Ich bin wiedergeboren und der Stab der Nagakönigin?

Sina wusste nicht, wie lange sie unter der Dusche saß. Warmes Wasser fiel auf ihren Körper, Neia saß neben ihr und hielt einfach nur ihre Klauenhand. Die Blutelfe hatte sich und Sina so nah wie möglich zum Anwesen teleportiert und… mit Krach und Ach die Duschanlage gefunden.

„Himmel… das ist ja größer als die Monstervilla.“ schimpfte Neia genervt. „Egal, rein mit dir Sina, wir müssen dich umziehen und waschen!“ befahl die Blutelfin, Sina befolgte es ohne zu Murren.

„Und… wie geht es dir?“ fragte Neia besorgt. „Ich…“ schaute Sina auf und drehte sich zu Neia. „Das… ist die Reaktion… die ich eigentlich… immer erwartet hätte. Als ich die Wahrheit über meine Herkunft euch gebeichtet hatte…

Als ich die Wahrheit über meine Rasse der Welt offenbart hatte und… in Fanfoss willkommen aufgenommen wurde… Als… ich mit den Nagas den eigentlichen Stand der Dinge… gesagt hatte und… Du weißt selber, wie es bisher immer geendet hat.

Es… tat weh… Jeder Stein… tat so weh, aber… ich habe es akzeptiert. Keineswegs… hätte ich irgendetwas ausgewichen, ich habe… meine Vorahnung komplett ignoriert…“ Sina hob ihre Knie hoch und legte ihren Kopf darauf.

„Einzig… wenn ich meinen Tod hätte kommen gesehen… ich wäre geflüchtet. Deswegen… erstaunt es mich um so mehr… dass Gaergrim… und die anderen sich zum Schutz aufgestellt hatten. Ich… habe nie gewollt, dass… andere meine Strafe abbekommen sollen.“

„Ich habe… es auf der Übertragung alles gesehen. Du… musst wissen, ich wollte dir zu Hilfe eilen, aber Ascal hat mich daran gehindert. Liebend… gerne hätte ich ihm einen Schlag verpasst, aber… ich muss leider umdenken, denn in einem hat er recht.

Alle meine Aktionen als Elfenfürstin muss ich nun überlegt anstellen. Wenn… ich jetzt ein Theater anrichte, bringt es nicht nur dir und mir Schwierigkeiten, sondern auch meinem Reich. Es… hat schon vermutlich genug Probleme, dann muss ich keine weiteren liefern.“ streichelt Neia den Rücken von Sina.

„Du… sagtest, du hättest Orte für die Zwerge, aber… kannst du sie wirklich für sie finden? Ich will es dir nicht anzweifeln, aber… es ist eine sehr große Hürde, die du dir auferlegt hast Sina.“ Die Dämonin richtete sich wieder auf und starrte die schwarze Marmorwand vor ihr an.

Nun fiel ihr auf, wie luxuriös das Badezimmer wirkte. Der Boden und der Bereich um die Duschen bestand aus Marmor, eine sehr schöne, aber teure Badegarnitur mitsamt einen großen Spiegel war im Badezimmer vorhanden. Selbst das Waschbecken bestand aus Marmor und Sina wusste eins… das man Marmor gut pflegen musste.

„Ich… habe um Zeit gebeten, ich werde mit Ronald sprechen, ob… er wiederum gewisse Leute kennt, die mich in diesem Fall beraten können. Batzien… hat alles, was man zum Leben haben muss. Natürliche Vorkommen und weiteres, doch musste ich immer wieder hören, dass das Leben auf diesem Kontinent nicht gerade gefahrlos ist.

Dazu… fehlen mir auch die nötigen Kontakte, wenn du verstehst. Klar, ich könnte über Melaine und Suki mit den Ungesehenen neue aufbauen, Nitir und sein Clan wird bestimmt auch eine Hilfe sein, doch…

Mein Instinkt sagt mir, dass die Tiermenschen eine andere Perspektive haben, wie man auf ihrem Kontinent lebt. Während sie eher ein Nomadenleben führen, brauchen die Zwerge einen festen Ort, genau wie die Elfen.

Vurdinia dagegen… aufgrund das der Kontinent von Tierra zerstört wurde teilweise, hätte es den Vorteil, dass die Wüstennomaden mich als Freund sehen. Dazu die Dämonen, die mir untergeordnet sind. Doch… ist dieser Ort eine wirtschaftliche Katastrophe für die Zwerge.

Überall nur Wüste, Sand und nochmals Sand. Keine Ahnung, ob man darauf Felder bauen kann oder ähnliches. Es gibt kein Holz dort. Eines der wichtigsten Dinge, die wir in vielen Dingen brauchen.

Handel… wäre auch schwierig, weil die Zwerge müssen dies außerhalb von Vurdinia machen und dann ohne Alliancia. Die Dämonen wären eher so was ein Zwischending. Die Zwerge beauftragen über sie die nötigen Materialien und… ich glaube nicht, dass diese Aussicht den Zwergen gefällt.“

Neia setzte sich näher zu Sina und lehnte sich gegen sie an. „Schade… dass wir nicht an diesen magischen Regen kommen können. Glaube… wenn man diesen Zauber hätte… vielleicht könnte man Vurdinia damit das Leben nötigen zu existieren.“

Nun musste Sina mehrmals blinzeln, dann richtete sie sich auf und starrte Neia an. „Das… wäre eine Lösung!“ „Erm… gerne?“ lächelt Neia unsicher, als Sina sie heftig auf den Mund küsste. Neia spielte sofort mit, bis Sina sich löste.

„Das… wäre eine sehr gute Lösung und ich… glaube zu wissen, dass ich an diesen Zauber sogar ran komme!“ war Sina wieder voller Energie. Doch Neia scheint die Freude schnell zu bremsen. „Sina… ich muss dir was sagen… Der Regen, er braucht etwas, um Leben nötigen zu wachsen, verstehst du?“

„Hm…?“ scheint Sina nicht zu verstehen. „Ok, hör zu.“ nickte Neia und leckte sich kurz die Lippen. „Dieser Regen hat den Wald um und in Fanfoss erschaffen, weil er etwas hatte: Saatgut, Pollen, Samenkörner und so weiter. Das… es schwangere Frauen ebenfalls mit reinzieht… finde ich grausam, aber das ist wohl der Sinn des Zaubers, dass er einen „schnellen“ Wachstum bringt.

Dazu eine gesunde Erde, Sonne, die Natur hier lebt im Einklang auf Alliancia Sina. Doch… in Vurdinia… sieht es anders aus.

Du sagtest selber, nur Sand und weiteres. Überlegt mal… als du in die Vergangenheit gereist bist, hat doch einer der damaligen Kameraden gesagt, Vurdinia wäre ein Wüstenkontinent, du selber hast den Auftrag erledigen lassen, dass man herausfindet, was im Hauptvulkan ist.

Wie viel… Zeit ist also vergangen? Extrem viel und nun kommt das Problem: Der Wüstenkontinent ist ausgetrocknet, egal ob nun Flüsse durch das Kontinent fließen. Pflanzen, Bäume, alles… was Leben könnte wurde regelrecht ausgetrocknet durch das dortige Klima.

Tierra´s Macht darfst du auch nicht vergessen. Die Vulkane, die immer wieder Gift in die Luft geschossen haben, wenn sie ausgebrochen sind. Das… was in Vurdinia gelebt hat, waren nur die stärksten Monster.

Du würdest die Monsterpopulation in die Höhe schießen lassen und sie dazu nötigen, in neue Evolutionsstufen aufzusteigen. Ich glaube… deine Dämonen und anderen Freunde werden das… nicht unbedingt willkommen aufnehmen.

Dann… das kann ich dir als Elfe sagen… Solange der Boden kein Leben spendet, macht es auch keinen Sinn, wenn… man Samen überall verstreut. Denn Sand hat die unangenehme Eigenschaft, Flüssigkeit zu entziehen, statt sie zu speichern.

Es… tut mir leid Sina, dass… ich deine Freude bremsen muss, aber ich will keine Hoffnung aufbauen, was… zum Scheitern verurteilt ist.“ seufzte Neia traurig. Sina hat es sich in Ruhe angehört und dennoch sah man ihr an, dass sie am Überlegen ist.

„Wenn… es möglich ist, müsste man nur den Boden verändern oder? Also… das man den Sand wieder in eine Erde verwandelt.“ „Sina… wie soll das gehen?“ schaute Neia sie zweifelnd an.

„Magie… Wenn es Magie gibt, die schnellen Wachstum fördert, dann muss es auch Magie geben, die den Boden verändert. Du hast meinen Vater kennengelernt und der hat einige unmögliche Dinge vor unseren Augen getan.

Mein Inferno einfach aufgesaugt, die Zeit verdreht. Er ist der Erschaffer dieses magischen Regens gewesen, dazu hat er es nochmal verändert, um die Dämonen zu stärken und alles andere zu schwächen.

Erinnerst… du dich an sein Gejammer, dass er Deymonlia mit seiner Magie wieder größtenteils neu erschaffen hat? Auch… das er scheinbar fest daran glaubt, ein zerstörtes Alliancia wieder neu zu beleben?

Ich will jetzt nicht die Hoffnung gleich aufgeben, denn… es hätte definitiv alles Potenzial.“ nahm Sina eine Hand von Neia.

„Sina… sei… ganz ehrlich zu dir. Würde dein Vater dir… wirklich helfen wollen? Meine… schau dir mein Mal hier an…“ zeigte Neia auf die linke Rückenhand. „Dein Lehrer… hat ja versucht dich und uns aufzumuntern, dennoch müssen wir auch die Realität vor unseren Augen halten.

Es hängt unheimlich viel von seiner Laune ab, dazu… hast du zwar das Gespräch mit ihm heute Abend, aber… Er hat dich geohrfeigt, glaubst du wirklich… dass er so einfach einen seiner mächtigsten Zauber übergibt?

Alleine der Regen… ist eine verdammt… gefährliche Sache. Wenn bekannt ist, dass es mehr Leute gibt, die das einsetzen können, fangen wir an Götter zu spielen. Wir manipulieren die Natur und was passiert dann, wenn sie sich wehrt?“

„Dann… spiele ich halt Göttin, dann kann ich in diesem Moment nichts ändern. Ich will das… auch nicht um mich herum werfen diese Zauber, sondern Möglichkeiten finden, wie… man einen neuen Ort erschaffen kann…

Ja, ich gebe dir recht, dass ich nicht weiß, was mein Vater machen wird, wenn ich einfach nach diesen Zaubern frage. Ich wette…, dass er diese Zauber hat, um Sand zu verwandeln, denn laut der Geschichte, hatte Deymonlia kleine Bereiche gehabt, die nur aus Sand bestanden.

Die gab es nicht mehr, als ich geboren wurde, also… wenn ich jetzt in Erdkunde mit Wisali nicht alles vergessen habe.“ grinste Sina kurz schief, dann wurde sie wieder ernst. Sie atmet einmal schwer ein und wieder aus. „Das… wird eine Arbeit werden, das Gespräch mit meinem Vater.“

Besorgt drücke Neia die Hand von Sina. „Pass… auf, wie das Gespräch wird, dein Vater… scheint ja einige Grenzen komplett zu ignorieren.“ „Werde ich…“

Die Damen verließen frisch gewaschen und mit neuen Kleidern das Badezimmer. „Heilige… Scheiße…“ staunte Sina, als sie den Flur sah. „Das kann ich doch alles nicht annehmen. Die Bude ist ja wertvoller, als meine eigene Villa.“

„Zumindest größer.“ grinste Neia, als sie jemanden laut an eine Tür klopfen hörten. „Du führst, ich habe keinen Durchblick hier.“ grinste nun Sina und Neia rollte ihre Augen. „Dann folg mir mal mein verlorenes Kind…“

Die Blutelfe führe das „Kind“ zum Haupteingang, wo direkt mehrere Personen standen. Zwei von ihnen knieten sich sofort runter, die dritte scheint nicht zu wissen, ob sie folgen soll.

„Ethice, Igriz und Itiikra!“ lächelte Sina fröhlich. „Wow… du siehst ja richtig schön aus Itiikra!“ musste Sina dies sagen denn… Die dreiarmige Naga hat nun ihre volle Haarpracht wieder erlangt, die bis zur Hüfte runter hing. Dazu trug sie ein „nasses“ Kleid, doch das ist egal.

„Seid gegrüßt.“ lächelt Itiikra. „Ascal hat uns gesagt, ihr würdet hier sein.“ „Das stimmt.“ nickte Sina und betrachtet die knienden Dämonen. „Ihr dürft ruhig wieder aufstehen.“ „Danke Lilith, meine Knie…“ stöhnte der Dämon mit den vielen Stacheln auf dem Kopf.

Die Lamia dagegen hat nicht so wirklich gekniet, aber versucht mal einen Schlangendämon in dieser Form zu beschreiben. „Geht es euch gut eure Majestät? Wir haben die Übertragung gesehen…“

„Keinerlei Racheaktion gegenüber den Zwergen, wenn einer von euch diese Gedanken hat. Ich habe mich bewusst diesem Problem gestellt und die Antwort habt ihr gesehen.“ befahl Sina sofort. „Wie… ihr wünscht.“ nickten die Dämonen.

„Erm…“ schaute Sina sich um… und sah einen großen Raum, das auch ein Wohnzimmer sein könnte. „Lass uns das Gespräch woanders hin verlagern.“ Gesagt, getan taten dies alle… nur Sina staunte, dass der Wohnzimmer einen gigantischen Ausblick zum Meer zeigte. „Verdammt… ist das schön.“

„Die Zwerge haben wirklich alles gegeben in diesem Anwesen.“ pfiff Ascal. „Was macht ihr nur, dass ich nicht auch so eine tolle Aussicht habe…“ seufzte der Elf dann. „Nun gut, dass… können wir auch später machen.“ stimmte Sina ihm zu und setzte sich auf einen der großen Sessel.

Neia setzte sich direkt neben Sina, Ascal nahm einen Stuhl, nur die Dämonen scheinen etwas… Probleme haben, also Igriz und Ethice, denn Itiikra rollte sich in ihrem langen Schlangenkörper ein und „saß“ mehr oder weniger.

„Eigentlich wollte ich zuerst mit euch sprechen, aber… ist halt anders gekommen. Nun habe ich die Zeit für euch.“ lächelt Sina. „Bevor ich auf dich zukomme meine Freundin Itiikra, was habt ihr mir zu berichten?“ schaute die Dämonenkönigin ihre Dämonen an.

Igriz schaute Ethice an, denn die nur schwer seufzte. „Die Naga´s haben den Stolz als Dämonen verloren. So leid es mit tut Itiikra, aber… es ist höchstens ein Dutzend von euch, wo ich mir sehr gute Hoffnung machen kann.“

„Das… kann ich nicht abstreiten…“ versuchte Itiikra zu Lächeln, aber scheinbar war ihr das Problem sehr bewusst. Sina schaute die beiden Damen fragend an, als Ethice weiter fortführte.

„Zulange haben sie alle als Sklaven gearbeitet, dass sie… in ihrem Leben kaum irgendwelche Entscheidungen treffen mussten eure Majestät. Sie wussten wann es Essen gibt, brauchten auf… diese eigenartigen Töne zu achten, ansonsten haben die Sklavenmeister sie wirklich sehr gut gebrochen.

Sie zeigen alle einen Willen des Lebens, aber… sie sind sehr schnell überfordert, wenn man ihnen Entscheidungen aufdrängt. Meistens hat die Älteste Itiikra dies übernommen und… das ist nicht richtig.

Igriz… hat einmal versucht, mehrere Naga´s regelrecht zu schikanieren, damit sie sich wehren eure Majestät. Sie sollten… einen Widerwillen zeigen, dass sie es überhaupt nicht in Ordnung finden, aber… sie sind es gewohnt und akzeptieren dies einfach so.“

„Und ich habe mir nun wirklich viel Mühe gegeben…“ knurrte Igriz. „Den letzten Naga, den ich verarscht habe… hat mit mir den Boden gewischt. Der Kampf war gut, aber nochmal wollte ich es bestimmt nicht wiederholen. Es… tut einfach weh… was mit dieser stolzen Rasse passiert ist.“

„Zumal… diese Naga´s tun sich verdammt schwer… sich mit Waffen zu wehren eure Majestät. Ich habe mit einem Zauber ihr Dorf angeschaut und… warum auch immer, es greifen immer wieder irgendwelche Wassermonster an.

Riesenhaie, was auch immer für Dinger, die Nagas gerne fressen wollen. Hätten sie nicht Ling an ihrer Seite, würde ihre geringe Population sehr schnell ausgelöscht werden.“ führte Ethice weiter.

„Du hast Ling unter Kontrolle?“ fragte Sina sofort die Älteste. „Ja Sina, mehr Sorgen mache ich mir eher, wenn Ling auf Igriz trifft. Sie scheinen sich seit dem Ersten Tag nicht leiden zu können… bis es soweit gekommen ist, dass sie nun regelrechte Duelle ausfechten.“

„Orr…“ starrte Sina nun Igriz wütend an. „Was?! Ich muss mich doch nicht von einem kleinen Mädchen auf der Nase tanzen lassen, dazu ihren arroganten Ton?“ zuckte Igriz mit den Schultern.

Sina rollte nur mit den Augen. „Ok, und wie sind bisher die Duelle geendet?“ „ … Sie wird bei jedem Duell immer besser und besser…“ presste Igriz es aus sich heraus. „Sie hat ein verdammt gutes Talent, das… muss ich ihr zugestehen.

Dafür, dass sie mal ein Mensch war, scheint sie mit ihrem Körper als Gorgone ziemlich schnell im Griff zu haben. Sowohl im Wasser, als auch am Land, mehr noch, ihre… widerlichen… kleinen… Schlangenköpfe… Wenn man ihnen zu nah kommt, spritzen sie einem entweder Gift oder Säure in die Fresse.“

„Gut zu wissen.“ machte Sina sich direkt eine Randnotiz. „Also ist mehr oder weniger Ling eure Wächterin geworden?“ „Das ist korrekt Sina. Ohne sie… müssten wir auf dem Land leben, was… bestimmt zu Problemen gekommen wäre.“ nickte Itiikra.

„Verstehe… Also… zusammengefasst: Alle Nagas… sind nicht tauglich, sich selber um ihr Leben zu kümmern?“ fragte Sina vorsichtig.

„Das ist richtig, denn es tut auch meinem Herzen sehr weh.“ seufzte Itiikra. „Deswegen… wollte ich euch bitten… dass wir bitte einen anderen Ort zum Leben bekommen könnten.“ Erstaunt schaute Sina die Älteste an, dann musste sie sich auf dem Sessel nach hinten fallen lassen. „Ach… Scheiße…“

„Es… tut mir wirklich Leid Sina, aber… als Älteste muss ich nun auf mein Volk achten oder?“ versuchte Itiikra zu Lächeln. „Das Meer… ist leider eine zu große Gefahr und in diesem Zustand… mache ich mir sehr große Sorgen.

Was ist… wenn Ling was geschieht? Dank Ethice kann ich Magie verwenden, die unter Wasser funktioniert, aber… zu mehr bin ich nicht in der Lage. Die Männer erholen sich trotz der Ruhepause immer noch von ihren Strapazen, es sind mehr wir Frauen, die dafür zu Sorge tragen, dass alles funktioniert.

Die Grundlagen für… einen „Kampf“ haben wir geübt, aber eher haben wir uns es angewöhnt, lieber zu flüchten. Einzig Haxir scheint gewillt zu sein, das Kämpfen zu üben um an Ling´s Seite zu sein, scheinbar haben die zwei sich gefunden.“ lächelte Itiikra über diese Information.

„Verstehe… vielleicht findet sie ja doch… eine Familie.“ nickte Sina langsam. „Hrm… Gaergrim meinte, nur eine Handvoll würde die Erze sammeln?“

„Das stimmt. Die meisten Männer… wollen, aber sobald sie diese Tätigkeit machen, fangen sie an, verzweifelt zu schreien. Die Angst… der Schrecken und die Gewalt, die sie in der Mine erdulden mussten… ist nicht zu beschreiben.

Nur die jüngsten Männer sind gewillt, einen Beitrag für das Dorf zu bringen, denn wir bekommen immer Gegenstände getauscht, die wir willkommen aufnehmen. Also mit dem… „Eisenerz“ schmieden die Zwerge Dinge, um eine Jagd im Wasser zu erleichtern.

Fische, Krabben und ähnliches, versteht ihr? Das scheinen die Männer eher machen zu wollen und sie sind sogar sehr erfolgreiche Jäger, dass wir einen Überschuss haben und den Zwergen auf dem Land helfen.

Ansonsten… bleibt es immer bei den Frauen. Sie lernen Gruppenweise die Handwerkkünste, die zumindest im Wasser machbar sind. Für alles andere… müssten wir auf´s Land gehen und da ist wieder die Furcht zu groß.

Es sei denn, Ling oder die anderen Dämonen sind in der Nähe, dann haben… sie nicht eine so große Angst, aber… Du merkst selber Sina, wenn wir auf drei Personen angewiesen sind, wovon einer von mir beobachtet werden muss… sind das keine gute Nachrichten.“

„Also… müsste euer neues Zuhause ein… großer See sein, der Zugang zum Meer hat oder? Denn damit würden die Gefahren von Wassermonster erheblich eingeschränkt sein. Dazu… so habe ich herausgehört, sollte um den See vielleicht eine Stadt sein, wo Dämonen leben.“ zählte Sina auf und Itiikra nickte.

„Wenn in dieser Richtung ja. Doch… lass mir dir die Warnung aussprechen, dass es nicht unbedingt besser wird, nur erträglicher. Einige… unserer Frauen sind schwanger geworden, wir sind regelrecht gespannt, wie viele Eier sie legen werden.“ strahlte Itiikra.

„Eier?“ wundert Neia sich, selbst Ascal, aber alle andere im Raum nickten. „Richtig. Alle Schlangendämonen, egal welcher Art von Rasse legen Eier.“ erklärte Sina. „Je… nachdem, wie trächtig sie sind, „können“ sie in der Lage sein, mehr als nur ein Ei zu legen.“

„Diese neue Generation von Naga´s sind es, auf die wir aufbauen können und müssen eure Majestät. Ich hoffe… es hört sich nicht zu hart an, aber bis die jetzigen Naga´s „brauchbar“ sind, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und weiteres… Es werden mehr als Jahrhunderte vergehen.“ merkte Ethice an. Itiikra schaute betroffen auf den Boden, dass man… so über die zukünftigen Naga´s spricht.

„Ich habe nicht vor, diese Kinder als Krieger ausbilden und für den Krieg einzusetzen, damit das ganz laut und klar ausgesprochen wird.“ teilte Sina direkt ihre Meinung mit. „Eine Ausbildung werden sie bekommen, aber nicht die dämonische aus Deymonlia.

Wenn sollen sie lernen, was es bedeutet Selbstständig zu sein, Entscheidungen zu treffen und ähnliches. Sie sollen ihre Eltern eine Unterstützung werden, dass sie sich gegenseitig am Ende helfen.“

„Ja… das ist auch mein Wunsch.“ stimmte Itiikra der Dämonenkönigin zu. „Das sie uns helfen können, zu dass die mein Volk nicht in der Lage ist. Ich… würde viel mehr machen wollen, als im Wasser darauf zu achten, dass keiner einen Ausbruch seines Trauma´s erlebt, aber ich bin mir meiner Bürde bewusst.“

Sina holte auf einmal die Kiste aus Deymonlia raus. „Itiikra… Durch Umwege bekam ich Hilfsgüter aus Deymonlia. In welcher Form wusste ich vorher nicht, aber… im Grunde hätte man sich das sparen könne.“ verzog Sina verärgert ihr Gesicht.

Sie legte die Kiste neben sich und holte den Zettel raus. Anschließend gab sie ihn ihren Dämonen, damit sie lesen, was drin ist. „Ganz ehrlich, wirklich viel können sie nicht damit anfangen oder?“ fragte Sina nach.

Ethice und Igriz Augen sind nur am wandern, bis Igriz das Blatt aus der Hand der Lamia riss. „Hey!“ verzog Ethice verärgert ihr Gesicht. „Doch… damit könnte man was anfangen.“ murmelt Igriz.

„Wenn ich die Knalltüten in die Rüstungen stecke und sie ganz bewusst angreife, vielleicht merken sie selber, wie stabil diese Rüstungen sind. Es beschützt nur den Oberkörper, aber das sind verdammt dicke Platten.

Vielleicht… würden sie dann endlich aufhören, vor ein paar kleinen Fischen davon zu schwimmen. Riesenhaie… ich hab mir mal einen zur Brust genommen und musste sagen, da habe ich schon zähere Biester auf dem Land bekämpft.“

Nun riss Ethice das Blatt von Igriz weg. „Diese Zauberbücher würden mich interessieren, weil sie nur ausgelegt sind, im Wasser benutzt zu werden. Itiikra, Nadalia, Didima und Askii mussten Vorfahren gehabt haben, die der Magie mächtig waren.

Zwei weitere Frauen können auch Magie verwenden, sind aber zu den genannten sehr scheu. Also eure Majestät… so schlecht ist es nicht, zumal man… Ling später die Rüstungen samt Waffen geben könnten.“

„Hmm…? Ich überlasse Itiikra die Kiste, immerhin ist sie die Anführerin…“ dann fiel Sina noch etwas ein. „Ah!“ Schnell holte Sina einen Inventarring aus der Kiste und suchte nach dem gewissen… Gegenstand, bis sie ihn fand.

Alle starrten den großen Stab mit den vielen grünen Schlangenköpfen an. „Dies soll laut dem Dämonenkönig der oder die Anführer der Nagas bekommen. Als ich es angefasst habe, dachte ich, es müsste was spezielles sein oder so, aber nichts passiert, also ein schickes Teil halt.“ erklärte Sina.


„Das ist kein schickes Teil Lilith!“ warf Igriz sofort ein. „Das ist eine lebendige Waffe, die aus Blut uralter Dämonen erschaffen wurde!“ „Oha?“ staunte jeder nun den Stab mit anderen Augen an.

„Es soll mystische Kräfte haben. Diesen Stab habe ich bei der Anführerin… Unwichtig bei den Nagas gesehen. Nur… warum ist der Kopf grün? Der war definitiv weiß gewesen wie die Haare der Anführerin.“ hielte der Dämon den Kopf schräg.

„Ja, ich wundere mich auch. Ha. Ha. Ha.“ lachte Sina gekünstelt, wo Neia sie misstrauisch von der Seite anschaute. Sie kennt Sina nun langsam gut genug, dass ihre Liebe definitiv mehr weiß. Dies bemerkte Sina auch, daher ignoriert sie gekonnt den Blick der Blutelfe.

„Wie dem auch sei, der Dämonenkönig verlangte, dass man einen Schwur der Loyalität abgibt, aber ehrlich? Drauf geschissen, du sollst es so bekommen Itiikra. Immerhin bist du Älteste, also gehört es definitiv dir.“ stand Sina auf und ging zu der Naga rüber.

„W… wirklich?“ lächelt die Naga unsicher. „Wirklich. Vielleicht… einfach mit der Hand tasten, weil die Erklärung fand ich eigenartig.“ schlug Sina vor und Itiikra setzte den Vorschlag um. Vorsichtig tastet Itiikra mit einen Finger drauf.

„BUMM!“ Gaia explodiert in zwei Hälften, Exos schreit seine Wut und andere Bösewichte, dass sie die Weltherrschaft nicht an sich reißen konnten. „Eh he he he.“ musste Sina über ihre Fantasie dreckig lachen.

„Alles in Ordnung?“ fragte Neia vorsichtig nach. „Jep, keine Sorge.“ schüttelt Sina den Kopf. „Scheinbar kannst du es ja anfassen, dann nimm ihn mal ganz.“ Dies tat Itiikra, die sich ganz aufrichtete mit dem Schlangenkörper.

„Hm…“ betrachtet die Älteste den Stab. „Ich merkte… jetzt nichts mystisches.“ „Nun, wenn das eine lebendige Waffe ist, muss man sie aktivieren und sie zu deinem Besitz machen.“ erklärte Sina. „Erst dann kann du die Macht einsetzen.“

„Ok?“ hielt Itiikra den Kopf schräg, die nun die grünen Köpfe aus der Nähe betrachtet. „Das kann Ethice dir bestimmt in Ruhe erklären, muss man es ja nicht sofort machen.“ schaute Sina die Lamia an, die ihr zunickte.

„Wichtig ist, dass du bitte keinen blöden Schwur abgibst, wie es gefordert ist. Es kam in meine Hände, damit gehörte es mir und nun gehört es dir, so einfach ist das.“ grinste Sina. „Verstehe?“ wundert sich Itiikra, als würde sie in einem der Schlangenköpfe was sehen.

Sie ging vorsichtig mit zwei Fingern rein… und auf einmal schnappte der Kopf zu.

„AH!“