Ich bin wiedergeboren und der Beginn des Endes?

Sina lag mit dem Bauch auf dem Rücken von Sherry. Sie streichelt langsam mit ihren Wangen über das weiche Fell, dennoch hilft es ihr nicht… dass sie gerade todunglücklich war. „Wie… kann der Arsch mir ausgerechnet… das jetzt antun?“

„Hmm…“ schaute Sherry die anderen Frauen im Wohnzimmer an. Sie wussten bisher immer noch nicht genau, was passiert ist, nur das ein wichtiges Item von Sina entnommen wurde. Irgendwann nervte die Stille, als Sherry einfach los fragte.

„Sina… erm… du hattest doch im groben irgendwie geplant, dass nun immer mehr und mehr deinen Titel als Königin erfährt richtig?“ „Ja, aber… seeeeeeeeehhhhhhhrrrr langsam.“ murmelt Sina.

„Ok, das ist doof, aber… ist etwas noch in deinem Status drin, was auch versteckt sein muss? Meine… ich kann verstehen, dass du vielen Problemen damit aus dem Weg gehst, aber ist… dort IRGENDETWAS… was die Welt nicht sehen darf?“ fragte Sherry weiter.

Nun betrachtet Sina ihren Status und Sherry spürte auf ihrem Rücken, wie Sina nickte. „Ja… einiges. Der Titel „Teufel“ von denen nur ihr Bescheid wisst, mein… Segen des dunklen Gottes, wobei… Die Fähigkeit „Limit brechen“ … und mein neuester Titel, den… ich für mich behalte. Gut das die Zwillinge oben schon schlafen.“ seufzte Sina wieder.

„Was für ein Titel?“ hakte Kyllia sofort nach, doch Sina schüttelt den Kopf. „Der Grund für das Gespräch. Je weniger ihr wisst, desto sicherer bin ich. Es ist… komisch, aber ihr könnt mir glauben: Unwissenheit euerseits schützt mich vor meinem Problem.“

„Du… bist komisch.“ murmelt Sharlia. „Das will ich nicht aus deinem Mund hören!“ schimpfte Sina direkt. „Nun, Unrecht hat Sharlia aber nicht Mutter.“ meinte Suki. „Ist… es wirklich so schwerwiegend dieser Titel?“

„Ja ist er, denn leider hängt nun mein Leben an diesem Titel. Bitte… frag mich einfach nicht mehr weiter, es reicht, wenn ich mir den Kopf zerbrechen darf… Auch wenn es mir nichts bringt. Mein Kopf ist wieder voller Gedanken…“ seufzte Sina.

„Hast… du nicht ein paar Ringe, die einige Titel oder Fähigkeiten verstecken?“ fragte Sherry auf einmal und spürte, wie Sina auf einmal angespannt auf dem Rücken wirkte. „Oder auch Ohrringe? Müssen ja nicht wie deine alte sein, aber wenn… es deinem Seelenfrieden hilft?“

Auf einmal drückte Sina sich fester an Sherry und rieb sich noch fester auf dem Rücken mit dem Gesicht. „Sherry… du bist wirklich ein Goldschatz. Warum… bin ich nicht selber auf die Idee gekommen?“

„Vermutlich weil du vorhin in deinem Büro noch einige Sachen aus dem Fenster geworfen hast?“ erinnert Bariel ihre Mutter daran. „Meine… mir tut Suki leid, dass sie hinter dir aufräumen „darf“.“

„Keine Sorge, dass bin ich schon lange gewohnt.“ lächelt Suki. „Aber das machst du nicht heute oder so Sina!“ stand Neia neben Sherry´s Körper. „Du gehst dich jetzt mit mir, Sherry in die erm… Behausung und ruhst dich komplett aus.

Morgen ist auch ein Tag, dann kannst du uns aufklären, was du… neben diesem ominösen Titel noch alles mit deinem Vater besprochen hast. Du hast dann auch einen klaren Kopf, wenn du an „diesen“ Schmuckkasten gehst. Es hat seine Vorteile, aber auch seine Nachteile und ich will nicht, dass es zu den üblichen „Hey-Sina´s-üblicher-Chaos-meldet-sich-wieder.“ ausbricht, sobald du die Ringe oder so durchgehst.“

Nun starrte jeder Neia an über den letzten Satz und Sherry musste darüber kichern. „So was ähnliches habe ich Sina auch mal gesagt. Schön wie wir das für dich formulieren oder Sina?“ „Hrm… dann trag mich mal zu deinem kleinen Kuhstall, was du mit Neia teilst…“ murmelt die Dämonin. „HEY!“

Der nächste Morgen bricht an und der erste Gedanke, der Sina nur einfiel war… „Dazu braucht Sherry keinen Körper einer Kuh…“ Nämlich Sina und Sherry lagen auf dem Heuboden und umklammerten sich, während Neia auf Sherry´s Körper der Kuh lag.

„Und dazu alle nackt… Der erste Fremde, der hier reinschaut ist des Todes. Wenigsten ist es wirklich warm hier.“ grübelte Sina weiter, dabei hatte sie in der Nacht noch Bedenken gehabt, ob es nicht zu kalt ist. „Nein nein, darüber brauchst du keine Gedanken machen.“ meinte Neia es sehr ernst.

„Genau, die meiste Wärme produziere nämlich ich selber.“ nickte Sherry. „Deswegen…“ zog Sherry ihr Kleid aus. „Zieh dich besser aus, denn es wird verdammt warm!“

„Uh…“ murmelt Sherry und schaute Sina in die Augen. Kurze Zeit schauten sich beide an, dann küssten sich Sina und Sherry sich. „Sag… mein kleiner Pechvogel…“ murmelt Sina. „Du teilst ja mit Neia ein Geheimnis mit den Hörnern. Darf… ich eingeweiht werden?“

„Oho?“ lächelt Sherry ganz breit. „Nö! Das teilen nur sie und ich, sonst wäre es kein Geheimnis~.“ Die Mundwinkel von Sina gingen dafür runter. „Sina… ich verspreche dir… solltest du „irgendwann“ auch mal Hörner haben… INDEM du den Ring der Kuh trägst, dass ich es dir… zeige.“ streichelt Sherry eine Wange von Sina.

„Das… ist nun Erpressung…“ murmelt Sina, als Neia nun auch wach wurde. „Das… ist… als würde ich auf einer Wolke schlafen Sherrymaus…“ murmelt die Blutelfe. „Für mich auch, weil ich Sina an mir habe.“ kichert Sherry.

„Nur noch ein paar Tage, dann ist der Ring ab. Will wirklich wissen, wie das mit dem neuen Bett ist!“ „Verdammt… groß. Entweder unsere Königin hat die falschen Maßen geschickt oder sie plant einen Harem.“ blickte Neia verschmitzt hoch.

„Ich plane KEINEN Harem! Hatte ich auch NIE geplant! Normalerweise reicht eine Person, aber dank euch musste ich mich in dieser Beziehung ja ändern!“ nörgelt Sina. „Das Bett ist tatsächlich zu groß, aber hey, für meinen Flügeln ist das super, nicht immer so vom Bett herunterhängen zu lassen!“ rollte Sina ihre Augen und wird von Sherry gedrückt.

„Nein, eine weitere Frau kommt nun wirklich nicht ins Bett. Bis Neia und nicht weiter. Neia mag ich wirklich vom Herzen und…“ scheinbar erinnert Sherry sich an etwas und bekam einen sehr roten Kopf. „Nein… Neia ist gut.“

„Ho? Was hat denn meine Schülerin auf einmal?“ grinste Neia keck und streichelt den Körper der Kuh. „Wenn du an den gemeinsamen Sex denkst, wo du gefesselt warst… würde ich gerne wieder holen.“

„Ich allerdings auch.“ stimmte Sina sofort zu. „Unsere Sherry macht dann einen so hilflosen Gesichtsausdruck, dass man einfach nicht genug haben kann. Doch… für diese Art von Praktiken müssen wir ein bisschen umdenken, dass Bett ist anders geworden Neia.“

„Hey! Ich bin auch hier?“ hob Sherry beide Augenbrauen hoch. „Huch? Unser Opfer liegt ja auch hier.“ kichert nun Neia. „Stimmt…“ lächelt Sina und streichelt den Hinterkopf von Sherry. „Unsere Ursache für die große Liebe liegt auch hier.“ „Aw…“ bekam Sherry einen roten Kopf.

Etwas später… nachdem alle sich mehr oder weniger aus gekuschelt haben, frisch gewaschen und neu angezogen waren… saßen nun alle Damen wieder im Wohnzimmer und nahmen das Frühstück ein.

„Die Zwillinge mussten früher als gewohnt zu Arbeit, was sie selber verwundert.“ berichtet Suki. „Die Struktur hat sich auch etwas geändert, wenn ich es richtig mitbekommen habe.“

„Inwiefern?“ wundert Sina sich. „Weil… der Protektor Ferr nun in der Stadt ist Mama.“ berichtet Bariel. Sofort starrte Sina ihre Tochter an. „ER ist in der Stadt? Vermutlich dürfte es deswegen etwas anders in der Gilde zugehen. Hoffe das Ma Shi das geregelt bekommt.“

Bariel sagte nichts, denn wenn ihre Mutter erfährt, was mit dem alten Gildenmeister passiert ist, würde sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einen Aufstand machen. „Es ist nun… eine Frage der Zeit, bis die restlichen Protektoren die Stadt erreichen.“

Neia´s Augen machten nun einen traurigen Eindruck, jeder im Zimmer wusste, was mehr oder weniger auf sie zu kommt. „Hm… was ein beschissenes Thema am frühen Tag… Damit jeder auf andere Gedanken kommt, erzähl ich was ich mit meinen Vater für ein Gespräch geführt habe…“ ändert Sina das Thema.


Es verging einige Zeit, Kyllia, Lisa, Suki, Sherry, Neia und Bariel unterbrachen sie bei ihre Erzählung nicht. Eher machten einige einen verwunderten Eindruck, dass der Dämonenkönig Mephisto komplett anders war bei Sina.

„Das…“ zog Sina ihr neues Katana aus dem Inventar hervor. „Ist meine neue Waffe. DAS werde ich auf jeden Fall noch anpassen, denn… Kreukus wird mir nie wieder in die Augen schauen, sollte ich seine Waffe nicht benutzen.“

Auf einmal klopfte es an der Eingangstür, Suki machte sich sofort an ihre Arbeit. „Was ich nicht verstehe Sina ist… Warum sieht der König meine Verlobte… als einen Schwächling? Sie hat einen dieser Destroyar besiegt.“ fragte Lisa nach und hielt eine Hand von Kyllia.

Sina seufzte nur. „Ich weiß es nicht. Ich habe mehrmals versucht, irgendwie mehr in Erfahrung zu bringen, aber er ist und bleibt in dieser Hinsicht sehr stur. Ich bin zumindest froh, dass Kreukus die jüngsten Schwestern aufgenommen hat.“

„Jilney mit ihren Fähigkeiten ist wirklich sehr gut bei deinem Schmied aufgehoben.“ stimmte Kyllia ihrer Schwester zu, hatte aber diesen traurigen Blick im Gesicht. „Hoffe nur, dass Orielle… ihre Essenssucht im Griff hat bei ihm.“

„Nun.“ betrachtet Sina ihr Katana von neuem. „Wenn er mit ihnen ganz Deymonlia auf den Kopf gestellt hat, sollten… ihnen schon das eine oder andere Monster über den Weg gelaufen sein und Orielle´s Magen kennengelernt haben.“

„Irgendwie…“ verzog Bariel das Gesicht bei der Vorstellung… als Sharlia das Wohnzimmer betrat. „Ah… scheinbar habe ich verschlafen.“ lächelt Sharlia, dafür war Bariel „not amused“.

„Nicht schlimm, solange du einen guten Schlaf hattest.“ merkte Neia die Spannung im Zimmer und versucht direkt das Klima etwas… „anzupassen“. „Oh? Was ist das für eine Waffe?“ betrachtet Sharlia das Katana von Sina.

„Eine neue von Kreukus. Wo… mir einfällt, hast du eine Waffe nun?“ erklärte Sina dies kurz, während Sharlia einen leeren Stuhl nahm. „Kyllia hat mir ein normales Schwert besorgt, aber… werde ich wirklich in die Situation kommen, mich verteidigen zu müssen?“

Sina schaute ihre Tochter an. „Ja, denke… schon. Nicht jeder nimmt uns wohlwollend auf Schätzchen. Was mich eher interessiert… wir wissen alle hier… du brauchst Schmerzen. Würdest du jemals deine Spezialfähigkeit einsetzen?“

„Hmm… vermutlich, wenn ich gegen jemanden kämpfe, wo keiner eine Chance hat.“ grübelte Sharlia. „Denn… ich mache es ungern, denn… ich verliere all meinen gesammelten Schmerz. Das widerspricht… ja meiner Natur oder?“ lächelt die jüngere Schwester dann.

„Mutter?“ kam auf einmal Suki und jeder dreht sich zu ihr, wo jeder ihr blasses Gesicht sah. Die Hausmaid hielte zwei Briefe in den Händen. „Ich… soll diese Briefe von der Abenteuergilde Bariel und Neia überreichen.“

„Ach Scheiße…“ schloss Bariel ihre Augen. „Dann müssten sie gestern alle irgendwann gekommen sein. Mama… alle Protektoren sind wohl nun in der Stadt.“ Suki ging schweren Herzens zum Tisch und überreichte die Briefe den genannten Namen.

Neia hielt ihn mit zitternden Händen, traut sich nicht mal den Brief zu öffnen. Bariel dagegen hatte nicht die Hemmungen und las sich den Inhalt durch. „Hmm… wie ich es gedacht habe, sie wollen mit mir ein Gespräch führen, ob ich meiner Aufgabe als Protektor gerecht bin.

Ich habe zwar mit Ferr gesprochen, doch er meinte nur, dass wird mit allen besprochen, ich soll solange weiter meiner… naja… „Arbeit“ nachgehen, die ich aber nicht habe.“ hingen die Flügel von Bariel runter.

„Soll… ich für dich öffnen?“ fragte Sina vorsichtig, doch Neia schüttelt ihren Kopf. Sie öffnet nun Brief und liest dann nun auch den Inhalt. „Man… wünscht mich heute zu einem Gespräch, dabei ist die Integrität als Abenteurerin zu überprüfen…“

Ein Schweigen war im Wohnzimmer, Sherry streichelt den Rücken von Neia. Sharlia selber war nicht auf dem laufenden und nahm ganz normal ihr Frühstück. Sina steckte ihr Katana in ihr Inventar, ihre eigene Berichtserstattung ist nun nebensächlich geworden.

Bariel stand auf einmal auf. „Es bringt nichts, ich werde mich umziehen und direkt zur Gilde gehen. Ich würde… dir raten Neia, dass du eine Stunde später nachkommst, denn… sie werden bestimmt wissen, dass du in der Stadt bist.“

Bevor irgendwer was dazu sagen konnte, ging Bariel direkt aus dem Wohnzimmer raus. Der Stuhl von Sina schob sich näher zu Neia und legte einen Arm um die Blutelfe. Sie sagte nichts, manchmal… braucht man einfach keine Worte.

Kyllia merkte in sich, wie sehr Sina nun besorgt ist… und spürt auch zugleich, dass ihre Schwester sich zurückhält, in Aktion zu treten. „Hmm… ich… weiß nicht genau, was los ist, aber wenn ich… störe?“ wollte Sharlia wieder was sagen…

„Nein, du bist nicht Schuld an der Stimmung oder störst, es ist nur… dir fehlt einfach all das nötige Wissen, was hier los ist.“ teilte Kyllia das mit. „Versuch dich einfach… bestmöglich zu erholen, ohne jemanden zu helfen. Es wird schon der Zeitpunkt kommen, dass du dann selber was tun darfst.“

„Wirklich?“ lächelt Sharlia und Kyllia nickte. „Wirklich. Komm… nimm dein Frühstück mit und dann erzählst du mir mal… was du noch so in Deymonlia mitbekommen hast.“ stand Kyllia auf und warf Lisa auch den Blick zu. „Gerne.“ nickte Sharlia und stapelt sich quasi alles auf den Teller.

Drei weitere Damen verschwanden, Suki räumte den Tisch ebenfalls auf und versuchte dem größten Problem viel Platz zu geben. Doch Neia wird von Sina und Sherry getröstet, ohne das sie was sagen müssen.

„Es… ist… wohl schneller vorbei als… gedacht oder?“ stottert Neia auf einmal. „Schade… dass ich nicht… wenigsten einen letzten Auftrag machen konnte…“ fielen Neia die Tränen, dabei versuchte sie zu lächeln.

„Pss…“ murmelt Sina nur, Sherry stimmte ihr nur zu. „Wenigsten… euch habe ich. Wäre… es noch wie früher gewesen, dann… wäre ich wirklich verloren…“ lächelt Neia traurig. „Ich werde dich begleiten. Sherry… muss selber entscheiden, aber ich denke… es reicht, wenn einer mit ihr geht oder?“ fragte Sina an.

„Das überlasse ich Neia. Wenn ich dabei soll, dann bin ich dabei. Dann soll die Welt halt sehen, welch eine Schönheit sie auf vier Beinen geworden ist. Nur ihr dürft mein Fell streicheln, andere… werden eine tödliche Kuh erleben.“ sagte Sherry dies sehr ernst.

Neia legte eine Hand auf die Hand von Sina. „Nein… es reicht, wenn Sina mitkommt. Wir… wollen keinen Stress und Chaos verursachen, wenn jeder von uns doch… weiß, wie es heute enden wird. Ein bisschen… muss ich Bariel bewundern, dass sie das Problem so direkt angeht.“

„Sie hat aber nicht dein Problem Neia. Wenn geht es eher um ihren Protektoren-Status, wo sie bei unseren Gesprächen… ziemlich sicher war, es im Griff zu haben. Lass… dich jetzt einfach von uns verwöhnen, damit du für nachher die Kraft hast…“ redete Sina ruhig auf Neia ein. „ … Danke…“

Es verging einige Zeit… als Sina in ihrem schwarzen Kimono nun Neia in die Gilde begleitet, Arm in Arm. Liebend gerne hätte sie ihre Pläne gemacht, aber Neia geht vor allem vor. Die Damen gingen an vielen Läden vorbei. Die Stadt scheint gewohnt wieder normal ihren Weg zu gehen.

Doch… man sah schon die Abenteuergilde von weitem. Sina schaute kurz ihre Frau an und man sah ihr an, dass sie sehr angespannt war. Man wusste es besser, aber… „Hoffnung“ kann manchmal ein richtig gemeines Biest sein.

Beide betrachten die Gilde… und man merkte eine… unangenehme Anspannung. „Hmm? Ist das so übel, wenn alle Protektoren da sind?“ grübelte Sina, dennoch… verwundert sie eines mehr. Aus irgendeinen Grund waren alle vampirische Mitarbeiter mehr oder weniger so eingeteilt, dass sie keinen Kontakt mit den Abenteurern hatten.

Sie sah in der Menge auch Tio und Mio, die eigentlich an den Tresen stehen sollten, aber eher… den Boden fegten. Nun betrachtet Sina ihren Ring, der zumindest zwei Titel versteckt: Einmal den „Destroyar“ und den „Teufel“. „Wenigsten diesmal war mein Kasten nützlicher gewesen.“ dachte Sina noch im Büro.

„Was ist hier los?“ flüstert Neia, scheinbar hat sie es auch gemerkt, dass einiges… nicht richtig ist. „Keine Ahnung, aber muss ja was mit den Protektoren zu tun haben. Komm… lass uns an den Tischen da warten, vielleicht können wir irgendetwas herausfinden.“ flüstert Sina.

Gesagt, getan, taten die Damen dies und Sina starrte ganz fest die Zwillinge an, doch aus irgendeinen Grund ignorieren sie Sina. „Oi, ich weiß, dass ihr wisst, was ich will!“ wurde Sina das Spiel zu dumm. „Kommt gefälligst her!“

Die Zwillingsvampire schreckte auf, schauten sich kurz in die Augen, dann gaben sie wohl auf. Beide kamen brav zu Sina und starrten nur den Boden an. „Sagt meine beiden… Was ist genau hier los?“ fragte Sina direkt.

„Wissen wir nicht.“- „Genau, Protektor Ferr hat uns Vampire von allen Posten abgezogen, wo wir mit Personen in Kontakt kommen.“ hörte man die Trauer in den Stimmen der beiden Damen.

„Bitte was?!“ staunte Sina. „Wieso das denn? Was ist denn mit Ma Shi?“ Nun schauten die Zwillinge erstaunt Sina an. „Hat… Bariel dir nichts gesagt?“- „Ma Shi wurde in den Ruhestand versetzt.“

Dies hört Sina zum ersten Mal, denn ihr Gesichtsausdruck zeigte an wie: „Wollt ihr mich verarschen?“ „Herrin, wir wissen nicht, was genau passiert ist. Nur…“ – „Protektor Ferr kam an dem einen Tag und hat direkt den Gildenmeister in seinem Büro aufgesucht.“- „Genau, was da passiert ist, wissen wir nicht.“- „Nur das Ma Shi sich bei allen verabschiedet hat und dann die Gilde verlassen hat.“

„Ma Shi, DER Ma Shi, wurde einfach in den Ruhestand versetzt? Wer…“ hakte Sina nach. „Protektor Ferr leitet unser Gildenhaus, bis ein Nachfolger gefunden ist.“- „Doch vorerst meinte er, muss er seine Arbeit als Protektor nachgehen.“- „Wir sollen einfach wie gewohnt weiterarbeiten.“- „Doch heute… wurden wir alle auf einmal von allen anderen Mitarbeiter getrennt.“ kamen immer abwechselnd die Antworten.

„Ja, das habe ich gemerkt. Alle Vampire, dabei seid ihr doch offizielle Mitarbeiter oder nicht? Das riecht hier nach Rassismus.“ wurde Sina sauer.

„Vorsichtig was sie sagen.“ warnte auf einmal eine ältere Stimme. Sina drehte sich um, Neia die bisher schweigend war ebenfalls. Beide sahen einen älteren Mann, der auch einen Richter darstellen könnte, wäre da nicht sein Schwert an der Seite. „Sie sind…?“ hob Sina nur eine Augenbraue hoch.

„Protektor Ferr, momentaner Leiter dieses Gildehauses.“ stellte sich Ferr… nicht unbedingt freundlich vor. „Bevor sie hier einen Aufstand machen Lady Sina, die Vampire haben alle einen Vertrag unterschrieben.

Wenn ich sie einteile, dass sie putzen sollen, dann putzen sie. Wenn sie in der Trainingshalle Übungskämpfe umsetzten sollen, dann sollen sie gefälligst die Abenteurer trainieren.“

Sina wusste nicht warum, aber aus irgendeinen Grund konnte sie den Mann überhaupt nicht ab. Er ist genau dieser Typ, der sich in jeder verdammten Regel versteckt und sollte was sein, hebt er dies wie ein Schild hoch.

„ALLE Vampire? Schon mal was von Gleichberechtigung gehört?“ stand Sina auf, damit sie dem Mann in die Augen schauen kann. „Wo ist das Problem? Der größte Teil der vampirischen Mitarbeiter hat überwiegend die letzten Wochen Tag und Nacht die Abenteurer bedient. TAG und NACHT!

Jetzt sollen sie sich ausruhen und wenn es in ihren Augen vorkommt, als würde ich sie alle in einen Topf werfen, können sie es ja besser machen.“ kniff Ferr seine Augen leicht zusammen. „Auf jeden Fall bin ich nicht hier, um mich bei ihnen mit irgendeiner Rechenschaft zu rechtfertigen. Fürstin Neia nehme ich an?“ schaut der Mann Neia an.

„Erm… dass ist richtig, aber…“ wollte Neia den Titel ansprechen, da unterbricht Ferr sie schon. „Bitte folgen sie mir in den Konferenzraum, dort warten die anderen Protektoren. Alleine.“ warf Ferr ein Blick auf Sina zu.

Nun bildete Sina ihre Hände zu Fäusten, wo Neia eine Hand auf ihren Arm legt. „Nicht, es bringt nichts. Aber… trotzdem danke.“ „Bist… du dir sicher?“ fragte Sina vorsichtig und Neia stand auf, dabei nickte sie.

Ferr drehte sich ohne jeden Kommentar ab und ging zum Konferenzraum. „Ich weiß nicht warum, aber ich kann verstehen, warum man den Mann sehr schwerlich mögen wird.“ knurrte Sina, dann drehte sie sich zu Neia… und gab ihr einen Kuss. „Ich werde hier warten.“

„Danke.“ lächelt Neia und ging… langsamen Schrittes auch zum Konferenzraum. So schön sie in ihrem schwarzen Kleid war… merkte man, dass Neia eine Trauer ausstrahlte. Die Tür fiel vom diesem Zimmer zu, drehte Sina sich zu den Zwillingen.

„So, was ist hier eigentlich los? Es hat nicht viel gefehlt und der alter Knacker hätte seinen Kopf verloren!“ starrte Sina wütend die Zwillinge an. „Wir können doch nichts dafür!“- „Genau, seit der alte Gildemeister weg ist, ist alles anders geworden.“

„WO ist Bariel? Sie müsste doch dann fertig sein, wenn Neia auf einmal zum Gespräch eingeladen wird.“ „Erm… wir haben sie gesehen…“- „Und sie hat auch den Konferenzraum verlassen mit Ferr, doch…“ schauten sich die Zwillinge kurz an.

„Eigentlich müsste sie noch hier sein, vermutlich im Büro des Gildemeisters.“- „Scheinbar wird sie noch später einen Einzelgespräch mit Ferr haben.“ „Aha? Wo ist Prashi? Sie habe ich auch noch nicht gesehen.“

„Sie ist krankgeschrieben.“- „Es war scheinbar doch zu viel für sie gewesen.“- „Wobei… offiziell krank wurde sie erst, als Ma Shi gegangen ist.“- „Wir vermissen ihn, denn… so neutral Ferr sich verhält.“- „Merkt man doch eine gewisse Abscheu von ihm.“- „Dabei brauchen wir die… sogenannte „Pause“ nicht.“- „Genau, wir waren nur am Anfang mehr oder weniger überrannt, aber…“- „Jetzt wären wir definitiv eingespielt. Es war nur, dass wir auch Nachts arbeiten mussten.“- „Was ja eigentlich komisch ist, weil die Nacht unser Freund ist.“- „Wie dem auch sei, es gefällt uns… momentan so nicht.“- „Gut das Neia nicht da ist.“- „Das wäre ein pures Chaos gewesen.“

Sina setzte sich wieder auf den Stuhl und musste die Information verarbeiten. „Bariel… ist alleine im Büro, Prashi ist krank, vermutlich ist Louis dann bei ihr. Die Vampire werden von heute auf morgen auf einmal ganz getrennt. Wieso habe ich das Gefühl, wir bekommen das alle noch etwas zu spüren?“ grübelte Sina.

„Mio und Tio, trotz des ganzen Stresses, habt ihr Information, die ich damals euch gegeben habe wegen Glacia?“

„Haben wir alles in unserem Zimmer versteckt.“- „Genau, dachten, wir sammeln soviel wie möglich, statt sie immer einzeln abzugeben.“ nickten die Zwillinge. „Doch glauben wir, dass…“- „Irgendwie fehlen Unterlagen.“ „Wie soll man das verstehen?“ wundert Sina sich.

„Wir haben am Anfang nichts gedacht, doch…“- „Nachdem wir die Berichte selber gelesen haben, fehlen unheimlich relevante Informationen.“- „Monsterstein, Kadaver, Zeugen, Bestätigung des Auftrages.“- „Es wurde einfach irgendwie für Beendet erklärt ohne das es wirklich eine Bestätigung gibt.“- „Schlimmer, nachdem wir bei anderen Gildehäuser nachgefragt haben, wurde wir auf die Fehler regelrecht angefeindet.“

„ … glaubt ihr, dass es bewusst vertuscht wird?“ kam die Frage von Sina. „Wissen wir nicht. Normal würden wir das Ma Shi fragen…“- „Doch haben wir bisher nicht die Zeit gehabt wegen des Pflanzendebakels in der Stadt.“- „Das wäre eine Aufgabe für die Protektoren, aber…“- „Sie machen auf uns überhaupt keinen freundlichen und vertrauenden Eindruck.“

„Wie heißen die anderen? Außer den alten Arsch.“ ließ Sina direkt ihre Meinung kund von Ferr. „Erm Protektorin Millie, Protektor Corcan und Protektor Krasisus. Alles Menschen, die scheinbar irgendwie… noch nie gelächelt haben.“- „Genau, selbst Bariel ist da viel viel angenehmer und sie lacht auch!“

Auf einmal knallte eine Tür auf und Sina drehte sich sofort um. Neia stand mit Tränen an der Tür und schien… irgendwie was nicht zu akzeptieren. Sie sah Sina… dann rannte sie direkt aus dem Gildehaus raus. „Neia?!“ rief Sina direkt hinterher.

„Keine Ahnung was los ist, aber…“ wollte Sina den Zwillingen noch was sagen. „Lady Sina?“ rief eine Männerstimme laut, es war Ferr selbst. „Was?“ drehte Sina sich zu dem Protektor um, der an der Tür stand.

Alle… alle Mitarbeiter und Abenteurer waren still, als sie diese Spannung merkten. „Lady Sina, wir wollen mit ihnen sprechen.“ „Dann vereinbaren sie einen Termin, ich habe besseres zu tun.“ wollte Sina Neia hinterher laufen.

„Dann betrachte ich es als bestätigt, dass sie ihre Neutralität als Abenteurerin mehrmals verletzt haben.“ rief Ferr laut und Sina musste anhalten. „ICH habe die Neutralität verletzt? Wollen sie mich jetzt auf dem Arm nehmen?“

„Keineswegs, die Frage ist, stimmt das wirklich oder nicht? Sie sollten über ihre… „Tochter““ Ferr sprach es fast aus, als findet er etwas widerlich. „Bariel alles wissen, wie wir Protektoren arbeiten. Es ist ihre Wahl, denn wir sind eine ausführende Kraft, die die Abenteuergilde unter allem Umständen schützen muss. NOCH haben sie die Wahl, dass unsere Entscheidung geändert werden kann.“

„Das muss natürlich heute und jetzt erledigt werden? Sorry, aber meine Frau hat vermutlich ihren Status als Abenteurerin verloren!“ war Sina regelrecht wütend. „Und das zurecht. Sie hat uns all die Jahre belogen, dass sie in Wirklichkeit die Anführerin einer Elfennation war. Die Umstände sind dabei egal, sie wusste es.“

„Alter. Noch ein falsches Wort und ich scheiße auf die Neutralität! Dann werden die Vampire ein bisschen mehr putzen müssen. So wie sich das gerade angehört hat, haben sie Neia überhaupt keine Chance für eine Erklärung gegeben!“ sprach Sina nun ihre Drohung aus.

„Stecken sie ihre Drohungen sonst wo hin. Alles wichtige wurde besprochen, eigentlich hätte Bariel es längst machen müssen. Dank ihr UND euch müssen wir mehr Arbeit machen, als es eigentlich ist!“ ließ Ferr sich nicht einschüchtern.

„Also Lady Sina, ihre Wahl. Heute und jetzt oder nie wieder?“ kam die Drohung von Protektor. Die Dämonin hat sofort verstanden, was Ferr damit andeutet.

Sina sah aus, als würde sie einen Mord begehen. Kann ihre Frau nicht den Trost geben und muss sich nun mit diesem Ekel auseinander setzten?

„Ich hoffe doch sehr, dass ich nicht meine Zeit verschwende!“ kam Sina zu einer schweren Entscheidung.