Ich bin wiedergeboren und das Gespräch mit Vater?
Sanft wird Sina in ihrem Schlaf geschüttelt, bis sie ihre Augen öffnete. Sie sah eine lächelnde Neia und war selber glücklich. „Hm…“ „Ich… hätte dich gerne länger in diesem… riesigen Bett gelassen, aber… es wird langsam abends oder?“ grinste die Blutelfe schief.
Nachdem Sina Bariel beruhigt hatte, sodass sie mit ihrem „Training“ aufhörte, hat sie sich direkt hingelegt. Sie hat zwar Sharlia im Wohnzimmer mit Kyllia getroffen, aber hat sie gekonnt ignoriert, denn… sie brauchte den Schlaf.
In der Zeit hat Neia allen anwesenden Personen erklärt, was in Saifa passiert ist und hatte recht gehabt: Kyllia und Bariel sahen aus, als würden sie jederzeit in die Zeltstadt zurückfliegen und für Chaos sorgen.
Doch das hat Neia ihnen ausgeredet mit dem Argument: „Wollt ihr Sina… wirklich sauer und zugleich traurig machen? Sie hat sehr viel Stress, dass… was in euren Gedanken schwebt ist „vermeidbarer“ Stress. Denkt… bitte in dieser Hinsicht ein bisschen an Sina.“
„Uhm… fühle mich zwar… wohl auf dem Bett, aber… Erholung ist was anderes…“ murmelt Sina, die langsam aufstand. Sie betrachtet wieder das Bett, wo definitiv mehr als vier Personen schlafen könnten, mehr noch…
Das Bett ist so groß gebaut worden, dass man die Wände an beiden Seiten berühren kann. Wenn man also zu den Fenstern will, MUSS man leider über das Bett gehen. Sina dachte in diesem Moment nur, dass irgendetwas mit den Maßen schief gegangen sein muss, die sie Kyllia mitgegeben hatte, aber… „Good job Sister.“ grinste Sina.
„Ich habe mit Sherry eine Obstschale gemacht mit viel Liebe, vielleicht hilft dir das ja ein bisschen.“ streichelt Neia eine Wange von Sina. „Uh… dass muss gegessen werden!“ grinste Sina.
Langsam schoben sich die Frauen vom Bett runter und Sina saß auf der Bettkante, während Neia die Schale holte. „Hier. Damit du dich nicht wunderst, Renee hat einen Brief von Lord Roman mitgebracht. Doch du warst im Schlaf, daher haben wir das auf deinen Schreibtisch gelegt.
Laut Renee sollst du ihn deinen Vater überreichen und Lord Roman vertraut darauf, dass du nicht in dem Brief reinschaust.“ berichtet Neia, als sie sich neben Sina setzte. Sina war gerade dabei den ersten Löffel zu nehmen, als sie anhalten musste.
„Ich… soll ihn von Roman an meinen Vater weiterleiten? Glaube, da hättet…“ „Nein, hätten wir dich nicht geweckt. Das haben wir für dich gemacht und Renee meinte nur, dass sie ebenso wenig wüsste. Sie sei nur froh, dass ihr Vater nicht „persönlich“ deinem Vater einen Besuch in der Zukunft plant.“ unterbracht Neia sie.
„Hm…“ grübelt Sina kurz, dann nahm sie endlich einen Happen… und war sehr glücklich. „Lecker… Sherry und du habt es gemacht?“ „Für Sherry war es… etwas ungemütlich gewesen, zumal… sie mit ihren Kuhkörper irgendwie in die Küche kommen musste.
Suki hat zwar nichts dazu gesagt, aber… wir kennen sie alle sehr gut genug, um gewisse… „Gesichtsausdrücke“ bei ihr zu lesen. Sie war nicht begeistert, konnte es aber nachvollziehen.“ grinste Neia.
„Verstehe… Schade das Sherry nicht die Treppe hoch kann, das… Bett ist wirklich sehr groß.“ schüttelt Sina leicht den Kopf. „Ja… da können nun wirklich alle meine Kuscheltiere auf einer Seite liegen.“ drehte Neia kurz ihren Kopf und betrachtet das Bett.
Die Dämonin hat die Schale leer gegessen und stand auf. „Ich danke dir Neia. Ich… werde mich ein bisschen frisch machen und direkt mit meinen Vater sprechen. Erm… ich werde es in meinem Büro machen und plane damit, dass es… vielleicht länger dauern wird.
Hoffe… es geht mir noch dementsprechend soweit gut, dass ich Sherry auch mal bürsten kann. Irgendwie… kommt sie ein bisschen zu kurz.“ „Keine Sorge, ich werde Sherry für dich solange bürsten und danach wieder auf ihr liegen.“ lächelt Neia.
Sina hob nur eine Augenbraue hoch. „Ist ihr Fell wirklich so weich?“ „Wenn du das fragen MUSST, dann hast du es bei ihrem Pferdekörper schon verpasst.“ grinste die Blutelfe sehr gemein und die Dämonin rollte ihre Augen.
Es verging einige Zeit, bis Sina in ihr Büro ging. Durch das Fenster sah sie, dass tatsächlich der Abend kommt. „Hmm… ich habe echt keine Lust darauf…“ seufzte sie sehr hörbar und betrachtete ihr Büro.
Auf dem Schreibtisch liegt der angesprochene Brief. „Ich hoffe wirklich, ich mache keinen Fehler.“ nahm Sina den Brief und steckte ihn in ihren Inventar. Sie trug ein schwarzes Kleid, was Rose ihr damals in der Vergangenheit geschenkt hatte mit den schwarzweißen Streifen um ihre Brust.
Die Dämonin räumte das Büro etwas um bis zu dem Punkt, wo sie nun die Marmorklötze aufstellt. „Soo…“ pustet Sina eine Strähne aus ihrem Gesicht. Ein Sessel samt Tisch waren innerhalb der Formation gewesen, die Kiste von dem Dämonenkönig lag neben dem Sessel.
„Dann starten wir mal oder?“ redet Sina mit sich selber. Die Tür im Büro war abgeschlossen, die Gardinen zugezogen. Nun nahm Sina platz auf dem Sessel und atmet nochmal kurz durch, dann aktivierte sie den Marmorklotz mit dem weißen Ring auf dem Tisch.
„Hoffentlich stecke ich nicht wieder in dieser gruseligen Halle, wo auch immer dieser Ort in Deymonlia ist…“ murmelt die Sukkubus, während alles wieder um ihr herum schwarz war.
Scheinbar… dauert es wohl ein bisschen länger, da Sina länger im schwarzen „Raum“ steckte. Die Chance nutzte Sina, um nachzudenken. „Die Zwerge und die Naga´s wollen ein neues Zuhause… Doch im Gegensatz zu den Zwergen möchten die Naga´s mehr mit Dämonen unter sich sein.
Wo… ich darüber nachdenke… Wo bleibt eigentlich der Lahmarsch Aglon? Der hätte seit Ewigkeiten schon hier sein müssen. Glaube, wenn es ruhiger wird, muss ich selber nach Vurdinia fliegen…“
Auf einmal ging die Übertragung an, die schwarze Farbe ging von oben nach unten… und Sina wusste sofort wo sie war: Im Büro ihres Vaters, der ihr gegenüber saß. Mephisto hat sich seit der letzten Begegnung kein bisschen geändert, beide starrten sich nur in die Augen.
Trotz das der Dämonenkönig auf dem Sessel saß, war er immer noch eine imposante Person, wenn Sina so überlegt, doch das war ihr egal. Beide Dämonen starrten sich nur an, als Sina das Spiel zu dumm war.
Sie holte auf einmal den Brief aus dem Inventar raus. „Dieser Brief ist für dich von einem Vampirkönig Vater. Scheinbar war es ihm sehr wichtig, dass er in deine Händen gelangt.“ hielt Sina ihn in der Hand.
Mephisto hob nur eine Augenbraue hoch und schnippte mit dem Finger. Der Brief aus der Hand von Sina verschwand und schwebte nun beim Dämonenkönig. Dieser nahm ihn, öffnete den Brief und holte den Zettel raus um ihn zu lesen.
Sina lehnte sich in der Zeit etwas nach hinten und beobachtete ihren Vater genau. Man sah bei ihm, wie die Augen hin und her huschten… als er tatsächlich grinsen musste. Dies verwundert Sina tatsächlich und würde nun gerne wissen… was im Brief stand.
Den neugierigen Blick sah ihr Vater, da schnippte er mit dem Finger wieder. Irgendwo im Büro kam ein Zettel, Federkiel samt Brief und schrieb was in der Luft, bis sie sich alle zusammenfügten. Anschließend landete der Brief auf dem Tisch von Sina.
„DAS… ist meine Antwort, den dein… „Vampirkönig“ ungeöffnet erreichen sollte. Ich vertraue… darauf, dass du dies umsetzt meine Tochter.“ sagte Mephisto nur. „Hrm… wollte schon immer in der Karriere als Postbotin aufsteigen.“ murmelt Sina.
„Du würdest gerne wissen wollen… was er und ich unter uns austauschen oder?“ lächelt Mephisto gemein und Sina rollte nur ihre Augen. „Jetzt erst recht nicht mehr. Wenn ihr angeben wollt, wer der bessere Vater ist, habt ihr beide verloren.“ kommentierte Sina nur.
„Wie dem auch sei, das ist unwichtig.“ meinte ihr Vater nur. „Stimmt, den Brief werde ich schon weiterleiten. Übrigens Sharlia ist bei mir angekommen und ich habe ihre verrückte Sucht nach Schmerzen gebändigt.
Sie… ist das beste Beispiel, was passiert, wenn die Eltern… nicht die nötige Liebe den Kindern weitergeben.“ legte Sina ein Bein über das andere Bein. „Ein bisschen Liebe, mehr nicht hat Sharlia gebraucht und doch wurde ihr auch das verwehrt.
Die Liebe hat sie mit Schmerzen versucht zu ersetzen und ist zu dem geworden, dass das Volk sie nicht mehr verstehen konnte und du sie „scheinbar“ töten musstest. Ich würde sagen, du hast wirklich gute Arbeit geleistet als Rabenvater, wirklich.
Nun darf ich als älteste Schwester hinter dir aufräumen. Schlimmer ist noch, dass ich nun Isirielle, Aezeli und Catrya kennengelernt habe. Sie sind total niedlich als jüngere Schwestern, aber auch da hätten sie eine Person gebraucht, die sie richtig erziehen hätte müssen.
Diese harte Hand hat aber leider gefehlt, was ich ausbaden darf. Wieder danke ich dir, dass du deine Kinder so vernachlässigt hast. Es wird… mich überhaupt nicht wundern, dass die restlichen Schwestern dann ebenfalls eine Arbeit für mich werden.
Am… meisten hat mich empört, dass du… nicht ein BISSCHEN… nur ein klein BISSCHEN freundlicher zu Kyllia warst. Die Destroyar, die stärker als die Generäle sein sollen, von ihnen hat Kyllia einen besiegt. Zwar knapp, aber kam siegreich vom Kampf hervor!
MEIN Zwilling… ich bin so stolz auf sie, du müsstest das auch sein, weil sie eine Stärke mitbringt, die eigentlich in deinem Erwartungsbereich liegen müsste. Und doch tust du das nicht… überhaupt nicht und… das finde ich sehr schade.
Schade für Kyllia, dass ich jetzt jeden Kontakt zu ihr und dir verhindern werde, denn… sie hofft. Sie hofft so sehr, dass… du ihr irgendwelche Anerkennung gibst Vater. Doch jemand, der an den alten Traditionen der Dämonen hängt, der hat schon eigentlich verloren. Verloren auch unter anderem, dass du deine Rache an Lara so… umsetzen musstest.
Vor ihr… und vor meinen Freunden. Ich habe mich regelrecht geschämt, deine Tochter zu sein. Sie wussten, dass es kein einfaches Gespräch wird, doch dass du dann eine Folter durchziehst und meine Geliebten… mit diesem Mal verflucht hast, da hast DU definitiv eine Grenze überschritten.“
Mephisto sagte nichts, sondern starrte nur Sina an. „Das… was mich tatsächlich am MEISTEN verletzt hat… war deine Ohrfeige. Ich habe… alle Schmerzen der Welt kennengelernt. Durch dein Training und durch meine Reise in Alliancia.
Man hat mich gebrochen, mir Körperteile entfernt, mich mit heftiger Magie verletzt, all… möglichen Scheiß habe ich erlebt. Doch war diese Ohrfeige… die mich… und auch meine Seele am meisten verletzt hat.
Du bist enttäuscht, dass ich dich angegriffen habe? Wie hättest du bitte schön reagiert, wenn der dunkle Gott vor deinen Augen meine Mutter ebenfalls verflucht hätte? Sagt mir bitte… wie hättest du reagiert? Du gehörst nicht zu den Personen… der stillgestanden wären.“
„ … Vermutlich hätte ich ebenfalls eingegriffen.“ sagte ihr Vater nur. „Sina… wenn du mich fragst, wie ich reagiere… wie würdest du bitte reagieren, wenn die Helden MICH töten und du sie nach ein paar Jahren wieder getroffen hättest?“
Die Augen von Sina wanderten auf ihrem Tisch und… schwieg. „Siehst du, du dich hättest mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit auch an den Mördern gerächt, egal… wie sehr du mich nun hasst. Gewisse Dinge werden sie nie ändern.
Es mag sein, dass deine… „Schwestern“ nun bei dir einen Neubeginn erleben, aber meine Einstellung wird sich nicht dazu ändern. Gibt ihnen dass, was sie hier nie bekommen haben, mehr kann ich dir dazu nicht sagen.“
„Warum… gibst du ihnen überhaupt keine Chance? Hast du Angst, dass… sie ein Schwachpunkt für dich werden könnten, wenn du Gefühle zeigst?“
„In der Tat, sie könnten ein Schwachpunkt für mich werden und dass ist als Dämonenkönig in Deymonlia sehr gefährlich. Du kennst selbst die Geschichte, wie es endete, wenn Helden oder auch Dämonen sich an den Kindern von den Königen vergriffen haben.
Dadurch, dass ich von Anfang an eine Grenze gezogen habe, brauchte ich mir keine Gedanken zu machen, was mit ihnen passiert und sie selber können ihr eigenes Leben führen. Das sie so verbissen glaubten, dass ich ihnen eine helfende… Hand anbieten könnte, das Problem liegt dann bei ihnen selber.“
„Himmel… Vater. Falls… du es irgendwie… nicht mitbekommen hast, aber… Als ich dich mit meinen ganzen Veränderungen konfrontiert habe, hast DU mich aufgemuntert.“ schüttelt Sina traurig den Kopf. „DU warst das Vater, obwohl meine Freunde… Geliebte… Familie es bestmöglich versucht hat.
Ich… habe irgendwie… die Sorge, dass ich immer mehr zu einem Monster werde, dass nicht mal… ein Dämon ist. All… meine Veränderungen sind passiert, weil ich entweder Götterbestien getötet habe oder mit Vampirblut in Kontakt gekommen bin.
Dann kommst du, haust auf den Tisch und sagst dann ganz klar, was ich früher war. Das… war das, was ich unbewusst gebraucht habe. Mehr noch… du bist auch mein Vorbild.“ Nun hob Mephisto beide Augenbrauen hoch.
„Ja, da staunst du. Mein Lehrer Wisali… hat mir verdammt viel beigebracht und… am meisten habe ich den Dämonenkönig respektiert, der in der schwersten Stunde der Dämonen langsam, aber stetig sie wieder aufgebaut hat.
Wir brauchen nicht darüber zu reden, was du getan hast, aber… Die feinen Intrigen und Gedankengänge… dass du das Volk zum alten Ruhm geführt hast, dass werden die wenigsten nachvollziehen können.
Deswegen fällt es mir immer so schwer, dich zu verstehen. Du wirfst einen Stein, doch du hast beim Wurf quasi… mehrere Gedanken, was beim Aufprall passieren muss. Wo landet der Stein und was soll er auslösen?
Es entsteht dabei nicht ein Weg, den du einschlägst, sondern zwei und oder drei, den nur DU kennst. Erst viel… später und wenn auch mit viel Glück… bekommt man den dritten Weg mit. Das… bist du Vater.
Mir sagt man… ich denke zu kompliziert, aber wenn ich ehrlich bin, ist das nichts, was du im Gegensatz denkst. Ich… würde so gerne dich verstehen wollen, aber das geht einfach nicht. Nicht wie du mit meinen Schwestern umgehst, das Geheimnis um Mutter und… die Haarspange.
Ich…“ streichelt Sina bewusst die Haarspange auf der linken Haarseite. „Ich war schockiert, dass… ich was von Mutter bekommen habe. Aufgrund… dass zwei drin waren, habe ich die andere Kyllia gegeben, weil sie es auch verdient hat.
Sie ist mein Zwilling und meine wichtigste Schwester. Ich kenne nun Sharlia und die drei Nervensägen, aber bei… dem Stress habe ich allen ganz klar gesagt: Kyllia ist und bleibt meine Nummer Eins.
Nicht nur ist sie mir ähnlich, sondern ist vermutlich auch eine der wenigen, die mich vor meinen eigenen Wahnsinn beschützt. Mein… liebster Zwilling. Ich finde… es einfach nicht fair… dass sie von dir keine Anerkennung bekommt.
Umso… mehr schade ist es dann auch noch… dass ich den Schritt eingehen muss, dass jeglicher Kontakt zwischen euch beiden nicht mehr stattfindet. Einerseits, weil ihre Verlobte Lisa… die ich dir vorgestellt habe es verlangt, andererseits… damit sie aufhört, irgendwie an dir… was zu finden.
Zu finden, dass du trotzdem ein Vater bist und nicht ein eiskalter Dämonenkönig. Doch du hast selber schon gesagt… sie wäre für dich nur eine Schwäche. Dabei hast du eine Stärke… da werden die vier Helden dich überhaupt nicht bekämpfen können.
Sie schaffen es ja nicht mal mich in irgend… einer Form dazu, dass ich mir meine Zeit für sie investiere. Eher verschwenden sie meine Zeit und das ist mir dann doch zu schade, trotz das ich ein endloses Leben habe.“ war Sina eigentlich eher in einer Trauerstimmung.
Ihr Vater unterbrach sie nicht, aber verzog auch nicht einmal die Miene dabei. Es lässt ihn scheinbar wirklich kalt. „Solange es DIR gut geht, interessiert mich alles andere nicht wirklich.“ bekam Sina zu hören und musste sehr hörbar seufzen.
„Mir geht es aber nicht gut, weil du meine Freunde deine schreckliche Seite gezeigt hast sowie meinen Geliebten das Mal gegeben hast.“
„Sina.“ beugte sich der Dämonenkönig nach vorne. „Ich habe deinen… „Geliebten“ eine Chance gegeben. Doch das haben sie ausgeschlagen, deine… „Freunde“ waren alle anwesend als Zeugen. Das ist selbst für mich sehr befremdlich, dass ich es überhaupt versucht habe.
Wenn du jetzt die Schuld jemanden zuschieben willst, dann entweder… bei den beiden Elfen… oder bei dir selber. Du wusstest ALLES und hast sie doch nicht vernünftig aufgeklärt. Du wusstest, dass ich meinen Zug machen WERDE!
Von dem, was ich bei ihnen gesehen habe… werden sie den Kampf gegen mich nicht bestehen, so sehe ich das selber. Dabei… bin ich mir sehr bewusst, dass du ebenfalls mitmachen wirst und… die kleine Kostprobe bei unserem letzten Treffen…
Sollte dir bewusst gemacht habe, dass es zwischen dir… und mir deutliche Unterschiede gegeben hat. Es mag sein, dass ich dir mal die Frage gestellt habe, ob du stärker sein könntest als ich, aber… Belassen wir es besser, dass es in der Zukunft zu einem sehr… unangenehmen Kampf kommen wird.“
Die Tochter schließt nur ihre Augen und lehnte sich nach hinten. „Ein Kampf… in der Familie… Etwas, was ich… ehrlich gesagt… nie wollte und doch habe ich mich entschieden, auf welche Seite ich mich stelle.“
„Es muss nicht dazu kommen, es gibt immer noch Möglichkeiten, wie es verhindert werden kann.“ lehnte ihr Vater sich nach hinten auf seinem Sessel. Sina öffnet ihre Augen und schaute ihren Vater wieder in den Augen.
„In dem ich ein eigenes Reich errichte? Vater… warum auf einmal kommst du mit so einer unmöglichen Aufgabe? Da ist sogar… meine Mission von dir einfacher. Was… ist passiert, dass du mit dieser Idee kommst?
Was ist in Deymonlia… dass du diesen Schritt gehen musst. Du glaubst… nicht mehr an den Frieden, an dem ich arbeite oder?“
„Nein, daran glaube ich nicht mehr.“ antwortet Mephisto ganz ehrlich und für Sina… war das eine mentale Ohrfeige gewesen. Eine Träne fiel ihr unbewusst vom rechten Augen runter und sie selber schüttelt leicht den Kopf.
„Das liegt daran, dass all meine Instinkte… mich förmlich anschreien, dass der momentane Weg nicht ausreicht für einen Frieden mit den Dämonen. Ich selber sehe, wie sich die Dämonen immer mehr und mehr entwickeln…
Sich soweit entwickeln, dass es langsam gefährlich wird. Mein Plan… den ich mit dir umgesetzt habe, ist aufgegangen, doch jetzt bekomme ich tatsächlich die Konsequenzen zu spüren, die ich sehr schlecht kontrollieren kann.“
Auf einmal zeigte Mephisto mit dem Finger auf die Truhe neben Sina. Ein blauer Blitz schoss darauf zu, was die Truhe kurz ganz umfasste und dann komplett verschwand. „Alle Zauber sind nun verschwunden, du kannst nun bedenkenlos die Truhe benutzen.“
„Erm… ok? Was… hast du mir denn noch mitgeschickt?“ frage Sina vorsichtig nach, als ihr was einfiel. „Ach… den Nagas habe ich die Ausrüstung und weiteres weitergereicht. Meine… Dämonen meinen, es würde ihnen helfen, vielleicht mehr Selbstvertrauen zu gewinnen, ansonsten…
Sie waren sehr pessimistisch, weil die Nagas durch die lange Sklaverei kaum noch selbstständig was schaffen. Wenn müssten… wir auf die nächsten Generationen aufbauen, was ich persönlich… sehr traurig finde.“
„Verstehe… was ist mit dem speziellen Stab? Irgendwie habe ich einen Stich bekommen, dass was mit dem Schlangenstab passiert ist.“ fragte Mephisto. „Eh…“ kam Sina nun in Erklärungsnot… und kam dann doch zu einer Entscheidung.
„Also… folgendes…“ Die Tochter erklärte dem Vater, was mit dem Stab alles passiert ist, als sie ihn in der Hand hatte bis dahin, was mit Itiikra passiert ist. „Das… ist alles passiert mit dem Stab. Dabei wollte ich ihn nur streicheln…“
„Du hast den Stab verändert, aber warum?“ grübelte Mephisto, bis er scheinbar… dahinter gekommen ist. „Nur die Dämonenkönige sind dazu in der Lage, dass würde dann Sinn machen, weil du auch eine Dämonenkönigin bist. Nun, dann nehme ich an, dass deine Nagakönigin dir den Schwur gegeben hat, statt mir oder?“
„Du Wahnsinniger, wie kannst du die versklavten Nagas damit behelligen, dass sie DIR einen Treueschwur geben sollen?! Es gibt nicht viele von ihnen und mit den gelieferten Sachen sah es ja aus, als sollen sie sich für den Krieg vorbereiten.
Ich dachte, du wolltest mich damit auf den Arm nehmen. Ja, sie haben gegen MEINEN Willen MIR einen Treueschwur gegeben. Dazu habe ich eine Ansage gemacht, aber das war ihnen tatsächlich… zumindest Itiikra, ziemlich egal.“
„Dann ist es so.“ zuckte Mephisto mit den Schultern. „Wie…?“ wundert Sina sich nun wirklich darüber. „Du akzeptierst einfach so… dass die Naga´s… mir folgen?“
„Nun mein Kind, wie sollen wir das denn ändern? Solange irgendwer sich um sie kümmert, dass sie wieder stolze Dämonen werden, ist mir das egal, Hauptsache die Treue liegt bei einem Dämonenkönig… in diesem Fall bei dir.
Die Ausrüstung… sie war nicht für den Krieg gedacht. Das war alles, was wir noch von den Naga´s in unserem Besitz hatten. Warum soll das alles bei mir liegen, wenn sie bei dir besser aufgehoben sind?“ kam eine sehr logische Gegenfrage vom Mephisto.
„ … OK, mein Fehler. Ich… muss mich trotzdem bei dir bedanken, dass du den Schlangenstab geschickt hast, denn… damit sind die Naga´s in der Lage, sich alle Narben zu entfernen. Konnte… die damalige Nagakönigin oder wie das bei ihnen sonst der Fall war… schon immer diese Fähigkeit?“
„Bei den Naga´s hatten mehr oder weniger nur die weiblichen Dämonen das Sagen gehabt. Sie waren die Wächter und Kämpfer in ihrer Kultur gewesen. Die Männer… waren eher für die Arbeiten zuständig, wo nur Muskeln gebraucht wurden oder für die Fortpflanzung.
Nicht das sie nicht kämpfen konnten, sie hatten ebenfalls eine ähnliche Ausbildung gehabt, wie jeder andere Dämon, aber es gab sehr deutliche Unterschiede zwischen den Frauen und Männern im Nagavolk.
Die Fähigkeit, was du vermutlich meinst… „Vollständige Heilung“, das konnten in der Tat nur die Nagaköniginnen. Wie auch immer dieser Schlangenstab erschaffen wurde in der Vergangenheit, er wurde so konzeptioniert, dass die nächste Anführerin alle Fähigkeiten konnte.
Die Bedingung war aber, dass sie einen Treueschwur auf den amtierenden Herrscher aller Dämonen aufsagen musste, sonst aktiviert sich der Stab nicht. Also mein Kind… wie du merkst, fehlt dir einiges an Wissen.“
„Erm… wer ist schuld daran und wenn schon? Du und Wisali, denn ich wusste von den Naga´s überhaupt nichts. Nicht ihre Kultur, ihre Hierarchie und diesem Schlangenstab, niemand ist in meiner Nähe, der mich darüber aufklären kann. Nicht mal die Naga´s selber, wenn nur Itiikra, weil sie die letzte freie Naga war bevor sie in der Sklaverei gelandet ist.“
„Nun hast du ja Kontakt mit deinem Lehrer, da kannst du also jederzeit das Wissen nachholen.“ meinte Mephisto sarkastisch. Nun starrten Sina und ihr Vater sich wieder gegenseitig an.
In der Zwischenzeit…
Ethice „rannte“ lachend… richtig laut lachend und mit Tränen im Gesicht vor Igriz weg. „Bleib gefälligst stehen!“ schrie Igriz… mit eine etwas anderen Stimme.
„Ich… ich kann nicht!“ schrie Ethice, die wieder einen Lachanfall bekam über ihre Stimme. „Das ist… zu göttlich die Bestrafung!“
„DU KANNST MICH AUCH MAL!“ warf Igriz eine Keule nach der Lamia, der sie aber problemlos ausweicht. „VERDAMMTE FLEISCHKÖTZE!“ Die Dämonen „rannten“ den Strand von Saifa weg, Ethice hat es sogar bewusst geplant, damit ihr… „Kumpan“ die Zwerge nicht mit reinzieht.
Ethice drehte kurz ihren Kopf nach hinten und sah „Igriz“ wie „er“ versuchte… sein Gleichgewicht mit seinem neuen Körper zu halten, nachdem er den Ring als Strafe über den Finger gezogen hat.
Einen Kopf kleiner ist er geworden… und ist zu einer weiblichen Dämonin geworden. Es war der „Ring der Frau“ gewesen, den Sina sich ausgesucht hatte. Die Verwandlung kam sofort zustande und hat einen komplett… neuen Körper zum Vorschein gebracht.
Nun, dass „er“ kleiner geworden ist, sind all seine Narben verschwunden sowie seine Hörner, wofür „er“ am meisten bekannt war. Sein Kopf voller Hörner sind nun auf zwei geschwungene Hörner reduziert und… hat feuerrote lange Haare bekommen, die bis zur Hüfte reichen.
Dafür haben sind seine Zähne zu Reißzähnen verändert, dass sie nun zu einer ziemlich „gefährlichen“ Waffe geworden sind. Seine blaue Haut ist weiterhin erhalten geblieben, dafür hat „er“ sehr deutliche weibliche Proportionen bekommen.
Brüste, die vermutlich der Dämonenkönigin Sina Konkurrenz machen könnten, doch war es der „Hintern“ der Sina bei weitem übertrifft. So wie Igriz mit dem Hintern rannte… das würde vermutlich keine andere Frau schaffen. Hin und her, hin und her, dass Igriz Probleme hat beim Rennen.
Igriz war extremst schockiert gewesen, als er von den Schmerzen wieder wach geworden ist und sieht momentan die Welt nur rot. Rot, weil Ethice die ganze Zeit… ihn nur am auslachen war. Dabei hat er noch nicht mal den Brief bekommen.
„BLEIB ENDLICH STEHEN!“ schrie Igriz mit der weiblichen Stimme, wo Ethice nur einen weiteren Lachanfall bekam.
„Oh herrlich… ihr seid die beste eure Majestät…“