Ich bin wiedergeboren und ein blödes Gefühl? II

„Sag Lisa…“ murmelt Acheron neben Kyllia, während sie gemeinsam einen Pfad durchschlagen. „Kannst du eigentlich fliegen? Zu irgendetwas müssen deine Flügel ja gut sein.“

„Leider nein, habe auch nicht angefangen dies zu üben, weil ich sowieso nur noch ein paar Tage in dieser Gestalt bleiben werde.“ schüttelt Lisa den Kopf. „Sie sehen trotzdem schön aus Schatz.“ merkte Kyllia an. „Vor allem, wenn das Licht von hinten auf sie strahlt.“

„Tja…“ bekam Lisa rote Wangen. „Ah, scheinbar sind wir angekommen.“ merkte Lisa vor ihnen eine Veränderung. Die Hausdienerinnen von Lysa schlugen den kompletten Weg vor dem Haus frei, Lysa selber stand am Eingang, die die Gruppe bemerkte.

„Acheron?“ öffnete Lysa weit ihre Augen auf und ignorierte irgendwie Kyllia. „Da bin ich mal wieder Lysa und es freut mich, dass wenigsten meine andere Schwester „etwas“ normal ist.“ nickte Acheron. „Wie meinst du das?“ wundert sich Lysa.

„Auch schön dich wieder zu sehen meine „süße“ „kleine“ Schwester.“ merkte Lisa sarkastisch an. „Hmm?“ schaute Lysa nur Kyllia an, die mit einen Zeigefinger auf ihr Horn zeigte. „Lisa?!“ „Ja ich.“ rollte Lisa genervt ihre Augen.

Lysa kam sofort ihnen näher und starrte nur Lisa an. „Wie…?“ „Ring des Schmetterlings, gleicher Effekt wie der letzte Ring, den du getragen hast.“ gab Lisa ihrer Schwester eine Kurzfassung. „So gerne ich mit dir reden würde, aber wir müssen mit Mutter sprechen, weil Acheron die aufgegebenen Aufgaben von ihr momentan schlecht erfüllen kann.“

„Mutter ist etwas… sauer?“ merkte Lysa an. „Vor allem… wenn du in dieser Gestalt kommst, glaubst du, dass sie mit dir reden wird, wenn ich an die letzte Verwandlung denke?“

„Hast du mit ihr heute schon gesprochen?“ wundert sich Acheron, wo Lysa den Kopf schüttelt. „Nein das nicht, nur wirkte das letzte Gespräch zwischen uns, dass sie ziemlich genervt war. Deswegen… rechnet nicht unbedingt damit, dass das Gespräch angenehm sein wird.“

„Ist Ruri eigentlich bei dir?“ fragte Kyllia nebenbei, wo Lysa die Augen rollt. „Nein, ich habe sie seit gestern nicht mehr gesehen, als sie mir… so sehr auf die Nerven gegangen ist, dass ich sie raus werfen musste. NUR weil sie sich um Aelfric Sorgen machte.

Er ist besser geschützt als einige andere von uns mit seinen beiden Leibwächtern. Würde mich nicht wundern, wenn sie bei ihm ist. Ok, wenn ihr… alle mit Mutter sprechen wollt, ich habe euch gewarnt.“ drehte Lysa sich um und alle folgten ihr ins Haus. Die Hausdienerinnen arbeiteten sich weiter durch das Dickicht… währenddessen ein paar Häuser weiter…

Eine Haustür, dass mit Efeu befallen war, wurde auf einmal mit einem Schwert von innen „geöffnet“, die Tür fiel am Ende nach vorne. „Wow…“ staunte Nisha in ihrem Bademantel, die das Schwert in die Schwertscheide zurücksteckte.

„Kein Wunder, dass wir nichts aus dem Fenster sehen konnten. Wir sind ja mitten in einen Dschungel.“ schaute auch Abby in einem Bademantel durch die Tür. „Dürfen… wir auch etwas sehen?“ fragte eine weitere weibliche Stimme.

Sofort machen Abby und Nisha mehr Platz, sodass Lara und Zada in ihren Bademänteln auch einen Blick nach draußen werfen konnten. „Wow…“ glänzten die Augen von Zada, Lara dagegen fand das überhaupt nicht „Wow“. „Das… sollte nicht normal sein oder?“

„Nicht wirklich.“ stimmte Abby Lara zu. „Hm… was sollen wir machen?“ kam eine sehr berechtigte Frage. „Am besten… Zada und ich ziehen uns an und sollten…“ wollte Lara ebenfalls einen guten Vorschlag machen, als Zada ein trauriges Gesicht macht. „Was?!“

„Nun…“ schaute Zada alle Frauen an. „Bisschen doof… dass wir auf diese Art und Weise gehen oder?“ „Zada…“ rieb Lara sich den Nasenrücken. „Ich habe ein blödes Gefühl bei der Sache draußen. DU solltest dir vielleicht in diesem Moment mal an deinen Bruder und an dein Geschäft denken, meinst du nicht auch?“

Nisha bekam ein sehr breites Grinsen. „Hey Zada… es war für uns alle etwas einmaliges, es…“ „muss ja nicht dabei bleiben. Wir können es ja wiederholen. Glaube… jeder hatte definitiv Spaß gehabt.“ beendete Abby den Satz, nachdem sie die Tür wieder in die „alte“ Position zurückgezogen hatte.

Alle bekamen rote Köpfe und keiner lehnte diese Idee von Anfang an ab. Zada war so glücklich und zugleich auch traurig gewesen wegen ihrem Bruder, dass sie Lara um das Angebot überredet bekam und… Tja, Lara wird eher sterben, als darüber zu berichten.

„Gut, das Angebot liegt im Raum, glaube wir sollten uns umziehen. Wir gehen dann zu deinem Bruder, dann werde ich zur Monstervilla gehen, denn ich weiß immer noch nicht, was gestern passiert ist.“ sprach Lara ein Machtwort aus. Während die Damen dies taten…

Dalmaz war im Tiefschlaf und schien so überhaupt nichts mitzubekommen. Aufgrund das sein Heim sehr nah an dem Garten von Elinnia war, bekam er nicht mit, wie eine kleine Pflanze in seine Steinhütte kriecht.

Es merkte, dass etwas lebendiges und leckeres vor ihm war und kriecht weiterhin darauf so. Es wusste nicht, auf was es kriecht und worauf es hochkletterte, nur dass seine Beute vor ihm war. Auf einmal änderte die Pflanze sich und ein schwarzer Kopf samt Zähnen entstand.

Es machte sich bereit zum Angriff, als Dalmaz sich mit seinem riesigen Körper umdrehte und… „PPRFFFFFFTTTTT“ Die „Giftwolke“ umhüllte die Pflanze, die tot zur Seite umkippte. Sie verwelkte sofort und Dalmaz schlief weiter ohne „gestört“ zu werden.

Lara und Zada gingen gemeinsam gekleidet nach draußen, als sie beide von den anderen Damen nochmal aufgehalten werden. „Lara…“ fing Abby an. „Ja?“ drehte sich die Vampirin zu ihr um. „Du bist… die Stellvertreterin in deinem Clan, wenn ich es richtig verstanden habe oder?“

„Das ist richtig. Meine Funktion fängt an, wenn Sina etwas passieren sollte oder sie mir was aufträgt. Warum?“ nickte Lara. Nun fragte Nisha: „Erm… kennst du… eine sichere Möglichkeit, wie Abby und ich zu eurem Clan wechseln können?“

Erstaunt schaute Lara die beiden Frauen an und dann Zada, die direkt am grübeln war. „Eine sichere? Naja, mein Bruder hat mich damals so rausgeworfen. Das er nicht unbedingt… der hellste ist, brauchen wir nicht darauf eingehen. Nur…“

„Ja, Lady Violet wird uns eher töten, als dass sie den Fehler machen wird wie Lord Riskel.“ ließ Nisha die Schulter hängen. „Ich… weiß überhaupt nicht, ob wir überhaupt noch eine Funktion haben wie früher.“

„Genau, solange sie bei Lady Layla… eh… in der „Ausbildung“ ist, wird nichts in unserem Clan passieren. Vielleicht hier und da einen Auftragsmord, aber ehrlich, die goldene Zeiten sind vorbei, als Lord Cassius gestorben war.“ fügte Abby hinzu.

„Außerdem… wir werden überhaupt nicht mehr größer, eher kleiner, wenn man ehrlich ist. Uns erschaffenen Vampiren ist es verboten Kinder zu bekommen und… Naja, wir wollen keine Kinder, sie nehmen unsere Freizeit weg, die wir selber für uns brauchen.“ schaute Nisha kurz Abby an, dir ihr zustimmte.

„Aber die alten Regeln von Lord Cassius laufen irgendwie immer noch. Wenn wenigsten Idiotengair der Clanführer wäre, DER hätte, Schürzenjäger hin oder her, definitiv mehr Bewegung in den Clan gesetzt als Lady Violet.“

„Das… Gefühl habe ich allerdings auch.“ stimmte Zada ihr zu. „Ihr… habt so einen coolen Clan, ich kann euch beide wirklich beneiden. Wir… haben leider mehrmals die Grenze überschritten bei Lady Sina, aber… Das ist wenigsten eine Clanführerin, die einem das Gefühl gibt, dass sie auch zu den Leuten steht.“ grinste Abby schief.

„Dabei gehören wir nicht mal in ihren Clan und trotzdem…“ rieben sie die Frauen auf einmal beide ihren Hintern. „Behandelt sie uns, als wären wir in ihrem. Wir trauen uns nicht mit Lady Violet zu sprechen, entweder weil sie ablehnt oder noch schlimmer… sie schickt uns ihre Kinder.“

„Und ihr könnt euch denken, wenn „die“ extra zu uns geschickt werden, wie das Enden wird. Also… lassen wir es. Schade, aber vielleicht hättet ihr ja gewusst, ob es eine Möglichkeit gibt.“ legte Nisha einen Arm um ihre Freundin Abby.

„Bedaure, aber… nein.“ schüttelt Lara den Kopf. „Der Clanführer als solches ist immer der Drehpunkt in einem Clan. Wenn müsste „ihr“ was passieren, aber… das ist was wir alle nicht so wirklich wollen.“

„Auch wieder wahr.“ nickten die Frauen, die sich kurz anschauten und dann etwas überraschendes machten… Nisha küsste Lara und Abby Zada. Die beiden „kleinen“ Vampirinnen rissen erstaunt ihre Augen auf, da lösten sich die Frauen wieder.

„Es war wirklich eine sehr schöne Nacht gewesen.“ „Unsere Tür steht euch weiterhin offen. Egal… ob wir unterschiedliche Clans haben, aber diese Freude zwischen uns kann uns niemand nehmen.“ nahmen Abby und Nisha eilig die Tür und „schließen“ die Tür hinter sich.

Zada und Lara mussten mehrmals blinzeln. „Du bist schuld Zada…“ murmelt Lara mit einem roten Kopf. „Nehme ich gerne auf…“ murmelt Zada und drehte sich mit einem wissenden Blick zu ihrer Freundin. „Ist gut… aber erst nach dem ganzen Chaos.“ seufzte Lara. „Nun lass uns zu deinem Bruder gehen.“

Was die Damen alle nicht bemerkten war, dass Gair an der Seite des Hauses stand und das Gespräch belauscht hatte. Dabei wollte er „nur“ schauen, ob bei seinen Begleiterinnen alles in Ordnung war, egal… ob sie ihn am Ende ausgelacht hätten über seine Sorge.

Der Vampir schaut nach oben, obwohl er vor lauter Bäumen nichts wirklich was sehen konnte und war in seinen Gedanken vertieft.

„So, nun sollte die Übertragung funktionieren.“ wischte Lysa sich die Stirn, weil der Übertragungsstein sich überhaupt nicht aktivieren wollte. Sie aktivierte nun den Stein. „Nun heißt es mehr oder weniger warten.“

„Sag Lysa, was ist deine aktuelle Meinung über dieses Chaos da draußen?“ fragte Lisa ihre jüngere Schwester. Sie drehte sich zu ihr um und wirkte, als überlegt sie. „Wenn ich ehrlich bin, keine Ahnung. Pflanzen die über die Nacht einfach wachsen, Bäume die Jahrzehnte benötigen, bis sie eine akzeptable Größe haben…

Es wirkt, als wäre Fanfoss in die Zukunft gereist. Doch das wird nicht der Fall sein, als muss es einen anderen Grund gegeben haben. Wenn ich raten dürfte, wurde die Natur dazu gezwungen.“

„Ist das möglich?“ grübelte Acheron laut. „Natürlich! Ihr wart doch alle am tausendjährigen Turnier dabei gewesen. Erinnert ihr euch nicht, dass eine Arena ein Dschungelgebiet war, bevor dieser von Sina in Brand gesetzt wurde?“ schaute Kyllia aufgeregt zu den beiden Vampiren, dabei schüttelte sie den Kopf so sehr, dass Lisa sich am Horn festhalten musste.

„Kyllia!“ schrie Lisa und Kyllia bemerkte ihren Fehler. „Sorry Lisa!“ hörte Kyllia auf, ihren Kopf wild zu drehen.

„Ja, irgendeine Druidengruppe hat für diesen Dschungel gesorgt.“ nickte Lysa. „Also dürfen wir annehmen, dass Magie dahinter steckt… mächtige Magie. Ich vermute, ohne es gesehen zu haben, dass die Natur nicht nur die Stadt umfasst, sondern auch alles außerhalb.“

„Hmm…“ grübelte Kyllia. „Draußen haben wir gegen die Destroyar gekämpft, aber… Ich hatte nicht den Eindruck, dass einer von ihnen oder Tergron überhaupt Magie eingesetzt hatte, dass die Natur außer Kontrolle geriet. Du Lisa?“

„Nicht wirklich, wenn war es nur der Regen, der uns alle geschwächt hat.“ schüttelt Lisa den Kopf. Bevor die Diskussion weitergehen konnte, aktivierte sich das Bild und jeder sah Lady Layla in einem roten Kleid auf ihrem Thron. „Ihr wünscht mich zu sprechen?“

„Ja Mutter, wir… haben gewisse Probleme.“ nickte Acheron. „Was für Probleme? Weigert sich Sina etwa… eine Unterschrift abzugeben?“ wurde die Vampirkönigin direkt wütend.

„Nein Mutter!“ mischte sich Lisa ein. Layla hörte ihre Stimme, aber konnte sie nirgends auf ihrem Bild sehen. „Lisa?“ „Glaube, du solltest mich so nah wie möglich vor dem Stein absetzen.“ teilte Lisa dies Kyllia mit.

Die Dämonin hielt eine Hand vor ihrem Horn auf, wo Lisa sich darauf stellte, anschließend stand dann Lisa vor dem Stein. „Hier bin ich Mutter… Mutter?“ Layla fiel fast ihr Mund runter, als sie ihre Tochter „wieder“ in einer veränderten Form sah.

„Was… machst du… dass du jedes Mal… anders bist?“ hörte man einen leicht zweifelnden Ton von Lady Layla. „Also… HRM!“ trat Lisa gegen den Stein, damit ihre Mutter zuhörte. „Mama? Ich würde dir gerne einiges sagen und wehe du schaltest mich ab, denn dann darfst du nicht meckern, wenn dir Informationen fehlen.“

„Wie… sprichst du mit mir?“ zuckte das rechte Auge von ihrer Mutter, Lisa hatte nun die volle Aufmerksamkeit nun. „Danke, dass du mir zuhörst. Weil ich Sina angegriffen habe bei einem gewissen Vorfall, darf ich als Strafe den Ring des Schmetterlings tragen.

Wenn ich ehrlich bin, ich finde mich ziemlich sexy, wäre da nicht meine Körpergröße.“ lächelt Lisa ihre Mutter an. Acheron schaute Lysa an, ob das nicht gerade sehr sehr gefährlich ist, was die älteste Schwester macht, aber Lysa zuckt nur mit ihrer Schulter.

„Das auf deine Frage, warum ich mal „wieder“ anders bin. Dazu möchte ich gerne hinzufügen… Am Anfang hat es mich total irritiert, aber anschließend mit den Flügeln? Wäre bestimmt interessant, mal etwas anders zu fliegen.

Keine Sorge, in ein paar Tagen habe ich wieder meine normale Gestalt, es ist nur solange, wie der Zauber vom Ring anhält. Ich vermisse tatsächlich etwas das Gefühl, was ich mit Kyllia in „normaler“ Größe eigentlich hätte.“

„Ah…a?“ hob Layla ihre Augenbraue hoch. „Und… was ist jetzt dann das Problem, was Acheron angesprochen hat?“

„Wenn ich richtig verstanden habe, soll Sina das neue Regelwerk der Vampire unterschreiben oder?“ hakte Lisa nach und Layla nickte. „In der Tat. Sobald Sina und Roman unterschrieben haben, gelten diese Regeln für alle Vampire.“

„Dann… kommen wir auf das Problem.“ berichtet Lisa nun in welchem Zustand Sina aktuell gekommen ist und dazu den Grund. Sie ließ nicht aus, dass es zu einem Kampf gegen die Dämonen kam, unter anderem speziell Tergron, wo Layla ihre Augen weit öffnete.

„Tergron… Warum kämpfst du ausgerechnet gegen ihn in DIESER Form, wenn selbst dein Onkel ein Problem gegen ihn hatte?“ kam die berechtige Frage von Layla. „Weil Sina und alle andere Dämonen nicht kämpfen konnten.“

„Wieso…?“ wundert sich Layla, als Kyllia die Erklärung gab. „Die Dämonen bekamen vom… Dämonenkönig das Siegel des Verrats. Dadurch wurden wir direkt ausgegrenzt. Aufgrund… dass alle der Meinung waren, gegen die Dämonen kämpfen zu können damit Sina nicht für ihr Leben bestraft wird… hat sie ihr Vertrauen in uns gesetzt. Doch…“

Kyllia erklärte, mit welcher Heimtücke die Dämonen alle Vorteile auf sich gezogen haben und das der Regen auf die Dämonen keinen Effekt hatte. „Stopp stopp…“ unterbrach Layla die Erklärung. „Sie sind in der Lage so einen Zauber zu entwickeln? Ich habe noch nie von so einer Magie gehört.“

„Bedaure Lady Layla, wenn kann nur Neia was sagen. Die Informationen hat sie alle von Tergron bekommen, der diese Magie bewirkt hatte. Er muss dermaßen komplex gewesen sein und doch… muss es funktioniert haben, also für sie.“

„Wieso… hört sich das alles so persönlich an? Wie ist denn der Name der Gruppe?“ hakte Layla nach, nun wurde es Kyllia mulmig. Sie und Lisa starrten sich kurz an, dann antwortet Kyllia: „Der Name dieser Gruppe war: Destroyar. Ich…“

„DESTROYAR?!“ sprang Layla auf. „Was bei allen Göttern ist denn bei den Dämonen passiert, dass ausgerechnet eine Einheit geschickt wurde, die nie, nie und nochmals NIE eingesetzt wurde?!“

„Oh? Scheinbar habt ihr von ihnen gehört.“ staunte Kyllia. „Dann… erspart es mir einiges an Erklärung. Tja… warum… wurden sie eingesetzt… Meine Schwester Sina… kann jederzeit mit dem Dämonenkönig in Kontakt kommen.“

Nun kniff Layla ihre Augen zusammen. „Ist das so? Wobei… wundern sollte es mich nicht, dass gerade Sina dazu in der Lage ist. Und… weiter?“ „Bei dem letzten Gespräch kam es zwischen unserem Vater und ihr zu einem sehr handfesten Streit, als… sie ihm mitteilte, dass sie Sherry in der Zukunft ehelichen wollte.“

Layla schloss die Augen und musste die Aussage verarbeiten. „Soll… ich ihnen den Grund erklären, warum der Dämonenkönig die Einheit geschickt hatte?“

„Wäre hilfreich, denn… irgendwie übersehe ich etwas. Ich hatte kaum was mit deiner Rasse zu tun gehabt. Hier und da ein paar Kämpfe, einige Informationen über sie, aber wie ihre eigentliche Struktur aufgebaut ist, hat mich persönlich nie sonderlich interessiert.“

„Wir hegen gewisse… Traditionen, zumindest die Königsfamilie „muss“ sie eisern nachgehen scheinbar. Den Kindern des aktuell lebenden Dämonenkönig ist es nicht gestattet in irgendeiner Form zu ehelichen.

„Wenn“ denn mal… der Fall eintreten sollte, dass die Kinder dies wollen, so müssen die Partner der Kinder gegen den Dämonenkönig obsiegen.“ „Ihr habt Probleme…“ setzte sich Layla wieder auf den Stuhl.

„Das kann ich nicht abstreiten, vor allem… darf ich mit meinen anderen Schwestern heiraten, weil wir in seinen Augen „Bastarde“ sind. Tz… da „muss“ Sina soviel machen, darf sie nicht Sherry heiraten, die wirklich ein Anker in ihrem Leben geworden ist.

Jedenfalls wollte Sina das Problem umgehen, da sie selber eine Dämonenkönigin ist und auch nicht in Deymonlia lebt. Nun haben wir darauf eine Antwort bekommen… eine sehr tödliche Antwort, wie wir… alle feststellen durften.“

„Es grenzt an ein Wunder, dass der Dämonenkönig nicht persönlich gekommen ist, wenn ihr alle Probleme hattet gegen die Destroyar.“ merkte Acheron von der Seite. „Ich weiß nicht… Wenn dieser Regen nicht gewesen wäre, ob wir nicht eine Chance gegen sie hätten.“ meinte Lisa.

„Nein hätten wir nicht.“ sagte Kyllia ganz offen. „Vielleicht gegen die vier „schwächeren“ Dämonen, aber nicht gegen den Anführer selber. So eine Aura wie dieser Kerl… keine Ahnung, aber mir war schlecht gewesen.

Illusion: Finaler Kampf. Vielleicht sollte sich jeder selber eine Meinung bilden.“ zauberte Kyllia ihre Erinnerung hoch, wo die Vampire den Kampf beobachten konnten. Als Sina dann aus der Luft runter fiel, beendete Kyllia den Kampf.

„Das ist der Grund, warum meine Schwester bewusstlos im Bett liegt und auch der Grund, warum ich leider sagen muss… Das wir am Ende gegen diesen Kerl keine Chance gehabt hätten. Alle Angriffe sind abgeprallt oder haben nicht bei ihm funktioniert.“

„Hrm…“ seufzte Layla. „Kyllia, wie lange wird deine Schwester in diesem Zustand bleiben?“ „Wenn ich ehrlich bin… rechnet von drei oder mehr Tagen. Sie wurde genötigt, den Kampf bei allen unseren… Verbündeten und Sherry zuzuschauen und dann die wahre Macht von den Kerl? Der hätte locker gegen eine Götterbestie kämpfen können.“

„Acheron?“ ist Layla scheinbar zu einem Entschluss gekommen, ihr Sohn schaute sie direkt an. „Du wirst solange in Fanfoss warten bis du die Unterschrift bekommen hast. Danach gibst du ihr den Brief mit den Hinweis, dass sie früh sich bei mir melden soll. Der Rest wäre dann wie gehabt.“

„Jawohl Mutter.“ nickte Acheron. „Denke, meine Schwester Lysa dürfte noch ein freies Zimmer haben.“ „Ja… das sollte möglich sein.“ seufzte Lysa. „Mutter?“ „Ja Lisa?“

Lisa schaute kurz nochmal Kyllia an, dabei legte sie eine Hand auf ihre Brust, dann schaute sie ihre eigene Mutter wieder an. „Ich will Kyllia heiraten.“ „Ok.“

„ … Hm?!“ musste Lisa mehrmals blinzeln. „Erm…?“ „Was hast du denn jetzt erwartet? Eine Diskussion mit mir, warum nur Kyllia für dich infrage kommt? Mein Kind… wenn ich ganz ehrlich bin…

Du und Kyllia… ihr beiden erinnert mich an deinen Vater und mich selber. Am Anfang hatten wir auch unsere… „Kämpfe“ gehabt, bis wir uns verliebt haben.“ lächelt Layla auf einmal über diese Erinnerung.

„Außerdem… ich bin im Gegensatz zu… dem Dämonenkönig nicht so in die Traditionen verstrickt. Ihr alle könnt heiraten, wen ihr wollt. Ich habe nichts festgelegt und ihr seid auch keine Kinder von… *hust* von Roman.

Wo… du vielleicht mit rechnen darfst ist Kyllia, „wenn“ denn mein Mann kommt, dass „er“ dich auf eine Probe stellen wird. Irgendwie sind Väter… dumm wenn ihre Töchtern einen Partner ehelichen wollen, mein Mann ist leider auch keine Ausnahme.“

„Sowie ich Lisa es gesagt habe, wird ihr Vater gerne eine Kostprobe von mir bekommen. Doch ich will dann keine Klagen hören, wenn es nicht für ihn gut läuft.“ grinste Kyllia schief, doch Layla hörte auf zu lächeln und starrte Kyllia streng an.

„Ich werde euch keine Steine in den Weg legen, überhaupt nicht. Aber lass mich dir einen dringenden Hinweis geben Kyllia, bevor du einen Kampf gegen meinen Mann führst: ER ist in der Lage mich zu besiegen.“

„Auch das hat eure Tochter mir bereits gesagt, dass ihr die Stärkste seid, doch euer Mann mehr auf seine Techniken trainiert. Ich bin nicht arrogant oder hochmütig, der Kampf gegen Tergron hat mir wieder bewusst gemacht… dass man seine Liebsten schnell verlieren kann.

Ich will wieder mehr trainieren, gemeinsam mit Lisa. Momentan… haben wir Ruhe, aber ich traue meinen Vater zu, dass es nicht bei den Destroyar bleiben wird.“ schaute Kyllia ernst Lady Layla an.

„Gibt es noch mehr von ihnen?“ hakte Acheron nach, wo Kyllia den Kopf schüttelt. „Ich weiß es nicht, wirklich nicht. Die Destroyar waren immer die stärkste Gruppierung gewesen, die aber vorher nie zum Einsatz gekommen sind.

Vielleicht ersetzt der Dämonenkönig die Gruppe einfach mit neuen Dämonen oder es gibt noch ähnliche Gruppen, deren Namen aber nicht in der Öffentlichkeit auftauchen, wundern würde es mich nicht.“

„Ich… dachte wirklich… dass du gegen meine Pläne bist Mutter… Es tut mir leid, dass ich… unhöflich gegenüber dir war in letzter Zeit und… danke, dass ich Kyllia heiraten darf.“ verbeugte sich Lisa vor ihrer Mutter.

„Wenn… du ein Hochzeitskleid brauchst… ich hätte… meine, das… ich dir leihen könnte.“ lächelt Layla unsicher. „Doch wegen deinen Teufelsschwanz sowie… neuen Brüsten, müsste es angepasst werden.“

„Danke Mama!“ strahlte Lisa regelrecht, selbst Kyllia freute sich für ihre Freundin. Lysa und Acheron sagten nichts, denn sie betrachteten es etwas… nüchterner: Das Problem ist der Vater selber.

Ein schwarzer Kadaver wurde vor den Dämonenkönig Mephisto geworfen. „Eure Hoheit, wir vermuten, dass es euer Bote Kruschjrar ist, den wir tot aufgefunden haben.“ salutieren die vier Wachen im Thronsaal.

Mephisto starrte den Kadaver an und dann seine Wachen. „Holt mir sofort den Wahnsinnigen her.“ befahl der König. „Jawohl eure Hoheit.“ verbeugten die Wachen sich und verschwanden direkt aus dem Saal.

Es verging einige Zeit, der Dämonenkönig saß weiterhin auf seinem Thron, bis der „Wahnsinnige“ mit den Wachen den Saal wieder betrat. „Eure Hoheit! Es tut mir leid!“ warf sich Calligus auf den Boden.

„Halt die Klappe. Wachen, ich will dass ihr alle verschwindet und ich will, dass keiner den Thronsaal betritt!“ stand der Dämonenkönig auf. Wiederholt verbeugten sich die Wachen und verließen den Saal.

„Calligus… du weißt genau… dass ich dich nicht in meiner Nähe haben will. Und DOCH bin ich dazu genötigt, deine Dienste in Anspruch zu nehmen.“ knurrte Mephisto, während er langsam von seinem Thron runterkam.

„Alles eure Majestät, alles, nur… bitte tötet mich nicht.“ flehte der Wissenschaftler den Dämonenkönig an. „Ich töte dich gleich, wenn du nicht aufhörst dich wie ein Feigling zu benehmen!“ wurde der König sauer.

Panisch stand der Wissenschaftler auf und schwitzte regelrecht. „Schon besser. Kennst du das Stück hier?“ trat der König gegen den Kadaver. Calligus holte eine Brille aus seiner verdreckten weißen Weste und schaute den Kadaver genau an. „Hmm… wenn ich die… Symbole richtig deute, ist es der Destroyar oder?“

„In der Tat.“ nickte der Dämonenkönig. „Und… was genau fehlt, weswegen ich dich rufen musste?“ knurrte der Dämonenkönig.

„Hm…?“ schaute Calligus die Leiche genauer an. „Wo ist das Zeichen, das er normalerweise trägt? Das Symbol, das ihn als Destroyar gekennzeichnet hat. Es fehlt auf der Brust.“

„Exakt. Wir beide wissen genau, selbst wenn ein Destroyar getötet wurde, dass die Magie, die ihn dazu machte, weiterhin im Körper erhalten bleibt, bis ein neues Gefäß gefunden ist. Dieses Stück Müll hier… ist komplett LEER!“

„Nun… wollt ihr wissen, wie es möglich ist?“ sprach Calligus das Offensichtliche an. „Exakt. WER ihn getötet hat, weiß ich, aber ich verstehe nicht, wie… das Geschehen konnte.“ nickte der Dämonenkönig.

„Hmm…“ legte Calligus eine Hand unter den Ellbogen, während er mit der anderen Hand leicht gegen seinen Kopf klopfte. „Ich… kenne die Umstände nicht, aber die Person, die ihn getötet hat, muss eine so mächtige Magie eingesetzt haben, dass die Magie in dem Moment, wo der Kerl hier sofort gestorben ist dadurch einen Effekt ausgelöst hatte, dass die Magie des Destroyar von seinem Körper auf den Killer übertragen wurde.“

„Das ist möglich?“ hörte man den Zweifel des Dämonenkönig. „Ich kann es mir gut vorstellen, aber was ich mir sogar eher vorstellen kann ist… Der Killer muss in diesem Moment… so leer gewesen sein, dass er die Kraft bewusst oder unbewusst von Kruschjrar aufgenommen hat. Darf… ich fragen, wer ihn getötet hat?“

„Niemand anderes als meine Tochter Sina.“ teilte der Dämonenkönig die Information mit, wo Calligus sofort die Augen weit öffnete. Erst wollte der Wissenschaftler was sagen, hielt aber sofort den Mund und fing an wieder nachzudenken, damit ging er langsam im Kreis.

„Eure… Tochter hat eigentlich die Voraussetzungen, ein Destroyar zu werden, hatte sie schon immer gehabt. Wenn sie ihn getötet hat, muss sie auf ihrer Geheimmission eine Stärke angesammelt haben, dass es ihr möglich macht.

Ich wage die Behauptung in den Raum zu werfen, dass die Magie sich selbstständig auf sie übertragen hat. Ohne zu Wissen, wie der Kampf gewesen ist… vor allem… wie der Kerl so geendet ist.

Prinzessin Sina muss bis zu dem Punkt angekommen sein, wo sie komplett leer gewesen war. Durch den letzten Schlag, der ihn hier getötet hat, muss zeitgleich die Magie auf sie übertragen worden sein.“

„Glaubst du allen ernstes… was du von dir gibst?“ hob Mephisto eine Augenbraue hoch, Calligus nickte gewissenhaft. „Wenn ich sie analysieren könnte, könnte ich es genauer sagen, aber das dürfte ein guter Grund sein, warum dem Kerl die Magie des Destroyar fehlt.“

„Hrm…“ ging Mephisto auf seinen Thron zu.

„Hoffe ich für meine Tochter, dass sie es nicht unbewusst aktiviert…“