir sie um Rat und Weisheit erfragen.

Der letzte… Tierkönig hat es verboten, weil wir angeblich die Ruhe der Toten schänden würden, aber… das stimmt nicht so wirklich. Unsere Rituale kann der Beschworene annehmen oder aber auch ablehnen, wir können niemanden zwingen uns zu helfen.

Wir sind nicht wirklich ein großes Dorf gewesen, es war relativ überschaubar. Jeder kannte jeden, jeder wusste die Regeln. Unsere Kampftechniken… könnte man mit einem Attentäter vergleichen, aber wir sind viel präziser bei unseren Aktionen.

Jedenfalls… soll ich… begabter gewesen in der Kampftechnik sein als andere. Wenn ein Kind fünf Jahre alt wird, wird es ins Training hinzugezogen. Ich dagegen habe schon mit vier Jahren angefangen, indem ich den anderen heimlich beim Training zugeschaut habe.

Mein Vater… der stärkste Kämpfer unseres Clans hat mich dabei erwischt und wollte mich dafür schelten, aber Mutter hat sich eingemischt, dass man ein Kind für die Neugier nicht bestrafen darf und er lieber stolz sein solle, das sein Blut so stark in mir sei.

Mutter… war auch eine Kämpferin oder eher eine „Mishoi“, Meisterin des Totenkunst. Sie konnte sofort die Schwachstellen eines Gegners sehen und damit ihre Gegner ausschalten. Ich kann diese Technik nur bedingt, eher habe ich den Kampfstil meines Vaters übernommen.

Fortan wurde ich von meinen Eltern im Geheimen unterrichtet, bis der Zeitpunkt kam, dass ich auch offiziell mit den anderen Kindern trainieren musste. Aber die Lehrer haben schnell gemerkt, dass ich… zu gut war.

Meine Eltern wurden zur Rede gestellt, denn es war verboten, so früh den Kinder die Kampfkunst beizubringen, eine Tradition, die sie eisern einhalten. Mutter hat es irgendwie… geschafft einen Kompromiss zu erzielen, aber mehr wusste ich leider auch nicht.

Etwa vier Jahre später wurde eine alte Traditionen wieder eingesetzt… die schon Ewigkeiten nicht mehr eingesetzt wurde. Uns Kinder wurde nahegelegt, nur jemand besonderes kann auserwählt werden, weswegen wir alle unser bestes gaben, diese einmalige Chance zu nutzen.

Ich war aber die talentierteste von allen gewesen. Ich war sogar besser als mein Lehrer gewesen, was seinen Stolz etwas verletzt hat, aber er hat es damals akzeptiert.

Was war ich glücklich gewesen, als ich erwählt worden bin, ohne zu wissen, worum es eigentlich ging und war dann sehr… erstaunt gewesen, dass meine Eltern todunglücklich waren. Was man auch von ihnen sagen konnte, aber sie hielten sich sehr eisern an die Traditionen außer in meinem Fall.

Bevor der Tag kam… hat uns ein anderer Clan besucht, weil er seine Neugier befriedigen wollte über die… kommende Tradition, unter anderem habe ich dort Melaine kennengelernt. Sie war älter als ich gewesen, aber trotzdem… haben wir uns irgendwie damals verstanden. Sie wünschte mir viel Glück bei der Tradition, selbst ahnungslos worum es geht.

Dann war es soweit, man gab mir ein bisschen Proviant, zwei Dolche und eine Karte, die mich zum Ziel führen würde. Mir wurde gesagt, am Ende der Reise werde ich geprüft. Da war ich natürlich aufgeregt gewesen, denn das war für mich mehr oder weniger ein Abenteuer gewesen aber…

Meine Eltern waren an diesem Tag nicht mehr gesehen worden und haben in der Zeit auch kaum mit mir gesprochen oder in die Augen geschaut. Ich dachte immer, ich hätte irgendetwas falsch gemacht und wollte daher alles geben, damit sie stolz auf mich waren…

Aber ich habe mich geirrt. Ich fand schnell meinen Zielort, eine sehr alte Arena, die… leer zu sein schien, als auf einmal ein… großer Wertiger erschien. Ich wusste damals nicht, dass wir Tiermenschen uns verwandeln konnten und wie, das Wissen hat man uns bewusst vorenthalten.

Es kam zu einem… Kampf auf Leben und Tod. Dieses Monster hat mir mehrmals starke Verletzungen zugefügt. Bis es mich am Hals packte und hochzog, dabei… hat es seine Pranke hochgehoben zum Todesstoß…

Ich… habe ohne nachzudenken einen Dolch in sein Handgelenk gerammt, wo es laut aufschrie und mich losließ. Die Chance nutze ich und sprang mit meinen gebrochenen Beinen auf seine Brust zu, denn ich hatte irgendwie die Schwachstelle gesehen und mit dem anderen Dolch zugeschlagen.

Mein Dolch hat das Herz des Wertigers erreicht und getötet. Er schaute mich voller Unglauben an, bevor er nach hinten fiel. Ich lag da mit schwer verletztem Körper in dieser alten Arena und konnte es nicht glauben, dass ich diesen Kampf… überlebt hatte.

Als ich bemerkte, dass ich nicht alleine war. Überall standen die Leute aus meinem Clan, aber auch die von den Besuchern und waren entsetzt gewesen. Ich wusste überhaupt nicht was los war, als… der Wertiger anfing, sich zu verwandeln… in meine Mutter.

Mein Vater kam von der alten Zuschauertribüne runter gesprungen und landete neben meiner Mutter, überprüfte sofort nach Lebenszeichen, aber… Er schrie laut vor Wut und Trauer auf… dann starrte er mich hasserfüllt an.

Kannst du dir vorstellen, wie leer ich in diesem Moment war? Ich… habe meine Mutter getötet und mein eigener Vater starrte mich hasserfüllt an, dabei wusste ich immer noch nicht, worum es bei der Traditionen ging.

„Du… hättest es nicht überleben dürfen.“ zischte mich mein Vater an. „Du solltest ein Opfer für die Geister werden, weil sie in letzter Zeit nicht mehr auf unsere Rufe reagiert haben. Du wurdest auserwählt, weil wir eine Traditionen missachtet haben und der Kompromiss war, sobald du das richtige Alter hattest, dafür geopfert wirst.“

Erst… da habe ich verstanden, warum meine Eltern mir nicht mehr in die Augen geschaut haben, warum sie nicht am großen Tag anwesend waren. Sie mussten mich opfern… mit ihren eigenen Händen.

Da ist etwas… kaputt gegangen bei mir, vermutlich meine… Seele, Liebe, Vertrauen, ich wusste es nicht. Mein Vater hat einen Dolch genommen und wollte mich töten, aber… der Stammesälteste hat sich eingemischt.

„Ein Opfer wurde dargebracht, weitere Opfer sind nicht mehr nötig. Doch das Kind hätte niemals überleben dürfen. Ich setzte daher die Verbannung auf Suki. Sie hat drei Tage Zeit aus Batzien zu flüchten, bevor wir die Jagd auf sie eröffnen.“

Vater reagierte entsetzt, aber… zog seine Waffe zurück. Er nahm meine tote Mutter in den Arm und… ging mit ihr fort, ohne mich noch eines Blickes zu würdigen. Alle Zuschauer gingen fort und ließen mich… dort verletzt auf der Plattform zurück… ein Kind, das gebrochen war.

Nur Melaine kam auf mich zugerannt und nahm mich in den Arm. Dass es nicht richtig sei, was eben passiert ist, dass ich nicht schuld sei, dass ich Mutter getötet habe. Aber… es war mir egal. Ich habe Mutter getötet oder? Die Person, die mich geboren hat. Die Person, die mir die Tricks gezeigt hat. Die Person, die mir eingehämmert hat, niemals in einem Kampf aufzugeben!

Aber Melaine war es… scheinbar egal. Sie hat meine Beine geschient sowie meine anderen Verletzungen versorgt, während ich nichts machte. Am Ende rief sie einen ihre… Wölfe, der mich schnellst möglich zum Verbindungstunnel bringen sollte, aber…

Vater kam zurück und hat den Wolf getötet, dann hat er Melaine geohrfeigt, dass sie sich gefälligst raus halten soll.

„Du bist für mich heute gestorben. Selbst wenn du… entkommen solltest, wirst du für unseren Clan immer gestorben sein. Kehre nie wieder zurück auf Batzien, sonst werden wir dich jagen.“ sagte mein Vater zu mir und warf eine Karte vor meine Füße, dann nahm er Melaine mit.

Seine Augen… ich habe da keine Liebe mehr gesehen, ich war wirklich für ihn tot. Ich… wollte sterben an diesem Tag, wirklich. Habe alles verloren, was es zu verlieren gab. Keine Familie, keinen Clan, keine Freunde.

Irgendwann… bin ich eingeschlafen, als… ich eine Vision bekam. Ein… sehr alter Katzenmann mit einer riesigen Mähne, man könnte ihn mit einem Löwen vergleichen, sprach zu mir.

„Deswegen habe ich die Geisterbeschwörung verboten. Die primitiven Traditionen, wo Kinderopfer immer noch eingesetzt werden, das waren die Gründe, warum ich sie verbat. Suki, überlebe. Überlebe, um deinem Clan die Augen zu öffnen, dass ihre Traditionen veraltet sind.

Die Gründe, warum die Geister ihnen nicht mehr geantwortet haben, war einfach das sie keine Ratschläge benötigt haben, aber das haben ihre… Seher nicht verstanden.

Du bist jetzt alleine, aber die Welt ist groß und du wirst eine neue Familie finden, die dich lieben wird. Du wirst mit ihnen Spaß und Trauer erleben, du wirst mit ihnen kämpfen und gegen sie kämpfen, aber letztendlich werdet ihr zusammenhalten!

Suki, was man dir angetan hat, ist nicht richtig, aber gib nicht auf. Überlebe!“

Am nächsten Tag wurde ich wach und… meine Verletzungen waren irgendwie verschwunden. Keine Ahnung… ob der Geist mich geheilt hat oder jemand anderes, aber ich… stand auf, nahm die Karte von Vater und… machte mich auf den Weg…

Doch scheinbar… nahmen einige meiner Clanleute die Ansage des Stammesältesten nicht so genau und… setzten mir viele Fallen auf dem Weg. Ich habe sie überlebt… ich habe sogar einige von ihnen getötet… sie haben mir Tiermenschen der Hyänen auf den Hals gehetzt, auch diese habe ich überlebt…

Keine Ahnung ob ich es wirklich in drei Tagen geschafft habe, den Verbindungstunnel zu finden und aus Batzien zu entkommen, denn ich hatte kein Zeitgefühl mehr. Als ich auf Alliancia ankam, bin ich vor Hunger und Erschöpfung zusammengebrochen. Man konnte meine Knochen sehen, so abgemagert war ich, als ich… in der Stadt zusammengebrochen bin.

Irgendwann wurde ich wach und sah eine ältere Frau in einer Haus-Dieneruniform, die mir eine Suppe einflößte. Ich war noch zu sehr geschwächt gewesen und dachte, dass es eine Falle war, aber…

„Du armes Ding, nun iss erst mal die Suppe, damit du wieder zu Kräften kommst.“ sagte die Frau zu mir und lächelte aufmunternd. Ich tat dies, aber… meine Gefühle waren taub. Das hat die Hausdienerin gemerkt und setzte alles ein, dass… ich wieder lachen konnte.

Keine Ahnung… was in der Zeit passierte, sie hatte ihren Herren gehabt und ihre Freizeit opferte sie für mich, einem verbannten Tiermensch. Sie… Helga hieß sie, gab sich wirklich Mühe, einer Puppe wie mir das Leben wieder einzuhauchen…

Glaube… zwei Jahre später, hat es bei mir… „Klick“ gemacht. Ich konnte wieder lächeln und… konnte wieder leben, verstehst du? Helga war richtig glücklich gewesen, als sie die Veränderung bei mir sah.

Dann habe ich sie gefragt, warum ich? Warum von allen… Wesen, haben sie mir geholfen?

„Mein Schatz, das ist eine Frage, die kann ich dir nicht beantworten. Ich kann den Tag nicht vergessen, als alles anfing. Für meinen Herren musste ich Einkäufe tätigen und als ich die erledigt hatte, sah ich dich.

Ein abgemagertes Katzenmädchen, das mitten auf der Straße einfach zusammengebrochen war. Die anderen Passanten hatten dich einfach ignoriert und irgendwann… hätte man dich vermutlich… egal. Das kann es nicht sein, war mein erster Gedanke und nahm dich sofort in den Arm und mit nach Hause. Mein Herr war eine gütige Person gewesen und hat meine… Hilfe zu dir akzeptiert.

Es gibt Dinge… die kann man einfach nicht erklären, ich wusste nur, dass es richtig war, was ich getan hatte.“

Von dem Tag an wurde Helga mein Vorbild und ich wollte ihrem Pfad folgen. Ich bekam eine Ausbildung zur Hausdienerin und war Klassenbeste gewesen. Helga wollte nicht, dass ich auch eine Hausdienerin werde, aber in dieser Hinsicht war ich ziemlich stur gewesen.

Dann… kam der Tag, wo ich Melaine zufälligerweise getroffen habe. Ich wollte ihr aus dem Weg gehen, aber…

„Du hast es überlebt?! Dann hast du dich zum zweiten Mal einer der alten Traditionen widersetzt! Wenn die anderen…“

Aber ich wollte davon nichts wissen und habe Melaine das auch so klar gemacht. Irgendwie wollte sie es nicht verstehen, also musste ich gemein werden. Das ist der Grund, warum ich aktuell so fies zu Melaine bin, auch wenn sie mir damals helfen wollte.

Irgendwann war meine Ausbildung zu Ende und ich musste dann meine eigenen Wege gehen, aber Helga war deswegen nicht glücklich, dass ich eine Hausdienerin geworden bin, sondern weil ich wieder voller Leben strotzte.

„Ich kann nicht vergessen, wie ich dich damals gefunden habe und was nun für eine wunderschöne Frau aus dir geworden ist.“

Ihr Herr ließ seine Kontakte walten und ich wurde dann nach Fanfoss geschickt, wo ich… nun, den Rest kennst du ja.“ erzählte Suki ihre Geschichte. Es wurde schon dunkel draußen und Sina hat seit der Erzählung kein Wort mehr gesagt.

Sofort wurde Suki von Sina umarmt, die nun selber weinte. „Das was man dir angetan hat… keine Worte, aber… du bist ein Teil meiner Familie, hörst du? Du hast deine alte… Familie verloren, aber eine neue gewonnen, die dich über alles liebt!“

Nun weinte Suki ebenso. Sie wollte nie, dass ihre neue Familie das erfuhr, nun hat sie es doch schweren Herzens gesagt. Aber ihre Sorge war wohl unbegründet gewesen.

„Suki, egal was in Batzien passiert, aber wir werden dich beschützen! Wer ist denn so beknackt und legt sich mit einer Familie an, wo eine Götterbestie, drei Vampire, eine Spinnenfrau, ein Drachenmädchen, eine verrückte Elfe sowie Sherry vorhanden sind?

Selbst wenn man dich nur konfrontiert und dich nicht angreift, wir werden hinter dir stehen. Wir werden dich auffangen, wenn du hinfällst. Suki, du bist nicht alleine!“ sagte Sina das verheult.

„Was glaubst du, wie die anderen reagieren werden, wenn sie deine Geschichte zu hören bekommen? Wie würden die SSS-Abenteurer reagieren, die alleine nur wegen deinem leckeren Essen kommen werden? Ich glaube, der Geist wusste, welch eine Zukunft auf dich zukam und hat sich deswegen bei dir gemeldet!“

„Ich habe verstanden!“ schniefte Suki. „V… vielleicht hätte ich das früher sagen sollen. Es tut mir leid, dass du… ihr euch solche Sorgen um mich gemacht habt.“

Es dauerte einige Zeit, bis sich Suki und Sina wieder beruhigt haben, dann schauen sie sich wieder in die Augen.

„Nun weiß ich, wie du dich damals gefühlt hast, als ich den Eindruck vermittelt habe, zu flüchten. Ich sollte mich bei dir entschuldigen.“ murmelt Sina.

„Herr… Sina. Ich sollte mich eher entschuldigen, dass ihr euch solche Sorgen um mich gemacht habt. Hätte… ich früher von mir, als ich die Chance hatte, erzählt, wäre es nicht so ausgeartet.“ verbeugte sich Suki vor Sina.

„Glaube… wir sollten einfach akzeptieren, wie Dinge gekommen sind oder? Sind wir beide dann doch nicht letztendlich glücklich, dass wir uns gefunden haben?“ streichelt Sina den Kopf. Suki´s Schwanz wedelt zufrieden hin und her.

Aber was Sina zufriedenstellte war, dass Suki nicht mehr diese todunglücklichen Augen hatte, sondern wirklich davon erlöst wurde, an ihre Vergangenheit erinnert zu werden. Sie wurde unwissend in Traditionen benutzt und hat gegen ihren Willen ihre Mutter getötet.

„Scheinbar… ist es jetzt spät für das Spezialtraining, aber das können wir ja dann morgen in Ruhe starten, wenn du deine neuen Dolche einsetzt.“ lächelt Sina.

„Ich… kann mich nur für das wunderschöne Geschenk bedanken…“

Nebengeschichte 10.

Ich bin wiedergeboren / Nebengeschichte 10

Amy saß nun mit den restlichen Helden alleine in einem Besprechungszimmer. Sie hat sich von den Todesängsten ziemlich gut erholt und man sah es ihren Augen an.

„Ich möchte mich mit meiner Aktion in der Gilde von damals entschuldigen, scheinbar… war meine Aktion ein Schuss nach hinten gewesen.“ kam Amy direkt zum Punkt.

„Ich bin nur froh, dass du wieder ein Teil unseres Teams geworden bist. Wir müssen mit dir noch ein paar Sachen nachholen wie Abenteuergilde anmelden, stärker werden und ähnliches.“ freute sich Miyu.

„Yeah dabei hast du das Beste verpasst. Lady Sina hat eine echte Dämonin mitgebracht, die einen ausführlichen Bericht über die Dämonen auf ihrem Kontinent gegeben hat. Zu dumm, dass du damals… noch „krank“ warst, weil die Dämonin ein Zwilling von Lady Sina war.“ grummelt Davino.

„Der König hat uns abgeraten, dass wir uns.. irgendwelche Gedanken machen sollen gegen Lady Sina, weil sie uns mehr oder weniger geholfen hat. Momentan sucht der König das Gespräch mit mit den Elfenfürsten sowie Zwergenkönigen.“ fügte Matthieu hinzu.

„Oh? Da habe ich wirklich was verpasst…“ meinte Amy ein bisschen traurig.

„Aber scheinbar hast du ja auch irgendwie mit Ralph einiges an Chaos angerichtet oder?“ grinste Davino.

„Ich… will das Thema nicht wirklich vertiefen, aber dank Ralph sehe ich wieder klar meine Ziele vor Augen… Und ja, bevor ihr das durch Tratschweiber zu hören bekommt, ich habe mich in Ralph verliebt und dies mitgeteilt.

Leider war die dumme Pute auch vor Ort, bevor ich eine Antwort von ihm hören konnte und klaute sich auch direkt seinen ersten Kuss vor meinen Augen!“ war Amy empört.

„Eh…“ für Matthieu brach eine Welt zusammen, weil er sich in Themba verliebt hat und diese Information neu war.

„Aber keine Sorge, ich werde weiterhin unserer Aufgabe nachgehen.“ nickte Amy ernst. „Schade das ich die Dämonin nicht kennengelernt habe, dann hätte ich zumindest ihren Status gesehen.“

„Hm… ich will offen und ehrlich sein, aber Lady Sina spielt ein falsches Spiel. Nicht nur mit uns, sondern komplett mit Alliancia.“ meinte Davino und schob das Berichtsheft hin, eine Kopie von Lady Sina.

Amy nahm es verwundert an und las es komplett durch bis sie auf der letzten Seite ankam über die verschollene Prinzessin.

„Bevor du was sagst, ich werde dir meine Gründe sagen. So sehr Lady Sina uns… auf ihre Weise hilft, hat sie überall ihre Finger im Spiel. Ihre Stärke haben wir alle zum eigenen Vergnügen kennengelernt, dazu kommt auf einmal eine „richtige“ Dämonin, ein exakter Zwilling von ihr, die ebenso sehr stark war.

Der König sagte dazu nichts und… ich will nicht ins Kaiserreich reisen um die Kaiserin nach ihrer Meinung zu fragen, aber ich kann nicht vergessen, wie der König Lady Sina misstrauisch begutachtet hat.“

„Dachte, wir wollten sie nur beobachten?“ grübelte Miyu laut, auch wenn sie ähnliche Gedanken hatte.

„Schon, aber wie wollen wir in der Zukunft weiter vorgehen? Wenn Amy auch Abenteurerin wird und ihre… verlorene Zeit nachholt um unseren Stand des Levels zu haben, was dann?“ Davino

„Auf mich wirkt die verschollene Prinzessin wie ein indirektes Geständnis. Scheinbar will Lady Sina irgendwelche Vorbereitungen treffen, sollte man ihrem… „Geheimnis“ auf die Spur kommen? Aber… warum dieser Schritt?“ Amy

„Nehmen wir an, sie wäre wirklich die Dämonenprinzessin, dann sind wir ja mehr oder weniger ihre Feinde oder nicht? Einige Aktionen hat sie schon gegen uns geführt, aber was ist, wenn wir der Welt vor Augen führen, wer sie in Wirklichkeit ist?“ Matthieu

„Das wird nichts. Sie hat zu viel Kontrolle und Macht, selbst wenn… wir sie in Efrana irgendwie von ihrer Macht abkapseln könnten, so ist sie immer noch die Reichskanzlerin aus Osnain. Dann wären da auch die Abenteurer, die sie scheinbar ziemlich stark in Schutz nehmen.

Wir… müssen uns wirklich klar vor Augen führen, dass wir nichts, aber auch gar nichts gegen Lady Sina machen können. Leider weiß ich auch nicht… wo wir Hilfe suchen können, der keinen Kontakt mit Lady Sina hatte.“ Amy

„Ob… sie nicht vielleicht doch der Teufel ist? Ralph hatte ja damals ein gutes Argument gegeben, was gegen die Theorie spricht aber… was ist, wenn der Teufel nur ein Titel ist? Dann kann Lady Sina ihn auch als Götterbestie haben.“ Miyu

„Dann sind wir erst richtig im Arsch. Stärker als der Dämonenkönig, dabei haben wir Kyllia nicht mal richtig in Aktion erlebt, wie werden dann die Dämonen erst sein?“ Davino

„Lasst uns nicht zu schnell die Hoffnung aufgeben. Die Göttin hat ja nur gesagt, dass wir vor dem Teufel warnen sollen, vielleicht ist das Lady Sina, vielleicht auch nicht.“ Amy

„Mich würde es gerne interessieren, welche Quelle die SSS-Abenteurer haben, was der Teufel ist. Das kann ja nur eine Person wissen die aus einer anderen Welt stammt.“ Matthieu

„Glaubt ihr wirklich, dass noch andere… Helden auf der Welt leben? Meinst du nicht auch, dass die Göttin dies uns vielleicht gesagt hätte?“ Miyu

„Was… mir gerade einfällt, aber… woher wusste die Vampirfrau damals, was Telekinese ist? Das ist ebenso ein Begriff aus unserer Welt.“ Davino

„Eh? Nicht paranoid werden Davino. Vampire haben ein ewiges Leben und wer weiß, ob sie nicht mal andere Helden getroffen hat aus der Vergangenheit.“ Amy

„Also… sollen wir nichts tun und einfach nur… stärker werden?“ war Davino frustriert, dass… man wirklich nichts machen kann gegen Lady Sina.

„Auch wenn du es nicht hören willst, aber… leider ja.“

____________________________________________________

Mehrere Stunden sind vergangen, nachdem die Gruppe von Sakura sich von der Brücke entfernt hat. Axel hatte sich abmühen müssen, das Sakura nicht zurückrennt, um ihrem Meister zu helfen aber…

„Könnt ihr nicht irgendwas… tröstendes für sie machen?“ flüstert Axel es zu seinen Teamkameradinnen Leena und Rose.

„Nein… Markus war die wichtigste Bezugsperson für Sakura gewesen und ein Vorbild, der vor unseren Augen durch dieses… Monster gestorben ist.“ schüttelt Leena den Kopf.

„Das ist… nur meine Schuld. Wäre das Brett nicht in diese… Tiefe gefallen, dann wäre…“ fielen Rose die Tränen runter.

„Stop! Wir waren uns alle der Gefahr bewusst über diese Brücke. Das da unten nun so ein Monster sein Nickerchen gehalten hat, konnte nun wirklich niemand riechen, trotz der Aura die wir gespürt haben!“ beruhigte Axel die Heilerin.

„Es… ist nicht deine Schuld Rose.“ meldet Sakura sich, die hinter ihnen herlief und mehr oder weniger ein verweintes Gesicht hatte.

„Geht es dir besser?!“ fragte Axel sofort, aber Sakura schüttelt nur den Kopf. „Sehe ich so aus, als würde es mir besser gehen, wenn auf einmal eine… vertraute Person von dir weggerissen wird?

Erst die Soldaten und Kain… nun Markus, seitdem wir die Reise angetreten sind. Warum… bin ich so pessimistisch, dass es nur noch schlimmer wird?“

„Sakura…“ wollte Leena sie aufmuntern und eine Hand auf die Schulter legen, aber Sakura schlug sie weg.

„Bitte… ich muss für mich alleine sein.“ sagte Sakura das mit weinenden Augen, als sie Leena´s schockiertes Gesicht sah.

Leena nahm wieder Abstand von Sakura, aber man sah, dass die Aktion sie verletzt hat. „Hoffentlich… wird es wieder besser, sonst habe ich ernsthafte Bedenken, dass wir die Mission noch erfolgreich schaffen werden.“ murmelt Leena.

„Glaube, du solltest wirklich an was anderes denken als an die Mission, meinst du nicht auch? Ich bin froh, das wir diesen unheimlichen Mann losgeworden sind…“ murmelt Rose…

Als alle ein lautes Wolfsgeheul hörten. Sofort drehten sie sich alle panisch nach hinten, aber sie konnten niemanden sehen.

„Jagt uns jetzt etwa das Mistvieh oder wie?“ fluchte Axel. Rose hat ihre Hände zusammengefaltet und betet förmlich nach der Hilfe der Göttin.

„Wir haben keine Chance gegen dieses Monster, wir sollten lieber größeren Abstand gewinnen!“ war es die Meinung von Leena.

Sakura hielt immer noch nach hinten Ausschau, wo aber keine Spur von diesem Wolf zu sehen war. „Leena, kannst du irgendwie unseren… Duft verzaubern oder so? Vermutlich verfolgt uns dieses Biest anhand unseres Geruches.“

„Eh… vielleicht, aber ich kann für nichts garantieren.“ zaubert Leena einen Zauber auf die Gefährten, dann nahmen sie wieder eine schnellere Gangart.

Es war Abend und die Gruppe hat sich ein Nachtlager aufgebaut. Es war zwar mit Risiken behaftet, aber sie waren fast an ihre Grenzen angekommen und mussten sich ausruhen. Alle saßen schweigend um das Lagerfeuer, man merkte sofort, dass Markus fehlte.

Axel versuchte ein paar mal ein Gespräch am Laufen zu halten, aber… bei der aktuellen Stimmung ging das Gespräch sehr schnell wieder weg.

Sakura hatte sich als erstes hingelegt und sich mehr oder weniger in den Schlaf geweint, der Tod von ihrem Meister hat sie immer noch am schlimmsten getroffen. In ihrem Traum sah sie immer wieder, wie Markus von diesem eigenartigen Atem getötet worden ist.

„Bitte… ich brauche jemanden, der mir hilft…“ murmelt Sakura im Schlaf. Axel hat die erste Nachtwache übernommen und war mit der Situation überfordert.

„Ach Mensch… es fehlt nicht mehr viel und… Sakura bricht wirklich zusammen, dabei habe ich nicht den Eindruck, dass die Dämonen mit ihrem eigentlichen Krieg angefangen haben.“ grübelt Axel.

Wieder sah Sakura ihren Traum, es scheint eine Endlosschleife zu sein, als auf einmal ihr Traum sich veränderte…

Eine weiße große Gestalt erschien… und zeigte Sakura ein neues Bild. Es zeigte den Rücken einer Frau mit gigantischen Fledermausflügeln, dann verschwand das Bild wieder. Die Gestalt zeigte eine Richtung und klatschte mit ihren Händen auf Sakura.

Schreiend wurde Sakura wach. Leena und Rose wurden ebenso wach durch das Geschrei, Axel kam auf Sakura zu gerannt und legte eine Hand auf ihre Schulter.

„Alles ist gut, du bist bei uns und in Sicherheit!“ beruhigte Axel die verschwitze Heldin, die panisch hin und her schaute. „Du hattest nur einen Alptraum…“

„Nein… ich hatte eine Vision!“ widersprach Sakura sofort. Rose legte eine Hand auf ihren Kopf, konnte aber kein Fieber feststellen.

„Eh, wie meinst du das?“ fragte Leena. „Die… Göttin hat mir eine Person mit großen Flügeln und eine Richtung gezeigt aber…“ wollte Sakura berichten, als sie sich selber fragte, in welche Richtung eigentlich.

„Ja?“ hakte Axel nach. Sakura schaute nach irgendwelchen Hinweisen, denn ohne eine Markierung oder ähnliches bringt es nichts, die Frau zu suchen. Als auf einmal eine große Sternschnuppe erschien, die die Landschaft stark erhellte.

Alle schauten erstaunt über das Naturspektakel, als Sakura verstand. „Wir müssen in diese Richtung weiterreisen. Ich glaube… dort werden wir unsere Antwort finden und was auch immer diese Frau mit diesen Flügeln sein soll!“

Kapitel 240

Ich bin wiedergeboren und das Training geht weiter?

Kyllia war in ihrem Zimmer um sich zu beruhigen, in der Zeit wurde Zada vorgestellt, wo Mel anfing leicht nervös zu werden aber:

„Keine Sorge, ich habe keinerlei Rachegedanken oder ähnliches. Im Grunde bin ich dir sogar dankbar, dass du meine sadistische Mutter getötet hast. Das sieht mein älterer Bruder Riskel ein bisschen anders, aber ansonsten?“ beruhigte Zada sie.

„Es fällt mir schwer zu glauben…“ murmelt Mel, als Lara ihr eine Hand auf die Schulter legte zur Beruhigung. „Glaub mir, sie ist wirklich dankbar über den Tod ihrer Mutter.“

Ansonsten berichtet Sina ihren Freunden in groben Zügen, was beim Vampirtreffen passiert ist und wie Kyllia an ihre Veränderung kam. „Scheinbar löst das Blut aber aus, dass sowohl Dämonen als Vampire stärker werden. Auf jedenfalls sind Kyllia´s Werte höher geworden.“ „Aber dann hatten wir ja unverschämtes Glück, dass uns kein Schwanz gewachsen ist, wobei… Flügel würde ich jetzt… nicht so ablehnen.“ meinten Tio und Mio.

„Verwandelt euch einfach in Fledermäuse…“ kommentierte Christopher. „Warum mehr fordern, wenn ihr eure Fähigkeiten schon habt oder? Nutzt sie einfach.“

„So, ab heute wird das Training für euch einfacher. Was heißt einfacher, ihr werdet jetzt nicht mehr so ein Problem haben oder? Wenn ich eure Gesichter so anschaue, wirkt ihr nicht mehr so müde wie in den letzten Tagen.“ kündigte Sina an.

„Soll… das wirklich so einfach sein?“ zweifelt Falco immer noch bei der ganzen Sache, aber es ließ sich nicht abstreiten, dass… es irgendwie einfacher wurde.

„Ja, einfach nicht groß nachdenken, sondern mir glauben was ich sage. Es ist weiterhin euch verboten, euren Status zu sehen und Edwin wird weiter das richtige Essen für euch machen. Melaine behält alles im Auge, wann wir rechtzeitig los müssen, für Nea habe ich eine… Transportkutsche organisiert, dass sie mitreisen kann.“ nickte Sina.

„Aber… ich kann doch laufen?“ hielte Nea ihren Kopf schräg, während sie ein paar tote Mäuse isst. Alle haben längst aufgegeben, wieso Nea nicht auch einfaches Essen nehmen kann.

„Das mag sein, aber überlege mal, wie alle reagiert haben, als du das erste Mal in die Stadt kamst? War gleich mit einer Massenpanik zu vergleichen und ich will ungern auf der Reise immer wieder angehalten werden, dass eine Arachne die Kutschen verfolgst, verstehst du?“ erklärte Sina geduldig.

„Wenn ihr meint?“ schluckte Nea die Maus runter. „Auf jeden Fall werden Suki und ich nach dem Frühstück verreisen, damit sie ihr Spezialtraining bekommt. Kyllia sollte bald runterkommen und das Training weiter antreiben..“ kam Sina zum Ende.

„Wohin wollt ihr denn eigentlich gehen?“ war Melaine neugierig. „An einen Ort, wo ich schon mal war und glaube… dass es für das Training meinen Zwecken dienlich ist.“ antwortet Sina geheimnisvoll.

„Ah…“ war Melaine niedergeschlagen. „Himmel, ich fliege mit Suki ins Land der Toten, zufrieden nun?“ rollte Sina mit ihren Augen.

„Was… willst du denn da?“ war Sherry erstaunt. „Training, ähnliches was Mel und Lara unbewusst auf ihrer Reise ebenso getan haben, nur mache ich es mit Suki gezielt. So, ich werde mich eben umziehen und Suki sollte das ebenso tun.“ verschwand Sina.

Suki war die ganze Zeit über still gewesen, auch beim Training. Scheinbar lastet es ziemlich schwer auf ihrer Seele, zurück nach Batzien zu reisen. Die Dämonin ging vorsichtshalber an die Tür von Kyllia und klopfte. „Kyllia? Alles in Ordnung?“

Keine Reaktion kam aus dem Zimmer, so öffnet Sina die Tür und sah, wie Kyllia auf dem Boden schlief. „Himmel…“ stöhnte Sina und legte ihre Hand auf die Stirn ihrer Schwester, dann aktivierte sie ihre Fähigkeit „Traumwandeln“.

Einige Minuten später war Kyllia hellwach, aber man sah die Panik in ihren Augen. „Warum hast du das gemacht? Du kannst mich auch normal wecken!“ beschwerte sich Kyllia.

„Wie? Fandest du es nicht toll mit Lisa ins…“ wollte Sina erklären, als Kyllia eine Hand auf den Mund von Sina legte. „Halt. Die. Klappe. Ich zieh mich eben um und gehe runter, keine Sorge!“

Grinsend ging Sina raus und verschwand in ihr eigenes Zimmer. Nach langer Zeit zog sie wieder ein Kimono an mit einer Kettenrüstung. Sherry hat beides so verarbeitet, das Sina es mit Flügeln anziehen konnte.

„Jetzt kommt die eigentliche Arbeit, Suki wieder aufzupeppen.“ dachte Sina und hofft, das Suki ihr die Aktion verzeiht. Die Dämonin machte aus ihren langen Haaren noch einen Pferdeschwanz und war damit zufrieden, als sie in den Spiegel schaute.

Als es auf einmal an ihrer Tür klopfte. „Herein.“ und Suki öffnete die Tür. Sie sah aus wie ein Ninja, ihr gestreifter Schwanz und mit ihren Katzenohren konnte Sina sich nicht zurückhalten und umarmte sie sofort.

„Du bist zu süß für die Welt, irgendwann werde ich daran sterben, weißt du das?“

„Eh eh… ok? Ich wollte… eigentlich sagen, dass ich fertig bin Herrin.“ bekam Suki rote Wangen.

„Nenne mich bitte auch Sina ok? Wir sind doch schon lange über dieses Herrin-Diener-Verhältnis oder?“

„Ich… meine Ausbildung verbietet mir das…“

„Suki… dann machen wir es so. Wenn wir unter uns sind, nenne mich beim Namen ok? Dann bekommt es keiner mit.“

„Wie du… wünscht Sina.“

„Wunderbar. Dann lass uns nicht trödeln und direkt fliegen. Hoffentlich hast du kein Problem damit?“

„Keine Ahnung, bisher war ich noch nicht mit dir geflogen.“

„Du wirst es lieben. Nur Mel und Lara stellen sich an, der Rest kann nicht genug vom fliegen bekommen.“

Sina verabschiedet sich mit Suki bei ihren Freunden und flog direkt ins Land der Toten. Dank ihr frühen Reise, kannte sie die Strecke, so war es kein Problem gewesen, die Brücke des Schicksals zu finden.

Währenddessen…

Alle rannten wieder mit ihren Fesseln durch die Stadt, angetrieben von Kyllia. Aber man merkte ihr an, dass sie sehr müde war.

„Wenn du willst, kannst du dich auch hinlegen, weißt du?“ schlug Sherry vor, aber Kyllia schüttelt ihren Kopf.

„Danke, aber… ich habe das Vertrauen meiner Schwester schon einmal enttäuscht, ich möchte das nicht nochmal wiederholen. Daher ziehe ich das durch.“

„Ok?“ hob Sherry misstrauisch ein Auge hoch. Die anderen sagten nichts, denn man wollte ihr auch nicht zu sehr ins Gewissen reden.

„Sag Neia, du siehst schon viel fitter aus als am Anfang.“ merkte Melaine an. „Stimmt, wo du das jetzt sagst? Hat sich meine Ausdauer tatsächlich etwas gebessert?“ wundert sich die Magierin.

„Komisch, aber irgendwie fühlen sich die Fesseln immer gleich schwer an.“ rieb sich Thomddir am Kinn.

Mio, Tio, Lara sowie Mel sagten nichts und konzentrierten sich beim Laufen, als… „Du Lara, wie ist Zada so?“ „Genau, sie wirkte schon richtig cool.“ flüstern die Zwillingen.

„Erm… sie ist auch irgendwie faszinierend. Hoffentlich findet sie den Weg zu Ronald…“ murmelt Lara. Sie kann nicht vergessen, wie Zada sie langsam am Rücken gestreichelt hatte. Jeder der die Narbe von Lara sieht, hat das Bedürfnis sie anzufassen, nur bei Zada… hatte Lara das Gefühl gehabt, dass da mehr im Spiel war.

„Du bist ja in letzter Zeit ziemlich… bei den Frauen beliebt. Kann es sein?“ merkte Mel an und Lara rollte mit ihren Augen. „Ich stehe eigentlich auf Männer…“

„Sei doch offen für Neues.“ „Genau, man sollte nichts ausschlagen.“ „Kannst ja Sina oder Sherry nach Tipps fragen wie…“ „Glaube… ich spüre was an meinen Rücken.“ schauten die Zwillinge vorsichtig nach hinten.

Sherry lächelt Mio und Tio freundlich an, aber ihre Augen warnten sie, weiter zu sprechen. „Gruselig…“ „Yeah…“

„Wie schaut es aus Mel, wenn wir das Turnier in irgendeiner Form… überstanden haben, hättest du dann nicht Lust mit Lara und mit mir ein Dungeon zu besuchen? In Batzien gibt es den einen oder anderen, den ich noch nicht erkundet habe.“ versuchte Christopher zu flirten.

„Bedaure, aber ich habe einfach kein Interesse daran.“ lehnte Mel ab. Christopher rannte wieder ein bisschen langsamer um Abstand zu gewinnen, dann sah man sein niedergeschlagenes Gesicht.

„Du schaffst das schon Christ.“ tröstet Falko ihn. „Vielleicht musst du mit irgendwas ködern, was sie nicht ablehnen kann.“ schlug Louis vor, aber Christopher schüttelt nur den Kopf.

„Menschen sind schon eine komische Rasse.“ merkte Nea an. „Wie meinst du das?“ fragte Rubina neugierig. Irgendwie haben sich die beiden exotischen Frauen in letzter Zeit gut angefreundet.

„Wenn wir uns fortpflanzen wollen, nehmen wir uns irgendeinen starken Mann und nehmen uns seinen Samen. Irgendwann ist die Zeit reif und legen dann unsere Eier, woraus unsere Kinder schlüpfen. Die Starken werden überleben, die Schwachen werden Futter für andere Wesen.“ erklärte Nea.

„Ok? Hast du denn schon Kinder?“ hat Rubina das Konzept nicht so verstanden, aber Nea schüttelt den Kopf.

„Nein, denn ich bin noch sehr jung für eine Arachne. Kinder zu bekommen ist kein Problem, aber irgendwie… möchte ich mir gerne Zeit lassen. Es macht mir sehr viel Spaß bei euch zu sein und ich habe schon viel gelernt.“ nickte Nea.

„Das ist doch toll!“ freute sich Rubina. „Suki meinte, meine Rasse müsste irgendwo auf der Welt leben. Ohne eine Mama und Papa könnte ich nicht existieren laut ihrer Erklärung. Vielleicht finden unsere Freundinnen ja Personen, die wissen, woher ich komme.“

„Oh? Würdest du dich denn freuen, wenn du andere Personen deiner Rasse siehst? Ich weiß nur, dass wir Arachnen Einzelgänger sind und unser Revier heftig verteidigen würden.“ lächelt Nea, als sie ihre Erinnerungen schwelgen ließ.

„Ich weiß nicht, irgendwie ist Suki für mich wie eine Mutter geworden. Sie bringt mir alles bei und meinte, dass ich langsam eigene Entscheiden treffen kann.“ strahlte Rubina vor Freude. „Aber… irgendwie tut Suki was weh, nachdem Sina entschlossen hat, dass wir zu ihrer Heimat reisen sollen.“

„Hmm ich habe nichts gemerkt. Für mich sehen sie alle gleich aus von den Gesichtsausdrücken her.“ hielt Nea den Kopf schräg.

„Faszinierend das Nea nicht einen von uns während der Unterhaltung überrannt hat…“ flüstert Thomddir.

„Nun… Rubina und Nea haben sich ja sowieso die meiste Zeit in den letzten Trainingstagen unterhalten oder? Aber ich will auch nicht wissen, wie schwer ihre Fesseln eingestellt worden sind…“ flüstert Melaine zurück und hatte leichte Freude ein Gespräch mit dem Zwerg zu führen.

„Wenn wir zu diesem Turnier reisen, ist es denn weit von dem Verbindungstunnel zu der Arena?“ fragte Neia neugierig.

„Hmm ein paar Tage, aber der Weg ist nicht das eigentliche Problem, sondern das wir uns früh anmelden müssen, denn wenn wir zu spät kommen… Nun den Rest könnt ihr euch vorstellen.“ lächelt Melaine schräg.

„Ah… verstehe. Meinst du, da wird was los sein?“ konnte Neia es sich immer noch nicht so vorstellen.

„Alle Clans der Tiermenschen werden teilnehmen und nur die Besten kommen weiter. Dann rechne uns dazu und weitere Abenteurer, die ebenso ihr Glück versuchen wollen. Sina, glaube ich, hat nicht unrecht, dass bestimmt noch andere starke Personen teilnehmen werden wie die Vampire oder sogar Dämonen, wenn die davon wissen. Die Liste wird gigantisch sein und… egal ob wir gewinnen oder verlieren, aber so eine Aktion ist es, womit man zur Legende wird.“ war Melaine richtig aufgeregt.

„Oh, da steht aber unsere Freundin unter Feuer.“ grinste Thomddir.

Kapitel 239

Ich bin wiedergeboren und die Wut auf Kyllia?

Sina kam sicher mit den Vampiren wieder in ihrer Villa an und Sherry war noch wach gewesen, müde, aber glücklich Sina wieder zu sehen. Zada sowie Lara wurden abgesetzt und Sherry kam aus der Villa raus gestürmt.

Dann sprang sie Sina an und küsste sie ausgiebig, was Zada zum Staunen brachte. „Ich habe mir solche Sorgen gemacht.“ sagte Sherry, nachdem sie sich von Sina gelöst hatte und den neuen Gast noch nicht gemerkt hat.

„Ah… diesmal war ich nicht Schuld an dem Chaos sondern Kyllia… glaube ich erzähle es dir, wenn wir im Bett liegen. Irgendwie… war heute alles anders als geplant.“ streichelt Sina ein Haar aus dem Gesicht von Sherry.

„Erm… Lady Sina?“ hustet Zada. „Ah… darf ich vorstellen, das ist Zada ein Mitglied aus dem Clan von Riskel, der nun das neue Oberhaupt geworden ist, nachdem seine Mutter Maeve von Mel getötet worden ist.“ stellte Sina die Vampirin vor.

Zada verbeugte sich vor Sherry, während sie strahlende Augen bekam. „Du hast ja einen richtig interessanten Style als Vampir. Hast du deine Haare gefärbt?“ war Sherry neugierig.

„Erm… ja das ist richtig.“ war Zada sich ein bisschen unsicher, wie sie mit Sherry umgehen sollte. „Das ist, falls man es jetzt nicht übersehen konnte, meine Geliebte Sherry. Mit ihr kannst du dich über Klamotten und ähnliches unterhalten, sie wird sie auch für dich dann schneidern.“ stellte Sina ihre Freundin vor.

„Wird sie nun…?“ fragte Sherry das Offensichtliche, aber Sina schüttelt den Kopf. „Sie kann heute im Zimmer von Lara schlafen, aber soweit ich das mitbekommen habe, will sie eines der Häuser kaufen. Am besten ich schicke dich zu Ronald, der wird mit dir das Geschäftliche klären.“

„Oh, das wäre sehr freundlich von ihnen. Es ist das erste Mal für mich, das ich dann offiziell in einer Stadt lebe. Das wird meinem Bruder Riskel vermutlich nicht gefallen, aber wen juckt es. Unser Clan ist eh zu klein für einen Krieg, genauso der von Violet.

Unsere Eltern… waren sehr wählerisch gewesen, wen sie als Vampir akzeptieren und… das rächt sich nun vermutlich ein bisschen. Keine Ahnung ob sich das unter Riskel ändern wird, aber wie gesagt: Mir egal.“ grinste Zada.

„Wünschte die anderen Vampire hätten ebenso die tolle Einstellung von Zada.“ meinte Sherry grinsend. „Wo ist eigentlich Kyllia?“

„Sie wird nachkommen, wie gesagt, ich erkläre es dir gleich im Bett.“ grinste Sina anrüchig ihre Freundin an.

„Wenn… ihr mir zeigen könntet wo das Zimmer von Lara ist, bringe ich sie dorthin. Sie wird vermutlich in nächster Zeit nicht wach.“ meinte Zada.

„Magst du mir den Gefallen tun Sherry?“ bat Sina lächeln und Sherry nickte. „Übrigens, schönes Pyjama trägst du.“

„Huh?“ schaute Sherry runter und merkte, dass sie mehr oder weniger ein großes Shirt trug. Zada wusste nicht, wie schnell man rot werden konnte wie es bei Sherry der Fall war.

„Tzz, du bist doch nur traurig, dass ich überhaupt was anhabe.“ behielt Sherry noch ihre Würde. „Ah? Das klingt nach einer Herausforderung.“ grinste Sina.

Sherry zeigte Zada, die Lara über der Schulter trug das Zimmer und verabschiedete sich von den Vampiren.

Zada schaute sich im Zimmer von Lara um und war erstaunt… wie einfallslos es wirkte. Nur ein Bett, Bücherregel und Schreibtisch, kaum irgendwelche Persönlichkeiten. „Oh je… dann will Lara mein Zimmer nicht kennen, wobei… egal.“ grinste Zada und zog Lara komplett nackt aus und legte sie ins Bett, dann kam Zada ebenso nackt mit und zog die Decke über sich.

„Hoffentlich stellt sich Kyllia mir nicht in den Weg, denn Lara gehört mir.“ streichelt Zada die Wangen von Lara, die nicht ahnte, das ihre neue Freundin sich in sie verliebt hat. Aber das ist eine Geschichte für später…

Ein bisschen heiß ging es in einem anderen Zimmer her. Die anderen Gäste bekamen es nicht mit, so dringend hatten sie den Schlaf gebraucht. Irgendwann berichtete Sina ihrer Freundin, was alles beim Vampirtreffen passierte.

Wie das Gespräch verlief und wer die anderen Clanführer waren. Das Taos vermutlich einer der wenigen sein wird, der noch Probleme machen wird.

Das Kyllia und Lisa in einen fürchterlichen Streit kamen und die Burg zerstörten und nur durch den Einsatz von Sina sowie Layla gestoppt werden konnten.

Das beide zu einem Bluteid gezwungen wurden und in ihrer Dämlichkeit das Blut getrunken haben. In allen Einzelheiten erzählte Sina wie sich Lisa sowie Kyllia verändert haben und das ihre Schwester neue Wege suchte, Lisa das Leben schwer zu machen.

Und schlussendlich von Layla, durch die Erlaubnis von Sina, Kyllia ins Land der Träume geschickt hat, damit endlich Ruhe war.

„Wow, scheinbar war in den wenigen Stunden viel passiert.“ staunte Sherry. „Normalerweise ist das, was in mehreren Tagen passiert und nicht in Stunden…“ stöhnte Sina.

„Dann bin ich ja mal gespannt, wie Kyllia nun aussieht. Glaubst du, ihre Werte haben sich geändert?“

„Gute Frage, daran habe ich nicht gedacht. Das werde ich morgen mal direkt überprüfen.“

„Sei ehrlich, das Chaos hast du doch geplant oder?“ fragte Sherry. Einen kurzen Moment sah man an Sina, wie sie lächeln wollte, aber es unterbunden hat.

„Nein, nicht wirklich. Ich hatte eine starke Vermutung gehabt, das Lisa zwar vor Ort sein wird, aber nicht dass es so dermaßen ausartet. Dann hätte ich lieber dich mitgenommen, zumindest beim nächsten Treffen nehme ich dich mit.“

„Aww…“

Am nächsten Morgen wurde Lara wach und schaute in das schlafende Gesicht von Zada. „HUH?“ war der erste Gedanke von Lara und merkte schnell, das sie unter der Decke nackt war. „Warte, was ist gestern zuletzt passiert und warum bin ich nackt?!“ überlegte Lara fieberhaft.

Scheinbar konnte man Zada leicht wecken, denn sie fing an, ihre Augen zu öffnen: „Ah… Morgen Lara… du bist ja ein Frühaufsteher.“

„Eh… wieso liegst du in meinem Bett und wieso sind wir nackt?“

„Wie? Hast du unsere tolle Nacht vergessen? Ich wusste ja nicht… dass man als Frau solche tollen Erfahrungen machen kann.“

„ … “

„Das war ein Scherz. Sherry hat mir dein Zimmer gezeigt, weil Lady Sina sagte, dass ich bei dir schlafen soll, nur warst du im Tiefschlaf gewesen. Den Rest kannst du dir ja denken, weil ich kein Theater machen wollte.“

„Aber… warum nackt?“

„Eh? Wo ist das Problem? Noch nie nackt geschlafen? Dann hast du dich noch nie so richtig frei gefühlt oder?“

„Doch… schon, aber glaubst du nicht, dass… wenn wir erst vor kurzem Freunde geworden sind, es nicht ein bisschen merkwürdig ist, wenn wir auf einmal nackt zusammen im Bett schlafen?!“

„Ich sehe da kein Problem, werde heute diesen Ronald aufsuchen, damit ich mir ein schönes Häuschen kaufen kann. Mutter hat mir ein ziemlich großes Erbe hinterlassen und solange Riskel es nicht merkt, wird es auch keine Probleme geben.“

Lara seufzte nur schwer und zog die Decke runter, erschrak aber, als sie die vielen Narben an Zada´s Körper sah.

„Bevor du fragst, ich sage nur Mutter und sie wusste, wie man Narben in Vampire rein brennen konnte. Ekelhaft oder?“

„N… nein. Du hast mir ja schon ein bisschen von dir erzählt, aber… wie kann eine Mutter das nur ihrem Kind antun?“

„Lara… die alten Vampire haben einfach eine andere Sichtweise, besser kann ich es dir nicht erklären.“ war Zada traurig, auch wenn sie das mit einem Lächeln verbergen will.

„Keine Sorge, ich habe auch eine Narbe. Eine sehr große am Rücken, die mir der letzte Dämonenkönig angetan hat.“ tröstet Lara sie, ignoriert dabei, dass sie sowohl Zada im Zimmer nackt waren.

„Darf… ich sie mal sehen?“ fragte Zada schüchtern. „Wieso… habe ich das Gefühl, dass in letzter Zeit so einige Frauen auf mich stehen?“ hatte Lara den Gedanken…

Sina verlässt im Morgenmantel ihr Zimmer und sah im Vorgarten durch ein Fenster, wie Kyllia erschöpft auf dem Boden lag. Also ging Sina nach draußen, um ihre Schwester auf zu gabeln.

„Ah… guten Morgen Schwesterlein, du hast es ja noch rechtzeitig geschafft vor dem Training anzukommen.“ lächelt Sina.

„Du… kannst… mich… auch… mal…“ atmet Kyllia schwer. „Aber nein, einer muss doch meine Freunde dazu antreiben. Und wie war der Flug mit den neuen Flügeln?“

„Irgendwie… schneller. Zumindest hatte ich das Gefühl gehabt. Ich war nur froh, so schnell wie möglich vor der wütenden Lady Layla entkommen zu sein, nachdem ich mit Eiswasser geweckt worden bin.“

„Jetzt mal ehrlich, was ist eigentlich mit dir und Lisa? Dachte, du magst Lara?“

„Ich bin an ihr interessiert, das heißt< aber nicht, dass ich sie liebe oder? Ich weiß ja nicht mal, ob ich auf Männer oder auf Frauen stehe!“

„Aha… und der Kuss mit Lisa? Es ist eine Sache, wenn es in einem Traum bewusst manipuliert wird, aber eine andere, wenn man jemand wirklich küsst!“

„Keine Ahnung. Seit dem Eid kann ich Lisa ja nicht mehr schlagen, aber das betrifft nicht solche Aktionen wie streicheln, küssen und ähnliches wie du gemerkt hast.“

„Das konnte man nun wirklich nicht übersehen, aber du hast meine Frage nicht beantwortet!“

„Keine Ahnung verdammt! Ich weiß nur, dass ich Lisa nicht mehr aus dem Kopf bekommen werde, dank dir!“

„Willst du jetzt ein Taschentuch von mir haben oder wie? Ich bin ehrlich gesagt ein bisschen enttäuscht von dir, weißt du das? Ich wusste das Lisa auch dort in der Burg sein wird, aber dass es zu so einen Desaster kommen wird? Den Rest hast du ja dort mitbekommen.“

„Es… tut mir auch leid…“

„Das sollte es auch. Ich kann nur froh sein, das Layla keine Rache oder ähnliches plant, zumindest hatte ich nicht den Eindruck gehabt, dass sie darüber nachgedacht hat.

Aber denk jetzt einfach mal in der Zukunft nach, welche Entscheidungen du triffst und welche Konsequenzen dadurch entstehen. Du hast Lisa geküsst, was glaubst du, wie sie sich nun fühlt hmm? Entweder hasst sie dich weiterhin oder es entsteht eine Romanze, die nicht mal du kontrollieren kannst!“

„Eh…“

„Das ist wie im Schach, du planst doch auch deine Züge des Gegners heraus oder nicht? Wenn du eine falsche Entscheidung triffst, wird der Gegner es gnadenlos ausnutzen. Mir ist es egal, was du mit Lisa machst, nur denk vorher nach.“

„ … Es… tut mir wirklich leid…“

„Und dann die Aktion mit dem Blut, weißt du, wie ich mich in diesem Moment gefühlt habe? Ich habe mir unendliche Sorgen um dich gemacht! Gerade ich weiß es, was passiert, wenn man mit Vampirenblut in Kontakt kommt und du trinkst ein ganzes Glas!“ fing Sina an zu Tränen.

„Du kannst wirklich von Glück reden, dass dir nur die Flügel größer geworden sind und sich ebenso nur eine Augenfarbe geändert hat. Nun sehen wir noch identischer aus als vorher, aber das ist egal. Ich war total perplex, dass du es überhaupt getan hast, dir hätte auch sonst was wachsen können, ich kenne nicht alle Nebenwirkungen.

Lisa hat nun einen Dämonenschwanz wie du und ihre Brüste sind größer geworden, wenn ich raten müsste, liegt es vermutlich an unserer Rasse der Sukuben und scheinbar war Lisa jetzt nicht SO unglücklich darüber gewesen.

Ich kenne dich jetzt erst für eine kurze Zeit, obwohl wir beide nun über hundert Jahre alt sind, aber in der kurzen Zeit hast du dich an mein Herz angeschlossen und da mache ich mir schon große Sorgen um dich als große Schwester!“

Die Schimpftirade haben alle in der Villa mitbekommen und schauten neugierig aus dem Fenster. Alle schauten die Veränderung bei Kyllia erstaunt an, fragend was am Abend passiert war, da Kyllia nun ein neues Aussehen hatte.

Kyllia fielen nun ebenso die Tränen herunter vor Scham. Sie als auch ihre Schwestern hatten alle keine Mutter, aber so eine Schimpftirade hatte Kyllia noch nicht erlebt.

„Glaube… Kyllia hat verstanden, wie sehr du dich um sie gesorgt hast.“ meinte Sherry, die an der Haustür stand.

„Mir egal, sie soll mitbekommen, was ich in dem Moment gefühlt habe. Das ist das ähnliche Gefühl, was ich bei Sherry immer habe, wenn ich um ihre Sicherheit besorgt bin!“

Die Zwillingsschwestern ließ ihre Tränen ungehemmt fallen. Sie fand keine Worte, denn sie wusste auch nicht, was man in solch einer Situation sagen soll. Sina kniete vor ihr und umarmte sie.

„Einfach… nur ein bisschen nachdenken, bevor du was tust, mehr will ich nicht von dir…“ flüstert Sina ihrer Schwester ins Ohr.

Nun weinte Kyllia laut und drückte sich an Sina fest.

Seite 1 von 26

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén