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Kategorie: Novel 1: Ich bin wiedergeboren? Seite 3 von 57

Kapitel 535

Ich bin wiedergeboren und unangenehme Erinnerungen?

Wütend schaute Brandrulim Grudrec an. „Wie kommst du darauf, dass du hier die Entscheidung triffst?“

„Nun… nüchtern betrachtet stimmt es. Dachte nur, ich gebe mal meine Meinung ab. Wenn das Mädel es schafft, diesen Klumpen umzuarbeiten, wäre vielleicht der Moment gekommen… Zu überlegen, ob wir nicht vielleicht sogar Magie in unsere Arbeit einwirken zu lassen.“ zuckte Grudrec die Schulter.

„Außerdem hättest du dann auch einen Meisteringenieur, egal wie seine Zunge ist. James ist nur sehr wenigen bekannt, aber seine Techniken hatten alle was drauf gehabt. Vielleicht… nur vielleicht, schau ein bisschen weiter in die Zukunft.

Wir hatten zuerst das normale Titaneisen gehabt, dass man unter schwierigen Aufwand schmelzen konnte. Nun haben wir das neue, dass vermutlich sogar besser ist, aber auch seine Nachteile mitbringt mit seinen Immunitäten.

Wenn Sina weiterhin so aktiv gegen die Götterbestien kämpft, würde es mich nicht wundern, dass sie noch weiteres Material mitbringt, dass wir noch nie bearbeitet haben. Dann noch unser Projekt mit dem Schleim.

Das wird ebenfalls noch eine aufwendige Sache werden, dass weiß ich jetzt schon. Wir müssen irgendetwas haben, wo dieser „Kleber“ nicht haftet. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit oder wir arbeiten langsam ein bisschen mehr mit Magie.

Mir persönlich ist es egal, ob James ein Ehrloser ist oder nicht. Das Mädel hat ein paar Schrauben locker, aber das haben ja die meisten Personen die ich kenne.“ grinste Grudrec.

„Dir reiße ich die Zunge raus und werde dich damit erwürgen!“ wurde Eleanor wütend. „Eli? Klappe halten.“ kam der Befehl von Sina und sofort schloss sich der Mund.

„Das soll mit Eleanor klappen?!“ sah man den berechtigen Zweifel bei Brandrulim. „Ich wüsste überhaupt nicht, was sie denn machen soll. Mit ihrer Einstellung verscheucht sie meine ganze Kundschaft.“

„Sie kann die Straße draußen fegen.“ schlug Sina vor. „Hauptsache, sie ist in der Nähe von James, damit ER sie im Auge behalten kann. Keine Sorge, ich habe sie soweit manipuliert, dass man es mit weiteren Schwüren regeln kann. Immerhin ist dieses Ding mein persönlicher Fußabtreter, sonst würde sie ja die Welt in Schutt und Asche legen.“

„Hmpffpfpfp!“ wollte Eleanor irgendetwas sagen, aber es wird gekonnt ignoriert. „Was… genau soll das sein?“ wundert sich James bei dem Bauplan, den Grudrec mitgebracht hat.

„Eine Waffe, die sich Sina ausgedacht hat. Soweit ich verstanden habe, wird es an den Armen befestigt und nicht durch eine Hand gehalten. Mit diesem Brocken aus Titanerz oder was auch immer, ist es eine einzigartige Waffe.“ grinste Grudrec, der das Interesse in James gesehen hat.

„Verstehe?“ schaute James Sina an. „Soll Neia tragen. Wir wissen beide, dass sie eigentlich eine Magierin ist, also ist der Sinn der Waffe, dass Neia ihre Hände frei hat für ihre Magie und trotzdem eine scharfe Klinge führt.“

„Ah… Nun… wir können es mit Eleanor versuchen, doch rate ich, dass sie genau auf ihren Befehl achten… Sonst könnte Eleanor was „missverstehen“ und diese große Klotz ist eine kleine Kugel. Dürfte… ein großer Verlust für deinen Freund werden.“ nickte der vampirische Zwerg, während er weiterhin seine Pfeife paffte.

Nun schauten wieder alle Brandrulim an, denn er ist es letztendlich, der dies entscheidet. Doch er schaute nur Sina wiederum an. „Glaubst du… Sina, dass es klappen kann. Denn mit den beiden vertraue ich dir auch mein Leben an.

Zugleich dürfte auch mein Ruf bei den anderen Zwergen beschädigt werden, wenn sie mitkriegen, dass ich einen Ehrlosen eingestellt habe. Es ist nicht auszuschließen, dass es dann in der Zukunft zu anderen Problemen kommen kann.“

„Dieses Problem kann angegangen werden, wenn die beiden die Zwergentechnologie soweit revolutionieren, dass man überlegen sollte, zumindest James eine Chance zu geben. Er selbst hat geschworen sich an alle meine Regeln zu halten.

Außerdem… dürfte ihm auch bewusst sein, wenn was passiert, dass er die Stadt nicht lebendig verlassen wird. Immerhin ist er nützlicher als eine gewisse Serienkillerin, die außer Mord und Totschlag nicht wirklich was drauf hat.“ antwortet Sina ernst.

Brandrulim schloss die Augen und schien zu überlegen. „Na gut, aber als Test sollte Eleanor ihre Kräfte zeigen.“

„Ok. Eleanor? Hör genau zu was ich dir sage…“ drehte Sina sich zu der verrückten Vampirin um. Der Knochenschwanz löste sich und Eleanor fiel auf den Boden. Sie wollte irgendwas sagen, aber Sina dachte nicht mal daran, den alten Befehl zu lösen.

„Du wirst nun deine Blutmagie einsetzen. Den Metallklumpen, den du auf dem Boden siehst wirst du exakt auf diese Form pressen, wie du es auf dem Bauplan auf dem Tisch siehst. Dabei siehst du auch, wie dick die Klinge sein soll.“ fing Sina mit dem Befehl an und führte ihn fort, bis sie zum Ende kam.

Eleanor sieht sehr gereizt aus und nickte dann widerwillig. Sie ging auf den Klumpen zu und hob ihn ohne Probleme auf, dann legte sie ihn auf den Bauplan. Anschließend ritzte sie ihre rechte Hand auf, wo das Blut auf den Klumpen fiel.

Misstrauisch beobachten Brandrulim und Grudrec den Vorgang, bis der Klumpen komplett von Eleanor´s Blut umschlossen ist. Dann presste sie beide Hände zusammen und ihr Blut fing mit seiner Arbeit an. Der Klumpen ätzte und kämpfte scheinbar gegen die Magie an, aber er hatte nie eine Chance gehabt.

Alle sahen, wie der große Klumpen immer mehr eine andere Form annahm… weitere Zuschauer standen an der Tür und staunten nicht schlecht. Es vergingen noch einige Minuten, dann schnippte Eleanor mit den Fingern. Das Blut verschwand und eine gepresste Klinge fiel auf den Tisch… und krachte runter.

„Huch?!“ wurde jeder wieder wach. „Wieso ist der Tisch kaputt gegangen?“ wundert sich Brandrulim. „Himmel… was glaubst du, was eben passiert ist? Eleanor hat den großen Metallklumpen zu einer Form geändert. Nur weil es aber seine Form verändert hat, bleibt das Gewicht das gleiche… Ich würde sogar behaupten, dass er sogar schwerer geworden ist.“ rollte James die Augen.

Grudrec kniete vor der „Waffe“ und begutachtet sie. „Ehrlich? Einfacher geht es nun wirklich nicht mit der Blutmagie der Kleinen.“ Dann streichelt Grudrec mit einem Finger über die Klinge und merkte schon, wo ein Problem ist.

„Dachte ich mir schon. Damit kann man nichts schneiden, aber das sollte kein Problem sein, nachdem unsere spezielle Lieferung gekommen ist. Vielleicht hat James auch eine Idee, wie man es anders scharf schleifen könnte.“ Dann wollte der Zwerg die Waffe aufheben… „wollte“. „Verdammt… das Ding ist ja schwer!“

„Lass mich mal…“ schob Brandrulim seinen Freund beiseite. Scheinbar schaffte er es, die Waffe zu heben, musste sie aber auch schnell wieder auf dem Boden ablegen. „Du liebe Güte… James hat wohl recht, das Ding ist schwerer geworden.“

Nun wollte Eleanor ihren Auftritt haben und hob die Waffe ohne irgendwelche Probleme. Scheinbar verstand sie den Zweck dieser Waffe nicht, so warf sie ihn einfach über ihre Schulter nach hinten zu James.

Dieser packte sie panisch mit beiden Händen und konnte ebenfalls die Waffe halten. „Eleanor…? Wolltest du mich eben töten?“

„Hmmm Hmmm hmmmmmmm!“ wollte die Vampirin irgendetwas mitteilen, dann zuckte sie mit der Schulter und fing an, im Raum leichte Freudensprünge zu machen.

„Ich kann mir schon denken, was Eli mitteilen wollte.“ schüttelt Sina den Kopf. „Aber danke für den Hinweis Eli, wieder ein Schwur mehr für dich zum Weg des normalen Lebens.“ grinste die Dämonenkönigin. Als Antwort kam von Eleanor der Mittelfinger.

Sina überlegte spontan, ob sie für diese Respektlosigkeit ein Blutbad veranstalten sollte, beließ es aber dabei, weil sie Brandrulim nicht ihre dunkle Seite zeigen wollte. Dafür teilte Sina ihrer Sklavin mit, dass sie es nicht vergessen wird.

Diese wiederum schnaufte nur ihre Nase und setzte ein großes Grinsen aufs Gesicht. „Eleanor. Ich befehle dir, beide Zeigefinger in die Nase zu stecken und in der Ecke zu sitzen.“ lächelt Sina ihr schönstes Lächeln.

Während Eleanor dies umsetzte, hielte James die Waffe vor seine Nase. „Hmm… normale Kämpfer werden das Ding nicht schwingen können. Neia soll sie tragen? Mit dem Blut des Meisters sollte es möglich sein.“ legte James die Waffe auf den Boden, während im Hintergrund scheinbar jemand Probleme mit der Luft bekam.

„Hrm… wir brauchen James, denn wir können das Ding nicht heben.“ meinte Grudrec nur trocken. „Leider… Sina, wenn die beiden bei mir arbeiten, aber da müssen wir auf jede Kleinigkeit achten, vor allem mit dem Mädel, dass drüben im Sterben liegt.“ nickte Brandrulim.

„Wegen so einer Kleinigkeit wird sie schon nicht sterben.“ meint Sina nur und ignoriert Eleanor, die verzweifelt nach Luft atmen will. „Vielleicht passiert ja ein Wunder und einige ihrer verrückten Gedächtniszellen sterben dabei aus.

Wunderbar, dass du diese Wesen in deiner Nähe duldest.“ verbeugte sich Sina und hob danach die neue Waffe für Neia. „Hmm… Selbst ohne Schärfe, diese Waffe kann alles zerstören. Davon brauchen wir noch das andere Stück, dann kommt wohl euer größtes Problem… Das kann aber denke ich James gut lösen.“ lächelt Sina zufrieden.

Während in der Schmiede nun alles geklärt wird, geht das Training von Neia weiter. Sie ging wieder über das Seil und versuchte ihre Balance zu halten.

Papa…“ tränte Neia. Ein alter Elf streichelt die junge Elfin auf dem Kopf. „Warum so traurig mein Kind? Das ist ein Teil des Lebens. Ich bereue mein Leben nicht, denn ich habe einen Teil dazu beigetragen, die Welt vor den Dämonen zu sichern.“

Vater… auch… wenn es sich kalt anhört, aber… du stirbst wirklich in einem sehr ungünstigen Moment.“ stand neben Neia eine andere Elfe mit brünetten Haaren. „Die Fraktion wird die Chance nutzen und die alten Wege der Elfen wieder einschlagen wollen.“

*seufz* Nun… daran… kann ich leider nichts mehr ändern. Ich spüre, dass mein Herz die letzten Schläge machen wird, also überlasse ich dir die schwierige Aufgabe Elora. Du wirst nun das Volk führen und hoffentlich die Arbeit besser machen als ich.

Zu sehr… habe ich mich um Angelegenheiten von Alliancia gekümmert für unser Volk. Wäre… die Barriere nicht mit so vielen Nachteilen besetzt… vielleicht hätte ich noch etwas mehr Zeit für uns gehabt.

Meine… Kinder. Es tut mir leid, dass ich mir für euch beide nicht die Zeit genommen habe. Elora, ich bin wirklich stolz als Vater zu sagen, dass du eine starke und tapfere Kriegerin geworden bist. Neia, behalte weiterhin die Liebe zur Magie, denn du hast das Talent meiner Großmutter geerbt, dass weiß ich genau.“

Bitte Papa… verlass uns nicht.“ weinte Neia fürchterlich. Der alte Elf lächelt nur und streichelt weiter den Kopf von Neia. „Ich werde… bald gehen, aber sorge dich nicht mein Kind. Die Welt ist groß und voller Wunder.

Ich weiß… das du ein schwieriges Kind bist, denn niemand teilt den gleichen Ehrgeiz zu der Magie wie du es tust. Doch lass mir dir eines sagen. Egal… wie groß die Welt ist, du wirst irgendwann auch die richtigen Freunde finden, die dich mit der Magie verstehen werden.

Wenn nicht, dann halt, weil sie dich so mögen wie du bist, eine aufrechte und liebenswürdige Elfe. Steh deiner Schwester in ihrer schwersten Stunde zur Seite, denn auch Anführer brauchen jemanden, an die sie sich halten können.“

„Versprochen Papa… Ich liebe doch meine Schwester genauso wie du.“ schniefte Neia fürchterlich, nun musste auch Elora ihre Tränen laufen lassen. Neias Vater lächelt bei den Worten und… schloss seine Augen…

„Neia? Neia?“ stupste Cixo sie von hinten an. Die Blutelfe erschreckte sich wieder und das Ergebnis war, dass beide Frauen vom Seil runter fielen. „Neia! Was sollte das denn?“ schimpfte die Katzenfrau.

„Ah… Entschuldigung…“ bekam Neia einen roten Kopf. „Was ist denn los mit dir? Seit heute morgen bis du nicht konzentriert beim Training!“ schüttelt Cixo den Kopf und stand wieder auf. „Hat es was mit meiner Frage zu tun?“

„Huch? Ah, nein. Alles in Ordnung, ich… war irgendwie in Gedanken gewesen, wie… es weiter gehen wird.“ versuchte Neia die Situation zu retten. Cixo hob nur eine Augenbraue hoch. „Ok? Dann mach das aber bitte nach dem Training. Du bist noch nicht so weit, dass du auf einem Seil darüber nachdenkst. Vor allem, da du die ganze Zeit über Seile gingst, ohne deine Balance zu verlieren…“

„Öh…?“

Kapitel 534

Ich bin wiedergeboren und des Schmieds Problems?

Neia ging nun wieder auf dem Seil mit viel mehr Erfolg. Noch war sie sehr unsicher dabei, aber hatte trotzdem ein gutes Gefühl. Auf einmal legte jemand einen Fuß auf das Seil und Neia schaute nach vorne, wo Sumi stand.

Beide starrten sich tief in die Augen. „Neiiinn….“ murmelt Neia und schüttelt den Kopf. So wie üblich der Fall ist bei Katzen, machen sie sowieso, was sie wollen. Sumi hielt ein Pokerface, dann fing er an, das Seil etwas in Bewegung zu setzen.

„Nein! Lass das!“ bekam Neia nun Probleme, ihr Gleichgewicht zu halten. „Aus! Sitz!“ gab die Blutelfe seltsame Befehle, dass Sumi nur dazu animierte, weiter zu machen… Dann passierte es, Neia fiel runter.

Die Blutelfe landete wieder in dem hohen Gestrüpp und verletzte sich nur leicht. Wütend stand sie auf und spuckte ein paar Blätter aus dem Mund. „Was soll das?!“

„Wieso? Das gehört auch zum Training dazu.“ meinte Sumi nur, während er Problemlos über das Seil geht. „Was ich eben getan habe, ist eigentlich Standard gewesen.“

„Naja… normal machen wir das erst, wenn man wirklich sicher gehen kann.“ merkte Hiro an, die auf einer Säule Gymnastik betreibt. „Aber ich kann schon verstehen, warum du das machst.“

„Hm?!“ schaute Neia die Katzenmenschen an. „Wieso?!“ Cixo sprang vor der Blutelfe runter und half ihr weitere Blätter vom Körper herunterzuholen.

„Nun… du musst selber zugeben, dass du sehr schnell die Balance gefunden hast beim Rohr, selbst als deine Augen verbunden wurden. Kann es sein, dass in dir ein Talent schlummert, dass früher gefördert hätte werden sollen?

Wie ist es mit deiner Familie? Waren sie alle Kämpfer oder ähnliches?“ fragte Cixo und Neia bekam auf einmal einen Flashback vor ihren Augen.

Du bist eine Versagerin als Führerin unseres Reiches!“ brüllte ein älterer Elf sie an. „Dein Vater würde sich schämen und wenn deine ältere Schwester sehen würde, was du willst, würde sie abstreiten, mit dir verwandt zu sein!

Neia! Die Elfen brauchen einen starken Führer und keinen Spinner an der Macht, der nicht weiß, was sie wirklich brauchen! Du hast nur deine dumme Magie im Kopf, wie soll das weiter gehen?! Das andere Reich hat wieder angefangen, in die Gebiete vorzudringen!“

Ja, weil ihr vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr seht! Was bitte ist daran falsch, den Grund für diesen noch dümmeren Krieg für alle Zeiten zu zerstören? Und wage es ja nicht meine Familie schlecht zu reden Onkel!

Vater hatte auch diese Gedanken gehabt, doch er hatte schon lange nicht mehr die Kraft gehabt, sich gegen dich und deine Fanatiker zu wehren. Dürfte vermutlich daran liegen, dass er einiges investieren musste bei der Erschaffung der Barriere gegen die Dämonen.

Wäre meine ältere Schwester nicht durch einen Unfall gestorben, sie hätte sich ebenfalls dafür eingesetzt! DU weißt überhaupt NICHT was wir denken! Wir wollen einen neuen Weg in die Zukunft gehen, aber DU und DEINE Fanatiker wollen lieber den Krieg haben!“

Deine Worte wurden zur Kenntnis genommen. Eigentlich wollte ich, dass du selber den Posten aufgibst. Fürstin Neia, aufgrund eines alten Gesetztes dieses Reiches verbanne ich dich mit der Zustimmung aller Oberhäupter der Elfen aus diesem Reich!“ teilte der Onkel das mit und Neia hörte nicht recht.

WIESO!? Wollt ihr so sehr den Krieg?! Wer soll dann die Führung übernehmen?!“

Das haben wir ohne dein Wissen schon abgesprochen und sind uns einig geworden, dass ich der neue Fürst dieses Reiches werde. Leider etwas zu spät, denn dein Vater war auch nicht fähig gewesen, aber er war leider der ältere Bruder gewesen.

Neia… auch wenn wir uns nie verstehen werden, so betrachte ich dich auch als meine Familie.“ wurde der Onkel etwas… einfühlsamer. „Du hättest nie das Talent dafür gehabt, ein Reich zu kontrollieren. Du hast nicht mal mitbekommen, dass wir eine geheime Sitzung getätigt haben.

Nutze… die Chance und genieße das neue Leben mit deiner Magie. Du kannst nun machen und tun, was dir gefällt, aber… komm nie wieder hier in dieses Reich. Dein Vater und deine Schwester waren talentierte Kämpfer gewesen, was du aber nicht bist.

Irgendeiner der… „Fanatiker“ hätte dich zu einem Duell herausgefordert, wir wissen beide, dass es nur dein Tod gewesen wäre. Damit… kann ich zumindest einen Teil des Versprechens zu deinem Vater einhalten.“

Neia fielen die Tränen aus den Augen raus, zu tief saß der Schock bei der Mitteilung. „Ich… habe keine Familie mehr… Nun gut… bevor ich dich noch irgendwie blamiere… gehe ich einfach weg…“

Die Blutelfe musste bei der Erinnerung den Kopf schütteln und wundert sich, warum auf einmal dieses Gespräch aus der Vergangenheit kam. „Nein, ich habe keine Familie, bedaure.“ lächelt Neia schief.

„Ist das so? Egal, wir werden das Pferd schon schaukeln, immerhin glaube ich, dass du dein Ursprungsziel früher schaffen wirst, als gedacht.“ zuckte Cixo die Schulter. „Du musst immer damit rechnen, dass einer von uns sich bei deinem Training kurz einmischen werden.

Man muss sich immer auf unerwartete Dinge einstellen wie auf eine Windbö oder ein Erdbeben. All das wird dir helfen. Wir zeigen es ja selber, wie gut das funktioniert.

„Erm… ok.“ nickte Neia und teleportiert sich wieder zu einer Säule, dann lief sie langsam auf einer Säule. Sina stand mit einer bestimmten Entfernung und beobachtet, dass Neia nun wirklich gute Fortschritte macht. „Huch? Wie kommt das, dass die Katzen Neia helfen? Egal…“

Sina ging mit ihrem schwarzen Kleid zu der Häuserreihe und wollte direkt Eli sowie James aufsuchen, als ihr was anderes einfiel. Sie klopfte an eine bestimmte Tür und wartet… und wartet…

„Ich weiß das ihr da drin seid. Ich zähle bis Drei…“ drohte Sina durch die Tür und schon wurde es geöffnet.

„Entschuldigung, ich habe mich etwas… frisch gemacht.“ lächelt Abby unsicher. Tatsächlich, sie trug ein normales schwarzes Kleid mit roten Punkten und hat ihre kurzen weißen Haare glatt gekämmt.

„Hausbesuch. Wir wollen nicht groß darüber reden oder?“ grinste Sina gemein. „Wir… haben sie natürlich erwartet. Wenn… sie bitte reinkommen?“ öffnete Abby die Tür weit.

Im Gegensatz zu gestern war nun die Wohnung was sie sein soll: Eine saubere Wohnung, wo man sich wohlfühlen kann und kein Saustall. Sina schaute sich alles in Ruhe an und traf auf Nisha, die schwitzend stand. „Was ist los Nisha?“

Die Vampirin trug ein weißes Kleid mit schwarzen Punkten und hat ihr graues Haar zu einen Zopf geflochten. „Nichts Lady Sina… Es ist nur… wir wollen keinen Ärger bekommen. Wir würden… gerne hier bleiben dürfen.“

„Ok?“ nickte Sina nur und schaute sich die Zimmer an… außer das von Gair. „Ok, diesen Zustand will ich, dass es auch so bleibt. Ansonsten lasse ich mir was schönes für euch beide einfallen, meine… ihr habt ja schöne Gesichter, da lässt sich ja was finden…“ war Sina zufrieden und gab zugleich eine Warnung raus.

„Vielen Dank Lady Sina, wir werden uns daran halten!“ freuten sich die Vampire und ignorierten die Warnung gekonnt. „Gut gut, dann lasse ich euch mal alleine.“ nickte Sina und ging wieder aus dem Haus raus. Ob es Absicht war oder nicht, aber Sina knallte zu stark die Tür zu, was dazu führte, dass die Zimmertür von Gair auf krachte und ein Müllberg herauskam.

„Puh… haben wir es im letzten Moment noch geschafft.“ murmelt Nisha. „Das stimmt… soll Idiotengair im Keller schlafen oder so.“ grinste Abby genussvoll.

Nun klopfte Sina an die Tür von dem größten Problemfall. James öffnete und… sah sehr genervt aus. „Endlich…“ murmelt er. „Was hat Eli angestellt?“ kam Sina direkt auf den Punkt.

„Sie hat zu viel Energie. Im Gegensatz zu uns… braucht sie keinen Schlaf, kein Essen oder sonstiges. Ein Tropfen Blut reicht aus. Wenn sie ihr irgendwie… was zum spielen geben könnten, wäre ich sehr dankbar.“ seufzte James.

„Und… was soll ich ihr genau zum spielen geben? Ich werde bestimmt keine Opfer bringen, die sie foltern kann.“ hob Sina eine Augenbraue hoch.

„Ist mir… ziemlich egal und wenn sie ihr halt einen großen Knochen geben, worauf sie rumnagen kann. Ich bin froh, dass sie nicht in den Keller geht, wo ich alle Fallen aufgebaut habe. Nicht unbedingt euch oder die anderen auszugrenzen, sondern gezielt nur Eleanor.

Nur weil die Verrückte alle Schwüre aufgesagt hat, will ich gerne noch am Leben bleiben. Hätte nicht gedacht, dass ich mit ihr unter einem Dach schlafen werde…“

„Du hast dich doch angeboten? Wenn kannst du nur dir selber die Schuld geben!“ meinte Sina nur und stellte sich vor, wie Eli an einem Hundeknochen nagt. „Wo sie eigentlich?“

„~Hiiiiieeeeerrrrr…“ rief eine weibliche Stimme und Sina musste zur Decke hochschauen. Tatsächlich, Eleanor hat sich an der Decke festgekrallt und drehte ihren Kopf wieder um 180° um, dabei lachte sie fürchterlich.

„Hrm… du könntest echt in einen Horrorfilm arbeiten.“ kommentierte Sina nur und holte ein Kleid raus. „Sherry meinte, dass Kleid passt zu deiner Körpergröße. Du ziehst das an, damit du etwas präsentabel bist.“

„Nöhöööö.“ kichert Eleanor an der Decke. Sie ließ sich auf einmal fallen und krabbelt auf allen vier Gliedmaßen direkt weg. Selbst ein hartgesottener Horrorfilm-Liebhafter dürfte bei der Aktion schlucken.

„Eli? Ich befehle es dir. Mein Befehl ist es: Du drehst deinen Kopf wieder normal zurück, kommst auf zwei Beinen hierher und ziehst das Kleid an. Richtig an, ohne es kaputt zu machen oder weiteres.“ kam der knallharte Ton von Sina.

Kurz bevor Eli verschwinden konnte, wurde sie durch die vielen Schwüre gestoppt. Knurrend setzt sie den Befehl um und kam. Gaaannnnnnzzzzzzz laaaaaaaaangsssssaaaaaammmmmm…. „Sofort!“

„Sie sollten sie wirklich töten, denn mit diesen Aktionen werden sie leben müssen Lady Sina. Doch sie haben sich ja scheinbar für den schwierigen Weg entschieden.“ kommentierte James nur in seinem grauen Mantel und verschränkten Armen.

„Ich bekomme sie schon in den Griff. Sie ist ein Spielkind? Dann denke ich schon, dass ich was für sie finden werde.“ kommentierte Sina wiederum und als Eleanor ankam, drückte die Dämonin ihr das Kleid mit den vielen Blümchen in die Hand.

„Das ist hässlich, ich will was anderes!“ verzog Eleanor nur ihr Gesicht. „Klappe halten und anziehen. Sobald du das getan hast, gehen wir zur Schmiede, wo du vielleicht arbeiten darfst.“ rollte Sina nur die Augen.

„Ich… kenne deinen Freund nicht, aber irgendwas muss er dir ja angetan haben. Glaubt ihr nicht, dass Eleanor sein Geschäft in den Ruin treiben kann? Mir soll das egal sein.“ zuckte James mit den Schultern.

„Lass das mal meine Sorge sein.“ grinste Sina. Als Eleanor das Kleid angezogen hat, machte sie eigentlich keinen schlechten Eindruck, wenn sie ihre Haare etwas mehr pflegen würde und nicht diese tiefschwarzen Augen mit dem wahnsinnigen Blick hätte. „So… dann mal los.“ nickte die Dämonenkönigin zufrieden.

Auf dem Weg musste die Gruppe an der Monstervilla vorbei, wo Sina sich wunderte, warum so viele Handwerker in das Heim gingen. „Huch? Was ist denn nun los?“

„Die sind dafür da, dass die Zimmer von euch und eurer Schwester überarbeitet werden.“ erschien Suki wie aus dem Nichts und teilte die Information mit. „Es… ist für unsere eigenen Nerven. Hätte nicht gedacht, zu was ihr euch entwickelt. Sobald ihr… in Aktion geht, dauert es nicht lange, dann ist eure Schwester auch mit von der Partei.“

Sina bekam einen hochroten Kopf bei der Erklärung. „Erm… du machst das schon…“ murmelt die Dämonin nur und Eleanor musste kichern. Sie wusste zwar nicht warum, aber dass ihre Herrin sich schämt, dass genoss sie.

Irgendwann stand die Gruppe dann vor der Schmiede, der rote Kopf hat sich inzwischen beruhigt bei Sina. „Nun denn. Eleanor, ich befehle dir jetzt, den Mund zu halten und nichts anzufassen. Keinerlei Scherze oder sonstige Sachen, wo du was genießen kannst.“ teilte Sina mit. Der Mund schloss sich bei Eleanor und versuchte mit Gestik irgendwas mitzuteilen.

Sina seufzte nur und wickelt sie mit ihrem Knochenschwanz ein, dann zog sie die Vampirin mit James in die Schmiede. „VERDAMMTE SCHEIßE!“ brüllte wieder eine bekannte Stimme. „WAS IST DAS NUR FÜR EIN SCHEISS ZEUG?!“

„Hmm… scheinbar haben sie noch immer nicht das Problem gelöst.“ dachte Sina, als schon Brandrulim kam. Erst hatte er ein Lächeln auf dem Gesicht, aber als er den vampirischen Zwerg James sah, verschwand es auch schon wieder.

„Ich… grüße euch Sina.“ kam es etwas zögerlich von Brandrulim. „Hi Brandrulim, können wir vielleicht in eines deiner normalen Beratungszimmer reingehen? Denke, dass sollten wir nicht nicht in deinem Privatgemach klären.“ bat Sina, die die Stimmung mitbekommen hat.

„Natürlich, wenn ihr mir folgen würdet…“ nickte Brandrulim langsam und hielt James weiter im Auge. Jeder der Zwerge behielt James im Auge. „Hm… vielleicht hättet ihr mir sagen müssen, dass euer Freund ein Zwerg ist.“ meinte James nur.

„Gibt es ein Problem?“ war Sina etwas ahnungslos. „Nicht von meiner Seite aus.“ bekam sie nur zu hören. Eleanor schaute jeden Zwerg wütend an, aber wird von allen gekonnt ignoriert. Einige Minuten späten saßen sie bis auf Eli, im Beratungszimmer.

„Sina… wie kann ich dir helfen?“ fragte Brandrulim, diesmal wird kein Tee serviert. Scheinbar hat Sina etwas missverstanden, denn… „Em… Brandrulim? Ich entschuldige mich jetzt schon mal, aber ist irgendetwas zwischen uns vorgefallen?“

„Huch? Nein nein, mit uns ist alles in bester Ordnung. Das Problem ist eher… warum ihr einen ehrlosen Zwerg mitgebracht habt.“ schüttelt Brandrulim den Kopf.

„ … Glaube, ich habe was nicht mitbekommen. Kennst du James oder… irgendwie übersehe ich doch was. Magst du mir vielleicht erklären, was los ist?“ wurde Sina immer verwirrter.

„Nein, ich kenne James nicht, aber… ein Zwerg, der zu einem Vampir geworden ist… Ist für alle Zeiten von uns ausgeschlossen. Nirgends soll er Fuß fassen dürfen, wenn er eine Zwergensiedlung antrifft.“ erklärte der Schmied sachlich.

James grunzte nur durch die Nase und holte eine Pfeife aus seinem Mantel raus, die er sich dann anzündete. „Das meinte ich damit Lady Sina. Wäre euer Freund ein Mensch gewesen, dürfte es jetzt weniger Probleme geben.

In ihrem verblendeten Stolz glauben die angeblich „weltoffenen“ Zwerge, dass wir Vampire oder eher vampirischen Zwerge, keine Seele und zugleich ein schwarzes Herz haben. Eine… Inkarnation des Böses sozusagen.

Zwerge, die zu gierig wurden und ihre Gelüste nicht kontrollieren wurden von der „tollen“ Göttin damit gestraft, dass sie von Vampiren geholt werden. Dürfte sich nach all den Jahrtausenden nicht viel geändert haben der Grundsatz.“

„Und stimmt das nicht?“ wurde Brandrulim etwas hitzig. „Wie viele… Wesen sind unter deinen Händen gestorben?“

„Keine Ahnung, ich habe schon lange aufgehört zu zählen. Für meinen Clan habe ich eher dafür gesorgt, dass sie immer die richtigen Folterinstrumente bekommen haben. Mein Lord… brauchte immer eine Abwechslung.“ grinste James böse.

Eli sah aus, als würde sie gerne was hinzufügen, konnte aber nichts groß sagen, dazu war sie immer noch im Knochenschwanz eingewickelt. Theoretisch könnte sich daraus befreien, wären da leider nicht die Schwüre.

Aus Brandrulim schossen fast die Dolche auf James so, als die Tür wieder auf knallte. Grudrec stand dort und wirkte etwas sauer. „Scheiße, die Technik der Alten hat versagt… Wieso ist hier ein Ehrloser?!“

„Hi Grudrec. Erm… wie soll ich es erklären…“ versuchte Sina aus dieser Situation das beste zu machen. „Also… folgendes… Erst mal Entschuldigung, dass ich etwas ausgelöst habe, wovon ich nichts wusste.

Dachte… ihr hättet nicht so ein Problem mit zwergischen Vampiren, wenn ich an die Reaktion von Thomddir denke. Meine Idee war es, weil James hier immer von sich aus behauptet ein uralter Meisteringenieur zu sein, dass er hier arbeiten könnte.

Wenn man seine… vampirische Vergangenheit ignoriert wie Herstellung von Foltergeräten oder ähnlichem… wobei man auch da sehr kreativ sein muss, dachte ich, dass er hier aushelfen kann. Laut seiner Aussage war er der Meinung, dass viele seiner Ideen aus der Vergangenheit nicht umgesetzt werden konnten, weil es noch nicht die Technik oder Materialien gab.

So… wie du wieder Fluch Grudrecs gehe ich mal zu der Annahme, dass du es immer noch nicht geschafft hast, mit dem alten System es zum Schmelzen zu bekommen?“

„Verdammt richtig. Der Titanstein ist wunderbar, er ist sogar in der Lage, Lava in Schmiedeform auszuhalten, aber das Erz will immer noch nicht schmelzen. Der heißt James? Bist du zufällig der James, der das Akl-System erfunden hat?“ nickte Grudrec, behielt den Vampir aber weiterhin im Auge.

„Ja, das war ich.“ paffte James seine Pfeife. „Was… ist ein Akl-System?“ wundert sich Sina. „Ein… ehm… lassen wir das mal. Es ist ein bestimmtes Verfahren, um aus einem Erz bestimmte Material zu gewinnen.“ kratzte sich Grudrec am Hinterkopf und schaute Brandrulim an. „Was? Du willst doch nicht allen ernstes mir sagen, dass der da hier arbeiten soll?!“

„Nun Brandu… ich bin mit meinen Ideen am Ende, ich schaffe es nicht, dass spezielle Titanerz zum schmelzen zu bekommen. Die Idee war gut mit dem Titanstein, aber…“ wirkte Grudrec etwas verloren.

James paffte weiter seine Pfeife und Eli hat sich auf dem Boden hingesetzt. „Vielleicht fragt ihr James einfach mal nach seiner Meinung? Mehr als… fragen geht nicht?“ brach Sina die Stille im Zimmer.

Alle starrten auf Brandrulim, der wirklich sehr unglücklich wirkte. Er stand auf und verließ das Zimmer. Einige Minuten später kam er wieder und stellte einen dicken Silber leuchtenden Erzbrocken auf den Tisch.

„Wenn du wirklich ein Meisteringenieur bist, wie du es behauptest, dann sagt uns mal, wie du es zum schmelzen bekommen könntest. Wir haben das B8-J-Verfahren angewandt, wenn du weißt, was es bedeutet.“

„Mit diesem Scheissverfahren hättet ihr das Ding auch nicht zum schmelzen bekommen. Ich weiß wer dieses Verfahren entwickelt hat und wenn ich dazu sagen dürfte, dass war eine Hohlbirne gewesen.“ ätze James direkt. Grudrec sowie James bekamen auf einmal sehr rote Köpfe.

„Lass mich raten: Ohne zu wissen, was das für ein Zeug ist, habt ihr eine Schmiede gebaut, dass aus einem Material besteht, dass jede Hitze aushalten kann oder?“ starrte James die Zwerge an. Diese wollten erst nichts sagen, dann nickte Grudrec.

„Und bestimmt habt ihr auch den gleichen Stein genommen, damit dieses Erz hier… erhitzt wird? Ihr… habt hoffentlich selber gemerkt, dass es einen… kleinen Logikfehler hat?“ pustete James den Rauch zu den Zwergen.

„Hmm… ohne die Ahnung zu haben, aber wenn Titanstein alle Hitze aushält, dann kann man es nicht zum schmelzen benutzen oder? Weil es nicht so heiß wird, dass man dieses Erz zum schmelzen bekommt.“ mische Sina sich ein.

„Wenigsten Lady Sina hat sofort verstanden, was ihr Knallköpfe versucht habt.“ grinste James böse. „Deswegen ist es ein Scheissverfahren, damit kann man höchsten nur arbeiten, wenn der Stein ebenfalls Hitze ausstrahlt, damit das Erz sich verflüssigt. Das geht aber nur, wenn er schon bei einer niedrigen Hitze schmilzt.“

Beide Zwerge sahen aus, als hätte man sie geohrfeigt. James klopfte mit einem Finger gegen das Erz und wirkte nachdenklich. „Hm… so ein Zeug ist mir noch nicht in die Finger gekommen. Ihr könnt es nicht zum schmelzen bekommen? Riecht mir danach, als hätte es eine Feuerimmunität.“

„Erm… James, Feuerimmunität heißt nicht, dass man trotzdem empfänglich für Hitze ist. Sonst hätte ich meine Reise in Vurdinia nicht unter bestimmten Bedingungen bereisen können.“ merkte Sina an.

„Lady Sina… ohne euch zu beschämen, aber wir sind alle ein lebendiges Wesen oder? Unabhängig welcher Rasse wir angehören, wir haben letztendlich ein schlagendes Herz. Bei Materialien sieht es komplett anders aus. Wenn es eine Feuerimmunität HAT, dann kann man es nicht schmelzen, ob man will oder nicht.

Dann muss man ein komplett anderes Verfahren anwenden, so einfach ist es. Eigentlich… ist das kein Erz hier… Eher sieht es mir nach einem unförmigen Barren aus, den man direkt in eine Waffe oder Rüstung bauen kann.“ erklärte James sachlich.

„Diesen dicken Klumpen soll man direkt in eine Waffe bauen?!“ hakte Grudrec direkt nach. „Keine Chance, wie soll das denn gehen? Wir erhitzen alles, damit man es in Form bringen kann!“

„Himmel…“ rollte James mit seinen Augen. „Eine Möglichkeit gibt es, wir benutzen Eleanor oder ich baue eine große Klopfmaschine, die das bewerkstelligen kann. Doch damit kann man höchsten nur Waffen bauen.“

„Eleanor?“ wundern sich die Zwerge. „Stimmt… die haben wir ja auch hier.“ nickte Sina und hob mit ihrem Knochenschwanz Eleanor hoch. Nun realisierten die Zwerge, dass die ganze Zeit eine weitere Person anwesend war, vor allem… strahlte sie Gefahr aus, die man „eigentlich“ nicht ignorieren sollte.

„Das ist Eleanor, die Tochter eines Vampirkönigs.“ stellte Sina sie vor und gab einen sehr kurzen Bericht über diese Vampirin ab. „Erm… verstehe…“ tupfte Brandrulim den Schweiß vom Gesicht ab.

„Und die Idee von James hat was. Hier, schaut mal wie Eleanor mit ihrer Blutmagie ihr Gefängnis… „bearbeitet“ hat. Illusion: Alte Erinnerung.“ zaubert Sina das Erlebnis, wie Eleanor mit Blut den riesigen Sarg zu eine kleine Kugel gepresst hat.

„Du liebe Güte…“ murmelt Grudrec und schaut immer abwechselnd die Vampirin an, die ein böses Grinsen auf dem Gesicht hat. Dann stand er auf und verschwand aus dem Zimmer.

„Hmm? Wie auch immer, Eleanor? Du darfst wieder reden, aber überlegt dir genau, was du sagst, sonst hältst du deinen Mund für die nächsten Monate.“ drehte Sina sich zu Eleanor.

„Vielen Daaaaaaank verehrte Herrin…“ kichert Eleanor und hatte einen wütenden Blick im Gesicht. „Ich kann alles mit Blutmagie zerquetschen. Ich habe es mal mit einem… Keine Ahnung, aber irgendeinem Vampir vom Papa angetan.

Überall spritze das Blut und man konnte regelrecht das Brechen von Knochen hören, aber wenn ich ehrlich bin… Es hat mich nicht wirklich befriedigt. Ging mir zu schnell.“

„Danke für deine Teilnahme deiner tragischen Vergangenheit.“ kam der trockene Kommentar von Sina. „Nun Brandrulim kennst du meinen Plan. Ich dachte, James könnte nützlich für dich werden. Dummerweise ist er auch der Wächter… naja, egal, der Eleanor im Augen behalten muss…“ wollte Sina weiter fortführen, als Grudrec mit einem großen Bauplan kam.

Er trat den großen Brocken vom Tisch runter, der in den Boden krachte und einen wütenden Blick von Brandrulim einfingt. Doch das interessierte dem Meisterschmied nicht und legte einen genauen Bauplan hin, zu einer Klinge, die Neia bekommen soll.

„Wenn das Mädel… in der Lage ist, mit ihrer Magie diesen Klumpen exakt in dieser Form zu pressen, dann dürfte es von meiner Seite keine Probleme geben, die beiden hier arbeiten zu lassen.“ war Grudrec sehr ernst.

„Erm?! Das ist meine Schmiede?“

Kapitel 533

Ich bin wiedergeboren und Problembewältigung?

Ein neuer Tag bricht an, die Sonne lacht und die Natur gedeiht vor Freude… „Sag… wo ist Sina?“ fragte Suki die sehr glückliche Sherry. Die üblichen Verdächtigen saßen wieder gemeinsam am Frühstück mit einem neuen Tisch, nur wird die Dämonenkönigin vermisst.

„Sie meinte, sie kommt erst vom Bett runter, wenn sie ihre rötliche Gesichtsfarbe loswird.“ lächelte das Zaubermädchen vor Freude. „Dabei hatte sie doch auch ihren Spaß.“

„Haben wir gemerkt…“ murmelt Rokea, die ein Kopfkissen über sich gelegt hatte beim schlafen. „Geht es immer so…“

„Nein nein, normalerweise… sollte es auch keiner mitbekommen.“ schüttelt Sherry schnell den Kopf. „Ich habe es wohl ein bisschen… übertrieben?“

„Muss ja…“ „Genau… wir konnten nicht richtig schlafen…“ nörgelten die Zwillingsvampire. „Wo ist eigentlich Nea? Suki hat zwar was gesagt, aber…“ fragte Sherry nochmal.

„Sie wollte zu ihrem alten Heim in den Bergen gehen.“ „Genau, sie meinte, wenn sie noch länger hier bleiben wird, wollte sie noch einige wichtige… „Sachen“ holen, was sie beim letzten Mal gezwungenermaßen zurücklassen musste.“ beantworten Mio und Tio abwechselnd die Frage.

„Ok? Ich bin fertig und bringe mal am besten der Königin das Frühstück hoch.“ stand Sherry lächelnd auf. So schnell wie sie das gesagt hat, war sie dann auch weg.

„Gut das Ruri… und Rubina nicht da waren…“ murmelt Suki nur, die ihr bestes gab, nicht ebenfalls ein rotes Gesicht zu haben. Sherry legte alles auf ein Tablett drauf, was man so braucht zum Frühstück und stattet Sina dann einen Besuch ab.

Im Schlafzimmer angekommen, sah sie nur eine eingewickelte Sina im Bett. „Och komm schon Sina, dass war doch für uns beide sehr… interessant.“ grinste Sherry, die eine Gardine aufriss und die Sonne reinließ.

„Ich… bin mir nicht sicher…“ murmelt etwas aus der Decke heraus. „Ich… musste wieder was neues über mich… und dich erfahren… warst du in deinem vorigen Leben… auch so…“

„Nein und ich kann dich sogar beruhigen, dass ich zwar gewisse Liebschaften hatte, aber nur bei dir stecke ich all meine Liebe und Energie rein.“ zog Sherry die Decke raus, um eine nackte Sina zu sehen. Diese legte sofort ihre Hände auf das Gesicht, doch musste das Gesicht geradezu am glühen sein.

„Hey… ich kann mich wegen dir nicht beruhigen!“ beschwerte Sina sich. „Hoffentlich… hat mich niemand… gehört…“

„Haben alle gehört und leicht ihre Beschwerde geäußert. Denke, ich muss mich selber loben und ist vielleicht auch gut, dass Lara sowie Zada nicht anwesend waren. Die hätten bestimmt ihre Bemerkungen gemacht, weil du sie ja mal ausgeschimpft hast.“ krabbelt Sherry zu Sina hoch.

„Nn… du bist schuld…“ murmelt Sina leise, als Sherry sie von hinten umarmte. „Immer und weißt du was? Ich mache es wieder und wieder.“ grinste das Zaubermädchen anrüchig. „Du hast so ein schönes Gesicht gemacht und irgendwie… mochte ich das Gefühl, was ich bei der Aktion hatte.“

„Wie… schön für dich. Nun zieh die Decke hoch… es ist mir kalt…“ murmelt Sina immer noch. „Hm…“ hob Sherry nur eine Augenbraue hoch und musste gemein grinsen. „Auf zur nächsten Runde!“ sang sie fast schon. „Hö?!“

„Sarless… ich kann verstehen, dass du wütend bist, aber…“ flehte Gair wieder auf seinen Knien zu der Dämonin, die ihm den Rücken kehrt. Die Wachleute ignorierten den Vampir ebenfalls und gehen brav ihr Training von Sarless an.

„Vielleicht… kann ich dir ja ein bisschen bei… deinem Training hier helfen oder so. Irgendwie… würde ich wirklich gern mit dir reden.“ machte Gair ihr nun ein Angebot, wo scheinbar eine Reaktion von der Dämonin kam.

„Soo? Du willst helfen? Ok, dann komm direkt zur Arena mit.“ befahl Sarless und ging ohne sich umzudrehen zu dem kleinen Kampfring, wo die Stadtwachen die waffenlose Kunst üben sollen. Fröhlich, dass Sarless nun mit Gair geredet hat, folgt er ihr nun wie ein Hund und konnte sein grinsen nicht verkneifen.

„Leute, macht mal Platz. Ich denke, dass wir unser Training etwas erweitern werden.“ rief Sarless den Männer zu, die sofort nickten und den Ring verlassen. Sarless sowie Gair standen drin und während sich Gair wundert, klatschte Sarless mit ihren Händen.

„ACHTUNG! Alles herkommen! Ich zeige euch nun einige Tricks mehr und dieser Herr… wer warst du nochmal?“ drehte Sarless sich lächelnd zu Gair. „Das… weißt du genau…“ murmelt Gair mit einer hochgehobenen Augenbraue.

„Achja… Idiotengair. So… jeder dürfte diesen Lustmolch kennen, wer nicht, er ist zu seinem Pech ein Vampir.“ teilte Sarless es mit. Die Männer nickten alle ernsthaft, während Gair sich immer mehr wundert, was genau passieren wird.

„Wie ihr alle festgestellt habt, macht euch alle das Training nur stärker und stärker. Doch irgendwann werdet ihr auf eine Grenze stoßen. In dieser Stadt gibt es neben den üblichen Alliancianer nun auch Dämonen und Vampire.

Es ist dumm zu glauben, dass man es mit eurer aktuellen Stärke mit einem dieser Rasse alleine aufnehmen kann. Ihr habt euer Leben nur gewidmet, um Monsterangriffe außerhalb der Stadt zu verhindern sowie für Ordnung innerhalb der Stadt zu sorgen.

Nun bringe ich euch bei, wie ihr gegen einen dieser Rassen kämpfen könnt. Der Trick ist, dass ihr bei der Aktion immer zu dritt gegen einen davon kämpft. Ich werde euch beibringen, wie ihr jederzeit mit jedem Mann hier in der Kaserne sofort zusammenarbeiten könnt, um einen randalierenden Vampir oder Dämon aufzuhalten.

Wir Dämonen selber sind sehr überschaubar und wollen eigentlich in Frieden leben, wie es bei den Vampiren aussieht, nehmen wir hier diesen Idioten, gibt es einige… die den Frieden stören wollen. Ihr habt ja alle selber gemerkt, dass Idiotengair… uns alle ziemlich auf den Keks ging.

Nun wollte er, dass er uns etwas nützlich ist, warum nicht. Ich zeige euch an ihm, wie ihr gezielt schnell jemand unerwartet ausknocken könnt. So…“ schlug Sarless mit der Handfläche auf die Nase von Gair.

Er fiel schreiend auf den Boden und rollte leicht hin und her, dabei lief sein Blut ungebrochen raus. „Wenn der Vampir auf dem Boden liegt, vor allem mit einem, der so unerwartet getroffen wird wie Idiotengair, dann müsst ihr gnadenlos zuschlagen.

Keine Sorge, die meisten Vampire haben alle die Fähigkeit „Regeneration“, so könnt ihr munter auf sie einschlagen. Soweit einschlagen, dass ihr sie in Ketten legen könnt. Dabei könnt ihr auch die Chance nutzen und ihm in die Eier treten. So ungefähr.“ setzte Sarless dies um und Gair konnte nun nicht mehr atmen, dabei packte er seine Klöten.

„Das klappt bei weiblichen Vampiren auch ganz gut, denn die Geschlechtsteile bei beiden tun weh, wenn man mit Gewalt zuschlägt. Doch dazu braucht man die nötige… Skrupellosigkeit um dies umzusetzen.“ schaute Sarless allen Männern ernst in die Augen, während einige von ihnen schlucken müssen.

Anschließend packte sie Gair am Kragen und stellte ihn wieder hin, während er immer noch… in seiner Welt gefangen war. „Neben Nase… könnt ihr auch was anderes umsetzen. Ihr schlagt wieder mit der Handfläche, aber gezielt ins Auge. So ungefähr…“ kam der nächste Schlag auf Gair zu.

Nun kam wieder Leben in den Vampir und er fiel wieder schreiend auf den Boden. „Viele von euch waren bestimmt schon mal in eine Prügelei verwickelt und eher arbeitet ihr mit Fäusten. Doch mit Faustangriffen könnt ihr euch selber verletzen.

Es gilt ja für euch mehr oder weniger, dass ihr die Person schnell ruhig stellen könnt, ohne euch selber zu verletzten.“ ging Sarless um Gair herum. „Viele arbeiten mit Schwertern oder Piken, doch wie ihr selber merkt, sind eure Körper ebenfalls eine Waffe.

Egal wie ihr das Opfer zum Boden zu Fall gebracht habt, am einfachsten ist es, wenn ihr ihm in die Kehle von der Seite zuschlagt. Von vorne könnt ihr ihn töten und das wollt ihr vermeiden.“ trat Sarless gnadenlos auf Gair ein.

Diese Aktion war das letzte, was der Vampir mitbekommen hat, bevor er nur Schwärze sah und bewusstlos wurde. „Keine Sorge, Idiotengair wird es schon überleben. Sobald der Lustmolch wach ist, dürft ihr euch an ihm austoben.

Wir gehen das Training so an, dass ihr immer zu dritt gegen ihn kämpft ohne Waffen, später mit Waffen. Meine Kö… Lady Sina will, dass ihr die besten Stadtwachen der Welt werdet. Darunter verstehe ich, dass ihr auch eine Armee von draußen aufhalten könnt.

Bisher konnte ich mich über euren Ehrgeiz nicht beklagen, soweit ich mitbekommen habe, soll ja demnächst Neuzugang aus dem Armenviertel kommen. Mir ist es egal, welchen Stand ihr habt, in meinen Augen seid ihr alle gleich.

Das war´s erst mal mit der Lehrstunde, ich denke, Idiotengair ist in einer Stunde wieder wach. Geht euer Training wieder an.“ befahl Sarless und die Stadtwachen taten dies. Die Dämonin ließ den Vampir auf dem Boden liegen und setze sich auf einen Stuhl neben dem Ausgang.

„Herrlich… dieses Gefühl… Meinst du nicht, ich weiß nicht von deinem Schwur, den du bei Ethice und Lady Sina abgegeben hast? Du darfst… erst mal schön lange leiden, bevor ich auch nur ein ernsthaftes Wort mit dir wechsel.

Du ahnst nicht… was du mir angetan hast.“ dachte Sarless und streichelt auf einmal ihren Bauch. „Mein Kind… zuerst werde ich deinen Vater… etwas zusammenschlagen, danach werde ich ihn bearbeiten, bis zu dem Zeitpunkt… wo Gair erfährt, dass er Vater wird. He he he… Was du wohl sein wirst mein erstes Kind?“ streichelt Sarless glücklich weiter ihren Bauch.

„Was zum…?!“ fluchte der dunkle Gott vor seinem Monitor. „Wieso… muss ich mir jetzt was einfallen lassen, wie die neue Rasse heißen soll zwischen einem Vampir und Dämon?! Sie sollten doch überhaupt nicht in der Lage sein, miteinander Kinder zu bekommen!!!

Nicht nur muss ich mir die ganze Zeit die Beleidigungen meiner Schöpfung anhören, schon passieren Dinge, die überhaupt nicht passieren dürften!“ knurrte der dunkle Gott wütend über die Dämonenkönigin Sina.

„Nur… Probleme macht sie mir, nichts anderes. Wie… dämlich muss ich in der Vergangenheit gewesen sein, ihr den Titel Dämonenkönig zu verleihen, NUR damit sie Siremmic töten kann… Wenn meine Schwester das erfahren würde, dürfte sie mich bis zum Lebensende auslachen.“ massiert der Gott seine Stirn.

„Ok… dann ist es ja scheinbar IRGENDWIE möglich, dass Dämonen und Vampire ebenfalls Kinder bekommen können. Scheinbar muss ein Fehler im System liegen, aber nun habe ich diesen… Salat und darf direkt mal wieder an dem System arbeiten!“ wippte der Gott mit einem Fuß.

„Soo… Ein Vampir und ein Dämon… Der Nachwuchs… wird der Rasse „Dampir“ zugeordnet… Huch? Wie? Hrm… merke schon, dass ich lange keine Kreaturen mehr erschaffen habe. Ja, es soll die Rassenfähigkeit können… Blutmagie… und… was ist die Dämonin? Illusionsmagie… Hmm?

Tz… Rarkas… dass du den Ring überlebst hast, dein Hass muss dich irgendwie noch gerettet haben. Nun machst du mir andere Probleme…

Es… wird ein Mädchen… verstehe… Es soll die blasse Haut der Vampire haben sowie Eckzähne, aber die Augenfarbe immer die von der Mutter tragen… Flügel ja, Hörner und Schwanz… überlasse ich dem Zufall…

Weitere Fähigkeiten benötigt… Hrm… war das System immer so nervig gewesen?“ grübelte der dunkle Gott. „Soll „Regeneration“, „Nachtsicht“ und „Blutentzug“ beherrschen… Nun ist mal gut! Wieso soll ich die Attribute dieser Rasse einstellen?!

Intelligenz und Schnelligkeit sollen die Hauptattribute sein, nun lass mich endlich in Ruhe!“ hämmert der dunkle Gott auf die Tastatur. Das System akzeptiert die Einstellung und diese wandern direkt… in das ungeborene Kind von Sarless. Welches… „Unheil“ es anrichten „könnte“ ist eine Geschichte für später.

„Bitte… Sherry… Herrin… ich kann nicht mehr…“ flehte Sina. „Oh? Du nennst mich Herrin? Das ist ja… mal was ganz neues aus deinem Mund.“ grinste Sherry sehr breit und kuschelt sich wieder neben Sina ran.

„Lass… eine Pause machen bitte… Ich muss noch… einiges erledigen…“

„Ok. Kein Problem, ich werde… hier auf dich warten.“

„Danke…“

Kapitel 532

Ich bin wiedergeboren und verletzter Stolz? II

Sina saß im Wohnzimmer und streichelt Sherry auf dem Kopf, die auf ihren Beinen lag. „Schick… mich nie wieder alleine zu Eleanor…“ murmelt Sherry erschöpft.

„Hat sie dir Angst gemacht?“ fragte Sina nur und Sherry schüttelt auf den Beinen den Kopf. „Nein… sie wollte überhaupt nicht mitarbeiten… Egal was ich getan habe…sie einfangen ging nicht, weil sie zu schnell ist, Magie konnte ich auch vergessen, weil sie sich in ihrer… Blutmagie versteckt hat…“

„Aha? Also… hast du nichts?“ „Doch. Als sie auf dem Tisch ihren… „Sieg“ gegen mich getanzt hat, löste sich ein Brett von der Decke und knallte gegen ihren Hinterkopf. Ich wusste nicht, dass ich solch… eine Freude hatte, dass mein Pech sich gemeldet hatte.

Sie fiel wie ein Baum auf den Boden und die Chance habe ich ausgenutzt, bevor sie wieder wach wurde. Puh… irgendwie war sie ziemlich angefressen, aber das war mir egal. Und… wie geht es dir? War… ja nicht zu übersehen, dass Exos…“

„Mein Stolz ist mal wieder verletzt worden. Deswegen ist bei mir was geplatzt und musste raus. Ist zwar Schade um den Tisch, den kann man aber immer noch ersetzen… Ich gehe gleich noch zu Dr. Ruin, damit ich mal nachhaken kann, was es mit dieser Verunreinigung auf sich hat.

Hauptsächlich hat eigentlich nur Rokea gekämpft und danach habe ich mit meiner Magie und… meinem Wahnsinn mehr gegen Eleanor „gekämpft“. Irgendwann in diesem Zeitpunkt muss es angefangen haben.

Ich… bin mir nicht sicher, aber es muss ja so gravierend gewesen sein, dass Exos eingreifen musste. Habe… ich wohl möglich eine Schwäche bei ihm entdeckt? Doch… bei so einer Kreatur müsste man eher die Welt komplett „verunreinigen“ damit… er seine Magie vermutlich nicht einsetzen kann.“ streichelt Sina weiterhin den Kopf ihrer Geliebten.

„Doch… das schönste war eher heute… dass meine kleine süße Sherry… IHM ins Gesicht sagt, dass er verschwinden soll. Du kannst… dir heute… was schönes… im Bett… wünschen…“ bekam Sina einen roten Kopf. Sherry drehte sich um und sah erst mal nur die Brüste von Sina.

„Wirklich?“ „Ja, wirklich.“ „Wirklich wirklich?“ „Wirklich wirklich wirklich.“ „Hm… eh he he he.“ kichert Sherry lüstervoll. „Dann… kann ich mich nur darauf freuen.“

Etwas später klopfte Sina, die immer noch in ihren Sportklamotten war, bei Dr. Ruin. Sherry wollte nicht mit und meinte, sie müsste… „dringend“ im Schlafzimmer Vorbereitungen treffen. „Hoffentlich… sieht man mir morgen das nicht im Gesicht an.“ murmelt Sina für sich.

„Ah, Lady Sina. Mit eurem Besuch habe ich nicht gerechnet.“ lächelt Dr. Ruin, als er die Tür öffnete. Sofort wurde Sina reingelassen und wundert sich kein bisschen über das Chaos im Haus. „Wie kann ich ihnen helfen?“

„Nun… ich wollte mal hören, wie ihre Fortschritte so sind und dann habe ich ein dringendes Problem zu klären, wo ihre Meinung als… Forscher allgemein benötigt wird.“ wurde Sina ernst, als sie auf einem Stuhl saß.

„Einen Durchbruch haben wir gefunden, also Neia, Sherry und ich. Dank des antiken Zauberbuchs haben wir ENDLICH den Grund herausgefunden, WARUM Leere so teuer ist!“ wurde Dr. Ruin geradezu euphorisch.

„Echt? Dann erklären sie es mir in einfachen Worten bitte.“ freute sich Sina für den verrückten Doktor. Er suchte eilig einen Stuhl und setzte sich vor Sina.

„Also… hmm… für Ihre Illusionsmagie, müssen sie Zaubersprüche aufsagen oder ähnliches? Ich geh ganz bewusst von ihren… erm… Götterbestienfähigkeiten oder anderes weg. Das ist vermutlich einfacher zu erklären.“

„Nein, nicht… unbedingt in dieser Form. Es geht mehr bei der Illusion, dass man im Kopf eine Fantasie… „entwickelt“ und sie dann mittels der Rassenfähigkeit „lebendig“ macht. Es gibt sehr viele Personen auf der Welt, die es bestimmt nicht an Fantasie mangeln lassen, doch…

Es scheitert eher daran, dass man an einiges denken muss. Wie soll die Illusion riechen, welche Geräusche muss sie verursachen. Muss sie bestimmte Bewegungen mimen oder bleibt es einfach still?

Habe ich eine Illusion erschaffen, kann ich sie dann per Befehl dazu animieren, mit meiner eingebauten Fantasie, dass zu tun, was ich gedacht habe. Ich bin mir nicht sicher, ob meine Magie der Illusion mit der Magie zu vergleichen ist, die erm… „jeder“ lernen „könnte“.“ erklärte Sina.

„Oh… wusste nicht, dass es so komplex ist.“ grübelt Dr. Ruin. „Ok, falsches Beispiel. Nehmen wir den ganz einfachen und bekannten Feuerball. Wenn man ihn zum allerersten Mal einsetzen will, lernt man einen gewohnten Zauberspruch.

Man liest es aus einem Buch oder was auch immer vor und man muss am Anfang eine bestimmte Gestik machen, damit es gebildet wird. Je öfters man es einsetzt, desto einfacher geht es von der Hand. So weit, dass man es nicht mehr laut aufsagen muss und es aus dem Nichts erscheinen lassen kann. Andere machen eher Gestiken und dann kommt der Feuerball raus.

Wichtig ist, der Zauberspruch als solches muss trotzdem im Kopf gebildet werden. Für den Feuerball besteht er meistens nur aus 20 Wörter, den man irgendwann nur mit den Anfangsbuchstaben abkürzt.

Die Erklärung soll verdeutlichen, dass es für ALLE Zauber auf der Welt gilt. Nun haben wir herausgefunden, dass man Leere sogar ganz billig einsetzen kann, einfach weil ein bestimmtes Wort anders war.

Wir haben sofort im Garten einen Test gemacht und es ist, wie ich es mir gedacht habe. Wir können nun viel mehr Leere einsetzen, ohne diesen gigantischen Manaverbrauch zu erleiden. Dummerweise… hat Neia festgestellt, dass man eigentlich das Potenzial dafür stark einbüßt.

Keine Ahnung woher sie die Mana hat, aber wir haben einfach zwei Kugeln aus Leere erschaffen. Sie das bekannte, ich mit der billigen Version. Fakt ist, dass meine Kugel viel schneller verschwunden ist, als von Neia.

Anschließend haben wir gewisse Gegenstände erm… „angegriffen“. Der Leerenball von Neia hat ihn nicht nur ein gesaugt, sondern alles in der Umgebung. Das war eine Arbeit, meinen Zaun zu flicken… Egal, bei mir war es eher so, dass er „nur“ den Gegenstand aufgesaugt hat und direkt damit verschwand.

Sherry meinte, dass es nicht so schlecht wäre, weil man damit gezielter Sachen angreifen könnte. Meine Theorie ist nun folgendes:

Die bekannten teuren Zaubersprüche der Leere waren alle von Anfang an auf maximale Stärke ausgerichtet gewesen. Wenn das bekannt wird, dass man sie billiger einsetzen kann, wird in der Welt der Magie definitiv eine Revolution stattfinden.

Man müsste daher alle Zauber nochmal… neu lernen mehr oder weniger, sie verstehen? Im Grunde lernt man nun zwei Variationen des Zauberspruches. Das eine auf maximale Leistung, das andere auf der billigeren und schwächeren.

Für mich ist das gut, denn nun kann ich Leerenmagie aktiver einsetzen und… nun wird es interessanter. Wenn gewisse Wörter im Zauberspruch so leicht geändert werden können, wie schaut es aus, wenn man auch andere Wörter ändert? Vielleicht kann man auch den Feuerball soweit verändern, dass er sogar neutral wird!“

„Warte warte… sie wollen mir sagen, dass was Exos damals bei mir geschafft hat… Also mich mit Magie zu verletzten trotz meiner Magieimmunität, haben sie eventuell eine Lösung gefunden?“ wurde Sina aufgeregt.

Dr. Ruin wiegelt leicht den Kopf. „Ich… sage erst mal vorsichtig… Jaein. Zu unerforscht ist dieser Bereich, zumal ich mich nur mit Leerenmagie auskenne. Ich bin mir selber nicht sicher, ob man in der alten Sekte nicht ähnliche Gedanken hatte, dass man gewisse Worte ändert.

Wenn da was gemacht wurde, dann habe ich selber nichts mitbekommen, so leid es mir tut. Hmm… vielleicht ist es etwas unnötig, aber… ich warne sie besser, dass diese Sektenspinner… VIELLEICHT eine Möglichkeit haben sie zu verletzen.

Hätte ich nicht mit den Frauen diese Test gemacht, ich hätte vorher noch ganz klar gesagt: Nicht möglich. Doch nun? Zumal… wenn man die Zauber alle so ändert, dann helfen die ganzen Widerstände bestimmter Elemente nicht so wirklich oder?“

„Dennoch muss ich ihnen danken für die Warnung und ich bin wirklich zufrieden, dass sie auch weiter gekommen sind. Meinen sie, dass sie einen Hinweis bekommen haben, ob Leere irgendwelche Schwächen hat?“

„Hmm… ich weiß nun, dass man mittels Worten die Stärke eines Zaubers ändern kann. Leider… muss ich verneinen, denn im Grunde ist das gerade mal ein Tropfen gewesen vom Ozean, verstehen sie? Normalerweise hat man ja die Zauber stärker gemacht, indem man „einfach“ mehr Mana in diese Magie gesteckt hat.“

„Hm… schade. Dr. Ruin… nun muss ich ihre Meinung haben zu folgendem Wissen.“ wurde Sina düster und erzählte dem Forscher den Vorfall mit Exos. Er hörte sich alles in Ruhe an ohne Sina zu unterbrechen und wirkte sehr grüblerisch über diese Verunreinigung.

Auf einmal stand er auf und holte etwas aus der Küche. Er kam mit einem gefüllten Glas Wasser zurück und stellte es auf den Tisch, dann verschwand er wieder. Sina sagte nichts und wartet einfach, denn vielleicht hatte der Forscher eine Idee.

Die hatte er, als er mit Erde in der Hand zurück kam. „Lady Sina. Es… ist vielleicht nur ein Gedanke, aber ich kann mir anhand der Erklärung nur dies vorstellen. Wir haben hier ein Glas Wasser. Sauber und klar, nichts was einen Schaden könnte.“

„Es sei denn, ist es Gift drin.“ kichert Sina. „Erm… ja, aber wir gehen in diesem Fall von einfachem Wasser aus, was wir alle brauchen zum Leben.“ hob Dr. Ruin eine Augenbraue hoch und streute nun die Erde in das Glas rein.

„Nun… haben wir zwar immer noch Wasser, aber verdreckt mit Erde. Wir wissen beide, dass es für den Körper… nicht unbedingt gesund ist. Nur Verzweifelte würden es trinken, ansonsten muss man sich auf körperliche Beschwerden einstellen.

SO stelle ich mir das nun mit dem verunreinigten Mana vor. Ich… behaupte einfach mal, dass für Lebewesen, die keinerlei Mana beziehen oder ähnliches, nichts passieren wird. Aber was ist dann mit einem Magier, der das verunreinigte Mana für seinen Zauber bezieht?

Funktioniert der Zauber dann immer noch so wie er sein soll oder verändert er sich schon? Fehlerhafte Magie ist immer einer der Gründe gewesen, warum der eine oder andere Magier von der Welt gestorben ist.

Oder, ich gehe sogar noch weiter, was passiert mit dem Körper von Magiern? Sie sind ja sehr empfindlich, wenn es um Mana geht. Es sind nicht wenige gestorben, wenn sie ihre Mana komplett benutzt haben.

Ich behaupte einfach, dass verunreinigtes Mana für Manabenutzer allgemein schädliche Folgen haben wird. Das Problem ist wohl bei der ganzen Sache, ihr habt es ja nicht mal bemerkt, noch wisst ihr, wie ihr das verursacht habt oder?

Hätte nicht gedacht, dass zu hören oder zu erleben. Meine… wenn der Verwalter der Magie eingreifen musste, wie hat er es gemerkt? Sieht man es und wenn ja, auch welche Art und Weise? Ich habe gehört, dass es Wesen gibt, die eine magische Sicht haben, doch keine Ahnung, wie sie die bedienen.

Dann, wenn die Aussage stimmt, dann muss der Exos es ja irgendwie gereinigt haben oder nicht? Ich… bin mir nicht sicher, aber dieses Wissen werden sie vermutlich bei keiner Person auf der Welt finden… außer den Göttern selbst.

Ich hoffe… ich konnte ihnen mit meinem bescheidenen Wissen helfen. Wenn… mein Assistent hier wäre, vielleicht kämen da noch ein paar Vorschläge, denn dumm war mein Assistent nicht gewesen.“ lächelt Dr. Ruin traurig.

„Dr. Ruin, sie haben mir mehr geholfen als sie ahnen. Das Problem letztendlich wird bleiben, dass ich es irgendwie verursache. Wenn Exos… das nächste mal wieder erscheinen sollte, vielleicht kann ich mich ja durchringen und ihn nach dem Wissen fragen… wenn er denn mitmacht. Meine… der will ja eh die Welt „reinigen.“ grinste Sina schief.

„Sie haben ja schon mal von ihrem Assistent erzählt, dass er ja irgendwo auf der Welt sein soll. War das ein ähnliches Experiment wie bei mir?“

„Hmm… jain. Ich habe einen neuen Zauber entwickelt, der ähnlich wie Teleportation funktionieren soll, aber eher… genau! Es soll eher ein Portal sein, verstehen sie? Es ist wie Teleportation, nur reiße ich ein Loch in das Gefüge der Welt, um schneller an einen anderen Ort zu kommen.

Einfaches Beispiel wäre: Ich mache hier ein Portal auf und sie gehen durch. Es wurde so eingestellt, dass es… erm… genau mit Vurdinia gebunden ist. Damit würden sie viele langwierige Reisen verkürzen.“

„Verstehe und wie… ist das dann mit ihren Assistent passiert?“

„Tja… ich habe das Loch geöffnet mit einem unbekannten Zielort und wir wollten Liselotte rein schieben… Mein Assistent gab sich alle Mühe, aber die Ziege… hat gebockt, dann riss sie sich auf einmal weg, wo mein Assistent unkontrolliert in das Loch reinfiel.“ kratzte sich Dr. Ruin am Hinterkopf.

Sina klatsche sich nur die Hand ins Gesicht. „Sie… sollten Liselotte in kein Experiment mehr reinziehen, ich glaube die Göttin hält ihre schützende Hand über dieses kleine Wesen.“

„Das glaube ich allerdings auch…“ nickte Dr. Ruin. „Seitdem ist mein Assistent verschollen. Das… Dumme ist, im nach hinein habe ich bei dem Spruch festgestellt, dass er irgendwo auf der Welt landen könnte. Vielleicht auf einer Insel im weitem Meer oder mit viel Pech sogar auf einer Himmelsinsel.“

„Oder anderen Zeit oder anderen Welt? Meine… Ich durfte wegen ihnen eine Zeitreise erleben.“ wollte Sina ein bisschen in die Wunde drücken, als Dr. Ruin wieder nachdenklicher wirkte.

„Hmm… andere Zeit nicht, weil es dem entwickeltem Zauberspruch nicht nahekommt. Doch… andere Welt? Ich habe keinen Zielort angegeben und wir wissen, dass andere Welten existieren. Meine… irgendwoher kamen ja immer die beschworenen Helden her.“

„Glaube… ich lasse sie alleine. Sie haben mir mehr als genug geholfen.“ stand Sina und verabschiedete sich von Dr. Ruin, der es aber scheinbar nicht merkte.

„Vielleicht… sollte ich doch noch mal ein bisschen an dem Zauber arbeiten und herausfinden, was mit meinem Assistent passiert ist…“

Sina ging wieder zurück in ihre Villa und wird von Suki empfangen. „Mutter? Sherry meinte, du müsstest mal zu ihr kommen.“

„Ok?“ hob Sina nur eine Augenbraue hoch und ahnte… schon, was kommt. Dabei war es nicht mal Abend, aber vielleicht… „vielleicht“ hat Sherry ja einen anderen Wunsch. Mit diesem Wunschdenken ging Sina in ihr Schlafzimmer und wundert sich, dass die Gardinen alle zugezogen worden sind.

Hinter ihr ging die Tür zu und man hörte, wie das Schloss dazu zugedreht wurde. „Hrmm… ich habe Suki schon gesagt, dass sie nichts… für uns Vorbereiten soll.“ schnurrte eine Frau.

„Du… bist ja sehr gierig.“ drehte Sina sich um und wurde wieder aggressiv geküsst, dass dazu führte, dass Sina mit dem Rücken auf dem Bett landete. Blitzschnell wurden ihre Hände wieder verknotet und Sina bekam das Gefühl eines Deja-vu.

Sherry saß halbnackt auf dem Bauch und zog ein kleines Messer raus, dann riss sie die Sportklamotten von Sina runter.

„Oh… ja, darauf habe ich mich gefreut. Du hast mich letztes… mal sehr dominiert, nun bin ich wieder dran.“ kichert Sherry mit gierigen Augen.

„Oh oh…“

Kapitel 531

Ich bin wiedergeboren und verletzter Stolz?

Die Übertragung zu Layla wurde beendet und Sina wollte gehen, als sie auf dem Boden immer noch Ruri liegen sah. Die Dämonenkönigin seufzte und ging zu ihr, dabei legte sie ihr eine Hand auf die Schulter. „Ruri? Denke, wir sollten uns mal kurz aussprechen.“

Ruri blickte hoch und man sah nasse Augen. Etwas später saßen beide Dämonen auf dem Sessel, während Lysa geduldig mit ihrem Schläger wartet.

„Ruri, vielleicht… bin ich nicht ganz fair zu dir und was ich dir angetan habe ist auch nicht richtig. Deswegen… entschuldige ich mich hier und offiziell bei dir, dass meine Aktion dich zu einem Chaosdämon gemacht hat.

Mein Plan war niemals gewesen, dich zu einer neuen Rasse zu ändern. Wir wissen beide, was damals in der Villa passiert ist und das dein Vater gegen meine Familie und Freunde die Hände ausgestreckt hatte.

Es… tut mir leid, dass ich dich verletzt und auch von deinem Blut getrunken habe, aber… ich musste es machen, damit ich deinen Vater unter Kontrolle bekam. Sein Leben… das wollte ich zerstören, aber nicht das von deinem Bruders oder von dir.

Vielleicht ist es… „Karma“, dass meine Aktion sich rächt und ich akzeptiere es. Seit du gekommen bist… ich glaube, dass ich sehr unfair dir gegenüber war und dich bisher nicht richtig kennengelernt habe.

Vermutlich… liegt es an mir, dass ich irgendwie… Abstand von dir haben wollte, nicht missverstehen. Irgendwann… werde ich dich vielleicht als Tochter akzeptieren oder einfach nur als mein Gefolge, die Zukunft ist ungewiss.

Warum… ich dich trainieren lasse ist folgendes… Du bist ein Dämon, egal ob normaler oder spezieller. Das große Problem ist deine Stärke, die du überhaupt nicht kontrollieren kannst mit deinem… naja… eher kindischem Verhalten. Zusätzlich bin ich auch sehr besorgt, was du so allgemein über Dämonen gedacht hast.

Jeder… der dich sieht mit deinem Knochenschwanz sowie die Augen in deinen Flügeln wird sich schnell denken können, was es damit auf sich hat. Das würde mir irgendwann… Ärger bedeuten, deswegen will ich dich so früh wie möglich… präsentabel machen.

Präsentabel, dass du alle eine Körperteile als Chaosdämon einsetzen kannst… Flügel zum Fliegen und dein kleiner Knochenschwanz im Kampf, denn… alle Dämonen werden von Kindesalter an zum Kämpfen trainiert. Du wurdest aber direkt von mir so gemacht, weswegen du einen leichten Nachteil hast.

Mit dem Training, was du mit Lysa absolvieren wirst, erhoffe ich, dass du dir eine… gewisse Ruhe aneignest, damit du selber feststellst, dass deine Stärke auch gleichzeitig Verantwortung bedeutet. Ich… will dich nicht in meine Kämpfe reinziehen, aber ich muss mich selber vergewissern, dass du dich selber unter Kontrolle hast.

Deine Vorstellung als Dämon, was du heute Morgen geschildert hast, dass… kann ich nicht abstreiten, aber du bist nicht irgendein Dämon, sondern mein Dämon. Bei mir laufen die Dinge ganz anders.

Ich… kann dich nur bitten, dass Training mit Lysa zu ertragen. Du brauchst auch nicht mein Training mit der Kontrolle der Flügel nachzugehen, damit du dich auf eine Sache konzentrieren kannst.

Wie gesagt… es tut mir leid, was ich alles in kürzester Zeit von dir verlange. Vielleicht hast du dir vieles anders vorgestellt.“ legte Sina bei ihrer Rede eine Hand auf Ruri.

Sie hat sich alles angehört und schaute mit ihren gelben Augen Sina ernst an. „Mein… Vater hätte mich so oder so mit irgendeinem Händlersohn oder Adeligen verheiratet. So… sehr er mich und meinen kleinen Bruder geliebt hat, sind… die Töchter solcher mächtigen Personen immer… ein Pfand für mehr.

Mir tut… wenn überhaupt nur mein kleiner Bruder leid. Doch… würde es mich nicht wundern, wenn mein Vater ihn nun so formen wird, wie er selber einst war. Ich… weiß nicht, wie ich dich… betrachten soll Mama, nur…

Vielleicht… war ich etwas… überdreht und habe mit Aktionen bei dir etwas ausgelöst, doch… Ich will… nicht wieder getrennt werden von dir… Keine Ahnung… ob ich nach Liebe suche, die ich einst bei meiner verstorbenen Mutter vermisst habe.

Ich… werde mein Bestes geben, dich nicht zu enttäuschen, nur… hätte… ich nichts dagegen, wenn Herrin Lysa… nicht alles mit Gewalt beantworten würde…“

Nun schaute Sina Ruri an, dann drehte sie sich zu Lysa. Diese wiederum hob nur eine Augenbraue hoch und schien auf was zu warten. „Vielleicht… etwas weniger Gewalt, zumindest nicht am Gesicht, denn Ruri hat eigentlich ein schönes Gesicht.“

„Wie ihr wünscht Lady Sina.“ nickte Lysa und ein Mundwinkel hob sie in die Höhe, was Sina misstrauisch machte. „Keine Sorge, es sind keine bleibenden Schäden oder ähnliches, ich weiß genau, was ich tue.“

„Ok? Dann… danke ich dir zumindest Ruri, dass du dir ein bisschen meine Worte angehört hast. Ob du es mir verzeihst… werde ich dann höchsten von dir selber hören. Nun denn… lasse ich euch beide wieder alleine.“ stand Sina auf und klopfte sachte auf die Schulter von Ruri.

Als die Haustür zufiel, schaute Ruri direkt wieder ihre Lehrmeisterin an, die sie anlächelte. „Keine Sorge, keine Schläge am Gesicht. Dafür… hat der Körper genug stellen, wo es trotzdem wehtun kann. Also? Hopp hopp und ein neues Glas mit Wasser auf den Kopf.“ „Gulp…“

„Arr… vielleicht sollte ich direkt mal eine Kontrolle bei allen machen…“ dachte Sina sich und ging direkt zum nächsten Haus. Aus der Ferne sah sie James vor der Tür seine Pfeife paffen und ignorierte ihn.

Sina hämmert und hämmert an der Haustür, wo sie schon am überlegen war, die Tür einzutreten, als Nisha sie in einem Bademantel öffnete. „Was ist los?!“

„Kontrollgang. Ich wollte mich mal erkundigen, wie so der Stand der Dinge bei euch ist. Ist ja etwas… ruhiger geworden.“ lächelte Sina die Vampirin an.

„Erm… muss… das jetzt sein?“ fragte Nisha etwas verschwitzt und das machte Sina misstrauisch. „Ja jetzt. Würdest du mich reinlassen… bitte?“ betonte die Dämonin das letzte Wort sehr deutlich.

„Erm…“ wurde Nisha nun panisch. Sina riss der Geduldsfaden und drückte die Tür mit ihren Kräften auf. Der Vampirin sah man es an, dass sie es verhindern wollte, aber keine Chance. Kaum war Sina im Flur, da fing das Chaos schon an.

„Was… zum…“ staunte Sina, dass sie überall… Kleider, Klamotten, Waffen, Müll und ähnliches liegen sah. „Nisha?!“

„Erm… wie… soll ich das… erklären?“ drückte die Vampirin nun die Tür zu, als Abby auch in einem Bademantel kam. „Oh… erm… Hallo Lady Sina?“

„Als ich das letzte mal hier war, war… das alles…“ ging Sina direkt ins Wohnzimmer und das Chaos hörte nicht auf. „Ernsthaft. Feiert ihr jeden Tag mit Gair oder was?!“ Sofort ging Sina in die Küche und es war ein Saustall vom feinsten.

„Leute… damit habt ihr euch übertroffen. Ich dachte immer Ronald wäre ein Messi mit seiner Taktik, aber ihr… Wie kann man in dieser Unordnung leben?! Wo ist das Zimmer von Gair?“ verlangte Sina mit einer Zornesader auf der Stirn zu wissen.

Nisha und Abby schauten sich leicht verzweifelt in die Augen. „Erm… hinter euch rechte Tür…“ gab Abby die Verteidigung auf. Ohne auf weiteres abzuwarten ging Sina der Erklärung nach und öffnet die Tür.

„Huch?!“ musste Sina mehrmals blinzeln. Wenn das Haus ein Saustall war, herrschte hier eine Ordnung, die komplett fehl am Platz ist. Das einzige, was etwas… übertrieben auf Sina wirkte ist, dass Gair aus irgendwelchen Grünen mehrere große Spiegel aufgehangen hatte.

„Ok. Wo sind eure Zimmer?!“ schloss Sina die Tür, nun sah man die Panik in den Augen der beiden Vampire. Ohne auf eine Antwort zu warten, ging Sina nun jede Tür durch. Ein Chaos nach dem anderen.

„Bitte! Nicht die letzte Tür!“ flehte nun Abby und Nisha nickte. Doch das war für Sina nur eine Aufforderung, direkt nachzuschauen. Sie öffnet die letzte Tür und… „Was…?“ staunte Sina nun wirklich nicht schlecht.

Überall lag Unterwäsche und scheinbar haben die Frauen sich ein Himmelsbett gegönnt, nur… hingen an der Decke einige Ketten. „Verstehe… nun… jedem seine.“ kommentierte Sina nur, während Nisha und Abby eher vor Scham sterben wollen.

„Ok. Scheinbar braucht ihr auch eine mütterliche Erziehung. Warum auch nicht, habe ja sonst keine Sorgen.“ knallte Sina die Tür zu. „Ich weiß das ich faul bin, aber selbst ich würde nicht mal so ein Chaos hinterlassen. Da würde Suki vermutlich ihre Peitsche nach mir schwingen.

Gair… hat mit dem ganzen Chaos bestimmt nichts zu tun, bevor ihr beiden mit irgendwelchen Aussagen gleich kommt. Ein bisschen zu selbstverliebt, sonst wüsste ich nicht, was man mit den ganzen Spiegeln da machen soll.

Mädchen… ihr seid Auftragskiller. Nicht irgendwelche sondern von einem Vampirclan, die sich darauf spezialisiert haben. Habt… ihr nicht irgend ein Schamgefühl bei dem Chaos?“

„Doch… gerade… schon.“ murmelt Abby mit einem roten Kopf und hielt eine Hand von Nisha. „Scheinbar… ging es so gut, dass wir… alles ausgeblendet haben. Es… ist zwar tödlich zu sagen, aber ihr seid daran schuld.“

„Genau. Die großzügige Belohnung und dass wir Spender hier in der Stadt finden ohne… es mit Gewalt zu nehmen… Für uns ist das ein Paradies.“

„Aha. Natürlich ist es meine Schuld. Wirklich, das akzeptiere ich.“ lächelte Sina wieder ihr berühmtes Lächeln, was Konsequenzen hatte. „Und weil es meine Schuld ist, werde ich sofort Gegenmaßnahmen einleiten.

Ihr beide habt bis morgen Mittag Zeit… ALLES hier aufzuräumen. Ohne WENN und ABER! Entweder ich werde kommen oder ich schicke euch meine Tochter Suki mit einem Papierschläger vorbei… Ich überlasse es eurer Fantasie, was wir mit euch beiden machen.“ klatschte Sina ganz bewusst ihre Hände in einem Rhythmus.

„Oh Shit…“ murmelt Abby und schaut verängstigt Nisha an. „Besser… wir fangen gleich an, wenn Lady Sina geht.“ „Ja… besser ist es.“

„Schön dass ihr es akzeptiert ohne zu murren. Nun komme ich mit meinem eigentlichem Anliegen. Wie weit ist Gair mit seinen Aufgaben?“ wurde Sina ernst.

„Erm… also… an dem Tag, wo ihr ihm mehr oder weniger mit der „Armbrust“ bearbeitet habt, hat er alles getan, damit er die beiden Abenteurerinnen findet. Zu seinem Glück fand er sie und hat sich auf den Knien bei ihnen entschuldigt. Naja… beide haben ihre Getränke auf seinem Kopf gekippt und sind gegangen.“ fing Nisha an.

„War natürlich sehr lustig gewesen, aber er hat… sich an eure Anweisung gehalten. Danach… hat er sich gewaschen und direkt Sarless aufgesucht. Er hatte sich wirklich herausgeputzt, dass musste man ihm lassen.

Keine Ahnung woher der Kerl es wusste, aber wenn es um Frauen geht hat er eine sehr gute Nase. Jedenfalls sind wir in dieser Kaserne gewesen, wo Sarless… sehr anschaulich die Stadtwächter bearbeitet.“ führte Abby weiter.

„Ich wusste nicht, dass man Viecher auf diese Art und Weise trainieren kann. Dachte immer, die Stadtwachen wären ein faules Pack oder ähnliches. Doch das sie Kletterübungen, von der Decke aus Übungen machen oder einfach nur Ringen, Sarless… hat alles ziemlich im Griff…“ grinste Nisha schief.

„Eh… was macht Sarless mit ihnen?!“ dachte Sina in dem Moment und schob das Problem auf später.

„Nun kamen wir… oder eher Gair in die Kaserne. Sarless drehte sich um und… war nun erstaunt gewesen, Idiotengair zu sehen. Dann machte sie das, was jede Frau macht. Sie drehte sich wieder um und ignorierte Gair. Behandelt ihn wie Luft, was ich aus meiner Sicht für richtig erhalte.“ nickte Abby für sich.

„Nachdem er mehrmals auf sie eingeredet hatte, hinter ihrem Rücken gekniet hat und was weiß der Geier… Hat er sich getraut, eine Hand auf ihre Schulter zu legen. Puh… Sarless musste vermutlich schon am Kochen gewesen sein, denn sie drehte sich blitzschnell um und schlug Gair ins Gesicht, dass er durch die Mauer der Kaserne raus geflogen ist.“ kichert Nisha leicht sadistisch.

„Aha… und wo ist Gair nun?“ fragte Sina. „Vermutlich einen neuen Versuch starten, sich bei Sarless ein zu schleimen. Bisher hat er keinen nennenswerten Erfolg oder ähnliches. Wir haben schon eine Wette gestartet, ob Gair nicht wohl möglich von Sarless getötet wird. Dürfte auf Dauer sehr nervig sein, jemand wie ihn um sich zu haben.“ beantwortet Nisha die Frage.

„Sarless ist eine stolze Dämonin und auch gleichzeitig eine Frau. Natürlich ist ihr Stolz in beidem sehr verletzt worden, was glaubst ihr denn, welch eine Wut in ihrem Bauch herrscht?“ hob Sina eine Augenbraue hoch.

„Ok, ich habe mehr als genug gehört. Erinnert Gair weiterhin an seine Aufgabe und… selbstverständlich eure Aufgabe. Wenn eure Mütter euer Chaos hier sehen, sie würden euch vermutlich übers Knie legen.“ nickte Sina den Vampirinnen zu, die wieder rote Köpfe bekommen.

„Wir… werden aufräumen…“

„BITTE! NUR EINE MINUTE!“ flehte Sherry Eleanor an, die auf dem Tisch stand und ihre Arme über sich wedelt wie eine Siegerin.

„Nööööö!“

Kapitel 530

Ich bin wiedergeboren und eigenartige Lösungen?

„Also… Exos, der alles auslöschen will, stand in eurer Wohnung und hat indirekt Renee gedroht?“ hakte Viktoria nach, während Sina und Renee gemeinsam Bauchübungen machten. Sie haben beide gemeinsam die Sportklamotten angezogen und Fremde würden spontan meinen, dass sie Kanonenbälle unter dem engen Stoff tragen.

„Jep, so ungefähr.“ nickte Sina. „Und nein, ich weiß nicht, was die Flachpfeife damit ausdrücken will.“ Viktoria wurde schnell aufgeklärt, was in der Monstervilla passiert ist, nun kaut sie an ihrem Daumennagel.

„So… das waren alle Übungen, wie du deinen Bauch trainieren kannst. Doch ich warne dich, denn wir Frauen können uns nicht so schnell und einfach Bauchmuskeln antrainieren, wie Männer das gerne mit ihren Sixpacks machen.“ stand Sina vom Boden auf.

„Nur… ihr habt doch auch einen oder nicht?“ wundert sich Renee ein bisschen. „Dafür habe ich gut über hundert Jahre trainiert? Achte auch dabei, dass ich nicht unnötig zu viel in mich hinein futtere und frühzeitig mit anderen Trainingsmethoden die überschüssige Fettmasse entferne. Nicht das ich welche entdeckt hätte, aber dafür, dass ich mir den Körper antrainiert habe, will ich ihn auch gerne so belassen.“ grinste Sina.

„Wenn ich dir den Vorschlag machen kann Renee, egal ob du bleibst oder gehst. Ich würde mir einen Trainingspartner zulegen, denn es macht mehr Spaß als es alleine zu machen, ich weiß… wovon ich spreche.“

„Hm… ich weiß überhaupt nicht, wen ich dafür ansprechen soll? Mit Vicky will ich das nicht, das wird irgendwann nur Krach geben. Aelfric… würde bei dem Gedanken vermutlich schon zusammenbrechen und Gair… Nein, ihn brauche ich definitiv nicht in meiner Nähe.“ grübelte Renee laut.

„Hmm… wer hat dir eigentlich die Aufwärmübungen beigebracht? War etwas erstaunt, dass du sie kanntest?“ fragte Sina.

„Sherry hat sie mir gestern beigebracht. Sie meinte, unabhängig welche Art von Training ich angehen will, sollte ich immer erst meinen Körper aufwärmen. Das würde es mir auf Dauer einfacher machen und sind nicht wirklich schwer umzusetzen.“ kam die Antwort wie eine Kugel herausgeschossen.

„Oh? Dann frag sie doch einfach, mehr als Ja oder Nein kann sie nicht sagen oder? Nur sprechenden Menschen… erm… Personen kann geholfen werden.“ lächelt Sina. „Außerdem, wenn deine Butler irgendwann wieder kommen, wirst du ja auch die Monsternester ausräuchern.“

„Das kann ich natürlich… machen.“ nickte Renee langsam. „Na gut, dann werde ich mal ein Gespräch mit Layla führen, euch noch einen angenehmen Tag und… warte auf die Antwort, zu welcher Entscheidung ihr gekommen seid.“ nickte Sina den beiden Vampiren zu, bevor sie in Sportklamotten das Haus verlässt.

„Wenn Papa die Drohung zu hören bekommt, wird Exos sich wünschen, dass er besser den Mund gehalten hätte.“ meinte Viktoria nur. „Das denke ich nämlich auch.“ nickte Renee.

Der Vorteil ist, dass die Häuser, wo alle Clans untergebracht wurden, nebeneinander stehen, so brauchte die Dämonenkönigin nicht soviel herum laufen. „Gut… das ich trainiert habe. Es hat mir geholfen… etwas runter zu kommen. Mit meiner Wut… sollte ich mich nicht unbedingt mit Layla unterhalten.“

Ohne anzuklopfen ging sie direkt in das Haus von Lysa und hörte direkt einen Schrei. „Ruri. Was habe ich dir gesagt, wann ich zuschlagen werde?“ kam direkt eine knallharte Ansage von Lysa. „Dann… wenn das Glas Wasser von meinem Kopf… runter fällt…“ murmelt Ruri.

„Grüße?“ kam Sina in das Wohnzimmer und sah, wie Ruri ihre Nase hielt. „Mama! Sie schlägt mich schon wieder!“ wollte Ruri direkt zu Sina, als Lysa ihr ein Bein in den Weg legte und Ruri mit dem Gesicht auf den Boden krachte.

„Es tut mir leid, dass ihr die unangenehme Seite eurer Tochter wieder sehen musstet. Das Training wird scheinbar noch ein bisschen ihre Zeit benötigen.“ verbeugte sich Lysa vor Sina, während Ruri auf dem Boden hin und her rollte.

„Erm… ok. Du weißt schon, was du da machst. Erst wollte ich mich bei deinem Training einmischen, habe aber sofort zurück gewunken, als Ruri mir ihre Vorstellung als Dämon mitgeteilt hat.“ schaute Sina Lysa ernst in den Augen.

„Aha? Davon… weiß ich jetzt nichts? Hat sie euch wieder blamiert?“ lächelt Lysa leicht und Ruri hörte direkt auf zu rollen.

„Nein… das würde ich jetzt nicht sagen. Aber so kann ich sie nicht rauslassen, es ist also schon in Ordnung, dass sie die Etikette der Vampire beigebracht bekommt. Ich hoffe sie hat…“ beendet Sina ihren Satz nicht.

„Ist alles vorbereitet und Mutter ist darauf eingestellt, dass ihr euch meldet.“ nickte Lysa und trat auf dem Schwanz von Ruri. Sie schrie wieder laut auf und Lysa bückte sich zur ihrem… „Opfer“ runter.

„Das wird ein Nachspiel für dich geben, darauf kannst du dich einstellen. Nur weil deine Mutter… dich in Schutz genommen hat, ist es ein Versagen meinerseits und das Gedenke ich… zu korrigieren.“ flüstert Lysa dies.

„Sag… Lisa sagte mir schon, dass du zuständig bist, allen Vampiren die Etikette beizubringen. Ist es das Werk deiner Mutter?“ fragte Sina vorsichtig nach.

„Natürlich? Sie hat mich so erzogen und so soll ich das unseren Neulingen ebenfalls beibringen.“ nickte Lysa und brachte Sina direkt ins das Zimmer mit dem Übertragungsstein. Ruri knallte ihren Kopf nur auf den Boden. „Wäre… ich besser in meinem altem Heim geblieben…“

Sina setzte sich wieder auf den Stuhl und Lysa schien irgendwie auf etwas zu warten. „Ist was?“ „Wollt… ihr euch so präsentieren?“ „Ja?“ „ … Ok…“ seufzte Lysa und aktivierte die Übertragung.

Auf dem Bild erschien Layla, wie sie in einen Morgenmantel auf dem Thron saß. „MUTTER?!“ reagiert Lysa empört. „Was?! Ich war gerade am baden, als deine Nachricht kam.“ wehrte sich Layla direkt. „Da habe ich endlich meine Aufgaben umgesetzt, musste man meinen inneren Frieden stören!“

„Meiner wurde auch gestört, als Exos mitten in mein Frühstück kam.“ teilte Sina direkt mit und bekam direkt die Aufmerksam der Vampire. „Also… das meinte Ruri, dass ein unheimlicher Mann gekommen ist.“ murmelt Lysa.

„Exos? Was wollte er von dir?“ verlangte Layla sofort zu wissen. Sina schnippte mit ihren Finger und eine Wiederholung des Gesprächs wird den beiden Vampiren gezeigt. Als sie zu Ende war, wirkte Layla etwas… verwirrt. „Was… meint er, dass du die Magie sowie das Mana verunreinigt?“

„Wenn ich DAS wüsste. Dabei habe ich nun wirklich überhaupt nichts gemerkt, nachdem ich Eleanor zu meinen Werkzeug genötigt habe.“ seufzte Sina.

„Also ist sie auch endlich bei dir angekommen. Was…“ fragte Layla direkt weiter nach, als Sina eine Hand hoch hob. „Eines… nach dem anderen Layla. Lass mich überlegen, wie ich Eleanor und… all den Scheiß erklären kann. Es ist Fakt, dass sie tatsächlich stärker ist als ihr Vater. Ihre angebliche Unsterblichkeit ist nur ein Bluff, aber sie zu töten ist wirklich sehr schwer.

Hmm… also.“ fing Sina an den Vampiren zu erklären, was sie alles über Eleanor in Erfahrung gebracht hat und wie sie Eli zu ihrem Sklaven gemacht hat. Als Sina zum Ende kam, wirkten Layla und Lysa beide etwas wütend.

„Sina? Dir ist schon klar, dass du einen sehr deutlichen Regelbruch begangen hast? Ich bezweifele doch stark, dass Taos DAS auf sich sitzen lässt, was du mit seiner Tochter gemacht hast.“

„Echt jetzt? Wusste ich nicht und ehrlich? Ist mir das auch scheißegal, denn wie würdest du so eine unkontrollierbare Bestie im Griff halten?!“ legte Sina es auch auf einen Streit an. „Töten wie James es mir immer vorschlägt?

Ich will lieber ihre Stärke haben und sie bei den Götterbestien Problemen einsetzen oder was auch immer Exos für Kreaturen meinte, die mir ebenfalls das Leben schwer machen können. WIE willst du also das Problem angehen?

Tot bringt sie mir nichts, nur lebend. Aber das geht nur, wenn man sie so im Griff hat, wie ich es gemacht habe! Nur ist scheinbar bei der ganzen Aktion irgendein Nebeneffekt entstanden, dass sogar Exos sich melden musste!

Ausgerechnet dieser PENNER muss meine Arbeit aufräumen. Kannst du dir vorstellen, wie mega angepisst ich gewesen war? Es hat mich schockiert, dass ich irgendwas angestellt habe, aber das er mein Leben… GNNN egal, du weißt, wie ich es meine!

Wenn du willst, kann ich dir Eli einmal zum Gespräch schicken, aber rechne nicht unbedingt damit, dass dabei was sinniges herauskommt. Sie dürfte sich höchsten darüber beklagen, dass sie in ihrer Freiheit eingeschränkt ist und weißt du was?

DAS IST MIR EGAL! Jeder kommt mit Problemen zu mir, ich könnte kotzen! Gair hat schon von mir ein Pfeil in die Brust bekommen, weil er Blödsinn angestellt hat. Scheinbar braucht dieser Schwachkopf auch eine nötige Erziehung.

Ich… komme einfach nicht dazu, meine eigene Pläne umzusetzen! Ich würde so gerne endlich mein eigenes Training beginnen, aber irgendwie kommen wieder mal Probleme ohne Ende auf mich zu, die scheinbar nur ich wieder lösen kann.“

„Bist du fertig?“ fragte Layla nur unbeeindruckt. „Du kannst mich auch mal, aber danke das du mir zugehört hast.“ seufzte Sina.

„Gerne geschehen. Ok, ich habe verstanden, aber ich will dann wirklich ein Gespräch mit Eleanor haben, egal wie es endet. Ich würde mir wirklich ein Bild von ihr machen und mich interessiert es auch wirklich, wie sie so ist, wenn zwei Seelen geschmolzen in einem Körper sind.

Sina, deine… „schwierige“ Phase, so nenne ich sie einfach mal. Auch ich hatte sie öfters hinter mir gehabt und weißt du was ich dabei festgestellt habe?“ grinste Layla und Sina wartet auf die Antwort.

„Es war gut das sie gekommen sind. Es hört sich komisch an, aber es hat mir reichlich an Erfahrung gebracht, die mir helfen, einfacher die Entscheidungen zu fällen. Du bist noch jung und wirst mit sehr vielen Unbekanntem konfrontiert, was ich schon hinter mir habe.

Das was du jetzt erlebst, das habe ich schon längst hinter mir. Als mein Clan größer wurde und in der Zeit war ich auch Mutter, musste ich mich auch… mit dem einem oder anderem Problem herumschlagen.

Das war dann am schlimmsten, wenn ich auch noch schwanger in der Zeit war, denn dann gingen meine Emotionen erst recht hoch. Da war ich froh, dass mein Mann die Führung übernommen hat, denn wir hatten öfters mal kritische Phasen gehabt, wenn das Vieh… etwas zu lästig wurde.“

„Stimmt, du wolltest mehrere Städte ausrotten, wo die Familien gewisser Vampirjäger lebten.“ erinnerte sich Lysa bei einer der Phasen. „Gut das Vater die Aufgabe übernommen hat, es hätte wirklich in einem Massaker geendet, nur weil sie einen unbedeutenden Informant von uns getötet haben.“

„Eh… hoffentlich werde ich nicht schwanger, dass dürfte die reinste Katastrophe werden…“ murmelt Sina.

„N… wäre gut, wenn du solche unangenehmen Erinnerungen von früher nicht erwähnen würdest.“ bat Layla dies von ihre Tochter. „Ich kann dich wirklich beruhigen, denn mit so was durfte ich mich auch schon herumschlagen… Ok, nicht unbedingt, wenn mein Erzfeind vor meiner Nase erscheint.

Das Exos aber Renee mit dieser Prophezeiung belästigt hat… Keine Ahnung wie Roman das aufnehmen wird, aber ich kann dir versprechen, dass Roman alles andere als ruhig bleiben wird. Mich stört es nur, was diese Verunreinigung sein soll.

Das ist ein Themengebiet, wo ich mich nie mit auseinander gesetzt habe, weil ich davon ausgegangen bin, dass es normal wäre. Spätestens durch das System selber müsste es ja dann reguliert werden. Unsere Blutmagie selbst benötigt auch Mana, was passiert also… wenn wir… wie sollen wir das denn nennen… „Verunreinigtes Mana“ benutzen.

Vermutlich musst du Spezialisten auf dieses Problem ansetzen, es würde mich nicht wundern, wenn du welche kennst.“

„Hm… ich bin mir nicht sicher, ob es Spezialisten sind, aber es gibt eine Magiergilde in der bekannten Magierstadt in Alliancia. Nur… bin ich momentan nicht gut auf sie zu sprechen, weil sie mir mit ihren dummen Verboten um die Ecke kamen.“ berichtete Sina ihr Erlebnis mit den beiden Magiern.

Auf einmal lachte Lysa laut auf, wo selbst Layla eine Augenbraue hochhob. „Ah… herrlich. Es gibt scheinbar immer noch dumme Viecher.“

„Lysa?“ fragte Layla nur freundlich und Lysa bemerkte ihren Fehler. „Ah… Entschuldigung Mutter. Ich war nur über die Dummheit dieser… „Spezialisten“ verblüfft. Wenn ich überlege, was unsere Vampire alles machen, die mal Magier waren.“

„Ich kann mal meinen Spezialisten für Leere fragen, was er davon hält, aber glaube wir werden nicht sehr weit kommen. Vermutlich wird niemand wirklich das wahre Ausmaß verstehen, was Exos damit meinte… Vielleicht die Götter, aber LEIDER meldet sich der dunkle Gott immer noch nicht!“ knurrte Sina.

„Du gehörst auch zu den wenigsten Personen, die gezielt mit den Göttern sprechen wollen.“ grinste Layla. „Viele wollen es, nur die wenigsten haben es erreicht. Wundere warum dein Vater…“

„Er hat sich selber verzaubert, damit der dunkle Gott ihm nicht auf den Sack geht. Die Verzauberung nimmt er erst runter, wenn der Krieg auf Alliancia stattfindet, vorher nicht. Da habe ich schon nachgefragt.“ seufzte Sina wieder laut.

„Hm… ich bin mir nicht sicher, ob es mir erlaubt ist, meine Meinung dazu zu sagen, aber… Wenn euer Vater den dunklen Gott blockt, wie… so habe ich die Sorge, dass selbst ein Gespräch mit dem dunklen Gott nicht unbedingt zu eurer Zufriedenheit sein wird?“ merkte Lysa an.

„Naja…“ musste Sina nun selber darüber nachgrübeln. „Weil der Spinner mir den Titel als Dämonenkönigin gegeben hat, was nur als Gott geht. Glaube… selbst wenn das eine Hohlbirne ist… Wir sind alle seine Kreaturen oder? Würde die Göttin… sich auf ein Gespräch mit uns einlassen?

Lara war eine beschworene Heldin. Als sie zum Vampir verwandelt wurde, ist der Segen von der Göttin sofort entfernt worden. Ich denke, ihr versteht selber das kleine Problem?“

„In der Tat, ich verstehe so langsam, warum dir das alles über den Kopf wächst, das wäre mir selber auch passiert. Wenn ich dir den Rat geben kann… schreib dir die Ziele auf. Dann, welche aktuellen Probleme du hast und die Lösungen.

Du kannst mir glauben… die Liste wird am Anfang lang sein, aber wenn man die Probleme als solches betrachtet, wirst du selber feststellen, dass die meisten lächerlich sind und sich von selber lösen.

Ah… was mir einfällt, aber du kannst in deiner Liste der Probleme hinzufügen, dass du, Roman und ich eine Konferenz halten werden über die neuen Vampirregeln. Sie wurden alle auf den neuesten Stand der Dinge gebracht, ein Bote ist schon zu dir unterwegs.“ teilte Layla das noch mit.

„Na danke auch…“ meinte Sina nur sarkastisch.

„VERDAMMT! HALT ENDLICH STILL!“ schrie Sherry Eleanor an, die vor ihr im Haus lachend wegrannte. „NÖÖÖÖ!“

James saß draußen vor dem Haus und paffte sich irgendwas mit seiner Pfeife. „Hm… ist das gut oder schlecht, das Eleanor immer noch jemand foltern kann?“

Kapitel 529

Ich bin wiedergeboren und der gelangweilte Erzfeind?

Sofort herrschte eine Panik im Wohnzimmer, dass die stärkste Kreatur einfach aus dem Nichts erscheint.

„Hm… alle scheinen mich bis… hmm? Chaosdämonin mich zu kennen. Trotzdem… sollte ich ein gewisses Maß an Höflichkeit zeigen. Wenn ich mich vorstellen dürfte ihr jungen Dinger… Exos der Magiertyrann. Erste erschaffene Götterbestie und Verwalter der Magie auf dieser Welt.“ verbeugte sich Exos leicht vor den Damen.

„Was willst du hier?“ presste Sina ihre Frage raus und versuchte Gelassenheit zu simulieren. „Und ihr bitte… macht nichts unvernünftiges wie einen Kampf zu provozieren. Ihr würdet nur die Stadt damit reinziehen.“

„Aber…“ meldete sich Rokea. „ICH SAGTE NEIN!“ schrie Sina nun förmlich, damit ging der Schweiß geradezu aus jeder Hautpore raus.

„Du liebe Güte, so geht man doch nicht mit seinen Gästen um.“ lächelt Exos mit geschlossenen Augen. In seinem altmodischen grauen Anzug schob er seine Hände in die Hosentaschen und stand einfach nur am Fenster zum Garten hin.

„Das gleiche…“ „könnte man auch von mir behaupten, dass ich einfach so erscheine.“ beendete Exos den Satz von Sina. „Nur warum soll… ich mich auf die gesellschaftlichen Regeln einlassen? Ich stehe darüber, das solltest du doch am besten wissen.“

Alle starrten Exos an, unwissend, was er hier zu suchen hat. „Hmm hmm, verstehe. Du willst immer noch Glacia töten.“ nickte der Magiertyrann, als hätte er von jedem die Gedanken gelesen.

„Du kennst echt keine Privatsphäre oder? Sonst keine anderen Hobbys?“ merkte Sina an und Exos musste darüber lachen. „Du zerrst doch auch meine Person in die Öffentlichkeit oder nicht? Warnst alle vor mir… was ich mit der Welt vorhabe. Nun, nüchtern betrachtet und aus der Sicht einer normalen Person hat es schon seine Richtigkeit, mich vor allen zu warnen.

Doch wie sehe ich das? Für mich ist das nur… vergebene Liebesmüh, wie einige Insekten es sagen würden. Die Götter können sich diesmal nicht einmischen und werden verzweifelt zuschauen dürfen… wie ihre geliebte Welt zu meinen Gunsten geändert wird.

Rokea… ich bin richtig enttäuscht von dir. Du hattest alles gehabt, um deine… „Rivalin“ zu töten und doch hast du versagt.“

Diese Aussage war wie eine Ohrfeige für sie gewesen. Sie sprang von ihrem Stuhl auf und wollte nach Exos schlagen, als sie wieder auf dem Stuhl sitzt. Perplex musste Rokea mehrmals ihre Augen öffnen und schließen, selbst die anderen waren in diesem Moment mehr als verwirrt.

„Bitte… Rokea. Geh nicht auf seine Provokationen ein. Momentan verhält er sich mehr als… „friedlich“?“ flehte Sina schon. Rokea knirschte mit ihren Zähnen wütend, machte aber keine Anstalten, ihre Aktion zu wiederholen.

„Mit Magie ist alles möglich, dazu brauche ich nicht mal eure Gedanken lesen, das kann man auch von euren Gesichtern ablesen.“ ging Exos nun auf und ab, jeder behielt ihn im Auge.

„Eine Kreatur, die es mit den verstorbenen Götterbestien aufnehmen könnte, war nicht in der Lage gewesen, meine kleine Schwester zu töten. Tja… vielleicht schaffen es ja andere Wesen auf der Welt dich zu töten Sina.

Klar könnte ich dich selber hier und jetzt töten nur… Mir ist langweilig und mit der Zeit spiele ich nicht so gerne, weil sie gerne neigt, außer Kontrolle zu geraten. Wie soll ich mir sonst die Zeit vertreiben. Da schaue ich mir doch gerne… deine Versuche an, wie du dich mir widersetzen willst.“ grinste Exos breit.

„Ein Tritt in deine Eier wäre schon mal ein Anfang. Du hast unser schönes Frühstück versaut, ist dir das eigentlich bewusst? Außerdem, was kann ich denn bitte dafür, dass es dir langweilig ist. Schaff dir ein anständiges Hobby an, dann hättest du was.“ rollte Sina ihre Augen.

Exos grunzte nur. „Ich habe einige… „Hobbys“ als du mich wieder auf dich Aufmerksam gemacht hast. Da war ich gestern mit gewissen Kreationen beschäftigt, als ich merkte, dass jemand sich an der Magie zu schaffen machte auf der Welt.

Das war niemand anderes als du. Da schaute ich mir den Grund an und sehe, wie du einen… Vampir, der aus mehreren Seelen zu bestehen scheint, an den du unter deine Kontrolle bringen wolltest. Was mich am meisten faszinierte war… dein Wahnsinn.

Dein Wahnsinn hat sich so sehr gesteigert, dass es Einfluss auf die Magie und Mana in deiner Umgebung genommen hat. Es… normal ist Magie rein und sauber, aber du hast es alles verdorben… unbrauchbar gemacht.“

Sina wollte ein Pokerface halten, aber alle konnten in ihren Augen sehen, dass diese Aussage sie regelrecht getroffen hat.

„Verstärkt durch dein Element „Chaos“ musste ich tatsächlich meine Aufgabe als Verwalter nachgehen und deinen Dreck hinter dir… „reinigen“. Würde ich es nicht machen, tja… Wäre schon sehr ironisch, wenn statt ich, du die Welt ins Verderben stürzt.“ grinste Exos immer breiter.

„Herr… Exos. Ich würde sie bitten unser Haus zu verlassen.“ stand Sherry auf einmal auf. Sie legte eine Hand auf die Schulter von Sina, behielt aber weiterhin die Götterbestie im Auge.

„Wenn sie nur hier sind, um sich an dem Leid meiner Frau zu ergötzen, bitte ich sie wirklich zu verschwinden. Das… sie überhaupt hier sind und das Gespräch hier halten ist schon mehr als makaber.“

„Hmm?“ drehte Exos seinen Kopf zum Mischling. „Interessant, dass es neben… meiner „kleinen Schwester“ noch andere Personen existieren, die ihre Angst unter Kontrolle haben. Du… weißt, dass ich mit einem Fingerschnippen dich aus der Weltgeschichte entfernen kann… und doch setzt du dich für deine Liebe ein.“

„Notfalls werde ich auch gegen euch kämpfen. Was sein muss, muss sein. Doch lasse ich nicht zu, dass ihr in eurer… „Langeweile“ meine Frau verletzt. Sucht euch jemand anderes aus, scheinbar seid ihr ja in der Lage, eure Geschwister neu zu erschaffen.

Belästige sie doch nach Herzenslust und lass uns einfach… in Ruhe. Wir werden mehr als… genug vermutlich in der Zukunft mit ihnen zu tun haben.“

Das Grinsen verschwand aus dem Gesicht von Exos und er öffnete nun leicht seine Augen. Das alleine reichte aus, dass nun doch jeder zittern musste.

„Ich… an deiner Stelle würde aufpassen, wie du über meine Familie sprichst.“ warnte Exos auf einmal sehr unheimlich, dabei holte er seine Hände aus seiner Hosentasche. „Es stimmt, ich habe meinen kleinen Bruder Siremmic neu erschaffen, doch da herrschten überhaupt keine Gefühle einer Verwandtschaft.

Ich liebe meine erschaffenen Kreationen nicht, deswegen war ich so sauer, dass ich endlich meinen Bruder gefunden habe, um mit anzusehen, dass du und Sina ihn in diesem Moment getötet habt. Ihr konntet beide von Glück reden, dass ihr unter Beobachtung der Götter standet.“

Eine Stille herrschte wieder im Wohnzimmer und Exos schloss seine Augen. Auf einmal erschien Renee. „Erm… hi, irgendwie stand ich sehr lange vor der Haustür? Oh, ihr habt gerade… Besuch?“

Exos drehte seinen Kopf zu Renee und bekam auf einmal ein Grinsen. „Hm… nun gut. Ich habe gesagt, was es zu sagen gab. Kleine Schwester… wenn du die Welt retten willst, solltest du langsam darauf achten, wie du deine Kräfte einsetzt, sonst verlierst du am… Ende alles.“

Sina schwieg weiterhin, als Exos auf einmal vor Renee stand. Erschrocken ging sie ein paar Schritte nach hinten. „Junge… Dame, lass mir dir eine Prophezeiung geben. Du wirst bald sehr viel Elend und Tod erleben. Ich bin wirklich gespannt, was… „Vater“ mit dir plant.“ Exos lachte kurz auf, als Renee mehr als blass wurde, dann verschwand er endgültig.

„Was ist hier los?!“ verlangte Renee zu wissen. Dann auf einmal wurde der Wohnzimmertisch von Sina zerstört. Alle sprangen zur Seite in Sicherheit, überall flog Geschirr und Essen.

„SINA!“ rief Sherry, aber die Dämonenkönigin trat den zerstörten Tisch beiseite und ging schnurgerade in den Garten.

„EXOS!“ schrie Sina wütend in den Himmel. „ICH WERDE NICHTS SCHWÖREN, ABER SOBALD ICH EINEN DEINER GESCHWISTER IN DIE FINGER BEKOMME, WERDE ICH IHN VOR DEINEN AUGEN TÖTEN! DAS VERSPRECHE ICH DIR ALS DÄMONENKÖNIGIN!

ES REICHT MIR SO LANGSAM MIT DEINEM FUCKING AUFTRETEN IN MEINEN LEBEN! ES REICHT MIR WIRKLICH SO LANGSAM, DASS DU MEINE FAMILIE UND FREUNDE IN ANGST VERSETZT!

DANN VERDERBE ICH DIE WELT HALT, WENN ES DICH ABLENKT, DARAUF KANNST DICH VERLASSEN! ICH HABE ECHT… KEINEN BOCK MEHR VOR DIR ZU KATZBUNKELN, NUR WEIL DU IMMER NOCH STÄRKER BIST ALS ICH!“

Alle hörten sich das Versprechen vom Wohnzimmer aus an, als Sina wütend zurück kam. „Gott… mir platzt bald irgendetwas. Sherry, du gehst bitte zu Eleanor und misst ihren Körper ab.

Sollte sie irgendwelche Dummheiten machen, kannst du ihr ruhig den Kopf abschlagen, ansonsten braucht sie passende Kleider. Teile James mit, dass ich morgen mit ihm und Eli zur Schmiede gehen werde.

Ruri, wenn du Lysa triffst, will ich dass du ihr mitteilst, dass ich mit ihrer Mutter nachher sprechen will und sie alles vorbereiten soll!

Renee, wir gehen zu dir und ich werde dir das Training mit den Bauchmuskeln beibringen und gleichzeitig erklären, was eben passiert ist. Dann sollst du selber entscheiden, ob du weiterhin hier bleiben willst oder nicht.

Suki, es tut mir leid, aber klär das alles mit Ronald. Wo ist eigentlich Nea in letzter Zeit, sie habe ich schon lange nicht mehr gesehen?!“ „Erm… sie ist momentan mehr in der Wildnis unterwegs.“ merkte Suki an.

„Aha, wie dem auch sei. Es tut mir leid… das ich mich vor euch allen gehen lassen musste, aber… Entschuldigung…“ verbeugte sich Sina vor den Frauen, dann ging sie ohne abzuwarten zu Renee und zog sie direkt mit.

Die Damen hörten nur, wie die Haustür zufiel und ein beklemmendes Schweigen fiel ins Zimmer. „Erm… ich helfe dir beim aufräumen.“ bückte sich Neia und Suki nickte dankend, dann folgte der Rest der Damen.

„Eins muss ich dir schon lassen, aber… du hast verdammt viel Mut bewiesen, dem Dreckskerl ins Gesicht zu spucken.“ merkte Rokea dies zu Sherry an. Sie schüttelt nur den Kopf. „Ich hatte panische Angst bekommen, aber ich wollte nicht zulassen, dass Sina wieder in ihre Depressionen fällt. Sie hatte es schon gestern sehr schwer gehabt mit Eleanor und ihren Vorwürfen.“

„Ich frage mich… was denn neben ihm noch für Kreaturen auf der Welt geben soll, die es mit Lady Sina aufnehmen können. Ich glaube jetzt nicht, dass dieser Kerl jetzt die Götterbestien meint.“ sprach Lisa mit Kyllia.

„Denke, da bin ich nun wirklich nicht der Ansprechpartner, weil ich nur in Deymonlia gelebt habe. Wenn müsstest eher du das wissen.“ grinste Kyllia schief, doch Lisa schüttelt nur ihren Kopf.

„Pass auf das du dich nicht schneidest.“ warnte Suki Ruri, die etwas unbeholfen die scharfen Scherben aufsammelt. „Nicht schlimm, sie tun nicht so weh, als wenn Herrin… zuschlägt.“ murmelt Ruri nur.

Renee folgte der wütenden Sina und traute sich nichts zu sagen, als die Dämonin anhielt. Sie seufzte einmal laut und drehte sich zu Renee. „Es… tut mir leid, dass man dir in letzter Zeit… sehr viel Angst machst, vor allem… Exos.“

„Erm… ok?“ war Renee sichtlich eingeschüchtert. „Was… meinte er mit der Prophezeiung und „Vater?“

„Ich tippe darauf, dass er mit „Vater“ den dunklen Gott meint, aber die Prophezeiung selber… Da kann ich nur rätseln. Wenn ich du wäre, würde ich es gekonnt ignorieren, denn sind wir beide ehrlich.

Wir leben in sehr gefährlichen Zeiten und mit Tod sowie Elend können wir doch immer umgeben oder? Nur weil Exos sich wichtig machen will, will ich ihm nun nicht auch noch die nötige Aufmerksamkeit geben.

Wenn du dich sehr unsicher hier fühlst, dann kann ich verstehen, dass du wieder zurück zu deiner Familie willst. Das solltest du deiner Schwester ebenfalls mitteilen, denn ich bin für euch verantwortlich.

Ich kann Roman nicht in die Augen schauen, wenn solche Gefahren wie Exos eben einfach aus dem Nichts erscheinen. Das… ist… mein chaotisches Leben, wo du gerade mal den Rand angekratzt hast.“ grinste Sina am Ende schief.

„Das… ist also… der Mann, der alles vernichten will. Schon… merkwürdig, dass er sich die Zeit nimmt für euch.“

„Richtig. Normalerweise machen Bösewichte das nicht. Die Guten verfolgen sie um ihre Pläne zu verhindern und gut ist. Scheinbar sieht der Spaß so aus, wenn die Bösen mit Bösen untereinander kämpfen und die Guten bekommen das nicht mit…“ grunzte Sina selber bei der Ironie.

„Ich werde mit Vicky darüber reden, wie wir das sehen und mit Vater auf jeden Fall Rücksprache halten. Wir wollten das sowieso mit ihm, weil wir nun auch Eleanor kennengelernt haben. Hoffentlich…“

„Hoffentlich habe ich bei Eleanor nichts übersehen…“

Kapitel 528

Ich bin wiedergeboren und das Seelenheil?

Sherry schaffte es irgendwie Sina ins Bett zu verfrachten, nun lagen beide sich gegenüber und schauten sich in die Augen.

„Es… tut mir leid, dass du wieder meine schwache Seite sehen musstest.“ murmelt Sina, ihr fielen immer wieder die Tränen von den Augen runter. Sherry holte ein Taschentuch raus und wischte das Gesicht ihrer Geliebten.

„Sina… was genau… ist passiert? Rokea hat mir das Geschehene aus ihrer Warte erzählt und… sie hatte Angst vor dir bekommen. Glaube nicht, dass Rokea in dieser Beziehung irgendwelche Witze machen würde.“ fragte Sherry vorsichtig nach.

„Keine… Ahnung ob… ich es erklären kann. Irgendwie… habe ich mich selber im Wahn verloren. Da sehe ich… Eleanor vor mir, wusste… was genau Eleanor ist… war und wollte sie unter meine Kontrolle bekommen.

Du musst wissen, dass… Eleanor nicht irgendein Vampir ist sondern eine Wiedergeborene wie du es bist. Sie ist… war eine beschworene Heldin aus der alten Welt gewesen. Aufgrund… dass ich alle verdorbenen Taten des Dämonenkönigs lernen musste sowie wer ihre Feinde waren…

Habe ich herausgefunden, dass sie die summende Heldin war…“ fing Sina ihre Geschichte an zu erzählen. Sherry riss erstaunt ihre Augen auf, was Eleanor ist und wie es dazu gekommen ist, dass sie nun so verrückt wurde.

„Also… haben sich die Seelen von dem Dämonenkönig und der Heldin… mehr oder weniger fusioniert oder so?“ kam die Frage von Sherry, als die Erklärung beendet war.

„Ich weiß es nicht. Wenn dürften es eher nur die Götter wissen oder eher der dunkle Gott selber. Damit… ich sie unter meine Kontrolle bekomme… damit sie… Angst… vor MIR hat… musste ich… wahnsinniger werden, als Kaja.

Tz… versuch dir mal vorzustellen, wie das denn gehen soll. In der Illusion habe ich viele kleine Kinder erschaffen und sie mit Schirmen gleichzeitig angegriffen, dass in Wirklichkeit nur mein Knochenschwanz war.

Dann habe ich die gelernte Geschichte vorgetragen von meinen Lehrer. Er wäre vermutlich sehr stolz auf mich gewesen, dass ich mittels Magie… jemand in eine… Keine Ahnung… Verzweiflung gebracht habe?

Ich… kann mir nicht mal ansatzweise vorstellen, wie der Dämonenkönig sie gefoltert hat. Scheinbar musste sie einen stärkeren Willen gehabt haben als ich… am Leben zu bleiben… Ein Biss und der König wurde getötet und ich habe… als Kind darüber nur geschmunzelt.

Ist… dann nicht mehr so lustig… wenn man eine Legende vor sich hat. Diesen… Drang zum Überleben… wollte ich ausnutzen, was scheinbar auch funktioniert hat. Eleanor… hat sich selber zu meinem Sklaven geschworen…

Wie… tief bin ich gefallen? In Vurdinia habe ich das kommende… Sklavensystem aktiv bekämpft und nun… lege ich mir einen Sklaven zu? Dann… musste ich mir von einer Serienkillerin anhören… dass ich das Böse… in Reinform wäre…

Und… was mich am meisten… betroffen hat ist… mit welcher Gewissheit Eleanor mir gesagt hat… dass ich alles zerstören werde… was ich mir aufgebaut habe… Keine Lüge, Bluff oder anderes… Sie glaubte wirklich an diese Worte, die sie… mir ins Gesicht gesagt hat.

Ein wahnsinniger Vampir, der aus zwei Seelen mehr oder weniger bestand, hat Angst vor noch jemand wahnsinnigeres… mich… Dabei… habe ich… hab ich… doch nur… geschauspielert… wie Wisali… es mir beigebracht hat…

War… es so überzeugend… gewesen, dass scheinbar selbst Rokea… Angst vor mir hat? Zwei… böse Wesen… die mir sagen, dass ich noch wahnsinniger und böser bin…“

Sherry unterbrach die Rede, indem sie Sina küsste. Lange und ohne Unterbrechung, denn sie sah wirklich in den Augen von Sina eine wachsende Verzweiflung. Anschließend löste sie sich von Sina und streichelt ihre Wange.

„Sina… ich… weiß nicht wie ich dich beruhigen soll. Mich wundert es ein bisschen… dass ausgerechnet du ihnen zuhörst. Deine Taten… die du umsetzen musstest, damit deine Pläne funktionieren bekräftigen irgendwie nur ihre Aussagen, aber ehrlich?

Hör auf dir solche Gedanken zu machen. Du wolltest doch nur, dass Eleanor auf dieses Niveau runterkommt, dass sie in der Stadt leben kann und Zetta… Naja, von dem was Rokea erzählt hat, war die Aktion mit dem Halsband richtig.

Das erinnert mich alles an bisschen an den Heldentyrann. Traurig… dass Zetta so eine Vergangenheit hat, aber sie hätte uns allen das Leben schwer gemacht. Beide hätte man wirklich an einer sehr kurzen Leine halten müssen.

Keine Ahnung wie das nun mit James gehen wird, aber wenn der kein Halsband trägt, scheinst du ihm ja eher was zuzutrauen, als den anderen Vertrauten von Lord Taos.

Sina… hör auf dich fertig zu machen. Wenn wirklich wer böse ist, dann ist es eher der Clan von Taos oder Exos mit seiner Familie. Eleanor… kann mir sogar auch leid tun, aber sie ist nun ein vollkommen neues Wesen geworden, ich denke… Es ist nicht unbedingt richtig, sie mit Kaja oder wie auch immer der Dämonenkönig hieß zu nennen.

Du neigst immer wieder dazu… dich selber zu verletzten. Das du Dinge, die… eigentlich überhaupt nicht wahr sind, in dich hineinzufressen.

Überlegt doch mal selber… Wärst du wirklich so eine wahnsinnige Person, wie Eleanor es jetzt meinte… Würdest du wirklich jetzt hier liegen und darüber weinen? Wahnsinnige Personen… würden darüber überhaupt nicht mal… einen Gedanken verschwenden.

Man überträgt dir irgendwie… mehr Verantwortung, als du eigentlich aushalten kannst. Deine Geheimmission mit den Dämonen, nun der Krieg mit den Götterbestien zur Rettung der Welt. Die einzelnen Vampirclan´s gingen ja noch irgendwie… aber der von Taos war zu viel.

Ich war wirklich froh, dass du Rokea mitgenommen hast, denn du hast die Situation sehr ernst genommen. Das du dann… einem Nervenzusammenbruch nahe bist… das ist doch etwas… unerwartet.

Hör… einfach auf, die Worte die deine Feinde dir ins Gesicht werfen, Gehör zu schenken. Du siehst selbst… dass es nur dazu führen soll, dass du selber große Selbstzweifel hast. Dabei bist du doch eine stolze Person oder nicht?

Schau doch mal… was du bisher alles erreicht hast. WARUM… solltest du es denn zerstören wollen? Eher neigst du doch dazu… dass du dich selbst zerstörst, als dass du weitere Personen bei dem Problem mitziehst.

Sina… vor allem… ich stehe doch an deiner Seite… Angefangen als Rose… hat sich die Liebe bei dir als Sherry voll entfaltet. Du warst alterslos während ich noch ein… Mischling war… Nun bin ich eine ewig Jugendliche.

Glaubst du nicht… dass es irgendwie… Schicksal ist, dass… wir mehr Zeit bekommen? Die Zukunft ist ungewiss, aber… Es muss eine Bedeutung haben, dass ich an deiner Seite sein darf… muss wie jetzt gerade.“ redete Sherry auf Sina ein.

Die Verzweiflung verschwand aus den Augen von Sina und entwickelte sich mehr zum Glück. Glück… dass an ihrer Seite eine so starke Person stand. Die Dämonenkönigin legte eine Hand auf die Wange von Sherry und musste wieder weinen.

„Sherry… du bist… auch so eine starke Person geworden… Bitte… verlass meine Seite nicht, wenn… ich dich am dringendsten brauche.“ flüstert Sina. Als Beweis küsste Sherry Sina wieder. „Nie und… nimmer werde ich dich verlassen. Das verspreche ich dir. Du bist meine Frau und… ich bin deine Frau.“

„Danke…“

Am nächsten Morgen waren alle Bewohner des Monsterhauses da und waren am Frühstücken. Dabei fielen ihnen allen auf, dass Sina irgendwie… gelöster wirkte und Sherry glücklicher.

„Rokea? Es… tut mir leid, dass ich dir eine Seite gezeigt habe, dass… du Angst bekommen hast.“ verbeugte Sina sich bei ihrer Rivalin.

„Ho?“ bekam Rokea ein ganz große Fragezeichen auf ihren Kopf, das jeder sehen konnte. „Ah! Mach dir mal keinen Kopf darüber, du hast mich ja schon gewarnt, dass du mehrere Seiten hast.“ winkte die große Tierfrau ab.

„ … ok?“ hob Sina ihre Augenbrauen hoch. „Dann… ist alles in… Ordnung denke ich mal. Warum schaust du mich eigentlich so wütend an Suki? Das habe ich gestern schon bemerkt.“

„Nichts Mutter, du hast ja NICHTS damit zu tun, das ein gewisser Verehrer anfängt, alles über Katzen zu lesen. Nein, du hast damit überhaupt NICHTS zu tun.“ schmollte die Katzenfrau etwas übertrieben.

„Eh… ok…?“ schaute Sina den nächsten Problemfall an, Ruri. Sie sitzt steif auf dem Stuhl und hatte ziemlich gerötete Augen und Hände. „Und… was ist mit dir Ruri? Klappt… alles oder… brauchst du Hilfe?“

„Nein Mutter, meine Herrin ist eine ausgezeichnete und einfühlsame Lehrerin der Disziplin.“ schüttelt Ruri den Kopf und hielt eine formale Ansprache. „Bist du sicher?!“ hakte Sina direkt nach, denn was auch immer Lysa getan hat, aber dieser Sinneswandel ist selbst für sie etwas zu krass.

„Ja Mutter. Ich… muss mich etwas entschuldigen, dass ich mich deinem Training… enthalten muss, weil Herrin Lysa´s Zeit etwas begrenzt zu sein scheint und… erm…“ kam Ruri auf einmal in Schwierigkeiten.

„Kein Stress… eines nach dem anderen ok? Wenn es mit Lysa zu viel wird, kommst du frühzeitig zu mir ok? Es bringt nichts, wenn du auf einmal… gebrochen wirst oder was auch immer sie mit dir macht.“ redete die Dämonenkönigin auf sie ein.

„Nun Lady Sina… ihr habt eure… Tochter oder wie ihr sie akzeptiert zu meiner kleinen Schwester geschickt. Sie ist diejenige, die unsere Vampire in unserem Clan alle diszipliniert, einen besseren Trainer für Etikette kann man nicht finden.“ merkte Lisa an.

„Aha…? Ich dachte mir schon, dass sie eine wichtige Funktion ausübt, aber… Ruri. Ich wiederhole mich, aber komm ruhig zu mir, wenn es zu viel wird.“

„Natürlich Mutter, ich werde… Himmel… Mama, ich kann das nicht. Sie schlägt mir auf die Finger, auf die Nasenspitze und weiteres. Das hat man mir nicht mal als Mensch angetan.“ löste Ruri sich nun doch auf.

„Hrmm…“ schloss Sina die Augen, dann holte sie einen Brief und Stift raus. Sie notiert etwas auf dem Blatt, faltet es zusammen und schob es Ruri rüber. „Gibt es deiner „Herrin“, dann sollte es etwas… weniger mit Schmerzen verbunden sein…“

„Warum muss ich das überhaupt lernen?! Herrin Lysa meint, dass ich eine Vorzeigeperson sein soll, wo jeder aufblicken kann aber… Ich verstehe nicht, was das sein soll? Herrin selber meint, dass ich die erste Chaosdämonin wäre, wieso… sollte ich das überhaupt?

Kann ich nicht einfach… das tun, was andere Dämonen auch tun?“ stellte Ruri die Fragen so allgemein in den Raum.

„Und… was genau meinst du, was andere Dämonen tun?“ fragte Kyllia vorsichtig nach, weil sie das Gefühl bekam, das Ruri eine ganz falsche Vorstellung hat.

„Naja, fliegen, töten, Zerstörung anrichten?“ schaute Ruri ganz unschuldig. Auf einmal holte Sina den Brief wieder zurück. „Ah… deine Herrin macht das schon richtig.“ „Eh?!“

„Und… warum siehst du so erschöpft aus?“ fragte Sherry ihre Lehrerin, der man die Müdigkeit am Gesicht ablesen konnte. Während im Hintergrund Sina langsam auf Ruri einspricht und Kyllia zur Bestätigung nickte, dass Dämonen nicht unbedingt das sind, was Ruri sich dachte, unterhielten sich Sherry und Neia.

„Weil das Training meiner… „Usair“ nicht ohne ist. Scheinbar… sieht es einfach aus, aber… auf einem Rohr zu balancieren ohne runter zufallen mit einer Augenbinde… Ist nicht lustig, wenn man es schafft, sich die Knöchel zu verstauchen und die Zuschauer darüber lachen.“ seufzte Neia.

Auf einmal zuckten die Katzenohren von Suki und wundert sich, dass die Ungesehenen das Training ihres Clans Außenstehenden beibringen. Dann klopfte es an der Haustür. „Hrm…“

„Ruri… es mag stimmen, dass die Dämonen in der Vergangenheit so waren, aber so ein Verhalten zeigen weder ich noch meine Schwester. Daher kann ich es schon dir verlangen, dass du es ebenfalls nicht tust. DESWEGEN belasse ich es bei der Art und Weise von Lysa.“ sprach Sina ihr Machtwort aus und Ruri ließ ihre Flügel hängen.

„Mutter? Renee steht vor der Tür und meinte was von einem Training?“ mischte sich Suki wieder ein. Sina seufzte nur.

„Hrm… da sind nun alle Clans da und ich komme immer noch nicht zu meinem eigenen Training. Na gut, werde ich Exos bitten, dass er mit seiner Reinigung warten soll.“ gab Sina ihr Sarkasmus zum Besten.

„Das ist kein Problem.“ meldete sich eine männliche Stimme und allen sah man den Schock auf den Gesichtern. Alle drehten sich gemeinsam in die Richtung, wo die Stimme herkam.

Exos stand dort und grinste.

Kapitel 527

Ich bin wiedergeboren und meine Verzweiflung?

Alle bekannten Vampire kamen direkt aus allen Ecken heraus, als die Meldung kam, dass Sina wieder in der Stadt angekommen ist. Dabei beobachten sie nicht mal wirklich die Dämonenkönigin, sondern Eleanor. Die Schaulustigen standen alle an der Seite, sodass die Gruppe von Sina ohne Probleme durchgehen konnte.

„Das… ist also Eleanor?“ flüstert Viktoria schon fast, während Renee neben ihr stand. „Sieht so aus… Hast… du es auch gespürt?“ flüstert Renee zurück. Sina nickte allen freundlich zu, nur Eleanor… warf allen Todesblicke zu mit ihren schwarzen Augen. Jeder der Schaulustigen… bekam sofort einen Schauern über den Rücken.

„Ja… Denke, wir sollten Papa von ihr berichten. Sie… hat ihre Aura mit Blutmagie versteckt, aber… es ist ekelhaft sie anzuschauen. Dachte nicht… dass man die Gier nach Tod und Elend in einer Person sehen kann.“ nickte Viktoria.

Auf einmal erschien Eleanor vor den Frauen und sagte nur: „Buh!“ Beide schrien vor Schreck laut auf. „Eli?“ drehte sich Sina langsam um. „Du willst doch deine Cousinen nicht ärgern oder?“

„Nein… das war… meine Art… Hallo zu sagen.“ kichert Eli. Sie verschwand vor den Damen und stand auf einmal wieder hinter Sina. Die Dämonenkönigin hob nur eine Augenbraue hoch, dann ging sie weiter zur Monstervilla.

Gair hat sie mit seinen Vampiren verfolgt und war froh, dass er keinen Kommentar abgegeben hat, denn er hatte bei Eleanor ein sehr… ungutes Gefühl gehabt. „Was ist los? Sonst bist du doch auch nicht auf die Zunge gefallen.“ provozierte Nisha ihn.

„Es mag sein, dass ich das nicht bin, aber meine Cousine… hat mir tatsächlich Angst eingejagt, allein mit ihrer Anwesenheit schon. Ich will ihr keine Gründe geben, dass sie… mich als Ziel hat.. was sie auch immer für einen Gedankengang hat.“ schüttelt Gair den Kopf.

Verdutzt schauten Abby und Nisha sich in die Augen, denn das war sehr ungewöhnlich für sie, dies von Gair zu hören.

Unterwegs sah Sina Edwin. „Edwin, ich will das du mich direkt begleitest. Eleanor und James gehen noch direkt mit in mein Büro, damit wir was besprechen. Dann kannst du ihnen ihr neues Zuhause zeigen.“

„Ganz wie sie wünschen Lady Sina.“ verbeugte sich der Butler und schloss sich der Gruppe an. Im Gegensatz zu den anderen Vampiren hatte Edwin scheinbar das perfekte Pokerface.

„Warum… haben sie… alle solch… eine Angst vor mir?“ kichert Eleanor. „Ich kann doch… niemanden… mehr was antun… WEGEN… EUCH!“ knurrte die Vampirin nun am Ende.

„Dürfte an deinem Vater liegen. Jeder dachte, dass er und sein Clan die bösesten Vampire sind, dann sagte er ganz laut, dass er vor dir Angst hat. Er hat sich bei der Schilderung über dich nicht zurückgehalten, welch eine Gefahr du darstellst.“ teilte Sina das mit.

„Oh? Oh? Ohhh? Papa hatte schon… immer Angst vor mir.“ hielte Eleanor ihren Kopf schräg hin. „Schon als ihn… das erste Mal erblickt habe… sah ich immer… einen Funken von Angst… in seinen Augen.“

Was Sina auffiel ist, dass sie weder Zada noch Lysa unter der Menge sah. „Scheinbar sind sie selbst noch beschäftigt.“ dachte Sina und stand dann endlich vor ihrem Zuhause. Suki öffnete die Tür und… wirkte etwas sauer.

„Hallo Mutter, verehrte Gäste.“ verbeugte sie die Katzenfrau. „Suki, bereite bitte direkt eine Wanne für Eleanor vor und schick mir schnellstmöglich Sherry, Lara, Lisa und meine Schwester in mein Büro.“ diktierte Sina direkt ihre Anweisungen durch.

„Eine… Wanne für mich?“ hielte Eleanor ihren Kopf schräg. „Ja, du stinkst wie die Pest.“ drehte Rokea sich zu ihr um. „Keine Ahnung, wie du es empfindest, aber du solltest anfangen zu lernen, wie man sich wäscht.“

Suki nickte bei den Anweisungen und Sherry kam direkt raus gerannt. „Sina? Bin ich froh… Rokea?! Du bist ja verletzt!“

„Sie hat sich mit Eleanor ausgetobt. Erm… Schatz, wenn du mit ihr kurz in ihr Zimmer gehen könntest und ihre Wunden heilst, wären wir beide dir sehr dankbar.“ lächelte Sina ihrer Geliebten zu.

Sherry nickte und nahm direkt eine Hand von Rokea. „Komm, das sieht alles andere als gesund aus.“ „Erm… ja, natürlich…“ folgte Rokea der Heilerin in die Villa. Der Rest der Gruppe ging in das Büro.

Sina lehnte sich glücklich in ihrem Bürostuhl zurück und seufzte sehr laut. „Oh… tut das gut. Endlich… eine Sorge weniger.“ Eleanor und James saßen auf den Gästestühlen, während Edwin neben der Tür stand.

Dann kamen die gewünschten Personen Lara, Lisa und Kyllia. Sie merkten sofort beim eintreten, dass etwas… sehr gefährliches auf dem Stuhl war. Eleanor bemerkte die Blicke und musste leise kichern. „Alle… haben solche… Angst von mir…“

„Was in deinem Fall auch nicht verkehrt ist Eli. So… folgendes meine Freunde.“ lehnte sich Sina nach vorne und schaute den Frauen ernst in die Augen. „Das ist Eleanor, die ich an einer sehr kurzen Leine halte. Statt Zetta wird James auf sie aufpassen, denn… ah… kürzen wir es ab. James ist ein Meisteringenieur der Zwerge und dürfte mir eher eine Hilfe sein, als eine Serienkillerin wie Zetta.“

„Mit… der kurzen Leine meinst du, dass sie die Schwüre aufsagen musste, die du mir mal gezeigt hast?“ fragte Kyllia direkt und Sina nickte.

„Richtig. Sie hat jeden einzelnen Schwur brav aufgesagt und ist nun… tja. Keine Ahnung, aber sie ist erst mal für dieses Jahrtausend keine Gefahr mehr. Ich würde dich und Lisa gerne bitten, dass ihr Eleanor in die Badewanne steckt und sie gründlichst wascht.

Keine Sorge, sie ist nicht mehr in der Lage sich zu wehren noch irgendeine Art von Gewalt umzusetzen. Das einzige was sie scheinbar nur ausnutzen kann ist die Angst mir gegenüber. In der Zeit… könnt ihr sie etwas besser kennenlernen.“

„Öhm…“ hob Lisa direkt eine Augenbraue hoch, ihr Teufelsschwanz schlugt aufgeregt hin und her. „Das können wir machen Schwester. Eleanor? Wenn…“ nickte Kyllia und wollte die Vampirin auffordern mitzukommen, als sie ihren Kopf um 180° dreht.

„Hallo…“ kichert Eleanor und musste dann auflachen, als sie die schockierten Gesichter der anderen Personen im Raum sah. „Was…? Ist… doch nur mein… Kopf.“

„Du liebe Güte…“ murmelt Edwin, denn mit der Aktion hat Eleanor nun wirklich jeden kalt erwischt. Auf einmal schoss ein Pfeil in den Hinterkopf von Eleanor und sie fiel schreien nach hinten auf den Boden.

Sina hat ihre geladene Armbrust unterm Schreibtisch hervorgeholt und direkt losgeschossen. „Eleanor? Ich habe verstanden, dass du schon einige Regeln umgangen hast, indem du dich selber verletzt. Eigentlich habe ich dich jetzt nicht für dumm gehalten, also… mach ruhig weiter so. Ich werde für dich ein paar weitere Regeln aufschreiben und du wirst sie brav aufsagen.“ teilte Sina das mit.

„Erm… lebt sie noch?“ musste Lisa das unweigerlich fragen, denn… ein Pfeil im Kopf ist eigentlich sehr tödlich, vor allem wenn der Kopf so verdreht ist. Doch das erledigte Eleanor selber, indem sie mit einer Hand den Schaft packte und den Pfeil aus dem Kopf raus zog.

Anschließend drehte sie langsam ihren Kopf und stand langsam auf. „ … Entschuldigung… das ich… meinen Spaß haben… wollte.“ machte die Vampirin einen provokanten Knicks vor Sina. Als Antwort schoss Sina den nächsten Pfeil in den Kopf der Vampirin.

„Entschuldigung angenommen. Eleanor, ich befehle dir, dass du alle Anweisungen von meiner Schwester Kyllia und Lisa zur Folge zu leisten hast.“ kam der knallharte Befehl der Dämonenkönigin.

Langsam, aber sicher zog Eleanor den nächsten Pfeil aus dem Kopf und gab nur einen Knurrlaut von sich. Scheinbar hatte Kyllia ziemlich dicke Eier, denn sie legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Komm mit Eleanor. Je schneller, desto besser meinst du nicht auch?“

„ … Natürlich…“ sprach die Vampirin dies sehr langsam aus. Kyllia seufzte nur und zog Eleanor aus dem Büro raus. Lisa folgte ihr, so war nur der Rest im Büro.

„Darf ich fragen Sina, ob das wirklich… alles richtig ist, was du machst?“ kam sofort die Frage von Lara, die sich vor den Tisch stellte. „Ich habe von Suki gehört, dass Rokea ziemlich verletzt zurückgekommen ist und… Wenn bei einem Kaliber wie Rokea Spuren eines Kampfes hinterlassen wurden, wie soll das funktionieren?“

Sina schob ihrer Stellvertreterin ein Buch zu. „Das wird funktionieren. Nimm dir das Buch mit und lies es dir in Ruhe durch, denn das sind alle Schwüre, die Eleanor brav aufgesagt hat. James war ebenfalls anwesend und kann es bestätigen als ihr persönlicher Wächter.“

„Wobei ich der Meinung bin, dass sie tot immer besser ist als lebendig…“ murmelt James seine Meinung aus dem Bart heraus.

Lara starrte nur auf das Buch und seufzte dann. „Versprich mir nur… dass du wirklich an alles gedacht hast. Das ist eine tickende Bombe.“

„Lara… Eleanor ist eine Wiedergeborene.“ sagte Sina nun das größere Geheimnis. Schockiert schaute ihre kleine Schwester sie an, aber auch James war über die Information verblüfft. Edwin konnte wieder sein Pokerface halten.

Die Dämonenkönigin lehnte sich nach hinten und man sah ihr an, wie sie Eli am besten erklären soll. „Nicht nur irgendeine Wiedergeborene, sondern die eines beschworenen Helden.“

„HUH?!“ fielen Lara beinahe die Augen aus dem Gesicht. „Setzt dich hin und ich werde dir alles erklären. Erklären, warum alle solch eine Angst haben.“ stellte sich Sina auf eine Erklärung ein.

Während Sina ihre Erklärung abgab und Kyllia die „Bombe“ wäscht, die so… überhaupt keine Zusammenarbeit aufzeigt, so dass auch Lisa eingreifen muss, heilt Sherry die Tierfrau.

„Ehrlich Rokea… das war eigentlich eine tödliche Wunde gewesen.“ wischte Sherry ihren Schweiß von der Stirn ab. „Aber das dürfte ja in deiner Familie normal sein, damit herumzulaufen, als wäre es normal.“

Rokea lag halbnackt auf ihrem zu kleinem Bett, aber das war ihr egal, Hauptsache die Schmerzen sind verschwunden. „Vermutlich? Mein Vater kann sehr viel einstecken, wie du es selber festgestellt hast.“ grinste die Tierfrau und setzte sich wieder aufrecht. Anschließend schaute sie Sherry ernst in die Augen. „Sherry… irgendetwas… ist mit Sina nicht in Ordnung.“

„Wie meinst du das?!“ wurde das Zaubermädchen direkt aufgeregt. Rokea überlegte kurz, dann erzählte sie ihr Erlebnis, was Sina alles gemacht hat. Zetta sowie Spike gefoltert, um Informationen und Kontrolle auszuüben. Anschließend Rokea´s eigener Kampf gegen Eleanor und… wie Sina die Vampirin in den Griff bekam.

„Ich werde mich nicht schämen, aber ich bekam tatsächlich Angst vor Sina. Mehr sogar als vor Eleanor, deren Wahnsinn man tatsächlich greifen konnte. Sina mag vielleicht die Dämonenkönigin sein, aber…

Waren sie immer schon so… wie soll ich es erklären… mit Wahnsinn oder ähnlichem ausgestattet? Sie wollte Eleanor unbedingt in ihren Besitz als Werkzeug des Bösen haben. Sherry… in allen ihren Augen war etwas zu sehen, dass ich nicht erklären kann, aber es machte MIR Angst.“

Sherry hörte es sich in Ruhe an und man sah ihrem Gesicht an, dass sie über die Schilderung sehr besorgt war. „Sina… ich werde es nicht abstreiten, hatte keine einfache Vergangenheit gehabt. Doch bei dem Turnier hat sie eine neue Fähigkeit bekommen… „Wahnsinnige Gedanken“.

Etwas was laut ihr noch keine andere Person hatte. Vermutlich machte sich das nun doch langsam bemerkbar, also… dass es Spuren hinterlässt. Och man… glaube, dass sie den Wechsel selber nicht so richtig bemerkt hat.“

„Auf dem Weg zurück wurde sie wieder normal. Ich kenne mich mit Gefühlen nur… bedingt aus, aber sie ist alles andere als stabil in ihrer Gefühlswelt. Wenn sie richtig… außer Kontrolle gerät, dann wäre wenn nur ich ihre einzige Möglichkeit, sie aufzuhalten. Eleanor vielleicht, aber mit den Schwüren, was sie alles aufsagen musste, ist sie komplett unbrauchbar gemacht worden.“ wurde Rokea sehr ernst.

„Nein… auch ich kann sie aufhalten. Man muss es nicht in einen Kampf ausarten lassen, man kann es auch mit Worten machen.“ schüttelt Sherry ihren Kopf. „Danke das du es mir gesagt hast und… schade… dass dein Kleid dabei kaputt gegangen ist.“

„Oh? Stimmt.“ sah Rokea das kaputte Kleid auf dem Stuhl liegen. „Hoffentlich müssen wir es nicht erleben… dass Sina durchdreht. Denn wenn Eleanor für euch alle ein Problem darstellt, dann ist Sina das ebenfalls auch.“

„Ich werde dafür sorgen, dass es nicht passiert.“ lächelt Sherry. „Denke, du willst dich ausruhen oder? Ich lasse dich dann mal in Ruhe.“

„Sherry?“ hielt Rokea sie auf und Sherry drehte sich kurz vor der Tür um. „Danke.“ „Gerne geschehen.“ lächelt Sherry weiter und verließ das Zimmer. Im Flur sah Sherry, wie Edwin den zwergischen Vampir und eine freigewaschene Eleanor im weißen Kleid nach unten führt.

Eleanor warf Sherry kurz einen Blick zu und kniff ihre Augen zu, dass sie bei der Halbelfe… keine Spur von Angst sah. Dann verschwanden alle Partien aus dem Blickfeld. Auf einmal stand Lara vor Sherry.

„Das mit Eleanor wird noch richtig übel.“ flüstert die Vampirin zu Sherry hoch. „Huch? Was ist denn passiert?“ wundert sich Sherry direkt.

„Sina wird dir das schon gleich erklären, sie ist in ihr Schlafzimmer gegangen und meinte, sie müsste sich umziehen. Aber… verdammt… das hätte ich nun wirklich nicht erwartet.“ schüttelt Lara den Kopf und seufzte laut.

„Stell dich darauf ein, dass du Eleanor vermutlich ein paar Kleider machen darfst, denn… nun sie hat eigentlich nichts. Eigentlich hätte Zetta alles mitgebracht, aber aufgrund das James nun für sie eingesprungen ist, muss Sina einige… „Spielzeuge“ für Eleanor bereithalten.“ grinste die Vampirin schief.

„Eh… ok?“ bekam Sherry nur mehr Fragezeichen auf dem Kopf. „Sie machte mir jetzt nicht den Eindruck, dass sie Probleme macht.“

„Dann hast du was verpasst. Sie hat ihren Kopf komplett nach hinten gedreht und Sina hat ihr mehrere Pfeile in den Kopf geschossen. Aber nach der Erklärung von Sina habe ich verstanden, dass Eleanor Gott sei dank nicht unsterblich ist.

Sie bat mich, dass ich Eleanor… irgendwie versuchen soll, zur Normalität zu bringen. Ich weiß überhaupt nicht, wie Sina sich das jetzt vorstellt. Nicht nach „dieser“ Erklärung über Eleanors wahre Person.“

„Du sprichst in Rätseln Lara und… ich kann keine Gedankenlesen.“ grinste Sherry schräg. „Sag… hattest du den Eindruck, dass Sina etwas… „anders“ war als sonst? Rokea meinte, sie hätte es etwas übertrieben.“

„Übertreibt sie es nicht immer? Wobei bei Eleanor kann ich es schon verstehen, warum sie es übertreiben musste.“ grübelte Lara direkt das Geschehene ab und schüttelt ihren Kopf. „Nein, eigentlich alles normal.

Denke, ich lasse dich jetzt mal mit ihr alleine, ich muss Zada das noch erzählen. Bin ja gespannt, wie meine Frau das ganze sieht.“

„Vermutlich will sie Eleanor direkt kennenlernen, so wie wir sie kenne.“ schmunzelt Sherry und verabschiedete sich von Lara. Als sie am Badezimmer vorbeiging, sah sie auf dem Boden zwei sitzende und erschöpfte Frauen. „Alles… in Ordnung mit euch beiden?“

„Ja… glaube schon. Eleanor ließ es nicht bleiben, ein bisschen von ihrer Vergangenheit zu erzählen. Glaube, unsere dämonischen Foltermeister könnten einiges von ihr lernen.“ murmelt Kyllia und legte einen Arm um Lisa.

„Am… besten wir waschen uns diese… „Unreinheit“ runter. Ich will nicht abstreiten, dass wir Vampire verdorben sind, aber… Selbst Mutter hätte mit ihr ihre Probleme gehabt.“ seufzte Lisa und nahm den Arm willkommen auf.

„Wundere mich… wieso sie alle so fertig aussehen?“ dachte Sherry. „Ok? Dann lasse ich euch auch mal alleine.“ schloss Sherry die Badezimmertür zu. „Auf mich machte Eleanor nicht so… einen verrückten Eindruck? Bin ich das?“ kam der weitere Gedanke.

Es war draußen schon fast Abend und die Dunkelheit ging über Alliancia, Sherry stand vor dem Schlafzimmer und ging ungefragt rein. „Sina? Hast…“ und riss schockiert ihre Augen auf. Sina saß auf dem Boden und hatte sich mit ihren Flügeln wie ein Ei eingewickelt.

„Sina?!“ schloss Sherry sofort die Tür zu und legte eine Hand auf den Rücken ihrer Geliebten. „Sina?! Was ist los?!“

„Sherry?“ hörte Sherry eine weinerliche Stimme. „Bi… bist du das?“

„Ja, ich bin es. Was ist denn los? Rokea meinte, du wärst komplett anders gewesen!“

Sina öffnete ihre Flügel, sodass Sherry sich vor ihr hinsetzen konnte. Ihr Gesicht war komplett verweint und hat beide Hände über ihren Kopf gelegt.

„Sherry… Rokea hat… recht… Ich… ich…“ schaute Sina verzweifelt in die Augen von Sherry. „Ich weiß nicht, was mit mir passiert.“ Sherry drückte den Kopf von Sina an sich und streichelt den Kopf.

„Sh… ich bin bei dir.“ flüstert Sherry. „Ich bin nun bei dir und werde auf dich aufpassen.“

„Ich… spüre den Drang… einer Verzweiflung…“

Kapitel 526

Ich bin wiedergeboren und mein Sklave?

Jeder hörte sich an, welche Schwüre Eleanor vor Sina abgab. Sie las jede einzelne Regel laut vor, während Sina ein zufriedenes Gesicht machte.

„Das… war von Anfang dein Plan gewesen oder?“ fragte Rokea ihre Rivalin, die zur Bestätigung nickte. „In der Tat. Du hast meine Stadt kennengelernt, glaubst DU, dass ich sie so frei laufen lassen würde, wie sie ist? Mit ihrer Stärke?“

„Nein… nicht wirklich.“ schüttelt Rokea langsam den Kopf. „Glaube… eine deiner Freundinnen muss mich heilen, weil ich merke, wie eine meiner Verletzungen keine Ruhe geben will.“

„Wundere mich, dass du nicht einfach aus der Falle raus gesprungen bist. Wolltest du wirklich herausfinden… zu was Eli in der Lage ist?“ drehte Sina kurz ihren Kopf zu Rokea.

„Lass mich doch? Ich habe noch nie gegen einen Vampir gekämpft, also wollte ich ein bisschen mehr über sie herausfinden, sollte es noch weitere Kaliber von ihnen geben.“ zuckte die Tierfrau nur die Schulter.

„Ich bezweifele, dass es noch einen stärkeren Vampir geben wird neben Eleanor. Wenn höchstens meine Freunde Layla und Roman, aber die werden nicht so kämpfen, wie Eleanor dies gezeigt hat.“ überlegte Sina laut und hörte sich die weiteren Schwüre von Eleanor an. Diese warf immer wieder einen tödlichen Blick nach Sina.

„Einige diese Regeln… Eleanor wird nun eine Gefangene in ihrem eigenen Körper sein oder? Sie darf niemanden mehr in der Stadt töten, selbst nicht mal in Notwehr. Hast du es soweit vorausgeschaut?“ hakte Rokea weiter nach.

„Nur bedingt. Ihr Vater hat ein ziemliches Theater bei dem letzten Treffen veranstaltet und wenn sie wirklich unsterblich „ist“, dann ist der Schwur ja passend.“ nickte Sina.

„Letzte Regel: Nur Lady Sina kann die Regeln aufheben für einen bestimmten Zeitrahmen, sodass ich Eleanor jederzeit nützlich werden kann… Bei allen Göttern… was habt ihr mir ANGETAN?!“ schrie Eleanor nun wieder.

„Zu meinem kleinen Schoßhündchen, was denn sonst?“ kichert Sina. „Wenn ich zum Beispiel Regel, 7, 17, 47 und 84 aufhebe, dann kannst du jemanden foltern. Hebe ich 1, 7, 77, 81 auf, dann kannst du meine Stadt vor irgendwelchen Feinden beschützen.

Du merkst selber, selbst wenn man mich tötet… wirst du nichts anderes sein als eine kleine brave Vampirin. Du wirst nun ein normales Leben führen, die brav ihr Blut aus einer Flasche trinken wird.

Achja… ich befehle dir… das du jegliche Manipulationsversuche in der Stadt und auf der Welt zu unterlassen hast und die Fähigkeit „Absorption“ nun verboten ist, es jemals nochmals zu benutzen. Ich will doch nicht… dass irgendetwas… schlimmes passiert.“ bückte Sina sich vor Eleanor.

Eleanor schaute in die wahnsinnigen Augen von Sina und schüttelt den Kopf. „Tot… wäre ich besser dran.“ murmelt sie nur noch.

„Vielleicht, vielleicht auch nicht. SO kann ich dich nun in die Stadt mitnehmen. Hm… vielleicht hat Rokea ja Interesse daran, eine Trainingspartnerin an ihrer Seite zu haben, wenn sie ihre Verwandlung üben möchte.“

„Hmm… die Idee hat ja was, denn Eleanor kann ja nicht sterben oder?“ grübelte Rokea über die Idee nach. Eleanor knurrte irgendetwas vom Boden hoch, aber Sina war dies egal, die sich nun den anderen Vampiren widmet.

„So… kleines Wolfsmädchen. Damit dürfte selbst die Gefahr für dich ruhig gestellt sein, dass Eleanor dich töten könnte.“ grinste Sina breit. Zetta verzog wieder wütend ihr Gesicht, als James einen Schritt nach vorne machte. „Lady… Sina. Nehmen sie mich statt Zetta mit.“

Erschrocken rissen Zetta und Spike weit ihre Augen auf, als James seine Bitte öffnet. Selbst Sina staunte über die Bitte, denn das hat sie nicht vorausgeplant. „Erm… wieso? Stinkstiefel hat doch klar Zetta genannt.“

„Weil ihr Zetta jegliche Nützlichkeit entnommen habt. Sie ist eine stolze Kämpferin und wenn sie nicht kämpfen darf aufgrund ihres Halsbandes, wie… soll sie euch denn helfen? Es würde mich nicht wundern, dass sich Zetta ihr eigenes Leben nimmt.“ schaute James ernst in die Augen von Sina.

„Außerdem… habe ich in meiner Funktion als Wächter versagt. Versagt, dass ich kein sichereres Gefängnis für Eleanor gebaut habe. Das sie sich selbst befreit hat, ich kann meinen Meister so nicht unter die Augen treten.

Daher gehe ich nur meiner Pflicht nach und werde für Zetta eure… Sklavin im Auge behalten. Ich habe die aufgesagten Schwüre gehört und sie… sind perfekt. Doch da fängt das Problem an, denn ich dachte auch immer, das mein Gefängnis perfekt sei.

Ich rechne fest damit, dass Eleanor jetzt jeden Schlupfwinkel eurer Regeln sich durch den Kopf gehen lässt, sie zu umgehen. Es würde mich wirklich nicht wundern, wenn sie es sogar schaffen wird denn wir sind alle zeitlos oder?

Vielleicht gibt sie die ersten Jahrtausende Ruhe, aber es ist Zeit genug, dass Eleanor dann zuschlagen wird. WIE werden wir nicht wissen, aber sie wird es. Es wäre wirklich besser gewesen, wenn ihr sie getötet hättet, statt sie zu eurem Werkzeug zu machen.“

Sina verschränkte ihre Arme, denn damit hat sie nicht gerechnet. „Wie kann ich mir sicher sein, dass du kein Problem wirst in meiner Stadt? Bei Zetta konnte ich mir sicher sein, aber bei dir? Du bist ebenfalls ein Vertrauter vom Stinkstiefel, jemand der Probleme machen wird.“

„Ich schwöre auf meinen Namen James, dass ich mich an eure Regeln halten werde.“ schlug James sich ohne zu zögern auf die Brust. „Außerdem… denke ich, dass ich als Meisteringenieur euch eher eine Hilfe sein werde als Zetta, die nun wirklich nutzlos wurde.“

„Oh?“ hob Sina nur eine Augenbraue hoch. „Warum… machst du das James?“ stottert Zetta ihre Frage. „W… warum?“

„Nur weil Spike ein Arsch ist, muss ich mich nicht auch auf sein Niveau herunter lassen. Jeder kennt des anderen Vergangenheit, es ist nicht richtig, was man dir angetan hat. Ich mag vielleicht… ein böser Zwerg sein, aber einen gewissen Stolz habe ich trotzdem.“ drehte der Zwerg sich zu der Tierfrau.

„Mir wird gleich schlecht.“ meinte Spike nur. Zetta drehte sich zu dem Elf um und schlug ihn mit voller Kraft ins Gesicht. Der Vampirelf flog weg und hinterlässt eine lange Spur… dann aktivierte sich das Halsband. Die Tierfrau schrie laut auf und fiel zur Seite, anschließend keuchte sie schwer.

„Zetta! Was soll das?!“ ging James direkt auf die Tierfrau zu. „Das… hatte er schon lange… verdient.“ keuchte Zetta.

Sofort drehte sich James wieder zu Sina um. „Ich… würde sie wirklich bitten, das Halsband wieder zu entfernen. Dafür verspreche ich vom Herzen, dass ich mein Bestes geben werde, eure Wünsche umzusetzen.“

„Hm… Nur wenn Zetta den Schwur abgibt, keinerlei Racheaktionen gegen mich oder meine Stadt zu führen. Dann sind wir im Geschäft.“ sagte Sina nach kurzer Überlegung.

James riss erstaunt seine Augen weit auf, denn damit hat er nicht gerechnet. „Meinst… dein Stolz erlaubt es dir Zetta? Denn wenn Spike wiederkommt und du hast immer noch dein Halsband… wer weiß, wie es wirklich enden wird.“ drehte sich der Zwerg um.

Die Wolfsfrau keuchte immer noch sehr schwer, dann nickte sie. „Ich weiß… genau warum Lady Sina… diesen Schwur verlangt… Ich… schwöre, dass ich keinerlei Racheaktionen gegen Lady Sina und ihren Clan… umsetzen werde.“

„Das ging ja einfacher als bei den letzten Schwüren.“ grinste Sina gemein und ging zu Zetta. Sie entfernte das Halsband und verstaute es in ihrem Inventar. „Glückwunsch, hoffentlich lernst du die Freiheit zu schätzen für die dein Freund sich eingesetzt hat.“

„Solange… ich von ihnen wegkomme… ist mir das alles egal…“ keuchte Zetta, die an ihrem Hals rieb. Auf einmal stand Spike über ihr mit einem wütenden Gesicht. „Denk… nicht mal daran, auch nur in der Nähe vom Meister zu sein. Versuch nicht mal… in der Nähe zu sein. Der Angriff… war ein klarer Beweis, dass du dich nicht an unsere Regeln hältst.“

Wütend stand Zetta auf und starrte ihm in den Augen. „Was… willst du damit sagen? Nur weil du der erste Vampir bist, hast du überhaupt nichts zu melden!“

Blitze flogen zwischen den beiden Personen, beide bildeten schon ihre Hände zu Fäusten. „Schlagt euch nach Herzenslust, aber ohne mich.“ meldete sich Sina. „Und vor allem nicht in der Nähe meiner Stadt, das Theater kann ich nicht gebrauchen.“

James legte eine Hand auf den Arm von Zetta. „Beruhige dich, auch wenn es dir jetzt schwer fällt. Erkläre unserem Meister… was hier passiert ist, wobei… Wir kennen ihn ja, wie es enden wird.“

„Ja, dass es ihm egal sein wird. Nur wenn er mich wieder sieht, diesen Teil weiß ich leider nicht, was dann passiert.“ nickte Zetta langsam. „ … Danke James.“

„Oh, dass du dieses Wort kennst, dass erstaunt mich schon ein bisschen.“ kichert Sina gemein. „Ok, wir waren schon lange genug hier. Zeit das wir wieder die Heimreise antreten und euer neues Zuhause zeigen.

Los steh auf Eli, du lagst nun lange genug auf dem Boden.“ befahl Sina dies ihrer Sklavin. Eleanor knurrte nur, dann setzte sie dies um. James verbeugte sich vor Zetta und starrte nur kurz in die Augen von Spike, dann folgte er Sina.

„Tz…“ spuckte Spike fast, dann machte er sich selber auf den Heimweg, dabei rieb er immer wieder an seiner Wange der Schande. Zetta schaute nur dem Zwerg hinterher, wie er sich mit Sina, Rokea und Eleanor den Weg zur Stadt machten. „Viel… Glück mein Freund…“

Die Heimreise war fast sehr schweigsam, Rokea verzog beim Gehen immer wieder mal ihr Gesicht vor Schmerzen. „Geht es Rokea? Soll ich dir helfen?“ fragte Sina.

„Nein nein, nur ein Heiler später. Einer der Stachel hat mehrere meiner Innereien durchstoßen, dass ist es, was mir weh tut. Schade, dass Eleanor keine richtige Kämpferin ist. Wenn sie diese… fehlende Erfahrung hätte, dann bezweifele ich, dass selbst du ein leichtes Spiel gehabt hättest.“ meinte Rokea.

„Oh ja… das wäre wirklich ein größeres Problem gewesen.“ nickte Sina zur Bestätigung, die Todesblicke von Eleanor ignorierte sie gekonnt. „Hm… was mir einfällt, aber mit dieser Aura kann sie nicht in die Stadt gehen. Die Bewohner könnten ja nicht mal mehr einschlafen.“

„Man kann es mit Blutmagie verstecken.“ schlug James vor, der nun von Eleanor mit Todesblicken durchbohrt wird. „Oh? So was geht auch mit Blutmagie? Dann werden Layla und Roman dies vermutlich auch auf diese Art und Weise gemacht haben. Nun Eleanor? Freiwillig oder auf Befehl?“ freute Sina sich über die Erkenntnis.

Die Vampirin und Dämonin starrten sich gegenseitig in die Augen, als Eli ihre rechte Hand hoch hebt. Sie ritze sich in den Zeigefinger und Blut floss heraus. Erst war ihr Finger von Blut umwickelt, dann ihre ganze Hand… bis es ihr gesamter Körper war. Das Blut verschwand und mit ihr auch die Aura.

„Besser… Herrin Sina?“ triefte der Sarkasmus aus ihrem Mund. „Wunderbar, die Bewohner der Stadt werden dir dankbar sein.“ lächelte Sina. „Ich freue mich schon wirklich auf die Zusammenarbeit mit dir.“ „Tz…“

„Wie… habt ihr das geschafft Lady Sina? Was…“ musste James die Frage nun stellen, denn er hätte es nicht für möglich gehalten, dass man Eleanor überhaupt unter Kontrolle bekommen könnte.

„Hmm… nah, ich behalte das Geheimnis besser bei mir, Eli wäre mir bestimmt dankbar.“ zwinkert die Dämonenkönigin und Eleanor grunzte nur. James wirkte nicht wirklich zufrieden, leider hatte er auch keine andere Wahl.

Es wurde langsam dunkel und die Gruppe erreichte endlich Fanfoss wieder. Nun wurde es für Sina spannend, ob die Schwüre bei Eleanor so sind, wie sie auch sein sollten. Die Gruppe lief an den Bewohnern vorbei, die Sina herzlichst grüßten und auf Eleanor etwas… erstaunt reagierten.

Eleanor selber… trotz ihrer schwarzen Augen, wirkte sehr neugierig… fast wie ein Hund. Man hörte sie regelrecht alles schnüffeln. Ansonsten zeigte sie keinerlei Anzeichen, direkt jemand in die Finger zu bekommen und zu foltern.

Unterwegs erklärte Sina die Regeln, die sowohl Eleanor, als auch James als Vampire einzuhalten haben. „Du sagtest, du bist ein Meisteringenieur James? Dann gedenke ich deine Talente auch einzusetzen. Momentan hat… ein gewisser Freund in der Schmiede Probleme und da wirst du dann auch arbeiten.“

„Ganz wie ihr wünscht Lady Sina, aber… was habt ihr dann mit Eleanor vor? Irgendjemand MUSS sie im Auge behalten!“ warnte der vampirische Zwerg sie eindringlich.

„Hm… da hast du nicht ganz unrecht…“ stimmte Sina ihm zu, denn ganz alleine lassen wäre bei Eleanor eine fatale… Dummheit. „Wir nehmen sie mit zur Schmiede, vielleicht hat mein Freund für sie auch einen Verwendungszweck und wenn sie halt nur die Straße sauber halten muss.“

Eleanor dreht sofort ihren Kopf zu Sina und man sah ihr die Entrüstung am Gesicht an. „Was? Du hast doch nicht allen ernstes geglaubt, dass du nichts tun wirst? Hättest du dich mal nicht selbst befreit oder so, wäre alles nicht passiert, aber wir wissen es beide besser oder?“

„Ja… natürlich…“ knurrte Eleanor. „Ich bin euer Lieblingssklave für alle Zeiten geworden. Soll… ich ihnen die Füße lecken?“

„Ah… später vielleicht.“

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