Ich bin wiedergeboren und ??? II

Sina sah jedem Protektor in die Augen. Ferr hatte wegen der Ohrfeige einen ziemlich rötlichen Fleck am Gesicht. „Das werde ich ihnen Rassisten nicht gönnen.“ meinte Sina nur auf einmal und ging zur Tür.

„WAS HABEN SIE VOR! GEBEN SIR MIR DAS BLATT UND IHRE ABENTEUERKARTE ZURÜCK!“ stand Ferr wütend auf, doch die Dämonin ignorierte sie. Sie öffnete die Tür und sah die Eingangshalle wieder.

Mehrmals musste Sina ein und ausatmen, dann schrie sie: „MIO, TIO UND ALLE VAMPIRE, SOFORT ZU MIR!“ Erschrocken sprangen mehrere Mitarbeiter, Abenteurer bei dem Geschrei auf, die Vampire dagegen rannten alle auf Sina zu.

Alle trugen die Uniformen der Abenteuergilde und Sina fiel… es sehr schwer, ihnen in die Augen zu schauen. Die Vampire machten alle einen besorgten Eindruck, als sie Sina sahen, als würde sie sich schämen, dann richtete sie sich auf.

„Ich… muss euch leider eine traurige Nachricht vermitteln… mehrere Nachrichten leider. Heute… ist ein sehr schwarzer Tag für unseren Clan und mir tut… es verdammt weh. Weh, weil ich euch Hoffnung versprochen habe. Doch die Hoffnung wurde heute zerstört.“

Nun schauten sich die Vampire alle gegenseitig an. Die Zwillingsvampire nahmen beide eine Hand vor Sorge. „Man hat mir meinen Abenteurerstatus aberkannt und ich bin für alle Zeiten von den Abenteuergilden verbannt.“

Die Vampire starrten sie alle voller Unglauben an. Viele Mitarbeiter und andere Abenteurer reagierten erstaunt. Durch das Geschrei ist nun auch Bariel angerannt gekommen… und blickte sofort beschämt zur Seite.

„Doch das… ist nicht mal das Schlimmste. Nicht, dass es mir weh tut. Nein…“ machte Sina auf einmal Platz, sodass man die Protektoren sieht. „DIESE Rassisten drüben haben ein regelrechte Reinigung innerhalb der Gilde vor.

Doch bevor diese Leute ihren Plan umsetzen, mache ich es persönlich. ICH habe euch Hoffnung gegeben, weil ICH geglaubt habe, dass man Vampire mit den Völkern harmonisieren kann. IHR seid der beste Beweis und DAS macht MICH am meisten Stolz.

LEIDER interessiert es diese Leute überhaupt nicht, denn ihr seid Monster, Punkt. Solange man eure Rasse nicht als solches anerkennt, soll man eure Rasse nach ihrem Willen weiter jagen. Schlimmer, sie verstecken sich hinter Vorurteilen und Ängsten, diesen Rassisten ist jedes Mittel recht, „nur“ um den Ruf der Gildehäuser zu schützen.

Bevor IHR alle… das Elend durchmacht, was nun Neia und ich erleben, mache ich es selber. Es tut mir leid, aber ihr seid alle gefeuert.“ zeigte Sina eine neutrale Miene. „Ich würde euch daher bitten, eure Ausweise als Mitglieder zu überreichen und… die Uniformen wieder zurückzugeben.“

„Das…. meinst… du nicht ernst oder?“- „Bitte… wir haben doch sonst nichts.“ schütteln die Zwillinge ihre Köpfe. „Es tut mir wirklich leid, aber wir können das nicht hier bereden. Noch verhalten sich die „Protektoren“ friedlich, doch wir wissen nicht, was sie noch anstellen können.“ drehte Sina ihren Kopf zur Seite.

„Bitte… macht es mir nicht schwerer, als es schon so ist. Die Abenteuergilden betrachten mich als Feind und weil ihr „zufälligerweise“ Monster seid, will man euch ebenfalls entfernen. Diese Genugtuung will ich ihnen nicht gönnen.

Wenn ihr die anderen Vampire seht, egal welchen Clans, teilt ihnen mit, dass sie ebenfalls ihre Ausweise als Mitarbeiter oder Abenteurer bei mir in der Villa abgeben müssen. Es… tut mir leid, dass ihr euch bemüht habt, aber dumme Vorurteile das nicht anerkennen.“

Den Zwillingen sowie weiblichen Vampiren fielen die Tränen… als die ersten Vampire etwas aus der Weste ziehen und auf Sina zugingen. Sie öffnete ihre freie Hand und ließ sie darauf legen. Immer mehr und mehr Ausweise lagen dort, man hörte regelrecht, wie die Vampire am Schniefen waren.

„Danke… auch wenn das nicht Gerecht ist. Wegen der Miete und weiteres braucht ihr euch keine Gedanken zu machen, kümmert euch vorerst um euch selber. Ruht euch aus, irgendetwas, aber rechnet damit, dass ich das so nicht akzeptiere.

Mein Clan… also ihr… ihr habt definitiv was besseres verdient.“ drehte Sina sich wieder zu den Vampiren und bemühte sich, nicht ebenfalls ihren Tränen freien Lauf zu lassen. „Wir werden noch ein Treffen halten, denn… ich bin „leider“ noch nicht fertig mit den Protektoren.“

Einige Vampire nickten und gingen direkt aus der Gilde raus, immer weitere folgten, wo viele Mitarbeiter und Abenteurer mehr als verwundert waren über die Situation. Bariel stand in Sina´s Sichtweite, doch Sina hat besseres zu tun. Sie ging wieder in den Konferenzraum und schloss die Tür hinter sich zu.

„Nah?“ war die Dämonin wieder wütend. „Ich hoffe, meine Kooperation hat euch mehr als genug geholfen. Zeit dürftet ihr ja gespart haben und…“ drückte Sina die Karten fester zusammen. Sie kam den Protektoren näher und dann warf sie die Karten regelrecht ihnen ins Gesicht. „Keine Sorge, ich werde die restlichen Karten meiner Leute euch noch zukommen lassen.“

Die Protektoren waren alle ziemlich wütend, denn Sina´s öffentliche Ansprache hat dafür gesorgt, dass SIE definitiv im schlechteren Licht standen. „Das war mehr als unnötig gewesen und das wissen sie auch!“ schlug Krasisus mit der Handfläche auf den Tisch.

„Wieso?“ hielt Sina ihren Kopf schräg. „Wie wurde es so schön erklärt? Skrupellose Protektoren sollen durch Alter sterben. Ich finde das gut, denn rassistische Protektoren zählen dann unbewusst direkt mit darunter.

Vor allem… ALLE Abenteurer haben MIR erklärt, dass man keinem bestimmtem Volk oder Rasse oder was auch IMMER angehören MUSS, um ein Abenteurer zu werden!“ verschränkte Sina ihre Arme stehend vor den vier Personen.

„Das wird noch angepasst, damit die Nachfolger sich nicht mit so einem Problem wie jetzt auseinander setzen müssen!“ knurrte Ferr. „Kein Dämon oder Rassen, die vom Volk nicht anerkannt werden, dürfen mehr Abenteurer werden!“

„Aha? Und was ist mit Osnain? Meine, die Dämonen wurden dort anerkannt?“ hob Sina bei der Logik eine Augenbraue hoch. „Wie wollt ihr DAS denn beheben? Irgendwelche Regeln, die dermaßen schwammig sind, dass es immer noch geht?“

„Wenn es nötig ist?“ merkte Millie an. „Sie können uns so viel beschimpfen wie sie wollen, aber wir machen NUR unsere Arbeit als Protektoren und das ist der Schutz der Neutralität der Abenteurer sowie der Gilden!“

„Des weiteren werden alle besprochenen Regeln, die sie mit den anderen SSS-Abenteurern haben außer Kraft gesetzt, bis wir sie komplett überprüft haben. Wir müssen damit rechnen, dass die Regeln alle zu IHREN Gunsten geändert worden sind!“ wurde Protektor Corcan ziemlich laut.

Sina schnaufte durch die Nase und schüttelt lächelnd ihr Gesicht. „Zu meinen Gunsten, beim dunklen Gott… Gleich werft ihr mir noch vor, ich wollte die Weltherrschaft anstreben? Mit was bitte denn?“

„Das ist uns ziemlich egal.“ starrte Ferr Sina an. „Die Abenteuergilde wird wieder in diesen Zustand kommen, bevor sie auf der Bildfläche erschienen sind!“

„Warum… ach wisst ihr was?“ schüttelt Sina weiter den Kopf, dann fiel ihr ein, dass sie noch das Blatt hat. Sie hat es etwas zerknüllt, daher musste sie es wieder aufmachen um es zu lesen. In der Zeit kam Bariel rein, weil… ihre Instinkte sie warnten, doch selber wusste sie nicht genau warum.

„BARIEL! SOFORT WIEDER AUS DEM RAUM RAUS!“ brüllte Ferr. „Einen Scheiß werde ich tun.“ kontert Bariel, die hinter sich die Tür schließt. „Ich werde nicht draußen warten, nur das Mutter dem Wahn verfällt!“

„Dann wirst du ebenfalls…“ „Ist… das wahr?“ unterbrach Sina das Geschrei, als sie die weiteren Namen auf den Zettel gelesen hat. Dabei… war eine Eiseskälte in der Stimme, dass selbst Bariel das Fürchten brachte.

„Sie wollen ALLE Abenteurer, die mit mir mal gearbeitet haben oder leben oder oder oder… ebenfalls entfernen? ALLE SSS-Abenteurer? Die Nachtklinge Castien, Die Höllenschwerter mit Kunz, Mariel, Erilag und Onesta? Selbst Donny… der fernab woanders lebt? Prashi, die treue Seele dieser Gilde? Lara und Mel?

Meine Schwester Kyllia und… MEINE Verlobte Sherry? Ist… das wirklich ihr PLAN?“ starrte Sina Ferr an. Sie holte nebenbei ihre Abenteurerkarte aus dem Inventar, während Bariel nur die Augen weit aufriss.

„Ja, denn sie haben euch mehrmals in Schutz genommen. ALL die Unterlagen hier waren monatelange Recherchen von uns gewesen, die wir begonnen haben, als wir mitbekommen haben, dass ihr eine Kanzlerin geworden seid.

Euer Glück war, dass wir überall auf der Welt verstreut waren und unserer Arbeit nachgehen mussten, denn je weiter ein Haus entfernt war, desto mehr neigt sich es, korrupt zu sein. ICH und Millie hatten definitiv das Problem gehabt, mit meine anderen Kollegen kamen wir noch nicht zum Austausch.

Bevor sie die Frage stellen, der Außenposten in ihrer Stadt Saifa wird der Vertrag gekündigt, Mitarbeiter Ascal gekündigt und zu einer Tabuzone aufgestellt! DAS… ARGH…“ wollte Ferr noch was sagen…

Alle rissen erstaunt die Augen auf, als auf einmal Blut aus dem Hals des Protektors spritzte: Sina hat ihre Abenteuerkarte in seinen Hals geworfen und sie steckte tief drin im Hals drin. Die Dämonin hat ihre Geduld nun verloren. Sie wollen sie als Dämonin haben? Das Ziel haben sie erreicht, denn ihre Familie und Freunde wurden nun angegriffen.

Ferr fiel auf seinen Stuhl, Krasisus versuchte den verzweifelten Protektor noch irgendwie zu helfen. „Es reicht du altes Fossil. Hätten sie nur MICH entfernt, dann hätte ich es noch halbwegs akzeptieren können.

Aber nicht, wenn meine gesamte Familie, Freunde und mein Clan mit den Vampiren ebenfalls in eurer Angriffslinie ist. Ihr wolltet mich als Feind haben und das könnt ihr nun haben. Ich habe meine Karte „abgegeben“, nun darfst du in der Hölle schmoren.“

Mehrmals blinzelte Ferr und versuchte was zu röcheln, Corcan wollte mithelfen und Millie ist mit einem Schwert aufgesprungen, wo sie nicht wusste, wem sie mehr Aufmerksamkeit geben soll. Ferr starrte Sina kurz noch in die Augen… bis das Leben aus ihnen verschwand.

„DAMIT SIND SIE DEFINITIV EINE DÄMONIN!“ schrie Millie. „Ich war es schon immer gewesen.“ war Sina seeeeehhhr ruhig, wo Bariel zu ihr runterging. „Halt dich raus Bariel, das kannst du nicht mehr verhindern.“ „Aber Mama!“ „NEIN!“ drehte Sina sich wütend zu Bariel.

„Genug ist genug, sie haben eine Grenze überschritten und es ist egal ob sie Protektoren sind oder nicht! All den… Achtung: „Bullshit“ was sie bisher gerissen haben, sie wollen überhaupt keine Veränderungen haben!

Ich kann es nicht mal NACHVOLLZIEHEN! Sie bekämpfen AKTIV gegen die Veränderungen die JEDEM helfen sollen. Keine Ahnung, ob sie Angst haben, dass diese Veränderungen auch sie treffen könnte, mir ist… es nun wirklich egal. Wir sind nun Feinde für die Abenteurer geworden, auf Worte wollen sie nicht reagieren, also bekommen sie die Antworten auf dämonische Art und Weise!“

„Aber wenn du sie alle umbringst, bricht ein Chaos aus!“ warnte Bariel ihre Mutter. Dies nahm Sina zur Kenntnis, wo sie sich wieder zu den Protektoren widmet. Corcan und Krasisus nahmen auf einmal Schwerter in die Hände, während Ferr leblos auf dem Stuhl saß.

„Mir doch egal? Es liegt jetzt an ihnen selber, ob sie lebend dieses Zimmer verlassen wollen. Sie haben von sich aus gesagt, sie wären bereit für ihren Tod. Ergo, Ferr hat bestimmt Maßnahmen eingeleitet, doch…“ ging Sina ihnen etwas näher.

„Meine Vampire sind „zufällig“ alle arbeitslos. Alle Maßnahmen werde ich einfach über sie zerstören, töten oder was auch immer es ist. Vermutlich… Nachfolger, solltet ihr den heutigen Tag nicht überleben.

Eine gute Idee, ihr wusstet ja, mit wem ihr euch anlegt. Eine… intrigante Frau, die gegen ihren Willen eine Dämonenkönigin ist. Bisher habt ihr wirklich jede Hoffnung, die ich bei den Abenteuergilden gesehen habe, restlos zerstört.

Mein Plan war es… dass die Abenteurer die Vermittler werden sollen zwischen Alliancia und Deymonlia. Ein Plan, der so kompliziert und dennoch machbar ist, WEIL man sich auf ihre Neutralität verlassen konnte.

SIE hätten einen Waffenstillstand vereinbaren können, vielleicht sogar einen Frieden. Doch das… ist nun offiziell zerstört worden. Doch was ich nicht zulassen kann ist, dass ihr ALL meinen Verbündeten nun ebenfalls das Leben zerstören wollt.“

„Dann hättet ihr einfach nur Abenteurerin bleiben sollen und euch nicht in die Weltpolitik von Alliancia einmischen dürfen. Wenn ihr die Schuld sucht, dann bei euch selber!“ richtete Millie ihr Schwert auf Sina.

Sina starrte nun Millie in die Augen und bemerkte, dass ihre andere Hand am Zittern war. „Mutter… bitte…“ flehte Bariel von hinten. „Ich habe dich gewarnt, dass… ihre Denkweise nicht der üblichen Personen entspricht.“

„Dann muss ich sie halt zwingen.“ sagte Sina und die Protektoren waren Angriffsbereit… doch worauf ihre Waffen hielten, war nicht da, wo Sina nun stand. Auf einmal wickelte sich etwas um Millie und sie schrie vor Schmerzen auf, als ihr Körper mehr oder weniger gequetscht wird.

„Ah ah ah!“ stand Sina hinter Millie und warnte die Männer indirekt, dass mehr passieren wird, weil beide auf sie zurennen wollten. Der Knochenschwanz von Sina hat die Frau eingewickelt, die Dämonin legte ihre Haare zur Seite, dass der Hals frei ist.

„LASSEN SIE MILLIE LOS!“ brüllte Corcan. „Illusion: Schweigsamer Raum.“ zauberte Sina nun, denn… eigentlich ist es ja egal oder? Scheinbar hat sie noch ihre alte Würde, dass es im geheimen passieren muss.

„Ignoriert mich und tötet sie!“ rief Millie, dabei verzog sie ihr Gesicht. Nun musste Sina über dieses klassische Verhalten lachen. „Oh man…“ *schnapp*

Millie riss weit ihre Augen auf, Sina hat in ihren Hals gebissen. Bariel schloss nur ihre Augen und atmete schwer aus. Die Männer wollten einen Schritt nach vorne machen, als Sina eine Hand hochhob in ihre Richtung, sie behielt sie im Auge.

Sie trank das Blut von Millie… und hoffte einfach, dass ihr Speichel in großen Mengen in ihren Körper pumpt… bis sie die Frau losließ. Ihre Pupillen waren sehr weit geweitet, ihr Mund mit Blut verschmiert.

Mehrmals musste Millie blinzeln, was… ihr gerade angetan wurde, als der Knochenschwanz sie auf eine Wandseite warf. Sie knallte mit einem stumpfen Geräusch dagegen und fiel auf den Boden. „Ahh… ist etwas her, als ich Blut getrunken habe.“ grinste Sina fürchterlich.

„NUN SEID IHR TOT!“ brüllte Krasisus und rannte auf Sina zu…. „Urgh!“ machte der alte Mann… noch ein Geräusch, wenn es denn überhaupt noch ein Geräusch war: Das Knochenschwert hat sich in den Unterkiefer durch den Kopf gerammt, das Schwertende ist durch seine Schädeldecke durchstoßen worden.

Protektor Krasisus zuckte ein paar Mal, das Schwert fiel ihm aus der Hand… und seine Augen wurden leblos. Unverständnis sah man noch darin, doch dies ließ Sina kalt. Ihr Schwanz zog sich aus dem Kopf blitzschnell raus und Krasisus fiel tot zur Seite.

Scheinbar… hat diese Aktion Corcan jeglichen Heldenmut genommen, denn seine Beine zitterten regelrecht. Sina selber leckte ihr Knochenschwert sauber vom Blut… selbst Bariel will das jetzt nicht glauben, was sie sah… bis eine Frau laut aufschrie.

Corcan drehte sich besorgt zu Millie, wie sie regelrecht schrie. „Was ist los Millie?!“ Bariel wusste es, denn sie rannte an ihrer Mutter vorbei, nahm das Schwert vom toten Protektor. „Halt dich raus Corcan, du kannst es nicht verhindern!“

Anschließend bückte Bariel sich bei Millie, als sie bei ihr ankam… und fing an, die Rüstung von der alten Lehrerin aufzuschneiden. „BARIEL! WAS PASSIERT MIT MILLIE?!“ brüllte der Protektor Corcan leicht verzweifelt.

„Deine süße Kameradin wird in wenigen Minuten eine Dämonin wie meine Tochter Bariel. DAS ist los und ich liebe es, was ich in deinen Augen zu sehen bekomme.“ kichert Sina zugedröhnt. Der Protektor wusste nicht, wen er anstarrten sollte.

Sina, die leise kichert oder Millie, die immer noch schrie. Bariel hat ihre Lederrüstung vom Oberkörper aufgeschnitten, die Lederhose nur etwas den Hintern „geöffnet“… bis Corcan die Veränderungen bei der Frau sah.

„Hey.“ pustet Sina auf einmal den Protektor ins Ohr. Stocksteif stand der Mann und traute sich nicht sich zu drehen. „Wovor hast du Schiss? Das du sterben könntest? Dachte… du bist vorbereitet?“ flüstert Sina hinter ihm. „Bariel, ist er das, mit der Familie?“ „JA VERDAMMT!“ war scheinbar Bariel sauer, die zuschaut, wie Hörner, Flügel und Knochenschwanz bei Millie wachsen.

„Wunderbar…“ kichert Sina irre. „Folgendes… ich mache dir einen Vorschlag und ich will, dass du wirklich ganz genau überlegst, wie deine Antwort sein wird. Millie wird ihre Arbeit verlieren, weil Dämon, brauchen ja nicht wirklich darüber reden oder?

Damit… bist du der aktuell einzige Protektor, der die… Abenteuergilde „schützen“ kann. DU alleine… hast momentan daher die meiste Macht, egal wie man es dreht und wendet… Daher kannst nur DU entscheiden, wie es hier und jetzt enden wird.

Doch zuerst… wenn du die falsche Wahl triffst: Ich werde… verdammt schnell herausfinden, wo deine Familie ist und werde dich dann mit einem Vampir aufsuchen. Du dürftest ja wissen, wie Vampire entstehen, doch was passiert mit frischen Vampiren?

Sie haben zu aller erst Durst nach Blut, wenn sie es nicht bekommen, werden sie zu dem, als was man sie immer beschimpft: Blutdürstige Monster. Sie werden ALLES angreifen was Blut hat und aufgrund, dass ihr Monster den Körper kontrolliert, auch weiterhin alles angreifen, WENN sie Blut getrunken haben.

Nun kommen wir, was mit deiner Familie passiert. Ich werde dir deine Augenklappen abreißen und eines deiner Kinder oder wenn du nur ein Kind hast… zum Vampir verwandeln. Du wirst alles vor Augen sehen, wie sich das Elend entwickelt und dann… wird dein Kind die Mutter, DEINE Frau zu Gesicht bekommen.

Glaub mir… dein Kind wird nicht die Kontrolle haben, ich werde dein Kind bewusst festhalten, bis das Monster ausbricht und dann loslassen. Deine Frau… wird bestialisch getötet. Ihr Blut getrunken, bestimmt die eine oder andere Stelle aufgefressen, ist je nach Situation.

Doch es wird nicht aufhören, ich werde bestimmt weitere Verwandte von dir oder Frau oder deine Freunde finden und immer wieder… dein vampirisches Kind auf sie loslassen. Immer wieder und wieder… und du kannst nichts tun außer zuschauen.

Mit der Aktion werde ich etwas machen, was selbst Vampire nicht machen, denn es ist verboten, dass Vampire Kinder zu Vampiren gebissen werden. Der Grund ist einfach: Der Körper wächst nicht mehr, man bleib für alle Zeiten ein Kind.

Der Geist aber… der wächst. Er wächst und wächst und dann werde ich dein Kind soweit manipulieren, dass du Schuld bist. Glaub mir… dass ist überhaupt kein Problem für mich, ich habe es mehrmals geschafft.

Dein Kind… wird letztendliches auch dein Mörder werden. Vielleicht bringe ich ihm ein paar Foltertipps bei, weil Rache… muss man voll auskosten. Wenn man das Objekt der Rache tötet… kommt meistens schnell der Frust.“

Das Schwert in der Hand von dem Protektor zitterte fürchterlich, Millie hörte auf zu schreien und keuchte schwer auf dem Boden. Bariel warf das Schwert beiseite und nahm dann Abstand von Millie.

„DAS wird passieren und du kannst es nur verhindern, wenn du auf meinen Vorschlag eingehst. Glaube… für ein Protektor gehst du bestimmt fleißig an die Arbeit. Aber deine Familie liegt in der Rangordnung der Wichtigkeit sogar über der Abenteuergilde.“

„Wa… was… ist der Vorschlag?“ presste Corcan seine Frage regelrecht aus seinem Mund und Sina grinste bis zu beiden Ohren.

„Och, der ist eigentlich relativ simpel.“ ging Sina auf Millie zu und kehrte dem Protektor den Rücken zu. „Ma Shi wird wieder Gildemeister, alle Abenteurer und Mitarbeiter auf dem Zettel, den ich irgendwo verloren habe, werden NICHT gefeuert oder der Status entzogen.

Die kleine Gilde in Saifa bleibt erhalten und alle kommenden Maßnahmen, die Ferr geplant hatte wirst du bestmöglichst abfangen. Natürlich ist es dir frei erlaubt, neue Protektoren an Land zu ziehen, immerhin musst es ja eine bestimmte Anzahl sein oder?

Sag nichts, es interessiert mich nicht. Des weiteren… ist es dein Problem, wie du den Tod von den beiden alten Knackern erklärst, denn… alle weitere Aktionen gegen mich, meine Familie und weiteres wird nur eines dafür sorgen: Das ich mein Versprechen zu dir von eben umsetzen werde.

Es gibt kein Ort auf der Welt, wo du dich verstecken kannst, denn im Gegensatz zu dir… haben wir alle Zeit der Welt. Diesen Kampf gegen zeitlose Kreaturen zu kämpfen wirst du nicht überstehen. Deine Familie wird es ebenfalls nicht überstehen.

Tja, habe ich was vergessen? Bestimmt einiges, doch ich bin kein Abenteurerin mehr, dass haben alle Leute draußen mitbekommen. Wäre ich klug gewesen, also… hätte ich mich nicht von meinen Emotionen überwältigen lassen, dann hätte ich dir gesagt:

Ich behalte meinen Status, Neia behält den Status, Bariel wird wieder Protektor und die Überlebenden überarbeiten die Regeln der Protektoren denn sie sind vor allem eins: Rassistisch. Die angesprochene… Überprüfung der Regeln, wird nicht gemacht.

Im Grunde… macht ihr einfach gar nichts, was mich wütend machen könnte. Ich habe… so die Schnauze voll von euch… von euch elenden Viechern.“ sagte Sina, wo Bariel sie in diesem Tonfall noch nie gehört hatte.

„Ich kann nun wirklich verstehen, warum die Vampire euch so verachtend betrachten. Wie könnt ihr Schwächlinge glauben, UNS starke Personen weis zu machen, was wir dürfen oder nicht? Ich verstehe immer besser, warum die Dämonen euch systematisch fertig machen wollen… Ach halt, das mache ich ja schon.“ legte Sina eine Handfläche auf ihren Mund.

„Das Schlimmste ist… die Händlergruppe macht mir das Leben schwer, die Zwergenreiche und eine Elfennation macht mir das Leben schwer und weil ich scheinbar noch Platz hatte, reiht ihr euch ein. Alle haben mich immer weiter in die Ecke gedrängt und ihr… habt es tatsächlich geschafft, dass ich jetzt auf alles pfeifen werde.

Glückwunsch Protektor Corcan, ich würde das gerne auch Ferr und Krasisus sagen, aber… tot, so ein Pech aber auch. Diese Konsequenz trifft nun ganz Alliancia, sie wollen MICH als Feind haben, die im Grunde mit allen in Frieden leben wollte.

Nur weil… ich mich als Dämonenkönigin geoutet habe… weil ich jemanden retten wollte, wurde alles anders. Einerseits… bereue ich es ein bisschen, doch… anderseits… nein.“ schüttelt Sina den Kopf.

„Ich liebe wirklich Neia, ich würde es wieder machen. Mein Herz würde nicht so rasen, wenn ich sie nicht lieben und ehren würden wie Sherry. Doch das die… Konsequenz so dermaßen… extrem ist, das habe ich nicht kommen sehen.“

Sina bückte sich vor Millie und drückt mit einer Hand der neu erschaffenen Dämonin den Kopf hoch. „Meine neuste Tochter, wie fühlt es sich an? Du hast einen sehr schönen Körper bekommen, doch dein altes Leben hast du nun verloren.

Wie ist es… am eigenen Leib zu erfahren, welche Hilfslosigkeit man erlebt, wenn man… keine Macht hat, gegen gewisse Entscheidungen zu treffen? Wie viele Abenteurer haben etwas… übertrieben, aber waren gutes Herzens?

Böse Buben muss man verfolgen, wo man kann. Das ist, was ich vollständig akzeptiere und unterstütze, doch was hier… passiert ist… Diese Unentschlossenheit, Veränderungen zu akzeptieren und nur allen ernstes, weil der vergangene Held es so ins Leben gerufen hat?

Wie alt sind eure Regeln? Dieser Held konnte unmöglich in die Zukunft schauen, die Welt dreht sich immer weiter und weiter. Hätte dieser Held es abgelehnt, wenn Vampire sich der Gesellschaft anpassen wollen?

Wenn er sieht, dass die Bewohner von Fanfoss… und auch Abenteurer ihnen freiwillig Blut abgeben, hätte er sie abgelehnt? Eure billigen Ausreden… weil sie von keiner Nation akzeptiert werden…

Ich danke dir, wo ich nun anfangen kann mein Kind. Anfangen kann, damit die Vampire ein Teil der Gesellschaft werden UND du wirst es sogar miterleben.“ lächelt Sina und schaute in die gelben Augen von Millie.

„Was… … ist das für ein Gefühl, was habt ihr mir angetan!“ keuchte Millie verzweifelt. Im Gegensatz zu Ruri und Bariel hat Millie noch ihr „altes“ Aussehen.

„Das Gefühl… ist was du zu Mama hast. Sie ist deine Meisterin geworden oder Mutter, du… kannst es dir aussuchen…“ murmelt Bariel. „Was… hast du mir ihr vor Mama?“

„Nichts.“ ließ Sina Millie los. „Ihr Leben ist nun ebenfalls zerstört, genauso meins, Neia´s und deines. Wenn sie einen Neuanfang haben will, sie kennt ja meine Adresse, die Türen sind für Vampire, Dämonen und Gleichgesinnte offen.

Unser Viertel wird nun abgesperrt, wer weiß, ob nicht irgendwelche dummen Vampirjäger kommen, die Ferr eventuell beauftragt hat. Alles wird zurückgezogen, das sind die Konsequenzen, die die Abenteurer dem Bürgermeister… nein, allen erklären dürfen.“ stand die Dämonenkönigin auf und schaute Corcan an.

„Und Protektor Corcan? Wie ist ihre Wahl? Ich habe auf einmal verdammt viel Zeit von euch bekommen, ich akzeptiere meine Verbannung.“ dabei ging sie langsam auf Bariel zu.

„Ich… werde euren…“ presste Corcan. „NEIN! Du bist ein Protektor!“ schrie Millie ihn an. „Gib nicht deinen Eid auf, sie kann nichts davon umsetzen!“ Sina hielt an, denn das könnte vielleicht doch problematisch werden.

„Mama?“ bemerkte Bariel sofort das grübelnde Gesicht bei Sina. „Hmm… sag Millie… Willst du dich nochmal verändern?“ drehte Sina sich zu ihr um. „Etwas… was dich komplett ohne Seele hinterlässt?“

Nun bekam Millie auch die Angst, denn… sie wurde verwandelt, zu was ist Sina also noch in der Lage? „Ich werde eurem Vorschlag nachgeben.“ keuchte Corcan schwer aus. „Millie, aufgrund das du eine Dämonin geworden bist, entziehe ich dir als letzter… Protektor deinen Status als Protektor.

Mehr, du wirst von den Abenteuergilde verbannt und erhältst die gleiche Strafe, wie Lady Sina. Bariel betrifft es ebenfalls, denn sie war ebenfalls in… eure Intrigen verwickelt.“

„DAS STIMMT NICHT CORCAN!“ schrie Bariel wütend, doch Sina hielt sie auf. „Ist schon gut, mein Kind, lass sie es glauben. Du bist viel zu gut, als dass du dich auf… „deren“ Seite noch aufhältst. Du hast was besseres verdient.

Tja und ob Millie das auch verdient hat? Wer weiß, denn wenn all ihre Freunde oder auch Familie, wer weiß… ob sie sie nicht fallen lassen. Mir ist das egal, sie kann ein Chaos anrichten, wie sie lustig ist.

Wir sind hier fertig und vergiss nicht… „Protektor“… du hast die Wahl. Ich werde mitbekommen, ob du… tzz… Kooperativ bist oder nicht.“ warnte Sina den Mann. „Nun mein Kind, lass uns nach Hause gehen. Wir sind hier nicht mehr erwünscht.“

„Mama…“ schaute Bariel besorgt Millie auf dem Boden an, die lautlos am Weinen war, Corcan der beschämt zur Seite schaute. Ferr und Krasisus tot im Zimmer, Sina… hat sich in ihren Augen komplett geändert.

„Was Bariel?“ lächelt Sina. „Es werden noch harte Zeiten kommen, aber hey, ich scheiße nun auf alles. Es… ist tatsächlich irgendwie ein bisschen erfrischend, diesen Druck nicht mehr zu haben. Komm, ich muss… noch so viele weinende Herzen trösten und über eine neue Zukunft nachdenken.“

Bariel schaute immer noch Sina in die Augen und diese sah, wie Bariel immer wieder auf Millie schaute. „Meine Tochter, ich werde dir nichts befehlen, aber Millie muss selbst entscheiden. Sie kann uns hassen, dann versteht sie vermutlich, was sie in all der Zeit anderen Personen angetan hat.

Oder sie überlegt, ob sie nicht lieber zu der bösen Seite kommt. Wir haben wenigsten leckere Kekse und Tee.“ kichert Sina über den eigenen Witz. „Hast du mitbekommen Millie? Die Tür ist offen bei mir.“

„Denke… mehr kann ich nicht von dir verlangen, wenn ich überlege… dass ich dich nicht informieren konnte…“ seufzte Bariel.

„Ist doch nicht schlimm, wir haben alle etwas daraus gelernt und es hilft uns für die Zukunft weitere Entscheidungen zu treffen.“ schüttelt Sina sich und klemmte sich unter einem Arm von Bariel.

„Nun lass uns gehen.“