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Kapitel 288

Ich bin wiedergeboren und der Wert einer Freundschaft? II

Die Stimmung zwischen Rose und Lilith war bedrückt, zumal Rose das Geschehen von eben noch verarbeiten musste.

„Hey… es tut mir leid. Also nicht für die Männer, sondern dass du meine andere Seite gesehen hast. Vermutlich war das selbst für Dämonen… sehr brutal, aber… ich werde mich nicht biegen lassen. Das ist nun mal meine wahre Natur.“ versuchte Lilith die Stille zu brechen.

„Kennt… Sherry diese Seite auch?“ kam die Frage von der Heilerin. „ … Ja, diese Seite kennt sie, aber irgendwie… hat sie diese Seite akzeptiert ohne groß Fragen zu stellen. Selbst meine Freunde sehen dies öfters, wenn ich bei meinen Feinden aufräume.“ nickte Lilith, die neben Rose lief.

„Dann… hast du sehr starke Freunde. Ich… weiß nicht, ob… ich das auf Dauer so schlucken kann. Die Welt ist gemein und brutal, aber dennoch… sah ich auch die guten Seiten. Aber…“ versuchte Rose sich zu erklären.

„Das klappt nicht, wenn du vor Augen unmenschliche Sachen siehst und nichts machst. Dabei verrätst du deine eigenen Prinzipien. Ich… werde versuchen, dass in der Zukunft zu beachten.“ nickte Lilith verständnisvoll.

„Wie… machst du das? Du… kannst so… lieb sein, aber… du bist voller Fallstricke und dann wirst du direkt eine andere Person, sobald man darüber stolpert.“ schaute Rose ihre Freundin von der Seite an.

„Puh… ich weiß überhaupt nicht, ob ich es erklären kann. Diese Frage wurde mir schon mal gestellt, aber selbst da konnte ich keine vernünftige Antwort geben. Ich lebe mehr oder weniger nach dem Motto: Für meine Freunde das Beste, für meine Feinde das Schlimmste.

Ich hatte mal gegen einen Vampir gekämpft, der meinen Freund als Köder benutze und ihn töten wollte. Trotz das mein Freund auch gleichzeitig ein Rivale war, konnte ich nicht zulassen, dass dies passiert. Also habe ich mich zwischen den Vampir und mein Freund gestellt und den Todesschlag abgefangen…

Danach musste ich mit einem großem Loch im Bauch gegen den Vampir kämpfen, aber hätte ich das nicht getan… Wäre mein Freund gestorben. Dieser Freund ist nicht nur für mich wichtig, sondern auch für meine Freundinnen. Für Sherry ist er der Kampflehrer und für eine… weitere Freundin der zukünftige Ehemann.

Bei meinen Freunden kann man sagen, dass ich ziemlich schnell rot sehe, wenn man ihnen was antun…“

„Hast… du eigentlich überhaupt keine Angst oder so? Bei den Dämonen, den Spinnen, aber auch hier bei der Paladinen zeigst du sie überhaupt nicht.“

„Doch… wenn ich mich selbst verliere, sollte Sherry was zustoßen. Sie ist meine erste Liebe, die durch meinen Fehler… ewige Jugend erhalten hat, aber das hat sie mir verziehen. Sherry… verzeiht mir sehr viele Fehler, manchmal stelle ich mir die Frage… ob sie mich verdient hat.

So kaputt wie ich bin, hätte jeder das Weite gesucht, aber nicht Sherry. Sie würde jeden Stein auf der Welt umdrehen, sollte ich mich vor ihr verstecken, so eine Person ist das. Mein liebster Unglücksbringer…“ lächelt Lilith mit roten Wangen.

„Ist… das ein Kosename für deine Geliebte?“ wurde Rose nun ein bisschen neugieriger, die Stimmung besserte sich ein bisschen.

„Hm… Sherry hat den Titel „Pechvogel“. Keiner weiß woher und wie sie den bekommen hat… ich weiß nicht mal, wann? Hmm… sollte ich sie mal fragen, egal! Damit löst sie nur Pech in ihrer Umgebung, aber auch auf sich selber aus.

Als Beispiel, du bekämpfst eine Horde Orks, dann musst du bei ihr definitiv damit rechnen, dass immer ein stärkeres Monster erscheint, dass dich angreifen wird. Früher musste sie immer die Flucht antreten, aber mittlerweile ist sie so stark geworden, dass sie nun die starken Monster selbst bekämpft.

Auch… schafft sie es als eine der wenigen Personen mich immer wieder unerwartet mit ihrem Kopf in meinem Bauch zu treffen. Aber ich habe irgendwie den Eindruck… dass das Pech ihr in manchen Situationen das Leben rettet, so merkwürdig es auch klingt. Als… wollte dieser Titel verhindern, dass der Träger stirbt.“

„Ich merke… du liebst sie wirklich innig, wenn du soviel über sie weißt.“ lächelt Rose nun wieder und die Wangen von Lilith wurden nochmal ein bisschen rötlicher.

„Ah! Da seid ihr ja!“ rief eine Männerstimme. Beide Frauen haben bei dem Gespräch die Umgebung mehr oder weniger ausgeschaltet und sind irgendwie wieder beim Heim der Heilerin angekommen.

Es war Axel, der irgendwie immer noch nicht seine Rüstung ablegen konnte und ihnen zuwinkte, neben ihm stand Sakura in ihrer weißen Rüstung.

„Wo wart ihr denn? Ich dachte, wir wollten uns hier treffen?“ verlangte die Heldin direkt zu wissen, als Rose und Lilith bei den Gefährten ankamen.

„Erm… wir waren Magie üben. Erzmagier Draco hat Lilith ein paar Zauberbücher zur Verfügung gestellt, damit ich sie lernen kann.“ gab Rose einen Teilbericht ab.

„Dummerweise wurden wir von Paladinen unterbrochen, was ich… ziemlich blutig beendet habe, weswegen wir das Training vorerst abgebrochen haben.“ füge Lilith hinzu.

„Nein… sag jetzt nicht, du hast sie umgebracht?“ reagierte Sakura fassungslos, während Axel den Kopf schüttelte.

„Also, als ich sie in die Kanalisation geworfen habe, waren sie noch „lebendig“ gewesen. Ok, sie dürften Probleme haben in der völligen Dunkelheit noch was zu sehen, zusätzlich habe ich einem die Knie gebrochen, den zwei anderen die Beine abgetrennt.

Wenn die Göttin gnädig ist, werden sie es drinnen irgendwie überleben, aber ansonsten soll sich da ja ein Monster aufhalten, soll es sich um die kümmern.“ schaute Lilith „zufälligerweise“ in den Himmel bei ihrem Bericht.

„Du… hast was?“ hakte Axel nach, denn das Monster ist bekannt, sein Revier auf übelste Art und Weise zu verteidigen.

„Es zu spät ihnen noch zu helfen. Lass uns nun das Thema wechseln, die Diskussion für das Treffen ist vermutlich… wichtiger als irgendwelche verschollenen Paladine.“ schlug Lilith vor.

Alle schütteln ihre Köpfe. „Fehlt nur noch Leena oder?“ bemerkte Rose das eine Person fehlte. „Eigentlich ist sie doch ein sehr… pünktlicher Mensch.“

„Ich habe sie heute nicht in der Burg gesehen.“ meinte Sakura. „Was… genau ist zwischen dir und Leena passiert, Lilith?“

„Hm… wollen wir nicht besser warten, bis alle da sind? Wäre Leena gegenüber sehr unfair, einfach so zu starten.“ meldete sich Axel.

„Dann lasst uns doch noch ein bisschen warten. In der Zeit kann ich ja von meinen Erlebnissen mit Lilith berichten!“ grinste Rose, das Drama mit den Paladinen hat sie nun irgendwie… verdrängt.

Als gefühlt eine Stunde später immer noch keine Spur von der Magierin Leena zu sehen ist, als Lilith sich nun zu Wort meldet: „Scheinbar… hat Leena sich entschlossen, nicht zu erscheinen.“

„Wie… meinst du das?“ hakte Sakura sofort nach, selbst die andern starrten Lilith an. „War… gestern doch mehr vorgefallen? Als du vom Erzmagier Draco gegangen bist, habe ich Leena weinend im Büro gesehen.“ kam die Frage von Rose.

„*seufz* Ich… werde wohl mehr oder weniger wieder der Buhmann sein, aber… Leena hat uns mehr oder weniger verr…“ wollte Lilith ihre Erklärung starten, als…

„STOPP! WARTET!“ rief eine schwer atmende Frauenstimme. Alle drehten ihre Köpfe zu der Stimme hin und sahen Leena in ihrem zerknitternden Magierkleid ohne Magierhut, ihre Haare standen in alle Richtungen.

„Huch? Wir haben sehr lange auf dich gewartet!“ kam der Vorwurf von Sakura. „Ist denn… was passiert, so wie du aussiehst?“

„Ich… habe mich verschlafen…“ kam die Entschuldigung von Leena, ihre Augenringe konnte man nicht übersehen.

„ … Also hast du dich entschieden?“ fragte Lilith die Magierin, diese nickte. „Ja… ich stelle mich. Mein… Meister war in dieser Sache… keine sonderlich große Hilfe gewesen.“

„Wie… soll man das verstehen? Hat es was damit zu tun, wie du und Lilith miteinander umgegangen seid?“ fehlte Axel der Kontext.

Lilith und Leena starrten sich beide an, dann fing Leena an ihre… Beichte abzugeben: „Ich bin… war die Augen und Ohren für meinen Meister, aber auch für den König. Ihnen habe ich den genauen Bericht von unserem Abenteuer berichtet sowie wer Lilith in Wirklichkeit ist.“

Die Stille war ohrenbetäubend, die Gefährten starrten Leena an, als wäre sie die Dämonenkönigin. Alle standen vor der Wohnung von Rose. Man „hätte“ sich einen besseren Ort aussuchen können, aber irgendwie hat keiner daran gedacht.

„Bevor ihr eure Fragen stellt, lasst mich dies aus meiner Sicht erklären. Vorher… kannten wir uns alle nicht, nur erst nur durch den Meister von Sakura. Mein Meister und er waren befreundet gewesen und er bat Meister Draco, einen fähigen Magier zur Verfügung zu stellen.

Die Wahl fiel schnell auf mich, weil ich einer seiner besten Schüler war. Für… mich wahr das am Anfang mehr oder weniger eine Ehre gewesen, bis… Meister Draco, aber auch der König persönlich mich mit einer Geheimmission beauftragten.

Bei der Geheimmission ging es um nichts anderes als den tatsächlichen Stand der Dinge zu berichten, selbst Markus wusste davon nichts… Auch wenn ich ihm zutraue, dass er eine ungefähre Ahnung hatte, denn die Politik in der Burg war ihm ja nicht fremd.

Nun… ich habe die volle Wahrheit gesagt. Mein Meister und der König wissen, wer Lilith in Wirklichkeit ist. Aber so… wie Lilith ist, hat sie mit den knappen Informationen über meinen Meister schnell gemerkt, dass etwas im Busch war und hat mich… ausgetrickst.

Der König hat dann auch den Fehler begannen, sie mit dem Flügel darauf anzusprechen, was nicht wirklich die Art des Königs war, aber welche Eltern schauen schon gerne zu, wenn die eigenen Kinder brutal zusammengeschlagen werden.

Am… Abend kam Lilith tatsächlichen dann im Büro von meinen Meister vorbei und… ich musste mir ihre Anschuldigungen anhören… die auch irgendwie wahr sind. Aber ich habe dies nicht getan, um die Belohnung vom König zu bekommen, die hätte er mir so oder so schon gewährt.

Nein… mir war irgendwie nicht so bewusst, dass… dieses Abenteuer zwischen uns mehr als… nur eine Mission war. Ich…“ kam Leena nun ins stottern.

„Du warst all die Zeit alleine gewesen, dass Sakura, Rose und Axel mehr für dich geworden sind ohne das du es merktest. Du warst vermutlich in all der Zeit eine Einzelgängerin, die keine Freunde hatte und daher auch nicht wusste, was eigentlich Freundschaft ist.“ gab Lilith ihr Beistand.

„Das… stimmt. Für mich war das nur eine Mission gewesen und wollte es auch irgendwie schnell hinter mich bringen, denn… als eine Spionin bin ich sehr lausig und es gefiel mir auch nicht. Aber ich war auch nicht unbedingt in der… Position, dem König UND meinem Meister zu widersprechen.

Nun… kam Lilith in das Büro und hat mit ihrem „Charme“ mich dazu genötigt, gewisse Entscheidungen zu treffen. Für… mich waren diese Entscheidungen… vermutlich das schlimmste… was ich treffen musste. Aber… vielleicht sind sie irgendwo auch richtig, denn damit wurden mir die Augen geöffnet.“ sagte Leena mit einem ernsten Ton in der Stimme, dabei schaute sie ihren Freunden abwechselnd in die Augen.

„Früher wäre mir Freundschaft vermutlich ziemlich egal gewesen, sie hatte keinen wirklichen Nutzen gehabt. Nur… die Reise hat mich tatsächlich soweit verändert, dass ich darüber nachdenken musste.

Tja… nun ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich lieber die Wahrheit selber sage, als dass Lilith wieder den bösen Teil übernimmt.

Sakura, Rose und Axel… es tut mir vom Herzen leid, was ich getan habe. Wenn… ihr mich nicht mehr sehen wollt, dann habe ich es verdient. Es wird meinem Herzen weh tun, aber ich werde das Urteil akzeptieren, dass ich euer Vertrauen… missbraucht habe.“ beugte sich die Magierin am Ende.

Die Gefährten haben der Erklärung von Leena ohne Unterbrechung zugehört und schauten sich nun gegenseitig an.

„Meinst… du das ernst? Also… dass wir dich einfach so… fortschicken sollen?“ meldete Axel sich als erstes.

„Ja. Lilith hat für uns öfters den Kopf hingehalten und im… Wald haben wir uns geeinigt, Stillschweigen über ihre Person zu halten. Dies habe ich nicht getan, noch dazu habe ich die Warnung von Lilith ignoriert ohne die Konsequenzen wirklich vor Augen zu haben.“ nickte Leena.

„Deswegen… warst du so fokussiert auf der Mission.“ murmelt Rose. „Aber… du hattest doch… auch irgendwie Spaß gehabt, nachdem wir das Dungeon bewältigt haben. Ich…“

„Ich werde es auch nicht abstreiten, denn nachdem Lilith mir… die richtigen Tipps in der Magie gegeben hat, kam ich irgendwie selber zu der Erkenntnis, dass meine momentane Ausbildung… anders ist.

Ich will meinen Meister nicht für seine Lehre kritisieren, aber solche Informationen die Lilith mir gegeben hatte, hätte ich wirklich nichts dagegen gehabt, sie auch früher gekannt zu haben. Dadurch ist mir erst richtig bewusst geworden, was Magie eigentlich ist.“ lächelt Leena vorsichtig.

Nun schauten alle Sakura an, die immer noch schweigsam war. Lilith hat sich bewusst bei dem Gespräch ein größeren Abstand gehalten, denn… es war mehr oder weniger die Freundschaft ihrer Freunde.

„Ich… habe zu wenige Freunde auf dieser Welt, ich…“ seufzte Sakura, die nun zu einer Entscheidung gekommen ist. „Ich verzeihe dir. Jetzt nach einem neuen Magier zu suchen würde uns nur aufhalten, außerdem…

Meine Meinung nach sind es nicht unbedingt wir, bei denen du dich entschuldigen solltest, sondern bei Lilith selber. Ja, sie ist eine fürchterliche, gemeine und rücksichtslose Person, aber letztendlich… ist es aber sie gewesen, die den Kreis der Freundschaft von uns fester gezogen hat.

Meister Markus hat den Anfang gemacht und Li… Sina hat ihn vervollständigt. Selbst jetzt macht sie es, ob ihr das nun bewusst ist oder nicht.“ sagte Sakura zu Leena. Jeder war erstaunt über diese Erkenntnis der Heldin. Leena… fielen die Tränen aus den Augen raus. „ … Ihr… schickt mich nicht weg und verzeiht meine Aktion?“

„Nun, dein Meister und der König kennen nun die Wahrheit. Was sollen sie denn nun groß machen gegen Sina? Außerdem hast DU mich doch mit den anderen Damen hier vor der verrückten Spinnenfrau gerettet, ich glaube, so einfach geht dann doch nicht unsere Freundschaft kaputt, auch wenn du am Anfang recht nervig warst.“ grinste Axel.

„Ich… habe festgestellt, welche Elemente ich benutzen kann. Ich… wäre sehr glücklich, wenn eine erfahrene Magierin mir zur Seite steht und hilft, meine Magie richtig zu nutzen.“ lächelt Rose. „Außerdem wollen wir doch bestimmt noch weitere gemeinsame Abenteuer machen oder?“

„Du hast die beiden gehört. Ich… frage dich erneut: Würdest du meiner Gruppe im Kampf gegen den Dämonenkönig weiterhin zur Seite stehen?“ hielt Sakura eine offene Hand vor Leena, dabei lächelt sie die Magierin an.

Der Tränenfluss wurde bei Leena immer stärker, man sah es ihr an, dass sie es wirklich bereute, ihre Freunde mehr oder weniger verraten zu haben. Leena hatte keine einfache Kindheit gehabt, aber dieses Glücksgefühl das sie nun spürte war doch neu für sie.

Dann schlug Leena in die offene Hand von Sakura ein. „Ich… würde euch gerne weiter begleiten. Diesmal ohne… für meinem Meister oder dem König ein Spion zu sein.“

„Willkommen in der Gruppe, aber… eine Hürde hast du immer noch zu bewältigen.“ nickte Sakura zu Lilith rüber. „Ich kann deinen Meister und den König verstehen, wenn sie immer auf dem aktuellen Stand der Dinge sein wollen.

Wenn ich daran denke, wie… ich mich am Anfang blamiert habe ist es selbstverständlich für die Herren zu wissen, ob man mir die Bürde des Helden anvertrauen kann. Das… größere Problem ist momentan eher Lilith.“

Die Magierin schluckte schwer, denn unrecht hatte Sakura nicht mit ihrer Aussage. Lilith hat der Gruppe mehr oder weniger den Rücken gekehrt, obwohl sie kurz ausgeholfen hat beim Gespräch. Leena wurde die Hand von Sakura auf die Schulter gelegt und nickte ihr zu. Dann ging die Magierin zu der Dämonin.

„L… Lilith. Auch… wenn ich dein Vertrauen… vermutlich gebrochen habe, so tut es mir wirklich leid. Die Belohnung war mir wirklich nicht wichtig gewesen.“ stand die Magierin hinter Lilith.

„So? War es etwa Anerkennung die du haben wolltest? Weißt du… ein Satz geht mir bei deiner Rede nicht aus dem Kopf. Du hättest die Belohnung so oder so bekommen. Ich frage mich, wer bist du eigentlich wirklich?“ wunderte sich Lilith ohne sich umzudrehen. Verdutzt schauten sich die Gefährten an.

„Hmm… wenn ich so überlege, bisher weiß ich nur, dass Draco und der König deinen Bericht kennen und scheinbar vertrauen sie dir auch vollkommen ohne groß Fragen zu stellen. Auf welcher Basis liegt dieses Vertrauen?

Mein Vater gab mir auch eine Geheimmission mit in der „Vergangenheit“, mit der Begründung, dass er nur mir vertrauen kann, weil ich von seinem Blut abstamme. Wenn ich raten müsste, aber… Draco wird nicht wirklich dein Vater sein, also…“

„Ich habe keinen Vater… und dennoch… bin ich die Tochter des Königs.“ weihte Leena sie in das Geheimnis ein, was nur ihr Meister und der König wussten. Sofort reagierten ihre Freunde schockiert über das Geheimnis.

„Wenn… du die Tochter des Königs bist, dann bist du…?“ hakte Rose sofort, aber Leena schüttelt ihren Kopf.

„Nein, ich bin keine Prinzessin. Meine Mutter war eine Bürgerliche, die der König auf seiner Reise kennengelernt hat und ich bin mehr oder weniger das Ergebnis. Ich… will jetzt nicht von meiner Kindheit erzählen, aber mein Meister hat irgendwie herausgefunden, dass ich die Tochter des Königs bin.

Nun versucht der König irgendwie eine Schuld zu begleichen, weil er meine Mutter nicht retten konnte, aber das ist mir egal. Ich hatte es nicht einfach in der Vergangenheit, aber ich habe es irgendwie… geschafft, bis der König von seiner „Tochter“ erfahren hat. Seitdem versucht er mich immer irgendwo einzuspannen, will aber auch gleichzeitig nicht zugeben, dass ich von seinem Blut abstamme. Auf das Drama kann ich gut und gerne verzichten.“ sagte Leena dies zu ihren Freunden, dann wendete sie sich wieder zu Lilith.

„Nun weißt du wirklich alles über mich. Falls es dich beruhigt, aber ich habe Meister Draco gestern mitgeteilt, dass ich nicht mehr die Augen und Ohren für ihn, aber auch nicht für den König sein werde, bevor du ins Büro gekommen bist.“

Eine Stille herrschte zwischen den Freunden, Lilith drehte sich zu Leena immer noch nicht um, scheinbar fehlte noch irgendetwas.

„Kann… es sein, dass du nicht weißt, wie man jemanden verzeiht?“ fragte Rose auf einmal die Dämonin. Scheinbar hatte die Heilerin damit einen Nerv bei Lilith getroffen, denn sie zuckte auf einmal.

„Doch… glaube schon. Erinnerst du dich an die Geschichte, dass ich ein Loch im Bauch hatte? Mein Rivale war nach dem Kampf so voller Schuldgefühle, dass er sich sonst was angetan hätte, bis ich ihm klipp und klar erklärt habe, dass ich die Aktion immer wieder machen würde und es daher verzeihen werde… Ok, am Ende musste ich ihm drohen, dass er den Arschtritt der Lebens bekäme, wenn es nicht aufhört mit den Schuldgefühlen.“ erklärte Lilith.

„Liegt… es daran, was man dir angetan hat? Diese… Kindheit, die du erlebt hast… Meister Draco sagte mir, du hättest die Fähigkeit „Bizarre Gedanken“. Das ist eine Fähigkeit, die nur Wahnsinnige haben und bei diesen Personen muss man damit rechnen, dass sie eine wandelnde Gefahr sind für andere, aber eventuell auch für sich selber.

Könnte es nicht sogar sein, dass… selbst wenn du deinem… Freund verziehen hast, es eher nur so daher gesagt hast, damit seine Schuldgefühle sich auflösen, aber immer noch nicht weißt, was es wirklich heißt, jemanden von Herzen zu verzeihen?“ fragte Leena.

Die anderen haben sich nun ebenso hinter Lilith gestellt, die scheinbar ziemlich stur ihnen weiter den Rücken zeigte, als Rose zu ihr ging und von der Seite anschaute. Erstaunt riss Rose ihre Augen auf, als sie das weinende Gesicht von Lilith sah.

Ohne… zu wissen warum, umarmte Rose Lilith von der Seite. Die anderen wollten auch kommen, aber Rose hob eine Hand, dass sie Abstand halten sollen.

„Lilith… du würdest Leena auch gerne verzeihen, aber weißt nicht wie oder?“ flüstert Rose ihr ins Ohr.

„Ich… weiß es einfach nicht. Selbst mir kann ich nicht mal verzeihen, was ich meiner Freundin angetan habe damals. Lieben tue ich sie, Angst kann ich auch fühlen sowie Scham, aber… jemanden eine… zweite Chance geben… ich weiß nicht, wie das gehen soll.“ murmelt Lilith.

„Oh… im Grunde ist das eigentlich sehr einfach, weißt du?“ meldete sich Axel auf einmal. Axel, der Lilith am Anfang liebend gerne das Schwert rein gerammt hätte. Verdutzt drehte Lilith sich nun endlich um, alle sahen ihr verweintes Gesicht.

„Jedes Kind kennt den Trick, es ist nur eine Frage des Wollens. Keine Ahnung warum du dir selber nicht verzeihen kannst, aber hier mit Leena willst du es eigentlich doch oder? Dir hat es doch ebenso Spaß gemacht zu sehen, wie Leena deine Tipps versucht hat umzusetzen und im Grunde… bist du zwar enttäuscht, möchtest ihr aber gerne eine zweite Chance geben.

Der Trick ist, vor ihr zu stehen und dies auch zu sagen. Nicht einfach daher gesagt, damit es ihr besser geht, sondern auch dir selber besser geht.“ grinste Axel.

Sakura sah Axel nun ein bisschen mit anderen Augen, irgendwie… wirkte er erwachsener für die Heldin. „So wie Axel es sagte, ist es tatsächlich einfacher. Natürlich darf man das nicht auf die leichte Schulter nehmen, aber bei Leena´s Fall glaube ich wirklich… dass man ihre Aktion verzeihen kann.“ fügte Sakura anschließend hinzu.

Lilith schaute Axel und Sakura abwechselnd an, dann Rose die an ihre Seite stand und zunickte. „Selbst ich kann das.“

„Ich… würde gerne weiter mit euch Abenteuer bestreiten und… weitere Tipps von dir lernen, deswegen… Es tut mir wirklich von Herzen leid!“ verzog Leena weinend das Gesicht.

Die dämonische Heldin starrte nun die Magierin Leena an und seufzte: „Wieso… es letztendlich so gekommen ist… egal. Leena, ich versuche es dir zu verzeihen, mehr kann ich momentan nicht machen. Würde mich natürlich freuen… wenn wir uns weiter sehen können.“ lächelte Lilith schräg.

Rose umarmte freudig Lilith wieder von der Seite, während Leena die Worte von der Dämonin erst auf sich wirken lassen musste… Dann ging sie ebenso zu Lilith und umarmte diese ebenfalls…

„Danke… Das… ist wohl, was man Freundschaft nennt…“

Kapitel 287

Ich bin wiedergeboren und das magische Training?

Lilith wurde am nächsten Morgen wach und wunderte sich, warum sich ihre Brust so schwer anfühlte… „Rose?!“ kam der erste Gedanke bei Lilith, als sie ihre Freundin mit dem Kopf auf sich schlafend liegen sah. Rose muss irgendwie von ihrem Bett zu Lilith im Schlaf gewandert sein.

„Hm… schon irgendwie süß…“ grinste die blonde Dämonin. „ … Wünschte, es wäre meine Geliebte…“ bekam Lilith auf einmal einen Herzstich und eine einzelne Träne verließ ihr Auge. Vorsichtig hob Lilith die Heilerin von sich runter und legte sie aufs Bett, während sie selber aufstand.

Einige Zeit später wachte Rose mit einem Wuschelkopf auf und sah auch ein bisschen dümmlich aus, aber das wird jede Person auf der Welt sein, wenn man frisch aufsteht.

Auf jedenfalls roch sie sofort leckeres Essen und bekam nicht mal mit, dass sie auf der Betthälfte von Lilith lag. Schlaftrunken stand sie auf und ging langsames Schrittes in die Küche, wo sie Lilith mit einer Kochschürze sah die mehrere… braune Dinger briet.

„Guten Morgen, gut geschlafen?“ grüßte Lilith lächelnd. „Ah… glaube schon? Irgendwie… fühle ich mich… weiß nicht… richtig, so… so richtig ausgeruht…“ wundert sich Rose, während sie weiter im Gänseschritt zum Küchentisch ging.

„Kann ich mir gut vorstellen, du hast ja immerhin auf mir geschlafen. Sherry meinte, die Nähe einer Person, die man kennt und auch mag, führt auch zu einem gutem Schlaf.“ wendete Lilith den Inhalt der Pfanne um.

„ … Eh? Wie… meinst du das?“ saß Rose auf ihrem Stuhl und konnte mit der Informationen nicht viel anfangen. „Illusion: Schlafende Rose.“ setzte Lilith ihre Rassenmagie ein und vor Rose entstand ein Bild und wie sie mit ihrem Kopf auf Lilith lag.

Ein Energieschub schoss durch den Körper der Heilerin. Sie wurde sofort wach und sehr sehr rot im Gesicht.

„Ah… Entschuldigung!“ stand Rose sofort auf und verbeugte sich mehrmals vor der Köchin, die den nächsten Inhalt briet.

„Wofür? Es war keine Beschwerde oder so. Ist nur… selbst für mich das erste Mal, dass sich jemand anderes an mir klammert im Bett. Normal teile ich ja mehr oder weniger das Bett mit meiner Geliebten, aber ich habe auch schon mit anderen Frauen gemeinsam ein Bett geteilt.“

„W… wie?!“

„Ah… nicht missverstehen. Lieben tue ich Sherry, aber ich habe keine Bedenken mit anderen ein Bett zu teilen um gemeinsam zu schlafen. Man… muss nicht immer gleich an das eine Denken. Manchmal will man wirklich nur schlafen ohne großen Geschiss zu machen. Übrigens das sind Pfannkuchen die ich brate, vermutlich hast du sie noch nicht gegessen. Ein… Rezept von meiner… Mutter“ kam Lilith am Ende leicht in Erklärungsnot.

„Oh? Zumindest riechen sie gut. Ich… hoffe, dass deine Freundin kein Problem damit hat… dass ich irgendwie zu dir… gekommen bin?“ war Rose ein bisschen unsicher.

„Hm… glaube nicht. Ich meine, wir wissen beide, dass wir nur Augen für uns haben. Du brauchst dir daher keine großen Gedanken machen. Übrigens kannst du die Pfannkuchen mit Marmelade bestreichen, könnte aber irgendwann sehr süßlich schmecken.“ grinste Lilith, dann kam sie mit einem großen Teller wo ein Turm voller Pfannkuchen aufgestapelt war.

Rose hatte sich ein bisschen beruhigt und beide Damen nahmen ihr Frühstück ein, wo beide entzückende Gesichter bekamen. Lilith die schon… Ewigkeiten keine Pfannkuchen mehr gegessen hatte und Rose, die sehr gerne süßes Essen nahm.

„Wann… wollen wir uns eigentlich alle Treffen?“ fragte Lilith irgendwann, nachdem sie den nächsten Pfannkuchen verdrückt hatte.

„Gegen Mittag, vermutlich sind wir beide die einzigen Frühaufsteher in der Gruppe. Falls ich es noch nicht gesagt habe, aber dein Essen… schmeckt… sooo lecker!“ verzog Rose genüsslich ihr Gesicht.

„Das freut mich! Ich war mir nicht sicher, ob ich das noch so hinbekomme, wie ich es in Erinnerung habe. Wenn… sie so spät kommen, dann können wir ja was machen.“ nickte Lilith sehr zufrieden über das Lob und beendete ihr Mahl.

„Und… was genau?“ konnte Rose dagegen nicht genug haben. Lilith hat nun mehrmals mit Rose gegessen und nicht schlecht gestaunt, wie viel die Heilerin an Essen verdrücken kann, ohne in irgendeiner Form zuzunehmen.

„Leena´s Meister hat mir fünf Lernbücher für Anfänger zur Verfügung gestellt, von denen du lernen kannst, ob du überhaupt ein Element benutzen kannst.“ holte Lilith die Bücher von Draco aus ihrem Inventar raus.

Rose hörte mit ihrem Essen auf und traute ihren Augen nicht, was Lilith herbeigezaubert hat, dann schluckte sie ein großes Stück Pfannkuchen in einem herunter.

„D… das ist für mich? Von… dem Erzmagier Draco?“ hakte Rose vorsichtig nach, während Lilith nickte. „Das ist richtig. Ich habe mein Anliegen vorgetragen und er hat mir diese Bücher ohne Probleme überreicht.“

„Da… das… ich weiß nicht was… ich sagen soll.“ kamen die Tränen bei Rose raus, scheinbar war die Freude so groß, dass sie es rauslassen musste. „Danke reicht.“ lächelt Lilith. Die Heilerin stand auf und umarmte die sitzende Dämonin. „Danke…“ flüstert sie ins Ohr.

„Gerne geschehen. Kann… man hier irgendwo üben oder müssen wir dafür die Stadt verlassen?“ streichelt Lilith die Schulter von Rose. Die stärkste Veränderung bei ihren neuen Freunden bleibt wohl immer noch bei der Heilerin Rose. Am Anfang stark schüchtern und verängstigt, nun blüht sie irgendwie durch das neue Selbstvertrauen auf.

„Ja… gibt es. Dort sollten wir es ungestört testen können, solange… du kein Problem mit der Gegend hast?“ löste sich Rose von Lilith.

„Ich kenne mich hier nicht aus, ist es eine verbotene Zone oder so?“ hielt die Dämonin ihren Kopf schräg.

„Hm… nein. Lass mich das am besten vor Ort erklären, ist einfacher zu verstehen. Aber vorerst… „mapf“ esse ich die letzten Pfannkuchen auf!“ nahm Rose wieder Platz und isst die nächsten Pfannkuchen auf.

„Den… gesamten Teller?“ hob Lilith misstrauisch die Augenbrauen hoch, weil das noch mindesten zwölf Scheiben waren, aber so wie Rose nickt, war sie sich sicher. „Das… ist dein Magen, du musst es wissen…“

Nachdem die Heilerin alles aufgegessen hat, sich frisch machte und nun beide Damen wieder in ihren Kleidern waren, machten sie sich auf zu dem ominösen Ort, den Rose angesprochen hatte.

„Nicht über den Gestank wundern oder warum niemand dort lebt. Es ist einer der Eingänge zu der Kanalisation unter uns. Gerüchten zu Folge soll… da unten etwas leben, das alles angreift, was die Kanäle betritt.“ erklärte Rose unterwegs.

„Erm… wenn da unten etwas lebt, warum… habt ihr Abenteurer das Problem nicht längst… gelöst?“ musste Lilith sich mit ihrer Brille doch wundern.

„Nun… man kann sagen was man will, aber das Monster… oder was auch immer, pflegt irgendwie die Kanalisation von dem ganzen Unrat, Abfälle oder sonstiges so komisch es sich auch anhört.“

„Okey?“ sagte Lilith das Wort sehr langgezogen. Die Damen gingen weiter ihren Weg und bemerkten nicht, dass ihnen drei weißgekleidete Männer folgten. Dann haben Rose und Lilith ihren Zielort erreicht.

Mehrere leer wirkende verfallene Häuser. Überall Schrottmüll und ähnliches, auf den Gestank brauchte man nicht näher eingehen. „Dort drüben ist der Eingang der Kanalisation. Man benötigt bestimmte Werkzeuge, um den Deckel überhaupt ansatzweise zu öffnen, aber das ist für uns nicht so wichtig.“

„Hm… und hier kann man ohne Probleme üben?“ schaute Lilith sich die Gegend an. „So eine große Stadt, wundere mich das es nicht mal zu einem Slum wurde.“

„Aus Angst vor dem Monster, dass es vielleicht nicht doch eines Tages aus der Kanalisation kommen könnte. Die… SSS-Abenteurer sind sich zu fein, den anderen ist die Belohnung zu niedrig.“ schüttelt Rose den Kopf.

„Aha… na dann, solange wir ungestört sind ist mir das alles recht. Aber ein Hinweis, ich habe keinerlei Ahnung wie man wirklich… neue Magie lernt oder so. Das was ich dir, euch gezeigt habe sind… mir alle mehr oder weniger über das System übertragen worden, durch mein Geburtsrecht.“

„Oh? Das System selbst ist ja auch ziemlich mysteriös oder? Aber niemand stellt es infrage, weil es ja auch ein Teil unseres Lebens ist. Ok… Ich fange einfach mal mit Wind an, wollte schon immer so einen Sturm auslösen können!“ grinste Rose und liest sich das Lernbuch durch.

Gefühlte Stunden später waren sich Rose und Lilith beide einig: „Also Wind und Erde kannst du definitiv nicht benutzen. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass bei dir nur Rauch aus deinen… Händen rauskommt.“ meinte Lilith und Rose musste ihr leider zustimmen.

„Schade… dabei hatte ich irgendwie… den kindlichen Wunsch gehabt, einmal zu fliegen und die Welt von oben zu sehen.“ war Rose ein bisschen traurig.

„Hättest du was gesagt, dann wäre ich mit dir geflogen!“ „Oh… stimmt.“ dann mussten beide Frauen dann doch ein bisschen über die späte Erkenntnis kichern.

„So… dann… nehme ich jetzt mal Licht!“ nahm Rose das nächste Buch aus dem Inventar und las den Zauberspruch durch, wie sie einfaches Licht zaubern kann.

„Licht… Meiner Meinung einer der gefährlichsten Zauber, denn mir ist kein Dämon bekannt, der dieses Element benutzen kann, ergo wird kaum einer von ihnen eine Resistenz haben. Selbst ich… hatte keinen Schutz dagegen gehabt, bis ich auf die richtigen Leute getroffen bin, wo ich dann schlussendlich doch eine Immunität gegen Licht am Ende hatte.“ schwelgt Lilith ein bisschen in ihrer eigenen Vergangenheit.

Rose hat den Zauberspruch auswendig gelernt und fing diesen dann an zu zaubern, dabei hielt sie eine Handfläche offen. „Bitte… wenigsten etwas.“ betete die Heilerin in Gedanken als…

Eine kleine Zauberkugel bildete sich über ihrer Handfläche, die leicht am Glimmen war, dann aber verschwand, weil Rose zu aufgeregt darüber war.

„H… hast du das gesehen?!“ fragte Rose sofort ihre Freundin, die ihr lächelnd zunickte. „Dann… kann ich das Element „Licht“ definitiv benutzen!“ strahlte Rose vor Freude.

„Jeder kleine Schritt ist ein Erfolg. Das… ist der Beginn einer neuen Zauberin, die das Element Licht beherrscht.“ teilte Lilith ihre Freude…

„IHR DA! Was habt ihr hier zu suchen?!“ brüllte auf einmal eine Männerstimme. Beide Frauen drehten ihre Köpfe zu der Stimme und sahen drei Männer auf sich zu kommen. „Tzz… Paladine machen auch hier ihre Runden?“ verzog Lilith ihr Gesicht.

„Wo ist das Problem? Hier lebt niemand, keiner fühlt sich belästigt.“ widersprach Lilith, während Rose sich ein bisschen hinter der Dämonin versteckte. Die Männer dagegen waren Widerspruch nicht gewöhnt, auch nicht dass ihre… Opfer keinerlei Angst zeigten.

„Werde bloß nicht frech, sonst kann es sein, dass du demnächst auf dem Scheiterhaufen landest!“ drohte der Sprecher der Gruppe.

„Aha, dass will ich sehen, wie ihr Knallköpfe das schaffen wollt bei jemanden, der sich wehrt.“ sagte Lilith dies sehr unbeeindruckt.

„Wie bitte?! Das reicht! Männer, die werden wir festnehmen!“ schrie der Sprecher mit einem roten Kopf.

„Aha? Auf welcher Grundlage betreibt ihr denn eure… Selbstjustiz eigentlich? Macht ihr das Wirklich im Auftrag der Göttin?“ schmunzelt Lilith.

„Klappe halten!“ sagte einer der Paladine, der am nächsten bei Lilith angekommen ist… als die Dämonin ihm beide Knie in eine andere Richtung trat. Sofort schrie er laut vor Schmerzen auf, während er auf den Boden fiel.

„Ihr… ihr legt Hand an uns?!“ schrie der andere Paladin und versuchte sein Schwert aus der Scheide herauszuziehen, aber Lilith hat längst Lazarus raus geholt und trennte ihm beide Beine ab. Dabei musste Lilith doch sehr lachen.

„Natürlich! Ihr benehmt euch wie Kriminelle, dabei versteckt ihr euch nur hinter dem Namen der Göttin. Vermutlich habt ihr uns Frauen ausgesucht, weil wir in eurem Auge vielleicht schwach wirkten oder? Zu dumm aber auch.“

Der Sprecher hatte den größten Abstand gehalten, aber er traute seinen Augen nicht. Eine Frau bricht einem seiner Männer die Beine, dem anderen schnitt sie die Beine ab. Nun schreien beide Männer vor Schmerzen und flehten um Gnade. Als auf einmal der Sprecher die Spitze des Schwertes am Nacken spürte.

„Ich will gerne wissen, ob ich mit meiner Aussage recht hatte.“ kam auf einmal die Stimme der blonden Frau hinter dem Sprecher.

„I… ich weiß nicht was sie meinen!“ stottert der Sprecher. Rose hielt ihre Ohren zu, denn sie wusste es in ihrem Inneren, dass Lilith mit den Paladinen oder allgemein mit der Inquisition sehr… brutal vorgehen wird. Aber Mitleid hatte sie für die Paladine nicht wirklich.

„Nicht? Dann ist es auch egal.“ meinte Lilith nur, dann schlug sie dem Sprecher auch die Beine ab. Noch… nie hatte der Sprecher solche Schmerzen gehabt, sonst war er immer in der Rolle gewesen, anderen Schmerzen zuzufügen. Sofort schrie der Sprecher der Paladine laut auf, sah wie aus seinen Beinstümpfen Blut raus spritze.

„Dafür… ARGH! Wir man euch jagen, NIEMAND LEGT SICH UNGESTRAFT MIT UNS AN!“ schrie der Sprecher. Aber Lilith ignorierte dies und zog ihn an den Haaren zu den anderen Paladinen.

„Wisst ihr… irgendwie reizt es mich wirklich… so wirklich euch ebenso zu verbrennen, wie ihr es den anderen Opfern antut, aber… ich habe eine bessere Idee.“ lächelte Lilith mit einem sehr düsteren Gesicht.

„Was… hast du vor?“ musste nun Rose fragen. „Pass mal auf, ich habe da so eine „tolle“ Idee.“ ging die Dämonin zu dem Eingang der Kanalisation. Mit ihren Kräften als Götterbestie konnte sie den großen Gullydeckel ohne große Probleme zur Seite schieben. Dann schaute sie in ein schwarzes Loch rein.

„Warte… du hast doch nicht etwa…“ hielt Rose ihre Hände vor den Mund, denn das war wirklich… kaum an Grausamkeit zu überbieten.

„Doch, genau das habe ich vor.“ nickte Lilith lächelnd, dann ging sie zu den Männer zurück. Sie haben verstanden, was diese Monsterfrau mit ihnen vor hat und wollten mit ihren Armen weg krabbeln, aber keine Chance, wenn sie dies vor lauter Schmerzen und ohne Beine versuchen wollen.

Die lächelnde Dämonin nahm die ersten Paladine an den Haaren und zog sie ohne Probleme zu der Öffnung, dann warf sie ohne jede Achtung die verletzten Männer in das Loch rein. Man hörte sie beim Fallen schreien, bis sie auf… dem Boden landeten und eine Stille herrschte aus der Gruppe.

„Ahh… herrlich. Diese Stille nach dem Geschrei.“ schloss Lilith ihre Augen und verzog ihr Gesicht entzückt.

„Das… mir fallen keine Worte ein.“ war Rose sehr fahl im Gesicht geworden. „Rose. Du hast die Männer gehört oder? Sie zeigten nicht eine Sekunde Mitleid oder ähnliches, wenn du auf dem Scheiterhaufen stehst. Ich lasse ihnen einfach nur ihre eigene Medizin schmecken.“ ging Lilith auf den Sprecher zu.

„Warte, bitte Gnade! Wir haben das alles wirklich im Auftrag der Göttin getan!“ bettelte der Sprecher.

„Echt? Dann mache ich es im Namen des dunklen Gottes, denn selbst er verlangt nicht mal solche barbarischen Aktionen wie ihr dies tut. Selbst Dämonen würden so einen Blödsinn nicht machen. Nicht früher und auch nicht in der Zukunft.“ verzog Lilith ihr Gesicht.

„Sie werden eine Säuberung in der Stadt durchführen, wenn Paladine verschwinden, ist euch das klar?!“ versuchte der Sprecher sich zu retten, aber Lilith sah nicht aus, als würde es sie interessieren.

„So? Eine Säuberung? Vielleicht sollte man dem Volk sagen, dass bald der Zeitpunkt gekommen ist, sich gegen diese Barbarei zu wehren! Ihr habt ihnen in all den Jahren, Jahrzehnten solch eine Angst eingebläut, dass sie sich nicht mal vorstellen können, sich zu wehren.

Nur ein kleiner Funke reicht aus. Ich will nicht wissen, wie viel Wut sich in den Bürgern dieser Stadt gesammelt hat. Wenn der Funke aber einmal zu einer Flamme entfacht wird, dann wird es hier sehr blutig werden.“ sagte Lilith das sehr laut, dann zog sie den Sprecher ebenso an den Haaren und ging zu dem Loch.

„Ihr Monster!!!“ versuchte der Sprecher sich noch zu befreien, aber keine Chance, die Frau hielt ihn mit eisernen Kräften vor sich hin. Dann stand Lilith mit dem Sprecher über der Grube.

„Monster? Danke für das Kompliment, denn das dürfte der Wahrheit ziemlich nahe kommen. Grüß das Monster unten von mir.“ lächelt Lilith noch, dann fiel der Sprecher schreiend in die Tiefe.

Rose… hat bei der Aktion den Kopf gewendet, denn das… war ihr zu brutal gewesen und versuchte sich mit anderem abzulenken. Der Sprecher der Paladine musste wohl auf seine Kameraden gefallen sein, denn man hörte ihn laut nach Hilfe schreien.

Die Dämonin ignorierte dies, schnappte noch die Beine der Männer und warf sie ebenso in die Kanalisation, soll sich das Monster daran vergnügen. Zum Schluss legte sie wieder den schweren Deckel auf das Loch und man hörte den Sprecher nicht mehr schreien.

„So… sind wir die „heiligen“ Kakerlaken losgeworden. Vermutlich… willst du mit… dem Training aufhören?“ fragte Lilith vorsichtig die Heilerin.

Rose drehte sich zu Lilith um und man sah, wie ihr die Tränen runter fielen. „Wie… kannst du diesen Männer es nur antun? Mitleid haben sie nicht verdient, aber… das… war selbst für deine Maße an Grausamkeit nicht zu überbieten!“ zitterte die Heilerin.

„Weil sie uns in ihrem… Kloster oder was auch immer sie nennen festgesetzt hätten, bis die eigentliche Folter stattfindet. Zum Schluss wären wir dann auf dem Scheiterhaufen gewesen, wo das Publikum zuschaut, wie wir laut vor Schmerzen schreien, bis wir sterben.

Ich bin grausam? Das mag in vielen Dingen stimmen und werde es auch nicht abstreiten, aber du kannst dir ziemlich sicher sein, dass ich mich immer wehren werde. Egal wie und wo. Das… meine dämonische Erziehung durchkommt, kann ich nicht ändern, aber so bin ich nun mal.

Nicht mal ein schlechtes Gewissen habe ich bei der Aktion, ich werde wie ein kleines Kind schlafen können, ohne dass ich mir auch nur eine Sekunde Gedanken machen werde über diese todgeweihten Männer.“ erklärte Lilith sich.

„Das… was mir vielleicht ein bisschen Leid tut ist, dass du es mit ansehen musstest. Meine Aktionen sind wirklich nichts für… zarte Gemüter. Hoffe… dass ich das aufgebaute Vertrauen zwischen uns nicht… beschädigt habe.“

Rose wischte sich ihre Tränen weg und seufzte nur. „Ich… bin mir nicht sicher. Eigentlich habe ich damit gerechnet, aber… irgendwie auch gehofft, dass es nicht… so böse endet.“

„Komm… lass uns wieder nach Hause gehen. In diesem Zustand solltest du nicht die letzten Elemente testen.“ lächelt Lilith traurig. Die Heilerin nickte bei dem Vorschlag und beide Damen machten sich auf den Weg zurück…

Was beide nicht wussten, aber die Gegend wo sie geübt haben, war nicht so leer, wie Rose dachte hatte sondern sogar ziemlich gefüllt. Neugierige Augen haben die… Brutalität beobachtet und auch die Aussage von der schwarzgekleideten Frau gehört. Die Geschichte wurde woanders weitererzählt und der Funke… fing unter dem Volk schon leicht an zu glimmen…

Panisch versuchte der Sprecher der Paladingruppe in der Dunkelheit sich in Sicherheit zu bringen, aber er sah nichts außer Schwärze. Er hat es irgendwie geschafft, seine… Beinstümpfe abzuklemmen, dass kein Blut mehr raus floss.

Seine Kameraden haben den Sturz nicht überlebt und er hatte die Gnade der Göttin gehabt, dies zu überleben. „Ich… werde das dem Miststück heimzahlen…“ war das Mantra, das der Paladin immer wieder in Gedanken hatte…

Als er etwas hörte, was nicht zu den Geräuschen in der Kanalisation passte. „H… hallo?“ rief der Paladin mit einem Hoffnungsschimmer, aber…

Etwas nasses lief auf dem Steinboden der Kanalisation und… es stank, je näher „es“ dem Paladin kam, schlimmer als die Kanalisation selber.

„Was… bei der Göttin ist das für ein Gestank?“ fluchte der Paladin, dann fiel ihm ein, dass er einen Leuchtstein im seinem Inventar hatte. Diesen holte der Paladin sofort raus und aktivierte ihn.

Manchmal… ist es wahrlich ein Segen, gewisse Alpträume nicht sehen zu können, denn der Paladin schrie laut, lauter als je zuvor, als er das „etwas“ auf sich zu kommen sah, dann kam die völlige Dunkelheit.

Kapitel 286

Ich bin wiedergeboren und der Wert einer Freundschaft?

„Eure Majestät, als mir zu Ohren gekommen ist, dass alle Schlachtpläne gestohlen worden sind, habe ich sofort neue entwickelt und meines Erachtens sind sie sogar besser.“ kniete eine Sukkubus mit schwarzen langen Haaren vor dem Dämonenkönig Rarkas.

Rarkas saß auf seinem Thron und man sah seine dicke Narbe im Gesicht, die nun längst verheilt ist, aber…

„Oh? Sie sollen noch besser sein? Dann heißt es, dass deine alten Pläne alle schlecht waren?“ fragte Rarkas wütend, seine Laune hat sich seit dem Tag nicht mehr gebessert.

„Mitnichten eure Majestät. Unser Feind glaubt nun zu wissen, wie wir planen, sollen sie es doch. Ich rechne eher damit, dass sie nun abwarten, dass wir den nächsten Zug machen und die suchen sich einfach einen der gestohlenen Pläne raus und dann planen sie ihre Gegenmaßnahmen.

Mit dem falschen Wissen sind wir in der Lage, unsere Schlachtzüge nach unseren Bedingungen umzusetzen, was sogar noch besser ist als früher. Ihre… menschlichen Strategen werden erst im letzten Moment verstehen, welche Züge wir geplant haben und verzweifelt die gestohlenen Pläne analysieren, die ihnen überhaupt nichts mehr bringen.“ erklärte die Sukkubus unbeeindruckt.

„Ich hasse eure Rasse mehr als je zuvor, seitdem GNNRRRRR „sie“ mir über den Weg gekommen ist. Wenn es nach mir gehen würde, würde ich euch alle auslöschen!

Aber… ihr habt euer Können bewiesen, weswegen ich meinen Zorn nur auf „sie“ fallen lasse. Bereitet eure Pläne vor, die werden meine Generäle dann umsetzten, sobald ich einen Ersatzgeneral gefunden habe.“ streichelt Rarkas wütend seine Narbe im Gesicht.

„Wie ihr wünscht eure Majestät.“ wollte die Sukkubus aufstehen und ihre Arbeit erledigen, als Rarkas auf einmal vor ihr stand.

„Sinella… immer wenn ich euch sehe, habe ich das dringende Bedürfnis, euch zu töten… Ihr seid nicht mit „Lilith“ verwandt oder?“ packte der Dämonenkönig gewaltsam die Sukkubus am Kinn.

„Ich muss euch enttäuschen, aber in meiner Familie gibt es keine Person, die diesen Namen trägt, ich selber habe auch keine Kinder. Wenn es in meiner Macht steht, werde ich euch helfen…“ kneift Sinella ihre Augen zusammen.

„Das Problem ist nur… ich kenne keine Sukkubus, die so große Flügel, noch solch unterschiedlichen Haarfarben hat. Es ist für mich einfach… mehr oder weniger das Pech, dass „sie“ mein Doppelgänger ist.“ zeigte Sinella mit ihren blauen Augen keine Spur von Angst.

Gewaltsam stößt der Dämonenkönig sie von sich, dass sie auf dem Boden landete. „Strapaziert nicht meine Geduld. Euren Kopf brauche ich nur, aber den Rest?“ hat Rarkas seine Drohung ausgesprochen.

„Natürlich, wenn ihr mich entschuldigen würdet?“ stand die Sukkubus wieder auf, verbeugte sich vor dem König und verließ den Thronsaal. Sofort suchte sie ihren Kartenraum auf und machte sich an die Arbeit, dabei sah sie sich kurz im Spiegel an.

Widderhörner, Dämonenschwanz und normale Dämonenflügel, dazu die großen Brüste und wohlgeformten Hintern, die typischen Merkmale einer Sukkubus.

„Schade… das du ihn nicht getötet hast Lilith, meine Unterstützung hättest du.“ diesen gefährlichen Gedanken hatte Sinella und wundert sich, dass sie ihr so ähnlich sein soll. Dann widmet sie sich den nächsten Schlachtplänen als Stratege der Dämonen.

„Also…“

Es wurde Abend und im Operationszimmer saßen mehrere rauchende Köpfe. Das wären Lilith, General Burns, aber auch mehrere Offiziere, die all die Pläne notiert haben, die Lilith ihnen aufgesagt hat.

„Aber ich lege meine Hand dafür nicht ins Feuer, dass die Dämonen solche Züge planen. Außerdem… müsst ihr damit rechnen, sobald deren Stratege merkt, dass all seine Züge ins Leere verlaufen, weil wir sie immer kontern können, dass er umdenken wird.“ warnte Lilith.

„ … Verstehe… es kann sein das ich mich wiederhole, aber… ich bin einfach nur froh… dass ihr nicht unser Feind seid. Wobei… deren Stratege hat ja scheinbar die ähnlichen Gedanken wie ihr.“ nickte General Burns müde.

„Wenn ich die Frage stellen darf, aber… wieso vertraut ihr mir? Ihr seht mich gestern zum ersten Mal, der die Berater und den Prinz Dummkopf fertig macht. Warum stellt ihr nicht… einmal die Frage, wie ich die Züge plane?“ wunderte sich Lilith.

„Hm… ehrlich, ich bin froh dass die Barone endlich weg sind, denn über Kriegspläne und ähnliches haben sie überhaupt keine Erfahrung. Das… mit Prinz Hendriks sehe ich schon etwas kritischer, denn der Prinz wird eines Tages die Krone übernehmen.

Ich hoffe… dass dieses Duell keine gravierenden Veränderungen bei dem Prinzen auslösen, denn im Herzen ist er ein guter Mann, der sich um seine Männer kümmert.

Nun zu eurer eigentlichen Frage, warum vertraue ich euch? Meine Instinkte sagen mir, dass ihr definitiv gefährlich seid, aber mein Bauchgefühl wiederum meint, dass man euch vertrauen kann. Tja… und das habt ihr doch schon eindrucksvoll bewiesen, nachdem ihr beim ersten Mal eure Angriffe geschildert habt.

Mit den neuen Angriffen und den Gegenmaßnahmen, die wir gemeinsam entwickelt haben, dürften wir für erstes vorgesorgt haben, bis der General die Pläne ändert.

Solltet ihr die Stadt verlassen Lady Lilith, würde ich sie bitten es mir mitzuteilen, wo euer Zielort ist, sollte sich etwas in den nächsten Kämpfen ändern. Dann werde ich jemanden sofort losschicken, der euch auf den Stand der Dinge bringt und was eure Vorschläge wären.“ erklärte Burns dies sehr sachlich mit einer Bitte.

„Das… kann ich machen.“ nickte Lilith unsicher langsam mit dem Kopf, denn Kriegsführung und ähnliches ist nicht unbedingt ihr Metier. „Scheinbar ist viel Zeit vergangen, ich hätte eine Bitte. Der Erzmagier Draco ist bestimmt auch in der Burg oder? Könnte mich jemand zu ihm hinbringen, denn ich habe… einige Fragen, die nur er beantworten kann“ lächelt Lilith freundlich mit Hintergedanken.

„Das sollte kein Problem sein. Normalerweise empfängt er keine Fremden, aber bei euch wird er bestimmt eine Ausnahme machen, immerhin seid ihr nun die neue Aufsichtsperson der Heldin oder?“ lächelt der General und nickte einem seiner Offiziere zu, dass er Lilith führen soll.

„Wie wahr, wie wahr. Man sieht sich demnächst wieder.“ lächelt Lilith, dass alle Männer schwer schlucken mussten. Es gibt das eine Lächeln, dieses Lächeln oder jenes Lächeln, jedes Lächeln einer Frau hat eine andere Bedeutung.

Der Offizier öffnete die Tür und ließ Lilith zuerst raus, die staunend auf die schlafende Gestalt im Flur sah.

„Rose?! Was machst du hier?“ weckte Lilith die Heilerin, die im sitzen wohl eingeschlafen ist. „Uwii… wah? Lilith?“ wirkte Rose sehr verträumt.

„Hast du extra hier auf mich gewartet?!“

„Erm… glaube? Ich… wollte dich nicht stören, also habe ich gewartet. Scheinbar… bin ich irgendwann vor Langeweile eingeschlafen.“ schaute Rose verträumt die Dämonin an.

„Mensch… das wäre doch nicht nötig gewesen. Komm, lass mir dir helfen. Ich will vorher noch mit dem Meister von Leena sprechen, dann können wir gehen.“ streichelt Lilith einmal an der Wange von Rose und bot ihr die Hand an.

„Aber… ich konnte dich doch nicht alleine in die Stadt lassen…“ murmelt Rose, während sie die Hand annahm zum Aufstehen.

„Nun… es ist wohl zu spät, noch groß was einkaufen zu gehen. Lass uns das auf morgen verschieben und nochmal unterwegs essen, dann können wir die Pläne für morgen besprechen.“ grinste Lilith.

„O… ok!“ nickte Rose, wirkte aber noch leicht verschlafen. „Was willst du denn von dem Magier eigentlich?“

„Etwas „klären“, sollte auch nicht sehr lange dauern, aber ich will das Gespräch alleine führen. Nicht… das ich ein Geheimnis vor dir haben will, sondern eher nur… was „korrigieren“ bevor es zu Missverständnissen kommt.“ war Lilith dann doch ein bisschen geheimnisvoll bei ihrer Aussage.

Die beiden Damen wurden dann durch die Burg geführt. „Ach… bevor ich es vergesse, aber morgen kommen die anderen zu uns, weil sie dein Verhalten heute mit Leena sehr komisch fanden, ich übrigens auch.“

„Das kann ich mir denken. Lass uns einfach abwarten, wie sich das entwickelt.“ nickte Lilith bei dem Bericht von Rose.

Dann standen sie vor der Tür. Der Offizier wollte klopfen, aber Lilith hinderte ihn daran. „Schon gut, ich mache das schon. Ihr dürft dann gehen und Rose… nur ein bisschen warten, dann gehen wir endlich.“ lächelt Lilith.

„Kein Problem. Diesmal wirst du mich nicht schlafend vorfinden!“ grinste die Heilerin zurück. „Freue mich darauf, wieder mit dir zu essen.“

Lilith nickte und öffnete dann die Tür, drinnen waren Leena und der Erzmagier Draco, was für Lilith geradezu passend ist.

„Ah… das ist schön, dass du auch hier bist.“ lächelt Lilith, aber in ihren Augen sah man eher nur die Wut, als sie die Tür schloss.

„Warte, ich kann es erklären!“ versucht Leena panisch die Situation zu entschärfen, dabei ist sie von ihrem Stuhl aufgestanden. Draco selber sagte nichts, aber diesmal scheint er nun doch nervös zu sein.

„Wieso willst du dich erklären? Ich habe doch noch nichts gesagt?“ hielt Lilith ihren Kopf schräg und drückte provokant ihre Brille hoch.

„Es… ist doch normal, dass man als Spion seinem König alles berichtet oder? Wusstest du, dass es dein Meister war der sich merkwürdig verhalten hat?“

„Huh? Me… mein Meister? Aber er war doch ruhig wie immer?“ war Leena verwirrt, während Draco seine Augen erstaunt aufriss.

„Ja, wie immer. Dummerweise bin ich noch keiner Person begegnet, die so eine innere Ruhe ausstrahlt wie dein Meister trotz der Fähigkeit „Analyse“. Die Meisten werden durch meine Werte alleine schon sehr nervös, das tat dein Meister aber nicht.

Also habe ich überlegt, was müsste man tun, damit man diese Ruhe beibehält. Richtig, man hat die nötigen Informationen. Doch von wem hat er sie wohl?“ schaute Lilith die Magierin anklagend an.

„Aber das alleine reichte nicht aus, denn vielleicht bin ich auch einfach nur paranoid, daher habe ich in dein Ohr Petze geflüstert, um zu schauen, wie du reagierst. Für einen Spion bist du nicht wirklich eine gute Schauspielerin.

Tja… dein Meister weiß alles, nun vielleicht könnte man es ja irgendwie noch hinbiegen, wäre da nicht der Kommentar vom König. „Flügel“ die mir fehlten. Damit hat sich der Kreis der Wissenden schon deutlich erweitert, nicht wahr?“

Leena schaute beschämt zu Boden und zitterte, hörte sich die schonungslose Anklage von der Dämonin an und ihr Meister sagte auch nichts.

„Wir haben keinen Schwur oder Eid geleistet, aber wir waren… uns irgendwie einig, dass es besser wäre, wenn man nicht so viel über mich weiß. Tja…

Der General Burns scheint nicht in dem Kreis der Wissenden zu sein, sonst hätten wir uns heute nicht so ausführlich über die nächsten Züge unterhalten. Deine Belohnung… war sie es wirklich Wert, um die Freundschaft so schnell aufzugeben?“

„WAS WEIßT DU SCHON!“ nun wehrte sich Leena sehr heftig über diesen Vorwurf. „Ich war immer alleine gewesen, Freundschaft… was genau ist denn Freundschaft?!

Ich wurde gegen meinen Willen in die Gruppe eingesetzt, dann sollte ich auch noch Augen und Ohren sein, was ich überhaupt nicht kann! Meinst du, es fiel mir leicht darüber zu reden, wie die Reise in Wirklichkeit verlaufen ist?!“

„Musste es ja oder? Willst du gerne wissen, warum ich so ein extremes Misstrauen gegen alles und jeden hege, egal welcher Rasse und wo? Man sieht es mir am Anfang nicht an, aber viele meiner Aktionen, mein Verhalten und ähnliches deutet daraufhin, dass ich grundsätzlich misstrauisch bin! Zumindest wurde es mir so erklärt, ohne dass es mir bewusst ist.“

Lilith schnipste mit ihren Fingern und beide Magier sahen eine Illusion vor sich, wie Lilith ihre Kindheit hatte. Erschrocken hielt Leena eine Hand vor den Mund und ließ ihren Tränen freien Lauf, während Draco aussieht, als müsste er sich übergeben.

„Das war meine Kindheit. Ich war was besonderes gewesen verstehst du? So gehen Dämonen mit einem um, wenn man jemand besonderes ist. Sie drillen diese Dämonen zu perfekten Kriegern, die alles und jeden vernichten können, die jederzeit den Posten eines Generals einnehmen können oder sogar den vom Dämonenkönig.

140 Jahre lang musste ich diese Art von „Training“ erdulden, bis ich endlich fertig war. Daran würdet ihr beiden schon direkt am Anfang zerbrechen!“ beendete Lilith ihre Illusion.

„Übrigens, auch meine Werte sind gefälscht Herr Draco.“ lächelte Lilith sehr fies, nun bekam der Erzmagier erst richtig einen Schweißausbruch. „Wi… wie meint ihr das?“ stottert der Erzmagier.

„Vermutlich habt ihr dem König schon berichtet, dass meine Attribute alle fünfstellig sind… aber das stimmt nicht. Sie sind alle sechsstellig, genau das Niveau einer Götterbestie, von denen es doch schon einige gibt.“ beichtet Lilith.

„Weißt du Leena, wer eigentlich bei der ganzen Aktion mir am meisten Leid tut, die du mehr oder weniger verzapft hast?“ fragte Lilith die Magierin. Sie schüttelt nur ihren verweinten Kopf.

„Sakura, Axel und Rose. Die drei glauben fest in dir eine feste Freundin zu sehen, die gemeinsam das letzte Abenteuer beschreitet haben.

Wer war es, dessen Meinung gefragt wurde im Dungeon, ob es sich lohnt? Sakura. Die Person, die aus der anderen Welt stammt und ihren… Ziehvater sterben sehen musste, vertraute sich dir an.

Axel der von der Arachne entführt wurde. Wie erleichtert war er gewesen, als er seine Freundinnen gesehen hat? Welche Emotionen sind ihm gekommen, als du ihn von seinem Kokon befreit hast?

Dann wäre auch noch Rose. Sehr schüchtern, aber macht sich mehr oder weniger um alles Sorgen, nichtsdestotrotz konnte sie nicht genug von dir erzählen, als wir gestern Abend Essen gegangen sind.

Wenn ich ehrlich bin, hätte ich das größte Problem bei Axel gesehen, wir erinnern uns ja, dass er beinahe ausgetickt ist wegen mir. Aber scheinbar kann ich mich selber auch irren.“ zuckte Lilith mit ihrer Schulter.

„Ich werde Leena aus der Gruppe entfernen und nach einem Nachfolger suchen, das Vertrauen dürfte mehr als zerrüttet sein.“ meldete sich auf einmal der Erzmagier.

„Das werdet ihr bestimmt nicht tun. Auch wenn Leena es nicht wahrhaben wird oder will, aber ihre „Freunde“ werden nachhaken, wieso sie auf einmal weg ist. Das letzte Abenteuer hat schon gewisse Bindungen zwischen uns erzeugt, sonst würde Rose nun nicht bei mir so hängen, worüber ich aber sehr glücklich bin.

Nein, sie wird weiterhin bei uns bleiben. Die Frage ist nur, will sie weiterhin diese Tour spielen oder den Schritt wagen und mit offenen Karten spielen?

Rose hat mir erzählt, dass wir uns morgen alle treffen wollen, aber ich frage mich vielmehr… ob du denn auch kommst Leena? Denn sie wissen bisher überhaupt nicht, wie die Situation ist.“

Draco riss erstaunt seinen Mund auf, dass man ihm auf diese Weise widerspricht, während Leena wieder sehr beschämt den Boden anstarrte.

„Das Konzept der Freundschaft ist selbst für mich seltsam. Ich habe Freunde, aber… was sind Freunde? Ich war auch mehr oder weniger ein Einzelgänger gewesen, bis ich mit anderen Menschen in Kontakt kam.

Dann passierte der größter Fehler meines Lebens und ich wollte alles aufgeben… als meine Freunde mir in meiner schwersten Stunde des Lebens geholfen haben. Erst da wurde mir richtig bewusst, was Freunde sind… und einer von ihnen ist meine Geliebte geworden, wobei Liebe ist ja nochmal komplizierter.“ erklärte Lilith, dabei schaute sie die vielen Bücher in den Regalen an.

„Sind das alles Zauberbücher?“

„Erm… ja, das ist meine private Sammlung über alle bekannten Elemente, die es auf der Welt gibt.“ nickte der Erzmagier verschwitzt.

„Ich will, dass du mir die Zauberbücher Feuer, Wasser, Erde, Wind und Licht für Anfänger gibst, die es selber lernen können. Solltest du meinem Wunsch nicht entgegenkommen… nun Leena hat ja berichtet, wie ich sein kann.“ lächelt Lilith.

„Ihr würdet mich mitten in der Burg angreifen?!“ wurde Draco nun doch sauer, aber Leena mischte sich ein.

„Meister… ihr kennt doch ihre Fähigkeiten, ein Magier wie ich konnte bei ihr schon nichts ausrichten, weil sie die vielen Immunitäten hat!“

„Außerdem, bevor ihr auch nur einen Zauber einsetzen könnt, hätte ich euch einen Knochen gebrochen.“ sagte Lilith, die hinter Draco stand und die Bücher in Ruhe anschaut.

„Was… habt ihr mit den Büchern vor?“ drehte sich Draco vorsichtig um, dem nun langsam wirklich bewusst wurde, in welcher Gefahr er schwebte.

„Jemand fördern, der sich nur auf Heilkunst spezialisiert hat. Aber da ich nicht weiß, welche Elemente dieser benutzen kann, muss ich probehalber alle durch testen.“ erklärt Lilith.

„Du… willst sie Rose geben oder?“ fragte Leena und Lilith nickte. „Richtig. Sie hat zwar ihre magische Schleuder, aber es hat nie geschadet, mehr zu können oder? Wie war es, als du aufgeblüht bist im Abenteuer, nachdem ich dir mehrere Tipps gegeben habe?

Da dürften auch bei dir einige Fähigkeiten hochgegangen sein, vor allem deine Aktion am Anfang im Spinnenwald, wo du lachend mit deinen Feuerbällen eine Spinne nach der anderen getötet hast.“ hob Lilith eine Augenbraue hoch.

Ein Stapel mehrerer Bücher wurden auf das Pult gelegt, die Draco aus den Bücherregal rausgesucht hat. Man sah ihm an, dass es ihm schmerzte, sich von ihnen zu trennen.

„Wunderbar, also Leena, wenn… du wirklich auf all das pfeifst, was du im Abenteuer erlebt hast, brauchst du morgen einfach nicht zu kommen. Ich habe zwar deinem Meister widersprochen, letztendlich kann ich dir die Entscheidung aber nicht abnehmen.

Dann werde ich halt ihnen erklären müssen, wie es zu diesem Bruch gekommen ist und werde vermutlich wieder der Buhmann sein, aber daran bin ich leider auch irgendwie gewöhnt. Hätte es gerne anders, aber… ist wie es ist.“ nahm Lilith die Lernbücher, stecke sie in ihr Inventar und machte sie auf den Weg, nach draußen zu gehen.

„Was… würdest du in so einer Situation machen?“ kam auf einmal die Frage, kurz bevor Lilith den Türknauf berührte.

„Ich? Du fragst ausgerechnet die Person, die eine Götterbestie und zugleich ein Dämon ist? Die vermutlich misstrauischste Person in dieser Stadt? Mich, dessen Stand der Dinge du anderen erzählt hast?“ drehte Lilith sich um, Leena starrte sie mit weinenden Augen an.

„Ja du! Wenn selbst du Freunde die du trotz all der Probleme die du hast, dann wärst du schon der richtige Ansprechpartner!“ nickte Leena.

„Hmm… früher wäre es mir egal gewesen und wäre durch die Tür gegangen, aber ich weiß, dass ich für diese Aktion von Sherry ausgeschimpft worden wäre… *seufz*

Ich würde ihnen die Wahrheit sagen, was passiert ist, warum du dies gemacht hast und dich entschuldigen, der Rest liegt dann bei ihnen oder? Welche Entscheidung sie auch fällen, aber diese musst du akzeptieren.“ öffnete Lilith die Tür.

„Und du solltest selber auch zu dir ehrlich sein, wie es weitergehen soll. Du hast ja mehre indirekte Kommentare gegeben, dass es selbst dir nicht gefällt. Selbst ein König, auch dein Meister müssen das „Nein“ akzeptieren, ob es ihnen passt oder nicht.“

„Bist du soweit? Huch? Du bist ja auch hier Leena.“ meldete sich Rose und sah die verweinte Leena, die nur geschockt reagiert.

„Ich bin fertig. Lass uns gehen und Leena mit ihrem Meister alleine, sie werden wohl einiges bereden müssen.“ nahm Lilith einen Arm von Rose, damit sie nicht ins Zimmer geht.

„Erm wenn du meinst? Wir sehen uns morgen!“ winkte Rose, als Lilith die Tür zumachte. Leena fiel auf ihre Knie und weinte nun richtig laut, ihr Meister… würde sie gerne trösten, aber letztendlich ist er auch nur ein „Mann“.

„Und wo werden wir diesmal essen Rose?“ fragte Lilith.

„Keine Ahnung? Da du ja nicht unbedingt an deinem Geld hängst, kenne ich schon ein paar Lokalitäten.“ lächelt Rose. „Aber warum hat Leena geweint?“

„Weil sie sich um ihre Zukunft Gedanken machen muss, dabei ist ihr wohl mehr oder weniger ihr Fehler aufgefallen.“

„Oh? Hoffe, dass sie dann morgen auch kommt.“

„Ich auch.“

Kapitel 285

Ich bin wiedergeboren und der strategische General?

„Ihr Monster! Ihr wusstet doch genau, dass mein Sohn keine Chance gegen euch hatte!“ schimpfte der König wütend.

„Natürlich wusste ich das. Er kann sich glücklich schätzen, dass ich mich zurückgehalten habe, diese Chance hatte ich bei den Dämonen niemals gehabt.“ warf Lilith das Schwert auf den Prinzen.

„Euch fehlen wirklich nur die Flügel, dann wärt ihr einer von ihnen!“ fluchte der König ungewohnt, wurde aber sehr schnell schweigsam, als er den wissenden Blick von Lilith spürte.

„Oh? … Verstehe. Natürlich, die fehlen mir nicht wahr? Hörner und ein Dämonenschwanz nicht zu vergessen. Aber ich kann mich glücklich schätzen, ein „Mensch“ zu sein.“ schaute Lilith nun Leena an, die zitternd auf den Boden schaute.

„Bei der Göttin… langsam bereue ich es wirklich, dass ich eure Dienste in Anspruch genommen habe. Wachen, schickt meinen… Sohn zu einem Arzt.“ schüttelt der König den Kopf und nahm wieder Platz.

„Warum… schaut Lilith dich immer so komisch an? Hast du irgendetwas angestellt?“ fragte die ahnungslose Rose die Magierin, aber diese schüttelt nur den Kopf. Die Wachen haben eine Liege organisiert und brachten den Prinzen raus.

„Lilith… danke für die Lernstunde, aber das hast du echt übertrieben. Der Prinz ist eigentlich ein sehr angenehmer Mann.“ schimpfte Sakura die Dämonin aus.

„Echt? Irgendwie ändert sich jeder in meiner Nähe. Die Netten werden böse, die Reinen zu unreinen und denen man vertraut, wird auf einmal das Vertrauen verraten. Dabei ist es schon sehr schwer, mein Vertrauen zu bekommen.“ sagte Lilith den letzten Teil etwas sehr laut.

„Was ist los Lilith? Haben wir irgendetwas verpasst?“ wunderte sich Axel, während Leena das Gefühl bekam, den Boden zu verlieren.

„Nein, überhaupt nicht. Ich wollte einfach mal aussprechen, was mir auf der Zunge lag.“ lächelt Lilith.

Der König, der Erzmagier und aber auch Leena wussten sehr genau, was Lilith damit sagen wollte und das sie ihre nächsten Schritte wohlgemerkt überlegen sollten.

„Was… ein Monster, dabei hat Leena nicht mal untertrieben, dass diese Frau sehr misstrauisch sei und ich sagte auch noch, dass sie scharfsinnig ist… Ob es der Kommentar des Königs war?“ dachte der Erzmagier Draco, dabei hat er doch wie üblich seine innere Ruhe gezeigt.

„Wir werden das nochmal unter uns besprechen Lilith, aber jetzt sollten… wir wieder an die Tagesordnung übergehen.“ drohte Sakura und änderte das Thema.

„ *seufz* Wir haben einen Großteil der Pläne der Dämonen mehr oder weniger durchgelesen und uns ist nun ihre Truppenstärke, Kriegsmaterialien sowie die aktuellen Standorte bekannt. Auch ist es Fakt, dass die Dämonen einen neuen König haben… genau. Sein Name ist Rarkas.“ berichtet General Burns, der sichtbare Augenringe hatte.

„Des weiteren sind uns zwar nun ihre Schlachtpläne bekannt, aber diese werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr umsetzen, wenn wir sie alle kennen. Wir gehen davon aus, dass wir mehrere Wochen, sogar Monate Zeit haben, uns auf den nächsten Kampf einzustellen.

Wir wollen euch nicht mit den Plänen der Dämonen langweilen, aber ich würde gerne mit Lady Lilith ein Gespräch in meinen Operationszimmer führen, weil ich ihre Meinung wissen möchte.“ bat der General um Hilfe am Ende.

„Die kann ich natürlich geben. Wir können nach dem Gespräch hier, direkt zu euch gehen.“ nickte Lilith und der General nickte ebenso.

„Heldin Sakura… und auch die anderen. Ihr habt mit eurer Aktion einen sehr wertvollen Dienst für das Reich erledigt. Zwar sind wir weiterhin im Krieg, aber ihr habt uns wertvolle Zeit gegeben. Die Abenteurer bekommen ihre Belohnung in Gold ausgezahlt, Magierin Leena wird weiterhin ihr Studium bezahlt. Wenn ihr Wünsche habt Heldin Sakura, besprecht es mit meinem Schatzmeister, er wird es dann für euch regeln.

Wie ich es schon gesagt habe, aber ihr werdet vorerst eine Pause einlegen und eure Strapazen auskurieren, bis es wieder zum nächsten Kampf oder einer Mission kommt.“ erklärte der König.

„Die nächste Mission sollte aber keine Selbstmordmission sein wie die letzte. Vermutlich haben die Dumpfbacken von Beratern auf euch solange eingeredet, dass es doch bestimmt eine tolle Idee sei, die Heldin raus zuschicken, wofür Spione besser geeignet sind.“ kommentierte Lilith es trocken.

„Ich… werde es berücksichtigen.“ nickte der König verständnisvoll. „Eigentlich war es nicht mal die Schuld der Berater, sondern weil ich Ergebnisse sehen wollte, ob wir auf die Heldin zählen können.“ war der Gedanke des Königs.

„Dann seid ihr vorerst entlassen… Wo können wir euch eigentlich finden Lady Lilith für weitere Fragen über Dämonen?“ fiel dem König noch was ein.

„Ich lebe momentan bei Rose, dort werde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit auffindbar sein, wenn ich in der Stadt sein sollte. Ansonsten kann es sein, dass ich demnächst mit der Heldin, aber auch mit ihren Gefährten die Stadt verlassen werde für ihr Training.“ teilt Lilith ihre Pläne mit.

„Erm… dürfen wir keine Pause machen?“ fragte Axel trocken, Lilith schüttelt den Kopf. „Klar, diese Woche bestimmt, aber danach geht es los. Keine Sorge, wir gehen nicht zurück in den Spinnenwald.“ lächelt Lilith.

„Da ziehen mich auch keine zehn Pferde mehr hin, die Begegnung mit der Arachne hat mir schon gereicht…“ murmelt Axel.

„Ich bedanke mich für eure Belohnungen eure Majestät und… entschuldige mich für meine Lehrerin, dass sie es mit ihrer Aktion übertrieben hat. Ich hoffe… dass die nächste Audienz nicht wieder mit einem Streit beginnt.“ machte Sakura, aber auch die anderen Gefährten einen Knicks, nur Lilith weigert sich wie gewohnt.

Wie versprochen gingen General Burns und Lilith in das Operationszimmer. Nun standen die Gefährten alleine vor dem Thronsaal.

„Was… war eigentlich los mit Lilith und wieso hat sie dich immer so angestarrt Leena?“ kam sofort die Frage von der Heldin.

„Tut mir leid, aber ich weiß es nicht. Wenn ich vermuten müsste, ist sie aus irgendeinem Grund sauer auf mich, aber den hat Lilith mir bisher noch nicht gesagt.“ schaute die Magierin auf den Boden, was schon verdächtig war.

„Es bringt nichts, dazu müssten wir ein klärendes Gespräch mit Lilith führen.“ meinte Axel, wo Leena ihm sehr dankbar war.

„Ich frage mal eine Wache, wo das Operationszimmer ist und warte auf Lilith, damit sie nicht alleine in der Stadt ist. Mein Vorschlag wäre, dass ihr alle mal morgen zu meiner Wohnung kommt, dann können wir das mal unter uns klären. Axel sollte es ja kennen, wo ich wohne oder?“ kam der Vorschlag von Rose.

„Wie kommt es eigentlich, dass du so dicke mit Lilith geworden bist? Am Anfang hättest du das Weite gesucht, nun willst du bestmöglich in ihrer Nähe sein.“ grinste Sakura mit einer erhobenen Augenbraue.

„Am Anfang hatte ich auch Angst vor ihr, aber je näher man sie kennt, desto faszinierender ist sie oder?“ lächelt Rose. Leena hatte was anderes auf der Zunge, aber sie hat momentan genug Stress.

Büro des König´s:

„Eure… Majestät, ich muss leider sagen, dass diese Frau viel gefährlicher ist, als es den Anschein hat.“ kam Erzmagier Draco direkt zum Punkt, als er mit dem König in dessen privatem Büro alleine war.

„Und ihr habt damit sogar recht. Es… war wohl mein Fehler gewesen, dass ich die Flügel angesprochen habe…“ ließ der König sich auf den Sessel fallen.

„Ich würde euch raten, in irgendeiner Form eine Schadensbegrenzung durchzuführen, bevor es aus dem Ruder läuft. Auch… ohne meine Fähigkeit, aber als die Frau den Thronsaal betrat… wurde mir fast schlecht, so sehr knisterte die Magie um diese Frau… schlimmer, ich hatte den Eindruck als würde der Tod hinter ihr stehen.“

„Gibt… es niemanden, der sie im Notfall aufhalten könnte? Zwergen, Elfen, irgendwer?“

„Nein. Ich habe ihre Werte gesehen sowie die anderen Fähigkeiten… Lilith… ist wahrlich eine wandelnde Katastrophe. Alle ihre Werte sind fünfstellig, fast alle ihre Fähigkeiten haben mindesten Level 9 oder höher.

Selbst der bekannteste stärkste Dämon käme nicht mal annähernd auf ihre Werte, vermutlich könnte sie es auch ohne Probleme mit dem Dämonenkönig aufnehmen und seinen Posten übernehmen. Aber es ist Fakt, ihre Rasse entspricht die einer Götterbestie, so wie Leena es erzählt hat.

Vermutlich können nur diese Götterbestien sich gegenseitig bekämpfen, denn wir werden definitiv nicht in der Lage sein, es mit ihnen aufzunehmen.“

„Was… ist nur in diesem Zeitalter los? Ich habe noch nie gehört, dass ein aktueller Dämonenkönig durch einen stärkeren Dämon ersetzt wird. Dann erscheinen Monster, die sich Götterbestien nennen und wir sind in ihren Augen nicht mal… mehr als Spielkinder.“

„Bedaure, aber… das sind Fragen, dessen Antworten nur die Götter kennen.“

Operationszimmer:

General Burns und Lilith standen vor einer sehr großen Landkarte, wo man sich auch die Mühe gemacht hatte Berge, Wälder oder ähnliches aufzubauen.

„Das ist der alte Standpunkt der Dämonen und unseren Basen. Ich würde gerne wissen, wie die Dämonen ihre Züge planen werden.“ fragte der General und Lilith hob verwundert eine Augenbraue hoch.

„Erm… wenn das die alten Plätze sind, warum fragt ihr mich danach? Wäre es nicht besser die aktuellen Standorte und ähnliches auf dieser Karte aufzustellen?“

„Das ist richtig, aber… sagen sie mir ihre Meinung und ich sage dann, warum ich es auf dieser Art und Weise getan haben.“

Lilith geht um den großen Tisch und begutachtet alle Positionen. Die roten Figuren waren für die Dämonen, die blauen für die Armee von Alliancia.

„Also… wäre ich der dämonische Befehlshaber, würde ich mit den beiden kleinen Armen diese große Stadt angreifen. Dabei würde ich nicht mal auf einen Sieg hoffen, sondern es nur als ein Ablenkungsmanöver nutzen, denn mit hoher Wahrscheinlichkeit würdet ihr die Armee aus dem Norden und Süden zu Verteidigung schicken.

Damit habt ihr eine Lücke in eurer Verteidigung und ich würde die nächsten Armeen da durchschleusen wollen, um diese, diese und diese Städte anzugreifen. Dadurch hätten die Dämonen den Nachschub für das eigentliche Schlachtfeld weggenommen und die Dämonen hätten eure große Stadt mit der zusätzlichen Hilfe der Armeen eingekreist.

Ich würde dann auf Zeit spielen, denn Nahrung dürfte mit der zusätzliche Armee in der Stadt sehr knapp werden und dann am Ende den richtigen Krieg auslösen. Die Siegeschancen wären sehr gut, abhängig wie gut die dämonischen Truppenkommandanten sind.

In der Zeit würde ich… vermutlich eine Bastion der Zwerge, mit einer fliegenden Einheit der Dämonen dem Erdboden gleich machen. Bomben und ähnliches nicht, aber die Dämonen greifen sehr gerne auf Alchemie zurück.

Als Kommandant würde ich die Stadt mit Monstern belagern lassen und Nachts den eigentlich Schlachtzug umsetzen lassen.

Dieser Wald und dieser Wald, dürften Stellungen der Elfen sein. Die Dämonen würden es vermeiden in ihr Revier einzudringen und wenn es nach mir gehen würde, einen Waldbrand legen, egal in welcher Form. Vermutlich mit viel Öl und Feuer, denn ich kann mir vorstellen, dass die Elfen das Feuer löschen können.

Interessant das die Dämonen sogar eine Flotte haben, aber macht eigentlich Sinn, nur kenne ich mich in diesem Bereich nicht aus. Wenn ich einen guten Berater hätte, würde ich hier auch diese Hafenstadt angreifen wollen als Ablenkung, aber mit der eigentliche Flotte bewusst einen Umweg machen und die Flotte der Allianz von hinten anzugreifen.

Das wäre so mein Standpunkt. Die Stellungen der Elfen dürften am längsten aushalten, die Zwerge vermutlich sogar auch, aber die Menschen definitiv nicht.

Als Gegenreaktion kann ich mir vorstellen, dass man an dieser und dieser Stellung uns angreifen wird, weil sie die geringste Verteidigung haben. Das wäre meine Gegenmaßnahme, dass ich eine Stellung aufgebe und das Land so umarbeite, dass Alliancia keinen Vorteil daraus ziehen kann. Die Armee der aufgegebenen Stellung soll dann… hmmm nicht zu diese Stellung gehen, sondern macht einen Umweg, damit sie diese Grenze angreift.

Ich sehe ja richtig, dass es der Verbindungstunnel nach Batzien ist. Von dort aus sollen sie ihre Reihen mit Söldnern der Tiermenschen füllen und diese Stadt dann erobern, dann hätten die Dämonen sogar eine fast sichere Stellung, die mit den Tiermenschen sogar unterstützt wird.

War das die Meinung, die ihr von mir hören wolltet?“ fragte Lilith den General, der sie nur angaffte und seine Sprache verloren hat.

„ … Bei der Göttin, ich kann ihr nicht genug danken, dass nicht ihr der Befehlshaber seid, damit dürfte der Krieg sehr düster für uns sein. Alles, aber auch alles was ihr gesagt habt, entspricht den Plänen, die ihr gestohlen habt.“

„Huch? Dann muss das einer der anderen zwei neuen Generäle sein, denn solche Pläne würde ich nicht dem Dämonenkönig zutrauen, dafür hat er seine Generäle. Hm… das ist natürlich… sehr interessant, wenn das ein General ist, der nicht auf Muskelkraft setzt, sondern wirklich strategische Züge plant.“

„Das ist nämlich auch mein Gedanke.“ nickte General Burns und änderte die Karte nun auf den aktuellen Stand der Dinge.

„So sieht es bei den Dämonen aus, während bei uns keine Änderung stattgefunden hat. Dieser… General wird alle Pläne mehr oder weniger verwerfen und neue entwickeln. Wie würdet ihr nun die Züge planen?“

„Hmm…“ grübelte Lilith, denn dass jemand die ähnlichen Gedanken hat wie sie, spricht für eine Herausforderung.

„Also…“

Kapitel 284

Ich bin wiedergeboren und die Übungsstunde?

Axel, Rose und Lilith waren nun auf dem Weg zum Thronsaal. Einer mit einem roten Kopf während die Damen nicht aufhören konnten zu grinsen. Auf dem Weg fanden sie dann Leena, die nun auch ein einfaches Kleid trug.

„Hallo, wo ist Lilith?“ grüßte die Magierin ihre Freundin. Lilith wollte wieder ihr Element ausspielen, aber Axel verhindert dies.

„Das ist die Dame neben Rose, die nicht aufhören können, mich zu ärgern.“ knurrte Axel säuerlich. Leena musste mehrmals mit ihren Augen blinzeln, bis sie die Frau wirklich als Lilith erkannt hat, hätte sie nicht ihr böses Grinsen gezeigt.

„In… der Tat? Aber…“ suchte Leena nach Worten und Rose erklärte es: „Die Inquisition ist auf der Suche nach ihr, also habe ich sie verkleidet, was auch ziemlich gut funktioniert hat. Wir sind an mehreren Paladinen vorbeigegangen, aber sie haben sie einfach nur ignoriert.“

„Dafür hatte ich verdammt viel Aufmerksamkeit von den Männer bekommen und die neidvollen Blicke der Frauen.“ füge Lilith hinzu.

„Aber die beiden ließen es sich nicht nehmen, mich auf den Arm zu nehmen.“ kommentierte Axel es trocken.

„WIR hatten unser Spaß gehabt. Aber das größte Lob hat immer noch Rose verdient, dass sie mich so verwandeln konnte.“ nickte Lilith zufrieden. „Ich meine, ich kann die Straßen auch mit toten Paladinen füllen, wenn es gewünscht wird.“

Alle mussten sofort ihre Köpfe schütteln, denn das befürchten sie nun wirklich, aber eher ist es nur eine Frage der Zeit bis es wirklich zu einem Knall zwischen Lilith und der Inquisition kommt.

„Huch? Ihr seid ja alle da!“ rief freudig eine weibliche Stimme. Alle drehten ihre Köpfe und sahen Sakura in ihrer Rüstung kommen, scheinbar hatte sie auch einen erholsamen Schlaf gehabt. Dann schaute sie Lilith verwundert an. „Was ist das für eine Verkleidung Lilith?“

„Du hast sie erkannt?“ staunte Rose nun und die Heldin nickte. „Auf dem ersten Blick nicht, aber ihre Figur sowie ihre Ausstrahlung wirst du nicht so schnell bei einer anderen Frau finden oder?“

„Dann haben wir noch ein bisschen daran zu arbeiten, bis selbst Sakura mich nicht erkennt Rose!“ sagte Lilith dies zu Rose, die sehr stark nickte.

„Erm… ok? Nur als Vorwarnung, aber heute sind ein paar weitere Gäste im Thronsaal. Das wäre der Erzmagier Draco, Leena´s Lehrmeister und Prinz Hendrik, der Sohn des Königs.“ teilte Sakura die Information mit.

„Sag Leena… hat dein Meister zufällig die Fähigkeit „Analyse“?“ fragte Lilith direkt die Magierin, die sofort nickte.

„Das ist richtig. Nebenbei beherrscht er mehrere Elemente auf Meisterstufe. Bevor du fragst, ja er kann ein paar Zauber von dem Element Leere, aber mehr auf theoretischer Basis. Du suchst ja eher einen richtigen Spezialisten und das ist mein Meister nicht.“

„Ich verstehe. Bin ja gespannt wie dein Meister so ist. Meine Freundin Neia konnte alle Elemente auf Meisterstufe, aber wie gesagt, sie war auch eine Elfe gewesen, die die nötige Zeit dafür besaß.“ lächelt Lilith ein bisschen traurig.

„Ein sehr ruhiger Mann, der sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen lässt. So habe ich ihn kennengelernt und er hat sich bis heute nicht geändert.“ sagte Leena.

„Na dann, da wir ja vollzählig sind, können wir ja den Thronsaal aufsuchen.“ nickte Sakura und ging vor, während der Rest ihr folgte.

„Sag, solange wir noch auf dem Weg sind Sakura, wie stellst du dir eigentlich deinen Traummann vor?“ fragte Lilith auf einmal ganz unschuldig. Axel warf ihr einen sehr tödlichen Blick zu, aber dieser prallte nur an der Dämonin ab.

„Ehh… wie kommst du darauf? Darüber habe ich mir bisher noch keine Gedanken gemacht.“ schaute die Anführerin ziemlich verwundert.

„Ach komm schon, du bist doch auch eine Frau oder nicht? Nicht… eine Vorstellung oder so?“ hakte Lilith nach.

„Nein, wirklich nicht. Die meisten Jungs in meinen Alter haben nur Blödsinn im Kopf und können nicht wirklich ernst bleiben.“ schüttelt Sakura ihren Kopf.

„Verstehe… du hast aber schon gemerkt, dass Axel seine Frisur geändert hat oder?“ fragte Lilith wieder unschuldig. Nun hielt Sakura an und schaute Axel an. „Stimmt… das steht dir ja wirklich viel besser. Ist mir vorher überhaupt nicht aufgefallen.“

„Ah ha ha… danke.“ lächelt Axel, aber mehr gezwungen. Rose legte ihm eine tröstende Hand auf die Schulter, da wird noch richtig viel Arbeit auf Axel zu kommen.

Endlich war es soweit, die Gruppe stand vor dem Thronsaal und sie wurden eingelassen. Mehrere Wächter hatten schwer zu kämpfen, ihre Augen von Lilith loszulassen.

Der König sowie General Burns waren anwesend und statt den dicken Beratern sah Lilith nun zwei neue Gesichter. Aber Lilith interessierte sich mehr für den alten Mann, dessen weißer Bart fast den Boden erreichte. Sie hatten sehr früh schon Augenkontakt gehabt und ließen sich auch nicht lösen.

Was Lilith am meisten wundert ist, keine Person hat so eine Ruhe wie der Erzmagier, vor allem hat er ja die Fähigkeit „Analyse“. Kein Schweißausbruch, keine Schnappatmung, nichts. Das machte die Dämonin mehr als misstrauisch und schaute in den Rücken von Leena.

„Petze…“ flüstert Lilith ins Ohr von Leena und hatte mit ihrer Idee recht, denn der Erzmagier musste mehr wissen, als er wissen durfte. Als Leena kreidebleich und schwitzend ihr Gesicht zu der Dämonin drehte.

Die anderen Gefährten haben dies nicht mitbekommen und knien wieder vor dem König, Leena etwas verspätet. Lilith verweigert sich, sich an die Etikette zu halten.

„Wieso kniet diese Bürgerliche nicht vor dem König?“ wurde der junge Prinz etwas laut. Die Dämonin begutachtet den Prinzen. Er trugt eine leicht stilvolle Ritterrüstung und hatte seine langen braunen Haare zu einem Pferdeschwanz geknotet.

„Ist schon gut Hendrik, bei Lady Lilith drücke ich ein Auge zu.“ nahm der König Lilith sofort in Schutz, aber…

„Bitte? Wenn die Ersten anfangen, dir den Kniefall zu verweigern, dauert es nicht lange, bis jeder es macht! Es ist dein gutes Recht, dies von jedem zu verlangen! DU bist der König, der über alle Menschen im Reich das Sagen hat!“ widersprach Hendrik energisch.

„Oh Himmel, zieh mal den Stock aus deinem Arsch raus. Das Theater hatte ich schon gestern gehabt und habe keine Lust, das zu wiederholen.“ rollte Lilith ihre Augen. Sakura und Rose gaben ein leises „Pff“ von sich, während Leena leicht am zittern war.

„Was haben sie gesagt? Wissen sie nicht wer ich bin?!“ schrie der Prinz Hendrik nun die Dämonin direkt an.

„Keine Ahnung, muss ich das wissen? Auf mich wirkt ihr wie ein kleiner Hosenscheißer, der nach Aufmerksamkeit schreit.“ zuckte Lilith ihre Schulter.

„Das reicht. Ich muss mir die Beleidigungen von euch nicht gefallen lassen. Ich fordere euch zu einem Duell raus so wahr ich Prinz Hendrik heiße! Wäre mir nicht zu Ohren gekommen, dass ihr eine begabte Kämpferin seid, würde ich noch ein Auge zudrücken, aber mit eurer Aussage habt ihr meine Ehre verletzt!“ schmiss der Prinz einen Handschuh vor Lilith auf den Boden.

Sofort herrschte eine Totenstille im Raum. Selbst der König staunte, wie schnell dies so eskalierten konnte.

„Ok, machen wir das. Aber nicht irgendwann und wo, sondern hier und jetzt.“ nickte Lilith, ihre Gefährten seufzten alle sehr hörbar.

„Vater, verzeiht mir das ich es mache, aber selbst ihr müsst dies respektieren, dass ich meine Ehre verteidigen muss.“ entschuldigte sich der Prinz bei seinem Vater. Dieser nickte nur, aber bekam eine sehr gute Vorstellung, wie das Duell enden wird. „Benötigt ihr Zeit um eure Ausrüstung anzulegen?“

„Nein, ich werde mit dem Kleid gegen euch kämpfen.“ grinste Lilith. „Sakura und die anderen, schaut euch das Duell gut an ok?“

Die Gefährten schauten sie verwundert an, aber nickten, dass sie es machen werden. Sowohl sie als auch die Wachen machten dann Platz, dass Lilith und der Prinz sich gegenseitig bekämpfen können.

„Wo ist eure Waffe?“ verlangte der Prinz zu wissen und Lilith musste nun kichern. „Die tragt ihr. Lasst mich euch ein kleinen Zukunftsblick gewähren. Ich schlage euch mit eurem eigenen Schwert zusammen.“

„Ihr seid wahnsinniger als ich gehört habe… Lasst mich euch eine Warnung geben, aber ich bin ein Schwertmeister und es dürfte euch ziemlich schwer fallen, mein Schwert gegen mich zu wenden.“ kniff Hendrik seine Augen zusammen, aber Lilith gähnte fast schon über die Warnung.

Lilith und Hendrik, der sein Schwert in der Hand hielt, halten Abstand. General Burns seufzte über das Kindertheater und sprach: „Hier in diesem Thronsaal wurde zwar schon Blut vergossen, aber es ist verboten jemanden zu töten. Es ist keine Schande sich von dem Duell zurückzuziehen.“

Beide Duellanten sagten nichts, ihre Chance wollen sie nicht nutzen. „Dann kämpft um eure Ehre!“

Hendrik stürmte sofort auf Lilith zu, die einfach gechillt dastand und ihn kommen ließ, als Lilith sich meldet.

„Sakura, solltest du in deinen Kämpfen gegen jemanden kämpfen, wo dein Gegner eine Waffe benutzt, während du dein Schwert aus welchen Gründen auch immer verloren hast… Verfalle nicht in Panik!“ weist Lilith dies an, die nun den Schwertangriffen ausweicht.

Die Gefährten reagierten erstaunt, dass ihre Freundin dieses Duell als eine Übungsstunde ausnutzt. Die Dämonin weicht weiterhin den Angriffen des Prinzen aus.

„Wichtig ist, dass du deinem Gegner keine Angst zeigst, sondern Entschlossenheit, denn die meisten rechnen damit überhaupt nicht. Solltest du auf dem Boden eine Waffe liegen sehen… eine Axt, Dolch oder anderes, ignoriere es.“

Der Prinz bekam einen roten Kopf, während Lilith ihn fast schon nicht mehr anschaute im Duell. Selbst seinen entwickelten Tricks wich Lilith spielend aus.

„Die meisten machen den Fehler, sie wollen nach der Waffe auf dem Boden greifen und verlieren ihren Gegner aus den Augen. Dies hat die meisten tödlichen Folgen, zumal es dann eine unbekannte Waffe ist, über die du keine Erfahrung hast.“

„Wollt ihr euch nicht auf das Duell konzentrieren ihr Feigling? Mehr als ausweichen könnt ihr nicht oder?!“ war der Prinz wütend, aber Lilith ignorierte ihn.

„Ich zeige dir nun eine Technik, wie du auch ohne die Fähigkeit „Unbewaffnet“ deinen Gegner entwaffnen kannst, selbst Kinder können dies umsetzen.“ sagte Lilith.

Hendrik hielt nur mit einer Hand das Schwert, was für die Technik von Lilith geeignet war. Als der Prinz von oben nach unten zuschlagen wollte, packte Lilith die Schwerthand und sein Arm wurde sehr gerade. Dann schlug die Dämonin mit der anderen Hand entgegengesetzt in den Ellbogen, man hörte das laute Brechen von Knochen.

Prinz Hendrik schrie aus vollem Hals vor Schmerzen, sein Schwert fiel auf den Boden. Mit dieser Aktion hatte er überhaupt nicht gerechnet.

„Diese Technik funktioniert bei Kämpfern, der seine Waffe nur mit einer Hand kämpft. Wichtig ist, dass du seine Hand in dem Moment zu packen bekommst, wodurch sein Arm gezwungenermaßen gerade wird.

Mit der anderen Hand schlägst du entweder mit der Faust oder mit der Handfläche in den Ellbogen mit deiner gesamten Kraft rein und brichst ihm dies. Wenn der Gegner nicht eine dicke Rüstung trägt, kann selbst ein Kind diese Technik anwenden.“ machte Lilith den Erklär Demon.

Alle staunten über die Aktion, die Lilith vor ihren Augen machte, selbst dem König fielen keine Worte ein, trotz das seinem Sohn die Knochen gebrochen wurden.

„Trotz der Erklärung kennt sich Prinz Dummkopf nicht so mit Schmerzen aus, denn die richtigen Veteranen würden es schlucken und mit dem anderen Arm kämpfen. Du nennst dich Schwertmeister? Dann kämpfe mit beiden Händen, damit so eine Aktion nicht passiert.“ zeigte Lilith ihre geringe Meinung dem Prinzen, dann hob sie das Schwert vom Prinzen, hielt es an der Schneide.

„Warte… !“ wollte Hendrik noch was sagen, als er dies gesehen hat, aber Lilith schlug mit ihrer Kraft den Griff ins Gesicht des Prinzen. Sofort spritze Blut aus der Nase, das er über den Boden verteilte.

„Mach niemals den Fehler Sakura und unterschätze deinen Gegner, wenn er keine Waffe trägt oder durch diverse Umstände verloren hat. Diese Technik kennen alle Dämonen, nur die wenigsten setzen sie überhaupt ein.

Aber wenn du sie einsetzt, werden die Dämonen im Leben nicht damit rechnen, dass du auch diese Technik kannst und das wird deine größte Trumpfkarte sein.“ erklärte Lilith wieder weiter, dann schlug sie unbarmherzig den Griff wieder ins Gesicht des Prinzen, einige Zähne flogen dabei raus.

„Tu dir aber den Gefallen und pack das Schwert nicht an der Schneide. Ich mache es nur, damit der Prinz Dummkopf Demut lernt. Scheinbar ist dieser Adelsgedanke bei ihm auch zu hoch gegangen und das treibe ich ihm nun aus.“ grinste Lilith böse, dann schlug sie die flache Seite ans Ohr vom Prinzen, wo dieser wieder laut aufschrie.

„ES REICHT! DAS DUELL IST ZU ENDE!“ schrie der König wütend, er konnte sich das nicht mehr mit ansehen, wie man seinen Sohn vor seinen Augen so fertig machte.

„Das habt nicht ihr zu entscheiden! Entweder euer Sohn gibt auf oder ich schlage ihn ins Land der Träume.“ widersprach Lilith gelassen. Ein Schock ging durch die Wachen, dass jemand so eiskalt ist wie die Frau.

„Ich… ich… ge… ARGH“ wollte der Prinz was sagen, aber die sadistische Ader von Lilith ließ das nicht zu und brach ihm den Unterkiefer mit dem Schwertgriff. Nun lag der Prinz auf dem Boden, voller Schmerzen, Blut am gesamten Gesicht, mehrere Zähne verloren. Aber die Panik in den Augen konnte man nicht übersehen.

„Ja? Was wolltest du sagen? Ich erkläre dir mal die harte Welt da draußen. Ehre. Was ist eigentlich Ehre?

Kann ich mir damit was zu Essen kaufen? Wird mir der Händler es kostenlos zur Verfügung stellen? Nein, das wird er nicht.

Wird sich ein hungriges Monster davon abhalten, dich vor lauter Ehre nicht anzugreifen? Definitiv nicht, denn es wird dich fressen.

Du nennst dich ein Schwertmeister? Ich zeige dir mal einen richtigen Schwertmeister.“ warf Lilith das Schwert in die Luft und fing es am Schwertgriff auf. Auf einmal leuchtete das Schwert schwarz auf, die Luft fing an zu knistern, vor allem… jeder spürte den Blutdurst, den Lilith ausstrahlte.

Prinz Hendrik krabbelte ängstlich nach hinten, der durch seinen gebrochenen Kiefer nicht mehr in der Lage war zu sprechen. Lilith war mit dem Aufladen fertig.

„DAS ist eine Technik, die ich mir schwer aneignen musste. Mit dieser Technik habe ich gegen die stärksten Monster und Kämpfer gekämpft.“ sprangen leichte Blitze aus dem schwarzen Schwert raus, dann schlug Lilith nach dem Gesicht des Prinzen…

„STOPPPPPP!“ schrie der König, der mittlerweile von seinem Thron aufgestanden ist und das schlimmste verhindern wollte.

Lilith hat gestoppt. Das Schwert hörte kurz vor der Nase des Prinzen auf, dieser hat schon längst das Bewusstsein verloren und sich auch in die Rüstung gemacht.

„Damit habe ich das Duell gewonnen.“ grinste Lilith sehr sadistisch.

Kapitel 283

Ich bin wiedergeboren und die Verkleidung?

Am nächsten Morgen wird Lilith wach und stellte fest, das Rose scheinbar noch früher aufstehen konnte als die Dämonin. „Ein weiterer Tag in der Hauptstadt, ich… bin gespannt, welche Probleme als nächstes kommen.“ dachte Lilith und stand vom Bett auf.

Der geliehene Pyjama von Rose gehört nun Lilith komplett, weil er einen Riss bekommen hat. Die Dämonin überlegte, ob sie ihn mit einer Schere noch ein bisschen bearbeiten soll.

„Huch? Scheinbar bist du auch ein Frühaufsteher.“ grüßte Rose, als sie am Schlafzimmer vorbeiging. „Frühstück ist gleich fertig.“

„Dir auch einen guten Morgen.“ lächelt Lilith und stand auf, dann richtete sie ihr Bett zurecht, denn sie möchte nicht… ihre faule Seite zeigen.

Als Lilith dann aus dem Zimmer kam, konnte sie Rose nochmal in Ruhe in ihrer Alltagskleidung sehen. Ihre schwarze Haare waren in mehrere kleine Zöpfe geflochten. Sie hatte auch eine grüne Augenfarbe, aber nicht so intensiv wie die von Lilith. Sie selbst war ein bisschen kleiner als die Dämonin und trug ein einfaches blaues Kleid, in der Schnittform wie man sie aus dem Mittelalter kennt.

„Wie alt bist du eigentlich Rose?“ kam die spontane Frage von Lilith, die sich im Nachthemd gegen den Türrahmen anlehnte.

„Öhm ich werde bald 20Jahre alt, wieso?“ schaute die Heilerin ihre Freundin verwundert hat, während sie frisches Obst schnitt.

„War einfach ein bisschen neugierig. Ich selber wäre für alle 21Jahre alt, aber mein richtiges Alter beträgt 147 Jahre.“ grinste Lilith.

Rose hatte für einen kurzen Moment ihre Sprache verloren und starrte Lilith an, dabei hatte sie auch in diesem Moment vergessen, was Lilith in Wirklichkeit war.

„Pass auf, dass du dich nicht verletzt.“

„ … Ah Entschuldigung, aber ich hatte glatt vergessen, dass Dämonen nicht mehr altern.“ murmelt Rose.

„Richtig alte Dämonen findest du auch selten. Die meisten sterben durch die Kriege, eigene Kämpfe oder wenn sie sich den Unmut des Dämonenkönigs zuziehen. Mein persönlicher Lehrer, den halte ich für richtig alt, denn dieser hat viele Dämonenkönige kommen und gehen gesehen.“ erklärt Lilith und nahm neben dem kleinen Küchentisch platz.

„Ist… das normal, dass Dämonen alle persönliche Lehrer bekommen? Die Geschichte von gestern, war sie überhaupt wahr?“

„Teils ja, Teils nein. Es gibt diesen „Meister“ und sollte ich ihn wirklich finden, wird mich niemand aufhalten ihn zu töten.“

„Gut zu wissen, dass ich in diesem Moment dir nicht im Weg stehen will.“ grinste Rose und stellte das geschnittene Obst auf den Tisch. Dazu gab es Brötchen, gekochtes Ei und Marmelade.

„Alles frisch eingekauft und auch ein bisschen mehr, denn nun haben wir erst mal Pause. Hoffentlich kannst du kochen?“

„Kann ich und bestimmt sind das Gerichte, die du noch nicht gegessen hast.“ lächelt Lilith geheimnisvoll.

„Darauf bin ich gespannt. Was hast du eigentlich für Pläne, unabhängig davon was wir heute bei dem König machen werden?“ freute sich die Heilerin.

„Ich dachte, ich melde mich als Abenteurerin an und informiere mich, wo es die nächsten Monsternester gibt, die ich mit euch ausräuchern werde. Das war kein Scherz gewesen, dass ich die Ausbildung von Sakura übernehme, aber ich finde, auch du, Axel und Leena ihr habt noch nicht euer komplettes Potenzial ausgeschöpft.“

„ … Solange es nicht wieder der Spinnenwald ist, geht es eigentlich…“ war Rose nun ein bisschen traurig.

„Erm… habe ich eine Wunde aufgerissen oder warum bist du nun auf einmal traurig?“ wundert sich Lilith, aber Rose schüttelt ihren Kopf.

„Nichts worüber du dir Gedanken machen brauchst. Übrigens, du bist nun eine ziemlich gesuchte Frau bei der Inquisition geworden.“ berichtet Rose.

„Echt? Die konnten sich mein Gesicht bei dem Chaos merken?“ grinste Lilith amüsiert und Rose nickte.

„Gesucht: Frau mit grünen Augen, Platinblonde lange Haare in einer roten Rüstung voller Schädel. Klingt ziemlich nach dir oder?“

„Hmm… die Schädel wären das Problem…“ schaute Lilith ihre Rüstung an, die auf dem Boden im Flur liegt.

„Keine Sorge, ich dachte es mir schon, dass du vielleicht ein anderes Outfit benötigten wirst und habe auf dem Weg dir ein Kleid gekauft.“ grinste Rose.

„Du bist ein Goldschatz, weißt du das eigentlich? Ich glaube, ich wäre ohne dich ein bisschen aufgeschmissen in der Hauptstadt.“ freute sich die Dämonin und die Heilerin bekam rote Wangen wegen des Lobes.

Die Damen nahmen ihr Frühstück ein und die Dämonin wusch sich im kleinen Badezimmer, danach … wurde es spannend. Lilith versuchte das Kleid anzuziehen… aber keine Chance, das Problem sind ihre Brüste.

„Keine Sorge, das habe ich schon geahnt.“ zuckten die Mundwinkel von Rose. „Wenn ich es nicht besser wüsste, müsste die Göttin mit dir einen Scherz gemacht haben. Ich kann an… einer Hand abzählen, die solche Euter haben wie du.“ „Ey!“

Die Lösung von Rose war ziemlich einfach gehalten, sie schnitt den Bereich am Oberkörper auf und nähte zusätzlichem weißen Stoff rein, auch wenn das Kleid selbst schwarz war.

„Bin… ich es jetzt oder kommt Rose mir mit jemand anderem bekannt vor?“ kam der spontane Gedanke bei Lilith durch, während sie ihrer Freundin beim nähen zuschaute.

„Leider bin ich nicht wirklich sehr geschickt darin zu nähen, aber das sollte reichen. Hier, versuch es diesmal anzuziehen.“ drückte Rose Lilith das Kleid hin.

Diesmal konnte Lilith das Kleid ohne Probleme anziehen und… wenn Lilith ehrlich ist, es wirkte auch sehr modisch und nach ihrem Geschmack. Ein komplett schwarzes Kleid, aber durch die Änderung von Rose hat sie um ihre Brüste fast ein Zebramuster von schwarz, weiß, schwarz, weiß.

Nun… spannt es in diesem Bereich und betont daher ihre weiblichen Attribute besonders, aber Lilith ist das dank Sherry mittlerweile schon gewöhnt.

„Wow… würde ich deine Hintergrundgeschichte nicht kennen, würde ich sagen, dass du eine sehr schöne Frau bist.“ musste Rose ihre Freundin loben. „Aber mit deinen lockeren Haaren gehst du so nicht raus…“ und schnappte sich die langen blonden Haare von Lilith.

Ungefragt flechtet Rose ein großen langen Zopf und am Haarende knotet sie eine schwarze Schleife. Lilith musste sich bei der Aktion zurückhalten, nicht laut aufzulachen, für sie ist das nur ein De ja-vü.

Dann stellte Rose sich wieder vor Lilith und begutachtet sie. „Hmm…“ war Rose scheinbar noch nicht zufrieden und ging zu einem der Schränke. Dann holte sie eine einfache Brille raus und setzte sie Lilith auf die Nase.

„Perfekt! Damit solltest du einige Zeit Ruhe vor der Inquisition haben.“ strahlte Rose vor Stolz raus, dass Lilith fast ihre Augen verdecken musste. Die Brille schien nur normale Gläser zu haben und Lilith schaute Rose an.

„Frag nicht, sie gehörten… einst jemanden, aber das ist Vergangenheit.“ drehte Rose ihren Kopf schnell zu Seite. „Aber schau dich doch mal im Spiegel an!“

Dies tat Lilith, denn warum auch immer, aber ein großer Spiegel war im Eingangsbereich aufgehängt, wo die Dämonin sich selber fast nicht erkannt hätte.

„Du weißt, wie man Leute kleidet und verändert. Ein großes Lob.“ war Lilith sehr zufrieden und umarmte Rose spontan. Das war für die Heilerin sehr unerwartet, aber nicht unangenehm.

„Gern geschehen. Bin mal gespannt wie die anderen so reagieren.“ grinste Rose über die Vorstellung, was sie für Gesichter machen werden.

„Au ja!“ lächelte Lilith und ihre sadistische Seite kam wieder hervor. „Du kennst dich ja bestimmt sehr gut hier aus. Lass uns bewusst Straßen nehmen wo die Inquisition lauert, damit wir sehen ob deine Mühe sich gelohnt hat.“

Dies taten die Damen, nachdem Lilith ihre Ausrüstung in ihren leeren Inventarring verstaute. Dummerweise erregte Lilith die Aufmerksamkeit jeder Person. Denn ihre Schönheit konnte „mann“ einfach nicht ignorieren.

Dann kam es, beide Damen sahen Paladine auf der Straße kontrollieren, diesmal fügte sich Lilith und schaute zu Boden. Die Paladine verschwendeten nicht eine Sekunde an ihr und gingen an den Damen vorbei.

„Scheinbar… klappt es, vielleicht sollten wir noch ein paar Alltagskleider mehr kaufen.“ nickte Rose zufrieden. „Aber das können wir später machen!“

Es dauerte einige Zeit, dann standen sie vor dem Eingang der Burg und sahen auch Axel, scheinbar wollte er nicht alleine gehen. Dabei trug er immer noch seine Rüstung, aber scheinbar hat Axel den Tipp angenommen, seine Haare zu ändern, so dass sie stylisch hoch standen.

Die Chance nutzte Lilith und wollte ihn ärgern. „Warte kurz, die Chance darf ich mir nicht entgehen lassen“ flüstert sie dies zu Rose. Die hob nur eine Augenbraue hoch, nickte dann aber.

Langsamen Schrittes ging Lilith auf Axel zu und versuchte ein bisschen ihre Stimme zu verstellen. „Sie sehen ja interessant aus junger Mann.“

Axel drehte sich sofort um und hätte beinahe Nasenbluten bekommen, als eine so atemberaubende Schönhaut ihn ansprach.

„Erm… *hust* wie meinen sie das?“ hatte Axel ein rotes Gesicht bekommen, dass mit seinen Narben schon sehr interessant aussah.

„So wie ich es meine. Ihre Haltung, ihre Rüstung. Sie haben doch bestimmt einiges erlebt und diese… Narben, dahinter steckt doch eine Geschichte.“ lächelt Lilith ihn an.

Der junge Mann hat für einen kurzen Moment die Sprache verloren, als er hinter Lilith Rose grinsend stehen sah.

„Rose? Erm… einen Moment schöne Frau, aber ich muss kurz meine Kameradin grüßen.“ war die Gefühlswelt von Axel im Chaos.

„Hi Axel, deine neue Frisur steht dir gut, wenn schon unbekannte Frauen dich einfach so aus dem Nichts ansprechen.“ grinste Rose.

„Aber sicher das, dieser junger Mann strahlt eine Aura aus, dass er definitiv einiges erlebt hat.“ kichert Lilith.

„Erm… danke?“ schaute Axel auf den Boden, als Lilith und Rose nun doch laut auflachen mussten. Er schaute sie verwundert an, denn den Witz hat er noch nicht mitbekommen.

„Axel… diese Frau ist Lilith!“ tränte Rose. „Och mano… dabei fing doch der Spaß erst an!“ kichert Lilith.

„ … Lilith?!“ traute Axel seinen Augen nicht, denn die Verwandlung von der Kriegerin zu einer Schönheit war dann doch ein bisschen zu krass.

„Tada, das bin ich, eure Lieblingsgefährtin, die mit euch durch den Spinnenwald gereist ist.“ lächelt mit offenen Mund und zwinkert dem armen Mann noch einmal zu.

„Verdammt…“ war Axel nun sehr niedergeschlagen, scheinbar hatte er wirklich viel mehr erhofft. „Aww… komm…“ gab Lilith ihm einen Kuss auf die Wange als Entschuldigung. Nun war das wirklich zu viel für Axel und er bekam Nasenbluten.

„Oh… den Kuss hättest du ihm jetzt nicht geben dürfen.“ staunte Rose nicht schlecht. Axel hat es aber die Sprache verschlagen.

„Männer… wobei Sherry als Frau bekommt ja auch schon manchmal Nasenbluten.“ grinste Lilith und sieht die Sauerei bei Axel.

Rose reichte Axel ein paar Stoffreste, die er seine Nase stopfen konnte, was er auch tat, aber interessanterweise ist er nun schweigsam geworden. Selbst Lilith hätte ja vermutet, dass er eine Schimpftirade loslässt oder so, aber nichts.

„Bevor du die Hoffnung zu hoch schraubst, aber vergiss nicht dass ich schon vergeben bin, unabhängig davon was ich genau bin.“ warnte Lilith ihn freundlich.

„Keine Sorge, ich stehe mehr auf Sakura, nur…“ wollte Axel sagen, aber dann merkte er seinen Fehler, während Rose und Lilith ihre Hände vor den Mund hielten.

„„Ohhh?““ strahlten die beiden Frauen den Mann an, der vermutlich den größten Fehler seines Lebens begangen hatte.

„Ihr habt das nicht gehört verstanden?!“ wurde Axel sauer, aber die beiden Frauen legten jeweils eine Hand aneinander und damit Herz formte.

„Aber sicher das.“

Kapitel 282

Ich bin wiedergeboren und… wo schlafe ich?

Der König, aber auch der General fragte die Gruppe abwechselnd über ihr Abenteuer. Auffällig war, dass der König mehr über die Umstände von Markus wissen wollte, während der General mehr über den Stand der Dinge von den Dämonen wissen wollte.

„Sag… stört es euch eigentlich nicht, dass ein krasser Vampir eure Leute getötet hat?“ merkte Lilith irgendwann mal an.

„Nun… ihr habt ihn doch vertrieben oder?“ sagte der König, als wäre es was belangloses. Das machte nun selbst die anderen ein bisschen misstrauisch.

„Schon, aber wenn jemand so starkes in eurem Reich für Unruhe sorgt, wollt ihr es ignorieren?“ widersprach Sakura.

„Heldin Sakura… es ist nicht so, dass ich die Gefahr ignorieren will. Das Problem ist einfach, wem ich mehr meine Aufmerksamkeit schenken soll und das sind leider momentan die Dämonen. Aus der Geschichte von euch nehme ich an, dass dieser Vampir vermutlich stärker als ein Dämonengeneral ist, aber schwächer als der König, wenn Lady Lilith ihn besiegen konnte.“ beschwichtige der König Sakura.

„Kann man nichts machen, der König wurde zumindest informiert, dass es diesen Vampir gibt.“ zuckte Lilith mit der Schulter.

„Es ist scheinbar sehr spät geworden und ich würde… vorschlagen, dass wir das Gespräch auf morgen verschieben. Denn dann ist auch mein Sohn Prinz Hendrik anwesend, der bestimmt auch seine Meinung dazu sagen möchte.

Die Ruhe habt ihr alle redlich verdient für die nächste Woche. Lady Lilith ich… würde euch bitten, der Inquisition aus dem Weg zu gehen, auch wenn ich ahne, dass ihr mich mit diesem Problem ebenso konfrontieren werdet.“ bekam der König traurige Augen.

„Wenn ihr uns entschuldigt? Wir werden morgen dann wieder erscheinen.“ knickste Sakura und die anderen, nur Lilith weigert sich weiterhin sich an die Etikette zu halten, dann gingen alle gemeinsam raus.

„Was haltet… ihr von Lady Lilith, General Burns?“ fragte der König sofort, als die Gruppe die Tür hinter sich schloss.

„Brandgefährlich. Hätte ich nicht mit eigenen Augen gesehen, wie sie Hand gegen Adelige erhob, hätte ich es nie geglaubt. Diese Frau hat vor allem eine sehr gefährliche… Ausstrahlung. Wer weiß, was sie uns vorenthält.“ kam die Meinung wie aus der Pistole geschossen von dem General.

„Aber in einem hat sie wirklich Recht, beide… Barone müssen dringend ausgetauscht werden, denn als sie ihren Kommentar abgegeben haben mit der Göttin wurde ich selber sauer.“ kniff der König die Augen.

Draußen stand ein Butler mit einem Tablett, worauf ein Beutel lag, extra für Lilith. „Dies… ist eure Belohnung Lady Lilith. Hundert Platinmünzen, frisch gepresst aus der Münzerei.“

„Platin? Ist das viel?“ wundert sich Lilith und schaute ihre Freunde an, aber denen hingen alle der Kiefer runter.

„Si… Lilith, damit dürftest du eine der reichsten Personen in dieser Stadt sein!“ rief Axel erbost über die Ahnungslosigkeit von Lilith.

„Ich erkläre es dir schnell. Eine Platinmünze sind hundert Goldmünzen wert, eine Goldmünze sind dann ebenso hundert Silbermünzen wert.“ versuchte Leena sachlich zu bleiben.

„Hm… ich verstehe, damit will der König auf Nummer sicher gehen, dass ich mich nicht einfach vom Deal davonstehlen kann.“ hing ein Mundwinkel nach unten von Lilith. „So… ist das jetzt der Moment wo jeder bis morgen seinen eigenen Weg geht oder so?“

„Also ich gehe zu meinem Meister Draco, denn ihm muss ich ebenso meinen Bericht abliefern. Ihr werdet mich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr sehen, daher sage ich erst mal auf Wiedersehen bis Morgen.“ verbeugte sich Leena und ging ihren Weg.

„Mein Zimmer ist hier in der Burg, daher ist es für mich kein Problem. Ich freue mich wirklich, wieder im meinem Zimmer zu sein, auch wenn es ein bisschen… spärlich ist. Vielleicht sollte ich auch ein bisschen Gold verlangen, damit ich ein paar Möbelstücke kaufen kann.“ murmelt Sakura.

„Du hast ja gesehen, wie ich es gemacht habe. Notfalls erpresst du den König damit, dass du dein Schwert nicht mehr gegen Dämonen schwingst, bis du was bekommst.“ schlug Lilith vor.

„Tut mir leid, aber… mir fehlt leider die nötige Gerissenheit.“ schüttelt Sakura den Kopf über den Vorschlag, das würde ihr Image wieder kaputt machen.

„Dann bleiben also nur Rose und Axel übrig oder? Könnt ihr mich in einer angenehmen Taverne unterbringen?“ fragte Lilith die Abenteurer.

„Du… kannst auch bei mir schlafen wenn du möchtest.“ bot Rose an, wo Axel und Sakura sie erstaunt anschauen. „Ich habe eine billige Wohnung, aber es lässt sich dort leben. Nur sollten wir… vielleicht noch unterwegs ein Bett kaufen.“

„Aber gerne! Und wenn wir schon dabei sind, können wir auch irgendwo auswärts essen gehen, denn ich glaube nicht, dass einer von uns Lust hat was zu kochen!“ strahlte Lilith über das Angebot.

„Das können wir natürlich machen.“ lächelt Rose. „Dann sollten wir nicht trödeln, die Audienz mit dem König hat doch ein bisschen Zeit beansprucht. Wir sehen uns dann morgen!“ verabschiedete sich die Heilerin, Lilith winkte Axel und Sakura nur hinterher.

„Wow, aber vielleicht ist das eine gute Idee, dass jemand Lilith im Auge behält.“ meinte Axel nur und Sakura nickte.

Leena war weiterhin in der Burg und suchte das Zimmer des Erzmagiers auf, ihren Meister. Sie klopfte an die Tür und hörte ein leises „Herein“.

Die Tür wird geöffnet und Leena sah wie üblich überall nur volle Bücherregale stehen. Der vertraute Geruch nach Papier kam der Magierin in die Nase. Mitten im Zimmer stand ein großes Pult, wovor ihr Meister auf dem Stuhl saß.

Draco, Erzmagier und Berater des Königs wenn es um Magie geht. Dieser hatte eine Glatze und einen sehr langen weißen Bart, dass er fast den Boden berührte. Leena konnte nie in Erfahrung bringen, wie alt ihr Meister ist, aber sie schätzt ihn über 80Jahre. Trotzdem sah man in seinen grauen Augen eine Energie, die mit einem Jugendlichen mithalten konnte.

„Ahh… meine Lieblingsschülerin Leena. Ich hatte mir schon leichte Sorgen gemacht, als ich gehört habe, dass eine Gruppe von Soldaten auf der Straße tot aufgefunden wurde.“ lächelte Draco.

„Es… ist eine lange Geschichte Meister.“ seufzte Leena und schloss die Tür hinter sich. Draco bot ihr einen Platz an, den sie dankend annahm.

„So… wie ihr ausseht, bestimmt. Aber scheinbar hat die Reise euch auch verändert. Alle eure Werte… haben sich fast verdoppelt und habt einige Fähigkeiten erlangt, für die ich Jahrzehnte benötigt habe.“

„Euch entgeht nichts oder? Aber es ist Fakt, dass ich… wirklich stärker geworden bin, aber nicht aus eigener Kraft, sondern weil ich mehr oder weniger dazu gezwungen wurde.“

„Auf die Geschichte bin ich gespannt, aber ihr müsst euch kurz gedulden, denn jemand will sie vermutlich ebenso hören.“

Leena wusste, wer dieser jemand ist und wurde auch nicht enttäuscht, als der König das Zimmer betrat.

„Entschuldigung für die Verspätung. Ich weiß, dass es für euch sehr anstrengend war, aber ich würde gerne alles über eure Reise wissen.“ kam der König direkt zum Punkt und setzte sich neben Leena.

Leena war nicht per Zufall in Sakura´s Gruppe eingegliedert, sondern weil sie die Augen und Ohren für den Meister, aber auch für den König war. Ihr gefiel das von Anfang an nicht, aber sie beugte sich den Wünschen und wurde der Spion für den König.

„Also…“ fing die Magierin an, den richtigen Bericht abzuliefern, was sich tatsächlich zugetragen hatte und wer Lilith in Wirklichkeit war, auch wenn sie es nur mit schwerem Herzen tat, dabei ignorierte sie die Warnung von Lilith, dass man ihr Vertrauen nicht missbrauchen sollte.

Es vergingen mehrere Stunden, bis der Bericht zu Ende war und sowohl Draco als auch dem König nichts einfiel, was man dazu sagen konnte.

„Also… habe ich das richtig verstanden. Lilith heißt in Wirklichkeit Sina und „war“ früher ein Dämon, die nun eine Götterbestie geworden ist?“ fragte Draco vorsichtig nach und Leena nickte.

„Das ist richtig. Ich habe ihre Kräfte mehrmals selbst erleben dürfen und sie ist eine wandelnde Katastrophe, gegen die wir keine Chance haben. Auch ohne ihre Kräfte hat sie mehrmals bewiesen, dass sie… die perfekte Kriegerin ist.“

„Hrm… und trotzdem hast du zugelassen, dass sie nun in der Hauptstadt ist?“ merkte der König an, denn er wirkte ziemlich blass.

„Was hätte ich denn tun sollen? Sakura hat sie in ihre Gruppe eingeladen und… scheinbar unterstützt die Göttin sie sogar. Es ist kein Zufall, dass die Heldin eine Vision bekommen hat, wo man diese Frau finden konnte, zusätzlich bekam sie den Ring der Transformation aus dem Dungeon.“ wehrte sich Leena sofort.

„Verständlich. Wenn die Göttin sich in diese Sache einmischt, wie können wir ihr Urteil anzweifeln? Mir wäre es nur lieber… wenn diese Frau kein Dämon oder „Götterbestie“ wäre, sondern ein normaler Mensch.“ meinte der König, der nun seufzte.

„Was… ist aus dem Wolf geworden, der ebenso eine Götterbestie sein soll?“ hakte Draco nach, denn er fand es sehr schlimm, dass solche starken Monster in Alliancia herumstreifen. Es hat ihn ziemlich schockiert, dass selbst Markus dabei gestorben ist.

„Er lebt und ist irgendwo in den Wäldern hinter dem Spinnenwald, das hoffe ich zumindest. Scheinbar kann es unseren Geruch überall aufspüren und sofort finden.“ bekam Leena ein Schaudern. „Es hat die Dämonen angegriffen und Lilith scheint sich sehr sicher zu sein, dass der pinke… General dort seinen Tod gefunden haben wird.“

„Was schlagt ihr vor, wie wir mit Lady „Lilith“ umgehen sollen.“ wollte der König die ehrliche Meinung von Leena wissen.

„Behandelt sie wie eine normale Person, alles andere… würde euch verdächtig machen, dass ihr über sie Bescheid wisst. Dabei war sie sehr deutlich gewesen, dass man ihr Vertrauen nicht missbrauchen soll.“ schaute Leena niedergeschlagen auf den Boden.

„Ich will tatsächlich nicht über die Konsequenzen nachdenken, zumal wenn sie solch eine Stärke hat, kann niemand sie daran hindern, sollte sie uns angreifen.“ kam der König zu einem Entschluss.

„All die Orte, die ihr erwähnt habt sowie über die anderen beschworenen Helden… ich wundere mich, ob sie aus der selben Welt stammt wie wir.“ streichelt Draco seinen Bart. Leena war bei ihrem Bericht sehr genau gewesen, denn dank ihres fotografischen Gedächtnisses wusste die Magierin alles.

„Das kann ich leider nicht sagen, denn Lilith und Sakura waren im Dungeon für einige Zeit alleine gewesen und das Gespräch kenne ich leider nicht. Aber ich habe den Eindruck, dass beide einen Schwur geleistet haben, nichts über das Gespräch zu äußern.“

„Verstehe, das war sehr geschickt von der Frau. Vermutlich müssen wir in ihrer Nähe wirklich aufpassen, was wir sagen und wie wir handeln. Ohne sie gesehen zu haben scheint sie mir sehr scharfsinnig zu sein.“ streicht Draco weiter seinen Bart.

„Ihr hättet im Thronsaal dabei sein müssen, wie sie gegen meine Berater vorgegangen ist.“ musste der König auf einmal schmunzeln und berichtet dies dem Erzmagier.

„Welch… eine brutale und schreckliche Einsicht.“ staunte der Erzmagier über den Vorfall, war aber insgeheim froh, nicht dabei gewesen zu sein. „Ich muss mir kurz die Beine vertreten, ich hoffe ihr verzeiht mir dies.“ stand Draco auf einmal auf und verließ das Zimmer ohne die Antwort zu warten.

„Leena“ ging auf einmal eine Veränderung durch den König, er wirkte auf einmal viel… weicher.

„Ja eure Majestät?“ schaute Leena den König nicht an, denn sie ahnte das nächste nutzlos kommende Gespräch.

„Ich habe dir doch schon gesagt, wenn wir unter uns sind, kannst du mich Vater nennen.“

„Nein und dabei bleibe ich. Ich hatte nie einen Vater, meine Mutter war nur eine einfache Frau vom Lande gewesen. Dank meines Meister Draco hat er meine magischen Talente erkannt und mich frühzeitig gefördert.“

„*seufz* Leena, hätte ich es nur früher erfahren, hätte ich deine Mutter noch retten können von ihrer Krankheit, das weißt du doch.“

„Weiß ich das? Warum halten wir dieses Thema geheim? Selbst wenn ich sagen würde, dass ich eure Tochter wäre, würde es mir niemand glauben.“

„Es… ist komplizierter, als du denkst. Warum glaubst du, habe ich dich auf diese Mission geschickt, für mich die Heldin im Auge zu behalten?“

„Ich kann es mir denken, aber es war niemals mein Wunsch gewesen in meiner Karriere eine Spionin für euch zu sein!“

„Weil ich das größte Vertrauen in dir habe, selbst Markus kannte das Geheimnis zwischen uns nicht. Es tut mir leid, dass ich dir solch eine Bürde aufgetragen habe.“

„Tzz… Weißt du wie schwer es mir wieder fallen wird, meinen… „Freunden“ in die Augen zu schauen und ihnen vor zu heucheln, als wäre ich eine Kameradin für sie? Die Reise hat vieles verändert, auch die Bindungen zu ihnen, selbst zu Lilith.

Ich bin ehrlich, aber ich bin mir nicht sicher, wie lange ich die Scharade wirklich noch durchziehen kann, vor allem bei Lilith, die scheinbar auf vieles sehr misstrauisch reagiert.“

„Du schaffst das, du hast den Ehrgeiz deiner Mutter…“ wollte der König seine Hand auf die Schulter von Leena legen, aber sie stand auf und nahm Abstand von ihm.

„Was wisst ihr wirklich von meiner Mutter? Selbst meine Mutter hat dieses Geheimnis zwischen euch mit ins Grab genommen. Wenn ihr mich bitte entschuldigen würdet, aber ich muss mich von meiner Reise erholen!“ stürmte Leena mit einem roten Kopf raus.

„Das deine Mutter genau so dickköpfig war wie du es bist.“ war der König wieder niedergeschlagen, dass er keinen Draht zu seiner Tochter aufbauen kann. Dieses Geheimnis kannte nur Draco, weil er durch die Magie eine Bindung zwischen Leena und dem König gefunden hatte, selbst sein Sohn wusste nicht, dass er eine Schwester hatte.

„Nette Gegend wo du wohnst Rose.“ machte Lilith ein Kompliment. Sie und Rose hatten es geschafft, noch rechtzeitig ein Bett mit Matratze und Decke zu organisieren.

„Danke, habe… ich mir auch hart erarbeitet. Die Mieterin ist auch noch so großzügig und drückt mal ein Auge zu, sollte ich die Miete verspätet zahlen, aber ich zahle sie. Dafür muss ich ab und zu ihr mal zur Hand gehen und damit kann ich leben.

Aber auch bei dir muss ich mich bedanken, dass wir uns den Bauch so vollgeschlagen haben. Ich kann mich wirklich nicht erinnern, wann ich mal in einer so hohen Gesellschaft gegessen habe. Ok, die Blicke der anderen Gäste waren mir ein bisschen unangenehm, aber das Essen war verdammt lecker!“ lächelt Rose.

„Falls du es nicht bemerkt hast, aber deine Veränderung finde ich auch sehr toll. Am Anfang hast du dich fast hinter jedem Stein verkrochen und brauchtest die Erlaubnis der anderen, nun kannst du irgendwie nicht von mir los kommen.“ grinste Lilith.

„Nun, vielleicht seid ihr so was wie ein Vorbild für mich geworden, aber auch eine Freundin. Nichts gegen Sakura und Leena, aber manchmal braucht man auch… Freunde die ein bisschen härter durchgreifen.“ grinste Rose zurück.

„Aww… das freut mich zu hören. Sag… Axel kennst du doch ein bisschen länger oder? Zumindest seine Kindheit. Wenn ich über Sakura´s Geschichte überlege, wie Markus…“

„Ah, sagen wir mal so. Axel´s Kindheit ist jetzt nicht unbedingt ein großes Geheimnis, weil viele seine Geschichte ebenso teilen, aber ich wollte damals wirklich, dass er es selber euch sagt und nicht über Umwege verstehst du?“

„Und wie ich es verstehen kann. Dann lass uns mal deine Wohnung bestaunen!“

Beide Damen betraten die Wohnung von der Heilerin. Sie war schlicht und einfach gehalten mit einer kleinen Küche und einem Badezimmer.

„Hmm… du hast kein Hobby oder so? Deine Wohnung ist schön, keine Frage, aber irgendwie… habe ich den Eindruck, dass etwas fehlt.“ meinte Lilith.

„Öhm, ah ich verstehe. Bedaure, aber dazu habe ich leider nicht wirklich die Zeit. Für diese Wohnung muss ich doch ein bisschen arbeiten, damit ich sie behalten kann. Sollte ich mal wirklich schaffen, ein bisschen Freizeit zu finden, dann gehe ich gerne in der Stadt spazieren.“ lächelte Rose.

„Na dann, wo soll ich denn das Bett hinstellen?“

„Mein Vorschlag wäre ja gewesen, es auch in mein Schlafzimmer zu stellen, aber wir müssen mal schauen, wie es aussieht…“

Das Schlafzimmer war tatsächlich das größte Zimmer. Nachdem die Frauen das Bett der Heilerin verschoben haben, holte Lilith ihr eigenes aus dem Inventarring, der endlich wieder viel Platz hatte. Dabei stellten sie was fest.

„Puh, ein bisschen eng geworden oder?“ grinste Lilith, die die Gesamtsituation betrachtet. „Entweder die Betten werden an die Wände geschoben, dann haben wir genug Platz in der Mitte durchzugehen oder wir schieben die Betten zusammen und haben dafür den Platz außen. Wenn ich ehrlich bin, würde ich den zweiten Vorschlag nehmen.“

„Dann machen wir das doch einfach mal und schauen es uns an.“ nickte Rose. Gesagt getan, die Betten stehen am Ende nun zusammen. Die Dämonin holte die restlichen Zubehöre zum Bett raus und fertig war ihr neuer Schlafplatz.

„Und es gibt kein Problem mit deiner Vermieterin, dass ich bei dir schlafe?“ fragte Lilith vorsichtshalber, aber Rose schüttelt den Kopf.

„Keine Sorge, darüber brauchst du keine Gedanken zu machen. Ein Pyjama hast du ja bereits…“

„Ah, der mit dem Riss vor meinen Brüsten.“

„Ruhe…“

Kapitel 281

Ich bin wiedergeboren und der Bericht?

„Nun… erzählt uns doch, wie eure Mission verlaufen ist und… wo euer Lehrer Markus ist?“ fragte der König höflich nach.

„Die… Mission war zum Scheitern verurteilt. Meister Markus sowie sein Schüler Kain, aber auch die Soldaten sind alle gestorben.“ berichtet Sakura und man hörte die Trauer in ihrer Stimme.

„Nein… Markus war doch einer der besten Schwertkämpfer.“ war der König ehrlich betroffen, scheinbar war Markus für ihn wirklich mehr als nur ein Freund gewesen.

„Eure Majestät, ich berichte euch am besten von Anfang an, dann könnt ihr euch selber ein Urteil bilden und… wie wir dank Lilith die Mission trotzdem umsetzen konnten.“ fing die Heldin mit ihrem Bericht an.

Wie sie direkt von einem Vampir abgefangen wurden und er alle Soldaten sowie Kain getötet oder zu Vampiren verwandelt hatte. Ihre Flucht vor dem Mann irgendwann in einem Wald gelandet sind und eine Schlucht überquert haben, wo der Schwertmeister seinen Tod fand.

„Dieses Monster… es war zwar ein Wolf, aber ich habe noch nie bei einem solchen Wesen so eine Stärke, Aura und Brutalität erlebt. Meister Markus hatte scheinbar die Zeichen erkannt, dass seine Zeit abgelaufen ist.“

Dann wie Sakura mit ihren Gefährten durch die Wüste gewandert sind, mit der Moral am Tiefpunkt angelangt, als die Göttin ihr zur Hilfe kam. Mithilfe einer Version fanden sie die Frau Lilith, die sich ihnen als Dank der Gruppe angeschlossen hat.

Den Streit ließ Sakura bewusst weg und auch ihre Freunde sagten nichts. Auf ihrer Reise fanden sie eine untergegangene Ruine und trafen wieder auf den Vampir, aber diesmal hat Lilith sich um das Problem gekümmert, sogar sehr einseitig, dass der Vampir die Fluch ergriff.

Ihre Geschichte im Dungeon wird nur kurz erwähnt, aber dort fanden alle die nötige Ausrüstung, die sie jetzt alle tragen. Der General hob verwundert eine Augenbraue hoch, denn gemerkt hat er schon, dass die Ausrüstung alle eine ziemlich hohe Qualität hatte.

Dann kamen sie endlich zum eigentlichen Zielort, nur dass es nicht mehr das kleine Lager war, wie es eins angeblich gewesen war, sondern dass es eines der größten war. Erstaunt rissen der König und der General ihre Augen auf und schauten sich gegenseitig an.

Rose überreichte dem General ihre Beobachtungen und er blätterte eben schnell durch. „Bei der Göttin… was hat sich denn bei den Dämonen verändert?“

„Ein neuer Dämonenkönig ist an die Macht gekommen, der Sohn des alten Dämonenkönigs. Deswegen gab es momentan eine Stille im Krieg.“ meldete sich Lilith.

„Ein… neuer? Aber…“ wirkte der König misstrauisch, aber Sakura stimmte der Dämonin zu. „Eure Majestät… unser Auftrag war es, dass wir die Schlachtpläne klauen. Eigentlich hätten wir ab diesem Zeitpunkt die Heimkehr angetreten… wäre Lilith nicht da gewesen.

Mit ihrer Erfahrung als Dämonenjägerin, wusste sie, wie sie sich als Sukkubus verkleidet in das Lager einschleichen konnte.

DANK ihrer kennen wir den Bestand der Waffen und Rüstungen der Dämonen. DANK ihr wurde ein geheimer Anschlag auf unseren Kontinent vereitelt, denn die Dämonen wollten mit einem speziellem Gift alle Wasserressourcen vergiften. Vor allem, DANK ihr haben wir alle Schlachtpläne, die sie bei dem feindlichen General finden konnte!“ und Sakura ließ alle Pläne und Dokumente auf den Boden fallen, die anderen taten dasselbe.

Alle anwesenden Männer haben die Sprache verloren, als sie den Berg voller Dokumente sehen, es hörte einfach nicht auf. Das Buch aus dem Lagerhaus überreichte die Heldin dem General, aber es dauerte ein Moment bis er sich wieder gefangen hat.

„Ich möchte dabei anmerken, dass der feindliche General alle Kräfte mobilisieren ließ uns zu jagen, denn scheinbar waren die Schlachtpläne von besonderer Wichtigkeit gewesen. In… unserer leichten Verzweiflung sind wir durch den Spinnenwald gereist und haben es sehr knapp geschafft.

Nun… stehen wir hier.“ kürzte Sakura nun ihren Bericht ab. „Ich habe zwar einiges ausgelassen, aber das wichtigste wurde erwähnt… Oh, wir gehen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit davon aus, dass ein weiterer Dämonengeneral seinen Tod gefunden hat, weil dieser mit einem starkem Monster gekämpft hat. Aber vorher hatte er einen Kampf mit Lilith gehabt, wo schon sehr deutlich war, wer die eigentliche Stärke hatte.“

„Die pinke Dose wird definitiv gestorben sein. Ich habe noch keinen Dämon erlebt, der so sehr an dieser Farbe hing, wie dieser Kerl.“ fügte Lilith hinzu.

„Ich… finde keine Worte.“ stammelte der König, weil er bisher immer noch nicht glauben konnte, was er von dem Bericht halten soll, aber die Dokumente beweisen es.

„Eure Majestät… diese Dokumente wirken sehr authentisch. Vor allem ist in diesem Dokument… die Rede von einem geheimnisvollen Gift. Ich… wir werden einige Zeit benötigen, um uns einen Überblick darüber zu verschaffen, aber eins weiß ich jetzt schon. Die Dämonen werden mit der neuen Organisation ebenso warten müssen bis zum nächsten Angriff, denn sie müssen neue Pläne entwickeln.“ sagte der General Burns.

„Ihr habt es tatsächlich geschafft, die Dämonen in die Ecke zu zwingen und zu warten. Zeit, die für uns sehr kostbar ist. Mir… tut es vom Herzen leid, dass Markus sein Leben verloren hat, aber… wenn ich all die Pläne hier sehe, wäre er sehr stolz auf euch gewesen.“ kam das Lob vom General.

„All… die Pläne hat Lilith geholt. Ich kann bis jetzt nicht glauben, dass sie es geschafft hat. Sie ging rein, als wäre es normal. Holte sich dabei eine komplett neue Ausrüstung die besser ist als die wir gefunden haben, vereitelt den größten Giftanschlag indem der Giftmischer, aber auch sein Labor unschädlich gemacht wurde und kam dann lebend mit den Plänen zurück.

Wenn… jemand den Dank verdient hat, dann nur Lilith.“ sagte Sakura, ihre Freunde stimmten in diesem Moment zu. Lilith sagte in diesem Moment nichts, hatte aber rote Wangen bekommen.

Auf einmal stand der König auf. „Ich… muss mich entschuldigen, dass ich meine Worte verloren habe. Aber ihr alle habt meinen größten Dank verdient. Endlich sehe ich wieder Hoffnung in diesem Krieg, denn ich hatte Schlimmeres geahnt.

Lady… Lilith. Darf ich fragen, woher ihr all die Erfahrung mit den Dämonen habt? Selbst unseren Experten traue ich nicht zu, dass sie einfach in ein Dämonenlager reingehen, spätestens am Aussehen wäre es gescheitert.“

„Ich habe keine Eltern und mein… dämonischer „Meister“ hat mich als Kind großgezogen. Dabei musste ich endlose Qualen ertragen, an denen vermutlich jeder andere gebrochen wäre, aber mein Hass auf ihn war meine größte Motivation gewesen.

Dank ihm kann ich jede Waffe führen, die die Dämonen ebenfalls benutzen. Alle ihre Riten, Verhaltensweisen und ähnliches wurde in mir rein geschlagen, dass ich selber wie ein Dämon denke. Bevor ihr fragt, warum mein „Meister“ mir das angetan hat…

Er war ein Sadist in reinster Form und war unter den Dämonen einer der stärksten Kämpfer. Den Posten als General hätte er jederzeit annehmen können, aber er lehnte es stehst ab. Der Grund… zumindest wäre es mein Gedanke, liegt daran, dass bisher die beschworenen Helden es irgendwie immer geschafft haben, die Dämonenkönige zu töten, dann müssen die Generäle ihm folgen.

Daran hatte er merklich kein Interesse. Aber ihm war es auch sehr langweilig gewesen, dass er bisher keine starken Kämpfer gehabt hatte, die ihm… den Kick des Lebens geben konnten. Also kam er eines Tages in seinem langen Leben auf die Idee, dass er einfach einen Menschen zu solch einem Kämpfer persönlich ausbildet.

Rein theoretisch wäre es Verrat, aber scheinbar hatte er genug Beziehungen gehabt, dass ein Mensch mitten in ihrem Lager trainiert wurde. Irgendwann kam der Tag, wo ich von ihm ausgesetzt wurde, damit ich noch eigene Kampferfahrung sammele und seitdem… töte ich alles, was mir über den Weg kommt.

Aber der Tag wird kommen, wo ich mit ihm die Klinge kreuzen werde und er einen qualvollen Tod erleben wird, der ihm stets verwehrt wurde.“ erzählt Lilith ihre Geschichte, die Teils Wahrheit, aber auch Teils Lüge war.

„Wow… das… höre ich zum ersten Mal. Wundere mich, dass man euch nicht als Spion einsetzt?“ meinte der General.

„Gute Frage, aber warum sollte ich euch denn verraten oder ähnliches? Mit der Aktion im Dämonenlager bin ich eine ziemlich heißbegehrte gesuchte Person geworden. Einzig nur meinen Meister will ich jagen, der Rest hat mir ja nicht wirklich was angetan.“ zuckte Lilith mit der Schulter.

„Das stimmt allerdings… eine komplette Dämonenarmee hat uns verfolgt. Der… pinke General wollte uns alle töten, nur Lilith wollte man lebend fangen. Die Dämonen werden Lilith bestimmt nicht mit offenen Armen empfangen.“ nickte Sakura.

„Erstaunlich. Haben… die Menschen dann doch so ein hohes Potenzial wie man immer angenommen hatte? Einen einfachen Dämonenkämpfer müssen immer mindesten drei Soldaten bekämpfen, damit es ausgeglichen ist.“ streichelt der General sein Schnurrbart.

„Vermutlich? Ich kann von einer Hand abzählen, wie oft ich verloren habe in einem Kampf. Jede Niederlage ist für mich die größte Schande und ein Schritt weiter entfernt, um gegen meinen Meister anzukommen. Dabei bin ich immer noch im Training.“ lächelte Lilith, wo der General, aber auch die Wachen schwer schlucken mussten, denn es war ein schönes Lächeln, trotz der unheimlichen Rüstung die die Frau trug.

„Ich… nehme an, ihr werdet der Heldin Sakura weiterhin eine Unterstützung sein?“ fragte auf einmal der König.

„Das ist richtig. Sie haben mich gerettet und mein Stolz verlangt es, dass ich diese Schuld tilgen muss. Vermutlich endet dies, wenn der neue Dämonenkönig von Sakura erschlagen wurde.“ nickte Lilith, aber Sakura sowie ihre Gefährten schauten die Dämonin erstaunt an.

„Verstehe, das ist schön zu wissen, dass die Heldin solch eine starke Verbündete auf ihrer Reise gefunden hat. … Markus war ihr ehemaliger Lehrer gewesen, der ihr das Kämpfen beigebracht hat. Es stimmt mich sehr traurig, dass er verstorben ist, aber ich habe ihn nie als unbesonnen gekannt, dass er einfach sein Leben fortwirft.

Lady Lilith… würdet ihr anstelle von Markus die Lehre weiter übernehmen? Ich hatte eins ein sehr langes Gespräch mit Markus gehabt und ich glaube… das Sakura euch vertraut.“ kam die Bitte des Königs, Sakura riss erstaunt ihre Augen auf.

„Kann ich schon machen. Tue ich eigentlich schon die ganze Zeit, davon kann die Heldin ein Lied singen.“ grinste Lilith böse.

„Lied? Ich wüsste nicht mal, wo ich anfangen soll zu singen, was du mir… uns allen angetan hast!“ war Sakura leicht erbost.

„Und? Du kannst aber nicht abstreiten, dass du nun ein Schwertmeister geworden bist wie dein alter Meister, zusätzlich kannst du die Fähigkeit nutzen. Jeder hier ist stärker geworden, worüber beschwerst du dich eigentlich?

Ich kann dir auch die Ausbildung von meinem Meister nahelegen, aber die Zeit werden wir nicht dafür haben, damit du auf den Standpunkt kommst, den ich habe.“ lächelte Lilith. „Gnn… nein…“ ließ Sakura ihre Schulter hängen.

„Aber für meinen Einsatz würde ich mich schon freuen, wenn das Königreich mir einen Beutel voller Gold geben würde. Von nichts kommt nichts, selbst der Tod kostet das Leben.“ verlangte auf einmal die Dämonin von dem König.

Alle mussten auf einmal schwer schlucken, mit welcher Dreistigkeit Lilith dies forderte, als der König lachen musste. Selbst General Burns reagierte erstaunt, wie der König darauf reagierte.

„Ihr seid wirklich eine einzigartige Person. Erst schlägt ihr einen Paladin mitten auf der Straße… meint ihr, ich habe das nicht mitbekommen? Dann schafft ihr es, meine Berater ihre Unfähigkeit vor Augen zu führen und habe endlich meine Gründe, sie zu ersetzen. Nun habe ich eine Bitte und ihr fordert was dafür.

Ich werde euch Gold geben, sogar mehr, wenn ihr euer Wissen über die Dämonen zur Verfügung stellt. Ihr dürftet das Wissen unserer Experten über weitem übertreffen, zumal ich die Befürchtung habe, dass es mit dem neuen Dämonenkönig so einiges anders laufen wird.“ kniff er die Augen zusammen.

„Wow, das ist nun das zweite Mal, wo ich euch unterschätzt habe. Das mit dem Paladin können wir mal später klären, denn dazu habe ich auch einiges zu sagen, aber nicht heute. Mein Wissen für ein bisschen mehr Gold? Wenn ich heute schon einen Anteil bekomme, haben wir ein Deal.“ feilschte Lilith.

„Dann sind wir im Geschäft. Es freut mich, dass wir eure Dienste in Anspruch nehmen können. Einer meiner Diener wird alles vorbereiten und ich freue mich auf eine harmonische Zusammenarbeit.“ lächelt der König.

„Das war doch eh von dir geplant, dass du vom König Gold verlangst oder?!“ machte Rose Lilith einen Vorwurf.

„Glaubst du, ich will auf die Almosen angewiesen sein?“

Kapitel 280

Ich bin wiedergeboren und wir sind alle gleich?

Die Gruppe wird von einem Ritter in die Burg geführt. „Frage mich, wo diese Burg sein soll. Meine… klein ist sie ja nicht Sakura.“ merkte Lilith an.

„Erm… keine Ahnung wie viele du schon besucht hast, aber…“ wollte die Heldin was sagen, aber ihr Eid verhinderte direkt wichtige Hinweise.

„Schon gut, das können wir klären, wenn wir unter uns sind. Wer wird denn eigentlich alles noch bei dem König sein?“ kam die Frage.

„Mit hoher Wahrscheinlichkeit General Burns. Er leitet alle Armeen von Alliancia und entwickelt die Strategien. Meister Markus meinte mal, dass er aber auch kämpferisch einiges auf dem Kasten hat, seine Worte zumindest.“ berichtet Sakura.

„Ist er denn ein guter General?“ fragte Lilith und der Führer schnappte empört nach Luft, als er die Frage hörte.

„Das kann ich nicht beurteilen, denn an einer richtigen Schlacht habe ich bisher mit den anderen nicht teilgenommen. Wir hatten einige kleine Gefechte mit den Dämonen gehabt, aber eine richtige Schlacht?“ kam die Antwort.

„Verstehe, dann lasse ich mich einfach überraschen.“ grinste Lilith und ärgert den Führer, der ihr immer wieder Blicke zuwarf.

„Musst du eigentlich alle Personen provozieren, die dir über den Weg kommen?“ merkte Leena an, der es aufgefallen ist, was die Dämonin wieder angestellt hat.

„Das ist meine Art, wer damit nicht zurecht kommt, muss damit leben.“ zuckte Lilith mit der Schulter. Endlich hielt der Führer vor einer großen Tür und öffnete sie.

Drinnen lag ein roter Teppich, wo an beiden Seiten mehrere Ritter standen, der zum Thron führte. Die Gefährten gingen rein und Lilith nahm die Personen auf dem Thron und daneben in Augenschein.

Der König trug einen Vollbart, der schon die ersten Graustiche hatte, dabei trug er eine offensichtliche Krone auf dem Kopf sowie fürstliche Kleidung. Aber was Lilith mehr fesselte waren seine blauen Augen, die sehr aufmerksam und neugierig wirkten.

Daneben stand vermutlich General Burns, ein großer glatzköpfiger Mann mit dem vermutlich längsten hängenden Schnurrbart der Welt. Seine Rüstung war einfach gehalten, aber Lilith würde darauf tippen, dass sie mehr kann als es den Anschein hat, dabei trug er an der Seite ein sehr großes Breitschwert.

Die beiden anderen fetten Männer, die aussehen wie gefiederte Pfaue ignorierte die Dämonin, irgendwelche Speichellecker, die wird es immer geben.

„Eure Majestät, ich kündige die Heldin und ihre Gefährten an.“ sagte der Führer dies salutierend vor dem König. Sofort knieten Sakura und die anderen wie es die Etikette verlangte…

„Wieso kniet die Frau nicht vor dem König, wie es verlangt wird?“ fragte einer der fetten Männer, dabei zeigt er anklagend auf Lilith. Erstaunt drehten die Freunde von Lilith ihre Köpfe nach ihr und sahen, wie sie immer noch da stand und ihre Arme verschränkt hatte.

„Warum sollte ich? Er ist nicht mein König, noch hat er meinen Respekt verdient. Höchstens mein Mitleid, dass er das Pech hatte in die Königsfamilie rein geboren zu werden um die Entscheidungen über ein Reich zu fällen.“ kam die Antwort von Lilith.

Sofort herrschte eine eiskalte Stimmung im Thronsaal, die Ritter legten ihre Hände auf die Waffen, um jederzeit einzuschreiten.

„Wie… wie könnt ihr es wagen?!“ zeterte der fette Sprecher, während der König erstaunt bei der Aussage von Lilith seine Augenbrauen hochhob, der General dagegen drückte sie beide zusammen.

„Wer ist eigentlich die fette Qualle da drüben? Macht hier einen Aufstand, als wäre er wichtig.“ ignorierte Lilith den Adeligen, der sofort einen roten Kopf bekam.

Sakura musste sich zurückhalten, nicht zu kichern und versuchte ernst zu bleiben, aber man hat es an ihrem Gesicht gesehen, dass es für sie eine Wohltat war. „Das sind Baron Dru und Baron Uras, die königlichen Berater.“

„Bitte? In was sollen sie ihn denn beraten, Ernährung? Dann haben sie ihre Aufgabe aber gründlich vergeigt oder sie essen dem König das Essen weg, so dürr wie er aussieht.“ ätze Sina.

„Pffff.“ nun konnte Sakura sich nicht zurückhalten, aber auch General Burns schien nun mit seinen Gesichtsmuskeln zu kämpfen, denn seine Mundwinkel zucken immer nach oben. Lilith könnte schwören, dass selbst der König für einen kurzen Moment über den Kommentar seine Mundwinkel hochzog.

„WIE KANN EINE BÜRGERLICHE ES WAGEN, UNS ADELIGE SO DERMAßEN ZU BELEIDIGEN!“ schrie nun der andere fette Mann Baron Uras. „Wir beraten den König über alle wichtige Bereiche im Reich sowie im Krieg gegen die Dämonen!“

„Huch? Ihr? Habt ihr fetten Schweine… Entschuldigung, aber selbst Schweine sind intelligenter als ihr den Eindruck macht. Habt ihr jemals in eurem Leben eine Waffe gehalten?“ giftete Lilith weiter, ihre Freunde haben längst die Sprache verloren. Noch niemals hat jemand in ihrer Nähe so sehr gegen Adelige ihre Meinung gesagt, wie Lilith es momentan macht.

„Aber natürlich! Jeder Adelige ist ein ausgebildeter Ritter!“ bekam Baron Dru einige Zornesadern auf dem Gesicht.

„Wow und auch mal jemanden getötet? Damit meine ich auch, eigenhändig zu töten ohne das andere Ritter das Monster soweit geschwächt haben, damit ihr den Todesstoß verpasst habt.“ hob Lilith misstrauisch eine Augenbraue hoch.

Die beiden Barone wollten was sagen, aber dann fiel ihnen ein, wie Lilith den Satz formuliert hat und wurden spontan schweigsam.

„Ihr widert mich so dermaßen an. Wie könnt ihr Berater des Königs sein, nach welcher Leistung wurdet ihr denn befördert? MIR tut jeder Soldat, Ritter oder Wache, selbst die Wächter hier im Thronsaal schon leid, dass sie auf euch Vollpfosten hören müssen.

Wie viele Männer sind durch eure Beratungen in den Tod gestürzt hm?! Ein Krieg gegen die Dämonen ist kein Kinderspiel, es ist ein verdammter Ernst! Selbst diese Menschen haben ein Leben und ihr verschwendet es vermutlich nur als menschliche Ressourcen!“ schrie Lilith die Adeligen an.

Aber mit der Aussage hat sie nicht nur die Adeligen getroffen, sondern sogar alle Wachen. Die Wachen waren sich alle unsicher, einerseits wollen sie wegen der Respektlosigkeit gegenüber dem König eingreifen, aber anderseits haben sie nun einen unheimlichen Respekt vor Lilith bekommen, was ihre Meinung über sie war.

„WER SEID IHR DENN SCHON?“ schrie Baron Uras zurück, zumindest verteidigt er seinen Stolz scheinbar.

„Wer ich bin? Lilith, eine Dämonenjägerin. Mehr Dämonen und andere Monster getötet, als alle hier im Raum zusammen. Die vier können meine kämpferische Leistung definitiv bestätigen.“ hob Lilith ihr Kinn arrogant hoch.

„Nie gehört, dann seid ihr nichts anderes als eine einfache Bürgerliche!“ zog Baron Dru die Luft durch die Nase.

„Habe gehört, dass der Adel die höchste Auszeichnung für Dummheit ist und ihr seid das Paradebeispiel. Sag… wo ist der eigentliche Unterschied zwischen dem Bürger und dem Adel hmm?“ ging Lilith langsamen Schrittes auf die Barone zu, sie hat wieder alle mit ihrem Charme gefesselt.

„Für eure Beleidigungen alleine werdet ihr in den Kerker gesteckt, dafür werde ich sorgen! Aber auf eure Frage zurückzukommen, aber wir sind auserwählte Menschen der Göttin, die das einfache Volk in die richtige Richtung lenkt.“ erklärte Baron Uras, wo nun selbst der König seinen Kopf zu ihnen drehen musste.

„Die Göttin würde einen Regenbogen aus ihrem Mund kotzen bei so einer Antwort, ihr übertrefft echt die Dämlichkeit der Menschheit.“ verzog Lilith angewidert ihr Gesicht. „Scheinbar habe ich euch Fettsäcke mit meiner Frage überfordert. Welche Farbe hat euer Blut?“ dabei kam Lilith ihnen immer näher.

„Huch?! Was ist das denn für eine Frage? Was hat es damit zu tun, dass wir wichtige Männer sind?“ reagierte Baron Dru erstaunt.

„Meine Frage war, welche Farbe euer Blut hat?“ ignorierte Lilith den Einwurf. „Scheinbar seid ihr damit ebenso überfordert, lass mich euch helfen.“ und die Dämonin brach beiden Baronen gleichzeitig die Nase, wo sofort ihr Blut rausgeschossen kam.

Beide schrien laut auf, der König sowie der General die bisher schweigsam dem Streit zugeschaut haben, reagierten erstaunt über die Gewalttat. Selbst ihre Freunde trauten ihren Augen nicht. Die Wachen greifen immer noch nicht zu ihren Waffen, aber scheinbar genossen es einige, was Lilith den fetten Männern antat.

„MÄNNER! WIR WERDEN ANGE.. ARRGGHHHH.“ wollte Baron Uras schreien, aber Lilith schmierte ihren Handschuh über seine blutende Nase rüber und hielt ihn vor seine Augen.

„Welche Farbe hat dein Blut? Denn wenn du das nicht beantworten kannst, sollte der König wirklich dringend seine Berater austauschen und in der Zeit werde ich euch töten, alleine für die all gestorbenen Männer!“ drohte Lilith.

Beide Barone reagierten ängstlich über die Drohung, vor allem, weil jeder sie anstarrte, wartend was zwischen ihnen und der Frau noch passieren wird.

„R… rot du brutales Miststück!“ beleidigte Baron Dru Lilith, die lauthals lachen musste. Sie schmierte das Blut von ihrem Handschuh an dem Wanst von Baron Uras, der angewidert von ihr Abstand nahm.

„Ich habe schon schönere Komplimente gehört.“ nahm Lilith einige Schritte Abstand von den Baronen und zog ihren rechten Handschuh aus, zum Vorschein kam ihr tätowierter Arm, der die Aufmerksamkeit aller erregte.

„Wow… sie hat ja schöne Muster darauf.“ flüstert Sakura, die versuchte einen Sinn hinter dem Tattoo zu erkennen.

„Auf dem linken Arm hat sie ebenso ein Tattoo, eins mit feuerroten Farben.“ berichtet Rose leise, denn sie hatte die Ehre gehabt, Lilith nackt zu sehen. „Aber die Murmel in der linken Hand hat euch ja auch nicht wirklich interessiert oder?“

„Habe ehrlich gesagt nicht wirklich darauf geachtet. Gesehen schon, aber ihr keine Aufmerksamkeit geschenkt.“ flüstert Leena ebenso. „Was… macht Lilith nun?“

Die Dämonin hat ihr Schwert Lazarus raus geholt, nun dachte jeder, dass die Frau die Barone töten will… aber sie machte was komplett anderes. Sie schnitt sich in die rechte Hand und drücke ihr Blut aus der Wunde raus, dann hielt sie ihre blutverschmierte Hand vor die Barone. „Welche Farbe hat mein Blut?“

Die Barone schauten sich gegenseitig an, als Baron Uras die Antwort lieferte: „Es… es ist rot.“ während Baron Dru nickte, beide hielten weiterhin ihre gebrochene Nase.

„Sakura, du bist ein Mensch aus der anderen Welt. Welche Farbe hat dein Blut?“ kam nun die Frage von Lilith. Diese hat verstanden, was Lilith mit der Aktion vorhat und stand auf, dann schnitt sie sich mit ihrem Schwert ebenso in die Handfläche.

Die Heldin hielt ihre blutverschmierte Hand sehr offensichtlich, jeder konnte erkennen, welche Farbe sie hatte. „Selbst mein Blut ist rot, obwohl ich aus einer anderen Welt stamme.“

Ungefragt stand Axel auf und machte diese Tat auch: „Auch mein Blut ist rot, trotz das ich nur ein einfacher Mensch bin!“ hielt seine Hand sehr offen. Scheinbar war der Akt, den Lilith machte sehr ansteckend, denn Rose und Leena standen ebenso auf und nahmen ein einfaches Messer.

Beide verzogen kurz ihr Gesicht über die Schmerzen, dann öffneten sie ihre verletzten Hände. „Mein Blut ist auch rot!“ „Komisch… auch mein Blut ist rot.“

„Oi, der Glatzkopf. Ihr habt bestimmt eure Kämpfe hinter euch, welche Farbe hat euer Blut?“ fragte Lilith respektlos den General, aber der war längst am Grinsen.

„Lady Lilith, ich brauche mich nicht zu verletzen, ich weiß sehr genau, dass ich ebenso rotes Blut in meinen Körper habe.“

„Wunderbar, dann kommt die interessanteste Frage. Eure Majestät, vermutlich kennt ihr eure Blutfarbe ebenso oder?“ starrte Lilith nun den König an. Sie dachte, er würde ebenso eine Antwort wie der General liefern, aber es kommt komplett anders.

Dieser stand auf und holte einen Dolch aus seine Weste und schnitt sich in die Hand. Sofort zog jeder die Luft ein, erstaunt über die Aktion, die der König macht. König Augustine hat selber in seiner Jugend als Prinz mehrere Kämpfe hinter sich und wusste sehr wohl, welche Farbe sein Blut hat, aber… irgendwie war die Aktion von Lilith so ansteckend, dass er es mitmachen musste.

Der König hob grinsend seine verletzte Hand hoch: „Es ist rot, der Beweis, dass ich auch ein Mensch bin oder?“

„Damit habt ihr mich erwischt, hätte nicht gedacht, dass ihr das mitmacht. So ihr beiden Pfeifen, kennt ihr nun den Unterschied?“ fragte Lilith wieder die Berater, die nun sehr schweigsam waren.

„Es gibt keinen Unterschied. Wir tragen alle das gleiche Blut in uns, die Farbe jeder Person hier bestätigt dies. Was macht euch also besser außer euer Geburtsrecht? Bürgerliche, Adelige, arm oder reich, letztendlich sind wir alle Menschen und stehen auf einer Stufe.

Menschen brauchen eine Führung, dass ist richtig, aber nicht mit der Einstellung die ihr Fettsäcke habt. Wir leben alle als ein Volk und wollen uns entwickeln, wollen für unseren Nachwuchs und darüber hinaus nur das Beste.

Aber wenn solche widerlichen Führungskräfte, ob es nur Berater sind die an der Macht sind, entwickelt sich auch in der Zeit ein Geschwür, das den Menschen schadet.“ schob Lilith ihre blutverschmierte Hand wieder in ihre Rüstung rein, das Schwert steckte längst in der Schwertscheide.

„Ich hoffe, dass der König euch nun an die Front gegen die Dämonen schickt, damit ihr selber aus nächster Nähe erlebt, was die Soldaten tagtäglich gegen die Dämonen erleben müssen, denn kämpfen könnt ihr ja scheinbar.“ grinste Lilith böse.

Sakura wusste nicht, dass die beiden fetten Berater noch blasser werden konnten als sie schon sind, aber… sie genoss jede Minute, was Sina mit ihnen machte.

„Ich glaube Lady Lilith, meine Berater haben verstanden, was ihr sagen möchtet. In euren Augen sind wir alle gleich und wer euren Respekt haben will, muss ihn sich verdienen.“ sprach der König mit einer sanften Stimme.

„Ihr beiden solltet euch um eure Verletzungen kümmern, denn sie sehen ziemlich schlimm aus. Sucht doch einfach den Burgarzt auf, er wird sich euch widmen.“ lächelt der König ihnen zu. Die Berater wussten genau, dass sie in diesem Moment entlassen waren und nicht wieder zu erscheinen brauchten.

Wütend starrten beide Lilith an, aber dies prallte nur an der Dämonin ab. Dann gingen beide mit herunterhängenden Schultern aus dem Thronsaal, am Rücken spürten sie die anklagenden Blicke der Wachen.

„Wow… das hätte Markus wirklich sehen müssen, denn er hätte sich gefreut, was mit den Beratern eben passiert ist.“ murmelt Axel grinsend, während er sich von Rose heilen ließ. Scheinbar hatte der General auch Heilkräfte, denn dieser versorgte den König.

„Nun… Seid der Krönung zum König habe ich noch nie so eine Szene wie heute erlebt. Ich möchte mich nicht beklagen, dass es irgendwann eintönig wurde, dass sind die wichtigen Gespräche niemals, aber…“ versuchte der König sich zu erklären.

„Gewöhnt euch daran eure Majestät, Lilith ist in vielen Dingen… sehr einzigartig.“ murmelt die Heldin Sakura.

„Mit mir wird es halt nicht langweilig.“

Kapitel 279

Ich bin wiedergeboren und … schaut mich nicht so böse an!

Eine Gruppe von fünf Menschen betraten die Hauptstadt von Ethia. Die Reise war für alle mehr oder weniger ein Wohltat gewesen, nicht mehr auf der Flucht zu sein. Unterwegs wurden sie mehrmals von Monstern oder Banditen überfallen, aber Lilith konnte ihre Freunde immer dazu animieren, sie selber zu töten. Ende vom Lied war, dass sie immer stärker und stärker wurden.

„Das ist also eure Hauptstadt? Zumindest ist das bisher die größte Stadt, die ich im Leben gesehen habe.“ kommentierte Lilith. Die Stadt haben sie schon von weitem gesehen, vor allem war die Burg nicht zu übersehen und aus irgendeinen Grund leuchtete die Stadt in einem hellen Ton.

„Endlich… Zuhause. Noch nie hatte ich so viel Heimweh gehabt.“ murmelt Rose und Axel konnte das schon nachvollziehen.

„Gehen wir direkt zum König oder wie läuft das nun? Wie heißt der eigentlich?“ fragte Lilith, denn sie wollte sich ein… bisschen an die Regeln halten.

„Der Name des Königs lautet Augustine von Raschur. Aber wir sprechen ihn alle mit „Eure Majestät“ an. Tja… mit Meister Markus könnten wir direkt zum König, aber ich bin nicht so ein bekanntes Gesicht als beschworene Heldin.“ grinst Sakura schräg.

„Also… anstellen wie alle anderen auch? Können Rose und Axel das mit ihren Abenteurerkarten nicht beschleunigen?“ wunderte sich Lilith wo die beiden angesprochenen auf einmal lachen mussten.

„Warum… sollte man uns Abenteurer schneller durchlassen? Wir sind keine Adeligen oder so.“ schmunzelt Axel und Rose nickte zustimmend.

„Und… Leena? Dieser Draco ist doch eine Berühmtheit, dann müsste…“ kam der nächste Vorschlag von der Dämonin, aber alle schütteln ihre Köpfe. „Himmel… dann stellen wir uns an…“

Gesagt getan. Scheinbar nehmen die Torwachen ihren Job sehr ernst, denn wenn ein Händler mit seiner Kutsche kam, wurde alles penibel kontrolliert. Dadurch verlängert sich das Warten immer mehr und mehr.

„Ist… irgendetwann mal was vorgefallen, dass es so strenge Kontrollen gibt? Selbst wo ich herkomme sind die Wachen viel lockerer.“ wundert sich Lilith.

„Hmm… nicht wirklich. Ich meine, es gibt bestimmt in der Stadt eine Unterweltorganisation die ihre Finger im Glücksspiel, verbotene Substanzen oder Prostitution hat. Vielleicht will man das irgendwie in den Griff bekommen, aber solange Adelige ebenso in dieser Sache involviert sind, dürfte es fraglich sein, ob man die Organisation überhaupt bekämpfen kann.“ erklärte Rose.

„Natürlich sind alle Adeligen recht schaffende Menschen, die nur das „Beste“ für ihr Volk wollen. Dummerweise machen irgendwie… die meisten immer das Gegenteil, aber wir sind nur dumme Bürger, die ihre Handlungen nicht verstehen.“ schüttelt Axel leicht angewidert den Kopf.

„Aha? Solange mir keiner von ihnen auf den Keks geht? Wisst ihr, in meinen Augen sind alle mehr oder weniger auf einer gleichen Stufe, zumindest versuche ich das so umzusetzen. Ich gehe ein bisschen nach meinen Vorbild.“ lächelt Lilith.

„Und… wer ist dein Vorbild? Irgendein Dämon aus der Vergangenheit oder wie?“ hakte Leena nach, die ein bisschen mehr über Lilith erfahren will.

„Aber nein. Jeder kennt ihn und respektiert ihn, aber alle haben auch irgendwie Angst vor ihm. Der Tod. Er wäre der einzig wahre Demokrat auf der Welt, denn in seinen Augen sind alle Wesen gleich. Reich, arm, stark, schwach. Dämon oder Mensch, Elf oder Zwerg, ihm ist alles gleichgültig. Er kommt, wenn der Zeitpunkt gekommen ist und geleitet dich zur anderen Seite. Selbst Götter erkennen seine Existenz an, also macht ihn das zu einem der mächtigsten Wesen, die es allgemein gibt.“ philosophiert Lilith.

„Wow… so habe ich das noch nie gesehen. Wieder was Neues gelernt.“ staunte Rose, während die anderen über diese Weisheit grübeln mussten.

„Meinen… sie das wirklich ernst, was sie da gesagt haben junge Dame?“ fragte auf einmal eine männliche Stimme hinter ihnen. Alle drehten sich um und sahen einen etwas älteren Mann mit grauen Vollbart und Rucksack stehen.

„Aber sicher. Kein Wesen lebt für alle Ewigkeiten oder? Ein… bekannter Gelehrter von mir meinte sogar, dass der Tod ein eigenes Universum haben muss, wo überall Sanduhren zu sehen sind mit den Namen von Lebewesen. Sobald das letzte Sandkorn durchgelaufen ist, sucht der Tod es auf. Selbst mir wurde bei der Vorstellung leicht übel, aber scheinbar muss der Tod ja seine Arbeit irgendwie lieben, damit er es macht.“ nickte Lilith.

„Ich… verstehe. Euer Gelehrter muss ein sehr kluger Kopf sein, denn wer oder was ist schon der Tod? Niemand möchte sich gerne mit ihm auseinandersetzen oder?“ lächelt der alte Mann.

„Aber lasst mich euch eine Warnung geben, denn ihr scheint neu in der Hauptstadt zu sein. Versucht… eure Weisheiten ein bisschen für euch zu behalten, denn die Inquisition ist in letzter Zeit… etwas aktiver bei ihrer Arbeit geworden.“ kam die Warnung.

„Ist was vorgefallen in der Stadt?“ fragte Sakura sofort und der alte Mann wiegelt seinen Kopf hin und her.

„Es… gibt das Gerücht, dass sich in der Hauptstadt Anhänger des dunklen Gottes befinden. Naja, neu sind die Gerüchte nicht, denn für mich ist das nur eine Ausrede, dass sie weiterhin Menschen an öffentlichen Plätzen verbrennen können. Scheinbar ist ein Bischof in die Stadt gekommen, dass ist eher der Grund meiner Meinung nach.“ flüstert der Mann ein bisschen.

„Wie kann es sein, dass in einer so wunderbaren Stadt wie diese hier solche barbarischen Akte umgesetzt werden vor den Augen des Königs? Selbst die Dämonen machen nicht mal so einen Blödsinn.“ sagte Lilith es in einer Lautstärke, dass jeder seinen Kopf nach der blonden Frau umdrehte.

„Bist… du wahnsinnig?!“ zischte Axel. „Diese Art von Aufmerksamkeit können wir echt nicht gebrauchen!“

„Ich kann dir eins versprechen, aber wenn diese Spinner vor meinen Augen irgendwen verbrennen, kann es sein, dass sie ihre eigene Medizin schmecken werden! Die Göttin ist ein Wesen für Frieden und Wohltat, sie würde NIE im Leben diesen Scheiß akzeptieren! Es wundert mich, dass sie nicht längst irgendwen geschickt hat, der diese Barbarei beendet!“ redet sich Lilith in Rage, jeder merkte auf einmal eine Wärme die jedem sehr unangenehm war.

„Lilith! Beruhige dich!“ mahnte Sakura, die sich an die Warnung erinnerte, dass mit der Wut bei der Dämonin eine Feueraura entstehen kann. „Es sind andere Sitten und Gebräuche, wir als Fremde haben nicht das Recht, uns da einzumischen!“

Den Blick den Lilith Sakura zuwarf versprach was anderes, aber die Hitze nahm wieder ab, die Gefährten hatten schon das Schlimmste befürchtet.

„Ihr solltet wirklich auf eure Freundin hören, sonst macht ihr euch nur unglücklich.“ stimmte der alte Mann der Heldin zu. „Tja… warum der König wegschaut, weiß ich nicht. Dazu gibt es ebenso Gerüchte, aber scheinbar seid ihr nun an der Reihe. Es war… schön mit jemanden zu sprechen, der einen sehr klugen Kopf hat.“ lächelte der alte Mann zum Abschied.

„Halt… einfach jetzt deine Klappe, ok Lilith? Du machst es uns echt nicht einfach!“ war Sakura leicht böse, aber auch die anderen wirkten nicht wirklich begeistert.

„Wer seid ihr und was sind eure Ziele?“ fragte die Torwache. „Ich bin die beschworene Heldin Sakura, die mit ihren Gefährten von der Mission zurückkehren und nun den König aufsuchen wollen.“ stellte sich die Heldin vor und zeigte den Wachen eine bestimmte Brosche.

„Huch? Warum habt ihr uns das nicht gleich gezeigt, dann hätte… eure Kameradin nicht so einen Krach veranstaltet.“ sah man den Respekt in den Augen der Wache.

„Ich… wusste nicht, ob es geht, weil Meister Markus diese Art von Arbeit immer übernommen hat. Danke das… ihr ein Auge zudrückt mit meiner Gefährtin.“ bedankte sich Sakura und dann wurden sie reingelassen.

„Aha? Schön zu wissen, dass du etwas hattest, was dies beschleunigen konnte. Dann wissen wir ja nächstes Mal, wie wir schneller reinkommen können.“ merkte Lilith an.

„Bitte… kein Chaos mehr. Auch wenn ich dir mitfühlen kann, aber selbst ich bin machtlos bei diesen Problemen hier.“ seufzte Sakura.

„Was auch immer, ihr kennt meine Meinung und ebenso die Warnungen! Dann lasst uns den König aufsuchen.“ zuckte Lilith desinteressiert die Schulter. Die Gefährten hofften nun wirklich, dass Lilith keinen Kontakt mit der Inquisition haben wird, sonst wird es in der Stadt wohl brennen.

Auf dem Weg zur Burg ging die Gruppe durch mehrere Straßen, die aber immer stets mit Menschen und anderen Rassen gefüllt waren.

„Hmm… gibt es hier keine Tiermenschen?“ wunderte Lilith sich nach einiger Zeit. „So eine große Stadt und man sieht keinen von ihnen.“

„Tiermenschen? Sie sind ziemlich verachtet, weil die Dämonen ihre Dienste in Anspruch genommen haben. Kein Tiermensch geht freiwillig in eine Stadt wie diese, die Bürger würden sie lynchen.“ erklärte Axel.

„Ist… das irgendwie normal, dass man alles über einen Kamm schert? Das trifft doch nicht auf alle Tiermenschen so, einige wollen bestimmt einfach nur die Welt besichtigen und können doch nichts dafür, was ihre… Verwandten machen.“ argumentiert Lilith.

„Tja… es ist wie es ist. Ich bin nur froh, dass nur wenige Tiermenschen sich mit den Dämonen einlassen.“ murmelt Rose.

„Meine Hausdienerin ist auch ein Tiermensch, von der Katzenrasse. Sie ist soooo süß, irgendwann werde ich vermutlich durch Niedlichkeit sterben.“ schwärmte Lilith, wo ihre Gefährten misstrauisch eine Augenbraue hochhoben.

Dann änderte sich etwas in der befüllten Straße. Alle Menschen machten auf einmal Platz, als drei weißgekleidete Männer die Straße runtergingen, dabei nahmen sie alles sehr in Augenschein.

„Das… sind die Paladine von der Inquisition.“ flüstert Rose, weil Lilith sehr verwundert schaute, dabei schauten alle bis auf Lilith auf den Boden um keine Aufmerksamkeit zu bekommen…

„Hey du!“ meldete sich einer der Paladine. Der zeigte mit dem Finger auf Lilith, weil sie die Männer so angestarrt hatte und von Angst keine Spur zu sehen war. Provozierend drehte Lilith ihren Kopf nach hinten. „Nein, du bist gemeint! Komm mal her!“

„Nö.“ lehnte Lilith direkt auf und bekam die Aufmerksamkeit aller, ihre Gefährten fluchten fast sehr hörbar. Alle Menschen nahmen sofort Abstand von der Gruppe, so dass zwischen den Paladinen und Lilith´s Gruppe viel Platz war.

„Wie war das?!“ brüllte der Paladin und ging wütend auf Lilith zu. „Zeigt mir ein bisschen mehr Respekt…“ und bekam eine Faust ins Gesicht, der ihn in ein Haus schleuderte. Die Mauer krachte in ein und eine Rauchwolke kam raus. Die anderen beiden Paladine haben irgendwie noch nicht mitbekommen, was eben passiert ist.

„Meine rechte Faust heißt Respekt. Schön das du sie kennenlernen wolltest.“ lächelte Lilith böse, selbst ihre Freunde gaffen sie gerade an. Sofort brach eine Panik in der Menschenmenge aus, überall rannten die Menschen umher.

Die Chance nutzte Lilith und zog ihre Freunde mit sich, weil die Paladine in diesem Chaos überhaupt nicht zu ihnen ran kamen. Dabei lachte Lilith mit einer sadistischen Freude, dass sie leichte Tränen in den Augen bekam.

„Du verrückte Kuh! Nun werden sie erst recht auf der Suche nach dir sein! Dabei bist du ja nicht mal unauffällig mit deiner Rüstung und so!“ schimpfte Leena.

„Schau mir in die Augen, was siehst du da?“ lächelte Lilith mit voller Vorfreude. „Das es dir sooo egal ist…“ ließ Leena ihre Schulter hängen.

„Du kennst mich langsam wirklich gut. Wir sind scheinbar die Spinner losgeworden, gehen wir doch wieder auf die Suche nach dem König.“ lächelt Lilith weiter. Ihre Freunde schauten sie alle sehr böse an und sagten nichts, als sie wieder auf dem Weg gingen.

Aber mit der Aktion, die Lilith gemacht hat, ist nun etwas passiert, was bei jeden Bewohner ankam. Jemand hat sich mit der Inquisition angelegt, ohne Angst zu haben auf die Konsequenzen. Es werden noch weitere Vorfälle passieren und ähnliche Gerüchte kamen schnell zutage.

Nach einiger Zeit waren sie endlich an der Burg angekommen und Sakura setzte nun direkt ihre Brosche ein, wo sie auch reingelassen werden. Ein Ritter führte sie zu dem Thronsaal, als Leena sich meldete:

„Da… du dich vermutlich nicht so mit der Etikette auskennst, rate ich dir, dass nachzumachen, was wir machen, ok Lilith?“

„Erm… ich werde es versuchen.“

Aber damit fing das Drama erst richtig an.

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