Sin Roswell

Web Novel Deutsch

Autor: SinOne Seite 1 von 9

Kapitel 80

Ich bin wiedergeboren und schlage eine Banditenbande zurück?

Die Reise auf der Kutsche verlief bis zur ersten Nacht relativ ruhig. Sina und Sherry nahmen ihr Proviant, während Hassan sich um seine Pferde kümmert.

„Gibt es eigentlich noch andere Familienmitglieder des Kaisers?“ fragte Sina, während sie ihr Essen warm machte.

„Hmm, Prinzessin Emilia, das zweite Kind vom Kind, sie dürfte jünger sein als ihr beiden. Aber ansonsten weiß ich nicht wirklich viel über sie zu berichten.“ überlegt Hassan.

„Wie können die Kinder des Kaisers so jung sein, wenn er selbst im Sterben liegt?“ wundert sich Sherry.

„Er hat sich sehr spät eine Frau genommen. Er wollte erst sich um das Land kümmern, weil er nicht wollte, dass seine Familie zu kurz kommt.“ erklärt Hassan.

„Hmm, eine komplett andere Einstellung als der König. Aber wie kommt es, dass sein Sohn Leonardo so verrückt sein soll? Hat er irgendwas bei der Erziehung verpasst?“ dachte Sina laut.

„Es… gibt Gerüchte, dass irgendwas in seiner Kindheit vorgefallen ist, aber mehr weiß ich auch nicht. Solche Geheimnisse werden unter Verschluss gehalten und Leute, die darüber reden, nun, sie werden zum Schweigen gebracht. Jede Familie hat vielleicht ein schwarzes Schaf und wer redet darüber schon gerne.“ striegelte Hassan das Pferd.

„Mal angenommen dem Prinz passiert was, wird die Prinzessin das Amt übernehmen?“ fragte Sherry.

„Nicht möglich. Der erste Kaiser hat die Regel aufgesetzt, dass nur männliche Thronerben diesen Titel bekommen können. Nichts gegen euch, aber wenn ich vermuten dürfte, dachte der erste Kaiser, dass Frauen nicht in der Lage sind, richtige Entscheidungen zu treffen. Zumal würden sie sehr emotional sein und das widersprach dem Denken des ersten Kaisers. Ein Anführer muss eine kalte Logik und harte Entscheidungen treffen können.“ schüttelt Hassan den Kopf.

„Der hatte wohl schlechte Erfahrungen gemacht mit Frauen. Vermutlich kann auch nur ein Kaiser diese Regel ändern oder?“ beendet Sina ihre Mahlzeit.

„Vermutlich schon, aber Kaiser Godelot wurde halt lange nicht mehr gesehen und Tote können schlecht Regeln ändern.“ füttert Hassan nun die Pferde.

„Aber sie müssen doch irgendeinen Plan haben, sollte es mal keinen männlichen Thronerben geben.“ Sherry glaubte nicht an Zufälle.

„Den gibt es. Sollte es keinen männlichen Thronerben geben und eine Tochter ist vorhanden, so muss sie solange Kinder auf der Welt gebären, bis der erste Sohn da ist. In der Zeit übernimmt ein Militärrat solange das Amt.“ sagt Hassan.

„Wie reizend. Da sollte lieber die Frau das regieren übernehmen. Wer weiß, wie viel Einfluss das Militär auf den Kaiser ausübt, vor allem wenn er so jung ist.“ murmelt Sina.

Aus weiter Entfernung spitzelt ein Bandit mit einem Fernrohr die Kutsche von Hassan sowie die Personen, die am Lagerfeuer sitzen. „Sieht voll beladen aus und kaum Personal. Das dürfte Rotschopf interessieren.“ dachte der Mann.

Forschungsanlage des Militärs in der Hauptstadt Ascot:

Mehrere Wissenschaftler liefen in einem Raum umher, bis ein General eintrat. „Meine Herren, ihr wolltet mir was berichten?“

„Jawohl General Morne. Wir sind mit den Testläufen fertig und haben nun den perfekten „Mech“ hergestellt. Insgesamt haben wir nun fünf dieser großen Roboterritter hergestellt, die von den besten Piloten gesteuert werden können.“ erklärt einer der Wissenschaftler.

„Prächtig. Gute Arbeit meine Herren. Erklärt mir bitte nochmal den Unterschied zwischen einem ausgebildeten Soldaten und diesem Mech.“ forderte Morne nochmal eine Erklärung.

„Selbstverständlich. Also die Mechs haben eine Höhe von acht Metern und Breite von fünf Metern. Sie sind in der Lage jede Waffe zu führen, abhängig wie sich der Pilot dafür entscheidet. Alle haben eine sehr hohe Resistenz gegenüber von Magie und Zustandsveränderungen können sie komplett ignorieren und schützen den Piloten in der Kammer.

Von den… freiwilligen Abenteurern, die wir bei den Tests eingesetzt haben, hatte der Höchste mit dem Rang-A nicht mal einen Kratzer an dem Mech machen können. Auch bei den Monstern, die von den Abenteurer zwischen S und SSS lagen, gab es keinerlei Probleme. Wir haben sie sogar soweit provoziert, dass sie alle Angriffe auf die Mechs durchführten, um eine Stabilität festzustellen, aber keinerlei Probleme.

Das neu entwickelte Metall von uns widersteht daher die stärksten Angriffe von allen Lebewesen, somit sind diese Mechs die aktuell stärkste Waffe unseres Reiches!“ erklärt der Wissenschaftler freudig.

„Prächtig, das heißt, dass sie im Krieg unzerstörbare Kampfmaschinen sind?“ reibt sich der General die Hände.

„Richtig. Wir sind mit dem Fortschritt weit voraus gegenüber dem Königreich. Wir arbeiten an weiteren Mechs, die Herstellung des Metalls benötigt leider seine Zeit, aber mit den fünf Mechs reicht es vollkommen aus, um das Königreich Efrana zu erobern.“ rief der Wissenschaftler freudig.

„Dann hoffen wir mal, dass Prinz Leonardo bald Kaiser wird.“ grinst Morne.

Am nächsten Morgen ging die Reise weiter. Sina und Sherry haben sich bei der Nachtwache abgewechselt und nun ruht sich Sina in der Kutsche raus, während Sherry mit ihrem Fernrohr Ausschau hielt.

„Ich wundere mich, dass es so viele Banditen gibt und nur die Abenteurer dafür zuständig sind. Für das Militär müssten sie doch ebenso nervig sein?“ überlegt Sherry laut.

„Nun, die Vorbereitungen für den Krieg. Vermutlich wenn sie marschieren, werden sie das Banditenproblem direkt angehen oder weiter ignorieren.“ schüttelt Hassan traurig den Kopf.

„Warum will das Kaiserreich eigentlich einen Krieg mit dem Königreich Efrana? Ich verstehe die Logik dahinter nicht.“ wundert Sherry sich.

„Sie wollen mehr Länder besitzen und diese kontrollieren, bis sie vermutlich komplett Alliancia unter ihrer Fuchtel haben.“ antwortet Hassan trocken.

„Die würden sich auch mit der Theokratie anlegen?!“ reagiert Sherry schockiert.

„Wundern würde es mich nicht, zumal ich nicht wüsste, ob die Theokratie überhaupt ein Militär besitzt oder ähnliches. Sie haben ihre Ritterorden und Inquisition, aber damit werden sie nicht das Militär von hier beeindrucken können.“ meint Hassan.

„Sind sie nicht mehr auf Magie spezialisiert?“ dachte Sherry.

„Schon, aber überlegt doch mal. Dieses Land investiert mehr Gold als alle anderen. Sie arbeiten an Projekten, die vermutlich die Kriegsführung auf der Welt verändern können. Wenn ihre Projekte von Erfolg gekrönt sind, würde es mich nicht wundern, wenn Efrana auf verlorenem Posten ist.“ nickt Hassan.

„Hmm… Warte mal ich sehe was… Sina?“ schüttelt Sherry die schlummernde Sina. „Aufwachen, wir bekommen Probleme!“ und Hassan wirkte nervös.

„Huh? Wasnlos?“ fragt Sina schlaftrunken. „Ich sehe vor uns auf der offenen Straße über 70 Banditen und weitere, die auf Pferden sitzen.“

„Und?“ fragt Sina, die noch eher im Schlafzustand ist. „Wie und? Ist das nicht der Part, wo du aufstehst, sie provozierst und alle tötest?“ hob Sherry eine Augenbraue.

„Meine liebe Sherry. Du bist doch ein Rang A Abenteurerin oder? Du beherrscht sogar antike Zauber, richtig? Wie wärs, wenn du diese einsetzt und sollte was in die Nähe kommen, werde ich mich kümmern.“ schlägt Sina vor, die nun langsam wach wurde.

„Ich soll sie alle töten?!“ schrie Sherry fast. Hassan hat seine Kutsche angehalten und hörte der Diskussion zu.

„Sherry, du hast einem Vampir der Stärke SSS den Hintern versohlt. Da müssten diese Leute doch eine Lachnummer für dich sein. Los, ich will deine Fähigkeiten sehen!“ motiviert Sina Sherry.

Die Banditen sahen, dass die Kutsche nicht mehr weiter kam und so liefen sie ihnen entgegen. Sherry seufzte schwer und tat, was Sina ihr gesagt hat. Sie stieg von der Kutsche herunter, stellte sich vor die Pferde und fing an, ihren Feuerzauber vorzubereiten.

„Sollte eure Freundin das wirklich alleine machen?“ hakt Hassan nach. „Nun, sie muss sich auch entwickeln. Für mich sind sie alle nur kleine Fische, aber Sherry braucht noch etwas mehr Kampferfahrung und dafür sind das ideale Ziele zum testen.“ grinst Sina leicht böse.

Sherry war mit ihren Zauber fertig: „Feuervogel!“ und mehrere dieser Zauber flogen auf die Banditen zu und explodierten. Die, die getroffen wurden, starben sofort und die etwas Abstand gehabt hatten, schreien vor Schmerzen. Sherry wirft per Gesten weitere Feuerbälle auf die Reiter zu, die ihre Pferde versuchten zu beruhigen, weil sie in Panik sind.

Ein Chaos ist unter den Banditen ausgebrochen. Im Glauben, dass sie sich durch die Überzahl in Sicherheit wähnten, griffen die Banditen die Kutsche am helllichten Tag an und erwarteten wenig Widerstand, aber das eine Magierin unter ihnen war, konnten sie nicht ahnen.

Sina schaute sich das Schauspiel an und merkte, dass hinter der Kutsche etwas war. Sie drehte sich um und sah weitere Banditen, die versuchten, sich von hinten heranzuschleichen. Dabei fiel ihr auf, dass einer von ihnen sehr rotes Haar hatte und eine Augenklappe.

„Sherry, du musst dich um die da vorne alleine kümmern, ich muss hinten ein paar Banditen töten.“ rief Sina die Anweisung Sherry zu, die nur nickte.

Hassan war bei seinen Pferden um sie zu beruhigen, weil sie selbst sehr nervös von der Magie von Sherry geworden sind.

„Blutklinge, Murtair, dann töten wir mal ein paar böse Männer.“ grinst Sina. Die Banditen sahen Sina, die zwei schmale Klingen hielt und lachten dreckig. Die ersten griffen Sina an und merkten nicht, dass sie schon tot waren. Dann verging den Männern das Lachen, als zwei von ihnen einfach so der Kopf vom Körper herunterfiel.

„Heute macht ihr keine Beute.“ rief Sina spöttisch den Männern zu. „Das werden wir ja sehen Weib. Wir sind immer noch in der Überzahl!“ rief der Einäugige Mann ihr entgegen.

„In der Tat, das werden wir sehen.“ grinst Sina, die sich keinster Weise davon einschüchtern ließ. Die Männer stürmten auf Sina zu, die nur noch ihre Fähigkeit „Schwertwirbel“ aktivierte.

Viele Minuten später, nachdem Sina den Anführer sehr anschaulich getötet hat und Sherry mit ihrer Magie die Masse stark dezimierte, rannten die wenigen Banditen panisch weg.

„Himmel, da hatte ich mit der Armee des Königs mehr zu tun gehabt. Das reicht ja nicht mal zum aufwärmen.“ sagt Sina, während sie ihre Katanas reinigte. Sherry sieht stark verschwitzt aus und atmet auch schwer.

„Puh, dass ist das erste Mal, dass ich meine Magie gegen Menschen einsetze und gleich gegen so viele. Ich müsste mich eigentlich schlecht fühlen, aber… sie wollten uns auch töten oder?“ überlegt Sherry.

„Hassan hätten sie bestimmt getötet und wären wir normale Frauen, wären wir von ihnen vermutlich vergewaltigt worden.“ antwortet Sina darauf.

„Ihr seid beide wahrlich mit Talenten gesegnet. Ich hätte diesen Tag wohl nicht überlebt.“ bedankte Hassan sich bei den beiden Damen.

„Dafür hast du uns doch eingestellt. Außerdem wären wir so oder so auf sie gestoßen, dank Sherrys Talent.“ zwinkert Sina.

„Wo du es gerade ansprichst, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass mein Talent nicht mehr solche Probleme verursacht?“ grübelt Sherry.

„Könnte an deiner neuen Umgebung liegen, die es akzeptiert. Früher wären die Leute vermutlich weggerannt, heute leben wir damit einfach.“ erklärt Sina.

„Und? Wie war mein Kampf?“ fragt Sherry nach Sinas Urteil. Sie grübelte kurz. „Von zehn Punkten, bekommst du von mir sieben. Deine Feuervögel können scheinbar ihre Ziele verfolgen, dass heißt, hättest du damit die Reiter sowie die hinterste Reihe zuerst angegriffen, hättest du ihnen den Fluchtweg abgeschnitten und somit alle gnadenlos vernichtet.“ urteilt Sina.

„ … Ich werde mich bessern…“

Kapitel 79

Ich bin wiedergeboren und habe Probleme an der Grenze?

Die Reise zur Grenze nach Osnain dauert nicht mehr lange und die Damen kamen dann an. Sherry und Sina konnten sich ausgiebig unterhalten und Sina erzählte ihre Reise mit den Königskindern. Sherry war begeistert und ein bisschen Leid tat ihr die Armee vom König, die Sina bearbeitet hatte.

An der Grenze stand eine lange Schlange, die ebenfalls durch das Tor wollten, also warteten die Damen bis sie dran waren. Als es endlich soweit war, gab es schon die ersten Probleme mit den Wachen.

„Lady Sina, laut den Unterlagen gehört die Kutsche dem Königreich. Wir können sie unmöglich mit diesem Gefährt durchlassen. Falls sie es noch nicht erfahren haben, aber zwischen Osnain und Efrana gibt es gewisse Spannungen und wir wollen nicht, dass es sich überspannt.“ erklärt die Wache höflich.

„Wenn wir also durch wollen, dann ohne Kutsche?“ fragt Sherry für Sina, aber die Wache schüttelt den Kopf.

„Nein, das Problem ist nicht nur die Kutsche sondern, dass eine Adelige aus dem Königreich nach Osnain will. Ich kann mich nicht erinnern, wann das letztes Mal Adelige nach Osnain gereist sind.“ meint die Wache.

„Es mag ja sein, dass ich eine Adelige bin, aber in erster Linie bin ich Abenteurerin, die im Auftrag nach Osnain muss.“ erwidert Sina höflich… noch.

„Vielleicht stimmt es ja, aber… sie sind eine Berühmtheit aus Efrana. Sie sind Sina die Verteidigerin und berüchtigt für ihre gnadenlosen Aktionen.“ meint eine andere Wache.

„Gnadenlose Aktionen?“ wundert sich Sherry.

„Nun, sie hat die königliche Armee besiegt ohne Waffen und dann wäre da noch die Vampirfrau, dessen Herz auf der Straße zertreten wurde.“ erklärt die erste Wache.

„Wenn wir jemanden so gefährliches in das Kaiserreich lassen und… es passiert was, sind wir diejenigen, deren Köpfe gekürzt werden.“ nickt die zweite Wache.

„Himmel, ich bin nur eine Abenteurerin und kein Monster, das nach Lust und Laune alles zerstört, nicht wahr Sherry? Sherry? Wo guckst du hin?“ wehrt sich Sina.

„Da flog ein Schmetterling…“ tut Sherry so, als wüsste sie nichts.

„ … Egal, nun meine Herren, ich habe nun mal den Auftrag zur Hauptstadt zu reisen um was mit meiner Gilde zu besprechen. Keine Jagd auf Monster oder sonstiges. Eine einfache Reise mit meiner Partnerin.“ erklärt Sina vorsichtig.

„Eher kommt der Dämonenkönig vorbei und bietet dir seine Freundschaft an. Bedaure, aber ich kann sie einfach nicht durchlassen!“ verneint die Wache.

„Langsam habe ich die Nase voll. Ich akzeptiere, dass ich nicht mit der Kutsche durch kann, kein Problem, dann laufe ich weiter zu Fuß. Aber das man mir wegen meiner Persönlichkeit was unterstellt, damit habe ich schon eher ein Problem.

Nun, ich bin ja scheinbar so berühmt, was glaubt ihr wohl, was passiert, wenn ich mir den Weg… frei kämpfen muss?“ fragt Sina lieb und die Wachen wurden schweigsam.

„Rein hypothetisch. Ich würde alle Wachen und weiteres umbringen und bis die ersten Meldungen vordringen, dass es Probleme an der Grenze gibt, bin ich im Kaiserreich, während ihr Aasfutter seid. Nun frage ich mich, was hätten die Wachen wohl gesagt, damit es nicht passiert?“ schaut Sina böse.

„ … Ihr könnt durch Lady Sina, aber die Kutsche muss hier bleiben.“ presste die erste Wache die Antwort heraus und Sina nickte dankbar.

„Es war mir ein Vergnügen mit ihnen ein Gespräch zu führen!“ grinst Sina sadistisch. Sina erklärte dem Kutscher, dass er wieder nach Fanfoss zurückreisen und sich dort um die Pferde kümmern soll. Den Proviant nahm Sina vom Kutscher ab und ging dann mit Sherry durch das Grenztor.

„Sag Sina, weißt du eigentlich wo die Hauptstadt ist?“ fragt Sherry und Sina schüttelt nur den Kopf, daher fragte sie die Wachen auf der anderen Seite.

„Zur Hauptstadt? Ihr müsst nur nach Nordwesten der Straße folgen, aber zu Fuß werdet ihr bestimmt eine Woche brauchen.“ erklärt ihnen eine freundliche Wache.

„Hmm, dürfte also eine längere Reise sein?“ murmelt Sina, nachdem Sherry und sie Abstand genommen haben, als ein gut gekleideter Mann auf sie zukam.

„Erm, wenn ich kurz entschuldigen dürfte, aber ihr seid doch Sina die Verteidigerin oder?“ fragt der Mann.

„Das ist richtig. Mit wem habe ich die Ehre?“ wundert sich Sina über den Mann.

„Mein Name ist Hassan, ich bin ein fahrender Händler und ebenso auf dem Weg zur Hauptstadt. Ich… habe eurem Gespräch mit der Wache gelauscht und ihr wollt ebenso zur Hauptstadt oder? Ich… könnte euch ein Angebot machen.“ rieb Hassan die Hände.

„Oh, dann lasst euer Angebot mal hören.“ dabei behielt Sina ein Pokerface.

„Meine Kutsche hätte Platz für zwei weitere Personen. Mein Angebot ist, ihr beschützt mich und meine Kutsche vor Gefahren und ihr dürft mitfahren. Natürlich bekommt ihr am Ende der Reise eine Entlohnung, ihr sollt natürlich nicht leer ausgehen. 50 Silbermünzen für euch beide.“ Hassan

„Das klingt zu schön, um wahr zu sein. Ihr rechnet mit Ärger auf der Reise oder?“ Sina

„Seit kurzem marodieren Banditen auf den Hauptstraßen, vor allem die größte Banditenbande vom einäugigen Rotschopf. Normalerweise kümmern sich die Abenteurer um die Banditenprobleme, aber irgendwas ist passiert und sie machen nichts mehr, deswegen ist die Reise für mich nicht… so sicher und ich habe sehr teure Waren, die meinen Zielort erreichen müssen.“ Hassan

„Na ja, besser als nichts oder Sina? Ob wir zu Fuß gehen und auf die Banditen treffen oder mit einer Kutsche, da würde ich doch die Kutsche vorziehen.“ Sherry

„Kann es sein, das du die Annehmlichkeiten einer Kutsche nicht vermissen willst?“ Sina

„Ich… meine nur.“ Sherry

„Nun Hassan, meine Freundin will wohl lieber mit ihrer Kutsche fahren. Wenn ihr uns über dieses Land einige Informationen beisteuern könntet, haben wir ein Deal.“ Sina

„Ah Informationen sind wichtig für Händler und ich kann sie euch zur Verfügung stellen. Ich freue mich über so starke Wächterinnen auf meiner Reise dabei zu haben.“ bot Hassan die Hand an und Sina schlug ein.

Einige Zeit fuhren die Damen in der Kutsche von Hassan. Er kennt scheinbar den Weg und brauchte nicht allzu lange warten, bis die Befragung begann.

„Sagt Hassan, ich komme ein bisschen weiter her, könnt ihr mir ein bisschen über Osnain selbst erzählen?“ fragt Sina.

„Oh, ihr kennt die Geschichte nicht? Hmm, lasst mich überlegen… Ich weißt nicht, wann genau, aber das Kaiserreich ist das zweitälteste Reich auf Alliancia. Bevor es zum Kaiserreich wurde, bestand es aus vielen kleinen Grafschaften, bis jemand einen Traum von einem Land hatte. Es gab viele blutige Schlachten und Kriege, aber letztendlich hat der Mann seinen Traum verwirklicht und alle Ländereien vereint und hat dies zum Kaiserreich ernannt. Die momentane Kaiserfamilie stammt von jenem Mann ab.“ erklärt Hassan.

„Und wie wird das Land regiert? Vermutlich anders als im Königreich oder?“ überlegt Sina laut.

„Hier zählen nur die Befehle des Kaisers. Es gibt hier Adelige, aber sie haben keinerlei Machtbefugnisse und wer nach Macht strebte, nun es passiert nicht selten, dass derjenige… einen Kopf kürzer gemacht wurde. Ansonsten herrscht in diesem Land das Militär. Es gab Kaiser, die haben sehr hart zugegriffen und es gab Kaiser, die haben sich mehr um das Volk gekümmert.

Der momentane Kaiser Godelot wurde seit langem nicht mehr gesehen, es herrschen Gerüchte, dass er mit dem Tod ringt. Godelot war ein harter, aber auch fairer Kaiser gewesen. Wenn Konflikte vermieden werden konnten, dann wurden sie vermieden, aber wenn man es drauf anlegte, nun, ein zweites Mal passierte es nicht.

Mehr Sorgen, das habt ihr aber nicht von mir gehört, mache ich mir über den Nachfolger Prinz Leonardo. Seit der Kaiser… nicht mehr seinem Amt nachgeht, hat der Prinz die Kontrolle fast komplett übernommen und… er ist ein brutaler Mann.

Wer ihm öffentlich widerspricht wird kurzerhand getötet und wer Gerüchte verbreitet, wird nicht selten mit einer durchgeschnittenen Kehle in der Gasse aufgefunden. Prinz Leonardo unterdrückt das Volk und hetzt es gegeneinander auf. Überall herrscht Angst und Paranoia. Es verschwinden immer mehr Bewohner, egal ob Mensch, Elf oder Zwerg, Leute verschwinden einfach.

Das Schlimme ist, Prinz Leonardo müsste etwa in eurem Alter sein, die nächsten Jahrzehnte wird das Volk leiden. Hätte Prinz Leonardo nicht das Militär hinter sich, dass als stärkste Armee auf Alliancia gepriesen wird, käme es zu einem Bürgerkrieg.“ Hassan

„Leute verschwinden? Gibt es denn Gerüchte wohin oder was mit ihnen passiert?“ Sina

„Was mit ihnen passiert, weiß keiner. Einige vermuten, dass sie gefoltert werden, andere wollen Unannehmlichkeiten einfach nur zum schweigen bringen. Interessanter ist das „Wohin“, es werden immer wieder Militärangehörige beobachtet, die verhüllte Personen zur Burg Starm bringen, wo der Hauptsitz der Kaiserfamilie und des Militärs liegt. Also ein Ort ohne Wiederkehr, wer einmal dort hingebracht wurde.“ Hassan

„Ich wundere mich, dass die Abenteuergilden hier Fuß fassen konnten, wenn alles so streng… kontrolliert wird. Müssten sie nicht immer ein Dorn im Auge für den Kaiser gewesen sein?“ Sherry

„Es hing immer von dem aktuellen Kaiser ab, aber die Gilden haben stets immer ihre Neutralität bewiesen und jegliche Einmischung mit dem Militär vermieden. In Efrana haben sie vermutlich mehr Kontrolle um gewisse Dinge umzusetzen, aber hier haben sie nichts. Dafür sind sie aber beim Volk sehr beliebt, da sie bei Monster und Banditenproblemen helfen.

Ihr werdet feststellen, dass es hier nicht wirklich viele Abenteuergilden gibt sowie Abenteurer. Das Problem ist einfach, das Militärangehörige gerne ihre Macht ausreizen und Streit provozieren, sodass sie… die Abenteurer einfach verhaften lassen können.“ Hassan

„Ich habe gehört, das Abenteurer ebenso verschwunden sind. Stimmt an den Gerüchten was?“ Sina

„Lady Sina, hier verschwinden viele, dabei ist es egal welchen Status man hat. Einmal die Aufmerksamkeit des Militärs oder bei Prinz Leonardo sollte man sein Bestes geben und aus dem Land fliehen. Ihr habt vielleicht einen großen Einfluss in Efrana und genießt das Vertrauen des Königs, aber ihr solltet das nicht unbedingt hier herum posaunen, nicht in der momentanen Lage.“ Hassan

„Das braucht sie nicht. Es wird irgendwas passieren und Sina wird ziemlich schnell bekannt.“ Sherry

„Hey…“

Hauptstadt Ascot, Burg Starm:

Ein stämmiger Mann in Uniform betrat das Zimmer von Prinz Leonardo und salutiert: „Mein Herr, ihr habt nach mir gerufen?“

„In der Tat, das habe ich. Ich brauche wieder frische… Ware.“ saß der Prinz Leonardo auf seinem Sessel und hielt ein Glaswein in der Hand.

„Ich verstehe. Was wünscht ihr diesmal für eine Ware?“ nickt der Mann.

„Hmm, ich brauche diesmal… eine Frau… Genau. Eine Frau, aber keine normale Frau, von denen hatte ich genug. Nein, diesmal soll es eine Frau sein mit blauen Haaren. Ja, sie muss blaue Haare haben für mein Kunstwerk. Ich spüre, dass ich mein Kunstwerk bald vollendet habe!“ rief Leonardo freudig mit wahnsinnigen Augen.

Der Mann schluckte und fing an leicht zu schwitzen. „Eine Frau mit blauen Haaren, ich werde mich sofort an die Arbeit machen. Ich möchte euch nur… darauf hinweisen, dass ich vermutlich ein bisschen weiter außerhalb der Hauptstadt suchen muss. So eine Person wäre mir längst ins Auge gefallen.“

„Tut was ihr tun müsst. Ihr habt mich bisher nicht enttäuscht, aber lasst euch auch nicht all zulange Zeit. Noch habe ich genug Arbeitsmaterial um mein Kunstwerk zu bearbeiten.“ teilt Leonardo verträumt mit.

„Ich danke für euer Verständnis. Wenn ich mich entschuldigen darf.“ salutiert der Mann und verließ das Gemach des Prinzen.

„So ein Wahnsinniger wird bald Kaiser?“ dachte der Mann.

Kapitel 78

Ich bin wiedergeboren und erfahre mehr von Sherry?

Am nächsten Tag fuhren Sherry und Sina mit der Kutsche zur Grenze nach Osnain. Dank der modernsten Kutsche sowie trainierten Pferden und erfahrenem Kutscher brauchen sie nur zwei Tage zu reisen. Der Kutscher hatte Proviant und weiteres organisiert sowie weiß er, welches Dorf am nächsten für eine Übernachtung liegt.

Suki und Sina haben einen neuen Trainingsplan für die Damen aufgebaut, zumal die Vampire ihre neuen Kräfte kontrollieren müssen. Die Gildemeister waren sichtlich erfreut, dass Sina den Auftrag angenommen hat und direkt nach Osnain reist. Sina bekam alle nötigen Papiere für die Grenze.

„Magst du mir nochmal erklären, warum ich dabei sein soll?“ fragt Sherry, die das erste mal in ihrem Leben in einer Kutsche fährt.

„Damit du mir Gesellschaft leistest? Meine letzte Gruppe bestand nur aus Kindern und musste mich mehrmals im Kreis drehen, damit alles in Ordnung ist.“ antwortet Sina darauf hin. „Außerdem, du bist nun offiziell A-Rang, dass macht einen glaubwürdigeren Eindruck, dass wir es Ernst meinen.“

„Ah… verstehe.“

„Wie sind deine Fortschritte so allgemein? Ich habe gehört, dass du einige neue Zaubertricks auf Lager hast?“

„Richtig und das tolle ist sogar, ich habe in den Büchern einen Notizzettel gefunden, wie man die Zauber mit einfachen Gesten beschwören kann wie der Lichkönig. Aber um die langen Zauber mit einem einfachen Wort zu aktivieren bedarf es viel Übung.“

„Und… meine Bitte mit den Monstern ausweiden?“

„Auch dort mache ich Fortschritte. Brandrulim meinte, dass der Rest nur eine Übungssache sei und ich das nötige Werkzeug brauche.“

„Also Fleischermesser, Gerbermesser und so weiter?“

„Richtig. Er selbst hat leider kein Set auf Lager gehabt.“

„Vielleicht finden wir ja was in der Hauptstadt.“

„Sei ehrlich, was glaubst du, was uns erwarten wird?“

„Keine Ahnung, ehrlich. Ich bin vor kurzem in einen Mordkomplott rein gerutscht und habe mich mit der königlichen Elite-Armee angelegt. Soweit ich mitbekommen habe arbeitet die Kaiserliche Armee an neuen Waffen. Hoffe, ich muss sie nicht erleben.“

„Aber legst du es nicht drauf an, wenn ich dabei bin?“

„Eigentlich nicht, nein, für mich ist das irgendwie Standard geworden. Es kommt wie es kommt. Außerdem habe ich deine Gesellschaft schon ein bisschen vermisst.“

„Eh, ich werde ja noch rot, wenn du das so sagst… Sag, woher wusstest du, das Justus eine lebendige Waffe hat? Ich dachte, das sind legendäre Waffen?“

„ … Ich kann dich in mein Wissen einweihen, aber dazu musst du mir versprechen, es niemandem zu sagen.“

„Ehrenwort!“

Sina holt Blutklinge aus ihrem Inventar und zeigt sie Sherry. „Halt einfach deine Hand in die Nähe des Griffes und sag, was passiert.“ Sherry schluckte und hielt die Hand darüber, bis sie auf einmal Schmerzen bekam und ihre Hand vor Schreck zurückzieht.

„Aber… was war das?!“

„Meine Blutklinge ist ebenso eine lebendige Waffe und nur ich kann sie führen, alle anderen betrachtet es als Feind und wehrt sich.“

„Woher hast du so eine legendäre Waffe? Wenn andere davon wüssten…“

„Deswegen soll es keiner Wissen außer Leuten, denen ich vertraue. Brandrulim ist in dieses Wissen ebenso eingeweiht, weil ich mit diesen Waffen eben noch unerfahren bin, aber… wir haben festgestellt, wenn ich sie mit richtigen Monstersteinen füttere, nimmt sie dessen Eigenschaften an.“

„Echt?! Was kannst du denn bisher damit machen?“

„Du erinnerst dich an den Skelettdrachen? Seinen Monsterstein habe ich nicht der Gilde verkauft, sondern meine Waffe damit gefüttert. Nun kann es sich in eine Giftklinge verwandeln und hat die gleiche Giftaura wie der Skelettdrache. Damit habe ich am Ende Ludwig getötet. Dummerweise kann ich sie nur einsetzen, wenn ich sicher sein kann, dass keine Unschuldigen damit betroffen sind.“

„Und… woher hast du sie? So eine Waffe findet man nicht mal eben in einem Waffenladen oder so.“

„ … “ „ … “ „Mein Vater hat sie mir gegeben. Sie soll mir gute Dienste auf der Reise leisten.“

„Wow, wirklich. Wir sollten irgendwann mal deine Heimat aufsuchen.“

„Ja, irgendwann vielleicht mal, aber nicht demnächst. Jetzt möchte ich einfach das Leben genießen, das man mir verwehrt hat seit meiner Kindheit.“

„Aber hättest du nicht diese Kindheit gehabt, dann könntest du all diese wunderbaren Dinge nicht machen oder? Ich meine, du hast nun die Königskinder gerettet und wurdest eine Adelige, zumal der König dir diesen Ring anvertraut hat, dessen Bedeutung irgendwie keiner kennt.“

„Es… mag sein. Sag Sherry, wenn ich ehrlich bin, aber von dir weiß ich irgendwie nicht soviel. Ich würde gerne ein bisschen mehr von dir wissen.“

„Ah ha ha… Ja nun, wirklich viel gibt es nicht zu erzählen. Meine Mutter war ein Mensch und mein Vater ein Elf, dessen Name ich nicht kenne, sollte er noch leben. Auf jedenfall soll ich von ihm die Haarfarbe geerbt haben.“

„Hmm, sollte es nicht ein leichtes sein, Elfen mit blauen Haaren zu finden?“

„Das… schon, aber du hast Castien kennengelernt. Was wenn er genau so ist oder es sogar abstreitet, dass ich von ihm abstamme. Ich denke, auf dieses Problem kann ich gut und gerne verzichten.“

„Erzähl dann doch von deiner Mutter.“

„Ah Mutter… Sie ist verstorben, als ich 15Jahre alt geworden bin. Sie hatte schon lange ein Leiden gehabt, was nicht geheilt werden konnte.“

„Das tut mir leid das ich alte Wunden aufgerissen habe.“

„Ist schon gut, konntest du ja nicht ahnen.“

„Seitdem warst du auf dich allein angewiesen?“

„Richtig. Mutter hatte ein bisschen Geld beiseite gelegt, aber zum Leben reichte dies überhaupt nicht aus, also bin zur Abenteurergilde gegangen und habe mich angemeldet. Nun arbeite ich schon über sieben Jahre als Abenteurerin und bin dank dir auf Rang A aufgestiegen.“

„Warte, dann bis du 22Jahre alt?“

„Ja? Hast du mich denn älter eingeschätzt?“

„Irgendwie… schon. Ich erwarte immer, dass die Elfen immer zwischen 100-200Jahre alt sind, aber vielleicht ist das nur ein Vorurteil meinerseits.“

„Nun, Keya und Ascal sind über 831Jahre alt. Elfen kann man nicht wirklich vom Aussehen beurteilen, wie alt sie sind. Erst zum Lebensende fangen die körperlichen Veränderungen an.“

„Und… wie alt werden Halbelfen dann? Mir wurde beigebracht, das Elfen bis zu 2000Jahre alt werden.“

„Keine Ahnung, vielleicht nur zur Hälfte? Ich habe mir darüber keine Gedanken gemacht und will es auch nicht. Weißt du… meine wenigen Freunde wie du… habt ein nicht allzu langes Leben und… das macht mich dann traurig, wenn ich darüber nachdenke.“

„Nun hast du ja die Zwillinge und Mel in deiner Freundesliste, damit wirst du nicht alleine sein.“

„Ich hätte im Leben nicht geträumt, dass ich mit Geistern und Vampiren befreundet sein werde.“

„Das Leben enthält stets immer volle Überraschungen.“

„Mit dir definitiv.“

Als die Damen an der ersten Gaststätte ankamen, gab es schon die ersten Probleme. „Bedaure die Damen, wir haben nur ein Zimmer frei, aber… auch nur ein Bett.“ entschuldigt sich der Wirt.

„Lässt sich nicht ändern, schlafen wir beide gemeinsam.“ war Sinas Antwort, aber der Wirt und Sherry machten beide große Augen. Sina bezahlte und zog Sherry mit.

Nachdem beide gegessen und sich gewaschen haben, standen beide vor einem Bett. Sina legte sich hin und machte Platz, das Sherry ebenso liegen konnte, aber bisher stand sie vor dem Bett mit einem roten Kopf.

„Was ist los Sherry? Noch nie mit jemand anderem das Bett geteilt?“ lächelt Sina anrüchig, um sie zu ärgern.

„Mano… Mach es mir nicht noch schwerer als es ist und ja, bisher war ich immer alleine für mich!“ sagt Sherry mit einem roten Kopf und Sina rollt nur ihre Augen.

„Sherry. Wir sind unter uns und wollen schlafen richtig? Ich weiß zwar nicht, was dir gerade durch den Kopf geht, aber ich werde nicht wie ein hungriger Wolf in der Nacht über dich herfallen!“ beruhigt Sina ihre Freundin.

Sherry schluckte einmal und legte sich aufs Bett neben Sina, die dann die Decke über sich und Sherry zog.

„Siehst du, war doch nicht so schwer, wenn du möchtest, kannst du auch meine Hand halten.“ grinst Sina bei ihrem Angebot.

Ihre Freundin warf ihr einen Blick zu wie „Willst du mich auf den Arm nehmen?“ und… nahm Sinas Hand.

„Wehe du lässt mich los!“ sagte Sherry mit einem roten Kopf und schloss ihre Augen, während sie eigentlich vor lauter Nervosität nicht schlafen konnte. Sina schaut Sherry von der Seite an und grübelt, ob sie damit was ausgelöst hat. Dann fing Sina an ein Lied zu summen, damit Sherry einfacher einschlafen kann.

„Sina?“

„Hmm?“

„Danke…“ und Sherry schlief ein. Am nächsten Tag ging die Reise weiter und Sherry wirkt geradezu erfrischt vom schlafen.

„Kann es sein, dass dein Summen mich irgendwie verzaubert hat? Ich fühlte mich schon lange nicht mehr so richtig gut ausgeschlafen.“ lobte Sherry Sina.

„Vielleicht sollten wir uns öfters ein Bett teilen.“ scherzt Sina. „Aber eine andere Sache… Diese neuen Klamotten… ein kompletter Lederanzug, der meine Beine, Hintern und Brüste betont und den Rücken frei lässt. Bist du irgendwie sauer auf mich gewesen, als du es hergestellt hast?“ fragte Sina.

Als Sherry ihr den neuen Look in der Villa gab, dachte Sina spontan, dass sie wie aus dem Spiel „Bayonetta“ aussieht.

„Nein?“ wundert Sherry sich über die Aussage von Sina. „Ganz ehrlich, du machst so viele interessante Klamotten, wieso verkaufst du sie nicht? Ich glaube dein bestes Talent ist deine Kreativität beim Schneidern.“ schüttelt Sina den Kopf.

„Bisher bist du die einzige, die alle meine geschneiderten Klamotten trägt. Mio und Tio meinten, sie würden sie nur tragen, wenn ich sie besiege.“ überlegte Sherry laut.

„Das werden wir ändern, wenn wir wieder in der Villa sind.“

Kapitel 77

Ich bin wiedergeboren und habe ein nächtliches Meeting?

Die nächsten Tage war für die Abenteurer viel zu tun. Aufgrund das ihr Gildehaus zerstört wurde, mussten sie einen Ersatzplatz organisieren. Sina bot ihren großen Garten an, das man hier Marktstände aufbauen könnte, solange bis die neue Gilde wieder komplett aufgebaut war.

Ma Shi nahm das Angebot dankend an und bekam in der Villa ein privates Büro wo er seine Arbeit fortführen konnte. Interessanterweise schien er überhaupt keine Probleme mit Mel zu haben, im Gegensatz zu den anderen Mitarbeitern der Gilde.

Sherry, Suki sowie die Zwillinge Tio und Mio wurden mit Sinas Kutsche in die Villa transportiert und wurden dort versorgt. Die Angriffe in der Nacht wehrte Sina ab und ging relativ blutig vor und warf die Leichen über die Mauer, eine Warnung an die anderen.

Dies führte natürlich dazu, dass die Stadtwachen ein Wort mit ihr sprechen wollten, aber der Inspektor sie darauf hinwies, dass Lady Sina auf ihrem Grundstück tun und machen kann, wie es ihr beliebt.

Jeder, außer ihre Freunde sprachen sie mit dem Titel „Lady“ an, was Sina gehörig auf die Nerven ging und ihn gerne wieder loswerden wollte. Auf jeden Fall besuchte Sina das Waisenhaus und klärte dort alle über die Zukunft von Ralph auf und las ihnen den Brief vor. Einige Kinder freuten sich, während andere getröstet werden mussten. Schwester Anna war aber glücklich, das Ralph eine Familie gefunden hatte.

Ma Shi wollte Sina eine Belohnung auszahlen, da sie Camilla besiegt hatte, aber: „Ich werde mich weigern es anzunehmen. Ich habe nur ein verletztes und schwaches Tier getötet. Wenn ihr jemanden eine Belohnung geben wollt, dann sind das Suki, Sherry und die Zwillinge!“ kommentiert Sina.

Die Gildemeister Keya und Ascal ließen es sich nicht nehmen, jedem persönlich im Namen der Elfen zu danken, dass eine Nemesis auf dieser Welt getötet wurde und versprachen ihnen alle eine Belohnung zu schicken.

„Ah Herrin, bevor ich es vergesse. Im Keller wurde in einem der leerstehenden Räume ein fest installierter Übertragungszauber eingebaut, damit ihr den König jederzeit erreichen könnt.“ berichtete Suki und Sina schlug sich die Hand aufs Gesicht. „Die werden mich zum verrecken nicht in Ruhe lassen…“ murmelt Sina durch die Hand.

Roland, ihr Verwalter, bekam die Dokumente, das Sina das Grundstück komplett gehört und sie keinerlei Steuern mehr zu zahlen braucht. „Puh, das wird dem Bürgermeister nicht gefallen, aber ihm gefällt ja vieles nicht.“ war nur sein Kommentar.

Tio und Mio konnten sich auch von dem Angriff von Sherrys Zauber erholen und sind ein neues Gesprächsthema. Nicht nur ihre Opferbereitschaft, sondern das sie auch einen neuen Haarstil hatten. Schwarze und weiße Haare zur Hälfte getrennt und in ihren weißen Haaren haben beide eine rote lange Haarsträhne.

„Wie habt ihr sie eigentlich bekommen?“ fragt Sherry sie, aber weder Mio noch Tio wussten es. Nur das ihre Werte ziemlich stark zugenommen haben. „Es ist, als hätten wir einen Powerup bekommen.“ „Aber wir haben Camilla doch nicht getötet?“

Sina dagegen hatte einen starken Verdacht: „Wenn es stimmt, dürfte es mein Blut gewesen sein. Liegt das nun an meiner Rasse oder an meinen hohen Werten?“ grübelt Sina darüber lange nach und zuckte am Ende nur die Schulter. „Werde es eh nicht herausfinden.“

Auf jeden Fall wollten Tio und Mio mit ihren neuen Werten Sina herausfordern… Das Duell hat nur eine Sekunde länger gedauert und die Vampire hatten zwei sichtliche Beulen am Kopf. „Unterschätze die Liebe meiner Fäuste nicht!“ kommentierte Sina es nur.

Nachdem ihre Freundinnen sich von dem Kampf erholt haben, berief Sina ein Meeting ein, wo auch Prashi und Ma Shi dabei sein sollten. Interessanterweise haben sich Keya und Ascal selbst eingeladen und saßen ebenso im Wohnzimmer.

„Eh…“ zog Sina nur eine Augenbraue hoch, Ma Shi ignorierte den Blick von Sina und tat so, als wäre der Boden interessanter.

„Nun, was spricht dagegen, wenn ein paar Gildemeister mehr dabei sind?“ versuchte Prashi zu argumentieren und Sina gab den Kampf auf.

„So, da nun alle anwesend sind, müssen wir darüber reden, wie es mit der beknackten Familie von Tio und Mio weitergeht. Ihr Vater will mich jagen und schickt andere Familienmitglieder um die Zwillinge zu töten. Nun möchte ich mehr über diese Familie wissen.“ startet Sina den Beginn und ging an eine Tafel, die sie organisiert hatte.

„Doch bevor ich weitermache, Ma Shi, wir hatten mal das Gespräch über Monsterstärken. Ich möchte den Kreis der Wissenden erweitern, weil ich glaube, dass dieser Vater noch den einen oder anderen zur Hand hat, der vielleicht ebenso stark ist.“ bittet Sina um Aufklärung.

Ma Shi seufzte nur, sah aber ein, dass es nichts bringt, solche inoffiziellen Geschichten für sich zu behalten. „Also gut, Keya und Ascal, wir sollten überlegen, die Monsterstufe SV bekannt zu machen.“

Die beiden Elfen reagierten geschockt. Ein Thema über das niemand sprechen will, um die Angst in der Bevölkerung nicht weiter zu entfachen. „Es hat keinen Sinn, diese Stufe weiter zu verheimlichen. Sinas Feind hat diese Stärke und wir wissen genau, dass es noch weitere Monster gibt, die… ein SSS-Abenteurer vermutlich nicht besiegen kann. Dazu sind viele Monster auf dem dunklen Kontinent nicht aufgezählt. Wer weiß was dort alles lebt.“ erklärt Ma Shi.

„Ein sehr gefährliches Thema Ma Shi.“ Keya schüttelt den Kopf. „Aber wenn solche Feinde anfangen, aktiv gegen die Gesellschaft vorzugehen, müssen wir uns anpassen.“ meint Ascal.

„Wie stark ist denn ein SV-Monster? Mit was kann man es messen?“ fragt Sherry neugierig. „Hmm, laut Ludwig hat der Vater von den Zwillingen diese Stufe, aber um es einfacher zu vergleichen. Die alten Dämonenkönige waren alle SV gewesen.“ schildert Sina die Situation und alle ihre Freunde bekamen große Augen.

„Echt? Unser Vater ist so stark?“ „Nun, er war schon immer sehr stark oder?“ grübeln die Zwillinge laut.

„Dann hätten wir das geklärt. Tio und Mio, ihr werdet mir einige Fragen über eure Familie beantworten. Ich möchte… das wir für die nächsten Schlachten vorbereitet sind.“ warnt Sina die Zwillinge und sie nickten.

„Ok, der Stärkste ist euer Vater, wie heißt er eigentlich?“ startet Sina mit den Fragen.

„ … Acula.“ antwortet Mio zögernd.

„ … Wirklich? Acula?“ traute Sina ihren Ohren nicht über die Anspielung im Namen.

„Jep, Acula.“ bestätigt Tio.

„Ok… Acula mit der Monsterstufe SV, hat er Ehefrauen oder ähnliches?“ Sina

„Zur Zeit nicht.“ „Die letzte… Ehefrau war unsere Mutter, aber er hat sie getötet.“ Mio/Tio

„Wieso hat er eure Mutter getötet?“ Sina

„Weil Mutter ihm nicht die nötige Aufmerksamkeit geschenkt hat.“ „Er ist sehr gierig. Vater betrachtet uns alle nicht wirklich als Familie, sondern nur als Spielzeuge.“ Tio/Mio

„Himmel und ich dachte mein Vater wäre schrecklich… Ok, wie sieht es mit euren Geschwistern aus? Am besten ihr fangt mit den ältesten an.“ Sina

„Erm, der erste Sohn wäre Justus. Er ist der einzige in der Familie, der es mit Vater aufnehmen kann.“ „Zuletzt war er im dunklen Kontinent, aber Camilla sagte, er wäre wieder zurück gekommen.“ Mio/Tio

„Justus kann es mit eurem Vater aufnehmen? Puh, dann bekommt er den Rang SV.“

„Dann kommt der zweite Sohn Warren und der dritte Sohn Tallon. Wo sie sich aufhalten wissen wir nicht.“ „Aber die sind stärker als Camilla.“ Tio/Mio.

„Hmm, wisst ihr zufällig was ihr Kampfstil ist?“

„Justus kämpft mit Schwert und Faust, aber sein Schwert… ist speziell. Es kann seine Form verändern.“ „Genauso wie die Panzerfaust von Camilla die du verbeult hast.“ Mio/Tio

„Ah… Justus ist im Besitz einer lebenden Waffe…“ und ein Schock ging durch die Teilnehmer, als Sina die Waffe diagnostiziert hat. Sina erklärte was es mit den Waffen auf sich hatte und einige wirkten niedergeschlagen, dass der Feind im Besitz solcher Waffen ist.

„Wie sieht es bei Warren und Tallon aus?“ Sina

„Warren ist ein Meister der Äxte, während Tallon ein Meister des Speers ist.“ Tio

„Sag, hätte Ludwig es gegen einen von ihnen aufnehmen können, inklusive Camilla?“ Sina

„Nein, aber der Unterschied zwischen ihm und unseren älteren Geschwistern ist, das Ludwig erschaffen wurde und wir wurden geboren.“ „Aber bis auf Justus, kann es keiner mit Vater aufnehmen.“ Mio/Tio

„Hmm, dann trage ich mal ein Warren Axtmeister SSS++, Tallon Speermeister SSS++, Camilla SSS+ und Tot. Kommen noch weitere Geschwister?“ Sina

„Ja, da wäre noch die zweite Tochter Fae, Meisterin der Blutmagie und von Vater verbannt.“ Mio

„Blutmagie und verbannt? Das müsst ihr mir näher erklären.“ Sina

„Wir sind alle in der Lage uns zu verwandeln mit ein bisschen Training. Aber wir machen das nicht gerne, weil es mit Schmerzen verbunden ist. Fae kann sich in alles verwandeln Wolf, Fledermaus, Nebel und hat es soweit trainiert, dass… sie mit ihrem eigenen Blut eine tödliche Waffe machen kann. Zum Beispiel kombiniert sie ihr Blut mit Nebel und dies zerfrisst alles was es berührt oder erschafft Blutgolems.“ Mio

„Der Grund für die Verbannung ist, sie hat eine Armee von Blutgolems erschaffen und einen Krieg mit einem anderen Vampirclan angezettelt. Vater war zwar begeistert, dass wir eine starke Magierin in der Familie hatten, aber ein Angriff auf den anderen Clan war ein Tabubruch. Eigentlich wollte er sie dafür töten, aber… er wollte das Potenzial nicht verschwenden, daher hat er sie verbannt.“ Tio

„Eure Familie ist ja richtig reizend. Puh, wenn sie wirklich diese Fähigkeiten hat schreibe ich mal auf Fae, Meisterin des Blutes SSS++.“ Sina

„Dann wäre die dritte Tochter Karlene.“ „Leider wissen wir nicht, wie stark sie ist oder welche Waffe sie bevorzugt.“ Mio/Tio

„Hmm, ein Feind dessen Stärke uns unbekannt ist? Karlene, Unbekannt, SSS+.“ Sina

„Wir sind die letzten Töchter.“ „Zwillinge in der Vampirwelt kann man mit einer Hand abzählen.“ „Vater hat sich viel von uns versprochen, aber…“ „Wir zeigten seiner Ansicht nach nicht das nötige Potenzial.“ Tio/Mio

„Wären das dann alle Geschwister von euch?“ Sina

„Nein, zwei fehlen noch. Der vierte Sohn Dragos und der fünfte Sohn Jasper.“ „Wir sind die jüngsten seiner Kinder.“ Mio/Tio

„Verstehe und was können eure Brüder?“ Sina

„Jasper kann mit allen Waffen kämpfen. Er passt sich je nach Situation an, aber wir haben ihn auch lange nicht mehr gesehen und wissen nicht, ob er nicht schon den einen oder anderen Meistertitel hat.“ Tio

„Dragos dagegen kämpft nur mit Fäusten wie Camilla, aber… der Unterschied zwischen den beiden Meistern war gravierend.“ „Es ist, als hätte Dragos ein höheres Level als 10 in Unbewaffnet, sonst wüsste ich nicht wieso er stärker als Camilla ist.“ Mio/Tio

„Hmm, mein Instinkt sagt mir, das Jasper neben Justus der zweit gefährlichste ist, der dürfte so einige Fähigkeiten freigeschaltet haben. Dann notieren wir mal: Jasper, Allrounder, SSS+++ und Dragos, Meister der Fäuste, SSS++. Wenn Ludwig der stärkste erschaffene Vampir war, dann dürfte der Rest der erschaffenen Vampire sich zwischen A bis SSS bewegen.“ Sina

„Das ist richtig.“ Mio

„Wie bezaubernd. Mit denen haben wir alle einen Krieg? Sagt, was würde euer Vater machen, wenn er erfährt, dass Camilla tot ist?“ Sina.

„Sobald einer seiner Kinder oder erschaffenden Vampire stirbt, bekommt er es sofort mit.“ „Nun im Fall Camilla… dürfte ihn das richtig sauer machen, dass er in der Burg wohl alles zertrümmert.“ „Aber er hat ja mehrere Burgen auf der Welt.“ „Daher wissen wir nicht, wo er sich immer aufhalten wird.“ Mio/Tio

„Hmm, dann hoffen wir mal, dass seine Wut nicht verebbt, sodass wir mehr Zeit haben zu trainieren. Gildemeister, von den vielen Namen, gibst zu denen irgendwelche Aufträge oder ähnliches?“ Sina

„Camilla war ein offizieller SSS-Auftrag gewesen. Die Belohnung wurde unter den vier Helden gleichmäßig aufgeteilt. Ach, bevor ich vergesse, aber ich befördere dich zum Rang A-Abenteurer Sherry. Mit deinem Zauber hast du Camilla richtige Schwierigkeiten gemacht.“ Ma Shi

„Eh?!“ Sherry

„Oh ja, ich habe es richtig genossen, wie du sie mit dem Wasserzauber in die Luft gejagt hast.“ Ascal

„Du hast den Rang wirklich verdient. Glückwunsch!“ Keya und alle andere gratulierten Sherry, die einen roten Kopf bekam.

„Nun von den Namen kenne ich nur Jasper. In der Geschichte hat er mehrere Städte komplett zerstört. Viele SSS-Abenteurer haben ihn gejagt, aber keiner ist lebendig zurückgekehrt, daher liegt deine Einschätzung ziemlich gut Lady Sina.“ Ma Shi.

„Das Camilla so viele Geschwister hatte, hätte ich nicht im Traum gedacht.“ Keya

„Hmm, Dragos sagt mir was, aber ich weiß nicht, ob wir von dem selben Dragos sprechen. Es gibt einen Vampir, der den Zwergen immer wieder Probleme macht, aber es wird berichtet, dass dieser Vampir nur mit Fäusten und Füßen kämpft.“ Ascal

„Hmm bei Fae klingelt nichts? Wenn die wirklich eine so starke Magierin ist, müsste man doch irgendwas mitbekommen haben.“ fragt Sina, aber die Gildemeister schütteln nur ihre Köpfe.

„Nun gut. Dann wissen wir, was auf uns zu kommt. Wir müssen alle stärker werden, denn ich werde nicht die ganze Bande alleine schaffen, vor allem wenn da wirklich zwei Vampire sind, die SV haben.“ Sina

„Herrin, ich habe mir darüber schon Gedanken gemacht, wie wir unser Training besser gestalten können. Tio und Mio sind scheinbar nachdem Kampf mit Camilla irgendwie stärker geworden, aber man kann mehr aus ihrer Stärke herausholen.“ Suki

„Wenn du irgendwas benötigst an Trainingsmaterial, sag mir Bescheid Suki. Wenn es nach mir ginge, würde ich alle SSS-Abenteurer zusammentrommeln und auf die Jagd gehen, ich habe keine Lust, dass die beknackten Geschwister und der Vater von Tio und Mio weiter die Stadt angreifen. Wir können von Glück reden, dass der Schaden sich in Grenzen hielt.“ Sina

„Das kannst auch nur du so nüchtern betrachten. Das war unser Gildehaus!“ Prashi

„Hmm, ich denke wir haben heute sehr viel erfahren. Lady Sina, ich würde dir gerne einen Spezial-Auftrag geben.“ Ma Shi

„Schon wieder? Ich weiß nicht mehr, wann ich normale Aufträge gemacht habe.“ Sina

„Nun, solltest du den Auftrag annehmen und ihn erledigen, wirst du direkt in den SSS-Rang befördert.“ Ma Shi

„Eh? Was ist das für ein Auftrag, dass ihr mir so eine Belohnung anbietet? Das riecht ja gerade nach einer Falle!“ Sina

„Die Gildemeister im Kaiserreich Osnain sind alle verschwunden und die Stellvertreter wissen von nichts.“ Ma Shi

„Ich soll ins Kaiserreich?! Du hast mir doch davon abgeraten, weil du befürchtest, dass ich mich mit dem Kaiser anlege!“ Sina

„Nun ist es etwas anderes. Die Gildemeister verschwinden nicht einfach so und da die Stellvertreter nichts sagen, deutet alles darauf hin, dass der Kaiser vielleicht was damit zu tun hat. Du sollst auch keinen Krieg dort einfach anfangen, sondern die Stellvertreter ausfragen, was eigentlich los ist. Du bist klug genug, selbst zu wissen, wie weit du gehen kannst.“ Ma Shi

„Und Keya und Ascal sehen das genau so?“ Sina

„Nun, es wäre so oder so ein S-Auftrag gewesen und wir wollten jemanden hinschicken, der auch eine bekannte Persönlichkeit ist. Das seid ihr nun mal Lady Sina.“ Keya

„Zumal, wir sind eine neutrale Organisation, man lässt nicht einfach alle Gildemeister verhaften. Momentan dulden wir das noch, aber wenn wir keine Antworten auf unsere Fragen bekommen, müssen wir daraus Konsequenzen ziehen.“ Ascal

„Im Grunde reist ihr direkt in die Hauptstadt Ascot und sprecht mit dem Stellvertreter, denn dort ist auch der Hauptsitz des Kaisers.“ Sina

„Als ob mir eine Wahl bleibt. Aber ich warne euch jetzt schon. Sollte der alte Knacker dort auf die Idee kommen, mich ebenso verschwinden zu lassen, dürfte es blutig in der Hauptstadt werden.“ Sina

„Das ist uns bewusst, genau deswegen schicken wir euch dahin, damit man die Finger von euch lässt. Auch wenn die Rede des König nur in diesem Land ausgestrahlt wurde, die Regierung Osnains wird sie ebenfalls mitbekommen haben.“ Keya

„Ok, aber was genau ist der Auftrag?“ Sina

„Herausfinden, wo die Gildemeister sind und „wenn“ sie vom Kaiser verhaftet wurden, warum. Sollte sich eine Möglichkeit ergeben sie wieder freizubekommen, setzt sie um.“ Ma Shi

„Bekomme ich ein offizielles Schreiben, damit ich dem dortigen Stellvertreter die Zunge etwas lösen könnte, bevor… ich meine Methode anwende?“ Sina und man hörte Prashi schwer schlucken.

„Das können wir natürlich machen, aber rechne nicht mit sehr großem Erfolg.“ Keya

„Dann gebe ich meinem Kutscher Bescheid, das er alles vorbereiten soll. Sherry, du kommst natürlich mit.“ Sina

„Eh?!“

Kapitel 76

Ich bin wiedergeboren und zeige keine Gnade?

„Ich würde dich bitten meine Freundin loszulassen.“ sagte Sina zu der Frau. Sina hatte die Feuersäule vor der Stadt gesehen und ist von ihrer Kutsche aus los gerannt.

„Und wenn nicht? Ich kann sie auch mit einer Hand töten!“ fletschte Camilla, aber Sina antwortet nur darauf hin: „Dann reiße ich deinen Arm ab und schlage dich damit nieder. Ich werde dich nicht töten, aber du wirst den heutigen Tag bereuen.“

Sherry hatte Sina schon ein paar mal wütend erlebt, aber diese Stimme… Jedes Wort war glaubhaft und selbst Camilla lief ein Schauder den Rücken runter.

Camilla wusste nicht wie sie reagieren soll. Bringt sie das Zaubermädchen um, verliert sie womöglich ihren Arm, lässt sie es frei wird diese zornige Frau zuschlagen. Aber das Problem löste sich, da ein Dolch in ihren Arm flog.

Suki hat es irgendwie geschafft, ihre letzte Kraft zu mobilisieren und einen Dolch zu werfen. Dann fiel sie bewusstlos in sich zusammen. Durch ihre Aktion löste sich der Griff um Sherrys Hals und sie fiel herunter.

Sina nutze die Chance und warf Camilla weg von Sherry. Camilla landete auf ihren Füßen und rieb sich den Arm, den Sina festgehalten hatte.

„Alles in Ordnung Sherry?“ fragte Sina, die weiterhin Camilla im Auge behielt. „*hick* *snif* Diese Frau… Tio und Mio… haben sich geopfert… Sie war… einfach zu stark für uns.“ schluchzte Sherry.

„Ich verstehe. Du kannst dich nun ausruhen, ich werde das jetzt regeln.“ sagte Sina und Sherry nickte nur weinend.

„Wer bist du?“ knurrte Camilla. Ihre Instinkte schrien alle, dass die neue Frau gefährlich ist. „Das brauchst du nicht zu wissen. Ich werde dein letzter Gegner in deinem Leben sein. Du hast meine Stadt angegriffen, meine Gilde und meine Freundinnen.“

„Pah, sei nicht so arrogant nur weil du meinen Arm festhalten konntest!“ schrie Camilla, die in der Zeit den Dolch aus dem anderen Arm gezogen hatte.

„Oh keine Sorge, ich werde mich nicht zurückhalten.“ und Sina lief ohne Waffen auf Camilla zu. Camilla wollte nach Sina schlagen, aber Sina packte ihren Arm und zog sie zu sich. Dann benutzte Sina ihre andere Hand als Faust und krachte sie in Camillas Gesicht.

Sie schrie auf und wollte von Sina wegspringen, aber Sina hielt sie weiterhin mit brutaler Kraft fest und schlug wieder in Camillas Gesicht, schnell und gnadenlos. Dann verpasste Sina ihr einen Kinnhaken, sodass sie nach oben flog.

Sina packte ein Bein von Camilla und schmiss Camilla auf den Boden, aber sie ließ Camilla nicht los und wiederholte die Aktion mehrmals. Camilla schrie vor Schmerzen und dachte nur: „Wer… ist diese Frau… es ist als würde ich gegen Justus kämpfen!“

Irgendwann ließ Sina die Frau los und sie flog krachend in eine Wand. Schmerzvoll wollte Camilla wieder aufstehen, aber dann wurde sie von Sina am Gesicht gepackt und gegen die Wand gedrückt. Sherry beobachtet wie brutal Sina war, dabei benutzt sie nicht mal ihre Waffen.

Als Sina dann in einer Ecke ankam, warf sie die rothaarige Frau durch die Wand… und Camilla landete auf der Straße. Überall liefen die Zuschauer weg, die noch in der Nähe waren und Abenteurer zogen ihre Waffen.

„Was ist los Vampirmädchen? Haben dich meine Freundinnen zu sehr in die Mangel genommen, dass du keine Kraft mehr hast dich zu wehren hmm? Da war Ludwig aber stärker.“ spottet Sina, aber ihre Mimik war weiterhin eiskalt.

Camillas Wunden am Gesicht waren wieder so verheilt, dass sie sprechen konnte und reagierte geschockt, als sie Ludwig hörte: „Was? Du kennst Ludwig?!“

„Aber sicher das, ich war es, der ihn umgebracht hat.“ gab Sina ihr Geheimnis preis. „Du bist stark, keine Frage, aber Ludwig hättest du nicht…. ARGH“ Camilla wollte weitersprechen, aber eine Peitsche wickelte sich um ihren Hals.

„Na, erkennst du Peitsche? Er hat sie mir vermacht.“ Die Peitsche zeigte sofort ihre Wirkung und Camillas Hals fing an zu schmoren. Sie schrie und wollte die Ketten entfernen, wird aber von Sina wieder zurück in die Gilde geworfen.

Prashi und die Gildenmeister sahen, wie Sina wieder in die Gilde ging und Prashi musste leicht zittern. „Sina ist… extrem sauer.“ murmelt sie.

„Das war Sina?!“ fragte Keya, weil sie die Frau nicht sofort erkannt hat. „Ich habe sie überhaupt nicht erkannt.“

„Doch das war Sina. Ich würde ja sagen, dass es mich beruhigen müsste, aber ich glaube sie wird Camilla keinen einfachen Tod bescheren.“ schüttelt Ma Shi traurig den Kopf.

„Das hat Camilla auch verdient. Sie hat über tausende von uns gejagt und gefoltert. Was Sina auch mit ihr machen wird, sie hat meine Unterstützung.“ meint Ascal.

Camilla fiel in einen brennenden Holzhaufen rein. Sie schrie auf und sprang raus. „Verdammt… verdammt, was stimmt mit dieser brutalen Stärke nicht. Sie ist doch auch nur ein Mensch?!“ rief Camilla panisch.

„Wer weiß, aber sie ist verdammt sauer auf dich.“ antwortet Sina. Camilla drehte sich zum Eingang und sah Sina auf sich zukommen.

Camilla holte auf einmal einen Panzerfäustling mit Stacheln aus ihrem Inventar. Diese Waffe strahlte eine unheimliche Aura aus.

„Dass ein Mensch mich dazu zwingt, meine Waffe zu ziehen…“ zischte Camilla. „Diese Waffe ernährt sich von den Seelen meiner Feinde. Jedes Mal, wenn sie eine starke Seele frisst, wird sie selber stärker.“ grinst Camilla, aber wurde unruhig, weil sich Sina davon nicht beirren lässt.

„Ah, eine lebendige Waffe? In den Händen eines Vampirs bestimmt eine mächtige Waffe.“ sagte Sina desinteressiert. Camilla stürmte auf Sina los und griff sie mit ihrer Panzerfaust an…

Sina schlug ebenso mit ihrer Faust auf die Panzerfaust und man hörte das Brechen von Knochen, nur… die Panzerfaust ist extrem demoliert und Camilla schrie laut genug, dass man es ebenso draußen hörte.

Die Hand von Sina sah fürchterlich aus, Knochen sind durch die Haut gekommen und Blut tropfte herunter. Camilla dagegen hatte ein größeres Problem. Aufgrund dessen, dass ihre Waffe verbeult und eingedrückt war, konnte sich ihre Hand nicht mehr richtig regenerieren.

„Du… bist wahnsinnig!“ keuchte Camilla vor Schmerzen und bekam einen Tritt von Sina ins Gesicht. Dieser Schlag führte dazu, das Camilla wieder draußen auf der Straße landete. Zähne fielen aus ihrem Mund und neue wuchsen nach, aber…

„Argghhh… meine Hand!“ Camilla versuchte die zerstörte Waffe herunter zu bekommen, aber sie müsste eher die Hand abschlagen. Sina kam wieder aus der Gilde und ihre zerstörte Hand ist teilweise wieder geheilt.

Camilla fiel auf ihren Hintern und wollte sich von Sina wegdrücken, weil sie nun wirklich Panik hatte. Ein Gefühl dieser Art von Panik kannte sie nicht. Sie hatte schon öfter gegen starke Gegner gewonnen, aber keiner zeigte so eine brutale Kraft wie diese Frau, vor allem hat sie scheinbar ebenso die Fähigkeit der Regeneration.

„Geh… geh weg von mir!“ flehte Camilla. „Wieso sollte ich? Du hast doch bei meinen Freunden ebenso wenig Gnade gezeigt. Ich gebe dir einfach nur deine eigene Medizin zu schmecken.“ grollte Sina.

Die Vampirfrau drehte sich auf ihre Knie und wollte flüchten, aber Sina war nah genug und brach ihr ein Bein, das jeder hören konnte. Dann trat Sina der Frau auf den Rücken. Einige Abenteurer drehten ihre Gesichter vor dieser Gewalt weg.

„Weißt du, ich kenne deinen Namen nicht mal, aber du bist für mich nichts anderes als ein alter Parasit der sich vom Blut ernährt. Mich interessiert es nicht mal, wie du heißt. Ich habe mir viel mehr darüber Gedanken gemacht, wie bringe ich dich am besten um? Als Vampir gibt es nicht allzu viele Möglichkeiten weißt du?“ sprach Sina in einem Plauderton mit Camilla.

Ihr gebrochenes Bein war wieder verheilt, da trat Sina auf eines ihrer Knie das sofort gebrochen war und Camilla wieder zum schreien brauchte. Einige Zuschauer mussten sich übergeben.

„Ich dachte mehr an was dramatisches wie dich ins Feuer zu werfen oder einen Holzpflock ins Herz zu rammen, aber… das gibt mir nicht die nötige Befriedigung, weißt du?“ fragte Sina. Camilla versuchte alles um von Sina wegzukommen, aber Sina ließ das nicht zu.

„Also werde ich langsam dein Herz zertreten.“ und Sina trat auf ihren Brustkorb. Camilla packte es mit ihrer gesunden Hand und wollte sie wegstoßen, aber… sie konnte es nicht wegdrücken!

Dann kam der langsame Tod. Sina drückte immer mehr ihren Fuß auf ihren Brustkorb, bis man das Knacken der Rippen hörte. Camilla spuckte Blut und wollte Sina treten, aber ihre Treffer bewirken nichts.

Der Fuß ging immer tiefer in den Brustkorb der Frau… bis Sina das Herz von Camilla zertreten hatte. Camilla gab noch ein ungläubiges Keuchen von sich und fiel kraftlos in sich zusammen, dann verwandelte ihr Körper sich zu Staub.

Die Zuschauer waren alle aschfahl im Gesicht geworden, einige übergeben sich und andere schütteln den Kopf traurig über die gewalttätige Aktion von Sina, aber dies war ihr egal.

„Die Gefahr ist gebannt, löscht das Feuer und helft den Verletzten!“ befahl Sina den Abenteurern und ging selber wieder in die Gilde.

Prashi war wieder in ihrem Element und teilte ihre Leute in unterschiedliche Gruppen, die sofort ihre Befehle ausführten.

„Endlich… ein langer Fluch ist von den Elfen genommen…“ flüstert Keya erleichtert und Ascal stimmte ihr nur zu.

Irgendwo auf der Welt in einer Burg:

Der dunkle Mann hielt ein Glas Wein und unterhielt sich mit seinem Sohn Justus, als er einen Stich im Herzen spürte. Er reagierte unglaubwürdig und in seiner Wut zerdrückte er das Glas.

„Was ist los Vater?“ fragte Justus, aber sprang von seinem Vater weg, als der anfing alles in seiner Nähe zu zerstören.

„Was los ist willst du wissen?! Camilla ist tot!“ schrie der dunkle Mann vor Wut und Justus staunte über die Aussage.

„Wow und was ist mit Tio und Mio?“

„ … Von ihnen habe ich nichts gemerkt.“

Im zerstörten Gildenhaus:

Sina ging auf Sherry zu, die bei zwei schwarzen Körpern kniete. „Das sind Mio und Tio. Sie haben sich geopfert, damit sie ihre ältere Schwester an einem Ort festhalten konnten für meinen Zauber.“ schluchzte Sherry.

„Du weißt, dass sie noch leben oder? Wenn sie gestorben wären, wären sie nun zu Staub geworden.“ beruhigte Sina ihre Freundin.

„Eh?!“ und Sherry schaute ihre verkohlten Freundinnen an die sich bisher nicht regten. „Ich weiß zwar nicht, wie es ihnen geht, aber wir müssen ihnen Blut geben!“ und Sina drehte die beiden Körper auf den Rücken. „Ich kenne mich nicht aus mit Vampiren, aber Blut ist ihr Lebenselixier. Vielleicht können wir damit noch das Schlimmste verhindern.“

„Ich bin zu verletzt, du musst ihnen dein Blut geben.“ meinte Sherry und Sina kam ins Stocken. „Was ist los Sina?“ wundert sich Sherry.

„… Nichts, ich dachte nur… egal.“ Sina ignorierte die Konsequenzen und nahm ihre Blutklinge aus dem Inventar und schnitt sich tief in die Handfläche, anschließend ließ sie ihr Blut in den Mund der Vampire fließen.

In der Zeit kamen die Abenteurer rein und sahen die Aktion, die Sina und Sherry machten. Prashi kam hinterher und machte Dampf, dass sie gefälligst arbeiten sollten, dann gesellte sich Prashi zu den Damen bei den Vampiren.

„Was… macht ihr da?“ fragte Prashi. „Tio und Mio haben tapfer gegen die Frau gekämpft und ihr… Leben mehr oder weniger geopfert, aber noch sind sie nicht tot, sonst wären sie längst in Staub verwandelt.“ erklärt Sina.

Sina ließ das Blut abwechselnd in ihre Münder fließen, aber bisher tat sich nichts bis auch die Wunde von Sina sich schloss.

„Hmm, habe ich irgendwas übersehen?“ wundert Sina sich, dann keuchten auf einmal beide Zwillinge, das Blut von Sina zeigte wohl seine Wirkung.

Sherry hielt sich beide Hände vor den Mund und ihre Augen tränten vor Freude, ebenso von Prashi, die Sherry umarmte.

Auf einmal löste sich die verkohlte Haut von Mio und Tio und eine heile, saubere Haut erschien darunter. Es dauerte nicht lange und vor Prashi, Sherry sowie Sina lagen zwei gesunde Vampire, die nur einfach todmüde waren.

„Ist sie… tot?“ „Also… unsere Schwester?“ fragten sie abwechselnd und Sina erklärte es ihnen: „Sie ist gerade auf dem Weg zum dunklen Gott.“ Beide Schwestern fingen an zu weinen. Auch wenn sie Camilla überhaupt nicht leiden konnten und sie auch töten wollten, haben sie dennoch eine Schwester verloren.

Sherry umarmte beide und Suki wird mit einer Trage zu ihnen gebracht. Sie hat mittlerweile wieder ihr Bewusstsein erlangt. Sina machte große Augen, als sie Suki so sah.

„Ich muss mich entschuldigen… Herrin, dass wir Camilla nicht besiegen konnten.“ entschuldigt Suki sich traurig, aber Sina schüttelt nur den Kopf.

„Nein, das stimmt nicht. Dank euch ist diese Stadt und ihre Bewohner gerettet worden. Ihr habt sie so sehr in die Mangel genommen, dass sie sich nicht mehr richtig gegen mich wehren konnte. Sherry, Suki und auch ihr Mio und Tio, ich bin stolz auf euch. Stolz das ihr gegen so einen mächtigen Gegner ausdauernd gekämpft habt. Ich kann mich nicht glücklicher schätzen, euch als Freunde zu haben.“ nickte Sina voller Stolz.

Die Rede brachte die Damen zum staunen und ein Ausbruch der Gefühle kam hinterher. Sie weinten vor Freude und Stolz, glücklich alle am Leben zu sein.

Nur Prashi fiel was auf. „Sagt, Mio und Tio, hattet ihr schon immer eine rote Strähne in euren weißen Haaren?“

„„Eh??““

Kapitel 75

Ich bin wiedergeboren und meine Freundinnen kämpfen? III

Der Feuerball, in dem Camilla war, setzte die Gilde in Brand. Aber das kümmert die Frauen momentan wenig, sie wollen wissen was aus dem Vampir geworden ist.

Als der Feuerball verschwand, stand Camilla angebrannt da, aber man sah sofort wie ihre Wunden überall verheilen. Aber als Camilla ihre Augen öffnete, bekamen alle einen kalten Rücken. In ihren Augen brodelte große Wut mit dem Versprechen, alle leiden zu lassen.

„Wie lange ist es her, dass man mich so beschämt hat? Das werdet ihr mir büßen! Die Spielzeit ist vorbei!“ knurrte Camilla und griff Suki an.

„Pass auf Suki!“ „Sie macht jetzt ernst!“ riefen Tio und Mio zu, aber Suki merkte selbst, dass diese Frau nun ihre wahre Kraft einsetzte. Sie versuchte auszuweichen, aber bekam einen Tritt ins Gesicht und krachte durch eine Mauer, die in die Trainingshalle führte.

Mio und Tio versuchten Camilla wieder anzugreifen, aber sie wurden schnell beiseite geschlagen wie kleine Kinder und landeten vor Sherry.

„Ah, meine Haut ist wieder verheilt. Du mit den blauen Haaren. Dich werde ich mitnehmen und dir ganz langsam die Haut abziehen!“ gab Camilla das düstere Versprechen an Sherry.

„Lauf Sherry!“ „Wir haben keine Chance!“ „Wir versuchen sie aufzuhalten.“ „Damit du mehr Zeit hast.“ standen Mio und Tio auf zittrigen Beinen.

„Ich werde meine Freunde bestimmt nicht im Stich lassen!“ rief Sherry. „Camilla hat an Stärke und Schnelligkeit zugelegt, wenn man dies irgendwie wieder reduzieren könnte.“ dachte Sherry und ihr Blick fiel auf die Fesseln.

Eine andere Wand krachte und Suki erschien. Sie war ebenso sehr wütend, Blut tropfte aus ihrer Nase und Mund. „Das hast du schön gesagt Sherry. Mädels, gebt nicht die Hoffnung auf! Sie kann besiegt werden!“

„Suki, ich… habe einen Plan, aber ich muss das mit Tio und Mio schnell besprechen!“ rief Sherry. Suki nickte und griff Camilla an. Sie gab ein leises lachen ab, aber das Lachen verging ihr, als Suki scheinbar ebenso schneller angriff.

„Ihr beiden, hört zu. Könnt ihr diese Fesseln der Frau anlegen? Damit müssten wir zumindest ihre Schnelligkeit drosseln können.“ erklärt Sherry den Plan. Tio und Mio hörten ihn sich an, aber ihrer Schwester dies anzulegen? Sie schauten sich lange in die Augen und nickten.

„Gebt sie uns.“ „Wir machen das schon“ und Sherry gab ihre Fesseln den Zwillingen. Scheinbar hat Camilla ihren Kampf mit Suki wieder in den Griff bekommen und bedrängt sie.

„Die Stärke eines Tiermenschen… ab und zu darf man euch nicht unterschätzen, aber letztendlich seid ihr nur Tiere.“ höhnte Camilla.

„Tu nicht so, als wärt ihr das stärkste Wesen auf der Welt. Ich kenne jemanden, der ist noch stärker als ihr!“ antwortete Suki darauf.

„Oho, willst du mir etwa Angst machen? Ich kenne auch stärkere Wesen mit denen ich keinen Kampf haben will.“ spielt Camilla auf ihre Familie an, aber Suki verstand ihre Aussage nicht.

Auf einmal kamen Tio und Mio und kämpfen wieder mit. „Oh ihr Plagegeister, habt ihr es so dringend nötig zu sterben?“ höhnte Camilla, aber die Zwillinge ignorierten dies.

Gemeinsam mit Suki versuchten sie Camilla wieder zu bedrängen, aber Camilla ließ das nicht zu. Sie wich so schnell aus, dass man fast einen Doppelgänger sah.

Dann schlug sie mit der Faust Suki weg. Suki krachte wiederholt in die Trainingshalle, wo nun auch die Gildenmeister und Prashi sind und erschrocken reagieren.

„Warte, das ist doch Suki! Was machst du hier?“ wollte Prashi helfen, aber Keya hielt sie zurück. „Sie kämpft doch, siehst du das nicht? Wenn du dich jetzt einmischt, wirst du nur in Schwierigkeiten geraten!“ warnt Keya.

Man sah Prashi an, dass sie helfen wollte, ist aber klug genug, um zu wissen, wann sie im Weg steht. Durch die zerstörte Wand konnten nun alle sehen, wer da kämpfte. Die Zwillingsvampire und Sherry gegen eine rothaarige Frau. „Das ist tatsächlich Camilla. Ich würde sie überall erkennen.“ fluchte Ascal.

„Oh bei der Göttin, das Haus brennt. Kommt schon, wir müssen hier raus!“ drängte Ma Shi die anderen. Suki stand wieder auf und ging auf die Knie, dann aber fing sie an,.. sich… zu verändern.

„Was macht Suki da?“ wundert Prashi sich, aber die Gildenmeister wussten sofort, was gleich passiert. „Sie verwandelt sich in ihre Werform! Raus bevor sie uns sieht!“ sofort waren die Gildenmeister in Panik. Ein Tiermensch, der sich in seine Werform verwandelt ist unheimlich stark und schnell, aber einige Tiermenschen haben dann keine Kontrolle mehr und greifen alles an.

In der Zeit wo Camilla Suki geschlagen hat, nutze Tio die Chance und legte ihr eine Fessel am rechten Arm an, wird aber dann von Camilla weggeschlagen.

„Was soll der Mist? Was hast du mir da angelegt?!“ schimpft Camilla und Mio wollte an dem anderen Arm ebenso die Fessel anlegen, diesmal reagierte Camilla schneller und schlug Mio zu Boden.

„Lasst den Blödsinn!“ und wollte bei Mio nachtreten, aber merkte sofort das Sherry wieder am Zaubern war.

„Nochmal lasse ich es nicht zu!“ und wollte zu Sherry stürmen, als Camilla ein Klicken am linken Bein spürte. Mio hatte die Fessel angelegt und grinste vom Boden hoch und der Sieg stand in ihren Augen.

Camilla schlug mit ihrer Faust nach Mio und stürmte nach Sherry, als sie auf einmal auf den Boden krachte. Tio hat die Fesseln auf höchste Stufe aktiviert.

„Was… ist das?! Wieso kann ich meinen Arm und mein Bein nicht hochheben?!“ zerrte Camilla an der Fessel vom rechten Arm und sah dann, das Sherry scheinbar mit ihrem Zauber fertig war.

„Wassersäule!“ schrie Sherry und ein dicker Wasserstrahl unter Camilla drückte sie nach oben durch alle Etagen des Gildehauses bis zum Dach. Bei der Aktion konnte man teilweise das Brechen von Knochen von Camilla hören. Anschließend flog sie durch den Wasserstrahl noch weiter nach oben und sah das Gildehaus von oben… bis der Wasserstrahl plötzlich verschwand und durch das Gewicht der Fesseln mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit wieder in das Gildehaus herunterstürzte, dabei schrie Camilla.

Die Gildenmeister sowie die anderen Abenteurer sahen das Spektakel von draußen, wie die Frau schrie. „Oh, was würde ich gerne bei dem Kampf zuschauen.“ meint Ascal.

„Bitte, bei der Göttin, lasst diese Helden das Monster umbringen. Wir haben genug gelitten durch diese Frau.“ betete Keya.

„Sagen sie Ma Shi. Haben wir eigentlich eine Versicherung für das Gildenhaus?“ fragte Prashi und Ma Shi nickte.

„Keine Sorge, wenn man Abenteurer war, bevor man zum Gildenmeister wird, lernt man einige Dinge.“ erklärt Ma Shi.

„Steht auch in der Versicherungspolice drin, dass sie auch ein neues Haus für uns bauen? Ich meine, die Gilde brennt und der Kampf läuft immer noch. Scheinbar haben wir noch andere Leute bei uns, die ihre Umgebung beeinflussen.“ kommentiert Prashi und Ma Shi musste schlucken.

Camilla stürzte wieder durch die Etagen und krachte am Ende in die Eingangshalle. Bei der Aktion ist eine der Fesseln kaputt gegangen, so hat sie nun wieder ihre Beine frei.

Sherry liegt auf ihren Knien, weil dieser Zauber einen guten Teil ihrer Mana verbraucht hat und sah, wie Camilla durch die Decken wieder hereinstürzte. Sie lag auf dem Boden und es kam keine Reaktion.

„Haben… wir gewonnen?“ flüstert Sherry, aber dann zuckte Camilla wieder. Ihre Regeneration musste ihre Knochen reparieren, bevor sie sich wieder bewegen konnte.

„Gnrr… mein Kopf…“ Camilla reibt stöhnend ihren Kopf. Mio und Tio sind zu geschwächt um sie anzugreifen, also stand Sherry wieder auf und zog ihr magisches Schwert.

Als sie bei Camilla war, wollte Sherry zuschlagen, wird aber von Camilla weggetreten und krachte gegen die Eingangstür. Sie musste sofort Blut spucken und spürte, das mehrere Rippen gebrochen waren.

„Stirb mir bloß nicht weg, Zaubermädchen. Ich habe noch Pläne mit dir!“ drohte Camilla und zerrte wieder an der Fessel, dann schlug sie sie mit der Faust kaputt.

„Soo, ich bin ich diese Dinger los. Scheinbar steht ja keiner von euch Nervensägen mehr und ich bin komplett nass…“ wollte Camilla sagen, aber dann brüllte ein Wesen so laut, dass Camilla ihre Ohren zuhalten muss.

Eine Wand wurde zerstört und ein Wertiger kam heraus, dabei trug er eine zerrissene Maiduniform. Er brüllte Camilla an und stürmte auf sie, die geschockt ihre Augen aufriss. Der Tiger greift Camilla mit seinen Krallen an und bedrängte Camilla.

„Verdammt, das muss die Katze gewesen sein. Wie verzweifelt muss man sein, sich in seine Werform zu verwandeln?“ knirschte Camilla.

Tio nutze die Chance und trug Mio vom Boden weg, auch wenn sie selber kaum die Kraft dazu hatte, anschließend fiel Tio mit Mio vor Sherry hin. Alle keuchten schwer vor Schmerzen.

„Sherry… hast du noch irgendeinen mächtigen Zauber?“ keuchte Mio. Sherry hielt sich den Brustkorb und überlegte.

„Ich… hätte einen… aber dafür muss man Camilla zum Stehen bringen. Sie wird sich nicht davon treffen lassen. Es ist ein ortsgebundener Zauber.“ schnaufte Sherry.

„Was meinst du Schwester?“ grinst Tio Mio an. „Nun, es gäbe eine Möglichkeit.“ grinst Mio schnaufend zurück.

„Was… habt ihr vor?“ wollte Sherry wissen, weil sie ein blödes Gefühl hatte. „Keine Sorge. Wir wissen schon was wir tun.“ „Genau, wie können wir die Güte sonst zurückzahlen, die man uns gewährte?“

„Ok? Ich vertraue euch… Ich fange an, dass ist ein unheimlich langer Zauberspruch.“ und Sherry stand unter Schmerzen wieder auf, anschließend murmelt sie den Zauber.

Die Zwillinge halfen sich gegenseitig auf und fingen an, ihre Vorbereitungen zu treffen.

In der Zeit hat der Tiger Camilla böse zugerichtet, aber ihre Fertigkeit Regeneration muss ziemlich hoch sein, wenn die Wunden sich so schnell wieder schließen können. Aber der Tiger keuchte ebenso schwer, scheinbar benötigt die Verwandlung viel Energie.

Dies bemerkte Camilla ebenso und grinste böse. Als der Tiger langsamer wurde, schlug sie eine seiner Pranken weg und stach mit ihrer Hand in die Seite des Tigers. Der Tiger brüllte vor Schmerzen und wollte wieder nach Camilla schlagen, aber sie packte irgendeine Innerei und drückte zu.

Die Zuschauer von draußen hörten einen Schmerzensschrei, den sie nicht beschreiben konnten, aber die Angst packte sie, wer diese Schmerzen zufügen möge.

Camilla zog ihre Hand wieder raus und der Tiger fiel auf die Knie, dann trat sie ihn von sich weg, sodass sie in die Trainingshalle krachte.

„Sooo, das dürften nun aber alle sein… Hmm?“ als Camilla Tio und Mio langsam auf sie zulaufen sah.

„Bis zum letzten Moment wollt ihr kämpfen? Ihr wart zu lange mit Ludwig unterwegs, er liebte ja Dramatik über alles.“ spottet Camilla lachend.

„Lass Ludwig ihn Ruhe.“ „Er war immerhin nett zu uns!“ wehrten sich die Zwillinge. Wenn sie in ihre Vergangenheit schauten, war Ludwig in der Tat der Einzige, der nett zu den Zwillingen war. Ihre richtigen Geschwister ließen keinen Tag vergehen um sie zu verhöhnen oder ärgern.

„Ja ja, ihr Dämlacks würdet jedem folgen, der nett zu euch ist. Scheinbar hätte Vater bei eurer Erziehung ein bisschen härter durchgreifen müssen… Ach ja, hat er ja indem er eure Mutter getötet hat!“ lachte Camilla und die Zwillinge wurden zornig.

„Lass Mama aus dem Spiel!“ „Du bist doch nur neidisch, weil Mama uns geliebt hat!“ antworten die Zwillinge und bei Camilla wurde scheinbar ein Nerv getroffen.

„Oh? Seit wann habt ihr gelernt, euer Gehirn zu benutzen bei Gesprächen? Nicht das es mich wirklich interessiert, wenn ihr eh gleich sterben werdet.“ und Camilla stürmte auf die Zwillinge zu. Sie machten im ersten Moment nichts und ließen dann auf einmal ihre Rapiere fallen. Das machte Camilla etwas stutzig und blieb aufmerksam.

Dann sprang Tio auf Camilla zu und packte sie am Bauch, während Mio hinter Camilla stürmte und sie von hinten packt.

„Schnell SHERRY!“ „Setzt den Zauber ein!“ schrien die Zwillinge, während sie versuchen, Camille am Ort festzuhalten. Camilla ahnte was und schaute nach dem Zaubermädchen, dessen Haare zu Berge stehen.

„Lasst… mich… LOS!!“ schrie Camilla als sie ein blödes Gefühl bekam. Mio und Tio krallten sich an Camilla so fest, dass Camilla schrie.

„Vertrau uns Sherry!“ „Genau, wir wissen was wir tun!“ „Glaub an uns.“ „Wie wir an dich glauben!“ weinten beide Vampirzwillinge.

Sherry hat gesehen was ihre Freundinnen machen und weinte selber, unterbrach aber nicht ihren Zauber. Camilla zeigte leichte Anzeichen von Panik, denn bisher waren die Zauberangriffe des Zaubermädchen sehr stark gewesen. Nicht tödlich, aber auch nicht zu ignorieren.

„Wollt ihr etwa sterben?!“ schrie Camilla wieder und sieht, wie ihre Schwestern sie böse angrinsen. „Du wolltest uns doch eh umbringen!“ „Deswegen nehmen wir dich mit!“

Der Zauber war nun fertig und Sherry weinte fürchterlich, aber sie will die Chance nicht verstreichen lassen. „Inferno.“

Die Vampire waren alle in eine Feuerkugel eingeschlossen. Camilla reagierte geschockt, während Tio und Mio Sherry freundlich zunickten und ihre Augen schlossen.

Dann explodierte die Kugel und formte sich zu einer Feuersäule, aus der Blitze heraus schossen. Ein großer Bereich der Gilde wurde durch die Druckwelle zerstört, die Feuersäule bahnte sich einen Weg bis zum Dach und alles was sie berührte ging in Flammen auf.

Sherry flog gegen die Wand und schütze mit ihren Armen ihren Kopf. Die Abenteurer sowie andere Zuschauer schrien in Panik, als sie den Zauber von Sherry sahen. Überall flogen Steine und Holzsplitter in die Luft. Die Gildenmeister sowie Prashi schützten ihre Köpfe und spürte alle die Hitze von dem Zauber.

Die Kraft des Zaubers löste sich auf und die Hitze verschwand. Das Gildenhaus brannte noch stärker und Sherry öffnete langsam ihre Augen. Sie sah eine schwarze Person stehen sowie zwei weitere auf dem Boden. Keiner von ihnen regte sich. Sherry fing an wieder zu weinen, diesmal aber laut.

Suki hatte sich wieder in ihre normalen Form zurückgewandelt und hat keinerlei mehr Kraft sich zu bewegen, hat aber mitbekommen, was Tio und Mio getan haben und weinte ebenso.

Der Zauber hat sehr viele Mana von Sherry beansprucht und sie ist stark geschwächt. Dann merkte Sherry, wie die stehende Frau sich bewegte. „Nein… bitte lass ihr Opfer nicht vergebens sein!“ wimmert Sherry.

Die verbrannte Frau riss die Augen auf und Sherry sah den brennenden Hass auf sich. Erst bewegte es sich langsam, dabei vielen verbrannte Hautreste von ihr runter. Wo was abfiel regenerierte sich neue Haut. Man sah immer mehr wieder die alte Camilla, die langsam auf Sherry zu ging. Ihre Kleidung hat ebenso gelitten, aber bedeckte das Nötigste.

„Oh… diese Schmerzen… Ich weißt nicht mehr, wann ich solche Schmerzen erlebt habe.“ sagte Camilla hasserfüllt. „Ich kann dich nicht am Leben lassen. Du bist zu gefährlich für unsere Art!“

Sherry versuchte von Camilla weg zu kriechen, aber ihr fehlte die Kraft dazu und Camilla war dann komplett verheilt als sie bei Sherry ankam. Die Vampirfrau packte Sherry am Hals und hob sie hoch.

„Zeit das Spiel zu beenden…“ und Camilla will mit der freien Hand in Sherry eindringen. Sherry schloss ihre Augen vor dem kommenden Tod.

„ARGH!“ schrie Camilla und eine bekannte Stimme sagte: „Genau, lass uns lieber ein neues Spiel spielen.“

Sherry riss ihre Augen auf und sah eine wutentbrannte Sina, die Camillas freie Hand hielt. Camilla selber knirschte mit den Zähnen vor Schmerzen.

Kapitel 74

Ich bin wiedergeboren und meine Freundinnen kämpfen? II

„Kannst du mir nochmal erklären, warum wir zur Gilde gehen Suki?“ fragte Sherry Suki während die beiden auf dem Weg zur Gilde sind.

„Du sollst Erfahrung sammeln und in der Abenteuergilde gibt es genug Übungsmaterial, die unterschiedliche Waffen einsetzten.“ erklärt Suki.

„Man nennt sie Abenteurer…“

„Stimmt, aber letztendlich ist das eine gute Chance dein Können auf die Probe zu stellen.“

Sie gingen noch einige Zeit, bemerkten aber panische Bewohner herumrennen und Abenteurer, die Anweisungen gaben.

„Huch? Gibt es Ärger?“ wundert Sherry sich und Suki zuckte nur ihre Schulter. „Komm lass uns fragen.“ und beide gingen zu einem Abenteurer.

„An alle Bewohner, sie dürfen nicht zur Gilde gehen! Ich wiederhole, an alle Bewohner, sie dürfen nicht zur Gilde gehen!“ rief der Mann.

„Wieso nicht?“ fragt Sherry.

„Es wurde der stille Alarm ausgelöst, dass ein gefährliches Monster in der Gilde aufgetaucht ist. Mehr weißt ich auch nicht.“ und ging von den Damen weg.

„Wir müssen zur Gilde Suki! Dort sind unsere Freunde!“ rief Sherry panisch, aber Suki beruhigt sie.

„Tief ein und ausatmen, es bringt nichts, wenn du in Panik verfällst. Was auch immer dort für ein Monster ist, vergiss nicht, dass Tio und Mio ebenso Monster sind. Aber ja, wir gehen besser nachschauen.“ nickt Suki.

In der Gilde:

Prashi hat soweit die meisten Mitarbeiter evakuiert und ging zum Büro des Gildemeisters. Sie sparte sich das klopfen und öffnete die Tür. Die Gildemeister waren alle beschäftigt, die Dokumente einzusammeln.

„Prashi, was ist los? Wer hat den stillen Alarm ausgelöst?“ forderte Ma Shi zu wissen.

„Das war ich. Mio und Tio gaben den Code A Drei S und können höchstens 20Minuten den Kampf hinauszögern, wenn überhaupt.“ erklärt Prashi.

„Hinauszögern? Was für ein Monster ist das überhaupt?!“ verlangte Keya zu wissen.

„Ich weißt es nicht, nur die beiden hatten eine panische Angst vor der Frau.“ Prashi

„Eine Frau? Könnt ihr sie vielleicht etwas näher beschreiben?“ hakte Ascal.

„Ein Vampir, ziemlich groß gewachsen, freizügige Kleidung, lange rote wellige Haare und strahlte eine Aura des Alters aus.“ beschrieb Prashi die Frau und beide Elfen wurden sehr blass.

„Camilla…“ flüstert Keya und zittert auf einmal am ganzen Körper. Ascal hatte sich besser im Griff, aber man sah ihm an, dass er jetzt gerne woanders wäre.

„Vermutlich ist sie es. Warum von allen verdammten Vampiren ist sie hier?!“ rief Ascal.

„Meine Freunde, beruhigt euch. Könnt ihr euch vielleicht erklären?“ versuchte Ma Shi sie zu beruhigen.

„Camilla ist eine Nemesis der Elfen. Wenn sie nicht gerade irgendwo unterwegs ist, dann jagt sie speziell uns Elfen.“ fing Keya mit der Erklärung an.

„Angeblich wäre unser Blut… süßer als von den anderen Lebewesen. Camilla jagt uns und lässt unser Blut dann abzapfen, bis wir zu geschwächt sind neues Blut zu produzieren.“ beendet Ascal angewidert.

„Ihr müsst die gesamte Stadt evakuieren Ma Shi! Wo sie auftaucht ist am Ende nur ein zerstörter Ort!“ warnt Keya.

„Wie stark sind die stärksten Abenteurer in der Stadt?“ fragt Ascal.

„Höchstens A. Wir haben zwar… Raul, aber er ist ein pensionierter S-Abenteurer und wird nicht mal als Ablenkung gegen das SSS-Monster sein.“ antwortet Ma Shi, sah aber Prashi grübeln. „Oder weißt du mehr Prashi?“

„Hmm, wenn es um Abenteurer geht, ist nur Raul. Aber… Mio und Tio liegen zwischen SS und SSS, dann gäbe es noch… Suki. Ich weiß nicht, wie ich ihre Kampfkraft einschätzen soll, aber ich habe ein Trainingsduell mit Suki und den Vampiren gesehen. Manchmal ist Suki stärker, manchmal schwächer. Aber…“ dachte Prashi laut, bis alle ein lautes Krachen hörten.

„Der Zeit ist wohl um.“ kommentiert Ma Shi nur.

In der Eingangshalle der Gilde:

Camilla griff die Zwillinge an und zerstörte dabei die Rezeption von den Zwillingen, während sie dem Angriff auswichen.

Mio schlug mit ihrem Rapier nach Camilla, aber sie wich dem Angriff problemlos aus und wollte zum Gegenangriff starten, aber Tio ließ das nicht zu und stach ebenso nach Camilla. Diesen Angriff schlug Camilla mit ihrer Hand weg.

„Ho? Seid ihr etwa stärker geworden, seit unserer letzten Begegnung?“ spottet Camilla. Dann griff sie Tio und Mio gleichzeitig an. Die Beiden hatten ziemliche Mühe diesen Angriffen auszuweichen. Sie wussten, das Camilla momentan noch mit ihnen spielte.

„Unterschätzt uns nicht!“ „Genau, auch wir haben geübt!“ antworten sie. Dann versuchten sie den gleichen Trick, den sie bei Castien angewendet haben bei Camilla. Eine lenkt sie ab, die andere schlug von hinten zu, aber…

Als Mio hinter Camilla stand, bekam sie ein Tritt in den Magen und flog krachend gegen die Wand. Dabei hatte Camilla nicht mal nach hinten geschaut und gab ein fieses Grinsen, weil sie nun Tio alleine für sich hatte.

„Geübt? Also ehrlich, ihr benutzt immer noch die gleichen alten Tricks.“ ärgert die Frau Tio. Tio versuchte Camilla zu treffen, wenn sie nach Tio schlägt, aber sie ist einfach zu schnell.

Dann bekam Tio einen Faustschlag ins Gesicht und krachte ebenso an eine Wand. Sie stand schnell wieder auf und ignorierte ihre gebrochene blutige Nase, aber Camilla stand nur lachend da.

„Oh bitte, warum das Theater? Ihr habt doch keine Chance und ihr wisst das genau.“ und provoziert mit Handgesten ihre Schwester.

Mio stand und nickte Tio zu, dann griffen beide Camilla von je einer Seite an. Sie gaben ihr bestes, aber Camilla wich den Angriffen nur lachend aus und schlug beide gleichzeitig weg.

„Mit eurer Kampfkraft hättet ihr vermutlich Ludwig in die Enge getrieben, aber ich spiele in einer anderen Liga als er.“ wirkt Camilla gelangweilt.

Tio und Mio sind frustriert, dass sie nicht einen Treffer landen konnten. Dann gab Mio das Zeichen für ihren Spezialangriff. Beide verschwanden aus Camillas Blickwinkel und sie hob nur eine Augenbraue.

Dann erschienen die Zwillinge wieder vor ihr mit einem Sturmangriff. Camilla gähnte nur und schlug mit ihrem Bein Tio in den Boden und schnappte sich Mio am Hals.

„Keine Ahnung was das werden sollte, aber das Spiel ist jetzt zu Ende.“ grinste Camilla und drückte mit ihrer Hand den Hals von Mio immer enger. Mio versuchte sich aus dem Griff zu befreien, wollte mit ihrem Rapier nach Camilla schlagen, aber sie hielt die Waffe mit der freien Hand auf.

Tio wollte ihrer Schwester helfen, wird aber von Camillas Fuß am Boden gehalten. Mio sah immer mehr schwarze Punkte vor ihren Augen. „Kommt mein Ende nun?“ dachte sie noch.

„Feuerball!“ rief eine Frau und eine große Feuerkugel flog auf Camilla zu. Sie ließ Mio los und sprang der Kugel aus dem Weg. Als Camilla landete, griff ein Tiermensch sie mit Dolchen an und traf sie sogar.

„ARGH!“ schrie Camilla und wich nochmal aus. Ein tiefer Stich im Bauch und ein langer Schnitt an ihrem Gesicht waren zu sehen, weil sie bluteten.

„Sherry *hust*?“ „Suki?!“ trauten die Zwillinge ihren Augen nicht, dass ihnen jemand zur Hilfe kommt. Sherry grinste nur nervös und Suki behielt Camilla weiterhin im Auge.

„Was ist los? Wer ist die Frau?“ wollte Sherry wissen. Mio und Tio waren den Tränen nah, aber konnten sich zurückhalten.

„Das ist unsere älteste Schwester.“ „Camilla, stärker als Ludwig.“ sagten sie und Sherry riss die Augen auf. Suki, konnte mit der Information nichts anfangen, nur dass die Frau gefährlich ist.

„Wir könnt ihr es wagen meine schöne Haut zu verletzten?!“ donnert Camilla, aber ihre Wunden sind wieder verheilt.

„Tio, Mio, könnt ihr noch kämpfen?“ fragte Suki, während sie Camilla abschätze. „Erm, klar.“ „Die paar Schläge hauen uns nicht um.“ bekam sie als Antwort zu hören.

„Dann kämpfen wir gemeinsam. Die Frau ist stark, aber nicht unmöglich zu besiegen.“ motiviert Suki die Zwillinge, aber das löste nur einen Wutausbruch bei Camilla aus.

„Wie bitte?! Werde nicht frech, nur weil du mich einmal getroffen hast, du niedriges Tier!“ poltert Camilla und griff Suki an. Suki weicht ihren Angriffen geschmeidig aus und schlug blitzschnell zurück. Man sah immer wieder leichte Schnittverletzungen an den Armen von Camilla, die aber schnell wieder verheilen.

„Sherry, du kümmerst dich um die Zauber, während wir drei Camilla in Schach halten.“ befahl Suki. Als die Zwillinge nun dem Kampf beitraten, bekam Camilla nun doch leichte Schwierigkeiten, vor allem weil Tio und Mio dank Suki auch Treffer landen konnten.

Camilla hatte nicht mit so einem Widerstand gerechnet. Vor allem die Tierfrau macht ihr zu schaffen. In ihr brodelte die Wut immer größter, dass sie immer mehr ausweichen und Treffer einstecken musste.

„Aus dem Weg! Feuervogel!“ schrie Sherry. Die Feuerkugel aus Sherrys Hand hat sich zu einem Vogel geformt und flog auf Camilla zu. Suki und die Zwillinge sprangen aus dem Weg und Camilla sah den Zauber kommen. Sie wich den Zauber spielend aus, aber…

„Eh?!“ rief Camilla, als der Vogel einen Bogen machte und ihr folgte und anschließend traf. Bei dem Zusammenprall explodierte der Feuervogel zu einer großen Feuerkugel und man hörte Camilla schreien.

Im Büro des Gildemeisters:

„Haben wir endlich alles?“ fragt Keya, während der Krach unter ihnen scheinbar nicht aufhörte.

„Ich glaube schon. Wenn es nach mir ginge, würde ich das Archivar ebenso retten, aber dafür haben wir keine Zeit.“ meint Ma Shi. Nachdem Prashi ebenso geholfen hat, das Büro des Gildemeisters leer zu räumen, ging es erstaunlich schnell.

„Und wie kommen wir jetzt weg?“ dachte Ascal laut. „Durch die Eingangshalle können wir schlecht gehen und aus dem Fenster… dürften nur ich und Keya wohl unbeschadet rauskommen.“

„Wir können durch die Trainingshalle gehen, dort führt eine Tür ebenso nach draußen.“ schlägt Prashi vor.

„Worauf warten wir noch? Zeit das wir verschwinden…“ wollte Ma Shi sagen, als das Gildehaus bebte und eine Frau laut schrie.

„Himmel, wer kämpft dort unten eigentlich?“ wollte Keya wissen. „Sina bestimmt nicht, sie dürfte noch in der Hauptstadt sein.“ mutmaßte Ma Shi.

„Wer auch es auch immer ist, ich wünsche ihm bei dem Kampf viel Erfolg!“

Kapitel 73

Ich bin wiedergeboren und meine Freundinnen kämpfen?

Mehrere Tage sind nach der Rede des Königs vergangen. Die Bewohner des Landes gehen ihrem Leben wieder nach. Die Abenteurer in Fanfoss dagegen haben durch gefeiert.

In der Monstervilla herrschte ebenso ein Chaos, weil die Freundinnen von Sina ihre eigene Party gemacht haben. Dabei ist zwar nichts zu Bruch gegangen, aber… es war chaotisch.

Suki räumt die Reste der Feier auf, während Sherry im Trainingsraum ihre Übungen macht. Dabei trägt Sherry Arm- und Fußfesseln, die Suki je nach Bedarf schwerer einstellen kann. Das Training macht gute Fortschritte, das Sherry sogar mit einer der Vampire kämpft.

Am Anfangs hatte Sherry starke Bedenken, ob Mio oder Tio einen Groll gegen sie hegten, aber wie Sina ihr sagte, sie haben großen Respekt vor ihr. Suki geht etwas härter bei dem Training vor, während die Vampire ihr Tipps geben.

Natürlich gab es beim Training öfters Probleme, wenn Sherrys Talent sich aktivierte, ähnliches wie, wenn eine der Damen stürmte, dass der Boden nachlässt oder Sherry selber ausrutschte. Dies ignorierten alle.

Mel dagegen hat sich in das Schlagzeug verliebt und testet die unterschiedlichsten Kombinationen beim Schlagen. Einiges hörte sich richtig gut an, während anderes einfach nur Krach machte.

Die Unterweltorganisation scheint nicht müde zu sein und schickt ihnen weiterhin Meuchelmörder und Saboteure. Suki ist mittlerweile dazu übergegangen, die Ausrüstung von den Eindringlingen zu horten und anschließend zu verkaufen. Mit dem Taschengeld machen sich Suki sowie die Vampire eine Freude und gönnen sich bestimmte Sachen.

Einmal wäre Sherry ein fürchterlicher Fehler passiert, weil einer der antiken Feuerzauber ihr beinahe außer Kontrolle geraten wäre, hätte Mel nicht im letzten Moment das Feuer mit einer Druckwelle gelöscht.

Als Strafe musste Sherry Mel beim Spielen zuhören und wurde beinahe wahnsinnig, deswegen schwor sie, wenn sie ihre Zauber in die Praxis umsetzten will, dies im Garten zu testen.

Zum Ausweiden von Monstern ging Sherry zu ihrem Zwergen Freund Brandrulim. Abenteurer liefern täglich frische Monster, sodass sie lernen konnte, was es zu beachten gibt. Anfänglich gab es Probleme und Brandrulim ist ein strenger Meister, aber mittlerweile beherrscht Sherry die Kunst ziemlich gut.

„Wenn du weiterhin so am Ball bleibst und das richtige Werkzeug zum ausweiden hast, bin ich glücklich darüber, dass ich dir meine Erfahrungen beibringen konnte.“ sagte Brandrulim als Lob.

An einem Abend gab Suki ihr Urteil beim Training: „Ihr habt Talent, das früher hätte gefördert werden müssen, aber es ist wie es ist. Ihr seid nun vertrauter mit eurem magischen Schwert und die Fesseln machen ihre Arbeit ebenso gut.

Falls ihr noch nicht gemerkt habt, aber wenn ihr gegen Tio oder Mio übt, seid ihr in der Lage, ihre Bewegungen zu sehen, nicht wahr? Schaut nicht so erschrocken, ich habe ein gutes Auge und höre auch zu, was man mir sagt.

Mio und Tio können manchmal nervig sein, aber sie erzählen immer wieder pausenlos von eurem Kampf gegen sie. Damals wusstet ihr nicht einmal, wo sie überhaupt waren. Das zeigt die Fortschritte des Trainings. Wenn ihr dann in der Lage seid, diese mit dem antiken Zauber zu kombinieren, dann würde es mich nicht wundern, wenn ihr auch die Vampire besiegen könntet.

Aber bis dahin ist der Weg noch weit, daher solltet ihr euer Training nicht vernachlässigen, egal wie anstrengend es ist. Wusstest ihr, dass ich die Fesseln von der Herrin bekommen habe? Sie erzählte mir, dass sie in ihrer Kindheit ebenso welche tragen musste und zwar fast am gesamten Körper. Das würde erklären, woher sie ihre Kraft und Schnelligkeit hat.“

Die Gespräche und das Lob ihrer Freunde gaben ihr die Kraft, weiter zu machen, denn sie möchte Sina zum Staunen bringen.

Was Suki Sherry nicht erzählt, dass Tio und Mio ebenso stärker geworden sind. Durch das Training mit Suki sowie als Ausbilder in der Gilde, wenn sie gewisse Sachen erklären wie man welche Waffe richtig einsetzt, sind ihnen selbst einige Kenntnisse dazu gekommen.

Die Abenteurer haben die Zwillinge nun vollkommen akzeptiert und die Vampire haben auch weniger Probleme in der Stadt. Früher rannten die Bewohner weg oder es kam fast zu einem Mob, die die Vampire angreifen wollten, aber die Zwillinge konnten immer schnell flüchten, bevor es ausartete.

„Soo Mio und Tio, habt ihr alles im Griff, dass wir heute testen können, wieweit die Ausbildung ihre Früchte trägt?“ fragt Prashi.

Prashi hatte am Anfang ihre Schwierigkeiten mit den beiden Vampiren gehabt. Nicht nur das sie eigentlich Monster sind, sondern auch… etwas beschränkt waren. Prashi musste diesen alten Vampiren erst mal das lesen und schreiben beibringen.

In der Trainingshalle vom Gildehaus dagegen konnten sie den anderen wertvolle Tipps geben, auch… wenn die Duelle manchmal ziemlich gruselig sind, wenn sie anfangen zu kichern. Vampire bleiben Sadisten.

„Keine Sorge, wir werden sie nicht enttäuschen!“ „Genau, wir haben sogar die Codewörter auswendig gelernt!“ prahlen sie stolz.

„Ok, wenn was ist, ihr wisst wo ihr mich findet.“ nickte Prashi. „„Jawohl!““ es fehlte nicht viel und sie hätten in der Gilde Kleidung salutiert.

Prashi machte sich auf den Weg zum Gildemeister, der immer noch seine Gespräche mit den anderen Gildemeistern hatte. Sie klopfte an die Tür und ein leises „herein“ war zu hören.

Sie trat ein und grüßte die Gildemeister. „Guten Morgen, kann ich ihnen vielleicht etwas zu trinken oder essen bringen? Eine kleine Erfrischung für ihre Diskussionen würde bestimmt eine willkommene Ablenkung für ihren Geist sein.“

„Oh, sie sind wirklich das Herz dieser Gilde. Nun, ich hätte nichts gegen eine kleine Pause. Ich wusste nicht, dass einige Gildemeister so beschränkt sind…“ nickte die Gildemeisterin Keya.

„Na na, ihre damaligen Gildemeister mussten sich was dabei gedacht haben, sonst würden sie nicht den Posten haben.“ beruhigt der andere Gildemeister Ascal sie.

„Nun, wenn sie uns Tee und paar Sandwichs machen könnten, wäre ich ihnen sehr dankbar Prashi.“ lächelt Ma Shi.

In der Zeit bedienen Mio und Tio die Abenteurer. Sie prüften die Monstersteine sowie Aufträge und zahlten die Belohnung aus.

„Ich wusste nicht, das Arbeiten soviel Spaß machen kann Mio.“ „Stimmt, also war es kein Fehler gewesen Sherry zu verfolgen.“

Auf einmal stand eine freizügige Frau mit roten Haaren vor ihnen. Sie zeigte die Merkmale eines Vampirs und erregte die Aufmerksamkeit der anderen Abenteurer.

„Hallo ihr beiden.“ grüßte die Frau. Mio und Tio rissen vor Schreck ihre Augen auf und fingen an leicht zu zittern.

„Hallo Camilla, lange nicht gesehen.“ „Genau, wie geht es dir?“ versuchten sie ihre neue Professionalität zu bewahren.

„Mir geht es prächtig nachdem ich euch endlich gefunden habe. Wie lange ist es her das wir das letzte Mal miteinander gesprochen haben? 50Jahre? 60Jahre? Ich war eigentlich immer froh sowenig wie möglich mit euch beiden Knallköpfen zu tun zu haben.“ antwortet Camilla fies.

„Sei nicht so gemein…“ „Genau, wir sind doch Schwestern…“ aber sie sahen nur Wut in Camillas Augen.

„Ja, leider. Wie auch immer. Ihr wisst, warum ich hier bin?“ lächelt Camilla ihre Schwester an. Tio und Mio zittern immer stärker, als Prashi ihnen zu Hilfe kam.

„Ist alles in Ordnung? Kann ich euch helfen?“ fragt Prashi die nun die Situation betrachtet. Sie erkannte die Frau sofort als Vampir.

„Erm, nein überhaupt nicht, oder?“ „Vielleicht doch, kannst du die Akten A Drei S bringen? Die… Kundin will vermutlich nicht länger als 20Minuten warten.“ schwitzen die beiden Vampire.

„Seid ihr sicher?“ fragte Prashi nach und beide nickten. Die rothaarige Frau hob nur ihre Augenbraue und wirkte etwas genervt.

„Ok, dann werde ich mich beeilen. Ihnen einen angenehmen Tag, die Dame.“ verabschiedet sich Prashi. Sie war stolz auf ihr Pokerface, denn Akten A Drei S bedeutet nichts anderes, dass gleich ein Monster mit der Stärke SSS die Gilde angreift. Als sie einen gewissen Abstand zu den Vampiren hatte, löste sie den „stillen“ Alarm aus.

„Entschuldigung, nun sollte keiner mehr stören Schwester.“ „Genau, was war nochmal deine letzte Frage?“ versuchten die Zwillinge ihre Gelassenheit zu stimulieren.

„Ho? Hat das Vieh euch etwa Manieren beigebracht? Wie auch immer, letztendlich ist das bei euch eh eine Verschwendung, so dämlich wie ihr beiden seid.“ grinst Camilla böse.

„Hey, sei nicht so gemein zu den Menschen!“ „Genau, sie sind mehr als nur… Nahrung!“ wehrten sich die Zwillinge. Im Hintergrund evakuierten die Rezeptionisten die Abenteurer sowie Zivilisten, ohne dass Camilla es merken sollte.

Im Büro des Gildemeisters:

„Was hat es zu bedeuten, wir werden angegriffen?“ verlangte Keya zu erfahren, aber Ma Shi schüttelt nur den Kopf.

„Ich weißt es nicht, aber es muss verdammt Ernst sein. Helft mir alles im Büro in eure Inventarringe einzupacken, es sind wichtige Dokumente meines Hauses!“ drängte Ma Shi.

„Bei euch ist jedenfalls mehr los als bei mir.“ versuchte Ascal zu scherzen und bekam dafür böse Blicke von Keya und Ma Shi.

„Nun, wie auch immer. Vater hat sich Sorgen um euch gemacht, wusstet ihr das? Ihr seid nach eurem Auftrag vom Lichkönig nicht zurückgekehrt.“ versuchte Camilla Mitleid zu zeigen, aber Tio und Mio wussten es besser.

„Natürlich macht er sich Sorgen.“ „Wenn Versager aus der Familie am Leben sind.“ knirschten die Zwillinge.

„Wusstet ihr, dass Justus mir den entsprechenden Tipp gab, wo ich euch suchen sollte? Vater hat lange gelacht, als er erfahren hat, wo ihr euch versteckt.“ gab Camilla ihre Information preis.

„Justus? Ich dachte, er ist immer noch auf dem dunklen Kontinent.“ „Genau, damit er Vater besiegen kann!“ Mio und Tio bekamen nun noch mehr Angst. Justus war der einzige in der Familie, der sich mit Vater messen konnte und war auch nebenbei ein Hardcore-Sadist.

„Nun, jedenfalls ist er wieder zurückgekommen und ist stärker als jemals zuvor. Aber das ist eh egal, weil Vater mich geschickt hat. Wollt ihr den Grund wissen?“ grinst Camilla wieder böse.

„Nun, es gibt nicht viele Gründe, warum er ausgerechnet dich schickt.“ „Du bist die einzige in der Familie, die die meisten Familienmitglieder getötet hat.“ und machten sie sich für den Kampf bereit.

„Richtig. Er hat mich raus geschickt, damit ich euch für euer Versagen töte, aber auch weil ihr es wagt, mit dem Vieh zu leben. Tiefer kann man wirklich nicht fallen.“ schüttelt Camilla angewidert den Kopf.

„Es lässt sich wirklich gut hier leben.“ „Genau, die Menschen und anderen sind wirklich nett, wenn man sie näher kennenlernt!“ wehrten sich die Zwillinge wieder.

„Tut mir einfach den Gefallen und lasst mich euch umbringen, damit ich endlich hier wegkomme.“ und Camilla griff mit ihren Händen die Zwillinge an. Sie kannten den Kampfstil von Camilla und wussten, dass ihre große Schwester auch ziemlich hinterhältig kämpft, daher wichen sie dem Angriff aus und zogen ihre Rapiers aus ihrem Inventar.

„Ho? Ihr wollt euch nicht einfach umbringen lassen und wagt es sogar mit euren Zahnstochern auf mich zu zeigen?“ lachte Camilla.

„Wir werden dich aufhalten, wir sind viel stärker geworden!“ „Genau, wir lassen uns nicht einfach umbringen!“ „Du willst doch eh danach alle Abenteurer töten!“ „Sonst würde Vater dich nicht schicken!“

„Na dann bin ich ja mal gespannt. Ihr konntet es ja nicht mal mit Ludwig aufnehmen, da glaubt ihr allen ernstes, dass ich für euch ein Gegner bin?“ zweifelt Camilla und lachte böse.

„Wer nicht kämpft, hat schon verloren!“ „Wir werden diese Abenteurer beschützen!“

Kapitel 72

Ich bin wiedergeboren und nehme Abschied?

Nach der Belohnung gab der König ein Bankett. Es wurde ausgiebig gespeist und der Wein schmeckte köstlich. Die wenigen Vertrauten des Königs brachten sich auf den neuesten Stand und hatten nur ein Thema, Sina.

Als erste Ritterin in der Geschichte war Sina natürlich ein Gesprächsthema. Sina war noch immer in ihrer Aufmachung und zwierbelte mit ihren Fingern in der Dauerwelle.

„Warum verzieht ihr euer Gesicht so Lady Sina?“ grinst Themba sie von der Seite an. „Das Kleid meiner Mutter steht dir prächtig, nur warum der Dämlack von Schneider es auf diese Weise gelöst hat…“

„Kann man nichts ändern. Warum musste dein Vater mir einen Adelstitel geben? Lady hier, Lady dort, das raubt mir meine Nerven.“ nörgelt Sina.

„Vergiss nicht die Dokumente deinem Verwalter oder wer auch immer für dein Zuhause zuständig ist, weiterzureichen. Das Grundstück gehört nun komplett dir und du musst keine Grundsteuer mehr bezahlen.“ ignoriert Themba ihr Gemecker.

„Ist ja nicht so, als wäre ich arm. Das Geld kommt irgendwie immer von selbst geflogen und mir gibt man die Schuld, dass gewisse Gildehäuser immer ärmer werden.“

Sina war im Gildehaus von der Hauptstadt um die Monstersteine von den Orks abzuliefern. Zu der Mine gab es auch einen Auftrag, den sie automatisch mit erledigt hatte. Die Rezeptionistin wollte Sina nicht glauben, das eventuell ein Raum für die Steine benötigt werden. Da reißt bei Sina der Geduldsfaden und sie gab die Steine direkt vor Ort ab.

Später konnte man die Rezeptionistin unter den Steinen bergen, aber… „Wegen Ihnen können wir bald keine weiteren Aufträge auszahlen, verdammt! Sammeln sie die Monstersteine nicht und geben sie dann auf einen Haufen ab!“ schimpfte der stellvertretende Gildenmeister.

„Hallo? Das waren alles Monstersteine aus der Mine? Bist du dumm oder so?“ war die Antwort von Sina und es hätte beinahe einen blutigen Streit ausgelöst, wenn sich nicht eine andere kluge Rezeptionistin eingemischt hätte mit einem prallen Sack voller Goldmünzen.

„Die Steine wurden gezählt und die Belohnung vom Auftrag ist ebenso drin. Ich bedanke mich, dass sie die Welt sicherer gemacht haben.“ verbeugte sich die Frau entschuldigend.

„Was hast du eigentlich mit dem Geld von den toten Adeligen gemacht?“ fragte Themba

„Habe ich dem Waisenheim gespendet. Sie dachten, ich wäre die Göttin oder so und wollten mich nicht mehr gehen lassen. Am Ende habe ich den Kindern wieder Spiele und andere Aktivitäten beigebracht. Wäre Ralph dabei gewesen, hätte ich ein bisschen Musik gespielt, aber seine neue Familie lässt ihn scheinbar wenig Freiheiten sowie auch seine neue Freundin.“ kommentiert Sina.

Tatsächlich bemühen sich Friedrich und seine Frau, das Ralph es so angenehm wie möglich hat. Friedrich hat ihm schon paar Tricks beim Schwertkampf gezeigt und haben sich geeinigt, dass sie gemeinsam ihre Übungen machen, bis Ralph selber in die Schule kommt. Themba verlässt oft ohne Aufsicht die Burg, was immer wieder zu Panik unter den Soldaten führt, aber Alwin gab den entscheidenden Hinweis, dass sie immer zuerst bei Ralph nachschauen sollten.

Es kam sogar wieder zu einer sehr hitzigen Diskussion zwischen Themba und ihrem Vater, als Alwin ihm erzählte, dass Themba ihren Freund auf die Wange geküsst hatte. Gerüchteweise soll die Burg gewackelt haben.

„Ich weiß ja nicht, wie Mama mit dir zurechtgekommen ist oder ging ihr Vater Mama ebenso auf die Nerven?“ rollte Themba bei der Diskussion die Augen.

„Nun, ich werde auf ihn warten.“ antwortet Themba auf die Anspielung von Sina.

„Dann warte nicht zulange. Wenn er älter wird, werden die anderen Mädchen ihm ebenso hinterher schauen.“ prophezeit Sina.

„Oho, als ob Ralph sich das traut. Ho ho ho.“ Thembas Gesicht wurde dabei schwarz, ihre Augen zu Sternen und ein weises Lächeln bildete sich darauf.

„Der arme Junge, aber vielleicht ist es sein Schicksal einen Drachen zu haben.“ schüttelt Sina nur den Kopf.

„Ah, bevor ich vergesse. Hier, deine Bronzemünze. Damit hast du deinen Auftrag offiziell beendet.“ grinst Themba Sina an.

„Danke.“ grinst Sina ebenso, als sie die Münze annahm.

„Ich habe gehört, dass du uns morgen schon verlässt?“ fragte Themba etwas traurig.

„Das ist richtig. Es gibt noch andere die auf mich warten. Ich sehe es jetzt schon kommen, wie sie mich mit dem Lady-Gedöns aufziehen werden.“ rollte Sina ihre Augen.

„Nun, daran wirst du dich gewöhnen müssen. Du hast es dir ja auch verdient.“ muntert Themba sie auf.

„Weißt du welche Bedeutung der Ring „Hope“ hat? Er ist wunderschön, aber… mein Bauchgefühl sagt mir, dass da mehr dran ist.“ fragt Sina.

„Tut mir leid, Vater hat mir darüber nichts gesagt, nur das er sehr lange in der Schatzkammer danach gesucht hat.“ erklärt Themba.

„Dein Vater hat persönlich danach gesucht? Hat er denn keinen Schatzmeister oder so was ähnliches?“ wundert Sina sich.

„Der wurde verhaftet. Sein Name war ebenso auf der Liste.“ war Thembas Antwort darauf.

„Ups, nun betrachten wir es nüchtern. Dein Vater weiß nun, wo was in der Schatzkammer liegt.“ und beide Damen kicherten.

Irgendwo auf der Welt in einer Burg.

Der schwarze Mann mit den silbernen Haaren saß auf dem Thron und führte ein Gespräch mit seiner Tochter.

„Camilla meine Liebe, wo sind eigentlich Tio und Mio? Sollten sie nicht längst zurück sein?“ wundert sich der Mann.

„Bedaure mein Vater, ich weiß leider nicht wo meine dämlichen Schwestern sind…“ entschuldigt Camilla sich für ihr Unwissen.

„Nun, sie haben bei ihrem letzten Auftrag versagt und egal wie dumm oder schlau einer ist, aber es gibt gewisse Regeln, die muss man halt einhalten und fürs Versagen gibt es nun mal nur den Tod.“ teilt der Mann es mit.

„Vermutlich kommen sie deswegen nicht und verstecken sich irgendwo. In unserer Familie ist kein Platz für Versager.“ pflichtet Camilla ihrem Vater bei.

Ein Mann betrat den Raum von dem dunklen Mann und Camilla. „Nun, ich könnte euch helfen.“ verbeugte sich der Mann mit kurzen silbernen Haaren.

„Ah, mein Erstgeborener beehrt mich mal wieder. Wie viele Jahre haben wir uns nicht mehr gesehen Justus?“ freut sich der schwarze Mann, seinen Sohn zu sehen.

„Hmm, über 70Jahre? Ich war auf dem Kontinent Dunkon für mein Training gewesen, ich bin definitiv viel stärker geworden seit dem letzten Duell Vater.“ grinste Justus.

„Nun, du bist einer der wenigen, die mich immer herausfordern. Nachdem Ludwig gestorben ist muss ich nach einem Ersatz suchen der mich aufheitert.“ schüttelt der Mann traurig seinen Kopf.

„Ach Ludwig, er war ein interessantes Spielzeug. Sobald man Andeutungen von Schwäche zeigte, keimte Hoffnung in ihm auf und am Ende haben wir die Hoffnung zerstört.“ lachte Justus sadistisch.

„Bruder Justus, du meintest, du wüsstest wo Mio und Tio sind?“ unterbrach Camilla das Gespräch zwischen Vater und Sohn.

„Aber sicher. Ich habe gehört das zwei identische Vampire in einem Gildenhaus als Mitarbeiter arbeiten.“ erzähl Justus. Camilla reist ihre Augen vor Unglauben auf und der dunkle Mann lachte aus vollem Herzen.

„ … Du willst uns doch auf den Arm nehmen oder? Sie verstecken sich ausgerechnet bei den Abenteurern und geben sich nicht mal die Mühe, sich zumindest zu verkleiden?“ wundert Camilla sich.

„Ich kenne die Umstände nicht, wie sie dort hingekommen sind, aber wenn man es nüchtern betrachtet: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Sie sind nicht die hellsten, aber… diese Idee hat schon was.“ nickt Justus.

„Herrlich, am Ende brachten sie mich doch zum lachen. Camilla.“ die Stimme des dunklen Mannes wurde schnell eiskalt.

„Ja Vater?“

„Ich will, dass du deine Schwestern aufsuchst und sie vor Ort bestrafst für ihr Versagen und für ihre Unverschämtheit für Vieh zu arbeiten.“ befahl der Mann.

„Wie ihr wünscht Vater. Ich werde mich sofort auf die Suche begeben.“ verbeugte Camilla sich.

„Ich glaube gehört zu haben, dass sie im Königreich Efrana sind, aber mit deinen Fähigkeiten wirst du das schon schnell genug herausfinden.“ spottet Justus. Camilla beißt sich auf die Zähne und schluckte ihren Kommentar herunter. Beide wussten genau, wenn es zu einem Kampf kommt, ist Justus der klare Sieger.

„Danke… für die Information. Wenn ich mich entschuldigen darf…“ und Camilla ging von den Männer weg.

„Du solltest deine kleine Schwester nicht so ärgern. Wir wissen doch beide, dass Camilla viel stärker ist als sie aussieht. Selbst Ludwig konnte nicht mal Hand an sie legen, unser Lieblingsspielzeug.“ grinst der Vater.

„Ich wundere mich, dass du nicht schon längst auf der Suche nach seinem Sieger bist.“ Justus hob eine Augenbraue.

„Normalerweise schon, aber ich dachte mir, warum spiele ich nicht einfach mal ein anderes Spiel? Diesmal soll die gesamte Familie sich an dem Spaß beteiligen.“ eröffnete der Vater seinen Plan.

„Alle? Das wird aber dauern. Selbst ich weiß nicht mal wo meine anderen Geschwister sind.“ grübelt Justus.

„Das ist nicht schlimm. Solange kann der Sieger sich in Sicherheit wähnen und stärker werden. Das gibt dann nochmal ein gewissen… Kick bei dem Spiel.“ grinste der dunkle Mann und Justus ebenso.

Am nächsten Tag packte Sina ihre Sachen ein, die sie vom König bekommen hat sowie einen Brief von Ralph für die Waisenkinder in Fanfoss. Nachdem alles überprüft wurde, wollte Sina sich nun verabschieden, bis sie von Simon aufgehalten wird.

„Schönen guten Morgen Lady Sina. Gut dass ich euch noch abgefangen habe. Bevor ihr geht, muss ich euch noch was zeigen.“ grüßte Simon die Heldin.

„Erm, guten Morgen? Solange es schnell geht?“ wundert Sina sich.

„Keine Sorge, ihr werdet es nicht bereuen. Folgt mir einfach.“ und Sina folgte Simon.

Nach einiger Zeit standen beide auf dem Hof und werden von den anderen begrüßt. Dem König, seinen Kindern sowie Ralph und Friedrich. Hinter ihnen stand eine königliche Kutsche, die mit vier Pferden bespannt ist.

„Erm, guten Morgen alle?“ wundert Sina sich.

„Guten Morgen Lady Sina. Wir wissen, dass ihr nicht länger warten wollt, deswegen kürzen wir die Abschiedsgesten etwas ab.“ grüßt der König und gab Simon das Zeichen.

„Diese Kutsche sowie die Pferde sollen nun euch gehören Lady Sina. Die Kutsche gehörte einem der Verräter und der wird sie nicht mehr wirklich brauchen. Wir haben das Wappen gegen das des Königs ausgetauscht. Interessanterweise ist diese Kutsche eines der modernsten Kutschen, die momentan existieren. Die Pferde gehörten einem anderen Verräter, der sich auf Pferdezucht spezialisiert hatte. Das sind speziell trainierte Pferde für lange Reisen.

Sie gehören nun euch. Wartet, ihr braucht nichts zu sagen. Ihr habt einen persönlichen Kutscher, der das Gefährt für euch fahren wird. In Fanfoss wurde der Adelige ebenso festgenommen und wir haben sein Anwesen für uns beansprucht. Dort wird euer Gefährt, eure Pferde und der Kutscher leben. Die Kosten übernimmt das Königreich, ihr braucht euch also über nichts Gedanken zu machen.“ beendet Simon seine Ausführung.

Sina staunte nur über die große Kutsche. Die Pferde wirkten gut gepflegt und sahen wunderschön aus.

„Ich… weißt nicht was ich dazu sagen soll?“ sagte Sina.

„Sag einfach Danke.“ schlägt Ralph grinsend vor.

„Erm… danke?“

„Wieso endet es als Frage?“ schüttelt Ralph den Kopf und alle lachten.

„Nun heißt es Abschied nehmen. Ich glaube ich wiederhole mich nur, aber danke für die Rettung meiner Kinder.“ nickt der König.

„Gerne, das nächste mal kann Ralph den Job übernehmen, wenn er weiterhin fleißig übt.“ zwinkert Sina und Ralph wurde nur verlegen.

„Du verlässt uns schon?“ fragt Alwin traurig.

„Ja, aber keine Sorge. Sollte ich in der Hauptstadt sein, werde ich dich definitiv besuchen kommen.“ tröstet Sina den jungen Prinzen.

„Man sieht sich.“ war Thembas Abschied, aber man sah ihre glasigen Augen. „Oho, ich hatte mehr erwartet von euch Nervi.“ und Themba wirkt wieder leicht verärgert über den Spitznamen.

„Schwester Sina, bitte versprich mir, dass du auf meine Geschwister acht gibst?“ war Ralph ebenso den Tränen nah. Sina umarmte ihn und flüstert ihm ins Ohr: „Macht dir keine Sorgen, ich kümmere mich.“

„Nun denn die Herrschaften, man sieht sich.“ grinst Sina bei ihrem Abschied. Der Kutscher, ein etwas älterer Mann öffnete die Tür.

„Guter Mann, so schnell wie möglich wieder nach Fanfoss zurück.“ befahl Sina und der Kutscher nickte nur.

Wenige Minuten später fuhr die Kutsche los und aus dem Fenster nach hinten sah Sina, wie ihre Bekannten immer kleiner wurden… eine Träne verließ Sinas Augen.

Kapitel 71

Ich bin wiedergeboren und erhalte was?

Überall im Königreich werden große Übertragungszauber aufgestellt, so dass jeder Bewohner des Landes zusehen kann. Die Abenteurergilden stellten ihre ebenso zur Verfügung und machten ebenso die Information kund, dass der König eine Rede halten wird.

Eine Rede wie diese wird vielleicht alle 30 Jahre vom König gehalten, so ist das Volk schon ein bisschen aufgeregt, was ihr König sagen will.

Heute soll die Rede übertragen werden und überall suchten die Zuschauer nach den besten Plätzen. Das Wetter ist schön und die Händler verdienen sich eine goldene Nase.

Sherry saß mit Suki, Prashi und den Zwillingsvampiren an ihren Plätzen im Gildenhaus und warten gespannt, während Ma Shi mit Keya und Ascal die Übertragung in seinem Büro anschauen. Die Höllenschwerter sowie die Nachtklinge schauen sich die Übertragung in anderen Orten an.

„Also, wenn ich das Zeichen gebe, kniest du dich vor den König und richtest deinen Kopf nach unten. Ok?!“ fragte Themba Sina nochmal, während sie von bunten Männern gestylt wird.

„Ja, ich habe es verstanden, du gehst mir auf den Keks.“ knurrte Sina, die von den Männer geschminkt wird.

Im Thronsaal waren die engsten Vertrauten vom König sowie Ralph, Alwin und nun auch Themba anwesend. Alle haben sich mehr oder weniger für diese Rede herausgeputzt.

Der König hat sich ebenso herausgeputzt, man sah, wie das Leben in seinen Augen brannte. Er hat diese Rede noch über Nacht ausgefeilt und ist ein bisschen nervös. Dann sah er seine Kinder an und der König kam wieder zur Ruhe.

Dann zeigte der Magier, der für die Übertragung zuständig ist, das Zeichen… und los.

Überall in Efrana sah man König Karl-Horst von Fürstenbusch auf der Übertragung. Die meisten wussten nicht mal wie der König aussah.

„Bürger von Bamtin, Bewohner des Königreiches Efrana.

Schwere Zeiten betrübten das Land. Monster zeigten mehr Aktivitäten, wir werden von Armeen angegriffen und verschworene Feinde greifen uns aus dem Hinterhalt an. In der dunkelsten Stunde unseres Landes wurde sogar meine Burg Ryre vom Feind angegriffen…

Mein Volk, ich möchte euch beruhigen.

Wie vermutlich die meisten Bewohner dieses Landes es mitbekommen haben, wurden meine Kinder von Monstern getötet…

Aber so ist das nicht. Prinzessin Themba und Prinz Alwin wurden an diesem Tag von einem Held gerettet und zwar nicht vor Monstern, sondern vor Meuchelmördern. Der wahre Feind wollte uns, …mich, glauben lassen, dass sie gestorben sind, aber er hat nicht mit diesem Helden gerechnet.

Der Feind mobilisierte alle Kräfte um meine Kinder ermorden zu lassen, aber der Held und Beschützer meiner Kinder konnte dies stets verhindern.

Es war… *hust* der Held, der meine Burg mehr oder weniger zerstörte. Glücklicherweise sind bei der Aktion keine Soldaten gestorben.“

„Eh… wieso habe ich das Gefühl, dass ich den Held kenne?“ murmelt Sherry und auch die anderen haben so eine Ahnung.

„Dieser Held konnte erfolgreich meine Kinder wieder zurückbringen und die wirklichen wahren Feinde aufdecken. Es war der Kanzler Thorgil. Dank der Beweise des Helden wurde er überführt sowie seine Mittelsmänner, bekannte Adelige. Sie wurden alle des Hochverrates, versuchten Mordes sowie dem Mord an meiner Frau, der Königin festgenommen.

Bewohner des Landes Efrana.

Dank dieses Helden, strahlt wieder Licht in unserem Land und die Hoffnung kann gedeihen, dass wir das Schwerste überstanden haben. Nicht nur dies, ich glaube auch fest daran, dass wir jede Krise gemeinsam meistern werden.

Nun fragt ihr euch alle, wer dieser Held sei. Nun, die meisten kennen ihn vermutlich schon, denn der Held meiner Kinder war auch derjenige, der die Armee der Untoten zurückgeschlagen hat.

Sina die Verteidigerin.“

Im Thronsaal wurde die reparierte Tür geöffnet und eine Frau betrat den Saal. Es war Sina, die ein himmelblaues Kleid trug. Ihre Haare waren zu einer Dauerwelle gewickelt und ihr Gesicht war geschminkt. Ihre Lippen leuchteten mit rotem Lippenstift und ihre Augen waren dunkel angemalt. Das auffälligste aber waren ihre Brüste. Das Kleid würde ihr passen, wenn ihre Brüste nicht zu groß wären. Der Schneider hatte es sich wohl ziemlich einfach gemacht und einen Schnitt zwischen den Brüsten geöffnet, sodass sie herauspressten. Sina ging mit Würde und im Gleichschritt zum König.

Den meisten Bewohnern des Landes raubte ihre Schönheit den Verstand, vor allem die Männer konnten nicht mehr aufhören zu sabbern.

Die Abenteurer in Fanfoss dagegen jubelten in einer Lautstärke, dass alle in der Stadt es mitbekamen. Ihre Freundinnen waren alle sprachlos ebenso die Gildenmeister.

Bei den Höllenschwertern lachten sie aus vollem Halse, als sie Sina sahen und konnten sich bildlich vorstellen, wie sie sich in der Burg ausgetobt hat, während Castien nur grinsend den Kopf schüttelt.

„Sina, in meinen Namen und des Königreiches bedanke ich mich, dass du meinen Kindern das Leben gerettet und sie beschützt hast. Auch bedanke ich mich, dass du den Tod meiner Frau aufgeklärt und die wahren Feinde zerschlagen hast.“

Der König zog sein Schwert und Themba machte ein auffälliges Zeichen. Sina kniete sich vor den König und knickte den Kopf nach unten. Das Schwert des Königs war auf Höhe von Sinas Ohren.

„Sina, als König schlage ich euch zur „Ersten Ritterin“. Fortan werdet ihr Lady Sina genannt. Ihr genießt nun alle Rechte einer Adeligen.“

Die Zuschauer im ganzen Land jubelten und klatschten, sowie auch die im Thronsaal.

„Doch das nicht alles. Lady Sina, wenn ihr euch bitte erheben würdet?“ bat der König und Sina stand auf. Sie hatte ein Pokerface, aber Sherry sah ihr an, dass das ganze Theater ihr tierisch auf die Nerven ging. Prinz Alwin kam mit einer Kiste, die ihm der König dankend abnahm.

„Lady Sina, nicht nur habt ihr eine Armee besiegt, sondern auch einen geheimen Feind in meinem Land zerschlagen. Damit habt ihr mein höchstes Vertrauen. Ich möchte euch“

Der König öffnete die Kiste und sie enthielt einen schwarzen Ring mit einer blauen Perle.

„den Ring „Hope“ vermachen. Nur die vertrauenswürdigsten Helden bekamen diesen Ring von Königen aus vergangenen Zeiten.“

Themba machte wieder ein Zeichen, den Ring auf den Finger zu stecken.

Sina nahm den Ring aus der Schatulle und steckte ihn in der linken Hand auf den Ringfinger. Als der Ring am Finger saß, leuchtete dieser auf. Das war der Beweis, dass der Ring seinen neuen Besitzer akzeptiert. Ein Raunen ging durch den Saal und selbst der König war sprachlos.

Im Büro des Gildemeisters sprangen die beiden Elfen auf und wirkten extrem blass. „Er hat ihr WAS vermacht?!“ rief Keya panisch. Ma Shi wirkte besorgt über die Reaktion seiner Kollegen, wusste aber selbst nichts über die Natur des Ringes.

„Möge eure Klinge und euer Verstand weiterhin scharf bleiben Lady Sina.

Mein Volk, als König bin ich stolz auf unsere Heldin und möge ihre Reise stets mit der Göttin sein.“

Und die Übertragung wurde beendet.

Überall feiern die Bewohner nun Sina, am lautesten die Abenteurer, dass einer von ihnen nun das Vertrauen des Königs genießt. Sinas Freundinnen feierten ausgelassen in der Villa und sprachen über ihre Kleidung und ihren Style.

Dagegen wirkten die Gildemeister im Büro überhaupt nicht glücklich. „Könnt ihr mich vielleicht über diesen Ring aufklären?“ hakte Ma Shi nach.

„Der König muss wahnsinnig geworden sein.“ murmelt Keya und Ascal erklärte die Besonderheit über den Ring.

„Dieser Ring gibt dem Träger die gleiche Macht wie die des Königs. Sie kann also jederzeit und überall Armeen des Königreiches einsetzten wo es ihr beliebt. Nur der König selbst kann Sina mehr oder weniger… noch Anweisungen geben, wenn überhaupt, aber das ist nicht die wahre Natur des Ringes.“

„Dieser Ring erklärt Sina automatisch zur Königin, sollte es keinen Thronerben geben…“ murmelt Keya und nun verstand Ma Shi das Problem.

„Hmm, aber wer kennt denn noch die Natur des Ringes? Ich wusste überhaupt nicht, dass das Königreich solche Gegenstände hat.“ überlegt Ma Shi.

„Die Vorfahren des Königs waren die letzten, die den Ring bekamen. Keya und ich waren Zeuge bei dem Spektakel. Aber warum macht der König das nur? Ich verstehe den Sinn dahinter nicht.“ sagt Ascal.

„Nun, wenn es stimmt, dass man gegen die Kinder und den König vorgeht, hat der König zumindest die Zukunft gesichert. Sina hat in diesem Land allen vor Augen geführt, wie stark und gefährlich sie ist. Ich würde vermuten, dass der König alle seine Feinde mit einem Streich einschüchtern will.

Wenn sie gegen ihn und die Kinder weiterhin vorgehen, wird Sina die Königin, ob sie will oder nicht und Sina wird vermutlich unter den Feinden tüchtig aufräumen…“ dachte Ma Shi laut.

„Hmm, bringt ihr mich um und ihr bekommt etwas wehrhaftes an den Hals oder lasst mich in Ruhe, dann passiert nichts. Ein sehr gefährliches Spiel das der König da treibt. Weiß Sina davon?“ fragt Keya.

„Ich glaube, dass man sie darüber im Unklaren lässt und selbst wenn sie es später erfährt, was soll sie dagegen machen? Alle Bewohner von Efrana haben dieses Ereignis gesehen und auch der Ring hat Sina akzeptiert. Vermutlich wird sie wie ein Vulkan ausbrechen, aber dann ihrem Leben weiterhin nachgehen.“ vermutete Ma Shi. Wie Recht er mit seiner Vermutung hatte.

„Denke, dass der König die Natur des Ringes nur auserwählten Leuten erklären wird sowie seinen Feinden.“ murmelt Keya.

Alle drei Gildemeister wirkten sehr gestresst.

„Sag Themba, wie hast du Sina überredet das Spiel mitzumachen?“

„Ich habe ihr gedroht, dass ich bei ihr einziehen werde, sollte sie sich weigern einmal in ihrem Leben vor einem König zu knien. Irgendwie fand sie die Vorstellung mich jeden Tag zu sehen, sehr schrecklich.“

„ … “

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