Web Novel Deutsch

Kategorie: Novel 1: Ich bin wiedergeboren? Seite 27 von 72

Kapitel 441

Ich bin wiedergeboren und das Finale? III

Sina zog Thorn und Blutklinge heraus, Rokea zwei normale Schwerter… zumindest auf den ersten Blick. Sie murmelte irgendetwas und dann verwandelten sich ihre Schwerter. Eines wurde zu einem regelrechtem Blitzschwert, dass andere leuchtete dagegen nur auf.

„Sieht aus wie dein Lichtschwert Sherry.“ mutmaßte Neia. „Ich muss die Behemoths echt mal fragen, wo sie überhaupt die ganzen Monster mit dem Lichtelement finden.“

„All die Magie und Verwandlungen, müsste Rokea nicht längst herausgefunden haben, dass Sina eine Magieimmunität hat?“ wundert sich Sherry ein bisschen.

„Solange sie nicht die Fähigkeit der Analyse beherrscht oder ihr niemand das zusteckt, wird Rokea weiter experimentieren.“ meinte Falko.

Sina und Rokea gingen dann langsam aufeinander zu, sie hatten keinen Grund zur Eile. Man sah ihnen aber an, dass sie schon Überlegungen anstellten, der anderen ernsthafte Verletzungen zuzufügen.

Auf einmal leuchteten die Klingen von Rokea und sie setzte einfache „Allesschneider“ gegen Sina ein. Statt das sie die üblichen Farben der Fähigkeit annahmen, war eines, was von allen Seiten blitzte, dass andere leuchtete regelrecht auf, dass die Augen schmerzten.

Die Dämonin dachte überhaupt nicht daran dies zu blockieren und drehte ihren Körper leicht zur Seite, dabei ignorierte sie die Zusatzeffekte der Fähigkeiten. Weiter ging Sina auf Rokea zu, die nur eine Augenbraue hochhob und grinste.

„Hab ich mir von Louis abgeschaut, funktioniert tatsächlich wie es soll.“ lächelt Sina und viele bekamen ein Schaudern über den Rücken. Auf einmal wurde Sina in eine große schwarze Kugel eingeschlossen.

Rein instinktiv nahm Rokea eine Verteidigungshaltung ein und wartet, was ihre Gegnerin vor hatte. Die schwarze Kugel formte sich zu Flügeln… aber das war selbst für die Freunde von Sina neu: Ihre Flügel haben eine so gigantische Größe angenommen, dass sie das Kolosseum überragten.

Auf einmal erschienen in den Flügeln überall Augen, die wild um sich drehten, einige Zuschauer wurden auf einmal ohnmächtig. Dann starrten alle Augen Rokea an, die nun schwer schlucken musste. „Dämonenkönigin… langsam kann ich nachvollziehen, warum man beschworene Helden braucht, aber ich werde dich als erster Tiermensch besiegen!“ lachte dann Rokea.

„Was… ist das? Das habe ich bei Sina noch nie gesehen.“ wurde es Kyllia doch mulmig. „Nicht nur du. Bin mir selber nicht sicher, aber bei Titanus war… diese Größe mit den Augen nicht da gewesen.“ murmelt Neia.

Dann erschienen unter den schwarzen Flügeln zwei Münder… und man hörte sie regelrecht laut lachen. Selbst Sina fand es ein bisschen befremdlich, doch schien es sie nicht zu stören. „Das ist definitiv neu.“

Nun wanderten die Flügel in beide Katanas, die einfach nur ein schwarzes Leuchten hatten mit vielen Augen dran. Doch jeder spürte es… dieses düstere Gefühl, nicht davon getroffen zu werden. Auf einmal stürmte Sina nach vorne und schlug mit den Katanas, die Rokea ohne Probleme abwehren konnte.

„Ich verstehe was du vorhast, aber eher bin ich weg, als dass ich… mich von dieser Fähigkeit treffen lasse.“ grinste Rokea nur. „Schwertwirbel!“

„Knochi!“ befahl Sina und wehrte mit ihren Waffen und Knochenschwanz den Schwertsturm von Rokea ab. Überall flogen die Funken, mehr sogar, beide Frauen schlugen so stark, dass der Boden und alles um sie herum aufgeschnitten wurde.

„Dämonischer Schnitt!“ setzte Sina die Fähigkeit über Thorn frei. Wie Rokea dies versprochen hatte, konnte sie die Fähigkeit selbst aus dieser Nähe ausweichen, doch aufgrund dass alle Fähigkeiten das Element Chaos in sich trägt, wurde sie von einem Feuerschweif getroffen mit anschließend schwarzen Blitzen.

Doch die Zerstörung war gravierend, was die Fähigkeit mit der Arena machte. Sie wurde durch die Mitte einfach halbiert und als es die magische Schutzmauer erreichte, machte es nicht nur einen lauten Krach, sondern es bekam tatsächlich Risse.

„Das… darf doch nicht wahr sein…“ murmelt Chuz. „Mit was sollen wir die Mauer denn noch füttern, wenn es nicht mal die Stärke von SSS-Monstersteinen standhalten kann?“

„Vermutlich nur von SV-Monstersteinen, doch dazu hättet ihr alle Götterbestien jagen müssen.“ grübelte Christoper. „Und die Steine hat auch nur Sina.“

„Puh, das war wirklich knapp gewesen.“ wiegelt Rokea den Kopf. „Du hast eine Feuerimmunität oder? Nur der Blitz hat dir minimal was angetan.“ vermutete Sina. „Bin froh, dass Chaos dir trotzdem ein bisschen… wehtut?“

„Ah, wer weiß wer weiß.“ grinste Rokea… und auf einmal wurde ein X in die Lederrüstung geschlagen. Sina konnte überhaupt nicht so schnell reagieren, wie die Tierfrau zugeschlagen hatte, selbst ihre Vorahnung hatte sie nicht mal gewarnt.

Die Dämonin schaute kurz runter und sah, wie ihr Blut herausfloss, dann widmete sie sich wieder Rokea. „Schwertwirbel!“ setzte Sina nun ein und gab Knochi gleichzeitig den Befehl, Rokea von hinten anzugreifen…

Doch sie schaffte es ohne Probleme jeden Schwertangriff von Sina zu parieren und zu blockieren. Mehr noch, Schnittwunden erschienen an den Armen von der Dämonin. Am linken Arm mehr als am rechten Arm.

„Ich verstehe.“ sprang Sina nach hinten und beendet ihren Angriff. Die Wunden haben sich längst geschlossen am ihren Körper. „Du bist stark, aber deine eigentliche Stärke ist deine Geschwindigkeit oder?“

„Das hast du aber sehr schnell herausgefunden.“ seufzte Rokea. „Tja, in der Tat bin ich zwar stark, aber beim Training in der Vergangenheit habe ich mich mehr auf die Schnelligkeit konzentriert. Leider… hat es den Nachteil, dass der Kampf meistens schneller zu Ende war, als ich es mir immer gewünscht habe.“

„Wow, das ist nun doch einige Zeit her, dass ich gegen jemanden kämpfen darf, der mich in diesem Attribut bei weitem übertrifft.“ bekam Sina wieder ein gieriges Lächeln auf dem Gesicht. „Meistens sind es diese Gegner, die am schwierigsten zu knacken sind.“

„Oho, endlich versteht mich jemand.“ nickte Rokea zufrieden und ging wieder zum Angriff über. „Schwerttornado!“ setzte die Tierfrau noch ein.

Sina ließ sie kommen und aktivierte den nächsten „Dämonischen Schnitt“. Der Tornado wurde regelrecht zerstört, das Kolosseum ebenfalls und die Mauer bekam weitere Risse, die sich nur langsam wieder regenerierten.

Auf einmal stand Rokea an der Seite, wo Sina beide Katanas zur Verteidigung hoch hob… doch war es zu spät, denn das Blitzschwert wurde durch ihren Bauch gestoßen. Die Dämonenkönigin verzog kurz vor Schmerzen ihr Gesicht, dann wickelte der Knochenschwanz sich um den Schwertarm der Tierfrau.

„Hab dich.“ bekam Sina ein sehr düsteres Gesicht. Blutklinge schlug schräg über das Gesicht von Rokea, die laut aufschrie und das Blut ungehindert herausfloss. Sina wollte den nächsten Schlag umsetzen, da hob Rokea den umwickelten Schwertarm samt Sina hoch und wollte sie über sich in den Boden rammen.

Knochi ließ den Arm los und die Dämonenkönigin benutzte ihre Flügel, wo sie sich selber aus dem Schwert herauszog. Sina landete mit einem gewissen Abstand von Rokea und beide hatten mehr oder weniger einen Gleichstand. Doch im Gegensatz zu der Tierfrau, heilte sich die Bauchwunde von Sina, weil Blutklinge das Blut von Rokea geleckt hat.

„Warum… spielt Rokea soviel herum?“ wundert sich Risia. „Sie weiß doch, was alles auf dem Spiel steht! Weswegen hält sie sich immer noch so zurück?“

„Weil meine Tochter endlich jemanden hat, mit dem sie wirklich spielen kann. Wir wissen es besser… dass Rokea sich zurückhält. Lass sie doch, wenn sie wirklich ernst machen würde, werden wir es alle erleben.“ schmunzelt Rokus.

„Sina müsste es auch bemerkt haben, dass Rokea nur nach und nach ihr eigentliches Potenzial zeigt. Hoffentlich passt Rokea auf, dass sie dies nicht ausnutzt.“ murmelt Nitir.

„Was ist los Rokea? Irgendwie habe ich ein bisschen mehr erwartet von dir.“ grinste Sina provokant. „Oder ich werde dich einfach ein bisschen… mehr in die Ecke treiben müssen.“

„Als ob du das könntest.“ was das Gesicht von Rokea blutverschmiert. Auf einmal stand sie vor Sina und ließ beide Schwerter herunterfallen. „Gravitationsklinge!“ befahl Sina und ihre Blutklinge verwandelte sich.

Sofort entstand eine Aura, die nicht über die magische Schutzmauer hinausging. Rokea wurde direkt nach unten gedrückt, doch sie schaffte es, in irgendeiner Form noch zu stehen. Der Angriff von ihr wurde abgebrochen, dafür rammte Sina ihr Knie ins Gesicht der Tierfrau.

Sie flog einen Salto, wo der Knochenschwanz sich um ein Bein der Gegnerin wickelte und sie mehrmals auf den Boden knallen ließ wie bei Devin damals. Rokea ließ ihre Schwerter los und krallte sich am Boden fest. Mit einem kräftigen Beinschwung wird der Knochenschwanz in eine andere Richtung gedreht.

Bevor dies bei Sina ankam, rammte sie einen Fuß in den Boden und konnte so ihren festen Standpunkt beibehalten. Der Schwanz ließ das Bein los und wollte eine Wunde nach Rokea schlagen, die aber einen Saltosprung nach hinten machte. So entkam Rokea dem Angriff und hatte Mühe aufrecht zu stehen.

„Welch eine Stärke du hast, dass du es schaffen kannst, irgendwie noch zu stehen. Die meisten meiner Feinde… knieten sich vor mir.“ ließ Sina die Dämonenkönigin aus sich heraus in einem arroganten Ton. „Thorn… verwandele dich in Blutschwert!“

„Spiel… dich nicht wegen dieser Aura auf. Dafür habe ich schon schlimmeres erlebt.“ richtet sich Rokea ganz auf und ließ ihre Schulter um sich Kreisen. Dann riss sie auf einmal ihre Hose auf. Zuerst dachte Sina nichts dabei, als sie an den Beinen eigenartige Klötze sah.

„Woher… haben alle meine Feinde immer diese Beschwerungen an ihrem Körper?“ rollte Sina mit ihren Augen. „Na los… mach sie ab. Zeit dass du mal alles zeigst.“

Rokea bekam ein sehr finsteres Grinsen und erfüllte den Wunsch von Sina. Die Dämonenkönigin dachte, dass es wie bei Justus der Fall war, einfach nur schwer sein. Rokea entfernte ein Gewicht und war es vor Sina, was zu einem regelrechten Erdbeben im und um das Kolosseum führte.

„Davon sind noch 19 an meinen Beinen, eure Hoheit.“ provozierte Rokea ihre Gegnerin. Doch statt sie fallen zu lassen, ließ die Tierfrau einfach alle in ihren Inventar verschwinden. Knochi schob sein Schwertteil unter das Gewicht und hob es für Sina auf.

„Sag… wo findet man diese Dinger eigentlich? Ich habe ein ähnliches dieser Art, aber das kann ich für mich regulieren.“ ließ Sina sich nicht von ihr provozieren. Stattdessen verwickelte sie Rokea in ein Gespräch.

„Keine Ahnung, hat mein Vater mir irgendwann gegeben. Am Anfang waren sie total… nervig, bis ich sie nicht mehr bemerkte, selbst als ich sie an jedem Platz meiner Beine benutzte.“ zuckte Rokea mit der Schulter.

Sina wollte wieder den Mund aufmachen, als Rokea auf einmal ihr mit einer Faust in den Bauch schlug. Den Unglauben, den man in den Augen von Sina sehen konnte, bevor sie nach hinten flog, konnte man schlecht beschreiben.

Mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit flog Sina auf die Mauer zu, als auf einmal Rokea hinter ihr erschien und sie mit aller Kraft in den Rücken schlug. Man hörte sofort, wie einige Knochen gebrochen wurden, dann flog die Dämonin nach vorne.

Sina landete hart mit dem Gesicht auf dem Boden, dabei rollte sich ihr Körper ein paar mal nach vorne, bevor sie zum Stillstand kam. „Himmel… sind diese Kämpfer nervig…“ grummelt Sina, die langsam aufstand und die gebrochenen Knochen ignorierte.

„Das war nur eine Kostprobe von mir gewesen, kleine Dämonin.“ flüstert Rokea auf einmal hinter Sina. „Nicht meine Schwerter sind die Hauptwaffe… sondern mein Körper. „STURMSCHLAG!“ Ein regelrechter Sturm aus Fäusten krachte auf den Rücken und Flügel von Sina.

Eine Druckwelle nach der anderen kam durch Sina´s Körper durch und traf Boden, Mauer und die magische Schutzbarriere. „Sturmschlag!“„Sturmschlag!“„Sturmschlag!“„Sturmschlag!“ ließ Rokea ungebrochen ihre Angriffsserie durch.

Sherry bekam ein sehr ungutes Gefühl, aber auch die anderen teilten dieses Gefühl. „AH HA HA HA! Ich wusste es, dass die Frau zu stark für dich ist kleine Schwester!“ lachte Exos, der alle Werte von Rokea kannte. „Und du willst die anderen Götterbestien besiegen?!“

Man müsste meinen, dass Sina vor Schmerzen schreien müsste, aber etwas anderes passierte. Erst hörte Rokea sie nur leise kichern, bis es zum lachen überging. Bevor es Rokea zu unheimlich wurde, trat sie mit aller Kraft in die Wirbelsäule von Sina und sie rauschte weg.

Die Dämonin krachte gegen die magische Schutzmauer, die Zuschauer konnten von oben das Brechen von Knochen hören. Sina rutschte von der Mauer runter und landete auf den Knien. Mit Hilfe ihrer beiden Katanas stand sie auf und drehte sich langsam um.

„Herrlich… ich fühle mich so… lebendig.“ lachte Sina und ihre Augen strahlten geradezu ihren Wahnsinn aus. „Du bist zu schnell… also teste ich mal… was: Gravitationsaura!“ benutzte Sina ihre eigene Aura.

Die komplette Arena sackte eine Etage tiefer, die magische Schutzbarriere konnte auch dieser Aura standhalten, aber das sie so aufleuchtet, zeigt nicht unbedingt, dass sie es ohne Probleme aushalten kann.

Rokea Oberkörper wird wieder nach unten gedrückt, doch man sah an ihren Muskeln, dass sie sich weigert, in irgendeiner Form auf den Boden zu fallen. Sie richtete sich langsam auf und musste grinsen. „Oh… du gehst nun auch auf Ganze rüber? Wäre sehr enttäuschend gewesen, wenn ich dieses Duell doch schnell beendet hätte.“

„Ich habe doch noch nicht mal… alles gezeigt!“ lachte Sina und zeigte mit einem Finger auf den Himmel.

„CHAOSREGEN!“

Kapitel 440

Ich bin wiedergeboren und das Finale? II

Sina und Rokea, zwei unterschiedliche Frauen und Rassen. Beide wussten seit dem ersten Augenkontakt, was sie sich gegenseitig wert sind.

„Wenn ich mich persönlich vorstellen darf… Tochter des Anführers Rokus, Rokea. Vermutlich hast du über Umwege schon von mir gehört?“ grinste Rokea.

„Oh ja, du scheinst dich ja regelrecht in meinen Clan zu drängen, nur um mehr über mich zu erfahren. Dabei hörte ich immer wieder die Warnung, dass jemand hinter mir her ist.“ musste Sina kichern.

„Entschuldigung… doch… vielleicht kennst du es selber. Irgendwann ist man so stark, dass es einfach schwer fällt, noch starke Gegner zu finden. Dies führt zu einer grausamen Langeweile.“ hörte man ein bisschen die Trauer von Rokea´s Stimme.

„Das Problem habe ich nicht. Irgendwie stehen alle meine starken Feinde in Schlange und warten darauf, dass sie als nächstes an der Reihe sind. Dummerweise bleiben einige Feinde… einfach nicht tot genug.“ seufzte Sina.

Die Tierfrau hob nun ihre rechte Hand und man sah mehrere Ringe an den Fingern. Sie zog den ersten raus und sofort spürte jeder eine gewaltige Aura. Dann kam der nächste Ring weg und die Aura wurde nur noch schlimmer, bis auch der letzte Ring weg war.

„Wow… so ein Gesicht habe ich bei Sina noch nie gesehen.“ staunte Lara, selbst die anderen haben dies bei ihr so noch nicht gesehen. Sherry schon, aber eher würde sie sterben, als zu sagen woher.

Für Sina war die Welt schwarz gewesen und auf einmal erschien ein gelbes Geschenk, dass sich öffnete und Rokea darin stand mit einer Schleife. Solch eine Freude drückte Sina am Gesicht aus, ihr Herz raste förmlich.

„Ohne diese Ringe würde ich die Natur zerstören meinte mein Vater. Nun bin ich endlich froh, mich ganz zu präsentieren.“ lächelte Rokea. Doch die Freude teilten nur sehr wenige im Kolosseum, denn viele hatten verschwitzte Gesichter, anderen wurden regelrecht übel.

Die Vampirkönige schauten sich gegenseitig an und waren sehr erstaunt, dass dieser Tiermensch ebenfalls eine Aura hatte.

„Du… heilige Scheiße.“ murmelt Thomddir. „Solch ein Kaliber hatten die Behemoths? Wieso haben wir von ihr nie gehört?“

„Weil sie vor der Öffentlichkeit versteckt gehalten worden ist.“ meinte Melaine. „Die Behemoth´s sind schon so unter sich, aber damit haben sie sich übertroffen.“

Die Behemoths in ihrem Aufenthaltsraum sagten nichts, aber sie sahen wirklich die Freude an Rokea, sich wieder frei zu entfalten.

„Welch… eine schöne Frau steht vor mir.“ sagte Sina ganz ehrlich. „Vor einiger Zeit… hätte ich es für sehr… fraglich befunden, gegen dich anzukommen. Doch jetzt? Dann… lass dir mein Geheimnis teilen.“ und schnippte mit ihren Fingern.

Ihre Illusion löste sie auf und über das gesamte Kolosseum erstreckte sich die Aura der Dämonenkönigin. Überfall fiel Glitzer runter, was sogar neu ist, dass immer vereinzelt Blitze durch die Luft sprangen.

So wie Sina ein freudiges Gesicht hatte, so strahlte Rokea es ebenfalls. So stark, dass ihr eine Träne herausfiel. „Damit… kann ich mich wirklich austoben.“

Viele Zuschauer brachen nun über die Aura beider Frauen zusammen, selbst die magische Schutzmauer konnte nicht dagegen helfen. Selbst außerhalb des Kolosseum war die Aura deutlich zu spüren.

Doch weder Rokea noch Sina zogen ihre Waffen, sondern stellten sich einfach gleichzeitig in den Kreis. Die Beschnupperung war zu Ende, nun wurde es ernst.

„Erm… kein Wunder… das die Behemoth diese Regel benutzen. Das… ist kein Kampf mehr zwischen zwei gewöhnlichen Kämpfern, sondern eher… nun… Dämonenkönig und König der Tiermenschen, anders kann ich es nicht beschreiben.“ murmelt Ronda ins Mikrofon.

Erstaunt schauten sich die beschworenen Helden an, ob sie das richtig verstanden haben. Der König sowie Kaiserin fragten sich spontan, ob dadurch Probleme auf Sina zukommen.

„Nun… beide scheinen bereit zu sein. Dann werde ich mit dem Zählen anfangen. Drei.“ Sina und Rokea starrten sich in den Augen. „Zwei.“ Beide bilden mit ihren Händen Fäuste. „Eins.“ Beide spannten ihre Beine an. „KÄMPFT!“

Sowohl Sina als auch Rokea schlugen sich mit beiden rechten Fäusten gegeneinander. Sofort entstand eine riesige Druckwelle, die den Boden mit der Lava aufriss wie eine Welle und nach außen wandern ließ.

Sofort kam die nächste Druckwelle, als die Frauen mit den linken Fäusten zuschlugen. Das gesamte Kolosseum wackelte mehr oder weniger, Staub und kleine Kieselsteine fielen von der Decke herunter.

„Meine Güte… Wie heftig ist das denn?“ murmelt Zhin. „Auch einen Kaffee?“ fragte Jimdo mit einer Tasse in der Hand. „WIE… nein…“ beruhigte Zhin sich selber und konzentrierte sich auf den Kampf.

Nun packten Sina und Rokea sich beide an den Händen und setzten alle ihre Kräfte ein, ihren Gegner wegzudrücken. Doch eher gab der Boden unter ihnen nach, der nicht ihre Stärke aushalten konnte. Man sah bei beiden, wie die Adern sich an den Handrücken bildeten, zugleich mussten sie beide weiter lächeln.

„Ho ho ho, dass ist ja wirklich interessant, welche Stärke du mir zeigst.“ meinte Sina. „Kann nur dasselbe behaupten.“ nickte Rokea. Auf einmal glühten die Hände von Rokea. „Blauer Feuerball!“

Eine große Explosion erfasste Sina, ähnlich wie Sherry von Rokus angegriffen wurde. Die Dämonin stand in dem Feuerball drin, doch hielt sie weiterhin die Hände von Rokea. Die Magie weilte nur kurz und raus kam Sina, dessen Ausrüstung nur leicht angeschmort war.

„Nett zu wissen, dass du dir nicht zu fein bist.“ hob Sina eine Augenbraue hoch. Auf einmal kam der Knochenschwanz hinter Sina hoch und zeigte auf Rokea. „Chaosblitz!“ Ein gigantischer schwarzer Blitz fiel auf Rokea, die nun laut aufschreien musste.

Vor ihren Augen kam auf einmal die Meldung, dass ihre Resistenz gegenüber Chaos sich verbessert hat. Doch auch sie hielt weiter die Hände fest und hatte nach dem Blitz nur leichten Ruß an ihrer Kleidung.

„Puh… Chaosbestie, dass muss man bei dir wörtlich nehmen oder?“ grinste Rokea. „Das wird ja noch richtig spaßig.“

„Wow… sie hat eine von Sina´s stärkstem Zauber einfach so weggesteckt.“ staunte Mel nicht schlecht. „Das wird noch ein langer Kampf werden.“

„Es gibt Dinge… die ich bisher noch nicht so ausgetestet habe.“ lächelt Sina, auf einmal kam Qualm aus ihrem Mund raus. „Mal schauen… wie du dich damit machst. „Chaosatem!“

Rein instinktiv sprang Rokea hoch, während ein schwarzer Flächenangriff aus dem Mund von Sina herausschoss. Er knallte gegen die magische Schutzmauer und wie versprochen, konnte sie gegen die Kraft der Chaosbestie standhalten.

Doch Rokea hat die Hände nicht losgelassen, sodass Sina gezwungen wird, sich nach hinten biegen zu lassen mit ihrem Mundangriff. Es war interessant anzusehen, wie der schwarze Angriff in den Himmel schoss.

Die Arme beider Frauen wurden leicht verdreht, wo Sina mit ihrer Fähigkeit aufhörte und einmal ihren Körper um sich drehte, dabei streiften ihre Flügel den Boden. Dann standen die Frauen sich wieder gegenüber, als wäre nichts passiert.

„Nett nett.“ lächelt Rokea. „Nun bin ich wieder dran.“ Auf einmal wanderte Eis von den Händen der Dämonin bis zum Arm entlang. Es wanderte und wanderte, dabei wurde es dicker. Doch Sina konnte nichts anderes als lachen.

„Rokea… scheinbar weißt du doch nicht soviel von mir.“ Sina bewegte ein bisschen ihre Arme und das Eis fiel runter.

„Feuer und Eis sind nicht deine Schwächen. Keine Sorge… ich kann noch einiges mehr.“ hob Rokea nur eine Augenbraue hoch.

„Ich denke… wir haben uns lange genug die Hand gehalten. Weißt du… es gibt Dinge, die so zerstörerisch sind, dass ich aufpassen muss, was ich halten will.“ warnte Sina. „Verrotten!“

Sofort merkte Rokea, dass ihre rechte Hand anfing zu Schmerzen und riss sich von Sina los. Mit einem großen Sprung nach hinten, brachte sie sich in Sicherheit… dachte sie. Sina kam direkt hinterher gesprungen und wollte Rokea ans Gesicht packen.

Doch diese trat mit einem Fuß die Hand auf den Boden und was sie zu sehen bekam, brachte ihr doch ein mulmiges Gefühl. Der Boden fing an, sich komplett zu verändern. Er trocknet aus und das Schlimme, er breitete sich um die Frauen und weiter aus.

„Welch… eine Zerstörung, was Sina immer anrichtet.“ murmelt Nitir. „Egal wo Sina kämpft, aber es bleibt nichts heil.“

Die Fähigkeit ging sogar auf den einen Schuh von Rokea über, sodass sie in der Luft sprang. Von oben konnte sie erst recht sehen, wie gefährlich die rechte Hand von Sina ist. Die Lava veränderte sich durch die Fähigkeit ebenfalls.

„Erdform: Faust!“ zauberte Rokea aus der Luft und trotz des kaputten Bodens, schaffte der Zauber eine menschengroße Faust zu bilden und Sina zu schlagen. Doch bevor der Zauber die Dämonin erreichen konnte, zerstörte der Knochenschwanz sie zu tausenden kleinen Würfeln.

Sina hörte mit der Fähigkeit „Verrotten“ auf und stand auf, dabei folgten ihre Augen, wo ihre Gegnerin landet. Sie hob die linke Hand hoch und richtet sie gegen Rokea. „Inferno!“ setzte Sina sofort ein und das komplette Kampffeld vor ihr, wo auch Rokea drin stand war in einem gigantischen grünen Feuerball drin, bis dieser laut explodierte.

Wie beim ersten Mal, richtete es eine totale Zerstörung an, die Seite wo Sina war, fror zu einer eisigen Landschaft. In der Zeit schossen schwarze Blitze aus dem grünen Feuersturm heraus, die wieder auf die Zuschauer fielen. Doch weiterhin konnte das magische Schutzschild dies verhindern.

Nun wurde Rokus unruhig, denn dass war bisher der gefährlichste Zauber, den Sina bisher gezeigt hat. „Rokea…“

Der Zauber verschwand und Sina hat ein neues Kampffeld erschaffen, doch interessanter war… Rokea stand ohne Probleme zu haben. Ihr Mantel ist verschwunden, nur die Bandagen waren noch in irgendeiner Form erhalten geblieben um ihre Brüste.

Ihre Haut war leicht rötlich, doch die Muskeln, die sie an den Armen und Bauch zeigte, war nicht von schlechten Eltern. Sie legte eine Hand auf eine Schulter und ließ sie kreiseln, dabei hörte man leicht das Knacken der Gelenke.

„Wow… das habe ich sogar gemerkt.“ nickte Rokea zufrieden. „Dies hätte nicht mal mein Vater überlebt. Schön schön, langsam werden wir ja ernst oder?“ rief die Tierfrau. Sina ließ ihre Hand runter und schien am überlegen zu sein.

„Jetzt schon ernst werden? Wenn du meinst?“ lächelt Sina und zeigte wieder auf die Behemothfrau. „Chaoshand!“ kam die nächste Fähigkeit, doch diesmal hielt die Dämonin nicht die Hand normal sondern drehte sich um.

Dadurch wurde es nicht flächenförmig, sondern ein schwarzer Strudel, der auf Rokea zuraste. Diese stampfte beide Füße in den Boden wie ein Sumo Ringer und konzentrierte auf einmal ihre rechte Faust.

„Faust des Feuers, Faust des Windes, Faust, des Wassers, Faust der Erde. Mit vereinten Kräften zerstören wir den Feind. „Elementarfaust!“ zitiert Rokea und schlug dann mit der rechten Faust auf die Fähigkeit von Sina.

Ein regenbogenfarbiger Strahl schoss aus der Faust und drückte den schwarzen Strudel direkt zu Sina zurück. Sofort reagierten alle Zuschauer erstaunt auf das Spektakel, wo zwei Fähigkeiten gegeneinander drückten.

Sina musste vor Freude lachen, dass ihr neuer Trick direkt gekontert wird. „Dann testen wir doch direkt den nächsten Trick.“ Ihre Finger bog sie ebenfalls Richtung Rokea, woraus weitere schwarze Strahlen aus der Handfläche schossen.

Durch diese Fähigkeit wurde der Strudel größer und konnte sich erfolgreich wieder gegen Rokea drücken. „Meine Güte… du willst es wohl wissen oder?“ grinste Rokea. Ihre linke Hand fing an zu leuchten.

„Licht und Dunkelheit, Chaos und Leere. Einen Feind, der sich uns widersetzen will, gibt es nicht. Faustschlag der neutralen Elemente!“ schlug Rokea zur Verstärkung hinzu, heraus kam ein weißer Strahl, der blaue Blitze hatte und schwarzer Schnee herunterfiel.

Beide Fähigkeiten kämpfen gegeneinander, doch sie blieben mittig im Angriffsbereich der Frauen. Keine Seite ging weiter oder zurück.

„Wow… Rokea ist verdammt stark, dass sie so gegen Sina ankommen kann. Vielleicht werden wir wirklich erst erfahren, wenn… der Kampf zu Ende ist, wer dann stärker ist.“ meinte Zada.

„Denke… du übersiehst was.“ meinte Mel und die Vampirin schaut verwundert die Killerpuppe an. „Bisher setzt Sina nur EINE Hand ein und nur ihre Fähigkeit der Chaosbestie. Sie hat noch lange nicht alles gegeben.“

Doch zerrte es ein bisschen an den Kräften von beiden Frauen, denn es bildeten sich leichte Schweißperlen auf der Stirn. Wie Mel es schon geahnt hatte, hob Sina nun ihre rechte Hand hoch.

„Sandhand!“ Wie ein Wüstensturm kam die Fähigkeit aus der anderen Hand raus, wieder drehte Sina die Hand, dass es sich zu einem Strudel entwickelte. Nun wurden beide Fähigkeiten von Rokea so stark zurückgedrängt, dass sie rein instinktiv nach oben sprang und einer sicheren Verletzung entkommen ist.

Doch Sina hörte nicht mit dem Angriff auf und hob ihre Hände nach oben. „In der Luft… kann man sich schlecht verteidigen ohne Flügel.“ lächelt Sina. Doch Rokea dachte nicht mal daran, getroffen zu werden.

„Wasserstrahl!“ schoss Rokea aus beiden Händen und schleudert sich regelrecht in Sicherheit. Die Dämonin hob nur eine Augenbraue hoch und beendet ihren Angriff. Ihre Gegnerin landete weit entfernt auf ihren Füßen und schaute wieder Sina in die Augen.

Das Publikum jubelte wieder laut auf, Ronda gab einige Live-Kommentare ab. Auf einmal wurde es still, als beide Frauen ihre Waffen zogen.

„Nun… geht es los.“ murmelt Sherry.

Kapitel 439

Ich bin wiedergeboren und das Finale?

„Meine Damen und Herren… heute ist der Tag der Entscheidung gekommen.“ stand Ronda vor dem Übertragungszauber. Man sah, dass sie einen weiten Kimono trug mit vielen gelben Sternen.

Überall auf der Welt sah man dieses Turnier ausgestrahlt. Die Abenteuergilden ließen es sich nicht nehmen, es auf einer Leinwand auszustrahlen, immerhin sind ihre Leute ins Finale gekommen. Selbst die mächtigsten Herrscher auf Alliancia sahen sich den Kampf an.

Die beschworenen Helden in ihrem Zimmer, jeder mit Zettel und Stift, Informationen zu sammeln. Der König mit seinen Kindern und Freunden in ihrem Privatgemach.

Emilia schaute es sich mit General Lion im Büro an, während auf dem Militärgelände ein überdimensionales Bild aufgesetzt worden ist.

Exos schaute es sich mit seiner eigenen Magie an. „Hmm… scheinbar ist meine kleine Schwester doch nicht so einfach zu entmutigen.“

Ein Schauder ging über Sina´s Rücken, als sie von Lara, Zada und Sherry angekleidet wird. Zusätzlich werden ihre Haare gemacht sowie ihr Gesicht.

„Viele Kämpfe haben wir gesehen, nur die Stärksten der Starken haben die finale Runde erreicht. Auf der einen Seite wären es die „Abenteurergruppe“, die sich erfolgreich gegen die Gruppe Orum, Machtnix, Die Rächer und Die wahren Herrscher durchgekämpft haben.“ berichtet Ronda weiter.

Neia entfernte die Zwischenmauer und kombinierte zwei Aufenthaltsräume, so dass alle Freunde den nötigen Platz hatten. Chuz wird ein Beutel mit Gold in die Hand gedrückt und keiner hat was gesehen.

Lord Roman und Lady Layla haben einen Spezialraum bekommen, wo sie von oben auf das Kolosseum herabblicken konnten. „Wie geht es dir Layla?“ fragte Roman seine Schwester.

„Wie meinst du das?“ lächelt Layla, aber die roten Augenringe konnte man überhaupt nicht übersehen. „Dachte… wir wollten hier den letzten Kampf… Warte…“ merkte Layla auf einmal was. „Irgendwo ist Lisa hier. Diener! Sucht sie!“ befahl sie sofort.

Die Vampire nickten und rannten geschlossen aus dem Raum raus, übrig waren nur die Kinder der Vampirkönige. Lord Taos und der Rest wurden in der Villa zurückgelassen, denn er hatte momentan andere Sorgen.

Kyllia lehnte sich an die Wand so an, dass Lisa aus ihren Stoffhemd heraus luken konnte. „Weiß immer noch nicht… warum ich das schon wieder mache…“ murmelt Kyllia.

„Auf der anderen Seite sind es die stärksten Tiermenschen der Welt, die Behemoths. Ihre Gruppe nennt sich „Blackskulls“ und haben sich tapfer gegen die Gruppen Monstertops, Lowstar, Marblehammers und die Monstergruppe gekämpft.

Erst im Halbfinale hatte jeder ihrer Kämpfer seine Stärke gezeigt, weswegen sie überhaupt die Stärksten sind!“

Daszum wundert sich, dass Zhin, Flai, Punny und Daika so… eine kaputte Ausrüstung trugen. „Sag… gestern saht ihr nicht so aus.“

„Wir haben was tolles gesehen.“ merkte Flai an. „Doch ihre Freundin ist ja eifersüchtiger als die Hölle brennen kann.“ grinste Zhin schräg.

„Heute werden beide Partien auf einer Lavalandschaft kämpfen, die schwerste Arena, die wir aufbieten können!“ lächelt Ronda und das Publikum jubelt auf, doch die Hitze ist nicht ohne.

Als würde man in der Nähe eines ausgebrochenen Vulkans gehen, so sah die Arena aus. Überall Lavaflüsse, der Boden brennt überall. Ein falscher Schritt und man hat verloren.

„Nun will ich gerne wissen… wie sie das wieder geschafft haben.“ murmelt Arzexos. „Es muss definitiv Magie sein, anders geht es nicht.“ Alle Dämonen waren in ihrem Aufenthaltsraum und wollten den Kampf ihrer Königin sehen.

Gair und Sarless standen aus irgendwelchen Gründen sehr nah zusammen. „Was glaubst du, wie der Kampf sein wird?“ fragte der Vampir.

„Gegen die Königin kann keiner gewinnen. Leider… muss ihre gesamte Gruppe gewinnen oder?“ lächelt Sarless schräg.

Aglon tippte Ethice an die Schulter. „Was… läuft zwischen den Beiden?“ kam der Flüsterton. „Keine… Ahnung. Irgendwie… würde ich es auch gerne wissen.“ flüstert die Schlangenfrau zurück.

„Werden wir uns ins Finale einmischen?“ schaute Ronda nach oben und man sah wieder die bekannte Kiste fliegen mit einem großen Ballon. Diese fing an sich zu drehen und zu drehen… dann fiel eine weiße Kugel heraus. „NEIN! Wir werden uns in diesem Finale nicht einmischen!“

Sina kam mit ihren Freundinnen in ihren Aufenthaltsraum, wo jeder sie sprachlos angaffte. „Erm… ich weiß, dass du es bist Sina, aber… Wer bist du?!“ fragte Falko für jeden Anwesenden.

„Bist du dir sicher mit deiner Entscheidung?“ fragt Nitir Rokus. Dieser nickte. „Ja, mehr als deutlich. Nur du und Risia können kämpfen, wenn überhaupt. Ich… werde den größten Wunsch meiner Tochter erfüllen, aber dies wusste sie schon gestern Abend.“

Rokea knackte ihre Halsknochen und schaute jeden ernst an. „Und dafür bin ich dir sehr dankbar Vater. So… sehr wir alle eine schlechte Beziehung haben, aber ich werde für unseren Clan kämpfen. Auch sorge ich dafür, dass wir Behemoth weiter die ungebrochenen Sieger bleiben.

Alles andere wäre eine Schande für mich, ich kenne daher die Verantwortung die mein Vater mir anvertraut. Doch zugleich… freue ich mich, meinen schönsten Kampf des Lebens zu bekommen.“

Die Behemoth schauten sich alle in die Augen, ein Widerspruch wäre eh nicht möglich, ihr Anführer hat sich entschieden. „Ist schon selten, dass man dich auch ein bisschen ernst erleben darf.“ merkte Narya an.

„Ich kann… durchaus ernst sein. Gerade jetzt werde ich mir keine Fehler erlauben.“ nickte Rokea ein bisschen schüchtern.

„Meine Damen und Herren, bevor ich weiter erzähle… Wir haben die Gerüchte vernommen, dass unsere Schutzmaßnahmen mehr als unbefriedigend sind. In dieser Hinsicht möchte ich mich in aller Öffentlichkeit entschuldigen und kann euch beruhigen.

Aufgrund des letzten Kampfes zwischen Blackskulls und Monstergruppe wurde die magische Schutzmauer dermaßen strapaziert, dass wir sie komplett runderneuert haben! Wir füttern dieses Schild mit den gefährlichsten Monstersteinen der Welt, selbst einer der Götter könnte sie nicht mal ankratzen!“

„Tzz… ein Glück das ich nicht aus meiner Welt kommen kann und es für euch Lebewesen austeste.“ schnaufte der dunkle Gott durch die Nase.

„Ein Glück dass mein dummer Bruder nicht aus seiner Welt kommen kann und an meinen geliebten Lebewesen die… traurige Nachricht zeigen kann, dass vor uns nichts sicher ist.“ seufzte die Göttin.

Das Publikum jubelt über die Nachricht und ignoriert die blassen Personen, die überall auf irgendeiner Suche zu sein scheinen.

„Leute… hört auf mich anzustarren! Diese… Ausrüstung bekam ich von Layla, Sherry hat sie angepasst. Die Haare sind ein Werk von Zada und mein Gesicht von Lara.“ rollte Sina genervt mit den Augen.

„Sorry Schwester… aber wenn du damit zu Vater gehen solltest, wird er vermutlich freiwillig dir den Thron überlassen. Du strahlst so was von eine Präsenz aus.“ grinste Kyllia.

„Damit hoffe ich, dass ich jeden Zuschauer beruhigen kann und so den Kampf im Finale ohne Angst beobachten kann.“ lächelt Ronda.

„Eins muss man Ronda´s Schneidern lassen, aber sie sind echt kreativ mit den Stoffen.“ murmelt Sherry. „Ich frage mich, ob Leder auch funktionieren könnte.“ grübelt Zada und die Frauen fingen an, eine leise Diskussion zu führen.

„Nun… wird es spannend. Die „Blackskulls“ setzten ihr G-Veto ein, der selbst mich überrascht. Scheinbar hat die Monstergruppe sie so stark geschwächt, dass sie keinen sicheren Sieg sehen. Die „Abenteurergruppe“ hat leider ihr G-Veto im Halbfinale eingesetzt, so wird diese Regel die letzte Regel im Turnier sein.“ machte Ronda es wieder spannend.

Alle Zuschauer warten, was die Hasenfrau nun berichtet, am meisten die Abenteurer, die fast damit gerechnet haben. „Ich muss euch loben, scheinbar habt ihr die Behemoth´s sehr stark geschwächt.“ lächelt Christoper.

„Die Regel lautet… Ein gegen Ein. Stark gegen Stark. Wer diese Runde gewinnt, hat automatisch das Finale gewonnen.“

„Huch?!“ hörte man die Aufrufe von einigen von Sina´s Freunden, selbst sie musste die Information verarbeiten.

„Lady Sina, ihr seid die stärkste Kämpferin in der Gruppe. Somit seid ihr die Kämpferin, die für die Gruppe entscheiden wird im Finale.“ lächelt der Affenmensch Chuz.

„Lass… mich raten. Von den Behemoth kommt dann Ersatzkämpferin Rokea?“ frage Sina vorsichtshalber und Chuz nickte. „In der Tat.“ Man hörte draußen die Diskussionen, warum es denn nur einen Kampf gibt, doch die meisten wussten es besser.

Wer diese Regel will, ist sich bewusst, wer damit automatisch in den Kampf kommen wird. Doch fragen sich viele, wer es denn von den Behemoth sein wird.

„Tja… damit liegt es nun an dir Sina. Hätte nicht gedacht, dass die Behemoth´s so einen Schritt machen werden.“ grinste Louis schräg. „Nicht dass ich was dagegen hätte, aber… aus irgendeinem Grund bin ich des Kämpfens ein bisschen müde.

Ich denke, ich spreche auch für Falko, Christoper und Melaine, aber… Wir haben alle gewisse Grenzen. Wir hätten alles gegeben, doch… wäre die Frage offen gewesen, ob wir denn auch alles geschafft hätten.

Mir tut ein bisschen Thomddir leid, dass er an diesem Turnier wirklich zu kurz gekommen ist und wir Neia´s volles Potenzial nicht sehen werden, aber… vielleicht ist das eine gute Lösung für alle.“

„Ich dachte, WIR wollten es GEMEINSAM machen und nicht: „Sina macht es schon.““ hörte man die Wut der Dämonenkönigin. „Aber ok, ich mache es schon.“

„Oh je, nun ist sie bockig. Dabei ist deine Gegnerin Rokea oder nicht.“ versuchte Kyllia zu schlichten. „Außerdem… betrachte es doch nüchtern. Du vertrittst alle Abenteurer auf der Welt. Alle werden zu dir aufschauen und abwarten, wie du kämpfen wirst.

Wenn wer die Kämpfe vorher nicht gesehen hat, der wird es jetzt definitiv machen. Du bist die stärkste Abenteurerin, die drei Götterbestien getötet hat. Und da kommt ein Gegner, der es mit dir aufnehmen kann? Himmel, dein Herz rast doch und ich merke deine Freude die ganze Zeit.“

„Darüber sollten wir uns auch mal unterhalten, wie du meine Gefühle empfinden kannst…“ murmelt Sina mit roten Wangen. „Also gut… dann höre ich einfach auf meine kleine Schwester und werde es mal wieder ausbügeln.“

„YEAH! Das ist das was ich hören wollte!“ brüllte Thomddir. „Ich bin zwar traurig, aber wenn du für uns alle kämpfst, dann kann ich damit auch leben!“

„Ich drücke dir die Daumen und bin gespannt… ob ich mit meinen Attributen dir nun folgen kann.“ lächelt die Blutelfe Neia.

„Die Dämonenkönigin Sina gegen die stärkste Behemothfrau der Welt Rokea. Bisher kennt keiner sie, doch jeder, der sie bisher getroffen hat, konnte ihre Stärke nicht abstreiten. Daher passt auf, Hochmut kommt vor dem Fall!“ warnte Melaine, ihr Wolf bellte ihr zustimmend.

Falco, Christoper und Louis sagten nichts, alles war gesagt worden was gesagt werden musste und nickten Sina zu. „Wenn die Welt wüsste, dass es ein Dämonenkönig ist, der am Turnier teilnimmt.“ grinste Lara.

Sherry küsste Sina vor allen Augen und legte ihre Hände um den Nacken ihrer Freundin. Dann ließ sie los. „Gewinne ok? Du hast es nun soweit geschafft, nun gewinne auch diese Hürde.“ lächelte Sherry.

„Ich denke, ich spreche auch für die anderen: Wir werden hinter dir stehen und dir zujubeln. Jubeln, dass du immer wieder aufstehst.“ nickte Suki sehr ernst.

„Himmel… es hört sich an, als würde ich in meinen allerletzten Kampf gehen. Ich hatte schon vor zu gewinnen und die Preise zu holen!“ lächelt Sina mit nassen Augen.

„Von den Blackskulls wird es die Kämpferin Rokea sein, die Tochter von Rokus. Jeder hat seinen Kampf gesehen und scheinbar traut sie es sich zu, gegen den stärksten Abenteurer der Welt zu kämpfen.“ rief Ronda, die Zuschauer jubelten.

Rokus legte eine Hand auf die Schulter seiner Tochter. „Meine verwöhnte, störrische Tochter… nun hast du bekommen was du haben wolltest. Dank der Göttin oder dem dunklen Gott, dass du nun deine Sina bekommst.“

„Vater… wie könnte ich dich jetzt und die anderen enttäuschen? Ich werde mich wieder richtig frei entfalten!“ grinste Rokea und ging durch die Tür. Sofort jubeln ihr alle Zuschauer auf den Tretbühnen zu.

Wenn man Rokea so anschaut, hatte sie violettes langes Haar, die typischen Merkmale eines Behemoths. Sie trug Bandagen um ihre Brust und einen offenen blauen Mantel, dazu eine blaue Stoffhose. Dass ihr Schuhe am schmoren waren, interessierte Rokea in keinster Weise.

An ihrem Gürtel hingen zwei unterschiedliche Schwerter, die Griffe hatten unterschiedliche Farben. Auf den ersten Blick könnte man Rokea für eine arrogante Frau halten, doch die Vampirkönige wirkten ein bisschen zu interessiert über Rokea.

„Du spürst es auch oder Roman?“ grinste Layla, ihr ging es merklich besser. „Wie… ist das möglich, dass ein Tiermensch so eine Stärke hat?“ grübelte Roman laut.

Rokea ging zu ihrem Kreis und schien zu warten. „Na… wo bleibst du meine liebe Sina? Du bekommst doch keine…“ wollte Rokea ein bisschen lästern, da kam Sina heraus und die Welt stand still.

Sina trug eine dunkelviolette Lederrüstung. Die Hose sah aus wie eine Reiterhose, die sehr eng anliegt und ihren Hintern betonte. Das Oberteil verkleidete ihre Brüste und hatte noch einen V-Schnitt zwischendrin, die Ärmel sind bis zu den Händen gezogen.

Sie trug einen silbernen Gürtel voller Schädel, wo auch ihre Katanas hingen. Ihre Schuhe wirkten auf dem ersten Blick wie Reiterstiefel und gingen bis zum Knie hoch.

Um ihre Schultern liegen Metallschädel von einer unbekannten Tierart, doch wirkten sie sehr sehr düster. Hinter dem Rücken flatterte ein großer schwarzer Umhang, der aus irgendwelchen Gründen nicht anbrannte durch den heißen Boden.

Die Haare wurden glatt nach hinten gekämmt und mit unterschiedlichen Glitzern verschönert. Das Gesicht war von Lara mit einem sehr dunkle Touch geschminkt worden.

Jeder Schritt, den Sina ging, machte sie mit einer Anmut, der viele beschämt hätte. Jeder spürte sofort, dass… es keine einfache Frau war. Nein, dafür strahlte sie eine so starke Präsenz aus, dass die Dämonen alle sich sofort hinknieten, die ihre Königin so sahen.

Amy ließ ihren Stift fallen, das Geräusch war verdammt laut, als er auf den Boden fiel. „Das… ist wohl die Ausstrahlung… einer Prinzessin der Dämonen… oder einer Dämonenkönigin?“

„Welch eine Stille.“ murmelt Sherry. „Damit haben wir unsere Arbeit gut gemacht.“ kam das Lob und dies freute Lara sowie Zada sehr.

„Illusion: Feuerwerk.“ zaubert Sina und ein Feuerwerk ging über das Kolosseum. Erstaunt rissen die Zuschauer über das Zauberwerk ihre Augen auf und waren endlich aus ihrer Starre gerissen. Nun jubelten sie erst richtig laut, dass man ein Beben unter den Füßen spürte.

„Meine… Damen und Herren… Entschuldigung, aber ich war wohl ein bisschen zu gebannt. Welch eine Ausstrahlung, welch ein Charisma! Lady Sina von der Abenteurergruppe wird gegen Rokea kämpfen!“ freute sich Ronda.

Sina stand nun vor ihrem Kreis und beide Frauen starrten sich in die Augen. Aus dieser Nähe, war Rokea sogar einen Kopf größer als Sina, was nun selten ist.

Und beide mussten grinsen.

Kapitel 438

Ich bin wiedergeboren und das kommende Finale?

Ein neuer Tag bricht an und die Welt hat nur ein Thema. Wer wird das Finale im tausendjährigen Turnier der Tiermenschen gewinnen? Die trickreichen Abenteurer oder die starken Behemoths? Viele ließen es sich nicht nehmen, sich für diesen Tag frei zu nehmen, denn so ein Ereignis wird es für die meisten nie wieder geben.

Sina wurde wach in ihrem Bett und staunte, dass Sherry nicht drin lag. „Wie… war ich doch so sehr im Tiefschlaf gewesen? Vermutlich passt Sherry nur meine Klamotten für heute an…“

Traurig, keinen Morgenkuss zu bekommen stand Sina auf und musste sich strecken. Ihr ohnehin enger Pyjama spannte sich sehr um ihre Brüste, aber das war der Dämonin so egal. Immerhin hat es Sherry geschneidert.

Als wenn man vom „Teufel“ spricht, kam Sherry ins Zimmer rein und musste regelrecht lächeln, was ihre Augen zu Gesicht bekamen. Sina hob nur grinsend eine Augenbraue hoch, als sie das rote Gesicht von Sherry beobachtet.

„Puh… du kannst mir doch so was nicht an tun.“ lächelt Sherry, dabei knallte sie die Tür hinter sich zu und ging langsamen Schrittes auf Sina zu. „Das ist doch… eine Einladung.“

„Ho? Was ist denn mit dir passiert? So früh morgens schon gierig nach mir.“ kam Sina ihr mit Freude entgegen. Beide umarmten sich, mit einem Kuss und Sina drückte ihre Freundin nach hinten. „War erstaunt… alleine aufzuwachen.“

„Musste deine Kleidung ein bisschen anpassen. Lady Layla hat vielleicht ein gutes Auge, aber… für diese Kleidung muss es ein bisschen strammer an dir liegen.“ beichtet Sherry. „Das werden wir dir aber erst im Kolosseum anziehen, sonst verliert man nur den Überraschungseffekt.

So… wo du nun wach bist. Du gehst dich sofort waschen.“ nahm Sherry Abstand von Sina und drückte ihr einen Korb in die Hand. „Diese Seife ist für deinen Körper und das für deine Haare. Nimm dir dabei aber Zeit, dass der Duft in die Haare reinkommt.“

„Eh… ok Mutter?“ grinste Sina schräg, während ihre Freundin eine Augenbraue hochhob. „Ja, ich werde mir Zeit lassen. Aber wehe du schnupperst nachher an mir wie ein Hund.“ ging Sina in ihrem Pyjama aus dem Zimmer raus.

Sie wird von der Seite direkt angepfiffen und gegrölt. Es waren die Männer von Zhin´s Gruppe, die wieder was feines vor ihre Augen bekamen. „Yeah Mann! Das ist unsere Dämonenkönigin.“ grinste Zhin frech.

Sina strecke ihnen nur die Zunge raus. „So was…“ mit einer Hand wandert sie vom Oberkörper zu ihren Beinen. „werdet ihr nicht mehr so schnell wieder sehen.“

Ein Kissen kam auf Sina´s Kopf geflogen mit der Meldung: „ZIEH DIR EINEN MORGENMANTEL AN!“ schrie Sherry.

„Lass mich doch! Wenn, dann bist du Schuld bei deiner Erziehung!“ kontert Sina grinsend. „So ihr kleinen Jungs. Ich… bin… dann… mal… waschen.“ leckte Sina sich die Zunge über die Lippen und drehte sich den Männer um, dabei wackelt sie provokant mit ihrem Hintern.

„Heilige Scheiße…“ murmelt Punny, als er und die anderen ihr nur hinterherschauen. „Das werden aber in der nächsten Zeit so einige feuchte Träume werden.“ Dann kam Sherry mit ihrem Schwert raus und lächelt die Männer mit einem sehr finsterem Gesicht an.

„Männer! 180° drehen und um euer Leben rennen!“ brüllte Daika. Dies ließen Zhin, Flai und Punny sich kein zweites Mal sagen und rannten den direktesten Weg nach draußen.

Belinda war in der Küche und musste regelrecht lachen, als sie das Chaos über sich hörte. „Kein Tag vergeht, ohne das irgendetwas lustiges passiert. Ich werde das ja richtig vermissen, wenn das Turnier vorbei ist.“

„Wie geht es dir Nijus?“ fragte Nitir seinen Freund. Mit Zuzan saßen die drei Behemoth im Versammlungszimmer und genossen ihr Frühstück.

„Das Atmen macht mir Probleme. Die Rippen sind nicht mehr in der Lungen, doch… irgendwie brauche ich noch meine Zeit, dass mein Körper es auch versteht.“ meinte Nijus.

„WAS?!“ brüllte Zuzan. Am meisten hat es diesen Tiermenschen getroffen, denn sein Trommelfell wurde durch Rubina fast komplett zerstört. „SPRECHT LAUTER!“

Entnervt rollten Nitir und Nijus ihre Augen. „Wenn das Turnier vorbei ist, frage ich Sherry, ob sie was dagegen machen kann. Das ist auf Dauer echt zu anstrengend.“ „Oh ja…“ „HÄ?“

„Morgen Jungs.“ grüßte Sina, als sie an der Tür vorbeigegangen ist. „Seid ihr nachher noch da oder sehen wir uns im Finale wieder?“ Die drei Behemoth drehten sich um und beinahe fielen ihnen die Augen raus, wie Sina vor ihnen stand.

„Ich habe schon gehört, dass einige Dämoninnen kein Problem haben, ihren Körper zur Schau zu stellen, aber dich habe ich jetzt nicht in diese Kategorie eingestuft.“ murmelt Nitir mit roten Gesicht. Sina schaute nur runter. „Wieso? Intimzonen sind doch bedeckt?“

„Hrm… denke, wir sind nach dem Frühstück weg, also sehen wir uns nachher.“ beantwortet Nitir die Frage von Sina. „Ok, dann sehen wir uns nachher!“ winkte Sina lächelnd. „Möge der bessere Gewinnen!“ dann verschwand sie.

„WAS HAT SIE GESAGT?“ brüllte Zuzan. „SIE HAT GESAGT, DU SOLLST NICHT SO RUMBRÜLLEN!“ antwortet Nitir gereizt.

„SCHREI MICH NICHT SO AN! ICH KANN DICH GUT VERSTEHEN!“ meinte Zuzan und Nitir sah aus, als würde er einen Mord begehen wollen.

„Kaum ist Sina draußen, herrscht das übliche Chaos.“- „Stimmt, ich bin nur froh, dass wir frühzeitig Tante Layla entkommen sind.“ nickten die Zwillingsvampire an ihrem Tisch. Ihnen grauste es immer noch, als Layla mit Kleidern gekommen ist, die sie nicht freiwillig anziehen würden.

Sina hielt sich an die Anleitung von Sherry und wusch sich ihre Haare sehr intensiv. Dabei betrachtet sie ihre Haarenden mit den unterschiedlichsten Haarfarben. „Hmm… kommt es mir jetzt nur so vor oder musste ich sie bisher nicht schneiden?“

Es gibt Fragen, denen geht man nicht so genau nach, sonst bereut man es nur. Dies dachte Sina nämlich auch und ignorierte es schnell wieder.

Einige Zeit später verließ Sina die Waschanlage in einem schwarz rotem Kimono und ging direkt zum Versammlungszimmer, wo ein leckeres Frühstück auf sie wartet.

Sherry stand auf einmal hinter Sina und nahm ihre Haare unter die Nase, dabei zog sie hörbar die Nase. „Wunderbar…“ war das Zaubermädchen mehr als zufrieden.

„Wenn du mir sagst, dass ich damit meine zukünftigen Gegner besiegen kann, überlege ich es mir, auch andere daran riechen zu lassen. Du weißt schon, dass die Haare der größte Stolz einer Frau sind oder?“ merkte Sina an.

„Deswegen freue ich mich umso mehr, dass du mich dran lässt.“ kichert Sherry und zog Sina mit einem Arm zum Tisch. „Nun lass uns essen, ich war früh genug wach gewesen für die Änderung.“

„Hoffentlich muss ich mich nicht dafür schämen es zu tragen?“ „DAS will ich nicht von einer Person hören, die halbnackt durch das Haus geht und jedem Mann ihren Körper zur Schau stellt.“

Sofort wurde Sina schweigsam und gab ihr bestes, dass düstere Gesicht von Sherry zu ignorieren. „Was? Bist auf einmal so schweigsam? Hmm?“ drückte Sherry sich näher zur Dämonenkönigin.

„Nichts…“ murmelt Sina leicht zitternd. „Wenn du mich zu sehr unter Stress setzt, kann ich nicht mehr richtig kämpfen!“

„Als ob.“ streichelt Sherry einen Finger über den Rücken der Dämonin. „Sobald du die Tür verlässt, ändert sich wieder deine Persönlichkeit. Manchmal wirkt es… als hättest du mehrere Persönlichkeiten.“

„Na das sollte ja einen nicht wundern, wenn man bedenkt, das ich „Wahnsinnige Gedanken“ habe oder?“ merkte Sina leicht ironisch an. „Nun lenk mich nicht so ab, ich will mich stärken du!“ grinste Sina dann wieder.

Als die Frauen soweit waren, kamen Belinda mit Ingo und Irma. „Wir wollen ihnen alles Gute bei ihrem letzten Kampf wünschen. Ihr, aber auch die anderen Gäste habt uns… so sehr geholfen, dass es mich schon ein bisschen beschämt.“ lächelt Ingo.

„Ich drücke euch die Daumen, dass ihr gewinnt. Aber auch den Behemoth drücke ich die Daumen!“ kichert Irma.

„Wer auch immer gewinnt, vergesst nicht, hier ist euer Gasthaus, wo ihr euch danach erholen könnt. Wenn dann alle fit sind nach dem Kampf, werden wir eine Feier werfen, die wir schon lange nicht mehr gemacht haben. Somit gibt es keinen Verlierer oder Gewinner, wenn wir alle gemeinsam unseren Spaß haben.“ war Belinda sehr ernst.

„Ich danke euch.“ musste Sina lächeln. „Ihr seid wirklich das beste Gasthaus in dieser Stadt. Sollte ich jemals in diesem Kontinent schlafen müssen, werde ich euch als erstes aufsuchen. Diese Wärme hier wird man nicht so schnell wieder finden.“

„Das habt ihr schön gesagt.“ nickte Belinda. „Nun spurtet euch. Es ist zwar früh, aber das Kolosseum wird dermaßen voll sein, wie nie zuvor.“

Sina nickte und Sherry, Tio sowie Mio verabschiedeten sich brav, dann waren sie auf dem Weg zum Kolosseum. Nea folgte ihnen wieder, dabei fiel Sina was auf. „Deine Augen… hast du keine Regeneration?“

„Doch, aber… irgendwie waren die Feuerbälle so stark, dass es eine Heilung verhindern.“ seufzte die Arachne. „Keine Sorge, ich sehe immer noch gut genug und… sollte ich dieser Frau auf meiner Reise treffen. Ein zweites Mal werde ich nicht verlieren.“ grinste Nea sehr düster.

„Du kommst brav wieder mit nach Fanfoss. Dachte, du wolltest von uns lernen?“ hob Sina eine Augenbraue hoch. „Das bisschen was du bisher gesehen hast… war gerade mal ein Bruchteil vom Ganzen.“

„Darauf freue ich mich schon.“ lächelt Nea und schaute speziell die Zwillingsvampire wieder an. „Was… hast du vor?“- „Vermutlich wieder bei unserer Arbeit stören.“

Wie Belinda es schon meinte, aber die Straßen in der Stadt sind voll. Würde Nea nicht mit ihnen gehen, würde es vermutlich lange dauern, bis die Frauen das Kolosseum erreichen. Gesagt, getan, schaffte die Frauenbande es natürlich das Kolosseum zu finden.

Von weitem sah jeder Neia, die durch ihr blutrotes Haar in der Menge auffällt wie sonst nichts. Dazu trug sie ein violettes Magierkleid und schien mit den anderen Abenteurern zu diskutieren, die scheinbar ihre Veränderung noch nicht wussten.

Louis, Falko und Thomddir hörten sich in Ruhe die Erklärung von Neia an. Am Ende der Erklärung schauten sie sich gegenseitig an, als Thomddir aus seinem Inventar eine sehr dicke Stahlstange herausholte. „Tu mir doch mal den Gefallen… und versuch mal sie zu verbiegen.“

Dies tat Neia und verbog ohne jegliche Anstrengung die Stange, dann gab sie sie in einer Herzform dem Zwerg zurück. „Besser?“

„Verdammt… langsam komme ich nun auch in Schwierigkeiten, an deine Stärke zu kommen.“ murmelt der Zwerg und bog sie mit sehr großer Anstrengung zurück, dabei ploppten die Blutgefäße an seinen Armmuskeln raus.

„Nun… das beweist ja nur, dass Neia nun wirklich sehr stark geworden ist.“ schmunzelt Louis. „Denke, dadurch dürfte sich einiges wieder bei uns Abenteurern geändert haben.“

„War nicht mein Wunsch gewesen, aber es scheint in irgendeiner Form mein Schicksal zu sein.“ flüstert Neia mit roten Wangen. „Lass uns lieber über was anderes reden.“

Kyllia, Suki, Rubina, Lara und Zada standen bin bisschen abseits und schien unter sich ein bisschen zu sprechen.

„Sag… hat einer von euch Lisa gesehen? Sie wird ja scheinbar schon ein bisschen länger vermisst.“ fragte Lara. Kyllia fing auf einmal an zu schwitzen und Zada grinste sie gemein an. „DU hast nicht zufällig was mitbekommen oder?“

„Eh… nein? Ich war gestern die ganze Zeit nur spazieren und habe… irgendwie alle getroffen, die ich kannte.“ redet sich Kyllia raus. „Verstehe…“ wurde das Grinsen von Zada nur breiter. Auf einmal bewegte sich das Hemd und jeder starrte auf die Brust von Kyllia.

„*hust**hust**hust*“ schauspielert Kyllia auf einmal, gleichzeitig klatschte sie wieder eine Hand darauf. „Scheinbar ist das aber ein sehr hartnäckiger Krümel, der in deinem Hals steckt.“ meinte Suki nur und hat nun langsam auch eine Ahnung, was hier vorgeht.

„Ah ha ha ha. Ein bisschen trinken und das Problem ist dann gelöst.“ lächelt Kyllia verschwitzt. „Warum sollte Lisa bei dem Treffen eigentlich dabei sein?“

„Ah…“ überlegte Zada, irgendwie machte ihr die Szene richtig Spaß. „Ihre Mutter wollte ihr vor allen Vampiren hundert Peitschenhiebe auf ihren Hintern geben, damit Lisa nie wieder so eine Schmach über ihren Clan bringt.“ log Zada regelrecht.

Nun flatterte Lisa in ihrer Fledermausform erst recht panisch hin und her, alleine die Vorstellung auf die Schmerzen. „Das stimmt doch überhaupt nicht?“ schaute Lara ihre Freundin verwundert an. „Ich würde es dir ja gerne erklären, aber dazu muss ich ein bisschen ausholen. Am besten wir besprechen das ein anderes mal.“

Zada seufzte nur leise, aber die Schadenfreude auf dem Gesicht konnte sie einfach nicht wegmachen, zumal sie nun weiß, „wo“ Lisa sich gerade befindet. Dieses Gefühl teilte Suki ebenfalls, war aber höflich genug, dies zu ignorieren.

Rubina wollte was sagen, aber Suki konnte rechtzeitig eine Hand auf ihren Mund legen und schüttelt den Kopf. „Lass uns über was anderes reden.“ murmelt Suki nur und Rubina nickte.

„Schön das alle anwesend sind und ihr Neia´s Veränderung akzeptiert.“ grüßte Sina mit einer Lautstärke, dass jeder es mitbekommt. „Du kommst soweit zurecht Neia?“

„Irgendwie schon oder? Wie du siehst, wollte Thomddir ein bisschen meine Stärke testen, aber… ich habe überhaupt keinen Widerstand gemerkt.“ grinste Neia.

„Oh… dann solltest du aber schnell lernen, wie du deine Stärke kontrollierst. Wenn du mit dieser Stärke jemand eine Ohrfeige verpasst… Nun… das wäre zumindest seine letzte Ohrfeige im Leben, wenn der Kopf vom Körper getrennt wird.“ grübelte Sina laut.

„Du übertreibst das mal wieder.“ lächelt Neia, aber der Blick den Sina ihr zuwarf… sah nicht nach einer Übertreibung aus. „Ok… dann weiß ich, was ich demnächst üben darf…“

„Sag Melaine, ist es möglich das wir alle in einen Aufenthaltsraum unter kommen können?“ fragte Sina die Wolfsfrau. Diese schaute die Gruppengröße an und blieb bei Nea hängen. „Hrm… nichts gegen Nea, aber… du bist verdammt groß!“

Sofort packte Nea ihre eigenen Brüste an. „Dafür kann ich doch nichts?!“ Nun musste Sina bei dem Missverständnis lachen. „Das… meinte Melaine auch nicht…“

„Himmel… dein gesamter Körper ist zu groß. Es ist eine Sache, wenn du mit deiner Gruppe drin warst, aber wenn alle kommen, wird es ein „bisschen“ eng, wenn jeder aus dem Fenster schauen möchte. Vielleicht frage ich Chuz, ob einige in das Nachbarzimmer kommen können.“ seufzte Melaine.

„Dann auf, gehen wir ins Finale!“

Kapitel 437

Ich bin wiedergeboren und die neuen Pläne?

Die Behemoth´s haben sich von Sherry verabschiedet, Rokus musste von Nitir und Risia gestützt werden. Unterwegs kam Nea aus ihrer Scheune raus und sofort spürte man die Feindlichkeiten zwischen Risia und Nea.

„Risia, ich kenne deinen Hass auf diese Rasse, aber es ist eine Freundin von Sherry. Akzeptiere, dass nicht alle Arachneen wie die aus der Vergangenheit sind.“ warnte Rokus sie. „Natürlich…“ rieb Risia sich am zerstörten Auge.

Als Sherry dann alleine war, musste sie sich erstmals orientieren, wie das Gespräch für sie war. Es ging ihr definitiv viel besser und irgendwie… kann sie ihre Niederlage nun besser akzeptieren. „Es bringt nichts… ich muss immer noch stärker werden.“

Sherry blieb auf der Bank sitzen, denn sie fühlte sich einfach zu müde und ließ den Tag über sich ergehen. Irgendwann wurde es Abend und Sina kam im Kleid, das Sherry ihr gegeben hatte. Dies zauberte ein Lächeln auf ihr Gesicht, wurde aber sofort besorgt, als sie das Gesicht von Sina sah.

„Was ist los Sina?!“ stand Sherry auf, aber Sina schüttelt den Kopf. „Bleib sitzen, ich komme zu dir, dann erkläre ich dir… was heute alles passiert ist.“ hörte man den Frust aus ihrer Stimme.

Sherry rutschte auf der Bank rüber und Sina ließ sich regelrecht darauf fallen. Das Zaubermädchen nahm eine Hand. „Sina… es ist verdammt lange her, dass du so ein frustriertes Gesicht gemacht hast. Hat es was mit dem Vampirtreffen zu tun?“

Die Dämonin brauchte mehrere Ansätze. „Das Vampirtreffen ist erstaunlicherweise sehr gut sogar verlaufen. Erst danach… fing die Scheiße an.“ berichtet Sina von dem Treffen.

Das sie nun von allen Clans Unterstützung bekommt und Taos ein schwerwiegendes Problem hat. Wie die Vampire in der Zukunft agieren werden und das Sina eine volle Flasche Blut von Taos bekommen hat.

„Nachdem wir alles geklärt haben, haben wir sofort Neia aufgesucht. In gutem Glauben, dass es wie ein Elixier wirkt, habe ich es unserer Freundin gegeben.“ Dann die Veränderung von Neia, bis diese in Ohnmacht fiel.

Zornentbrannt hat Sina mit Neia die Vampirkönige aufgesucht und diese zur Rede gestellt. Dabei kam heraus, welche Effekte das Vampirblut noch hat von einem Vampirkönig.

„Es… hat echt nicht viel gefehlt und ich hätte Layla angegriffen. Kannst du dir das vorstellen? So kurz davor, doch dies ließ Layla nur kalt.“

Wie Sina dann ihrer Vampirfreundin was ins Gesicht sagte und von ihr eine Entschuldigung für Neia gefordert hat, zusätzlich sich eine Freundschaft zu Roman entwickelt hat. Die Blutelfe wurde über alle Effekte aufgeklärt und Sina hat ihr mit einem Schwur weitergeholfen.

Auf der Rückreise das Gespräch und das Neia sich akzeptiert, doch glaubt Sina noch nicht so daran. „Das… muss man verarbeiten. Selbst ich kenne keinen, der das von null auf hundert eben kann. Selbst du nicht Sherry. Wie viele Tage hast du dich immer wieder im Spiegel angeschaut und an deinem Gesicht gestrichen?“ „Sehr… oft.“

„Wie oft wurde ich bei jeder Änderung depressiv? Ebenfalls sehr oft. Ich bin froh, dass Neia nun einige Freunde in der Nähe hat, aber da wird noch einiges auf sie und uns zukommen. So einfach hat man uns das ja nie gemacht.“

„Und nun… schämst du dich, weil es durch dich erst gestartet ist?“ streichelt Sherry den Rücken von Sina, die schüttelt aber den Kopf. „Ein bisschen, doch… was mich frustriert, war das Gespräch mit Exos.“

„Exos?!“ staunte Sherry und schaute Sina von der Seite an. „Der Exos, der dich zusammengeschlagen hat vor Fanfoss?“

„Ja… der Exos. Illusion: Gespräch mit Exos.“ zauberte Sina und Sherry schaute sich die Begegnung mit der Götterbestie an. Exos hat sich seit der damaligen Erklärung von Sina kein bisschen geändert. Geschlossene Augen, grüne Haare, grauer Anzug.

Sherry hörte sich das Gespräch komplett an, dabei war sie erstaunt, mit welcher Leichtigkeit der Magiertyrann wieder einen der verstorbenen Kreaturen wiederbeleben konnte. Als die Magie zu Ende war, fielen die Tränen von Sina runter und Sherry umarmte sie von der Seite.

„Eigentlich müsste ich dich trösten, aber das… hat Exos nun wirklich prächtig geschafft. Mir zu zeigen, dass Seelenraub keinerlei Auswirkung hat, verstorbene Feinde wieder neu zu beleben. Mir zu sagen, dass alle meine Pläne, die ich gegen die noch lebenden Götterbestien geplant habe, nichts bringen.“

„Sina… ich wundere mich ein bisschen… warum du überhaupt auf ihn hörst. Ich kann verstehen, dass es… in der Zukunft noch vorkommen kann, gegen verstorbene Feinde wieder zu kämpfen, aber dass du an seiner Aussage festhältst, dass du nicht gegen Glacia ankommen kannst?“

„Sherry… ich lasse mich nicht davon abbringen, in das tiefste Loch des Meeres zu schwimmen, aber es frustriert… dass deine Pläne einfach so für nichtig erklärt werden. In einer Hinsicht muss ich Exos immer noch dankbar sein.“

„Und das wäre?“

„Wir haben scheinbar doch mehr Zeit als gedacht wegen die Götterbestien. Das… sollte zumindest ein bisschen Druck wegnehmen. Doch wenn die Aussage stimmt, dass sie stärker sind als die bisherigen, was ich allerdings auch glaube, dann werde ich weiter trainieren müssen.

Vielleicht sollten wir überlegen Sherry, unsere Gruppe vorübergehend ein bisschen zu vergrößern und gezielter Dungeons zu farmen.“ wurde Sina wieder langsam ihrer Selbst. Sie erzählt ihrer Freundin die Theorie von Zhin.

Dies hörte Sherry sich in Ruhe an und nickte dann langsam. „Verstehe… statt das wir Monsternester suchen, suchen wir direkt stärkere Monster in Dungeons. Zusätzlich können wir uns dann auch noch mit starken Items ausstatten.“

Auf einmal umarmte Sherry Sina und küsste sie ganz fest. „Du bist auch nicht gerade immer einfach Sina. Deine Gefühlswelt ist so… ein Chaos, dass es manchmal sehr gefährlich ist. Doch scheinbar hat das Gespräch dir geholfen, wenn du wieder Pläne schmieden kannst.“

Sina musste gezwungenermaßen mehrmals Schniefen. „Ich… bin so froh, dich an meiner Seite zu haben. Wir… werden das Problem mit Exos dann bereden, wenn wir in Fanfoss sind. Die anderen sollten sich vorerst auf das Finale konzentrieren.“

„Rokus… und die anderen waren hier.“ berichtet Sherry das Gespräch mit dem Anführer der Behemoth´s. „Ich… war wirklich fertig, doch irgendwie haben sie mich sehr gut getröstet und schienen sich gefreut zu haben, dass ich mich ihnen geöffnet habe. Sie wissen nun auch von Exos und dem Rest, doch… wie du es schon sagtest, wollen sie sich nur auf das Turnier konzentrieren.“

„Nun… es kann nie verkehrt sein, wenn wir von weiteren starken Persönlichkeiten auf der Welt wissen. Vielleicht können sie uns ja in der Zukunft mal helfen.“ wischte Sina sich die Tränen vom Gesicht. „Und wir haben gesehen, dass sie sehr stark sind.“

„Unabhängig wie der Kampf morgen sein wird. Was sind deine neuen Pläne?“ drückte Sherry die Hand der Dämonin.

„Wir werden gemeinsam mit den Vampiren zurückfliegen nach Fanfoss. Ich hoffe, ich kann einen der Abenteurer dazu überreden, dass sie meine Dämonen begleiten, damit die Reise für sie nicht… mit einem Chaos endet.

In Fanfoss angekommen, werde ich vorerst einiges Organisatorisches machen müssen wie, Häuser für die Vampire kaufen, wie weit ist der Garten, ein eigenes Vampirtreffen umsetzten etc. Ich rechne auch damit, dass irgendetwas immer noch dazwischen kommt und meine Zeit beanspruchen wird.

Wenn dies alles geklärt ist und ich habe wieder einen freien Kopf, dann werden wir uns über meine Strategie der Dungeons unterhalten und wie wir dann die Planung mit Glacia umsetzen. Es kann sein, dass wir beide… öfters… mal an den Strand gehen.“ wurde Sina am Ende ein bisschen rot im Gesicht.

Sherry streichelt ihre Wange und ihre Augen zeigten einen wissenden Blick. „Hmm… irgendwie freue ich mich schon darauf.“

„Lenk mich ja… nicht zu sehr ab, du! Wir werden uns natürlich mit Brandrulim und dem Rüstungsmeister unterhalten müssen, wegen der passenden Rüstung unter Wasser.“ lächelte Sina sehr offen, die scheinbar ähnliche Gedanken wie Sherry hat.

Beide starrten sich immer länger an, dann küssten sie sich sehr intim. Das Herz schlug nur um sich, doch scheinbar haben die Frauen das beide dringend gebraucht. „Ich habe schon eine… Idee was du morgen anziehst.“ meinte Sherry mittendrin.

Auf einmal hielt Sina beim Küssen an und bekam einen Schweißausbruch über dem Rücken. „Erm… da… gibt es ein kleines Problem.“ „Ja?“

„Layla… hat den letzten Gefallen gefordert und mir ein Paket gegeben, was ich mir morgen anziehen soll.“ beichtet Sina artig und holte das Paket raus. So schnell wie das Paket auf dem Tisch war, hat Sherry es schon in ihren Inventar genommen.

„Das werde ich in Augenschein nehmen. Irgendwie… drängt sich die Frau ein bisschen in dein Privatleben ein oder? Meine… ich war eigentlich immer sehr glücklich gewesen, was ich dir zum anziehen gegeben habe.

Keine Sorge, du wirst das schon morgen anziehen. Lady Layla scheint auch eine sehr kompetente Frau zu sein, wenn ich an den einen Tag denke mit dem Korsett.“ lächelt Sherry, aber nicht ihre Augen.

„Sag Sherry… ohne jetzt auf meine Klamotten einzugehen, aber… hast du schon Mal überlegt… deine geschneiderten Kleider und ähnliches zu verkaufen? Du musst doch so vieles hergestellt haben und ich bin ja mehr oder weniger dein Model.

Hast du nicht ein bisschen… Interesse daran, es auch der Öffentlichkeit anzubieten? Ich meine… Ronda hatte bestimmt noch kein Kimono gehabt am ersten Turniertag.“ lenkte Sina von Thema ab.

Das Zaubermädchen schien zu grübeln. „Ich… hätte jetzt so nichts dagegen, doch woher soll ich mir die Zeit nehmen? Das sind alles individuelle Kleider, die nur dir und unseren Freunden passen. Man müsste jemanden einstellen, der sie noch an die Kunden anpasst.

Denn ich möchte nicht meine Zeit investieren, für Fremde irgendetwas zu schneidern, verstehst du? Lieber möchte ich was mit dir unternehmen oder mein eigenes Training vor Augen haben. Immerhin wollte Neia mir die Teleportation nach dem Turnier beibringen.“

Ein Lächeln ging über das Gesicht von Sina, scheinbar hat sie einige Pläne im Hinterkopf. „Oh ja… Training. Neia´s Attribute sind nun so hoch, dass sie alle Abenteurer gleichzeitig bekämpfen kann. Sie hat mich schon gefragt, ob ich ihr was beibringen könnte.“

„Bisher haben deine Ideen immer sehr gut geklappt. Meine… schau dir an, was ich durch Schwertmagier alles geschafft habe oder? Diesmal hat du jemanden, der alle Zauber auf Meisterstufe hat.“ grinste Sherry.

„Darüber mache ich mir erst Zuhause meinen Kopf. Immerhin muss ich in Erfahrung bringen, woran Neia überhaupt Interesse hat.“ grübelte Sina laut.

„Ah… die beiden Damen sind hier.“ kam die Hasenfrau Belinda raus. „Scheinbar geht es euch beiden sehr gut. Ihr werdet bestimmt heute das Abendessen mit essen oder?“

„Sicher das!“ nickte Sina und Sherry ebenfalls. „Wunderbar, dann werde ich gleich mit meiner Arbeit beginnen. Wenigstens irgendwer ist da. Nitir, Zhin, alle sind irgendwie in letzter Zeit immer woanders. Dafür hat Nea immer alles brav aufgegessen… sie kann aber auch einiges vertragen. Wundere mich ob sie in ihrem großen Spinnenkörper einen zweiten Magen hat.“

„Denke… das will ich nicht so genau wissen.“ grinste Sherry schräg. Belinda nickte und verschwand dann aus dem Sichtfeld. „So… Schatz. Ich möchte dich jetzt einmal richtig in deinem Kleid sehen.“

„Aber gerne doch.“ stand Sina auf und nahm ein bisschen Abstand, damit Sherry alles anschauen kann. Dabei drehte Sina mehrmals um sich herum wie ein Kleinkind.

„Lara hat dir bei deinem Gesicht geholfen oder? Denke, was auch immer im Paket von Layla ist, aber dich werden wir wieder so schön machen, dass keiner von dir wegschauen kann.“ analysierte Sherry ihre Freundin.

„Zada hat mir die Dauerwelle hier gemacht, keine Ahnung… wie sie es eigentlich geschafft hat. Wenn ich so überlege, aber als Frau… kann ich eigentlich nichts richtig oder? Ein bisschen kochen, mich waschen.

Doch um den Rest kümmern sich alles andere. Du legst mir Klamotten vor, wenn nicht, tun es ja scheinbar andere. Schminken kann ich mich ebenfalls nicht, machen wieder andere.“ merkte Sina an.

„Jeder braucht im Leben etwas, wo er die Hilfe von anderen Personen braucht. So einen Alleskönner… mag niemand so richtig und ich habe bisher noch keinen kennengelernt.“ lächelt Sherry.

„Denke… wir haben dann gewisse Vorbereitungen für dich morgen vorgesorgt.“

Kapitel 436

Ich bin wiedergeboren und das Ende des Tages?

„Erstaunlich.“ schaute Suki mit Rubina die neue Neia an. Christoper und Mel standen ebenfalls im Raum und hörten sich die Erklärung von Sina an.

„Hrm… dass die Vampire dir das verschwiegen haben mit dem Blut, ist nicht unbedingt vertrauenswürdig. Doch worum ich mir mehr Sorgen mache ist, welchen Nachteil ein Elixier hat. Ich habe jetzt nicht wenige in der Vergangenheit benutzt.“ grübelte Christoper laut.

„Ich werde das Zhin auch noch sagen, weil seine Gruppe sie vermutlich sehr oft verwendet. Vielleicht hat er ja was mitbekommen, doch… Am besten du benutzt keine und wartest ab, was ich von den Vampiren in Erfahrung bringen kann.

Tja… mit der neuen Neia dürfte das Finale etwas interessanter werden. So im groben dachte ich, dass Neia nun Rokus bekommt und Louis Nitir oder habt ihr euch schon ein bisschen besprochen?“ fragte Sina.

„Wir haben zwar darüber gesprochen und Christoper wollte einige Beutel vorbereiten für jeden sowie sollte Neia unsere Attribute mit Körpermagie verstärken. Doch wollten wir auch letztendlich abwarten, wie das Finale morgen sein wird.

Welche Landschaft wir bekommen, welche Regeln wir bekommen und unser Gegner wird bestimmt sein G-Veto einsetzen. Zusätzlich haben Louis, Christoper, Falco und ich keinen Veto mehr, was zu deiner Planung berücksichtigt werden muss.“ teilte Melaine mit. „Wir haben auch erfahren, dass die Ersatzkämpferin Rokea…sich mit dir messen kann.“

„Mutter.“ wurde Suki auf einmal sehr ernst und schaut Sina an. „Diese… Frau. Wir haben sie heute getroffen und sie wollte unbedingt Rubina umarmen, weil sie was gesagt hätte, worüber sie sich gefreut und ihren Dank ausgedrückt hat.

Mir… ich war froh, dass sie überhaupt nicht gekämpft hat. Mir ist der Schweiß vom Rücken runtergeflossen. Selbst Dalmaz war nervös, so hat er sich doch vor Rubina hingestellt, um sie zu beschützen.

Ich… kann dich nur warnen Mutter, aber unterschätze sie nicht. Dank der vielen Kämpfe hat sie nun so eine ungefähre Ahnung, wie du kämpfst, was es nur noch gefährlicher macht.“

„Danke für die Warnung, ich werde es mir zu Herzen nehmen. Tatsächlich ist es diese Frau, wo ich das Gefühl habe, sie im Finale zu treffen. Sind wir doch ehrlich, die Behemoth´s waren alle sehr stark, doch mit mir verglichen, wird es schon einen Unterschied geben.

Zumal ich habe mein Veto noch. Je nachdem welche Regel kommt und wie sie ihren G-Veto nutzen, werden sie auf die Frau zurückgreifen müssen. Ich habe sie nur ein einziges Mal gesehen und…

Ich wollte sie wirklich gerne bekämpfen, versteht ihr? Das war wie mit Ludwig oder Louis, mein Herz fing an zu rasen und das dürfte vermutlich bei ihr auch der Fall sein.“ grinste Sina leicht.

„Glaubst du… wenn sie mit dir mithalten kann, dass das Kolosseum den Kräften widerstehen kann? Du hast in deinem Kampf die magische Schutzmauer ziemlich demoliert und Rubina hat es sogar geschafft, ein Loch einzureißen.“ murmelt Mel.

„Nun… ich hoffe für die Organisatoren des Turniers, dass sie was geplant haben, denn jeder wird sich denken, dass ich im Finale auch zum Zug kommen werde, wenn man mich nicht ausschließt. Vermutlich ist Zurückhaltung gegen Rokea ziemlich gefährlich, so… kann ich nicht unbedingt Rücksicht auf die Zuschauer nehmen.“ wurde die Dämonin sehr ehrlich.

„Verstehe… dann lass uns zumindest Chuz das sagen, vielleicht kann er noch was regeln, damit es… kein Desaster wird.“ kratzte Christoper an der Wange.

„Warum sind unsere Haare so unterschiedlich?“ hielt Rubina die langen Haare der Blutelfe. „Nun… meine wurden so, weil ich das Blut von einem Vampirkönig getrunken habe, während deine Haarfarbe die natürliche Tönung hat.“ lächelt Neia.

„Sei ehrlich Neia… kommst du zurecht? Nun sind weitere Freunde hier und ich denke… wo auch immer Lara und Kyllia nun sind, wird ja der eine oder andere hier mit dir schlafen.“ kam die vorsichtige Frage von Sina.

„Du willst zu Sherry oder? Ja, geh ruhig, ich denke, dass ich es schon überstehen werde. Bin gespannt, wie die anderen meine Veränderung aufnehmen werden.“ nickte Neia. „Und Sina… danke.“

„Gerne geschehen. Du… hast ja erlebt, wie ich mit Layla umgegangen bin, ich hoffe nur… dass so was nicht nochmal passieren muss.“ schaute Sina ihre Freundin ernst in die Augen. „Dann… werden uns alle morgen sehen.“

Der Abschied ging sehr kurz und Sina hatte nur noch ein Ziel: Sherry zu trösten… als sie etwas spürte. Sofort hielt die Dämonenkönigin an und suchte nach dem Grund, bis sie an einem Caféhaustisch einen alten Feind sah…

„Das… darf doch nicht wahr sein.“ wurde Sina nervös. Der Mann grinste sie an und schien auf sie zu warten. Sofort überlegt Sina alle möglichen Taktiken gegen den Mann, doch…

„Bevor du auch nur eine davon umsetzt, habe ich sie schon längst gekontert. Warum… willst du dich nicht zu mir gesellen?“ kam die Stimme im Kopf von Sina. „Verzieh dich aus meinem Kopf Exos!“ knurrte Sina.

„Keine Sorge… ich habe nicht vor diese Stadt oder einen deiner Freunde zu töten… vorerst nicht. Also, kommst du oder nicht?“ hielt Exos zwei Finger bereit zu schnippen. Gegen jeglichen Widerstand schluckte Sina ihre Wut runter und ging zu der Götterbestie hin.

Angekommen, nahm sie einen Stuhl und nun sahen sich beide Erzrivalen in die Augen. „Was… willst du?“

„Mir war… ein bisschen langweilig, zugleich aber auch ein bisschen neugierig.“ teilte Exos es mit geschlossenen Augen mit. „Neugierig zu wissen, was denn eine Chaosbestie sein soll, langweilig, dass du einfach meine Kreationen zerstört hast.“

„Vielen Dank auch, dass du meine alten Feinde wiederbelebt hast. War Tierra dein Werk gewesen, dass er deinem kleinen Bruder dessen Kräfte entzogen hat?“

„Das ist eine sehr interessante Frage oder? Tatsächlich hat diese kleine Schlange es geschafft, seine Gedanken vor mir zu verbergen. Vermutlich war sein Stolz und Zorn größer gewesen als gedacht, zumindest wollte er dich wirklich dringend töten.“ grinste Exos.

„Hoffentlich bleiben sie nun endgültig tot. Alte Feinde, die man getötet hat, gehen einem irgendwann ziemlich auf den Zeiger.“

Exos Grinsen wurde nur größer und er schnippte mit dem Finger. Auf dem Tisch zwischen ihm und Sina erschien auf einmal eine extreme kleine Version von Titanus. Dieser blickte um sich herum und versuchte laut zu brüllen.

Sina ließ ihre Hand auf ihn fallen und mehrere Zornesadern bildeten sich um das dritte Auge. „Verdammt…“

„Die Idee ist interessant gewesen, die Seelen zu nehmen. Doch solange… sie am System gebunden sind, dass ja auch durch die Magie der Götter erschaffen wurde, kann ich sie einfach aus der Vergangenheit wieder neu erschaffen. Mit Magie… ist alles Möglich, kleine Schwester.“

„Auch wenn du vermutlich alles in meinen Kopf durchleuchtest hast, aber… Was willst du? Keine Ahnung was eine Chaosbestie sein soll, hätte ja eher erwartest, dass du wüsstest, was ich bin.“

„Als erstes Wesen, erschaffen von beiden Götterteilen, mit Magie und Wissen gesegnet, müsste man es meinen oder? Doch… tatsächlich habe ich keine Ahnung, was du geworden bist. Ich könnte natürlich meine Eltern aufsuchen, doch würde ja sofort ein Kampf entbrennen.

Nein, da bleibe ich lieber auf dieser Welt, wo die Götter nicht persönlich kommen können. So wie ich sehe, willst du Glacia bekämpfen? Möchtest du meine persönliche Meinung hören?“ grinste Exos die Dämonin wissend an.

„Das ich mit meinen aktuellen Stand meines Status keine Chance habe, es auch nur ansatzweise im Wasser zu bekämpfen?“

„Ich finde es irgendwie ein bisschen gruselig, dass du dich in mich hineinversetzen kannst. Selbst meine anderen Geschwister würden das nicht tun, aus Angst sich selbst zu verlieren. In der Tat, deine Idee gegen dieses… „Ding“, anders kann man es nicht benennen, selbst ich nicht.

So interessant sie auch sind, aber sie bringen nichts gegen Glacia. Selbst gegen Winda oder Dogma… Sie alle haben so unvorstellbare Kräfte, du hast gerade mal die schwächsten aller Götterbestien getötet.

Ich war ein bisschen sauer gewesen, dass du Siremmic getötet hast, doch ich sehe schon, dass du dir das denken konntest.“ grinste Exos.

„Himmel… muss dir Langweilig sein mir auf den Keks zu gehen. Können wir das irgendwie abkürzen oder so? Ich habe noch einiges vor.“ rollte Sina mit ihren drei Augen. Exos schnippte mit dem Finger und alles stand um ihn und Sina still.

„Nun hast du alle Zeit der Welt. Dein Auge des Wahnsinns… ich wundere mich, warum ich es nie bekommen habe.“

„Vermutlich weil du einen so starken Gotteskomplex hast, dass es für dich selbstverständlich ist, die Welt nach deiner Vorstellung umzugestalten. Da kann dir das System so was cooles nicht geben.“ lächelt Sina den Magiertyrann provokant an.

„Hmm eine interessante Theorie, wenn man bedenkt, dass ich nicht mal „Groteske Gedanken“ habe. Das müsste ja richtig schlimm werden, wenn ich die Fähigkeit irgendwann doch mal bekommen sollte.“

„Exos… lieber „großer“ Bruder, wenn wir überhaupt in irgendwelcher Form Geschwister durch das System geworden sind. Ich sehe das sehr nüchtern, dass… ich immer noch keine Chance gegen dich habe. Vielleicht einen glücklichen Kratzer irgendwo im Gesicht, doch das war es schon.

Warum… gibst du mir Tipps, wie stark die anderen Götterbestien sind? So wie ich aus dem Gespräch heraushöre, dürfte es vermutlich doch eine lange Zeit dauern, bis die verbannten Götterbestien frei werden.“

„Vielleicht will ich mir die Zeit vertreiben? Du bist und bleibst ein Prachtexemplar, dass selbst meiner Aufmerksamkeit würdig ist.“

„Wuhu, danke, wirklich. Sag… vielleicht ist das eine idiotische Frage aber…“

„Du willst mein Motiv kennen, warum ich die Welt verändern will? Hmm… Weil ich nicht einverstanden bin, wie die Götter diese Welt verwalten.

Hast… du es nicht selber bemerkt, dass die Welt nur eine… bestimmte Menge an Veränderungen zulässt? Sobald ein Limit übertroffen wird, sollen „wir“ Götterbestien Einhalt gebieten. Aus irgendeinem Grund wollen die Götter es nicht zulassen.

Dies habe ich infrage gestellt und nach Antworten verlangt. „Du bist zu unbedeutend, um das große Ganze zu sehen.“ sagte der dunkle Gott. „Veränderungen sollen langsam vorangehen, es bringt nur Nachteile, wenn sie zu schnell von statten gehen.“ teilte die Göttin dies mit.“ offenbarte Exos sich.

Sina reagierte sehr erstaunt, dass Exos sich überhaupt öffnet oder es ist eine gut getarnte Lüge. „Und… weil sie sich weigern, dir eine vernünftige Antwort zu geben, fingst du an zu rebellieren?“

„Abgekürzt ja. Es sind… noch einige Dinge mehr geschehen, aber die Gedenke ich vielleicht beim nächsten Mal zu erzählen. Selbst meine anderen Geschwister kennen sie nicht.“ grinste Exos.

„Exos… was passiert mit der Welt, wenn alle Götterbestien getötet werden? Warum… wurdest du einfach nur versiegelt? Irgendwo… übersehe ich irgendetwas wichtiges.“

„Stimmt, warum tötet man nicht einfach die Rebellen, damit man in der Zukunft Ruhe hat oder? Vielleicht dachten die Götter in ihrer Ignoranz, dass wir nie aus den Siegeln befreit werden können. Du hast ja selbst festgestellt, dass der dunkle Gott… etwas beschränkt zu sein scheint.“

„Nein… das kann ich mir nicht vorstellen. Ich hätte ja eher gedacht…“

„Wenn wir alle sterben, geht die Welt zugrunde? Nun, die Götter haben dieses wunderbare System entwickelt. Im Fall… der Fälle, sollte eine Götterbestie durch irgendetwas anderes sterben, so wird dieser eine Götterbestie.

Nun kommt die Frage auf, wieso das nicht schon bei Titanus der Fall ist oder? Selbst ich bin mir da nicht so sicher, immerhin war er ja nur der Schlüssel für unsere Siegel. Es gibt tatsächlich Fragen, die kann ich nicht beantworten.

Liegt aber auch daran, dass alles was mit mir und unseren Geschwistern zu tun hat, ziemlich geheimgehalten wurde. In unseren Siegeln konnten wir… tja schlecht an Informationen kommen oder?“ grinste Exos schräg.

„Die Götter… brauchen echt jemand, der ihnen auf die Finger haut. Irgendwie wird es immer komplizierter mit der Welt. Ich bereue es schon wirklich, dich gefragt zu haben…“

„Ich habe den Göttern auf die Finger geschlagen und du kennst das Ergebnis. Liebe Schwester… ich würde dir einen Vorschlag machen…“

„Abgelehnt. Ich habe kein Interesse an deiner Utopie mitzumachen. Selbst wenn du ein Auge zudrückst und all meine Freunde auf eine Insel verfrachtest… Ich habe die Welt, wie sie jetzt ist, so kennengelernt und will auch daran nichts ändern.“

„Man müsste meinen, dass du meine Gedanken gelesen hast, doch du kannst dich sehr gut in mich hineinversetzen. Schade eigentlich, denn im Gegensatz zu den anderen Geschwistern kannst du zumindest denken.“

„Klingt ja schon nach einem Kompliment und das ausgerechnet von dem Magiertyrann höchstpersönlich.“

„Ich sehe das nicht so als ein Problem. Wenn du einmal stirbst, kann ich dich für meine Zwecke erschaffen, denn mit Magie ist alles möglich.“ kichert Exos und schnippte mit dem Finger, die Zeit um sie ging wieder weiter.

„Danke das du mich diesmal nicht zusammenschlägst kurz vor dem Finale.“ hob Sina eine Augenbraue hoch.

„Das überlasse ich jemand anderen.“ stand Exos lächelnd auf, scheinbar wusste er mehr als das er sagen wollte. „Man sieht sich wieder kleine Schwester.“ und der Magiertyrann verschwand vor Sina´s Augen.

Sofort knallte ihr Kopf auf den Tisch und die anderen Gäste drehten sich erschrocken zu ihr um. „Das… darf doch nicht wahr sein.“ raste das Herz der Dämonin wie wild und der Tag ging langsam auf sein Ende zu.

„Das… darf einfach nicht wahr sein…“

Kapitel 435

Ich bin wiedergeboren und die Blutelfe?

Als Sina sowie Neia das Zimmer verlassen, trafen sie jemand spezielles. „ARGGHHHHHH!“ schrie Spike, als die Dämonin ihm wieder die Augen mit den Fingern bearbeitet hat.

„Hoppla, dass wir uns so schnell wieder sehen.“ zeigte Sina ihre Schadenfreude, während Spike auf dem Boden wieder vor sich hin stöhnte. „Irgendwann wird ihm das sicher auf die Nerven gehen und sich bei dir persönlich entschuldigen Neia.“

„Als ob!“ stöhnte Spike laut auf. „Faszinierend… wie spielend du mit ihm umgehen kannst.“ staunte Neia. „Wünschte nur… das Spike mir nie die Augen zerstört hätte, aber die Dinge sind wie sie sind oder?“

Als Spike wieder sehen konnte, staunte er nicht schlecht, wie Neia aussieht. „Was… verstehe. Ihr habt das Blut getrunken. Und… wann wirst du so werden wie ich?“ grinste Spike mit Schadenfreude, scheinbar kannte er das Problem mit dem Blut.

Sofort zerstörte Sina wieder die nächsten Augen von dem Vampir. „Du Spike, ich habe kein Problem damit bis zum nächsten Tag deine Augen immer wieder zu zerstören. Vielleicht wird dich dein Meister ja umbringen, weil du nur so am schreien bist.“

„Sina… so schön es anzusehen ist, aber… ich denke wir sollten wirklich gehen.“ nahm Neia die linke Hand von Sina. „Sag Spike… habt ihr schon mal von der Rasse „Blutelf“ gehört?“

Es dauert einige Sekunden, als Spike wieder neue Augen hatte und Sina wütend anschaut. Sie hob nur zwei Finger hoch von ihrer rechte Hand, bereit jederzeit von vorne zu starten. „Nie gehört.“

„Schade, dann bin ich wirklich was neues, wenn selbst Spike die Rasse nicht kennt als einer der ersten Elfen der Welt.“ seufzte Neia.

Irgendwie war es Sina danach, also zerstörte sie die Augen von Spike wieder. „Irgendwie macht es schon Spaß, es an einem hilflosen Opfer zu machen. Deinem Herrn wird die Scheiße raus geprügelt, Zetta in den Tod geschickt, dir die Augen immer zerstört. Einzig nur James kommt irgendwie heil aus der Sache raus.

Nun gut, dann gehen wir mal. Einige der Hausdiener sehen schon ein bisschen genervt aus.“ zog Sina ihre Freundin mit, während Spike wieder auf dem Boden herumschrie.

Beide Frauen verließen das Grundstück der Vampirkönige und waren nun sehr schweigsam. Zwar hielt Sina die Hand von Neia, aber irgendwie… traute sich keiner was zu sagen, bis Sina doch den ersten Schritt macht. „Neia, es…“

Sofort legte Neia einen Finger auf die Lippen von Sina und schüttelt den Kopf. „Entschuldige dich nicht dafür. Ich weiß es doch, dass du es von tiefstem Herzen bereust, was mir passiert ist. Wir wussten es ja alle nicht, welche… Nebenwirkungen es hat.

Vermutlich wirst du wieder etwas misstrauischer werden zu deinen Vampirfreunden, was ich bei der Aktion als sehr vernünftig betrachte. Doch lass nicht zu, dass du wieder die alte Sina wirst. Mir gefällt die momentane Sina viel mehr.“

„Neia… du kennst meine Einstellung und es wäre beinahe dazu gekommen, mit Layla Schluss zu machen. Roman hat die Gefahr erkannt und wollte wohl verhindern, dass es passiert. Gerade jetzt… wird ein Wandel mit den Vampiren passieren. Ein positiver, aber es wird Jahrhunderte dauern, bis die Vampire sich so entwickeln, dass sie alle Gesellschaftsfähig sind.“

„Das werde ich wohl erleben, wenn ich deine Erklärung richtig verstanden habe. *seufz* Wenn der Großteil der Elfen, zumindest der männliche Anteil, nicht solch rassistisches Gedankengut hätte, würde ich mir wegen meiner Rasse… nicht so große Gedanken machen.

Doch ich muss die Realität akzeptieren, sobald die ersten Rassisten von mir erfahren, dass es nicht lange dauern wird, bis ich von den Elfen ausgeschlossen werde. Sina… kann… ich auch ganz offiziell zu deinem Clan gehören?“

„Erm… wie meinst du das jetzt? Bei mir kann jeder kommen, der wertvoll und vertrauenswürdig ist, dass müsstest du doch wissen. Für die Vampire bin ich irgendwie ein Clan, aber ansonsten… sind wir irgendwie eine bekannte Gruppe voller Individuen, die klug genug sind, zu wissen was wir wollen oder nicht?“

„Eine Gruppe Individuen… zumindest erlebt man immer hautnah das Chaos und wird selber nicht davor geschont.“ musste Neia grinsen, dass ein bisschen merkwürdig aussieht mit den roten Linien auf dem Gesicht.

„Wenn… du möchtest, kannst du auch ein eigenes Haus haben in Fanfoss, daran sollte es nicht scheitern. Irgendwie… möchte ich gerne was für dich tun.“

„Nein, ich bleibe lieber in deiner Nähe. Ein Haus… das muss ich doch putzen und selber Essen machen. Wenn ich ehrlich bin, ein bisschen faul bin ich schon. Nur… die Miete… wenn ich wirklich solange lebe, werde ich doch arm.“ feilschte Neia nun. Für Sina ist das ein gutes Zeichen, dass ihre Freundin über den Schock teilweise hinweggekommen ist.

„Himmel, dann zahlst du wie jeder andere 50Silbermünzen. Doch ich möchte von dir jederzeit Bescheid wissen, wenn dir irgendwelche Rassisten auf den Keks gehen. Vielleicht sollte man ihnen nun auch mal einen Riegel vor schieben.“

„Ah… besser nicht. Das würde nur damit enden, dass du die Elfenpopulation stark reduzierst. Mach dir keine Sorgen, ich kann mich ebenfalls selber wehren. Außerdem habe ich auch einige Freunde in der Gesellschaft, die trotz… meiner neuen Änderung hinter mir stehen werden.“ lächelt Neia süß.

„Neia… du kennst deine Attribute. Du weißt, dass du nun stärker bist als alle Abenteurer zusammen oder? Meine… ich habe selbst nicht schlecht gestaunt, was mit dir noch passiert ist. Glaube… das würde Louis nur zu mehr Ansporn treiben.“

„Stimmt. Als Magier eine sechsstellige in Stärke zu haben… das dürften nur langlebige Wesen haben wie Spike. Meinst du… ich sollte mir einen neuen Kampfstil zulegen?“

„Nun… es hat nie geschadet, mehr zu können. Schau dir Sherry und Mel an. Beide haben neue Kampfstile, die es bisher noch nicht gegeben hat und trotzdem sehr erfolgreich. Wobei Mel in letzter Zeit stark auf ihre eigenen Kräfte zurückgegriffen hat, weil ihre Gegner einfach zu stark waren.“

Nun löste Neia sich von der Hand mit Sina und legte dafür einen Arm um den Arm. Beide Frauen liefen durch die Stadt und wurden von den Passanten nur begafft. „Was… traust du mir denn zu, was ich lernen sollte?“

„Dir geht es wirklich sehr gut oder? Oder akzeptierst du so schnell wie die Dinge sind?“ fragte Sina nun doch vorsichtig nach. „Nicht… dass du vor dich selber flüchtest.“

„Es… ist meine Einstellung Dinge so zu akzeptieren wie sie sind… eigentlich. Doch du bist schuld, seid wir uns zum ersten Mal getroffen haben. Wegen dir… war ich gezwungen, mich selber zu hinterfragen, ob… ich es wirklich so belassen will, wie die Dinge früher waren.

Ich musste mir schon von Ascal anhören, dass die alte Neia irgendwie… schlimmer war, als die neue. Vermutlich fallen ihm die Augen heraus, wenn er mich so sieht. Doch denke ich, dass er im nach hinein auch keine Probleme damit haben wird.

Sina, du hast gesagt, wir gehen einen Schritt nach dem anderen. Wir haben ein eventuelles Problem in der Zukunft vorgebeugt mit einem Schwur.

Die anderen Änderungen… können wir nicht mehr rückgängig machen und ich bin jetzt alt genug zu wissen, dass es keinen Wunschmeister gibt, der meine Probleme wegzaubert. Also werde ich schweren Herzens… mich akzeptieren, was ich bin. Neia, die Blutelfe.“

Sina hielt an und umarmte ihre Freundin, die dies ebenfalls tat. „Du… bist wirklich eine sehr starke Person. Lass uns… lieber Zuhause besprechen, was du lernen könntest. Ich finde es nur Schade… dass du die Blutmagie nicht nutzen kannst.“

Die Blutelfe löste sich von Sina und nickte. „Stimmt, weil mir die Regeneration fehlt.“ Beide Frauen gingen dann wieder weiter. „Wie… bekommt man sie eigentlich? Die Theorie sagt, dass man sich immer wieder was brechen muss.“

„Das würde zu lange dauern. Am… einfachsten ist es, wenn man wirklich jeden Knochen im Körper bricht. Spätestens beim dritten Mal bekommt man die Fähigkeit dann. Zumindest machen die Dämonen dies auf diese Art und Weise. Doch der Nachteil ist einfach, dass die Fähigkeiten „Groteske Gedanken“ dadurch stark gepusht werden.

Bei meinen Volk ist das nicht so… unbedingt relevant, selbst bei den Vampiren vermutlich auch nicht. Doch… wie sieht es bei den Rassen aus, die von der Göttin erschaffen worden sind?“

„Das… hat man dir als Kind angetan oder?“ nahm Neia wieder eine Hand von Sina, die nur nickte. „ … Ja, das stimmt. Es wird einem nicht gesagt, wann diese Prozedur umgesetzt wird. Man liegt auf einem Tisch, Arme, Beine, Hals und Bauch werden auf einmal festgeschnallt und… dann kommt einer der Folterer mit einer stumpfen Waffe.

Sobald er sein Ok gegeben hat, kamen die Heiler und haben mich wieder geflickt. Doch das hat nicht damit geendet, sondern geht der Prozess von vorne los. Mein… Lehrmeister war ebenfalls anwesend und hat es förmlich genossen.

Doch ich habe ihm nicht den Gefallen getan, ein zweites Mal vor Schmerzen zu schreien. Oh nein… das hat ihn scheinbar ein bisschen angepisst und das war ein sehr schönes Geschenk gewesen. Beinahe hätte ich an diesem Tag „Bizarre Gedanken“ freigeschaltet, wenn ich nicht nach dem zweiten Mal die Fähigkeit bekommen hätte.

Neia… ich bitte dich, warte lieber ab, ob du diese Fähigkeit nicht auf eine andere Art und Weise bekommen kannst. Ich möchte nicht… dass du dies auf Dämonenart bekommst. Vielleicht haben die Vampire eine andere Methode, aber…“

„Ich habe verstanden, doch… ohne Schmerzen zu haben, dürfte man die Fähigkeit leider nicht bekommen.“ streichelt Neia zur Beruhigung den linken Arm von Sina.

Irgendwie sind die Frauen vor dem Gasthaus von Neia angekommen. „Schon merkwürdig. Ich habe überhaupt nicht auf den Weg geachtet.“ wundert sich die Blutelfe ein bisschen.

„Das kannst du aber laut sagen.“ stimmte Sina zu. „Dann sollten wir Melaine direkt aufsuchen. Hoffentlich ist sie noch in deinem Zimmer…“

Als Sina eintrat kam direkt ein dicker Tiermensch angerannt. „SIE! Sie bezahlen mir gefälligst die zerstörten Türen!“

„Erm… was hast du genau angestellt Sina, als ich in Ohnmacht gefallen bin?“ fragte Neia vorsichtig. „Dich wie eine Prinzessin hochgehoben, Melaine gesagt, dass sie warten soll und jeglichen Widerstand mit Füßen bearbeitet?“ grinste Sina schräg.

Artig gab die Dämonenkönigin die Bezahlung, als Melaine schon angerannt kam und Neia umarmte. „Neia! Geht es dir gut?“ Ihr Wolf bellte hinter den Frauen.

„Ja. Mir… geht es soweit gut, nur muss ich mit den Erkenntnissen, die mir die Vampirkönige und Sina erklärt haben vollständig akzeptieren.“ beruhigte die Blutelfe ihre aufgeregte Freundin. „Am besten… wir besprechen das in meinem Zimmer.“

Einige Zeit später…

Melaine saß auf einem der Betten und hatte im Grunde nur lauter Fragezeichen auf dem Kopf. „Eh was? Neia ist keine Elfe mehr sondern eine Blutelfe. Sie ist nun so stark, dass sie gegen uns alle auf einmal kämpfen kann. Dazu beherrscht sie Blutmagie, kann sie aber nicht benutzten, weil ihr eine Fähigkeit fehlt? Was?“

„Glaube… das waren ein paar Informationen zu viel für sie.“ flüstert Sina ins Ohr von Neia. „Das denke auch.“ nickte Neia. Die Magierin setzte sich neben Melaine und nahm eine Hand.

„Am besten du vergisst alles, was wir dir eben erklärt haben. Mir geht es soweit wieder gut, nur dass ich ein paar Änderungen in meinen Leben akzeptieren muss.“

„Warum sagst du das dann nicht gleich so? Vermutlich hätte das Christoper am ehesten verstanden, was ihr mir erklärt habt. Dabei dachte ich, dass Vampirblut wie ein Elixier sein soll. Das es solche Nebenwirkungen hat, wusste scheinbar keiner.“ nickte Melaine langsam.

„Nun… scheinbar ist ein Elixier auch nicht ohne Nebenwirkungen, wenn ich das anmerken darf. Doch das hatte mich beim Gespräch jetzt nicht so interessiert und ich will mir JETZT noch keinen Kopf darüber machen.“ merkte Sina an.

„Hmm… scheinbar wissen Vampire wirklich mehr als wir oder?“ grinste Melaine schief. „Hauptsache… Neia geht es gut.“ umarmte sie ihre Freundin von der Seite.

„Ich kann mich noch an eine Zeit erinnern, da seid ihr euch aus dem Weg gegangen.“

„Klappe.“ antworten zwei Frauen synchron.

Kapitel 434

Ich bin wiedergeboren und ein „kleines“ Problem?

Taos lag schwer verletzt auf dem Boden und vor ihm saßen Layla und Roman. „Irgendwie… befremdet es mich ein bisschen, dass ich überhaupt keine Gefühle habe, wenn ich dich zusammenschlage kleiner Bruder.“ meinte Layla.

Dieser grunzte nur. „Nur weil… *hust* wir einen Vater teilen und somit Geschwister sind, heißt das nichts. Wir sind Vampire, was erwartest du daher?“

„Das ich irgendwie… Schadenfreude oder Mitleid habe? Selbst für meine eigenen Kinder habe ich definitiv mehr Gefühle als jetzt. Für Roman ist es mit seiner Familie noch schlimmer.“

„Hmm wenn dann bin ich eher etwas traurig über Taos. Hast du dich wirklich so geschämt wegen deiner Tochter, dass du sie verstecken musstest?“ spielte Roman mit seinem Bart.

„Nicht so wirklich. Sandor ist die größte Schande, die ich überhaupt habe und nun versteckt er sich bei euch. Da kann ich mich bei Eleanor noch darauf verlassen, dass sie bei ihrem… Hobby oder was auch immer, sehr gründlich ist.

Wenn Zetta durch ihre Hand sterben sollte, dann habe ich wenigsten noch was zu lachen. Zu lachen, dass ich Recht über meiner Tochter hatte. Es gibt Dinge… die bleiben am besten verschlossen.“ grinste Taos.

„Frage mich, wie lange Lady Sina brauchen wird, zu erkennen, dass unser… „Blut“ nicht unbedingt das Heilmittel ist, was sie kennt.“

„Sie hat uns nicht nach den Nebenwirkungen gefragt und ich sehe es nicht ein, sie darauf anzusprechen. Manchmal… ist es besser, wenn man es mit eigenen Augen sieht, dass nicht immer alles so wunderbar ist, wie es sich anhört.“ seufzte Layla.

„Aha, du bist mir eine nette Freundin.“ hörte man eine wütende Stimme hinter den Vampirkönigen. Layla und Roman schauten sofort nach hinten und sahen Sina, die ihre bewusstlose Freundin trägt. „Dann frage ich dich jetzt einfach mal, was genau… bewirkt das Blut von euch?!“

Taos lachte vom Boden auf, als er das Gesicht von Sina sah. „Ah… herrlich. Ich denke… ohne Augen wäre deine Freundin besser dran. Soll ich es dir erklären, was deiner schnuckeligen… Freundin passiert ist?“

„Halt die Klappe du alter Stinkstiefel. Eher will ich es von Layla hören, weil ich dir definitiv nicht die Schadenfreude gönnen will.“ kommentierte Sina trocken.

Layla und Lord Roman hatten es schon geahnt, dass Sina schnell wiederkommen wird, aber nicht mitten in der Diskussion mit Taos. Sie standen auf, drehten ihre Stühle um und widmen sich Sina.

„Nun… bevor ich es dir erkläre, aber was ist dir bisher bekannt über das Blut der Vampire? Bevor ich dir Sachen erzähle, die du schon bereits kennst.“ legte Layla ein Bein über das andere Bein.

„Abgesehen davon, dass Vampirblut und Dämonenblut von jeder Seite vermieden werden soll? Neia hier hat durch Vampirjäger erfahren, dass das Blut von geborenen Vampiren, die ein gewisses… Alter überschritten haben, eine heilende Wirkung haben soll.

Bevor ich alles runter erzähle, es soll den Effekt eines Elixier´s haben. Nun hat Neia ihre Augen zwar zurück bekommen, aber sie ist komplett verändert! Ihre weißen Haare sind blutrot, ihre Pupillen leuchten in einem sehr intensiven rot. Am Gesicht hat sie zwei blutrote Linien, die wie Tränenlinien aussehen!“ starrte Sina Layla wütend an.

„Hmm… nun, es hat auch die Wirkung eines Elixier´s, zumindest das Blut von Vampirkönigen. Wie es von unseren Kindern aussieht, habe ich bisher noch nicht experimentiert. Was… dieser Vampirjäger vergessen hat zu erwähnen ist, dass es auch sehr deutliche Nachteile hat.“ klatschte Layla und mehrere Diener kamen ins Zimmer rein.

„Ich will, dass für Lady Sina ein Stuhl gebracht wird und für ihre Freundin eine Liegemöglichkeit. Das benötigt ein bisschen Erklärungsbedarf.“ befahl Layla und die Diener verschwanden.

„Scheinbar gibt es immer noch Viecher, die das Blut von Vampiren jagen. Ich sollte mich diesem Problem nochmal annehmen, damit wir dieses Ungeziefer in der Zukunft los sind.“ meinte Lord Roman.

Die Diener kamen zurück mit einem großem Sessel und einen Thron. Sina legte ihre bewusstlose Freundin ab und nahm den Stuhl in Anspruch, dann machte sie eine Handgeste wie „Weiter“.

„Nun, unser Blut heilt tatsächlich wie ein Elixier. Doch die Nebeneffekte siehst du ja deutlich an deiner Freundin. Ich selber habe schon einige Experimente an Viechern gemacht, aber wenn ich ehrlich bin, habe ich nie herausgefunden, was unser Blut so einzigartig macht.

Hat der dunkle Gott diese Funktion eingebaut? Hat es was mit unserem „Vater“ zu tun, dem wahren Vampir auf der Welt?

Egal welche Rasse unser Blut trinkt, alle zeigen immer die gleichen Nebeneffekte. Die Haare nehmen eine rötliche Farbe an sowie die Augen. Die Haut passt sich an wie die eines Vampirs.

Nur diese Linien, die deine Freundin hat, sind bei jeder Person immer anders. Ich würde sie fast schon als eine Art Tattoo betrachten. Bei einer Person war es ein Zickzack schräg über sein Gesicht, bei einer anderen, ging es über den gesamtem Arm.

Die alten Vampire, egal ob geboren oder erschaffene, wenn sie jemanden sehen, der diese Merkmale hat, konnte man immer davon ausgehen, dass man Kontakte zu einem Vampirclan hatte. Bevor Fragen kommen, aber alle meine Experimente habe ich immer sofort getötet.

Es ist nicht so, dass es für mich eine Schande ist, sondern jemand muss sich wirklich mein Vertrauen erlangen, damit ich es abgebe. Das hat bisher aber niemand geschafft von den Viechern.“

„Ich bin dafür zu Stolz, als dass ich mein Blut an Viecher abgebe und habe mich mehr an Layla gerichtet, die… ihrer Wissenschaft nachgegangen ist.“ fügte Lord Roman hinzu. „Wie sieht es bei dir aus kleiner Bruder.“

„Tz… als ob ich irgendwelchen Insekten es abgeben würde. Das habe ich eher meinen Vertrauten überlassen, doch sie sind ja keine geborenen Vampire oder? Ob Sandor es getan hat, weiß ich nicht und Eleanor kann ich ausschließen.“ ätzte eine Stimme hinter Lord Roman.

„Acula wäre eher gestorben, als wenn er es abgegeben hätte. Maeve und Cassius, sie dagegen hatten damit nicht so ein Problem gehabt. Doch war es mit der Bedingung verknüpft, wenn welche ihr Blut bekamen, dass sie für alle Zeiten ihre Loyalität schwören mussten. Meistens waren diese Personen auch zukünftige Mitglieder ihres Clan´s.

Nun, dass waren zumindest die körperlichen Änderungen, nun kommen wir zu den… etwas nicht so bekannten Änderungen.“ wurde Layla nun ein bisschen düster.

„Neia sagte bei der Verwandlung, dass sie auf einmal die Anzeige bekam, Blutmagie beherrschen zu können. Meinst du das?“ berichtet Sina.

„Eh… was?“ staunte Layla nicht schlecht, verwundert schaut Lord Roman seine Schwester an. Die Vampirkönigin stand sofort auf und stellte sich vor Neia und schien sie zu begutachten. „Das… ist nicht möglich…“

„Layla? Was ist los? Wieso tust du auf einmal, als wäre es etwas ganz neues?!“ schaute Sina die Vampirin an, die eine Hand ans Kinn legte und am grübeln war.

„Sina… Blutmagie ist eine Rassenfähigkeit der Vampire. Doch das ist… nicht das einzige, was sich bei deiner Freundin geändert hat.“ „Was denn noch?“

„Sie… ist keine Elfe mehr, sondern eine Blutelfe. Doch das dürfte überhaupt nicht sein. Keines meiner Experimente zeigte diese Wirkung, sonst hätte ich sie länger am Leben gelassen. Wieso… ist das bei dieser Elfe so anders?“

„Dieses Vieh beherrscht wirklich die Magie der Vampire?“ hakte Roman nach. „Sie hat doch das Blut von Taos getrunken, wieso zeigt es bei ihr eine andere Wirkung als die von dir Layla?“

Taos hat die Informationen in sich aufgesaugt und fing an zu lachen. „Was weißt du, was wir nicht wissen?“ verlange Roman zu wissen, dieser stand direkt vor dem liegenden Vampirkönig.

„Ich weiß überhaupt nichts, mit so einem Blödsinn habe ich mich nie auseinander gesetzt. Doch ich… behaupte ich einfach mal, dass das Blut von dir und Layla immer eine andere Wirkung haben wird bei Viechern.

Vielleicht gibt es ja einen Grund, warum Cassius und Maeve so großzügig ihr Blut abgegeben haben. Doch ich bezweifele das ihr auch nur einen Moment eurer Zeit darüber nachgedacht habt.“

Sina hat ihre Identifizierungsbrille aufgesetzt und sah nun dasselbe wie Layla. Neia ist eine Blutelfe geworden, beherrscht die Blutmagie und… „Ist das normal das die Attribute alle in der Höhe geschossen sind?“

„Ja. Es passt sich etwas an den Attributen des Spenders an.“ nickte Layla. „Dann… ist sie stärker geworden als jeder Abenteurer in meiner Gruppe.“ murmelt Sina.

Layla drehte das Gesicht von Neia ein bisschen hin und her, dann öffnet sie ein Auge von ihr. „Sie leuchten ja wirklich fast auf. Dann dürfte an Taos Vermutung was dran sein.“ entfernte sich Layla von Neia und nahm platz auf ihrem Stuhl.

„Waren es die Änderungen, die du noch ansprechen wolltest?“ fragte Sina und Layla schüttelt ihren Kopf. „Nein… das sind Änderungen, die selbst mir neu sind. Bevor ich dir sie sage, möchte ich dass du nicht gleich hochgehst wie ein aktiver Vulkan. Sondern dass du mich bis Ende aussprechen lässt.“

„Na dann bin ich ja mal gespannt. Immerhin muss ich das Neia nämlich auch erst alles erklären. Keine Ahnung wie sie das alles aufnimmt.“ setzte Sina ihre Brille wieder ab.

„Deine Freundin… wird erst mal solange Leben, wie Taos gelebt hat.“ fing Layla an und schon musste Sina sie unterbrechen. „Bitte was?! Wie alt ist denn der alte Furz? Ich weiß, dass Neia nicht unbedingt die jüngste bei den Elfen war, aber…“

„Ich habe Zivilisationen aufgehen und zusammenbrechen gesehen, mehr als das ich zählen kann. SO alt bin ich.“ lachte Taos gehässig.

„Sie kann schon durch Alter sterben, aber irgendwann in der Zukunft, wenn sie nicht durch Fremdeinwirkung stirbt. Wenn ich ehrlich bin, die meisten Viecher gieren doch danach oder nicht? Ich selber sehe jetzt nicht so ein Problem.“ meinte Lord Roman.

Sina wollte schon flapsig antworten, konnte sich aber noch beherrschen. „ … So wie Sherry nun eine ewige Jugendliche ist, so hat Neia nun das lange Leben eines Vampirkönigs. Ich könnte euch schon ein paar Gründe erklären, warum das ein „kleines“ Problem sein könnte…

Doch dafür seid ihr zu alt, um das überhaupt noch als Problem zu betrachten. Des weiteren habt ihr schon eine andere Einstellung zum Leben, die wird Neia erst mal entwickeln müssen.“

„Wenn du meinst? Das eigentliche Problem kommt aber noch. Deine Freundin wird vermutlich irgendwann ähnliche Gedanken bekommen wie Taos. Nicht zu Beginn oder die nächsten Jahre, aber der Gedanke wird sich definitiv ändern.“ führte Layla mit der Erklärung weiter. Nun spürte jeder der Vampirkönige die Blutaura von Sina.

„Du… willst mir sagen, dass meine liebevolle Neia sich zu einem Psychopathen wie Taos entwickeln wird? Das sie irgendwann anfängt, die Personen um sich herum wie Viecher behandeln wird und ihrer sadistischen Ader nachgeht?

Layla… nun bin ich richtig sauer geworden, kannst du das nachvollziehen? Wie kannst du mir so was NICHT sagen?!“ stand Sina auf. „Die körperlichen Änderung und das lange Leben, irgendwie… hätte ich es mit Neia umsetzen können.

ABER… dass sie zu einem Sadisten wird wie der alte Stinkstiefel, damit komme ich überhaupt nicht klar!“

Auf einmal erscheinen um gesamten Raum Augen, die jeder der Vampire sehen konnte. Sie haben die gleiche Pupillenfarbe wie die auf der Stirn von Sina.

„Was… beim dunklen Gottes Namen…“ flüstert Lord Roman, als er die vielen Augen sah. „Dürfte vermutlich eine Fähigkeit vom dritten Auge sein.“ war Layla dagegen fasziniert. „Sieht aber nicht aus, als würde Sina es bemerken.“

„Layla, ich dachte, ich könnte dir vertrauen. Muss… ich wirklich wieder in meine alte Denkweise zurückkehren und jederzeit mit einem Messer im Rücken rechnen?“ fragte Sina, man sah in ihren Augen, wie sich der Wahnsinn durchsetzte.

„Weswegen regst du dich eigentlich auf? Ich dachte, du kennst dich mit Schwüren und ähnlichem aus? FALLS du es vergessen hast, aber ein Schwur bleibt bis zum Lebensende. Wenn du ihn richtig formulierst, wird sich deine Freundin nicht zu dem entwickeln, was Taos ist.“ ließ Layla sich nicht aus der Ruhe bringen.

„Aha… toll. Das wäre aber etwas… interessanter zu wissen, bevor Neia das Blut getrunken hätte, meinst du nicht auch?“ hielt Sina den Kopf schräg und weitere Augen bildeten sich.

„Layla… ich bekomme das Gefühl nicht los, dass es gleich hässlich wird.“ entspannte sich Lord Roman auf einmal. „Nein, ich denke, dass wird nicht in einen Kampf ausufern, so unvernünftig ist Sina nicht.“ nahm Layla ihre Freundin in Schutz.

„Sina… der Grund, warum ich es dir nicht gesagt habe ist, dass alles auf der Welt immer eine Nebenwirkung hat, selbst die legendären Elixiere. Es ist immer ein Geben und ein Nehmen. Damit du das schnell selbst lernst, habe ich es dir nicht gesagt. Ich könnte natürlich auch sagen, du hast uns nicht gefragt, ob es irgendwelche Nebeneffekte hat.

In dem Fall von deiner Freundin Neia war ich über die Effekte ebenfalls überrascht gewesen, doch habe ich nur das Problem gesehen, dass sich ihre Gedanken ändern könnten. DIES kann man wiederum mit einem Schwur ausgleichen.

Ich würde dich daher bitten deine… Augen hier im Raum wieder verschwinden zu lassen und dich wieder normal zu unterhalten.“

Verwundert schaut Sina herum, aber sie sah nicht, was Layla meinte. Dafür verschwanden aber die unzähligen Augen im Raum. „Wie… macht sie das?“ murmelt Taos.

„Was… meinst du?“ beruhigte Sina sich tatsächlich etwas, nach der Erklärung. „Ich sehe nichts.“ setzte sich die Dämonin wieder auf ihren Platz.

„Hm… mir fehlt leider deine Illusionen, aber als du wütend wurdest oder eher als dein Wahnsinn sich steigerte, haben sich überall Augen gebildet, die uns angestarrt haben. Sie sahen exakt so aus, wie dein Auge auf der Stirn.“ erklärt Lord Roman nüchtern.

„Wenn ich raten dürfte, aber es dürfte was mit dem Auge des Wahnsinns zu tun haben sowie „Wahnsinnige Gedanken“. Je… mehr du durchdrehst, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich Augen bilden, die nur dein Feind sieht.

Ob es weitere Effekte hat, das weiß ich nicht. Wenn kann man es nur herausfinden, wenn du wirklich durchdrehst, nur… würde ich dann nicht in deiner Nähe sein wollen. Ich verstehe auch nicht so wirklich, warum diese Fähigkeiten verdeckt sind.“ kam die Wissenschaftlerin bei Layla durch.

„Uh… wo…“ wurde Neia auf einmal wach. Sofort drehte sich Sina zu ihr um und nahm eine Hand. „Neia! Wie… geht es dir?“

„Ich hatte so einen schrecklichen Traum gehabt… aber… wenn ich dich sehen kann… ist er wahr oder?“ zittert Neia. Sie legte eine Hand um ihre Haare und zog ein paar vor ihre Augen. „Sie… sind wirklich blutrot…“

„Es… tut mir so leid. Als du ohnmächtig wurdest, habe ich dich direkt zu Layla und den anderen gebracht, damit sie mir erklären können, warum das überhaupt alles passiert ist. Mit… dem Wissen, was sie mir vorhin erklärt haben, hätte ich dir das Blut vermutlich nicht gegeben.“ entschuldigte sich Sina sehr reuevoll.

„Was… ist denn noch zu wissen?“ traute Neia sich nicht zu fragen, aber Layla kürzte es relativ kurz ab. „Schau dir einfach deinen Status an, dann braucht Sina dir nur das wichtigste zu erklären.“

Dies tat Neia. „Was… ist denn mit meiner Rasse passiert?! Was zum Geier ist ein Blutelfe und… meine Attribute… Wurde ich wegen dem Blut nun zu einem Monster oder wie?!“ war Neia sofort panisch.

Sina umarmte ihre Freundin auf einmal und streichelt ihren Hinterkopf. „Nein, du bist kein Monster. Du bist immer noch du, nur… mit ein paar kleinen Änderungen.“

„Tzz… paar kleine Änderungen. Abgesehen das deine Freundin irgendwann Menschen an der Decke hängend umbringen wird, hast du vergessen zu sagen, dass sie nun ein sehr langes Leben führen darf.“ grunzte Taos vom Boden aus.

„W… was meint er?! Wieso ist dieser Mann hier?“ ließ sich Neia kein bisschen beruhigen. Nun hatte Sina die Nase voll. Sie zeigte mit einem Finger auf Taos. „Chaoshand“ setzte die Dämonin ein und ein schwarzer Strahl schoss auf den Bauch von dem Vampirkönig. Dieser brüllte laut vor Schmerzen auf und windet sich auf dem Boden.

„Ich würde dich bitten Taos… deinen Mund zu halten. Denn wir werden Sina nicht aufhalten, wenn sie das Bedürfnis hat, dich zusammenzuschlagen.“ meinte Lord Roman.

Nach der Aktion legte Sina beide Hände ans Gesicht und zwang Neia ihr in die Augen zu schauen. „Neia. Atme mir langsam nach. Ein und aus, ein und aus. Dann beruhigst du dich ein bisschen und wenn der alte Stinkstiefel bis dahin die Fresse hält, werde ich es dir erklären, was er meinte.“

Dies tat Neia, auch wenn es ein bisschen ungewohnt für die Elfe war, Sina so nah am Gesicht zu haben. Nach einigen Minuten hat sie sich wirklich beruhigt. „Sina… bitte… sag mir was los ist.“

Schweren Herzens berichtet Sina artig Neia alles, was sie von Layla erfahren hat und welche Vermutung Taos geäußert hat.

„So wie Layla reagiert hat, bis du die erste Person auf der Welt, die über Blut die Fähigkeit der Vampire bekommen hat und eine… neue Rasse bekommen hast, die es bisher noch nicht gegeben hat. Doch… mache ich mir um deine Gedanken viel mehr Sorgen.“ fielen Sina die Tränen heraus.

Neia hat ihre Knie vor sich und umarmte sie, dabei sah man die Blutelfe deutlich zittern. „Ich… werde also irgendwann… eine Massenmörder wie Taos?“

„Meine Vertrauten haben mehr Viecher getötet als ich im gesamten Leben. Ich war eher der Zuschauer und überließ die Drecksarbeit den anderen.“ kichert Taos von Boden aus. Auf einmal stürzte ein schwarzer Blitz durch das Haus auf den Vampir und er brüllte laut auf.

„Layla… hast du irgendwo dicke Fäden und eine stumpfe Nadel? Bevor ich seinen Maul zunähe, werde ich was in seinen Mund stecken, dessen Geschmack er nie wieder loswird.“ knurrte Sina wütend.

„Nein, in diesem Haus gibt es leider keine nützlichen Folterinstrumente.“ schüttelt Layla den Kopf und schaute zu Taos nach hinten. „Taos, ich befehle dir jetzt den Mund zu halten.“

Auf einmal pressten sich beide Lippen von dem Vampir zusammen. Scheinbar hat Taos wirklich den Schwur zu Layla gemacht, alle ihre Befehle zu befolgen.

„Vielen Dank.“ kommentierte Sina nur und widmet sich der Blutelfe zu. „Sina, bitte… du musst mir helfen! Monster zu töten ist eine Sache, aber… eher nehme ich mir das Leben, als das ich so Ende wie dieser Mann!“ „Layla ist der Überzeugung, dass ein Schwur das Problem lösen kann.“

„Ich… hatte ein sehr langes Leben als Elfe, aber mit Schwüren und ähnlichem habe ich immer einen Umweg gemacht. Es hat… seine Vorteile, aber auch immer seine Nachteile. Bitte… fällt dir irgendetwas passendes ein?“ flehte Neia, die nun ihren Tränen freien Lauf ließ.

Sina schloss die Augen und schien zu überlegen. „Lord Roman… Stimmt ihr mir zu, je einfacher ein Schwur ist, desto mehr Schlupflöcher hat man? Und je detaillierter und präziser, desto unerwarteter wird der Effekt des Schwurs?“

Erstaunt lehnte Lord Roman sich auf dem Stuhl zurück und schien zu überlegen. „Wieso fragt ihr meinen Bruder dies?“ wundert sich Layla.

„Weil ich den Eindruck habe, das Lord Roman sich mit Schwüren ein bisschen intensiver beschäftigt hat. Den Schwur von heute, im Gegensatz zu den anderen Knalltüten, hat er es so formuliert, dass er dir auch mal widersprechen kann.“ rieb Sina mit beiden Händen ihren Kopf.

„Lady Sina, ich würde gerne die Formalitäten zwischen uns auch ein Ende setzen. Nennt mich bitte einfach nur Roman, im Gegenzug bleibe ich bei euch ebenfalls nur bei eurem Namen.“ machte der Vampirkönig ein Angebot, wo Sina ihn erstaunt anschauen musste.

„Wie kommt es jetzt zu dieser Entscheidung?“ hakte Sina nach. „Nun, ihr werdet bald auf meine Töchter aufpassen, also setzt das schon ein Mindestvertrauen voraus. Was meine Schwester mit eurer Freundin getan hat, hätte man auch anders machen können, in diesem Sinne stimme ich mit dir schon überein.

Deswegen werde ich versuchen, den kommenden Streit zwischen euch ein bisschen zu schlichten. Bezüglich deiner Frage, der Schwur sollte detailliert sein, aber auch einfach. Es geht ja mehr darum, dass das Blut keinen Effekt auf die Gedanken haben soll.“ erklärt Lord Roman nüchtern.

„Erm… ok?“ hob Sina ihre Augenbrauen hoch. „Dann… danke erst mal für die Freundschaft. Neia, ich denke… ich habe den passenden Schwur für dich.“

Die Blutelfe starrte Sina weinend an. „Egal… wie der Schwur sein wird, aber ich werde von den Elfen definitiv ausgeschlossen werden. Ich werde wohl… für alle Zeiten bei dir Leben dürfen.“

„Neia, mach dir JETZT darüber noch keine Gedanken ok? Ein Schritt nach dem anderen. Zuerst werden wir das Problem mit dem Schwur lösen, danach gehen wir den nächsten Schritt an.“ nahm Sina wieder die Hand von Neia. „Und du Layla, von dir will ich noch eine Entschuldigung hören.“

„Wie… kommst du denn jetzt darauf?“ wundert sich Layla, aus ihrer Stimme hört man schon leicht den Zorn heraus.

„WENN du mir was beibringen willst, kann man es auf eine andere Art und Weise machen, dass weißg du ganz genau! Das mit den vielen Gefallen, meine Lektion habe ich daraus gelernt, dass man dich damit nicht belästigen soll. Keine Sorge, ich werde deinen Anzug morgen schon tragen.

ABER mir ohne was zu sagen das Blut zu geben, mir die Entscheidung zu nehmen und von Neia, das geht nicht. Ich habe das Blut mit gutem Gewissen meiner Freundin gegeben, nun muss ich die Verantwortung übernehmen, dass Neia… ein neue Leben beginnen muss.

Wie hättest du es denn befunden, wenn ich dir eine Flasche Blut gebe, dir nur sage, es schmeckt köstlich, ist aber ein speziell verarbeitetes Dämonenblut, was du nicht riechen kannst? Könnte dir dann auch sagen, du hast mich nicht gefragt, wessen Blut das ist.

Aber nicht mir musst du die Entschuldigung geben, sondern Neia, denn sie ist hier die Leidtragende. Sie war ja schon soweit gekommen, sich einen Blindenhund oder eher Wolf von Melaine anschaffen zu lassen.

Alle Abenteurer, die ihr gesehen habt, sind für mich sehr wertvolle Freunde und sie wissen genau, dass ich ihnen so was nicht antun würde. Das passiert dann nur, wenn ich was nicht weiß oder bewusst im Unwissen gelassen werde.

Neia ist manchmal eine Nervensäge, aber das gibt mir nicht das Recht, ihr Leben so auf den Kopf zu stellen. Vor allem hat sie mir sooft geholfen, dass ich mich schon für diese Aktion schämen muss.“ sagte Sina es mit einer sehr ruhigen und ernsten Stimme zu Layla.

Diese kniff nur leicht wütend ihre Augen zusammen, denn dass man ihr so ins Gesicht fährt, ist nun wirklich sehr selten. Lord Roman legte nur eine Hand auf ihren Arm, denn er kennt seine Schwester lang genug, dass es einen Streit geben muss. „Nicht…“

„Neia, hör mir genau zu für den Schwur, ok?“ widmet Sina sich ihrer Freundin, die nur mit dem Kopf nickt. „Ich, [Name], schwöre feierlich, das ich mein aktuelles Ich sich nicht von äußeren und inneren Einflüssen korrumpieren lasse. Sei es durch Folter, durch Schicksalsschläge oder nur einfachem Blut von Vampiren.

Meine Gedanken und Einstellung sollen sich weiterentwickeln dürfen, doch niemals darf das Blut eines bösen Vampirs meine Person ändern können. Sollte ich dennoch eine Änderung bemerken die meiner Person widerspricht, so gelobe ich, frühzeitig Hilfe zu suchen.“

Die Blutelfe hörte sich das in Ruhe an. „Das… hört sich sehr vernünftig an…“ „Habe mich am Ratschlag von Roman gerichtet. Eigentlich sollte dadurch nichts passieren, wenn doch, wirst du durch den Schwur… in irgendeiner Form aufmerksam gemacht. Dann kann man immer noch eingreifen, bevor es zu spät ist.“ nickte Sina.

„Zumindest hast du mit diesem Schwur dafür gesorgt, dass deine Freundin gezwungen wird Hilfe zu suchen, sollte der restliche Inhalt nicht dem Wunsch entsprechen, die… perversen Gedanken von Taos zu unterdrücken.“ bestätigte Lord Roman.

„Versprichst du mir… auf mich aufzupassen Sina? Du weißt, dass ich dir mein Leben anvertraue, doch… wenn ich mich verändere… halte mich auf, ok?“ schniefte Neia.

„Ich verspreche es dir. So wie du mir damals geholfen hast, so werde ich auch dir helfen.“ drückte Sina die Hand von Neia fester. Die Blutelfe atmete mehrmals ein und aus, dann gab sie ihren Schwur ab.

Sina umarmte nochmal ihre Freundin fest. „Wir schaffen das schon. Du kannst bei mir solange leben wie du willst, oder ich besorge dir ein eigenes Haus in Fanfoss.“

Auf einmal stand Layla vor den Frauen. Sie starrte Sina wütend an und drehte ihren Kopf zu Neia. „Es tut mir leid, was ich mit meiner Aktion bei dir angerichtet habe. Ich hoffe, dass du mir irgendwann für diese Tat verzeihst.“ danach ging sie geradeaus zur Tür, dabei konnte Sina etwas an ihrer Wange glitzern sehen.

„Hm… bisschen unerwartet, aber vielleicht hat sie doch ihren Fehler bemerkt und möchte an der Freundschaft zu dir halten. Für sie dürfte es auch nicht einfach gewesen sein, sich bei deiner Freundin zu entschuldigen.“ lächelte Roman, dabei zog er an seinem Bart.

„Lisa hatte auch ihre Probleme gehabt. Ich… danke dir Roman, dass es nicht in einem Desaster geendet ist.“ schaute Sina den Vampirkönig an.

„Keine Ursache. Schade dass der Haufen Elend hinter mir nicht ebenfalls einen Kommentar abgeben kann.“ grinste Roman gemein, Taos rollte nur seine Augen.

„Komm Neia… gehen wir, Melaine macht sich bestimmt große Sorgen im Gasthaus.“ stand Sina auf und bot Neia eine Hand an.

„Übrigens, ein Ratschlag für eure Freundin.“ meldet sich Roman nochmal und Neia schaute den Vampir an. „Ich würde euch abraten, mit der Blutmagie zu spielen, solange ihr nicht die Fähigkeit der Regeneration habt. Sonst könnte es passieren, dass… dein Körper sehr schnell kein Blut mehr hat.“

„D… danke für den Hinweis.“ stand die Magierin auf und verbeugte sich vor Lord Roman. Dieser nickte nur und schien kein weiteres Interesse mehr an der Blutelfe zu haben.

„Dann… werde ich uns erst mal verabschieden.“

Kapitel 433

Ich bin wiedergeboren und das Vampirblut?

„Wir kommen langsam zum Ende des Treffens. Alles wichtige wurde besprochen, wenn jemand noch ein Anliegen hat, so soll er dies jetzt noch vortragen.“ schaute Layla in die Runde.

Riskel, Violet, Taos schwiegen, Sina grübelte kurz, schüttelt dann aber den Kopf. „Wie es aussieht, konnten wir alle wichtigen Themen für die Vampire besprechen.“ schaute Lord Roman seine Schwester an.

„Das hat zwar nichts… mit dem Vampirtreffen zu tun, aber ich würde mich freuen, wenn ihr alle morgen am Turnier vorbei kommen würdet. Meine… immerhin bin ich mit meiner Gruppe im Finale und habe durch Umwege gehört, dass die Behemoth´s jemanden haben, der es mit mir aufnehmen kann.“ lächelt Sina.

„Hmm… ein Tiermensch, der es gegen eine Dämonenkönigin aufnehmen kann? Warum nicht.“ nickte Layla und schnippte mit ihren Fingern. Ein Butler kam hervor mit einem Paket in den Händen und hielt es vor Sina.

„Denke, das wäre mein letzter Gefallen, den ich von dir fordere. Vielleicht überlegst du es ja das nächstes Mal, was du alles von mir willst.“ lächelte Layla auf einmal ihr schönstes Lächeln.

„Was… ist der Inhalt?“ fühlte sich Sina ein bisschen unwohl. „Deine Kleidung, die du morgen für das Finale anziehen wirst. Keine Sorge, diesmal ist es kein Korsett oder ähnliches. Ist mir auf Dauer doch zu viel Arbeit, es jedes Mal um dich zu bekommen.“ löste Layla ein Teil des Geheimnisses auf.

„Stimmt… wenn ein „Knopfunfall“ mitten in der Stadt passiert, ist ja nur wieder das Chaos vorprogrammiert…“ nahm Sina es mit einem lauten Seufzer an. „Und danke dir, dass du mir beigebracht hast, inwiefern ich dich immer um einen Gefallen bitten darf…“

„Gerne, dafür sind wir doch Freunde.“ lächelt Layla. Für die meisten ist es ein sehr seltsames Bild. Lord Roman schüttelt nur den Kopf, die restlichen Clanführer haben ihre eigenen Sorgen.

„Damit beende ich nun das öffentliche Vampirtreffen. Riskel und Violet kennen ihre Aufgaben und werden dies unverzüglich umsetzen. Mein kleiner Bruder Taos wird noch ein bisschen hierbleiben, dafür kann er seine Vertraute Zetta raus schicken.

Ich bedanke mich bei allen, dass wir ohne nennenswerte Probleme ein Treffen aller Clans umsetzten konnten.“ nickte Layla.

„Tz… zwei Clanführer entmündigt, einem weiterem ein Messer an den Hals legen, was eine Farce…“ schnaufte Taos durch die Nase.

„Dann werde ich mich nun selber entlassen, damit du dich in aller Ruhe dem alten Stinkstiefel widmen kannst.“ stand Sina auf und nahm heimlich die Flasche mit dem Drachenblut mit. Dies bemerkte Lord Roman natürlich und schaute sie mit dem Blick an: „Dein Ernst?“ Der Konter: „Mein Ernst.“

Doch bevor Sina geht, stand sie nochmal vor Spike und rammte ihm wieder zwei Finger in die Augen. „Damit wirst du bist zum Lebensende leben müssen, wenn wir uns immer treffen.“ lächelt Sina den Elf an, der wieder laut aufschrie.

„Sina… eigentlich verletzt du mit deiner Aktion einige Regeln.“ merkte Lara an und die anderen Vampire nickten ebenfalls.

„Nein? Ich bin zufälligerweise vor ihm gestolpert, aber Spike ist ja ein wahrer Gentleman und hat mich aufgefangen. Wir wollen uns doch nicht über das „Wie“ unterhalten oder?“ riss Sina die Finger raus.

Layla rollt nur ihre Augen. „Du stolperst ja recht viel in seiner Nähe.“ kommentierte sie dies sarkastisch. „Nun, wenn mein lieber Bruder mir folgen würde?“ schaute die Vampirkönigin Taos lächelnd an.

Die Versammlung löste sich immer mehr und mehr auf, bevor Lord Roman Layla folgen konnte, wurde er sehr stark von seinen Töchtern umarmt. „Danke Papa.“ hörte man irgendwie heraus.

„Was machen wir nun Sina?“ fragte Lara ganz unbekümmert. „Scheinbar ging das Treffen doch ein bisschen schneller als gedacht, würde ich meinen.“

„Wir werden sofort Neia suchen. Dann haben wir unserer Freundin ihre Augen wieder gerettet und sie kann morgen mitkämpfen.“ sagte Sina dies sehr ernst.

„Dann gehen wir am besten zum Gasthaus, wo sie vermutlich sein müsste. Wenn wir sie nicht finden, warten wir einfach. Es macht keinen Sinn sie in der Stadt zu suchen, ohne irgendwelche Anhaltspunkte zu haben.“ nickte Lara.

„Hmm… dann schlage ich aber vor, dass Lara mich hinbringt, damit ihr euren freien Tag alle genießen könnt. Immerhin müsst ihr euch ja auch alle irgendwie ein bisschen erholen.“ lächelt Sina.

Dies ließen Tio und Mio sich kein zweites Mal sagen und rannten förmlich weg. „Hmm? Muss ich irgendetwas wissen über die Zwillinge?“

„Naja… Lady Layla hat sie ja letztes Mal ein bisschen gegen ihren Willen gekleidet und geschminkt. Ich kann es schon nachvollziehen, warum sie schnell das Weite suchten…“ lächelt Zada…

Auf einmal stand Lysa vor ihnen und schnappte sie am Kragen. Sofort hörte man die Zwillinge laut nach Hilfe schreien, aber sie werden gekonnt ignoriert und von Lysa vor Ort weggezogen. „Oder auch nicht.“

„Ich finde es schön, dass jemand ihnen die Aufmerksamkeit gibt. Vielleicht finden sie das doof, aber dies fördert auch ein bisschen die Bindung zu ihrer Tante und deren Kinder.“ grinste Sina. „Nun denn, wollen wir nicht länger hier verweilen.“

Irgendwo auf der Welt:

Ein Sarg öffnet sich und eine uralte Gestalt kam heraus. Alle seine Knochen knackten bei jeder Bewegung, doch dies störte ihn nicht.

„Har… welch ein Wahnsinn.“ stöhnte der Vampir genüsslich. „So ein starker Wahnsinn… dass ich es sogar bemerke.“ Im Zimmer hingen überall riesige Spinnfäden herunter, das Zimmer glich einer Ruine.

„Scheinbar ist einiges an Zeit vergangen.“ grinste der Vampir genüsslich. „Wollen wir doch mal schauen… was meine Experimente machen.“

Der Vampir zerstörte die verrottete Tür mit einem Beintritt und ging einen Weg, den er früher immer benutzt hatte. Überall sah man merkwürdige Gerätschaften und ähnliches, doch sie waren alle längst verfallen und unbrauchbar.

Irgendwann kam er in ein Zimmer, wo überall lauter Särge waren. Zu jedem Sarg war ein Schlauch angeschlossen und trotz all der Zeit funktionierte das System, das der Vampir sich aufgebaut hatte.

Eine violette Flüssigkeit wird aus einem riesigem Kessel gepumpt, der im Nebenraum stand und wurde durch die Schläuche geführt.

Der Vampir ging zum nächsten Sarg hin, riss den Schlauch raus und zog den Deckel vom Sarg runter. Was da drin war, hat jede… Menschlichkeit verloren. Wenn man es beschreiben müsste, war es mal ein Mann gewesen, doch hatte er kein Geschlecht mehr. Nur Muskeln, die zu platzen drohten.

Die Hände waren zu Klauen geformt und er schien Flügel zu haben. Doch nicht wie die einer Fledermaus, sondern war er vom Arm bis Bein verbunden. Er war komplett weiß und hatte extrem zackige Zähne, wodurch er seinen Mund nicht schließen konnte.

Sofort wollte das Monster den Vampir angreifen, doch dieser packte ihn einfach am Hals wie ein Kleinkind. „Ja… genauso stelle ich mir meine Soldaten vor. Es hat sich gelohnt, in den tiefen Schlaf zu gehen.“ freute sich der Vampir.

Er brachte sein Monster direkt um und musste laut lachen, hinter ihm standen weitere tausende von Särgen. „Und ich habe weitere Hallen von diesen Kreaturen! Zeit… herauszufinden, welches Zeitalter wir aktuell haben und dann…

Wird das Zeitalter der Vampire kommen.“

Zurück zur „Heldin“:

Sina wurde zum Gasthaus gebracht und verabschiedete sich von dem verliebten Vampirpärchen. „Hmm… wenn ich so überlege, müsste Kyllia deren Zustand ja auch wissen oder? Am besten, ich warte einfach ab, bis sie von selber kommt.“

„Sina?“ wundert sich eine Stimme und die Dämonin dreht den Kopf. Sie sah Neia, die eine Leine zu einem Wolf führt und von Melaine begleitet wird. „Was machst du hier?“

„Ah, wunderbar das du hier bist Neia. Am besten wir gehen sofort in dein Zimmer, denn ich habe eine Überraschung für dich.“ lächelt Sina. Die Magierin hielt den Kopf schräg, nickte dann aber.

Mehrere Minuten später waren Sina und Melaine mit dem Wolf im Zimmer von Neia. Sie trug immer noch die Maske und selber ein schwarzes Kleid, was wegen ihren weißen langen Haaren ein bisschen sehr stark wirkte.

Die Magierin saß auf ihrem Bett und fragte direkt los. „Was hast du auf dem Herzen Sina? Geht es um das Vampirtreffen?“

„Nur bedingt. Ich will dich nicht mit den Einzelheiten langweilen, nur dass von Riskel und Violet keine Gefahr mehr für unsere Freundinnen droht. Dies trifft vom Clan Taos ebenfalls zu und habe Spike zwei Mal seine Augen ausgestochen.“ berichtet Sina.

„Wundere mich, dass du ihn noch am Leben gelassen hast.“ murmelt Melaine. „Du, mach dir keine Sorgen. Ich habe bei dem öffentlichem Vampirtreffen geschworen, jedes Mal wenn ich ihm begegne, immer zuerst seine Augen auszustechen.“ grinste Sina.

„Hm… denke, auf die lebenslangen Schmerzen kann ich gerne verzichten.“ musste Melaine ebenfalls grinsen.

„Doch… das ist nicht unbedingt der Grund, warum du mich sehen wolltest oder? Du bist nicht der Typ, der von seinen Opfern berichtet.“ meinte Neia ernst.

Sina holte die Phiole mit dem Blut aus dem Inventar raus. „Ich habe eine Phiole mit Vampirblut geschenkt bekommen. Lord Taos tat es unheimlich leid, was sein Diener dir angetan hat und stellte sein Blut zur Verfügung. Zumindest laut Aussage von Layla.“

Erschrocken riss Neia den Mund auf. „Ist… das auch keine Lüge von dir? Ich will nicht, dass du in Schwierigkeiten kommst!“

„Keine Sorge, ich schulde niemanden mehr einen Gefallen. Ich habe mich deinem Wunsch entsprechend verhalten.“ beruhigte Sina ihre Freundin.

„Das heißt… wenn Neia das Blut trinkt, dass wie ein Elixier wirkt, wird sie wieder sehen können?“ hörte man die Freude von Melaine, ihr Wolf bellte glücklich.

„Nun, sind wir ehrlich. Rein theoretisch hätte ich gesagt, dass ich damit als erste Person auf der Welt in Kontakt kam. Doch bei mir hatte es eine komplett andere Wirkung. Wenn Neia dieses Blut trinken wird, sollte eigentlich das passieren, was unsere Freundin damals in der Kutsche erklärt hat.

Neia, du bist nun ganz offiziell die erste Elfe, Frau, Person, whatever… die das Blut eines Vampirkönigs trinkt. Letztendlich muss du entscheiden, ob du es wirklich trinken willst, denn… Theorie und Praxis sind immer zwei unterschiedliche Dinge.“ war Sina sehr sachlich.

Neia nahm ihre Maske ab und man sah zwei schwarze Augenhöhlen, Spike hatte saubere Arbeit dabei geleistet. „Ich… kann dir nicht genug danken Sina. Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich damit abgefunden, für den Rest meines Lebens ohne Augen leben zu müssen.

Melaine hat mir schon Mut gemacht, indem sie mir ihren Wolf für kurze Zeit geliehen hat und ich habe die Vorteile erkannt. Doch… dass ich eine Chance bekomme, wieder sehen zu dürfen… das kann ich nicht ablehnen.“

Das zauberte ein Lächeln auf Sina´s Gesicht. Sie entfernte den Korken von der Phiole und legte sie an die Hand von Neia, die sie ergriff.

„Dann lass dich nicht daran hindern es zu trinken.“ nahm Sina ein paar Schritte Abstand und Melaine stellte sich neben sie. Neia atmete ein paar Züge, dann setzte sie die Phiole an den Mund und trank das Blut herunter.

Auf einmal fiel die Phiole runter und Neia verzog schmerzlich ihr Gesicht. Sofort setzte Sina sich neben sie. „Was ist los? Hast du Schmerzen?!“ und die Magierin nickte. Sina legte ihr eine Hand auf die Schulter und verzaubert ihren Körper mit einer Illusion.

„W… was sind das für Schmerzen?!“ stöhnte Neia. „Der Vampirjäger… hat mir doch erklärt, dass es ein Heilmittel ist!“

Dann veränderte sich Neia. Ihre weißen Haare wurden auf einmal blutrot und etwas bildete sich in den leeren Augenhöhlen. Die Magierin wollte ihre Hände darauf legen, aber Melaine fing sie auf. „Nicht, deine Augen bilden sich neu! Nicht das der Prozess gestört wird!“

„Ah… wenn ich den Kerl in die Finger bekomme… Scheinbar hat er vergessen, dass es Nebenwirkungen gibt.“ sagte Neia verschwitzt. Ihre Haut wurde nun etwas blasser und zwei blutrote Linien bildeten sich unter den Augenhöhlen, die die Wange runterging. Es wirkte, als würde Neia weinen.

„Huch?! Wieso bekam ich auf einmal die Anzeige, dass ich nun „Blutmagie“ wirken kann?!“ wurde nun Neia doch panisch. „Was ist das für ein Blut?!“

„Neia, bitte! Beruhige dich. Es war Blut eines Vampirkönigs gewesen und ich gab sie dir mit gutem Gewissen, dass es wie ein Elixier wirkt!“ versuchte Sina mit einer ruhigen Stimme ihre Freundin zu beruhigen.

Nun konnte man die Augen sehen und es bildeten sich Augenlider, doch die Farbe der Pupillen beunruhigten Sina und Melaine. Der Wolf jaulte leise von sich hin. „Kuun…“

Dann war der Prozess vorbei. Neia hielt die Augen geschlossen und atmet nur schwer. „Ich… glaube, die „Heilung“ ist vorbei?“

„Spürst du keine Veränderung mehr oder ähnliches?“ hakte Sina nach und Neia schüttelt den Kopf. „Nein… nichts.“ Sina nahm die Hand runter und Melaine ließ die Hände von Neia los. Vorsichtig tastet die Magierin ihre Augenlider ab.

„Ich… spürte meine Augen!“ hörte man die Freude von Neia. Sie tastet noch ein bisschen weiter mit den Finger, dann öffnete sie langsam die Augen. Die Freude, die Sina und Melaine an Neia sehen freute sie ebenfalls… nur bedingt.

Neia schaute überall mit ihren Augen hin und schien keinerlei Probleme mit dem Bewegen der Augen zu haben. „Ich kann sehen!“ strahlte Neia ihre Freundinnen an, doch bemerkte sie, dass sie nicht unbedingt ihre Freude teilten.

„Was ist… los? Wieso freut ihr euch nicht?“ wurde Neia nervös. Melaine und Sina schauten sich kurz an, dann seufzte Sina. Sie holte auf einmal einen Handspiegel aus ihren Inventar heraus und schaute Neia ernst an.

„Natürlich freuen wir uns für dich, dass du wieder sehen kannst. Es sind nur… die anderen Veränderungen, die uns leichte Magenschmerzen verursachen. Am besten ist es… wenn du dies selber siehst.“

Die Magierin nahm den Spiegel und schaute rein. Die Farben ihrer Augen waren leuchtend rot, intensiver als die von Sina. Ihre Haut war blasser, sie sah zwei Linien, die mittig von den Augen die Wange runtergehen und ihre weißen Haare hatten eine blutrote Tönung.

Scheinbar war das zu viel für Neia und sie fiel ohnmächtig zur Seite.

Kapitel 432

Ich bin wiedergeboren und Sherrys Aufmunterung?

Sherry wurde irgendwann im Bett wieder wach und fühlte sich immer noch unendlich müde. „Meine Güte… dass ist ja schlimmer, als wenn mir nur die Mana fehlt…“

Qualvoll stand Sherry auf und zog sich einen Morgenmantel an, dabei merkte sie, dass sie auch noch mit dem Gleichgewicht zu kämpfen hat. „Puh… hoffentlich kann Belinda mir ein bisschen helfen…“

Das Zaubermädchen ging mit langsamen Schritten aus dem Zimmer und fand die schwergewichtige Hasenfrau in der Küche. „AH! Das Zaubermädchen ist nun auch wach. Eure Freundin hat mir schon gesagt, dass ihr etwas schwach sein werdet. Also habe ich euch eine einfache Tagessuppe vorbereitet, die euch helfen wird.“

„Huh? Danke.“ lächelte Sherry erschöpft. „Das ist doch das mindeste, was ich für euch tun kann. Wenn man euren Kampf gegen Rokus nicht gesehen hat, würde man euch eure Stärke überhaupt nicht zutrauen.

Es war ein spektakulärer Kampf gewesen, anders kann man es nicht ausdrücken. Deswegen ist es auch nicht verwunderlich, dass ihr so schwach auf den Beinen seid.“ grinste Belinda.

„Ja… irgendwie schon oder?“ wirkte Sherry etwas niedergeschlagen. „Ich… werde mich eben waschen gehen, dann sollte die Suppe warm sein.“ verschwand sie. „Och die Arme…“ legte Belinda eine Hand auf die Wange.

Irgendwie schaffte Sherry es in den Waschraum zu kommen und stand unter der Dusche… dann hörte man sie laut schluchzten. „Ich bin immer noch zu schwach…“ kniete Sherry und ließ die Tränen vom Wasser wegtragen.

Nach einiger Zeit hat Sherry sich wieder beruhigt und kam mit einem einfachen Kleid aus dem Waschraum heraus. Nun sitzt sie im Esszimmer und löffelt lustlos die Suppe leer. „Hoffentlich… kommt Sina bald zurück…“

Auf einmal kam Nitir mit ein paar Verbänden am Körper ins Zimmer rein. „Hallo Sherry… wie geht es dir?“

„Huch? Erm… hallo, erm… Mir geht es gut, nur… ich habe überhaupt keine Kraft im Körper, verstehst du? Alles… was ich mache, kostet mir sehr viel Energie.“ lächelt Sherry schräg.

„Das kann ich sogar sehr gut nachvollziehen. Hast… du vielleicht einen Moment Zeit? Da… ist jemand der würde sehr gerne mit dir sprechen.“ bat Nitir auf einmal. Verwundert hob Sherry ihre Augenbrauen hoch und nickte.

Sie stand langsam auf und nahm sich die Zeit auch dazu. „Es… tut mir leid, aber…“ wollte Sherry sich entschuldigen, doch Nitir schüttelt den Kopf. „Sherry… Ist es nicht ein Wunder, dass du überhaupt ohne Hilfe schon aufstehen kannst? Das zeigt doch nur… wie stark du bist.

Ein Krieger, der alles im Kampf gegeben hat, egal ob Magie, Fähigkeiten oder seine eigene Stärke. Es ist das natürlichste auf der Welt, dass man nach so einem intensiven Kampf… sich erholen muss. Nur die Dummen auf der Welt würden in diesem Zustand den nächsten Kampf suchen wollen und meistens… wundern gerade diese Personen sich, dass sie auf einmal verlieren.“ lächelt Nitir.

„Ok? Danke.“ lächelt Sherry auch, aber mehr aus Unsicherheit, weil sie nicht wusste, was sie dazu sagen sollte.

Das Zaubermädchen folgte Nitir in den Biergarten und riss erstaunt ihre Augen auf, wer auf sie gewartet hat. Niemand anderes als Rokus. Sein Körper ist fast nur mit Mullbinden umwickelt, selbst über eines seiner Augen wurde etwas rüber gerollt. Hinter Rokus stand Risia, die eine schwarze Augenkappe trug.

Der Anführer der Blackskulls wollte aufstehen, aber man sah ihm an, dass er große Schmerzen hatte. „Rokus, bitte… du dürftest überhaupt nicht hier sein!“ schimpfte Risia.

„Das ist mir egal und wir wissen beide, dass ich auch Notfalls alleine gekommen wäre.“ knurrte Rokus leicht wütend. „Zaubermädchen… es… erstaunt mich, dass du in einem besserem Zustand bist als ich.“ lächelt Rokus dann.

„Das ist… nun sehr unerwartet für mich.“ gab Sherry zu und kam langsamen Schrittes zu den Tiermenschen hin. Doch merkte sie schnell, dass die Kraft in ihren Beinen nachlässt und musste sich schnell hinsetzen.

„Es… tut mir leid, dass du mich in diesem erbärmlichem Zustand sehen musst…“ schämte sich Sherry und schaut zu Boden.

„Erbärmlich?“ wundert sich Rokus und schaute die anderen Behemoths an. „Was ich sehe ist, dass du eine Stärke hast, worum ich dich beneiden würde. Zaubermädchen… schau mich an. Überall nur Verletzungen, die ich im Kampf bekommen habe.

All die Narben… die ich bekommen habe, werde ich mit Stolz zeigen. Du kannst dir selber denken, dass nur sehr starke Kämpfer es schaffen, überhaupt ansatzweise an mich ran zukommen.“

Sherry hob ihren Kopf und sah in die Augen von Rokus und sah dass er es so meinte, wie er es gesagt hat. „Ich… weiß nicht… Irgendwie… wollte ich dich gerne besiegen… Doch scheinbar bin ich immer noch… eine schwache Person.“

Rokus nahm eine Hand von Sherry. „Nein. Das bist du definitiv nicht. Ich habe dich als Gegnerin anerkannt und… bereue keine Minute diesen Kampf. Wenn ich ehrlich bin… hatte ich sogar richtigen Spaß dabei gehabt.

Du bist die zweite Person in meinen Leben, die mich gezwungen hat, alles zu geben. Mein erstes Mal war es ein Todesduell gegen meinen besten Freund, als es um die Entscheidung ging, wer den Clan führen soll.

Das… ich hier bin, erklärt, wer… den Kampf gewonnen hat. Doch obwohl wir beide uns auf den Tod bekämpft haben, haben weder er noch ich keine Minute gezögert auch Spaß zu haben. Vielleicht… ist diese Kultur für dich ein bisschen fremd, aber…

Wir glauben, dass man nur im Kampf sich selber findet und man darf keine Sekunde zögern, es auch zu genießen. Je stärker dein Gegner ist, desto eher wird deine Seele brennen. Adrenalin geht durch deinen Körper und du hast nur ein Ziel: Deinen Gegner zu bekämpfen.“ muntert Rokus sie auf.

Auf einmal fielen Tränen von Sherry runter. „Meint… ihr das wirklich? Das… ich nicht schwach bin?“

„Sherry, ich habe gegen Suki verloren. Ja… ich weiß, dass war ein Unentschieden, aber wir Behemoth´s sind etwas… anders gestrickt. Wenn wir unseren Gegner nicht bezwingen können, haben wir verloren.

Hätte ich gegen dich gekämpft… du hättest mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gewonnen. Ich bin mir immer noch nicht so sicher, wie deine Freundinnen Tio und Mio damals am Abend meinten, dass ich der Zweitstärkste im Raum sein sollte.

Dieser Kampf gegen unseren Anführer, den werden wir unseren Leuten im Clan weitererzählen, wenn sie dies nicht gesehen haben. Die Geschichte werden wir den nächsten Generationen von Kindern erzählen, damit sie wissen, dass es… Personen auf der Welt gibt, die es definitiv mit uns aufnehmen können.

Du bist wirklich eine wahre Gefährtin von Sina, anders kann ich es nicht ausdrücken. Wenn ich ehrlich bin… solltest du dich nicht so fertig machen. Jeder von uns hat im Leben einmal verloren. Ob es in der Kindheit, als Jugendlicher oder später ist, man hatte einmal Leben den Geschmack einer Niederlage auf der Zunge.

Ich hatte nicht den Eindruck, dass es dir fremd war. Vermutlich ist es nur deine eigene Enttäuschung, dir nicht selbst gerecht zu sein.“ stand Nitir neben Rokus.

„Zaubermädchen… ich weiß nicht ob deine Freunde es dir schon gesagt haben, aber… nachdem du diesen starken Zauber eingesetzt hast, wurdest du ebenfalls von meinen stärksten Zauber getroffen. Du lagst auf dem Boden, während ich alles tat, ebenfalls… nicht bewusstlos zu werden.

Dann standst du auf einmal auf. Du standest da und… kamst mit langsamen Schritten auf mich zu. Man hat sofort gesehen, dass dein Körper für dich weiter gekämpft hat. Dein Wille und Ehrgeiz hat deinen Körper angesteckt und… seine restliche Energie mobilisiert, mich mit dem letzten Schlag zu besiegen.

Mir… fehlen die Worte, wie ich es beschreiben soll, was ich in diesem Moment gefühlt habe. Es wird vermutlich auch nicht möglich sein, aber… ich war richtig stolz auf meinen Gegner… auf dich.

So eine kleine Person und so ein starkes Kämpferherz. Selbst deine Geschichte hat mich inspiriert, denn… ich wusste überhaupt nichts über dich.“ drückte Rokus vorsichtig die Hand von Sherry. Ihre Tränen wurden nur noch stärker.

„Es ist keine Schande Tränen zu vergießen. Du solltest wirklich selber Stolz auf dich sein, immerhin… hast du mir gezeigt, dass ich nun einen Rivalen habe. Den Kampf hast du verloren, doch die Schlacht… hast du gewonnen.

Ich wünschte nur… das wäre im Finale alles erst passiert und nicht im Halbfinale. Du und all deine Freundinnen… ihr habt dafür gesorgt, dass wir Probleme im Finale bekommen werden.

Risia hat ein Auge verloren, Narya mehrere innere Verletzungen. Zuzan hat Probleme mit dem Hören und kann nicht richtig gehen, Nijus kann sich nicht richtig bewegen ohne Schmerzen zu haben.

Nitir hat uns zwar Heiler besorgt, doch… waren die Verletzungen zu tief für uns alle gewesen. Wenn kann nur Nitir selber kämpfen, denn wenn ich ehrlich bin… bin ich wegen dir auch ziemlich am Ende.“ grinste Rokus.

„Es… es tut mir leid.“ murmelt Sherry und die Behemoth´s schütteln alle ihre Köpfe. „Das braucht dir nicht leid zu tun. Ihr habt alle mit Ehre gekämpft und alles gegeben. Es hätte uns nur wütend gemacht, wenn auch nur einer sich zurückgehalten hätte.“ beruhigte Rokus sie.

„Wir werden alle Namen in Ehren in Erinnerung behalten. Ich bin nur froh, dass wir es irgendwie… ins Finale geschafft haben.“ seufzte Rokus. Verwundert schaut Sherry ihn an.

„Meine… Tochter Rokea. Sie hat sich geschworen, wenn wir nicht ins Finale kommen, dass sie eure Freundin Sina persönlich aufsuchen wird und zu einem Kampf herausfordert.“

„Rokea… ich glaube, ich habe von eurer Tochter gehört. Einige meiner Freundinnen haben von ihr erzählt und.. dass sie geradezu eine Besessenheit nach Sina zeigt.“ wischte Sherry die Tränen weg. „Doch… kann sie es wirklich mit Sina aufnehmen? Ich meine…“

„Sie kann.“ hörte Sherry eine sehr ernste Stimme. „Meine Tochter hat die Stärke einer Götterbestie und wird ohne weiteres gegen Sina kämpfen können. Bevor du dich wunderst, aber ich habe sie bewusst als Ersatzkämpfer gelassen, weil sie ihre eigene Stärke schlecht kontrollieren kann.

Wenn du oder einer deiner Freunde gegen sie gekämpft hättet… wäre es sehr fraglich gewesen, ob einer diesen Kampf überlebt hätte. Sie hat keine sadistische Ader oder ähnliches, es ist nur… Sie langweilt sich zu Tode, weil ich sie an der kurzen Leine halte.

Würde ich das nicht machen, wer weiß… wie viele Ortschaften dabei zerstört worden wären. Woher sie diese Stärke bekommen hat, werde ich nie erfahren. Vielleicht ist es eine Laune der Götter, vielleicht auch nicht.

Ich hoffe nur… dass deine Freundin meiner Tochter das geben kann, was sie sich immer wünscht.“ schaute Rokus Sherry ernst an.

„Und… das wäre?“

„Einen Kampf ihres Lebens. Wir alle haben gesehen, wie deine Freundin gegen diese komischen Kämpfer der Gruppe „Die Rächer“ gekämpft hat. Einen von ihnen habe ich als Titanus erkannt, aber… eher war es seine Miniversion gewesen.“ wundert sich Rokus ein bisschen.

„Erm… das kann ich erklären.“ gab Sherry den Behemoths eine Kurzversion über die Kämpfer. Wer sie waren und wer der Grund war, warum sie wieder gelebt haben. Die Tiermenschen reagierten alle sehr erstaunt, als sie von den verbannten Götterbestien hörten.

„Deswegen… jagt eure Freundin die Götterbestien? Um die Welt vor dem kommenden Untergang zu beschützen?“ hake Nitir nach.

„Das ist richtig. Zumindest die verbannten Götterbestien sind eher das Problem, weil sie… Geschwister? Keine Ahnung, von Exos sind.“ nickte Sherry. Die Behemoth schauten sich gegenseitig an, man sah ihnen es an, dass sie es schwer glauben konnten.

„Danke, dass ihr uns darüber aufgeklärt habt. Doch… mache ich mir erst darüber Gedanken, wenn ich weiß, wie das Finale morgen sein wird.“ nickte Rokus.

„Ich hoffe, dass ich dich mit meinen Besuch nicht überfallen habe, aber… ich wollte dir meinen Respekt zeigen, dass du eine starke Kämpferin bist. Vielleicht… können wir den Kampf wiederholen und wer weiß… wie dann das Ergebnis sein wird.“

„Bis dahin werde ich aber stärker werden!“ akzeptierte Sherry das Angebot und konnte wieder richtig lächeln.

„Scheinbar konnten wir dich ja ein bisschen aufmuntern.“ freute sich Rokus ebenfalls.

Seite 27 von 72

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén