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Kategorie: Novel 1: Ich bin wiedergeboren? Seite 42 von 72

Kapitel 294

Ich bin wiedergeboren und der Aufstand des Volkes?

„Hmm… haben wir nichts mehr, was ich kochen könnte?“ grübelte Lilith, als sie wieder vor Rose wach wurde und Frühstück machen wollte. „Glaube… das habe ich gestern alles verbraucht, wieso essen Rose und Axel soviel ohne Magenschmerzen zu bekommen…“

Lilith trug ein blutrotes Kleid, mit ihrem üblichen Schnitt in der Brust. Am Vortag trug die Dämonin das verarbeitete grüne Kleid noch und hatte für jede Menge Gesprächsthema in der Stadt gesorgt, aber interessanterweise sind sie keinen Paladinen begegnet.

„Hilft nichts, ich muss auf den Markt gehen… Am besten hinterlasse ich eine Notiz für Rose, damit sie keine Sorgenfalten im Gesicht bekommt.“ schmunzelt Lilith und suchte nach etwas schreibbarem…

„Rose und Sherry würden sich bestimmt sehr gut verstehen, so… unähnlich von der Person her sind sie ja scheinbar nicht.“ kam der nächste Gedanke von Lilith, als sie endlich ein Blatt Papier fand. Sie schrieb eine Notiz, wo sie wäre und dass sie sich beeilt wiederzukommen.

„Dann wollen wir mal. Hoffentlich kann mir jemand den Weg beschreiben.“ war Lilith voller Tatendrang und verließ die Wohnung. Draußen angekommen, sah Lilith viele Menschen in eine Richtung gehen, wundert sich, dass so früh schon so viel los ist.

„Erm Entschuldigung, aber könnt ihr mir sagen, wie ich schnell zum Marktplatz komme?“ fragte die Dämonin ein älteres Ehepaar. Beide schauten sich verdutzt an, als der Mann dies sagte: „Junge Dame… sie brauchen einfach nur dem Menschenstrom zu folgen, der führt… sie direkt dahin.“

„Oh? Vielen Dank, dann sollte ich es ja finden und Lebensmittel kaufen können.“ verbeugte sich Lilith dankend und ging denselben Weg wie die anderen Menschen.

„Glaube… diese Frau hat nicht mitbekommen, was… dort passieren wird.“ schüttelt die Frau traurig den Kopf. „Sehr wahrscheinlich, danach dürfte sie kein Interesse mehr haben, noch an Essen zu denken…“ stimmte der Mann zu.

Mehrere Minuten vergingen, aber Lilith fiel die todtraurigen Augen vieler Menschen auf, eine wirklich… positive Stimmung war was anderes. „Was… ist denn los? Das geht ja zu wie auf einer Beerdigung.“ dachte Lilith.

Viele Straßen und Wege ging Lilith nun, aber irgendwann… wurde es immer enger, dass man nur im Gänseschritt weitergehen konnte. Nun wurde es der Dämonin zu dumm und fragte einen Mann an ihrer Seite.

„Entschuldigung, aber was ist eigentlich hier los? Bevor sie sich wundern, aber ich bin erst vor kurzem hier angekommen.“ fragte Lilith. Erstaunt schaute der Mann sie an und wollte sie vorerst ignorieren, aber scheinbar überwand er sich.

„ … Auf dem Marktplatz werden wieder… Menschen bei lebendigem Leibe verbrannt. Diese Information wurde gestern Abend von der Inquisition bekanntgegeben…“ flüsterte der Mann die Antwort.

„Bitte?! Wieso?“

„Das… kann ich nicht sagen, aber es sollen über zwanzig „Ungläubige“ verbrannt werden, mehr weiß ich leider auch nicht…“ schüttelt der Mann traurig den Kopf.

Lilith fiel dazu nichts ein. Dann strömte eine neue Energie durch ihren Körper und bannte sie nun etwas gewaltsamer durch die Menschenmenge, denn… diese Barbarei will und kann sie vom tiefsten Herzen nicht zulassen!

Die Dämonin wusste nicht wie viel Zeit vergangen ist, sie hat auch die Umgebung ausgeblendet, damit sie sich konzentrieren konnte, was vor ihr ist… Bis sie auf einem riesigen Marktplatz war. Überall standen Menschen, Zwerge und Elfen, sogar an den anliegenden Häusern sah man an den Fenstern und sogar Dächern weitere Personen…

Dann sah Lilith zwanzig große Scheiterhaufen mit einen großen Baumstamm… wo Menschen angebunden wurden. Man hat ihnen die Münder mit einen Stofffetzen verbunden, ihre panische Angst in den Augen konnte man nicht übersehen.

Lilith hat aufgehört, sich einen Überblick über die Zuschauer zu machen, es ging über die tausende. Aber erstaunlicher war es, dass bei der großen Menge so wenige weißgekleidete Paladine es schafften, die Menge vor den Scheiterhaufen getrennt zu halten.

Ein großes Podest wurde aufgebaut, wo ein roter… Priester stand und eine Schriftrolle in der Hand hielt, für Lilith war der weißgekleidete Mann hinter dem Priester interessant, denn dieser strahlte Autorität aus, mit hoher Wahrscheinlichkeit der Bischof.

Scheinbar war für den Priester der Zeitpunkt gekommen, seine Rede zu halten, denn dieser ging einige Schritte vor, dann rollte er seine Rolle auf. Schlagartig wurden alle Zuschauer still, dass es selbst für Lilith unheimlich war.

„Menschen, Zwerge und Elfen. Wir haben uns heute versammelt, um diese Ungläubigen dem heiligen Feuer zu überlassen. Sie wurden von uns für Schuldig befunden, den Glauben der Göttin vernachlässigt zu haben und haben damit den Zorn der Göttin herbei beschworen.“

Scheinbar wurde seine Rede mittels Magie verstärkt, denn man konnte sie klar und verständlich über dem gesamten Marktplatz hören.

„Wenn jemand der Anwesenden etwas gegen dieses Urteil einzuwenden hat, möge er jetzt sprechen oder auf ewig schweigen.“

Die „Opfer“ versuchten irgendetwas zu sagen, werden aber daran gehindert durch die Mundfesseln. Viele Zuschauer schauten beschämt auf dem Boden, Angst… vor den Konsequenzen.

„Dann…“ „HALT! ICH LEGE EINSPRUCH!“ schrie eine laute Frauenstimme.

Der Priester, aber auch der Bischof reagierten erschrocken, dass sich auf einmal jemand meldete. Sofort machte die Zuschauermenge Platz von der rot gekleideten Frau, die das gerufen hat. Alle sahen nur die Frau, die ein rotes Kleid trug, sehr lange platinblonde Haare hatte sowie eine Brille.

„Wer wagt es unser heiliges Ritual zu stören?“ reagierte der Priester erbost, dabei schaute er die Frau an.

„Mein Name ist Lilith. Ich verlange zu wissen, mit welchen Beweisen ihr die Schuldigkeit bei diesen Personen festgestellt habt!“ stellte Lilith sich laut vor.

„W… wie könnt ihr es wagen?! Wir sind die Diener der Göttin! Unser Wort ist über alles erhaben!“ zeterte der Priester.

„Ich wiederhole meine Frage! Mit welchen Beweisen begründet ihr euer Urteil?“ wirkte Lilith kein bisschen eingeschüchtert, sie ging sogar an den Priester näher ran.

„Wir… haben ein spezielles Konzept, dass könnt ihr nicht verstehen!“ sagte der Priester es nun sehr verschwitzt, während der Bischof mit seinen Augen verkniffen die Frau anstarrte.

„Aha, warum überlasst ihr es nicht mir… dem Volk hier selbst die Entscheidung, ob wir euer Konzept verstehen oder nicht? Dort werden Menschen verbrannt… für was?! Mit welcher Begründung wollt ihr diese Menschen verbrennen? Wegen Unglaube? Ehrlich, dass sind Sätze, die unartige Kinder von Eltern hören, wenn sie Mist gebaut haben!“ stand Lilith vor dem Podest, die Paladine haben sie ohne Probleme durchgelassen.

„Ich… ich…“ kam der Priester in Erklärungsnot, denn… für solche Probleme wurde er nicht geschult, als der Bischof eine Hand auf seine Schulter legte. „Ist schon gut, ich werde es nun übernehmen.

Gute Frau. Ich trage eines der höchsten Ämter in unserer Religion und bin die Stimme der Göttin. Ich kann euch beruhigen, dass diese Personen dort zu Recht verbrannt werden.“

„Echt? Cool, wirklich. Wenn ihr die Stimme der Göttin seid, warum seid ihr nicht der Papst? Dachte, nur er sei die Stimme der Göttin? Wäre er dann ein Lügner? Oder seid… ihr der Lügner?“ stellte Lilith die Frage. Erstaunt riss der Bischof seine Augen auf, er hat mit vielem gerechnet, aber nicht mit so einer brutalen Frage.

Lilith war mitten im Sturm, die Zuschauer starrten sie alle an, bei den Opfern sah man in den Augen die kommende Hoffnung.

„Ich gehe sogar ein Schritt weiter. Wurdet ihr, ihr persönlich, von der Göttin zu eurem Rang befördert oder… war das nicht eher jemand auf einer höheren Stufe? Dann muss doch dieser eigentlich der Sprecher der Göttin sein. Wisst ihr… in meinen Augen seid ihr nur ein Lügner.

Wir Menschen haben klare Strukturen in jeder Organisation und eure Religion ist nicht anders aufgebaut. Was aber anders ist, dass ihr eine Barbarei betreibt, die selbst nicht mal Dämonen machen würden.“ zeigte Lilith anklagend mit den Finger auf den Bischof.

Sofort entstand ein Gemurmel unter den Zuschauern, denn… noch niemand hat jemals die Inquisition so öffentlich in Frage gestellt wie diese Frau es tut.

„Wie… könnt ihr es wagen, unsere jahrtausendelange Tradition in Frage zu stellen?!“ wehrte sich nun der Bischof.

„Weil bisher niemand den nötigen Mumm dazu hatte! Ich habe eine weitere Frage. Warum werden nur die Personen verbrannt aus dem Volk und nicht auch welche von den Adeligen?“ kam der nächsten Paukenschlag und sofort verstummen alle Zuschauer bei der Frage, dann starrten sie nun leicht wütend den Bischof an.

„Was… ist mit dieser Frau?!“ dachte der Bischof in diesem Moment und ahnte… irgendwas böses wird kommen, aber auch diesen Sturm wird er überstehen…

„Ich kenne so viele Adelige, sie haben nicht eine Minute einen frommen Gedanken an die Göttin! Höchstens wenn man ihnen an den Kragen geht, fällt ihnen kurz vor dem Moment ein, dass vielleicht die Göttin sie retten könnte.

Eher ist das Volk hier, was eure Barbarei hier ansehen muss, gläubige Personen. Ob sie morgens, mittags oder abends beten, dass soll ihnen doch überlassen werden oder nicht? Wie viele der Zuschauer hier müssen über den halben Tag arbeiten, damit sie das nötige Geld bekommen um das Essen für ihre Familie zu haben?

Und dann kommt ihr und macht ihnen das Leben zur Hölle? Was ist der GRUNDSATZ von der Göttin eigentlich? Den müsstest ihr bestimmt auswendig können.“ grinste Lilith böse.

„Miteinander in Harmonie und Frieden leben, aber bevor…“ wollte der Bischof was sagen, als er seinen Fehler bemerkte.

„MENSCHEN, ZWERGE UND ELFEN! Ihr habt diesen Mann gehört! Harmonie und Frieden! Und was tut die Inquisition? Folter, Einschüchterung und öffentliche Verbrennungen, dass ist… so falsch, falscher kann es nicht gehen!“ schrie Lilith laut und drehte sich dem Volk zu.

Der Bischof machte eine Zeichen zu den Paladinen, dass sie es sofort unterbinden müssen, aber die Dämonin hat es kommen sehen. Zehn Paladinen rannten auf die Frau zu, als Lilith den ersten Paladin zur Seite schlug, dann die restlichen.

Alle… reagierten erschrocken, wie die berühmten Paladinen einfach von einer… Frau einseitig zusammengeschlagen wurden, man hörte nur laute Schmerzensschreie der Paladine.

„Und nun wollen sie mich entfernen, weil ich ihnen unangenehm wurde!“ drehte sich Lilith grinsend zum Bischof um, nachdem von den Paladinen keine weitere Gefahr drohte.

„Ihr könnt euer Konzept nicht erklären, weil es überhaupt kein Konzept gibt! Damit muss ich mir die Frage stellen, habt ihr überhaupt Beweise, weshalb diese Menschen sterben müssen? Zorn der Göttin? Eher habt ihr ihn verdient, dass ihr untreu ihren Glaubensweg verlassen habt, ihr Sadisten!“

Der Priester und der Bischof waren nun voll im Griff der Frau, niemand war scheinbar bereit, ihnen auch zu helfen.

„Aber… Schuld hat das Volk selber!“ nun starrten alle Zuschauer Lilith wütend an, die Geistlichen reagierten abermals erstaunt.

„IHR HABT ES ZUGELASSEN DASS ES SOWEIT KOMMT!“ schrie Lilith die Zuschauer an, keine Angst sah man in ihren Augen.

„Menschen, Zwerge und Elfen… Ich streite die Existenz der Göttin nicht ab, aber auch nicht die des dunklen Gottes, denn… wir alle sind doch der Beweis, dass wir existieren. Das diese Stadt existiert, Alliancia existiert, die Welt Gaia EXISTIERT!

Aber brauchen wir wirklich jemanden, der uns auf die Finger schaut, ob wir brav jede Minute an die Götter denken? ICH SAGE NEIN!

Es gibt keinen perfekten Gläubigen, jede Person hier muss seinen Tag auf seine Art und Weise überstehen, dann brauchen wir nicht noch jemanden, der uns unser geschenktes Leben niedermacht! Die Göttin hätte es niemals gewollt, denn sie will doch, dass wir alle glücklich sind mehr oder weniger!

Eines dieser „Opfer“ scheint sogar schwanger zu sein, wann wollt ihr anfangen, sogar Kinder zu verbrennen? Ihr seid sogar schlimmer als die DÄMONEN!“ wurde Lilith sehr leidenschaftlich, denn den wohlgeformten Bauch einer sehr blassen Frau, dessen Kopf von einer Stoffhaube zugedeckt war, konnte man nicht sehen.

„Ihr gebt nicht mal den Ungeborenen die Chance, seinen Glauben unter Beweis zu stellen, damit verratet ihr nicht nur euren Glauben, sondern eure Menschlichkeit!“

Wieder entstand ein Gemurmel, denn… die Behauptungen der Frau kann man nicht von der Hand weisen. Die Geistlichen konnten sich nicht mehr wehren, denn… sie konnten einfach nicht der Frau widersprechen.

„HÖRT MICH AN! Einen Glauben zu haben ist in Ordnung! Der Glaube kann Berge versetzen, wurde mir gesagt, Wunder erfüllen, aber dass liegt an dem Gläubigen selber!

Wie viele… Personen wurden denn schon verbrannt frage ich euch? Waren unter den Opfern Familie, Bekannte oder Freunde? Personen, von denen ihr mit hoher Gewissheit sagen könnt, dass sie es nicht verdient haben zu sterben?

Wollt ihr wirklich warten, bis die Inquisition anfängt, eure Kinder oder die gebrechlichen Leute zu verbrennen?

ICH SAGE NEIN! GENUG IST GENUG!

Seid ihr es nicht einfach leid, nicht einfach mal auf der Straße richtig lauthals lachen zu können, ohne das irgendwelche „Paladine“ oder eher ausgebildete Schläger kontrollieren, ob ihr brav seid?

IHR SEID DAS VOLK! IHR SEID DAS HERZ DIESES REICHES! IHR SEID ES, WELCHES ALLIANCIA AM LEBEN ERHÄLT!

Und die Inquisition? Sie hat nichts besseres zu tun, als euch zu unterdrücken! Sie tut ja nicht mal was im Krieg gegen die Dämonen, verbrennen keine Adelige, WARUM LÄSST IHR EUCH DAS ALSO GEFALLEN?!“

Ein kleiner Funke war in den Zuschauer schon gewesen, verursacht durch Lilith, als sie die Paladine geschlagen hat. Dieser fing an zu brennen, als das Gerücht kam, dass Paladine ermordet worden sind, aber nun brannte er lichterloh.

Überall sah man die Wut in den Augen der Zuschauer, Lilith hat mit ihrem Charme es geschafft, von allen das Gehör zu bekommen.

„ICH SAGE EUCH WIR BRAUCHEN KEINE INQUISITION! NIEDER MIT DER UNTERDRÜCKUNG DIESER MONSTER! NIEDER MIT ALLEN, DIE WAS MIT DER INQUISITION ZU TUN HAT!

HEUTE IST DER TAG GEKOMMEN, WO IHR EUER SCHICKSAL SELBST IN DIE HAND NEHMEN KÖNNT! RETTET DIESE ANGEBLICH UNGLÄUBIGEN UND WERFT DIE INQUISITION RAUS AUS DER STADT!“ brüllte Lilith mit einer erhobene Faust gen Himmel…

Eine Sekunden passierte nichts… bis die ersten Zuschauer anfingen ebenfalls ihre Fäuste gen Himmel zu strecken und erst leise „Nieder mit der Inquisition“ zu rufen, bis das immer lauter wurde. Panisch schauten die Geistlichen, aber auch die Paladine all die wütenden Personen auf dem Marktplatz an, wie sehr es aus dem Ruder lief.

„HABT KEINE ANGST GEGEN DIESE SCHLÄGER! IHR SEID MEHR ALS SIE ES JEMALS SEIN KÖNNEN! SIE SIND NUR AUSGEBILDETE SCHLÄGER, KEINE MONSTER MIT ÜBERMENSCHLICHEN KRÄFTEN!

NUN WEHRT EUCH! BEFREIT DIE OPFER UND JAGT DIE INQUISITION AUS DER STADT, ZERSTÖRT IHRE GEBÄUDE. NIEDER MIT DER INQUISITION!“

„NIEDER MIT DER INQUISITION! NIEDER MIT DER INQUISITION! NIEDER MIT DER INQUISITION!“ brüllte die Menge, alle machen mit. Menschen, Zwerge, Elfen brüllten immer wieder diesen einen Satz.

„DANN GREIFT SIE ENDLICH AN! ÄNDERT EUER LEBEN!“ befahl Lilith und die Zuschauer taten es. Die Paladine hatten keine Chance gegen die Masse, sie wurden sofort überrumpelt.

„Das… darf doch nicht wahr sein?!“ stammelte der Priester, der Bischof hat immer noch nicht seine Sprache wiedergefunden, als die Menge auf sie mit erhobenen Fäuste zugerannt kamen.

„NIEDER MIT DER INQUISITION! NIEDER MIT DER INQUISITION! NIEDER MIT DER INQUISITION! NIEDER MIT DER INQUISITION! NIEDER MIT DER INQUISITION! NIEDER MIT DER INQUISITION!“

„RICHTIG! NIEDER MIT DER INQUISITION! SCHMEIßT SIE RAUS, LASST EUCH NICHT MEHR UNTERDRÜCKEN! TEILT DIE INFORMATION AUCH DEN ANDEREN STÄDTEN MIT! WEHRT EUCH, DENN KEINE MACHT DER INQUISITION!“ brüllte Lilith feurig.

Eine Veränderung fand an diesem Tag in der Hauptstadt statt, wie sie noch nie zuvor geschehen ist. Das Volk lehnte sich auf gegen die unfaire Unterdrückung und die Inquisition bekam es nun schmerzlich zu spüren. Soviel Wut und Hass hat sich bei den Bewohnern gesammelt, Lilith hat das Ventil geöffnet und ihnen den Mut gegeben, sich zu wehren.

Es herrschte das reinste Chaos auf dem Marktplatz, Paladine werden zusammengeschlagen, aber auch die Geistlichen werden diesen Tag mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht überleben. Einige der Zuschauer gingen zu den gefesselten Personen, um sie zu befreien, Lilith tat dasselbe, aber ging bewusst zu der schwangeren Frau, weil sie eine böse Vorahnung hatte wegen ihrer blassen Haut.

Die Dämonin sprang hinter die schwangere Frau, holte ihr Schwert Lazarus raus und schnitt die Fesseln an den Händen durch. Erschöpft fiel die Frau auf ihre Knie und legte sofort eine Hand auf ihren Bauch, entfernte mit der anderen Hand den Mundknebel.

„Danke… wirklich… danke“ flüsterte die Frau, dessen Gesicht Lilith immer noch nicht erkennen konnte, aber die weißen Haare von der Frau hat die Dämonin sehr wohl mitbekommen.

„Keine Ursache, lass uns schnell verschwinden, bevor die Menge mitbekommt, was du wirklich bist….“ wollte Lilith die Frau aus dem Chaos raus bringen, aber die Frau gab einen gepressten Schmerzschrei von sich. „Was… ist los?!“

„Ich… glaube, mein Kind kommt?“ stammelte die Frau und schaute Lilith in die Augen, als sie in ein bekanntes Gesicht sah.

„Bitte, hilft mir!“ bat Layla verzweifelt.

Kapitel 293

Ich bin wiedergeboren und die Trauer?

„Ich bedanke mich, dass ihr euch Zeit für mich nehmt.“ verbeugte sich Sakura vor dem König, der mit dem Erzmagier Draco anwesend war. Aber auch Leena war ebenfalls im Raum, damit Sakura nicht alleine ist.

„Keine Ursache. Ich war schon ein bisschen neugierig, über was ihr mit mir sprechen wolltet.“ lächelte der König freundlich.

Alle Parteien waren im Büro des Königs und saßen sich auf dem Sessel gegenüber, so dass… jeder sich mehr oder weniger im Auge hat.

„Es geht um die Überwachung von Leena. Lilith… hat auf ihre Art und Weise schnell herausbekommen, was Leena´s eigentliche Aufgabe ist.“ kam die Heldin direkt zum Punkt.

„Hm… ich frage mich immer noch, ob es nicht der größte Fehler meines Lebens war, als ich sie bat, eure Lehrerin zu werden.“ legte der König beide Hände zusammen, wie ein Gebet.

„Für mich ist sie das Beste, was mir auf dieser Welt passieren konnte. Keine Ahnung… wie es geendet hätte, wäre Meister Markus noch am Leben, aber… so wie ich ihn für die kurze Zeit kennengelernt habe, hätte er sich mit Lilith verstanden.

Was ich eigentlich sagen möchte ist, ich kann verstehen, warum sie mich unter Beobachtung gestellt haben. Wenn ich überlege, dass ich am Anfang fast dem Nervenzusammenbruch nahe war, müssen… sie sich vergewissern, ob ich meiner Aufgabe als beschworene Heldin wirklich nachkommen kann.

Leena war so freundlich gewesen und hat euch den genauen Bericht gegeben, so solltet ihr nun wissen, dass ich mich sehr wohl von unserer letzten Begegnung sehr stark unterscheiden sollte. Zusätzlich will Lilith mit uns nach… unserer verdienten Pause, direkt das nächste Training angehen.

Meine Bitte ist einfach, dass ihr Leena aus eurem Dienst als Spionin entlasst, sodass sie sich auf ihre eigenen Aufgaben konzentrieren kann. Meister Draco… wurde dies schon gesagt, aber letztendlich seid ihr die Person, die darüber entscheidet.“ erklärte Sakura sachlich.

„Und… wenn ich das nicht mache? Als König habe ich sehr viel Verantwortung wie ihr wisst, da muss ich mich wirklich vergewissern, vor allem was Lilith in Wirklichkeit ist, dass… ihr eure Aufgabe nicht vergesst.“

„Dann werde ich einfach… euren Befehl ignorieren, eure Majestät. Ich habe Meister Draco diesbezüglich schon meine Meinung dazu gesagt, dass betrifft euch nun ebenso. Ich werde nicht mehr die Augen und Ohren für euch sein. Die Freundschaft mit meiner Gruppe ist mir viel wichtiger, als irgendwelcher Palastpolitik nachzugehen.

Wenn ihr mein „Nein“ nicht akzeptieren könnt, wie würde Lilith das in diesem Moment sagen? Nicht mein Problem, denn ihr müsst damit zurecht kommen, denn wir müssen uns tatsächlich auf wichtige Dinge konzentrieren. Der Feind schläft nicht, unbezwingbare Monster erscheinen und ein noch stärkerer Dämonenkönig greift uns an.“ sagte Leena das sehr ernsthaft.

Der König riss erstaunt seine Augen auf, während Draco hörbar seufzte über die Aussage. „Ich… verstehe. Scheinbar hat Lilith einen ziemlich hohen Einfluss auf euch.“ antwortet der König verärgert.

„Ich kenne sie nun langsam gut genug, um zu wissen, wie man mit ihr umgeht, ohne eine ihrer Fallstricke zu aktivieren. Im Herzen ist das eine liebe Frau, aber… ihre Rasse sowie Erziehung haben sie auf eine perverse Art und Weise verdreht, dass sie unbemerkt immer sofort zu einer Killermaschine wird.

Das würde zumindest erklären, warum Lilith die Fähigkeit „Bizarre Gedanken“ auf so einem hohem Level hat. Wenn ich die Lehrbücher richtig verstanden habe, müsste sie schon längst ein sabberndes Wrack geworden sein, aber das ist sie nicht.

Für mich ist Lilith wirklich eine sehr wichtige Person geworden, zumal ich… sehr viele Dinge von ihr lerne, was mir vorher nicht bewusst war. Die Aktion gegen euren Sohn tut mir wirklich leid, aber… ich würde euch anraten, weitere Treffen mit anderen Adeligen oder Personen mit hohen Stolz zu vermeiden.“ meinte Sakura.

„Bleibt mir ja keine andere Wahl. Mein Sohn… macht seit dem Vorfall… einen sehr nachdenklichen Eindruck. Äußerlich geht es ihm gut, aber… der Kampf hat seine Spuren bei ihm hinterlassen, zumal sein Stolz wirklich mit Füßen getreten worden ist.“ schüttelt der König den Kopf.

„Außerdem Vater, meine Freunde habe ich in das andere Geheimnis eingeweiht, weil Lilith… auch da wieder sehr scharfsinnig gemerkt hat, dass… mehr hinter der Geheimmission stecken musste. Tja… was blieb mir anderes übrig, als die volle Wahrheit zu sagen?“ zuckte Leena ihre Schulter.

Nun wurde der König erst richtig sauer und wollte was sagen, als Draco zur Beruhigung eine Hand auf seine Schulter legte.

„Eure… Majestät. Wenn… ich euch den Rat geben darf, dann solltet ihr Heldin Sakura und ihre Freunde… ihren Weg gehen lassen. Alles… andere würde nur zu einer Konfrontation mit Lady Lilith führen.

Vermutlich… hat Lady Lilith Leena in die Ecke gedrängt, nun kennen sie die Wahrheit. Aber… mein Bauchgefühl sagt mir, dass ihr uns mit dem Wissen nicht wirklich etwas… androhen oder erpressen wollt oder?“ beruhigte der Erzmagier die Situation.

„Das ist richtig. Ich… kann mich wirklich darauf verlassen, dass meine Freunde den Mund halten werden.“ nickte Leena.

„Trifft das auch auf Lady Lilith zu? Sie gehört exakt zu den Personen, die mit dem Wissen… unüberlegte Sachen anstellen könnten.“ war der König skeptisch.

„Sie wird nur dann etwas machen, wenn du irgendetwas gegen mich, meinen Freunden oder sie anstellst. In dieser Beziehung kann ich dich beruhigen.“ wiegelte Leena ihren Kopf.

„Hrmm…. nur für den Fall… sollte Lady Lilith Amok laufen, seid ihr in der Lage sie aufzuhalten? Erzmagier Draco berichtete mir, dass ihre Werte sogar sechsstellig sein sollen.“ schaute der König in die Augen von Sakura.

„Nein. Nicht möglich. Sie ist eine Götterbestie und wenn kann nur eine andere Götterbestie sie aufhalten… oder vermutlich ihre Freundin. Aber ich kann mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sagen, dass wir keinen Kontakt zu ihre Freundin bekommen werden, weil selbst Lilith nicht weiß, wie man zu ihr kommt.

Wir müssen daher alles… in die Wege leiten, dass sie NICHT Amok läuft, so einfach ist das. Ich will damit nicht sagen, dass wir nun alles erdulden müssen, was Lilith in der Zukunft macht, denn gewisse Grenzen sollte man ihr schon aufzeigen, aber ansonsten bewusst sie zu provozieren, sollte man dann schon vermeiden.“ schüttelt die Heldin den Kopf. „Zieh sie nicht in die Politik rein und du hast deine Ruhe.“ füge Leena hinzu.

„Ich habe gehört, es werden ein paar Paladine vermisst. Hoffe… doch sehr, dass Lady Lilith nicht ihre Finger im Spiel hat?“ versuchte der König die Frauen mit der Frage zu ködern. Leena hatte diesen Schritt geahnt und mit Sakura das Gespräch geübt, damit beide ein Pokerface halten können.

„Mir persönlich ist das… egal, was mit diesen Schlägern passiert. Sie tragen keinen Beitrag zu diesem Krieg, schüchtern nur euer Volk ein und ihr… schaut weg. Ich kann Lilith mal danach fragen, aber vermutlich gibt sie ihren üblichen Kommentar ab.“ verzog Sakura nicht das Gesicht, worauf Leena stolz war.

„Hrm… eure Einstellung habe ich über Markus schon gehört bezüglich der Inquisition. Wir sind halt eine andere Welt, da herrschen andere Regeln und Sitten. Nun gut… Leena wird von meinem Dienst… entlassen, sie kann nun ihren eigenen Weg gehen.“ ließ der König leicht seine Schulter hängen.

„Ich danke für euer Verständnis Majestät.“ verbeugte sich Sakura, während Leena nichts dazu sagte.

„Leena… sei bitte einfach nur vorsichtig ok? Ich habe deine Mutter wirklich geliebt.“ teilte der König das noch mit, bevor er das Zimmer verlässt. Erstaunt schaute Leena dem König hinterher, als er dann weg war.

„ … Verstehe…“

Gildenhaus:

Lilith hat ihren Kopf auf ihre Knie gelegt, während Rose sie von der Seite streichelte. „Was… ist denn passiert?“

„ … Ich bin keine Götterbestie mehr…“ flüstert Lilith und alle reagierten schockiert über die Information.

„Erm… warte. Du hast… doch eben einen Beruf gewählt oder? Und Götterbestie ist doch deine Rasse, richtig? Wie… kannst du dann auf einmal keine Götterbestie mehr sein? Was bist du denn nun geworden?“ hakte Axel sofort nach.

„Ich weiß das nicht… Meine Rasse wurde zu einer Chaosbestie transmutiert, nachdem ich diesen merkwürdigen Beruf… Chaos ausgewählt habe… der mit den zu vielen Vorteilen…“ flüstert Lilith weiter, man sah wie Tränen vom Gesicht runter fielen.

Emanuel, die Gildenmeisterin stand auf und setzte sie nun auf die andere Seite, dabei streichelt sie den Rücken der weinenden Dämonin.

„Lilchen… auch… wenn ich nur grob das Konzept der… Götterbestien verstanden habe, aber… ist es denn so schlimm… dass deine Rasse sich geändert hat? Du warst doch vorher ein Mensch gewesen, bis du zu einer Götterbestie wurdest.“ tröstete Emanuel.

Rose und Axel schauten sich gegenseitig an, denn Lilith hat mehr oder weniger nur den Bericht über Götterbestien erklärt, aber nicht unbedingt, was sie vorher war.

„Nein… ich war kein Mensch… Ich war nie ein Mensch gewesen… nun mutiere ich selber immer mehr zu einem Monster und die… einzigen Ansprechpartner für dieses Problem sind die Götter…“ sagte Lilith ein bisschen die Wahrheit.

„Hmm… vielleicht solltest du überlegen, uns alles zu sagen. Mit den… wenigen Informationen, die du uns immer gibst, können wir nicht wirklich viel anfangen.“ sprach die Gildenmeisterin für alle.

„ … Wenn ihr darauf schwören könnt, alle Information für euch zu behalten, jetzt sowie in der Zukunft, sie keinem weitergebt, mündlich noch schriftlich… wäre ich bereit, alles zu sagen. Die Informationen über mich… sind schwerwiegender, als ihr euch vorstellen könnt.“ murmelt Lilith, immer noch mit dem Kopf auf den Knien.

„Nun wirst du aber merkwürdig. Du kannst mir ruhig vertrauen…“ wunderte sich Emanuel, aber Rose meldete sich. „Nein… Lilith vertraut allen, aber auch niemanden. Glaube… es ist einfacher, wenn wir einfach den Schwur abhalten, sonst weiß ich nicht wie ich dich trösten kann Lilith.“ dabei schaute Rose abwechselnd Axel und Emanuel an.

Beide… seufzten und gaben ihren Schwur ab, dann sagte Rose dies ebenfalls. „Nun haben wir dies getan, hoffentlich… können wir dir nun helfen.“

„Ich… war früher ein Dämon gewesen…“ flüstert Lilith und Emanuel riss erstaunt ihre Augen auf, dann schaute sie die anderen an, die am Nicken waren.

„Aber… wie ist das möglich? Euch fehlen… doch alle Merkmales eines Dämons?“ hakte die Gildenmeisterin nach, Lilith hielt eine Hand hoch.

„Das liegt am Ring der Transmutation. Solange ich… ihn trage, sehe ich für alle aus wie ein Mensch. So würde ich eher aussehen: Illusion: Alte Gestalt.“ zauberte Lilith und eine geflügelte Lilith mit schwarz roten Haaren und unterschiedlichen Augenfarben erschien.

„Das… erklärt eure Andeutungen in der Trainingshalle… Und ihr wusstet davon Rose und Axel?“ schaute die Gildenmeisterin vorwurfsvoll ihre „Kinder“ an.

„Ja… aber wir können dich beruhigen, trotz dass Lilith… eine fürchterliche Frau ist, kann man ihr trotzdem vertrauen, obwohl sie ein Dämon ist.“ Axel.

„Huch? Ich dachte du hasst Dämonen aus tiefstem Herzen? Hm… wenn Axel sein Vertrauen ausspricht, dann sollte ich seinem Urteil vertrauen. Ihr… habt bestimmt eure Gründe, warum ihr diese Geheimniskrämerei gemacht habt.“ Emanuel

„Ja… damit Lilith die Städte von Alliancia betreten kann, musste sie unter Schmerzen ihre Verwandlung durchführen. Von den Dämonen ist sie mehr oder weniger eine Verräterin, also… gibt es nicht allzu viele Orte, wo sie hin kann. Zumal, sind wir alle Freunde. Sie lebt bei mir, hilft uns stärker zu werden, wie können wir sie… einfach alleine in die Wildnis lassen?“ Rose

„Aww… das ich das selber erlebe, wie Dämonen und Menschen… sich gegenseitig helfen, das würde mir keiner glauben. Aber… das waren nicht wirklich die schwerwiegenden Informationen oder?“ Emanuel

„ … Ich… bin nicht irgendein Dämon, sondern die Prinzessin der Dämonen.“ Lilith

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„Doch nicht in diesem Zeitalter. Ich… stamme aus der Zukunft und wurde durch einen Zauber der Leere in die Vergangenheit geschickt. Sakura… kennt dieses Geheimnis, das war es, was ich mit ihr alleine besprochen habe im Dungeon.“ Lilith

„Das… ist nun wirklich sehr schwer zu glauben Lilchen.“ Emanuel

„Ihr habt doch bestimmt normale Identifikationsbrillen, nun könnt ihr alle meine… eigentlichen Titel und Werte sehen.“ war Lilith immer noch in ihrer knienden Position, entfernte aber die Ohrringen.

„Ein Moment, die habe ich auch irgendwo…“ murmelt die Gildenmeisterin, dann gab sie Axel sowie Rose eine der Brillen, dann setzten sie sie zeitgleich auf.

„Ach du… heilige Scheiße. Du bist wirklich eine Prinzessin?!“ rutschte es aus Axel raus, aber Emanuel dagegen musste bei ihren Attributen schwer schlucken. Keine… Armee der Welt könnte es mit dieser Frau aufnehmen.

„Lilith… all… deine Werte, Fähigkeiten und Ähnliches. Ist das der Grund… warum du so in Trauer bist?“ fragte Rose, die zwar blass war, aber irgendwie kein Problem damit hatte.

„Ja. Vorher… hatte ich sie alle nicht gehabt. Erst… als ich diesen Beruf „Chaos“ genommen habe, kamen sie alle. Ihr habt alle gesehen, wie ich unter den Schmerzen gelitten habe. Ich bin wirklich ein Monster des Chaos geworden…“ fielen Lilith wieder die Tränen vom Gesicht runter.

„Du bist wirklich sehr anstrengend…“ murmelt Rose und umarmte Lilith tröstend. Das war scheinbar nun doch zu viel für die Dämonin, die an der Heilerin lehnte und lautlos weinte.

„Och Lilchen… kannst du nicht einfach den Beruf wieder wechseln, wie ich es dir vorher gesagt habe, wenn es dich so fertig macht?“ fragte Emanuel. Lilith legte eine Hand auf die Glaskugel, wartete einen Moment und schüttelt dann ihren Kopf.

„Nein… ist irgendwie… fest eingebrannt. Vermutlich werde ich keine Berufe mehr wechseln können.“ hörte man nun die Verzweiflung aus der Stimme.

„Das… tut mir wirklich sehr leid. Ich würde es gerne wieder gut machen aber… das ist für mich das erste Mal, dass ein Beruf nicht mehr wechselbar ist, noch dass… es eine Person komplett verändert sowie auch die Rasse dazu.

Komm… ich mache dir noch einen anderen Tee, das sollte dich ein bisschen aufmuntern, dann können wir in Ruhe weiter reden.“ stand Emanuel wieder auf und machte sich ans Werk.

„Lilith… mit diesen Werten, haben alle Götterbestien so hohe Attribute?“ versuchte Axel Lilith ein bisschen abzulenken.

„Ich… weiß es nicht. Titanus konnte ich mit meiner stärkten Fähigkeit direkt töten, während Tierra… so viele tödliche Schläge überleben konnte, dass ich selber beinahe gestorben wäre… Aber gegen eine Götterbestie habe ich schon verloren.“ teilte Lilith es mit.

„Du… hast verloren? Sicher das es nicht ein Gott war?“ war Rose über die Information erstaunt, aber spendet ihrer Freundin weiterhin Trost.

„Exos der Magiertyrann. Laut seiner Aussage war er die erste Götterbestie, die erschaffen wurde und die Magie auf der Welt kontrollieren sollte. Dummerweise… wurde er scheinbar so stark von den Göttern gemacht, dass er sich ihnen widersetzte und seine eigenen Pläne schmiedet… Pläne die… die Welt von allen Lebewesen reinigen soll.

Diese Götterbestie kommt vermutlich noch am nächsten an einen Gott ran, denn in meinen Kampf… wurde ich sehr einseitig mit Magie besiegt, die mich tatsächlich verletzt hat. All meine Immunitäten haben mir nicht geholfen, weil er das Element in den Zaubern ändern kann, zusätzlich kann er auch meine Gedanken lesen.

Das ist mehr oder weniger mein Erzfeind. Zu verhindern, dass sein Wille umgesetzt wird, wollte ich stärker werden, aber… nicht zu dem Preis, dass ich mich selbst verliere und mich zu einem Monster entwickle.“ murmelt Lilith.

„Puh… mit Macht und Stärke kommt Verantwortung oder? Ohne… deine gesamte Geschichte zu kennen, aber… wenn so ein Mann auf der Welt ist, dann bist du doch der Gegenpart oder nicht?

Ich… bin mir nicht sicher, was deine Freundin gesagt hätte, aber zumindest würde ich dir sagen: Kopf hoch, denn ich bin doch deine Freundin wie Axel, Leena, Sakura und neuerdings auch die Gildenmeisterin Emanuel.

Vielleicht… ist da jetzt ein bisschen zu viel auf einmal gekommen, aber du machst mir nicht den Eindruck, als würdest du dich lange davon abhalten.“ muntert Rose die weinende Dämonin auf.

„Hier… trink das. Auch das wird dich aufmuntern. Diesen Tee mache ich nur zu besonderen Anlässen, weil die Pflanze so schwer zu züchten ist.“ stellte Emanuel nun eine Tasse mit eine klaren Flüssigkeit.

„D… danke…“ löste sich Lilith von Rose, dankend mit einem nickenden Lächeln und trank den Tee… „Beim dunklen Gott und der Göttin… wen muss ich umbringen für die Rezeptur?“

„Oh ho ho, scheinbar habe ich nicht zu viel versprochen. Nun… sprich mich noch mal später auf das Rezept an, jetzt geht es erst mal nur um dich.“ freute sich Emanuel.

„Scheinbar geht es dir ja tatsächlich besser.“ meinte Axel, als Lilith nicht aufhören konnte, den Tee zu trinken.

„Ja… danke. Auch ich bin nur… eine Person die Hilfe von Freunden braucht.“ lächelt Lilith sehr schüchtern, ein ungewohntes Bild.

„Soo… wir wissen nun, dass du eine Chaosbestie geworden bist, WEIL du einen Beruf genommen hast, den es überhaupt nicht gibt. Dann wissen wir, dass du nicht nur irgendein Dämon bist, nein, du bist sogar die Prinzessin der Dämonen. ABER aus der Zukunft, diesen Teil muss du mir näher erklären.“ bat Emanuel.

„Frag mich nicht, wie viele Jahrtausende ich aus der Zukunft komme und auch nicht, wie… die Geschichte in diesem Zeitalter verläuft, denn das weiß ich beides nicht. Das einzige was ich nur weiß, betrifft den Wolf Cimmeris, mehr aber auch nicht.“ fing Lilith mit der Erklärung an, dann anschließend wie sie durch ein fehlgeschlagenes Experiment von Dr. Ruin in dieses Zeitalter kam.

„Bei der Göttin, bin ich froh, dass ihr wirklich aus einer sehr weiten Zukunft kommt. Ich kann mir dein Zeitalter nicht mal ansatzweise vorstellen, wenn dort jede Menge aktive Götterbestien herumlaufen.“ wirkte Emanuel sehr erleichtert.

„Erm… sie sind jetzt schon aktiv.“ merkte Lilith an und die Gildenmeisterin schaut die Dämonin verdutzt an.

„Walter wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit den größten Berg mit der Forschergruppe in Vurdinia erreichen. Der Grund, warum er dort hin soll liegt daran, dass IM Berg Tierra lebt und dieses Monster ist Schuld daran, dass der gesamte Kontinent mehr oder weniger am Kochen ist.“ erklärte Lilith wieder.

„Titanus müsste eigentlich auch sehr bekannt sein, vielleicht eher unter einem anderen Namen, aber das ist das weltgrößte laufende Monster, dass immer nur in eine Richtung geht und alles auf seinem Weg zertrampelt. Dann gibt es Glacia, ein Wassermonster das im Ozean alle Schiffe angreift, das in seine Nähe schwimmt.“

„Hmm… die gibt es, wusste aber nicht, dass sie einen Namen haben.“ musste Emanuel über die Beschreibungen grübeln. „Der laufende Berg“ so nennen wir dieses Monster, aber Titanus passt sogar eher. Zuletzt wurde es in Batzien gesehen, wo es in den Ozean ging.

„Das Monster aus der Tiefe“ ist sogar ziemlich bekannt. Dieses Monster ist der Alptraum jedes Kapitäns auf dem Meere. Dieser Job… ist sogar riskanter als die eines Abenteurers, weil jede Schiffsfahrt immer eine Reise ohne Wiederkehr sein kann.

Es… macht mich nicht wirklich glücklich zu wissen, dass diese Monster auch in deinem Zeitalter noch leben. Aber das spricht dann wirklich für ihre legendäre Stärke.“

„Bevor ich hier in diesem Zeitalter gelandet bin, fing ich an, ein Team aus starken Kämpfern aufzubauen, die es definitiv mit den Götterbestien aufnehmen können. Wäre einer von ihnen hier, würde ich mir über Cimmeris keine Gedanken machen, aber ich kenne sein eigentliches Element immer noch nicht. Zumal ich vermutlich auch keine Informationen über ihn sammeln kann.“ wurde Lilith nachdenklicher, das Gespräch lenkte sie tatsächlich von ihrer Trauer ab.

„Oh? Dann wird die Zukunft ja richtig interessant, wenn alle gemeinsam gegen diese Monster kämpfen, ihr an der Spitze gegen diesen Exos. Ich bin ehrlich, dabei bin ich nur eine einfache Frau. Diese Bürde könnte ich nicht bewältigen, aber ihr sehr wohl.

Ihr habt Freunde in der Zukunft, aber auch jetzt, die zu euch stehen! Vielleicht… war es sogar Schicksal, dass ihr etwas in, aus eure Sicht, Vergangenheit was machen müsst, damit ihr einen Schritt näher kommt, um gegen die anderen Götterbestien anzukommen.

Wir werden nicht gegen sie kämpfen, dass habe ich aus der Geschichte herausgehört, aber sehr wohl du. Aber was wir machen können ist, dass wir in dieser schweren Zeit an deiner Seite stehen werden und dir eine seelische Unterstützung anbieten, damit du dich nicht selbst verlierst.“ wurde Emanuel auf einmal sehr ernst.

„Genau. Am Anfang konnte ich dich überhaupt nicht leiden, das wurde mit deiner Aktion im Dungeon auch nicht besser, aber… du hast unsere Mission, die eigentlich zum Scheitern verurteilt war, erfolgreich bewältigt.

Wegen dir… musste ich mir wirklich Gedanken machen, ob ich mich von meinen Hass weiter kontrollieren lassen oder mich weiter entwickeln will.“ grinste Axel von seinem Platz.

„Sogar Rose hat sich sehr stark verändert, aber das hast du schon bestimmt selber mitbekommen, so anhänglich sie bei dir geworden ist.“

„Ey… komm jetzt nicht auf falsche Gedanken. Ich mag die liebe Seite von Lilith, aber ihre dunkle Seite bereitet mir zu viel Bauchschmerzen.“ merkte Rose an.

„Sorry… glaube, ich werde heute Abend wieder was leckeres kochen.“ bot Lilith an, dabei konnte sie wieder lächeln. „Und… danke euch. Danke euch, dass ihr den Schwur akzeptiert habt, sodass ich mich wirklich aussprechen konnte.“

„Aww darauf freue mich!“ kuschelt Rose sich an einen Arm von Lilith. „Gut das wir genug Kleider gekauft haben für dich.“

„Keine Ursache, das Gespräch macht dich doch dadurch wieder mehr zu einer netten Person als zu einem Monster, vielleicht solltest du dir in dieser Hinsicht nicht zu viele Gedanken machen.“ nickte Axel.

„Axel wird bei jedem Satz immer erwachsener. Würde ich das nicht selber sehen und hören, die Person hätte ich als Schwindler deklariert!“ nickte die Gildenmeisterin für sich selber.

„Wieso… hat jeder eine andere Meinung von mir?“ war nun Axel niedergeschlagen.

„Was soll ich dazu sagen? Bei mir ändern sich ja immer alle Meinungen, je nach Situation und wer gestorben ist.“ versuchte Lilith ihn zu trösten.

„Nun bin ich wirklich sehr tief gefallen, wenn mich eine Prinzessin der Dämonen tröstet…“

Kapitel 292

Ich bin wiedergeboren und Chaos?

„Soo, dann wollen wir doch mal schauen, was wir wegen deinem Beruf machen könnten. Du hast bestimmt keinen Beruf oder?“ lächelt Emanuel.

„Erm… nein, aber ich habe schon davon gehört, dass man dies als Abenteurer umsetzen kann dank des System.“ zuckte der Mundwinkel von Lilith.

„Oh? Ihr seid ziemlich gut informiert, aber das ist richtig. Ihr legt eure Hand auf den Kristall und bekommt mehrere Berufe zur Auswahl.“ stellte Emanuel eine Glaskugel vor Lilith ab. Dies tat Lilith und bekam ihr gewohntes Bild vor Augen:

> Auswahl Berufe<

>Samurai-Großmeister <

>Traumkämpfer-Neuling <

>Illusionskämpfer-Neuling <

>Krieger-Neuling <

>Berserker-Neuling <

>Monsterjäger-Neuling <

>Insektenvernichter-Neuling <

>*Chaos*<

„Huh? Ist die Kugel in Ordnung?“ wunderte sich Lilith, als sie die Berufe sah, vor allem letzteres. „Lass mich mal schauen… Nö, alles in Ordnung.“ meinte Axel, als er seine Hand darauf legte und dies überprüfte. Rose tat es ebenso: „Stimmt… aber ich habe meinen Beruf mal angepasst, nun bin ich eine Experten-Heilerin.“

„Öhm? Ok?“ legte Lilith wieder ihre Hand auf den Kristall, ihre Auswahl ist dieselbe geblieben. „Was… zum Geier ist Chaos?!“ dachte Lilith. „Liebe… Emanuel. Gibt es… eine Möglichkeit irgendwo nachzulesen, welche Vorteile die Berufe haben? Ich… habe acht Berufe zur Auswahl, was mir die Entscheidung nicht… wirklich einfach macht.

„Hmm… offiziell nein. Aber… ich wäre ja nicht die berühmte Abenteurerin Emanuel, wenn ich nicht auch dafür eine Lösung hätte.“ grinste die Gildenmeisterin und holte eine… sehr eigenartige Brille aus dem Inventar.

„Das ist eine verbesserte Version der Identifikationsbrille, aber sie ist nur ausgelegt, um die verborgenen Eigenschaften der Berufe zu sehen. Es ist eine meiner Prototypen, aber… vielleicht hilft es dir ja ein bisschen. Nur… das gilt für alle, ich will dass ihr über dieses Projekt den Mund haltet ok?“ warnte die Gildenmeisterin und alle mussten schlucken.

„Ihr… seid wirklich mit Abstand eine der klügsten Frauen, die ich bisher getroffen habe. Nicht nur wisst ihr mit Worten umzugehen, sondern habt einen Tee gezüchtet, den ich noch nie gekostet habe. Nun kommt ihr mit einem Werkzeug, das überhaupt nicht existieren dürfte.“ musste Lilith ihre Freundin loben.

„Oh ho ho, danke für die Komplimente. Viele sehen es mir leider nicht so wirklich an, aber wenn man mich näher kennt, schaffe ich es immer wieder die Leute zum Staunen zu bringen.“ lächelte Emanuel, ihre Wangen wurden dabei rot.

Lilith tauschte die Brillen aus und legte ihre Hand erneut auf die Glaskugel, staunte anschließend nicht schlecht, welche Informationen sie nun sehen konnte.

  • Samurai-Großmeister:
    • +Level up Schnelligkeit
    • +Level up Vitalität
    • +Level up Ausdauer
    • +Fähigkeit Beidhändigkeit
  • Traumkämpfer-Neuling:
    • +Level up Intelligenz
    • +Level up Ausdauer
    • +Fähigkeit Traumwandeln
  • Illusionskämpfer-Neuling:
    • +Level up Schnelligkeit
    • +Level up Intelligenz
    • +Fähigkeit Illusion
  • Krieger-Neuling:
    • +Level up Stärke
    • +Level up Ausdauer
    • -Level up Intelligenz
  • Berserker-Neuling:
    • +Level up Stärke
    • +Level up Schnelligkeit
    • +Level up Vitalität
    • +Level up Ausdauer
    • -Level up Intelligenz
  • Monsterjäger-Neuling:
    • +Level up Stärke
    • +Level up Schnelligkeit
    • +Titel: Monsterjäger (Zusätzlichen Schaden auf alle Monsterarten)
  • Insektenvernichter-Neuling:
    • +Level up Schnelligkeit
    • +Level up Vitalität
    • +Level up Ausdauer
    • +Titel: Insektenjäger (Zusätzlichen Schaden auf Insektoide)
  • Chaos:
    • +Level up Stärke
    • +Level up Schnelligkeit
    • +Level up Ausdauer
    • +Level up Intelligenz
    • +Level up Alle Fähigkeiten
  • +Unbekannte Fähigkeit
  • +Unbekannte Fähigkeit
  • +Unbekannte Fähigkeit
  • +Unbekannte Fähigkeit

„Erm… was ist denn mit Chaos los? Das ist ja mehr oder weniger der reinste Cheat…“ verarbeitet Lilith die Informationen.

„Und? Hast du dich nun entschieden? Du siehst immer noch so nachdenklich aus.“ fragte Emanuel nach, aber Lilith schüttelt ihren Kopf.

„Ich… habe da einen Beruf… wo ich ernsthafte Zweifel habe, weil… die positiven Effekte ziemlich… heftig sind.“ war der Kommentar von Lilith. „Verdammt das Sakura nicht da ist, sie würde das eher verstehen, wo mein Problem ist.“ dachte Lilith wieder.

„Also… ich würde das schon nehmen oder? Wenn dich das stärker macht? Sagtest du nicht selber, dass… man für den Wolf gewisse Vorbereitungen treffen müsste?“ kam der Vorschlag von Axel.

„Ernsthaft Axel, was ist passiert, dass du nun so gute Vorschläge machen kannst? Es ist, als wurdest du von jemand anderem ersetzt.“ hob Lilith ihre Augenbrauen hoch.

„Ey! Nur weil meine Emotionen am Anfang überhand genommen haben, heißt es nicht, dass ich dumm bin oder so!“ wehrte sich Axel sofort.

„Schon Pläne gemacht, wie du Sakura um die Finger wickelst? Hmmm?“ fragte Rose ganz unschuldig mit einem spitzbübischen Lächeln.

„Hoo? Ist unser „Axel“ verliebt? Dann kannst du ruhig jederzeit zu mir kommen, ich gebe dir gerne Tipps, wie man einer Dame den Hof macht.“ zwinkert die Gildenmeisterin dem jungen Kerl zu.

„Das… ist jetzt nicht euer Ernst oder? Ich dachte, wir wollten herausfinden, welchen Beruf Lilith nimmt?“ lenkte Axel direkt vom Thema ab. Emanuel und Rose seufzten, dann schauten sie wieder Lilith an.

„Nehme ich es oder nicht…“ grübelte Lilith immer noch.

„Du… kannst auch jederzeit einen anderen Beruf nehmen, sollte deine erste Wahl nicht das sein, was du es dir vorstellst.“ kam der Tipp von der Gildenmeisterin.

„Ok, machen wir das so.“ nickte Lilith und aktivierte den Beruf „Chaos“. Auf einmal leuchten beide Tätowierungen sowie die rote Kugel in der linken Hand stark auf, am gesamten Körper kamen Schmerzen. Lilith wollte laut aufschreien, aber biss sich die Zähne so stark zusammen, dabei wurde sie sehr blass und schwitzte stark.

„Was… was ist los?!“ fragte Rose sofort und wollte helfen, aber so konzentriert wie Lilith sah, hatte die Heilerin Angst, irgendetwas auszulösen. Dabei fing an der linken Wange von der Dämonin an, etwas grünliches… leuchtendes… zu wandern.

>Beruf: Chaos freigeschaltet <

>Rasse Götterbestie transmutiert zu Chaosbestie <

>Göttliche Stärke: Level 3 erreicht <

>Göttliche Schnelligkeit: Level 3 erreicht <

>Göttliche Vitalität: Level 3 erreicht <

>Göttliche Intelligenz: Level 3 erreicht <

>Göttliche Ausdauer : Level 3 erreicht <

>Leere Resistenz: Level 10 erreicht <

>Leere Immunität freigeschaltet <

>Körper Resistenz: Level 10 erreicht <

>Körper Immunität freigeschaltet <

>Feuer, Wasser, Erde, Wind, Dunkelheit, Licht, Chaos, Leere, Körper Immunitäten fusionieren zu eine neue Fähigkeit:

>Magie Immunität freigeschaltet <

>Bizarre Gedanken: Level 9 erreicht <

>Super-Regeneration: Level 8 erreicht <

>Illusion: Level 10 erreicht <

>Titel: Meister der Illusion erhalten <

>Fähigkeit: Realitätsveränderung freigeschaltet <

>Realitätsveränderung: Level 1 erhalten <

>Traumwandeln: Level 8 erreicht <

>Seelenraub: Level 3 erreicht <

>Meteorregen: Level 2 erreicht <

>Inferno: Level 3 erreicht <

>Schwert: Level 12 erreicht <

>Fähigkeit: Chaosschnitt freigeschaltet <

>Chaosschnitt: Level 1 erhalten <

>Großschwert: Level 10 erreicht <

>Titel: Meister des Großschwertes erhalten <

>Fähigkeit: Schwerer Schwertschlag freigeschaltet <

>Schwerer Schwertschlag: Level 1 erhalten <

>Axt: Level 10 erreicht <

>Titel: Meister der Axt erhalten <

>Fähigkeit: Axtschlag freigeschaltet <

>Axtschlag: Level 1 erhalten <

>Speer: Level 10 erreicht <

>Titel: Meister des Speers erhalten <

>Fähigkeit: Speerschlag freigeschaltet <

>Speerschlag: Level 1 erhalten <

>Hellebarde: Level 10 erreicht <

>Titel: Meister der Hellebarde erhalten <

>Fähigkeit: Hellebardensturzflug freigeschaltet <

>Hellebardensturzflug: Level 1 erhalten <

>Keule: Level 10 erreicht <

>Titel: Meister der Keule erhalten <

>Fähigkeit: Keulenschlag freigeschaltet <

>Keulenschlag: Level 1 erhalten <

>Unbewaffnet: Level 11 erreicht <

>Fähigkeit: Sturmschlag freigeschaltet <

>Sturmschlag: Level 1 erhalten

>Beidhändigkeit: Level 11 erreicht <

>Fähigkeit: Schwerttornado freigeschaltet <

>Schwerttornado: Level 1 erhalten <

>Werfen: Level 10 erreicht <

>Titel: Meister des Werfens erhalten <

>Fähigkeit: Zielschuss freigeschaltet <

>Zielschuss: Level 1 erhalten <

>Peitsche: Level 8 erhalten <

>Allesschneider transmutiert zu Alleschneider II <

>Alleschneider II: Level 1 erhalten <

>Schwertwirbel transmutiert zu Schwertwirbel II <

>Schwertwirbel II: Level 1 erhalten <

>Schockexplosion transmutiert zu Schockexplosion II <

>Schockexplosion II: Level 1 erhalten <

>Zerstörungsschnitt transmutiert zu Zerstörungsschnitt II <

>Zerstörungsschnitt II: Level 1 erhalten <

>Dämonischer Schnitt: Level 8 erhalten <

>Erste Hilfe: Level 8 erhalten <

>Kochen: Level 5 erhalten <

>Singen: Level 6 erhalten <

>Musizieren: Level 8 erhalten <

>Meistertitel Schwert, Großschwert, Axt, Speer, Hellebarde, Keule, Unbewaffnet, Beidhändigkeit, Werfen, Waffenmeister fusionieren zu einem neuen Titel: <

>Ultimativer Waffenmeister erhalten <

>Vorahnung II erhalten <

>Chaosbestienfähigkeiten freigeschaltet <

>Chaoshand erhalten <

>Chaosatem erhalten <

>Chaosblitz Level 1 erhalten <

>Chaosregen Level 1 erhalten <

Eine Änderung nach der anderen kam vor Lilith´s Augen, dabei stand sie selber unter mörderischen Schmerzen, aber schaffte es durch eisernen Willen nicht laut aufzuschreien. Dann hörten die Schmerzen auf, ihre Armtätowierungen leuchten nicht mehr und… an der Wange von Lilith war ein neues… Tattoo in schimmerndem grün, dass eher zu dunkelgrün neigte.

Lilith fiel erschöpft auf dem Sessel nach hinten, Rose legte ihr nun eine Hand auf die Schulter und hatte besorgte Augen. „Was… ist los?!“ kam sofort die Frage, selbst Axel und Emanuel machten besorgte Gesichter.

„Ich… weiß es nicht… ich… haben diesen Beruf… genommen mit den vielen Vorteilen… als mein gesamter Körper… höllische Schmerzen verursachte… alle… meine Fähigkeiten, Titel, Attribute… haben sich komplett verändert… Lass mich meinen Status anschauen… Status“ atmete Lilith sehr schwer, dann sah sie ihren Status…

Name: Sina die Chaosbringerin

Rasse: Chaosbestie

Alter: 21 Jahre (147 Jahre)

(Titel: Held der Dämonen, Prinzessin der Dämonen, Teufel)

Titel: Erzfeind der Untoten, Drachentöter, Verteidiger, Vampirtöter, Lady, Reichskanzler, Götterbestienjäger, Menschenschlächter, Freund der Wüstenwächter, Spinnenschlächter, Ultimativer Waffenmeister, Meister der Illusion


Beruf: Chaos

Level: 317

Attribute: (Fälschung) / (Original)

  • Vitalität: 25123 / 265.490
  • Mana: 25446 / 266.244
  • Stärke: 25456 / 283.663
  • Schnelligkeit: 25614 / 281.427
  • Intelligenz: 25927 / 264.420
  • Ausdauer: 25439 / 265.612

Magische Fähigkeiten:

  • Illusion Level 10 / Level 10
  • Traumwandeln – / Level 8
  • Seelenraub – / Level 3
  • Meteorregen – / Level 2
  • Inferno – / Level 3
  • Realitätsveränderung Level 1 / Level 1 (Neu)
  • Chaosblitz Level 1 / Level 1 (Neu)
  • Chaosregen Level 1 / Level 1 (Neu)

Aktive Fähigkeiten:

  • Schwert Level 12 / Level 12
  • Großschwert Level 10 / Level 10
  • Axt Level 10 / Level 10
  • Speer Level 10 / Level 10
  • Hellebarde Level 10 / Level 10
  • Keule Level 10 / Level 10
  • Unbewaffnet Level 11 / Level 11
  • Beidhändigkeit Level 11 / Level 11
  • Werfen Level 10 / Level 10
  • Peitsche Level 8 / Level 8
  • Allesschneider II Level 1 / Level 1 (Neu)
  • Schwertwirbel II Level 1 / Level 1 (Neu)
  • Schockexplosion II Level 1 / Level 1 (Neu)
  • Zerstörungsschnitt II Level 1 / Level 1 (Neu)
  • Dämonischer Schnitt Level 8 / Level 8
  • Chaosschnitt Level 1 / Level 1 (Neu)
  • Schwerer Schwertschlag Level 1 / Level 1 (Neu)
  • Axtschlag Level 1 / Level 1 (Neu)
  • Speerschlag Level 1 / Level 1 (Neu)
  • Hellebardensturzflug Level 1 / Level 1 (Neu)
  • Keulenschlag Level 1 / Level 1 (Neu)
  • Sturmschlag Level 1 / Level 1 (Neu)
  • Schwerttornado Level 1 / Level 1 (Neu)
  • Zielschuss Level 1 / Level 1 (Neu)
  • Erste Hilfe Level 8 / Level 8
  • Kochen Level 5 / Level 5
  • Singen Level 6 / Level 6
  • Musizieren Level 8 / Level 8

Götterbestiefähigkeiten:

  • Macht des Feuers:
    • Feueraura
    • Feuerflügel
    • Lavahand
    • Lavaatem
    • Flammenhand

Chaosbestienfähigkeiten:

  • Macht des Chaos:
    • Chaosatem
    • Chaoshand

Passive Fähigkeiten:

  • Säure Immunität (Sichtbar)
  • Zustandsveränderungsimmunität (Sichtbar)
  • Magie Immunität (Sichtbar) (Neu)
  • Göttliche Stärke Level 3 / Level 3
  • Göttliche Schnelligkeit Level 3 / Level 3
  • Göttliche Vitalität Level 3 / Level 3
  • Göttliche Intelligenz Level 3 / Level 3
  • Göttliche Ausdauer Level 3 / Level 3
  • Schmerzlosigkeit Level 5 / Level 10
  • Bizarre Gedanken Level 3 / Level 9
  • Super-Regeneration Level 8 / Level 8

Einzigartige Fähigkeiten:

  • Schnelles Lernen – / –
  • Vorahnung II (Sichtbar) (Neu
  • Nachtsicht – / –
  • Limit Brechen – / –

Segen:

  • Dunkler Gottes Schutz – / –

„Was… passiert mit mir nur?“ hörte man die Trauer in der Stimme von Lilith, die sich nun nichts mehr wünscht, als in den Armen von Sherry zu sein.

„Warum… werde ich immer mehr zu einem Monster?“

Kapitel 291

Ich bin wiedergeboren und der ehrliche Verlierer?

„Und Lilith ist die Gewinnerin!“ ging die Gildenmeisterin Emanuel auf die Dämonin zu, während Walter bewusstlos auf dem Boden lag. Ein Schock ging durch die Menge das… ein SSS-Abenteurer vor ihren Augen besiegt worden ist.

„Rose? Kannst du Walter heilen? Ich gedenke meine Wette einzulösen. Und Axel… komm mal kurz her.“ nickte Lilith zu ihren Freunden. Die Heilerin nickte und machte sich ans Werk, während Lilith dem jungen Mann was ins Ohr flüsterte. „Bist… du dir sicher?“

„Ich bin mir so was von sicher. Walter wird in der nächsten Zukunft vorsichtiger sein mit den Wetten. Los, sucht mal die Aufträge, worum ich gebeten habe.“ scheuchte Lilith Axel weg.

„Damit alle Wissen, aber Lilchen wird direkt in den A-Rang befördert. Die Beweise habt ihr alle zur Genüge gesehen. Sie hat das Herz eines wahren Abenteurers sowie die Stärke. Ich bin gespannt, was sie noch schaffen wird.“ teilte Emanuel dies allen mit, aber es herrschte nur eine Totenstille.

„Scheinbar teilt nicht jeder deine Freude schöne Frau. Nicht schlimm, vielleicht werden unsere „Kollegen“ da unten in nächster Zeit etwas… pflichtbewusster.“ grinste Lilith in ihrem zerschnittenen grünen Kleid.

Auf einmal stöhnte Walter, Rose war mit ihrer Heilung fertig. „Ah… der „Schnitter“ wird auch langsam wach.“ ärgerte Lilith ihn.

„Euch fehlen wirklich nur die Hörner, Flügel und Schwanz, dann wärt ihr wahrhaftig ein Dämon.“ knurrte Walter, nachdem er langsam aufstand.

„Habe halt eine dämonische Erziehung hinter mir, bleibe aber letztendlich ein Mensch oder? Und? Seid ihr ein guter Verlierer?“ fragte Lilith den SSS-Abenteurer. Dieser merkte, wie jeder ihn anstarrte und fluchte, dass er zu leichtgläubig dachte, gegen diese Frau eine Wette im Kampf einzuplanen.

„Gib mir die Aufträge, je schneller ich sie fertig bekomme, desto eher werde ich meine eigene Schande los.“ nickte Walter. Axel kam mit drei Postern zurück, die er Lilith überreichte. „Er wird dich dafür richtig hassen…“ murmelte Axel noch.

„DU ahnst nicht, wie egal mir das ist. Es war seine Idee gewesen mit der Wette… Sooo da du immer nur ein Auftrag annehmen kannst, wird meine Freundin Emanuel die anderen solange für dich aufbewahren.“ grinste Lilith spitzbübisch.

„Was soll Walilein denn machen?“ schaute die Gildenmeisterin von der Seite rein, dann riss sie erstaunt die Augen auf.

„Walter, dein erster Auftrag lautet: „Tötet das Monster in der Kanalisation.“ Wenn ich richtig sehe, ist das ein S-Auftrag, also ein Kinderspiel für einen gestanden Profi wie dich.“ las Lilith vor. Erstaunt riss Walter seine Augen auf, auch die anderen Abenteurer, als sie dies hörten.

„Dein nächster Auftrag spielt schon in der SSS-Klasse: „Tötet alle Spinnen im Spinnenwald.“ Hier kann ich dich beruhigen, Axel sowie Rose haben den Boss, eine Arachne im Wald schon getötet. Meine Wenigkeit hat dafür die vielen kleinen Spinnen, aber auch irgendwelche Riesenspinnen massenweise abgeschlachtet. Mir geht es nur noch darum, dass die überlebenden Spinnen ebenfalls getötet werden.“ kam der nächste Auftrag von Lilith.

„Ihr… wollt mich doch auf den Arm nehmen oder?“ hakte Walter nach, aber Lilith schüttelt ihren Kopf.

„Aber nein. Du warst mit dem Wetteinsatz einverstanden oder? Wie gesagt, den Großteil der Spinnen sollte von uns getötet worden sein, so kümmerst du dich wirklich nur noch um die restlichen Viecher.

Kommen wir zum letzten Auftrag. „Schutzeskorte für eine Forschergruppe in Vurdinia“ gesucht, ein C-Auftrag. Aber wenn ich ehrlich bin, ist das ein SSS-Auftrag, weil ich schon einmal dort gewesen bin und die Reise ist kein Witz, denn diese Gruppe will den größten aktiven Vulkan dort untersuchen. Und glaub mir, wenn die keinen richtigen Leibwächter haben, wird die Gruppe schon auf der Hälfe der Strecke sterben.“ hielt Lilith ihm alle drei Aufträge vor seine Nase.

„Also die ersten zwei Aufträge verstehe ich ja irgendwie… aber warum ist die Forschergruppe so wichtig?“ wundert sich Rose.

„Weil ich den Grund kenne, warum die Vulkane dort alle aktiv sind. Der Hauptgrund liegt tatsächlich im größten Vulkan und wenn diese Forschergruppe bestätigen kann, was dort… ist, dann wird man die eigentliche Gefahr nicht mehr ignorieren. Außerdem… allein die Vorstellung wie Walter durch die Hitze wandert… Welch ein Genuss, aber vorher das Monster in der Kanalisation sowie die restlichen Spinnen töten.“ versucht Lilith zu erklären.

„Und Walilein? Bist du immer noch ein ehrlicher Verlierer und zeigst den anderen Kindern, wie man ein gutes Vorbild ist?“ unterstützte Emanuel die Aktion ihrer Freundin.

Der SSS-Abenteurer knirschte mit den Zähnen, fühlte sich sehr unwohl in der momentanen Situation, dann seufzte er. „Ok, ich werde die Aufträge machen…“ Alle Abenteurer klatschen ihre Zustimmung.

„Wunderbar! Dann kannst du dich direkt an die Arbeit machen, ich habe gehört, das Monster hat in letzter Zeit Menschen da unten getötet.“ teilte Lilith die Information mit, dabei sah man ihr unheimliches Lächeln wieder.

„Nun, wenn Lilith, Rose und Axel wieder mit in mein Büro kommen würden? Ich hätte gerne noch ein paar Dinge zu bereden, außerdem werde ich persönlich deine Abenteurerkarte machen, uhh… für solch eine Freundin mache ich das wirklich sehr gerne.“ griff Emanuel unter den Arm von Lilith und zog sie mit. Alle Abenteurer machten sofort Platz, während Rose sowie Axel ihre Köpfe schütteln und dem Duo folgte.

„Übrigens du wirst in den Rang A befördert.“ flüstert Rose die Information zu ihrem Freund, der erstaunt seine Augen aufriss.

Die Informationen breitete sich auf ganz Alliancia aus, was soeben im Gildenhaus der Hauptstadt passierte. Lilith die Dämonin, wie sie mit ihrer Rede die Ehre der Abenteurer packte und den eigentlichen Standpunkt erklärte, wie sie einen der stärksten SSS-Abenteurer ohne Probleme besiegte und wie sie in ihrer Genialität eine Veränderung auf der Welt umsetzte.

Alle saßen wieder im Büro der Gildenmeisterin und bekamen einen neuen Tee serviert. „Lasst es euch munden.“

„Ohh… wieder ein leckerer Tee?“ strahle Lilith und trank ihn, dabei verzog sich das Gesicht so vor Freude, dass sie selber nicht wusste, wie ihr Gesicht aussah.

„Darf ich fragen, woher ihr wisst, was… der Grund für die aktiven Vulkane auf Vurdinia sind?“ kam die Frage von Emanuel.

„Solange ihr es für euch behaltet und es keinem weiter erzählt, habe ich kein Problem damit.“ lächelte Lilith.

„Hm… ok, ich werde dieses Geheimnis für mich bewahren. Aber dafür will ich alles wissen!“ nickte die Gildenmeisterin.

„Im größten aktiven Vulkan der Welt lebt Tierra, eine Götterbestie. Dieses Monster ist der Grund, warum alle Vulkane mehr oder weniger aktiv sind sowie die permanente Hitze auf dem Kontinent.“

„Bitte?! Es gibt noch mehr von deiner Sorte?!“ konnte Axel sich nicht zurückhalten und sprach das aus, was er im Kopf hatte.

„Axel… das habe ich doch die ganze Zeit versucht zu erklären, dass es weitere Götterbestien gibt neben mir und dem Wolf. Jedes dieser Monster ist in der Lage, die Welt zu zerstören, wenn sie es wirklich wollen.“ seufzte Lilith.

„G… Götterbestien? Lilchen, ich glaube, du musst mir das schon bisschen näher erklären.“ bat die verwirrte Emanuel und Lilith tat dies, denn bei dieser Gildenmeisterin hatte sie überhaupt kein schlechtes Gefühl die Informationen weiterzugeben.

Einige Zeit saß eine blasse Gildenmeisterin, die all die Erzählungen verarbeiten musste. „Dann bist du kein Mensch sondern… ein Monster, dessen Rasse eine Götterbestie ist? Das erklärt dann auch, warum ihr mit den Abenteurern so aufräumen konntet.“

„Es wäre so oder so früh genug raus gekommen, wer die Fähigkeit „Analyse“ beherrscht sowie eine Identifikationsbrille trägt. Und… ich kann euch irgendwie auch vertrauen, aber mein richtiger Name ist Sina. Die Lüge… habe ich bewusst erfunden, um gewissen Problemen vorzubeugen, damit ich mit meinen Freunden hier in diese Stadt kann.“ sagte Sina die komplette Wahrheit.

„Hmm… ich verstehe. Um Panik zu vermeiden, geht ihr solche Schritte. *seufz* Scheinbar hat jeder eine Bürde im Leben zu tragen oder? Aber keine Sorge, ich bin euch dankbar, dass ihr mir euer Vertrauen gebt. Bleiben wir weiterhin bei Lilith, sonst verplappere ich mich noch irgendwann.“ lächelte Emanuel.

„Ihr… habt damit kein Problem, was Lilith ist?“ fragte Axel vorsichtig nach, aber die Gildemeisterin schüttelt ihren Kopf. „Kein bisschen, mein Herz sagt mir sogar, dass ich ihr vertrauen kann.“ zwinkert die Gildenmeisterin.

„Aww… dasselbe sagte auch mein Herz, dabei bin eigentlich von Natur aus eine sehr misstrauische Person.“ war Lilith entzückt.

„Nun… was soll ich auf deine Karte schreiben? Name und Rasse… sollten wir bei deiner Geschichte bleiben, aber wenn ich dir einen Tipp geben darf, geh nicht in die anderen Gildenhäuser, denn… dort musst du mit Problemen rechnen, wenn sie deinen echten Status sehen.“ war Emanuel auf einmal sehr ernst.

„Ich bin ehrlich zu dir. Mein Plan war es gewesen, dass ich Abenteurerin werde um an Informationen zu kommen, wo alles Monsternester um die Hauptstadt sind, damit ich sie mit meinen Freunden ausräuchere.

Es geht mir bei der Aktion vor allem darum, dass sie stärker werden, um später gegen den Dämonenkönig kämpfen zu können. Ich hatte jetzt gegen zwei Dämonengeneräle gekämpft, wobei einer von ihnen durch eine andere Götterbestie gestorben sein müsste. Der andere… hat alle meine Schläge gefressen und ist immer wieder aufgestanden, damit meine ich, mit meiner vollen Kraft.

Ich hoffe, dass der Dämonenkönig ihn für sein Versagen töten wird, denn wenn nicht, dürfte es im Krieg gegen diesen General sehr… brutal werden.“ erklärte Lilith ihr Anliegen.

„Ah… ich verstehe. Hmm… wenn ich richtig im Bilde bin, seid nur ihr drei mehr oder weniger Abenteurer, aber… es gibt so viele Nester, ihr müsstet immer wieder zurückkommen…“ grübelte Emanuel.

„Gibt… es keine Möglichkeit, dass ihr alle Aufträge… für uns bewahrt und wir sie in Ruhe alle abarbeiten, sogar Orte, wo Banditen lauern? Mir ist es wirklich wichtig, dass meine Freunde stärker werden.“ war Lilith sehr ehrlich.

„Das… kann ich machen. Aber nur wenn ihr mir einen Gefallen tut.“ blinzelte auf einmal ein Stern im Auge der Gildenmeisterin. „Und… das wäre?“ hatte Lilith eine böse Vorahnung.

„In drei Tagen haben wir „Tag der offenen Tür“. Dort werden wir alle Interessenten das Leben eines Abenteurers erklären, Kämpfe zeigen, unsere Struktur und alles weitere. Ich… brauche für meine Zwecke aber noch eine wunderschöne Frau und da kommt ihr mir geradezu recht.“ lächelte Emanuel.

„Hoffe… dass ich es nicht bereuen muss. Was ich nicht alles für meine Freunde tue…“ murmelt Lilith.

„Wunderschön! Nun müssen wir nur noch den Beruf eintragen, lass mich eben den Jobkristall holen…“ klatsche die Gildenmeisterin freudig auf.

„Du… gehst wirklich so weit für uns?“ fragte Rose lächelnd. „Ich… finde das wirklich sehr schön von dir.“

„Hmm… bin mir nicht sicher, ob ich mich bedanken will oder fluchen, wenn Lilith uns in jedes Monsternest schicken will…“ kam der Gedanke bei Axel.

Irgendein Gebäude der Inquisition:

„Exzellenz, ich muss mich entschuldigen, aber wir sind nicht in der Lage, die Frau zu finden, die unsere heiligen Paladine verletzt hat.“ entschuldigte sich ein roter Priester vor dem Bischof.

Der Bischof streichelt nachdenklich an seinem langen grauen Bart, ihm machte vor allem die Sorge, dass auch einige Paladine verschollen sind.

„Sollen wir eine… Säuberung in der Stadt planen?“ fragte der Priester, aber der Bischof schüttelt den Kopf.

„Nein… wir werden etwas anderes machen. Wir werden das Volk auf die Frau ansetzen. Damit es funktioniert, werden wir morgen alle Ungläubigen auf dem Scheiterhaufen verbrennen und ihr die Schuld zuschieben.“ erklärte der Bischof seinen Plan.

„A… alle? Seid ihr euch sicher? Damit wäre es die größte Verbrennung aller Zeiten, seid ihr euch dessen bewusst?“

„Ja, ich bin mir dessen sehr bewusst. Im Namen der Göttin werden wir die Stadt von dem Bösen befreien, damit wir in das gelobte Land kommen.“

„Auch… die schwangere blasse Frau?“

„Mein Sohn… Ich sagte euch doch bereits, alle Ungläubigen. Damit ist auch die schwangere Frau gemeint. Verbrennen wir gleich das Übel, bevor das Kind… die Welt erblickt.

Der Marktplatz… wäre der ideale Ort, für die Massenverbrennungen, zumal wir genug Zuschauer versammeln können.

Und an allem ist die blonde Frau in der roten Schädelrüstung schuld…“

Kapitel 290

Ich bin wiedergeboren und die weiteren Übungen?

„Und? Was denkt ihr über mein Angebot?“ fragte die Gildenmeisterin Emanuel, während sie ihren Tee trank.

„Ihr würdet doch eh nicht locker lassen, bis ich zustimme oder?“ rollte Lilith mit ihren Augen, während Rose´s Lächeln groß wurde. „Das… heißt, dass du doch Abenteurer sein wirst?“

„Ja, aber rechnet nicht… unbedingt damit das ich lange als Abenteurerin tätig sein werde, weil ich die Lehrerin für die beschworene Heldin und auch mehr oder weniger aktiv im Krieg gegen die Dämonen bin. Dabei sind die Abenteurer ja eine neutrale Fraktion.“ nickte Lilith.

„Nicht schlimm. Solange es nur einzelne Personen sind, ist es egal. Erst… wenn alle Abenteurer das machen, entstehen die Probleme. Aber es freut mich wirklich vom Herzen, jemanden starkes wie euch in unserer Gilde zu begrüßen.“ klatschte Emanuel glücklich.

„Gegen… wen soll Lilith eigentlich kämpfen? Ich meine… sie ist wirklich seeeeehr stark.“ betonte Rose.

„Ach Süße, mach dir keine Sorgen. Ich habe schon ein paar Kandidaten… die eine Prügel verdient haben.“ blinzelte es auf einmal im Auge der Gildenmeisterin.

„Erm… ich bin nicht gekommen um die Probleme der Gilde zu lösen.“ merkte Lilith an, aber Emanuel kichert nur. „Keine Sorge… folgt mir, dann gehen wir es direkt an.“

Alle „Damen“ gingen aus dem Büro raus und waren schon wieder im Eingangsbereich. Scheinbar hat sich das Gespräch in die Länge gezogen, denn Bert ist verschwunden, dafür kam Axel angerannt.

„Was hast du schon wieder angerichtet?!“ kam direkt der Vorwurf von dem jungen Mann. „Alle verziehen ihr Gesicht, als hätte jemand ihnen eine Standpauke gehalten, an der Decke und am Boden ist ein Loch und keiner will was sagen!“

„Dürfte daran liegen, dass ich ihr Abenteurerdasein anzweifelte, nachdem sie Rose gemobbt haben vor meinen Augen.“ hob Lilith abwehrend ihre Hände hoch. „Und die Löcher… nun, die kann Bert bezahlen oder wunderschöne Frau?“ ging die Frage an Emanuel.

„Oh ho ho, ich wisst wie man Komplimente macht. Aber das ist eine fantastische Idee, denn… so ein Mann… versteht nur, wenn man mit Gewalt und an sein Geld ran geht, dass seine Aktionen… nicht erwünscht sind.“ kichert die Gildenmeisterin.

„Eh… was?“ schaute Axel zwischen den Damen hin und her, als Rose neben ihm stand. „Ich erkläre es dir später in Ruhe. Nun werden wir sehen, wie… Lilith für die Gildenmeisterin ein paar Sorgen löst.“

„Huh? Das… erm… wat?!“ drehten sich die Zahnräder bei Axel, als er den Sinn hinter der Aussage von Rose nicht verstand. „Was haben die beiden Wahnsinnigen vor?!“ Nun bereute er seine Worte, als die Gildenmeisterin und die Dämonin schwarze Gesichter bekamen mit einem großen weißen Grinsen.

„Oh? Glaube da schreit jemand förmlich, mich als Duell-Partner zu haben schöne Frau.“ fing Lilith an. „Das glaube ich aber auch, oh ho ho ho. Vielleicht… wird es nicht passieren, wenn er sich sofort auf die Knie bei uns entschuldigt.“ beendete Emanuel dies.

Als konnte Axel in die Zukunft sehen und sie war nicht… wirklich angenehm, ging er sofort auf die Knie, legte seinen Kopf auf den Boden, dann kam seine Entschuldigung: „Es tut mir vom Herzen leid, dass… ich euch unüberlegt beleidigt habe!“

„Hmm… zumindest ist er ehrlich.“ meinte Lilith und Emanuel stimmte ihr zu. „Herrlich, das habe ich in den alten Zeiten vermisst, als ich selber Abenteurerin war.“

„Von diesen Zeiten müsst ihr mir mal berichten, sie dürften viele Geschichte beinhalten.“ wurde Lilith neugierig.

„Aber sicher das Lilchen. Einfach die Tage vorbeikommen, es würde mich wirklich freuen, die zu erzählen.“ klatsche die Gildenmeisterin freudig.

Die… Szene war schon ein bisschen bizarr, da wäre die gut gebaute Dämonin Lilith und die Gildemeisterin Emanuel, die… eigentlich ein Mann war, aber die beiden verstehen sich, als würden sie sich Jahrzehnte schon kennen.

„Nun lass uns in die Trainingshalle gehen, ich möchte zu gerne eure Kampfkunst sehen!“ wurde Emanuel ungeduldig, nahm eine Hand von Lilith und zog sie mit in die Trainingshalle.

„Was… ist Lilith eigentlich? Wie kann… sie die schlimmste Gildenmeisterin der Welt… so um den Finger wickeln?“ war Axel fast sprachlos. „Das… wirst du als Mann nicht verstehen.“ war der Kommentar von Rose.

In der Trainingshalle wurde ein bisschen geübt, aber dank Lilith waren nicht wirklich viele Abenteurer motiviert, als die Gildenmeisterin laut verkündete.

„Kinder! Kinder! Hört mal alle her. Diese unschuldige Dame möchte ein Teil unserer Gilde werden.“ rief die Gildenmeisterin. Überall sah man auf einmal schockierte Gesichter, während andere doch leicht interessiert wirkten. Die Trainingshalle selber hatte zwei Etagen, wo man von oben zuschauen konnte.

„Es ist eine Tradition für uns Abenteurer die Neuankömmlinge zu bewerten, wenn sie zu uns kommen wollen. Normalerweise… würde es ein Trainer machen, aber nach der Aktion in der Eingangshalle ist jedem bewusst, wie stark diese Frau ist. Ihr Name lautet Lilith.“ setzte Emanuel die Rede fort und zeigte auf die grün gekleidete Frau.

„Ihr liebt es euch in Szene zu setzen oder?“ grinste Lilith von der Seite. „Aber sicher das! Schau doch mal, wie voll die Halle auf einmal wird.“ zeigte Emanuel auf die oberen Ränge, die sich immer mehr mit Personen füllte.

Rose und Axel haben es geschafft, noch vor der Trainingsplatte eine gute Stelle zu finden, wo sie den Kampf beobachten können, bevor auch diese komplett umrundet ist.

„Soo… heute aber ist die Tradition ein bisschen anders. Ich werde bestimmte Abenteurer aufrufen, die diese Dame bekämpfen werden dürfen…“ wollte Emanuel die Regeln erklären als.

„STOP!“ schrie jemand. Sofort wendete sich die Gildenmeisterin zu der Stimme und sie gehörte Bert, der sich durch die Menge durch quetschte. „ICH WERDE DIESES WEIB TESTEN!“ schrie Bert unterwegs.

„Bert… willst du wirklich noch mehr Stress machen?“ fragte Emanuel, dabei sah man auf ihrer Glatze eine Zornesader.

„Ist schon in Ordnung schöne Frau, bekommt er nochmal… meine Liebesfaust zu schmecken, dann läuft unsere eigentliche Abmachung.“ grinste Lilith böse.

„Bist du dir sicher? Nicht… das…“ wollte Emanuel nachhaken, aber Lilith nickte. „Ich bin mir sehr sicher.“

Bert hat es geschafft und stand mit einem roten Kopf vor den beiden Damen. „Das werde ich dir so heimzahlen, dass selbst deine Mutter dich nicht erkennt!“ knurrte Bert.

Auf einmal wurde es in der gesamten Halle sehr heiß, dann verschwand sie schon wieder, wie sie gekommen ist.

„Ok, Planänderung. Ich wollte dich einfach nur aus dem Ring werfen, aber damit hast du mich wirklich… gereizt.“ lächelte Lilith, die kurz ihre Wut freien Lauf ließ. „Aber bevor…“ zog Lilith auf einmal ihr Schwert Lazarus raus, dann schnitt sie vor den Augen aller Personen ihr Beinkleid.

Sofort pfeifen und grölen die Männer, während andere Nasenbluten bekamen. Axel und Rose trauten ihren Augen nicht, was ihre Freundin da machte. Das Kleid wurde geschnitten, das nun so kurz ist, dass es soeben noch den Hintern der Dämonin bedeckte. Aber Lilith ging noch weiter und Riss ihre Ärmel von der Schulter ab.

„Was… machst du da?“ murmelt Rose, die die Szene beobachtet. Nun sah jede Person die Tätowierungen an den Armen von Lilith. Die abgerissenen Ärmel warf sie einfach so in die Menge wie den abgeschnitten Stoff, dann zog sie sogar ihre Schuhe aus, die sie aber nun ins Inventar legte mit dem Schwert.

„So lässt sich das viel besser kämpfen.“ grinste Lilith böse. „Ich hoffe, die Vollpfeife musste nicht zulange auf mich warten?“

„Tzz… ich mache dich so fertig, du wirst dich im Spiegel nicht wieder erkennen.“ war Bert unbeeindruckt, während Lilith ein paar Fans gewonnen hat.

„Interessante… Muskeln hast du Lilchen. Aber… noch viel interessanter sind die wunderschönen Tätowierungen an deinen Armen. Du musstest… lange leiden, bis sie fertig sind oder?“ streichelt Emanuel über die Arme von der Dämonin.

„Eigentlich nicht, der Prozess ging sogar ziemlich schnell.“ lächelte Lilith. „Aber diese… rote Glasperle in eurer linken Hand… wie… wurde die denn eingesetzt?“ fragte Emanuel vorsichtig.

„Das… ist schon eine etwas andere Geschichte. Lass mich nur sagen, dass man sie in einem sehr heißen Zustand gegen meinen Willen eingefügt hat und sie sich nicht mehr entfernen lässt.“ wurde Lilith nun ein bisschen traurig.

„Ach du arme… Nachher werde ich dir nochmal von dem Tee anbieten, damit du wieder glücklicher wirst. Nun zu den Regeln. Töten ist verboten sowie die Zuschauer in Gefahr zu bringen, verstanden? Der Kampf geht solange, bis eine Seite… besiegt wurde oder ich als Schiedsrichter mein Wort erteile.“ ließ Emanuel ihren Charme raus.

Bert holte eine große Doppelkopfaxt raus, während Lilith auf eine Waffe verzichtete. Aber sie merkte unter den Zuschauern eine Präsenz, dass jemand eine gewisse Stärke hatte.

„Holt mal gleich die Liege für das Weib, wenn ich mit ihr fertig bin!“ lachte Bert gehässig, dabei leckte er seine Lippen.

„Genau, holt mal seine Liege.“ war Lilith unbeeindruckt. „Axel, Rose? Bitte beobachtet auch diesen Kampf, denn wenn wir auf die Reise gehen, werden wir das gemeinsam üben!“

Erstaunt rissen Axel und Rose ihre Augen auf, als Lilith ihre Tat verkündete, dann seufzten beide schwer, denn sie ahnen, wie das nun enden wird. Emanuel ging vom Kampfplatz runter, beide Kämpfer halten ihren Abstand. „Drei… Zwei… Eins… KÄMPFT!“ schrie die Gildemeisterin und die Zuschauer jubelten.

Bert rannte brüllend auf die Frau zu, die ihn mit einer „komm-doch“ Geste provozierte, dann schlug der große Mann mit der Axt zu. Diese wich Lilith spielend aus, auch die nächsten Angriffe.

„Wenn ihr beiden euch daran erinnert, habe ich Prinz Dummkopf auf die gleiche Art und Weise demütigt. Das ist nur eine Wiederholung, damit ihr die Bewegungen verinnerlicht. Bert ist genauso ein Idiot, er schwingt achtlos seine Axt ohne Gefühl nach mir, selbst ein Kind kann seine Angriffe vorahnen.“ wich Lilith aus, dann drehte sie sich zu ihren Freunden um, aber wich trotzdem die kommenden Angriffe vom Bert aus.

Alle Zuschauer staunten, was die Frau machte und Bert´s Kopf wurde immer roter, dass er fast zu platzen drohte. „DU DÄMLICHES MISTSTÜCK!“ schrie der Mann die Frau an, dann machte er den selben Fehler wie der Prinz und schlug mit der Axt von Oben nach unten…

Lilith fing den Waffenarm auf sodass es gerade wurde, dann schlug sie mit der Faust in den Ellbogen. Das Brechen der Knochen konnte man in der Halle nicht überhören, sogar als weiße Knochen durch die Haut durchkamen. Bert schrie laut auf und ließ seine Axt fallen.

„Wie ihr seht, hat auch dieser Idiot den selben Fehler gemacht wie dieser Prinz. Wiederholt habe ich den Waffenarm aufgefangen und den Ellbogen in eine andere Richtung geknackt.“ grinste Lilith amüsiert.

Aber Bert war scheinbar in der Lage, die Schmerzen wegzustecken und seine Axt mit dem anderen Arm zu benutzen, auch… wenn er extrem blass aussah.

„Du… elendes Miststück…“ knurrte Bert, aber er sah schon die schwarzen Punkte in den Augen, die Schmerzen fordern ihren Tribut.

„Nichts außer einer großen Klappe. Beenden wir die Peinlichkeit besser.“ sagte Lilith dies hinter dem Rücken von Bert, dann trat sie mit ihrer Kraft Bert in den Hintern. Bert flog mit einer atemberaubenden Geschwindigkeit aus dem Ring raus in die nächste Etage, dabei krachte er in die Holzdecke.

Keiner… hat mitbekommen, wie schnell Lilith sich in diesem Moment bewegt hat, fast keiner. Einer der Zuschauer riss erstaunt die Augen auf, was soeben passiert ist.

„Damit haben wir eine Gewinnerin! Lilith hat gegen Bert gewonnen!“ klatschte Emanuel in die Hände, die anderen taten es nur zögerlich. Axel und Rose wussten bereits, wie es endet, aber war es wirklich so einfach, wie Lilith es zeigte?

„Nun, nachdem wir den Störenfried endlich losgeworden sind, kommen die eigentlichen Tests. Ma Lee! Ihr werdet gegen die Frau kämpfen!“ befahl die Gildenmeisterin, sofort schauten alle Zuschauer sich gegenseitig an, ob… sie den Namen richtig gehört haben.

Etwas sprang aus der Menge raus und landete im Ring. Ein kleiner Mann mit schwarzen Haaren und mandelförmigen Augen, dazu eine schwarze Hose und ein weißes Hemd.

„Ihr… seid euch sicher, wenn ihr mich ruft. Dann… werde ich mir dieses Weib vornehmen. Ma Lee ist mein Name.“ stellte sich der Abenteurer im chinesischen Stil vor, dann riss er mit einem Ruck sein weißes Hemd ab. Man sah seine Muskeln, kein Gramm Fett war zu sehen.

Lilith hob nur eine Augenbraue hoch, was… das eigentlich werden soll, als Ma Lee wie ein Kung Fu Kämpfer herumschrie und mehrere Beinbewegungen machte, die man auch als Angriffe betrachten könnte. Dies tat er aber auch mit den Fäusten. Dann machte Lee mehrere Saltos sowie Kicks, die ihn kurz in der Luft hielten.

„Ehrlich? Bin ich in China gelandet oder was macht der Typ da eigentlich?“ wunderte sich Lilith, denn sie war in keiner Weise beeindruckt.

„So… ich bin aufgewärmt! Eure letzte Stunde hat geschlagen!“ nahm Lee eine Kampfpose an, bereit für den Kampf.

„Erm… ich auch…“ nickte Lilith. „Ok, dann… Drei… Zwei… Eins… KÄMPFT!“ läutete die Gildenmeisterin den nächsten Kampf ein.

Schreiend rannte Lee auf Lilith zu, dann sprang er einmal in die Luft mit einen Tritt nach Lilith… Diese machte einen Schritt beiseite und hob ihre Faust vor… sein Geschlechtsorgan…

ACH VERDAMMT!“ schimpfte eine Oma. „Mir sind zwei Eier zerbrochen Fritz!“ „Was hast du gemacht Agnes?!“ rief der Opa aus dem Wohnzimmer und kam in die Küche, um nachzuschauen was los ist.

„Mir sind zwei Eier auf den Boden gefallen…“ war Agnes traurig. „Ney ney, die sind platt, kannste wegwerfen. Du weißt doch, wie wertvoll Eier sind!“ schüttelt Fritz den Kopf.

Lee lag mit Schaum im Mund auf dem Boden. Er zuckte überall am Körper und hielt sich seine Klöten.

„Nun… was ihr daraus lernen könnt Axel und Rose ist, je unfairer ihr kämpft, desto höher ist die Siegeschance.“ kommentierte Lilith den Kampf. Viele männliche Zuschauer hielten sich ebenso ihr Geschlechtsteil. Alle bekamen ein Zucken durch den Körper, als sie… gesehen haben, was die Frau getan hat.

„Hm… Lee kann nicht mehr weiterkämpfen! Damit hat Lilith wieder gewonnen und eine weitere Frau ist in dieser Welt geboren!“ klatsche Emanuel, selbst Lilith musste bei der Aussage schlucken.

Aber die Begeisterung hält sich in Grenzen, denn… von einen Kampf konnte man nicht wirklich reden.

„Tja… ich hatte irgendwie mehr von dem Großmaul Ma Lee erwartet, aber vielleicht überlegt er es sich zukünftig, seine feindlichen Frauensprüche sein zu lassen.“ kam der Kommentar von Emanuel. „Als nächstes…“

Auf einmal landete ein verhüllter Mann vor Lilith, sofort ging ein Raunen durch die Menge. „Ich werde ihr nächster Kämpfer werden!“

„Nein! Ihr seid ein SSS-Abenteurer, ihr spielt über ihrer Liga!“ widersprach die Gildenmeisterin sofort mit einem rotem Kopf.

„Diese Frau spielt exakt in meiner Liga. Ich weiß nicht was ihr bezwecken wollt, dass die Frau… all die Abenteurer zusammenschlägt, aber ich werde das beenden.“ sagte der verhüllte Mann, dann nahm er seinen Umhang runter.

Wenn Lilith den Mann beschreiben müsste, sähe er aus wie Thor, nur trug dieser ein Schwert an der Seite statt eines Hammers. „Lass ihn doch Emanuel. Du warst es doch in der Menge, den ich spürte oder?“ grinste Lilith und der Mann nickte.

„Walter der Schnitter, das ist mein Name und einer der stärksten Abenteurer auf der Welt. Was… ihr tut, hat nicht wirklich was mit Abenteurer zu tun. Mit eurer Rede hattet ihr recht, aber das gibt euch nicht das Recht, jeden Abenteurer nach Lust und Laune zusammenzuschlagen!“ teilte Walter es zornig mit, nun bekam er lauten Jubel von den Zuschauern.

„Oh… willst du ein Taschentuch haben? Aber eure Stärke muss ich anerkennen. Lilith ist mein Name und werde dich ins Land der Träume schicken.“ grinste Lilith ungebrochen weiter. „So wie ihr ausseht, seid ihr ein wahrer Schwertmeister oder?“

„Das… ist richtig. Was haltet ihr von einer Wette hm?“ fiel Walter eine Idee ein. Die Gildenmeisterin wollte sich einmischen, aber der SSS-Abenteurer hob seine Hand hoch.

„Wenn ich dieses Duell gewinne, werdet ihr vor jedem Abenteurer hier knien und euch entschuldigen, dass ihr sie beleidigt habt.“

„Oh? Hm….“ wirkte Lilith interessiert… dann bekam sie dieses berühmte Lächeln, wo jeder Zuschauer ein Schauder über den Rücken bekam.

„Sollte ich gewinnen, werdet ihr drei Aufträge ohne Wenn und Aber erfüllen, egal welche Stufe, egal wo der Ort ist. Glaube… das sollte schon in euren Möglichkeiten liegen.“ grinste Lilith provozierend.

„Abgemacht. Keine Sorge, ich werde dieses Duell schnell beenden, damit ihr die Zeit habt, euch bei jedem zu Entschuldigen.“ war Walter sich sehr sicher.

„Lilchen… bist du dir wirklich sehr sicher?“ fragte die Gildenmeisterin nervös. „Aww… aber sicher meine liebe Freundin. Ich habe genug gegen andere SSS-Abenteurer gekämpft, um zu wissen, dass ich es mit diesem Mann aufnehmen kann.“ nickte Lilith. „Und ihr beiden, nun kann ich euch ein paar weitere Tricks zeigen.“

„Lilith… du kämpft gegen einen richtig gestandenen Abenteurer! Der spielt in einer anderen Liga als das was du bisher bekämpft hast!“ meinte Axel und Rose nickte ihm zu, denn beide kannten die Geschichten von dem Schnitter.

„Und? Was macht ihr, wenn ihr gegen den einen Dämonengeneral kämpft, der jeden meiner Schläge wegstecken konnte? Diesmal zeige ich euch den Trick, wie man gegen übermächtige Gegner kämpft und sie zumindest außer Gefecht setzt! Selbst du kannst damit Walter besiegen, Axel!“ widersprach Lilith.

„Dieser Hochmut… ist wirklich ekelhaft, wisst ihr das?“ verzog Walter sein Gesicht, dann zog er sein Schwert. Es hatte eine rötliche Klinge mit schwarzen Mustern.

„Ah… eine lebendige Waffe oder?“ lächelt Lilith, diesmal hat sie den Abenteurer kalt erwischt, als dieser erstaunt die Augen aufriss. „Woher…?“

„Glaub mir, ich habe genug solcher Waffen gesehen, dass ich so langsam den Dreh raus habe, frühzeitig so eine Waffe zu erkennen.“ erklärte Lilith, sie selber will scheinbar weiterhin keine Waffe benutzen.

„Ok… dann haltet euren Abstand, aber wehe die Zuschauer werden verletzt Walter!“ drohte Emanuel den Abenteurer.

„Keine Sorge, ich habe diese Frau genug analysiert, um zu wissen, wo sie ihre Schwachpunkte hat.“ lächelte der Abenteurer sehr sicher.

„Echt? Die will ich wissen!“ wirkte Lilith überhaupt nicht überzeugt. „Aber genug gequatscht, die Zuschauer wollen was sehen und meine Schüler müssen lernen.“

Emanuel seufzte schwer, dann nickte sie: „Drei… Zwei… Eins… KÄMPFT!“ und sofort spürte jeder eine Druckwelle im Ring. Walter hat mit seinem Schwert ins Gesicht von Lilith geschlagen, aber sie konnte es rechtzeitig verhindern, indem sie beide Hände benutzte zum Auffangen.

„… Respekt, dass ihr mit meiner Geschwindigkeit mithalten konntet.“ musste Walter sie doch loben, dann schlug er einen Schwertwirbel nach der Dämonin.

Dank dem Kampf gegen Louis, ihrer eigenen Stärke sowie Vorahnung, wich sie immer erst im letzten Moment den Angriffen aus.

„Das was ich jetzt mache, werdet ihr nicht können Axel und Rose. Indem ich erst im letzten Moment ausweiche, spare ich mehr von meiner Ausdauer, als wenn ich anfangen würde überall hin zuspringen, nur um seinen Angriffen zu entkommen.“ erklärte Lilith lächelnd.

„Ihr nehmt mich nicht ernst oder?“ merkte Walter leicht wütend an, dann hielt er Abstand von der Frau. „Verwandele dich Niyusor!“ Die Muster vom Schwert werden von schwarz zu gelb, das war es schon gewesen.

„Huch? Nur die Muster ändern sich?“ war Lilith ein bisschen verwundert, aber Walter schmunzelte nur. Dann ging er wieder zum Angriff über, schlug mit seinem Schwert von der Seite nach dem Bauch der Frau.

Dies wollte Lilith wieder ausweichen, als auf einmal die Klinge länger wurde und sie quer über den Bauch verletzte.

„Ah… verstehe. Ihr seid in der Lage, die Länge euer Klinge zu verändern. Ein… sehr gefährliches Schwert in den Händen eines Meisters.“ hielt Lilith ihre Hand auf der Wunde und sah das Blut an ihren Händen.

„In der Tat und dieses Schwert wird dich… ARGH!“ wollte Walter irgendwas cooles sagen, aber Lilith schlug mit ihrem Fuß an die Seite seine Brustkorbes, wo man die Rippen brechen hörte. Diesen Angriff hat Walter überhaupt nicht kommen sehen und war sehr verwundert, wie die Frau das nun schaffte…

„Ihr habt euch die ganze Zeit zurückgehalten oder?!“ kam der Vorwurf von dem Abenteurer, während Lilith lächelte.

„Aber natürlich! Ihr seid überhaupt kein Gegner für mich. Wisst ihr, ich wurde von Dämonen großgezogen, was ich dort bekämpfen musste ist der Standard, was ihr zeigt!“ kicherte Lilith unheimlich, ein Schock ging durch die Menge.

„Bitte?! Ein Mensch wurde von Dämonen erzogen?“ hörte Walter nicht richtig, dabei hielt er schmerzlich seine verletzte Seite.

„Da staunst du oder? Ich kenne alle Trick und Kniffe der Dämonen, wenn es um Nahkämpfe geht. Eins kann ich euch versprechen, aber was ich bekämpfen musste zum Überleben, würde dich schneller altern lassen als dir lieb ist.“ lachte Lilith nun leicht irre.

„Also… entweder sie ist eine gute Schauspielerin oder… sie spricht gerade die Wahrheit.“ murmelt Axel. „Glaube… beides. Wir kennen sie gut genug, dass selbst eine Lüge irgendwie wieder die Wahrheit ist.“ murmelt Rose zurück.

„Hrm… verstehe. Das erklärt, warum ihr so eine gefährliche Kämpferin seid. Das Schwert, was ihr am Anfang gezogen habt, wäre eure eigentliche Waffe oder?“ vermutete Walter.

„Aber sicher das. Würde ich es benutzen, würde jeder… Duellant sterben und das kann ich meiner Freundin Emanuel nicht antun oder?“ verzog Lilith schräg ihr Gesicht. „Da bin ich doch froh, dass du so rücksichtsvoll bist Lilchen bei meinen Kinder.“ freute sich die Gildenmeisterin.

Nun nahm Walter sein Schwert mit beiden Händen, endlich hat Lilith ihn soweit. Wenn die Dämonin seine Stärke mit Louis vergleichen müsste, wäre Louis der klare Gewinner.

„Axel und Rose, solltet ihr gegen jemanden wie Walter kämpfen, der Schmerzen kennt und seine Waffe bestens beherrscht, während ihr eure Waffe verloren habt, verzagt nicht. Bleibt ruhig und haltet den Gegner im Auge. Nichts ist schlimmer als in diesem Moment in Panik zu verfallen.“ ging die Übungsstunde weiter.

„Ihr seid wirklich ein Dämon in Menschengestalt, dass ihr mich als… Übung benutzt, aber ich werde mir den Sieg schon holen, denn ich selber habe auch schon gegen Dämonen gekämpft.“ war Walter leicht sauer.

„Das ist nun wirklich das schönste Kompliment, was ich gehört habe. Wenn mein Meister das hören würde, er würde einen Regenbogen kotzen.“ nickte Lilith grinsend. „So sehr hasst mich der Arsch, aber wehe ich finde ihn, dann ist sein letztes Stündlein geschlagen.“

Verwundert hob Walter eine Augenbraue über die Information, dann ging er wieder zum Angriff über. Für Zuschauer war es so schnell, dass sie seinen Bewegungen nicht folgen konnten, während Lilith mit ihren extremen Attributen das alles mehr oder weniger in Zeitlupe sah.

Mit dem Wissen um sein Schwert, wich Lilith nun größer aus, dabei macht sie sogar Salto Sprünge nach hinten, was ihr Herz wieder zum Rasen brachte, denn dank ihre Flügel konnte sie diese Sprünge nicht mehr so wirklich machen.

Walter bemühte sich einen Ast ab Lilith wieder zu treffen, aber er konnte keine Fähigkeit einsetzen ohne die Zuschauer zu verletzten.

„Doof, wenn die Regeln die eigene Stärke eingrenzen nicht wahr?“ heuchelte Lilith Mitleid vor, als sie seine Zwickmühle bemerkte.

„Macht euch lieber Sorgen um euch!“ blaffte Walter wütend, wieder rannte der Abenteurer auf die Frau zu und machte den Fehler wie viele andere auch… er hob seine Waffe hoch, um die Frau von oben zu schlagen…

Lilith fing beide Handgelenke auf, warf ihn über sich, sodass Walter mit dem Rücken auf den Boden krachte. Dieser schrie vor Schmerzen auf, dann trat Lilith von der Seite in den Hals, ihm wurde die Luft abgeschnitten. Walter keuchte und würgte, aber er bekam keine Luft, bis er bewusstlos wurde.

„Das ist ein Trick, mit den könnte man sogar den Dämonenkönig im Handumdrehen besiegen.“ lächelte Lilith voller Stolz.

„Aha…“ murmelten ihre Freunde gemeinsam.

Kapitel 289

Ich bin wiedergeboren und ein Tag voller De ja´vüs?

Am nächsten Tag gingen Rose und Lilith zur Abenteuergilde. Am Vortag hat die gesamte Gruppe sich wieder beruhigt, mehr sogar, die Freundschaft zwischen allen ist sogar gestärkt. Sakura und Leena haben frühzeitig die anderen verlassen, damit die Heldin mit dem König ein klärendes Gespräch führen konnte.

„Ach… eine Bitte hätte ich trotzdem. Sagt keinem weiter, wer… mein eigentlicher Vater ist. Er würde es eh abstreiten und ich… brauche den Stress einfach nicht.“ bat Leena am Ende, was schon ein bisschen ironisch war, aber alle nickten.

Axel dagegen war dann doch noch ein bisschen länger geblieben und konnte zum Abendmahl eine Kostprobe von Lilith´s Kochkünsten probieren. Lilith wusste nicht, dass der junge Kerl ebenso ein guter Esser war wie Rose dies ist.

„Erm, egal was gleich drinnen passiert über mich, einfach ignorieren, Ok? Ich habe ein… gewissen Ruf erworben und einige sind sich nicht zu schade mich stets daran zu erinnern.“ bat Rose dies von ihrer Freundin.

„Hmm? Habe ich diesen Satz nicht schon mal gehört?“ dachte Lilith im Stillen. „Ok? Dann möget ihr doch einfach vorgehen, ich passe mich schon ganz der Situation an.“ lächelt Lilith in ihrem neuen Kleid, dass sie gestern mit den anderen gekauft hat.

Diesmal war es komplett in grün und wegen ihrer Oberweite wurde es von dem Verkäufer direkt angepasst… mit einem Schnitt im Brustbereich, da ihre Brüste gequetscht wurden.

Beide Damen betraten die Gilde und waren in einer großen Eingangshalle. Mehrere Tische, Auftragstafeln, aber auch viele Abenteurer in unterschiedlichsten Rüstungen und Rassen fand man vor, die sich alle laut unterhielten… bis sie die Neuankömmlinge bemerkten und sich ihrer Aufmerksamkeit widmeten.

Ein gigantischer Kerl mit fast nacktem Oberkörper, langem Bart und ungepflegten Haaren stellte sich ihnen in den Weg.

„Na… wen haben wir denn hier auf einmal? Unsere Lieblingsabenteurerin Rose! Nah… immer noch Angst vor Spinnen?“ lachte der Kerl ganz laut, aber auch andere Abenteurer.

„Du kannst mich mal Bert! Wieso hackst du eigentlich immer auf mir herum?!“ wehrte Rose sich, während Lilith irgendwie das Gefühl nicht loswird, dass der heutige Tag sehr… besonders sein wird.

„Warum? Weil du am meisten herum kreischt, wenn es um Spinnen geht… hier schau mal, habe ich gestern gefangen.“ kramte Bert in seiner Hosentasche und holte eine große tote Spinne raus, die er vor Rose hält. Dabei lachte er dreckig, während die anderen abwarten, wie Rose wieder reagieren wird.

„Och wie süß…“ mischte sich Lilith auf einmal ein und nahm die tote Spinne von der Hand des Abenteurers weg, dann klatschte sie die mit Schmackes Bert ins Gesicht. Alle hörten das zerquetschen der toten Spinne an der Wange von Bert.

Rose wollte über die Aktion von Bert etwas sagen, aber Lilith war in diesem Fall schneller gewesen. Alle reagieren geschockt, wie grüner Spinnenschleim von der Wange von Bert runter tropfte. Lilith ging sogar weiter und schmierte ihre… Glibber an die Brust von Bert, während er scheinbar die gesamte Aktion erst noch verarbeiten musste.

„Jetzt sieht es doch viel süßer aus oder?“ lächelte Lilith. „Du elendes Miststück…“ knurrte Bert, nun hat die Dämonin seine volle Aufmerksamkeit.

„Was? Willst du mir was sagen?“ provozierte Lilith den großen Mann bewusst, dabei starrte sie ihm in die Augen.

„Was spielst du dich hier so auf?! Was kannst du denn besonderes hä?!“ schrie Bert die Frau an, es fehlte nicht viel, bis es richtig krachte. Die zermatschte Spinne ignorierte der Abenteurer in seiner Wut irgendwie.

Auf einmal hob Lilith beide Arme hoch und wedelte sie vor sich hin. „Ich kann meine Arme über mich wedeln und Huiiiii rufen.“

Die Stille in der Abenteuergilde… unbezahlbar, als… Rose anfing zu lachen. Richtig laut und lang zu lachen, dabei musste sie ihren Bauch halten. Der ungläubige Blick von Bert, aber auch von den anderen Abenteurern war für sie zu köstlich.

„DU BIST FÄLLIG!“ brüllte Bert und holte mit seiner rechten Faust aus… die Lilith auffing. Dann warf sie ihn hoch zur Holzdecke, wo man ihn laut aufprallen hörte, anschließend fiel Bert wieder auf den Boden. Mehrere Holzbretter fielen bei der Aktion runter, dann trat Lilith den Kopf in den Holzboden. Bert wurde bei der Aktion bewusstlos und zeigte keinerlei Regungen mehr.

„Ihr nennt euch Abenteurer? Vermutlich der Stolz der Abenteurergilde in der Hauptstadt?“ rief Lilith laut genug, dass jeder sie hören konnte. „Ehrlich? Eher seid ihr die größte Schande der Abenteurergilde!“

Nun hat Lilith definitiv die Aufmerksamkeit aller Abenteurer, weitere kamen aus den Nebenräumen, aus der Trainingshalle um zu sehen, was hier für ein Krach war und hörten diese Aussage.

„WIE könnt ihr einen von euren Kollegen hier mobben, nur weil jemand Angst vor Spinnen hat? Noch niedriger kann man nicht fallen, dabei dachte ich immer das Abenteurer eigentlich die tolerantesten Personen sind.

DIESE Frau, jeder scheint sie ja zu kennen, hat Angst vor Spinnen, aber habt ihr euch mal gefragt warum?! Nein, ihr fandet es einfach nur lustig jemand schwächeres bei dessen Angst auszunutzen!

ABER was ihr alle nicht wisst, aber ROSE hat vor einigen Tagen mit unseren Freunden Sakura, Leena und Axel den berühmten Spinnenwald betreten, gegen die gigantischen Spinnen gekämpft und gewonnen!

Bei der Aktion wurde Axel von einer Arachne entführt und wer hat dieses Monster so hingehalten, bis die Heldin Sakura sie töten konnte?! NIEMAND ANDERES ALS ROSE!“ schrie Lilith.

Alle Personen begafften die Dämonin, aber auch Rose, die bei der Ansage rote Wangen bekam und auch sehr glücklich war, dass… jemand sie so in Schutz nahm.

„Wie seid ihr überhaupt Abenteurer geworden? Was ist es denn überhaupt ein Abenteurer zu sein hm?! Einige machen es aus Profit, andere wollen Ruhm erlangen. Dann gibt es welche, die wollen wahre Stärke finden oder eines… die Welt sehen und Abenteuer erleben.

Bei den gesamten Aktionen macht ihr aber alle eins, sollten einige es nicht mitbekommen haben: Ihr helft mit eurer Arbeit Personen, die Hilfe brauchen! Dörfer, Händlerkarawanen mit einer Eskorte beschützen. Hilflose Menschen vor Monstern und Banditen zu beschützen.

Andere sammeln seltene Medizin, Nahrung oder ähnliches für kranke oder reiche Personen, jedenfalls eine Tätigkeit, wo sie eure Hilfe benötigen.

Dann gibt es die Extremen, die Jagd auf starke Monster machen. Eine ehrenvolle Aufgabe, denn diese Monster haben bestimmt eine lange Liste von negativen Einträgen weil sie Menschen, Zwerge oder Elfen getötet haben und die… Hinterbliebenen sich nach Rache sehnen!

Nun frage ich wieder, wie seid ihr Abenteurer geworden?! Einige haben bestimmt jemanden als Vorbild, der ebenso ein Abenteurer ist oder war. Andere weil sie wirklich was auf der Welt bewegen wollen.

Und niemand, wirklich niemand hat keine Angst. Jeder hat Ängste! Geht es um Monster, Essen oder Krankheit… oder sogar die eigene Geliebte! Jeder hat irgendwo eine Angst für das er/sie sich schämt.

Es kotzt mich also so dermaßen an, dass ihr diese Angst bei einem eurer Kameraden ausnutzt und noch dabei Spaß habt. SPUCKE ÜBER EURE HÄUPTER! Dass ihr das an jemanden macht, der ebenso einen Teil auf dieser Welt ist, dass widert mich tatsächlich so an.“ verzog Lilith angeekelt ihr Gesicht. Rose hielt ihre Hände vor den Mund und gab ihr bestes nicht vor Freude zu weinen.

Lilith hat mit ihrer Rede die Abenteurer in Mark und Bein getroffen. Die Personen, die das Schauspiel von Bert gierig beobachtet haben, hatten glühend rote Ohren. Noch… nie wurden diese Abenteurer von jemanden so dermaßen ausgeschimpft.

Auf einmal klatsche jemand. Lilith drehte ihren Kopf zu der Person und musste mehrmals ihre Augen auf und zu schließen, bis sie realisierte, was da klatschte. Ein kleiner dicklicher Mann mit Glatze, der ein mitternachtsblaues Kleid und roten Lippenstift trug. Dabei lag ein Pelzschal um seinem Hals, der vor seinem Körper herunterhing.

„Das… habt ihr wirklich sehr schön gesagt.“ sagte der Mann es mit einer hohen Stimme. „Ich werde eure Worte niederschreiben und das an alle Gilden weiterleiten, denn… Solch eine Inbrunst und Wahrheit in euren Worten habe ich schon lange nicht mehr erlebt.

Ihr habt die Dame gehört und wenn ich meine bescheidene Meinung dazu sagen darf. Sie hat recht und damit diese Worte sich jeder verinnerlicht, wird jeder Abenteurer, der bei dieser gemeinen Aktion von Bert mitgelacht hat, bestraft.

Eure Strafe ist, dass ihr für die nächsten drei Monate nur G-Aufträge annehmen dürft. Meine Mitarbeiter haben dieses Schauspiel gesehen und notiert, wer alles dabei war. Bert… wird von seinen Rang C auf D degradiert. Nicht nur wegen Mobbing, sondern auch dass dieser Mann eine unschuldige Frau angreifen wollte.“ drehte sich der Mann mehr oder weniger sich so, damit jeder es mitbekommt.

„Wer Einspruch einlegen will, darf sich Bert ebenso anschließen, denn diese Diskussion werde ich bestimmt nicht mitmachen!“ kam direkt die Drohung von dem Mann. „Und ihr beiden wunderschönen Turteltäubchen, euch möchte ich gerne in meinem Büro sprechen.“

Der Mann drehte sich um und die Abenteurer machten ihm sofort Platz, als Rose die sprachlose Dämonin mitzog. In der Gilde war es so still, dass jeder die Schritte der Damen sowie… des Mannes hören konnte, dann fiel eine Tür zu. Ein weiteres Holzbrett fiel von der Decke auf Bert runter und die Abenteurer schauten sich immer noch schweigsam belämmert an.

„Hier… nimmt doch Platz. Ich koche uns eben einen Tee, dann stellen wir uns richtig vor.“ bot der Mann einen Platz auf dem pinken Sessel an. Das gesamte Büro erinnerte Lilith irgendwie an einen Puff, zumindest wie es eingerichtet ist.

Wieder zog Rose die schweigsame Dämonin, scheinbar war für die Heilerin das Büro nicht unbekannt noch wer der Mann ist. Der dicke Mann stellte den Damen zwei kleine gelbe Tassen mit grünem Tee hin.

„Soo… nun haben wir alles oder? Ah… zu dumm das ich keine Kekse mehr habe. *seufz* Wenn ich mich vorstellen darf, ich bin Emanuel, die Gildenmeisterin dieses Hauses.“ kam nun die Vorstellung.

„Erm… mein Name ist Lilith… Rose scheint ihr ja zu kennen?“ versuchte die Dämonin das Gespräch irgendwie zum Laufen zu bekommen.

„Aber sicher das. Das arme Ding wird immer von den anderen so geärgert. Bevor… ihr mir irgendwelche Vorwürfe macht, denn das sehe ich in euren Augen, lasst mich dies aus meiner Sicht erklären.

Liebend gerne würde ich Rose wie ein Küken beschützen wollen, aber damit würde ich jemanden bevorzugen oder? Als Gildenmeisterin muss… ich leider die undankbare Aufgabe übernehmen, alle gleichberechtigt zu behandeln, sonst entsteht nur unnötiger Stress… Auch wenn ich im Geheimen Rose trotzdem beschützt habe.“ zwinkert Emanuel.

„Stimmt. Wenn… es ganz schlimme Tage waren, konnte ich mich immer bei dir ausweinen, denn bei dir fühle ich mich wirklich aufgehoben.“ nickte Rose mit roten Wangen.

„Ok? Dann seid ihr doch Freundinnen oder nicht?“ fragte Lilith und trank ihren Tee… „Meine Güte, dieser Tee ist aber lecker.“

„Nicht wahr? Eine geheime Rezeptur von mir. Wisst ihr, in meiner Freizeit arbeite ich in meinem eigenem Garten, wo ich selber bestimmte Pflanzen züchte. Dieser Tee ist einer meiner jahrelangen Erfolge. Es freut mich, dass er euch mundet!“ freute sich die Gildenmeisterin.

„Und ich bin euch dankbar, für das was ihr eben getan habt. Bert hat sein Glück schon zu lange herausgefordert, nun bekamen er endlich seine Quittung… Eure Rede… sie hat mich wirklich berührt.

Hättet ihr… nicht Interesse, selber ein Mitglied unsere Gilde zu sein? Scheinbar verstehst du dich mit Rose sehr gut, denn bisher habe ich noch keine Person kennengelernt, die sich so für seine Freunde eingesetzt hat wie ihr. Axel scheinst du ja auch zu kennen und an dieser Stelle muss ich mich bei euch beiden bedanken.

Bedanken, dass ihr erfolgreich den Spinnenwald durchquert habt und zugleich auch den Boss in diesem Wald getötet habt. Unser… junger Freund Axel hat uns den Kopf der Arachne präsentiert als Beweis. Zu dumm… dass er nicht hier ist, aber damit werde ich dich Rose und Axel zu Rang A-Abenteurern befördern.“ lächelte Emanuel. Rose riss erstaunt den Mund auf über die Nachricht und Lilith umarmte ihre Freundin.

„Glückwunsch Rose, das hast du wirklich mehr als verdient. Erst hast du deine Angst in den Griff bekommen, viele Spinnen getötet und am Ende der Arachne den Hintern versohlt.“

„Aber… nur dank dir!“ freute sich Rose über die Beförderung und genoss die Umarmung.

„Aww… ihr versteht euch wirklich sehr gut. Schade das es auf der Welt… so wenig tiefe Freundschaften gibt, wie ihr die zeigt. Dieser Spinnenwald war ein SSS-Gebiet gewesen, aber niemand wollte da rein gehen, außer die örtlichen Jäger um an gewisse… Spinnenteile zu kommen.

Aber Axel hat mir berichtet, dass… ihr der Grund seid, weswegen viele… sehr viele Spinnen ihr Leben verloren haben oder?“ wurde die Gildenmeisterin nun neugierig.

„Erm… Ich weiß nicht genau, was Axel euch berichtet hat, aber wir waren auf der Flucht vor einer Dämonenarmee. Die Gruppe, wo Rose und Axel, aber auch die Heldin Sakura sowie Leena drin waren, benötigten mehr Stärke, also war es damals meine Idee gewesen, den Spinnenwald zu betreten um a) die Dämonen loszuwerden und b) das meine Freunde stärker werden.

Womit… ich überhaupt nicht gerechnet habe, war… wie strategisch die Spinnen vorgegangen sind, selbst als ich… alleine gegen sie gekämpft habe.“ gab Lilith ihren Bericht und bekam wieder das Bild vor Augen, wie die Spinnen es geschafft haben, beide Arme und ein Bein stramm zu ziehen.

„Mit dem Tod der… Arachne hoffe ich, dass diese… merkwürdige Intelligenz dieser Spinnen wieder ausbleibt, wenn neue Generationen von den Monstern kommen. Ihr seid wirklich eine sehr faszinierende Frau, wisst ihr?

Nicht nur das ihr wunderschön seid, sondern ihr habt auch eine Stärke. Eine Stärke die man euch sofort ansieht sowie euer Charme. Mit eurer Rede habt ihr alle, wirklich alle in eurem Bann gezogen. Ich bin wirklich sehr gespannt… wie sich meine Kinder verändern werden.

Aber… zu meiner Frage habe ich noch keine Antwort bekommen oder?“ lächelte die Gildenmeisterin wieder die Frauen an.

„Ich… wollte mich anschließen, aber mit der Aktion von den Abenteurern eben ist mir irgendwie die Lust vergangen.“ war die ehrliche Meinung von Lilith.

„Meinst… du das jetzt ernst? Ich dachte… du wolltest nach Aufträgen Ausschau halten, wo wir als Gruppe gehen wollen, um stärker zu werden?“ hörte Rose nicht richtig.

„Rose… wie kann ich Abenteurer werden, wenn ich diese Schikanen mit ansehen muss? Genau das meinte ich, wenn man meinen… Freunden was antut, dass ich schnell rot sehe und für meine Verhältnisse… bin ich mit Bert ziemlich nett umgegangen.“ erklärte Lilith.

„Das… stimmt allerdings. Hätte… auch in einem Blutbad enden können.“ nickte Rose sehr langsam mit ihrem Kopf.

„Was… haltet ihr von diesem Vorschlag. Ihr… kämpft gegen mehrere Abenteurer, die ich aussuche und… wenn ihr wirklich diese Stärke habt, von der Axel gesprochen hat, werde ich euch direkt zu einem A-Abenteurer befördern.“ kam Emanuel mit einem Vorschlag.

„Ist… das denn in Ordnung?“ musste Rose nun nachhaken und die Gildenmeisterin nickte.

„Aber sicher meine Süße. Ich bin die Gildenmeisterin und kann machen was ich will oder? Aber… es ist einfacher, wenn Lilchen ihre Stärke den anderen vor Augen führt, sonst kommen irgendwelche Beschwerden, auf die ich keine Lust habe.“

„Lilchen?“

Kapitel 288

Ich bin wiedergeboren und der Wert einer Freundschaft? II

Die Stimmung zwischen Rose und Lilith war bedrückt, zumal Rose das Geschehen von eben noch verarbeiten musste.

„Hey… es tut mir leid. Also nicht für die Männer, sondern dass du meine andere Seite gesehen hast. Vermutlich war das selbst für Dämonen… sehr brutal, aber… ich werde mich nicht biegen lassen. Das ist nun mal meine wahre Natur.“ versuchte Lilith die Stille zu brechen.

„Kennt… Sherry diese Seite auch?“ kam die Frage von der Heilerin. „ … Ja, diese Seite kennt sie, aber irgendwie… hat sie diese Seite akzeptiert ohne groß Fragen zu stellen. Selbst meine Freunde sehen dies öfters, wenn ich bei meinen Feinden aufräume.“ nickte Lilith, die neben Rose lief.

„Dann… hast du sehr starke Freunde. Ich… weiß nicht, ob… ich das auf Dauer so schlucken kann. Die Welt ist gemein und brutal, aber dennoch… sah ich auch die guten Seiten. Aber…“ versuchte Rose sich zu erklären.

„Das klappt nicht, wenn du vor Augen unmenschliche Sachen siehst und nichts machst. Dabei verrätst du deine eigenen Prinzipien. Ich… werde versuchen, dass in der Zukunft zu beachten.“ nickte Lilith verständnisvoll.

„Wie… machst du das? Du… kannst so… lieb sein, aber… du bist voller Fallstricke und dann wirst du direkt eine andere Person, sobald man darüber stolpert.“ schaute Rose ihre Freundin von der Seite an.

„Puh… ich weiß überhaupt nicht, ob ich es erklären kann. Diese Frage wurde mir schon mal gestellt, aber selbst da konnte ich keine vernünftige Antwort geben. Ich lebe mehr oder weniger nach dem Motto: Für meine Freunde das Beste, für meine Feinde das Schlimmste.

Ich hatte mal gegen einen Vampir gekämpft, der meinen Freund als Köder benutze und ihn töten wollte. Trotz das mein Freund auch gleichzeitig ein Rivale war, konnte ich nicht zulassen, dass dies passiert. Also habe ich mich zwischen den Vampir und mein Freund gestellt und den Todesschlag abgefangen…

Danach musste ich mit einem großem Loch im Bauch gegen den Vampir kämpfen, aber hätte ich das nicht getan… Wäre mein Freund gestorben. Dieser Freund ist nicht nur für mich wichtig, sondern auch für meine Freundinnen. Für Sherry ist er der Kampflehrer und für eine… weitere Freundin der zukünftige Ehemann.

Bei meinen Freunden kann man sagen, dass ich ziemlich schnell rot sehe, wenn man ihnen was antun…“

„Hast… du eigentlich überhaupt keine Angst oder so? Bei den Dämonen, den Spinnen, aber auch hier bei der Paladinen zeigst du sie überhaupt nicht.“

„Doch… wenn ich mich selbst verliere, sollte Sherry was zustoßen. Sie ist meine erste Liebe, die durch meinen Fehler… ewige Jugend erhalten hat, aber das hat sie mir verziehen. Sherry… verzeiht mir sehr viele Fehler, manchmal stelle ich mir die Frage… ob sie mich verdient hat.

So kaputt wie ich bin, hätte jeder das Weite gesucht, aber nicht Sherry. Sie würde jeden Stein auf der Welt umdrehen, sollte ich mich vor ihr verstecken, so eine Person ist das. Mein liebster Unglücksbringer…“ lächelt Lilith mit roten Wangen.

„Ist… das ein Kosename für deine Geliebte?“ wurde Rose nun ein bisschen neugieriger, die Stimmung besserte sich ein bisschen.

„Hm… Sherry hat den Titel „Pechvogel“. Keiner weiß woher und wie sie den bekommen hat… ich weiß nicht mal, wann? Hmm… sollte ich sie mal fragen, egal! Damit löst sie nur Pech in ihrer Umgebung, aber auch auf sich selber aus.

Als Beispiel, du bekämpfst eine Horde Orks, dann musst du bei ihr definitiv damit rechnen, dass immer ein stärkeres Monster erscheint, dass dich angreifen wird. Früher musste sie immer die Flucht antreten, aber mittlerweile ist sie so stark geworden, dass sie nun die starken Monster selbst bekämpft.

Auch… schafft sie es als eine der wenigen Personen mich immer wieder unerwartet mit ihrem Kopf in meinem Bauch zu treffen. Aber ich habe irgendwie den Eindruck… dass das Pech ihr in manchen Situationen das Leben rettet, so merkwürdig es auch klingt. Als… wollte dieser Titel verhindern, dass der Träger stirbt.“

„Ich merke… du liebst sie wirklich innig, wenn du soviel über sie weißt.“ lächelt Rose nun wieder und die Wangen von Lilith wurden nochmal ein bisschen rötlicher.

„Ah! Da seid ihr ja!“ rief eine Männerstimme. Beide Frauen haben bei dem Gespräch die Umgebung mehr oder weniger ausgeschaltet und sind irgendwie wieder beim Heim der Heilerin angekommen.

Es war Axel, der irgendwie immer noch nicht seine Rüstung ablegen konnte und ihnen zuwinkte, neben ihm stand Sakura in ihrer weißen Rüstung.

„Wo wart ihr denn? Ich dachte, wir wollten uns hier treffen?“ verlangte die Heldin direkt zu wissen, als Rose und Lilith bei den Gefährten ankamen.

„Erm… wir waren Magie üben. Erzmagier Draco hat Lilith ein paar Zauberbücher zur Verfügung gestellt, damit ich sie lernen kann.“ gab Rose einen Teilbericht ab.

„Dummerweise wurden wir von Paladinen unterbrochen, was ich… ziemlich blutig beendet habe, weswegen wir das Training vorerst abgebrochen haben.“ füge Lilith hinzu.

„Nein… sag jetzt nicht, du hast sie umgebracht?“ reagierte Sakura fassungslos, während Axel den Kopf schüttelte.

„Also, als ich sie in die Kanalisation geworfen habe, waren sie noch „lebendig“ gewesen. Ok, sie dürften Probleme haben in der völligen Dunkelheit noch was zu sehen, zusätzlich habe ich einem die Knie gebrochen, den zwei anderen die Beine abgetrennt.

Wenn die Göttin gnädig ist, werden sie es drinnen irgendwie überleben, aber ansonsten soll sich da ja ein Monster aufhalten, soll es sich um die kümmern.“ schaute Lilith „zufälligerweise“ in den Himmel bei ihrem Bericht.

„Du… hast was?“ hakte Axel nach, denn das Monster ist bekannt, sein Revier auf übelste Art und Weise zu verteidigen.

„Es zu spät ihnen noch zu helfen. Lass uns nun das Thema wechseln, die Diskussion für das Treffen ist vermutlich… wichtiger als irgendwelche verschollenen Paladine.“ schlug Lilith vor.

Alle schütteln ihre Köpfe. „Fehlt nur noch Leena oder?“ bemerkte Rose das eine Person fehlte. „Eigentlich ist sie doch ein sehr… pünktlicher Mensch.“

„Ich habe sie heute nicht in der Burg gesehen.“ meinte Sakura. „Was… genau ist zwischen dir und Leena passiert, Lilith?“

„Hm… wollen wir nicht besser warten, bis alle da sind? Wäre Leena gegenüber sehr unfair, einfach so zu starten.“ meldete sich Axel.

„Dann lasst uns doch noch ein bisschen warten. In der Zeit kann ich ja von meinen Erlebnissen mit Lilith berichten!“ grinste Rose, das Drama mit den Paladinen hat sie nun irgendwie… verdrängt.

Als gefühlt eine Stunde später immer noch keine Spur von der Magierin Leena zu sehen ist, als Lilith sich nun zu Wort meldet: „Scheinbar… hat Leena sich entschlossen, nicht zu erscheinen.“

„Wie… meinst du das?“ hakte Sakura sofort nach, selbst die andern starrten Lilith an. „War… gestern doch mehr vorgefallen? Als du vom Erzmagier Draco gegangen bist, habe ich Leena weinend im Büro gesehen.“ kam die Frage von Rose.

„*seufz* Ich… werde wohl mehr oder weniger wieder der Buhmann sein, aber… Leena hat uns mehr oder weniger verr…“ wollte Lilith ihre Erklärung starten, als…

„STOPP! WARTET!“ rief eine schwer atmende Frauenstimme. Alle drehten ihre Köpfe zu der Stimme hin und sahen Leena in ihrem zerknitternden Magierkleid ohne Magierhut, ihre Haare standen in alle Richtungen.

„Huch? Wir haben sehr lange auf dich gewartet!“ kam der Vorwurf von Sakura. „Ist denn… was passiert, so wie du aussiehst?“

„Ich… habe mich verschlafen…“ kam die Entschuldigung von Leena, ihre Augenringe konnte man nicht übersehen.

„ … Also hast du dich entschieden?“ fragte Lilith die Magierin, diese nickte. „Ja… ich stelle mich. Mein… Meister war in dieser Sache… keine sonderlich große Hilfe gewesen.“

„Wie… soll man das verstehen? Hat es was damit zu tun, wie du und Lilith miteinander umgegangen seid?“ fehlte Axel der Kontext.

Lilith und Leena starrten sich beide an, dann fing Leena an ihre… Beichte abzugeben: „Ich bin… war die Augen und Ohren für meinen Meister, aber auch für den König. Ihnen habe ich den genauen Bericht von unserem Abenteuer berichtet sowie wer Lilith in Wirklichkeit ist.“

Die Stille war ohrenbetäubend, die Gefährten starrten Leena an, als wäre sie die Dämonenkönigin. Alle standen vor der Wohnung von Rose. Man „hätte“ sich einen besseren Ort aussuchen können, aber irgendwie hat keiner daran gedacht.

„Bevor ihr eure Fragen stellt, lasst mich dies aus meiner Sicht erklären. Vorher… kannten wir uns alle nicht, nur erst nur durch den Meister von Sakura. Mein Meister und er waren befreundet gewesen und er bat Meister Draco, einen fähigen Magier zur Verfügung zu stellen.

Die Wahl fiel schnell auf mich, weil ich einer seiner besten Schüler war. Für… mich wahr das am Anfang mehr oder weniger eine Ehre gewesen, bis… Meister Draco, aber auch der König persönlich mich mit einer Geheimmission beauftragten.

Bei der Geheimmission ging es um nichts anderes als den tatsächlichen Stand der Dinge zu berichten, selbst Markus wusste davon nichts… Auch wenn ich ihm zutraue, dass er eine ungefähre Ahnung hatte, denn die Politik in der Burg war ihm ja nicht fremd.

Nun… ich habe die volle Wahrheit gesagt. Mein Meister und der König wissen, wer Lilith in Wirklichkeit ist. Aber so… wie Lilith ist, hat sie mit den knappen Informationen über meinen Meister schnell gemerkt, dass etwas im Busch war und hat mich… ausgetrickst.

Der König hat dann auch den Fehler begannen, sie mit dem Flügel darauf anzusprechen, was nicht wirklich die Art des Königs war, aber welche Eltern schauen schon gerne zu, wenn die eigenen Kinder brutal zusammengeschlagen werden.

Am… Abend kam Lilith tatsächlichen dann im Büro von meinen Meister vorbei und… ich musste mir ihre Anschuldigungen anhören… die auch irgendwie wahr sind. Aber ich habe dies nicht getan, um die Belohnung vom König zu bekommen, die hätte er mir so oder so schon gewährt.

Nein… mir war irgendwie nicht so bewusst, dass… dieses Abenteuer zwischen uns mehr als… nur eine Mission war. Ich…“ kam Leena nun ins stottern.

„Du warst all die Zeit alleine gewesen, dass Sakura, Rose und Axel mehr für dich geworden sind ohne das du es merktest. Du warst vermutlich in all der Zeit eine Einzelgängerin, die keine Freunde hatte und daher auch nicht wusste, was eigentlich Freundschaft ist.“ gab Lilith ihr Beistand.

„Das… stimmt. Für mich war das nur eine Mission gewesen und wollte es auch irgendwie schnell hinter mich bringen, denn… als eine Spionin bin ich sehr lausig und es gefiel mir auch nicht. Aber ich war auch nicht unbedingt in der… Position, dem König UND meinem Meister zu widersprechen.

Nun… kam Lilith in das Büro und hat mit ihrem „Charme“ mich dazu genötigt, gewisse Entscheidungen zu treffen. Für… mich waren diese Entscheidungen… vermutlich das schlimmste… was ich treffen musste. Aber… vielleicht sind sie irgendwo auch richtig, denn damit wurden mir die Augen geöffnet.“ sagte Leena mit einem ernsten Ton in der Stimme, dabei schaute sie ihren Freunden abwechselnd in die Augen.

„Früher wäre mir Freundschaft vermutlich ziemlich egal gewesen, sie hatte keinen wirklichen Nutzen gehabt. Nur… die Reise hat mich tatsächlich soweit verändert, dass ich darüber nachdenken musste.

Tja… nun ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich lieber die Wahrheit selber sage, als dass Lilith wieder den bösen Teil übernimmt.

Sakura, Rose und Axel… es tut mir vom Herzen leid, was ich getan habe. Wenn… ihr mich nicht mehr sehen wollt, dann habe ich es verdient. Es wird meinem Herzen weh tun, aber ich werde das Urteil akzeptieren, dass ich euer Vertrauen… missbraucht habe.“ beugte sich die Magierin am Ende.

Die Gefährten haben der Erklärung von Leena ohne Unterbrechung zugehört und schauten sich nun gegenseitig an.

„Meinst… du das ernst? Also… dass wir dich einfach so… fortschicken sollen?“ meldete Axel sich als erstes.

„Ja. Lilith hat für uns öfters den Kopf hingehalten und im… Wald haben wir uns geeinigt, Stillschweigen über ihre Person zu halten. Dies habe ich nicht getan, noch dazu habe ich die Warnung von Lilith ignoriert ohne die Konsequenzen wirklich vor Augen zu haben.“ nickte Leena.

„Deswegen… warst du so fokussiert auf der Mission.“ murmelt Rose. „Aber… du hattest doch… auch irgendwie Spaß gehabt, nachdem wir das Dungeon bewältigt haben. Ich…“

„Ich werde es auch nicht abstreiten, denn nachdem Lilith mir… die richtigen Tipps in der Magie gegeben hat, kam ich irgendwie selber zu der Erkenntnis, dass meine momentane Ausbildung… anders ist.

Ich will meinen Meister nicht für seine Lehre kritisieren, aber solche Informationen die Lilith mir gegeben hatte, hätte ich wirklich nichts dagegen gehabt, sie auch früher gekannt zu haben. Dadurch ist mir erst richtig bewusst geworden, was Magie eigentlich ist.“ lächelt Leena vorsichtig.

Nun schauten alle Sakura an, die immer noch schweigsam war. Lilith hat sich bewusst bei dem Gespräch ein größeren Abstand gehalten, denn… es war mehr oder weniger die Freundschaft ihrer Freunde.

„Ich… habe zu wenige Freunde auf dieser Welt, ich…“ seufzte Sakura, die nun zu einer Entscheidung gekommen ist. „Ich verzeihe dir. Jetzt nach einem neuen Magier zu suchen würde uns nur aufhalten, außerdem…

Meine Meinung nach sind es nicht unbedingt wir, bei denen du dich entschuldigen solltest, sondern bei Lilith selber. Ja, sie ist eine fürchterliche, gemeine und rücksichtslose Person, aber letztendlich… ist es aber sie gewesen, die den Kreis der Freundschaft von uns fester gezogen hat.

Meister Markus hat den Anfang gemacht und Li… Sina hat ihn vervollständigt. Selbst jetzt macht sie es, ob ihr das nun bewusst ist oder nicht.“ sagte Sakura zu Leena. Jeder war erstaunt über diese Erkenntnis der Heldin. Leena… fielen die Tränen aus den Augen raus. „ … Ihr… schickt mich nicht weg und verzeiht meine Aktion?“

„Nun, dein Meister und der König kennen nun die Wahrheit. Was sollen sie denn nun groß machen gegen Sina? Außerdem hast DU mich doch mit den anderen Damen hier vor der verrückten Spinnenfrau gerettet, ich glaube, so einfach geht dann doch nicht unsere Freundschaft kaputt, auch wenn du am Anfang recht nervig warst.“ grinste Axel.

„Ich… habe festgestellt, welche Elemente ich benutzen kann. Ich… wäre sehr glücklich, wenn eine erfahrene Magierin mir zur Seite steht und hilft, meine Magie richtig zu nutzen.“ lächelt Rose. „Außerdem wollen wir doch bestimmt noch weitere gemeinsame Abenteuer machen oder?“

„Du hast die beiden gehört. Ich… frage dich erneut: Würdest du meiner Gruppe im Kampf gegen den Dämonenkönig weiterhin zur Seite stehen?“ hielt Sakura eine offene Hand vor Leena, dabei lächelt sie die Magierin an.

Der Tränenfluss wurde bei Leena immer stärker, man sah es ihr an, dass sie es wirklich bereute, ihre Freunde mehr oder weniger verraten zu haben. Leena hatte keine einfache Kindheit gehabt, aber dieses Glücksgefühl das sie nun spürte war doch neu für sie.

Dann schlug Leena in die offene Hand von Sakura ein. „Ich… würde euch gerne weiter begleiten. Diesmal ohne… für meinem Meister oder dem König ein Spion zu sein.“

„Willkommen in der Gruppe, aber… eine Hürde hast du immer noch zu bewältigen.“ nickte Sakura zu Lilith rüber. „Ich kann deinen Meister und den König verstehen, wenn sie immer auf dem aktuellen Stand der Dinge sein wollen.

Wenn ich daran denke, wie… ich mich am Anfang blamiert habe ist es selbstverständlich für die Herren zu wissen, ob man mir die Bürde des Helden anvertrauen kann. Das… größere Problem ist momentan eher Lilith.“

Die Magierin schluckte schwer, denn unrecht hatte Sakura nicht mit ihrer Aussage. Lilith hat der Gruppe mehr oder weniger den Rücken gekehrt, obwohl sie kurz ausgeholfen hat beim Gespräch. Leena wurde die Hand von Sakura auf die Schulter gelegt und nickte ihr zu. Dann ging die Magierin zu der Dämonin.

„L… Lilith. Auch… wenn ich dein Vertrauen… vermutlich gebrochen habe, so tut es mir wirklich leid. Die Belohnung war mir wirklich nicht wichtig gewesen.“ stand die Magierin hinter Lilith.

„So? War es etwa Anerkennung die du haben wolltest? Weißt du… ein Satz geht mir bei deiner Rede nicht aus dem Kopf. Du hättest die Belohnung so oder so bekommen. Ich frage mich, wer bist du eigentlich wirklich?“ wunderte sich Lilith ohne sich umzudrehen. Verdutzt schauten sich die Gefährten an.

„Hmm… wenn ich so überlege, bisher weiß ich nur, dass Draco und der König deinen Bericht kennen und scheinbar vertrauen sie dir auch vollkommen ohne groß Fragen zu stellen. Auf welcher Basis liegt dieses Vertrauen?

Mein Vater gab mir auch eine Geheimmission mit in der „Vergangenheit“, mit der Begründung, dass er nur mir vertrauen kann, weil ich von seinem Blut abstamme. Wenn ich raten müsste, aber… Draco wird nicht wirklich dein Vater sein, also…“

„Ich habe keinen Vater… und dennoch… bin ich die Tochter des Königs.“ weihte Leena sie in das Geheimnis ein, was nur ihr Meister und der König wussten. Sofort reagierten ihre Freunde schockiert über das Geheimnis.

„Wenn… du die Tochter des Königs bist, dann bist du…?“ hakte Rose sofort, aber Leena schüttelt ihren Kopf.

„Nein, ich bin keine Prinzessin. Meine Mutter war eine Bürgerliche, die der König auf seiner Reise kennengelernt hat und ich bin mehr oder weniger das Ergebnis. Ich… will jetzt nicht von meiner Kindheit erzählen, aber mein Meister hat irgendwie herausgefunden, dass ich die Tochter des Königs bin.

Nun versucht der König irgendwie eine Schuld zu begleichen, weil er meine Mutter nicht retten konnte, aber das ist mir egal. Ich hatte es nicht einfach in der Vergangenheit, aber ich habe es irgendwie… geschafft, bis der König von seiner „Tochter“ erfahren hat. Seitdem versucht er mich immer irgendwo einzuspannen, will aber auch gleichzeitig nicht zugeben, dass ich von seinem Blut abstamme. Auf das Drama kann ich gut und gerne verzichten.“ sagte Leena dies zu ihren Freunden, dann wendete sie sich wieder zu Lilith.

„Nun weißt du wirklich alles über mich. Falls es dich beruhigt, aber ich habe Meister Draco gestern mitgeteilt, dass ich nicht mehr die Augen und Ohren für ihn, aber auch nicht für den König sein werde, bevor du ins Büro gekommen bist.“

Eine Stille herrschte zwischen den Freunden, Lilith drehte sich zu Leena immer noch nicht um, scheinbar fehlte noch irgendetwas.

„Kann… es sein, dass du nicht weißt, wie man jemanden verzeiht?“ fragte Rose auf einmal die Dämonin. Scheinbar hatte die Heilerin damit einen Nerv bei Lilith getroffen, denn sie zuckte auf einmal.

„Doch… glaube schon. Erinnerst du dich an die Geschichte, dass ich ein Loch im Bauch hatte? Mein Rivale war nach dem Kampf so voller Schuldgefühle, dass er sich sonst was angetan hätte, bis ich ihm klipp und klar erklärt habe, dass ich die Aktion immer wieder machen würde und es daher verzeihen werde… Ok, am Ende musste ich ihm drohen, dass er den Arschtritt der Lebens bekäme, wenn es nicht aufhört mit den Schuldgefühlen.“ erklärte Lilith.

„Liegt… es daran, was man dir angetan hat? Diese… Kindheit, die du erlebt hast… Meister Draco sagte mir, du hättest die Fähigkeit „Bizarre Gedanken“. Das ist eine Fähigkeit, die nur Wahnsinnige haben und bei diesen Personen muss man damit rechnen, dass sie eine wandelnde Gefahr sind für andere, aber eventuell auch für sich selber.

Könnte es nicht sogar sein, dass… selbst wenn du deinem… Freund verziehen hast, es eher nur so daher gesagt hast, damit seine Schuldgefühle sich auflösen, aber immer noch nicht weißt, was es wirklich heißt, jemanden von Herzen zu verzeihen?“ fragte Leena.

Die anderen haben sich nun ebenso hinter Lilith gestellt, die scheinbar ziemlich stur ihnen weiter den Rücken zeigte, als Rose zu ihr ging und von der Seite anschaute. Erstaunt riss Rose ihre Augen auf, als sie das weinende Gesicht von Lilith sah.

Ohne… zu wissen warum, umarmte Rose Lilith von der Seite. Die anderen wollten auch kommen, aber Rose hob eine Hand, dass sie Abstand halten sollen.

„Lilith… du würdest Leena auch gerne verzeihen, aber weißt nicht wie oder?“ flüstert Rose ihr ins Ohr.

„Ich… weiß es einfach nicht. Selbst mir kann ich nicht mal verzeihen, was ich meiner Freundin angetan habe damals. Lieben tue ich sie, Angst kann ich auch fühlen sowie Scham, aber… jemanden eine… zweite Chance geben… ich weiß nicht, wie das gehen soll.“ murmelt Lilith.

„Oh… im Grunde ist das eigentlich sehr einfach, weißt du?“ meldete sich Axel auf einmal. Axel, der Lilith am Anfang liebend gerne das Schwert rein gerammt hätte. Verdutzt drehte Lilith sich nun endlich um, alle sahen ihr verweintes Gesicht.

„Jedes Kind kennt den Trick, es ist nur eine Frage des Wollens. Keine Ahnung warum du dir selber nicht verzeihen kannst, aber hier mit Leena willst du es eigentlich doch oder? Dir hat es doch ebenso Spaß gemacht zu sehen, wie Leena deine Tipps versucht hat umzusetzen und im Grunde… bist du zwar enttäuscht, möchtest ihr aber gerne eine zweite Chance geben.

Der Trick ist, vor ihr zu stehen und dies auch zu sagen. Nicht einfach daher gesagt, damit es ihr besser geht, sondern auch dir selber besser geht.“ grinste Axel.

Sakura sah Axel nun ein bisschen mit anderen Augen, irgendwie… wirkte er erwachsener für die Heldin. „So wie Axel es sagte, ist es tatsächlich einfacher. Natürlich darf man das nicht auf die leichte Schulter nehmen, aber bei Leena´s Fall glaube ich wirklich… dass man ihre Aktion verzeihen kann.“ fügte Sakura anschließend hinzu.

Lilith schaute Axel und Sakura abwechselnd an, dann Rose die an ihre Seite stand und zunickte. „Selbst ich kann das.“

„Ich… würde gerne weiter mit euch Abenteuer bestreiten und… weitere Tipps von dir lernen, deswegen… Es tut mir wirklich von Herzen leid!“ verzog Leena weinend das Gesicht.

Die dämonische Heldin starrte nun die Magierin Leena an und seufzte: „Wieso… es letztendlich so gekommen ist… egal. Leena, ich versuche es dir zu verzeihen, mehr kann ich momentan nicht machen. Würde mich natürlich freuen… wenn wir uns weiter sehen können.“ lächelte Lilith schräg.

Rose umarmte freudig Lilith wieder von der Seite, während Leena die Worte von der Dämonin erst auf sich wirken lassen musste… Dann ging sie ebenso zu Lilith und umarmte diese ebenfalls…

„Danke… Das… ist wohl, was man Freundschaft nennt…“

Kapitel 287

Ich bin wiedergeboren und das magische Training?

Lilith wurde am nächsten Morgen wach und wunderte sich, warum sich ihre Brust so schwer anfühlte… „Rose?!“ kam der erste Gedanke bei Lilith, als sie ihre Freundin mit dem Kopf auf sich schlafend liegen sah. Rose muss irgendwie von ihrem Bett zu Lilith im Schlaf gewandert sein.

„Hm… schon irgendwie süß…“ grinste die blonde Dämonin. „ … Wünschte, es wäre meine Geliebte…“ bekam Lilith auf einmal einen Herzstich und eine einzelne Träne verließ ihr Auge. Vorsichtig hob Lilith die Heilerin von sich runter und legte sie aufs Bett, während sie selber aufstand.

Einige Zeit später wachte Rose mit einem Wuschelkopf auf und sah auch ein bisschen dümmlich aus, aber das wird jede Person auf der Welt sein, wenn man frisch aufsteht.

Auf jedenfalls roch sie sofort leckeres Essen und bekam nicht mal mit, dass sie auf der Betthälfte von Lilith lag. Schlaftrunken stand sie auf und ging langsames Schrittes in die Küche, wo sie Lilith mit einer Kochschürze sah die mehrere… braune Dinger briet.

„Guten Morgen, gut geschlafen?“ grüßte Lilith lächelnd. „Ah… glaube schon? Irgendwie… fühle ich mich… weiß nicht… richtig, so… so richtig ausgeruht…“ wundert sich Rose, während sie weiter im Gänseschritt zum Küchentisch ging.

„Kann ich mir gut vorstellen, du hast ja immerhin auf mir geschlafen. Sherry meinte, die Nähe einer Person, die man kennt und auch mag, führt auch zu einem gutem Schlaf.“ wendete Lilith den Inhalt der Pfanne um.

„ … Eh? Wie… meinst du das?“ saß Rose auf ihrem Stuhl und konnte mit der Informationen nicht viel anfangen. „Illusion: Schlafende Rose.“ setzte Lilith ihre Rassenmagie ein und vor Rose entstand ein Bild und wie sie mit ihrem Kopf auf Lilith lag.

Ein Energieschub schoss durch den Körper der Heilerin. Sie wurde sofort wach und sehr sehr rot im Gesicht.

„Ah… Entschuldigung!“ stand Rose sofort auf und verbeugte sich mehrmals vor der Köchin, die den nächsten Inhalt briet.

„Wofür? Es war keine Beschwerde oder so. Ist nur… selbst für mich das erste Mal, dass sich jemand anderes an mir klammert im Bett. Normal teile ich ja mehr oder weniger das Bett mit meiner Geliebten, aber ich habe auch schon mit anderen Frauen gemeinsam ein Bett geteilt.“

„W… wie?!“

„Ah… nicht missverstehen. Lieben tue ich Sherry, aber ich habe keine Bedenken mit anderen ein Bett zu teilen um gemeinsam zu schlafen. Man… muss nicht immer gleich an das eine Denken. Manchmal will man wirklich nur schlafen ohne großen Geschiss zu machen. Übrigens das sind Pfannkuchen die ich brate, vermutlich hast du sie noch nicht gegessen. Ein… Rezept von meiner… Mutter“ kam Lilith am Ende leicht in Erklärungsnot.

„Oh? Zumindest riechen sie gut. Ich… hoffe, dass deine Freundin kein Problem damit hat… dass ich irgendwie zu dir… gekommen bin?“ war Rose ein bisschen unsicher.

„Hm… glaube nicht. Ich meine, wir wissen beide, dass wir nur Augen für uns haben. Du brauchst dir daher keine großen Gedanken machen. Übrigens kannst du die Pfannkuchen mit Marmelade bestreichen, könnte aber irgendwann sehr süßlich schmecken.“ grinste Lilith, dann kam sie mit einem großen Teller wo ein Turm voller Pfannkuchen aufgestapelt war.

Rose hatte sich ein bisschen beruhigt und beide Damen nahmen ihr Frühstück ein, wo beide entzückende Gesichter bekamen. Lilith die schon… Ewigkeiten keine Pfannkuchen mehr gegessen hatte und Rose, die sehr gerne süßes Essen nahm.

„Wann… wollen wir uns eigentlich alle Treffen?“ fragte Lilith irgendwann, nachdem sie den nächsten Pfannkuchen verdrückt hatte.

„Gegen Mittag, vermutlich sind wir beide die einzigen Frühaufsteher in der Gruppe. Falls ich es noch nicht gesagt habe, aber dein Essen… schmeckt… sooo lecker!“ verzog Rose genüsslich ihr Gesicht.

„Das freut mich! Ich war mir nicht sicher, ob ich das noch so hinbekomme, wie ich es in Erinnerung habe. Wenn… sie so spät kommen, dann können wir ja was machen.“ nickte Lilith sehr zufrieden über das Lob und beendete ihr Mahl.

„Und… was genau?“ konnte Rose dagegen nicht genug haben. Lilith hat nun mehrmals mit Rose gegessen und nicht schlecht gestaunt, wie viel die Heilerin an Essen verdrücken kann, ohne in irgendeiner Form zuzunehmen.

„Leena´s Meister hat mir fünf Lernbücher für Anfänger zur Verfügung gestellt, von denen du lernen kannst, ob du überhaupt ein Element benutzen kannst.“ holte Lilith die Bücher von Draco aus ihrem Inventar raus.

Rose hörte mit ihrem Essen auf und traute ihren Augen nicht, was Lilith herbeigezaubert hat, dann schluckte sie ein großes Stück Pfannkuchen in einem herunter.

„D… das ist für mich? Von… dem Erzmagier Draco?“ hakte Rose vorsichtig nach, während Lilith nickte. „Das ist richtig. Ich habe mein Anliegen vorgetragen und er hat mir diese Bücher ohne Probleme überreicht.“

„Da… das… ich weiß nicht was… ich sagen soll.“ kamen die Tränen bei Rose raus, scheinbar war die Freude so groß, dass sie es rauslassen musste. „Danke reicht.“ lächelt Lilith. Die Heilerin stand auf und umarmte die sitzende Dämonin. „Danke…“ flüstert sie ins Ohr.

„Gerne geschehen. Kann… man hier irgendwo üben oder müssen wir dafür die Stadt verlassen?“ streichelt Lilith die Schulter von Rose. Die stärkste Veränderung bei ihren neuen Freunden bleibt wohl immer noch bei der Heilerin Rose. Am Anfang stark schüchtern und verängstigt, nun blüht sie irgendwie durch das neue Selbstvertrauen auf.

„Ja… gibt es. Dort sollten wir es ungestört testen können, solange… du kein Problem mit der Gegend hast?“ löste sich Rose von Lilith.

„Ich kenne mich hier nicht aus, ist es eine verbotene Zone oder so?“ hielt die Dämonin ihren Kopf schräg.

„Hm… nein. Lass mich das am besten vor Ort erklären, ist einfacher zu verstehen. Aber vorerst… „mapf“ esse ich die letzten Pfannkuchen auf!“ nahm Rose wieder Platz und isst die nächsten Pfannkuchen auf.

„Den… gesamten Teller?“ hob Lilith misstrauisch die Augenbrauen hoch, weil das noch mindesten zwölf Scheiben waren, aber so wie Rose nickt, war sie sich sicher. „Das… ist dein Magen, du musst es wissen…“

Nachdem die Heilerin alles aufgegessen hat, sich frisch machte und nun beide Damen wieder in ihren Kleidern waren, machten sie sich auf zu dem ominösen Ort, den Rose angesprochen hatte.

„Nicht über den Gestank wundern oder warum niemand dort lebt. Es ist einer der Eingänge zu der Kanalisation unter uns. Gerüchten zu Folge soll… da unten etwas leben, das alles angreift, was die Kanäle betritt.“ erklärte Rose unterwegs.

„Erm… wenn da unten etwas lebt, warum… habt ihr Abenteurer das Problem nicht längst… gelöst?“ musste Lilith sich mit ihrer Brille doch wundern.

„Nun… man kann sagen was man will, aber das Monster… oder was auch immer, pflegt irgendwie die Kanalisation von dem ganzen Unrat, Abfälle oder sonstiges so komisch es sich auch anhört.“

„Okey?“ sagte Lilith das Wort sehr langgezogen. Die Damen gingen weiter ihren Weg und bemerkten nicht, dass ihnen drei weißgekleidete Männer folgten. Dann haben Rose und Lilith ihren Zielort erreicht.

Mehrere leer wirkende verfallene Häuser. Überall Schrottmüll und ähnliches, auf den Gestank brauchte man nicht näher eingehen. „Dort drüben ist der Eingang der Kanalisation. Man benötigt bestimmte Werkzeuge, um den Deckel überhaupt ansatzweise zu öffnen, aber das ist für uns nicht so wichtig.“

„Hm… und hier kann man ohne Probleme üben?“ schaute Lilith sich die Gegend an. „So eine große Stadt, wundere mich das es nicht mal zu einem Slum wurde.“

„Aus Angst vor dem Monster, dass es vielleicht nicht doch eines Tages aus der Kanalisation kommen könnte. Die… SSS-Abenteurer sind sich zu fein, den anderen ist die Belohnung zu niedrig.“ schüttelt Rose den Kopf.

„Aha… na dann, solange wir ungestört sind ist mir das alles recht. Aber ein Hinweis, ich habe keinerlei Ahnung wie man wirklich… neue Magie lernt oder so. Das was ich dir, euch gezeigt habe sind… mir alle mehr oder weniger über das System übertragen worden, durch mein Geburtsrecht.“

„Oh? Das System selbst ist ja auch ziemlich mysteriös oder? Aber niemand stellt es infrage, weil es ja auch ein Teil unseres Lebens ist. Ok… Ich fange einfach mal mit Wind an, wollte schon immer so einen Sturm auslösen können!“ grinste Rose und liest sich das Lernbuch durch.

Gefühlte Stunden später waren sich Rose und Lilith beide einig: „Also Wind und Erde kannst du definitiv nicht benutzen. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass bei dir nur Rauch aus deinen… Händen rauskommt.“ meinte Lilith und Rose musste ihr leider zustimmen.

„Schade… dabei hatte ich irgendwie… den kindlichen Wunsch gehabt, einmal zu fliegen und die Welt von oben zu sehen.“ war Rose ein bisschen traurig.

„Hättest du was gesagt, dann wäre ich mit dir geflogen!“ „Oh… stimmt.“ dann mussten beide Frauen dann doch ein bisschen über die späte Erkenntnis kichern.

„So… dann… nehme ich jetzt mal Licht!“ nahm Rose das nächste Buch aus dem Inventar und las den Zauberspruch durch, wie sie einfaches Licht zaubern kann.

„Licht… Meiner Meinung einer der gefährlichsten Zauber, denn mir ist kein Dämon bekannt, der dieses Element benutzen kann, ergo wird kaum einer von ihnen eine Resistenz haben. Selbst ich… hatte keinen Schutz dagegen gehabt, bis ich auf die richtigen Leute getroffen bin, wo ich dann schlussendlich doch eine Immunität gegen Licht am Ende hatte.“ schwelgt Lilith ein bisschen in ihrer eigenen Vergangenheit.

Rose hat den Zauberspruch auswendig gelernt und fing diesen dann an zu zaubern, dabei hielt sie eine Handfläche offen. „Bitte… wenigsten etwas.“ betete die Heilerin in Gedanken als…

Eine kleine Zauberkugel bildete sich über ihrer Handfläche, die leicht am Glimmen war, dann aber verschwand, weil Rose zu aufgeregt darüber war.

„H… hast du das gesehen?!“ fragte Rose sofort ihre Freundin, die ihr lächelnd zunickte. „Dann… kann ich das Element „Licht“ definitiv benutzen!“ strahlte Rose vor Freude.

„Jeder kleine Schritt ist ein Erfolg. Das… ist der Beginn einer neuen Zauberin, die das Element Licht beherrscht.“ teilte Lilith ihre Freude…

„IHR DA! Was habt ihr hier zu suchen?!“ brüllte auf einmal eine Männerstimme. Beide Frauen drehten ihre Köpfe zu der Stimme und sahen drei Männer auf sich zu kommen. „Tzz… Paladine machen auch hier ihre Runden?“ verzog Lilith ihr Gesicht.

„Wo ist das Problem? Hier lebt niemand, keiner fühlt sich belästigt.“ widersprach Lilith, während Rose sich ein bisschen hinter der Dämonin versteckte. Die Männer dagegen waren Widerspruch nicht gewöhnt, auch nicht dass ihre… Opfer keinerlei Angst zeigten.

„Werde bloß nicht frech, sonst kann es sein, dass du demnächst auf dem Scheiterhaufen landest!“ drohte der Sprecher der Gruppe.

„Aha, dass will ich sehen, wie ihr Knallköpfe das schaffen wollt bei jemanden, der sich wehrt.“ sagte Lilith dies sehr unbeeindruckt.

„Wie bitte?! Das reicht! Männer, die werden wir festnehmen!“ schrie der Sprecher mit einem roten Kopf.

„Aha? Auf welcher Grundlage betreibt ihr denn eure… Selbstjustiz eigentlich? Macht ihr das Wirklich im Auftrag der Göttin?“ schmunzelt Lilith.

„Klappe halten!“ sagte einer der Paladine, der am nächsten bei Lilith angekommen ist… als die Dämonin ihm beide Knie in eine andere Richtung trat. Sofort schrie er laut vor Schmerzen auf, während er auf den Boden fiel.

„Ihr… ihr legt Hand an uns?!“ schrie der andere Paladin und versuchte sein Schwert aus der Scheide herauszuziehen, aber Lilith hat längst Lazarus raus geholt und trennte ihm beide Beine ab. Dabei musste Lilith doch sehr lachen.

„Natürlich! Ihr benehmt euch wie Kriminelle, dabei versteckt ihr euch nur hinter dem Namen der Göttin. Vermutlich habt ihr uns Frauen ausgesucht, weil wir in eurem Auge vielleicht schwach wirkten oder? Zu dumm aber auch.“

Der Sprecher hatte den größten Abstand gehalten, aber er traute seinen Augen nicht. Eine Frau bricht einem seiner Männer die Beine, dem anderen schnitt sie die Beine ab. Nun schreien beide Männer vor Schmerzen und flehten um Gnade. Als auf einmal der Sprecher die Spitze des Schwertes am Nacken spürte.

„Ich will gerne wissen, ob ich mit meiner Aussage recht hatte.“ kam auf einmal die Stimme der blonden Frau hinter dem Sprecher.

„I… ich weiß nicht was sie meinen!“ stottert der Sprecher. Rose hielt ihre Ohren zu, denn sie wusste es in ihrem Inneren, dass Lilith mit den Paladinen oder allgemein mit der Inquisition sehr… brutal vorgehen wird. Aber Mitleid hatte sie für die Paladine nicht wirklich.

„Nicht? Dann ist es auch egal.“ meinte Lilith nur, dann schlug sie dem Sprecher auch die Beine ab. Noch… nie hatte der Sprecher solche Schmerzen gehabt, sonst war er immer in der Rolle gewesen, anderen Schmerzen zuzufügen. Sofort schrie der Sprecher der Paladine laut auf, sah wie aus seinen Beinstümpfen Blut raus spritze.

„Dafür… ARGH! Wir man euch jagen, NIEMAND LEGT SICH UNGESTRAFT MIT UNS AN!“ schrie der Sprecher. Aber Lilith ignorierte dies und zog ihn an den Haaren zu den anderen Paladinen.

„Wisst ihr… irgendwie reizt es mich wirklich… so wirklich euch ebenso zu verbrennen, wie ihr es den anderen Opfern antut, aber… ich habe eine bessere Idee.“ lächelte Lilith mit einem sehr düsteren Gesicht.

„Was… hast du vor?“ musste nun Rose fragen. „Pass mal auf, ich habe da so eine „tolle“ Idee.“ ging die Dämonin zu dem Eingang der Kanalisation. Mit ihren Kräften als Götterbestie konnte sie den großen Gullydeckel ohne große Probleme zur Seite schieben. Dann schaute sie in ein schwarzes Loch rein.

„Warte… du hast doch nicht etwa…“ hielt Rose ihre Hände vor den Mund, denn das war wirklich… kaum an Grausamkeit zu überbieten.

„Doch, genau das habe ich vor.“ nickte Lilith lächelnd, dann ging sie zu den Männer zurück. Sie haben verstanden, was diese Monsterfrau mit ihnen vor hat und wollten mit ihren Armen weg krabbeln, aber keine Chance, wenn sie dies vor lauter Schmerzen und ohne Beine versuchen wollen.

Die lächelnde Dämonin nahm die ersten Paladine an den Haaren und zog sie ohne Probleme zu der Öffnung, dann warf sie ohne jede Achtung die verletzten Männer in das Loch rein. Man hörte sie beim Fallen schreien, bis sie auf… dem Boden landeten und eine Stille herrschte aus der Gruppe.

„Ahh… herrlich. Diese Stille nach dem Geschrei.“ schloss Lilith ihre Augen und verzog ihr Gesicht entzückt.

„Das… mir fallen keine Worte ein.“ war Rose sehr fahl im Gesicht geworden. „Rose. Du hast die Männer gehört oder? Sie zeigten nicht eine Sekunde Mitleid oder ähnliches, wenn du auf dem Scheiterhaufen stehst. Ich lasse ihnen einfach nur ihre eigene Medizin schmecken.“ ging Lilith auf den Sprecher zu.

„Warte, bitte Gnade! Wir haben das alles wirklich im Auftrag der Göttin getan!“ bettelte der Sprecher.

„Echt? Dann mache ich es im Namen des dunklen Gottes, denn selbst er verlangt nicht mal solche barbarischen Aktionen wie ihr dies tut. Selbst Dämonen würden so einen Blödsinn nicht machen. Nicht früher und auch nicht in der Zukunft.“ verzog Lilith ihr Gesicht.

„Sie werden eine Säuberung in der Stadt durchführen, wenn Paladine verschwinden, ist euch das klar?!“ versuchte der Sprecher sich zu retten, aber Lilith sah nicht aus, als würde es sie interessieren.

„So? Eine Säuberung? Vielleicht sollte man dem Volk sagen, dass bald der Zeitpunkt gekommen ist, sich gegen diese Barbarei zu wehren! Ihr habt ihnen in all den Jahren, Jahrzehnten solch eine Angst eingebläut, dass sie sich nicht mal vorstellen können, sich zu wehren.

Nur ein kleiner Funke reicht aus. Ich will nicht wissen, wie viel Wut sich in den Bürgern dieser Stadt gesammelt hat. Wenn der Funke aber einmal zu einer Flamme entfacht wird, dann wird es hier sehr blutig werden.“ sagte Lilith das sehr laut, dann zog sie den Sprecher ebenso an den Haaren und ging zu dem Loch.

„Ihr Monster!!!“ versuchte der Sprecher sich noch zu befreien, aber keine Chance, die Frau hielt ihn mit eisernen Kräften vor sich hin. Dann stand Lilith mit dem Sprecher über der Grube.

„Monster? Danke für das Kompliment, denn das dürfte der Wahrheit ziemlich nahe kommen. Grüß das Monster unten von mir.“ lächelt Lilith noch, dann fiel der Sprecher schreiend in die Tiefe.

Rose… hat bei der Aktion den Kopf gewendet, denn das… war ihr zu brutal gewesen und versuchte sich mit anderem abzulenken. Der Sprecher der Paladine musste wohl auf seine Kameraden gefallen sein, denn man hörte ihn laut nach Hilfe schreien.

Die Dämonin ignorierte dies, schnappte noch die Beine der Männer und warf sie ebenso in die Kanalisation, soll sich das Monster daran vergnügen. Zum Schluss legte sie wieder den schweren Deckel auf das Loch und man hörte den Sprecher nicht mehr schreien.

„So… sind wir die „heiligen“ Kakerlaken losgeworden. Vermutlich… willst du mit… dem Training aufhören?“ fragte Lilith vorsichtig die Heilerin.

Rose drehte sich zu Lilith um und man sah, wie ihr die Tränen runter fielen. „Wie… kannst du diesen Männer es nur antun? Mitleid haben sie nicht verdient, aber… das… war selbst für deine Maße an Grausamkeit nicht zu überbieten!“ zitterte die Heilerin.

„Weil sie uns in ihrem… Kloster oder was auch immer sie nennen festgesetzt hätten, bis die eigentliche Folter stattfindet. Zum Schluss wären wir dann auf dem Scheiterhaufen gewesen, wo das Publikum zuschaut, wie wir laut vor Schmerzen schreien, bis wir sterben.

Ich bin grausam? Das mag in vielen Dingen stimmen und werde es auch nicht abstreiten, aber du kannst dir ziemlich sicher sein, dass ich mich immer wehren werde. Egal wie und wo. Das… meine dämonische Erziehung durchkommt, kann ich nicht ändern, aber so bin ich nun mal.

Nicht mal ein schlechtes Gewissen habe ich bei der Aktion, ich werde wie ein kleines Kind schlafen können, ohne dass ich mir auch nur eine Sekunde Gedanken machen werde über diese todgeweihten Männer.“ erklärte Lilith sich.

„Das… was mir vielleicht ein bisschen Leid tut ist, dass du es mit ansehen musstest. Meine Aktionen sind wirklich nichts für… zarte Gemüter. Hoffe… dass ich das aufgebaute Vertrauen zwischen uns nicht… beschädigt habe.“

Rose wischte sich ihre Tränen weg und seufzte nur. „Ich… bin mir nicht sicher. Eigentlich habe ich damit gerechnet, aber… irgendwie auch gehofft, dass es nicht… so böse endet.“

„Komm… lass uns wieder nach Hause gehen. In diesem Zustand solltest du nicht die letzten Elemente testen.“ lächelt Lilith traurig. Die Heilerin nickte bei dem Vorschlag und beide Damen machten sich auf den Weg zurück…

Was beide nicht wussten, aber die Gegend wo sie geübt haben, war nicht so leer, wie Rose dachte hatte sondern sogar ziemlich gefüllt. Neugierige Augen haben die… Brutalität beobachtet und auch die Aussage von der schwarzgekleideten Frau gehört. Die Geschichte wurde woanders weitererzählt und der Funke… fing unter dem Volk schon leicht an zu glimmen…

Panisch versuchte der Sprecher der Paladingruppe in der Dunkelheit sich in Sicherheit zu bringen, aber er sah nichts außer Schwärze. Er hat es irgendwie geschafft, seine… Beinstümpfe abzuklemmen, dass kein Blut mehr raus floss.

Seine Kameraden haben den Sturz nicht überlebt und er hatte die Gnade der Göttin gehabt, dies zu überleben. „Ich… werde das dem Miststück heimzahlen…“ war das Mantra, das der Paladin immer wieder in Gedanken hatte…

Als er etwas hörte, was nicht zu den Geräuschen in der Kanalisation passte. „H… hallo?“ rief der Paladin mit einem Hoffnungsschimmer, aber…

Etwas nasses lief auf dem Steinboden der Kanalisation und… es stank, je näher „es“ dem Paladin kam, schlimmer als die Kanalisation selber.

„Was… bei der Göttin ist das für ein Gestank?“ fluchte der Paladin, dann fiel ihm ein, dass er einen Leuchtstein im seinem Inventar hatte. Diesen holte der Paladin sofort raus und aktivierte ihn.

Manchmal… ist es wahrlich ein Segen, gewisse Alpträume nicht sehen zu können, denn der Paladin schrie laut, lauter als je zuvor, als er das „etwas“ auf sich zu kommen sah, dann kam die völlige Dunkelheit.

Kapitel 286

Ich bin wiedergeboren und der Wert einer Freundschaft?

„Eure Majestät, als mir zu Ohren gekommen ist, dass alle Schlachtpläne gestohlen worden sind, habe ich sofort neue entwickelt und meines Erachtens sind sie sogar besser.“ kniete eine Sukkubus mit schwarzen langen Haaren vor dem Dämonenkönig Rarkas.

Rarkas saß auf seinem Thron und man sah seine dicke Narbe im Gesicht, die nun längst verheilt ist, aber…

„Oh? Sie sollen noch besser sein? Dann heißt es, dass deine alten Pläne alle schlecht waren?“ fragte Rarkas wütend, seine Laune hat sich seit dem Tag nicht mehr gebessert.

„Mitnichten eure Majestät. Unser Feind glaubt nun zu wissen, wie wir planen, sollen sie es doch. Ich rechne eher damit, dass sie nun abwarten, dass wir den nächsten Zug machen und die suchen sich einfach einen der gestohlenen Pläne raus und dann planen sie ihre Gegenmaßnahmen.

Mit dem falschen Wissen sind wir in der Lage, unsere Schlachtzüge nach unseren Bedingungen umzusetzen, was sogar noch besser ist als früher. Ihre… menschlichen Strategen werden erst im letzten Moment verstehen, welche Züge wir geplant haben und verzweifelt die gestohlenen Pläne analysieren, die ihnen überhaupt nichts mehr bringen.“ erklärte die Sukkubus unbeeindruckt.

„Ich hasse eure Rasse mehr als je zuvor, seitdem GNNRRRRR „sie“ mir über den Weg gekommen ist. Wenn es nach mir gehen würde, würde ich euch alle auslöschen!

Aber… ihr habt euer Können bewiesen, weswegen ich meinen Zorn nur auf „sie“ fallen lasse. Bereitet eure Pläne vor, die werden meine Generäle dann umsetzten, sobald ich einen Ersatzgeneral gefunden habe.“ streichelt Rarkas wütend seine Narbe im Gesicht.

„Wie ihr wünscht eure Majestät.“ wollte die Sukkubus aufstehen und ihre Arbeit erledigen, als Rarkas auf einmal vor ihr stand.

„Sinella… immer wenn ich euch sehe, habe ich das dringende Bedürfnis, euch zu töten… Ihr seid nicht mit „Lilith“ verwandt oder?“ packte der Dämonenkönig gewaltsam die Sukkubus am Kinn.

„Ich muss euch enttäuschen, aber in meiner Familie gibt es keine Person, die diesen Namen trägt, ich selber habe auch keine Kinder. Wenn es in meiner Macht steht, werde ich euch helfen…“ kneift Sinella ihre Augen zusammen.

„Das Problem ist nur… ich kenne keine Sukkubus, die so große Flügel, noch solch unterschiedlichen Haarfarben hat. Es ist für mich einfach… mehr oder weniger das Pech, dass „sie“ mein Doppelgänger ist.“ zeigte Sinella mit ihren blauen Augen keine Spur von Angst.

Gewaltsam stößt der Dämonenkönig sie von sich, dass sie auf dem Boden landete. „Strapaziert nicht meine Geduld. Euren Kopf brauche ich nur, aber den Rest?“ hat Rarkas seine Drohung ausgesprochen.

„Natürlich, wenn ihr mich entschuldigen würdet?“ stand die Sukkubus wieder auf, verbeugte sich vor dem König und verließ den Thronsaal. Sofort suchte sie ihren Kartenraum auf und machte sich an die Arbeit, dabei sah sie sich kurz im Spiegel an.

Widderhörner, Dämonenschwanz und normale Dämonenflügel, dazu die großen Brüste und wohlgeformten Hintern, die typischen Merkmale einer Sukkubus.

„Schade… das du ihn nicht getötet hast Lilith, meine Unterstützung hättest du.“ diesen gefährlichen Gedanken hatte Sinella und wundert sich, dass sie ihr so ähnlich sein soll. Dann widmet sie sich den nächsten Schlachtplänen als Stratege der Dämonen.

„Also…“

Es wurde Abend und im Operationszimmer saßen mehrere rauchende Köpfe. Das wären Lilith, General Burns, aber auch mehrere Offiziere, die all die Pläne notiert haben, die Lilith ihnen aufgesagt hat.

„Aber ich lege meine Hand dafür nicht ins Feuer, dass die Dämonen solche Züge planen. Außerdem… müsst ihr damit rechnen, sobald deren Stratege merkt, dass all seine Züge ins Leere verlaufen, weil wir sie immer kontern können, dass er umdenken wird.“ warnte Lilith.

„ … Verstehe… es kann sein das ich mich wiederhole, aber… ich bin einfach nur froh… dass ihr nicht unser Feind seid. Wobei… deren Stratege hat ja scheinbar die ähnlichen Gedanken wie ihr.“ nickte General Burns müde.

„Wenn ich die Frage stellen darf, aber… wieso vertraut ihr mir? Ihr seht mich gestern zum ersten Mal, der die Berater und den Prinz Dummkopf fertig macht. Warum stellt ihr nicht… einmal die Frage, wie ich die Züge plane?“ wunderte sich Lilith.

„Hm… ehrlich, ich bin froh dass die Barone endlich weg sind, denn über Kriegspläne und ähnliches haben sie überhaupt keine Erfahrung. Das… mit Prinz Hendriks sehe ich schon etwas kritischer, denn der Prinz wird eines Tages die Krone übernehmen.

Ich hoffe… dass dieses Duell keine gravierenden Veränderungen bei dem Prinzen auslösen, denn im Herzen ist er ein guter Mann, der sich um seine Männer kümmert.

Nun zu eurer eigentlichen Frage, warum vertraue ich euch? Meine Instinkte sagen mir, dass ihr definitiv gefährlich seid, aber mein Bauchgefühl wiederum meint, dass man euch vertrauen kann. Tja… und das habt ihr doch schon eindrucksvoll bewiesen, nachdem ihr beim ersten Mal eure Angriffe geschildert habt.

Mit den neuen Angriffen und den Gegenmaßnahmen, die wir gemeinsam entwickelt haben, dürften wir für erstes vorgesorgt haben, bis der General die Pläne ändert.

Solltet ihr die Stadt verlassen Lady Lilith, würde ich sie bitten es mir mitzuteilen, wo euer Zielort ist, sollte sich etwas in den nächsten Kämpfen ändern. Dann werde ich jemanden sofort losschicken, der euch auf den Stand der Dinge bringt und was eure Vorschläge wären.“ erklärte Burns dies sehr sachlich mit einer Bitte.

„Das… kann ich machen.“ nickte Lilith unsicher langsam mit dem Kopf, denn Kriegsführung und ähnliches ist nicht unbedingt ihr Metier. „Scheinbar ist viel Zeit vergangen, ich hätte eine Bitte. Der Erzmagier Draco ist bestimmt auch in der Burg oder? Könnte mich jemand zu ihm hinbringen, denn ich habe… einige Fragen, die nur er beantworten kann“ lächelt Lilith freundlich mit Hintergedanken.

„Das sollte kein Problem sein. Normalerweise empfängt er keine Fremden, aber bei euch wird er bestimmt eine Ausnahme machen, immerhin seid ihr nun die neue Aufsichtsperson der Heldin oder?“ lächelt der General und nickte einem seiner Offiziere zu, dass er Lilith führen soll.

„Wie wahr, wie wahr. Man sieht sich demnächst wieder.“ lächelt Lilith, dass alle Männer schwer schlucken mussten. Es gibt das eine Lächeln, dieses Lächeln oder jenes Lächeln, jedes Lächeln einer Frau hat eine andere Bedeutung.

Der Offizier öffnete die Tür und ließ Lilith zuerst raus, die staunend auf die schlafende Gestalt im Flur sah.

„Rose?! Was machst du hier?“ weckte Lilith die Heilerin, die im sitzen wohl eingeschlafen ist. „Uwii… wah? Lilith?“ wirkte Rose sehr verträumt.

„Hast du extra hier auf mich gewartet?!“

„Erm… glaube? Ich… wollte dich nicht stören, also habe ich gewartet. Scheinbar… bin ich irgendwann vor Langeweile eingeschlafen.“ schaute Rose verträumt die Dämonin an.

„Mensch… das wäre doch nicht nötig gewesen. Komm, lass mir dir helfen. Ich will vorher noch mit dem Meister von Leena sprechen, dann können wir gehen.“ streichelt Lilith einmal an der Wange von Rose und bot ihr die Hand an.

„Aber… ich konnte dich doch nicht alleine in die Stadt lassen…“ murmelt Rose, während sie die Hand annahm zum Aufstehen.

„Nun… es ist wohl zu spät, noch groß was einkaufen zu gehen. Lass uns das auf morgen verschieben und nochmal unterwegs essen, dann können wir die Pläne für morgen besprechen.“ grinste Lilith.

„O… ok!“ nickte Rose, wirkte aber noch leicht verschlafen. „Was willst du denn von dem Magier eigentlich?“

„Etwas „klären“, sollte auch nicht sehr lange dauern, aber ich will das Gespräch alleine führen. Nicht… das ich ein Geheimnis vor dir haben will, sondern eher nur… was „korrigieren“ bevor es zu Missverständnissen kommt.“ war Lilith dann doch ein bisschen geheimnisvoll bei ihrer Aussage.

Die beiden Damen wurden dann durch die Burg geführt. „Ach… bevor ich es vergesse, aber morgen kommen die anderen zu uns, weil sie dein Verhalten heute mit Leena sehr komisch fanden, ich übrigens auch.“

„Das kann ich mir denken. Lass uns einfach abwarten, wie sich das entwickelt.“ nickte Lilith bei dem Bericht von Rose.

Dann standen sie vor der Tür. Der Offizier wollte klopfen, aber Lilith hinderte ihn daran. „Schon gut, ich mache das schon. Ihr dürft dann gehen und Rose… nur ein bisschen warten, dann gehen wir endlich.“ lächelt Lilith.

„Kein Problem. Diesmal wirst du mich nicht schlafend vorfinden!“ grinste die Heilerin zurück. „Freue mich darauf, wieder mit dir zu essen.“

Lilith nickte und öffnete dann die Tür, drinnen waren Leena und der Erzmagier Draco, was für Lilith geradezu passend ist.

„Ah… das ist schön, dass du auch hier bist.“ lächelt Lilith, aber in ihren Augen sah man eher nur die Wut, als sie die Tür schloss.

„Warte, ich kann es erklären!“ versucht Leena panisch die Situation zu entschärfen, dabei ist sie von ihrem Stuhl aufgestanden. Draco selber sagte nichts, aber diesmal scheint er nun doch nervös zu sein.

„Wieso willst du dich erklären? Ich habe doch noch nichts gesagt?“ hielt Lilith ihren Kopf schräg und drückte provokant ihre Brille hoch.

„Es… ist doch normal, dass man als Spion seinem König alles berichtet oder? Wusstest du, dass es dein Meister war der sich merkwürdig verhalten hat?“

„Huh? Me… mein Meister? Aber er war doch ruhig wie immer?“ war Leena verwirrt, während Draco seine Augen erstaunt aufriss.

„Ja, wie immer. Dummerweise bin ich noch keiner Person begegnet, die so eine innere Ruhe ausstrahlt wie dein Meister trotz der Fähigkeit „Analyse“. Die Meisten werden durch meine Werte alleine schon sehr nervös, das tat dein Meister aber nicht.

Also habe ich überlegt, was müsste man tun, damit man diese Ruhe beibehält. Richtig, man hat die nötigen Informationen. Doch von wem hat er sie wohl?“ schaute Lilith die Magierin anklagend an.

„Aber das alleine reichte nicht aus, denn vielleicht bin ich auch einfach nur paranoid, daher habe ich in dein Ohr Petze geflüstert, um zu schauen, wie du reagierst. Für einen Spion bist du nicht wirklich eine gute Schauspielerin.

Tja… dein Meister weiß alles, nun vielleicht könnte man es ja irgendwie noch hinbiegen, wäre da nicht der Kommentar vom König. „Flügel“ die mir fehlten. Damit hat sich der Kreis der Wissenden schon deutlich erweitert, nicht wahr?“

Leena schaute beschämt zu Boden und zitterte, hörte sich die schonungslose Anklage von der Dämonin an und ihr Meister sagte auch nichts.

„Wir haben keinen Schwur oder Eid geleistet, aber wir waren… uns irgendwie einig, dass es besser wäre, wenn man nicht so viel über mich weiß. Tja…

Der General Burns scheint nicht in dem Kreis der Wissenden zu sein, sonst hätten wir uns heute nicht so ausführlich über die nächsten Züge unterhalten. Deine Belohnung… war sie es wirklich Wert, um die Freundschaft so schnell aufzugeben?“

„WAS WEIßT DU SCHON!“ nun wehrte sich Leena sehr heftig über diesen Vorwurf. „Ich war immer alleine gewesen, Freundschaft… was genau ist denn Freundschaft?!

Ich wurde gegen meinen Willen in die Gruppe eingesetzt, dann sollte ich auch noch Augen und Ohren sein, was ich überhaupt nicht kann! Meinst du, es fiel mir leicht darüber zu reden, wie die Reise in Wirklichkeit verlaufen ist?!“

„Musste es ja oder? Willst du gerne wissen, warum ich so ein extremes Misstrauen gegen alles und jeden hege, egal welcher Rasse und wo? Man sieht es mir am Anfang nicht an, aber viele meiner Aktionen, mein Verhalten und ähnliches deutet daraufhin, dass ich grundsätzlich misstrauisch bin! Zumindest wurde es mir so erklärt, ohne dass es mir bewusst ist.“

Lilith schnipste mit ihren Fingern und beide Magier sahen eine Illusion vor sich, wie Lilith ihre Kindheit hatte. Erschrocken hielt Leena eine Hand vor den Mund und ließ ihren Tränen freien Lauf, während Draco aussieht, als müsste er sich übergeben.

„Das war meine Kindheit. Ich war was besonderes gewesen verstehst du? So gehen Dämonen mit einem um, wenn man jemand besonderes ist. Sie drillen diese Dämonen zu perfekten Kriegern, die alles und jeden vernichten können, die jederzeit den Posten eines Generals einnehmen können oder sogar den vom Dämonenkönig.

140 Jahre lang musste ich diese Art von „Training“ erdulden, bis ich endlich fertig war. Daran würdet ihr beiden schon direkt am Anfang zerbrechen!“ beendete Lilith ihre Illusion.

„Übrigens, auch meine Werte sind gefälscht Herr Draco.“ lächelte Lilith sehr fies, nun bekam der Erzmagier erst richtig einen Schweißausbruch. „Wi… wie meint ihr das?“ stottert der Erzmagier.

„Vermutlich habt ihr dem König schon berichtet, dass meine Attribute alle fünfstellig sind… aber das stimmt nicht. Sie sind alle sechsstellig, genau das Niveau einer Götterbestie, von denen es doch schon einige gibt.“ beichtet Lilith.

„Weißt du Leena, wer eigentlich bei der ganzen Aktion mir am meisten Leid tut, die du mehr oder weniger verzapft hast?“ fragte Lilith die Magierin. Sie schüttelt nur ihren verweinten Kopf.

„Sakura, Axel und Rose. Die drei glauben fest in dir eine feste Freundin zu sehen, die gemeinsam das letzte Abenteuer beschreitet haben.

Wer war es, dessen Meinung gefragt wurde im Dungeon, ob es sich lohnt? Sakura. Die Person, die aus der anderen Welt stammt und ihren… Ziehvater sterben sehen musste, vertraute sich dir an.

Axel der von der Arachne entführt wurde. Wie erleichtert war er gewesen, als er seine Freundinnen gesehen hat? Welche Emotionen sind ihm gekommen, als du ihn von seinem Kokon befreit hast?

Dann wäre auch noch Rose. Sehr schüchtern, aber macht sich mehr oder weniger um alles Sorgen, nichtsdestotrotz konnte sie nicht genug von dir erzählen, als wir gestern Abend Essen gegangen sind.

Wenn ich ehrlich bin, hätte ich das größte Problem bei Axel gesehen, wir erinnern uns ja, dass er beinahe ausgetickt ist wegen mir. Aber scheinbar kann ich mich selber auch irren.“ zuckte Lilith mit ihrer Schulter.

„Ich werde Leena aus der Gruppe entfernen und nach einem Nachfolger suchen, das Vertrauen dürfte mehr als zerrüttet sein.“ meldete sich auf einmal der Erzmagier.

„Das werdet ihr bestimmt nicht tun. Auch wenn Leena es nicht wahrhaben wird oder will, aber ihre „Freunde“ werden nachhaken, wieso sie auf einmal weg ist. Das letzte Abenteuer hat schon gewisse Bindungen zwischen uns erzeugt, sonst würde Rose nun nicht bei mir so hängen, worüber ich aber sehr glücklich bin.

Nein, sie wird weiterhin bei uns bleiben. Die Frage ist nur, will sie weiterhin diese Tour spielen oder den Schritt wagen und mit offenen Karten spielen?

Rose hat mir erzählt, dass wir uns morgen alle treffen wollen, aber ich frage mich vielmehr… ob du denn auch kommst Leena? Denn sie wissen bisher überhaupt nicht, wie die Situation ist.“

Draco riss erstaunt seinen Mund auf, dass man ihm auf diese Weise widerspricht, während Leena wieder sehr beschämt den Boden anstarrte.

„Das Konzept der Freundschaft ist selbst für mich seltsam. Ich habe Freunde, aber… was sind Freunde? Ich war auch mehr oder weniger ein Einzelgänger gewesen, bis ich mit anderen Menschen in Kontakt kam.

Dann passierte der größter Fehler meines Lebens und ich wollte alles aufgeben… als meine Freunde mir in meiner schwersten Stunde des Lebens geholfen haben. Erst da wurde mir richtig bewusst, was Freunde sind… und einer von ihnen ist meine Geliebte geworden, wobei Liebe ist ja nochmal komplizierter.“ erklärte Lilith, dabei schaute sie die vielen Bücher in den Regalen an.

„Sind das alles Zauberbücher?“

„Erm… ja, das ist meine private Sammlung über alle bekannten Elemente, die es auf der Welt gibt.“ nickte der Erzmagier verschwitzt.

„Ich will, dass du mir die Zauberbücher Feuer, Wasser, Erde, Wind und Licht für Anfänger gibst, die es selber lernen können. Solltest du meinem Wunsch nicht entgegenkommen… nun Leena hat ja berichtet, wie ich sein kann.“ lächelt Lilith.

„Ihr würdet mich mitten in der Burg angreifen?!“ wurde Draco nun doch sauer, aber Leena mischte sich ein.

„Meister… ihr kennt doch ihre Fähigkeiten, ein Magier wie ich konnte bei ihr schon nichts ausrichten, weil sie die vielen Immunitäten hat!“

„Außerdem, bevor ihr auch nur einen Zauber einsetzen könnt, hätte ich euch einen Knochen gebrochen.“ sagte Lilith, die hinter Draco stand und die Bücher in Ruhe anschaut.

„Was… habt ihr mit den Büchern vor?“ drehte sich Draco vorsichtig um, dem nun langsam wirklich bewusst wurde, in welcher Gefahr er schwebte.

„Jemand fördern, der sich nur auf Heilkunst spezialisiert hat. Aber da ich nicht weiß, welche Elemente dieser benutzen kann, muss ich probehalber alle durch testen.“ erklärt Lilith.

„Du… willst sie Rose geben oder?“ fragte Leena und Lilith nickte. „Richtig. Sie hat zwar ihre magische Schleuder, aber es hat nie geschadet, mehr zu können oder? Wie war es, als du aufgeblüht bist im Abenteuer, nachdem ich dir mehrere Tipps gegeben habe?

Da dürften auch bei dir einige Fähigkeiten hochgegangen sein, vor allem deine Aktion am Anfang im Spinnenwald, wo du lachend mit deinen Feuerbällen eine Spinne nach der anderen getötet hast.“ hob Lilith eine Augenbraue hoch.

Ein Stapel mehrerer Bücher wurden auf das Pult gelegt, die Draco aus den Bücherregal rausgesucht hat. Man sah ihm an, dass es ihm schmerzte, sich von ihnen zu trennen.

„Wunderbar, also Leena, wenn… du wirklich auf all das pfeifst, was du im Abenteuer erlebt hast, brauchst du morgen einfach nicht zu kommen. Ich habe zwar deinem Meister widersprochen, letztendlich kann ich dir die Entscheidung aber nicht abnehmen.

Dann werde ich halt ihnen erklären müssen, wie es zu diesem Bruch gekommen ist und werde vermutlich wieder der Buhmann sein, aber daran bin ich leider auch irgendwie gewöhnt. Hätte es gerne anders, aber… ist wie es ist.“ nahm Lilith die Lernbücher, stecke sie in ihr Inventar und machte sie auf den Weg, nach draußen zu gehen.

„Was… würdest du in so einer Situation machen?“ kam auf einmal die Frage, kurz bevor Lilith den Türknauf berührte.

„Ich? Du fragst ausgerechnet die Person, die eine Götterbestie und zugleich ein Dämon ist? Die vermutlich misstrauischste Person in dieser Stadt? Mich, dessen Stand der Dinge du anderen erzählt hast?“ drehte Lilith sich um, Leena starrte sie mit weinenden Augen an.

„Ja du! Wenn selbst du Freunde die du trotz all der Probleme die du hast, dann wärst du schon der richtige Ansprechpartner!“ nickte Leena.

„Hmm… früher wäre es mir egal gewesen und wäre durch die Tür gegangen, aber ich weiß, dass ich für diese Aktion von Sherry ausgeschimpft worden wäre… *seufz*

Ich würde ihnen die Wahrheit sagen, was passiert ist, warum du dies gemacht hast und dich entschuldigen, der Rest liegt dann bei ihnen oder? Welche Entscheidung sie auch fällen, aber diese musst du akzeptieren.“ öffnete Lilith die Tür.

„Und du solltest selber auch zu dir ehrlich sein, wie es weitergehen soll. Du hast ja mehre indirekte Kommentare gegeben, dass es selbst dir nicht gefällt. Selbst ein König, auch dein Meister müssen das „Nein“ akzeptieren, ob es ihnen passt oder nicht.“

„Bist du soweit? Huch? Du bist ja auch hier Leena.“ meldete sich Rose und sah die verweinte Leena, die nur geschockt reagiert.

„Ich bin fertig. Lass uns gehen und Leena mit ihrem Meister alleine, sie werden wohl einiges bereden müssen.“ nahm Lilith einen Arm von Rose, damit sie nicht ins Zimmer geht.

„Erm wenn du meinst? Wir sehen uns morgen!“ winkte Rose, als Lilith die Tür zumachte. Leena fiel auf ihre Knie und weinte nun richtig laut, ihr Meister… würde sie gerne trösten, aber letztendlich ist er auch nur ein „Mann“.

„Und wo werden wir diesmal essen Rose?“ fragte Lilith.

„Keine Ahnung? Da du ja nicht unbedingt an deinem Geld hängst, kenne ich schon ein paar Lokalitäten.“ lächelt Rose. „Aber warum hat Leena geweint?“

„Weil sie sich um ihre Zukunft Gedanken machen muss, dabei ist ihr wohl mehr oder weniger ihr Fehler aufgefallen.“

„Oh? Hoffe, dass sie dann morgen auch kommt.“

„Ich auch.“

Kapitel 285

Ich bin wiedergeboren und der strategische General?

„Ihr Monster! Ihr wusstet doch genau, dass mein Sohn keine Chance gegen euch hatte!“ schimpfte der König wütend.

„Natürlich wusste ich das. Er kann sich glücklich schätzen, dass ich mich zurückgehalten habe, diese Chance hatte ich bei den Dämonen niemals gehabt.“ warf Lilith das Schwert auf den Prinzen.

„Euch fehlen wirklich nur die Flügel, dann wärt ihr einer von ihnen!“ fluchte der König ungewohnt, wurde aber sehr schnell schweigsam, als er den wissenden Blick von Lilith spürte.

„Oh? … Verstehe. Natürlich, die fehlen mir nicht wahr? Hörner und ein Dämonenschwanz nicht zu vergessen. Aber ich kann mich glücklich schätzen, ein „Mensch“ zu sein.“ schaute Lilith nun Leena an, die zitternd auf den Boden schaute.

„Bei der Göttin… langsam bereue ich es wirklich, dass ich eure Dienste in Anspruch genommen habe. Wachen, schickt meinen… Sohn zu einem Arzt.“ schüttelt der König den Kopf und nahm wieder Platz.

„Warum… schaut Lilith dich immer so komisch an? Hast du irgendetwas angestellt?“ fragte die ahnungslose Rose die Magierin, aber diese schüttelt nur den Kopf. Die Wachen haben eine Liege organisiert und brachten den Prinzen raus.

„Lilith… danke für die Lernstunde, aber das hast du echt übertrieben. Der Prinz ist eigentlich ein sehr angenehmer Mann.“ schimpfte Sakura die Dämonin aus.

„Echt? Irgendwie ändert sich jeder in meiner Nähe. Die Netten werden böse, die Reinen zu unreinen und denen man vertraut, wird auf einmal das Vertrauen verraten. Dabei ist es schon sehr schwer, mein Vertrauen zu bekommen.“ sagte Lilith den letzten Teil etwas sehr laut.

„Was ist los Lilith? Haben wir irgendetwas verpasst?“ wunderte sich Axel, während Leena das Gefühl bekam, den Boden zu verlieren.

„Nein, überhaupt nicht. Ich wollte einfach mal aussprechen, was mir auf der Zunge lag.“ lächelt Lilith.

Der König, der Erzmagier und aber auch Leena wussten sehr genau, was Lilith damit sagen wollte und das sie ihre nächsten Schritte wohlgemerkt überlegen sollten.

„Was… ein Monster, dabei hat Leena nicht mal untertrieben, dass diese Frau sehr misstrauisch sei und ich sagte auch noch, dass sie scharfsinnig ist… Ob es der Kommentar des Königs war?“ dachte der Erzmagier Draco, dabei hat er doch wie üblich seine innere Ruhe gezeigt.

„Wir werden das nochmal unter uns besprechen Lilith, aber jetzt sollten… wir wieder an die Tagesordnung übergehen.“ drohte Sakura und änderte das Thema.

„ *seufz* Wir haben einen Großteil der Pläne der Dämonen mehr oder weniger durchgelesen und uns ist nun ihre Truppenstärke, Kriegsmaterialien sowie die aktuellen Standorte bekannt. Auch ist es Fakt, dass die Dämonen einen neuen König haben… genau. Sein Name ist Rarkas.“ berichtet General Burns, der sichtbare Augenringe hatte.

„Des weiteren sind uns zwar nun ihre Schlachtpläne bekannt, aber diese werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mehr umsetzen, wenn wir sie alle kennen. Wir gehen davon aus, dass wir mehrere Wochen, sogar Monate Zeit haben, uns auf den nächsten Kampf einzustellen.

Wir wollen euch nicht mit den Plänen der Dämonen langweilen, aber ich würde gerne mit Lady Lilith ein Gespräch in meinen Operationszimmer führen, weil ich ihre Meinung wissen möchte.“ bat der General um Hilfe am Ende.

„Die kann ich natürlich geben. Wir können nach dem Gespräch hier, direkt zu euch gehen.“ nickte Lilith und der General nickte ebenso.

„Heldin Sakura… und auch die anderen. Ihr habt mit eurer Aktion einen sehr wertvollen Dienst für das Reich erledigt. Zwar sind wir weiterhin im Krieg, aber ihr habt uns wertvolle Zeit gegeben. Die Abenteurer bekommen ihre Belohnung in Gold ausgezahlt, Magierin Leena wird weiterhin ihr Studium bezahlt. Wenn ihr Wünsche habt Heldin Sakura, besprecht es mit meinem Schatzmeister, er wird es dann für euch regeln.

Wie ich es schon gesagt habe, aber ihr werdet vorerst eine Pause einlegen und eure Strapazen auskurieren, bis es wieder zum nächsten Kampf oder einer Mission kommt.“ erklärte der König.

„Die nächste Mission sollte aber keine Selbstmordmission sein wie die letzte. Vermutlich haben die Dumpfbacken von Beratern auf euch solange eingeredet, dass es doch bestimmt eine tolle Idee sei, die Heldin raus zuschicken, wofür Spione besser geeignet sind.“ kommentierte Lilith es trocken.

„Ich… werde es berücksichtigen.“ nickte der König verständnisvoll. „Eigentlich war es nicht mal die Schuld der Berater, sondern weil ich Ergebnisse sehen wollte, ob wir auf die Heldin zählen können.“ war der Gedanke des Königs.

„Dann seid ihr vorerst entlassen… Wo können wir euch eigentlich finden Lady Lilith für weitere Fragen über Dämonen?“ fiel dem König noch was ein.

„Ich lebe momentan bei Rose, dort werde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit auffindbar sein, wenn ich in der Stadt sein sollte. Ansonsten kann es sein, dass ich demnächst mit der Heldin, aber auch mit ihren Gefährten die Stadt verlassen werde für ihr Training.“ teilt Lilith ihre Pläne mit.

„Erm… dürfen wir keine Pause machen?“ fragte Axel trocken, Lilith schüttelt den Kopf. „Klar, diese Woche bestimmt, aber danach geht es los. Keine Sorge, wir gehen nicht zurück in den Spinnenwald.“ lächelt Lilith.

„Da ziehen mich auch keine zehn Pferde mehr hin, die Begegnung mit der Arachne hat mir schon gereicht…“ murmelt Axel.

„Ich bedanke mich für eure Belohnungen eure Majestät und… entschuldige mich für meine Lehrerin, dass sie es mit ihrer Aktion übertrieben hat. Ich hoffe… dass die nächste Audienz nicht wieder mit einem Streit beginnt.“ machte Sakura, aber auch die anderen Gefährten einen Knicks, nur Lilith weigert sich wie gewohnt.

Wie versprochen gingen General Burns und Lilith in das Operationszimmer. Nun standen die Gefährten alleine vor dem Thronsaal.

„Was… war eigentlich los mit Lilith und wieso hat sie dich immer so angestarrt Leena?“ kam sofort die Frage von der Heldin.

„Tut mir leid, aber ich weiß es nicht. Wenn ich vermuten müsste, ist sie aus irgendeinem Grund sauer auf mich, aber den hat Lilith mir bisher noch nicht gesagt.“ schaute die Magierin auf den Boden, was schon verdächtig war.

„Es bringt nichts, dazu müssten wir ein klärendes Gespräch mit Lilith führen.“ meinte Axel, wo Leena ihm sehr dankbar war.

„Ich frage mal eine Wache, wo das Operationszimmer ist und warte auf Lilith, damit sie nicht alleine in der Stadt ist. Mein Vorschlag wäre, dass ihr alle mal morgen zu meiner Wohnung kommt, dann können wir das mal unter uns klären. Axel sollte es ja kennen, wo ich wohne oder?“ kam der Vorschlag von Rose.

„Wie kommt es eigentlich, dass du so dicke mit Lilith geworden bist? Am Anfang hättest du das Weite gesucht, nun willst du bestmöglich in ihrer Nähe sein.“ grinste Sakura mit einer erhobenen Augenbraue.

„Am Anfang hatte ich auch Angst vor ihr, aber je näher man sie kennt, desto faszinierender ist sie oder?“ lächelt Rose. Leena hatte was anderes auf der Zunge, aber sie hat momentan genug Stress.

Büro des König´s:

„Eure… Majestät, ich muss leider sagen, dass diese Frau viel gefährlicher ist, als es den Anschein hat.“ kam Erzmagier Draco direkt zum Punkt, als er mit dem König in dessen privatem Büro alleine war.

„Und ihr habt damit sogar recht. Es… war wohl mein Fehler gewesen, dass ich die Flügel angesprochen habe…“ ließ der König sich auf den Sessel fallen.

„Ich würde euch raten, in irgendeiner Form eine Schadensbegrenzung durchzuführen, bevor es aus dem Ruder läuft. Auch… ohne meine Fähigkeit, aber als die Frau den Thronsaal betrat… wurde mir fast schlecht, so sehr knisterte die Magie um diese Frau… schlimmer, ich hatte den Eindruck als würde der Tod hinter ihr stehen.“

„Gibt… es niemanden, der sie im Notfall aufhalten könnte? Zwergen, Elfen, irgendwer?“

„Nein. Ich habe ihre Werte gesehen sowie die anderen Fähigkeiten… Lilith… ist wahrlich eine wandelnde Katastrophe. Alle ihre Werte sind fünfstellig, fast alle ihre Fähigkeiten haben mindesten Level 9 oder höher.

Selbst der bekannteste stärkste Dämon käme nicht mal annähernd auf ihre Werte, vermutlich könnte sie es auch ohne Probleme mit dem Dämonenkönig aufnehmen und seinen Posten übernehmen. Aber es ist Fakt, ihre Rasse entspricht die einer Götterbestie, so wie Leena es erzählt hat.

Vermutlich können nur diese Götterbestien sich gegenseitig bekämpfen, denn wir werden definitiv nicht in der Lage sein, es mit ihnen aufzunehmen.“

„Was… ist nur in diesem Zeitalter los? Ich habe noch nie gehört, dass ein aktueller Dämonenkönig durch einen stärkeren Dämon ersetzt wird. Dann erscheinen Monster, die sich Götterbestien nennen und wir sind in ihren Augen nicht mal… mehr als Spielkinder.“

„Bedaure, aber… das sind Fragen, dessen Antworten nur die Götter kennen.“

Operationszimmer:

General Burns und Lilith standen vor einer sehr großen Landkarte, wo man sich auch die Mühe gemacht hatte Berge, Wälder oder ähnliches aufzubauen.

„Das ist der alte Standpunkt der Dämonen und unseren Basen. Ich würde gerne wissen, wie die Dämonen ihre Züge planen werden.“ fragte der General und Lilith hob verwundert eine Augenbraue hoch.

„Erm… wenn das die alten Plätze sind, warum fragt ihr mich danach? Wäre es nicht besser die aktuellen Standorte und ähnliches auf dieser Karte aufzustellen?“

„Das ist richtig, aber… sagen sie mir ihre Meinung und ich sage dann, warum ich es auf dieser Art und Weise getan haben.“

Lilith geht um den großen Tisch und begutachtet alle Positionen. Die roten Figuren waren für die Dämonen, die blauen für die Armee von Alliancia.

„Also… wäre ich der dämonische Befehlshaber, würde ich mit den beiden kleinen Armen diese große Stadt angreifen. Dabei würde ich nicht mal auf einen Sieg hoffen, sondern es nur als ein Ablenkungsmanöver nutzen, denn mit hoher Wahrscheinlichkeit würdet ihr die Armee aus dem Norden und Süden zu Verteidigung schicken.

Damit habt ihr eine Lücke in eurer Verteidigung und ich würde die nächsten Armeen da durchschleusen wollen, um diese, diese und diese Städte anzugreifen. Dadurch hätten die Dämonen den Nachschub für das eigentliche Schlachtfeld weggenommen und die Dämonen hätten eure große Stadt mit der zusätzlichen Hilfe der Armeen eingekreist.

Ich würde dann auf Zeit spielen, denn Nahrung dürfte mit der zusätzliche Armee in der Stadt sehr knapp werden und dann am Ende den richtigen Krieg auslösen. Die Siegeschancen wären sehr gut, abhängig wie gut die dämonischen Truppenkommandanten sind.

In der Zeit würde ich… vermutlich eine Bastion der Zwerge, mit einer fliegenden Einheit der Dämonen dem Erdboden gleich machen. Bomben und ähnliches nicht, aber die Dämonen greifen sehr gerne auf Alchemie zurück.

Als Kommandant würde ich die Stadt mit Monstern belagern lassen und Nachts den eigentlich Schlachtzug umsetzen lassen.

Dieser Wald und dieser Wald, dürften Stellungen der Elfen sein. Die Dämonen würden es vermeiden in ihr Revier einzudringen und wenn es nach mir gehen würde, einen Waldbrand legen, egal in welcher Form. Vermutlich mit viel Öl und Feuer, denn ich kann mir vorstellen, dass die Elfen das Feuer löschen können.

Interessant das die Dämonen sogar eine Flotte haben, aber macht eigentlich Sinn, nur kenne ich mich in diesem Bereich nicht aus. Wenn ich einen guten Berater hätte, würde ich hier auch diese Hafenstadt angreifen wollen als Ablenkung, aber mit der eigentliche Flotte bewusst einen Umweg machen und die Flotte der Allianz von hinten anzugreifen.

Das wäre so mein Standpunkt. Die Stellungen der Elfen dürften am längsten aushalten, die Zwerge vermutlich sogar auch, aber die Menschen definitiv nicht.

Als Gegenreaktion kann ich mir vorstellen, dass man an dieser und dieser Stellung uns angreifen wird, weil sie die geringste Verteidigung haben. Das wäre meine Gegenmaßnahme, dass ich eine Stellung aufgebe und das Land so umarbeite, dass Alliancia keinen Vorteil daraus ziehen kann. Die Armee der aufgegebenen Stellung soll dann… hmmm nicht zu diese Stellung gehen, sondern macht einen Umweg, damit sie diese Grenze angreift.

Ich sehe ja richtig, dass es der Verbindungstunnel nach Batzien ist. Von dort aus sollen sie ihre Reihen mit Söldnern der Tiermenschen füllen und diese Stadt dann erobern, dann hätten die Dämonen sogar eine fast sichere Stellung, die mit den Tiermenschen sogar unterstützt wird.

War das die Meinung, die ihr von mir hören wolltet?“ fragte Lilith den General, der sie nur angaffte und seine Sprache verloren hat.

„ … Bei der Göttin, ich kann ihr nicht genug danken, dass nicht ihr der Befehlshaber seid, damit dürfte der Krieg sehr düster für uns sein. Alles, aber auch alles was ihr gesagt habt, entspricht den Plänen, die ihr gestohlen habt.“

„Huch? Dann muss das einer der anderen zwei neuen Generäle sein, denn solche Pläne würde ich nicht dem Dämonenkönig zutrauen, dafür hat er seine Generäle. Hm… das ist natürlich… sehr interessant, wenn das ein General ist, der nicht auf Muskelkraft setzt, sondern wirklich strategische Züge plant.“

„Das ist nämlich auch mein Gedanke.“ nickte General Burns und änderte die Karte nun auf den aktuellen Stand der Dinge.

„So sieht es bei den Dämonen aus, während bei uns keine Änderung stattgefunden hat. Dieser… General wird alle Pläne mehr oder weniger verwerfen und neue entwickeln. Wie würdet ihr nun die Züge planen?“

„Hmm…“ grübelte Lilith, denn dass jemand die ähnlichen Gedanken hat wie sie, spricht für eine Herausforderung.

„Also…“

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