Ich bin wiedergeboren und die Urvampire?
„Wie meint ihr das? Es ist sehr lange her, dass ihr so unruhig wirkt.“ hakte Sina direkt nach, als ihr Lehrer sehr besorgt wurde, als er den Vampir sah. Bei der Aussage musste Wisali wieder schmunzeln.
„Stimmt, dennoch ist das ein sehr schlechtes Zeichen, wenn ein Feind, der in meinen Augen tot sein sollte, wieder in Erscheinung tritt.“
„Stopp!“ hob Sina eine Hand hoch. „DU weißt genau, wer mein Feind ist?“ „Ich muss das leider bejahen und nach dem Gespräch werde ich wohl mit eurem Vater sprechen müssen, denn diese hmm… Urvampire habt ihr sie getauft oder? Sie sind ein sehr großes Problem.“ nickte Wisali.
„Ok, dann hol ich ein paar Leute mehr, Neia?“ drehte Sina zu der Blutelfe, die immer noch die Kuh liebevoll bürstet. „Keine Zeit~“ summte Neia, Sherry ist scheinbar in ihre eigene Welt. Nun ging Sina zu Neia, riss die Bürste aus der Hand und warf es mit einer atemberaubende Geschwindigkeit aus der Tür, wo ein Fenster zu Bruch ging.
„Hey, was soll das?!“ regte Neia sich auf, da stellte Sina sich vor Sherry, die sie mit roten Wangen verwirrt anschaut. Bevor die „Kuh“ was sagen konnte, küsste Sina sie auf dem Mund…. „Hmpfpppf!“ wollte Sherry vermutlich was sagen, aber Sina ließ nicht zu, dass ihre Verlobte sich trennen kann.
Was auch Sina machte, Sherry bekam einen hochroten Kopf… bis Sina den Kopf losließ. Sherry fiel zur Seite, keuchte sehr schwer und ihre Augen sind nur am Drehen. „Folgendes Neia: Wenn du auch so einen Kuss haben willst, gehst du zu Lisa, sagst ihr, sie soll zu Lysa gehen und den Übertragungsstein zu Layla mitbringen.
DU aber gehst zu Renee oder Viktoria, die ebenfalls den Übertragungsstein zu Roman mitbringen sollen, denn diese Informationen sollen sie direkt alle frisch von Wisali bekommen. Wenn du das alles brav machst…“ wollte Sina schon was sagen, da ist Neia schon aus dem Wohnzimmer gerannt.
„Ich merke, ihr habt eure Liebenden sehr gut im Griff.“ schmunzelt Wisali. „Dann werde ich eben was zu trinken holen, denn… das wird keine angenehme Geschichtsstunde werden.“ verschwand der Dämon aus der Übertragung.
„Das… glaube ich vermutlich auch…“ seufzte Sina und ging zu ihrem Sitzplatz. „Das wird vermutlich Zeit brauchen.“ murmelt die Dämonin und holte die dritte Kiste aus der Truhe hervor. Sie öffnet den Deckel… und wirkte verwundert.
Sie sah zwei Haarspangen, die in einem metallischen rot gehalten sind, dabei war eine seltsame Blume darauf abgebildet, dessen Art Sina aber nicht kannte. Dabei lag auch ein geknickter Zettel, den Sina nun nahm und öffnete.
Was Sina in diesem Moment nicht bemerkte war, dass jemand durch die Tür ins Büro von Wisali lünkerte und weit ihre Augen aufriss. „Prinzessin Sina?!“ dachte die neugierige Person und rannte direkt aufgeregt weg.
Andenken von eure Mutter
Diesen einen Satz las Sina auf dem Zettel. Sie musste mehrmals blinzeln, drehte den Zettel mehrmals um, aber es blieb bei diesem Satz. „Es… gehörte meiner Mutter?“ wurde Sina nun doch etwas emotional.
Vorsichtig nahm die Dämonin eine Haarspange heraus und betrachtet sie nun aus jedem Blickwinkel. Bewusst oder unbewusst legte Sina die Spange dann an ihr linkes Ohr an, dabei holte sie einen Handspiegel aus ihrem Inventar und betrachtete sich dabei.
„Wenn… ich nur wüsste, was das für eine Blume ist…“ grinste Sina traurig. „Sina… was… war… das eben…?“ stöhnte Sherry vom Boden hoch. „Zungenkuss gepaart mit meiner Illusionsmagie. damit dein Körper stärker stimuliert wird.“ erklärte Sina vom Stuhl aus.
„Oh… bei der… Göttin…“ keuchte Sherry. „Das… ist ja gefährlich…“ „Ich weiß, aber irgendwie magst du es ja wirklich gebürstet zu werden und IRGENDWIE… war ich etwas eifersüchtig, dass DU die Aufmerksamkeit bekommen hast.“ schaute die Dämonin sich weiter an.
„Oha?“ richtete Sherry sich langsam auf. Ihren Kuhkörper hatte sie nur bedingt im Griff. „Meine Verlobte ist eifersüchtig, Muh? Weil Neia sich um mich kümmert, wenn ich von vielen gebürstet werde?“ grinste die „Kuh“ frech.
Nun drehte Sina sich zu Sherry um und leckte sich die Lippen, dabei hob sie eine Augenbraue. „Ja? Darf ich das nicht mal sein? Normalweise dreht sich immer alles um mich.“
„Uhu, so ein Mist aber auch, dass ich nun dran bin, Muh!“ kichert Sherry gemein, die wieder auf ihren Knien lag. „Vielleicht willst du ja auch dann den Ring der Kuh tragen, wenn Neia ihn getragen hat.“
„Hrm… Warum… ach egal, am Ende sehe ich es schon kommen, dass Suki, Bariel und wer sonst noch im Haus ihn trägt, nur damit ich am Ende ganz laut schreie: Will auch tragen, mimimi!“ rollte Sina ihre Augen.
„Hätte was.“ grinste Sherry breit. „Auch… wenn man es dir nicht angesehen hat, aber… du vertraust Wisali wirklich vom Herzen oder? So… wie ich dich einschätze, hast du bestimmt mal gewünscht, dass er dein Vater wäre.“
Nun schaute Sina mit einem betroffenen Gesicht zu Boden. „Ich… habe mir vieles gewünscht und doch war es eher Wisali, der mir geholfen hat. Viele Male hätte ich ihn gelyncht, weil er immer diesen wissenden Blick hatte, aber… Eher kommt er mir wie ein Großvater als eine Vaterfigur rüber. Nicht, dass ich es ihm jemals sagen werde.“
„Und dennoch… wenn es Dämonen wie ihn gibt, dann müsste es ja weitere geben. Nicht unbedingt, die für den Krieg sind, sondern ehrm… eher offen sind für alles.“ meinte Sherry und Sina nickte. „Die gibt es, aber… sind eher in de Unterzahl und wenn sie es offen zugeben wie Wisali es macht… es würde kein angenehmes Leben in Deymonlia sein.“ grinste Sina traurig.
Es verging einige Zeit, Viktoria und Lysa mussten die Übertragungssteine so ausrichten, dass man Wisali sehen konnte. „Es ist schon einige Zeit her, dass ich Vampire gesehen habe.“ trank Wisali einen Tee.
„Vermutlich vor 2000Jahren?“ rät Sina, da schüttelt der Dämon den Kopf. „Nein… Ich bin mir nicht sicher, ob… ich das sagen darf, denn… es könnte Einfluss auf euer Leben nehmen. Ihr wisst selber, Wissen ist Macht. Doch mit Macht kommt Verantwortung.“
„Hm? Was hat dieses Wissen damit zu tun, wann du das letztes Mal einen Vampir gesehen hast?“ wundert sich Sina. Im Hintergrund gingen die Übertragungen auf, die Familienmitglieder klärten die Clanführer auf.
„In eurem Fall? Sehr viel.“ lächelt Wisali traurig. „Sina? Ich hoffe, dass es wichtige Informationen sind?“ merkt Layla an, die etwas… ungeduldig wirkte, Roman selber streichelt nur seinen Zwirbelbart.
„Also… folgendes, darf ich vorstellen? Das ist mein persönlicher Lehrer Wisali, der älteste und klügste Dämon aus Deymonlia. Er hat den Vampir, der dich beobachtet hat, erkannt und direkt vor einer Gefahr gewarnt.
Also Layla, bitte… etwas höflicher zu ihm sein ok? Wisali, die beiden im Übertragungsbild sind die Vampirkönige Layla und Roman, die über die größten Vampirclans auf der Welt herrschen. Die Damen, die du hier siehst, sind alles deren Töchter.“
„Vampirkönige?“ lächelt Wisali. „Das ist nun wirklich sehr selten, dass ich auch mal andere kennenlerne.“ „Du… kennst auch andere?“ staunte Renee und der Dämon nickte ihr zu. „In der Tat, ein sehr junger Vampir namens Acula hat uns immer wieder einen Besuch abgestattet.“
„Stimmt… Acula war sehr von sich überzeugt gewesen, dass er mit den Dämonenkönigen Duelle geführt hatte und diese sich immer auf ein Unentschieden geeinigt haben.“ fiel Sina was ein.
„Ahm…“ schaute Wisali kurz die Vampirkönige an, dann wieder Sina. „Prinzessin Sina, dass stimmt so nicht… ganz. Es hat diese Duelle gegeben, nur wurden die Dämonenkönig damals eher erheitert, dass jemand so von sich überzeugt war, es mit ihnen aufnehmen zu können.
Ich könnte die Geschichte ausschmücken, es ist aber Fakt, dass Lord Acula am Ende sehr einseitig von ihnen in die Ecke gedrängt worden war. Überleg doch Prinzessin Sina… würde Lord Acula oder die anderen Vampirkönige es mit eurem Vater aufnehmen können?“ sah man den wissenden Blick bei diesem Dämon.
„Wie… kannst du es wagen, meine Mutter als schwach zu bezeichnen?!“ wurde Lysa sauer. „Lysa… du hast meinen Vater nicht kennengelernt.“ drehte Sina sich zu ihr um. „Ich kann verstehen, wenn du deine Mutter in Schutz nimmst, aber… du musst es wirklich realistischer sehen.
Nach der letzten Aktion mit ihm habe selbst ich Zweifel, dass ich eine sichere Siegeschance gegen ihn hätte. Bitte… nimm dir nicht alles zu Herzen, wenn mein Lehrer die Fakten auf den Tisch legt. Es kann dabei der Stolz verletzt werden, aber es ist nicht Wisali´s Ziel, jemanden erm… fertig zu machen.“
„Das ist es keinesfalls. Ich hoffe, dass ich euch nicht beleidigt habe.“ verbeugte sich Wisali leicht entschuldigend. „Es sind einfach nur Tatsachen, die ich anspreche. Da ihr Lord Acula ja zu kennen scheint, wie geht es ihm? Das letzte Gespräch mit ihm ist schon etwas her.“
„Ich habe ihn getötet und dank ihm habe ich die Flügel bekommen.“ klärte Sina ihn schnell auf. „Oh? Schade, denn wenn man seine Hochnäsigkeit ignoriert, war er ein sehr angenehmer und gebildeter Mann gewesen.“ nahm ihr Lehrer es in Kenntnis.
„Eher finde ich es erstaunlich, dass mein Bruder euch nicht getötet hat.“ hob Layla eine Augenbraue hoch. „Hat er versucht und dabei festgestellt, dass man uns Dämonen nicht anhand unseres Aussehens einschätzen kann, wie stark man wirklich ist.“ schmunzelte Wisali, als würde er sich wieder an etwas erinnern.
„Du kannst kämpfen?“ war eher Sina über diese Information schockierter gewesen. „Natürlich? Nur weil ich Lehrer bin, muss ich doch gewisse Handgriffe kennen, wie man… rebellische Dämonen in den Griff bekommt oder?“ grinste Wisali.
„So… schön es ist, aber… glaube du wolltest über diesen Vampir erzählen oder? Was hat es denn mit dem Wissen zu tun, was speziell auf mich zutrifft?“ änderte Sina schnell das Thema.
Nun wurde Wisali wieder traurig und schien wohl alle Vor und Nachteile abzuwägen. „Prinzessin Sina… der letzte Vampir ist gestorben, als wir das Experiment mit euch umgesetzt haben.“
Alle anwesenden Personen wurden sofort hellhörig, selbst Layla wurde geradezu gierig, mehr zu erfahren. „Wie… kann ich es verstehen? Ich wurde doch in einem Kokon geboren?“ hielt Sina ihren Kopf schräg.
„Das… stimmt nur bedingt. Ihr und eure Schwestern wurdet für diesen Prozess aus dem Mutterleib mit magischen Mitteln herausgenommen. Kaum ein Fötus und dennoch hatte Calligus mit dieser Idee euch mehr oder weniger erschaffen.
Ihr… und all eure Schwestern wurdet in einen Kokons um positioniert. Doch statt das natürliche Fruchtwasser, wurdet ihr alle in ein modifiziertes Vampirblut eingesetzt. Ihr und auch eure Verbündeten kennen vermutlich zur Genüge das Problem mit dem Blut jeweiliger Rassen.
Doch Calligus hat das Blut von dem Vampir so verändert, dass es eure dämonischen Merkmale unterdrücken sollten. Alle… eure Schwestern bekamen unterschiedliche Dosierungen. Nur ihr habt die maximale Dosierung bekommen.
Das ist das „große“ Geheimnis bei diesem Experiment gewesen Prinzessin Sina. Meine Vermutung ist, dass all eure Schwestern eine Spezialfähigkeit bekommen haben, dass es ein Nebeneffekt durch das modifizierte Vampirblut war.“
Sina war überrascht von dieser Information. „Aber… warum reagieren wir denn überhaupt miteinander so auf das Blut? Wisali… bitte sag mir warum. Selbst Layla kennt den Grund nicht.“ schaute Sina kurz zu der Vampirkönigin, die nur den Kopf schüttelt.
Wisali lehnte sich nach vorne und verschränkt die Finger, dabei schaute er wirklich jede anwesende Person an. „Würdet… ihr mir glauben, dass Dämonen und Vampire mal ein und dieselbe Rasse gewesen waren?“
„Das kann nicht sein!“ widersprach Layla sofort. „Ihr Dämonen seid vor uns gewesen, wir sind in keinster Weise miteinander verwandt!“ „Bedaure, aber doch, wir sind verwandt.“ lächelt Wisali traurig. „Hm… Wie erkläre ich es in diesem Fall einfach, denn das ist ein Thema, dass viel Zeit benötigt, weil das alles Wissen aus dem zweiten Zeitalter stammt.“
„W… warte Wisali, wie… meinst du das mit dem zweiten Zeitalter?“ unterbrach Sina ihren Lehrer, denn langsam wurde es wirklich konfus.
„Prinzessin Sina, wir alle leben im vierten Zeitalter. Mit dieser Antwort müsstet ihr eigentlich alles verstanden haben, denn ich habe euch heute ja gesagt: Dämonen hat es immer gegeben.“
„Wie… alt ist denn dein Lehrer?!“ staunte Viktoria. „Alt… aber irgendwie…“ murmelt Sina, als Wisali schmunzelt. „Ich bin einfach nur ein alter Dämon, der alles Wissen auf der Welt gerne gesammelt hat. Bücher, Geschichten, Erzählungen, Gedichte, Prophezeiungen, damit ich dieses Wissen immer einer neuen Generation von Schulkindern beibringen kann.“
„Aus… welchem Zeitalter stammst du denn Wisali?“ musste Sina fragen, da schüttelt Wisali den Kopf. „Wissen ist Macht, aber unnötiges Wissen kann auch störend bei der Entwicklung sein. Bleiben wir einfach bei meiner Aussage.
Nun, Vampire und Dämonen. Früher waren sie eins gewesen. Ab Ende des zweiten Zeitalters muss der dunkle Gott eine Änderung vorgenommen haben. Wie und warum, diese Fragen wage ich nicht mal zu überlegen, was sich ein Gott dabei gedacht hat.
Was sind wir in den Augen der Götter? Ihre Spielzeuge? Ihr Experiment? Vielleicht wie ihr euch Vampire immer ausdrückt: Viecher? Es ist nur verschwendete Zeit, darüber nachzudenken, daher ist es besser zu wissen, dass eine Trennung stattgefunden hat.
Albinohafte Dämonen wurden geboren, die eigenartige Fähigkeiten besaßen. Sie waren… sehr verpönt gewesen, kleine Status, blasse Haut und Schwierigkeiten mit dem Sonnenlicht, denn ihre Haut fing immer sofort an, zu brennen.
Mehr noch, war bei jeder weiteren Generation das weitere Problem entstanden, dass diese nach Blut gierten. Dämonen waren schon immer eine sehr stolze Rasse gewesen und in diesem Zeitalter… war Kannibalismus mit einer Todesstrafe zu rechnen.
Den Begriff Vampir als solches kam erst in diesem Zeitalter, denn früher waren es immer die „weißen Dämonen“ gewesen. Nun kommt die Frage, was es mit dem Blut auf sich hat zwischen den Dämonen und den Vampiren.
Hoffentlich beleidige ich euch alle nicht, aber… ihr seid unvollkommen. Immer wenn ihr das Blut der anderen Rasse trinkt, bringt ihr euch gegenseitig dazu, das altertümliche Aussehen der Dämonen anzunehmen.
Die „weißen“ Dämon hatten die typischen Merkmale immer gehabt: Schwanz, Flügel, Hörner. Was sich ändern kann ist, welches Blut welche Seite trinkt. Wenn ein Vampir das Blut eines Minotauren trinkt, bekommt er einen bulligen Körper und deren Größe.
Umgekehrt würde der Minotaurus kleiner werde und menschliche Züge annehmen, dennoch wiederum den „weißen“ Dämonen ähneln. Beide Seiten würden immer das ursprüngliches Aussehen des weißen Dämonen annehmen.
Bei euch Lady Sina muss ich anmerken, dass es sich bei euch UND bei euren Schwestern tatsächlich anders verhalten kann, weil ihr alle von einem Experiment seid. Eure großen roten Flügel, die hatten die weißen Dämonen nicht gehabt.
Das ist das große Geheimnis zwischen uns Dämonen und Vampiren. Wir sind uns alle näher, als wir uns eigentlich bewusst sind.“ lächelt Wisali. „Doch hat sich bei den… hmm jetzigen Vampiren halt die Furcht eingeschlichen, dass es zwar mehr Stärke gibt, aber die körperlichen Veränderungen verängstigt sie alle. Ich persönlich… sehe kein Problem bei den Veränderungen, denn ich sehe alle gleich an.“
„Ich bekomme Kopfschmerzen…“ murmelt Layla. Roman sah ebenfalls aus, dass diese Informationen an den Grundfesten gerüttelt haben. „Es… gibt ein Problem Wisali.“ merkte Sina an. „Du sagst, das Blut hilft uns das alte Aussehen der uralten Rasse der weiße Dämonen anzunehmen. Dummerweise ist gerade eine Sukkubus von einem Vampir geschwängert worden.
Dieses Kind… ist eine neuartige Rasse namens Dampir. Wenn du mir sagst, die hat es früher auch gegeben, frage ich mich, warum man davon nicht… Wisali?“ unterbricht Sina sich, weil Wisali mit einem offenen Mund vor ihnen saß.
„Prinzessin… Sina, habe ich richtig verstanden, ein Dämon…“ „Ja, hast du richtig verstanden.“ nickte Sina. Nun fing Wisali wieder an zu grübeln, während einige Damen sehr verwirrt wirkten. „Erkläre ich euch später, ok?“ beruhigte Sina Renee und Viktoria.
„Wieder erlebe ich ein Wunder der Welt.“ lächelte Wisali. „Dämonen und Vampire, früher eins bis sie getrennt wurden. Nun zwei eigenständige Rassen, die sich wieder vereinen. Das ist, was mich auf der Welt immer wieder fasziniert.“
„Die… Freude teilt vermutlich nicht jeder hier im Raum.“ merkte Sina an. „Also wenn ich einige Gesichter so sehe. Doch… wenn du sagst, die weißen Dämonen waren erst im zweiten Zeitalter entstanden, was… ist denn im dritten passiert? Wie… wechselt sich denn ein Zeitalter eigentlich?“
„Das…“ kam Wisali auf einmal in Erklärungsschwierigkeiten. „Das kann ich euch leider nicht sagen. Bevor ihr euch aufregt Lady Sina, mich binden einige Pakte für gewisses… Wissen. Ich kann euch nur den Hinweis geben, dass ihr mit den Göttern sprechen müsst.“
„Super… leider meldet sich der dunkle Gott nicht bei mir, trotz dass ich die Dämonenkönigin bin. Vater blockt ihn, ergo bleibt nur die Göttin übrig, wo ich überhaupt keine Ahnung habe, wie ich mit der in Kontakt kommen soll. So generell kommt man ja schlecht mit den Göttern in Kontakt.“ rollte Sina mit ihren Augen.
„Egal, dann bleiben wir einfach in der Annahme, dass etwas vor uns existiert hat. Die Welt aber irgendwie… keine Ahnung, einen Neustart erlebt hat. Layla und Roman sind die ersten Vampire mit ihren Geschwister gewesen. Dennoch sind es geborene Vampire. Letztendlich… haben sie einen Vater, der wohl aus dem dritten Zeitalter dann stammen müsste.
Der Vampir, den ich auf gegabelt habe, der hatte überhaupt keine dämonischen Merkmale gehabt, wenn nur die typischen eines Vampir. Aber Wisali… dieser Mann hatte die Rasse Vampir gehabt. Irgendwie… ist deine Erklärung etwas ungenau.“
„Das liegt daran, dass die weißen Dämonen im Laufe der Zeit sich immer mehr und mehr verändert haben. Jede weitere Generation entwickelte sich zu dem, was eure Verbündeten geworden sind. Wie… der dunkle Gott es auch gemacht hat, aber er hat es umsetzen können.
Doch im dritten Zeitalter hat man sie nicht als Vampire gekannt, sondern „Krashurrikra“, ein anderes Wort für Verräter. Sie haben sich von den Dämonen losgesagt und… haben sich eigenständig gemacht.
Diese Lossagung der weißen Dämonen kam überhaupt nicht bei den damaligen Dämonen gut an, als kam der Befehl, dass man sie ausrotten sollte. Dummerweise haben die Krashurrikra die Fähigkeit, weitere ihrer Artgenossen zu erschaffen und sie waren nicht wählerisch gewesen.
Egal welche Rasse, selbst Dämonen, haben sie zu ihresgleichen gemacht und auf der Stirn ein Sklavenmal eingebrannt. Das, was dieser Vampir auf der Stirn hatte ist nichts anderes, als dass der Anführer die volle Kontrolle über den Vampir hatte.
Einmal… eingebrannt, wird man es nie wieder los, weil sie das Verfahren so konzeptioniert haben, dass es auf die Knochen gezeichnet wird und was wir auf der Haut sehen, sind nur die Narben. Ich hatte immer die Vermutung gehabt, dass ein paar der Krashurrikra überlebt haben, denn sonst würden es die hmm… „neumodischen“ Vampire ja nicht geben oder?“
„Also… verstehe ich das richtig, dass im dritten Zeitalter ein… Krieg entbrannt ist zwischen Dämonen und diesen Krashurrikra?“ fragte Lisa nach und Wisali nickte. „In der Tat. Ein Krieg, der auf der ganzen Welt ausgetragen wurde.
Auch wenn sie es abstreiten, so hatten sie den gleichen Gedanken gehabt wie die Dämonen, die Weltherrschaft. Mit ihrer einfachen Fähigkeit weitere ihresgleichen zu erschaffen wie eine Krankheit, ist es ihnen beinahe gelungen.
Ich weiß bis heute nicht, ob es ihr Hochmut gewesen war. Aber sie haben es auch mit den damaligen Götterbestien versucht… sie unter ihre Kontrolle zu bekommen. Das sie glücklicherweise keinen Erfolg hatten, verdanken wir nun tatsächlich der Stärke dieser Monster.
Nicht nur hatten sie diese Fähigkeiten der Vermehrung, sie waren auch begnadete Alchimisten und Monsterzüchter. Was ihnen gefehlt hat, haben sie mit Drogen ausgeglichen. Alles Eigenschaften, die auch wir Dämonen sehr gerne zeigen.
Hmm… ich bin mir nicht so sicher, aber glaube Mitte des dritten Zeitalters bekamen die Dämonen die Krashurrikra in den Griff. Wegen ihnen mussten die Dämonen viele neue Zauber erschaffen, weil die Verräter mit ihren Drogen ihnen öfters überlegen waren.
Aber ihr größer Schwachpunkt blieb letztendlich das Sonnenlicht. Das haben die damaligen Dämonen ausgenutzt und Lichtzauber erfunden, auch wenn es für sie sehr unangenehm war es zu benutzen.
Man drängte sie immer mehr und mehr zurück, bis man ihren Anführer den Kopf abgeschlagen hatte. Dadurch verlor das Sklavenmal seine Macht und löste unter ihnen ein Chaos aus, dass sie sich bekämpft haben.
Ende des dritten Zeitalters hat man nochmal eine weltweite Aktion gestartet und eine Ausrottung der Krashurrikra umgesetzt. Als man am Ende keine von ihnen fand, wurden sie letztendlich als ausgerottet betrachtet, eigentlich. Wie ich eben erklärt habe, aufgrund dass neumodische Vampire existieren, muss man annehmen, dass doch einige überlebt haben. Wenn es nur ein paar wären, hätte ich zumindest versucht mit ihnen ins Gespräch zu kommen.
Doch… was mich beunruhigt hat, als ihr Prinzessin Sina diesen Vampir gezeigt habt, dass… er ein aktives Sklavenmal auf seiner Stirn hatte. Verstehst du… was das Problem ist?“ schaute Wisali Sina an.
„Dieser Anführer… muss noch am Leben sein oder? Nur er dürfte den Prozess über dieses Sklavenmal wissen. Entweder er oder jemand, der sehr nah bei ihm stand.“ hatte Sina ihre Arme verschränkt.
„Das ist korrekt, ihr habt aufgepasst.“ nickte Wisali zufrieden. „Was für mich… sehr schwer nachvollziehbar ist, weil er wirklich geköpft und sein Körper sehr… anschaulich verbrannt wurde.
Es muss also jemand gewesen sein, der das Vertrauen dieses Anführers hatte. Wir dürfen nicht vergessen, es muss ja jemanden geben, weil es hat über hunderttausende von den Krashurrikra gegeben, egal ob es Menschen, Dämonen oder andere Rassen waren, die es nicht mehr gibt.
Das ist eine Arbeit, die kann eine Person nicht alleine gemacht haben. Deswegen… ist das ein sehr schlechtes Zeichen, dass diese Male wieder benutzt werden.“
Ein Schweigen entstand in Raum, ein Feind aus der Vergangenheit, der nun ein Gesicht bekommen hat. „Das heißt, diesen Vampir, den ich in die Finger bekommen habe, wird kein Wort über seinen Meister wegen seinem Mal sagen?“ fragte der Vampirkönig Roman nach.
„Das ist korrekt. Entweder sie bringen sich selber um oder erleiden alle Schmerzen der Welt, aber kein Wort über sich selber werden sie sagen.“ nickte der Gelehrte. „Schlimmer ist, dass wir alle mehr oder weniger von ihnen beobachtet wurden. Sie dürften eigentlich nun alles wissen, was es zu wissen gibt.“ nagte Layla an ihrem Daumennagel, ein sehr seltenes Zeichen ihrer Nervosität.
„Nun, ihr Ziel die Weltherrschaft an sich zu reißen dürften sich in ihren Gedanken nicht geändert haben. Der Nachteil ist sogar für euch alle, wir Dämonen sind eingeschlossen. Noch ein Nachteil mehr… wir beherrschen die Lichtmagie nicht mehr, um gegen die Krashurrikra anzukommen.“ verschränkte Wisali seine Finger und drückte die Daumen stark zusammen.
„Ist das wirklich ihr einziger Schwachpunkt? Ich will jetzt nicht den Vampirjäger spielen und sie alle ins Sonnenlicht zehren, dazu müssten wir ihr Versteck erst mal kennen.“ hakte Sina nach. „Nun, sie sterben wie die neumodischen Vampire, doch sie haben einen verstärkten Brustkorb. Das heißt, man kann nicht einfach mit einer Waffe in ihr Herz schlagen, wenn man nicht die nötige Stärke hat.
Dazu, dass sie ihre Drogen haben, dürfte es bestimmt einige von ihnen geben, die selbst euch Probleme machen Prinzessin Sina.“ warnte Wisali.„Wisali… ich habe vor kurzem Kruschjrar, den Anführer der Destroyar getötet. Bewegen sie sich auf seinen Niveau?“
Wisali riss erstaunt seine Augen weit auf. „Wow… das ist also mit ihm passiert. Euer Vater machte daraus ein sehr großes Geheimnis, wisst ihr? Hmm…“ schaute Wisali jeden wieder an, als müsste er schwer überlegen.
„Wenn dann dürften die meisten Krashurrikra eher das Niveau der Destroyar haben, aber… Wer auch immer der Anführer ist… Er und wenn er Schüler hat, sind stärker als Kruschjrar ohne seine… geheime Fähigkeit.“
„Die habe ich zu spüren bekommen. Er prahlte die ganze Zeit, dass nur der Dämonenkönig ihn aufhalten könnte, was ja auch stimmt.“ grinste Sina sehr böse. „Zu schade aber auch, dass diese Pissnelke Hand an Sherry gelegt hat, trotz dass sie so viele Lichtzauber gegen ihn eingesetzt hatte.“
Nun kniff Wisali seine Augen leicht zusammen und schaute zu Sherry, die ganz still tief im Wohnzimmer nur zugeschaut hatte. „Eure Verlobte beherrscht Lichtmagie?“ „Das ist richtig, sie ist vor kurzem Meisterin der Lichtmagie geworden, meine andere Geliebte kann ebenfalls Lichtmagie benutzten.“ nickte Sina.
„Verstehe…“ nickte Wisali ebenfalls, aber man sah ihm ebenfalls an, dass er schwer am überlegen war. „Nun, das sind eigentlich alle wichtigen Informationen, die ich über die Verräterdämonen sagen kann.
Sie mögen eine eigene Rasse entwickelt haben, aber von wem sie abstammen, dass streiten sie mit einer Vehemenz ab, als würden sie sich schämen. Prinzessin Sina… wenn sie in Erscheinung treten, egal wann und wo, ist das eigentlich ein sehr schlechtes Zeichen.
Ich hoffe, ich konnte euch mit meiner Warnung euch alle frühzeitig vor ihnen warnen. Der Krieg im letzten Zeitalter… hat dafür gesorgt, dass sogar ein Kontinent untergegangen ist, so schlimm war es zwischen den Dämonen, den Krashurrikra und allen restlichen Rassen auf der Welt.
Meine Sorge ist, ob euer Vater auch die Gefahr als solches erkennt. Denn wenn sie ihr Denken nicht geändert haben, werden sie vermutlich um Deymonlia ihre Wachposten aufgestellt haben, denn in ihren Augen wären wir die einzige Gefahr.
Mehr noch, traue ich ihnen zu, dass sie sogar die Barriere wieder verstärken werden, denn sie werden nicht wollen, dass wir rauskommen… vielleicht diesmal für alle Ewigkeiten. Blutmagie und ihre Alchimie können dazu in der Lage sein.“
„Ich danke dir Wisali, wirklich vom Herzen. Wie sieht ihr das Layla und Roman? Das ist ein Feind, womit wir alle ein Problem haben werden.“ verbeugte Sina sich vor ihrem Lehrer.
„Ich habe schon alle Vampire zurückbeordert, weil ich mit Verlusten früher zu tun hatte… Eigentlich wäre es mir egal, wenn sie auf Alliancia ein Chaos anrichten, doch wenn sie sich wild vermehren mit diesem Sklavenmal, kann ich leider nicht wegschauen.“ war Roman verstimmt.
„Das werde ich jetzt ebenfalls nachholen und alle Vampire auf der Welt zu mir befehlen. Taos wird seine entsprechenden Befehle bekommen, dass er sich entsprechend vorbereiten soll. Unser Projekt wird dabei weiter bleiben Sina, vielleicht können wir in diesem Fall sogar einen Vorteil daraus nutzen.“ war Layla sehr ernst.
„Verstehe… ich werde meiner Kaiserin in Osnain dementsprechende Warnungen mitteilen und dem König können wir das ja dann gemeinsam sagen.“ nickte Sina. „Aber auf jeden Fall werden die Abenteurer unterrichtet, denn wenn diese Bastarde alles angreifen, was da keucht und fleucht, wird es kaum irgendwo einen sicheren Schutz geben. Das gilt auch für dein Volk Neia.“
„Ich habe verstanden, warte aber leider immer noch auf den Boten, damit ich mit meinem Mann in Kontakt kommen kann.“ nickte Neia besorgt. „Du befürchtest… schlimmes oder Sina?“ fragte Sherry.
„Ich befürchte, dass wir gerade die Spitze eines Eisberges angekratzt haben. Wenn das wirklich ein so starker Feind ist, die sich alle auf dem Niveau der Destroyar bewegen, dann hat die Welt ein Problem.“ wippte Sina mit dem Fuß. „Hätten meine Vorfahren mal einfach ihre Arbeit sauberer gemacht, müssten wir uns nicht mit ihrem Scheiß herumschlagen.“
„Pff…“ konnte Wisali sich nicht zurückhalten. „Vielleicht lässt euer Vater euch Hilfe schicken, in welcher Form auch immer.“
„Ah, natürlich…“ seufzte Sina. „Das sieht wieder nach einem Angriff aus Deymonlia aus, nein danke, das macht nur mehr Probleme. Vielleicht kann Roman noch einige Tests an dem Vampir machen und die Informationen weiterleiten, damit wir nicht überrascht werden, wenn wir ihre Herze angreifen.“
„Das lässt sich bewerkstelligen.“ nickte Roman. „Ich denke, ich habe mehr als genug gehört. Dämon Wisali, ich danke euch für die Informationen, denn die weißen Dämonen haben Hand an meinen Clan gelegt und das gedenke ich ihnen heimzuzahlen.“
Die Übertragung von Roman wurde direkt schwarz, er hat den Zauber deaktiviert. „Was… muss passiert sein, dass sogar ein Kontinent zerstört wurde…“ murmelt Layla. „Nichtsdestotrotz danke ich euch Dämon, nun wissen wir, mit welch einem fürchterlichen Feind wir es zu tun haben werden.“ Auch ihre Übertragung wurde direkt abgebrochen.
„Ich habe meine Zweifel, denn ihr Kampfstil ist die eines neumodischen Vampirs komplett anders.“ spitzte Wisali kurz sein Mund. „Hast du mit ihnen schon gekämpft?“ fragte Sina und ihr Lehrer schaute ihr nur in die Augen.
„ … Ich war es, der den Anführer getötet hat.“
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