Ich bin wiedergeboren und ein unerwarteter Schachspieler?
Ein neuer Tag ist angebrochen und Sina hatte einen Kopf… dass sie das Gefühl bekommt, dass er platzen muss. „Scheiße… zu viele Gedanken, Ideen… bin ich froh, dass ich gestern meine Pläne mitgeteilt habe…“ murmelt die Dämonin, die wieder im Kuhstall lag.
„Wie… geht es dir eigentlich Neia?“ drehte Sina sich zu der Fürstin um. „Nicht gut, aber… wenn man mir Zeit gibt… kann ich es akzeptieren.“ drehte Neia sich besorgt zu Sina. „Aber… verglichen zu mir… hast du noch viel mehr verloren.“
„Glaube nicht.“ schüttelt die Dämonin den Kopf und betrachtet die Steindecke. „Im Gegensatz zu dir… habe ich es gemocht, doch DU… hast es geliebt. Du hast all deine Zeit und Liebe in das Abenteuerdasein investiert.“
„Nichts… für ungut, aber… auf Dauer wiegt ihr beide doch etwas…“ murmelt Sherry auf dem Boden. Sina und Neia lagen nämlich auf ihren Bauch und genossen das wunderbare… Fell von dem Kuhkörper.
„Hm… ich muss mal unbedingt schauen, ob ich ein Ring des Schafes habe oder so. Den geben wir Sherry und schneiden immer ihre Wolle ab.“ grinste Sina. „Hey!“ ningelt das Opfer. „Hört sich sehr interessant an.“ grinste Neia ebenfalls.
„Pff…“ versuchte Sherry aufzustehen. „Oh… unsere Sherry mag unsere Idee nicht.“ kichert Neia. „Stimmt… ah…“ wollte Sina auch kichern, bekam aber wieder Kopfschmerzen. „Wieso… brummt mir der Kopf so…“
„Vermutlich, weil du ein sehr unruhigen Schlaf hattest.“ merkte Sherry an. „Dabei hast du sehr viel gemurmelt, als würde dich etwas nicht loslassen. Heilen hilft nicht oder?“ „Überhaupt nicht.“ schüttelt Sina den Kopf und stand auf.
Sherry und Neia folgten ihr, wie Sina sich streckte und etwas nachdenklich wurde. „Meine Damen, ich… werde heute für mich alleine bleiben. Mit diesen Kopfschmerzen kann ich nicht vernünftig denken.“
„Also willst du in deinen Büro?“ fragte Neia und Sina schüttelt wieder den Kopf. „Nein, ich werde heute etwas Abstand von Fanfoss nehmen und einen Ort besuchen, wo wir schon mal waren, aber alleine.
Ich werde versuchen wieder ein klaren Kopf oder eher… einen leeren Kopf zu machen. Einfach… leer machen und langsam wieder denken. Die Technik habe ich vor kurzem schon mal versucht, aber diesmal… nerven meine Kopfschmerzen.
Mein Kopf muss einmal… RICHTIG komplett geleert werden und dann… fange ich von vorne an. Was habe ich selber noch unter Kontrolle, was muss ich unter Kontrolle bringen und was werden noch für Aufgaben, die wichtig sind?
Die angesprochenen Gespräche werden stattfinden, aber… ihr wisst, ja, ich muss viel weiter denken.“ grinste Sina schief.
„Wo… wir schon mal waren?“ wiegelt Sherry mit den Kopf, das schon ein bisschen lustig aussah, wie die Kuhohren hin und her wackelten. „Ja, die alte Hauptstadt Ethia. Da haben wir ein Spruch gelesen im Thronsaal und… dort will ich wieder hin.
Ich bin da alleine und aber auch zugleich nicht zu weit weg. Das kommt mir daher sehr gelegen und hilft mir, meine Gedanken zu sortieren.“ erklärte Sina, ihre Geliebten schauten sie etwas verdutzt an.
Etwas später kam Sina frisch gewaschen und neu eingekleidet in die Küche und holte ihre Snacks von Suki ab, sie wurde ebenfalls aufgeklärt, dass Sina ihre Ruhe braucht. „Egal… wer jetzt was von mir will, muss einfach warten.“ teilte Sina noch mit, als sie wegflog.
„Hm…“ schauten die Blutelfen ihre Dämonin hinterher. „Vielleicht ist das der Zeitpunkt, dass wir mal an unsere eigene Stärke arbeiten oder?“ meinte Neia. „Stimmt. Zeit, dass du auch Elementarkugeln hast!“ nickte Sherry.
Während also die beiden für sich sind, war Sharlia tatsächlich etwas… unruhig. Dies hat Kyllia gemerkt und versuchte den Grund herauszufinden. „Hey… was hast du? Hast du das Gefühl…“
„Nein, keine Sorge.“ bemerkte Sharlia die Sorge ihrer Schwester. „Ich… brauche keine Folter, wirklich nicht.“ grinste Sharlia schief. „Aber… mir fehlt etwas… Etwas… materielles in den Händen, verstehst du?“
„Und… was genau soll es sein?“ hakte Lisa nach. Sharlia wiegelt ihren Kopf, scheinbar ist sie nicht sicher, wie sie es erklären soll. „Ich… bin mir nicht sicher, ob ich es sagen soll. Dummerweise sind wir glaube ich auch nicht in der Lage, es herzustellen.“
„Herstellen…?“ grübelte Kyllia direkt. „Sollen wir in die Schmiede gehen? Wir haben da… ein Familienfreund, der eigentlich alles kann.“ „Wirklich?“ leuchtete Sharlia quasi regelrecht auf. „Das wäre natürlich super!“
Gesagt, getan saßen Kyllia und Sharlia im Büro von Brandrulim. Der Zwerg wusste sofort, dass es die Zwillingsschwester war und Sharlia wurde ihm auch vorgestellt als eine weitere Schwester. „Es ist mir eine Freude, eine weitere bezaubernde Schwester von Sina kennenzulernen.“ lächelt der Zwerg fröhlich. „Wie kann ich euch helfen?“
„Mir nicht, aber Sharlia… hat scheinbar gewisse Wünsche, wo euer Handwerk gefragt ist. Wegen der Bezahlung braucht ihr keine Sorgen machen, ich werde die Kosten übernehmen, Sina hat ihr ein… großzügiges Taschengeld überlassen.“
„Verstehe? Nun gut, was soll ich denn für euch bauen?“ fragte der Zwerg Sharlia. „Etwas… was ihr vermutlich noch nicht gebaut habt. Es… soll aus… mehreren Teilen… genau, mehrere Teilen bestehen in unterschiedlichen Größen.
Einmal eine Elle lang, eine halbe Elle und vom Zeigefinger bis zur Hand hier.“ zeigte Sharlia es etwas umständlich ihren Wunsch. „Das Größte von ihnen soll diesen Durchmesser haben.“ zeigte die Dämonin mit einen Daumen und Zeigefinger. „Der Kleinste diesen Durchmesser.“
Mehrmals musste Brandrulim blinzeln, als Sharlia ihm ihren Wunsch erklärte. „Es… soll zylinderförmig sein und die Spitze… fast wie ein Pfeil, aber komplett abgerundet. Dabei muss… dieses… „Hilfsmittel“ komplett glatt und poliert sein, es darf nicht… hm… verletzend sein.“
Brandrulim hat… scheinbar immer noch keine Vorstellung. „Einen Moment… ich hol eben ein Blatt und Stift, dann zeichnet ihr es einmal.“ stand der Zwerg auf. Während die Damen kurz des Wartens gezwungen sind, hakte Kyllia direkt nach. „Was… sind das für Teile die du haben willst? Sind es irgendwelche Folterinstrumente?“
Sharlia wiegelt in ihrem Kleid den Kopf hin und her, als der Zwerg wieder kam. Alles wird auf dem Tisch gelegt, da drehte sich die jüngere Schwester zu Kyllia um. Sie kam mit ihren Mund ganz nah an Kyllia´s Ohr und hielte eine Hand davor.
Sie flüstert ganz langsam ihre Erklärung und Kyllia nickte langsam, dabei konzentrierte sie sich… bis sie einen knallroten Kopf bekam. „Eh…“ „Was?“ lächelt Sharlia. „Das ist es, was ich brauche. Vorher… brauchte ich mir keine Gedanken machen, aber hier?“
Rauch bildete am Kyllia´s roten Kopf, Sharlia bückte sich zum Tisch und zeichnete schnell ihren Wunschgegenstand. Nach getaner Arbeit schaute sich der Zwerg das an und hatte endlich seine Vorstellung bekommen. „Das ist eine unsere leichtesten Arbeiten, aber… was genau soll das sein?“
„Bitte… es gibt tatsächlich Dinge, die willst du nicht wissen. Ich… bereue es… nun…“ murmelt Kyllia ganz leise, Sharlia dagegen wirkte sehr belustigt. „Wenn… es geht… und ihr stellt diese Form… drei Mal in unterschiedlichen Größen her… wie Sharlia es sich wünscht…
Ich würde gerne… davon drei weitere Sets herstellen lassen wollen. Wie… gesagt, über Bezahlung kein Problem, nur… nicht weiter nachfragen…“
„Erm… ok?“ hielt Brandrulim seinen Kopf schräg. „Wenn ihr in ein paar Stunden wieder kommt, haben wir das fertig. Das ist nun wirklich einer der leichtesten Arbeiten. Denke, Stahl wäre ausreichend oder?“ „Ja… vollkommen…“ wurde Kyllia´s Kopf immer röter, Sharlia dagegen… freute sich, dass ihre Schwester verstanden hat, was sie verlangte und es auch haben will.
Während also… irgendwie das Chaos in Fanfoss wieder wächst, hat Sina den Wald mittels ihren Kompass wieder gefunden. Die Sonne strahle und der Wald… ist einfach in seiner Natur wunderschön.
Sina flog dem Fluss entgegen, damit die Bäume ihre Landung nicht störten. Sofort fand sie ein Platz und setzte zur Landung an. „Hm… ein so schöner Ort, den niemand einnehmen wird, weil es mal ein versuchtes Gebiet war.“ dachte die Dämonin.
„Vielleicht… kann man ja hier eine Geheimbasis errichten, denn der Kreis der Wissenden ist ziemlich begrenzt.“ grinste Sina gemein und ging zu ihrem Wunschort: Die Burg der alten Hauptstadt.
Die Kopfschmerzen sind zurückgegangen, was Sina sehr willkommen aufnahm, sie genoss… regelrecht die Umgebung. „War scheinbar eine gute Idee, denn es hilft mir tatsächlich. In Deymonlia… wäre es nur mein Zimmer gewesen, doch in Alliancia? Genügende Möglichkeiten und doch habe ich mich für diesen Ort entschlossen.“
Es verging mehrere Minuten, bis sie wieder vor der Burg, was die Zeit überstanden hat, davor stand. Die Tür war weiterhin offen, so ging Sina ohne Gedanken hinein. „Vielleicht… sollte ich mir die Chance nehmen und schauen, ob es nicht doch etwas hinterlassen wurde, was mir nützlich sein kann.
Ich mag keine Abenteurerin mehr sein… Aber wie eins ein Hauptcharakter vom Spiel „GranXia“ mal sagte: Keine Karten oder Dokumente sagen aus, ab wann man ein Abenteurer ist. Das Abenteuer beginnt, indem man den Wind folgt, das in eine Richtung weht.
Daher werde ich meine eigene Abenteuer erleben, indem ich einfach das mache, worauf ich Lust habe.“ grinste Sina, die weiter den Flur entlang lief. Alte Erinnerungen kamen ihr hoch, als sie… die Weg mit ihrer alten Gruppe entlang gegangen ist und Sina den Führer wieder mal ärgern musste.
„Das war… eine Zeit gewesen, wo ich einfach… mal kein Anführer war. Es… war eine tolle Zeit gewesen. Schade… dass meine Zeit verlangt… dass ich eine Anführerin sein muss.“ seufzte die Dämonin, die nun in dem Thronsaal betritt.
Ohne nachzudenken und weil sie… in alten Erinnerungen schwelgte, lief sie an eine Person vorbei und starrte den Thron an, wo der verstorbene König saß. „Dich würde… ich gerne fragen können, warum du… die Worte deines Vorfahren versteckt hast.“ murmelt Sina das Skelett an.
„Wenn du möchtest, kann ich sein Geist beschwören.“ antwortet eine männliche Stimme ziemlich belustigt. Sina riss erstaunt ihre Augen auf und drehte sich sofort zum Mann um. „DU?!“ zog der Magen von Sina sich stark zusammen.
Niemand anderes als ihr Erzfeind Exos stand mit einem Abstand von ihr, der sie grinsend anstarrte. Mehr noch, seine explosiven Augen waren weit geöffnet. „Sei gegrüßt kleine Schwester Sina. Scheinbar warst du so sehr mit deinen Gedanken versunken, dass du nicht mal MICH bemerkt hast.“
Sofort suchte Sina eine Möglichkeit, wie sie flüchten kann, als Exos eine Hand hoch hob in seinen grauen Anzug. „Nicht doch… Ich bin nicht gekommen, um mit dir zu kämpfen, das müsstest du doch wissen. WENN warst du es immer gewesen, die den Kampf gesucht hat.“
Sina leckte sich die Lippen. „Ach ja? Das…“ „Das erste Treffen ist eine Ausnahme. Mir war es wichtig gewesen, dass du die Unterschiede zwischen uns beiden schnell kennst. Das Turnier selber?
Da habe ich nur rachsüchtige Seelen eine weitere Chance gegeben, weil ich… mal sauer war.
Du würdest es doch auch machen, wenn du meine Macht hast und jemand hat deine Schwester getötet. Du… ähnelst in vielen Dingen mir, auch wenn es dir nicht bewusst ist. Doch deine Natur… du würdest es eher selber machen.“ steckte Exos seine Hand wieder in seine Hosentasche und schaute nur Sina an.
„Das stimmt allerdings, also das ich den Mörder meiner Schwester höchstpersönlich eine ewige Folter unterziehen würde, wenn ich deine Kraft „hätte“. Ist dir mal wieder langweilig?“ blieb Sina angespannt.
Exos fing an, ein bisschen im Thronsaal hin und her zu laufen und alles zu betrachten, scheinbar… lässt er sich ein bisschen Zeit mit seiner Antwort. „ … Es wäre gelogen, wenn ich nein sage, aber die Wahrheit wäre es auch nicht, wenn ich ja sage.“ antwortet Exos und schaute Sina wieder an.
„Was… willst du dann von mir? Wenn du meine Gedanken gelesen hast… kannst du es überhaupt?“ fiel Sina spontan was ein. Exos hob beide Augenbrauen hoch und scheint wieder nachzudenken, dann zuckte er mit den Schultern.
„Nein, dass kann ich tatsächlich nicht mehr. Ich glaube, eine deine Fähigkeiten verhindert es. Sehr wahrscheinlich dein drittes Auge des Wahnsinns. Es ist seit längerem wohl erwacht und ehrlich? Mir macht es ein bisschen Spaß sogar.“ grinste Exos.
Exos der Magiertyrann. Sieht aus wie ein normaler hochgewachsener Mann mit grünen kurzen Haaren, wäre er nicht eine Götterbestie, dem eine menschliche Gestalt gegeben worden ist. Einzig seine Augen deuten darauf hin, dass DIESER Mann definitiv kein Mensch ist. Augen, die im Inneren nur am explodieren waren. Farben über Farben. Früher haben sie Sina… eine Angst gemacht, doch seit der Fusion mit ihrer Schwester… scheint es ihr überhaupt nichts auszumachen.
„Zu deine Frage, was ich von dir will? Nun, ich wollte tatsächlich mit dir sprechen. Ganz unter uns, wo auch niemand uns stören wird. Wenn… irgendwelche Zufälle wollen, dass sich hier jemand einmischt, der wird einfach ausgelöscht.“ wurde Exos sehr ernst.
Sina schwieg, als Exos sich offenbarte, denn… egal wie sie es dreht und wendet, es… kam selten was Gutes heraus, wenn man mit Exos ein Gespräch führt. Scheinbar sah Exos das Misstrauen bei der Dämonin an und schnippte mit den Finger.
Im Thronsaal entstand auf einmal aus dem Nichts zwei… eigenartige Sessel, dessen Material Sina nicht beschreiben konnte und ein Tisch… Dieser Tisch… ist etwas, was Sina zum Staunen brachte. „Das… ist ein Schachtisch?“ schaute Sina Exos verwundert an.
„Hast du etwa…!“ verlangte Sina nach Antworten, da hob Exos wieder eine Hand hoch. „Liebe Sina… Ich konnte schon immer Schach. Man hat es in meiner Zeit… beigebracht.“ ging der Magiertyrann auf den Sessel zu.
„Ich habe es daher nicht nötig, in anderen Gedanken nachzuschauen, was man sehr gerne getan hat. Eher war ich in deinem Fall erstaunt, dass du es ebenfalls beherrscht. Die Regeln, einfach alles sind exakt das, wie ich es kannte.
Aufgrund deiner Natur, dass du irgendwie… immer einen Kampf mit mir brauchst, gebe ich ihn dir. Auch wenn ich deine Gedanken nicht mehr lesen kann… du bist für mich immer noch ein offenes Buch.
Damit es nicht wieder so langweilig wird wie die letzten Male, gebe ich daher dir… eine Chance ein Schachspiel gegen mich zu führen. Dabei können wir uns dann auch unterhalten, ich glaube… Wenn du ganz genau überlegst, bin ich heute sehr kooperativ gegenüber dir, meinst du nicht auch?“ setzte Exos sind auf dem Sessel und schaute Sina wissend an.
Sina schloss die Augen und musste mehrmals stark ein und ausatmen, bis sie zu einer Entscheidung kommt. „Selbst wenn ich mich darauf nicht einlassen würde, würdest du mich sowieso gegen meinen Willen in diesem Raum einsperren.“ ging die Dämonin auf den Sessel zu.
„Wer weiß? Oder ich glaube aber eher, deine Gier ein Spiel wieder zu spielen ist größer sowie die Neugier, was ich wieder von dir möchte Schwester… Hmm…“ grübelte Exos. „Lassen wir diesen Blödsinn, wir sind keine Geschwister in eigenen Sinne, meinst du nicht auch?“
Die Dämonin setzte sich auf dem Sessel und… wusste nicht, wie sie es beschreiben soll. Nicht zu hart, aber nicht zu weich. Nicht unangenehm, aber auch nicht angenehm. „Wie auch immer, zu dir fühle ich keinerlei… geschwisterliche Bindungen oder ähnliches.“
Exos schnippte mit den Fingern und die Figuren erschienen auf dem Schachbrett, mehr noch… „Wo?!“ musste Sina mehrmals mit ihren Kopf hin und herschauen, denn sie waren jetzt auf einmal komplett anders.
Überall Schwärze… selbst der Boden hatte diese Farbe… bis Sina nach oben schaute. „Das…?“ „So sieht unsere Welt aus.“ klärte Exos die Veränderung auf. „Wir sind immer noch im Thronsaal, keine… „Sorge“, ich dachte, ich wollte unsere Umgebung ein bisschen anpassen.“
Doch das hörte Sina nicht, sie betrachtet… die blaue Kugel mit den vielen Landmassen an. Alle Augen saugten quasi den Planeten auf, man sah in ihren Augen, dass sie es sehr ehrfürchtig betrachtet.
„Ich… wusste, dass unsere Welt schön ist, aber… ich konnte immer nur wenn ein Kontinent sehen. Doch jetzt… sehe ich alles.“ murmelt Sina. „Früher hatte ich auch den Gedanken, aber jetzt… ist die Welt einfach nur hässlich geworden.“
Sofort schaute Sina ihren Erzfeind in die Augen, der sich auf dem Sessel zurücklehnte und die Finger verschränkt. „Warum… ist sie hässlich? Das schöne blau vom Wasser, das weiß der Wolken. Die unterschiedlichen braunen Farben für Land.“ hakte Sina nach.
„Die Bewohner sind hässlich. In meinen Augen sind sie wie Parasiten und die Welt wehrt sich. „Zwerge“, die immer tiefe Wunde in Gaia schlagen, um wertvolles Erz zu fördern. Elfen, die zwar in ihre Ideologie nur das nötigste nehmen, zerstören dennoch die Pflanzen…
Und die Menschen? Nehmen einfach ALLES, was sie in ihren gierigen Händen bekommen. Sie verpesten mit ihren Städten die Luft, rodeln ganze Wälder. Selbst das Meer ist nicht vor ihnen sicher, sie nehmen ohne Rücksicht auf die Meeresbewohner das Fleisch und weiteres weg.
Die Tiermenschen… verhalten sich teilweise an die Natur, dann aber zeitgleich zeigen sie die gleiche Gier wie die Menschen. Was glaubst du, was der Grund sein „könnte“, warum die Kontinente „Alliancia“ und „Batzien“ so stark mit Veränderungen betroffen sind?“ schaute Exos Sina in die Augen.
„Weil… die Welt sich wehrt? Ist sie der Grund… warum jahrhundertealte Siedlungen immer wieder untergehen von den angesprochenen Rassen? Seuchen aus dem Nichts erschafft, wenn Naturkatastrophen nicht mehr helfen?“ fasste Sina schnell zusammen.
„Das ist richtig. Nun solltest du mal… überlegen, warum das Problem bei den anderen Kontinenten nicht so herrscht? Deymonlia, Snolonien, Vurdinia … und sogar Dunkon. Dort leben auch Lebewesen, aber ich teile nicht so die Verachtung zu ihnen.“ nickte Exos kurz.
Auf einmal bewegte eine Figur vom Schachbrett auf Exos´s Seite, das Spiel hat begonnen. Normalweise… einigt man sich, wer anfangen darf, doch darauf will Sina nicht reiten.
„Wenn… man von den Viechern… ignoriert, die die Kontinenten bewohnen, bleiben letztendlich nur die Monster und die Dämonen übrig. Die Dämonen… haben teilweise das gleiche Verhalten wie die Viecher, aber…“ grübelte Sina laut und macht ihren Schachzug. „Ich erinnere mich an die Aussage von meinen Lehrer: Dämonen hat es schon immer gegeben. Dann…“
„In der Tat, in meinen Zeitalter hat es auch Dämonen gegeben, doch… sie mussten sich wohl all der Zeit verändert haben. Die momentanen Dämonen… sind eigentlich ein Schatten ihrer Selbst, sie zeigen überhaupt nicht die Macht, die sie sonst immer hatten.“ meinte Exos.
„Dummerweise… weiß man nichts über dein Zeitalter. Ich bin offen: Wenn die mächtigste Götterbestie mit seinen Geschwister ein Krieg gegen die Götter führt, MUSS es Spuren von den Kämpfen hinterlassen haben.
Doch das ist nicht der Fall, also muss…“ schaute Sina den Planten wieder an. „sich die Welt irgendwie wieder davon erholt haben oder die Götter haben irgendetwas gemacht. Wenn der klügste Dämon nichts von dir und weiteres weiß, muss ich ehrlich sagen, dass… es wohl ein „verlorenes“ Zeitalter ist.“
Eine Figur bewegte sich wieder bei Exos. „Kann sein?“ hob Exos etwas… „ahnungslos“ seine Augenbrauen hoch. „Ich kannte meine Welt und als ich eingeschlossen war… hatte ich sie auch anders in Erinnerung.
Deswegen widert es mich an, dass… ALLES verschwunden ist, was ich kannte. Die… „freien“ Götterbestien haben weiter ihre… „Arbeit“ gemacht, aber auch sie haben sich stark verändert. Ich bin mehr oder weniger ein Relikt aus der Vergangenheit.“
Nun stellte Sina eine Figur weiter. „Du willst uns deswegen „reinigen“, weil wir nicht das sind, was du kanntest?“ Doch Exos wiegelt den Kopf und betrachtet Gaia. „ … Den Grund erkläre ich ein anders Mal, wir sind tatsächlich vom eigentlichen Thema, weswegen… ich mal wieder mit dir sprechen wollte, abgekommen.“
„Nur zu? Ich wollte eigentlich ALLEINE sein, aber es gibt leider immer wieder Personen die meine Privatsphäre einfach nicht akzeptieren wollen. Du hast einfach nur das Glück, dass du stark bist, denn sonst hätte ich dir die Scheiße raus geschlagen.“
Nun musste Exos schmunzeln. „Das kann ich mir tatsächlich vorstellen. Bin ich „froh“, dass ich stark bin nicht wahr?“ grinste der Magiertyrann böse und wieder schob sich eine Figur auf dem Brett.
„Tja, was will ich mal wieder von dir? Gestern warnte meine Magie wieder, dass eine… „bekannte“ Dame wieder den Wahnsinn verfiel. Zwar ist es nicht ausgebrochen, dass ich die Magie reinigen musste, aber die Grenze wurde definitiv angekratzt.
Also musste ich in meine Freizeit mal „wieder“ DIR dir Aufmerksamkeit geben. Du bist eine ziemlich penetrante Dame, wenn ich anmerken darf? Normalweise würde ich sie schnell aus meiner Sicht beseitigen, aber wenn ich das tue, bekomme ich dann doch wirklich mit der Langeweile zu tun.“
Ein Mundwinkel von Sina fiel runter und zur Provokation holte sie ein weißes Taschentuch aus ihrem Inventar. „Brauchst du es? Nicht dass du gleich in Tränen ausbricht.“ Zeitgleich stellte Sina eine Figur um.
„Dein Humor… ist manchmal wirklich sehr interessant. Mit meiner Magie habe ich dein Situation betrachtet… Ich habe deine Rede gehört und weißt du… wo das geführt hat? Ich musste überlegen.“ schmunzelte Exos kurz, wurde aber sehr ernst. Wieder verschob sich eine Figur.
„Also ich weiß genau, dass du nicht spezifisch erwähnt wurdest. Willst du jetzt dich bei mir Beschwerden, dass ich dir nicht die nötige Aufmerksamkeit gegeben habe?“ hob Sina sarkastisch eine Augenbraue hoch.
„Das wäre mir ziemlich egal. Sina… wir kennen beide unsere Pläne, was wir mit der Welt vorhaben. Ich will sie reinigen und in meine Vorstellung ändern. Du willst mich aufhalten und sie zu deine Vorstellung ändern.
Bevor du Einspruch erhebst… in Harmonie mit allem und jedem leben zu wollen ist auch eine Veränderung mit der Welt. Hast du dir… mal die Frage gestellt, ob ich schon immer diese Einstellung hatte?“
„Bestimmt, nur das Problem ist… nur du kannst es beantworten? Meine… ich bin die Dämonenkönigin geworden und „könnte“ mit dem dunklen Gott sprechen. Ist bisher nicht passiert. Noch unwahrscheinlicher ist es, dass die Göttin mit einer Dämonin das Gespräch akzeptieren wird.
Also Exos… aufgrund dass ich überhaupt nicht nachlesen kann und alle Personen, die man fragen „könnte“ ziemlich unerreichbar sind… fällt es mir schwer Antworten zu bekommen. Ich habe mal versucht über dich herauszufinden, aber du bist es ja, der mehr oder weniger blockt.
Dabei hast du ja selber eben gesagt, dass du die Welt nicht magst wegen den ganzen „Parasiten“. Doch wenn ich… genauer überlege, hat es nichts mit dem Grund zu tun, warum du mit den Götter im Krieg warst oder?“
Die Figuren werden von beiden Seiten immer umgestellt, einige verlassen schon das Spielfeld. „Das ist richtig. Wenigsten denkst du nach, was man dir sagt.“ grinste Exos gemein und Sina rollt ihre Augen.
„Würdest du mir glauben, dass der Grund… für den Krieg gegen die Götter damit zu tun hatte, dass… ich auch eine Harmonie mit allen anstrebte?“
So wie Sina ihn anstarrte, hätte Exos auch sagen können, dass er der Vater ihres ungeborenes Kindes im Bauch ist. So viel Unglaube sah man in Sina´s Augen. „Bedaure, aber…“
Exos grinste, aber… nicht das übliche arrogante Grinsen, sondern eher… ein trauriges. „Schwer vorstellbar hm? Das… was du erlebst, dass alle neutrale Fraktionen auf einmal deine Feinde werden, weil du im guten Glauben was machst… es erinnert mich an mich selber.“
Sina schwieg und stellte eine Figur auf dem Brett um. „So sehr werde ich nicht von mir erzählen, aber die Situation, die du JETZT hast, das hatte ich auch hinter mir. Ich war nicht immer ehrlich, habe mehrere Geheimnisse verschwiegen, weil ich… an etwas geglaubt habe.
Im guten Glauben, dass die damaligen Völker aufgeschlossener sind, musste ich feststellen, dass es leider nicht so wahr ist. Alle fingen an, mich als ein Bösewicht darzustellen. Das Problem, was ich mir gedacht habe…
Wie können sie zwischen Gut und Böse urteilen? Was ist „Gerecht“ und ab wann fängt für jemanden die Ungerechtigkeit an? Du wirst mir doch zustimmen, dass es alles eine Frage ist, aus welche Perspektive man das betrachtet.
Wie dem auch sei… ich wollte eine Harmonie, du willst eine Harmonie. Doch auf einmal werden wir angefeindet, in deinem Fall… kannst du dich sogar glücklich schätzen, dass du nicht meine Macht hast.
Je mehr ich versuchte gegen diesen Widerstand zu kämpfen… desto brutaler wurde es eigentlich. So brutal, dass die Götter persönlich kommen mussten. Die verbannten Götterbestien… denn ich überlasse es dir selber ob du mir glaubst… wir wollten mit den Völkern leben.
Wundert es dich daher, dass wir alle… nun nach Rache schreien werden? Das wir etwas… „gutes“ in unseren Augen machen wollten, aber das alles in einem Krieg endete? Das die Strafe mit einer… angebliche „Versieglung“ unserer Personen endete?
Und darüber habe ich nachgedacht. Was mir passiert ist… und was dir nun passiert. Ich habe wirklich vergleiche zwischen unseren Situationen gemacht und… wenn man unsere Kräfte ignoriert, wir haben eigentlich aus guten Gewissen was positives versucht zu erreichen.
Das wird nun mit Füßen gestampft und schau dich an. Du hast deine Rede im Kopf? Du fängst nun an die Welt… anders zu sehen. Du willst dir nichts mehr gefallen lassen, du nennst die Parasiten nun Viecher…
Nicht das ich es ähnlich gedacht habe, aber… Wir sind starke Kreaturen, wenn man das einfachste Gesetz nimmt… Das Recht des Stärkeren… wieso verhalten sich die schwachen Kreaturen… so eigenartig?
Das ist, was ich versucht habe herauszufinden.“ redete Exos sehr klar und deutlich, das Schach… ist nebensächlich geworden. Sina hatte Exos jetzt nicht als einen sehr… redselige Person betrachtet, aber…
Wenn man Exos so zuhört, dann kommt man nicht herum zu sagen, dass dieser „Mann“ alles andere als dumm ist. Man versteht ihn nun langsam immer besser, warum… er eine Reinigung anstrebt. „Und… hast du es herausgefunden?“ fragte Sina nur.
„Die Welt… wehrt sich über die Veränderungen.“
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