Ich bin wiedergeboren und die Rettungsmaßnahmen?
Ein neuer Tag bricht an, Sina wurde wach… mit sehr geröteten Augen. „Uh… hoffe ich habe noch ein bisschen von meiner… Würde behalten…“ murmelte sie. Die Dämonin merkte, dass sie alleine war und nutze die Chance, ihr Gesicht etwas zu waschen.
„Glaube… meine Liste der Probleme hat sich mal wieder erweitert… nimmt das denn einfach kein Ende? Ich will endlich… mein eigenes Abenteuer wieder erleben… Anführerin zu sein… ist scheiße…“ seufzte Sina bei der Erkenntnis.
Sina merkte, dass jemand den Raum betreten hat und drehte sich um, als sie Bariel sah. „G… guten Morgen Bariel?“ „Dir auch einen guten Morgen Mutter. Denke… du kannst dir vorstellen, warum ich gekommen bin?“ verschränkte Bariel die Arme.
„Nur bedingt, es dürfte eher… was mit dem Dämonenkönigin-Teil sein oder?“ vermutete Sina und Bariel nickte. „Das ist richtig. Ich dachte… du wärst ein Flüchtling? Nun erfahre ich gestern, dass du viel mehr bist.“ tippte Bariel mit einem Zeigefinger auf ihren Oberarm im Kimono.
„Nimm Platz, dann erkläre ich es dir. Als ein Teil meines Clans… weihe ich dich in das Geheimnis ein.“ seufzte Sina. „Die Vampire scheinen es ja zu wissen, wie sieht es denn mit Gildenmeister Ma Shi aus? Dir ist schon bewusst, dass du die ganze Welt… bei dem Interview angelogen hast oder?“ wollte Bariel scheinbar nicht unbedingt sitzen.
„Ja Bariel, dass ist mir bewusst und ja, der alte Mann weiß davon. Das ist ein Geheimnis, dass die Führungskräfte auf der Welt alle wissen. Was glaubst du… was passieren würde, wenn das einfache Volk erfahren würde, dass ein Dämonenkönig die ganze Zeit unter ihnen lebt?“
„Puh… keine Ahnung? In Fanfoss scheinen sie sich ja an alle Merkwürdigkeiten gewöhnt zu haben, die du immer von deiner Reise mitbringst. Keine andere Stadt hat Vampire und Dämonen als Bewohner.
Zumal ist es ja nicht… unbekannt, dass du neben der Heldin von Efrana auch die Kanzlerin aus Osnain bist. Zusätzlich die stärkste Abenteurerin? Doch was… eher störend sein könnte ist ja eher, dass du das Volk mit einer Halbwahrheit konfrontierst.“
„Entschuldigung, dass ich Panik auf der Welt vermeiden wollte. Glaubst du allen ernstes, Kaiserin Emilia oder König Karl sagen auch alles dem Volk? Dann solltest du im Hinterkopf behalten, dass in der Zukunft ein weiterer Krieg gegen Deymonlia ausbrechen wird.
Viele werden sich fragen, warum überhaupt. Eine Frage, die ich selber nicht so richtig beantworten kann. Ich kenne ja nicht mal selber den Grund… warum überhaupt diese Kriege immer stattgefunden haben und nein… Egal ob ich die Tochter des Dämonenkönig Mephisto oder selber Dämonenkönigin bin, aber ich kann ihn nicht überreden, den Krieg fallen zu lassen.
Was glaubst du… welch ein Hass in diesem eingesperrten Kontinent herrscht? Selbst wenn mein Vater den Krieg nicht erlaubt, wird das Volk rebellieren und eigenständig ihren Krieg suchen. Ein Bürgerkrieg wäre das Ergebnis, also wird mein Vater daher nicht die Finger krümmen, es zu verhindern.“
„Aha? Also… wenn ich das richtig heraushöre… bist du auch nicht unbedingt ein Flüchtling aus Deymonlia?“
„Beim dunklen Gott, bei dir muss man ja wirklich aufpassen, was man sagt. Ja, es stimmt. Ich bin kein Flüchtling, sondern wurde mit Hilfe meines Vaters aus Deymonlia geschickt. Bevor du dir zu viele Gedanken machst, mein Vater wollte letztendlich, dass ich mein eigenes Leben führe und… gewisse Maßnahmen einleite, dass wir nach dem Krieg einen Waffenstillstand mit den Alliancianern vereinbaren können.
So verrückt es sich anhört, aber mein Vater will auch einen Frieden. Das Problem ist einfach der hassende Kern der Dämonen. Die will er über den Krieg loswerden und einen Bürgerkrieg verhindern.“
„Das… sind aber jetzt sehr schwerwiegende Informationen, meinst du nicht auch Mutter?“ hielt Bariel ihren Kopf schräg.
„Ja, weil du… nun… mein Kind bist? Keine Ahnung wie wir es bezeichnen sollen. Außerdem glaube ich dir, dass du es objektiv sehen wirst. Bei einigen anderen hätte ich das Geheimnis überhaupt nicht erzählt, bei dir dagegen habe ich ein… gutes Gefühl.“
Nun bekam Bariel rote Wangen. „Hm… trotzdem wirst du aufpassen müssen und… danke, dass du es mir erzählst. Sag… was genau bin ich dann wenn du vom königlichen Blut abstammst?“
„Keine Prinzessin wenn du jetzt daran denkst. Normal gibt es keine Dämonen, die andere Rassen in Dämonen verwandeln können. In dem Fall wäre es wie bei den Vampiren, ein Diener, ein Kind, ein Kämpfer, sucht dir was aus.“
„Verstehe. Nicht das ich unbedingt eine Prinzessin sein wollte, ich muss halt wissen… was auf mich zukommt, sollte man dein Geheimnis auflösen. Hoffe für dich, dass du einen Plan im Hinterkopf hast.“
„Ich habe überhaupt nichts. Viele meiner Pläne kommen wie sie kommen, richtig… langfristige Pläne habe ich nicht wirklich. Uh… wenn ich so überlege, müssten sie ja erst recht gefährlich werden.“ grinste Sina schief. „Hast du sonst irgendwelche Fragen, die geklärt werden müssen? Ich würde dich… wirklich vom Herzen bitten, das nicht weiter zu sagen.“
„Es war nicht mein Plan gewesen, dir im Weg zu stehen Mutter. Doch du musst mir halt zugestehen, dass ich selber ein Leben habe, dass geplant werden muss.“ löste Bariel ihre Arme auf. „Wie geht es dir eigentlich? Meine… gestern war kein Auge trocken gewesen.“
„Beschissen ist das erste Wort was mir einfällt. Aber ansonsten… musste es gesagt werden, denn niemand ist perfekt. Was… mir immer so schwerfällt ist, dass… man mir es verzeiht. Ich erwarte irgendwie… dass man mich ausschimpft, verjagt, such dir was aus.“
„Itiikra sah mir nicht aus, als hätte sie es aus Spaß zu dir gesagt, sondern meinte es wirklich ernst. Letztendlich hat sie selber gesagt, dass du nicht daran schuld bist. Du steckst irgendwie immer sehr hohe Erwartungen in dir selber, du müsstest es etwas lockerer angehen.
Ein Gott bist du nicht, sondern eine Frau, falls du es nicht bemerkt haben solltest. Wir sind nur alle zu einem gewissen Maße zu etwas fähig. Deswegen, bevor du noch länger grübelst, gehen wir die nächsten Schritte an.“ „Und… wie sehen sie aus?“
„Der Evakuierungsplan. Ich habe mit dem Gildenmeister auf der Zwischeninsel den Plan gefasst, dass DU die Überlebenden eins nach dem anderen zur Insel bringen wirst. Die Vorteile auf deren Insel ist einfach, sie haben alles.
Wir werden beide einen Probeflug machen, damit du weißt, wo du die Überlebenden immer absetzen musst. In der Zeit werde ich mit den leeren Inventarringen alles wichtige von der Insel einsammeln und dem Gildenmeister Uruuki überreichen.
Er ist auch auf dem Stand der Dinge, was mit Ling passiert ist und wird sie im Auge behalten, sollte… sie auf der Insel Probleme machen. Sobald das alles geklärt ist, können die Vampire eigentlich die Heimreise wieder antreten und… tja… wären noch die Nagas.“
„Ja… die Nagas, hoffe sie haben einen Ansprechpartner für mich. Sag… was ist eigentlich mit der größten Insel passiert? Lara sollte sie doch mit den Zwillingen erkunden.“
„Verloren. Was diese Sternmonster auch sind, sobald man von ihnen infiziert worden ist, ist man verloren. Ich dachte, man wird zu Untoten, aber das stimmt nicht. Die Körper entwickeln sich zu… hm… Brutbehältern, wo sich der Körper immer mehr und mehr aufbläht…
Lara ist eigentlich sehr blass, aber was sie beobachtet hat, ging ihr doch etwas in den Magen. Wenn die Zeit… „reif“ ist, explodieren die Toten und viele viele kleine Sternmonster kommen aus dem Körpern heraus.
Keine Ahnung wie man die Insel wieder erobern soll, aber sie wird erst mal für lange Zeit unbewohnbar sein. Die Echsenmenschen… sowohl auf unserer Insel als auch auf der größten Insel sind ebenfalls zum Opfer gefallen.
Scheinbar wurden sie dazu genötigt, uns anzugreifen, denn laut Uruuki kämpfen sie auf seiner Insel sogar gemeinsam. Er hat sie mit dem Wissen konfrontiert, dass einer ihrer Völker mich angegriffen haben und sie enthalten sich.
Bin mir… nicht so sicher, was ich davon halten soll, aber Uruuki ist zumindest gewarnt, dass man ein Auge auf sie halten „sollte“. Das ist so aktuell der Stand der Dinge, was wir wissen und welche Aufgaben auf dich zukommen.“
„Ein Dämonenkönig als Transportmittel zu verwenden, man lernt nie aus.“ schmunzelt Sina. „Dann… sollten wir mal nach einem kleinen Frühstück die Probleme angehen.“
Nach einem kleinen Frühstück gingen beide Damen aus dem Haus raus und man sah eine rege… Bewegung bei den Nagas. „Hmm… ist was passiert?“ wundert sich Sina. „Keine Ahnung, als ich gekommen bin, machten sie mir alle einen etwas… schläfrigen Eindruck.“ meinte Bariel nur.
Sofort gingen die Frauen auf das Zentrum zu und sahen paar bekannte Gesichter. Srusu, wie sie auf dem Boden blutend lag und Itiikra, die ein wütendes Gesicht verzogen hat. „Itiikra? Was ist passiert?“
„Sina?“ blickte Itiikra hoch. „Ich bin mir nicht sicher… wie ich es erklären soll. Die Verräterin bat… uns um Verzeihung, aber das hat einige meiner Kinder so wütend gemacht, dass sie es ihr „körperlich“ mitgeteilt haben.“
„Die Schlampe wollte was?“ hob Sina ein Auge hoch. „Du hast doch nicht allen ernstes geglaubt… dass du mit deiner Tat so einfach davon kommst. Das erblüht jedem Verräter.“ blickte Sina von oben herab auf Srusu. Die Verräterin stöhnte nur und wendet ihr Gesicht auf dem Boden.
„Wie geht es dir wieder Sina? Hoffe… du konntest dich ein bisschen beruhigen?“ lächelt Itiikra unsicher. „Es geht, ich… brauche einfach meine Zeit.“ wurden die Augen von Sina traurig. „Wie… weit seid ihr zu einem Ergebnis gekommen?“
Itiikra schaute sich einmal kurz zu den anderen Nagas um, die ihr alle zunickten. „Wir haben beschlossen, dass ich die Anführerin werde. Doch nicht als Nagakönigin, sondern als „Älteste“. Wenn du die Prophezeiung nicht akzeptierst, sollte ich dir in diesem Fall auch folgen.
Außerdem… ich würde mich auch nicht als eine Königin fühlen, denke… du verstehst das selber sogar noch am besten.“ „Das… stimmt.“ nickte Sina langsam.
„Ich… würde dich gerne bitten, dass du Srusu einmal von all ihren Wunden heilen könntest, damit eine Sorge für unser Volk erledigt wird. In diesem Zustand wird sie meine Strafe nicht wirklich verstehen.“ bat Itiikra. Mit der Bitte löste sie sofort eine Verwunderung bei den anderen Nagas aus.
„Du… bist dir da sicher?“ hakte Sina direkt nach und Itiikra nickte. „Ja, ich bin mir sehr sicher.“ Die Dämonenkönigin schaute Bariel an, die nur die Schulter zuckte, dann ging sie auf Srusu zu und fing an zu heilen.
Die Wunden verschließen sich alle, scheinbar hat man ihr sogar zwei Arme gebrochen. „Hätte nicht gedacht, dass ICH dich einmal heilen würde Schlampe.“ „Dann… lass es sein…“ murmelt Srusu. „Ich werde… sowieso… mit dem Tod bestraft…“ „Klar, macht auch viel Sinn, dich vorher komplett zu heilen.“ meinte Sina dies sehr sarkastisch.
Die Heilung wurde abgeschlossen, alle Wunden wurden verschlossen und die Arme sind wieder funktionsfähig. „Srusu, steh bitte auf.“ befahl Itiikra, Sina nahm Abstand. Langsam erhob sich die Verräterin und traute sich nicht in die Augen zu schauen. „Srusu, schau mir in die Augen!“ kam der nächste knallharte Befehl.
Langsam, aber mit leichtem Zögern blickte Srusu auf und beide Frauen schauen sich in die Augen. „Srusu… in meinen Augen warst du die größte Hoffnung gewesen. Dir hätte ich alles Wissen über unser Volk beigebracht.
Doch war es deine eigene… Gier gewesen, dich aus der Sklaverei zu befreien. Du hast bewusst… uns alle einen sehr sicheren Tod verkauft, damit es dir besser geht. Wenn… ich jemals an Gerechtigkeit geglaubte habe, dann ist es diese jetzige Situation.
Ein Vertrauen zu dir wieder aufzubauen… halte ich für sehr unmöglich. Zuviel Blut unserer Rasse klebt an deinen Händen… sogar das deiner eigenen Mutter. Als höchste Anführerin unsere Rasse… verbanne ich dich für alle Ewigkeiten aus unserer Gruppe.“
Tränen schossen direkt aus Srusus Augen heraus und presste ihre Lippen zusammen. Tief im Herzen wusste sie… dass es so kommen musste.
„Wenn du aber… wieder ein Teil unserer Gruppe sein willst, musst du eine Aufgabe bewältigen.“ kam die nächste Ansage von Itiikra. Verwundert öffnete Srusu langsam den Mund, selbst die anderen Nagas wirkten etwas… überrumpelt.
„316 Nagas sind wir in unserer Gruppe. Durch viele Umstände sind wir auf diese Zahl gekommen und wenn du… wieder zu uns kommen willst… Musst du 316 Nagas in den Meeren finden und zu uns bringen.
Du wirst eine Waffe sowie ein bisschen Proviant bekommen, aber ansonsten ist es dir verboten, jemals unseren zukünftigen Zufluchtsort aufzusuchen. Du weißt wo die Stadt ist, dort können sich Überlebende finden, ansonsten… ist es dir überlassen, ob du dieser Aufgabe nachgehen willst.“
„Bitte… tötet mich. Das kann man unmöglich…“ flehte Srusu schon, als Itiikra ihr ins Wort fiel. „Unmöglich? Sina hat auch etwas unmögliches geschafft, willst du schon aufgeben, bevor du es überhaupt versucht hast?
Vielleicht hast du ja Glück und findest die Heiligen, die dich bestimmt mit Freuden aufnehmen werden.“ meinte die Älteste am Ende ironisch.
Srusu presste ihre Lippen wieder fest zusammen, denn jeder wusste… Wenn eine Naga zu den Heiligen erscheinen wird, dann nur um den Tod zu finden. Dafür hat Sina gesorgt, als sie den Herrscher getötet hat.
Nadalia kam mit einen Beutel sowie zwei Schwertern und warf es vor der Verräterin auf den Boden. „Hast… du ein unverschämtes… Glück, einfach nur zu verschwinden.“ zischte sie wütend.
Verweint schaute Srusu alle Naga´s an, die sie nur wütend anstarrten, selbst von Itiikra wird sie keine Hilfe bekommen. Langsam bückte sie sich und nahm die Utensilien auf, dabei zitterten ihre Hände sehr fürchterlich.
„Nun geh. Wir haben alles wichtige dir mitgeteilt und dir eine Chance gegeben. DU bist es letztendlich, die entscheidet, wie dein „neues“ Leben gehen soll.“ zeigte Itiikra mit einem Finger zum Strand.
Die Verräterin drückte… die Utensilien an sich und kroch langsam… zum Strand hin. Alle machten ihr sofort Platz, sie spürte immer wieder die Verachtung und Wut auf sich. Als sie am Strand angekommen ist, drehte sie sich noch einmal um… um sich das Bild ein zu prägen… Dann schwimmt Srusu von dannen.
„Ich hoffe… du verzeihst mir Itiikru…“ dachte Itiikra. „Das ich deine Tochter… und meine Nichte… in die Verbannung schicke…“
„Meinst du Mutter, wir werden jemals wieder von ihr hören?“ flüstert Bariel die Frage zu Sina. „Normal… wäre es mir so egal gewesen, doch… ich glaube schon. Sie wird einige Zeit… Probleme haben, aber sie wird Leben wollen.“
„Hoffentlich nur… nicht wieder zu unserem Nachteil…“
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