Ich bin wiedergeboren und der klügste Dämon?
Sofort räumte Sina den Tisch frei und begutachtet das Wohnzimmer, das alles in Ordnung aussah. Sie nickte zufrieden und schaute nochmal in den Garten, wo Sherry auf dem Boden lag und weiße Augen hatte, dazu Schaum sich in ihrem Mund bildete.
Neia versuchte sie irgendwie zu massieren, während Suki auf Rubina schimpfte. Die Katzenfrauen auf der Mauer sahen aus, als würden sie sich beraten, wen man am besten wie essen könnte. „Ok, alles vorzeigbar.“ nickte Sina.
Die Dämonin legte die Marmorklötze mit einem gewissen Abstand vor sich auf de Tisch, denn sie könnte sich vorstellen, dass es diesmal wie ein Monitor funktionieren wird. „Scholar Wisali.“ sagte Sina den Spruch auf.
Die Marmorklötze fingen an zu vibrieren, als sie sich zur Hälfte teilten und hochflogen wie ein Viereck. Es entstand ein schwarzes Bild, dann war es auch schon alles gewesen. „Verstehe, das gleiche Prinzip wie ich es im Keller habe.“ nickte Sina und trippelte mit ihren Finger auf den Tisch… und trippelte und trippelte…
„Ob er gerade Unterricht hat?“ grübelte Sina, die SEHR ungeduldig war. Im Garten scheint Sherry wieder zu Bewusstsein gekommen zu sein, dafür bekam sie ein grünes Gesicht. „Was… machen sie eigentlich alle da?“ hob Sina eine Augenbraue hoch.
„Ich hatte gerade noch eine Klasse unterrichtet Prinzessin Sina.“ hörte man eine schmunzelnde Stimme. Sofort drehte Sina sich um und machte einen sehr glücklichen Gesichtsausdruck. „Gelehrter Wisali!“
Ihr Lehrer und einer der wichtigsten Dämonen aus Deymonlia war auf dem Bildschirm zu sehen. Man sah einen sauberen Schreibtisch und hinter dem Dämon lauter Bücherregale, doch wichtiger war der Dämon selber.
Gelehrter Wisali hat sich in all der Zeit, wo Sina ihn kennt, nicht verändert. Er sieht immer noch aus wie ein Mönch mit Glatze und roter Hautfarbe. Sein Gesicht war eher die eines Menschen, hätte er nicht dunkelgraue Augen.
„Ich sehe schon… ihr habt nun das „normale“ Aussehen einer Sukkubus angenommen. Vermutlich steckt dahinter eine Geschichte oder?“ lächelt Wieso freundlich. „Ich… erm… weiß überhaupt nicht, wo ich anfangen soll.“ schauten alle Augen von Sina in unterschiedliche Richtungen.
Sie benimmt sich wie ein Kleinkind, aber das fiel ihr selber so nicht auf und wenn es so wäre: Wäre es ihr in diesem Moment auch egal.
„Keine Eile Prinzessin Sina, ich werde nicht auf einmal verschwinden und bin mir bewusst, dass ihr sehr viele Fragen habt. Ich bin froh, dass euer Vater mir überhaupt die Erlaubnis gegeben hat, dass ich mit euch in Kontakt treten darf.“
„Wie… wusstet ihr davon? Also… die Kiste und…“ „Nun, was habe ich euch eins beigebracht?“ schmunzelt der Gelehrte wieder. „Überall und jederzeit die richtigen Quellen aufbauen und so erziehen, dass sie nichts anderes können, als davon zu berichten.“ sagte es Sina wie aus dem Lehrbuch runter.
„Wunderbar, damit beantwortet ihr eure eigene Frage schon. Auch hier: Was habe ich bezüglich von vielen Fragen mal erklärt?“ nickte Wisali zufrieden. „Viele Fragen, die wir im Leben stellen sind eigentlich eine Zeitverschwendung, weil uns die Antwort bekannt ist, nur sehen wir sie als solches nicht.
Wenn wir die Frage langsam, aber bewusst wieder aufsagen, kommt die Antwort öfters von selber. Es ist nicht auszuschließen, dass man den Wald vor lauter Bäume nicht sieht.“
„Den letzten Satz habt ihr formuliert, entspricht aber dem Kern der Lehre.“ lächelt Wisali. „Vermutlich habt ihr schon überlegt, wir ihr mir euer Aussehen erklären wolltet, aber wenn… man das nötige Wissen hat wie ich…“
„LoL „nötige“ Wissen…“ schüttelt Sina grinsend den Kopf. „Weiß ich zum Beispiel, dass ihr mehr als einmal in Kontakt mit Vampirblut gekommen seid.“ ließ Wisali sich nicht aus der Ruhe bringen.
„Hmm… Wisali, bevor wir uns unterhalten, will ich dir einige Personen vorstellen. Mir ist… es tatsächlich wichtig, dass sie euch ebenfalls kennenlernen.“ wurde Sina etwas ernster. „Verstehe, ihr habt endlich Freunde kennengelernt, wie ihr es euch immer gewünscht habt.“ nickte Wisali.
Das war für Sina die Aussage, die sie gerne von ihrem Vater gehört hätte. „Einen Moment…“ Rumms, Rumpel, Quetscht, Drohung, bis Sherry, Neia, Suki, Rubina und Bariel alle mehr oder weniger im Blickwinkel der Übertragung waren. „Ich sehe schon, ihr habt sehr exotische Freunde.“ schmunzelt Wisali neugierig.
„Meine Freunde, DAS ist mein Lehrer Wisali, der mich in der Kindheit bis zum Verlassen von Deymonlia mehr oder weniger alles gelehrt hat. Viele Handlungen, die ihr bei mir gesehen habt, war immer eine Lehre vom klügsten Dämon aus Deymonlia.“ stellte Sina ihren Lehrer glücklich vor.
„Seid gegrüßt Freunde von Prinzessin Sina, ich hoffe, dass sie euch nicht zu sehr eurer Zeit beraubt.“ verbeugte Wisali sich kurz vor seinem Pult. „Das… stimmt doch nicht…“ murmelt Sina. „Egal, nun wird es für dich interessanter Wisali.
Die Kuh da, dass ist meine Verlobte Sherry, die eigentlich eine Blutelfe ist, aber gerade den Ring der Kuh trägt. Die Elfenfürstin Neia ist die mit den blutroten Haaren, ebenfalls eine Blutelfe und meine Geliebte.
Die junge Katzendame ist Suki, meine erste Tochter und neben ihr Bariel, meine dritte Tochter und zu einem Dämonen erschaffen. Zuletzt ist das die Drachenkriegerin Rubina, die auch die Tochter von Suki ist. Bisschen chaotisch, aber letztendlich stimmt es ja alles.“
„Ah…“ machte Wisali „diesen“ wissenden Blick, den Sina ätzend fand. „Dann verstehe ich, warum euer Vater in so schlechter Laune ist. Verlobte Sherry, ich wünsche euch vom Herzen, dass ihr euren Traum erfüllen könnt.“
„Erm… danke?“ wundert sich Sherry. „Wisali ist in meinen Augen der neutralste Dämon, den man in Deymonlia finden kann.“ erklärte Sina. „Oder sehe ich es falsch?“
„Falsch ist es eigentlich, dass ihr so offen die Verlobung bekannt gebt, statt es heimlich zu machen. Doch ihr seid eine erwachsene junge Dame. Nur ihr wisst am besten, welchen Weg ihr geht.“ grinste Wisali.
Was die Frauen bemerken ist, wie… Sina sich komplett anders verhält. Neia machte den ersten Schritt. „Vielleicht… wage ich mich etwas aus dem Fenster, aber… Wisali ist deine eigentliche Vaterfigur oder?“
„Erm…“ kam Sina auf einmal in Erklärungsnot und bekam direkt einen roten Kopf. Wisali hielt eine Hand vor seinen Mund, als würde er etwas verheimlichen wollen, aber seine Augen lachten. „Mano! Fall mir doch nicht in den Rücken. Jaein, Wisali kann väterlich wirken, dennoch gibt es Grenzen.“
„Ich versuche alle Dämonen gleich zu behandeln. Manche brauchen eine Vertrauensperson und Prinzessin Sina hat mich als solche auserkoren. In der Vergangenheit habe ich für den einen oder anderen Dämonenkönig auch diese Rolle ausgeübt. Doch habe ich immer darauf geachtet, dass es mich nicht in Schwierigkeiten bringt.“ erklärte Wisali.
„Neben meinen Lehrer und Gelehrten leitet er auch eine Schule. Diese habe ich aber leider nie gesehen, weder von außen noch von innen. Dafür musste Wisali halt als mein Spielkamerad hinhalten früher.“ grinste Sina.
„Nun, ihr wart als Kind schon ein Genie gewesen und habt mich oft zum Erstaunen gebracht. Schlimmer, eure Erklärungen waren öfter so einfach, dass ich sie für meine Kollegen aufgeschrieben habe, die das zukünftigen Schülern beibrachten.“ wirkte Wisali sehr stolz auf Sina.
„Das… ist so krass, wie unterschiedlich Dämonen sein können…“ murmelt Bariel. „Die Destroyar, der Dämonenkönig und nun ihr. Warum können die meisten Dämonen nicht ebenfalls so sein?“
„Hm… wie erkläre ich euch die Frage.“ grübelte Wisali kurz. „Weil wir Dämonen von Natur aus nach Kontrolle, nach Stärke und nach Besitz gieren. Es liegt einfach in unserem Blut, dass wir nichts anderes machen können.
Ich denke, meiner Wenigkeit und einige andere Dämonen sind eher Sonderfälle, denn ich sehe die Welt etwas anders als ein Dämonenkönig. Nicht das ich daraus ein Geheimnis mache, es ist einfach so, dass die Götter sich was dabei gedacht haben, dass unsere Rasse und die der von Alliancia sich bekriegen müssen.
Selbst wenn man den Grund für die Kriege kennen würde, ist es zwar nett zu wissen, ändert aber nicht unbedingt die Situation, dass sie sich schlecht vermeiden lassen, wenn man… auf beiden Seiten Anführer hat, die für den Krieg sind.“
„Wie wahr, trotzdem würde es mich interessieren und ich wette immer noch, dass ihr den Grund kennt.“ hob Sina eine Augenbraue hoch. „Ich weiß nur das, was ich weiß.“ lächelt Wisali wissend.
Sina rollte nur mit den Augen, eine Antwort, was sie immer gehört hatte, wenn Wisali Fragen oder Andeutungen aus dem Weg gehen wollte. Sie ging auf Sherry zu und hob die linke Hand. „Wisali, kennst du das Symbol?“
„Das Königssymbol deiner Familie, aber ein sehr sehr altes, das für viele in Vergessenheit geraten ist. Ich vermute, dein Vater hat es deiner Verlobten verzaubern lassen?“ frage Wisali nach. Sina nickte und schaute Neia an, die ebenfalls ihre linke Hand hoch hob.
„Wie kann man dieses Mal entfernen? Es kann nicht sein, dass mein Vater meine Lieben jederzeit auf der Welt finden kann. Der Sturkopf beharrt fest auf diese dumme Tradition und bleibt dabei, dass Sherry und Neia ihn in einem Duell bekämpfen müssen.“
„Hm… warum wollt ihr es denn entfernen?“ hob Wisali eine Augenbraue hoch. „Wie… so nicht? Es erinnert mich daran, dass dieses Duell kommen wird, egal wann. Das kann nicht sein, zumal ehrlich, wenn werde ICH ihm das Duell geben.“ hob Sina ebenfalls eine Augenbraue hoch.
„Prinzessin Sina… glaubt ihr nicht, dass eure Liebsten den größten Schutz durch den Dämonenkönig genießen?“ lächelte Wisali. Nun wirkte jeder etwas verwirrt. „Dieses Mal, so alt es auch sein mag… denn ich denke, der Dämonenkönig wird in nächster Zeit diese Information an das Volk schicken, heiß nichts anderes als: Sie gehören mir.
Jeder Dämon, der deine Liebsten mit diesen Mal sieht, wird es sich zweimal überlegen, ob er Hand an sie erhebt, denn… einen schönen Vorteil haben diese Male. Wenn jemand sie umbringt, springt das Mal über und ihr kennt euren Vater gut genug, dass ihm niemand seine Beute streitig machen sollte.
Wenn man es ganz nüchtern und positiv betrachtet, euer Vater hat Sherry und Neia den bestmöglichen Schutz gegeben. Sie dürfen so ziemlich vor jeden Dämon sicher sein, außer vor dem König selber.“
„Wow…“ murmelt Sherry, die ihr Mal betrachtet und dann Sina. „Sollen wir nun deinem Vater danken?“ „Um Himmels willen, nein? Ob es geplant ist oder nicht, aber keiner bekommt mehr Kontakt mit meinen Vater, sonst endet das wieder in einem Desaster.“ riss Sina weit ihre Augen auf.
„Zufälligerweise habe ich mitbekommen, dass ein gewisser mächtiger Dämon sich sehr um seine Tochter sorgt. Leider scheint sein Blickfeld nur auf diese Tochter gerichtet zu sein, sodass die anderen Töchter darunter leiden.
Dieser mächtiger Dämon ist, seit die Tochter das Land verlassen hat, noch jähzorniger geworden und die Kerker sind sehr schnell leer geworden. Doch es gab Tage, wo dieser mächtige Dämon… sehr gute Laune hatte. Vermutlich hatte er ja ein kurzes Gespräch mit der Tochter gehabt, wer weiß.“ erzählte Wisali eine sehr deutliche Geschichte.
„Habe gehört, dieser Dämon hat seine eigene Burg in die Luft gejagt?“ frage Sina nach. „Stimmt, die obersten Etage hat dieser Dämon einmal mit seiner schwersten Magie zerstört und dann muss irgendetwas vorgefallen sein, dass er ein weiteres Viertel der Burg zerstört hat.
Wenn der Erschaffer der Burg noch in Deymonlia leben würde, spätestens nach dieser Zerstörung wäre er lachend von dem höchsten Berg auf der Welt runter gesprungen. Manchmal habt ihr wirklich einen sehr komischen Humor gehabt, Prinzessin Sina.“ grinste Wisali.
„Der lebt noch?“ wundert Sina sich. „Ich habe ihn zuletzt vor der Barriere noch lebend gesehen. Seine Leiche wurde nie gefunden, wer weiß ob er nicht doch irgendwo auf der Welt lebt. Wünschen würde ich es mir, denn dieser Dämon war einzigartig.
Kein anderer Dämon hatte die Fähigkeit gehabt, eine Burg schnell, aber stabil und sauber zu bauen. Viele Städte, Dörfer und andere Orte tragen seine Handschrift, denn eines mussten die Gebäude bei den Dämonen immer sein. Ich wiederhole mich gerne: Sie müssen „immer“ stabil sein.
Prinzessin Sina kann das bestimmt selber nachvollziehen oder? Sagt nichts, ich sehe es an eurem Gesicht: Ja, wir sprechen von normalen Dämonen und nicht von überstarken Dämonen wie euer Vater, ihr selber oder einige andere… Exemplare.“
„Wollte schon sagen, wenn Vater die Burg in die Luft jagt?“ grinste Sina. „Wisali… ich danke euch, dass ich mit euch wieder in Kontakt kommen kann. Ich… habe so viele Fragen, wo ihr mir helfen müsst. Einerseits SEID ihr der älteste Dämon, andererseits SEID ihr auch der weiseste Dämon zugleich.“
„Nun schmeichelt ihr mir Prinzessin Sina.“ schmunzelt Wisali. „Erm… du beherrscht nicht die Analyse oder?“ fragte Sina nach und Wisali schüttelt den Kopf. „Bedauere, dass ist tatsächlich eines der Fähigkeiten, die ich gerne gekonnt hätte, wenn ich ehrlich sein darf.
Euer Vater, mein Freund Calligus und ein paar andere beherrschen dies, ich gehöre leider nicht dazu.“ seufzte der Dämon sehr hörbar.
„Dann… lass mir euch folgendes sagen: Ich trage den Titel Dämonenkönig.“ berichtet Sina und ein Schweigen entstand im Zimmer. Wisali musste mehrmals blinzeln und schien nun nachzudenken, man sah ihm das am Gesicht an.
Sina sagte nichts, denn sie wusste, dass es diese Momente sind, wo wirklich sein komplettes Wissen hoch und runter geht. „Erm… dass wird vermutlich ein längeres Gespräche werden, wenn ihr was anderes machen wollt, nur zu.“ teilte Sina es den Damen mit.
„Denke, Rubina will gerne ihre Strafe antreten. Es war nicht nett gewesen, Sherry einfach in die Luft zu werfen.“ teilte Suki mit. „Ja… Mama…“ hörte man tatsächlich die Scham aus der Stimme von Rubina.
„Dann geh ich in den Keller und versuche die Übungen von Tante Kyllia umzusetzen.“ ging Bariel aus dem Wohnzimmer. „Denke, wir bleiben oder?“ schaute Sherry Neia an, die ihr zustimmend nickte. „Ja, man kann dich ja auch hier bürsten.“ „Uh…“
Wisali blickte wieder auf und hatte diesen wissenden Blick. „Darf ich annehmen, dass ich mit Lilith spreche?“ „Ich fasse es nicht…“ musste Sina leise lachen. „Nur mein Vater weiß bisher davon.“
„So schwierig war es überhaupt nicht. Euer Vater fragte mich über eine Verräterin, die es mal in der Vergangenheit gegeben hat. Wir… hatten einige Verräter gehabt, die ganz klar gegen die ständigen Kriege der Dämonen was hatten. Doch nur eine „Verräterin“ hat Hand in Hand mit der damaligen Heldin zusammengearbeitet.
Nun verstehe… ich so einiges. Eure Geschichte würde mich nun wirklich interessieren, wie das… alles Zustande gekommen ist. Ihr müsst wissen… einige hoffen immer noch, dass die Dämonenkönigin Lilith zurückkehrt.“
„Huch? Obwohl… „sie“ eine Verräterin war?“ wundert Sina sich. „Gerade weil sie eine Verräterin war, die klar gegen die Dämonen war und zweimal den Dämonenkönig besiegt hat, ist es für alle doch eine erstrebenswerte Veränderung oder?
Ich kannte da eine junge Dame, die euch liebend gerne kennengelernt hätte, weil ihr sie im Kampf der Taktiken geschlagen habt. Auf dem Land, auf dem Meer, zu unkonventionell waren eure Ideen damals gewesen.“ schmunzelt Wisali.
„Ah… ich kann mich daran dunkel erinnern. Ich bekam bei diesem Gedanken immer wieder das Gefühl, als würde ich gegen mich selbst kämpfen. Wenigsten habe ich es geschafft, sie soweit abzulenken, dass sie mein eigentliches Ziel nicht erkannt hat.“
„Hat sie schon, aber der Dämonenkönig Rarkas war so von Wahnsinn besessen gewesen, dass keine Vorschläge oder Warnungen bei ihm ankamen. Als „Belohnung“ hat er sie in den tiefsten Kerker werfen lassen mit dem Befehl, den Schlüssel wegzuwerfen.“
„Hrm… müssen immer Typen an der Macht sein, die entweder mit den Muskeln denken oder so dermaßen wahnsinnig sind, dass sie gute Leute töten? Immer dieselbe Leier mit ihnen…“ seufzte Sina. „Dann pass mal auf…“ erklärte Sina die Gründe, wie sie in die Vergangenheit kam, denn die Karriere als Lilith kennt Wisali aus der Dämonenseite zur Genüge.
„Verstehe… mit Leerenmagie in die Vergangenheit gereist.“ nickte Wisali. „Ich bin ehrlich, ich hätte euch zu gerne kennengelernt. Nun muss ich sagen, ich habe es ja nicht gewusst.“
„Folgendes… habe ich mit meinen Vater besprochen, weil ich auch den Titel trage…“ wiederholte Sina das Gespräch mit ihrem Vater, wie sie sich mit dem Titel geeinigt haben und wie ihr Vater auf einmal verlangte, dass sie eine sein soll.
„Hmm… wenn ihr JETZT in Deymonlia sein würdet, dann würde ein Bürgerkrieg ausbrechen. Die, die für den Krieg sind und nun… Keiner weiß genau, was ihr dann wollt, aber viele würden einfach nur zu euch wollen, um einfach nicht von eurem Vater getötet zu werden.“ grübelte Wisali kurz.
„Deswegen ist es tatsächlich einfacher, wenn ihr irgendwie, irgendwo, irgendwann einen Ort erschaffen könntet, damit es keinen unnötigen Krieg zwischen uns gibt, der nicht nötig ist. Das euer Vater es zu einer Bedingung zur Entfernung der Male gestellt hat, nun, vermutlich wollte er euch einen starken Anreiz geben.“
„Super, wirklich. All die Zeit wollten wir Alliancia erobern, was nie geklappt hat, ausgerechnet ICH soll das Unmögliche nun schaffen? Ein bisschen realistisch sollte man schon sein, zumal ich weiß wie die Welt sich außerhalb der Welt dreht und aktuell muss ich sagen… Das einige Feinde ihre Macht einsetzen, um mich zu schaden. Mich, meine Familie, Freunde, Clan und was ich noch aufgebaut habe.“
„Nun, die Welt ist groß oder nicht? Ich habe euch alles beigebracht, was ich vor der Barriere über die Welt wusste.“ lächelt Wisali, der scheinbar kein Problem sieht. „Manchmal muss man einfach über den Tellerrand schauen.“
„Klar, mach ich einfach eine Stadt in Dunkon auf.“ rollte Sina ihre Augen. „Warum auch nicht, nur bringt es mir nichts, eine Stadt mit Hafen aufzubauen, wenn alle Händler sich querlegen.“
„Da kann ich euch leider nicht helfen, denn Händler finde ich persönlich schlimmer als Dämonenkönige. Sie haben manchmal mehr Kontrolle, als sie eigentlich haben dürften. Gut, in Deymonlia haben wir nicht das Problem, aber scheinbar sieht es in der Welt außerhalb anders aus.“ wiegelt der Lehrer leicht den Kopf.
„Dein Lehrer ist wirklich sehr klug…“ murmelt Neia, während Sherry auf ihren Knien das Fell gebürstet wird. „Scheinbar haben wir ja einen Ausgleich gefunden. Zwar kannst du nicht gemolken werden, aber hey…“ „Muh…“ wackelten die Ohren von Sherry.
Sina betrachtet es mit einem neutralen Gesichtsausdruck die Szene, dann drehte sie sich wieder zu Wisali. „Dann… ist es so. Puh, Fragen hätte ich viele… Du als ältester Dämon, weißt du zufällig was vom verlorenen Zeitalter? Ich kenne die Geschichte vom ersten Dämonenkönig bis jetzt, aber ich glaube, dass es auch was davor gegeben haben müsste.“
„Hm… Dämonen haben schon immer seit Anbeginn der Welt existiert. Die Fragen, die ich mir stelle… was genau wollt ihr denn wissen, was… noch älter ist, als unsere Geschichte?“ hakte Wisali nach.
Sina leckte sich die Lippen, dass erzählte in Kurzversion über Exos und die verbannten Götterbestien, ausgelöst durch den Tod von Titanus. „Es MUSS also irgendwann mal auf Gaia dieser Krieg stattgefunden haben. Ist aber so lange her, dass sie sich davon erholt hat.“
Der Gelehrte rieb sich an seinem Kinn, ein Zeichen, dass ihm diese Informationen nicht unbedingt gefallen. „Das ist tatsächlich… sehr bedauerlich, wenn es eine weitere Gruppen gibt, die die Welt reinigen wollen. Eurem Vater ist es bekannt?“
„Dem interessiert es nicht.“ verzog Sina wütend ihr Gesicht. „Hm… leider kann ich euch da nicht weiterhelfen, weil ich von ihm und anderen verbannten Götterbestien nichts weiß, was sehr schade ist.
Nun verstehe ich, warum ihr eine Götterbestie nach der anderen tötet, auch wenn sie mal früher andere Namen hatten. Sie stören tatsächlich eure Friedensmission und jetzt ein neues Reich in diesem chaotischen Zeitalter aufzubauen… Ich kann nachvollziehen, warum ihr kein Freund von dieser Idee seid.
Andererseits… wenn ihr ein eigenes Reich aufbaut, dass NUR darauf ausgelegt ist, gegen die Götterbestien zu kämpfen, hättet ihr wesentlich mehr Vorteile als Nachteile. Keiner kann euch was vorschreiben, alle haben sich euch zu beugen.“
„Immer noch… wie… und wo bitte? Ein Reich braucht seine Bewohner, Handwerker, einfach alles, was ich nicht einfach mit Ärmelschütteln hinbekomme.“ seufzte Sina sehr schwer. „Ok, hätte ja sein können, dass du irgendwelche uralten Legenden über diese Typen gehört hast.
Hm… Dämonen hat es ja immer gegeben sagst du, wie sieht es mit Vampiren aus? Weil… ich hatte vor kurzem oder etwas länger her, die Bekanntschaft mit einem Vampir gemacht, der noch älter war, als die ersten bekannten Vampire auf der Welt.“ grübelte Sina laut, da wirkte Wisali, als wäre es ihm etwas unangenehm. „Hmm? Was ist los?“
„Ich muss vorsichtig nachfragen, dieser Vampir, er ist älter als die Vampirkönige? Also… so richtig deutliche Altersunterschiede?“
„Ja… einen Moment, Illusion: Urvampir.“ zaubert Sina die Illusion herbei… und Wisali sah überhaupt nicht glücklich aus.
„Prinzessin Sina? Auf euch kommen Probleme zu.“