Web Novel Deutsch

Kategorie: Novel 1: Ich bin wiedergeboren? Seite 55 von 72

Kapitel 167

Ich bin wiedergeboren und der Luftkampf?

Drei Damen saßen vor dem Höhleneingang. Da wäre die Dämonin Sina, die Halbelfe Sherry und das namenlose Drachenmädchen.

„Was… genau machen wir hier?“ wundert sich selbst Sina bei dieser Szene. „Keine Ahnung? Das Mädchen hat sich hingesetzt und wir haben ihr es nachgemacht.“ erinnert Sherry sie.

Das Mädchen strahlte sie beide an, war aber bisher schweigsam. „Erm… hast du wirklich keinen Namen oder so? Also nicht die Beschimpfungen, die dein Meister dir an den Kopf geworfen hat.“ fragte Sina.

„Nein, leider nicht und ich habe mich auch nicht getraut, meinen Meister zu fragen, denn er tut mir weh, wenn ich ihn anspreche.“ schüttelt das Mädchen ihren Kopf.

„Dann sollten wir ihr einen geben oder Sina? Sonst kann es wirklich zäh werden.“ murmelt Sherry und Sina musste ihr zustimmen.

Die Schuppen von dem Mädchen sind grün bei den Drachenteilen und ihre Augen interessanterweise gelb, aber halt Drachenaugen, der Rest des Körpers ist der eines Menschen. Ihre Haare sind ungewöhnlicherweise dunkelrot.

„Rubina… das soll dein Name sein. Deine Haarfarbe wirkt als wären sie rubinrot.“ sagte Sina nach längerer Überlegung.

Erstaunt schaute das Mädchen Sina an und wirkte irgendwie… gerührt. „Mein Name ist… Rubina?“ Sowohl Sina als auch Sherry nickten.

„Dann heiße ich Rubina!“ freute sich das Drachenmädchen. „Irgendwie ist sie schon süß, wäre sie jetzt nicht so eine Alarmglocke für den Drachen.“ flüstert Sherry und Sina stimmte ihr zu.

„Kannst du… uns irgendetwas zu deinem Meister sagen oder so? Er scheint keine nette… Person zu sein, wenn ich überlege, wie er mit dir umgeht.“ fragte Sina.

„Mein Meister? Er geht und kommt, bringt dabei die Schätze mit, die ich sortieren muss und wenn ich Glück habe, hinterlässt er mir frisches Fleisch, ansonsten muss ich warten bis er weg ist, damit ich nach dem Rest schauen kann.“ berichtet Rubina.

„Eh… das heißt… du isst Menschen und ähnliches?!“ hakt Sherry nach, aber Rubina schaut sie ahnungslos an. „Keine Ahnung? Fleisch ist Fleisch und macht mich satt oder?“

„Glaube… in dieser Richtung sollten wir nicht weiter fragen, sonst muss ich deine Träume wieder manipulieren, Schatz.“ beendet Sina das Thema.

„Ist denn dein Meister… stark?“ kam die nächste Frage von Sherry, aber wieder wiegelt Rubina nur den Kopf. „Keine Ahnung? Er hat mich mehrmals in die Wand geschlagen, in den Boden gerammt, mich mit seinem Atem angegriffen oder in die Luft geworfen, sodass ich hart auf dem Boden aufschlug.“

„Das du nicht gestorben bist, sagt entweder aus, dass dein Meister nicht sehr stark oder du viel härter im Neben bist, als du aussiehst.“ musste Sina ungewollt ihr Respekt zollen.

„Hast du denn nicht mal versucht… von dieser Insel zu fliehen?“ wundert sich Sherry mehr darüber, aber Rubina schüttelt nur den Kopf. „Wohin denn? Meister meinte mal, unter uns wäre der sichere Tod, aber was ist denn der Tod?“

„Oh je, Rubina versteht nicht mal das Konzept vom Tod, da ist Nea sogar noch weiter in diesem Verständnis.“ kommentierte Sina.

Dann spürte es jeder… eine gewaltsame Bestie mit einer uralten Aura kam der Insel näher. Sina stand sofort auf und zog wieder Blutklinge. „Sherry, versteck dich mit Rubina, ich werde mich um diesen „Meister“ jetzt kümmern.“ befahl Sina. Sherry stand ebenso auf und zog Rubina an ihren Klauen. „Los, lass uns verstecken.“ Rubina ließ sich ohne Probleme von Sherry ziehen.

„Dann wollen wir mal schauen, was Bothar so für ein Drache ist.“ grinste Sina und es dauerte nicht mehr lange, als aus der Wolke ein gigantischer schwarzer Drachen erscheint. „Zumindest größer als der Skelettdrache.“

Sina aktivierte ihre Fähigkeit „Zerstörungsschnitt“ und ließ es aufladen. Bothar kam der Insel immer näher und sah sofort den Eindringling. In seiner Wut brüllte er so laut, dass die Höhle leicht vibrierte.

„Ich wäre auch angepisst, wenn Fremde in meiner Wohnung wären.“ stimmte Sina dem Drachen zu, als der Drachen seinen Atem vorbereitet.

„Hoo? Das hatte ich schon lange nicht mehr gehabt!“ freute sich Sina nun lud das Katana noch stärker auf.

Als der Drachen nah genug war, ließ er seinen schwarzen Atem auf Sina fallen… diese nutze ihre Fähigkeit und halbierte seinen Angriff und der Schnitt flog auf den Drachen zu. Er drehte sich sofort weg und entkam so diesem Angriff.

„Verdammt, dass wird doch schwieriger, als ich gedacht habe.“ fluchte Sina und flog selber auf den Drachen zu. Bothar wirkte etwas verwirrt, dass eine kleine Kreatur auf ihn zuflog und griff mit seiner Vorderklaue nach Sina.

Sina wich ihr aus und schlug sofort zurück und hinterließ eine Schnittwunde. Der Drachen brüllte erstaunt auf, denn Schmerzen hatte er schon lange nicht mehr erlebt und wurde noch wütender.

Sofort drehte er sich und schlug mit seinen Flügeln nach Sina, die davon getroffen wird. Sina verlor an Höhe und brauchte einen Moment, bis sie wieder ihren Flug kontrollieren konnte. Sie schüttelt kurz ihren Kopf und konzentrierte sich auf den Drachen.

„Dann ist es mal Zeit… Chaosklinge!“ ließ Sina ihr Katana verwandeln und flog wieder auf den Drachen zu. Der Drache spürte sofort eine gefährliche Aura um diese Kreatur, aber ignorierte es und wollte mit dem Maul nach Sina schnappen.

Sina wich ihm aus und rammte ihr Schwert in die Seite des Drachen und flog weiter, damit fügte sie dem Drachen eine große Schnittwunde zu. Sofort spritze Blut aus der Seite raus und der Drachen brüllte wieder in einer Lautstärke, dass alle es hörten.

Die Bewohner in der Hauptstadt versuchten die Brände zu löschen und die Verletzten in Sicherheit zu bringen, als jeder den Drachenschrei über ihnen hören konnte. Sofort brach wieder Panik aus, was den Abenteurern und Wachen erschwerte, die Situation in den Griff zu bekommen.

Der Drachen und Sina hatten einen großen Abstand genommen und nahmen ihren Gegner in die Augen. Bothar griff zuerst mit einem langem Atemangriff an, dem Sina ausweicht, aber scheinbar konnte der Drachen seinen Atem in die Länge ziehen. Denn er folgte Sina damit, die fluchte und versuchte, noch schneller zu fliegen.

Der Wolkenteppich unter ihnen nahm eine graue, schwärzliche Farbe an und wirkte wie ein Gewitter. Der Atem hörte auf, so lud Sina nun ihre Fähigkeit „Allesschneider“ und flog wieder auf den Drachen zu. Er merkte, dass ihre Klinge rot aufleuchtete und griff mit dem nächsten Atem nach Sina.

Diesmal flog Sina aber direkt darauf zu und wich erst im letzten Moment aus. Als sie dann an seinem Kopf vorbeiflog, setzte Sina ihre Fähigkeit an seinem Auge ein, denn aus dieser Nähe konnte sie den Drachen nicht verfehlen. Aber Sina hat nicht mit der Gerissenheit des Drachen gerechnet, so flog ihre Fähigkeit unterhalb des Auges, aber die Verletzung hatte es in sich.

Wiederholt brüllte Bothar in einer Lautstärke auf und lässt sich fallen, damit er mehr Abstand zu Sina hat.

„Was… ist da oben im Himmel los?!“ wundert sich Keya, die die ganze Zeit den Himmel anstarrte. Immer wieder brüllte der Drachen laut auf und sein Atem durchbrach die Wolken, aber der Göttin sei Dank, hat keiner seiner Angriffe die Stadt getroffen.

Als auf einmal der Drache wieder erscheint. Zwar weit entfernt, aber bei seiner Größe konnte man ihn nicht übersehen. Dann erschien eine riesige schwarze Linie, die auf den Drachen zusteuerte, aber der er wieder geschickt auswich, so dass diese Linie auf den Boden krachte.

„Warte?! Nur eine Person kann diese Fähigkeit mit dieser Farbe! Lady Sina hat es also doch geschafft…“ fiel Keya ein Stein vom Herzen, aber hoffte, das Sina es irgendwie schafft, den Drachen von der Stadt fernzuhalten.

Bothar ist verwirrt. Wie kann eine Kreatur wie diese geflügelte Frau es wagen ihn anzugreifen und schlimmer, sogar verletzten?! Nun flog er wieder auf die Frau mit einer wahnsinnigen Geschwindigkeit zu und öffnet sein Maul dabei.

„Huch?!“ staunte Sina, als der Drachen mit seinem offenen Maul auf sie zuflog. Sie wollte ausweichen, aber er erwischte Sina. Die Dämonin war in seinen Maul und er wollte direkt zubeißen, als Sina mit beiden Händen ihn damit hinderte…

„Ach die heilige Scheiße… hat er Kräfte in seinen Maul!“ schwitze Sina sich einen ab. Bothar schüttelt nun sein Kopf hin und her wie ein Wilder. Sina merkte, wie ihr sicherer Stand durch seinen Speichel ins Wanken gerät, als sie mit Chaosklinge mehrmals in den Gaumen spießte.

Aus der Nähe war das Gebrüll so stark, dass Sina beinahe ohnmächtig wurde, also biss sie sich in die Zunge, damit die Schmerzen sie wachhielten. Auf einmal spürte Sina, wie es hier heiß wurde. „Oh nein…“ und ließ eine Kette von der Fähigkeit „Allesschneider“ in seinem Maul frei. Überall spritzte Blut und ihr Schwert heilte ihre Verletzungen, der Drache brüllte auf, aber sein Angriff kam…

Der Atem kam auf Sina zugeflogen. Die Dämonin wird durch den Druck des Atems aus seinem Maul geschleudert und fördert sie irgendwohin. Ihre Kleidung wird komplett verbrannt und Sina stand unter schwarzem Feuer. Sie schrie, wie nie zuvor, denn ihre Flügel sind der empfindlichste Körperbereich. Sina merkte nicht, dass sie dem Boden immer näher kam, als sie darauf krachte.

„Deine Freundin hat gegen den Meister keine Chance.“ meldete sich irgendwann Rubina. „Wie kommt du darauf? Wir sehen die beiden leider nicht mehr.“ wundert sich Sherry.

„Mein Meister ist alt und kennt seine Tricks. Glaubst du wirklich, dass diese Frau eine Chance hat zu gewinnen?“ meint Rubina.

„Wenn ich ehrlich bin… Ich weiß es nicht, aber Sina hat schon so viele unmögliche Situationen gemeistert, warum sollte sie es nicht auch gegen den Meister schaffen? Er ist es doch, der die ganze Zeit brüllt und nicht Sina.“ erklärt Sina.

„Wenn… du meinst? Ich hatte nicht den Eindruck gehabt, als hätte der Meister alles gegeben.“ murmelt Rubina nur.

„Karl! *hust* Geht es dir gut?“ rief Simon, als er unter einem Schutthaufen hervor kam. „Beschreibe mal gut.“ kam die hustende Antwort vom König.

„Ah… dann geht es dir besser als mir.“ murmelt Simon. „Ich… kann irgendwie auf einen Auge nicht mehr sehen und mir tut der Kopf weh.“ meldet sich der König wieder.

Simon folgte der Stimme und fand den liegenden König, der unter einem dicken Stein vergraben liegt. Der General musste kurz seinen Atem halten, denn ein großer Steinsplitter steckte im rechten Auge des Königs.

„Ein Wunder, dass dieser Stein dich nicht getötet hat.“ kommentiert Simon und schob den Stein beiseite.

„Ja… ich bin auch froh darüber. Was ist mit dem Drachen? Ich höre immer wieder sein Gebrüll.“ fragte der König nun.

„Keine Ahnung, irgendwie ist das Mistvieh weggeflogen und nun brüllt es herum.“ musste sich Simon anstrengen bei dem Stein.

„Ah… dann hat Lady Sina es doch geschafft… Es gibt nicht viele Gründe, warum Monster von einem Angriff aufhören und das trifft auf Drachen ebenso zu.“ grinste der König.

„Ein bisschen sehr spät finde ich.“ murmelt Simon, dann war der Stein vom König weg. Er half seinem Freund beim Aufstehen und stütze ihn beim Laufen.

„Besser jetzt als keine Hilfe.“ nahm der König Sina in Schutz.

„Was kämpft denn gegen den Drachen?“ staunte Amy, die von einer zerstörten Mauer mit den anderen den Kampf beobachtet.

„Bestimmt unsere Freundin!“ rief Alwin fröhlich. „Stimmt, das müsste die Heldin sein, die nun gegen den Drachen kämpft.“ stimmte Prinzessin Themba ihrem Bruder zu.

„Bitte? Ich wusste nicht, dass sie ebenso fliegen kann, ist das normal?“ hakte Matthieu nach, aber die anderen schütteln nur die Köpfe.

„Nein. sie hat ihre Flügel durch einen Fluch bekommen, aber das hindert sie nicht daran, uns weiterhin zu beschützen.“ erklärte Ralph.

Amy und Matthieu schauten sich gegenseitig erstaunt an und versuchten weiter den Kampf zu beobachten, als der Drachen auf den Boden stürzte.

Sina liegt geschwächt auf dem Boden. Durch den Atem, denn scheinbar haben Drachenatem kein festes Element, sowie der Aufprall auf dem Boden hat Sina stark mitgenommen.

Ihre Fähigkeit „Schnelle Regeneration“ hat ihre Flügel schon geheilt, aber sie spürte den Rest ihres Körpers nicht, als Bothar auf sie zugeflogen kam. „Verdammt! Limit brechen!“ und der bekannte Energieschub kam sofort durch ihren Körper. Sie sprang sofort aus dem Angriff raus, denn der Drachen ist mit voller Kraft auf sie zugeflogen.

Nun flog Sina vor dem Drachen und beide starrten sich hasserfüllt an. Dann holte Sina ihr anderes Schwert aus dem Inventar. „Blutschwert“ flüstert Sina nur noch und Thorn verwandelt sich.

„Das wirst du mir büßen du elende Echse!“ zischte Sina und der Drachen brüllte sie an. Beide flogen dann wieder in die Höhe und die nächste Runde findet statt.

Die Dämonin flog wieder auf den Drachen zu, wie er ebenso auch, dabei öffnet er wieder sein Maul. „Oh nein mein Lieber, das wird kein zweites Mal funktionieren!“ rief Sina und ließ es darauf ankommen.

Erst im letzten Moment wich sie wieder aus und war unter dem Drachen. Dabei setzte sie ihren „Schwertwirbel“ ein. Durch den Zusatzeffekt der Blutklinge konnte sie sich wieder heilen, während Thorn ihm die Energie raubte. Dazu wird der Bauch des Drachen geradezu aufgerissen und er brüllte vor Schmerzen, dann ließ er sich auf Sina fallen.

„Das habe ich geahnt!“ rief Sina und flog von seiner Unterseite weg. Der Drachen hat es aus seinem Augenwinkel ebenso gesehen, das Sina ihm entwischte, so drehte er sich, um mit seinen Flügeln nach Sina zu schlagen.

„Zerstörungsschnitt!“ brüllte Sina und riss einen Teil seiner Flügelhaut auf und entkam damit diesem Angriff. Dadurch verlor der Drachen leicht die Kontrolle beim Fliegen und setzte wieder den Atemangriff ein.

„Blutklinge, hörst du mich?“ rief Sina nach ihrem Teufelsschwert, während sie dem Angriff auswich. „Was wünscht meine Herrin zu wissen?“ meldet sich das Teufelsschwert.

„Kannst du die Fähigkeit so kontrollieren, dass sie nur aus der Spitze kommt und nicht der Klinge entlang?“ fragte Sina, die eine Idee hatte.

„Es ist möglich. Ihr müsst mir nur sagen, ab wann ich es machen muss.“ erklärt das Teufelsschwert und Sina bekam ein böses Grinsen. „Dann halte dich bereit, es ist Zeit diesen Drachen zu töten, denn er hat mich tatsächlich dazu gebracht, meine Spezialfähigkeit einzusetzen!“ Chaosklinge leuchtete nur kurz auf als Bestätigung.

Sofort stieß Sina in den Himmel und der Drache flog ihr hinterher, bis sie wieder die Himmelinsel sah. Sina ließ sich auf den folgenden Drachen fallen, der sofort ausweichen wollte, aber Sina rammte beide Katanas in seinen Rücken.

Bothar brüllte wieder auf und fing an, wie ein Bulle die komischsten Bewegungen zu machen, um Sina von seinem Rücken loszuwerden.

Die Dämonin wird in alle Richtungen geschleudert, dass ihr dabei übel wurde… „Gravitationsklinge!“ und der Drachen stürzte auf einmal in die Tiefe. Es versuchte mit den Flügeln zu flattern, aber die Aura war stärker.

Panisch fing der Drachen an, sich zu drehen damit er Sina los wird, aber sie wurde sofort in eine schwarze Kugel eingeschlossen, das Zeichen für ihren stärksten Angriff.

„Blutklinge!“ brüllte Sina und das Teufelsschwert verstand. Als der Drachen die Wolke durchbrochen hatte, wollte er versuchen, zumindest auf seinen Beinen zu landen aber…

Gravitationsklinge steckte immer noch in seinem Rücken, während Thorn seinen Rückenpanzer mehr oder wenigster immer mehr zerstörte.

„Dämonischer Schnitt!“ brüllte Sina und die Fähigkeit schoss von der Spitze ihres Katanas direkt durch den Körper. Es zerstörte dabei das Herz des Drachen und er gab seinen letzten Schrei von sich, dann krachte er mit dem Körper auf den Boden, was zu einem Erdbeben führte.

Sina knallte mit ihrem Körper direkt auf seinen Rücken und wird noch einmal verletzt…

Alle Zuschauer haben den Kampf des Drachen gesehen, aber nicht seinen Gegner. Doch die meisten wussten, wer dafür infrage kam. Nun starrten alle auf den Drachen, aber er scheint sich nicht mehr zu bewegen.

„Ich glaube… sie hat gewonnen!“ freute sich Ralph, nachdem mehrere Minuten vergangen sind und Alwin sowie Themba umarmten ihn freudig, dabei küsste Themba ihn wieder auf die Wangen.

„Puh… verdammt knappe Sache.“ brummte Friedrich, denn er meinte zu erkennen, dass der Drachen tot ist.

„Das… war die Heldin, von der ihr immer alle sprecht?“ stottert Amy, die gesehen hat, wie ein gigantischer schwarzer Strahl durch den Körper des Drachen ging. Matthieu selber sagte nichts.

„Ja, das dürfte die Heldin gewesen sein.“ meldet sich der König hinter ihnen. Alle drehten sich um und die Kinder reagierten geschockt. Man hat dem König den Splitter aus dem Auge gezogen und mit einer starken Binde zugemacht, nun sah er am Kopf wie eine Mumie aus.

„Papa…“ wollte Themba nach der Wunde fragen, aber der König schüttelt nur den Kopf. „Es ist schon gut, wenn der Preis zu Leben ein Auge ist, dann soll es so sein. Nun, vielleicht habt ihr Glück und werdet die Heldin doch noch kennenlernen.“ meinte der König.

„Hmm… sieht nicht so aus. Der Kadaver des Drachen ist weg und irgendwas flog hoch.“ kommentiert General Simon, der zu ihnen humpelte.

„Bitte?! Wie hat sie das denn nun wieder gemacht?!“ staunte Amy. Der Kadaver war wirklich weg. Keine Spur, dass dort ein Drachen gelegen hatte.

„Meine große Schwester war schon immer erstaunlich. Vermutlich hatte sie etwas gehabt, womit sie den Kadaver ins Inventar stecken konnte.“ strahlte Ralph.

„Nun, dann lass uns mal dafür sorgen, dass es dem Volk wieder gut geht. Der Drachen hat verdammt viel Unheil angerichtet.“ sagte der König und seine Freunde salutierten.

Sina hat sich einen Kimono angezogen, denn komplett nackt wollte sie doch nicht fliegen. Dann hat sie die Leiche in ihr Inventar gezogen und war selber erstaunt, dass es funktionierte. „Puh… Ring der Leere, hätte ich nicht gehört, das Melaine ihren toten Wolf auf diese Weise transportiert hat, hätte ich das überhaupt nicht versucht. Übrigens gute Arbeit Blutklinge.“ lobte Sina ihr Schwert, das nur kurz aufleuchtete.

Die Dämonin legte ihre Waffen ebenso ins Inventar zurück und flog sofort wieder hoch, denn sie spürte, dass sie zwar komplett geheilt war, aber die Ausdauer war dafür wieder stark beansprucht worden und sie wollte Sherry nicht alleine oben auf der Insel lassen.

Sina fand die Insel sofort wieder und landete vor der Höhle. Sofort kam Sherry aus ihrem Versteck und sprang auf Sina zu, die sofort nach hinten fiel.

„Uff…“ ließ Sina noch ihre Luft raus und war damit erst mal bewusstlos.

„Ups…“ Sherry war es nun peinlich.

Kapitel 166

Ich bin wiedergeboren und die Himmelsinsel?

„Puh, irgendwie ist es doch nicht so einfach, nach einer Himmelsinsel zu suchen. Dabei hätten wir sie doch längst finden müssen.“ murmelt Sherry.

„Nun, die Frage ist, ob wir auch die richtige Höhe haben. Ich hätte gesagt ja, weil man uns definitiv nicht vom Boden aus sehen kann und die Insel ebenso nicht. Dabei schaue ich sogar noch nach oben, denn ausschließen darf man nichts.“ beruhigte Sina ihre Freundin.

„Du fliegt nicht deine übliche Geschwindigkeit oder?“ merkte Sherry an und Sina stimmte ihr zu. „Richtig, ich möchte nicht, dass wir da einfach so vorbeifliegen oder so, trotz seiner Größe.“

„Hilft nichts… ein bisschen nach rechts drehen… genau. Nun sind wir wieder in der richtigen Richtung.“ korrigierte Sherry den Kurs.

„Notfalls sollten wir überlegen, in der Hauptstadt zu landen, denn das wird definitiv sein nächstes Ziel sein, ich meine… dort gibt es genug zu Fressen und so.“ kommentiert Sina.

„Besser wir erwischen ihn wirklich vorher…“ dachte Sherry.

In der Abenteuergilde herrscht das blanke Chaos. Obwohl Keya mit ihnen gewisse Übungen gemacht hat, haben alle ihren Kopf verloren und das machte sie mehr sauer, als das Bothar die Stadt angreift.

Sie benutzte ihre Magie und bekam ihre Aufmerksamkeit: „Ihr nennt euch Mitglieder der Gilde oder Abenteurer? Verdammt, dafür haben wir die Übungen gemacht! Beruhigt euch alle und helft nun den Menschen!“ schrie Keya.

Viele nickten und taten, wie sie es befahl, aber andere sind ein Wrack geworden. „Kümmert euch um die, die zu viel Angst haben um noch etwas zu machen. Die anderen gehen den Bewohnern helfen!“ motivierte Keya die anderen Mitarbeiter. Scheinbar sahen alle in Keya die Ruhe in dem Chaos und versuchten es ihr nachzumachen.

„Soo… nun wollen wir mal was gegen den Drachen machen…“ murmelt Keya, nahm einen Bogen aus dem Inventar und ging auf das Dach der Gilde.

Überall herrschte das Chaos, einige Stadtviertel standen unter schwarzen Flammen und der Drachen flog seine Runden über die Stadt.

„Der Stille… für einen Drachen, der unpassendste Beinahmen, aber er gibt kein Brüllen oder sonstiges ab, er greift immer nur an und zerstört. Verdammte Echse…“ fluchte Keya.

Sie nahm einen Pfeil und verzauberte ihn mit starker Explosionsmagie, dann schoss sie ihn auf den Drachen. Es dauerte einen Moment und man sah eine Explosion am Drachen, aber bei seiner Größe konnte Keya nicht feststellen, ob sie ihn nun verletzt hat… Denn er zeigte keine Anzeichen, dass ihn der Angriff auch nur gestört hat.

„Verdammt, sind diese alten Drachen lästig…“ war Keya frustriert.

„Ich verstehe es nicht… wir sind doch Helden, sollten wir nicht gegen den Drachen kämpfen?“ fragte Matthieu seine Begleiter, aber alle schwiegen, als Ralph es beantwortet.

„Ohne dich in Verruf zu bringen, aber du bist ein Anfänger als Kämpfer, was glaubst du, was passiert, wenn der Drache auf dich zugeflogen kommt und seinen Atem auf dich fallen lässt?

Es gibt bestimmt Personen, die können seinen Atem aufschneiden oder wegstecken, aber weder einer der Soldaten hier, noch ich und erst recht nicht du oder Amy. Du solltest wirklich schnell lernen, deine Grenzen zu kennen, sonst wird man dich irgendwann nicht mehr ernst nehmen.“

„Das hast du aber sehr diplomatisch ausgedrückt mein Sohn. Bevor du irgendwelche Einwände hast Matthieu, solltest du die komplette Situation betrachten. Wir haben gewisse… Maßnahmen vorbereitet, weil wir wussten, dass wir eventuell angegriffen werden, aber haben dabei gehofft, dass die Heldin den Drachen vorher abfängt, was leider wohl nicht der Fall ist.

Aber was ich weiß, dass sie bestimmt irgendwo in der Nähe dann sein müsste und den Drachen sucht. Das heißt für uns, wir müssen uns solange verteidigen bis die Heldin hier ist und so viele Opfer wie möglich beschützen oder retten.“ fügte Friedrich hinzu, dann erreichten sie das Zimmer von Prinz Alwin.

Alwin hatte sich unterm Bett versteckt und auf Hilfe gewartet. Als die Gruppe in sein Zimmer eintrat rannte er sofort auf Thema zu und wird getröstet. „Alles ist gut.“ murmelt Themba mütterlich.

Amy und Matthieu waren überrascht, denn sie kannten immer nur die… zickige Seite von der Prinzessin. „Nun sind wir vollständig. Wir müssen über den Hof, um den Schutzbunker zu erreichen.“ befahl Friedrich und die Kinder folgten ihm wieder.

„Sind die Vorbereitungen abgeschlossen Simon?“ fragte der König im Thronsaal. „Soeben abgeschlossen, wir warten nur auf euren Befehl!“ bestätigt Simon.

„Dann Feuer!“ befahlt der König und Simon setzte das Zeichen.

Die königliche Armee hat ihre Magier und Katapulte auf den Dächern installiert sowie auf der Wehrmauer und dem Burgdach, als der Befehl kam. Sofort schossen sie all ihre Angriffe auf den Drachen.

Aufgrund seine Geschwindigkeit gingen viele Angriffe ins Leere, aber er wurde trotzdem getroffen! Aber irgendwie hindert ihn es nicht, den nächsten Angriff auf die Stadt durchzuführen.

„Verdammt… er wird getroffen, aber er zeigt keine Anzeichen, dass wir ihn damit stören.“ fluchte Simon durch das Fernrohr.

„Mickrige Insekten… eure lächerlichen Angriffe kratzen nicht mal meine Schuppen. Ihr seid nur was ihr sein sollt… Futter für mich.“ dachte Bothar höhnisch, als er etwas in diesem komischen Bau auf dem Berg spürte.

„Hmm? Wo habe habe ich das schon mal gespürt…“ grübelt der Drachen und flog auf die Burg zu.

„SINA! DORT!“ rief Sherry aufgeregt. Sie zeigte mit den Finger in eine Richtung und Sina musste sich konzentrieren. „Ah… ich sehe es nun auch! Gut gemacht!“ lobte Sina.

Sofort flogen die Damen auf die Himmelsinsel zu und je näher sie kamen, desto größer wurde sie. Sie hatte einen Berg, mehrere Wasserquellen und die große Höhle konnte man ebenso nicht übersehen.

„Puh, der Drachen ist vermutlich nicht gerade klein, würde ich behaupten.“ kommentiert Sina. „Je älter ein Drache wird, desto größer wird er. Es gibt Behauptungen, dass die Drachen sogar einen Kaiser hätten, aber wie gesagt, ohne Beweise sind es nur Märchen.“ fügte Sherry hinzu.

„Tja Sherry. Irgendwann in der Zukunft werden wir nun einen Drachenkaiser treffen, dank dir. Du hast es soeben selber ausgesprochen.“ grinste Sina über die Vorstellung. „Eh?!“ kam es von Sherry.

„Wie gehen wir denn gleich weiter vor? Entweder Bothar ist da oder auch nicht.“ fragte Sherry nun und Sina grübelt.

„Hmm… Besser ist, wenn er da ist, denn wenn nicht kann er überall sein und ich weiß nicht mal, wo die Hauptstadt ist, weswegen ich ungern warten will.“ kam Sina zu dem Entschluss.

„Weil da auch deine Freunde sind oder?“ murmelt Sherry

„Richtig, hoffen wir einfach, dass dein Talent uns hier hilft. Also streng dich an!“ meinte Sina. „Du weißt es doch besser, wie das mit dem Talent von mir ist…“ kommentiert Sherry.

Endlich erreichten die Damen die Insel und Sina landete in der Nähe der Höhle. Sherry löste sich vom Tragegurt und musste ihr Gleichgewicht wieder finden.

„Puh… daran muss man sich erst mal gewöhnen, dass man für lange Zeit seine Beine nicht benutzt.“ überlegte Sherry, während sie ihre Beine streckte.

„Frag mich mal, irgendwie ist meine Schulter total verspannt, aber das könnte man mit einer Massage… wieder hinbekommen.“ grinste Sina und löste ihren Tragegürtel von sich ab. Sie warf es in ihr Inventar und holte dafür einen großen Rucksack.

„Das ist für dich Sherry. Zieh es dir über, dann erkläre ich dir, was es ist.“ bat Sina und Sherry tat es wie geheißen.

„Es ist ein Fallschirm. Brandrulim hat ihn gebaut, legt aber nicht seine Hand ins Feuer, ob er funktioniert. Ich möchte das du mir versprichst, von der Insel zu springen, wenn es brenzelig wird ok?“

„Eh?!“

„Beruhige dich. Wenn du runter springst, lässt du dich einfach fallen und machst nichts. Sobald du dann Land unter dir siehst, ziehst du an diesem Gurt, er öffnet deinen Rucksack und ein Fallschirm kommt sofort heraus, der deinen Flug abbremst.

Dein Fall wird dann stark abgemindert und du wirst vermutlich eine harte Landung bekommen, aber du wirst keine schweren Verletzungen bekommen oder so. Aber du hast keinerlei Kontrolle, wohin der Fallschirm dich bringt, denn wenn der Wind dich in eine Richtung pustet… nun musst du es halt ertragen, bis du unten bist.

Ich mache das wirklich ungern, aber ich möchte mich in Sicherheit wähnen, dass dir nichts fehlt. Vermutlich ist auch irgendwo die Hauptstadt, so können wir uns dort dann treffen.“ erklärt Sina.

„Du hast wirklich gut vorgeplant oder?“ nickte Sherry bei der Erklärung.

„Natürlich. Ich fliege doch nicht mit dir in unbekannte Gefahren, ohne dafür zu sorgen, dass du wenigsten in Sicherheit kommen kannst!“ meinte Sina es sehr ernst.

„Ich verspreche dir runter zuspringen, wenn es brenzelig wird.“ sagte Sherry es sehr ernst und küsste Sina als Beweis.

„Hmm… ok, das reicht mir. Dann wollen wir mal schauen, ob wir Bothar finden und wie er es aufnimmt, wenn wir an seine Tür klopfen.“ grinst Sina.

Die Dämonin zog direkt ihre Blutklinge und Sherry Nirwana und gingen auf die Höhle zu. „Irgendwie… gruselig hier.“ flüstert Sherry und Sina schmunzelt.

Die Damen waren fast bei der Höhle angekommen, als auf einmal ein Mädchen mit Drachenklauen und Drachenflügeln vor ihnen stand. Beide Seiten schauten sich erstaunt an und das Mädchen schrie auf einmal in einer Lautstärke, dass Sina und Sherry ihre Ohren zuhalten mussten.

Als sie scheinbar nicht aufhörte zu schreien, rannte Sina auf das Mädchen zu und schlug sie ins Gesicht, wo sie sofort an die Höhlenwand krachte.

„Ah… meine Ohren, meine Fresse hat sie Lungen.“ murmelt Sina und Sherry stand dann neben Sina, die ebenso Ohrenschmerzen hatte.

Das Drachenmädchen stand aber wieder auf und zeigte keine Anzeichen von einer Verletzung, dabei schaut sie wieder nur die Damen an.

„Eh… hast du dich zurückgehalten Sina?“ wundert sich Sherry, dass man keine Wunde bei dem Mädchen sah. „Ein bisschen, aber sie sollte bestimmt nicht wieder so schnell aufstehen.“ antwortet Sina.

„Wer… seid ihr?“ fragte das Mädchen.

„Huch? Kannst du uns eher mal erklären, was das eben sollte?“ fragte Sina zurück.

„Mein Meister hat mir gesagt, sobald ich jemanden sehe, soll ich schreien, also habe ich es getan. Was seid ihr denn? Ich sehe zum ersten Mal andere Lebewesen auf dieser Insel.“ fragte das Mädchen neugierig.

„Oh… dann dürfte Bothar vermutlich nun wiederkommen oder?“ murmelt Sherry und das Mädchen nickte, scheinbar hatte sie auch ein sehr gutes Gehör.

„Meister wird bestimmt wieder kommen. Er hasst es, wenn andere sein Heim betreten.“ erklärt das Mädchen.

„Ich spüre jetzt nicht, dass das Mädchen uns angreifen wird, aber… sollte es mit ihr zu einem Kampf kommen, dürfte es nicht einfach werden. Sie steht, als wäre nichts passiert.“ flüstert Sina ins Ohr von Sherry.

„Ich bin Sina die Verteidigerin und das ist meine Freundin Sherry, wir sind gekommen um deinen Meister zu töten.“ stellte Sina sich und Sherry vor.

„Meinen Meister töten? Mein Meister sagt es auch immer zu mir, dass er mich töten wird, aber ich verstehe nicht, was er damit meint.“ reagierte das Mädchen ahnungslos.

„Eh… hast du denn einen Namen?“ fragte nun Sherry, aber das Mädchen schüttelt nur ihren Kopf. „Meister nennt mich immer nur widerliche Kreatur, ekelhaftes Vieh oder anderes.“

„Langsam habe ich wirklich Lust, deinen Meister nicht mehr so schnell zu töten. Was bist du eigentlich?“ hakte Sina nach.

„Keine… Ahnung? Ich habe schon immer hier gelebt und habe den Schatz des Meisters immer sortiert. Immer brav den Meister begrüßt und verabschiedet, aber er hat mich immer nur angebrüllt oder zur Wand geschleudert.“ hielt das Mädchen den Kopf schräg.

„Eh… das wird noch eine spannende Unterhaltung…“ dachte Sina.

Friedrich rannte mit den Kinder aus der Burg raus auf den Innenhof, als auf einmal ein großer Schatten über ihnen erschien. Der Drachen landete auf der Burg und ein Teil der Burg stürzte durch das Gewicht des Drachens in sich zusammen. Sofort schrien Themba und Alwin nach ihrem Vater, aber Ralph fing sie auf.

„Beruhigt euch, wir müssen uns in Sicherheit bringen!“ brüllte Ralph bei dem Krach, den der Drache verursachte.

„Glaube… dafür haben wir keine Zeit mehr, schau doch!“ schrie Amy und alle schauten sich den Drachen an.

Er wirkte, als hätte er etwas gesucht und als er die Kinder sah, hätte man schwören können, dass er lachte, dann öffnete es sein Maul.

„Oh nein…“ murmelt Friedrich. Ralph umarmte Themba und Alwin, in der Hoffnung, dass er sie mit seinem Körper beschützen kann, während Matthieu zitternd sein Schild hoch hob und Amy sich hinter ihm stellte.

Man sah, wie sich was in seinem Maul bildete und der Drachen zum Angriff übergehen wollte, als er ruckartig seinen Kopf zum Himmel drehte. Er schluckte seinen Atemangriff und brüllte in einer Lautstärke, die alles zum vibrieren brachte.

Die komplette Burg bekam sofort Risse, alle Fenster, die noch irgendwie heil waren in der Hauptstadt wurden augenblicklich zerstört. Dann sprang er von der Burg hoch und flog in den Himmel.

„Geht… es dir gut Themba? Und dir auch Alwin?“ fragte Ralph vorsichtig, während sich beide an ihm klammerten.

„J… ja, glaube schon… was ist denn passiert?“ stottert Themba.

„Keine Ahnung, aber der Drachen ist weggeflogen.“

Kapitel 165

Ich bin wiedergeboren und die zerstörte Stadt?

„Wie lange wird die Reise noch dauern bis zur Stadt?“ fragte Sherry. „Wir sollten heute eigentlich ankommen, es sind ja schon fast mehrere Wochen vergangen.“ antwortet Sina.

„Hmm… irgendwie vermisse ich die Villa wieder…“ murmelt Sherry, die neben Sina saß.

„Oh? Vermisst du etwa das Himmelsbett?“ neckte Sina ihre Freundin, aber sie bekam nur einen roten Kopf. „Oh? Wirklich jetzt?“

„Können wir über was anderes reden? Sonst kann ich mich nicht mehr kontrollieren!“ murmelt Sherry, während Sina grinst.

„Hmm… dann tue ich dir einfach mal den Gefallen. Sag, kannst du mit dem Kompass umgehen?“

„Huch? Natürlich. Jeder kann mit einem Kompass umgehen.“

„Eh… ich nicht. Ich habe festgestellt, dass ich immer zu den Orten gebracht wurde, aber eigenständig? Kein einziges Mal, dazu die Blamage, die ich mir selber in der Mine zugefügt habe, weil ich die Karte von Vater nicht lesen konnte…“

„Dann werde ich dein Steuermann sein und dir den Weg zeigen!“

„Oh ja, da freue ich mich schon darauf.“

„Herrin… wir… sind in der Nähe der Stadt… wenn es denn eine Stadt war.“ meldet sich der Kutscher auf einmal.

„Dann halt an.“ befahl Sina nur und stieg mit Sherry aus. Man konnte wirklich eine verbrannte und zerstörte Stadt sehen.

„Hmm, wie ich befürchtet habe. Hoffentlich kam die Warnung rechtzeitig an und konnte die Bewohner frühzeitig retten.“ schüttelt Sina den Kopf.

„Was sollen wir jetzt machen?“ fragte Sherry, während Sina überlegte. „Kutscher, du reist in die nächste Stadt und sagst denen, dass die Hafenstadt Coari von Bothar angegriffen wurde. Danach kannst du wieder nach Fanfoss zurückreisen.“ Der Kutscher nickte und machte sich sofort auf den Weg.

„Und wir gehen in die Stadt und schauen, ob wir vielleicht noch was machen können.“ schnappte Sina ihre Freundin und flog in die Stadt, aber…

Bothar hat richtig gewütet und nichts hinterlassen, keine Tiere oder Insekten machten irgendwelche Geräusche.

„Diese Stille… ist unheimlich.“ murmelt Sherry, als Sina mit ihr im Zentrum landete. „Stimmt, irgendetwas müsste doch sein, aber… ist das wirklich ein normaler Drachen? Egal, wo ich hinschaue, aber…“ wusste Sina es ebenso nicht wirklich zu beschreiben.

„Ich weiß was du meinst. Ich bin kein Drachenexperte, daher kann ich es dir nicht sagen.“ schüttelt Sherry den Kopf.

„Lass uns ein… etwas heiles Gebäude suchen und unsere Ausrüstung anlegen. Es ist Zeit, dass wir dem Spiel ein Ende machen.“ war Sina ein bisschen wütend.

„Dort… sieht aus wie ein Gasthaus, lass uns dort umziehen und dann die nächsten Schritte planen…“ zeigte Sherry auf ein Gebäude.

„Aber wenn ich mich hier so umschaue… ist die Verwüstung schon etwas länger her. Keine Wärme oder Rauch.“ grübelt Sina bei ihrer Beobachtung.

Die Himmelinsel flog mit einer langsamen Geschwindigkeit auf die Hauptstadt zu, ohne das deren Bewohner von der kommenden Gefahr wussten, beziehungsweise damit rechnet, bald angegriffen zu werden.

Das Drachenmädchen sortierte die Schätze, die ihr Meister mitgebracht hatte und wurde wie üblich angebrüllt, warum sie überhaupt existiert.

Das Mädchen hat keinen eigenen Willen oder Selbstwertgefühl. Sie wusste auch nicht, was sie genau ist, noch hat sie jemals ein anderes Lebewesen außer ihren Meister gesehen. Die Insel hatte eine eigene Wasserquelle und das Fleisch bestand nur aus Kadavern, die aus dem Maul von ihrem Meister herunterfiel.

Sofort spürte sie, wie ihr Meister wieder erwachte und rannte zum Ausgang, um ihren Meister zu verabschieden. Sie weiß selber nicht warum sie es macht, aber irgendetwas in ihr sagte, dass es so richtig sei.

„Ich wünsche ihnen eine erfolgreiche Jagd.“ verbeugte sich das Drachenmädchen, wird aber von Bothar zur Seite geschlagen.

„Widerliche Kreatur, ich weiß immer noch nicht, warum ich dich am Leben lasse… Du kennst deine Aufgabe?“ knurrte der schwarze Drachen hasserfüllt.

Hustend stand das Drachenmädchen auf und nickte: „Sobald…sich etwas der Insel nähert, soll ich schreien.“

„Grrr… nicht das es die Winzlinge jemals schaffen werden…“ knurrte Bothar beim rausgehen und ließ das Drachenmädchen zurück. Ihre Wunden sind sofort wieder verheilt und ging wieder… in ihre Höhle rein.

Ab und zu mal fand sie Bücher oder andere Gegenstände und versuchte sie zu entziffern, aber für sie sind es nur Bilder, die sie nicht wirklich versteht.

„Ob mich mein Meister irgendwann umbringt? Dann geht es mir bestimmt besser…“ flüstert das Drachenmädchen, dessen Bedeutung sie nicht wirklich verstand.

„Soo, dann zeig mal, was du uns geschneidert hast.“ war Sina schon etwas aufgeregt. Sherry holte es aus dem Inventar raus und es sah aus wie einer der alten Pilotenanzüge aus dem 2. Weltkrieg.

„Es ist ein ganzer Anzug, der mit Wolle gefüttert ist. Es kann sein, dass er am Anfang eng anliegt, aber es soll so sein, denn nur wir selber produzieren Wärme in der Luft oder? Er geht bis zum Hals hoch und für unsere Gesichter habe ich bei Brandrulim Schutzbrillen herzustellen lassen. Mit denen habe ich unsere Helme und Masken gebaut. Ich habe mich bewusst für eine schwarze Farbe entschieden, denn bei so einer Höhe, dürfte so ein schwarzer Punkt im weißen Himmelsmeer eher auffallen.“ erklärt Sherry und Sina nickte.

„Du bist echt ein Schatz, dann lass sie uns anziehen…“ lobte Sina. „Bei dir musste ich wieder ein bisschen tricksen. Aber mit Knöpfen habe ich das Problem gelöst, so dass du keinen kalten Rücken bekommst, wegen deinen Flügeln.“ half Sherry ihr beim Anziehen.

Nun sah Sina aus wie ein schwarzer Bomberflieger mit dazu passendem Helm und Schutzbrille. Sie merkte sofort, wie es ihr warm wurde und war froh, dass sie nichts weiter als ihre Unterwäsche trug.

„Puh, mir ist jetzt schon warm, am besten du beeilst dich.“ drängte Sina ihre Freundin, aber Sherry konnte sich schneller anziehen.

„Du siehst damit verdammt sexy aus meine Liebe.“ lächelt Sina anrüchig. „Oh man… konzentriere dich lieber auf unsere Aufgabe!“ grinste Sherry.

Sina holte ihren Tragegurt raus und zog ihn an. Sie und Sherry haben das schon in Fanfoss vorher getestet und hatten nichts zu meckern.

„Warte, lass uns eben schauen, wie wir fliegen müssen.“ meinte Sherry und hatte damit recht. Sina holte die Karte raus und legte sie auf einen Tisch. Sherry studierte die Karte mit ihrem Kompass, den sie in den rechten Handschuh eingebaut hatte und nickte dann.

„Ok. Dann können wir!“ sagte Sherry und schnallte die Gurte um sich fest. Nachdem alles ok war, merkten sie einen Fehler. „Glaube… wir hätten es draußen machen müssen.“ murmelt Sina und beide Damen kichern. „Dann musst du mich halt tragen.“ kommentiert Sherry.

Gesagt, getan. Sie waren draußen und Sherry zeigte Sina in welche Richtung sie fliegen müssen. „Auf geht’s!“ rief Sina noch, bevor sie direkt in den Himmel flog.

Es dauerte nicht lange und sie hatten wieder die Höhe erreicht, die nur wenige Lebewesen erreichen können. Sherry hat sich ein Fernrohr genommen und fing an zu suchen.

„Immer in diese Richtung. Ich melde mich, wenn du die Richtung ändern sollst.“ befahl Sherry und Sina: „Jawohl Kapitän!“

Hauptstadt von Efrana:

„Themba… ich möchte keinen Streit mit dir, aber du bist nicht unbedingt eine Hilfe, wenn du jedes Mal die Helden fertig machst!“ redet der König geduldig auf Themba ein. Ralph war leider auch beim Gespräch dabei und würde gerne woanders sein.

„Vater… Gerade du hast doch den Kampf zwischen den Helden und Ralph gesehen. Du hattest schon überlegt, sie irgendeinem Monster vorzusetzen. Nun arbeiten sie sogar noch fleißiger als vorher. Du solltest mir dankbar sein, dass ich dich auf meine Art und Weise unterstützte.“ erklärt Themba.

„Das… ist sehr löblich, aber du solltest überlegen, wie es in der Zukunft weiter geht. Wenn du jetzt schon mit den Helden ein Problem hast, wie geht es dann weiter? Ich bin froh, dass ihr kaum Kontakt miteinander habt, aber jedes Mal, kommt es mehr oder weniger zu einem handfesten Streit und ich möchte das einfach nicht mehr.

Ich bitte dich einfach nur, am besten nichts zu sagen. Denn ich habe genug andere Sorgen, wie zum Beispiel der Drache, der uns vielleicht angreifen könnte.“ wirkte der König nun erschöpft.

„Ein Drache? Davon höre ich zum ersten Mal.“ hob Themba nur eine Augenbraue misstrauisch hoch.

„Ja. Gildenmeisterin Keya hat mich darüber aufgeklärt, bevor das Duell mit Ralph stattgefunden hatte. Viele Bewohner haben die Stadt verlassen, aber laut Friedrich sind noch über die Hälfte der Bevölkerung anwesend und die muss ich nun mal beschützen.“ nickte der König.

„Und wir haben niemanden… der sich diesen Drachen annimmt?“ wurde Themba nun ein bisschen nervös.

„Doch, Lady Sina. Aber wir wurden gewarnt, dass wir damit rechnen müssen, das Lady Sina es nicht rechtzeitig schaffen wird, den Drachen vorher abzufangen.“ merkte der König das Problem an.

„Hmm… es beruhigt mich, das meine große Schwester Sina den Drachen bekämpft, aber wenn die schon die Warnung aussprechen?“ murmelt Ralph.

„Eben. Selbst Lady Sina kann nicht alles und Bothar ist wirklich ein Drachen, der seit Jahrtausenden in Alliancia für Unruhen gesorgt hat. Ich bin froh, dass endlich jemand sich des Problems annimmt, aber… naja, hoffen wir einfach, dass sie ihn vorher aufspürt.“ beruhigte der König die beiden… als auf einmal die Burg vibrierte.

Ralph umarmte sofort Themba, während der König sich auf seinem Stuhl festhielt. Dann war es wieder vorbei. Sofort ging der König zum Fenster und verlor seine Sprache.

„Papa? Was ist passiert?“ fragte Themba ängstlich, als Ralph sie losließ. „Der Drachen ist hier…“ murmelt er nur.

Die Stadt stand unter schwarzen Flammen, überall rannten Personen, aber wovon sich der König nicht losreißen konnte war der Drachen selber.

Es war komplett schwarz und hatte eine Größe… die man nicht beschreiben konnte. Wenn er auf der Burg landen würde, könnte er sie mit seinem Gewicht vermutlich begraben.

Der Drachen machte wieder einen Sturzflug und ließ seinen schwarzen Drachenatem auf die Stadt fallen. „Dann hat Lady Sina… es nicht rechtzeitig geschafft.“ kam der König zu der Erkenntnis.

„Papa, du musst deinem Volk helfen!“ rüttelt Themba ihn wach und er nickte. Simon und Friedrich kamen mit den Helden ins Zimmer gerannt.

„Karl, ich brauche es nicht so sagen oder?“ fragte Simon und der König schüttelt den Kopf. „Nein. Bringt meine Kinder in Sicherheit und lasst unsere Stadt verteidigen!“ ließ der König seine königliche Autorität ausstrahlen.

„Wir können ihnen helfen!“ meldet sich Matthieu und Amy nickte. „Nein, ihr müsst ebenso in Sicherheit gebracht werden. Das sind die Gefahren, wovor ihr uns am wenigsten helfen könnt. Ralph du beschützt meine Tochter und die Helden, hast du das verstanden?“ befahlt der König und Ralph salutierte nur.

„Wenn die Kinder mir bitte folgen würden? Wir müssen noch Prinz Alwin holen, bevor wir gehen.“ brummte Friedrich und lassen den König sowie Simon zurück.

„Was ist passiert, dass Lady Sina es nicht geschafft hat?“ murmelt der König niedergeschlagen, als er den nächsten Angriff des Drachen beobachtete.

Kapitel 164

Ich bin wiedergeboren und die Reise nach Coari?

Ma Shi und Ascal kümmerten sich sofort darum, dass die Städte vor der kommenden Gefahr gewarnt werden. Sina bekam ihren Kompass von Prashi sowie die Bestätigung, das Sina den Auftrag angenommen hat.

Danach flog Sina direkt zur ihrer Villa und traf nur auf Suki, die mit den Bauarbeitern das Dach um modellieren. Die Chance nutze Sina und flog wieder in den Himmel mit Blutklinge, um gewisse Übungen zu testen, aber auch, wie lange sie es schafft, in der Luft zu bleiben.

Am Abend kam Sina wieder zurück und sie hatte nicht das Gefühl von Müdigkeit. Scheinbar waren die Umarbeiten auf dem Dach schneller fertig als gedacht und Nea richtet sich mit ihren Spinnenfäden ein.

Im Wohnzimmer fand Sina die Zwillinge auf dem Boden sehr erschöpft vor. „Herrin… sie hörte nicht auf zu fragen…“ „Wir brauchen eine Pause…“

„Ihr macht das schon, ihr blüht doch geradezu auf. Nutzt die Chance und vermittelt ihr alles, was es zu wissen gibt. Denn wenn sie Abenteurerin wird, hu… das wird bestimmt noch spannend.“ kommentiert Sina grinsend.

Sina fand Sherry in ihrem Zimmer, wie sie Anzüge am Schneidern ist. „Brandrulim hat mir alles erklärt, aber wenn ich ehrlich bin. Wenn dieser Drache sehr groß ist, solltest du überlegen, den Kadaver irgendwie nach Fanfoss zu bekommen oder in eine andere Stadt, damit mehr Leute helfen beim Ausweiden.“

„Ok? Was meinst du, wie viel Zeit brauchst du, bist die Klamotten fertig sind? Ich habe herausgefunden, wo Bothar eventuell als nächstes zuschlagen wird.“ klärte Sina ihre Entdeckung auf.

„Hm… übermorgen. Ich muss sie mit bestimmtem Material füllen, damit es oben nicht kalt wird und Brandrulim baut uns Schutzbrillen, dann sollte alles soweit sein.“ überlegte Sherry laut.

„Nimm dir die Zeit die du brauchst, ich will nicht, dass du mir zusammenbrichst ok?“ warnte Sina, aber Sherry schüttelt den Kopf.

„Keine Sorge, ich werde es nicht übertreiben.“ lächelt Sherry…

Hauptstadt von Efrana:

„Bitte? Ihr wollt mir erklären, das Bothar der Stille irgendwann die Stadt angreifen wird?!“ fluchte Simon, als Keya ihm, aber auch dem König im Thronsaal über die kommende Gefahr aufklärte.

„Das ist richtig. Lady Sina hat sich des Problems zwar angenommen, aber wir können nicht ausschließen, dass sie es nicht rechtzeitig schafft, den Drachen abzufangen. Wenn es nach mir gehen würde, sollte die Hauptstadt evakuiert werden, damit es nicht zu diesen Verlusten kommt, wenn der Drachen angreift.“ rät Keya.

„Ihr sagt, das Lady Sina sich darum kümmern wird, das beruhigt mich schon etwas, aber ihr seid nicht sicher, ob sie es rechtzeitig schafft. So habe ich das richtig verstanden?“ fragt der König stirnrunzelnd.

„Richtig. Lady Sina hat mit gewissen Experten versucht herauszufinden, wo das Nest dieses Drachen ist und hat dabei einen Plan entwickelt, indem sie alle vergangen Angriffe auf einer Karte aufzeichnen ließ und man konnte mehr oder weniger verfolgen, wie Bothar angegriffen hat. So will sie zu einer Hafenstadt reisen, die von uns ebenso gewarnt wird, um entweder Bothar abzufangen oder seine Himmelsinsel aufzusuchen.“ bestätigt Keya.

„Hmm… Und die anderen SSS-Abenteurer lassen sich nicht überreden, zum Schutz zu kommen?“ brummte Friedrich.

„Bedauere, vier von ihnen sind wieder ihrer Wege gereist und die anderen zwei… sind mit privaten Dingen beschäftigt, sodass wir tatsächlich auf Lady Sina angewiesen sind.“ wirkte Keya etwas niedergeschlagen.

„Hmm… sie haben eine Einstellung die mir nicht gefällt, aber leider kann ich ihnen nichts befehlen. … Wie können wir die Verteidigung der Stadt erhöhen, damit der eventuelle Angriff von Bothar geblockt werden kann? Es tut mir leid, aber ich kann die Stadt nicht evakuieren lassen.“ kam der König zur einer Entscheidung.

„Das hatte ich schon befürchtet, deswegen habe ich zumindest einen Notplan geschrieben, wie wir Abenteurer bei der Situation handeln werden, sollte Bothar wirklich kommen. Zu der Verteidigung… kann ich nicht wirklich helfen. Wir haben keine Kampfdaten über diesen Drachen. Er erscheint, die Stadt wird zerstört und er ist wieder weg. Aber Augenzeugen berichten, dass er sehr groß ist.“ erklärt Keya.

„Hm… dann informiert zumindest die Stadtbewohner und lasst sie entscheiden, ob sie bleiben oder gehen möchten, die Chance sollten wir ihnen zumindest geben, eure Majestät.“ schlug Simon vor.

„Dann sorgt aber dafür, das keine Panik ausbricht, denn dazu wird vermutlich führen.“ warnte der König.

„Ich habe meine Arbeit erledigt, wenn ich mich entschuldigen dürfte?“ verabschiedet Keya sich und der König nickte.

Keya verlässt den Thronsaal und lief an zwei jungen Personen vorbei, die sich auf den Weg zum Thronsaal machten. „Hmm? Wieso haben sie eine komische Aura?“ wundert sich Keya in Gedanken und ging ihren Weg weiter.

„Oha, die Elfe ist stärker als General Simon. Endlich mal was neues. Dachte schon, das der General der Stärkste von allen ist.“ murmelt Amy.

„Wenn du meinst? Ich habe es ihr schon so angesehen, dass ich keinen Kampf mit ihr vom Zaun brechen will.“ kommentierte Matthieu.

Beide Helden standen nun vor dem König, der ein bisschen gestresst wirkt. „Ah, da seid ihr beiden ja. Wie verläuft das Training?“

„Eure Majestät, ich kann sagen, dass die Lehrer uns sehr gut was beibringen konnten, wie wir unsere Fähigkeiten richtig nutzen und wir sie selber auch alleine leveln können. Ich habe mich für den Degen entschieden, während Matthieu normales Schwert und Schild vorzieht. Wir haben gewisse Taktiken trainiert und sollten wir in einen richtigen Kampf rein rutschen, sind wir zumindest vorbereitet.“ erzählt Amy es mit einen gewissen Stolz.

„Ich habe dem nichts hinzuzufügen, eure Majestät.“ kommentierte Matthieu.

„Das freut mich, dann sollten wir überlegen, dass ihr demnächst mit ein paar Wachen auf Monsterjagd geht denn… egal wie viel man sich vorbereitet hat, wenn man… zum ersten Mal tötet oder kämpft, werden Dinge hinzukommen, woran ihr nicht gedacht habt. Ich musste diese bittere Erfahrung ebenso machen.“ nickte der König.

„Eher werden beide schreiend vor dem ersten Goblin weglaufen, wenn er sich nur ein bisschen anstrengt.“ kommentierte eine Mädchenstimme hinter den Helden.

Es war Prinzessin Themba, die von Ralph begleitet wird. „Themba… du brauchst deine Meinung nicht immer gleich kundzugeben, weißt du?“ versuchte Ralph sie etwas zu zügeln.

Die Helden hatten kaum Kontakt mit der Prinzessin Themba oder Ralph gehabt, sie wussten nur, wo Ralph war, ist auch die Prinzessin in der Nähe, was an Matthieu nagte.

„Meine liebe Tochter, es ist schön, dass du immer gleich sagst was du denkst, es dürfte vermutlich der schlechte Einfluss der Heldin sein oder?“ wirkte der König gereizt.

„Vermutlich, aber scheinbar funktioniert es ja ziemlich gut. Warum seine Meinung zurückhalten? Vermutlich kann Ralph die Helden gemeinsam besiegen.“ provozierte Themba alle.

„Eh… Themba, zieh mich bitte nicht in diesen Streit rein…“ murmelt Ralph niedergeschlagen. „Wieso? Du hast doch schon mehr bewiesen als die beiden und komm nicht mit der Ausrede, dass sie trainieren mussten!“ sagte Themba ihm das nah am Gesicht und er schluckte.

„Irgendwie… tut er mir schon leid.“ dachte Amy bei dieser Szene, denn sie hat sofort erkannt, dass die beiden sich lieben, aber Matthieu versuchte, ein Pokerface zu halten.

„Was haltet ihr davon, wenn Ralph mit den Helden hier wirklich ein Übungsduell durchführt? Dann kann sich jeder seine Meinung bilden und sollte er verlieren, behaltet ihr eure Meinung künftig für euch Prinzessin Themba.“ schlug Simon auf einmal vor.

„Eh? Wieso fallt ihr mir in den Rücken Simon?!“ staunte Ralph und Friedrich nickte ebenso. „Nun, ich würde gerne ebenso die Resultate sehen mein Sohn.“ brummte Friedrich.

„Haben wir gegen ihn eine Chance?“ flüstert Matthieu und Amy nickte. „Wir haben sogar höhere Werte als Ralph, aber scheinbar muss die Prinzessin sich ziemlich sicher sein. Ich hätte nichts dagegen, wenn… sie etwas ruhiger gestellt wird.“

„Dann… schließt die Tür und zeigt es.“ befahl der König und Ralph gab auf. Beide Parteien standen sich gegenüber und Ralph zog sein Schwert und einen Dolch, während Amy ihren Degen zog und Matthieu Schwert sowie Schild.

„Die Regeln sind einfach. Wer aufgibt hat verloren sowie keine Kraft mehr hat zu Kämpfen. Töten ist natürlich verboten…. Dann los!“ öffnet Simon den Kampf.

Amy rannte auf den stehenden Ralph zu und schlug mit dem Degen nach ihm, aber er parierte es mit dem Schwert… und trat dann in ihren Magen! Sofort fiel Amy nach hinten mit Schmerzen, während Matthieu nun Ralph angrifft.

„Wie kannst du ein Mädchen einfach so schlagen?!“ schimpfte Matthieu, aber Ralph zeigte keine Anzeichen von Reue. „Wie könnte ich das nicht? Sie ist ein Gegner oder nicht?“ fragt Ralph nur.

Das machte Matthieu nur wütender und er versuchte mit ein paar Tricks die Abwehr von Ralph zu knacken, aber er wehrt es immer mit seinem Schwert ab. Dann schlug Ralph auf einmal mit dem Dolch nach Matthieu und er hob sein Schwert.

Als hätte Ralph es geplant, zog er ihn nun am Schild zu sich und holte Matthieu damit aus dem Gleichgewicht. Dann schlug er mit dem Dolch in die Schulter vom Schildarm. Matthieu schrie sofort auf und sein Arm hing nutzlos mit dem Schild runter.

Amy hat sich von den Schmerzen erholt und wollte Matthieu helfen, indem sie Ralph von hinten angriff, aber er drehte sich rechtzeitig um und blockte sie mit dem Dolch ab. Dann sah Amy nur, wie das Schwert auf sie zugeflogen kam und eine Angst breitete sich in ihr aus. „Ich gebe auf!“ schrie Amy.

Das Schwert stoppte und Ralph wendet sich nun an Matthieu, der kniend auf dem Boden war und seine blutige Schulter hielt. „Ich gebe argh.. auch auf!“ fluchte Matthieu.

„Nun Vater, bevor du die beiden zu irgendeinem Monster schickst, sollten sie noch ein bisschen mehr üben, denn ich glaube nicht, dass du von den Wachen hören willst, dass sie von einem Goblin gestorben sind.“ grinste Prinzessin Themba.

„Hrmm… Simon, bring bitte Matthieu zu einem Heiler, ich sollte mit dem Lehrer von ihnen ein klärendes Gespräch führen.“ befahl der König.

„Es tut mir leid mit deiner Schulter, aber an diese Schmerzen solltest du dich gewöhnen.“ entschuldigt sich Ralph bei Matthieu. Der Held nickte nur und wird von Simon fortgebracht.

„Wie… wie konntest du uns beide besiegen?! Deine Werte sind doch niedriger als unsere!“ wollte Amy wissen und stand ebenso nah an Ralph.

„Erm… wie soll ich das erklären. Ihr habt keinerlei richtige Erfahrung im Kämpfen oder? Ich dagegen schon und habe auch mehrmals getötet. Zumal ich mich noch zurückhalten habe, damit ihr nicht noch mehr verletzt werdet.“ rieb Ralph sich am Hinterkopf.

„Du hast dich zurückgehalten?! Was bringt es mir denn, die Werte des Gegners zu kennen?“ staunte Amy.

„Sie werden erst wirklich nützlich, wenn ihr richtig kämpfen könnt. Aber ihr müsst euch ebenso auf eure Instinkte verlassen. Ich habe den Vorteil, dass ich von meinen Vater eine persönliche Ausbildung bekomme und mein Vorbild der Held von Efrana ist. Ihr habe ich schon… ich kann nicht mehr zählen, bei diversen Kämpfen zugeschaut und den einen oder anderen Trick abgeschaut.

Vermutlich denkst du, dass Simon der Stärkste in der Burg ist, aber da muss ich dich leider enttäuschen. Es gibt viele andere starke Personen auf der Welt und die stärkste ist nun mal meine große Schwester.“ erklärt Ralph grinsend.

„Sag… Ralph, wie lange willst du mich noch stehen lassen?“ fragte Prinzessin Themba in einer freundlichen Stimme, aber Ralph wusste genau, dass er sich sputen musste.

„Ich hoffe, ihr verzeiht mir, dass ich euch geschlagen habe, aber damit müsst ihr rechnen und die Einstellung von Matthieu… könnte ihm später noch Probleme machen, denn es gibt nicht wenige weibliche Kämpfer auf der Welt.“ verabschiedet sich Ralph von Amy, während er mit der Prinzessin Themba den Thronsaal verlässt. Dabei warf Themba Amy noch einen wütenden Blick zu.

„Ich hoffe, ihr habt aus diesem Duell gelernt?“ fragte die König versöhnlich und Amy nickte. „Ja… ich habe mich zu sehr auf die Daten verlassen…“

„Mein Sohn hat nicht unrecht, euch fehlt wirklich die Kampferfahrung. Bisher habt ihr nur Übungen gemacht und eure Fähigkeiten sowie Werte verbessert, aber… ihr habt es selber gesehen.“ brummte Friedrich.

„Ist dieser Held wirklich so außergewöhnlich?“

„Nun… wie ihr schon gehört habt, dieser Held hat meine Armee besiegt ohne Waffen und ohne jemanden zu töten. Dann hat sie eine Götterbestie getötet, bevor sie Alliancia erreichte. Wegen diesem Monster hat sich der komplette Kontinent verändert und vor kurzem hat sie eine der legendären Vampirkönige getötet, wobei sie selber fast gestorben wäre. Wenn sie das nicht außergewöhnlich macht, was dann?“ erklärte der König schmunzelnd, dabei dachte er an das Turnier.

„Eine Götterbestie? Ich dachte, das sind Monster die man nicht töten kann?“ wundert sich Amy. Sie und Matthieu bekamen Privatunterricht und wurden unter anderem über diese Monster aufgeklärt.

„Nun, die Heldin hat es geschafft und alle können es bezeugen. Gerüchteweise soll sie sich zum Ziel gemacht haben, die anderen ebenso zu jagen.“ brummte Friedrich.

„ … Wenn so eine starke Person existiert… Wieso hat die Göttin uns dann geschickt? Wäre die Heldin denn nicht in der Lage den Dämonenkönig zu besiegen?“ fragte Amy, aber beide schütteln den Kopf.

„Vermutlich schon, aber ich habe irgendwie ernste Zweifel, dass sie wirklich gegen die Dämonen oder deren König kämpfen wird. Sie mag zwar eine Heldin sein, ist aber in erster Linie eine Abenteurerin und lässt sich nichts sagen. Man kann zwar mit ihr reden, aber es ist nicht selten vorgekommen, dass sie ablehnte.“ brummte Friedrich.

„Verstehe… aber… wenn man mit ihr sprechen kann, ist es denn nicht möglich, dass wir irgendwie einen Deal aushandeln können?“ grübelt Amy laut.

„Sie hat alles was ein Mensch sich wünschen kann. Sie gehört zu den reichsten Abenteurern, hat den größten Einfluss in Efrana und Osnain, wurde von mir zum Adel geschlagen und lebt glücklich mit ihren Freunden in einer Villa in Fanfoss. Das einzige, was sie interessiert, sind die Götterbestien oder andere starke Monster.“ klärt der König das Problem auf.

„Wow… aber wenn sie die stärkste Abenteurerin ist… kann man denn nicht ein Treffen mit ihr und den anderen starken Abenteurern vereinbaren, sobald wir… unsere Erfahrung gesammelt haben? Ich glaube, dass wir mit ihnen zusammenarbeiten sollten… nein müssen, denn ich glaube wie zuvor der Göttin, dass wir gemeinsam an einen Strang ziehen müssen.“ meint Amy, aber der König verzog leicht sein Gesicht.

„Hmm… ihr wollt mit den stärksten Abenteurern sprechen? Das wären die SSS-Abenteurer sowie die Heldin von Efrana, die sogar den Rang SV hat. Ich… kann mit dem Gildenmeister sprechen, aber ich warne euch direkt. Sie haben alle ihre… speziellen Einstellungen und… es kann sein, dass ihr nicht unbedingt auf die Resonanz trefft, die ihr erhofft. Ich habe mich schon oft genug über sie geärgert, aber… sie sorgen ab und zu mal für Ordnung auf der gesamten Welt.“ war der König ein bisschen gereizt, wenn er an den Drachen dachte.

„Besser als nichts versucht zu haben, eure Majestät. Vielleicht sollten wir uns irgendwann mit den anderen Helden aus Osnain treffen, dann könnten wir diese Abenteurer von der Wichtigkeit unserer Aufgabe überzeugen.“ war Amy sehr optimistisch.

„Das können wir natürlich machen, aber bis dieses Gespräch, wenn sie überhaupt einwilligen, stattfindet, solltet ihr weiterhin an euch arbeiten. Vielleicht sollte General Simon persönlich die Lehre übernehmen.“ nickte der König.

„Glaube das Simon es nicht gefallen wird.“ brummte Friedrich.

„Wie schön, dass ich der König bin.“ grinste der König böse sein Freund an.

„Ich… werde dann Matthieu aufsuchen, hoffentlich ist er nicht zu sehr verletzt.“ verbeugte sich Amy und verschwand.

„Hoffentlich gehen die Abenteurer mit den Helden nicht so grob um, denn mein Bauch sagt mir, dass es… hässlich für die Helden wird, wenn sie auf diese Personen treffen werden.“ murmelt der König.

Die Tage vergingen wie im Fluge, aber Sherry hat die Ausrüstung fertig und Sina die Kutsche vorbereitet, da sie wusste, welche Stadt sie anfahren sollten.

„Soo dann werden wir uns verabschieden. Nea, du kennst die Regeln?“ fragte Sina die Spinnenfrau, die nur nickte.

„Wunderbar, dann bis später!“ verabschieden sich Sina und Sherry, während alle Bewohner des Hauses hinter ihnen herwinken.

„Phew, endlich wieder ein gemeinsames Abenteuer!“ freute sich Sherry, beide Damen saßen in ihren Kimonos.

„Stimmt, ich bin gespannt, wie es in der Luft so sein wird.“ grinst Sina.

Kapitel 163

Ich bin wiedergeboren und die Pläne für die Drachenjagd

Sina setzte die Vampire in der Villa ab und sah die bizarre Szene im Wohnzimmer. Alle versuchten der Spinnenfrau zu erklären, dass man es nicht essen kann und ähnliches.

Die Zwillinge gesellten sich dazu und es wurde dadurch nicht besser, bis Sina eingreift: „Nea, jedes Mal wenn du hier irgendetwas anbeißt, schlage ich dich. Möchtest du das ich dich schlage?“ lächelt Sina die Spinnenfrau an und sie schüttelt panisch den Kopf, denn das Gesicht war ihr sehr unheimlich.

„Wunderbar, das ist die Macht der Worte, die Sherry immer angesprochen hat. Wenn ich richtig verstanden habe, willst du stärker werden? Kein Problem, dann halte dich an das, was wir dir sagen und lerne.“ lächelt Sina weiter und Nea nickte nur.

„Gut, dann gehe ich jetzt mit Sherry in mein Zimmer, du hörst auf die anderen und wehe ich muss aus meinem Zimmer rauskommen…“ hat Sina ihre Drohung ausgesprochen und das haben alle im Wohnzimmer verstanden. Sina nahm eine Hand von Sherry, die sehr erschöpft aussah und sie gingen gemeinsam, als Sina sagte:

„Morgen werden wir eine Party werfen für die Beförderung von Sherry in die S-Klasse sowie Nea als neuestes Mitglied. Lass dir erklären, was eine Party ist Nea.“

Am nächsten Morgen wurde Sina zuerst wach und Sherry lag vor ihr glücklich am schlummern. „Ich kann nicht genug davon haben.“ dachte Sina lächelnd, während sie Sherrys Gesicht beobachtet. Irgendwann wurde Sherry ebenso wach und sie starrten sich beide lächelnd an. „Guten Morgen Prinzessin.“ grüßte Sina Sherry.

Sherry legte eine Hand auf Sina´s Gesicht: „Es… ist so schön morgens neben der Person aufzuwachen, die man liebt.“ wurde Sherry rot im Gesicht und dann küssten sie sich beide.

„Mit Nea musst du aber alleine zurechtkommen. Ich werde dir natürlich helfen, aber ich habe auch eigene Probleme, weißt du?“ grinste Sina sie an.

„Ah, das dachte ich mir schon, aber glaube das werden Tio und Mio übernehmen, irgendwie haben sie Spaß dabei gehabt.“ murmelt Sherry.

„Wunderbar, Sherry? Ich kenne unsere nächsten Pläne.“

„Ok?“

„Wenn wir uns angezogen und gefrühstückt haben, werden wir eine Flugrunde machen, denn ich möchte das du dich daran gewöhnst, außerdem…“ wurde Sina geheimnisvoll und schaut Sherry mit roten Wangen an.

„Oh? Du hast was für mich geplant?“ lächelt Sherry und Sina nickte nur.

„Das wirst du nachher sehen. Danach werde ich dich bei Brandrulim absetzten, denn er wird dir erklären, wie man einen Drachen ausnimmt. Ich will nämlich Bothar den Stillen jagen.“

„Bitte?! Das ist doch ein sehr gerissener alter Drachen oder nicht? Wieso willst du denn ausgerechnet ihn jagen?“

„Weil er der Schlüssel für die Rüstung gegen Tierra ist. Der Zwerg meinte, die Schuppen eines Drachen sind das Beste gegen alle Hitze-Typen auf der Welt. Außerdem ist dieser Drachen in unserer Nähe und machte scheinbar schon ziemlich lange Probleme in Alliancia.“

„Ahh… damit löst du direkt mehrere Probleme auf einmal, aber ich dachte, das sein Versteck unbekannt ist?“

„Noch ja, zumal es eine Himmelsinsel ist. Da kommen wir nun ins Spiel. Ich werde in der Gilde alle seine Angriffe auf einer Karte aufzeichnen und schauen, wie sich die Insel bewegt. Anhand der Route werde wir zum letzten zerstörten Ort reisen und dann gemeinsam mit einem normalen Kompass in die Luft fliegen und die Insel suchen. Während ich fliege, suchst du mit einem Fernrohr nach der Insel. Das ist so meine Grundidee.“

„Kannst du denn solange in der Luft fliegen und mich dabei halten?“

„Das weiß ich nicht, aber ich habe Brandrulim schon den Auftrag gegeben, dass er mir einen Halteriemen baut, den ich um mich ziehe und du daran befestigt wirst. Damit habe ich schon mal ein Problem gelöst.

Ah… was mir einfällt, denn nun kommt deine Fähigkeit als Schneiderin ins Spiel. Oben in der Luft ist es verdammt kalt. Wenn man nur kurze Zeit da oben ist, gibt es keine Probleme, aber auf längere Zeit? Deswegen musst du uns warme Kleider schneidern.“

„Das mache ich doch gerne!“ freute sich Sherry.

„Wollen wir aufstehen oder noch ein bisschen kuscheln?“ fragte Sina Sherry mit einem süßen Gesicht, als Sherry sie umarmte. „Kuscheln…“

Später saßen zwei Damen in Kimonos und glücklichen Gesichtern im Wohnzimmer und nahmen das Frühstück ein, während sie beobachten, wie Lara und Mel nun der Spinnenfrau gewisse Dinge beibringen.

„Lara hat sich ziemlich schnell gewandelt oder?“ fragte Sherry und Sina nickte. „Oh ja, ich bin froh, dass wir ihr ein Rettungsseil zugeworfen haben. Ich weiß nicht, wie sie früher war, aber ich mag die jetzige Lara.“ grinst Sina.

„Ihr seid so anstrengend… Ich darf dies und jenes nicht. Da war das Leben im Freien… unkomplizierter.“ nörgelt Nea.

„Wenn ich es richtig verstanden habe, wolltet ihr das doch oder nicht? Jeder Anfang für einen Neubeginn ist schwer, aber wenn ihr die Macht der Worte beherrscht, werden sich Dinge für euch öffnen, die bisher versperrt waren!“ erklärt Lara sehr geduldig.

„Damit wollt ihr Nea alle kontrollieren oder? Also mit der Macht der Worte und so?“ flüstert Sina und Sherry nickte. „Ist glaube ich am einfachsten so, denn wenn Nea es sieht, kann sie es besser verstehen, als wenn wir die ganze Zeit auf sie einreden. Vampire haben halt den Vorteil, dass sie dieses Wissen haben, was Nea nicht hat.“ murmelt Sherry zurück.

Danach waren Sina und Sherry draußen. „Egal was passiert, vertrau mir ok? Ich habe mit den Zwillingsvampiren eine Flugstunde gemacht und du hast sie gestern gehört, dass sie nicht aufhören konnten zu schwärmen.“ erklärt Sina und Sherry nickte. Sie umarmten sich beide und schon flog Sina in die Luft.

Die Häuser wurden immer kleiner bis man Fanfoss komplett von oben sieht. Sherry schaute nach unten und bekam nur glänzende Augen, aber Sina flog noch weiter nach oben. Bis unter ihnen ein weißer Wolkenteppich war.

„Wow…“ staunte Sherry. Sina drehte Sherry vorsichtig um, so dass Sherry eine besser Aussicht hatte. Über ihnen der klare Himmel, eine leuchtende Sonne. „Das erste Mal, dass ich… dieses Bild gesehen habe war, als Titanus mich hochgeschleudert hat, aber da war ich sogar noch weiter oben gewesen, wo ich fast Alliancia gesehen habe.“ flüstert Sina.

„Dann nichts wie hoch!“ rief Sherry und Sina tat es. Diesmal dauerte es ein bisschen länger und es wurde sehr kalt, dass beide Damen zittern mussten und schwerer atmen mussten, denn die Luft wurde immer dünner.

„Glaube… weiter sollten wir nicht hochfliegen, sonst bekommen wir keine Luft mehr.“ meinte Sina und Sherry stimmte ihr zu, aber es reichte. Sie konnten sehr viel von Alliancia sehen und diesen Anblick werden sie beide nicht vergessen.

Sina drehte Sherry wieder um und beide schauten sich in den Augen. „Ich… wollte dir nur sagen, dass ich die liebe und froh bin, dass ich meine Seelenpartnerin gefunden habe.“ flüstert Sina sehr schüchtern, das Sherry ein rasendes Herz bekam. „Ich auch…“ und beide küssten sich.

„In meiner Welt gab es eine Sportart, die nannte sich „Fallschirmspringen“. Da fliegt man so hoch wie möglich in den Himmel und sprang dann in die Tiefe. Ab einer gewissen Höhe nutzte man dann Fallschirme. Das haben wir zwar gerade nicht, aber würdest du dich mit mir fallen lassen?“ lächelt Sina Sherry an.

„Ich vertrau dir denn du passt auf mich auf.“ nickte Sherry. „Dann halt meine Hände und genieße den Anblick.“ sagte Sina noch und ließ sich fallen. Die Haare der Damen fielen nach hinten, während sie beide ihren Spaß hatten beim Fallen.

„Wow, ich erlebe Dinge, die ich ohne dich überhaupt nicht kennen würde!“ rief Sherry. „Beruht auf Gegenseitigkeit!“ lächelt Sina.

Die Damen lachten und durchbrachen mehrere Wolken, als sie wieder Fanfoss unter sich sahen. Sina schnappte sich Sherry wieder und flog normal. „Ich… muss dir aber noch was sagen…“ wurde Sina ein bisschen traurig.

„Du möchtest vermutlich nicht, dass ich bei Tierra mitkomme oder?“ sagte Sherry auf einmal und Sina schaut sie erstaunt an.

„Woher…?“ murmelt Sina, aber Sherry legte nur einen Finger auf ihre Lippen. „Ich hatte mit Neia ein Gespräch gehabt. Du wirst kein Problem haben gegen Tierra, aber sehr wohl ich, trotz der Rüstung, die wir bald bauen könnten.

Ich habe ihr einige schreckliche Dinge vorgeworfen, aber… leider hat sie auch recht. Ich habe nicht die nötige Feuerresistenz und wenn ich in Gefahr bin, kannst du dich nicht auf den Kampf konzentrieren.

Ich… verstehe es und akzeptiere auch, wenn du mich zurücklassen willst, aber… nimm trotzdem jemanden mit, denn bei diesen Kämpfen brauchst du Freunde, auf die du dich verlassen kannst Sina, wenn dir was passiert und du ebenso gerettet werden musst.“ streichelt Sherry das Gesicht von Sina.

„Was… würde ich nur ohne dich machen.“ hatte Sina nasse Augen bekommen und küsste Sherry. Nachdem Sina sich etwas beruhigt hat, flog Sina direkt zur Schmiede von Brandrulim und setzte Sherry dort ab.

„Ich habe schon Ideen, was ich für uns schneidern werde. Es war wirklich verdammt kalt auf Dauer da oben und hoffentlich hat Brandrulim ein paar Materialien, die ich brauche. Man sieht sich später… und danke für diesen Flug.“ sagte Sherry noch mit einem Abschiedskuss bei Sina.

„Wenn sie die Welt haben will… werde ich sie für sie erobern.“ dachte Sina nur, als sie zur Gilde ging.

Sina war überrascht, das Nea auch vor Ort war und bei den Zwillingen zuschaute. „Huch? Wie ist es zu dieser Entscheidung gekommen?“ fragte Sina die Zwillinge. „Ah… wir wollten gehen, da hat sie uns geschnappt und direkt hierher gebracht.“ „Nun schaut sie zu… wie wir mit den „Worten“ der Macht unsere Kunden bedienen.“ wirkten die Zwillinge nicht gerade glücklich, aber auch die Abenteurer nicht. Wenigsten hatte Nea was an, sonst wäre es… anders verlaufen.

„Ah… ok? Ihr macht das schon.“ verschwand Sina sofort und suchte Prashi auf, als sie hinter ihr wieder hörte, wie Nea wieder was fragte. Die Dämonin fand Prashi an ihrem Platz und wird direkt von ihr in den vorbereiteten Raum gebracht, wo auch Ma Shi und Ascal waren mit einer großen Karte von Alliancia.

„Huch? Hallo?“ grüßte Sina die Herren. „Wir werden dir helfen, bei der Suche von Bothar. Es ist Zeit, das die alte Echse getötet wird.“ nickte Ascal.

„Eh… ok? Hoffe ihr habt Zeit mitgebracht denn ich weiß selber nicht, ob es klappt.“ meinte Sina. „Keine Sorge, Bothar hat eine Hafenstadt zerstört, wo ihr in Tuzato ward und müssen damit rechnen, dass er bald wieder zuschlägt.“ kommentiert Ma Shi.

„Ich lass euch dann alleine.“ verabschiedet sich Prashi noch. „Wie wollt ihr nun vorgehen Lady Sina?“ frage Ma Shi und legte eine Hand auf einen sehr dicken Ordner.

„Sind dort alle Angriffe verzeichnet?“ Sina

„Das ist richtig. Seit er auf der Bildfläche erschienen ist, wird alles haargenau dokumentiert und hier eingetragen. Bothar der Stille selber ist auch ein SSS-Auftrag, aber die Probleme habt ihr vermutlich schon zur Genüge gehört.“ Ascal

„Hmm… es macht keinen Sinn, alle zerstörten Städte und Dörfer zu markieren, viele von denen dürften nicht mehr auf der Karte abgebildet sein, es sei denn ihr habt ein sehr genaues Gedächtnis Ascal?“ Sina

„Die Städte wurden immer wieder neu aufgebaut, es sind mehr die Dörfer, wo es schon schwieriger sein wird.“ Ascal

„Dann machen wir folgendes. Sucht im Ordner nur die zerstörten Gebiete bis vor hundert Jahren. Für jedes Jahrzehnt nehmt ihr immer eine bestimmte Farbe von den Pins und steckt sie auf die Karte. Am besten ist, wenn Ascal aus der Vergangenheit anfängt anzustecken, während Ma Shi die Aktuellen ansteckt, bis ihr euch beide trefft. Ich dagegen werde das Buch über diese Himmelsinseln lesen, damit ich ungefähr weiß, wie ich fliegen muss.“ Sina

„Ich habe schon gehört, dass ihr fliegen könnt, aber auch so hoch?“ Ma Shi

„Höher. Ich habe mit Sherry eine Höhe erreicht, wo wir fast Alliancia sehen konnten, aber je höher man fliegt, desto kälter wird es und man hat weniger Luft. Dafür bräuchte man eine spezielle Ausrüstung.“ Sina

„Ah… dann solltet ihr wirklich in der Lage sein, die Himmelsinseln aufzusuchen. Schade das wir nicht die Möglichkeit haben, ebenso solche Inseln anzusteuern.“ Ma Shi

„Wenn… man gewisse Techniken baut… wäre es schon möglich, aber dafür braucht man die richtigen Leute die auch das technische Verständnis dafür haben.“ Sina

„Lasst mich raten. Ich wisst zufälligerweise, wie man es bauen könnte?“ Ma Shi

„Ich… bin mir nicht so sicher. Ich weiß, das es geht, aber ich weiß nicht, wie genau und da fängt das Problem schon an. Am einfachsten ist es, wenn man Luftschiffe baut, aber wie gesagt, ohne die richtigen Leute? Sehe ich schwarz.“ Sina

„Hmm Luftschiffe? Schiffe, die auf den Wolken schwimmen… das… ist ein sehr interessantes Bild.“ Ascal

„Soo meine Herren, ich fange schon mal an das Buch zu lesen, ihr dürft die Pins auf die Karte stecken.“ Sina

Es vergingen mehrere Stunden und Ascal sowie Ma Shi arbeiten gemeinsam den Ordner mit den zerstörten Gebieten durch. Am Anfang war es ein leichtes durcheinander, aber die Herren konnten sich verständigen, dass einer auf einer Seite blieb, während der andere auf der anderen.

Sina hat inzwischen alles wichtige über die Himmelinseln gelesen und wenn sie richtig verstanden hat, kann sie nun auch die ungefähre Höhe abschätzen. „Ma Shi, haben wir eigentlich normale Kompasse auf der Welt?“ fragte Sina auf einmal.

Ascal und Ma Shi schauten sich verdutzt an, als Ma Shi schmunzelnd antwortet: „Ist… das nicht ein Gegenstand, den jeder Abenteurer mit sich trägt?“

„Eh? Ich habe keinen. Bisher hatte ich immer jemanden dabei gehabt, der wusste, wo es lang ging.“ meinte Sina.

„Lass dir von Prashi einen geben, so… wir sind nun ebenso fertig.“ sagte Ascal nur und Sina schloss sich den Herren an.

„Also mir fällt sofort was auf meine Herren.“ grinste Sina, während Ascal am grübeln war. „Mir auch. Wenn man diese Angriffe… ignoriert, zieht dieser Drachen eine Linie durch Alliancia und hier… macht er einen Knick, als er sich dem Meer nähert.“ erklärt Ma Shi.

„Richtig. Vermutlich hat der Drachen die Insel etwas gedreht, damit die Insel weiter in Alliancia bleibt, aber durch diese Aktion ist irgendwas mit der Insel passiert. Hier… die Angriffe sind deutlich… weniger vorgekommen. Entweder liegt es daran, dass es kaum Dörfer oder Städte gibt, aber wenn ich die Pins so anschaue, hat er schon mal die gleichen Städte angegriffen.

Vermutlich ist er zurückgeflogen, weil er kein Futter gefunden hat, aber vielleicht ist die Insel auch einfach überladen. Ich weiß ja nicht wie hier die Drachen so sind, aber ich kenne es, dass sie gerne Schätze horten oder aber auch, er ist einfach nur fett geworden ist.“ mutmaßte Sina.

„Hmm, hier hat der letzte Angriff stattgefunden… dann müsste er vermutlich diese Hafenstadt als nächstes angreifen oder die Dörfer in der umliegenden Gegend.“ kommentiert Ascal.

„Aber nun habt ihr ein funktionierendes Frühwarnsystem gegen diesen Drachen, meint ihr nicht auch? Vielleicht kann man nun sogar mehr Leute retten und gewisse Vorbereitungen gegen Bothar treffen.

Sobald Sherry die nötige Ausrüstung vorbereitet hat, werde ich mit ihr zu dieser Hafenstadt fahren. Entweder steht sie noch oder wird zerstört, das ist etwas, was ich nicht beeinflussen kann. Aber warnen könnt ihr sie trotzdem schon mal.“ nickte Sina.

„Das stimmt… oh.“ fällt Ma Shi was auf. „Dein „Oh“ gefällt mit nicht wirklich, was hast du entdeckt?“ hake Ascal.

„Schaut, wenn diese Insel weiter in diese Richtung fliegt… kommt es direkt auf die Hauptstadt zu!“ wurde Ma Shi nervös.

„Wow, dann solltet ihr mit dem Gildemeister in der Hauptstadt in Kontakt kommen und ihn aufklären, dass er bald ein Problem hat.“ meinte Sina.

„Keya wird sich richtig freuen, wenn sie so Besuch bekommt.“ antwortet Ascal sarkastisch. „Vor allem, das muss sie erst mal dem König erklären, der dürfte ebenso nicht wirklich erfreut sein.“

„Sollte die Hauptstadt nicht genug Gegenmaßnahmen gegen den Drachen haben? Mir fällt es nun schwer zu glauben, dass die Stadt hoffnungslos verloren ist.“ wiegelt Sina den Kopf.

„Vielleicht solltest du mit Neia und Louis sprechen, das sie sicherheitshalber in die Hauptstadt gehen, während ihr versucht, vorher den Drachen abzufangen.“ grübelt Ma Shi, aber Sina schüttelt nur den Kopf.

„Glaube… das wird nichts. Louis und Prashi sind momentan unzertrennlich geworden und Neia… seitdem Nea da ist, lässt sie sich von der Spinnenfrau nicht wirklich lösen und beide können wir nicht in die Hauptstadt bringen, dann endet es definitiv in ein Chaos, wenn eine Arachne dort erscheint.“ erklärt Sina das Problem.

„Himmel… dann bleibt es wieder bei euch hängen?“ seufzte Ma Shi.

„Keine Sorge, Sherry ist dabei und mit dem Glück sollten wir den Drachen vorher abfangen können.“ beruhigte Sina den Gildemeister.

„Außerdem, wenn ich das Datum anschaue, dürfte es noch ein bisschen Zeit sein, das der Drachen erst diese Stadt angreifen wird, aber ausschließen will ich es nicht.“ fügte Ascal hinzu.

„Seid ihr denn in der Lage gegen den Drachen zu kämpfen?“ fragte Ma Shi nun.

„Keine Ahnung. Ich bin vielleicht der stärkste Abenteurer, aber ich weiß nicht, wie es mit dem Drachen enden wird. Bekämpfe ich ihn auf dem Boden, sind die Vorteile eher auf meiner Seite, aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass es vermutlich zu einem Luftkampf kommen wird und so ein alter Drachen mit der nötigen Erfahrung? Aber darüber mache ich mir erst Gedanken, wenn ich die Insel oder den Drachen gefunden habe.“

„Dann hoffe ich nur, dass ihr es rechtzeitig schafft.“

Kapitel 162

Ich bin wiedergeboren und kann fliegen?!

„Ich kann fliegen!“ rief Sina freudig, während sie Sherry in der Hand hielt. „Kannst… du mich vielleicht absetzten? Ich… hatte heute schon genug mit Höhen zu tun gehabt…“ flüstert Sherry.

„Huch? Aber sicher doch.“ beruhigte Sina ihre Freundin und landete auf dem Garten. Aber Sherry ließ Sina trotzdem nicht los, so streichelt Sina ihre Haare.

„Alles ist gut. Du bist jetzt wieder auf dem Boden.“ lächelt Sina dabei. Dann sprang Nea vom Dach runter und landete direkt vor Sina und zischte sie an. Sina hob nur eine Augenbraue und Sherry kam wieder in die Realität zurück.

„Warte! Beruhige dich Nea! Das ist meine Freundin Sina, sie tut dir nichts, wenn du ihr keinen Grund gibst, dich anzugreifen!“ stellte Sherry sich direkt vor Nea.

„Sie ist… gefährlich. Alle meine Instinkte sagen mir, dass sie ein Monster unter Monstern ist!“ zischte Nea weiter. Suki, Mel, Lara sowie Neia nahmen ihre Angriffspositionen ein.

„Danke für dein Kompliment. Darf ich fragen, was du mit Sherry am Hut hast?“ grinste Sina böse.

„Bei der Göttin, gieß doch nicht noch mehr Öl ins Feuer! Nea, bitte beruhige dich. Auch wenn deine Instinkte dich vor ihr warnen, kannst du auf meinem Wort vertrauen, das Sina wirklich nicht gefährlich ist. Hier schau!“ Sherry ging auf Sina zu und küsste sie. Die Flügel spannten sich nicht, sondern flattern nun, dann löste Sherry sich wieder von Sina.

„Glaube, das Sherry die Herrin wirklich gut im Griff hat.“ murmelt Suki und die anderen nickten. Nur Neia strahlte die Spinnenfrau geradezu an.

„Hmm… sie ist nicht gefährlich?“ fragte Nea nun. „Nein, nur wer sich ihr in den Weg stellt oder zum Feind wird, sollte sich Sorgen machen. Nea ist doch kein Feind für dich oder Sina?“ fragte Sherry direkt ihre Geliebte. „Das hast du jetzt sehr geschickt eingefädelt meine Liebe.“ nickte Sina.

„Ok? Dann kontrollierst du die Frau mit Worten?“ hakte Nea unschuldig weiter. „Ehm… ja genau. Man kann mit Sina über alles reden!“ nickte Sherry.

„Möchtest… du mir oder eher allen erklären, was hier los ist Sherry? Ich habe nichts gegen deine Freundin Nea, aber… irgendwie fehlen uns gewisse Informationen.“ fand Sina die Szene etwas merkwürdig.

„Erm, ja, also folgendes ist passiert…“ und Sherry berichtet von ihrem Auftrag, das Treffen mit Nea, den Kampf mit der Spinnenkönigin und wie sie mit Nea in die Abenteuergilde ging, um sie als Abenteurerin anzumelden, aber erst warten soll, bis Nea wirklich das Konzept der Zivilisation verstanden hat. „Nun sind wir hier.“

Sina, aber auch die anderen staunen sie und Nea abwechselnd an. Nea hat sich bei der Erklärung etwas beruhigt und nickte ab und zu mal bei der Erklärung, dann passierte es, was Sherry prophezeit hatte: Sina kam auf sie, gab ihr einen Kuss der Küsse, danach klopfte sie auf die Schulter von Sherry:
„Das hast du wirklich sehr gut gemacht. (Ich freue mich auf heute Abend).“ flüstert Sina ihr noch ins Ohr und Sherry wurde sehr rot.

Dann ging Sina auf Nea zu. Sina war vielleicht groß, aber Nea überragte sie trotzdem, so dass Sina nach oben schauen musste.

„Also, du bist eine Freundin von meiner Geliebten? Wenn ich mich vorstellen darf, ich bin Sina und werde dir nichts tun, wenn du mir auch nichts tust oder meinen Freunden hier.“ sagte Sina es mit einem ernsten Ton zu Nea.

„Mein… Name ist Nea. Den hat Sherry mir gegeben, weil ich keinen Namen hatte. Ich… würde eher flüchten, als mit dir kämpfen zu wollen.“ kam die Aussage von Nea.

„Und du brauchst bestimmt einen Schlafplatz oder? Ich vermute, dass er eine gewisse… Größe braucht oder?“ fragte Sina, während die anderen wieder ihre normale Haltung angenommen haben und sich bei dem Gespräch dazu gesellen.

„Es sollte dunkel und groß sein, den Rest mache ich mit meinen Spinnenfäden.“ überlegte Nea laut und starrte Mel an.

„Erm… habe ich was im Gesicht?“ fragte Mel unsicher, denn wenn man von acht Augen auf einmal angestarrt wird, wird man schon etwas nervös.

„Nein… ich wundere mich nur, warum ich bei dir nichts spüre. Du stehst, aber… nichts.“ wiegelt Nea den Kopf und Mel verstand. „Das… braucht viel Zeit zum erklären. Am besten, wenn du dich hier eingerichtet hast.“

„Hmm, Herrin… Die Zimmer sind… nicht unbedingt ausgelegt für so eine große Person wie Nea.“ meinte Suki, aber Sina schüttelt den Kopf.

„Doch, der Dachboden. Dort sollte nichts drin sein oder? Es ist dunkel, feucht und klamm, dabei hat er auch eine gewisse Größe, nur… der Einstieg dürfte ein Problem sein.“ hatte Sina einen Vorschlag.

„Aber das werden wir nicht auf die Schnelle schaffen können, also den Einstieg. Was haltet ihr davon, wenn Nea für heute im Wohnzimmer schläft, damit ich… es noch schnell mit Ronald besprechen kann.“ schlug Suki vor.

„Macht das. Sherry, du bringst Nea alles nötige bei, ich bin erst mal weg.“ und Sina flog direkt nach oben. Alle schauten ihr staunend hinterher, sie hat ihre Flügel in den Griff bekommen.

„Ok? Wenn du mir folgen würdest Nea?“ zog Sherry Nea in das Wohnzimmer und bereitete sich seelisch auf eine lange Erklärung vor. Lara und Mel unterstützen sie dabei, während Neia einfach nur die Szene beobachtet.

Sina war so glücklich gewesen. Sie sah die Stadt Fanfoss aus der Luft und testete die unterschiedlichsten Kunstflüge.

„Wow… ist das schön…“ murmelt Sina und wischte sich ihre Tränen aus den Augen. Sie machte mehrere Sturzflüge und flog direkt wieder in die Luft.

„Das nächste Mal nehme ich Sherry mit.“ strahlte Sina und flog noch höher über die Wolken. Dummerweise hatte sie vergessen, dass sie noch in ihrem Badebikini war, aber das ignorierte sie. Über den Wolken angekommen, sah sie nur einen weißen Wolkenteppich und war über diese Schönheit fasziniert.

„Aber bevor ich irgendwelche Personen mitnehme, sollte ich vielleicht mit den Fesseln gewisse Übungen anstellen… und Luftkämpfe, wenn ich gegen Bothar kämpfen sollte.“ legte Sina sich auf die nächsten Ziele fest.

„Vielleicht sollte ich Prashi Bescheid geben, damit sie alle Unterlagen über den Drachen zusammensucht.“ nickte Sina und lässt sich einfach fallen. Auch diese Aktion war wunderschön.

Sina sah wieder Fanfoss unter sich und steuerte darauf zu. Als sie nah genug war, flog sie direkt auf die Gilde zu. Sofort sah Sina den zerstörten Eingang und schritt hindurch. Sie ignorierte wieder die Blicke der Leute und sah Prashi auf ihrem Tisch liegen. Was Sina nicht mitbekam ist, dass ihretwegen viele Männer im Sterben lagen.

„Huhu Prashi, wie geht es dir?“ grüßte Sina. „War Sherry noch nicht bei dir gewesen?“ stöhnte Prashi nur.

„Ah, du meinst Nea? Ich fand es genial als Sherry mit ihr kam, damit hätte ich überhaupt nicht gerechnet. Wir haben uns sofort Gedanken gemacht, wo Nea schlafen kann und arbeiten an unseren Plänen, aber den Rest überlasse ich Sherry. Immerhin hat sie Nea geholt, also soll Sherry sich darum kümmern.“ strahlte Sina über ihre Freundin.

„Ah… ich verstehe… und… weswegen bist du jetzt hier?“ hob Prashi immer noch nicht den Kopf und bemerkte nicht, wie das Sterben in der Gilde stattfand.

„Ich würde gerne den Auftrag mit dem Drachen Bothar, der Stille annehmen. Für meine Projekte brauche ich einige Sachen von seinem Körper.“ erklärt Sina und sofort wurde Prashi hellwach.

„Bothar? SINA!“ schimpfte Prashi nun, als sie Sina sah. „Was?!“ reagierte Sina ahnungslos. „Sag… bist du direkt durch die Stadt in deinem Bikini herum gelaufen?! Schau dich mal um, alle Männer liegen wegen dir im Sterben!“ schimpfte Prashi mit einem roten Kopf.

„Huch? Oh… das habe ich vergessen, als ich geflogen bin. Lass sie mich doch anschauen, so was werden sie in nächster Zeit nicht zu Gesicht bekommen.“ grinste Sina sehr böse und zog den Zorn der Frauen auf sich.

„Himmel… glaube, wenn ich dir den Auftrag hole, bis du schneller weg oder? Warte hier einen Moment..“ und Sina macht mehrere sexy Posen, um die anderen zu ärgern.

Dann kam Prashi mit dem Auftrag zurück. „Das ist er Bothar, der Stille. Sein Kopfgeld… ist verdammt hoch, aber kein Wunder wenn der Auftrag solange liegen bleibt und die Schäden immer größer werden, die er anrichtet.“

„Hmm… alle seine Angriffe werden bestimmt immer aufgezeichnet oder?“

„Das stimmt, aber dazu müsste ich den Ordner mitbringen…“

„Lass ihn erst mal dort. Ich komme morgen wieder, kannst du vielleicht bis dahin eine genaue Karte von Alliancia mit allen Dörfern und Städten vorbereiten? Brandrulim hat mich schon aufgeklärt wo das Problem mit dem Drachen ist, deswegen muss ich feststellen, wo sein nächster Angriff stattfinden wird oder wo sein Nest fliegt.“ erklärt Sina.

„Du willst mir sagen, anhand der Angriffe, du feststellen kannst wo der Drache sein soll?“ wirkte Prashi doch ungläubig.

„Wenn du einen besseren Vorschlag hast, höre ich ihn mir gerne an, aber… wie alt ist der Auftrag? Da hat bestimmt schon der eine oder andere eine gute Idee gehabt, aber es scheitert daran, dass sein Bau eine Himmelsinsel ist. Also ist die Aufgabe für mich geradezu geeignet oder?“ grinst Sina.

„Warte… du kannst deine Flügel nun kontrollieren?!“ staunte Prashi und Sina spielte mit den Flügeln als Beweis.

„Und fliegen! Ich hab die Stadt Fanfoss von oben schon gesehen und war sogar noch höher geflogen. Es war… atemberaubend…“ wirkte Sina verträumt.

„Dann werde ich dafür sorgen, dass morgen alles vorbereitet ist. Brauchst du noch was?“ lächelt Prashi nun.

„Die Karte sollte eine Kopie sein oder so und an eine Wand angebracht werden, wo ich mit farbigen Pins die Angriffe markieren kann. Am besten im Konferenzzaum, der sollte ja leer sein und am besten mit dir oder jemanden der alle Orte kennt, denn ich weiß nicht wo sie sind.“ erklärt Sina.

„Das lässt sich machen.“ nickte Prashi

„Tio und Mio machen bestimmt gleich Feierabend oder?“

„Erm… ja wieso?“

„Damit ich sie direkt mitnehmen kann.“ grinst Sina Prashi an und machte sich auf die Suche nach den Vampiren, was nicht lange dauert. Sie waren beide in der Übungshalle und gaben ein paar Tipps, als auf einmal die Männer anfingen reihenweise umzukippen.

„Huch? Wieso fallen sie alle um?“ „Eine unbekannte Krankheit?“ wundern sich beide, als sie gleichzeitig unter den Bauch gepackt werden.

„Weder das eine noch das andere, sie sind nur von meiner Schönheit überwältigt.“ teilte Sina es mit und trug sie beide raus.

„W… was ist los?“ „Wir wurden doch von Sherry schon bestraft!“ wehrten sich die Vampire ahnungslos.

„Ich weiß zwar nicht worum es geht, aber ihr seid nun meine Gäste.“ lächelt Sina, aber das machte den Vampiren nur noch mehr Angst und sie riefen um Hilfe.

„Bis morgen Prashi!“ verabschiedete sich Sina von ihrer Freundin, dann war sie draußen. „Wenn ich euch raten darf, zappelt nicht soviel herum.“ gab Sina noch den Hinweis und flog direkt in die Luft.

Mio und Tio schrien direkt voller Angst, während Sina drehend in die Luft stieg, so hoch, dass sie die komplette Stadt Fanfoss sehen konnten.

„Was schreit ihr so? Habt ihr euch nie in eine Fledermaus verwandelt und seid selber geflogen?!“ wundert sich Sina.

„N… nein?!“ „We… weil die Verwandlung weh tut!“ beschwerten sich die Zwillinge.

„Ah. Ups? Dachte ihr seid solche Höhen gewohnt.“ entschuldigte sich Sina bei ihnen. „Aber keine Sorge, ich werde euch nicht fallen lassen. Schaut doch mal… wie schön die Welt ist.“

Als die Vampire sich beruhigten, mussten sie selber feststellen, das die Aussicht… atemberaubend war. „Vielleicht… sollten wir doch überlegen, uns öfter zu verwandeln.“ „Aber diese Schmerzen…“

„Vielleicht gibt es ja einen Trick. Ich meine, Fae konnte doch ohne Probleme sich in Nebel verwandeln, was doch viel schwerer sein sollte oder?“ erinnert Sina sich an die Erzählung von Neia´s Kampf.

„Hm… da könnte schon was dran sein.“ „Vielleicht sollten wir die anderen Vampire fragen. Ich meine die sind doch alle Attentäter oder? Dann müsste doch der eine oder andere sich ebenso verwandeln können.“ grübeln die Vampire.

„Komm, ich zeige euch noch was schöneres!“ und Sina flog noch höher. Die Angst ist verflogen bei den Vampiren und sie konnten nicht genug sehen… Bis sie unter ihnen den Wolkenteppich sahen.

Die Zwillinge staunten nur, überall weiß unter ihnen, der Himmel über ihnen wird auch leicht dunkel und sie sahen die Sonne, wie sie langsam untergeht.

„Das wollte ich mit euch teilen, Sherry… hatte scheinbar genug für heute, aber auch sie wird diese Aussicht genießen dürfen.“ teilte Sina es grinsend mit.

„So schnell… wie ihr fliegt, werdet ihr vermutlich nicht mehr auf die Kutsche angewiesen sein.“ „Damit könnt ihr wirklich jeden Ort anfliegen!“ meinten die Zwillinge, aber Sina schüttelt den Kopf.

„Vorerst nicht. Ich bräuchte etwas wie einen Kompass, der mir die Orte zeigt. Es wird keine Person auf der Welt wissen und mir sagen können, wie ich fliegen soll. Den Gedanken hatte ich auch, aber wenn ich die Welt nicht auswendig kenne, ist das sehr schwierig.“ erklärte Sina es den beiden Vampiren.

„Hmm… das macht Sinn.“ „Vielleicht solltet ihr Christopher fragen, ob er nicht zufällig so einen Kompass hat, das würde eure Reise doch vereinfachen!“ schlugen die Zwillinge vor.

„Wenn ich ihn das nächste Mal sehe, werde ich ihn fragen, ansonsten werde ich weiterhin auf die Kutschen angewiesen sein.“ lächelt Sina.

Und die Damen schauten noch weiter die Welt von oben an.

Kapitel 161

Ich bin wiedergeboren und die Beförderung von Sherry?

Nea war nun in der Übungshalle von der Abenteuergilde und wird von den Zwillingsvampiren abwechselnd ausgefragt, während Prashi mit Abstand die Szene anschaute.

„Wie alt bist du?“ „Wo leben die anderen deiner Art?“ „Wo hast du früher gelebt?“ „Stimmt es, dass Arachneen Menschen zum Fortpflanzen brauchen?“ und so weiter. Mio und Tio hatten Sternen in den Augen und strahlten Nea die ganze Zeit dabei an.

Sie war mehr oder weniger mit der Situation überfordert und wurde bei der Beantwortung ihrer Fragen immer leiser.

„Ihr solltet sie nicht gleich bedrängen, wisst ihr?“ kommentierte Prashi nur. „Bedrängen wir dich?“ „Dabei bist du doch so stark?“ wundern sich die Vampire.

„Eh… das ist mein erstes Mal in einem Menschenbau. Normalerweise werde ich von euch angegriffen oder ihr rennt vor mir weg. Ich bin… Sherry nur gefolgt, weil ich ebenso stark werden will wie sie.“ erklärte Nea sich.

„Huch? … Ah ich verstehe.“ „Ja, diese Stärke haben wir bei Sherry auch gesehen.“ nickten die Zwillinge gleichzeitig.

„Ihr seid doch auch Monster wie die anderen hier oder? Kann man sich hier Stärke aneignen?“ fragte Nea sie nun.

„Eh… ja. Ja es ist möglich, aber… dazu müsstest du dich auch an die Regeln halten.“ „Genau, durch die Regeln lernt man automatisch gewisse Dinge, die dein Leben vereinfachen können.“ mussten die Zwillinge grübeln und Prashi hob eine Augenbraue.

„Was sind… Regeln? Ich wundere mich die ganze Zeit, was ihr immer damit meint. Kann man es essen?“ hielt Nea den Kopf schräg.

„Oh… das könnte Zeit brauchen.“ „Nun, vielleicht sollten wir einen Lernplan erstellen oder?“ murmeln die Zwillinge und schauen Prashi an, die panisch den Kopf schüttelt.

Sherry saß im Büro vom Gildenmeister auf dem Sessel, während Ma Shi auf dem Bürostuhl seine Hände am Gesicht hielt.

„Ist es ansteckend? Also normalerweise hätte ich es eher Lady Sina zugetraut, aber das du mit einem Monster kommst…“ murmelt Ma Shi.

„Was hätte ich denn tun sollen? Sie wäre mir so oder so gefolgt und nachdem sie mir geholfen hat, konnte ich sie schlecht töten. Irgendwo habe auch ich meine Prinzipien.“ wehrte sich Sherry.

„Lady Sina weiß vermutlich von der ganzen Aktion nichts oder? Was glaubst du wirklich, wie es endet, wenn du mit Nea zu der Villa gehst.“

„Mich küssen, auf die Schulter klopfen für die gute Tat und dann Nea auf ihre Art und Weise bearbeiten.“

„Ah.. ich merke schon, dass du sie sehr gut kennst. Hoffe ich wirklich vom Herzen, dass… es mit Nea irgendwie funktioniert.“

„Ich auch…“

„Nun erzähl mir, was im Wald passiert ist und wie dein Auftrag gelöst wurde.“ fragte der Gildenmeister und Sherry gab ihren Bericht ab.

„Ich verstehe… diese Riesenspinne war sogar eine Königin und hat Nea im Wald gejagt. Ein Wunder, das Nea dich am Leben gelassen hat.“ meinte Ma Shi.

„Nüchtern… betrachtet wird das wohl so stimmen.“ stimmte Sherry ihm zu.

„Nun, du hast deine Aufgabe bestanden. Zwar hattest du… Hilfe gehabt, aber nicht die von einem SSS-Abenteurer oder Lady Sina. Damit bist du nun ebenso ein S-Abenteurer.“

„Vielen Dank!“

„Sag Prashi Bescheid, dass ich das OK gegeben habe, damit sie deine Karte anpasst und… von der Belohnung wirst du nicht viel zu sehen bekommen. Irgendwie gehen immer unsere Eingänge kaputt, seit Sina zum ersten Mal erschienen ist und ich weiß immer noch nicht, wie stabil wir sie eigentlich noch machen sollen.“ wirkte Ma Shi nun gestresst.

„Ah… ok. Ich verstehe. Wenn ich vorschlagen darf, warum baut ihr den Eingang nicht wie eine Wehrfestung auf? Die haben doch ebenso die nötige Stabilität und sie dürfte auf Dauer immer noch billiger sein als die gesamte Mauer oder?“ beruhigte Sherry ihren Gildemeister.

„Werde es wohl so machen müssen. Ich bin am überlegen, ob ich nicht vorsichtshalber einen Monsterkatalog erstellen sollte, welche man eventuell noch in unsere Gesellschaft intrigieren könnte. Dann dürfte mich der nächste, der durch die Tür kommt, nicht mehr so schockieren.“ überlegte Ma Shi laut.

„Gibt es denn überhaupt noch welche?“ wundert Sherry sich.

„Jede Menge sogar, aber ein Großteil von ihnen lebt nicht in Alliancia.“

„Glauben sie wirklich, das hält Sina auf, sie mitzubringen?“

„Darüber will ich nicht nachdenken…“

„Aber sie sollten den Eingang nun größer gestalten, damit Nea es einfacher hat, rein und raus zu kommen.“

„Ich… werde es berücksichtigen.“ seufzte Ma Shi.

Sherry stand nun an der Rezeption und bekommt von Prashi die Abenteurerkarte aktualisiert. Dabei warf Prashi ihrer Freundin immer böse Blicke zu.

„Was?“ wundert sich Sherry.

„Das ist doch deine Rache, dass ich dich wegen der einen „Geschichte“ aufgezogen habe oder?“

„Nein? Die Zwillinge bekamen ihre Strafe und haben daraus gelernt, dass es anderen nichts angeht, was ich mit Sina mache.“

„Und du meinst das wirklich ernst mit Nea? Ist dieses… Hobby von Sina irgendwie ansteckend? Kommt ihr demnächst mit einem Drachen oder so?“

„Eh… darauf hat Sina nur gemeint, dass es Schwierigkeiten gäbe für die Unterbringung eines Drachens.“

„Bei der Göttin, sie hat zumindest darüber nachgedacht…“ fiel Prashi auf ihren Tisch vor Erschöpfung.

„Sherry? Diese… gleich aussehenden Damen fragen mich komplett aus, ist das normal?“ kam Nea aus der Übungshalle.

„Ob du es glaubst oder nicht, aber stell dich darauf ein, dass du in der nächsten Zeit oft ausgefragt wirst. Wenn du es nicht möchtest, musst du nur laut und deutlich sagen, dass du es nicht willst.“ grinst Sherry sie an.

Nea drehte sich zu den Vampirzwillingen um, die ihr gefolgt sind und fauchte sie an. Sofort gingen die beiden einen Schritt zurück und legten ihre Hände auf ihre Waffen.

„Eh… mit Worten Nea, nicht mit Drohgebärden oder so!“ sprang Sherry sofort zwischen die beiden Parteien.

„Hmm? Aber geht es so nicht schneller?“ wundert sich Nea. „Ja, sag ihnen einfach, dass du nun deine Ruhe haben möchtest. Viele akzeptieren es und die Hartnäckigen… kannst du immer noch anfauchen, dann wissen sie, dass sie eine Grenze überschritten haben.“ erkläre Sherry.

„Genau, so ist es einfacher.“ „Und niemand braucht zu den Waffen zu greifen.“ fügten die Zwillinge bei der Erklärung dazu.

„Ist das denn nicht umständlich? So werden die Probleme doch schneller gelöst.“ meint Nea, aber Sherry schüttelt den Kopf.

„In der Wildnis mag es vielleicht so sein, aber wir haben eine Zivilisation, wo wir es auf eine andere Art und Weise machen. Ich habe es doch auch mit Worten geschafft, dass sie ihre Waffen zurückziehen oder?“ sagte Sherry mit einem Beispiel.

„Hmm, sind Worte so mächtig?“ überlegte Nea laut. „Du ahnst nicht, wie mächtig. Ich kenne eine Person, die kontrolliert damit ein ganzes Reich.“ kommentiert Prashi dies auf eine Anspielung ihrer Freundin.

„Wir sollten langsam gehen Nea und schauen, ob wir für dich einen Schlafplatz finden oder willst du wieder in den Wald?“ fragte Sherry.

„Wenn… ich bei dir schlafen kann?“ kam die Gegenfrage von Nea.

„Dann lass uns gehen. Je früher wir wieder in der Monstervilla ankommen, desto besserrr…. hey?!“ wird Sherry wieder von Nea in die Arme genommen und nach draußen gebracht. Die Vampire und Prashi schauten nur noch hinterher.

„Wohin geht es nun?“ frage Nea nur.

Sina sprang wieder vom Dach und versuchte ihre Flügel in den Griff zu bekommen, aber bisher kein Erfolg. Suki meinte, sie hätte die Flügel sich kurz bewegen gesehen, aber seitdem keine Besserung.

„Schade das Sherry nicht hier ist. Sie würde im Land der Träume sein, wenn sie jedes mal deinen Körper springen sieht.“ grinste Neia frech.

„Möchtest du… draußen schlafen?“ fragte Sina sie freundlich und Neia schüttelt panisch den Kopf. Die Dämonin kam wieder aus dem Schwimmbecken raus und grübelt, ob das der richtige Weg ist.

„Du darfst nicht aufgeben Sina. Kein Meister ist vom Himmel gefallen.“ muntert Lara sie auf und Mel nickte.

„Kann es sein, dass ich irgendwie… sehr viele Zuschauer habe? Will keiner verpassen, wie ich es schaffe zu fliegen oder wie?“ wundert sich Sina.

„Nun, wir sind erst vor kurzem zurück und warum sollen wir es uns entgehen lassen, eure Sprünge zu verpassen.“ meinte Mel.

„Aha… übrigens, deine Kampfstiefel habe ich in Auftrag gegeben, es wird aber noch dauern, bis sie fertig sind.“ berichtet Sina. „Ich kann mir das immer noch nicht vorstellen, Herrin.“ war Mel skeptisch.

„Du kannst Sina vertrauen, ich habe ihre Pläne gesehen und ich bezweifele, dass es noch einen Gegner gibt, der deine Kicks überleben könnte.“ grinst Lara.

„Ich frage mich nur, was wieder in der Stadt passiert ist. Die Wachen haben Alarm gegeben, aber nach einer Zeit ist er wieder abgestellt worden.“ wundert sich Suki, die wieder Getränke mitbrachte.

Auf einmal kam eine riesige Spinne von oben geflogen die zwei Frauen hielt… „Warte… ist das nicht Sherry?!“ staunte Sina, weil sie erkannte, dass diese Spinne eine Arachne war und Sherry hielt… oder gehalten hatte, denn nun fiel Sherry mit weinenden Augen ebenso in die Tiefe.

Alle reagierten geschockt und in Sina ging eine Angst durch den Körper, dass sie Sherry verlieren könnte. Sie rannte sofort los und sprang auf Sherry zu.

Dabei kam Sina Sherry immer näher und näher bis sie Sherry mit den Armen auffing. Sherry krallte sich sofort an Sina, während Nea auf dem Dach der Villa landete…

„Sherry! Du hast mir Angst gemacht!“ schimpfte Sina, aber Sherry hielt ihren Kopf weiterhin auf Sinas Brust.

„Was ist los?! Hat das Monster dir was angetan?!“ fragte Sina panisch, aber Sherry schüttelt nur den Kopf.

„Sch… schau… nach unten…“ flüstert Sherry nur. Verwundert tat Sina wie gesagt und schaute nach unten… und staunte. Sie drehte ihren Kopf zur Seite und flog mit Sherry in die Luft!

„Ich… ich fliege?!“

Kapitel 160

Ich bin wiedergeboren und Sherry sorgt für Chaos?

„Wie kommst du auf diese Idee?“ reagiert Sherry erstaunt, als Nea ihre Frage gestellt hat. Die Spinnenfrau wiegelt ihren Kopf.

„Ich möchte dich gerne weiter beobachten und mir deine Stärke aneignen. Scheinbar lebst du ja mit anderen Monstern zusammen, dann sollte es doch kein Problem sein oder?“ fragte Nea ahnungslos.

„Die sehen aber wenigstens noch menschlich aus!!!“ war der Gedanke von Sherry, als Nirvana sich meldet. „Deine Geliebte würde es zumindest nicht unversucht lassen. *hust*“

„Erm… ich lebe mitten in einer Stadt. Wird dich das nicht überfordern? Ich meine, dort lebt alles, wovor du mehr oder weniger deine Ruhe haben wolltest!“ sprach Sherry das Problem an.

„Vielleicht muss ich auch anfangen mich zu ändern oder?“ wundert sich selbst Nea bei dem Gedanken.

„Wenn diese Frau in die Stadt kommt, bricht mehr Panik aus als bei einem Vampirangriff!“ warnte Nirvana.

„Aber was soll ich denn tun? Sie wird mir vermutlich folgen und dann haben wir auch den Salat!“ dachte Sherry zurück.

„Ist das… denn so ein Problem?“ wirkte Nea nun etwas traurig. „Eh nein, ich überlege nur, wie wir dich in die Gilde bekommen, bevor es Probleme gibt!“ beruhigte Sherry die Spinnenfrau.

„Aber erst mal… zieh dir das an!“ gab Sherry der Spinnenfrau ein Kimono, damit sie nicht so nackt ist. Die Spinnenfrau hielt es in der Hand und wusste nichts damit anzufangen, dann biss sie rein.

„Warte! Das ist nichts zum essen! Hier…“ Sherry nahm das Kimono weg und zeigte ihr, wie man das Kimono über den Körper anzog. Nea tat es ihr dann gleich und aufgrund der unterschiedlichen Größen drückten ihre Brüste stark gegen das Kimono.

„Ob Sina nun Konkurrenz bekommen hat?“ dachte Sherry auf den ersten Blick, aber damit sah Nea besser aus als vorher.

„Fühlt sich komisch an.“ kommentiert Nea nur. „Aber damit wirst du in der Stadt laufen müssen!“ widersprach Sherry direkt.

„Ok? Wenn du meinst?“ zupfte die Spinnenfrau an dem Kimono, als würde sie sich unwohl fühlen.

„Und wie geht es nun weiter Herrin?“ frage das Schwert die nächste Frage. „Also… auf normale Art und Weise werden wir dich nicht in die Stadt bekommen Nea, wir müssen dich irgendwie in die Gilde bekommen oder zur Monstervilla.“ überlegte Sherry. Nea starrte sie ahnungslos an.

Dann nahm sie Sherry in den Arm und sprintet auf die Stadt zu. „Eh?! Was hast du vor?“ rief Sherry.

„Du sagtest doch auf normale Art geht es nicht, dann klettere ich einfach diese komische Steinwand hoch.“ teile Nea mit.

„Egal was passiert, greif keine Personen oder so an ok?!“ rief Sherry mit Tränen in den Augen, denn die Geschwindigkeit war Sherry nicht gewöhnt, Nea nickte nur.

Aus der Entfernung sahen die Wachen, wie etwas auf die Stadt stürmte und nahmen einen Fernrohr, dann schrie einer direkt Alarm.

„Oh, scheinbar haben die Wachen uns gesehen.“ kommentierte Nirvana nur. „Behalte deinen Kommentar für dich!“ fluchte Sherry nur. Es dauerte nicht mehr lange und die Mauer war vor ihnen.

Sherry dachte, das Nea bei dieser Geschwindigkeit direkt durch die Mauer rennen will und klammert sich schreiend an die Frau, aber im letzten Moment sprang Nea auf die Mauer und lief darauf weiter, als wäre es kein Problem.

„Eh?! Du kannst darauf laufen?“ staunte Sherry. „Warum sollte ich das nicht können? Alle Spinnen sind in der Lage auf alles zu klettern.“ wundert Nea sich, was für sie relativ normal ist. Dann waren sie beide oben auf der Mauer angekommen und schon kamen die Wachen mit ihren Speeren angerannt.

„Verschwinde du Monster!“ „Lass die Frau frei!“ brüllten sie, aber Nea ignorierte sie irgendwie. „Wo geht es denn weiter?“ fragte sie Sherry.

„Eh… siehst du das Gebäude da drüben mit dem komischen Dach? Da müssen wir irgendwie hin, aber… AHHHH!“ wollte Sherry erklären, aber Nea sprang direkt auf das Dach vor ihnen. „Bitte, lass mich bloß nicht fallen.“ murmelt Sherry nur noch.

Nea hat sich scheinbar ziemlich gut im Griff, denn sie sprang vom Dach zu Dach ohne nennenswerte Schwierigkeiten. Überall herrschte Panik auf der Straße und alle zeigten immer auf Nea.

„Wir kommen immer näher, was soll ich dann tun?“ fragte Nea, während sie sprang. „Keine Ahnung?! Du hast mich ja einfach gepackt und bist losgestürmt!“ schimpfte Sherry.

„Ich lande einfach mal vor diesem komischen Bau.“ kommentierte Nea und tat es auch… wenn sich nicht jetzt wieder das Pech von Sherry meldet. Aus irgendeinem Grund war der Boden vor der Eingangstür gewaschen und darauf landete Nea… rutschend und verlor die Kontrolle über ihre Beine.

Beide Damen hielten sich nun ängstlich fest während die Eingangstür näher kam… und krachten durch die Tür… eher reißen sie die komplette Tür samt Mauer mit!

Sofort rannten Abenteurer schreiend weg sowie Rezeptionisten, die schon wieder einen Angriff befürchteten, während die Vampire sowie Mio und Tio zu den Waffen griffen und sich dem Feind entgegenstellten.

Als der Rauch verschwand, sah man eine Arachne auf dem Boden mit Sherry, die beide Augen verdrehte.

„Eh?! Sherry?“ „Hat dich das Monster entführt?!“ riefen die Zwillingsvampire zum Angriff bereit, als Sherry ihre Hand hob.

„Alles ok, sie gehört zu mir!“ rief sie nur. „„EH?!““ staunten die Zwillinge, aber auch die anderen Vampire zweifeln, ob das wirklich ok ist.

„Was ist den los?! Warum wird schon wieder die Eingangstür zerstört?!“ rief Ma Shi, der mit Ascal und Prashi kam und das Chaos sah.

„Wieso ist hier eine Arachne?!“ staunte Ascal und Prashi versteckte sich direkt hinter ihm.

Sherry stand mit wackeligen Beinen auf, während Nea wohl immer noch der Kopf drehte, was wohl gut war.

„Darf ich vorstellen? Das ist Nea und sie möchte gerne Abenteurerin werden.“ lächelt Sherry. Die Stille war unbeschreiblich.

„Hast… du dir irgendwie den Kopf gestoßen?“ „Genau, das ist ein Monster?“ zweifeln die Zwillinge ob es Sherry wirklich gut geht.

„Wieso? Sie hat einen menschlichen Oberkörper, kann sprechen und denken und hat mir bei dem letzten Auftrag geholfen. Übrigens das war eine verdammte Spinnenkönigin!“ schimpfte Sherry.

„Ah… mein Kopf… was ist passiert?“ kam Nea wieder zu sich und stand auf ihren Spinnenbeinen. Sie sah sofort, wie alle ihre Waffen auf sie gerichtet halten und fing an zu zischen.

„Nea! Warte! Beruhige dich! Sie denken alle, dass du mich entführt hast oder so…!“ beruhigte Sherry die Spinnenfrau. Sie hörte auf, irgendwelche Töne zu machen, blieb aber weiterhin angespannt.

„Sherry… glaubst du wirklich, dass du sie… in der Stadt überzeugt bekommst? Vampire sind ein Ding, aber eine Arachne?!“ zweifelt selbst Ma Shi.

„Warum sollte es nicht gehen? Wenn wir direkt immer alles umbringen, werden wir nie erfahren, ob es möglich ist! Und Nea ist scheinbar gewillt zu lernen!“ verteidigt Sherry die Arachne.

„Kannst du denn die Verantwortung übernehmen Sherry? Denn wenn… sie außer Kontrolle gerät, sind es nicht wirklich viele, die sie beruhigen können, weißt du?“ fragte Ascal.

„Was meinst du Nea? Bekommst du dich in den Griff?“ schaute Sherry Nea direkt an. „Ich… weiß es nicht. Eigentlich wollte ich euch beobachten, warum ihr so stark geworden seid und wieso ihr… mich geheilt habt. Ich dachte… als ihr von den anderen Monstern gesprochen habt, dass es vielleicht möglich ist, was neues zu lernen.“ sagt Nea und behielt alle ihre Feinde im Auge.

„Warte, du willst von uns lernen?“ hakte Ascal nach und Nea nickte. „Das stimmt. Sherry… hat mir den Namen „Nea“ gegeben und irgendwie… habe ich was gefühlt, nur habe ich nicht verstanden was.“

„Wenn wir Nea die Regeln beibringen und wenn sie sich daran hält, sollte es doch irgendwie klappen oder nicht?!“ meldete sich Sherry wieder. „Und nun steckt die Waffen endlich weg, ihr macht mich damit nervös!“

Die Vampire schauten sich alle an und nickten, dann steckten sie ihre Waffen weg. „Eh? Seid ihr euch sicher?“ fragte Ascal. „Sie sagte, Nea verhält sich ruhig. Warum sollten wir ihr das nicht glauben?“ „Wenn die Frau wirklich angreifen würde, dann hätte ich einen der SSS-Abenteurer holen müssen.“

„Was? So stark ist sie?“ staunte Prashi. „Frage mich, wie Sherry sie gebändigt bekommen hat.“ „Ihre Werte… Puh, es hätte gedauert, sie zu Fall zu kriegen.“ kommentieren Mio und Tio.

Ma Shi ging auf Nea zu. Sie behielt ihn misstrauisch im Auge. „Glaubst DU denn, du kannst dich uns anpassen? Ich bin mir selber nicht mal sicher, ob das überhaupt funktioniert.“ fragte Ma Shi, während er seinen Bart streichelt.

„Keine Ahnung? Es ist mein erstes Mal, dass ich in einem Bau voller Menschen bin. Entweder greift man mich an oder rannte weg.“ wiegelt Nea den Kopf.

„Wo soll Nea… eigentlich unterkommen Sherry? Hast du darüber schon mal nachgedacht?“ schaute Ma Shi Sherry an.

„Nun… es würde mich nicht wundern, wenn Sina strahlende Augen bekommt und sie in ein Zimmer verfrachtet, wo Nea sich austoben kann.“ murmelt Sherry unsicher.

„Ah… sie ist ja der richtige Ansprechpartner für solche… Projekte.“ musste selbst Ma Shi die richtigen Worte finden.

„Und? Können wir Nea in unsere Gemeinschaft aufnehmen?“ fragte Sherry, aber Ma Shi schüttelt den Kopf.

„Bevor du dich aufregst. Sie kann Abenteurerin werden, aber… es ist besser, wenn wir ihr erst beibringen, wie das Leben hier funktioniert, meinst du nicht auch?“ schlug der Gildenmeister das Angebot vor.

„Hmm… besser ist es. Es bringt nichts, wenn Nea das Konzept nicht versteht und dadurch immer Probleme kommen.“ meint Sherry.

„Wir können zumindest vorerst dafür sorgen, das Nea… in Ruhe gelassen wird. Aber ich möchte, dass sie immer in Begleitung von jemand Bekannten ist wie den Zwillingen oder dir.“ sagte Ma Shi mit einem bestimmten Ton.

„Das… sollte sich regeln lassen. Hoffe ich… würdest du denn andere Personen in deine Nähe dulden? Solange bis du unsere Regeln verstehst Nea?“ fragte Sherry nun die Spinnenfrau.

„Solange man mich nicht angreift, werde ich… keinen Grund haben, jemanden zu töten.“ meint Nea nur.

„Du gibst verdammt viele Gründe dich anzugreifen…“ dachte jeder im Raum. Ma Shi seufzte nur und teilt die Leute ein.

„Sag… den Wachen, dass die Arachne Nea unter unserem Schutz steht. Die Rechnung für den zerstörten Eingang ziehen wir von deiner Belohnung ab Sherry. Ansonsten würde ich gerne mit dir im Büro noch sprechen. Prashi, Mio und Tio, ihr kümmert euch um Nea.“

„Ist es in Ordnung Nea? Die drei sind Freundinnen von mir und man kann ihnen vertrauen… wenn sie nicht das eine oder andere Geheimnis ausplaudern.“ warf Sherry einen Blick auf die Zwillinge, die sofort ihre Hintern schützen.

„Wenn du sagst, dass sie mich nicht angreifen, sollte ich auch… dir vertrauen oder?“ wiegelt Nea den Kopf. Prashi dagegen wirkte einfach nur gestresst und wird sich bei Louis noch ausweinen.

„Das ist doch deine Rache oder?!“ meinte Prashi nur noch.

„Eh?!“

Kapitel 159

Ich bin wiedergeboren und der Kampf gegen die Riesenspinne?

Sherry zog sofort ihr Schwert und drehte sich zu dem Krach um. Dort war eine Riesenspinne… eine sehr sehr, wurde schon gesagt sehr? Sehr große Riesenspinne, die vermutlich dem Skelettdrachen Konkurrenz gemacht hätte.

Die Abenteurerin traute ihren Augen nicht, das soll ein normaler S-Auftrag sein? Solche Monster gehören doch eher in die Kategorie SSS! Nirvana meldete sich wieder.

„Wir schaffen das! Gibt die Hoffnung nicht auf!“ motivierte Nirvana Sherry. „Ist das normal, dass sie so groß sind?!“ fluchte Sherry.

„Nein, es ist eine Spinnenkönigin und deren Größe ist normal auf den Bergen. Verdammt, was soll ich nun machen?“ erklärt die Spinnenfrau.

„Du flüchtest erst mal, ich werde mich um die Spinne kümmern. Wegen ihr bin ich hierher geschickt worden, weil sie scheinbar Probleme im Wald verursachte.“ sagte Sherry und ihr Schwert leuchtete als Bestätigung.

„Hä?! Du willst gegen diese Spinne kämpfen? Selbst ich schaffe es nicht mal, dabei konnte ich nur eines ihrer Augen zerstören.“ traute die Frau ihren Augen nicht.

„Ich bin stark, auch wenn man es mir nicht ansieht!“ lächelt Sherry etwas unsicher. „Nun verschwinde, ich kann nicht versprechen, dass du unverletzt aus dem Kampf kommst, wenn du bleibst!“

„ … Ich werde deinen Namen nicht vergessen.“ nickte die Spinnenfrau und rannte mit einer rasenden Geschwindigkeit weg.

„Puh, nun… irgendwelche Ideen wie ich diese Spinne bekämpfen soll?!“ fragte sie panisch ihr Schwert.

„DU hast doch von den besten gelernt oder nicht? Louis Schwertkampf, Neia´s Magie und von Sina die dreckigen Tricks. Kombiniere sie einfach, denn je größer der Gegner ist, desto mehr Angriffsfläche hat er!“ erklärt das Schwert und Sherry nickte.

Die Riesenspinne sah die Spinnenfrau flüchten und drehte sich zur Verfolgung richtig um und sah dann Sherry. Mit gierigen Augen starrte sie ihr neues Futter an und fing an zu sabbern.

„Eh… vielleicht hätte ich die Frau fragen sollen, ob sie mich mitnimmt…“ murmelt Sherry dann kam die Riesenspinne auf sie zu gestürmt.

Sherry schnipste mit den Fingern und mehrere Feuervögel flogen auf die Augen der Riesenspinne zu, die sofort explodierten. Die Riesenspinne schrie vor Schmerzen auf.

„Ho ho, das war einer der gemeinen Tricks von Sina oder? Damit solltest du ihm ihre Sicht genommen haben, aber bleib vorsichtig!“ warnte das Schwert sie.

„Lichtklinge!“ ließ Sherry ihr Schwert verwandeln, denn… sie hatte den Eindruck, dass die Hülle der Spinne sehr stabil aussah.

Die Riesenspinne schlug mit den Vorderbeinen um sich und schoss aus ihren Maul Spinnenfäden, denen Sherry sofort auswich oder mit einer Eismauer blockte, denn Bäume wurden sofort geätzt, die von diesen Fäden getroffen wurden.

Die nächsten Feuervögel flogen auf die Spinne, aber da sie wild mit ihren Beinen um sich schlug, wurden sie immer abgefangen und explodierten an den Beinen, wo man keinen Schaden feststellen konnte.

„Du musst sie umkreisen und von hinten angreifen! Versuch erst nicht in ihre Reichweite zu gehen um mich zu benutzten!“ gab das Schwert den entscheidenden Tipp und Sherry nickte.

Sie wollte laufen, aber weil die Riesenspinne so ein Chaos anrichtet, war es für Sherry nicht wirklich einfach, wenn Bäume vor ihr landeten oder andere gefährliche Sachen.

Aus der Entfernung beobachtet die Spinnenfrau den Kampf und kann nur mit dem Kopf schütteln. „Wieso… beschützt sie mich? Woher nimmt sie den Mut gegen diese Spinne zu kämpfen?“ murmelt die Spinnenfrau. „Was hat sie, was mir fehlt?“

Irgendwie schaffte Sherry es, an der Hinterseite der Spinne zu stehen und benutzte wieder ihre Feuervögel. Sie flogen darauf zu und die Spinne brüllte wieder auf, sie stand leicht unter Feuer, dann rollte sie über den Boden um das Feuer zu löschen.

Mit der Aktion aber rollte sie direkt auf Sherry zu, die panisch versuchte wegzurennen! „Benutze deine Wassersäule!“ rief das Schwert.

Sherry schnipste und eine Wassersäule schleudert sie so hoch in die Luft, dass die Spinne unter ihr vorbei rollte. „Puh… geschafft!“ dachte Sherry noch, aber…

„Du solltest dich zur Seite schleudern lassen, nicht in die Luft!“ brüllte das Schwert, als Sherry der Fehler auffiel.

„Oh… verdammt!“ rudert Sherry mit ihren Händen, als der Boden immer näher kam… als sie auf einmal von Spinnenfäden gefangen wurde und gezogen wird.

Dann wird sie von der Spinnenfrau aufgefangen. „Was sollte das für eine Aktion werden?!“ schimpfte die Frau.

„Eh?! Danke?“ drehen sich bei Sherry die Augen. Die Arachne setzte Sherry ab und riss die Spinnenfäden runter. Sherry ohrfeigte sich selber kurz und konnte dann wieder normal sehen.

„Wieso schlägst du dich nun?“ wundert sich die Spinnenfrau mit einem schrägen Kopf. „Weil ich nicht richtige schauen konnte, habe ich mich mit der Aktion selber beruhigt!“ erklärte Sherry, aber die Frau schaute sie nur misstrauisch an.

„Warum hast du mir geholfen? Dachte du bist geflüchtet?“ fragte Sherry die Frau nun. „Wie kannst du gegen diese Spinne kämpfen? Selbst ich kann es nicht. Woher nimmst du die Kraft, gegen sie zu kämpfen?“

„Würdest du mir glauben, dass ich schon schlimmeres erlebt habe, sogar fast dem Tod geweiht war? Hier, das war der letzte Schlag von einem Vampir, den ich getötet habe.“ zog Sherry ihre Lederrüstung leicht runter und man konnte die Narbe sehen.

„Sie ist… groß. Und das hast du überlebt?“ fragte die Spinnenfrau mit respektvollem Ton.

„Ja, im letzten Moment wurde ich gerettet, sonst wäre ich verblutet. Ich… will nicht behaupten, dass ich keine Angst vor dem Tod habe, aber irgendwie habe ich angefangen, den Tod zu akzeptieren. Das ich immer mit einem Bein auf der anderen Seite stehe, solange ich Abenteurerin bin und bleibe. Vielleicht habe ich daher meine Kraft.

Außerdem habe ich Freunde, die mich unterstützen und mich so stark gemacht haben. Wie könnte ich sie jetzt enttäuschen, wenn ich wegrenne? Dann wäre das Training was ich bisher gemacht habe umsonst gewesen.“ erklärte Sherry.

„Freunde… was ist das?“ wirkte die Spinnenfrau verwirrt, aber es krachte auf einmal und die Riesenspinne kommt zurück. Irgendwie konnte es die Damen sehen und brüllte vor Zorn auf.

„Puh, ist sie zäh. Wenn sie irgendwie still halten könnte…“ murmelt Sherry, aber die Spinnenfrau legte eine Hand auf ihre Schulter.

„Du hast ein Plan?“ fragte sie und Sherry wiegelt den Kopf. „Ich habe einen Zauber, der vermutlich die nötige Stärke hat, diese Spinne zu töten, aber dazu musst die Spinne an einem Ort bleiben.“

„Dann überlasst es mir. Ich bin auch eine Spinne und Feinde festsetzen gehört nun mal zu unseren Fähigkeiten!“ und die Arachne ging auf die Spinne zu um es abzulenken.

„Wow, eine Arachne und Abenteurer arbeiten zusammen. Das wird dir niemand glauben, wenn du die Geschichte weiter erzählst.“ meinte Nirvana. „Doch, Sina wird es mir glauben! Dann sollte ich die Chance nutzen und Inferno zaubern.“ widersprach Sherry.

Die Arachne und die Riesenspinne starrten sich gegenseitig an, als die Frau die Spinne mit ihren Spinnenfäden aus den Händen angriff. Diese fing sie mit den Vorderbeinen ab und zog die Arachne zu sich, aber mit der Aktion hat die Frau gerechnet und schleudert ihre Netze auf die Augen, die ihrer Meinung nach noch sehen könnten.

Sofort brüllte die Riesenspinne wieder auf und schlug mit ihren Vorderbeinen um sich und wollte sogar nach vorne stürmen, aber sie wurde mit Spinnenfäden umwickelt und die Spinne stürzte nach vorne.

Der gesamte Boden wackelte unter dem Gewicht der Riesenspinne. Die Arachne dachte, sie könnte sie selber töten und ging nach vorne, als sie von einem Vorderbein getroffen wurde und weg geschleudert wird. Sie krachte durch eine Reihe von Bäumen und landete irgendwann auf dem Boden.

Sie spuckte sofort eine große Menge Blut und spürte mehrere ihrer Beine nicht mehr, sie waren gebrochen und die Spinnenfrau fluchte.

Die Riesenspinne zerriss die Spinnenfäden mit ihrer eigenen Kraft und stand wieder auf, dann fing sie an, sich auf die Spinnenfrau zu bewegen. Nun sah die Arachne ihren Tod kommen, aber bereute es nicht… diese Frau Sherry kennengelernt zu haben.

Auf einmal wird die Riesenspinne in einem gigantischen Feuerball eingeschlossen. Sie schrie vor Panik und Schmerzen, ihre Härchen standen alle in Flammen. Dann explodierte sie in einer großen Feuersäule, die auch den Wald in Brand setzte, dabei kamen immer wieder Blitze aus der Feuersäule raus.

Sherry hatte es geschafft und stand schwitzend hinter der Spinne. Diese Hitze machte auch Sherry zu schaffen und war erstaunt, wie stark ihre Feuermagie wurde. Dann löste sich die Säule auf und hinterlässt eine schwarz verbrannte Riesenspinne, die nach vorne stürzte.

Die Schwertmagierin ging mit unsicheren Schritten auf die Riesenspinne zu und stach mit ihrem Schwert auf eines ihrer Beine, aber dieses fiel direkt vom Körper herunter.

„Ich habe es geschafft?!“ freute sich Sherry. „Und wie du es geschafft hast, ich habe durch dieses Monster so einige Level bekommen!“ lobte Nirvana seine Herrin.

„Schade das ich aus dieser Spinne nichts entnehmen kann, das wären bestimmt einige interessante Monstermaterialien gewesen.“ murmelt Sherry, als sie wieder die Spinnenfrau stöhnen hörte. Sofort rannte Sherry wieder auf die Arachne zu, die diesmal schwerer verletzt war als beim ersten Treffen.

„Du… bist wirklich sehr stark.“ nickte die Spinnenfrau auf dem Boden. Sherry steckte das Schwert weg und ging wieder auf sie zu.

„Halte aus, ich werde versuchen dich soweit zu heilen, dass du dich bewegen kannst!“ sagte Sherry. „Ich verstehe es nicht, nun hast du deine zweite Chance mich zu töten…“ flüstert die Arachne.

„Ich kenne deine Vergangenheit nicht und weiß nur, dass ihr starke und gefährliche Monster seid, wo ihr mit eurem Oberkörper die Menschen in die Falle lockt, aber ich habe bei dir nicht den Eindruck, dass du dieser Typ von Monster bist, wenn du nur deine Ruhe willst.“

Die Arachne wurde schweigsam und schaute Sherry bei ihrer Arbeit zu. Nach mehrere Minuten konnte die Spinnenfrau sich wieder bewegen und wusste immer noch nichts mit Sherry anzufangen.

„Nun, ich danke dir dass du vorhin mein Leben gerettet hast sowie die Riesenspinne abgelenkt hast. Nun hoffe ich es entsteht kein Waldbrand. Aber scheinbar löschte sich das Feuer selber aus.“ machte Sherry sich bereit für den Abschied.

„Ich glaube… Nea wäre doch ein passender Name für dich oder? Ein Teil von deinem Rassennamen und ein Buchstabe dazu.“ grinst Sherry sie an. Die Spinnenfrau sieht auf einmal sehr rot im Gesicht aus.

„Ich… heiße Nea?“ und wundert sich, warum es ihr auf einmal so viel bedeutet, einen Namen zu haben.

„Besser als Arachne gerufen zu werden oder? Nun, vielleicht sehen wir uns ja mal wieder. Meinen Auftrag habe ich erledigt und werde meiner Gilde sagen, dass hier eine friedliche Arachne lebt. Dann solltest du auch deine Ruhe haben, denn… einen gewissen Einfluss habe ich schon… hoffentlich, Notfalls kläre ich das über meine Freundin.“ nickte Sherry entschlossen.

Sina musste beim Springen vom Dach auf einmal niesen und landete unkontrolliert in dem Pool. Man hörte wie sie auf das Wasser aufklatschte. „Uh.. das muss wehgetan haben.“ murmelt Suki.

„Das… würdet ihr alles tun? Für ein Monster wie mir? Ich habe ebenso Abenteurer getötet!“ war Nea nervös.

„Aber hast du sie denn bewusst angegriffen oder dich verteidigt?“ hakte Sherry nach. „ … Verteidigt…“ murmelt Nea nur.

„Dann ist es doch gut? Du hast deine Ruhe und lebst dein Leben.“ lächelt Sherry sie an. „Nun muss ich aber los. Ich bin froh, dich kennengelernt zu haben und vielleicht sieht man sich ja wieder.“ winkt Sherry Nea zu und ging ihren Weg. Nea schaute der Frau nur hinterher.

Nach einiger Zeit, sah Sherry schon den Weg aus dem Wald, als Nirvana sich meldet. „Deine neue Freundin folgt dir..“

Sherry drehte sich sofort um und sah tatsächlich Nea mit einigem Abstand hinter ihr stehen. „Nea? Hast du noch was auf dem Herzen?“ fragte die Abenteurerin sie.

„Darf… ich dich begleiten?“

„Eh?!“

Kapitel 158

Ich bin wiedergeboren und Sherry´s Auftrag?

Sherry packte ihre Sachen für die Reise in den Flüsterwald und bekommt Proviant von Suki, die übrigens auch weiß, was der Auftrag von Sherry ist. Sina stand im Vorgarten und versuchte weiterhin ihre Flügel zu kontrollieren, als sie Sherry sah.

Sina stand auf und ging auf sie zu. „Viel Glück, was du auch immer im Flüsterwald machst.“ und gab Sherry einen sehr langen Kuss. „Danke… keine Sorge, ich bin jetzt ein starkes Mädchen geworden!“ sagte Sherry es mit roten Wangen und verschwand dann aus der Sicht von Suki und Sina.

„Habt ihr schon mal überlegt, vom Dach runter zuspringen? Wenn ich mich richtig erinnere, werfen die Vogelmütter ihre Kinder nach einer bestimmten Zeit vom Nest runter.“ schlug Suki eine Idee vor.

„Hmm, könnte ich mal versuchen…“ grübelte Sina.

Sherry verlässt die Stadt und es dauerte nicht sehr lange, da sah sie schon den Flüsterwald. Unterwegs traf sie noch auf ein paar andere Abenteurer, aber ansonsten hatte sie eine ruhige Wanderung.

„Hoffentlich macht mein Pech keine Probleme… Spinnen…“ schaudert Sherry in Gedanken. Sie bekam von Neia den Tipp, das Feuer ihre größte Schwäche ist.

„Ich habe aber auch keine Anhaltspunkte wonach ich überhaupt schauen soll!“ fluchte Sherry, als sie den Wald betrat. Nur weil sie sich ein bisschen auskennt… der Wald ist nicht gerade klein.

Es vergingen mehrere Stunden ohne das Sherry auch nur eine Spur zur Spinne gefunden hat. „Ich verstehe das nicht… wenn das wirklich eine Riesenspinne ist, dann müsste es doch irgendwelche Netze oder ähnliches von ihr zu finden sein…“ wundert sich Sherry.

Dann per Zufall, fand sie eine Lichtung, die aber zerstört aussah. Sherry betrat sie und überall waren Bäume umgestürzt als hätte hier ein Kampf zwischen zwei Monstern stattgefunden.

„Hmm… einige Bäume sehen aus, als wären sie mit Säure bespritzt worden, andere durch extremes Gewicht. Aber… hier sind tatsächlich Spinnenfäden!“ freute sich Sherry. Sie stellte dann fest, dass die Bäume immer in eine Richtung umgekippt sind, als wäre etwas großes in diese Richtung gelaufen.

„Eh… wie groß ist denn diese Spinne?!“ staunte Sherry, als sie die Breite feststellen wollte. „Das ist doch selbst für eine Riesenspinne zu groß!“

„Willst du jetzt schon aufgeben, bevor du deinen Feind gesehen hast?“ meldet sich eine Stimmte im Kopf.

„Ach… Nirvana? Dich habe ich ja komplett vergessen!“ schaute Sherry auf ihr Schwert herunter, das sie am Gürtel trägt.

„Das tut mir jetzt aber weh… dachte wir wären ein Team?“ wurde das Schwert Nirwana depressiv. Sina hätte einen Lachanfall bekommen, wenn sie diese Szene sehen würde.

„Eh?! Es war viel los, Entschuldigung!“ versuchte Sherry das Schwert wieder aufzumuntern. „Aber ich bin froh, dass ich nun nicht alleine bin.“

„ … Ok! Du darfst dir deinen Feind nicht vorstellen. Meisten sind die Vorstellungen schlimmer, als der Feind eigentlich ist!“ warnte Nirvana.

„Erm… doch? Bei dieser Größe hier, muss ich annehmen, das mein Feind eine Größe hat, die ich nicht einfach ignorieren kann!“

„Und selbst wenn, du hast doch bestimmt schon größere Monster gesehen oder?“

„Hmm… da war dieser Knochenwurm und die Hydra, wobei das Ding glücklicherweise schon tot war.“

„Ich nehme an, es war das Werk deiner Freundin. Was würde sie dazu sagen, wenn sie die Breite der Spinne hier feststellen würde?“

„Nichts. Sie würde einfach dem Pfad folgen.“

„Fällt es dir dann so schwer? Du hast mich dabei und du beherrscht genug Zauber, um dieses Monster zu besiegen!“

„Es ist aber eine Sache ob man auf jemanden vertraut oder…“

„Himmel… willst du deine Freundin überraschen, dass du nun auch eine S-Abenteurerin geworden bist?“

„Ja!“

„Würdest du dich über die Belohnung freuen, die deine Freundin dir im Bett geben würde?“

„Ich schmeiß dich weg.“

„Erm… Entschuldigung, ich wollte dich nur motivieren. Ich werde das nicht mehr erwähnen! Bitte, wirf mich nicht weg!“

„Dann betrachte es als letzte Warnung, Mio und Tio habe ich schon übers Knie gelegt!“

In der Gilde mussten zwei Vampire gleichzeitig niesen und rieben sich unbewusst an ihren Hintern. „Sherry ist gruselig wenn sie sauer ist…“ „Wie hat sie geschafft uns zu fangen…“ fragten die Zwillinge sich immer noch.

„Jawohl Herrin! Wollen wir dann… euren Feind suchen gehen?“ versuchte Nirvana vom Thema abzulenken.

„Bring nichts, ich muss diese Spinne finden…“ und Sherry ging in den zerstörten Pfad rein. Nach einiger Zeit meldet sich das Schwert wieder.

„Irgendwie wirkt es, als hätte diese Spinne etwas verfolgt.“

„Meinst du? Ich sehe nur umgeknickte Bäume und die Spuren auf dem Boden. Wobei… sowie du es ansprichst, sieht es aus, als hätte sie eine andere Spinne gejagt oder?“ versuchte Sherry die Spur auf dem Boden zu deuten.

„Es ist nicht unüblich, das Monster ihre eigenen Artgenossen jagen und fressen. Warte… ich spüre dort vorne was!“ warnte Nirvana und Sherry zog das Schwert.

Sherry nahm die Warnung ihres Schwertes ernst, aber sie sah niemanden und so eine große Spinne sollte man eigentlich nicht übersehen. Sie ging ein paar Schritte weiter nach vorne, als sie jemanden stöhnen hörte.

„Warte, da ist doch eine Person oder?!“ rief Sherry und rannte auf den Klagelaut zu. „Warte Sherry, es ist…“ wollte Nirvana seiner Herrin etwas sagen, aber sie hörte nicht mehr zu. Sherry suchte wieder nach der Person und fand sie.

Eine Frau mit kurzen roten Haaren lag in einem Gebüsch, den Unterkörper konnte Sherry nicht sehen. Sie rannte sofort auf sie zu.

„Hey! Geht es dir gut?!“ fasste Sherry ihr auf die Schulter und wollte sie umdrehen, als sie mit einer starken Kraft weggeschleudert wird. Sherry knallte gegen einen Baum und rutschte runter, dann musste sie mehrmals den Kopf schütteln. „Hey! Ich wollte dir nur helfen!“ rief Sherry der Frau zu, aber sah dann ihr Gesicht.

Es hatte zwei große Augen und weitere sechs kleine rote Augen. Ihre Zähne sahen aus wie Fangzähne, und ihre Hände mehr Klauen als Hände.

„Du… du bist eine Arachne oder?!“ staunte Sherry, denn die Chance auf diese Monster zu treffen ist… „Naja, wobei mir einfällt, dank meines Pechs musste es ja irgendwie dazu kommen…“ dachte Sherry stumm weiter.

„Und wenn! Was habe ich getan, dass ihr mich alle jagt?!“ zischte die Spinnenfrau Sherry an und wollte aufstehen, aber sie fiel wieder auf den Boden.

„Töte es solange du kannst, diese Monster sind vielleicht sehr sehr selten, aber sie machen Jagd auf alles was lebt, um ihren Hunger zu stillen!“ drängte Nirvana.

„Halt die Klappe Nirvana. Wieso… bist du in diesem Zustand? Ich dachte, ihr seid so starke Monster?!“ fragte Sherry und die Spinnenfrau schaut sie erstaunt an.

„Eh? Willst du mich nicht töten oder so? Ich kann mich nicht mal mehr richtig wehren, nachdem mich die Riesenspinne erwischt hat…“ wirkte die Spinnenfrau niedergeschlagen.

„Warte, du wirst von der Spinne gejagt, aber…“ wundert sich Sherry, nachdem sie wieder aufgestanden ist.

„Ja, sie jagt mich seit den Erdbeben, die überall stattgefunden haben. Zuerst wurde mein Heim zerstört, dann jagen mich irgendwelche komischen Monster und nun diese Spinne, ich kann nicht mehr! Ich wollte doch nur meine Ruhe haben…“ ließ die Frau ihren Frust raus.

„Wo ist denn die Spinne?“ fragte Sherry.

„Keine Ahnung, aber es wird nicht lange dauern, bis sie mich gefunden hat… Wieso kannst du mit mir so normal sprechen? Alle deiner Art sind entweder weggelaufen oder haben sofort zu den Waffen gegriffen…“ stellte die Spinnenfrau die Frage.

„Err… dürfte daran liegen, dass in meinem Zuhause drei Vampire, eine Mörderpuppe, ein tödlicher Tiermensch und meine geflügelte Freundin leben. Das… kann dazu führen, dass ich eher in ein Gespräch kommen kann, zumal du nicht auf mich wirkst, als würdest du mich angreifen wollen oder können.“

„Eh? Wieso leben so viele Monster bei dir? Ist das normal?!“ staunte die Spinnenfrau und Sherry schüttelte nur den Kopf.

„Nein… eigentlich nicht, aber es ist wie es ist.“ steckte Sherry das Schwert weg und ging auf die Spinnenfrau wieder zu. Sie fing an zu knurren und will sich bestimmt nicht umbringen lassen… Als Sherry sie wieder anfassen wollte, biss sie in ihre Hand.

Sherry hat es geahnt, aber unterdrückte den Schmerzschrei und legte ihre Hand auf die Wange und fing an sie zu heilen. Die Spinnenfrau riss alle ihre Augen auf und schaute Sherry an.

Nachdem die Schmerzen am Gesicht verschwunden sind, ließ die Spinnenfrau Sherry´s Hand los. „Warum… heilst du mich?“

„Weil du in Not bist oder? Meine Freundin hätte was ähnliches getan, gerade weil man mit dir kommunizieren kann.“ erklärte Sherry und heilte ihre eigene Hand.

„ … Ich verstehe… das nicht…“ wirkte die Spinnenfrau niedergeschlagen, als Sherry nun beide Hände auf ihre Schulter legte und weiter heilte.

„Es gibt Dinge, die auch ich nicht verstehe, aber meine Gefühle sagen mir, dass es richtig ist, was ich mache.“ Die Spinnenfrau beobachtet die Halbelfe immer noch misstrauisch, befürchtet das es eine geschickte Falle von ihr ist.

„So… das sollte reichen, das du dich wieder bewegen kannst, schaffst du es selber aus dem Gebüsch zu kommen?“ war Sherry mit ihrer Arbeit fertig.

Die Spinnenfrau nickte und stand auf. Sie war komplett nackt und kam mit ihrem Spinnenkörper aus dem Gebüsch. Der Spinnenkörper war komplett schwarz und irgendwie war auf dem Rücken ein Motiv zu sehen. Komplett aufgerichtet, musste Sherry nach oben schauen, um ihr Gesicht zu sehen. „Mein Name ist übrigens Sherry, darf ich nach Deinem fragen?“

„Ich habe so was wie einen Namen nicht. Alle riefen nur: Dort ist die Arachne, lauft vor der Arachne und ähnliches.“ schüttelt die Spinnenfrau den Kopf und wunderte sich, das Sherry immer noch keine Angst zeigte.

„Hmm, soll ich dir denn einen Namen geben? Es ist einfacher dann mit dir zu sprechen, weißt du?“

„Wieso hast du keine Angst vor mir? Nichtmal Gier sehe ich in deinen Augen oder so, du schaust mich nur freundlich an…“ wirkte die Spinnenfrau überfordert.

„Wie gesagt, wenn man mit anderen Monster lebt, ist es irgendwann normal.“ grinst Sherry und auf einmal krachte es laut hinter den beiden Damen.“

„Sie ist zurück!“ zischte die Spinnenfrau.

Seite 55 von 72

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén