Sin Roswell

Web Novel Deutsch

Kapitel 39

Ich bin wiedergeboren und die Reise geht weiter?

Sherry konnte die halbnackte Sina rechtzeitig mit einem Mantel retten, während Mariel die Männer ausschimpfte, dass sie doch Benehmen zeigen sollten.

Einige Zeit später stellt man Sina mehrere Eimer Wasser zur Verfügung damit sie sich reinigen kann, denn an Wasser mangelt es nicht. Sina wird von den anderen Damen bewacht, während sie sich im Freien ihren Körper mit einem Stück Seife wäscht und dabei ein roten Kopf hat.

„Welch eine Schande… Wieder ein Kimono und Rest verloren und dann noch im Freien mit kaltem Wasser waschen… *snif*“ weinte Sina leise in sich hinein.

„Na na, du hast uns vor einem Riesenmonster gerettet, also zeig ein bisschen mehr Heldenwürde. Ich lege dir mal Wechselkleidung hin.“ teilt Sherry es Sina mit.

„Aber ich habe…“

„Sie passen dir! Diesmal sollte es mit dem Hemd keine Probleme geben.“

„Aber…“

„Sie. Passen. Dir.“

„Du bist unheimlich…“

„Das will ich nicht aus deinem Mund hören.“

Sina gab auf, weil die Diskussion vermutlich im ganzen Land zu hören wäre. Nachdem Sina sich einigermaßen gewaschen hat, schaut sie ihre Wechselkleidung an.

„Sag mal Sherry, hast du die Kleidung geschnitten?“

„Das ist richtig, ich schneide gerne Kleidung.“

„Dann hast du doch ein Hobby! Warum wolltest du dann keinen Kellerraum haben?“

„Weil ich es lieber in meinem Zimmer mache, wo ich schlafe und alles im Auge hab.“

„Wieso habe ich das Gefühl, dass ich mehr oder weniger dein Model geworden bin?“

„Weil du schön bist und mir gerne den Gefallen tust, sie anzuprobieren? Einzig deine Brüste sind etwas sehr groß, aber mit dem neuen Hemd sollte es passen.“

„Also lass mich sagen, Lederhose mit Lederschuhen, einen Gürtel und eine schwarze Bluse mit rotem Muster die wie Blitze aussehen? Kreativität hast du.“

Ohne Murren zog Sina die neue Kleidung an. Sie passen wie angegossen, die Schuhe waren nicht unbequem, die Lederhose war wie eine zweite Haut, der Gürtel diente mehr zu dekorativen Zwecken, aber das Hemd…

„Sherry? Das Hemd hat keine Knöpfe, nur einen großen V-Schnitt, der meine Brüste sehr betont.“

„Lass mich mal schauen. Genau so habe ich mir das vorgestellt!“

„Meinst du nicht, dass ich die männliche Begleitung ablenke?“

„Wir sind doch eh die ganzen Zeit hinten, wie willst du sie denn ablenken?“

„Wenn wir wieder zuhause sind, werden wir nochmal ganz in Ruhe darüber reden, wie die zukünftigen Klamotten werden…“

„Das können wir gerne machen, komm ich mache dir deine Haare.“

„Sag Mariel, wie lange müssen wir noch warten? Der Feind wartet nicht unbedingt, bis wir an seine Tür klopfen.“ nörgelt Castien.

„Solange bis Sina fertig ist. Die Dame hat immerhin dieses Monstrum getötet und ihr hattet nichts besseres zu tun, als sie zu spannen!“ schimpft Mariel.

„Wir können doch nichts dafür, dass die Magensäure ihre Kleidung zerstörte.“ murmelt Onesta.

„Aber ihr habe nicht unbedingt weggeschaut, als wir euch das befohlen habe!“ schimpfte Mariel weiter.

„Nun, ich bin ein Zwerg und stehe nur auf Zwerginnen, aber irgendwie hat Sina… mich in ihren Bann verzaubert…“ versuchte Erilag sich zu entschuldigen.

„Wer hätte es ahnen können, dass unter ihrer komischen Kleidung so eine Schönheit steckte.“ träumte Onesta.

„Meine Herren, ich würde euch bitten an was anderes zu denken, sonst wird Mariel ihren Stab wieder gegen uns einsetzen. Auch wenn ich zugeben muss, das Sina wirklich schön ist.“ versuchte Kunz ernst zu bleiben.

„Bei der Göttin, Männer…“ verdreht Mariel die Augen, aber Mariel musste zugeben, das Sina tatsächlich für einen Menschen eine Schönheit ist, sonst werden ja immer die Elfen als Schönheiten betrachtet.

„Was ich viel mehr komisch finde, dass die Magensäure ihr keinen Schaden zugefügt hat. Ich hätte eher damit gerechnet, das Sina mit schwere Verbrennungen oder sonstiges erleiden wird. Sogar daran sterben würde, aber nichts. Ihr habt alle gesehen, wie diese Säure den Boden geradezu rein geätzt hat.“ kommentiert Castien mürrisch.

„Nun, vielleicht einfach Glück im Unglück? Ich fand es viel faszinierender, dass jemand ein riesiges Monster von innen aus getötet hat.“ meint Erilag. Kunz schaut mit einem ernsten Blick Onesta an.

„Nein, sie hat keinerlei Resistenz gegen Säure, wobei heute dürfte sie welches aufgebaut haben, aber selbst dann hätte sie Schwierigkeiten gehabt.“ kommentiert Onesta.

„Du meinst also, Sina könnte ihre Werte gefälscht haben?“ fragt Kunz grübelnd.

„Ich wüsste nicht, ob das überhaupt geht. Sie müsste ein sehr mächtiges Artefakt tragen, aber ich habe nichts Verdächtiges gesehen und auch nicht gehört, dass Sina irgendwelche Dungeons besucht hat.“ schüttelt Onesta den Kopf. Der Dämonenkönig würde sich auf die Schulter klopfen, wenn er das Gespräch kennen würde, wie toll sein Nationalschatz ist.

„Ihr Titel „Verteidiger“?“ hakt Kunz nach.

„Hmm, eigentlich ist das nur ein Titel, den sie bekommen hat, weil jeder ihr den Beinamen gegeben hat. Dieser sollte eigentlich gar keine Effekte haben, aber man sollte es nicht ausschließen.“ meint Onesta.

„Huhu, Sina ist fertig. Lass euch von ihrem neuen Aussehen überraschen.“ ruft Sherry winkend. Alle drehten ihre Köpfe zu der Stimme und sahen zwei Damen kommen.

Sina ist mit ihrer neuen Kleidung und Haarstil nicht wieder zu erkennen, denn die Kleidung betont ihre Figur extrem, vor allem ihr Hemd. Onesta schoss das Blut in die Höhe und bekam Nasenbluten, ohne es zu merken, die anderen sind sprachlos.

„Sag ich dir doch Sherry, du hättest ruhig meine Klamotten anziehen lassen sollen, aber nein. Nun schau dir die Gesichter an. Sie sehen aus, als hätten sie ein Gespenst gesehen und der arme Onesta hat sogar Nasenbluten.“ nörgelt Sina, während sie an ihren geflochtenen Zopf spielt.

„Sei mir lieber dankbar, dass ich dir vernünftige Klamotten gebe. Nun sieht wenigsten jeder, was du unter deinen Klamotten versteckst.“ merkte Sherry an.

„Wenn ich nicht wüsste, das Sina von Anfang an dabei wäre, hätte es auch eine fremde Person sein können.“ murmelt Mariel und die anderen nickten, sogar der arrogante Castien.

„Vielen Dank, dass ihr mir das Wasser zur Verfügung gestellt habt. Nun stinke ich nicht mehr so nach Magensäure.“ verbeugt Sina sich und dankt der Gruppe.

„Keine Ursache.“ antwortet Kunz knapp mit Schwierigkeiten, ihre Figur nicht zu sehr zu betrachten.

„Onesta? Deine Nase blutet.“ kommentiert Sherry, während Onesta sich endlich von seinem Starren losreißen konnte und ein Taschentuch suchte.

„Oh… eh… Entschuldigung. Meine Fantasie stieg mir ein bisschen zu Kopf.“ versuchte Onesta sein Bluten zu erklären, während alle Damen ein leises „Uwaaa“ von sich gaben.

„*hust* Dann sind wir alle wieder soweit? Gleiche Formation, wir haben lang genug Pause gemacht und Abmarsch.“ befiehlt Kunz und die Gruppe geht wieder weiter.

Diesmal hat Mariel sich dem hinteren Part der Gruppe angeschlossen, weil sie nun ihre Neugier befriedigt haben will.

„Gemeiner Trick von dir, Sina, mit deinen neuen Klamotten. Kunz wollte dich eigentlich zur Rede stellen, weil du diesen Megawurm allein angegriffen hast. Aber damit hast du dich heil aus der Sache raus gebracht.“ kommentiert Mariel.

„Das war Sherrys Idee! Aus irgendeinen Grund, wenn meine Klamotten bei den Kämpfen draufgehen, gibt sie mir ihre geschneiderten Klamotten!“ wehrt sich Sina.

„Ich weiß gar nicht, warum dich so wehrst. Sie passen dir doch prima und ich habe schon paar neue Ideen, welche Sachen ich dir schneidern könnte.“ überlegt Sherry laut.

„Ihr seid noch gar nicht solange als Team unterwegs und versteht euch ziemlich gut.“ lächelt Mariel.

„Och, ich habe Sherry bei der einen oder anderen kleinen Angelegenheit geholfen, nichts weiter tragisches.“ Sina versucht ihr leichtes grinsen zu verstecken, was ihr aber misslang.

„Kleine? Du legt dich mit gestandenen Abenteurern und Unterweltorganisationen an, ich warte noch darauf, dass du dich mit dem Kaiserreich oder der Theokratie anlegst. Dann fehlt ja nichts mehr.“ antwortet Sherry mit einer eintönigen Stimme.

„Himmel, du stellst mich ja da, als wäre ich der Dämonenkönig, der sich mit jedem anlegt.“ dabei hebt Sina eine Augenbraue spöttisch hoch.

„Nun, deine Stärke ist nicht normal. Ich glaube, selbst die anderen SSS-Abenteurer hätten diesen Wurm nicht auf diese Art und Weise getötet wie du.“ meint Mariel.

„Das war nicht mal geplant. Der Wurm hat mich einfach in die Luft geschmissen und ich fiel dann in sein Maul. Meinst du, ich will gefressen werden? Eher nehme ich das Monster mit in den Tod!“ nickte Sina.

„Sag, woher du auch kommen magst, haben alle Frauen deine Statur? Du bist etwas auffällig, weiß du?“ und zeigt auf Sinas Brüste.

„Eeeh, was habt ihr alle mit meinen Brüsten… Ich habe halt ein gutes Erbgut und nein, mir ist nicht aufgefallen, dass es Unterschiede bei den anderen Frauen gab.“ erklärt Sina. „Kann ja schlecht sagen, dass es normal wäre bei Sukuben.“ dachte Sina.

„Ich verstehe. Wie kommt es, dass du so stark bist? Ich meine, du legst dich mit einer Armee an, halbierst einen Skelettdrachen und dann dieser Megawurm.“ fragt Mariel.

„In meine Kindheit musste ich direkt trainieren und durfte keine Pause machen. Mein… „Lehrer“ war ein Sadist, der es sichtlich genossen hat mich zu schikanieren mit der Erlaubnis meines Vaters. Resultat war, dass ich am Ende der Ausbildung gegen die vier stärksten Krieger kämpfen musste ohne Waffen. Ich habe am Ende gewonnen und einer der vier Kämpfer lag für mehrere Wochen im Bett, aber ich war auch für mehrere Tage bettlägerig.“ erzählt Sina ihre Kindheit.

„Das höre ich zum ersten Mal von dir. Kein Wunder, das du Probleme hast mit Autoritätspersonen bei so einer Kindheit. Wie ist deine Familie?“ fragt diesmal Sherry.

„Meine Mutter kenne ich nicht und weiß auch nicht was mit ihr geschehen ist. Soweit ich weiß, habe ich Schwestern, aber ich wurde von ihnen nach meiner Geburt getrennt, so kenne ich ihr Schicksal ebenso nicht. Die einzige Person, von der ich erzählen kann, ist mein Vater.

Eine sehr dominante Person, der keinen Widerspruch duldet sowie Versagen. Ich hatte etwas mehr Freiheiten gehabt, weil ich seine Tochter war, aber… einen wirklichen Unterschied zwischen mir und seinen Untergebenen habe ich nicht gemerkt.“

„Nicht nur eine verkorkste Kindheit, sondern auch mit der Familie bestraft. Aber weißt du, wenn ich deinen Vater kennenlernen sollte, werde ich mich bei ihm bedanken.“ meint Sherry, dabei schaut Sina sie verdutzt an.

„Nun, wegen ihm bist du doch so stark geworden oder? Ohne diese Stärke würden wir hier nicht auf diesem Abenteuer sein. Dabei hast du nicht nur mich gerettet, sondern auch Efrana und unsere Gruppe. So sehr du deinen Vater nicht leiden kannst, du kannst dich dieser Logik nicht entziehen.“ nickt Sherry mit ernsten Augen Sina zu.

„Da ist allerdings was dran und wer weiß, was du in der Zukunft noch machen wirst. Seitdem du erschienen bist, hat irgendwie ein Wandel stattgefunden und ich muss sagen, dass es sogar gut ist.

Die Welt ist irgendwie… stehen geblieben. Keine Entwicklung oder sehr langsam. Die Beziehung einiger Völker hat sich verschlechtert und es gibt Anzeichen für einen großen Krieg zwischen dem Königreich und dem Kaiserreich.

Angenommen, die Untoten wären nicht aufgehalten und der Skelettdrache wäre in Efrana eingesetzt worden. Ich will nicht wissen, was für eine Zerstörung stattgefunden hätte. Ich denke, es war deine Bestimmung, dies zu verhindern.“ erklärt Mariel ebenso ernst.

Sina war sprachlos, sie wusste nicht, was sie dazu sagen soll. „Weißt du Sina, ich würde dich gerne als Freundin haben. Ich habe auf dieser Welt nicht wirklich viele Freunde. Da ich mit meinem Team immer am reisen bin. Aber mein Gefühl sag mir, dass man dir vertrauen kann. Trotz der Aktionen die du machst.“ bietet Mariel ihre Freundschaft an mit einem schiefen Grinsen.

„Wirklich? Dann würde ich dich auch gerne als Freundin betrachten, in diesem Abenteuer müssen wir Frauen doch zusammenhalten.“ nimmt Sina das Angebot an und wird von Mariel umarmt.

„Richtig und wer weiß, vielleicht machen wir in der Zukunft noch ein Abenteuer.“ freut sich Mariel und Sherry grinst ebenso.

„All dieses Vertrauen, wie würden sie reagieren, wenn sie wüssten, wer ich in Wirklichkeit bin…“ dachte Sina traurig.

Kapitel 38

Ich bin wiedergeboren und bin ein Experte für riesige Monster?

Am nächsten Tag fand die Gruppe eine lange öde Steppe voller Gestein. Vor allem aber auch riesige Knochen waren zu sehen.

„Das würde erklären, wie sie an den Skelettdrachen ran gekommen sind, bei all diesen Knochen. Es ist ja wie ein Monsterfriedhof, aber… ich habe noch nie gehört, dass im alten Königreich irgendwelche große Monster lebten.“ murmelt Onesta.

„Na ja, wann genau ist das Reich untergegangen? Wenn keine Zivilisation existiert, herrschen die Monster. Hier blüht das Herz jeden Leichenbeschwörers auf, da könnte man schon das eine oder andere Monster als Skelett wiedererwecken.“ meint Sina.

„Hier sind zumindest sehr viele Spuren eines großen Marsches… vermutlich von der Armee.“ deutet Castien auf den Boden.

„Dann sind wir auf dem richtigen Weg. Bisher verlief die Reise ohne nennenswerte Störungen und ich hoffe, dass es so weiter bleibt.“ erklärt Kunz zufrieden.

„Aber was sind das für Erdhügel? Irgendwie… passen sie nicht so ganz ins Bild hier.“ gab Sherry ihre Bedenken kund.

„Hat das Mischling etwa Angst? Du kannst jederzeit wieder umkehren.“ lästert Castien.

Kunz mischte sich ein, als er bei Sina die Blitze aus den Augen fliegen sieht. „Keine Streitereien hier, gleiche Formation wie gestern und los geht´s.“

Castien zieht stark die Nase hoch und ging vor, während die anderen nur den Kopf schütteln. „Du brauchst mich nicht vor allen immer so beschützen, weißt du Sina?“ flüstert Sherry.

„Hmm, ich habe eher ein Problem, dass wir einen Rassisten dabei haben. Das du auf dich selber aufpassen kannst, weiß ich doch.“ dabei lächelt Sina ihre Freundin an.

Einige Stunden später lief die Gruppe tiefer in die Einöde. Sie durchquerten riesige Knochengerippe, als wären es Riesen gewesen.

„Ich wundere mich, warum sie nur den Skelettdrachen geschickt haben. Bei all dem Gerippe dürften bestimmt noch andere ziemlich auf seinen Niveau liegen.“ sagt Sina.

„Vielleicht braucht man das komplette Skelett? Ich habe hier relativ wenige Schädel von diesen Monstern gesehen. Aber Nekromantie ist nicht mein Gebiet.“ meint Sherry.

„Was das wohl für Monster waren? Die müssen ja alle riesig gewesen sein, hat das Königreich Efrana nie solche Probleme mit Riesenmonster gehabt?“

„Nicht das ich wüsste. Es gab mal hier und dort eine Geschichte. Doch dieser Friedhof übertrifft ja die Anzahl der Monster als die von den Geschichten.“

„Sag, warum hältst du diese Hügel so im Auge? Meinst du, da leben die Leichenwürmer oder anderes?“

„Ich weiß ja nicht mal, wie diese Leichenwürmer aussehen, aber ist dir nicht aufgefallen… dass einige Knochen angenagt aussehen?“

„Nun, können auch andere Aasfresser gewesen sein, das dürfte die ja auch anlocken.“

„Fressen Aasfresser auch Knochen? Auf mich wirkt das so, als wären die Knochen gezielt gefressen worden.“

„Du beschwörst dein Unglück gerade zu heraus, kann das sein? Na dann bin ich ja gespannt, was für Viecher wir hier treffen werden.“

Es vergeht einige Zeit, da gibt Castien einen Pfeifton, eine Warnung, dass etwas nicht stimmt. Alle zogen ihre Waffen und machten sich auf einen Kampf bereit.

„Ich liebe dich wirklich Sherry.“ freut sich Sina, während Sherry etwas blau im Gesicht wurde. „Du bist echt kampfsüchtig oder?“ murmelt Sherry.

Bisher sind noch keine Monster erschienen, bis man eine leichte Vibration unter den Füßen spürte. Alle schauten nach unten und sehen, wie sich kleine Kieselsteine hin und her bewegten.

Dann durchbrach wie aus dem Nichts ein Monster aus den Boden. Ein riesiger Wurm, der ein Maul voller Reißzähne und extrem blasse Haut hatte. Dann kamen weitere Würmer aus den Boden. Der Kampf hat begonnen.

Jeder der Teilnehmer kämpft mit einem Wurm. Einige haben weniger ein Problem mit diesen Monstern wie Sina, andere tun sich schwer, sie zu treffen weil sie sehr agil waren.

„Wenn ich raten müsste, sind das keine Leichenwürmer, wenn sich diese Dinger eher von Knochen ernähren. Ich taufe sie einfach mal als Knochenfresser, so scharf wie ihre Mäuler sind.“ teilt Sina es mit.

„Aber ich habe noch nie solche agilen Würmer gesehen. Wie können sie denn unseren Standort finden? Die haben ja nicht mal Augen.“ und Sherry weicht einen Angriff von einem Wurm aus.

„Glaube durch Vibrationen, wir geben ja mehr oder wieder Kampflaute ab und treten auf dem Boden, dass verrät unsere Position.“ vermutete Sina.

„Meinst du, wenn wir nichts machen, würden sie verschwinden?“ sieht Sherry einen Hoffnungsschimmer.

„Und wie lange sollen wir still bleiben? Ich denke, wir sind in ihrem Revier, da sollten wir direkt aufräumen. Zumal, wenn wir wieder zurückkehren, haben wir zumindest eine Sorge weniger.“ lehnt Sina die Idee ab.

Der Kampf geht weiter, bis auf einmal die Erde richtig heftig zu beben beginnt. „Da kommt wohl der Boss. Na mal schauen, was er so drauf hat.“ freut Sina sich.

Ein bisschen weiter von der Gruppe entfernt bildet sich ein immer größer werdender Erdhügel, bis ein Wurm die Erde durchbrach. Jeder der Teilnehmer war von der Größe dieses Wurmes schockiert.

„Wow, der ist ja dreimal größer als der Skelettdrache, den nehme ich mir vor!“ und Sina rannte auf dem Wurm zu. Der Megawurm gab ein langes und lautes Brüllen von sich, dabei kamen viele weitere Würmer aus der Erde heraus und blockierten den Weg.

„SINA! Komm zurück, wir müssen zusammen bleiben!“ rief Kunz Sina zu, als er sah, wohin sie rannte, aber Kunz wurde ignoriert und musste sich mit seinen eigenen Probleme befassen.

„Blutklinge… Murtair… Nun testen wir mal die neue Fähigkeit! Bei diesen ganzen Würmern die uns im Weg sind, ist das der ideale Zeitpunkt es auszuprobieren… Schwertwirbel!“ und Sina wirbelt sich durch die Würmer, die keine Chance hatten auszuweichen.

„Hoffentlich geht das lästige Weib dabei drauf.“ knurrt Castien, der ihre gedankenlose Aktion sieht und den nächsten Wurm tötet.

Sherry kombinierte ihre Fähigkeiten mit dem Schwert und ihre Magie und schaffte es, sich den Höllenschwerter anzuschließen.

„Hol Sina zurück!“ ruft Kunz, aber Sherry schüttelt den Kopf. „Keine Chance bei diesen ganzen Monstern, außerdem lenkt sie mit ihrer Aktion diesen… Riesenwurm ab! Wenn wir Luft haben, können wir irgendwas gegen das Monstrum machen?“ kommentiert Sherry.

„Ich habe noch nie einen Wurm in dieser Größe gesehen, der muss über Jahrzehnte nur gewachsen und gefressen haben, ohne dass es einen natürlichen Feind hatte.“ teilt Mariel es mit.

„Für so ein Vieh bräuchten wir Belagerungswaffen, die den nötigen Schaden anrichten. Himmel, dieses Vieh könnte locker eine Stadt zerstören bei dieser Größe!“ meint Erilag.

„Dann überlassen wir das Sina, sie dürfte die richtige Expertin sein für solche Monster.“ lächelt Sherry mit blassem Gesicht.

Je näher Sina dem Megawurm kam, desto gigantischer ist er. „Puh, wie kann ich so ein Vieh zerlegen? Der ist breiter als dieser Drache und diesmal habe ich keine Zeit meine Fähigkeit Allesschneider vorzubereiten, wenn mich die ganzen kleinen Würmer angreifen.“ murmelt Sina.

„Argh, ich hatte doch mal das eine Spiel gespielt…. „Gratos“ hatte doch auch mal so ein ähnliches Monster besiegt… AH!“ und Sina erinnerte sich wieder.

„Wegen seine Größe kann dieses Megavieh vermutlich eh nicht gut ausweichen. Kommt davon, wenn man zu viel frisst, Dickerchen.“

Sina war dann nah genug, dass sie beide Katanas in den Körper dieses Monsters reinrammte. Der Wurm spürte einen Einstich, das ähnlich wie ein lästiges Jucken war, aber ansonsten keine Gefahr spürte, bis…

Sina fing dann an, um den Wurm zu rennen und zieht ihre Katanas im Körper des Wurmes mit, das Monster schrie vor Schmerzen, wie er es lange nicht mehr erlebt hatte.

„Will Sina etwa den Wurm zerteilen? Das bringt nichts, sie würde nur seine Haut aufschneiden!“ meint Castien, der nicht mehr angegriffen wird und den Kampf beobachtet.

Der Megawurm brüllte und Sina lief unbeirrt weiter, bis der Wurm weiter aus der Erde herauskam und Sina mit sich zog. Dann buddelt der Wurm sich in an eine andere Stelle indie Erde hinein, Sina hielt ihre Katanas fest auf dem kommenden Aufprall mit der Erde.

Dann war der Wurm mit Sina weg, aber man spürte das gewaltige Beben unter den Füßen. Die Teilnehmer haben ihre letzten Würmer erschlagen und haben sich zu eine Gruppe gebildet, abwarten, was der Megawurm als nächstes macht.

Die Wurm durchbrach wieder die Erde und buddelte sich anschließend wieder rein, dabei zog es seinen gigantischen langen Körper mit und irgendwann sah man Sina weiter an seinen Körper… kleben.

„Was macht sie da? Lebt sie überhaupt noch?“ murmelt Onesta.

„Sie soll eine Expertin sein für solche Probleme?“ murmelt Erilag.

„Habt ihr bessere Vorschläge, wie man so ein Vieh töten könnte?“ kontert Sherry und alle schüttelt den Kopf.

Irgendwann kam die Schwanzspitze des Wurm und verschwand in die Erde. „Zumindest habe ich das längste Monster in meinen Leben gesehen. Das müssen wir dem Monsterforscher erzählen. Sie zahlen ja gerne für solche Informationen.“ rieb Erilag die Hände.

„Nur wenn wir lebend hier wegkommen.“ kommentiert Castien.

Etwas weiter entfernt durchbrach der Megawurm wieder die Erde mit einer Geschwindigkeit, die man seiner Größe gar nicht zugetraut hätte.

Dann knallte der Wurm mit seinen oberen Teil des Körpers hin und her auf dem Boden, bis Sina sich durch die ruckartigen Bewegungen vom Körper des Wurms loslöste mit ihren Katanas und unkontrolliert in die Luft flog. Alle Zuschauer hielten den Atem, als sie sahen, dass es Sina war.

„Hui… ist mir schlecht… Ah, der Wurm macht sein Maul auf um mich zu fressen?!“ Sina schaffte es schnell sich an ihre neue Situation anzupassen und sah, dass sie regelrecht in seinen Maul rein flog.

„Das hättest du wohl gerne mich einfach so zu fressen! Schwertwirbel, Schwertwirbel…“ und aktiviert immer öfters ihre Fähigkeit.

„Oh nein, Sina fällt in sein Maul rein!“ rief Mariel.

„Aber was macht sie da?“ murmelt Castien, der versucht zu sehen, was Sina kurz vor ihrem Tod macht.

„Ist das nicht ihre Fähigkeit, was sie gegen die kleinen Würmer eingesetzt hat? Will sie etwa…“ sagt Erilag.

Sina ist wie ein Wirbelwind… Ein Wirbelwind aus Schwertern, die um die eigene Achse drehten und immer schneller wurden, dass ihre Schnitte fast die Luft zerschneidet.

Dann war sie im Maul des Wurms. Die Zuschauer hörten so was ähnliches wie ein Schluckgeräusch. Erilag glaubte sogar, dass der Wurm ein Rülpsen von sich gab, aber Zwerge haben halt komische Ohren.

Auf jeden Fall brüllte der Wurm in eine Lautstärke, dass sich jeder seine Ohren zuhalten musste. Dann erbrach er eine große Menge von Flüssigkeit, die man als Blut betrachten könnte, wenn es nicht eine gelbliche Farbe hätte.

Der Megawurm windet sich vor Schmerzen hin und her, versuchte den Schmerz zu beenden, indem er mit dem Körper auf den Boden kracht, aber nur sich selber schadete.

Dann wurde er auf einmal kurz steif und gab ein leichtes Brüllen des Schmerzens ab, bevor er reglos auf den Boden krachte.

Die Gruppe wusste nicht, wie sie reagieren soll, lebt das Monster noch oder ist es tot? Was ist mit Sina, aber die Frage löste sich recht schnell.

An eine Seite des Megawurms bildete sich eine Beule bis diese dann aufbrach. Die Gruppe rannte zu dieser Stelle hin und sahen eine qualmende Sina.

„Himmel, das wird mir keiner glauben, wenn ich erzähle, dass ich ein Monster von innen aus getötet habe.“ murmelt Sina laut genug, dass jeder es mitbekam.

Sherry wollte schon nach Sina rufen, aber sie sah, welches Problem aufkam. Mariel stoppte die Männer. „Geht nicht weiter, aber hier ist eine Frauenzone!“ rief sie.

Die Männer schauten verdutzt zu Sina, bis sie alle merkten, dass die Magensäure, die überall an Sina dran war ihr Kimono und restliche Kleidung zerfraß, sodass sie bald nackt da stehen würde, nur mit ihrer Kettenrüstung.

„VERSCHWINDET SOFORT!“ schreit Sina mit rotem Kopf!

>Level 61 aufgestiegen< >Blutklinge Level 61 aufgestiegen<

>Blutklinge Selbstreparatur: Level 12 aufgestiegen<

>Blutklinge Schärfe: Level 12 aufgestiegen<

>Blutklinge Härte: Level 12 aufgestiegen<

>Säure Resistenz: Level 10 aufgestiegen<

>Säure Resistenz wird zu: Säure Immunität <

>Regeneration: Level 7 aufgestiegen <

>Schwertwirbel: Level 2 aufgestiegen <

Kapitel 37

Ich bin wiedergeboren und reise ins Land der Toten?

Die Tage verliefen wie im Fluge. Sina und Sherry haben ihre Vorbereitungen abgeschlossen. Suki und Mel passen auf die Villa auf, dabei achtet Suki darauf, dass die laufenden Projekte funktionieren.

Sina hat inzwischen das Waisenheim nochmal besucht und den Kindern wieder ein paar weitere Spiele beigebracht. Zum Highlight des Tages hat sie mit den Kindern wieder „We will We will rock you“ gesungen von Freddie Mercury , aber diesmal hat sie ein Musikinstrument mitgebracht: Schlagzeug. Das brachte ein Staunen unter den Kindern. So viele Zuschauer und alle hatten wieder ihren Spaß gehabt.

Die Schreiner bekamen weitere Aufträge, die etwas komplizierter waren, aber sie hatten diesmal etwas mehr Zeit. Sina freute sich schon darauf.

Alle Teilnehmer trafen sich auf der Brücke des Schicksals. Die Brücke wurde nach dem Kampf größtenteils repariert und man fängt an, Gegenmaßnahmen zu bauen, damit keine Invasion mehr so schnell nach Efrana kann.

Ansonsten wurde ein großes Marmorschild an der Seite der Brücke hingestellt, worauf steht, dass die Heldin Sina, die Verteidigerin gegen eine Armee von Untoten kämpfte.

„Soo, nachdem alle Teilnehmer anwesend sind, der folgende Plan. Ich habe eine Kopie vom alten Königreich und mit der Information von Castien werden wir direkt nach Süden reisen. Es wird zwar etwas länger dauern, aber wir wollen das Moor vermeiden.

Sollte im Süden keine Route existieren, so werden wir wohl oder übel die Felskette nehmen und klettern müssen. Doch eins nach dem anderen. Das Königreich ist nicht so groß gewesen, so sollte die Reise zur Hauptstadt höchstens 3Tage dauern, wenn wir keine unerwarteten Probleme bekommen.

Castien wird als Späher vorgehen, weil er die besten Augen hat und vor Gefahren warnen kann, Sina und Sherry werde die Nachhut bilden.

Sobald es dunkel wird, werden wir rechtzeitig einen sicheren Schlafplatz aufsuchen und Wachen einteilen. Die Gilde hat Proviant für Monate vorgesorgt sowie andere Hilfsgüter, daran sollte es nicht scheitert. Irgendwelche Fragen?“ schaut der Expeditionsleiter Kunz bei den Teilnehmer herum.

„Ok, dann geht es los!“ und alle marschierten ins Land der Toten.

Einige Stunden später fragte Sina Sherry: „Was ich mich wundere ist, eine ganze Armee wanderte zur Brücke, da müsste man doch zumindest Spuren ihres Marsches sehen.“

„Das liegt am Land Sina. Ich bin kein Experte wie die anderen, aber wenn ich den Boden so betrachte, ist er nicht unbedingt… fest? Es ist so, als würde der Boden wieder seine alte Form annehmen, was ziemlich abnormal ist.“ erklärt Sherry.

„Verstehe. Da du ja relativ viel Wissen hast, was kannst du mir über Monster so erzählen? Ich meine jetzt nicht unbedingt die ganzen Untoten. Die habe ich zu Genüge kennengelernt, sondern ob es ähnliche Varianten der Untoten gibt oder sogar Monster existieren, die sich von Untoten ernähren.“

„Du machst mich ja ganz verlegen, soviel weiß ich doch auch nicht, aber gut. Lass mich mal überlegen. Es gibt bei den Untoten die du schon kennengelernt hast auch… Untote, die nicht wirklich Untot sind, zum Beispiel Vampire.“

„Vampire? Also die Typen, die Blut zum überleben brauchen, kein Sonnenlicht oder Knoblauch vertragen oder Angst vor Kreuze haben?“

„Das kann ich nicht so genau sagen, es gibt Geschichten, da machte Sonnenlicht dem Vampir gar nichts aus, andere brannten komplett auf als sie mit der Sonne in Kontakt kamen. Ein Vampirjäger könnte dir näheres erklären.“

„Sind die stark? Also können sie in der Liga des Skelettdrachen spielen?“

„Keine Ahnung, so viele Berichte über Vampire gibt es nicht, nur das sie unheimlich schwer zu töten sind.“

„Lass mich raten, Kopf abschlagen oder ihr Herz zerstören?“

„Richtig, aber genau dort liegt das Problem. Ein Vampir ist immer stärker als ein Mensch oder andere Rasse. Ich kenne mich mit der Mythologie der Vampire nicht aus, aber es soll zwei Arten von Vampiren geben.

Die einen, die als Vampir geboren sind und die, die zum Vampir gemacht wurden. Ersteres sind immer die stärkeren, zweiteres müssen trainieren, damit sie stärker werden. Außerdem sind sie alterlos. Sie haben alle Zeit der Welt sich ihre Stärke anzueignen.“

„Hmm, meinst du sie haben ihre Finger in der Gesellschaft? Ich meine, wenn jemand dir ewige Jugend, Macht und Stärke anbietet ist das ein ziemlich heißes Angebot. Natürlich wird der Vampir einiges verlangen, aber es gibt genug gierige Wesen, die so ein Angebot nicht ausschlagen würden.“

„Du, ich bin nur eine einfache Abenteurerin. Ich würde es nicht mal merken, wenn ich an einem Vampir vorbei laufen würde.“

„Hmm? Keine rote Augen, lange Eckzähne, fahle Haut?“

„Doch das schon, aber wenn die sich verkleiden würden? Oder im dunkeln sieht man das alles nicht so richtig.“

„Ich wette, wir treffen auf diese Wesen, du Glücksbringer.“

„Wieso grinst du mich so an Sina? Oh man… Du hoffst echt auf eine Begegnung mit diesen starken Wesen? Willst du dich nicht erst mal mit dem Lichkönig auseinander setzten?“

„Meinst du, der Lichkönig wird alleine in seiner Burg sitzen und auf uns warten? Dann hätte er aber ein sehr kurzes Leben gehabt. Nein, der wird bestimmt die stärksten Diener bei sich haben, sonst würden nicht so viele S-Leute dabei sein.“

„Hoffentlich muss ich nicht auch kämpfen, so kampferprobt bin ich nicht.“

„Nun, du kannst doch mit dem Schwert kämpfen und zeitgleich Magie nutzen. Auf mich machst du den Eindruck eines Schwertmagiers. Hast du schon mal versucht dein Pech zu kontrollieren?“

„Wie meinst du das?“

„Nun, sagen wir, wenn dein Gegner dich angreift, dass irgendwas zufälliges dazwischen kommt und er auf dem Boden landet.“

„Nein, ich wüsste gar nicht wie ich mein Talent kontrollieren könnte. Es ist nicht wie Magie.“

„Schade, dann wärst du ein ziemlich gefährlicher Gegner, wenn du deine Umgebung bewusst beeinflussen kannst zu deine Gunsten.“

„Hmm, der Gedanke wäre schön, aber leider ist da nichts zu machen.“

„Es ist wie es ist. Neben den Vampiren, gibt es Monster die von Untoten leben? Ich meine, hier müsste es ja das reinste Festmahl für diese Monstertypen sein.“

„Du stellst Fragen, ich bin kein Monsterforscher weißt du?“

„Nun, ich versuche mich halt etwas abzulenken. Die Gegend ist ja schon so trostlos genug.“

„Ich glaube es gab da diese Leichenwürmer, aber mehr weiß ich über sie nicht.“

„Siehst du, schon wieder was neues gelernt.“

„Sag mal Kunz, die beiden sind ziemlich geschwätzig und sorglos, obwohl wir in einem feindlichen Gebiet sind.“ meint Erilag.

„Jeder geht anders mit dem Stress um. Wobei bei Sina bin ich mir nicht so sicher, ob sie etwas andeuten möchte. Denkt an die Konferenzversammlung, wie sie durch ihre Fragen ganz bewusst Ma Shi gelenkt hat. Ansonsten müssten wir uns jetzt planlos durch die Gegend nach Ruinen und sonstigem umschauen.“ kommentiert Kunz.

„Kunz… Ich war so frei und habe mir ihre Werte analysiert. Wusstest du, dass sie Meister in zwei Waffentypen ist?“ flüstert Onesta.

„Zwei? Dann spielt sie doch in der Liga der S-Abenteurer. Wieso ist sie noch A?“ hakt Erilag nach.

„Ich weiß nicht ob einer von euch die Übertragung gesehen habt, wie Sina die Armee und den Skelettdrachen besiegt hatte, aber zu diesem Zeitpunkt hatte sie noch den Rang G gehabt. Rang A bekam sie als Belohnung. Wir wissen alle, wer in die S-Liga will, muss die Zustimmung aller Gildenmeister haben.“ erklärt Onesta.

„Erinnere mich nicht daran. Das war ein Aufstand gewesen, bis alle Gildemeister zugestimmt haben, vor allem diese gierigen aus dem Kaiserreich.“ murmelt Mariel.

„Aber erzähl doch mal ihre anderen Werte Onesta.“ sagt Erilag

„ … Ich glaube, wir würden gemeinsam nicht gegen sie gewinnen.“ flüstert Onesta wieder.

„Ich habe ihre Übertragung gesehen und es hätte mich wirklich nicht gewundert, wenn sie viel stärker ist als ihr Rang es anzeigt. Aber so schlimm?“ teilt Kunz seine Meinung mit und Onesta nickt nur.

„Vermutlich kann Sina es mit dem „Schwertheiligen“ oder dem „Brecher“ aufnehmen, wobei gegen den zweiten hatten wir ja ein Duell gehabt und mir tun immer noch die Knochen weh, wenn ich daran denke.“ erklärt Onesta

„Hmm, dann hoffe ich wirklich, dass sie eine SSS-Abenteurerin wird. Dann können wieder Änderungen in der Abenteuergilde stattfinden. Es nervt unheimlich, dass bei gewissen Themen die anderen SSS-Abenteurer immer drei für Ja und drei für Nein stimmen, zumal Sina mir sympathisch ist.“ meint Mariel.

„Doch erst mal muss sie in die S-Liga kommen!“ erhob Erilag seine Stimme.

„Onesta, nur ein grober Gedanke, haben wir etwas gegen Vampire?“ fragt Kunz.

„Haben wir, aber ich muss dafür gewisse Vorbereitungen treffen. Ich fange damit direkt an, sobald wir ein Nachtlager haben.“ erklärt Onesta und Kunz nickt zufrieden.

„Himmel, warum muss ich mit allen diesen Idioten unterwegs sein. Ich hätte das auch alleine geschafft.“ dachte Castien, der angefressen aussah.

„Nur am quatschen. Damit locken sie nur Monster an… Es widert mich an, dass wir noch einen Mischling in dieser Gruppe dabei haben!“ führte er seine Gedanken weiter.

Als es langsam dunkel wurde, richtet die Expedition ein Nachtlager ein. Die Nachtwachen wurden eingeteilt und Vergünstigungen wurden verteilt.

Die erste Wache übernahm Sherry. Ohne zu wissen warum, blieb Sina ebenso wach und spazierte ein bisschen um das Lager herum, obwohl sie alle zusammen bleiben sollen.

Sina hat immer wieder das Gefühl beobachtet zu werden, aber trotz ihrer Nachtsicht-Fähigkeit, findet sie ihren Beobachter nicht.

„Ja, meine Traumfrau ist dabei!“ freut sich Ludwig Kelmont, der aus einer sehr sicheren Entfernung die Eindringlinge beobachtet.

„Ich hatte recht gehabt. Die Menschen schicken eine Expedition raus und mein Wunsch wurde erfüllt. Har…“ seufzte der Vampir.

„Hmm, wie erkläre ich das dem Boss…? Ich habe eine Idee, aber dazu müsste er mitspielen, notfalls zwinge ich ihn dazu!“ redet Ludwig weiter, bis er was sah.

„Hmm, was kommt da angeflogen?!“ und weicht im letzten Moment einem großen Stein aus.

„Oh? Ohne zu wissen, wo ich stehe hat sie auf ihre Instinkte vertraut? Wobei der Stein sieht nicht gerade klein aus… am besten ich verschwinde mal lieber wieder. Doch wir werden uns wiedersehen, meine Traumfrau!“ und Ludwig gibt ein Lachen von sich.

Sina hat einen großen Stein geworfen ganz nach ihrem Bauchgefühl und scheinbar hat es was gebracht, denn das Gefühl beobachtet zu werden, ist verschwunden.

„Nun sollte es eine ruhige Nacht werden.“ murmelt Sina und schließt sich Sherry wieder an.

Kapitel 36

Ich bin wiedergeboren und lerne die Mitglieder der Expedition kennen?

Einige Tage sind nun vergangen und die Stadt hat sich beruhigt über den Brand der Spielhölle. Niemand weiß, was mit Rosch passiert ist, nur das er unauffindbar ist. Die Villa zeigt fast ihre alte Pracht, der Garten wurde auf Grund und Boden komplett geschnitten und das neue Tor installiert, die Mauerarbeiten schreiten voran.

Suki hat saubere Arbeit geleistet in der Villa, sodass fast alle Räume fertig sind. Die Küche ist mit den neuesten Instrumenten ausgestattet und die Speisekammer ist gefüllt. Sherry hat inzwischen Mel kennengelernt, mit anfänglichen Schwierigkeiten verstehen die beiden „Damen“ sich inzwischen gut.

Sina hat Ronald einen großen Beutel Münzen anvertraut, dass er die kommenden Rechnungen bezahlt sowie das nächste Projekt angeht. Im Keller hat man viele weitere ungenutzte Räume entdeckt, sodass Sina beschloss, zwei Räume zu einem Kampftrainingsraum um zu wandeln.

Des weiteren soll einer der Räume komplett schalldicht umgebaut werden, für ihre musikalischen Projekte. Den anderen hat Sina angeboten, sich ebenso ein Hobbyzimmer zu nehmen, aber:

„Herrin, ich bin ein Geist…“

„Der Trainingsraum ist schon ausreichend, dort kann ich meine Kampfkunst perfektionieren, Herrin!“

„Hobby? Ich hatte nie das Geld dafür und habe auch irgendwie keine Veranlagung hmm?“

Also beschloss Sina erstmals die restlichen Räume unbenutzt zu lassen. Wer weiß was die Zukunft bringt. Prashi kam fast jeden Tag die Villa besuchen und hat Mel auch kennengelernt. Doch ihr fällt es wohl schwerer den Geist zu akzeptieren, was Mel für Streiche ausnutzt.

Dann kam der Tag, wo der Gildenmeister Ma Shi, Sina und Sherry zu sich rief. Beide sitzen nun im Büro des Gildenmeisters.

„Bevor ich anfange, Sherry, du möchtest Sina bei der Expedition begleiten?“ fragt Ma Shi.

„Jawohl, es ist für mich eine Ehre, das Sina mich gefragt hat! Ich werde mein Bestes geben, dass die Expedition erfolgreich sein wird!“ erklärt Sherry mit Stolz.

„Nun gut, Sina? Tu mir einen Gefallen. Wir gehen gleich in den Konferenzraum und ihr lernt die anderen Teilnehmer kennen. Egal was passiert oder gesagt wird, bitte keine Schlägerei, ok?“ warnt Ma Shi.

„Huh? Ok?“ wundert Sina sich dann und gehen alle in den Konferenzraum. Dort wartet Prashi schon und im Raum waren noch fünf weitere Personen, die Sina noch nicht gesehen hatte. Ma Shi deutet auf die leeren Sitzplätze für Sherry und Sina, so nahmen beide ihre Sitze ein.

„Ich grüße euch, ich stelle mich nochmal kurz vor. Ich bin der Gildenmeister Ma Shi und organisiere die Expedition. Im Zusammenschluss aller Gildenmeister sowie Anfrage des Königreichs, haben wir beschlossen, eine Expedition ins Land der Toten zu machen.

Ich stelle euch eben alle vor, denn ihr seid alle Teilnehmer dieser Expedition.

Sina die Verteidigerin mit einem Rang A sowie ihre Gefährtin Sherry mit einem Rang B.

Die S-Gruppe „Die Höllenschwerter“ mit ihrem Anführer Kunz Rang S, Onesta Rang S, Mariel Rang S und Erilag, ebenso Rang S.

Die „Nachtklinge“ Castien, Rang S und Solo-Abenteurer.

Ihr habt die nötigen Erfahrungen mit dem Land der Toten gemacht, so haben wir Gildenmeister euch auserwählt.“ stellt Ma Shi alle vor.

Die Teilnehmer nickten sich alle gegenseitig zu, bis Castien die Hand hebt.

„Ja Castien?“ fragt Ma Shi.

„Nehmen wir etwa die unreine blau haarige Brut mit? Ich weigere mich mit einem Mischling zusammenzuarbeiten.“ teilt Castien in einem arroganten Ton mit.

„Oh? Wusste gar nicht das Elfen solche Rassisten sind.“ meldet Sina sich. Ma Shi hatte schon mit so einem Ärger gerechnet, während Sherry betroffen traurig schaut.

„Was will mir ein Rang A-Abenteurer schon sagen. Werdet nicht aufmüpfig nur weil ihr ein paar schwache Untote getötet habt.“

„Nicht nur ein Rassist, sondern auch ein hochmütiger Idiot? Ma Shi, langsam verstehe ich, was ihr vorhin meintet, aber wenn nicht jemand gleich sein Maul stopft, bin ich das.“ droht Sina.

„SCHLUSS DAMIT! Castien, behaltet eure Meinung für euch und ihr Sina, keine Schlägerei!“ beenden Ma Shi den Streit. Zwischen Castien und Sina flogen die Funken, aber sie sagen nichts mehr.

„Nun, dann fahre ich mit der Planung weiter vor. Eure Aufgabe wird es sein, die Organisation, die hinter der Armee der Untoten steckte, aufzuspüren und wenn möglich, diese zu neutralisieren.“ führt der Gildenmeister die Erklärung weiter.

„Die Expedition wird Kunz leiten als erfahrener Anführer. Des weiteren bekommt ihr Proviant und andere nötige Gegenstände, die euch bei eurer Reise helfen werden. Wenn ihr noch irgendwas benötigt, stellt die Forderung an meine Assistentin Prashi, sie wird sich darum kümmern.“

Kunz, ein mittelalter Mann nickt zu seiner Ernennung und der Zwerg Erilag klopft ihm auf die Schulter. Mariel, eine Elfin, wirft immer wieder Blicke zu Castien und Sherry rüber.

„Das wäre alles.“ beendet Ma Shi.

„Warte, warte mal alter Mann. Wir sollen einfach ohne einen Plan in das Land reisen und jeden Stein mehr oder weniger umdrehen?“ fragt Sina etwas zweifelnd.

„Es gibt keine Karte vom Land der Roten, ihr werdet dies wohl möglicherweise tatsächlich so machen, also jeden Stein umdrehen.“ meint Ma Shi.

„Ok, es gibt keine aktuelle Karte, aber Sherry hat mir erzählt, dass es früher ein aufblühendes Königreich war. Gibt es davon keine Karten?“

„Sie bringen aber nicht viel, weil sich das Land komplett verändert hat.“

„Alter Mann, was haltet ihr davon, ein Gedankenspiel mit mir zu machen und in der Zeit holt Prashi die Karten des verlorenen Königreichs.“ schlägt Sina vor. Alle Teilnehmer schauten sich verwirrt um, aber Ma Shi nickte Prashi zu, dass sie in den Archiven nach einer Karte suchen soll.

Es dauert nicht lange, da kam Prashi mit einer sehr alten Karte. Diese wurde an der Wandtafel angebracht und man hat nun ein Bild vor Augen, wie das alte Königreich war. Auf der Karte war auch die Brücke des Schicksals abgebildet.

„Ok, eine Armee voller Untote. Woher bekommt man diese.“ fängt Sina mit dem Spiel an.

„Aus Schlachtfeldern, Friedhöfen oder da wo viele gestorben sind.“ antwortet Ma Shi.

„Aufgrund dessen da niemand den Grund kennt, warum das Königreich untergegangen ist, muss man die Dörfer, Städte oder andere Siedlungen mit einbeziehen.

„Hmm das stimmt.“

„Damit wäre die Frage geklärt, woher man so viele Untote herbekommt. Nun meine nächste Frage. Wenn ich eine Armee plane, dann möchte ich an einem Ort sein, wo ich nicht gestört werde und trotzdem Zugriff habe, Untote zu beschwören.“

„Hmm je weiter man von der Brücke des Schicksals entfernt ist, desto unwahrscheinlicher wird man auf Abenteurer oder Sonstige treffen. Also am besten tief im Land.“

„Richtig. Nun kommen wir zu der spannendsten Frage. Ich bin der Lichkönig und habe die Macht über den Tod. Ich bin mächtig und doch will ich meine Ruhe vor Fremde haben. Wo wäre im alten Königreich der beste Schutz?“

„… Eine Burg oder Schloss… Sie wäre heute vermutlich verfallen, aber…wenn sie noch halbwegs intakt ist, dann die größte Burg im alten Königreich.“

„Und wo wäre diese Burg?“

„Lass mich schauen… Wenn mich nicht alles trügt, war die größte Burg in der Hauptstadt gewesen… Hmm weit genug von der Brücke entfernt, man hätte Zugriff auf viele Untote und die Organisation hat dazu eine Burg. Aber man hätte zumindest einen Standort. Eine Burg kann sich unmöglich von einem Ort entfernen.“ ruft Ma Shi mit einer leicht begeisterten Stimme.

„Hmm, zumindest können wir damit was anfangen, aber… liegt zwischen unserem Zielort und der Brücke nicht das Giftmoor?“ fragt der Zwerg Erilag.

„Wo du es sagst, wir sind nie weiter gereist als bis zu diesem Moor. Puh, das wird aber eine anstrengende Reise. Ich glaube, wir sollten Gasmasken organisieren sowie genug Gegengifte.“ erklärt Kunz.

„Giftmoor?“ fragt Sherry und der stumme Onesta bricht sein Schweigen. „In der Tat, die ganze Gegend ist giftig, auch die Luft selbst. Mit einer bestimmten Giftresistenz könnte man das Moor problemlos überqueren, aber… Das Moor lebt. Es leben viele giftige Monster dort, doch das Moor selbst ist ein Problem. Wer einmal an der falschen Stelle tritt, wird vom Moor verschlungen.“

„Und warum gehen wir nicht… einen anderen Weg? Ich meine, wenn dieses Moor alles verschlingt, kann die Armee doch nicht da durchgelaufen sein.“ meint Sherry.

„Hmm da ist was dran, wir haben uns das Moor nie richtig angeschaut. Es wäre eine Möglichkeit, um das Moor herum zu reisen. Wie weit reichen deine Erfahrungen, Castien?“ fragt Kunz den Elf.

Der Elf zieht einmal kräftig Luft durch die Nase bevor er antwortet: „Wenn meine Erinnerung mich nicht täuscht, war nördlich vom Moor eine Felskette. Aber ich bezweifele das die Untoten die Kunst des Kletterns erlernt haben, also bleibt nur noch der Süden.“

„Dann ist es beschlossen. Ihr werdet die alte Burg in der Hauptstadt des Königreich aufsuchen. Dabei werdet ihr das Giftmoor umrunden. Alles weitere überlasse ich der Entscheidung des Expeditionsleiters Kunz. Ich schlage vor, dass ihr euch in zwei Tagen mittags an der Brücke des Schicksals trifft. Wenn ihr noch was benötigt, Prashi ist euer Ansprechpartner.“ beendet Ma Shi die Konferenz.

Castien hatte es scheinbar sehr eilig, er ging raus ohne sich zu verabschieden. „Na das wird ja eine heitere Reise mit dem Kerl. Was ist eigentlich sein Problem?“ murmelt Sina laut genug, dass jeder es mitbekommt.

„Er ist ein stolzer Krieger, der sich an die alten Elfentraditionen hält.“ erklärt Mariel, die auf Sherry und Sina zukommt.

„Viele Elfen denken genauso wie Castien, aber ich sehe das etwas anders. Ich finde, viele der alten Traditionen sollten abgeschafft werden. Ein Kind, dass zwei unterschiedliche Rassen kombiniert, kann niemals die Schuld der Liebe der Eltern sein.

Bleib stark Sherry, vielleicht kannst du in der Expedition zeigen, dass auch Mischlinge ihren eigenen Kampfstil sowie Stolz haben. Am besten ihr achtet nicht auf seine Provokationen.“ dabei hält Mariel die Hände von Sherry.

„Erm, danke? Aber ich glaube eher, das Castien und Sina sich in die Wolle bekommen, als er und ich.“ meint Sherry und schaut Sina dabei an.

„Ich werde mich benehmen, aber ich muss mir nicht alles anhören, was ein Rassist zu sagen hat.“ erklärt Sina sich.

Die restlichen aus der Gruppe Höllenschwerter kommt auch ihnen entgegen. „Ich freue mich zumindest eine solch starke Heldin bei uns zu wissen.“ meint Kunz.

„Arr, wenn wieder so eine Armee kommen sollte, überlasst es uns.“ grinst Erilag und Onesta nickt nur.

„Irgendwelche Tipps für die Reise?“ fragt Sina die Experten.

„Hmm nicht wirklich. Ist eine Reise wie jede andere, nur das man uns alles zur Verfügung stellt. Allein das heißt schon wie ernst die Lage ist. Ich hoffe nur, dass der Lichkönig nicht irgendwelche antike oder verbotene Magie beherrscht, sonst könnte das hässlich werden.“ denkt Kunz laut.

„Was versteht man denn unter antike oder verbotene Magie?“ wundert Sherry sich.

„Menschen erschaffen oder direkten Eingriff in die Seele humanoider Wesen zum Beispiel. Dämonen beherrschen solch verbotene Magie, aber wenn ich jemanden richtig verstanden habe, ist es ihre angeborene Rassenmagie und können nicht erlernt werden.“ erklärt Onesta.

„Und ihr glaubt der Lichkönig könnte ähnliches beherrschen?“ Sherry

„Davon müssen wir ausgehen. Ich… wir sind noch keinen solchen Untoten begegnet und die meisten Lichs waren kein Problem. Aber richtig alte Lichs darf man nicht unterschätzen und wir sprechen scheinbar über ein Wesen, das alt ist und vermutlich eine höhere Evolution der Lichs zu sein scheint.“ Mariel

„Ihr habt doch auch ein paar von ihnen erschlagen oder Sina?“ Kunz

„Hab ich das? Habe keinen Unterschied bei der Menge festgestellt, nur dass sie lästig waren und ich ihnen meine Aufmerksamkeit widmen musste. Wäre hässlich gewesen, wenn die noch gelebt hätten, als der Skelettdrache kam.“ Sina

„Bescheiden ist die Verteidigerin. Nun, ich hoffe, der Drache war der letzte, ansonsten weiß ich ja, wen ich vorschicke.“ Kunz

„Nicht Castien? Ich würde bei dem Kampf liebend gerne zuschauen, wie er das regeln würde.“ Sina

„Ich bitte dich wirklich von Herzen, den Kerl zu ignorieren. In dieser Expedition müssen wir alle zusammen halten. Mir persönlich gefällt das auch nicht, aber die Gildenmeister haben sich was dabei gedacht. Obwohl ich andere Abenteurer kenne, die im Land der Toten auch schon waren.“ Kunz

„Nun denn, treffen wir uns alle in zwei Tagen an der Brücke.“

Kapitel 35

Ich bin wiedergeboren und habe eine neue Mitbewohnerin?

Sherry wurde von Sina mit Prashi zur Gilde getragen. Im Krankenzimmer wurde Sherry verarztet, während Prashi und Sina warten. Als der Doktor die Erlaubnis mitteilt, dass man Sherry jetzt besuchen dürfte, ließen die Damen es sich kein zweites Mal sagen.

Prashi stürmte mehr oder weniger in das Zimmer herein und umarmte Sherry ganz fest. Dabei weint Prashi und Sherry weinte ebenso.

„Danke. Ich hatte wirklich schreckliche Angst bekommen, als die Schlägertypen kamen und mich zu Rosch brachten…“ erklärte Sherry.

„Warum hast du denn nichts gesagt? Ich, wir hätten dir doch geholfen!“ fragt Prashi direkt nach.

„Ich… habe mich geschämt. Ich wollte niemals Geld von meinen wenigen Freunden leihen…“ sagt Sherry es mit rotem Kopf.

„Sag, warum musstest du von Rosch das Geld leihen?“ hakt Sina nach.

„Ich… hatte einen Unfall gehabt mit einem Adeligen. Ich hatte die Wahl zwischen Kerkeraufenthalt oder 25Goldmünzen zahlen. Der Einzige, der diese Summe ausleiht war nur Rosch, deswegen habe ich mich auf diese Sache eingelassen.

Als ich von der Gilde eine Belohnung bekam, habe ich sie sofort Rosch ausgezahlt, aber er meinte, ich müsste die Zinsen zahlen von denen ich überhaupt nichts wusste. Also bin ich abgehauen mit dem Kommentar, bezahlt ist bezahlt… Mitnichten, er hetzte mir die drei Schläger auf den Hals und ich habe mich gewehrt aber…“ und Sherry fing wieder an zu weinen.

Prashi tröstet sie mit den Worten: „Jetzt ist alles vorbei. Niemand wird dich verfolgen oder Ärger machen. Dafür hat Sina gesorgt.“

„ … Danke, wirklich. Ich weiß gar nicht wie ich das jemals wieder gut machen kann.“ Sherry schaut dabei ihren Freundinnen in die Augen.

„Keine Ursache, dafür sind Freunde doch da oder?“ dabei grinste Sina.

„Das stimmt. Wie habt ihr mich eigentlich so schnell gefunden? Ich habe niemanden gesagt, welche Probleme ich habe?“ wundert sich Sherry.

„Ich hatte mir Sorgen um dich gemacht, also habe ich deine Wohnung aufgesucht. Diese war aber total verwüstet und keiner wollte mir helfen. Dann bin ich zu Sina gegangen und wir machten uns dann auf die Suche nach dir.

Sina hat ein spezielles Talent gehabt, die Leute… zum sprechen zu bringen, bis wir in der Spielhölle angekommen sind. Dort haben wir dich gefunden und als wir das Haus verlassen haben, war es am brennen.“ erzählt Prashi die Kurzversion des Geschehens.

„Was ist mit Rosch passiert? Der wird doch vermutlich Rache nehmen wollen!“ Sherry schaut dabei sehr ängstlich.

„Rosch sowie ein Großteil seiner Männer sind auf dem Weg zum dunklen Gott. Ich glaube nicht, dass die Göttin sich mit solchen unreinen Seelen befasst.“ kommentiert Sina ihre Frage.

„Oh Sina… Musst du es immer übertreiben? Glaubst du nicht, dass du nun Ärger bekommst?“ Sherry schaut Sina vorwurfsvoll an.

„Ich betrachte das nüchtern. Wenn Rosch soviel Dreck am Stecken hat und überall Leute hatte, die bei ihm Schulden haben, werden die meisten den Ball flach halten. Der Bürgermeister sowie die Wache werden, wenn überhaupt, mir einmal auf die Finger hauen und das wars.

Im schlimmsten Fall, wer will mich denn verhaften, der stärker ist als ein Skelettdrache oder eine Armee? Eher ist die Frage, wie die ominöse Organisation reagieren wird. Ich denke, sie werden vermutlich Rosch ersetzten müssen, aber ob sie Rache nehmen weiß ich nicht. Wenn sie es tun, wird es in der Zukunft einige Leichen geben. So einfach ist das.“ teilt Sina ihre Meinung mit.

„Ich… verstehe. Danke. Wirklich, danke das du mir geholfen hast, obwohl du die Probleme kanntest, die kommen könnten.“ Sherry weinte vor Glück solche Freunde zu haben.

„Sag Sherry, deine Wohnung ist ziemlich… chaotisch und ich glaube die Vermieterin wird dich wohl nicht mehr sehen wollen, nachdem sie Sina kennengelernt hat. Wo willst du denn unterkommen?“ fragt Prashi.

„Ich habe alles wichtige bei mir, ich geh nicht mehr zurück in das Armenviertel! Aber… ich weiß nicht, wo ich nun noch eine Wohnung finde? Muss ich etwa eine andere Stadt aufsuchen?“ Sherry schaut etwas verzweifelt.

„Sag, was hast du eigentlich für die letzte Wohnung an Miete gezahlt?“ fragt Sina ein bisschen unschuldig. Prashi ahnte, was gleich kommt und wirf Sina ein vorwurfsvollen Blick. Sina zuckt nur die Schulter und deutet auf Sherry, anschließend seufzt Prashi.

„Wieso fragst du das? Ich habe 20Silbermünzen zahlen müssen.“ beantwortet Sherry etwas verwirrt.

„Ich kenne da eine nette Hausbesitzerin. Sie hat vor kurzem erst eine Villa eröffnet. Da bin ich selber eingezogen. Es ist noch etwas chaotisch, aber ich glaube dir würde es dort auch gefallen. Zumal du bekommst morgens und abends zu essen und kannst du dich täglich waschen.

Ach, zwei weitere Mitbewohner leben auch dort schon. Starke Mädels, die würden jeden Schlägertyp vertreiben. Wäre das nicht was für dich?“ bietet Sina eine Gelegenheit an.

„Das klingt zu schön um wahr zu sein, aber müsste die Miete nicht hoch sein?“ hakt Sherry skeptisch nach.

„Das musst du mit der Hausbesitzerin aushandeln, aber ich kann ein gutes Wort einlegen. Wir verstehen uns ziemlich gut und wenn sie deine Situation kennt, wird sie bestimmt mit sich verhandeln lassen.“ strahlt Sina Sherry an.

„Erm ok? Besser als nichts oder? Aber ich glaube, heute werde ich erst mal hier schlafen. Der Schock sitzt noch zu tief und ich fühle mich besser, wenn ich in einer vertrauten Umgebung bin.“ sagt Sherry mit müden Augen.

„Dann machen wir das so. Prashi weiß wo das Haus steht, sie kann es dir morgen am besten erklären, nicht wahr?“ Sina zwinkert Prashi an, die aber den Kopf leicht genervt schüttelt.

Sina verabschiedet sich und hofft, dass die Taverne Friedensheim auf hat. Zu ihrem Glück war es tatsächlich offen und traf auf Mira. Sina bat warmes Essen zu kaufen und dieses mitzunehmen für mehrere Personen.

Eigentlich war es anders geplant, aber es ist wie es ist. Mira zeigte sich verständnisvoll und es dauerte nicht lange, da bekam Sina frisches warmes Essen. Zurück zu ihrer Villa angekommen stellte Sina fest, dass das Tor schon abmontiert wurde und ziemlich viel im Garten gemacht worden ist, was Sina zufrieden stimmte.

In der Villa ruft Sina nach Suki, die auch sofort erschien: „Ihr seid zurück Herrin, ich hoffe, ihr konntet eurer Freundin helfen? Entschuldigung, aber ich habe gute Ohren und habe das mitbekommen.“

„Kein Problem, es tut mir leid dass unsere Feier ausfällt, aber ich habe uns Essen mitgebracht. Frisch und warm, ich hoffe wir können irgendwo gemeinsam Essen und Mel will vielleicht uns dabei Gesellschaft leisten?“ sagt Sina.

„Ahh kommt mit, ich habe in der Küche schon ein bisschen angefangen. Das Badezimmer ist fertig und kann jederzeit genutzt werden. Am Anfang gab es mit dem Wasser Schwierigkeiten, aber Mel hat das Problem gelöst und nun haben wir wieder sauberes Wasser.“ erklärt Suki.

In der Küche angekommen sieht man tatsächlich eine leichte Veränderung, es wurde aufgeräumt. Suki holt sauberes Besteckt für Sina und sich und dann fingen beide an zu essen. Während des Essens erzählt Sina wie ihr Tag war. Mel gab ihre Unsichtbarkeit auf und gesellte sich anschließend dazu.

„Damit ihr beiden wisst, in der Zukunft werden vermutlich Meuchelmörder oder andere ungeladene Gäste kommen. Ihr dürft nach eurem Gutdünken mit ihnen vorgehen. Aber räumt die Sauerei hinterher wieder auf!“ erklärt Sina.

„Das wird ja immer aufregender, vor allem wenn ich die bösen Leute ohne Bedenken töten darf mit Mel!“ freut Suki sich und Mel nickt dabei.

„Morgen wird meine Freundin Sherry kommen, ich habe ihr ein Zimmer angeboten, aber sie weiß nicht, dass ich die Hausherrin bin. Was ihr wissen müsst ist, dass Sherry ein einzigartiges Talent hat alles um sich herum Unglück zu bringen.

Habt daher etwas nachsehen. Nun denn, der Tag war lang, ich gehe jetzt das Badezimmer inspizieren und wasche mich. Gute Nacht euch beiden.“ verabschiedet sich Sina.

Am nächsten Morgen werkelt Sina ein bisschen im Wohnzimmer, damit es einen guten Eindruck macht auf Sherry. Was man nicht alles für Freunde tut, obwohl man ein fauler Dämon ist, wenn es um Hauswirtschaft geht. Ihre Dämonenmaid würde sie wohl zum Arzt bringen, wenn sie sehen würde, dass Sina aufräumt.

„Herrin, ihr habt Besuch.“ kündigt Suki an. „Lass sie rein und wenn möglich, mache uns bitte Tee.“

„Wie ihr wünscht Herrin.“ und holt den Gast, der niemand anderes als Sherry ist. Sie staunt, dass sie Sina sieht die am aufräumen ist.

„Guten Morgen Sherry, nimm doch schon mal Platz auf dem Sofa, ich komme gleich zu dir.“ dabei grinst Sina die verwirrte Sherry an.

„Eh… guten Morgen? Klar, mache ich. Sag mal, war das eben Suki?“ fragt Sherry.

„Aber sicher das. Sie gehört zum Personal der Villa und sorgt auch für die Bewachung. Deswegen habe ich ja dir angeboten, hierher zu kommen. Ich glaube, einen besseren Schutz als hier wirst du nirgends in der Stadt finden.“ dann setzte sich Sina gegenüber von Sherry.

„Sag, wie ist denn die Hausbesitzerin so? Sollte ich irgendwas beachten beim Gespräch?“

„Nun, du solltest ehrlich und offen sein.“

Suki kam mit zwei Tassen Tee und stellte es jedem hin, verbeugt sich und macht sich auf den Weg zu ihren aufgetragenen Aufgaben.

„Soo nun will ich dich nicht länger auf die Folter spannen, aber mir gehört diese Villa.“

„EH?“

„Ich hab sie vor zwei Tagen gekauft, gestern Suki eingestellt und nun sind wir am renovieren und sanieren.“

„Du bist echt unglaublich. Warum hast du mir das gestern nicht gesagt?“

„Nun, irgendwie musste ich dich doch hierher locken. Prashi wusste übrigens, dass ich die Besitzerin bin. Auf jeden Fall habe ich jede Menge Zimmer zur Verfügung und das Personal hört auf mich.“

„Aha, ich verstehe. Sonst noch irgendwelche Überraschungen für mich?“

„Vielleicht, du musst wissen, neben Suki gibt es noch jemanden, der auf das Haus achtet. Du hast von dem Geist gehört?“

„Du willst mir doch nicht sagen, dass es diese Villa ist, wo der Geist spuckt?“

„Doch, deswegen habe ich es ja genommen. Ich hatte eine Unterhaltung mit dem Geist, anschließend einen Kampf, danach… haben wir einen Deal ausgemacht. Auf jedenfall ist Mel, so heißt der Geist, eigentlich ganz nett. Nur ein bisschen schüchtern, aber nett und sie kennt ihre Regeln. Möchtest du sie kennenlernen?“

„Erm… später vielleicht. Ich bin mir echt nicht sicher, ob ich in einem Zimmer schlafen kann, wenn ein Geist hier haust.“

„Du solltest offener sein für Neues. Suki hat auch keinerlei Probleme damit, an ihr solltest du dir ein Beispiel nehmen. Also, was ich dir anbieten kann ist, du kannst dir ein Zimmer aussuchen und dich komplett einrichten, wie es dir gefällt.

Nur das Zimmer mit der kaputten Tür gehört Mel. Ich weiß nicht, welches Zimmer Suki genommen hat, aber du kannst davon ausgehen, dass die sauberen Zimmer bewohnt sind. Du bekommst morgens und abends zu essen, kannst dich täglich waschen. Der Garten wird bald fertig geschnitten sein, dort kannst du dich ebenso austoben.

Die Miete würde monatlich 30Silbermünzen sein, ich denke das ist ein sehr annehmbarer Preis. Zusätzlich ist diese Villa bewacht und keiner wird dir Probleme machen wegen deinem Talent.“

„Das ist irgendwie… alles zu schön um wahr zu sein.“

„Nun, besser als irgendeine Überlegung zu machen, in die nächste Stadt zu ziehen, wo dich keiner kennt, meinst du nicht auch?“

„Das stimmt…“

„Übrigens, wenn du noch am überlegen bist. Du erinnerst dich an die Armee der Untoten und so?“

„Wie könnte man das vergessen.“

„Ma Shi hat mich beauftragt mit mehreren S-Leuten eine Expedition ins Land der Toten zu gehen um den Anführer, der hinter der ganzen Sache steckt, zu töten. Ich wollte dich fragen, ob du mich begleiten würdest, unabhängig von der Entscheidung, ob du hier wohnen willst oder nicht.“

„Eh? Aber… ich bin doch nur Rang B.“

„Und? Was juckt mich das? Ich würde mich aber freuen, wenn ich vertraute Gesichter dabei habe, wenn ich schon in ein trostloses Land reise.“

„ … Ich habe mich entschlossen!“

„Oha und wie lautet deine Entscheidung?“

„Ich werde hier wohnen und dich auf der Expedition begleiten! Ich kann dir doch nicht alleine den ganzen Spaß gönnen!“ teilt Sherry ihre Entscheidung mit.

„YaY, dann such dir ein Zimmer aus und wann das nächste Abenteuer losgeht, wird der alte Mann sich schon melden!“ freut sich Sina.

Hauptstadt Bamtin im Schloss Ryre:

„Das ist doch eine Unverschämtheit die Einladung des Königs abzulehnen!“ meutert ein älterer Mann. Aber der König Karl-Horst von Fürstenbusch lacht, laut und lang, als er den Grund der Ablehnung hört.

„Das dürft ihr euch nicht gefallen lassen, mein König! Das ist ja mit einer Beleidigung gleichzusetzen!“ tobt der ältere Mann weiter.

„Kanzler Thorgil, ihr solltet euch beruhigen mein Guter. Die Heldin hat einfach keine Lust, so einfach ist das. Ich kann nicht jeden einfach festnehmen lassen, nur weil man eine Einladung ablehnt.“ erklärt der König, nachdem er sich ein bisschen beruhigt hat.

„Aber mein König!“

„Lieber Thorgil, ich bin nicht wie der Kaiser, der jemanden in Ketten zum Thronsaal schleift. Selbst wenn ich das machen würde, kennst du jemanden im Militär, der es mit der Heldin aufnehmen kann? Wir beide haben die Übertragung gesehen und ich will die Heldin nicht zum Feind haben!“

„Ich… verstehe. Wollt ihr sie denn nun aufsuchen, mein König?“

„Nein, wenn ich das tun würde, gäbe es nur Probleme mit den Adeligen. Habt ihr herausfinden können, welche der Adeligen einen Putsch planen?“

„Bedauere, sie arbeiten sehr vorsichtig. Wir haben paar Verdächtige, aber ohne Hinweise oder Beweise können wir relativ wenig unternehmen.“

„Ich verstehe. Was meint ihr Kanzler Thorgil, soll ich meine Kinder aus der Stadt Ensburg zurück holen lassen?“

„Ich schlage vor, das wir besser die Wachen erhöhen. Wenn wir jetzt aktiv werden, gibt das dem Feind nur Hinweise, dass wir was wissen. Dabei dürft ihr auch das Kaiserreich nicht vergessen. Irgendwas ist in der Kaiserfamilie vorgefallen und nun herrscht dort eine Kriegsstimmung gegen uns. Das andere Reich Tuzato wird wie immer Neutral bleiben und nichts tun.“

„Hmm, was ist im Kaiserreich nur vorgefallen? Sonst war der Kaiser Godelot immer relativ ruhig.“ wundert sich der König.

Kapitel 34

Ich bin wiedergeboren und Sherry in Not? Teil III

„Ja, ich weiß wo die Spielhölle ist. Rosch ist der Besitzer dieses Ortes und hat überall in der Stadt seine Finger im Spiel. Ein sehr sehr unangenehmer Genosse. Bisher hat Rosch die Finger von der Abenteuergilde gelassen, aber wer weiß, wann er es auch bei uns versucht.“ erklärt Prashi.

„Klingt nach einem Unterweltboss.“ teilt Sina ihre Meinung mit.

„Ungefähr, aber ich weiß nichts über die Organisation, die hinter Rosch steht. Nur dass er ein sehr mächtiger Mann ist. Der Bürgermeister hat mehrmals versucht, ihn los zu werden, aber „offiziell“ hat Rosch niemals die Gesetze verletzt oder gebrochen.“

„Dürfte eine Menge Geld im Spiel sein oder die Zeugen wurden zum Schweigen gebracht. Aber mich wundert es, das Sherry ausgerechnet Geld von ihm geliehen hat.“

„Wie? Sherry hat sich von allen Männern ausgerechnet von ihm Geld geliehen?!“

„Zumindest hat es einer der Brüder mir das weismachen wollen. Nun, wollen wir der Spielhölle einen Besuch abstatten?“

„Ich warne dich am besten jetzt vor, aber wer auch immer gegen Rosch vorgeht, bekommt es mit seiner Organisation zu tun und die machen keine halben Sachen.“

„Was glaubst du, warum ich hinter mir aufräume? Als ich von den Schulden und Rosch erfuhr, ahnte ich direkt, dass es hässlich wird. Aber mach dir keine Sorgen, ich habe schon Vorsichtsmaßnahmen in der Villa organisiert.“

„Und wie sehen die aus?“

„Zum einem wäre es Mel und heute habe ich Suki eingestellt, die auch kämpfen kann.“

„… Suki? Reden wir von der Suki, die Katzenfrau?“

„Richtig, ich hab mich total in sie verschossen, so süß wie sie ist!“

„Du kennst ihre Vergangenheit? Ich meine, das sie getötet hat?“

„Habe ich alles mit ihr durch besprochen und sie direkt zu einem Kampf aufgefordert. In Höchstform hätte sie vermutlich Raul getötet. Wenn man das nüchtern betrachtet, habe ich zwei Killer im Haus, besseren Schutz dürfte ich gar nicht haben.“

„Himmel, ist in deiner Villa überhaupt irgendetwas normal?“

„Ja, ich?“

„Du bist die abnormalste Person in der Villa!“

„Das war jetzt aber hart…“

„Entschuldigung, konnte mich nicht zurückhalten… Komm, ich weiß wo die Spielhölle ist.“

Prashi zeigte den Weg zur Spielhölle, ein Ort wo man Glücksspiele, dunkle Geschäfte oder andere sonstige kriminelle Tätigkeiten nachgehen konnte. Es dauert nicht lange und die Damen waren vor Ort.

„Das ist die berühmte Spielhölle, Sina. Wie gehen wir weiter vor?“

„Wir gehen rein und fragen nach Rosch?“

„Eh? Ich glaube nicht, dass sie dich einfach so durchlassen.“

„Nun, wenn die Gebrüder Rinns nicht gelogen haben, ist Sherry genau da drin und ich glaube, die werden mich schon durchlassen. Diesmal aber begleitest du mich, jemand wird vermutlich Sherry helfen müssen.“

„Erm ok?“

Dann ging Sina an die Tür und klopfte. Ein Sehschlitz öffnete sich: „Was wollen die Damen?“ fragt ein Mann dahinter.

„Ich würde gerne mit Herrn Rosch sprechen. Er hat jemanden, den ich suche.“ grüßt Sina freundlich.

„Habt ihr einen Termin mit ihm?“

„Das nicht…“

„Dann verschwindet!“ und der Sehschlitz schließt sich wieder. Sina dreht sich zu Prashi, die Sina ratlos zurück anschaut, dann atmet Sina tief durch und klopft wieder.

„Was wollt ihr? Habe ich nicht ARHHHH MEINE NASCHE!“ und Prashi staunt nicht schlecht, wie Sina die Nase durch den Schlitz zu fassen bekam.

„Du hast jetzt zwei Möglichkeiten. Erste Möglichkeit, du öffnest die Tür und deine Nase bleibt dran oder zweite Möglichkeit, ich reiße dich durch die Tür und du wirst mehr als nur deine Nase verlieren. Also, wie entscheidest du dich?“ fragt Sina mit einer freundlichen Stimme.

Der Mann hat sich wohl für die erste entschieden, denn man hörte das Öffnen mehrerer Schlösser und die Tür war dann auf. Sina aber hielt die Nase weiterhin.

„Ich habe da paar Fragen, bis du bereit sie mir zu beantworten?“ und der Mann versuchte zu nicken.

„Herr Rosch ist anwesend?“ „Ja!“

„Wurde hier eine Frau mit blauen Haaren abgeliefert?“ „…. ARRRHHHH JA!“

„Geht doch, nun machst du erst mal ein Nickerchen.“ und knallt die Tür gegen den Mann. Die Wucht der Tür hat den Mann k.o. geschlagen.

Durch den Krach kamen andere Männer und zogen ihre Waffen. Sina ließ sich nicht davon einschüchtern und ging zum Kampf über. Es dauerte nicht lange, da stand nur noch einer der Männer und dieser wurde durch eine Tür getreten.

Der Mann fiel auf einen Spieltisch, die anwesenden Spieler schreckten vor Panik hoch und versuchen zu flüchten, ahnungslos was momentan los ist.

„Damit sollten Unbeteiligte aus der Gefahrenzone erst mal in Sicherheit sein, meinst du nicht auch Prashi?“ meint Sina, die das Chaos beobachtet.

„Werden die Männer das überleben?“ fragt Prashi die überall bewusstlose Männer liegen sieht, dessen Arme oder Beine in einen Winkel sind, die normal nicht so sein sollten.

„Wie gesagt, du machst dir zu viele Sorgen. Die sind dafür eingestellt, um Probleme schnellsten zu lösen und haben versagt. Einfache Sache. Wie sieht der Rosch eigentlich aus?“

„Fett und schmierig, du wirst ihn nicht verkennen.“

Das Chaos hat sich mehr oder weniger beruhigt. Der Raum war ziemlich groß, überall stehen Spieltische und um geschmissene Stühle. Sina sieht hinter einem der Tische einen verängstigten Kartengeber und schritt auf ihn zu.

„Entschuldigung für die Unordnung, aber könntest du mich zu Rosch bringen?“ fragte Sina wieder mit einer freundlichen Stimme, aber der Mann ist zu verängstigt. Sie packte ihn am Kragen und gibt ihm ein paar Ohrfeigen.

„Ich wiederhole mich ungern, aber du bringst mich nun zu Rosch. Sofort!“ befielt Sina und der Mann nickte ängstlich. Er zeigt Sina und Prashi den Weg zu einer Tür und meint, dass es sein Büro ist. Sina nickte und der Mann verschwand.

Die Tür wurde mit brutaler Kraft aufgetreten und das erste was Sina sah, war wie Sherry auf einem Stuhl gefesselt war und überall Wunden am Gesicht trug.

„WAS WOLLT IHR HIER?!“ brüllte ein fetter Mann in einem weißen, zu engen Anzug. Überall waren Goldringe an seinen Fingern und der Mann hatte auch ein paar Goldzähne. Wenn man einen klassischen Schurken beschreiben müsste, dann wäre es dieser Fettsack, der wohl Rosch war.

„Hallo, ich bin gekommen um meine Freundin Sherry hier abzuholen. Du hast doch gewiss keine Probleme damit oder Rosch?“ versucht Sina ihren Zorn zu verbergen.

„WAS? Die dumme Kuh hat Schulden bei mir! Wer sie nicht zahlen kann, wird sie bei mir abarbeiten müssen!“ meutert Rosch.

„Soo? Ich habe gehört, dass sie deine Schulden bezahlt hat.“

„Dann hast du was in den Ohren! Sie hat einen Teil der Schulden bezahlt, aber nicht die ZINSEN!“

„Ah, langsam verstehe ich. Lass mich raten, du hast ihr ein Geschäft angeboten und das Kleingedruckte waren die Zinsen, die man nicht lesen konnte?“

„Bist wohl eine ganz Schlaue was? Aber ja, so ist das und nun wird sie dafür abgerichtet, ihren Körper zu verkaufen!“

Prashi sah man den Zorn an als sie den Zustand von Sherry sah, aber der Zorn von Sina war nicht mehr menschlich, als sie zu hören bekam, was der Fettsack vorhatte.

„Ihr werdet mir meinen verlorenen Gewinn zahlen müssen! Ich weiß nicht, was draußen passiert ist, aber das ist schlecht für mein Geschäft. Ihr könnt natürlich auch eure Körper verkaufen, ich bin da sicher ARHHHGHGHGHGHHH MEINE EIER!“ Rosch packte sich am Schritt, nachdem Sina zugetreten hat und seine Hose wurde blutig.

„Prashi, nimm bitte Sherry und bring sie raus. Ich muss noch mit diesem widerlichem Schwein eine kleine Unterhaltung führen.“ befielt Sina. Prashi nickt, denn sie ahnt wie das für Rosch enden wird und schnappt sich die halb bewusstlose Sherry.

Nachdem beide draußen waren, kam der Dämon aus Sina mehr oder weniger heraus. Rosch wusste noch nichts von dem kommenden Unheil.

„Soo Fettsack, nun sind wir ganz unter uns und ich verspreche dir, du wirst diesen Tag bereuen!“ drohte Sina.

„Du wirst sterben! DU WIRST STERBEN! NIEMAND, ABER AUCH NIEMAND LEGT HAND AN MICH! Du weiß gar nicht, mit wem du dich angelegt hast!“ schreit Rosch Sina entgegen.

„Du bist nur ein Wurm, der in Scheiße überleben kann. Es ist mir egal, wer du bist oder wer hinter dir steht.“ antwortet Sina gleichgültig.

Rosch merkte langsam, dass er ganz tief in der Scheiße saß, als er sieht, wie die Frau ein Schwert zog.

„Ich warne dich, wenn du mich jetzt umbringst, wirst du die Hölle auf Erden erleben! Warum machst du das alles? Wegen der Frau? Das ist eine Schlampe wie jede andere auch!“

„Ich weiß gar nicht warum ich dir noch antworten sollte, aber ich bewahre einfach mal die Höflichkeit. Das ist meine Freundin. Brauche ich also noch mehr Gründe?“

„Ach komm schon, erzähl mir nichts von Freundschaft! Geld ist Macht! Kontrolle ist Macht! Mit Freundschaft bekommt man das nicht!“ und zeigt mit seinen Zeigefinger auf Sina.

Sina hat ihre Geduld verloren und schnitt ihm die Hand ab. Erst reagierte Rosch gar nicht über den Verlust seiner Hand, dann kamen aber die Schmerzen und er schrie. Doch Sina machte weiter mit ihrer Folter.

Einige Zeit später liegen im Büro überall verstreut Körperteile. Rosch war schon lange nicht mehr am Leben, aber dies hat Sina nicht daran gehindert, ihr Werk fortzuführen, man wüsste nicht mal, dass es Rosch war.

„Es tut mir leid Murtair, dass ich dich gegen so einen Ekel eingesetzt habe, aber ich wollte dieses widerliche Schwein nicht anfassen.“

Das Büro hat interessanterweise einen Kamin, der am brennen ist. Sina schnappte sich ein paar der brennenden Holzstücke und wirft sie ins Büro. Als das Feuer anfing sich auszubreiten, nahm sie noch ein paar weitere Stücke Holz mit Feuer und ging in die Halle. Dort wirf sie ebenso das Feuer und es dauert nicht lange, da breitete sich das Feuer überall aus.

Sina verlässt die Spielhölle nach draußen, wo Prashi mit Sherry auf sie gewartet haben. Die Damen beobachten, wie die Spielhölle am brennen war.

„Was ist mit Rosch passiert Sina?“ fragt Prashi, auch wenn sie wusste, dass er vermutlich tot ist.

„Im Feuer gestorben. Welch ein Unglück. Kommt, lasst uns zur Gilde gehen und Sherry verarzten. Ich werde sie tragen…“

Kapitel 33

Ich bin wiedergeboren und Sherry in Not? Teil II

Prashi und Sina sitzen im Wohnzimmer, damit Prashi sich erst mal erholen kann, denn sie musste vermutlich viel gerannt sein.

„So Prashi, nachdem du dich beruhigt hast und wieder zu Atem gekommen bist, was ist nun los mit Sherry?“ fragt Sina.

„Ich machte mir Sorgen um Sherry, weil sie sich seit zwei Tagen nicht mehr in der Gilde blicken ließ, so habe ich ihre Wohnung im Armenviertel aufgesucht. Aber ihre Tür war aufgebrochen und in ihrem Zimmer sieht es aus, als hätte ein Kampf stattgefunden.“ erklärt Prashi.

„Ok, wir bleiben erst mal ruhig, wir müssen davon ausgehen, dass Sherry entführt wurde. Hast du irgendwelche Zeugen oder die Wache benachrichtigt?“

„Die Wachen tun nichts im Armenviertel, Held hin oder her und den Kampf will keiner mitbekommen haben. Die Vermieterin will überhaupt nichts sagen, obwohl sie direkt unter Sherry wohnt!“

„Prashi, wir werden Sherry helfen, aber…“

„Was aber? Sie ist doch unsere Freundin!“

„Das ist es nicht, aber es kann sein, dass ich etwas… gewalttätig werden muss, damit einige reden. Ich will nur wissen, ob du damit klar kommen kannst, sonst bitte ich dich, dass du in der Gilde wartest. Denn ich habe das Gefühl, dass ich… einige Knochen brechen werde, es sogar nicht ausschließen kann, jemanden umzubringen.“

„… Das kannst du? Ich meine, jemanden wehtun?“

„Das kann ich, deswegen will ich von dir wissen, ob du auch meine andere Seite akzeptieren kannst, wenn du mich begleitest. Es ist eine Sache Monster oder Banditen umzubringen, aber Menschen zu foltern, spielt dann doch in einer anderen Liga.“

Sina sieht an, das Prashi am überlegen ist. Nachdem ein paar Minuten vorbei gegangen sind, kam Prashi wohl zu einem Entschluss und nickte mit sich selber.

„Ich werde dich begleiten. Du bist auch meine Freundin und hast Sherry Hoffnung gegeben, mit ihrem dämlichen Talent. Du ahnst gar nicht, was Sherry in den Tagen, wo du geschlafen hast, alles gemacht hat.

Sie hat hat dich rund im die Uhrzeit beschützt und wehe irgendjemand unbefugtes wollte reinschauen, ist in ihr die Löwin herausgekommen. Deswegen werde ich akzeptieren, dass du alles nötige versuchen wirst, Sherry zu retten.“

„Ok, nur eine Warnung, ich werde mich nicht zurückhalten. Egal ob das ausgebildete Schläger sind oder einfache Menschen, die ihre Probleme haben.“

Dann machten sich beide auf den Weg zu Sherrys Wohnung. Sina ist zum ersten mal in dem Armenviertel, aber es sieht wirklich sehr heruntergekommen aus, stinkt wie eine Jauchegrube und überall misstrauische Blicke.

„Sag, wieso lebt Sherry eigentlich hier? Müsste sie nicht genug verdienen?“ fragt Sina.

„Sie ist berüchtigt wegen ihrem Pech und in der Vergangenheit gab es immer wieder Probleme mit Mieter sowie Vermieter, sodass ihre letzte Bleibe in dieser Gegend ist. Ich selber lebe in einer Gemeinschaftswohnung mit zwei anderen Damen, so konnte ich ihr nicht bei der Wohnlage helfen.“ erklärt Prashi entschuldigend.

„Ich verstehe. Weißt du ob sie irgendwo Schulden oder Probleme hat?“

„Das weiß ich nicht. Sherry hat kaum über ihre Probleme geredet. Sie wollte nicht, dass ihre wenigen Freunde sich auch noch um sie sorgen.“

Wenig später waren Prashi und Sina in Sherrys Wohnung. Die wenigen Möbel waren zerstört worden, überall liegen Sachen, hier musste ein böser Kampf stattgefunden haben.

„Ich glaube hier werden wir wohl keine Anhaltspunkte finden und der einzige Nachbar ist die Vermieterin unten?“ erkundigt sich Sina und Prashi nickt. „Ok, such doch mal nach irgendwelchen Hinweisen. Vielleicht liegt irgendwo ein Zettel oder was hier nicht zum Raum passt. Ich geh mal mit der Vermieterin reden… und ignoriere was vielleicht kommen könnte.“

Sina stattet der Vermieterin einen Besuch ab und klopft energisch gegen die Tür, bis sie von einer alten Frau geöffnet wird.

„Was wollen sie? Immer diese jungen Leute!“ krächzte die alte Frau.

„Schönen guten Abend, sie waren doch die letzten Tagen hier oder?“ fragt Sina mit einem freundlichen lächeln.

„Erm, das ist richtig, warum sollte ich auch rausgehen?“

„Dann können sie mir bestimmt weiterhelfen, was mit ihrer Mieterin über ihnen passiert ist oder?“

„Eh, nein ich habe nichts gehört oder so, lassen sie mich in Ruhe!“ und versucht die Tür zu schließen. Sina wartet bis die Tür zu war und tritt sie mit wenig Kraft wieder auf.

„HILFE! Was wollen sie?!“ schreit die alte Frau, während Sina langsam in die Wohnung kommt und dabei weiter freundlich lächelt.

„Wissen sie, ihre Mieterin ist eine Freundin von mir und oben sah es aus, als hätten fünf Oger randaliert und sie wollen mir weismachen, das sie nichts, aber auch gar nichts gehört haben, trotz sie die ganzen Zeit hier waren?“ zweifelt Sina die Aussage der alten Frau.

„Lassen sich mich in Ruhe!“

„Ich mache ihnen ein Angebot. Ich breche ihnen nicht langsam irgendwelche Knochen und sie sagen mir was ich hören will. Wissen Sie, Knochen brechen ist relativ einfach und in ihrem Alter sollte man so was vermeiden, der Heilungsprozess könnte etwas länger dauern. Sie verstehen?“

Die alte Frau hat eine furchtbare Angst vor Sina, vor allem ihre Drohung wirkte sehr glaubwürdig und dabei lächelt sie die ganze Zeit!

„ … Die Gebrüder Rinns waren hier, üble Schläger die berüchtigt sind und Geldeintreiber. Die Mieterin war stets pünktlich mit der Miete, aber keine Ahnung, warum die Brüder kamen…“ sagt die alte Frau aus.

„Na sehen sie, war doch gar nicht so schwer. Nun sagen sie mir, wo die Brüder leben. Ich glaube, sie haben ihren Auftrag längst erledigt, wo soviel Zeit vergangen ist.“

„Was?! Wieso sollte ihnen ARGHHH“ und wird mit roher Kraft am Hals von Sina gepackt.

„Ich glaube, sie haben mich scheinbar nicht ganz so verstanden. Es ist nicht ihre Sorge, was die Brüder vielleicht tun könnten, sondern ich bin ihre größte Sorge. Also meine Geduld ist langsam am Ende angekommen.

Das einzige was sie noch davor rettet, heil aus dieser Sache herauszukommen, ist mir die Adresse dieser Brüder zu sagen.“ dabei hat Sina mit dem Lächeln aufgehört und wirft der alten Frau mörderische Blicke zu.

„Lassen sie mich los, ich sage es ihnen ja schon!“ kreischt die alte Frau und gibt Sina die Adresse. Sina ist zufrieden und geht wieder zu Prashi.

„Kennst du dich im Armenviertel aus Prashi? Ich habe die Adresse der Besucher von Sherry bekommen.“ teilt Sina ihr Wissen mit.

„Ein bisschen, ich hoffe die Frau lebt noch?“ hakt Prashi nach.

„Aber sicher das, nur solltest du dir um sie weniger Gedanken machen. Komm lass uns mal diese Brüder aufsuchen.“ und beide Damen machten sich auf zu dieser Adresse. Dort angekommen wirkte das Haus wirklich sehr heruntergekommen, eher wie eine Bruchbude.

„Passt ja irgendwie zu solchen Schlägertypen. Glaube, die werden nicht so freiwillig reden wie die Frau und wenn die wirklich so hart drauf sein sollten, werde ich wohl ein bisschen kreativ werden müssen. Prashi, ich musst dich bitten, hier zu warten.“ erklärt Sina.

„Aber…“ will Prashi was sagen, aber Sina schüttelt nur den Kopf.

„Es ist wirklich besser so, Prashi. Keine Ahnung wie lange ich brauche, aber sie werden reden.“ Sina lässt Prashi auf der Straße stehen und geht zur Bruchbude. Sie klopft sehr energisch, aber keine Reaktion.

Dann tritt sie die Tür auf und man hörte aus einem der Zimmer ein Brüllen. „WER WAGT ES MEINE TÜR AUFZUTRETEN!“ und ein bulliger Mann mit mehreren Narben am Gesicht erscheint.

Sina schlägt ihn mit voller Kraft ins Gesicht und er flog gegen die Wand. Der Krach blieb den anderen Bewohnern nicht unbemerkt und zwei weitere bullige Kerle kamen aus dem anderen Zimmer.

Sie wollten Sina direkt angreifen, aber dem ersten brach Sina das Bein, sodass er schreiend zu Boden fiel und der andere wurde ins Gesicht getreten, wo man ein lautes Brechen von Knochen hörte.

Der Erste und Dritte der Kerle rührten sich nicht mehr, nur der Zweite war noch ansprechbar, aber dieser hielt sein gebrochenes Bein fest.

„Soo, ich denke, ihr seid die Gebrüder Rinns oder?“ fragt Sina.

„Argghh, das ist richtig. Du hast ja gar keine Ahnung, mit wem du dich anlegst!“ droht der Mann.

„Also deine Drohung kannst du dir sonst wohin stecken. Ich habe dich und deine Brüder mit Leichtigkeit ausgeschaltet! Soo, ich hätte ein paar Fragen und ich weiß, dass ihr eure Finger im Spiel habt!“

„Als ob ich ARGHGHHHH“ und dem Mann wurde das andere Bein gebrochen.

„Du wirst reden. Die anderen sind bewusstlos, also werde ich mit dir plaudern. Ich erkläre dir ein paar Regeln. Ich stelle dir eine Frage und die beantwortest du mir. Wenn die Antwort rein gar nichts mit der Frage zu tun hat, breche ich dir einen Knochen. Ich habe den ganzen Abend Zeit und du ahnst gar nicht, was man alles brechen kann!“

„Als ob du AGHHJHHH“

„Das war dein erstes Knie. Wie gesagt, mir geht es darum, das du verstehst, das du gar nicht in der Lage bist, irgendetwas zu drohen, fordern oder sonstiges. Du beantwortest einfach meine Fragen.

Das Schöne ist ja, dass du zwei weitere Brüder hast. Ich wette, dass der letzte mit Freude plaudern wird, einfach damit ihm nicht das Schicksal erteilt wie dir oder deinem anderen Bruder. Hast du verstanden?“

„Gnnnrr ja!“

„Wunderbar, wir machen Fortschritte! Also habt ihr eine Frau mit blauen Haare mit dem Namen Sherry besucht?“

„…. ARGGHH“

„Das war das andere Knie. Na na, nicht in Ohnmacht fallen, so ein harter Kerl ist doch Schmerzen gewöhnt hmm? Also was ist mit meiner Frage?“

„Gnn… Ja, wir haben die Frau besucht.“

„Warum?“

„… Sie hatte Schulden.“

„Bei wem?“

„… ARAGGH!“

„Schade, damit kannst du deinen rechten Arm nicht mehr bewegen, wenn man die Schulter bricht. Also?“

„GNNNN… der Kunde heißt… Rosch. Ihm gehört die Spielhölle!“

„Also wir arbeiten echt super, findest du das nicht auch? Soo, warum hatte sie Schulden bei Rosch?“

„… Glaube sie hat von ihm Geld geliehen, ich weiß das nicht, wir bekommen Namen und sollen eintreiben, mehr nicht!“

„Ok. Akzeptiere ich noch soeben, denn auf mich wirkt ihr wirklich wie Hohlbirnen. Nun, ihr habt Sherry besucht, wie ging es weiter?“

„Sie wollte nicht zahlen, meinte sie hätte Rosch alles zurückgezahlt, aber davon wissen wir nichts, sonst hätte Rosch uns nicht beauftragt.“

„Und wie geht es weiter?“

„Wir haben sie unter Druck gesetzt, das Geld herauszurücken. Sie weigerte sich, also hat mein Bruder etwas nachgeholfen.“

„Welcher?“

„Der mit der blutigen Nase an der Wand.“

„Und was genau hat er gemacht?“

„… Er hat sie geschlagen…“

„Brauchst keine Angst haben, du beantwortest doch meine Frage. Ich rate einfach mal weiter. Dein Bruder schlägt und bedroht sie, aber als das alles nichts brachte, habt ihr ihre Wohnung auf den Kopf gestellt?“

„… Soweit richtig.“

„Aber ihr habt vermutlich das Geld nicht gefunden, was habt ihr also dann mit Sherry gemacht?“

„Wir haben sie zu Rosch in die Spielhölle gebracht, das war alles, nun lass uns in Ruhe, du Monster!“

„Danke für dein Kompliment. Siehst du, hättest du mir das direkt am Anfang gesagt, müsstest du nicht leiden.“

„ … “

„Nun kommen wir zu eurer Strafe. Wisst ihr, Sherry ist meine Freundin und hat es schon so schwer genug. Da braucht sie nicht solche Probleme wie euch.“

„Wie Strafe?! Was hast du vor? Was ist das für ein Fläschchen in der Hand?“

„Das ist Gift einer doppelköpfigen Schlange, das ich abgezapft habe von meinen ersten Abenteuer mit Sherry. Eigentlich wollte ich das in Erinnerung aufbewahren, aber ihr habt Sherry wehgetan und ihr seht aus, als würdet ihr Rache nehmen wollen. Solche Nervensägen brauche ich nicht und tue vermutlich der Stadt einen Gefallen euch aus der Welt zu schaffen.“

Sina packte den Mann am Kinn und lässt etwas Gift in seinen Mund tropfen. Das Gift wirkte sofort und der Mann zappelte wie unter Strom. Dabei bildete sich grüner Schaum am Mund. Sina wartet gar nicht erst ab, wann er stirbt, sondern macht das gleiche Spiel mit den beiden anderen bewusstlosen Männern.

Anschließend verlässt Sina das Haus und trifft sich wieder mit Prashi, die sehr ungeduldig wirkt.

„Sie haben geplaudert. Sherry soll sich in der Spielhölle befinden bei einem Mann mit dem Namen Rosch. Weißt du wo der Ort liegt und wer der Mann ist?“ fragt Sina.

Kapitel 32

Ich bin wiedergeboren und Sherry in Not?

„Also, mein Name ist Suki und bin 16Jahre alt. Ich habe eine abgeschlossene Ausbildung als Hausdienerin. Ich kann kochen, waschen sowie ihren Garten pflegen.“ fängt Suki mit ihrer Vorstellung an.

„Verstehe, so jemanden suche ich. Nun kommen wir zu meinen Fragen.“ fängt Sina mit ihrer Befragung an.

„Du weißt, dass in diesem Haus ein Geist lebt. Wenn du hier arbeiten willst, muss du mit Mel, so heißt der Geist, zusammen leben können.“

„Das ist kein Problem, in meiner… Vergangenheit gab es in meinem Dorf öfter Geisterbeschwörungen, so bin ich Geister gewohnt.“

„Ah, wie nützlich. Du musst wissen, dass Mel ein bisschen schüchtern ist, aber sie ist definitiv hier im Raum anwesend. Aber ihr werdet euch früh genug kennenlernen. Sag, mir wurde gesagt, dass ihr speziell seid. Das kam einer Warnung recht nahe. Könnt ihr mich darüber aufklären?“

„Ah haha, natürlich. Neben meinen Fähigkeiten als Hausdienerin kann ich auch kämpfen. Man hat es mir relativ früh in meiner Kindheit beigebracht. Ich möchte ungern darüber reden, aber man sollte mich nicht unterschätzen im Kampf!“

„Eine kämpfende Hausdienerin hört sich vielversprechend an und doch bist du bei mir. Wollte dich denn keiner haben?“

„Ich wurde immer wieder gefeuert, wegen meiner Leidenschaft zu kämpfen.“

„Eh? Das ist doch in Ordnung oder nicht?“

„Eigentlich schon, aber… Aus irgendeinem Grund sind in allen Häusern, wo ich gearbeitet habe immer eingebrochen worden und ich habe die Eindringlinge gestellt.“

„Lass mich raten, dir ist das Blut zu Kopf gestiegen und deine Leidenschaft ist außer Kontrolle geraten, dass es in einem Blutbad geendet hat?“

„ … Ihr seid sehr scharfsinnig Herrin. Das hat meinen ehemaligen Herren überhaupt nicht gepasst. Sie fanden die Idee faszinierend, dass eine ihrer Hausdienerinnen kämpfen kann, aber dass es zu einer Sauerei mit Toten kommt, hat sie bisher immer abgeschreckt und wollten mich dann wieder los werden.“

„Ist es denn in der Stadt verboten, Eindringlinge zu töten, wenn sie in das Heim einbrechen?“

„Überhaupt nicht, aber wie gesagt, wenn die Körperteile… verteilt liegen, schlägt das auf den Magen.“

„Mit welchen Waffen kämpft ihr?“

„Langdolche. Sie kann man ganz gut in der Uniform verstecken, ohne das man sie sehen kann und stören auch nicht bei den Pflichten des Alltags.“

„Deine ehemaligen Herren sind dumm, weißt du das?“

„Wie soll ich das verstehen?“

„Ihr seid eine junge Schönheit, die eine Ausbildung hinter sich hat und kämpfen kann. Vielleicht ein bisschen zu intensiv, aber einen besseren Schutz kann man für das Heim doch gar nicht haben!“

„Ehm… Danke?“

„Mel meinte, ihr hättet Blut an euren Händen kleben. Ich gehe mal davon aus, dass ihr nicht wenige Eindringlinge herzlich begrüßt habt?“

„ … Euer Geist hat ein gutes Auge. Bei meiner letzten Stelle hatte mein Herr mit jemanden einen sehr heftigen Streit gehabt. Daraufhin hat dieser mehrere Meuchelmörder raus geschickt. Nun, dass ich hier sitze, dürfte eure Frage beantworten.“

„Ihr fasziniert mich. Ich bin ehrlich. Ich seid der erste Tiermensch, den ich kennenlerne. Mir wurde ein bisschen was beigebracht über eure Rasse, aber ehrlich gesagt weiß ich gar nichts darüber. Nun zu meiner letzten Frage, würdet ihr mir eine Kostprobe eurer Kampfkünste zeigen?“

„Eh? Seid ihr euch sicher? Ich habe eine ganze Bande von Killern getötet und ich weiß nicht, ob ich mich zurückhalten kann, wenn wir kämpfen.“

„Also wenn ihr etwas schafft, was eine Armee voller Untoten sowie ein Skelettdrache nicht geschafft hat, gehört euch das Haus sowie das ganze Gold was ich damit verdient habe.“

„ … Warte, seid ihr etwa DIE Sina, die Efrana beschützt hat? Die Heldin Sina, die Verteidigerin?“

„Niemand anders als das. Ich habe jetzt vielleicht noch keine Feinde, aber die Zukunft ist ungewiss und mir wurde schon gesagt, dass ich mit meiner Einstellung den einen oder anderen mir zum Feind machen werde.

Ich habe Mel, die das Haus schon beschützen wird, aber Mel kann keine Armee besiegen, die aus allen Richtungen kommen oder versuchen wollen, mein Haus in Brand zu stecken. Deswegen möchte ich gerne eure Fähigkeiten im Kampf kennen.“

„ … Es wäre mir eine Ehre, meine Künste zu zeigen, aber ihr müsst mich notfalls besiegen, sollte ich mich zu sehr steigern.“

„Darüber macht euch keine Sorgen. Kommt, ich kenne eine gute Stelle für den Kampf.“ und Sina öffnet eine große Glastür, die zur Terrasse führt.

„Hmm, hier ist es ideal, nichts was uns stört.“ meint Sina und Suki holt ihre Dolche raus. Sina erkannte sofort, dass die Dolche höllisch scharf sind, vielleicht können sie sich sogar mit ihren Katanas messen.

„Du darfst mich jederzeit angreifen Suki.“

„Wollt ihr eure Waffen nicht ziehen?“

„Mein Körper, meine Fäuste und meine Beine sind ebenso meine Waffe, merkt euch das. Ein Feind der keine Waffe trägt, heißt nicht, dass er wehrlos ist! Also fangt an!“

Der Kampf geht nun über eine Stunde und man kann Suki eins lassen, sie gibt sich wirklich Mühe Sina zu treffen. Suki benutzte dreckige Kombinationen, versuchte auch mehrmals mit ihren Beinen zu treten, aber Sina blockte oder weichte ihr immer aus.

Sina provoziert Suki zu mehr Ehrgeiz und wenn sie mit Raul kämpfen würde, Raul würde vermutlich dabei sterben, so die Prognose von Sina.

„Suki, lass uns den Kampf beenden und unser Gespräch zu Ende führen.“ schlägt Sina vor, die sieht wie Suki langsam außer Atem ist.

„ … Jawohl Herrin… Meine Lehrmeister waren in meiner Ausbildung nicht zart beiseite, aber gegen jemanden wie euch habe ich noch nicht gekämpft. Ich verstehe so langsam, wie ihr eine Armee besiegen konntet.“ schnaufte Suki.

Nachdem Suki wieder zu Atem gekommen ist, sitzen die Damen wieder im Wohnzimmer. „Mel, kommst du bitte mal raus?“ ruft Sina nach dem Geist.

Ein paar Sekunden später manifestierte Mel sich neben Sina. Suki wirkte ein bisschen überrascht, aber in ihren Augen ist keine Angst oder Ablehnung zu sehen.

„Was meinst du Mel? Ist Suki gut für die Villa?“ fragt Sina Mel.

„Sie lehnt keine Geister ab und tötet Eindringlinge, weshalb sie mir… sympathisch ist. Aber das letzte Wort habt ihr, Herrin.“ kommentiert Mel.

„Also Mel hat nichts dagegen und ich wollte dich eh von Anfang an einstellen, als ich dich an der Tür gesehen habe. Wenn du willst kannst du hier arbeiten.“ teilte Sina ihr Urteil mit.

„ … Vielen vielen Dank, dass ihr mir eine Chance gebt Herrin.“ freut sich Suki und ihre Katzenohren wackelten hin und her. „Wann soll ich anfangen?“

„Sofort. Du kannst dir ein Zimmer aussuchen und dich einrichten, nur das Zimmer mit der kaputten Tür gehört Mel. Wegen deiner Bezahlung…“

„Ich brauche keine Bezahlung. Sie geben mir Arbeit, ein Zimmer und Essen. Was will ich mehr?“

„Du bekommst monatlich von mir 50Silbermünzen, ohne Widerrede. Du bist eine Dame, du willst dir doch auch bestimmt mal was gönnen oder nicht? Des weiteren, wenn du Urlaub brauchst oder an bestimmten Tagen was anderes machen willst, klärst du das vorher mit mir ab.“

„Eh? Hausdienerinnen haben keine Freizeit, sie müssen doch rund um die Uhr arbeiten…“

„Tja, ich bin halt jemand, der sich um seine Leute kümmert. Was bringt es mir, jemanden zu haben, der nach einer Zeit zusammenbricht und danach nichts mehr kann? Nein, ich achte drauf, dass es auch dir gut. Jetzt wird es etwas stressig für dich werden, aber sobald die Renovierungsarbeiten fertig sind und du das Haus im Griff hast, sollte es wieder ruhiger werden.“

„Ich… weiß nicht was ich dazu sagen soll.“

„Danke reicht erstmals. Also folgender Plan für heute, du richtest dein Zimmer ein und kümmerst dich um das Badezimmer. Wenn das erledigt ist, wird es vermutlich Abend sein, dann gehen wir beide, in eine Taverne essen zur Feier deiner Einstellung und meines Einzuges. Wir haben nichts, was du momentan zubereiten kannst.“

„Eh? Ich soll mit ihnen Essen gehen? Aber…“ „Du wirst dich daran gewöhnen müssen sowie Mel, dass ich anders bin, als deine vorigen Herren!“

„Ich verstehe, wie sieht dann der Plan für morgen aus?“

„Morgen kümmerst du dich um die Küche und besorgst Nahrung, Getränke und so weiter. Wenn irgendwelche Küchengeräte benötigt werden, weil die alten rostig geworden oder allgemein unbrauchbar sind, kaufst du welche.

Ich gebe dir genug Geld mit, dass du das alles erledigen kannst. Dann sollten zumindest unsere Zimmer, Badezimmer und Küche für den allgemeinen Bedarf bereit sein.

Dann überlasse ich dir, wie du anfängst das Haus zu säubern. Ich kann dir jetzt schon sagen, dass ich demnächst auf einer Expedition sein werde und nicht weiß, wie lange ich unterwegs sein werde. Somit hast du deine Ruhe.

Ich werde mit dem Verwalter sprechen, dass er alle aktuellen Rechnungen bezahlen kann und dir Geld zur Verfügung stellt, wenn irgendwelche Reparaturen im Haus anstehen, zum Beispiel die Tür von Mel oder die Fenster in der Eingangshalle.“

„Das vertraut ihr mir alles an, obwohl wir uns erst so kurz kennen?“

„Warum sollte ich dir nicht vertrauen? Wenn nicht jetzt, wann dann?“

„Ich fühle mich geehrt das Vertrauen einer Heldin zu haben.“

„So, genug geredet, fangen wir mit unserer Arbeit an, wenn du was benötigst, du findest mich in meinen Zimmer.“

„Jawohl Herrin!“ und Suki machte sich direkt auf die Suche nach einem Zimmer. Mel musste sich an diese Situation gewöhnen und Sina freut sich, dass bisher alles klappt.

Bis es auf einmal an der Haustür klopft. „Hmm? Wer kann das nun sein?“ fragte sich Sina und öffnet die Tür. Vor ihr stand Prashi, mit roten Kopf und außer Puste.

„Prashi? Was ist los?“ fragte Sina nach dem Problem.

„Sina, du musst mir helfen, es geht um Sherry.“

Kapitel 31

Ich bin wiedergeboren und beziehe eine Villa?

„Oh sie verlassen uns schon werter Gast? Hat ihnen das Essen nicht geschmeckt oder war das Bett nicht weich genug?“ fragt Mira traurig.

„Mitnichten meine Liebe, bei euch habe ich nur das Beste bekommen. Nun habe ich aber ein eigenes Haus, in das ich einziehen will. Aber keine Sorge, ich werde bei euch allein wegen dem Essen immer wieder vorbeischauen!“ erklärt Sina.

„Das freut mich aber sehr, ich wünsche ihnen viel Glück bei ihrem Einzug.“ verabschiedet Mira sich von Sina, die nun ihre Taverne verlässt. Anschließend geht Sina zur Gilde und sucht Prashi auf. „Guten Morgen Prashi.“

„Ah guten Morgen Sina, Sherry habe ich bisher noch nicht gesehen.“ grüßt Prashi zurück.

„Hmm ist vielleicht nicht schlecht, weil du Sherry dann Bescheid geben kannst, dass sie statt zum Pub, zur Villa auf dem Hügel kommen soll. Ich habe mir nämlich eine Wohnung gekauft!“ teilt Sina ihre Freude mit.

„Echt? Das ist aber schön, brauchst du vielleicht Hilfe? Warte mal… von welcher Villa sprechen wir eigentlich?“ fragte Prashi mit einer düsteren Vorahnung nach.

„Die eine heruntergekommene Villa wo ein Geist lebt. Ich habe mit dem Geist eine… nette Unterhaltung geführt und am Ende haben wir uns geeinigt, dass ich da wohnen kann.“ erklärt Sina freudig.

Prashi fällt entkräftet auf ihre Knie. „Warum von allen Häusern muss du ausgerechnet das Geisterhaus nehmen…“

„Es war billig, die Grundsteuern sind billig und es ist groß. Dabei habe ich keine lästigen Nachbarn. Das beste, es hat sogar noch Möbel! Na ja, während der Unterhaltung sind einige zu Bruch gegangen, aber sobald ich eine Hausdienerin habe, soll sie erst mal einen Überblick schaffen. Habe ich was zur der Begründung vergessen?“ fragt Sina unschuldig.

„Nein, überhaupt nicht, nur was willst du da alleine leben mit einer Hausdienerin und einem Geist? Ist die Villa nicht ein bisschen zu groß für dich?“

„Na bei dem Preis konnte ich ja schlecht ablehnen.“

„Wenn du meinst… ich glaube, ich müsste vorher was trinken bevor ich dir einen Besuch abstatte, ich meine, ich weiß nicht was ich machen soll, wenn der Geist kommt.“

„Sie heißt Mel, aber keine Sorge. Sie wird keinen Unfug mehr machen, dass hat sie mir hoch und heilig versprochen.“

„Es hat sogar einen Namen…“

„Ich wollte dir nur Bescheid geben, dass ich nun offiziell in der Stadt wohne und wo Sherry mich finden kann. Du kannst mich ruhig jederzeit besuchen kommen Prashi.“ und Sina verlässt die Gilde, wo eine entgeisterte Rezeptionistin auf ihrem Platz liegt.

Nun stattet Sina nochmal Ronald einen Besuch ab. Sie hatten am Vortag vereinbart, das Ronald sich um ihre Wünsche kümmern wird und solle am nächsten Tag nochmal bei ihm vorbeikommen.

„Ah werte Sina, ich habe euch schon erwartet, folgt mir doch zu unserem üblichen Plätzchen.“ und beide gingen wieder in das saubere Zimmer.

„Also zu ihren Wünschen. Ich habe sowohl einen Gärtner als auch einen Maurer gefunden, die den Außenbereich machen werden und zwar heute schon. Beide verlangen aber eine zusätzliche Belohnung wegen dem Geist, aber das wussten sie ja schon.

Wegen dem Tor muss der Maurer erst vor Ort inspizieren und je nachdem in welchem Zustand das Eisentor ist, auch einen Schmied mit einbeziehen. Beide werden bei ihnen anklopfen und eure Einweisung holen. Wegen der Bezahlung…“ erklärt Ronald den Fortschritt.

„Am besten sie schicken mir den Boten, ich gebe ihm dann die Bezahlung. Das wäre mir am liebsten, denn ich werde in der Villa genug zu tun haben. Ich habe kein Problem damit, etwas dazu zu zahlen, wenn beide ihre Arbeit ordentlich machen.“ teilt Sina ihre Meinung mit.

„Ich verstehe, dann machen wir das so. Nun zu ihrer Hausdienerin. Ich habe meine Kontakte spielen lassen und in einer Agentur tatsächlich jemanden gefunden, aber es wurde mir gesagt, dass diese Hausdienerin… sehr speziell ist. Man warnte mich vor ihr, aber sie wären mir auch sehr dankbar, wenn sie endlich wieder eine Stelle hätte.“

„Dann schickt sie mir einfach vorbei. Bin ja auch mehr oder weniger speziell oder?“

„*hust* Sicherlich das, ok dann sage ich ihnen Bescheid, dass die Hausdienerin sich bei ihnen vorstellen soll.“

„Dann wäre alles soweit besprochen? Wunderbar, ohne sie wäre ich wohl ziemlich verloren.“

„Aber mitnichten werte Sina, sie sind eine Kundin von mir, da muss ich mich doch drum kümmern, dass es alles zu ihrer Zufriedenheit läuft.“ und beide verabschieden sich.

„Puh, dann geht es auf zu meinem neuen Zuhause!“

„Mel? Ich bin wieder da!“ grüßt Sina in der Eingangshalle. Es dauert nicht lange, da manifestiert sich die Geisterfrau vor Sina.

„Ihr seid also tatsächlich gekommen…“ grummelt Mel.

„Dachtest du, ich mache leere Versprechungen? Ab heute wohne ich hier! Ah bevor ich vergesse, heute kommt der Gärtner und ein Maurer die sich um den Außenbereich der Villa kümmern. Ich bitte dich, deinen Blutdurst für dich zu behalten.“

„Jawohl… Herrin.“

„Und mein Verwalter konnte eine Hausdienerin finden, die scheinbar kein Problem mit Geistern hat und hier arbeiten würde. Ich weiß aber nicht, wann sie heute kommt.“

„ … Die Hausdienerin muss ja richtig verzweifelt sein, wenn sie hier leben möchte.“

„Abwarten! So, dann suche ich mir mal ein Zimmer zum schlafen aus. Ich denke, du willst dein Zimmer behalten oder?“

„Mir ist das egal.“

„Sicher? Du hast ein schönes Himmelsbett.“

„Wie gesagt, mir ist das egal. Ich brauche keinen Schlaf.“

„Willst du denn kein bisschen Privatsphäre haben?“

„Die Villa ist groß genug.“

„Ok? Dann nehme ich dein Zimmer.“

„Vielleicht will ich es doch lieber behalten…“

„ … Dann schau ich mal nach den anderen Zimmern, wegen der Tür werde ich vermutlich jemanden herbestellen müssen, die Angeln der Tür sind raus geflogen.“

Sina wollte sich schon auf den Weg machen, als jemand an der Haustür klopft. Sie öffnet die Tür und ein Mann stand vor ihr.

„Jutten Tach, isch binne ihr Gärdner. Isch wurde eingeschtellt, um ihrschen Garden zu pflegen.“ sprach der schwer verständliche Gärtner.

„Ah… ich verstehe. Nun, im Grunde können sie alles platt machen, damit man überhaupt sehen kann, wie der Rest ist. Hier sieht es mehr wie ein Wald aus.“ meinte Sina, die etwas Schwierigkeiten mit seinem Akzent hat.

„Ische werde mehrere Tage brauchen, bisch alles wech ist.“ erklärt der Gärtner

„Das Tor steht offen, sie brauchen nicht dafür immer anklopfen. Ich sehe ja, wie weit die Fortschritte sind.“ und der Gärtner machte sich an die Arbeit. Von weitem kam der nächste Mann, vermutlich der Maurer.

„Grüße euch werte Dame, ich wurde von Ronald eingestellt, ihre Mauer zu sanieren. Ich habe mir eben ihr Tor angeschaut und muss ihnen leider die schlechte Nachricht bringen, dass man vielleicht ein ganz neues Tor einbauen sollte.“ grüßt der Maurer.

„Von welchen Preis sprechen wir?“ hakt Sina nach.

„Es kommt drauf an was sie wollen. Ein stabiles und sichereres Tor wird mehr kosten, als ein Ersatz wie ihr momentanes.“ erklärt der Maurer die Lage.

„Würden die Einbrecher nicht eher über die Mauer kommen wollen als sich mit dem Tor auseinander zu setzen.?“

„Wenn man das nüchtern betrachten will, ihr Geist wird die meisten davon abhalten. Aber ich kann ihnen auf der Mauer Dornen anbringen, dass wird sie zwar nicht zu 100% abbringen es zu versuchen, aber wenn sie einmal im Hof sind und haben es dann eilig, ist es eine Todesfalle. Nur mein Gedanke.“ und der Maurer schaut leicht nervös zum Haus hoch.

„Machen wir das so, also mit den Dornen und das Tor bitte stabil und sicher. Die Rechnung geben sie bitte Ronald, er weiß Bescheid.“

„Ganz wie sie wünschen. Ich werde vermutlich eine Woche benötigen, ihre komplette Mauer von außen und innen zu sanieren sowie das neue Tor und Dornen anzubringen.“ und der Maurer verabschiedet sich.

Nachdem das geklärt war, geht Sina wieder in die Villa und startet da, wo sie aufgehört hat. Die Suche nach ihrem eigenem Schlafzimmer. Was Sina aber schnell fand, war das Nachbarzimmer von Mel.

„Hier mussten wohl die Besitzer geschlafen haben.“ murmelt Sina mit sich und fängt an, ihr neues Zimmer zu putzen. Mehrere Stunden später ist Sina´s Zimmer fertig. Fenster lassen wieder Licht durch. Das sehr große Himmelsbett sowie Kleiderschrank und der kunstvolle Schminktisch mit einem Spiegel sind gereinigt worden.

Mira hat Sina einen Bund frischer Bettwäsche geschenkt sowie mehrere Kissen und Bettdecke als Dank für die Rettung der Stadt. Sina hat sich darüber sehr gefreut und freut sich umso mehr, wenn sie diese Nacht das erste mal hier schläft.

„So, dann wäre mein Zimmer ja soweit fertig! Nun… Küche oder Badezimmer als nächstes?“ bis Sina unten ein Klopfen an der Tür hört. Als Sina die Tür öffnete verschlug es ihr die Sprache.

Vor Sina stand eine Katzenfrau. Wie man sich sie vorstellen kann? Eine Frau mit Katzenohren und Katzenschwanz, die getigert sind. Blondes Haar mit schwarzen Streifen. In einer Maid-Uniform.

Sina hat in ihrem vorigen Leben Katzen über alles geliebt und nun steht vor ihr ein Traum.

„Erm, ich grüße euch werte Dame. Mein Name ist Suki und soll mich hier vorstellen für den Posten als Hausdienerin. Seid ihr die Hausherrin Sina?“ stellt sich Suki mit einer süßen Stimme vor.

„Du bist eingestellt!“ waren Sinas erste Gedanken, aber sie hat sich unter Kontrolle und antwortet stattdessen: „Das ist richtig. Ich freue mich, dass mein Verwalter jemanden so schnell auftreiben konnte. Kommt doch herein und wir unterhalten uns in Ruhe.“

Suki nickt zu der Einladung und betritt die Eingangshalle. „Entschuldigung die Unordnung, ich ziehe erst heute ein, aber du hast zumindest einen Vorgeschmack was auf dich zukommt. Ich glaube zum Wohnzimmer geht es hier lang.“ entschuldigt Sina sich.

Auf dem Weg zum Wohnzimmer hört Sina ein leises flüstern: „An ihren Händen klebt viel Blut. Sie wirkt auf mich schon sympathisch.“ Mel gab ihre Meinung zu der Katzenfrau.

Sina zieht von mehreren Sesseln die weißen Laken runter und bietet sie zum Sitzen an.

„Soo Suki, dann erzähl mir doch ein bisschen von dir.“

Kapitel 30

Ich bin wiedergeboren und kämpfe gegen einen Hausgeist?

„Uff, das war jetzt aber unerwartet. Direkt zum Angriff, den man nicht mal sehen kann.“ murmelt Sina, als sie sich von der Druckwelle erholt.

„Verschwinde! Niemand soll hier mehr leben dürfen!“ schreit der Geist mit einer schrillen Stimme.

„Und warum nicht!?“ versucht Sina mehr an Informationen ran zukommen, aber der Geist scheint ihre Frage zu ignorieren.

„Verschwinde oder stirb!“ und Sina wird wieder von einer Druckwelle erfasst. „Oh so kann das nicht weitergehen. Wann ging es los mit dem Theater… Ah!“ und Sina fiel eine Idee ein.

Sina stand direkt wieder auf und rennt zur nächsten Etage, zu dem Zimmer mit dem Himmelsbett, aber direkt vor ihr knallt die Tür zu.

„Oho, war das vielleicht dein Zimmer? Ups!“ und die Tür flog durch die Kraft von Sina aus den Angeln.

„Raus aus diesem Zimmer!“ schrie der Geist wieder.

„Dann zeig dich oder ich werde anfangen, dieses Zimmer zu zerstören!“ warnt Sina den Geist, aber die nächste Druckwelle schleudert sie aus dem Zimmer.

„Oi! Wenn du nicht mit mir reden willst, kann ich dich ebenso auch töten und tue damit allen einen Gefallen!“

Der Geist lachte wieder. „Und wie wollt ihr das anstellen? Ausgebildete Exorzisten habe ich getötet oder ihnen was gezeigt, was sie niemals wissen wollten. Wenn man zulange in einen Abgrund schaut, schaut der Abgrund einen auch zurück an!“

„Als ob du mir zeigen könntest, was ich nicht längst gesehen habe! Dafür musste ich zu oft in das Gesicht vom Tod blicken und ihm die Fresse einschlagen!“ schimpft Sina.

„Ja… du hast den Tod mehrmals gesehen… Deine Aura… ist aber irgendwie anders als die eines normalen Menschen…“ wundert der Geist sich. Sina versucht ihn zu orten, aber die Stimmte kommt immer von ganz woanders.

Sina will den Geist wieder provozieren und geht in das Zimmer, aber wie üblich kommt eine Druckwelle aus dem Nichts.

„Langsam reicht es mir. Ich kämpfe nicht gegen eine Armee oder sonstige Spinner und lasse mich von einem Geist an der Nase herumführen! Weiß du was? Ich brenne den Schuppen einfach ab, dann sehen wir ja, wer zuletzt lacht!“ und Sina macht sich auf den Weg zur Treppe, als auf einmal überall Möbel auf sie zu flogen.

„Das werde ich nicht zulassen! Niemand zerstört mein Heim!“ schreit der schrille Geist. Geschickt weicht Sina die Möbelstücken aus und bereut, dass sie drauf gehen, aber für ihren Plan muss sie den Geist dazu bringen, sich sichtbar zu machen.

„Dann zeig dich endlich oder hast du Angst, dass ich dir tatsächlich was antun könnte?“ provoziert Sina weiterhin. Als sie im Eingangsbereich war, kam ein riesiger Tisch angeflogen. Diesmal zerschneidet ihn Sina mit ihrer Blutklinge, denn zum ausweichen hatte sie keinen Platz.

Dann spürte Sina, wie hinter ihr sich was manifestiert. Der Geist zeigte endlich seine Gestalt. Es muss mal eine bildhübsche Frau gewesen sein, aber jetzt schimmert sie in einer bläulichen Nebelform. Ihre Beine sind gar nicht mehr zu erkennen und ihre Augen sind pechschwarz.

„Ich lasse nicht zu, dass du lebend hier rauskommst!“ versperrt die Geisterfrau den Ausgang, aber endlich hat Sina sie.

„Seelenraub!“ und packt die Geisterfrau am Hals! Sie schrie vor lauter Schmerzen, die Fensterscheiben zersprangen und andere Möbelstücke flogen auf Sina zu, aber dieses nahm sie gar nicht zur Kenntnis und ignoriert den Schaden.

„Ich… will… nicht… sterben!!“ schreit die Geisterfrau.

„Dann akzeptiere mich als deine Herrin und befolge meine Regeln oder ich führe meinen Angriff zu Ende und habe für immer Ruhe vor dir!“ droht Sina der Frau.

„Ich… ich…“ stammelt die Frau und ihre Kraft verschwand immer mehr, Sina führt ihren Angriff unbarmherzig weiter.

„Versprich mir, dass du mich als Herrin akzeptierst und meine Befehle befolgst! Jetzt oder nie!“ schreit Sina den Geist an.

„Ich verspreche es!“ schreit sie mit letzter Kraft zurück und der Angriff hörte auf einmal auf. Die Geisterfrau konnte es nicht glauben und schaut Sina erstaunt an, während Sina sie böse angrinst.

„Was seid ihr? Ihr seid kein Mensch! Kein Mensch könnte so eine Fähigkeit nutzen!“ und die Geisterfrau hält unbewusst den Hals.

„Ich werde euch alles verraten, aber dazu muss ich euch erst mal vertrauen! Also ihr habt es mir versprochen, haltet ihr euch auch daran?“ hakt Sina nach, ihren Angriff bereit haltend.

„Ja… Herrin, mein Wort kann ich nicht brechen und akzeptiere es, sowie eure Befehle…“ knurrt die Frau.

„Ok, erste Regel. Du wirst mich nicht mehr angreifen oder andere heimtückische Pläne schmieden. Du hast mich ab sofort zu beschützen und mich vor Einbrechern oder Assassinen zu informieren.“

„Tzz, verstanden.“

„Zweite Regel, du wirst meine Gäste oder zukünftige weitere Bewohner in Ruhe lassen beziehungsweise ebenso nicht angreifen, es sei denn ich gebe dir die Erlaubnis.“

„Sonst noch Wünsche?“

„Dritte Regel, sollte in meiner Abwesenheit jemand versuchen dieses Haus anzugreifen oder einzudringen, sei es dir erlaubt nach eigenem Ermessen den Eindringling wieder zu entfernen. Dabei werden aber nicht die Möbel zerstört!“

„Ich verstehe so langsam, warum ihr mich zu eurem Sklaven machen wollt. Einen besseren Wachhund wie mich wirst du nirgendwo finden.“

„Nun, ich wollte ein Gespräch mit dir haben, aber du hast mich ja ignoriert, also musste ich gewaltsamere Maßnahmen ergreifen. Ich hätte es mehr auf einer Vertrauensbasis gemacht, aber du siehst ja, wie es geendet hat.“

„Ja… Herrin…“

„Und die vorerst letzte Regel, du wirst niemanden meine wahre Identität erzählen, schreiben oder sonstige Kommunikationsmittel benutzen. Alles was wir besprechen bleibt unter uns.“

„Oho? Na dann bin ich ja gespannt. Eure Aura und eure Fähigkeit gehört nicht die eines Menschen.“

„Das ist richtig, denn ich bin auch kein Mensch. Ich gehöre der Dämonenrasse an.“

„ … Eh? Du bist ein Dämon? Ich dachte, sie sind auf ihrem Kontinent versiegelt und können nicht mehr heraus?“

„Und trotzdem stehe ich vor dir. Aber ich bin nicht irgendein Dämon, sondern die Tochter des Dämonenkönigs. Vor dir steht die Prinzessin der Dämonen!“

„Meine Herrin ist eine Prinzessin der Dämonen? Ich würde euch auslachen, hättet ihr mich nicht beinahe umgebracht…“

„Du fragst dich, wie ich ein Mensch sein kann? Ich bin mehr oder weniger ein Experiment gewesen, gehöre aber der Rasse der Sukuben an. Diese Rasse sind in der Lage, an jede Seele heran zukommen.“

„Warum erzählt ihr mir solch schwere Geheimnisse?“

„Weil ich dein Vertrauen haben will, zumal ihr selber schon gesagt habt, dass ich kein Mensch bin. Warum also das Geheimnis aufbewahren? Im Gegensatz vertraue ich dir voll und ganz, dass du kein Wort über mich fallen lässt. Für die Menschen auf diesem Land und darüber hinaus bin ich einfach nur ein Mensch.“

„Tzz, ich werde mein Wort halten und kein Wort darüber verlieren.“

„Wunderbar, wie darf ich euch nennen?“

„Mel…“

„Ok Mel, ich stelle mich nochmal vor. Ich bin Sina, die Prinzessin der Dämonen und für die Menschen, einfach nur die Abenteurerin Sina. Auf ein gemeinsames Leben.“

„Wuhu…“

„Nun denn, das Chaos… lasse ich vorerst liegen. Ich werde eine Maid engagieren, die bei uns leben wird und das alles regelt.“

„Na dann wünsche ich dir viel Glück. Als ob jemand freiwillig in meiner Villa leben und arbeiten will! Immerhin hat diese Villa einen berüchtigten Ruf!“

„Lass das mal meine Sorge sein. Würdest du mir dann trotzdem helfen, sollten sich mehrere Bewerberinnen melden, Mel?“

„Huch? Ihr fragt… mich um Hilfe?“

„Nun, ich will schauen, dass ich jemanden einstelle, der Geister akzeptiert und auch mit dir zusammenarbeiten kann.“

„Habt ihr euch irgendwie den Kopf gestoßen oder glaubt ihr wirklich, was ihr da sagt? Falls du es nicht mitbekommen hast, aber ich habe Menschen getötet und das recht brutal?“

„Das zeigt nur, wie sehr du diese Villa beschützt hast.“

„ … “

„Nun denn, ich werde morgen wieder kommen und ein Zimmer beziehen. Stelle dich darauf ein, dass demnächst eine Hektik in dieser Villa stattfindet, damit es seinen alten Glanz haben wird und stelle dich ebenso drauf ein, dass du nicht mehr alleine lebst! Die Einsamkeit müsste dich ja relativ gefressen haben oder?“

Mel reagiert bei dem letzten Satz von Sina betroffen, zumindest wirkte sie erstaunt.

Sina verabschiedet sich von Mel, die dies aber ignoriert und verlässt die Villa. „Puh da hab ich sehr günstig ein neues großes Zuhause bekommen, ein guter Basisort. Vor allem habe ich keine lästigen Nachbarn.“ freut sich Sina.

„Aber trotzdem ein riskanter Plan gewesen mit meinen Seelenraub, hätte auch nicht funktionieren können, wobei… Giftklinge hätte ich ja ausprobieren können. Egal, erst mal zurück zu Ronald, sein Laden müsste noch offen sein.“ und Sina macht sich auf den Weg.

„Erm könnt ihr das nochmal bitte wiederholen?“ fragte Ronald, während er mit Sina wieder im sauberen Zimmer saß.

„Ich habe euch gesagt, ich kaufe die Villa.“ wiederholt Sina sich.

„Seid ihr euch sicher? Was ist mit dem Geist?“

„Wir hatten eine kleine Diskussion gehabt, die in einem Kampf endete und am Ende zeigte der Geist sich sehr willig auf mich zu hören. Das Recht des Stärkeren.“

„ … Sagt, wie viele unmögliche Dinge wollt ihr eigentlich noch schaffen? Erst die Armee, dann der Skelettdrachen und nun kommt ihr und sagt, dass ihr den Geist unter eure Kontrolle gebracht habt?“

„Was regt ihr euch auf? Ich dachte, ihr wolltet das Objekt loswerden? Das ist eure einmalige Chance.“

„ *seufz* Na gut, ich hole eben die Verträge… Also, ich benötige eure Unterschrift sowie einen Blutstropfen. Diese bestätigen, dass ihr mit dem Vertrag einverstanden seid. Des weiteren zahlt ihr für dieses Objekt… 100Goldmünzen, was ein Schnäppchen aller Schnäppchen ist… Für welchen Zeitraum wollt ihr die Grundsteuer zahlen?“

„Alle drei Monate.“

„Dann wird mein Bote alle drei Monate bei euch einen Besuch abstatten. Ihr zahlt, auch hier wieder ein Schnäppchen, 5Goldmünzen. 4Goldmünzen für die Steuer und 1Goldmünze als Verwaltungsgebühr.“

Sina überprüft die Verträge auf Unregelmäßigkeiten und stellt fest, dass Ronald wirklich viele Garantien verspricht. Er ist teuer, aber das ist jede Münze bei ihm wert. Sie unterschreibt anschließend die Verträge, gibt ihr Blut ab und zahlt die 100Goldmünzen sowie die 5G.

„Prächtig, damit beglückwünsche ich sie zu ihren neuem Zuhause. Die Schlüssel haben sie ja bereits. Ich werde morgen den Vertrag dem Stadtrat vorlegen, sie können aber schon direkt in ihrer Villa wohnen.“

„Vielen Dank, sagen sie, vermitteln sie vielleicht neben Häuser auch andere Dinge?“

„Hmm, ich habe Kontakte. Wenn sie mir sagen was sie brauchen, kann ich schauen was sich machen lässt, aber… Erstmal sagen sie mir, was sie brauchen.“

„Folgendes, ich brauche jemand der die Außenmauer und das Tor komplett repariert. Jemand der den Garten grob schneidet und anschließend brauche ich eine Hausdienerin.“

„Die ersten beide Wünsche lassen sich schnell machen, aber sie werden wegen dem Geisterproblem ein bisschen mehr Geld verlangen. Na ja, sie setzen ja mehr oder weniger ihr Leben dafür ein, egal ob ihr den Geist gebändigt habt oder nicht. Mit dem Ruf an eurer Villa müsst leben und zu der Hausdienerin..“

„Sie kann bei mir leben. Sie muss aber mit dem Geist zurechtkommen, wenn sie das nicht kann, ist das von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Die Hausdienerin sollte relativ jung sein, denn sie können am ehesten mit schnellen Veränderungen umgehen. Ansonsten das Haus sauber machen, den Garten in Schuss halten und Essen kaufen, kochen und so weiter. Habe ich was vergessen?“

„Soll sie vielleicht auch kämpfen können?“

„Nun, ich habe zwar den Geist dafür, aber ist kein Muss.“

„Das war eigentlich ein Scherz…“

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