Ich bin wiedergeboren und ein vampirischer Sherlock?
„Uff…“ stöhnte Sherry, die mit Suki, Kyllia und Lara Abstand von Rubina nahmen. „Ja, ich kann mich loben, ein Kimono in dieser Größe geschnitten zu haben.“ Die Drachenfrau saß vor ihnen und schaute glücklich ihr neues Kimono an.
Weswegen Sherry und die anderen etwas außer Puste sind ist, dass sie alle mit einer Akrobatik das Kimono in dem kleinen Zimmer anziehen mussten, ohne das Rubina mit ihren Hörnern oder weiteres es zerstört.
„Es ist schön.“ lächelt Rubina. „Das freut mich zu hören.“ lächelt Sherry ebenfalls. „Dann… können wir den nächsten unangenehmen Schritt gehen oder?“ „Müssen wir, denn Rubina würde mit ihrer Größe einiges kaputt machen, wenn wir sie durch das Haus gehen lassen. Ich frage mich ernsthaft, ob sie nicht genauso groß wie Dalmaz ist.“ nickte Suki. „Wundere mich wo Nitir ist…?“
„Ohoooo?“ zog Kyllia bewusst das Wort in die Länge. „Vermis…“ schluckte Kyllia den nächsten Satz, als Suki ihr „den“ Blick zuwarf, der vieles Versprach, wenn man nicht schnell ruhig ist. „Nein, ich vermisse ihn nicht.
Nur er hat scheinbar ein gutes Händchen, wenn es um Handwerkarbeiten geht, wenn ich daran denke, wie er die Mauer repariert hat. Vermutlich hätte er den Schaden etwas eingrenzen können, damit Rubina raus kann. Mutter wird vermutlich alles andere als begeistert sein, wie ihr Zuhause wieder etwas… zertrümmert wird.“ lächelt Suki die Dämonin an.
„Erstaunlich finde ich immer noch… dass die kleine Rubina nun so groß geworden ist.“ grinste Lara die Drachenfrau an. „Hätte nichts dagegen, ein „bisschen“ noch wachsen zu können. Nur ein „bisschen“.“
„Dagegen, das macht dich doch umso niedlicher.“ warf Kyllia ihren Einspruch. „Außerdem, wenn du größer wirst, kannst du Zada nicht mehr in die Augen schauen. Dann müsste sie ja auch größer werden.“ Lara bekam rote Wangen bei dem Kompliment.
„Ich gehe eben nach Neia schauen, nicht das sie zufällig in der Nähe der neuen „Baustelle“ ist.“ teilte Sherry eben noch mit, bevor sie aus dem Zimmer ging.
„Wie ist es denn momentan mit Rubina geplant? Meine eher wegen Schlafen und so.“ stellte Kyllia eine interessante Frage. „Ich dachte, wenn Rubina draußen ist, dass sie etwas den Garten bearbeitet, wo Neia wie bei Dalmaz ein großes Steinhaus herbeizaubern kann.
Ich… will das vorerst als eine Notlösung belassen, denn Rubina sollte auch in der Villa schlafen. Doch dazu müsste… man die komplette Villa um arbeiten und ich sollte Mutter einschätzen können, dass sie nicht unbedingt… von dieser Idee begeistert sein wird.“
„Und wenn das Steinhaus an der Ecke der Villa aufgebaut wird, vielleicht eine Verbindung mit deinem Zimmer? Dann würde Rubina bei ihrer Mutter ganz nah schlafen. Was denkst du Rubina?“ schaute Lara die Drachenfrau. „Eine tolle Idee!“ nickte Rubina fröhlich.
„Wenn wir ehrlich sind, so richtig große Ansprüche hat Rubina nicht Suki. Vielleicht ist es sogar einfacher, wenn wir die Terrasse weiter ausbauen und dort nun unsere Mahlzeiten einnehmen. Dann kann Rubina auch weiterhin mit uns essen. Einzig… ein weiteres Zimmer… also um ein Badezimmer in XXXXXXXXL-Größe werden wir für sie nicht herumkommen.“ schlug Kyllia vor.
„Das… wäre tatsächlich etwas wo Mutter darauf eingehen wird.“ nickte Suki. „Doch solange werde ich bei Rubina im neuen Heim schlafen, immerhin muss ich doch sicher gehen, dass Rubina ihre neue Kraft im Griff hat oder?“
„Darf… ich denn weiter mit Dalmaz auf Abenteuerreise gehen? Dalmaz hat mir viel beigebracht, vielleicht kann er mir ja helfen, damit du dir keine Sorgen machen brauchst Mama.“ hielt Rubina ihren Kopf schräg.
„Du magst Dalmaz wirklich sehr gerne oder?“ schaute Suki lächelnd nach oben, wo Rubina sehr schnell nickte. „Dalmaz groß und stark, mein erster richtiger Freund!“
„Ok, Neia ist aus dem „Gefahrengebiet“ weg.“ kam Sherry wieder. Gesagt getan, mit ein „bisschen“ Arbeit wurde die Wand samt Fenster von Rubina´s alten Zimmer zerstört und war nun endlich draußen.
Nun streckte sich Rubina einmal richtig aus. „Was sagtest du Sherry? Ein Kopf größer als Rokea? Eher würde ich sagen, dass sie so groß wie Dalmaz ist.“ schaute Lara nach oben, die anderen Damen waren ebenfalls im Garten.
„Hmm… muss an ihrer sitzenden Haltung gelegen haben. Der Stoff an ihren Beinen ist tatsächlich etwas zu kurz.“ wirkte Sherry regelrecht verärgert über ihren eigenen Fehler. „Ich hatte geplant, weitere zu schneiden, aber nicht heute. Ich werde eine Leiter holen und Rubina´s Beine nochmal neu messen müssen.“
„Warte Sherry, denke das ist in Ordnung, weil Rubina eh barfüßig läuft und den Stoff nicht so schnell verdreckt.“ hielte Suki die Blutelfe auf. „Vielleicht ist das sogar in Ordnung, wenn du diese Größe weiterhin behältst oder Rubina?“
„Hm?“ schaute Rubina verwundert. „Ihr seid alle so klein.“ kichert Rubina. „Siehst du Sherry, Rubina hat andere Gedanken.“ grinste Suki. „Nun mein Schatz wirst du wie die anderen mit anpacken, hörst du?“ „Ja Mama!“ hob Rubina eine Faust Richtung Himmel hoch vor voller Fröhlichkeit.
„Erm…“ kam Neia auf einmal aus dem Wohnzimmer. „Wir haben „wieder“ ein Problem.“ Alle Frauen drehten ihren Kopf: „Was denn jetzt schon wieder?“ zu Neia um. „Der Bürgermeister Hillar will dringend mit Sina sprechen. Es… hat einen eigenartigen Vorfall gegeben, wo ihre Meinung benötigt wird.
Den Mitarbeiter habe ich wieder weggeschickt, dass jemand anderes kommen wird, weil Sina unpässlich ist. Denke, in der Schnelle war das die beste Lösung.“
„Ernsthaft… Sina sollte echt die Welt übernehmen, wenn jeder ihre Hilfe braucht…“ rollte Lara ihre Augen. „Ich werde gehen, immerhin ist es meine Aufgabe.“ „Soll… ich dich begleiten Lara?“ bot Kyllia an, vermutlich aus der Sorge, dass Lara wieder „ehrlich“ sein könnte.
„Nein, das brauchst du nicht. Diesmal werde ich nachdenken, bevor ich den Mund aufmache.“ lächelt Lara traurig. „Ist… was passiert?“ wundert sich Sherry, wo Kyllia und Lara den Kopf schütteln. „Nur eine… kleine Auseinandersetzung mit den Helden, dabei habe ich mich vergessen und Kyllia hat mich wieder zu den Tatsachen zurückgeholt.
Sina kann wirklich sehr stolz auf Kyllia sein, denn in diesem Moment habe ich keinen Unterschied zwischen den beiden Schwestern gesehen. Da sah man sehr deutlich, wie ähnlich sie sich doch sind. Sowohl vom Aussehen als auch im Herzen.“ grinste Lara schief und nun bekam Kyllia rote Wangen.
Während Lara sich auf dem Weg zum Rathaus machte, schuftet Zada sich einen Ast ab. „Miss Zada… sollen wir ihnen wirklich nicht helfen?“ fragte ihre Schülerin sie draußen. Deren Bruder stand schweigend neben seiner Schwester.
„Nein, wirklich nicht. Übt ihr lieber weiter eure Aufgaben, denn… im Gegensatz zu mir ist eure Zeit begrenzt oder?“ lächelt Zada traurig. „Ich habe die Zeit mir das Leisten zu können. Hätte nur nicht gedacht, dass ich als Geschäftsführerin auch mit dieser Art von Problemen konfrontiert werde.
Schaut zu den anderen Geschäften, jeder packt mit an um das Geschäft wieder auf den Vordermann zu bringen. Ich bin mir bewusst, dass ich die nächste Zeit nicht wirklich was verkauft bekomme, aber das ist egal.
Ich will den anderen zeigen, dass ich ebenfalls als Vampir mit anpacke. Keine Angst habe, mir die Finger schmutzig zu machen. UND das ich euch nicht wie Sklaven herum scheue, wie einige andere es mit ihren Lehrjungen machen.
Außerdem… wenn ich ehrlich bin…“ nahm Zada ein paar Schritte von ihrem Geschäft. „Werde ich nur die Fenster, Türen und mein Schild vom Efeu befreien, weil es eigentlich ziemlich cool aussieht. So ein „grünes“ Haus fällt erst recht richtig auf.
Sobald das Chaos sich beruhigt hat, werde ich mit einem Gärtner oder Ähnlichem sprechen, weil ich die Meinung mehrerer Experten brauche, ob das in Ordnung ist oder aber das Efeu das Haus sogar beschädigt.“
„Uhm…?“ schaute die Schülerin unsicher ihren Bruder an. „Dann… gehen wir weiter unseren Übungen nach.“ „Tut das und wenn ihr weiterhin so fleißig bleibt, sehe ich es schon kommen, dass ihr ganze Kleidungsstücke herstellen dürft, die daaaannn zum Verkauf stehen.“ lächelt die Vampirin die beiden an.
„Eure persönlich geschneiderten Sachen werden zum Verkauf angeboten, denke, ein Grund zu feiern. Ich bräuchte wirklich nur jemanden, der am Verkauf steht, damit ich die restliche Arbeit umsetzen kann.“ grübelte Zada.
„Das… hört sich… gut an.“ nickten die Schüler und gingen wieder zu ihre Nähstube. „Die armen Dinger…“ seufzte Zada, denn Freude hört sich in ihren Ohren anders an.
Im Gildenhaus von Fanfoss:
Prashi stellte einen heißen Tee vor dem Gildenmeister Ma Shi. „Und… wie geht es ihnen?“ fragte die Rezeptionisten besorgt.
„Ich bin sehr besorgt wenn ich ehrlich bin.“ seufzte Ma Shi in seinem Sessel. „Erst ein Angriff von Dämonen, nun das Chaos was wir aktuell in der Stadt haben. Vor allem… mache ich mir Sorgen um Sina.“
„Ich kann euch beruhigen, Sina wird in den nächsten Tagen definitiv wieder auf den Beinen sein.“ stand Louis in der Tür. Die neue Narbe an seinen Gesicht konnte man nicht übersehen. „Doch die Sorge um das Chaos teile ich tatsächlich.“
„Nun, immerhin waren genügend Abenteurer hier, dass wir sie in mehreren Einheiten um die Mauer schicken können.“ nickte Ma Shi, der sofort sich um den Schutz der Stadt gekümmert hat. „Ich hoffe, sobald die Wege in der Stadt wieder begehbar sind, dass der Bürgermeister die Bäume und weiteres um die Mauer entfernen lässt, denn…“
„Wir haben verstanden, notfalls werden wir es selber machen. Spätestens, wenn die Sonne anfängt, unter zu gehen, machen wir das einfach.“ unterbrach Louis ihn. „Meine Vermutung ist, dass es irgendwas mit dem Kampf gegen die Dämonen zu tun hatte. Doch das ist mehr ein Fachbereich, den ich meiner Kollegin Neia überlasse.“
Ma Shi schaute zuerst Louis an, dann Prashi. „Wenn… ihr kurz die Tür schließen könntet, würde ich eure Meinung zu… einem gewissen Gerücht wissen wollen.“ Der Schwertheilige ging in das Büro rein und schloss die Tür, während Prashi sich wundert. „Was… für ein Gerücht?“
„Ich habe… von einem Gildenmeister zu hören bekommen, dessen Haus in einem Elfenreich steht… Das Volk ist mehr oder weniger in Panik, weil ihr Baum, woran sie immer geglaubt haben… zerstört wurde.“
Verwundert schauten Louis und Prashi sich an, dann wieder den Gildenmeister. „Ich habe… da was gehört, also von diesem Glauben. Doch wirklich… interessiert hat mich der Glauben der Elfen nicht.“ meinte Louis.
„Das ist nicht unbedingt das Problem, sondern… das der alte „Elfenfürst“ angeblich gepuscht wurde und wieder „sein“ Amt angenommen hat. Ich selber wusste überhaupt nicht, wovon mein Mitkollege gesprochen hat, als er den Namen ausgesprochen hatte.“ verschränkte Ma Shi seine Finger.
„Der Name der alten Fürstin… war Neia.“ Erstaunt schauten Louis und Prashi Ma Shi an. „Doch so genau konnte der Gildenmeister mir nichts sagen, nur das die Regierung kopflos geworden ist, nachdem Fürst Aelrindel getötet wurde.
Ihr merkt selber, es fehlen zu viele Informationen, zumal mir und anderen war niemand bewusst, was Neia mal früher gewesen war. Als ich Ascal darauf angesprochen habe, ist er beinahe vom Stuhl gefallen und er gehört zu den engsten Freunden von Neia.
Deswegen aktuell das Gerücht… dass Neia irgendwie… ihr altes Amt wieder übernommen hat und nun kommen wir zu einem Problem. Wir hatten nie offiziell einen Anführer als Abenteurer gehabt, denn damit würde unsere Neutralität gefährdet.
Lady Sina… ist zwar eine Kanzlerin aus Osnain, aber aufgrund dass sie überhaupt nicht ihre Arbeit wirklich sonderlich nach geht, scheint man alle ihr ein Auge zuzudrücken. Doch wenn an den Gerüchten was dran ist, habe ich ernsthafte Sorgen.
Sorgen, dass weitere Protektoren wie Bariel kommen und das Problem mit Neia an sich nimmt, wenn an den Gerüchten was dran ist.“ schaute Ma Shi die beiden besorgt an.
„Oh je… da hilft nur ein Gespräch mit Neia und… vielleicht sollte man Sina ebenfalls in das Problem einbeziehen.“ murmelt Prashi. „Denn Sina betrachtet alles als ein Angriff gegen ihre Person, wenn man gegen ihre Freunde vorgeht.“
„In der Tat. Bariel hat mir gestern erzählt, dass Sina beinahe durchgedreht ist, nachdem jeder der Dämonen zurückgekehrt ist. Ihr Beschützerinstinkt… hat ein Maß genommen, wo man tatsächlich etwas vorsichtig werden muss.“ nickte Louis. „Eigentlich erstaunlich, dass sie überhaupt die Geduld hatte.“
„Deswegen werden wir nicht herumkommen, dass wir das Problem besprechen müssen. Entweder die Gerüchte sind haltlos oder… es wird problematischer.“ seufzte Ma Shi nickend. „Dabei bin ich nicht gerne jemand, der Freunden Probleme machen will.“
Rathaus von Fanfoss:
Lara betrat das Rathaus, die Straßen hat man im groben zugänglich für alle gemacht. Doch es wird dauern, bis man auch den Rest der Pflanzen losgeworden ist, geschweige denn die Bäume, die man noch fällen muss.
„Wie kann ich ihnen helfen? Wenn es um das Problem mit der… „Natur“ draußen geht, müssen wir sie bitten die nächsten Tage wieder zu kommen.“ schaute eine Mitarbeiterin über ihre Rezeption hoch.
Die Vampirin sah selber, dass das Rathaus ziemlich voll ist und das viele Mitarbeiter scheinbar überfordert waren. „Mein Name ist Lara, Stellvertreterin für Lady Sina. Bürgermeister Hillar braucht ihre Hilfe, kann aber selber aus gewissen Gründen nicht kommen, daher bin ich gekommen.“
„Ah, folgen sie mir, ich bringe euch direkt zum Bürgermeister.“ stand die Mitarbeiterin auf und Lara folgte ihr. Einige Zeit später saß Lara im leeren Büro und zählte die Löcher in der Tapete, bis der Bürgermeister selber kam.
„Ich muss mich zutiefst entschuldigen, dass ich euch warten ließ…“ schloss Hillar verschwitzt die Tür zu. „Bitte, jeder Bürgermeister auf der Welt wäre in ihrer Lage etwas außer Puste, wenn die Stadt auf einmal in der Hand der Natur steckt.“ hob Lara beide Hände hoch.
„Trotzdem…“ verbeugte sich Hillar vor Lara, bevor er sich in seinen Stuhl setzte. „Gewisse Höflichkeiten sollte man einhalten, egal… wie schlimm die Welt ist. Ich hoffe, Lady Sina geht es soweit gut?“
„Ich bin mir nicht sicher, wie weit sie auf dem Laufenden sind, sie und alle ihre Verbündeten haben eine Gruppierung von Dämonen aufgehalten, die für das Erdbeben sowie Wetter gesorgt haben. Bei diesen schweren Kämpfen war jeder gezwungen bis zum letzten… Tropfen zu kämpfen und dennoch war der Feind einfach zu stark… zumindest der Anführer.
Lady Sina und der Feind müssen auf einem Niveau wie die von Götterbestien gekämpft haben denn… Lady Sina hat zwar obsiegt, aber liegt nun im Bett und muss sich ausruhen. Wir rechnen damit, dass dieser Zustand mehrere Tage anhält, so wollen wir alle ihr soviel Arbeit wie möglich abnehmen, bevor sie wieder aufwacht.“ erkläre Lara.
„Verstehe, dann ist es wirklich soweit, dass wir damit rechnen müssen, einen Krieg gegen die Dämonen zu führen.“ seufzte Hillar. „Ich hoffe, dass die Hilfe vom König und der Zwergen Reiche nun schneller läuft.“
„Ich auch, denn der Krieg wird eine ganz neue Dimension erreichen als vor 2000 Jahren. Bürgermeister Hillar, sie haben nach Lady Sina gefragt, weil es… gewisse Probleme gibt. Vielleicht kann ich diese für euch lösen.“ wechselt Lara das Thema geschickt.
Der Bürgermeister lehnte sich auf seinem Stuhl weit nach hinten und schien offensichtlich nachzudenken. „Miss Lara… ich weiß nicht, wie ich das Problem erklären soll, denn… so was habe ich weder gehört noch gesehen.
Bevor… ich auf das Problem eingehe… Habt ihr als Vampirin vielleicht… irgendwie mitbekommen, dass Frauen eine… Erm… Schwangerschaft erleben, dass sie in wenigen Minuten vom… Anfang bis zum Endstadium bringt?“
„Was?“ kniff Lara direkt ihre Augen zu, man sah es ihr an, dass sie die Frage nicht verstanden hat. „Genau das habe ich befürchtet.“ seufzte Hillar. „Ich kann es selber nicht erklären, aber ich habe im Nebenzimmer drei Frauen, die auf meine Frage zutreffen.
Eine von ihnen kann ich sogar bestätigen, dass sie vorgestern… nicht am Ende eine Schwangerschaft angekommen ist. Gestern ist sie es aber geworden. Alle Frauen bekamen auf einmal Schmerzen im Leib und ihre… „Baby“ wuchsen rapide an, so habe ich den Arzt verstanden, der sie untersucht hat.“
„Eh… bedaure, aber ist es möglich, dass ich sie mir ansehen kann? Irgendwie… ist das für mich nicht vorstellbar.“ hob Lara eine Augenbraue. „Bitte folgen sie mir.“ stand Hillar auf und ging zu einer anderen Tür.
Beide Personen betraten den Raum, wo Lara drei hochschwangere Frauen sah. Allen sah man die Verzweiflung an ihren Gesichtern an, vor allem müssen sie auch stark geweint haben. „Meine Damen, darf ich Miss Lara vorstellen? Sie mag eine Vampirin sein, dennoch ist sie zu unserem Problem gekommen.“
Lara verbeugte sich vor ihnen, die sie alle mit hoffnungsvollen Augen anstarrten. „Hallo, der Bürgermeister sagte mir was von… einer „schnellen“ Schwangerschaft und musste es mir selber ansehen, weil es sich… zu unglaublich anhört.“
„Es ist wirklich so. Mein Name ist Nessia, eine Bekannte von Hillar. Er kann selber… bestätigen, dass ich nicht dieses… Kind in mir von heut auf morgen bekommen habe. Mein Mann… Ex-Mann… hat mich verlassen, weil… er in der Panik dachte, dass ein Monster in mir wächst. Das trifft auf Relli und Kerina ebenfalls zu.“ erklärte die Frau in einem blauen Kleid, die anderen nickten zu.
„Ja, ich… war gestern mit meinen… „Freund“ *snif* bei meinem Arzt gewesen, der mir die… „frohe“ Mitteilung gab, dass ich schwanger bin. Wir sind beide… glücklich nach Hause gegangen, als auf einmal…“ zeigte sie auf ihren Bauch. „sich aufblähte.
Mein toller Freund… ist einfach abgehauen und ließ… mich alleine. Ich… zwar total verzweifelt gewesen, hätte ich nicht Relli… getroffen, die ebenfalls das Problem hatte wie ich.“ fielen die Tränen von den Augen von Kerina runter.
„Es gibst nichts hinzuzufügen, dasselbe wie die anderen Damen. Wir… waren alle am Anfang einer Schwangerschaft, bis… gestern wir alle nun in diese Situation gekommen sind.“ nickte Relli, deren Bauch ganz offen zu sehen ist.
„Ich denke Miss Lara, ihr würdet mir zustimmen, dass es sehr ungewöhnlich ist. Ich habe drei Mitarbeiter in die Stadt geschickt, die weitere Fälle wie die Damen suchen sollen, habe aber bisher noch keine Rückmeldung bekommen.
Etwas… ist passiert und zu Nessia kann ich bestätigen, dass sie vorgestern noch nicht im Endstadium der Schwangerschaft war. Daher… hatte ich gehofft, dass Lady Sina irgendwelche Ideen hätte.“ stellte sich der Bürgermeister zur Seite.
„Nein hätte sie nicht.“ schüttelt Lara den Kopf. „Und ich auch nicht und ich lebe schon verdammt lange. Solche Geschichten wären definitiv bei den Vampiren angekommen.“ Lara sah nun die Hoffnungslosigkeit bei den Frauen.
„Aber ich würde nicht aufgeben, wenn… sie warten könnten, würde ich zwei Frauen holen, die eure Geschichte ebenfalls anhören sollen. Nicht dass sie wüssten, warum ihr eine so schnelle Schwangerschaft erlebt habt, aber… vielleicht können wir die Gründe herausfinden.“ schaute Lara die anwesenden Personen an.
„Wir haben ja keine Wahl. Ich… will gerne wissen… ob das mein… Kind ist oder… ob mein Ex-Mann recht hat und ein Monster drin haust. Es… dürfte nur Wochen sein, bis… wir…“ schniefte Relli ganz schlimm, sie hatte eine Angst um die Wahrheit.
„OK, dann hole ich die Frauen.“ nickte Lara und verschwand. Etwas später standen Neia sowie Zada und hörten sich die Geschichten an. „Erstaunlich…“ betrachtet Neia die Bäuche der Frauen. „Im Grunde… ist heute alles irgendwie groß geworden. Die Pflanzen, nun weit fortgeschrittene Schwangerschaften.“
„Kein Wunder das ich mit Neia kommen sollte.“ nickte Zada. „Ich habe sehr gute Kenntnisse mit Alchimie und Neia als Meistermagierin ist das schon eine gute Kombination, denn Neia dürfte mir auch zustimmen, dass es nicht natürlich ist.“ „Das stimmt allerdings.“
„Aber… wie… können wir denn nun das Problem lösen, was… in uns nun wächst? Oder eher… was werden wir da gebären?“ schaute Kerina ängstlich in die Runde.
„Eines nach dem anderen. Wenn… wir herausfinden, wie es vonstatten ging, haben wir einige Fragen geklärt. Dabei geht es auch darum, ob… es auch auf andere Frauen zutreffen kann oder ob es einmalig ist.
Scheinbar… ist es ja eine Voraussetzung zumindest schwanger zu sein. Wäre… das nicht der Fall, dann dürften Fanfoss weibliche Population alle in eurem Zustand sein, also auch wir. Da es aber nicht zutrifft, können wir es also etwas einschränken, wonach wir schauen müssen.
Ich hoffe… ich komme euch nicht gefühlskalt rüber, mir geht es darum herauszufinden, was genau der Grund ist. Sag Neia… ist es möglich herauszufinden, was… in ihren Bäuchen gewachsen ist? Kann man mit einer Identifikationsbrille… es überprüfen?“ schaute Lara die Blutelfe an.
„Nein, weil der Bauch sie mehr oder weniger davor schützt. Doch… wenn die Damen mir erlauben, kann ich einen seltenen Zauber weben, der es möglich macht, „durch“ den Bauch zu schauen.“ schüttelt Neia kurz den Kopf.
„Bitte… es bringt nichts, die Wahrheit zu verschließen, wir… wollen alle wissen, was es ist.“ flehte Nessia, die anderen Frauen nickten ebenfalls. „Kein Problem, dieser Zauber fügt euch keinen Schaden oder ähnliches zu. Es macht nur gewisse… Bereiche transparenter.“ versuchte Neia die schwangeren Frauen zu beruhigen. „Doch es braucht seine Zeit, diesen Zauber kann ich von einer Hand ablesen, wie oft ich ihn verwendet habe.“
„Ich überlege… mir ist kein Zauber bekannt, der eine schnellere Schwangerschaft fördert. WENN vielleicht vom Element Dunkelheit, aber… Flüche und weiteres sollten eigentlich nur temporär sein im Kampf.“ grübelte Zada laut. „Des weiteren kann ich ebenfalls als Alchimistin ausschließen, dass es Getränke oder ähnliches gibt, die diesen Zweck umsetzen.“
„Also der Zeitpunkt war gestern.“ lief Lara etwas umher. „Gestern war ein Kampf vor Fanfoss gegen die Dämonen. Doch das betrifft die Frauen nicht. Doch muss gestern etwas passiert sein, denn wir haben alle das Chaos draußen mit den Frauen.
Wenn man es nüchtern betrachtet… die Pflanzen, Bäume und weiteres sind gewachsen und älter geworden. Dies… kann man auch mit den Damen hier vergleichen, denn… ihre „Kinder“ sind ja gewachsen oder?“
„Wenn… es denn Kinder sind…“ murmelt Relli, deren Hände zittern. Bürgermeister Hillar legte eine Hand auf ihre Schulter. „Ich kann gut das Gefühl verstehen, das ihr gerade erleidet. Aber was ich euch sagen kann ist, dass ihr meine Unterstützung habt. Das ihr nicht alleine seid in dieser Stunde.“
Die schwangeren Frauen waren etwas beruhigt, aber trotzdem ist diese Ungewissheit, was… auf sie zukommen kann.
„Darf ich fragen, was ihr gestern alles gemacht habt?“ fragte Lara die Damen. „Habt ihr… zufällig irgendetwas eingenommen, gegessen oder was anderes passiert?“
„Ehm… nicht wirklich. Ich… war mit meinen… Ex-Freund glücklich gewesen und haben vor Freude im Regen getanzt, bis wir dann Zuhause gewesen waren. Wasser und… normales Brot habe ich zu mir genommen, nichts… außergewöhnliches.“ teilte Kerina mit.
„Ich habe ganz normal gearbeitet. Als dann dieses Erdbeben kam, wurden ich und die anderen nach Hause geschickt, weil… wir wussten nicht, was los ist. Ob es ein Angriff von draußen oder ein tatsächlich Naturphänomen ist.
Dummerweise wurde ich dann vom Regen überrascht, der auf einmal so heftig runterkam. Der… war ziemlich warm, aber ansonsten? Bevor… ich meinen Bauch bekam… ich habe nichts eingenommen oder wirklich berauschendes gegessen. Die ganz normale Mahlzeit wie immer.“ schaute Relli Lara an.
„Wegen diesen blöden Regen musste ich nach draußen, weil alle meine Wäsche von mir, aber auch von den anderen Nachbarn auf einmal nass wurde. Ansonsten… ich nehme keine Medizin oder das Essen… von meinem Ex-Mann… war nichts neues gewesen oder so.“ verzog Nessia kurz ihr Gesicht.
„So… meine Damen, mein Zauber ist bereit. Wer… möchte zuerst?“ leuchten die Hände von Neia. „Bedenkt… dass ich nichts an der Situation ändern kann, nur… Dinge zum Vorschein bringe, die versteckt sind in eurem Fall.“
Die Frauen schauten sich ängstlich an, als Kerina ihr Kleid hochzog. „Bitte… fangt bei mir an. Wir haben alle… Angst, aber… ich will es wissen…“ „Dann sei es so.“ nickte die Blutelfe und kniete vor Kerina. Sie streichelt mit beiden Händen über den Bauch… und man sah alle ein Wunder der Natur.
Ein menschliches Baby war zu sehen, dass in seiner Fötushaltung im Bauch lag. Kerina fielen die Tränen runter, aber vor Freude. „Also ich kann sagen gute Dame, dass ihr Kind KEIN Monster ist.“ lächelt Neia. „Wer… möchte als nächstes?“
Es ging schneller als erwartet, die Frauen konnten alle ihre Babys in Ruhe betrachten. Man sah ihnen die Erleichterung an, dass sie keine Monster in ihren Bäuchen hatten. „Wenn man einfach den schnellen Wuchs ignoriert, sehe ich einfach nur Baby´s.“ lächelt Neia.
„Danke…“ hörte man die aufrechte Danksagung jeder Frau. „Danke… ebenfalls…“ „Keine Ursache, ich freue mich, dass ich euch allen zumindest beruhigen kann.“ stand Neia wieder auf. „Ich… stelle die Behauptung in den Raum, sollten weitere Frauen erscheinen Bürgermeister, dass sie genauso gesunde Babys haben werden wie diese Frauen hier.“
„Das freut mich zu hören. Dennoch…“ nickte der Bürgermeister trotzdem besorgt. „Genau, was ist der Grund dafür?“ hatte Lara ihre Arme verschränkt.
„Essen und Trinken… kann man ausschließen, die Frauen waren sich alle sicher. Dann kam…“ wollte Lara nun weiter überlegen, als eine Aussage immer wiederholt wurde: „Wegen diesen blöden Regen“ „ ich dann vom Regen überrascht“ „Freude im Regen getanzt“
Lara blinzelt mehrmals, da fiel ihr ebenfalls was ein. Ruri kam nass durch den Regen ins Geschäft und fing sich an zu verwandeln. Rubina hat im Regen gegen die Dämonen gekämpft und hat am heutigen Tag eine Evolution erlebt. Die Pflanzen sind komplett alle außer Kontrolle geraten, weil der Regen komplett Fanfoss und weiter erfasst hat.
Die Vampirin wurde blasser als blass. „Neia, Zada, wir müssen in ein anderes Zimmer gehen.“ drehte Lara sich sofort um und wartet erst nicht ab. Erstaunt schauten sich die Angesprochenen an und folgten ihr ins Büro des Bürgermisters, er selber kam ebenfalls mit.
Die Tür fiel zu, als Lara ihre Fragen an Neia stellte. „Neia… dieser Regen, er hat alles außer die Dämonen geschwächt richtig?“ „Das ist richtig, Tergron selber hat es ja bestätigt und Kruschjrar hat die Macht des Regens sogar genutzt um stärker zu werden.“ nickte die Blutelfe.
„Außer… dass er euch alle geschwächt hat und den… die Dämonen gestärkt hat, hatte der Regen ebenfalls weitere Nebenwirkungen gehabt?“ schaute Lara die Blutelfe eindringlicher an.
„Nicht… das ich wüsste. Es muss eine Kombination als Wasser, Wind und Dunkelheit bestanden haben, damit dieser Effekt entsteht, den Tergron haben wollte. Warum? Du scheinst mich ja regelrecht über den Regen auszufragen.“ hielt Neia den Kopf schräg.
„Weil es der Regen war, weswegen hier alles im Chaos ist. Rubina, die sich verwandelt hat, die Frauen, deren Schwangerschaft wir eben vor Augen hatte. Eine… weitere „Frau“, die sich ebenfalls durch den Regen verwandelt hat und all das Chaos mit der Natur in Fanfoss, es läuft immer wieder auf den Regen zu.
In… der anderen Welt gab es einen berühmten Detektiv, dessen Aussage sehr berühmt war: „Wenn man das Unmögliche ausgeschlossen hat, muss das, was übrig bleibt, die Wahrheit sein, so unwahrscheinlich sie auch klingen mag.“
Neia, verstehst du was ich sagen will? Dieser Regen scheint durchaus weitere Effekte zu haben. Ob… das von den Dämonen geplant war oder nicht, ist in unserem Fall egal.“ „Du liebe Güte…“ murmelt Hillar. „Was machen wir nun? Müssen wir über den nächsten Regen ebenfalls sorgen machen?“
„Nein, denn es war ein magischer Regen.“ schüttelt Neia sofort den Kopf und ihre Gedanken waren auf Hochtouren. „Du hast das sehr gut kombiniert Lara, wir müssen irgendwie an das Wasser herankommen, was gestern gefallen ist.
Am einfachsten ist es dann, wenn wir einfach eine Blume mit diesem Wasser gießen und… wenn es auf einmal eine extremen Wachstum hat… haben wir dann auch den Beweis vor Augen. Doch… dann sehe ich weitere Probleme kommen.“ schaute Neia besorgt alle an.
„Wir müssen alles Wasser von gestern aus der Stadt entfernen, denn sonst haben wir in der Zukunft mit weiteren Problemen zu rechnen.“ sprach Zada das Offensichtliche an. „Oder…“
„Oder?“ schaute Lara ihre Freundin an. „Wenn ich davon eine Probe haben könnte, vielleicht könnte ich ein Gegenmittel entwickeln, das es unschädlich macht. Vielleicht in einer Menge, die Neia dann vielleicht mit einer Magie über Fanfoss komplett verteilt, dass wäre die einfachste Methode.“
„Dann brauchen wir aber die Hilfe von allen, außerdem sollten wir das nicht veröffentlichen, sonst ist die Panik erst…“ warnte Lara ganz offen und schaute dabei den Bürgermeister an. „Ich verstehe…“ nickte Hillar.
„Gut, dann werden wir uns sofort auf die Suche machen und so viele Proben sammeln wie möglich. Je früher das Problem gelöst ist, desto besser.“ nickte Lara.
„Hoffentlich gibt es langsam… Ruhe mit den Problemen…“ seufzte Neia.
Schreibe einen Kommentar
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.