Ich bin wiedergeboren und Dinge, die getan werden müssen? IV

Viele Passanten auf der Straße sind fast schon gezwungen, diesem Pärchen hinterherzuschauen. Sina hielt die große Hand von Rubina, sie hatte damit überhaupt kein Problem gehabt. Beide in ihren Kimonos wäre nicht so unbedingt der Grund gewesen, aber…

Rubina, die drei Meter groß ist mit ihren Drachenflügeln aus nächster Nähe zu sehen ist schon eine Seltenheit. „Was werden wir machen Sina?“ fragte Rubina neugierig. „Deine Mama hat mich gebeten, dir etwas zu besorgen, wie du das Zuhause schneller findest, wenn du weiter fliegen willst.“ lächelt Sina hoch.

„Ich fliege doch weit?“ wundert Rubina sich. „Ja, aber richtig richtig weit. Andere Kontinente verstehst du? Ähnlich weit wo wir das Turnier gemacht haben, so weit.“ schmunzelt Sina. „Und wenn du DAS tust, könntest du uns denn schnell wieder finden?“

„Hm… weiß nicht? Bisher war ich immer in der Nähe gewesen oder Dalmaz war dabei gewesen.“ wiegelt Rubina mit dem Kopf. „Genau deswegen gehen wir zur Schmiede, damit sie was für dich vorbereiten sollen, damit du einen coolen Kompass bekommst. Damit wirst du, egal WO du bist, uns immer finden.“ führte Sina das „Kind“ weiter.

„Das ist cool!“ lächelt Rubina. „Das freut mich.“ nickte Sina ebenfalls glücklich. Es dauerte nicht lange, da standen sie schon vor der Schmiede. „So… du bist ja doch etwas groß, lass mich eben reingehen und das meinen Freund erklären. Du wartest hier solange ok?“ schaute Sina Rubina in die Augen. „Mache ich!“ strahlte Rubina ihre kindliche Freude aus. „Wunderbar.“

Sina ging in die Schmiede und statt beim letzten mal herrscht hier regelrechter Betrieb. „Ah! Meine Lieblingskundin beehrt uns wieder.“ grüßte Brandrulim, der sofort zu Sina kam. „Sei gegrüßt mein Freund. Sieht ja viel besser aus als beim letzten Mal.“ grinste Sina.

„Aber natürlich, wollen wir das im meinem Büro bereden?“ lächelt Brandrulim ebenfalls, doch Sina schüttelt den Kopf. „Gleich, ich habe jemand mitgebracht, den du vielleicht vorher abmessen musst.“

„Ok? Wer und…“ fragte der Zwerg und folgte dem Finger, den Sina zeigte. „Uh…?“ Aufgrund das man an der Tür zwar Fenster hatte, konnte man nur wenn den Stoff von Rubina sehen. „Ah, mein Fehler, lass uns besser rausgehen.“

Gesagt, getan staunte Brandrulim nicht schlecht, welch eine Riesin vor ihm stand. Mehrmal musste der Zwerg die Drachenfrau an blinzeln, dabei rieb er sich die Augen. „War… sie nicht… etwas… „kleiner“?“

„Stimmt.“ nickte die Dämonin und erklärte, was mit Rubina passiert ist. Rubina summte vor sich hin und blieb ein braves „Mädchen“. „Verstehe…?“ nickte Brandrulim langsam, scheinbar musste er das wirklich verdauen.

„Du brauchst dir wirklich keine großen Gedanken machen, Rubina ist ziemlich glücklich. Sie ist… zwar sehr groß geworden, was für mich bedeutet, dass das für die Drachenmenschen allgemein eine… sehr große Rasse sein dürfte.

Wie dem auch sei, Rubina ist Rubina und sie wird… na ja… nicht größer… älter würde ich sagen. Ihre Mutter Suki hat mich gebeten, ob man für ihre „Tochter“ nicht auch einen Kompass an den Arm bauen könnte. Ich bin aber auch ehrlich, ein Armband zu bauen dürfte nicht das Problem darstellen, sondern…“ erklärte Sina die Situation.

„Der Kompass selber ist das Problem. Früher waren sie Mistdinger, doch in Händen von Personen, die in der Luft fliegen können sieht es jetzt anders aus. Doch… sie hatten immer die Standartgröße gehabt.“ verstand Brandrulim sofort das Anliegen.

„Exakt und mit dem Kompass, den ich habe wird Rubina Probleme haben. Ist es möglich, dass… man sie nachbauen kann? Also… etwas größer?“ grinste Sina schief… bis sie traurig wurde, denn ihr Freund schüttelt den Kopf.

„Leider nicht. Ein normaler Kompass wäre kein Problem, doch du darfst nicht vergessen, dass man diese magischen Kompasse nur als Belohnung aus Dungeons bekommt. Ich weiß, dass man sie mal untersucht hat, aber sobald man… sie aufgemacht hat, waren sie kaputt.

Die einzige Chance, die ich sehe ist einfach, dass Rubina mehrere Dungeons selbstständig bewältigt. Die Belohnungen, also Gegenstände, die man bekommt sind ja ziemlich oft an die Person angepasst, die sie betreten und erfolgreich bestanden hat.

Es tut mir in diesem Fall leid, dass ich das sagen muss, dass es nicht möglich ist, es nachzubauen. Ich kenne auch niemanden, der auch in dieser Richtung eine Forschung gemacht hat… Was nicht verkehrt wäre, weil…“ stand der Zwerg mit verschränkten Armen und hatte seinen Bart ein bisschen gestreichelt.

„Ich habe deine neueste Schwester Sharlia kennengelernt. Eine sehr freundliche Dame, aber man merkte, dass sie einen etwas eigenartigen Blick hatte. Nicht das es mich störte, aber das ist jetzt neben deinen Töchtern Ruri und Bariel die fünfte Sukkubus, die fliegen kann. Ach ja… da war ja noch eine Dämonin, die ja dir dient…

Was ich sagen will ist, alles hier… Die Dörfer, die Städte, die Reiche egal welcher Rasse hat ja mehr oder weniger nur auf dem Boden stattgefunden oder?“ schaute Brandrulim Sina an, dabei stampfte er mit einem Boden bewusst auf die Straße.

„Jetzt aber… habe ich Kunden, die IM Wasser leben, aber AUCH in der Luft agieren können. Als Geschäftsmann siehe ich überall ungenutztes Potenzial sowie Profit. Wasser… ist ein bisschen schwierig, weil das eine eigene Welt ist.

Doch wie sieht es mit Personen aus wie dir, den Sukkubi und nun auch Rubina aus? Ihr habt kaum irgendwelche Probleme in der Luft, wenn vielleicht mal Monster, aber…“ schaute Brandrulim Rubina an.

„Die letzten habe ich mit meinen Feuer getötet. Hmm… der große war lecker…“ wirkte Rubina etwas verträumt. „Stimmt, wenn wären es nur Probleme, wenn man eine schwache Person wäre.“ schmunzelt Sina über den Kommentar von Rubina.

„Was ich sagen will ist, dass… ich ein bisschen überlege, meinen Horizont zu erweitern. Für Wasser brauch ich Spezialisten, aber auch die nötigen Kunden, die mir alle Informationen geben können. Luftbewohner… wenn das richtig ist zu sagen, können ja sowohl Luft als auch auf dem Boden agieren.

Vielleicht werde ich ein Team erstellen, dass sich nur auf diese Kunden spezialisiert. Da wäre ja zum Beispiel die richtige Kampfausrüstung für Luftkämpfe… wenn es die gibt. Oder halt jetzt diese Situation mit dem Kompass.

Du Sina hast etwas ausgelöst, was ich selber gut finde, dass man viele, wirklich viele Gegenstände, die immer nutzlos waren… jetzt ein bisschen mit anderen Augen anschauen muss. Die magischen Kompasse, vielleicht kann man sie ja doch nachbauen.

Vieles aus Dungeon´s kann man nachbauen, wir Zwerge haben das öfters bewiesen und sogar besseres gebaut. Nicht dass wir jetzt angeben wollen, sondern… denke du verstehst?“ grinste Brandrulim.

„Ich finde das persönlich eine sehr gute Idee. Doch für so ein Forschungsteam brauchst du auch die richtigen Leute und und und, da wird man nicht drum herumkommen, Arbeit auf sich zu nehmen. Meine… einen richtigen Mann hättest du ja mit James. Ja ich weiß, er ist ein Arsch, der es schafft immer jemanden bis zur Grenze zu reizen.

Doch wenn man ihm die Möglichkeit gibt, es würde mich nicht wundern, dass er schon länger die eine oder andere Idee hat, die eine Revolution wäre. Wenn du Unterstützung benötigst, ich werde dir gerne helfen.“ lächelt Sina.

„Das ist gut, denke… wir messen mal vielleicht den Arm von Rubina, damit wir die Messungen haben.“ schaute der Zwerg wieder zu Rubina hoch. Dies wurde umgesetzt, selbst weitere Zwerge kamen zu Hilfe und staunten nicht schlecht über das Drachenmädchen.

Nach getaner Arbeit… „So… das wärs Rubina, es war wichtig, dass wir deinen linken Arm messen konnten. Wenn du jetzt nach Hause willst oder woanders hin, kannst du ruhig gehen. Ich werde noch mit Brandrulim sprechen und weiß nicht wie lange das Gespräch dauert.“ blickte Sina hoch.

„Ok?“ hielte Rubina den Kopf schräg und schaute zu, wie Sina und die anderen Zwerge wieder in die Schmiede gingen. „Hmm…“

Sina folgte Brandrulim in sein Büro und staunte nicht schlecht, Grudrec wieder zu sehen. „Ah, sei gegrüßt? Hätte dich jetzt nicht erwartet.“ „Tzz, konnte nicht schnell genug von meinem… „Reich“ abhauen.“ knurrte der Zwerg schlechtgelaunt.

„Ich nehme an, du hast… deine nicht Sachen bekommen?“ fragte Sina vorsichtig, dabei nahm sie platz auf einem Sessel. „Doch, habe einige Gefallen eingefordert. Kein Gesetz der Welt wird das verhindern können, wenn man mir einen Gefallen schuldet.

Habe zwar jetzt die meisten in diesem Reich verloren, dafür habe ich aber meine komplette Schmiede und weitere Ausrüstung retten können.“ schüttelt Grudrec den Kopf. „Übrigens, euer Kopf ist 50.000Goldmünzen wert.“ „Bitte… was?“ staunte Sina.

Grudrec holte eine Rolle aus seinem Inventar und warf sie auf den Tisch. Vorsichtig rollte die Dämonin diese auf und staunte nun wirklich: Ein Steckbrief mit einer Karikatur von ihr selber, dazu die hohe Belohnung. „Sind die behämmert?!“

„Keine Ahnung, die hätten einen wie mich bestimmt nicht zu dem König gebracht.“ zuckte Grudrec mit den Schultern. „Sonst hätte ich sie wirklich mal fragen können, warum? DAS ist etwas, was ich NICHT herausfinden konnte.

Ich stell mir irgendwie vor, wie all die Könige einsam in ihren Kammern sitzen und aus irgendwelchen Gründen es NIEMANDEN sagen, weshalb! Das ganze ist wirklich nicht koscher, meine… Ich habe mitbekommen, dass ihr verantwortlich seid, dass ihr irgendetwas von den Langohren zerstört habt.

Ganz ehrlich und ohne… rassistische Gründe? Was juckt uns Zwergen denn, wenn den Elfen etwas abgefackelt ist? Vor allem… es hat uns doch nicht mal betroffen und dann zack, überall massenweise Verbannungen?

Ich habe gehört, dass sie so einige bekannte namhafte Handwerker der Zwerge verbannt haben mitsamt ihren Familien. Wisst ihr, wie tief sie sich ins eigene Fleisch geschnitten haben?! Wegen EINER Dämonin? Oder Dämonenkönigin, wie es kleingeschrieben auf dem Steckbrief steht?

Selbst ein Bekannter, der ein „bisschen“ die Geschichte im Kopf hat, sagte: „Verflixze Mal, ni wor de Kopf eens König de Dämonen sooo wertvoll!“ Und ich gebe ihm recht, selbst mir ist kein Kopfgeld dieser Summe bekannt von einer „lebendigen“ Person.“ verschränkte Grudrec seine Arme.

Brandrulim stellte eine Tasse mit Tee vor Sina. Diese ließ sich nun ganz nach hinten auf den Sessel fallen und ignorierte, wie unangenehm ihre Flügel gequetscht wurden. „Ich… verstehe das nicht. Ja, ich bin die Dämonenkönigin und ja, ich habe etwas von den Elfen zerstört.

Mein Freund hier wurde aufgeklärt, ich habe das alles NUR gemacht, um EINE Person zu retten, die ICH liebe! Es wäre das reinste Chaos geworden, wenn ich NICHT eingegriffen hätte, weil meine Liebe bereit war, ihr komplettes Volk dafür abzuschlachten.

Ja, ich weiß, dass es dich als Zwerg nicht interessiert, aber du musst vielleicht das gesamte Bild sehen: Ich habe EINEN FUCK BAUM zerstört, vielleicht ein paar Monster, Tiere und Elfen sind dabei drauf gegangen mit diesem Hintergedanken:

Hätte ich meine Liebe ziehen lassen, wären MILLIONEN Elfen, keine Ahnung ob es so viele gibt, gestorben! Selbst du wirst feststellen, ein Baum, paar Monster Tiere Elfen sind verdammt schmerzfreier als Millionen Opfer.

Klar, die Konsequenzen waren mir auch nicht bewusst, aber dass ich jetzt ein Kopfgeld bekomme, die Zwergenreiche ihre eigenen Leute die harte Hand spüren lassen, wie… soll man das bitte kommen sehen? Nur weil ich gesagt habe: Hey hey, ich habe bisschen gelogen. Ich bin tatsächlich eine Dämonenkönigin ohne irgendwelche Krieger. Ach ja, ich kann per Fingerschnippen einfach mal eine Ortschaft auslöschen.

Hey, ich habe ALLEN Anführern auf Alliancia gesagt, dass ich einen FRIEDEN anstrebe! Keine Ahnung, ob es hier die gleiche Bedeutung hat wie Krieg. Denke, du hast es auf Saifa mitbekommen?

Über 10.000 ZWERGE suchen bei MIR Asyl! Ich habe bewusst abgerundet, weil mein letztes Standwissen sollen noch ein paar Gruppen anreisen. Ernsthaft? Hast du in der Geschichte gehört, dass man bei einem Dämonenkönig Asyl sucht?“ war Sina „etwas“ sauer.

Grudrec sagte nichts und seine Augen wanderten zu Brandrulim, der nichts sagte. „ … Nein. Deswegen ist es ja alles so… eigenartig eure Maje…“ „Lass ja bloß die scheiß Anrede weg.“ kam direkt eine knurrende Warnung.

„Höchsten meine Dämonen müssen mich so ansprechen, aber niemals sollen Freunde, Partner und weiteres mich so ansprechen. Vielleicht bin ich etwas eigen, aber ich bin der Meinung, alle Rassen sollten ihre eigenen Anführer damit ansprechen.“ seufzte Sina schwer. „Dann entschuldige ich mich.“ verbeugte sich Grudrec kurz.

„Egal… was heißt das jetzt für mich? 50.000Goldmünzen, muss ich mich jetzt wieder darauf einstellen, dass ich tagtäglich die Köpfe rollen lassen muss? Selbst Verzweifelte würden einen Versuch wagen. Denn mit dieser Summe hat man fürs Leben ausgedient.“ starrte Sina auf den Steckbrief.

„Vermutlich… werden einige Wahnsinnige es versuchen wollen, doch wenn sie das kleingedruckte lesen, WAS ihr seid, sollte es die meisten abschrecken.“ versuchte Brandrulim Sina zu beruhigen. „Doch bisher sind diese Steckbriefe nur in den Zwergenreichen. Vermutlich wird es Zeit brauchen, bis das selbst bei den Menschenreichen ankommt.

Und ehrlich? Die Könige nehmen es irgendwie in Kauf, dass sie sich mit den Herrschern der Menschen anlegen. Du bist doch ein Freund des Königs und zeitgleich auch die Kanzlerin aus Osnain, wenn… die Herrscher es nicht ruhig angehen würden, sondern… auf Krieg aus sind, sind das definitiv Kriegserklärungen.“

„Hm…“ lehnte sich Sina nach vorne und musste sich mit beiden Händen abstützten, dabei reibt sie sich die Stirn. „Brandrulim… denk ein bisschen… weiter. Mein Lehrer hat vor kurzem was gesagt: Man muss über den Tellerrand schauen.


Warum… glaubst du, ist das mit dem Steckbrief noch viel schlimmer geworden? Gerade du hast ja eben erklärt, wo ich was bei den aktuellen Herrscher bin.“ Nun verschränkte Brandrulim ebenfalls seine Arme, Grudrec aber scheint nicht… so zu verstehen.

„Brandrulim, ich bin heute gekommen, um einmal das mit Rubina in die Wege zu leiten, aber auch um dir mitzuteilen, dass ich in… circa drei Wochen ausziehen werde nach Saifa. Damit wollte ich gewisses Potenzial für innere Konflikte in Efrana entgegenkommen und zeigen, dass ich mich anpassen kann.

Doch mit dem Steckbrief? Es ist eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis die Zwergenkönige und vielleicht macht eine verrückte Elfenfürstin direkt mit, dass sie beim kommenden Krieg gegen die Dämonen aus Deymonlia sich komplett enthalten, solange ich überhaupt in Alliancia bin.“ blickte Sina hoch.

Nun riss Grudrec seine Augen weit auf und Brandrulim seufzte, denn diesen Gedanke hatte er auch. „Ich.. verstehe das nicht. Ich… suche einen Frieden, vielleicht war ich etwas… gewalttätig, aber… doch nicht so extrem, dass ein ganzer Kontinent wegen EINER Person so dermaßen… hart vorgeht?“ blickte Sina hoch mit traurigen Augen.

Die Zwerge schwiegen beide. „Meine… ich bin mir selber bewusst, dass es ein naiver Traum ist mit dem Frieden zwischen Dämonen und Alliancia allgemein. Das es verdammt langwierig und schwerlich sein wird.

Doch wenn so… viele Gegensätze kommen, dass man nicht mal einen Anfang machen kann, weil sie einen runter drücken… Warum versucht man es dann überhaupt? Mein logischer Verstand schreit mich regelrecht an…

Man kann so viel mit Frieden erreichen, doch man will das ein Krieg bleibt? Warum? Wer profitiert denn bitte davon? Reichen die täglichen Todesopfer durch Banditen, Monster und sonstiges nicht? Naturkatastrophen und weiteres? Alleine das sind doch hohe Summen an Toten…

Und das ausgerechnet von einem Dämonen, der dazu erzogen wurde, dass Verluste nichts schlimmes sind.“ seufzte Sina wieder schwer. Sie sah nochmal ihren Steckbrief und nahm ihn ungefragt in ihr Inventar.

Anschließend stand sie auf. „Danke für die Informationen Grudrec, aber… ich muss jetzt gehen.“ hörte man die traurige Stimme der Dämonin und bevor die Zwerge was sagen konnten, ging Sina direkt aus dem Büro raus.

„Willst… du ihr nicht folgen?“ fragte Grudrec, doch Brandrulim schüttelt nur den Kopf. „Nein, sie wollte wirklich alleine für sich sein. Ich kann es verstehen, dass es ihr Weltbild immer mehr und mehr zerstört.“

Sina verließ die Schmiede und staunte, dass Rubina noch da war. „Rubina? Hast du wirklich auf mich gewartet?“ „Ja! Das wäre doch das erste Mal, dass wir was gemeinsam machen oder nicht?“ lächelt das große Drachenmädchen.

Manchmal haben, egal wie klein oder groß man ist, Kinder eine sehr heilende Wirkung. Dies machte sich bei Sina bemerkbar, die in Trauerstimmung war und das strahlende Gesicht sah. Langsam konnte Sina auch ein bisschen lächeln.


„Stimmt, doch… ich hatte noch was vorgehabt, würdest du mich dann begleiten?“ bot Sina ihre Hand an und Rubina ergriff sie. „Gerne!“ „Wenn wir an Essständen vorbeikommen, werde ich dir was spendieren.“ „Jippi!“

Es dauerte nicht lange, dann standen Sina und Rubina vor dem Geschäft von Ronald. „Ich lass dich kurz wieder alleine ok? Und nicht vergessen! Jede…?“ blickte Sina hoch zu Rubina. Das Drachenmädchen hielt in der linken Hand zwischen den Fingern dutzende Reihen mit Zuckerwatte.

„Jede Zuckerwatte langsam aber genussvoll genießen, jawohl!“ nickte Rubina. Der Händler tat Sina schon ein bisschen leid, aber nüchtern betrachtet hat der gute Mann am heutigen Tag sich eine goldene Nase verdient, also war das „bisschen“ Arbeit bestimmt in Ordnung.

Sina betrat das Geschäft und sah, wie die Mitarbeiterin mehrere Berge voller Ordner auf ihrem Schreibtisch hatte. Sie blickte auf mit einem sehr müdem Gesicht. „Hallo, ist dein Chef ansprechbar?“

„Erm…?“ schaute die Frau umher und seufzte. „Einen Moment.“ Sie stand auf und ging zu einer Tür, wo sie direkt reinging. Die Dämonin wartete und… wartete… und wartete, was eigentlich sehr untypisch war bei Ronald.

„Lady Sina, danke das sie gewartet haben, Erika und ich mussten Platz machen, damit ihr euch setzen könnt.“ stand Ronald ebenfalls müde an der Tür. „Hi Ronald, denke… das hat alles mit mir zu tun oder?“ nickte Sina ihrem Verwaltet kurz zu. „Das kann ich leider nicht abschreiten.“ seufzte Ronald.

Seine Mitarbeiterin kam aus dem Büro raus, dafür ging Sina rein… und staunte. „Das… ist alles…?“ „Ja, dass ist alles was euch gehört.“ stimmte Ronald ihr zu. „Früher war es übersichtlich, nun sind wir mitten in einem „Krieg“ gegen die Händlervereinigung.

Überall gestapelte sich Ordner, wo immer unterschiedliche Farbetiketten aus der Seite raus hing. Mehrmals schaute Sina herum, aber es bringt nichts, nur Ronald selber kennt das System und versuchte den direkten Weg zum Sessel zu gehen… auch wenn auf einer Seite auch Ordner lagen.

Ronald dagegen setzte sich gegenüber, doch vorher nahm er einen Stapel vom Sessel runter und legte es dann auf seinem Schoß. „Scheinbar… sieht es noch schlimmer aus, als beim letzten Gespräch oder?“ hob Sina beide Augenbrauen hoch.

„Leider…“ nickte Ronald. „Soviel Arbeit hatte ich selbst vorher auch nicht gehabt. Nun, du kommst bestimmt mit einen bestimmten Grund hierher oder?“

„Ein… bisschen ja, aber bevor ich die Bombe platzen lasse, was hat sich so ergeben? Hast du eine Liste dieser Händler?“ verschränkte Sina ihre Arme und legte ein Bein über das andere Bein. Der Verwalter schaute scheinbar nach Platzmöglichkeiten, dann legte er die Ordner einfach auf den Tisch. Danach „zauberte“ er einen Zettel hervor, den er Sina überreichte. „Habe ich.“

Doch Sina schaute ihn sich nicht an, sondern steckte ihn einfach nur in ihr Inventar. „Ich danke dir, damit hast du einigen Feinden ein Gesicht gegeben.“ nickte Sina zufrieden. „Und… was hat sich mit der andere Sache ergeben?“

„Keine Chance.“ schüttelt Ronald den Kopf. „Nicht das wir es könnten, sondern dass die Händler ein eigenartiges Verfahren ins Rollen gebracht haben. Wir „könnten“ Land kaufen, doch wenn es mehrere Interessanten gibt, dann benötigt es eine Bearbeitung der „Regierung“.

Nun fangen die Händler an zu tricksen, indem sie einfach einen weiteren Händler in den Ring werfen, damit die Regierung wieder von vorne startet. Keine Ahnung, aber als hätten die Händler nur darauf gewartet, dass wir in den „Ring“ steigen, damit diese Aktion gestartet wird.“

„Verstehe, das können sie dann so in die Länge ziehen, wie sie lustig sind.“ verstand Sina sofort das Problem. „Ok, kein Problem. Ich nehme auch an, dass wir noch mehr Geschäfte verloren haben?“

Nun wirkt Ronald ein bisschen verwundert. „Erm… ja, aber scheinbar scheint es dich nicht zu stören? Ist… wieder was passiert?“ „Ja, man hat mich als Abenteurerin verbannt und die Zwergenreichen haben mir einen Steckbrief aufgesetzt.“ holte Sina die Rolle raus und zeigte sie Ronald.

„Bitte… 50…“ wollte Ronald beinahe rufen. „Jep, wer mich tötet ist für alle Zeiten reich.“ zuckte Sina mit der Schulter. „Eigentlich wollte ich dir sagen, dass ich bald ausziehe und Saifa beziehen werde. Aber mit dem Steckbrief? Denke, ich brauch dir nicht groß zu erklären, warum… mich das alles nicht so… wirklich kratzt oder?“

Man hörte Ronald regelrecht seufzten. „Es… tut mir leid.“ „Warum? Du kannst doch am allerwenigsten dafür. Vielleicht solltest du überlegen, einen Notfallplan zu machen, all… was mir gehört zu verkaufen.

Keine Ahnung was noch kommt, aber wie sollen wir das denn bekämpfen? Ich will nicht aufgeben, aber die Frage, die ich MIR stellen muss: Ist es den Kampf wert, wenn eigentlich der ganze Kontinent zu deinem Feind wird?“ schaute Sina traurig zu Seite.

„ … Ich weiß es nicht. Früher war ich eigentlich nur ein Immobilienhändler, der durch dir deinen Horizont erweitert hat. Mir persönlich hat es richtig viel Spaß gemacht, ich hab ja selber ausgesorgt dank dir.

Verkaufen… du wirst nicht den vollen Verkaufspreis bekommen, vielleicht ein Bruchteil. Bin mir wirklich nicht sicher, ob du… es nicht besser behalten solltest. Die Geschäfte bleiben leer, es fallen ja keine Kosten auf dich an, weil du eine Adelige bist.

Woran die Händler nicht herankommen sind die einfachen Lagerhallen sowie Mietshäuser. Doch betrachte ich es nüchtern: Wir kennen beide die Unterwelt. Man braucht nur die richtigen Leute einzustellen, die deinen Mietern das Leben zur Hölle machen.“ war selbst Ronald betrübt.

Ein Schweigen war im Büro, es waren alles andere als rosige Aussichten. „Ronald… das Land der Toten… gehört es eigentlich Efrana?“ fragte Sina auf einmal.

„Nein, denn es wurde klar als Monstergebiet deklariert. Keiner wollte sich mit den Problemen in diesem Land auseinandersetzten. Zwar ist es auf der Karte so eingezeichnet, dass es Efrana gehört, aber so richtig ist das nicht.“ schüttelt der Verwaltet den Kopf.

Diese Information behielt Sina im Hinterkopf. „Andere Frage… Saifa gehört mir, aber… das letzte Wort hätte immer noch das Königreich oder?“ „Das ist richtig, wenn es mal „Krieg“ geben sollte, gibt es mehrere Kriegsrechte, das man dein Land zum Schutze der Nation zweckentfremden kann.“

„Ist es möglich… dass man es mit einer richtigen Summe „komplett“ abkauft, dass diese Regeln für sie wegfallen würden?“ kam die nächste Frage. Nun blinzelt Ronald Sina mehrmals an, dann stand er schweigend auf. Er ging zu einem Schrank und holte ein sehr altes Buch raus, womit er wieder zu seinem alten Platz ging.

Sina wartet ab, denn wenn Ronald extra eine Hilfe sucht, dann hat er „vielleicht“ was gehört. „Hmm… in der Theorie nein.“ schüttelt der Verwalter den Kopf. „Doch… wenn man gewisse Länder tauschen würden, könnte man einen Handel machen. Schon eigenartig dass es solche uralte Gesetze gibt.“

„Tauschen… dann lausche mal meinen Worten über das Land der Toten…“ beuge Sina sich vor und erklärte Ronald, dass in diesem Land neues Leben existiert, was sie verursacht hat. Erstaunt riss Ronald die Augen auf.

„Verstehe… Puh… du müsstest das Land der Toten zu deinem Eigen nennen.“ wippte Ronald mit seinen Fuß… und nutzte das Buch nochmal zur Hilfe. „Sind dort alles uralte Gesetze drin?“ fragte Sina vorsichtig nach.

„Richtig, denn an den modernen Gesetzen… also den aktuellen kann sich jeder bedienen. Man hat viel bessere Chancen, wenn man sich an die alten hält, weil sich eigentlich damit kaum noch einer auskennt.

AH! DAS… wäre eine gute Möglichkeit.“ haut Ronald mit einem Finger auf eine Stelle. Man sah, wie seine Augen hin und her huschen und wie er ein breites Lächeln bekam. „Lady Sina, bevor ich meinen Vorschlag mache… Ihr wollt Saifa haben richtig?“

„Ja schon, weil ich gerne die Möglichkeit zum Meer haben will. Dabei…“ erklärte Sina Ronald, wegen dem Hafen, dem Stand der Dinge mit den Zwergen und zu welchem Entschluss sie gekommen sind.

„Uh…? Das hättet ihr mir auch früher sagen können.“ seufzte Ronald. „Hm… eines nach dem anderen.“ stand der Verwalter wieder auf, dabei legte er das Buch geöffnet auf den Tisch. Anschließend ging er zur Wand, um die Weltkarte herauszuholen und sie mit Pinnnadeln zu befestigen.

„Hmm… verstehe, das Land der Toten hat vor allem viele Berge. Man müsste eine Passage durch das Land bauen, damit man ans Meer kommt. Das ist natürlich ein großer Nachteil.“ grübelte Ronald laut.

„Aber… es gibt immer Möglichkeiten.“