Ich bin wiedergeboren und gefährlicher Hass?
„Persönlicher… Bote des Königs?“ wundert sich Neia und der Mann nickte. „In der Tat, wenn sie möchten, kann ich das königliche Siegel zeigen, um sie zu überzeugen.“
„Brauchen sie nicht.“ teilte Lara mit. „Nur… muss ich ihnen mitteilen, dass Lady Sina nicht ansprechbar ist. Wenn es ein wichtiges Anliegen ist, müssen sie entweder warten oder teilen es mir mit, weil ich ihre Stellvertreterin bin.“
„Hmm…“ grübelte Hendriks. „Von welcher Dauer muss ich rechnen? Mein König wünscht ein Gespräch mit ihr und zwar so „schnell“ wie möglich.“
„Das „schnell“ wird von mehreren Tagen sein.“ antwortet Kyllia. „Und wir werden sie auch nicht wecken, denn sie benötigt die Ruhe. Was… sind denn die Gründe, dass der König mit meiner Schwester sprechen will?“
„Bedaure, aber das kann ich ihnen nicht sagen, denn diese Informationen dürfen nur von Lady Sina selber gehört werden.“ schüttelt Hendrik den Kopf. Nun wirkten Kyllia und Lara „etwas“ gereizt, Neia sah es ihnen an ihren Gesichtern.
„Wenn es so „eilig“ ist, dann werde ich als Stellvertreterin mit dem König selber sprechen. Immerhin haben wir ja die Übertragung direkt zum König.“ lächelt Lara den Mann boshaft an. „Erm…?“ wirkte Hendriks etwas überrumpelt.
„Als ihre Zwillingsschwester werde ich dann auch dabei sein. Meine der König kennt mich ja mittlerweile nun ja auch. Nicht unbedingt, dass ich mit ihm per Du bist, aber vielleicht kann ich ja auch helfen.“ bot Kyllia sich an.
„Dann auf in den Keller.“ nickte Lara und die zwei Damen verschwanden. „Scheinbar konntet ihr ja euren Auftrag teilweise erfüllen. Ansonsten werde ich Sina es schon mitteilen, sobald sie in ein paar Tagen aufwacht, dass seine Majestät mit ihr sprechen wollte.“ lächelt Neia den Boten an.
Der Mann seufzte nur. „Das… ist nun das zweite Mal, dass ich bei Lady Sina nicht meinen Auftrag richtig umsetzen konnte. Möge der Segen der Göttin sie erleuchten.“ verbeugte sich Hendriks und verschwand.
„Hm… ob es was mit dem Kampf von gestern zu tun hat? Ich glaube, ich schau kurz bei Sina und „darf“ wieder weiter… der blöden Arbeit nachgehen…“ seufzte Neia.
„Ob das eine gute Idee ist?“ fragte Kyllia die Frage im Raum und Lara schüttelt den Kopf. „Nein, aber sei ehrlich Kyllia. Kaum ist ein Chaos in der Stadt, wollen alle wieder was von Sina. Meistens schnelle Antworten.
Langsam… muss ich mich wirklich fragen, wie sie das… alles macht. Unser Clan, unserer Stadt, eine weitere Stadt für die Naga´s. Ich kann… verstehen, dass es sie frustet, ihre persönlichen Ziele nicht angehen zu können.
Deswegen… bin ich dir dankbar, dass du das mit Lady Layla schnell „geklärt“ hast. Ach ja… Glückwunsch zu deiner Verlobung. Wenn ich an damals denke… hätte ich es euch nie geglaubt, dass ihr eines Tages mal heiraten würdet. Vor allem… als du hinter mir her warst.“ grinste Lara.
„Nun wissen wir es besser oder? Sei ehrlich Lara, wenn ich dich damals… geschafft hätte auf dem Schiff zu küssen… Meinst du ich hätte dich um die Finger gewickelt?“
„Ich… weiß es nicht, wirklich nicht. Vielleicht, vielleicht auch nicht, doch… dann hättest du nicht deinen Spaß mit Lisa und ich mit Zada oder? Manchmal… sind einige erm… „Dinge“ nie zusammen bestimmt gewesen, verstehst du?“
„Ja, wir sollten beim nächsten Gebet Daszum erwähnen, dass sie unsere Freundschaft geheilt hat.“ lächelt Kyllia traurig. „Ich kann es auch nicht so wirklich glauben, dass ich tatsächlich Lisa heirate. Umso… mehr tut es mir weh, dass Sina nicht auch das Glück haben darf.“
„Neia hat mich teilweise aufgeklärt, aber… die Dämonen sind von deinem Vater geschickt, damit sie Sherry töten oder?“ hakte Lara nach und Kyllia nickte. „Ja, Sina und Vater… sind in einem fürchterlichen Streit geraten, wo Sina die Verbindung mit Gewalt beendet hat. Die Antwort haben wir gestern alle gesehen.“
„Verstehe… die Barriere verliert wirklich langsam immer mehr ihre Bedeutung.“ seufzte Lara. „Einerseits schlecht, anderseits gut, aber egal. Dann werde ich mal den König kennenlernen.“ aktivierte Lara die Bedienung vom Übertragungszauber.
„Hoffe… ich sehe nicht die Helden. Also dich will ich immer sehen, aber nicht die vier. Ich… keine Ahnung, ich mag sie überhaupt nicht.“ „Ich ebenso nicht.“ nickte Lara ebenfalls. „Wie kommt´s?“
„Die Frage beantworte ich besser, wenn wir nicht in diesem Zimmer sind. Will nicht, dass das Gespräch „zufällig“ mitgehört wird, immerhin arbeitet das Pechvögelchen über uns.“ kichert Lisa und Kyllia ebenfalls.
Auf einmal ging die Übertragung an, die Damen sahen König Karl-Horst von Fürstenbusch auf seinen Thron sitzen sowie General Simon an seiner Seite… und die Heldin Amy, die etwas erstaunt wirkte.
„Eure Majestät, mein Name ist Lara, Stellvertreterin meines Clans von Lady Sina. Die Zwillingsschwester Kyllia sollte euch bekannt sein. Euer Bote Hendriks ist bei uns eingetroffen und verlangte nach Lady Sina. Aufgrund das es irgendwie „eilig“ ist, vertrete ich sie daher, weil sie die nächsten Tagen nicht ansprechbar sein wird.“
„Verstehe… das dürfte an dem Kampf liegen, den ich beobachtet habe.“ nickte der König. Kurz schaute er Lara an, die in einem Lederkleid stand, dann anschließend Kyllia. „Ihr wart ebenfalls an den Kämpfen beteiligt gewesen.
Einer der Gründe, weswegen ich mit Lady Sina sprechen wollte ist, warum… alle Dämonen so spät erst in den Kampf eingetreten sind?“
„Nachdenken, bevor du den Mund aufmachst.“ kam auf einmal eine innere Stimme bei Kyllia an. „Die Dämonen haben ein Siegel des Verrats aufgestellt, was uns nicht möglich machte, gegen die feindliche Einheit zu kämpfen. Erst nachdem eine andere Rasse das Problem angenommen hat, wurden wir von diesem Problem befreit.“
„So was gibt es?“ wundert sich der General und Kyllia nickt. „In der Tat gibt es so was. Es wurde in den frühen Tagen der Dämonen erschaffen um widerspenstige Dämonen ruhig zu stellen. Nicht jeder Dämon… akzeptierte die Entscheidungen des Dämonenkönigs.“
„Könnten wir das nicht ebenfalls herstellen? Das wäre doch eine… Waffe gegen die Dämonen aus Deymonlia.“ fragte Amy, da hing ein Mundwinkel von Kyllia schon schief.
„Tja, bedaure das sagen zu müssen, aber weder kenne ich den Zauber noch wie das Siegel hergestellt wird. Das Geheimnis dürften nur der Dämonenkönig wissen sowie auserwählte Personen.“
„Wenn… ich den Kampf richtig gesehen habe… waren es ja „nur“ fünf Dämonen gewesen und trotzdem konnten sie gegen euch alle standhalten. Erst… als Dämonen gegen Dämonen gekämpft haben, hat sich das Blatt scheinbar gewendet.
Darf ich mit der Annahme richtig liegen, dass es eine… etwas spezielle Gruppe war? Wenn Lady Sina… gegen diesen Anführer so große Probleme hatte am Ende, muss ich ja rechnen, dass die Dämonen weitere solche Einheiten haben.“
„Nein, es gibt nur diese Einheit. Eine… sehr spezielle Einheit, die nur vom Dämonenkönig selber eingesetzt wird. Wir Dämonen flüstern den Namen, weil es die brandgefährlichsten Dämonen sind, die nur der Dämonenkönig selber unter Kontrolle hat. Die Destroyar.“ schüttelt Kyllia den Kopf.
Nun wirkten die Menschen etwas verwirrt. „Erm… wenn das eine Spezialeinheit ist, warum… wird sie nicht im Krieg eingesetzt? Jetzt haben die Dämonen doch durch diese Aktion mehr verraten, als sie wollten. Mehr noch, sie haben diese Einheit sogar verloren.“ wundert sich Amy.
Nun schaute Kyllia Lara an, denn dieses Geheimnis konnten sie nicht sagen. „Weil der Dämonenkönig herausgefunden hat, wo meine Clanführerin ist.“ antwortet Lara. „Nach den Informationen, die ich von allen zusammenbekommen habe, war der Auftrag dieser Einheit gewesen, Lady Sina wieder nach Deymonlia zu bringen.
Wir alle kennen Lady Sina, dass man schon extreme Mächte benötigt, sie gegen ihren Willen… naja… zu entführen, mitzunehmen, sucht euch ein Wort aus.“ log Lara eine Geschichte, die Sina vermutlich ohne Probleme weiter fortführen kann.
„Dann… würde das Siegel tatsächlich Sinn machen.“ grübelte Simon laut. „Was ich gerne wissen würde ist, die Armee vor Ort konnte uns nicht mehr kontaktieren, wir selber konnten nur sehr unscharf euren Kampf beobachten. Unsere Vermutung liegt, dass es was mit dem Regen zu tun hat.“
Nun musste Lara grübeln. „Die Vermutung könnte stimmen, denn ich konnte ebenfalls keine Übertragungssteine benutzten. Das Problem ist sogar eher, dass dieser Regen alle Rassen, die den Dämonen nicht entsprach, einen gewaltigen Nachteil beschert hat.“
„Einer der Gründe, weswegen die Vampire, Menschen, Tiermenschen und weiteres in den Kämpfen am Anfang an keine Chance gegen diese Einheit hatte.“ fügte Kyllia hinzu.
„Das… wird ja immer schlimmer.“ murmelt General Simon. „Wenn die Dämonen diese Magie in die Zukunft einsetzen, müssen wir dringend Gegenmaßnahmen entwickeln. Unsere Kommunikation wird gestört, unsere Armeen geschwächt, nun dürfen… wir wieder die wahre Macht der Dämonen zu spüren bekommen.“
„Ich glaube nicht unbedingt daran, dass es die wahre Macht ist. Es ist nur eine der vielen Möglichkeiten, was sie in ihrem Gefängnis entwickeln konnten. Wenn ich ehrlich bin, würde es mich so überhaupt nicht wundern, wenn sie noch weitere, weitaus schlimmere Waffen zur Verfügung haben.
Einer der Dämonen meinte zu Neia, dass dieser magische Regen zu Testzwecken eingesetzt wurde. Für einen Test… dürfte es für sie ein voller Erfolg gewesen sein, wenn das Siegel nicht in der Zwischenzeit zerstört worden wäre.“ würzte Kyllia die Untergangsstimmung ein bisschen.
„Das ist der andere Grund, weswegen ich mit deiner Schwester sprechen wollte. Die Zeit dürfte nach diesem Angriff… nicht mehr auf unserer Seite sein. Wir benötigen alle Informationen, die wir von deinem Land in Erfahrung bringen können.
Mir ist es bewusst, dass du als Flüchtling nicht den aktuellen Stand kennst, aber wir müssen langsam wissen, wie die Struktur der Dämonen aufgebaut ist. Wer befehligt was, welche Einheiten würde es neben diesen… „Destroyar“ noch geben. Namen mächtiger Feinde und ähnliches.
Wenn die Dämonen auf solche magischen Mittel zurückgreifen, dürften unsere… Vorbereitungen ziemlich schnell zerstört werden von diesen Dämonen. Deswegen benötigen wir nun Informationen.“ schaute der König speziell Lara an.
Kyllia sagte nichts, eher wartet sie ab, was Lara dazu sagt. „So wie ich Lady Sina kenne, würde sie gemeinsam mit Kyllia einen Bericht schreiben. Aufgrund das Lady Sina nicht in der Lage ist, wird Kyllia ihn schreiben und Lady Sina wird ihr Wissen dann später hinzufügen, dass… wäre so das Angebot, was ich ihnen geben kann.“
„Hältst du das für eine gute Idee?“ flüstern Kyllia und Lara nickte leicht. „Ja, denn wenn wir uns weigern, bekommen wir alle große Probleme.“ flüstern Lara zurück.
„Das wäre ein guter Kompromiss. Wenn der Bericht geschrieben wurde, würde ich euch bitten, es meiner Armee zu überreichen, sie werden dann alles weitere übernehmen.“ nickte der König. „Ich danke euch, dass ihr für Lady Sina den Ernst der Lage verstanden habt.“
„Erm… eure Majestät, darf… ich vielleicht… eine Frage stellen?“ meldet sich Amy und der König nickte. Amy nickte ebenfalls und schaute Lara an. „Wir… haben uns das letzte Mal in der Gilde gesehen, ich… wollte mich entschuldigen, dass… ich wir einen schlechten Eindruck hinterlassen haben Lara.
Erm… vermutlich hattest du das Gespräch schon mit Sherry gehabt und Kyllia hat uns mehr oder weniger bestätigt, dass du auch die beschworene Heldin Lara bist, die die Barriere erschaffen hat. Bisher… kam es nicht so wirklich zu einem… weiteren Gespräch zwischen uns, daher nutze ich die Chance…“
„Barriere? Kann sein, dass ich das Ding erschaffen habe und?“ war Lara regelrecht angefressen, dass Kyllia eine Augenbraue hochhob.
„Wollt ihr… nicht euren Pflichten als beschworene Heldin nachgehen und… sie wieder reparieren? Du warst doch auch… mal ein Mensch gewesen und müsstest doch am eigenen Leibe noch kennen, welche Gefahr der neue Krieg sein wird.“
„Meine… Pflichten? Soll ich dir was sagen, was ich davon halte?“ lächelt Lara auf einmal ganz boshaft. „Wie du schon sagtest, ich „war“ ein Mensch, nun bin ich ein Vampir. Wenn es nach mir ginge, kann die Barriere nicht schnell genug kaputt gehen.“
Erstaunt rissen die Menschen weit ihre Augen auf, als Lara dies sagte. „Diese… „sogenannten“ Pflichten interessieren mich ein Scheiß, die Dämonen können mit euch tun und lassen, was sie wollen.
In meinen Augen seid ihr nichts als Viecher, besser gesagt Blutbeutel, damit ich am Leben bin. Bevor du mir die Ohren voll jammerst… 2000 Jahre bin ich ein Vampir, du glaubst doch nicht allen ernstes, dass das Leben der Alliancianer mich bekümmert oder?
Noch ehrlicher, es hat nur zwei Tage gedauert, da habe ich aufgehört wie ein Mensch zu denken, als ich mein erstes Opfer gesaugt und getötet habe. Vielleicht stamme ich aus deine Welt, vielleicht habe ich tatsächlich wie eine Heldin gedacht doch…
Auch als Heldin hatte ich einen gewissen Hass auf diese Menschen… Das wäre gelogen, auf alle Rassen gehabt. Mir hat man das Leben so schwer wie möglich gemacht, alles wurde hinterfragt von meinen Vorschlägen.
Ich habe Freundschaften geschlossen, nur dass sie wieder von den Dämonen oder widerlichen Adeligen aus meinen Leben fortgerissen zu werden. Ich habe so viele… Viecher von euch getötet… Von Kindern bis alter Säcke, deren Tage sowieso gezählt waren.
Nicht das es mir Spaß gemacht hätte, mein alter Meister hat es von mir verlangt als Attentäterin. Ich hätte jetzt ebenfalls kein Problem einfach mal einem Kind die Kehle durchzuschneiden, es würde mich überhaupt nicht bekümmern.
Warum? Weil ich das bin, was ich bin. Ein Vampir, nichts anderes. Ihr solltet also Lady Sina danken, dass sie mich wieder auf einen etwas wenigen… blutrünstigen Pfad gelenkt hat, sie hat meine vollste Unterstützung.
Alleine, dass ich ihre rechte Hand bin, sollte euch das Vertrauen zwischen ihr zu mir sehr deutlich machen. So wie ich sie unterstütze, so unterstützt Lady Sina auch mich. Ich muss ehrlich zugeben, ihr momentanes Projekt, dass wir Vampire mit euch Viechern und…“ Lara schaut Kyllia an.
„Dämonen gemeinsam irgendwie in Harmonie leben, gefällt mir ausgesprochen gut. Doch das ist nur meine persönliche Meinung, wie das Leben hier in Fanfoss so ist.
Deswegen, fragt mich einfach nicht nach der Barriere, die kann man eh nicht mehr reparieren. Wenn die Dämonen jetzt schon mit der Barriere tun und lassen können, wie es ihnen gefällt, ist es eh zu spät.
Und nein, das Geheimnis, wie man so ein Ding neu erschafft werde ich ebenfalls nicht sagen. Mir gefällt der Gedanken, dass die Dämonen frei kommen und ein Chaos auf der Welt wieder ausbricht. Meine… die Welt hat doch immerhin „vier“ Helden, die dagegen ankämpfen können.
Müsst ihr euch halt ein bisschen anstrengen. Wenn ich das alleine geschafft habe, dürftet ihr das ja ohne Probleme auch schaffen oder… könnt ihr das etwa nicht?“ hob Lara grinsend eine Augenbraue hoch.
Kyllia legte eine Hand auf ihre Schulter. „Glaube… du solltest langsam deine „ehrliche“ Meinung zurückhalten. Du weißt doch, was… Sina und Lady Layla vorhaben.“
„Dann… ist das so, aber das naive Ding sollte endlich mal ihre Pferdekappen weglegen und mal die Welt genauer anschauen. So schön und neuartig die Welt auch ist, so hat sie auch eine Schattenseite und in der lebe ich nun mal.
Mit Ehre, Stolz und irgendwelchen Reden schwingen kommt man hier nicht weit. Nein, hier muss man töten, Gewalt anwenden und seinen Feind… such dir ein passendes Wort aus, zerstören. Die „Heldin“ Lara ist an dem Tag gestorben, wo sie zum Vampir wurde, so einfach ist das.
Sorry Heldin, aber ich bin nun ein Monster in dieser Welt, dass von seinen Opfern das Blut saugt.“ lächelt Lara die sprachlosen Menschen an.
„Das meinst du jetzt nicht ernst oder?“ drehte Kyllia Lara zu sich. „In meinen Augen warst du nie, nie und nochmals NIE ein Monster gewesen! Was wir in der Vergangenheit getan und erlebt haben macht uns nur zu dem, was wir jetzt sind.
Lara, mir egal ob du eins ein Mensch warst, nun als ein Vampir vor mir stehst, aber… du bist eine Freundin und kein Monster. Wenn ich jemand als ein Monster benennen müsste, wäre es Exos oder der Dämonenkönig.
Verdammt, warum machst du dich jetzt selber fertig? Du bist doch eine stolze Vampirin oder nicht? Du musst jetzt nicht „den“ bösen Vampir raus hängen, wie man die Vampiren allgemein verurteilt.
Sina hat dich bestimmt nicht zu ihrer rechten Hand gemacht, nur weil du eine kaltblütige Killerin bist, dass kann sie selber, wir wissen das beide sehr gut. Sie hat dich ernannt, weil sie dir vertraut, dass du vernünftige Entscheidungen treffen kannst. Für den Clan, wo wir alle gemeinsam leben und eine Zukunft haben… die uns allen gut tun wird.
ICH wurde von meine Schwester ausgeschimpft, dass ich nachdenken soll, bevor ich den Mund aufmachen soll. DAS kann ich jetzt bei dir auch sagen. Du hast gerade die Beziehung zwischen den „Viechern“ wie du es betonst und zu den Vampiren ziemlich beschädigt.
Was ist der Grund, dass… du dich jetzt so gehen lässt?“ schaute Kyllia Lara sehr traurig an. Die kleine Vampirin schaute tatsächlich beschämt zur Seite. „Lara? Ich kann keine Gedanken lesen.“
„Ich… hasse die Helden.“ presste Lara die Antwort raus, wo Amy noch weiter die Augen öffnet. „Ich hasse sie, weil sie als Gruppe auf die Welt gekommen sind, die Unterstützung der Reichen bekommen und sie auch von Sina bekommen, ihr aber nicht die Dankbarkeit zeigen.
Alles… was ich nicht hatte, haben sie. Mir egal ob es in deinen Augen kindisch ist, aber als ich helfen sollte, die Armee von Tuzato aufzuhalten, habe ich meinen Zorn geschluckt und wollte einfach Sina zur Seite stehen.
Nun soll ich ihnen helfen? Sollen sie sich doch neue Wege einfallen lassen, wie man den Krieg zu Gunsten von Alliancia zum Besseren wenden könnte. Meine Zeit ist schon lange vorbei und das einzige, womit man mit mir in Verbindung kommt ist diese dumme Barriere.
Vor 2000 Jahren war das Ding eine tolle Idee gewesen, aber jetzt erfahre ich immer mehr, welches Elend ich damit verursacht habe. Gut, wäre ich ein Mensch gewesen, dürfte ich so ziemlich tot sein, aber nein, ich bin halt ein Vampir.
Was… bin ich froh, wenn die Barriere dann endlich weg ist. Dann bin ich diese lästige Vergangenheit endlich los und kann mich auf die Gegenwart konzentrieren.“
„Also ist es dir nur bedingt egal, dass die Dämonen Alliancia wieder in einen Krieg reinziehen, eher ist dein Problem, dass du die Helden nicht leiden kannst. Gut ich auch nicht, damit sind wir schon zu zweit. Aber du weißt genau, dass Sina das nicht befürworten wird.
Eher will sie möglichst einen Frieden mit ALLEN Rassen haben, also auch die Vampire. Du kannst die Helden soviel hassen wie du lustig bist, aber vergiss nicht das Ziel, was Sina hat. Also… hör auf, deine Frust rauszulassen und beantworte die Bitte einfach auf diplomatische Art und Weise.
Ja, die Barriere ist von mir. Nein, ich sage dazu nichts, selbst wenn die Welt untergeht. Glaube, das hätte ausgereicht als das Drama, was du eben gemacht hast.“
„Ich merke schon, du bist Sina verdammt ähnlich…“ seufzte Lara und drehte sich wieder um. „Tja, ist gekommen wie es ist. Ich hasse dich Amy und die anderen, erwarte keinerlei Hilfe von mir.
Eure… Majestät, es tut mir leid, dass ich mich tatsächlich vergessen und meine alte schlechte Seite gezeigt habe. Wenn… Lady Sina davon erfahren wird, rechne ich mit Konsequenzen gegenüber mir. Ich… kann euch nur bitten, Lady Sina nicht zur Verantwortung zu ziehen.“ verbeugte Lara sich.
„Denke, wir beenden das Gespräch und führe es dann weiter, wenn ich mit Lady Sina persönlich spreche.“ nickte der König. „Schade… eigentlich, dass ihr so einen Groll auf die Welt habt, die ihr eins beschützt habt.“ und die Übertragung wurde beendet.
Tränen verließen die Augen von Lara, Kyllia umarmte sie von hinten. „Kann es sein… dass du wirklich so… gefrustet bist, dass alles raus musste?“
„Scheinbar… Sherry wusste es von mir, dass ich die Helden nicht leiden konnte, du hast selber gehört, wie es dazu gekommen ist. Habe… ich es wirklich falsch… gemacht?“
„Wenn du zu Sina ehrlich bist, denke ich nicht, dass du mit Konsequenzen rechnen musst. Sie liebt dich ja auch als ihre Schwester. Gerade das macht dich ja umso wertvoller, dass du letztendlich auch eine einfache Person mit Problemen bist.“ streichelt Kyllia den Kopf.
„Glaube… ich hätte mich damals in dich verliebt…“ dachte Lara.
Im Thronsaal:
Amy sah man an, dass sie fast am Boden zerstört war. Den Hass von Lara hat sie regelrecht auf sich gespürt. „Aber… was kann ich denn dafür, dass… die Göttin mich und die anderen auf einmal… beschworen hat…“
Simon legte eine Hand auf ihre Schulter. „Lasst es euch nicht zu sehr an euch heran. Zumindest wissen wir nun, worauf wir uns tatsächlich konzentrieren können. Es wäre schön, wenn es mit der Barriere möglich wäre, doch die Unterhaltung eben, sollten wir an dem arbeiten, wo wir die ganze Zeit dran sind.“
„Aber… General Simon…“ drehte Amy sich zu Simon um und sah auch den König an. „Kann die Zeit wirklich jemanden so sehr verändern? Ich… mich würde es doch innerlich zerfressen, dass… eine Idee, die solange gehalten hat, auf einmal nicht mehr funktioniert.
Ich hätte alles daran gesetzt, dass es wieder funktioniert und wenn nicht, es sogar besser gemacht. Es… tut mir leid, dass sich wieder ein Gespräch… zum schlechteren entwickeln ließ, ich dachte… es wäre eine einmalige Chance…“
„Wie… Lara schon sagte, die Heldin Lara ist verstorben und so sollten wir sie besser… naja als neue Person betrachten. Auf deine Frage, ich glaube schon, dass Personen mit so einen langen Leben sich ändern, sie betrachten die Welt auch ganz anders als wir.“ seufzte der König.
„Wenn die Vampire allgemein so eine Einstellung haben… sehe ich das zukünftige Gespräch nur noch problematischer an, wenn sie alle… so einen Hass auf das Leben in sich tragen…“
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